Ur. 127 Erstes Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 5. Ium <925 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertag». Beilagen: GiebenerFamilienblältrr Heimat im Bild. DlonatsiBejugspre!«: 2löoldmark u. 20 töolb» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüfse: Schriftleitung 112, Der« lagundGeschäftsstellebl. Anschrift sür Drahtnachrichten: AnreigerSietzen. postschecktonto: Sranffnrt a Dl. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für ivberhesten Dmd und Verlag: Brühl sche Univerfiläts-Buch- und Slcinöruderei R. Lange in Siegen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerdindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpsennig; für Ne« Klamc-Anzcigen v 70mm Breite 35 Goldpsennig, ' )latzvorschrist 20° .Auf« chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange,- ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein: sür den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Diesten Zur das deutsche Volkstum. Wie alljährlich, haben auch diesmal um Pfingsten die beiden großen Organisationen, die heute gleichsam das nationale Gewissen des deutschen Dolles verkörpern, ihre Tagungen ab- gehalten: der Verein f ü< das Deutsch- tum im Auslande und der Deutsche Schuhbund, der eine in Kufstein, der andere, der eigentlich im besreiten Köln hätte tagen wollen, in Münster, weil die Be- sahungsbehörde au verstehen gegeben hatte, daß auf deutschem Do den unter fremder Gewaltherrschaft ein freies deutsches Wort unerwünscht sei. Beide Verbände sind in ihrer gegcntoärh- gen Gestalt Kinder der Rachkriegszeit. Sie sind geboren aus dem Gedanken heraus, daß die unersetzlichen Verluste, dir das deutsche Volkstum durch den Versailler Gewaltvertrag erlitten hat, nicht einfach abgeschrieben werden dürften, daß vielmehr diejenigen Drutschen, die innerhalb der gegenwärtigen Grenze des Deutschen Reiches sitzen, die Bruderhand ausstrrcken müßten nach allen denen, die als t>it- aewaltigte Staatsbürger anderer Reiche ihre kulturelle und sprachliche Eigenart retten wollen. Es gibt ja eigentlich keine schlimmere Verhöhnung der inneren Verlogenheit und iln- ehrlichleit jenes traurigen Machwerks von Versailles als die, daß kaum in einem staatlichen Gebilde Europas nicht Deutsche sitzen, die man als Kulturdünger fremder Rationalitäten mißbrauchen wollte. Dieselbe Entente, die angeblich Krieg führte im Zeichen des Rationalitätenrechtes und des Selbstbestimmungsrechtes hat dem deutschen Volke dieses Recht versagt. Sie hat den Franzosen, den Belgiern, den Dänen, den Esten, den Letten, den Polen, den Tschechen, den Jugoslaven. den Rumänen und den Italienern größere oder kleinere Brocken deutschen Sprachgebietes nachgeworfen, hat auch in der Theorie dafür sorgen Wellen, daß diese Deutschen sich als Deutsche fühlen dürften. Hal aber praktisch nicht den leise st en Versuch gemacht. einer zwangsweisen Entdeutschung entgegenzuarbeiten. So ist es unser Recht und unsere Pflicht gewesen, dafür Sorge zu tragen, daß aus der grauen Gegenwart heraus die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in unseren deutschen Brüdern wach gehalten bleibt. Während der Verein für das Deutschlum im Auslande diele Gedanken mehr politisch verfolgt und groß- deutsche Ziele im Auge hat, will der Schutzbund eine Heimstätte fein für alle Schutzbedürftigen, die Trost und Unterstützung suchen im Kampf um ihre deutsche Seele. Denn wenn man uns auch vieles nehmen konnte, das eine hat uns niemand zu rauben vermoa)t: den Glauben an den großen deutschen Gedanken, den Glauben an die deutsche KultUrgemeinschaft. Fast ein volles Drittel der 90 Millionen Deutschen in Europa ist staatlich heimatlos. Wenn es noch eine Gerechtigkeit in der Weltgeschichte gibt, dann kann dieser Zustand nicht bleiben. Mögen Jahrzehnte darüber vergehen, bis das deutsche Volk wieder soviel Kraft in sich gesammelt hat, um ausgleichen zu können, was in Versailles vernichtet wurde: die heutige Generation hat die wichtige Ausgabe, dafür zu sorgen, daß wenigstens die deutsche Kul- turgemeinschait über alle Landesgrenzen hinaus erhalten bleibt und damit den Grund zu legen für jenes künftige deutsche Vaterland, das da reichen soll „soweit die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt". 5n diesem Sinne bedeuten auch die Tagungen in Kufs stein wie in Munster, die von der ganzen Diaspora beschickt waren, einen Fortschritt. Elsah-Lothringens Vergewaltigung. Fast unbemerkt von der breiten Oeffentlichkeit ist am 25. Mai in der französischen Kammer die elsaß-lothringische „B c r w a i t u n g s r c f o r in" Gesetz geworden. Damit hat also die bisherige, wenn auch beschränkte, S e l b st v e r w a l t u n g des Elsaß und Lothringens ihr Ende gesunden, an Stelle der bewährten deutschen Verwaltungseinrichtungen, wie sic 1918 mit übernommen wurden, ist jetzt ein rein französisches System getreten, das allerdings von der zentralistischen Verwaltung der übrigen französischen Departements abweicht, dafür aber den Elsässer um so schärfer den von Paris aus mit ollen Mitteln geförderten Französierungsbestrebungen aussetzt. Den französischen Chauvinisten ist es damit gelungen, die U e b e r = gangszeit, die selbst ein Mann wie Millerand auf mindestens 25 Jahre schätzte, auf ein Fünftel herabzudrücken. Ilm vor dem Ausland diesen Vorgang zu verschleiern, zumal er in der elsässischen Bevölkerung, die in den letzten fünf Jahren mit der französischen Regierung nur auf Kriegsfuß lebte, eine starke Gegenströmung auslösen wird, hat sich der französische Ministerpräsident beeilt, zusammen mit dem Präsidenten der Republik, Straßburg mit seinem Besuch zu beehren und eine jener Reden vom Stapel zu lassen, tote ftc uns aus den Zeiten des Herrn Poincare sattsam bekannt sind. Es wäre zwecklos, sich mit all den Verdrehungen, die sich Herr Painleve erlaubt, auseinanderzusetzen, eins muß aber doch hervorgehoben werden: Die Straßburger Kundgebung ist nichts als Theaterdonner, der den durch die Vergewaltigung des Elsaß hervorgerufenen gellenden Schmerzensschrei übertönen soll. i ------------- Der englisch-französische Kompromiß. Die Tage vor Pfingsten haben die diplomatischen Aktionen, die schon beinahe am Versacken zu fein schienen, einen gewaltigen Schritt gefördert. England und Frankreich haben sich einmal, nachdem sie uns fünf Monate lang auf jede Antwort warten ließen, über den Wortlaut der Rote geeinigt, worin sie uns die Begründung mitteilen, weshalb Köln am 10. Januar nicht geräumt wurde und ihre Bedingungen stellen, unter denen sie gnädigst bereit sein werden, die erste Zone freizugebcm. Im Zusammenhang damit aber scheint auch über den Sicherheitsvertrag eine Verständigung erfolgt zu sein, obwohl man in London selbst angenommen hatte, daß mit der letzten englischen Rote die Fäden endgültig zerrissen waren. Aber Herr Brian d hat sich eines Besseren besonnen, er scheute sich doch Wohl, das Odium des osfiziellcs Friedensstörers auf sich zu nehmen und rettete sich deshalb mit einem kühnen salto mortale auf den Boden hinüber, den ihm Chamberlain frei ließ. Allerdings muß noch mancherlei mehr da- zwilchen gespielt haben, wovon man bisher nichts weiß. Vielleicht ist hinter den Kulissen sogar ein richtiger Kuhhandel erfolgt, wobei England und Frankreich ihre Zugeständnisse in der Räumung und im Sicherheitsverlrag gegenseitig aus- taufchten: es muß auch auffallen, daß der unvermeidliche Herr Denesch, der zu Pfingsten eigentlich in Wien erwartet wurde, urplötzlich in Paris auftauchte, hier allerdings niemanden von den hohen Herren anwesend fand, die eine etwas voreilige Siegesfeier in Elsaß-Lothringen veranstalteten. Es wird Wohl noch einige Zeit dauern, bis man die diplomatischen Winkelzüge, die hier htn- und hergeschoben worden sind, deutlicher verfolgen kann: für den Augenblick genügt es auch, aus dem Echo der Londoner und der Pariser Presse festzustellen, daß Herr Driand und Mr. C ha m b e r l a i n im D gr f s sind, sich e i n i g zu werden und zwar im mel entließen auf Grund der englischen Auffassung. Freilich ganz so einfach, wie man uns glauben machen will, werden die Dinge sich kaum entwickeln, es kann immer noch dahin gestellt bleiben, inwieweit Briand feine Position zu ft Lyon sucht ; durch künstliches Hineininter bretteren französischer Wünsche in die englischen Formulierungen. Dabei darf man wohl ausgehen davon, daß England den Franzosen eine auf dreißig Jahre befristete Garantie im Westen angeboten hat, die ja für diese Zeit dann dem französischen Sehnen nach einem Militärbündnis recht nahe kommt, Es mag auch richtig sein, daß Herr Chamberlain die weitergehenden Forderungen Frankreichs wegen einer entsprechenden Ausdehnung der Garantie auf den Osten damit abzubiegen versucht hat, daß er den Franzosen anheim gab, ihre eigenen Bündnisse mit den Polen und den Tschechen ruhig weiter zu pflegen. Daß aber irgendeine Handhabe vorhanden fein sollte, die dann England zwingen könnte, durch französisches Eingreifen etwa in einen deutsch-polnischen Streit den Bündnisfall als gegeben anzusehen, das können wir uns nach der ganzen Tonart der englischen Presse nicht recht vorstellen. Lind hier liegt ja gerade die eigentliche Schwierigkeit, über die Herr Briand bisher nicht hinweg kam. Er möchte zum mindesten das Recht haben, nach seinem Gutdünken durch die deutsche neutralisierte Zone durchzumarschieren, um seinen polnischen Freunden zu Hilfe kommen zu können, will also, anders herum gesehen, die unbedingte Vollmacht haben, Deutschland jeder Zeit zum Kriegsschauplatz zu machen. Ein solches einseitiges Recht würde dem Grundsatz eines Vertrages, wie Deutschland ihn angeboten bat, widersprechen, zum mindesten müßte bann auch Deutschland das Recht haben, falls die Franzosen einmarschieren, mit Truppen in bas neutralisierte Gebiet vorzustoßen. Wir möchten nun annehmen, daß England diese unbequeme Doktorfrage durch einen Hinweis auf den Völkerbund umgangen hat. und daß nun die Franzosen die entsprechenden Bestimmungen des Völkerbundes in ihrem Sinne auszulegen sich beeilen. Gerade das aber zeigt, wie richtig es war, daß Deutschland nicht mit beiden Deinen in den Völkerbund hineingesprungen ist, sondern sich c r st bestimmte Zusagen g;ben lassen wollte, die seither nicht gegeben sind. Gerade wegen des Artikels 19, der jetzt auch wieder eine Rolle spielt, denn aus ihm leitet Frankreich das Recht zum Durchmarsch durch deutsches Gebiet ab, falls der Dölkerbundsrat seine Zustimmung gibt. Das würde also hie Entscheidung über Krieg und Frieden für Deutschland in die Hände Englands legen. Darauf aber können wir es nicht ankvmmen lassen, weil bei der weltumspannenden Politik Englands Frankreich tagtäglich ein K o m - pensationsobjekt stellen kann, mit dem es die englische Zustimmung zum Einmarsch nach Deutschland erlauft. Hier verquickt sich also der Sicherheitsver'rag mit der Stellung Deutschlands 5um Völkerbund, und Hier bleibt nach wie vor das große Fragezeichen, inwieweit Frankreich und England wirklich handelseinig sind. Der Garantiepakt. Paris, 3. Juni. (Täl.) Jules Sauerwein veröffentlicht im „Matin" folgende Darstellung über den Stand der Garantiepaktverhandlung, die er von maßgebender Seite erhalten hat. Die territoriale Ordnung Europas sei durch gesetzliche Verträge, besonders durch die Artikel 10 bis 16 des Völkerbundpaktes zum internationalen Recht erhoben. Rach Artikel 42 bis 44 bestehe ein besonderes Regime für d ie Rheinlandzone, deren Verletzung eine feindliche Haltung gegenüber den Signatarmächten bedeutet. Frankreich hätte durch eine dauernde Besetzung wirksame Garantien erlangen können, habe aber bei den Garantiepaktverhandlungen mit England und den Vereinigten Staaten darauf verzichtet. Der Vertrag sei von Washington nicht ratifiziert und seitdem versuche Frankreich sich andere gleichwertige Garantien zu verschaffen. Mit England fei jetzt eine Verständigung erzielt worden. Donnerstag abend oder Freitag werde eine Note nach London abgehen, die sich nur noch auf einzelne Fragen bezieht. Die wesentlichsten Punkte der Verständigung seien folgende: Großbritannien unterzeichne einen Pakt der W e st - mächte mit Frankreich und Deutschland, nach dem sämtliche ihre Streitkräfte gegen einen Angreifer aufbieten oder die neutrale Zone längs der französischen und belgischen Grenze angreife. Andererseits halte England an sämtlichen Vertragsklauseln fest. Denn Frankreich also im Falle eines Angriffes gegen eine vertraglich feslgelegle Grenze in einer anderen Gegend gezwungen wäre, die neutrale Zone zu durchqueren, um nach bestimmten Sonber- abmachungen seinen verbündeten zu f)itfe zu kämmen, werde England dem nichts in den Deg legen. Bei der Vielgestaltigkeit dec Interessen des britischen Reiches könne aber Groß-Britannien im voraus nur bei einer Verletzung der Rheingrenze militärische Abmachungen und Verpflichtungen übernehmen. Die heische Regierung sei schließlich der Meinung, daß der Garantiepakt e r ft nach Eintritt Deutschland in denDöl» kerbund in Kraft treten könne. Die französische Regierung wünsche ähnliche Abmachungen auch mit anderen Staaten, namentlich mit Italien, zu treffen. Die Frage sei jetzt, ob Deutschland den Pakt in dieser Form annehmen werde. Sollte Deutschland die Fortsetzung der Verhandlungen, die es selbst angeregt hat, unter irgendwelchem Vorwand ableb neu, s) erbringe es damit den Beweis, daß die deutschen Vorschläge lediglich auf die Erschütterung der Verträge abgezielt hätten. Die alliierten Mächte würden dann andere Mittel zur Wahrung ihrer Sicherheit ausfindig machen. Der Londoner Berichterstatter des Wolff- bureaus erfährt über den augenblicklichen Stand des Meinungsaustausches zwischen der britischen und der französischen Regierung in der Sicherheitsfrage folgendes: Das der französischen Regierung vor kurzem übermittelte britische Memorandum führt die allgemeinen Grundsätze an, die nach Ansicht der britischen Regierung der deutschen Regierung tn Beantwortung ihres Paktvorschlags als Grundlage für die weiteren diesbezüglichen Verhandlungen mitgeteilt werden müßten. Was das von einem Teil der französischen össentlichen Meinung aus „britischen Anregungen" herauS- gclefcne Zugeständnis eines Rechts Frankreichs anbetrifft, den östlichen Alliierten mittels Durchmarsches durch die entmilitarisierte Rheinlandzone zu Hilfe zu kommen, so wird in hiesigen polnischen Kreisen angedeutet, daß eine derart ge Auslegung den augenblicklichen Erörterungen boraureilt, da sich die Frage der Auslegung der ausgestellten allgemeinen Grundsätze automatisch ergeben wird, wenn diese der deutschen Regierung in einer Rote mitgeteilt worden sind, die sie natürlich zu Anfragen über d i e Folgen gewisser Punkte veranlassen wird. Qiad) Ansicht der britischen Regierung muß der Völkerbund beim Zustandekommen sowie bei der Durchführung des Paktes die Hauptrolle spielen. Es ist anzunehmen, daß die Tatsache, daß von Deutschland als Mitglied des Bundes die Llebernahme aller in der Völkerbundsatzung enthaltenen Verpflichtungen verlangt werden wird, einen Teil der französischen Presse zu Schlüssen veranlaßt hat, die noch verfrüht sind, und von der Auslegung der in Betracht kommenden Paragraphen abhängen. Dies ist umso wahrscheinlicher, als, wie vermutet werden kann, die östlichen Bündnisse Frank- reichs in dem britischen Memoran - b um nicht erwähnt worden sind. Es wird von britischer Seite außerdem darauf hingewie- sen, daß alle bisherigen Erklärungen der britischen Regierung zur Sicherheitsfrage den Grundsatz der Gegenseitigkeit deS geplanten Paktes betont haben. Als nächste Entwicklung wird die Antwort der französischen Regierung auf die britischen „Anregungen" erwartet. Es wird angenommen, daß diese Antwort noch vor der Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Driand in Gens erfolgen wird. Der diplomatische Berichterstatter oeS ..Manchester Guardia ns" weist darauf hin, daß die entscheidenden Meinungsverschiedenheiten, die zwischen England und Frankreich bis zur Stunde bestehen, nicht dahin gingen, ob Frankreich zur Verteidigung von Polen Truppen durch das entmilitarisierte Rheinland schicken kann, sondern ob in dem Sicherheitspakt, wie Driand das I in seinem Entwurf verlangt habe, eine Ve- stimmung ausgenommen werden soll, die auf ewige Zeiten jede Aevifion der deutschen । Ostgrenze gegenüber dem gegenwärtigen Stand ausgeschlossen hätte. Der diplomatische Berichterstatter glaubt, daß nunmehr, nachdem Briand die vertragsmäßige Verewigung der deutschen Ostgrenze preisgcgcbrn habe, eine Zusammenkunft der Alliierten über den Sicherheitspakt bald zustande kommen kann und wahrscheinlich werde Chamberlain in Genf mit Briand das Programm einer derartigen Zusammenkunft besprechen. Verzögerung in der Veröffentlichung der Botschafternote. Paris, 2. Juni. (TU.) Die pariser presse bestätigt nunmehr, daß der französische Bat - schofler in Berlin gestern die Rote der Botsckafterkonferen; erhalten und sie sofort den alliierten Botschaftern übermittelt hak. Die Ueberreichung der Rote wird nach ben Blättern erst Donnerstag erfolgen, da Dr. Luther infolge der Abwesenheit Dr. S t r e fern a n n s das diplomatische Korps nicht vor übermorgen empfangen kann. Das Berliner Auswärtige Amt soll außerdem Lord d'Abernon darauf hingewiesen haben, daß es infolge der Länge der Uebersehungsarveit nicht in der Lage sei, die Veröffentlichung innerhalb der Frist von 12 Stunden vorzunehmen. Infolgedessen werde um eine Verlängerung der Frist gebeten und angeregt, die Rote in den Berliner Morgenausgaben vom 6. Juni erscheinen ju lassen. Deutschland und der Marokkofeldzug Die deutsche Botschaft in Paris gegen falsche französische Beschuldigungen. Paris, 3. Juni. Die deutsche Botschaft hat wiederholt veröffentlichte Nachrichten, daß A b d c l Krim von Deutschland aus unter st ätzt werde, offiziell dementiert. Der Direktor der politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten am Quai d'Orsay, Seydoux, erklärte dem Vertreter der Botschaft, daß sich in feinem Bericht des Marschalls Liautey eine Angabe über die deutsche Unterstützung finde. Es wurde zugesagt, die französischen Zeitungen in diesem einne zu unterrichten. Nachdem in den Pfingsttagen neue Mitteilungen über Beteiligung deutscher Persönlichkeiten an der Frankreich feindlichen Propaganda in Marokko erschienen sind, ist gestern nachmittag der Informationsdienst des Quai d'Orsay darüber unterrichtet worden, daß alle diese Behauptungen falsch sind. Ob deutsche K o m m u n i ft e n sich an der Propaganda ihrer französischen Gesinnnungsgenoffen gegen den Marokkokrieg beteiligt haben, ist hier nicht bekannt, daß aber weder die deutsche Regierung oder die deutsche Finanzwelt direkt oder indirekt an den Angriffen Abd el Krims nicht interessiert sind, kann als erwiesen betrachtet werden. Diese Tatsache wird auch vom französischen Außenministerium öffentlich festgestellt werden. * Wie aus Larafhe gemeldet wird, gehen die französischen fortlaufend vorgeschobenen Posten zurück. Um die Bibane ist eine schwere Schlacht im Gange. Bei Teunat gelang es Frey- denberg, unter schweren beiderseitigen Verlusten einen heftigen Angriff zurückzuschlagen. DieUnruhsn in Schanghai Die Mächte landen Truppen zum Schutze der Europäer. London, 3. Juni. (Reuter.) Das chinesische Kabinett hat gestern beschlossen, das auswärtige Amt mit der Ausarbeitung einer R o t e an das diplomatische KorKs zu beauftragen, um gegen das Vorgehen der Schanghaier Po- lizei, die auf die Streikenden in Schanghai geschossen hat, zu protestieren. Zwei Regierungskommissare werden sofort nach Schanghai fahren, um die Angelegenheit zu untersuchen. Der chinesische Kommissar hat in einer Rote die Freilassung der arretierten Streikenden und Entschädigung für die Getöteten sowie Bestrafung der Verantwortlichen verlangt. Eine Versammlung der Konsule ist zur Prüfung der Rote einberufen worden. Die Angeklagten sind gestern vor dem Distriktsgerichtshof erschienen und teilweise gegen Bürgschaft sreigelassen worden. Der Gerichtshof war durch eine starke Polizei- Mannschaft gegen alle Möglichkeiten von Ruhestörungen gesichert. Die Lebensmittelmärkte waren gestern geschlossen. In Shanghai sind englische, amerikanische und italienische Truppen gelandet worden. Die Haltung der chinesischen Regierung hat unvermeidlich zur Stärkung des zügellosen Vorgehens der Aufständischen beigetragen. Amerikanische Freiwillige wurden auf einem Patrouillengang vor dem chinesischen Theater beschossen und einige von ihnen verwundet. Die Amerikaner erwiderten das Feuer mit einem Lewismaschinengewehr und drangen darauf in das Theater ein. das mit Aufständischen voll beseht war. Die Patrouelle nahm W 300 Verhaftungen vor. Ern Chinese wurde schwer, mehrere l 'icht vorletzt. Der ausgebrochme Streik erstreckt sich lediglich auf die japanischen Baumwollspinnereien, die Straßenbahnen, die Elektrizitätswerke und die städtischen Angestellten. Sie Zahl der Streikenden beträgt 30 000. Die Polizei hat die von den amerikanischen Freiwilligen festgenommenen 300 Chinesen wieder in Freiheit gefetzt. Aach Meldungen von heute abend haben zahlreiche kleinere Krawalle statt- gesunden, die sich in der Hauptsache gegen 2' a p a n e r richteten. Gespannte Lage im Fernen Osten London, 3. Juni. (Funkspruch.) Nach Berichten aus Moskau find die Beziehungen im Fernen Osten so gespannt, daß in den nächsten Tagen ein bewaffneter Zusammenstoß droht. Der Grund liege in Japans Plan, die Eisenbahn in Taonofu zu bauen, und darin, daß Tschangt- s o l i n die chinesischen Beamten entschieden unterstütze, die sich weigerten, nichtbolschewistische und nichtchinesische Angestellte der chinesischen Ostbahn entsprecheild den Forderungen der Bolschewisten zum 1. Juni zu entlassen. Italiens Finanzen. Günstige ( zusmÄmrntreten. Die neue Ltcvolution ist von dem Rationalen Revolutionären Komitee organisiert. Zwei frühere bulczerr^che Minister- srschosien. Mailand, 2. Juni. (ItL) Dem ..Corriere della Sera" wird aus Sofia berichtet, daß OJiinifter Peter Ianofs, der im Kabinett S t a m d u - l i n s k i Finanzminister war, und der frühere Präsident der .Sobranje, 'Alexander P o t e s s die zu Gefängnis st rasen verurteilt waren, beim Transport von Sofia nach einer Provinz- ftadt von den begleitenden Po l i z > st e n durch Revolverschüsse getötet worden find. Die Polizisten behaupten, daß die beiden Minister einen Fluchtversuch gemacht hätten. Die 'JtaGvrid)t soll in Bulgarien einen großen Eindruck hervorgerufen haben, weil die Minister sehr beliebt waren. BeilegrmH des griechisch- türkischen Patriarchenstreiles. Genf, 2. Juni. (Sil.) Die griechische Regierung Hot dem Bölierbundssrkvetariat mitgeteilt, daß der Streitfall mit der türkischen Regierung wegen der Ausweisung des griechischen Patriarchen aus Konstantinopel endgültig brigelegt ist. Der Patriarch sei z u r ü ck g e t r e t e n. Andererseits habe sich die türkische Regierung verpflichtet, die Mitglieder des heiligen Synods in Zukunft aus Konstantinopel nicht mehr auszuweisen. Wisien^chastliche Manöver in England. London, 3. Juni. (TU.) Der englische G e - ncralstab trifft große Vorbereitungen für das kommende c r ft e Manöver eines wissenschaftlichen Krieges. Zwifchen 40 und 50 000 Truppen werden daran teilnehmen und sebe nur denkbare wissenschaftliche Waffe soll bei der Gelegenheit ausprobierl werden. Die beiden sich gegenüberstehenden Armeen, die östliche unter Generalleutnant Sii P. C h e t w o d e, und die westliche unter Generalleutnant Sir Goreley , werden alle modernen Kampfmittel sowie die n e u e st e n Transportmittel zur Verfügung haben. Die führenden Armeen der Welt werden dabei natürlich durch hohe Offiziere vertreten sein. Frankreich wird durch Marschall P e - Iain und General Debeney vertreten sein. Die Manöver sollen Mitte August beginnen und bis Ende September dauern. Ein Reparcttionsschwimmdock aus dem Wege nach Malta. Malta, 3. Juni. (Sil.) Das große Schwimmdock, das auf Grund des Versailler Vertrags von Deutschland abgelie , ert werden mutzte, ist gestern von sechs großen Schleppern gezogen und von einem Torpedobootzerstörer begleitet aus England nach Malta in See gegangen. Eine Komödie belgischer Kriegsgerichte. Berlin, 3. Juni. (Sil.) Das belgische Kriegsgericht des Hennegaues hat .am 30. Januar b. Js. den Oberstabsarzt a. D. und jetzigen Generalobrrarzt von D u l tz i n g s l ö w e n in Bad Flisberg (Jfergebirge) im Abwesenheitsverfahren zum Sode verurteilt, weil er angeblich am 22. August 1914 die Erschießung des Priesters Joseph Pollaenl von Roselien veranlaßt hatte. Demgegenüber hat das R e i ch s g er i ch t in Leipzig in seiner Sitzung vom 15. Mai 1925 das gegen den Genannten cin- geleitete ilntersuchungsverfahren e i n g e st e l l t, weil sowohl die früheren als die neuerlichen Erhebungen zweifelsfrei ergeben haben, daß der Beschuldigte für die fragliche Erschießung nicht verantwortlich ist. Es ist einwandfrei festgestellt worden, das) er der von höherer m ititä» rischer Stelle befohlenen Hinrichtung des Pfarrers von Roselieri, der Kriegs- veprat begangen hatte, lediglich als Arzt auf Grund eines Dienstbefehls beigewohnt hat. Hiernach kommt eine strafbare Handlung ' des Beschuldigten nicht in Frage. Preußischer LandkreiZtclg in Wiesbaden» Wiesbaden, 2. Juni. (T. U.) Die Tagung der preußischen Landräte begann heute mit einem Vcgrüßungsabend im großen Kurhausfaal. Es find Vertreter des Ministeriums des Innern, der Oberpräsident der Nhcinprooinz Fuchs, Vertreter der rheinischen Großstädte, berjöberpräfibent der Pro- 1 vinz Hessen-Nassau Dr. Schänder und Vizepräsident toterer, sowie Vertreter der Städte und Behörden und etwa 400 Landräte und zcchl- reidje Kreisausschußmitgtsieder erschienen. Landrat S ch l i 11 - Wiesbaden begrüßte im Namen der Nassauischen Landkreisvereinigung Wiesbaden die Erschienenen aus Norden, Osten und Süben, insbesondere auch die Vertreter des Danziger Landes, die alle mit uns gleich denken und fühlen und die schweren Zeiten wohl erkennen, die Land und Leute am Rhein durchmachen müssen. Am Rhein aber brauche man Fröhlichkeit und Sonne, und so fei auch die Anwesenheit der zahlreichen Vertreter der Landkreise Preußens in Wiesbaden aufzufassen, in gemeinsamer Treue daran zu denken, daß Deutschland ein Recht auf das Rheinland und den Rheinstrom hat. Oberbürgermeister Travers-Wiesbaden richtete dann ebenfalls einen herzlichen Willkommengruß an die Erschienenen und sprach seinen besonderen Dank dafür aus, daß die Tagung ins besetzte Gebiet berufen wurde. Ostpreutzische Sänger beim Reichspräsidenten. Berlin, 2. Juni. (Sil.) Die gestern hier zum Besuch der Reichshauptstadt eingetrvffenen Silfiter Sänger brachten heute vormittag dem Reichspräsidenten im Garten seines Palais ein Ständchen. Der Reichspräsident nahm die Aufmerksamkeit mit Dank entgegen und betonte in einer kurzen Ansprache, wie eng verbunden er sich mit der Heimatprovinz der Sänger fühle. Der hessische LandgemeindetQg zum Finanzausgleich. Q Mainz, 2. Juni. (Priv.-Tel). Der Vorstand des Hessischen L a n ö g e m e i n ö e t a g e s hat in feiner letzten Sitzung folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die Absicht des Herrn Ministers der Finanzen, den im hessischen Haushalt für 1925 zu erwartenden Fehlbetrag aus die Gern c i n d e u abzu wälzen, hat bei den hessischen Landgemeinden berechtigtes B e s re m d e n und ent- chiedenen Widerspruch hervorgerufen. Gerade die Landgemeinden find durch den unter ganz anderen wirtschaftlichen Verhältnissen vorgenommenen Fi- ncmzlaftenausgleich besonders schwer u»/ chäd iW. Die Aufwertungsverpflichtungen vd h - gen allen Gemeinden neue Lasten. Der hessische Landgemeindetag fordert deshalb, daß in dem Ausführungsgesetz zum Finanzausgleichsgesetz die Gemeinden nicht nur nicht schlechter gestellt werden als bisher, er fordert vielmehr darüber hinaus eine Neuordnung des L Dst e n a u s g l e i ch s, durch die der besonders schwierigen Lage gerade der kleinen Städte und Gemeinden Rechnung getragen wird. Aus der Deutschen DoLkspartei. Abgeordneter Rechtsanwalt Dingeldey, der Landesvorsitzende der Deutschen Dolkspartei in Hessen, wurde in den letzten Berliner Sitzungen des Zentralvorstandes der Deutschen Dolkspartei einstimmig zum Parteivorstand wieder- gewählt. Dem Parteivorstand gehören außerdem noch sieben weitere führende Persönlichkeiten der Deutschen Dolkspartei an. Aus aller Well. Norwegische Flugzeuge für Amunbsen. Rach einer Reutermeldung aus Rorwegen hat sich die norwegische Regierung entschlossen, zwei Flotte nflugzeuge nach Spitzbergens senden, die sich an der Suche nach Amundsen beteiligen sollen. Sie werden am Freitag mit einem Dampfer nach Rorden abgchen und Ende nächster Woche in Spitzbergen eintreffen. Dr. Eckener in Spanien. Dr. Eckener, beabsichtigt, wie wir hören, demnächst nach Spanien zu reisen, um dort in einer Reihe von Städten Dorträge über die Ozeanfahrt des „Z R 3“ zu halten. Gleichzeitig werde Eckener die bereits angeknüpften Derhand- lungen über die Einrichtung uneö Zeppelin- Luftverkehrs Spanien-Südamerika wieder auf nehm en. Es sei zunächst der Bau eines Dersuchsschifses von 3 ) 000 Kubikmetern Gasinhalt, das voraussichtlich in Friedrichshafen gebaut werden soll, vorgesehen. Deutscher Geographentag. Zu Beginn der heutigen Eröffnungsfeier des 21. Deutschen Geographentages begrüßte Professor Friederichsen - Breslau namens des Orts- ausfchi'stes die Geographen und dankte für die hilfreiche Unterstützung, die der Tagung seitens aller Behörden entgegengebracht worden fei. Als Vertreter des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, | Kunst und Volksbildung überbrachte der Kurator I der Breslauer Universität zugleich auch namens des Reichsministers des Auswärtigen und des preußischen Ministers des Innern die Glückwünsche der einzelnen Ministerien. Namens der Provinz Niederschlesien hieß der Oberpräsident Zimmer die Kongreßteilnehmer herzlich willkommen. Daraus wurde in die Tagesordnung eingetreten. Der neue Flugplatz Innsbruck. In Innsbruck ist der neue Flugplatz, der als Kreuzungspunkt der Linie Berlin--Rom und Berlin—Wien—Bukarest große Bedeutung hat. feierlich eröffnet worden. Ein Flug von Wien nach Innsbruck dauert etwas toeniger als drei Stunden. Ein „Versuchsflug". In Szegedin hat der Chefarzt des dortigen Spitals, Dr. Boros, auf einem Flugzeug einen Versuchsflug unternommen, um die Einflüsse des Fliegens auf die mensch- liche Konstitution zu studieren. Das Flugzeug stürzte aus einer Höhe von 200 Meter a b. Der Pilot war sofort tot, Doros wurde schwer verletzt. (Zweifellos wird Herr Dr. Doros feststellen können, daß diese Art des „ Fliegens" nicht sonderlich günstig auf die menschliche Konstitution wirkt!) Brand im Kloster. In der Rächt zum zweiten Pfingstfeiertag brannte das K l o s- e r Flerzheim bei Rheinbach mit allen Gebäuden nieder. Die Betriebsgegenstände und das Dirh wurden ein Opfer des Feuers. Lieber die Enstehungs- ursache konnte noch nichts ermittelt werden. Der Schaden ist sehr beträchtlich, da das neu eingerichtete Kloster nur sehr gering versichert war. Kampf mit Einbrechern. Dier ilnbefannle verübten in Hermannsburg bei Celle einen Einbruch. Sie wurden aber bemerkt und von einem Reich swehrfolda- ten und einer Privatperson verfolgt. Der Begleiter des Soldaten wurde vorn Rade gerissen, es entstand ein Handgemenge, in dem ein Unbekannter den Reichswehrsoldaten durch drei Schüsse tötete. Die Säter konnten noch. nicht festgenommen werden. Die Kriminalpolizei in Celle ist sofort^ benachrichtigt worden. Reichswehrmannschaften haben das Gehölz abgesperrt. Finanzfkandal in Liebenwerda. Die Kreissparkasse in Liedenwerda, die bereits unlängst schon einmal durch eine Affäre mit doppelten Wechseln um 500 000 Mk. geschädigt wurde, ist in Gefahr, abermals einen Verlust von einer halben Million Mark zu erleiden. Der Kreis- sparkassendirektor Merres hat Sparkassenbücher in Höhe von 550 000 Mk. gefälscht und sie beim Reichsknappschaftsverein Charlotten- burg und der Kranken- und Hinterbliebenenkasse Berlin beliehen. Das Geld hat er an kreditfuchende industrielle Firmen ausgeliehen. Merres ist verhaftet worden. Der Landrat Vogl wurde Dont Regierungspräsidenten von Halle b e - urlaubt, da ihm mangelnde Kontrolle vorgeworfen wird. Plante im Hungerstreik. Nach einer Meldung aus Dresden ist der kürzlich erneut verhaftete Wettkonzernfchwindler Plante in den H u n g e r ft r e i k getreten und zur Zeit vernehmungsunfähig. Dr. Maurenbrecher bewirbt sich um eine Pfarrstelle. Der frühere Chefredakteur der Deutschen Zeitung und ehemalige Pfarrer Dr. Mauren- bredjer hat sich, wie die „Voss. Ztg." wissen will, um die Pfarrftelle in dem thüringischen Dorfe Mengersgereuth beworben. Paratyphus in einer Polizeischule. Am 22. Mai erkrankten zwei Beamte bei der Polizeischul e in Spanbau an hohem Fieber und wurden dem Staatskrankenhaufe über- wieftn. In den folgenden Tagen bis zum 29. Mai erkrankten täglich weiter ein bis zwei Beamte, im ganzen 16. In gleicher Weise wurde bei allen Paratyphus feftgefteUt. Das Befinden der erkrankten Beamten ist zur Zeit durchaus zufriedenstellend. Lebensgefahr besteht nicht. Die Erkrankung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Genuß von nicht einwandfreien Nahrungsmitteln zurückzufüh- ren, die die Beamten sich selbst gekauft hatten. Der Unterricht wurde wegen der Erkrankungen abgebrochen und kann erst nach Desinfizierung der Räumlichkeiten, Kleidungsstücke usw. wieder aufgenommen werden. Durch den Kreisarzt wurde feftgefteUt, daß die Einrichtungen der Polizeischule in Spanbau hygienisch völlig eimuanbfrei finb. Entgleisung eines Personenzuges. Don einem mit Ausflüglern stark besetzten Personenzuge, der am Samstagnachmittag 5.18 Uhr von Güstrow nach Rostock abgelassen wurde, sprang beim Passieren einer Weiche auf der Haltestelle Lüssow ein vollbesetzter Wagen aus den Schienen, stürzte um und ritz einen zweiten Wagen mit. Da der Zug mit verminderter Geschwindigkeit fuhr, wurden weitere Wagen nicht aus dem Gleise geriften. Von den Fahrgästen des umgestürzten Wagens wurden zwei schwer, vier leicht verletzt. Der um 5.15 Uhr nachmittags von Rostock abgelassene Berliner 10-Zug konnte rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, so daß ein weiteres Unglück verhütet wurde. Eine grausige Tat. In der Rächt vom Freitag zum Samstag hat in Stuttgart der 21 Jahre alte Christian Schmidt seinen Stiefvater, den 65 Jahre alten Zeitungs Verkäufer Hermann K er s e b o o m, in dessen Wohnung ermordet und beraubt und sodann in einen Kleiderspind aufgehängt, um Selbstmord vorzutäuschen. Der Täter hat gestanden, daß er den Raub begangen hat, um sich Geld zu verschaffen, bamit er mit seiner Braut einen Pfingstausflug machen könne. Helgolands Entstehen und Vergehen. Die schweren Einstürze, die immer mehr Land von der Insel Helgoland wegnehmen, haben jetzt zu ernsthasten Erwägungen geführt, wie man dieses berühmte, vom Meer umdrohte Eiland schützen und erhalten könne. Die Gefährdung der Insel hängt mit ihrer merkwürdigen Struktur zusammen, die ans ihrer Entstehungsgeschichte zu erklären ist. Während der Tertiärzeit hob sich Helgoland allmählig über den Wasserspiegel des Meeres, muh aber dann noch innerhalb dieser Epoche der Erdgeschichte bis auf die Oberfläche des Wassers herab zerbttckeck sein Gegen Ende dieser Epoche wurde die Ror.se e durch Bodenhebung zu Land, und so ragte das Klip, enfeld Helgoland als ein Tafelberg heraus, den die Eiszeit mit Gletscherablagerungen bedeckte. Als dann später das Eis zurückwich und den 'Berg von Helgoland wieder freigab, war er durch Wegschleifen weicher Gesteine zu einer zweihügeliger. Erhebung geworden, und zwischen den beiden Hügeln lag ein Tal mit einem Süßwassersee. Durch die Senkung des Rordseegebietes enstand wieder ein Meer, aber der Doppelberg wurde nicht sofort zur Insel, sondern blieb noch eine zeitlang mit Schleswig verbunden und über diese Landsiedlung ist Helgoland wohl zum erstenmal von den Menschen der Steinzeit besiedelt worden. Erst eine letzte Senkung machte Helgoland zur zweihügeligen Insel mit dem Süßwassersee im Sälchen, und durch die weitere Arbeit des Meeres entstand daraus eine hantelförmige Insel, die auf den ältesten Karten abgebildet ist. Um 800 v. Ehr. lauste Willibrord drei Heiden in der heiligen Quelle der Insel, die damals Fosetesland' genannt wurde nach dem Gott Fosete, den die Helgoländer verehrten. •Um 900 waren alle Bewohner von „Fosetesland" getauft, und ums Jahr 1000 berichtet Eilbert i?on Fühnen von einer Insel .,Heilige^rnd", die er „wiedergefunden habe '. Rach der Beschreibung kann dies nur Helgoland gewesen sein, und die Erwähnung einer einzigen Süßwasscrquelle stimmt mit der Schilderung von „Fosetesland" überein, das ebenfalls Helgoland gewesen sein mutz. 1721 riß der inzwischen durch die Arbeit des Meeres chmäler gewordene Landstreifen zwischen den beiden Hauptteilen bA? bis dahin hantelförrnigeir Insel durch, und diese wurde damit zu der Doppelinsel, die wir heute als Hauplinsel und „Düne" kennen. Roch im Jahre 184? wird d e einzige Sützwasserquolle, die für Helgoland charakteristisch war, erwähnt. Seitdem sind viele Brunnen auf Helgoland erbohrt worden, doch hat eine Prüfung der Oertlichkeiten und Berichte ergeben, daß die heilige Quelle von Fosetes- land noch heute in der eisernen Pumpe auf dem „Brunnenplah" des Unterlandes zu suchen ist. Wettervoraussage. Vielfach nörbliche Winde, vorübergehend aus- klärend, sonst bedeckt, meist trocken und mäßig warm. Wir liegen in einem Gebiet hohen Druckes, dessen Kern uns morgen erreichen wird. Nach vorübergehender Aufklärrmg wird jedoch später, vielleicht erst übermorgen, erneut Zunahme der Bewölkung erfolgen. Ein südlich von Island aufge- tauchtes Fallgebict scheint größere Ausdehnung anzunehmen und dürste dann erneut Störungen un- erer augenblicklichen Hochdruckwetterlage bewirken. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Juni 1925. \ ** D i e Teilnehmer an der zweiten Schleife des Deutschen Rundflugs passierten gestern in flottem Tempo unsere Stadt. Bis 12 Uhr hatten 30 Flieger das Weichbild Gießens überflogen, im Laufe des Rachmittags kamen noch einige Rachzügler durch, ein ganz Verspäteter wurde gestern abend gegen 9 Uhr hier noch gesichtet. Zu einer Rotlandung auf dem Trieb, der für alle Fälle bereitgestellt war, ist es nicht gekommen, dagegen mußte der Pilot Röder mit seinem Flugzeug Rr. 686 wegen Verstopfung der Denzinzusuhr bei Friedberg not- landen, wobei die rechte Seite des Fahrgestells brach: er wird voraussichtlich heute, Mittwoch, früh weiterfliegen. Heute morgen gegen 8 Uhr kam ein weiterer Teilnehmer an dem Wettbewerb hier durch, einige andere werden heute noch erwartet. Ueber den Verlauf des Fluges berichten wir auf der zweiten Seite der Beilage. ** Dlumentag zum Besten des 116er Gedenksteins. Der 116er Verband in Gemeinschaft mit den Regimentsvereinen 116 und seiner Kriegsformationen veranstaltete am 1. Pfingsttag zum Besten des Denkmals für die gefallenen 116er einen Dlumentag. Don 11 bis 12 Uhr war Konzert in den Südanlagen durch die Kapelle ehemaliger Militärmusiker unter Leitung des Kapellmeisters Topp. Eine riesige Menschenmenge war auf den Beinen und wogte in den Anlagen auf und nieder. Der Karten- und Blumenverkauf ging sehr flott von statten, etwa 20 Mädchen boten fleißig die Blumen in der Stadt und in den Anlagen an. Sie fanden so flotten Absatz, daß zu Ende des Konzertes alle Vorräte verkauft waren. Die Blumen waren von den hiesigen Gärtnern, den Kliniken und Privaten in dankenswerter Weise gestiftet worden. Die Gießener Einwohnerschaft hat durch ihre starke Beteiligung gezeigt, daß sie die tapferen Helden zu ehren willens und bereit ist, etwas Würdevolles für sie zu errichten. Zur Beschaffung weiterer Mittel findet vom 2. b i s 7. Juni durch etwa 50 Damen der 116er Vereine ein Verkauf von Postkarten mit der Ansicht des Denkmals von Haus zu Haus statt. Die Vollendung des Denkmals steht, bevor, dir Einweihung findet am 6. September statt. ** Oeffen11iche Bücherhalle. Im Mai mürben 1453 Bänbe ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 926, Zeitschriften 73, Jugenbschrifien 92, Literaturgeschichte 10, Gebichte und Dramen 32, Länder- und Völkerkunde 66, Kulturgeschichte 37, Geschichte und Biographien 76, Kunstgeschichte 3, Naturwissenschaft und Techno- logie 49, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheits- lehre 11, Religion und Philosophie 32, Staats» Wissenschaft 15, Sprachwissenschaft 8, Fremdsprachliches 18 Bände. Rach auswärts kamen 19 Bände. ** E i n G r ü n l a n b t a g wirb am kommenden Samstag auf dem Fronhof bei Reichelsheim im Odenwald stattfinden Näheres in der Einladung im heutigen Anzeigenteil. ■ Diebstahl. Der Polizeibericht meldet: Gestohlen wurde in einer hiesigen Gastwirtschaft eine goldene Damenuhr mit einem abgebrochenen Zeiger: an den Seiten befindet sich je eine Oese zum Durchziehen des schwarzen Armbandes, auf dem Deckel ist ein kleines Wappen. ** Kellereinbruch. Der Polizeibericht meldet: In der Rächt zum Dienstag wurde in einem Hause in der Licher Straße ein Kellereinbruch ausgeführt und dabei nachstehend beschriebenes Fahrrad entwendet: Marke: Sitto, Fabriknummer 15 832. an der Gabel befindet sich ein Schild mit der Aufschrift „Deutsche Fahr- radindnstrie-Werke", es hat schwarzen Rahmenbau, schwarze Felgen mit grünen Streifen, hochgcbogene Lenkstange, an der die Vernickelung stellenweise abgesdrungen ist, und Torpedofreilauf. Außerdem hatte der Dieb in dem gleichen Hause in einem anderen Keller die eingelegten Eier 3um Mitnehmen bercitgestellt, die er jedoch liegen gelassen hat. Vor Ankauf des Fahrrades wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen hierzu nimmt die Kriminalpolizei entgegen. .. Ä- iprt fiapit' non 4 < ” s dem Auckl greifender in A die wuM' iich-n K dßeiie. ,r‘ gM W irftn. ke ME' hat iN" greif< uni) den t «Mer c:r 'rölferung das nur ein 2fiierfcnnun Großtaten r - Lei Ich annesl Soloquarte, Sauer: o Manischen SV? Är 1 is. 6ti Gesangv tracht" Hs kirchlichen i dienst mit Pfingstfest „ßintrac Sommer mit dem Lü Ehre". Der über das gehende er die Anda Psragstlvls Marl. 4- e meister 14. Sun Spendens sah sich l Fällen die zurüchuseh noch schärf den. Trotz in denen gestellt frn bleiben. lich, fand „Siefen Sic deskirchl Dezirle Äj Feier, die d chvrS versä FMiugSi schätz auä v vierjährig V Magst ftud, mi reichlicher am folgen! lichem M gutartig v schluckbare Spielzeug .F2 Gelegenhei Höfe un erstaunt s gäbe di I Beg i V ich •• »Das große Weiße Schweig?^. Unter diesem Titel läuft p>genii>äriii im Lichtspielhaus Bahnhof st raße ein Ftlm. 6?r von Kapitän Scotti Dorstoß ZUM S'-dvol berichtet. Herb'rt ®. Routing, ein Mitglied der Scotlschen Südpol-Effpcdüion. schildert darin den Verlaus dic'cs kühnen Unternehmens, das den Führer und leine wenigen Begleiter zwar an d?n Pol brachte den allerdings kurz zuvor Amundien schon erreicht halt?, ihnen aber aus bem Rückmarsch zur Todesfahrt wurde, in cr- areifender Weise Di: außerordentlich fesselnden Bilder, die das Leben des Eepeditionsmitglieder in der Eiswüsie. das Treiben der Polar-Tierwelt. dir Wunderbaren Raturschönheiten und den täglichen Kamps mit den Elementen in naturgetreuer Weise frei von jeder .Aufmachung". aber b? gleitet von manchem humorvo'len Wort wieder- geben, reden eine erschüilerndr Sprache, deren Wirkung lick niemand entziehen kann Mil Recht hat man diesen Film bezeichnet als das er- areifendste Kultutdvkument. das wir biS heute der Erfindung des Films zu danken haben. Wenn man diesem Rachlaß der verunglückten Forscher und den Beiträgen ihrer za rückgekehrt cm Mitarbeiter eine warme Empfehlung an die 'Bevölkerung zur Inanspruchnahme widme?, so ist das nur ein bescheidener Ausdruck für die große Anerkennung, die die gesamte .Kulturwelt für diese Großtaten im Dienste der Wissenschaft schuldig ist. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Ioh annesltrche: 8 Uhr Konzert des Leipziger Soloquartctts für Kirchengesang ©anlfcau Sauer: 8 Uhr Lichtbildervortrag ..Wikinster Fahrten der Aerother im Land dec 1000 Seen". — D. H. V . 8* _■ Uhr Vortragsabend im Kaus- männifchen DereinshauS. - Radclub Germania: 81 2 Uhr MonatSversammlung. Landkreis Gietzen. iS. S t e i n b a ch. 2. 3uni. Die beiden hiesigen Gesangvereine „Germania" und „Eintracht" haben es sich zur Aufgabe gemacht, an kirchlichen Festtagen je abwechselnd den Gottesdienst mit ihrem Gesang zu verschönern. Am Pfingstfest eröffnete der Gesangverein „Eintracht" unter Leitung seines Dirigenten Sommer (Watzenborn) den Hauptgottesdienst mit dem Liede: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Der Ortsgeistliche Pfarrer Krämer hielt über das Pfingstevangelium eine zu Herzen gehende erbauende Predigt. Der Verein beschloß die Andacht abermals mit einem Liede. Die Pfingstkollekte für die Lutherstiftung betrug zehn Mark. Kreis Schotten. Scholten, 2.3uni. Die Vürger- meisterwahlen des Kreises werden am 14. 3unt stattfinden. Um der Unsitte dxs Spendens von .Freibier" entgegenzuwirken, sah sich das Kreisamt veranlaßt, in einigen Fällen die Feierabend st unde auf 10 U h r zurückzusetzen. 3m Wiederholungsfälle soll mit noch schärferen Maßnahmen vorgegangen werden. Trotz alledem werden in den Gemeinden, in denen zwei oder mehrere Kandidaten auf- gestellt sind, überhitzte Wahlkämpfe nicht ausbleiben. .7" Eichelsdorf, 2. 3 uni. Wie alljährlich. fand am 1. Feiertag an der sogenannten „Dicken Eiche " eine Waldfeier der L a n - d e s k i r ch l i ch e n Gemeinschaft für die Bezirke Ridda und Scholten statt. Die Feier, die durch die Mitwirkung eines Posaunen-- chors verschönert wurde, lockte, vom herrlichsten Frühlingstag begünstigt, eine zahlreiche Zuhörerschaft aus den benachbarten Orten herbei. „T* Ober-Schmitten. 2. 3uni. Ein vierjähriger 3 ung e verschluckte am 1. Pfingsttag ein eisernes Zehnpfennig- ft ü d, mit dem er spielte. Aach Verabfolgung reichlicher Mengen Abführmittel entfernte sich am folgenden Tage der Eindringling auf natürlichem Wege. Auch dieser Vorfall, wenn er auch gutartig verlief, sollte alle Mütter mahnen, ver° schluckbare Gegenstände ihren Kindern nicht als Spielzeug anzuvertrauen. Kreis Büdingen. „T Aus dem Aiddatal.30.Mai. Wer Gelegenheit hat, die dörflichen Friedhöfe unseres Tales zu besuchen, der wird erstaunt sein, mit welcher Liebe und Hingabe die Bewohner untrerer Dörfer .ihre" Gräber pflegen Da ist fast kein örab. und mögen auch Jahrzehnte vergangen sein, seit es sich über einem erdenmüden Pilger schloß, auf dem nicht Blumen blühen Efeu, Immergrün und Rosen wachsen und treuforgenbe Liebe das Unkraut fernhält, als fei es imstande, die Ruhe eines lieben Toten zu stören oder sein Andenken zu trüben. Am spaten Abend, nach des Alltag» Last und Mutze, wandert man noch hinaus zum Friedhof, pflanzt und gießt, hack: und jätet auf einem teuren Fleckchen Erde, das hsilges Land geworden ist. Selbst die Kinder frei von Scheu und Furcht vor der Stätte des eod.-s. werden zum aufmerksamen Hüter .ihrer" Gräber, schmücken sie mit Kränzen und Blumen, hüllen sie in Farbe und Duft In anderen Gegenden pflegt man die Gräberr mit mehr oder minder lofibaren Leichensteinen zu versehen, und nach Jahren schon liegt Vergessen zwischen den Lebenden und ihrem Grab. Oder man überläßt es dem Totengräber, gegen Entgelt für Die oberflächliche Instandhaltung Sorge zu tragen. Hier beherrscht nicht marmorne Pracht die Stätte des Friedens. Aber aus jedem Blümchen, das Mutter-, Kindes- oder Geschwisterliche gc- pslanzt und pflegt, weht ein toarmer Hauch, grüßt der Wunsch, ein Bild der Erinnerung immer neu zu beleben. --Ortenberg, 2. Juni. Frohes, jugendliches Leben herrschte an den beiden Pfingsttagen in den Straßen und auf den Plätzen unseres altertümlichen Städtchens. Die „Deutsche I u. g c n d" hatte sich zu einer Führertagung hier ein Stelldichein gegeben. Am Samstagabend rückten die verschiedenen Ortsgruppen aus allen Teilen unseres engeren und weiteren Vaterlandes (Büdingen, Lich, Butzbach, Oftheim Darmstadt, München, Königsberg und v. a m.) mit ihren Wimpeln ein und bezogen die im Gutshof in Scheune und auf dem Heuboden zur Verfügung gestellten Quartiere. Der Gautag wurde am 1. Pfingsttag um 7 Uhr durch ein schönes Frühsingen der Darmstädter Singgruppe in den Straßen und auf verschiedenen Plätzen eröffnet. Diese schöne Sitte wurde auch an dem anderen Morgen und an den beiden Abenden wiederholt und vor der Bevölkerung dankbar mit Beifall ausgenommen. Die Leitung der Tagung lag in den Händen von Rudolf Schäfer- Darmstadt-Munchen, der die Führer an beiden Tagen zu mehrstündigen ernsten Beratungen und Besprechungen versammelte. Die verschiedenen Ortsgruppen vergnügten sich währenddessen bei Spiel und Reigen, das Essen wurde zu den verschiedenen Mahlzeiten im Freien abgekocht, abends nach getaner Arbeit ertönten noch lange die alten und neuen schönen Volkslieder zum Klange der Mandolinen in die warme Nacht hinein. Die Tagung verlies, von herrlichstem Psingstwetter begünstigt, infolge vorzüglicher Vorbereitung und mustergültiger Ordnung in schönster Weise und zeigte, daß deutsche Jugend sich auch ohne große Festlichkeit, Putz und Alkohol wahrhaft freuen und vergnügen kann. Die „Deutsche Jugend" schied dankbar für die freundliche Aufnahme durch die Bevölkerung, die Führer begaben sich zu einer größeren Tagung für ganz Deutschland nach der Wartburg. Starkenburg und Rhcinhcffcn. • Darmstadt, 2. Juni. Am Samstag hat der Hessische Schießsportverband. der seinen Sih in Darmstadt hat und über ganz Hessen verbreitet ist. mit einer größeren Feier seine neuen Schieß stände emgeweiht. Diese liegen am Rande des nördlichen Stadtteils. Die Herrichtung des Geländes, die große Erdbewegungen und umfangreiche Holzbauten erforber- lich machte, lassen die Opferwilligkeit der Mitglieder des Verbandes erkennen. Die Schießstände sind nach den neuesten Erfahrungen auf diesem Gebiete angelegt und mit allen Sicherheitsmaßnahmen versehen. Geschossen wird nur mit Kleinkalibergewehren, da die Benutzung anderer Gewehre von der Entente nicht gestattet ist. Bei der Einweihungsfeier. die bei sehr starker Beteiligung der Schießsportler stattfand, waren u. a. die Provinzialdirektion, das Kreisamt. das Amt für Leibesübungen und die Schutzpolizei vertreten. Am Somrtag und Montag wurde die Meisterschaft von Darmstadt ausgetragen. Ende 3imi folgt dann das Deutsche Meisterschafts schießen. — Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse ist der Krankenstand seit Ende vorigen Jahres ganz wesentlich gestiegen und bis jetzt nur in geringem Maße zurückgegangen. Die Kasse »ruß infolgedessen Die Beiträge erhöhen — Gestern abend versuchte in der Röhe von Sberstadt ein Auto ein anderes zu überholen. Die Insas- s c r. des anderen Autos wurden her ausge- schleudert und erheblich verletzt. Einer erlitt einen Beckenbruch, ein anderer einen Schlüsselbeinbruch, ein dritter einen 21 r m b r u ch. Darmstädter Sanilälsmannschasten nahmen sich der Verletzten an. Wie eS heißt, hat das eine Auto das andere von hinten angefahren und soll dann unerkannt e n t f o m in e n ’ sein. Rach einer weiteren Meldung ist die Bummer des Autos, daS den Zu- sammcnstoß verschuldete, sestgestellt worden. — 3 i ersten Pfingsttag fuhr eht Motorrad, das mit zwei Perfonen beseht war, an der Ecke der Kasino- und Bismarckstrahe gegen einen Straßenbahnwagen. Die beiden Motor- sahrer, der dreißigjährige Holzhändler A. Mattern aus Langen und der einunddreißigjährige Postbeamte Wilhelm Heide r auS Griesheim, trugen Gehirnerschütterungen davon und wurden in das Stadtkrankenhaus gebracht. — Am ersten Feiertag wurde der in den fünfziger Jahren stehende Wäschereibesiher V e f- k c r aus Pfungstadt in der Rähe von Eberstadt von einem Vorzug nach Darmstadt überfahren und auf der Stelle getötet. Becker war über die Gleise gegangen. Gs ist noch nicht festgestellt, ob Selbstmord oder ein Unfall vorliegt. - Ein au« der Richtung Darmstadt kommendes Auto erlitt am Donnerstag in Sulzbach bei Weinheim einen Reifen- bruch. Ein Insasse des Autos, der Sattler Otto Lang, wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb ' O f f e n b a ch . 2. Juni. 3n Hamburg wurde der Arbeiter Philipp Merz aus Offenbach bei seinem dort wohnenden Bruder verhaftet. Merz der an dem Offenbacher Lustmord beteiligt ist, wird in das Darmstädter Untersuchungsgefängnis gebracht. Der andere Täter, der Arbeiter Adam Fuchs, wird z. 3t- im Philippshospital zu Hofheim auf seinen Geisteszustand untersucht. Äreis Wetzlar. fpd. Wetzlar, 2. Juni. Am ersten Pfingsttag trug sich in der Gasreinigungsanlage der Sophienhütte bei Wetzlar ein folgenschweres Unglück zu, dem zwei Mcnschen- leben zum Opfer fielen. An einer sogenannten Dingleranlage. die dazu bestimmt ist. die Hochofengase anzusaugen und sie in die Rcini- gußgsleitung zu führen, versagte der Schieber und schloß nicht. Infolgedessen füllte sich der Raum mit Gasen, die den Mäschinisten Schupp aus Königsberg und den Arbeiter Wilhelm Würz aus Berghausen betäubten. Ehe Hilfe gebracht werden konnte, waren die beiden Personen erstickt. Die beiden Verunglückten waren Familienväter. XX Kinzenbach. 2. Juni Die beiden neuen, von der Firma Rinker, Sinn, gelieferten Kirchenglocken thronen nunmehr an der Stelle derer, die der Krieg der hiesigen Kirche und Gemeinde im Sommer 1917 genommen hatte. Die Glockenweihe, bei der auch die Schüler, der Jungfrauenchor und die beiden Gesangvereine „Eintracht" und „Fortuna" mitwirkten, fand am ersten Pfingskfeiertagnachmittag bei regster Beteiligung der Gemeinde und vieler Ehrengäste statt. Da die ziemlich geräumige Kirche die Festteilnehmer nicht zu fassen vermochte, wurde der Festakt auf dem geschmückten schattigen Vorplatz vollzogen. Pfarrer Knieper hielt die Fest- predigt, ausgehend vom Pfingstfest, wies dieselbe vor allem auf die Bedeutung der Glocken hin. Die größere der beiden neuen Glocken trägt dieselbe Inschrift wie auch ihre Vorgängerin, nämlich: „Ich labe hier an heil'gen Festen ein glücklich Volk 5um Tempel ein. O möget ihr zu eurem Besten meinem Ruse folgsam sein." Die kleinste Glocke ward dem Gedächtnis der gefallenen Kriegshelden geweiht. Heffen-Naffau. ][ Marburg. 2. Juni. Der Kreistag des Kreises Marburg setzte den Haushaltsvoranschlag auf 950 667 Mk. fest. Die Zuschläge zu den Rei-chseintommensteuer-Anteilen usw. betragen 32 und 40 Prozent. Das gesamte Stcueraufkommen stellt sich auf 294 000 Mk. Es sollen AnleihenzuBauzwecken usw. ausgeschrieben werden. Trotz des Widerspruchs einiger Stadtvertreter wurde einem Antrag, eine KreiSsparkass« einzurtchten, zugestimmt. Als IubiläumSgabe für Vie 4 00- Iahrfeier der Universität in 1927 bewilligte der Kreistag 24 ODO Bit, in drei Raten zahlbar. Wie Landvat Schwebe! mitlriltc, sind tx>n den RotstandSkrediten 326 322 Mk. in den Kreis Marburg gekommen, der von der Kreisbevölkerung zur Beschaffung der € a a t m i t tel benötigte Kredit beträgt etwa 600 000 Mk Der durch die Hochfluten entstandene Schaden stellt sich auf rund 300 000 Mk., di« Beihilfen betragen 19 5*0 Mk. Der fieber- egclscuche find im Kreise Marburg 114 Kühe, 39 Ziegen und 4994 Schafe zum Opfer gefallen. Zur Hebung dieser Schäden find 50 000 Mk. vorgesehen. davon trägt der Staat die Hälfte, während die andere Hälfte KreiS und Bezirks» verband aufbringen. — AlS gestern früh in dem nahen Dorfe Moischt die Mitglieder deS dortigen Gesangvereins mittels eines großen geschmückten Leiterwagens nach Grohseelheim zum Fahnenweibsest fahren wollten, scheuten die Pferde und rissen den Wagen gegen eine Mauerwand. Der dort stehende Einwohner Rhiel, ein Mann in den 50er Jahren erhielt dal ei von dem Vorderteil des Wagens einen so wuchtigen Schlag an den Kopf, daß «r tot vom Platze getragen werden mußte Von der beabsichtigten Sängerfahrt wurde ob dieses jähen Llnglücksfalls natürlich Abstand genommen fpd. Frankfurt a. M., 2. Juni. Die Kriminalpolizei verhaftete vor kurzem den wegen vieler Untaten gesuchten Schneider Erwin Ernst aus Frankfurt. Dieser Tage meldete sich Ernst im Gefängnis bei feinen Aufsehern, er habe zwei Löffeln oe r s ch 1 u ck t. Dian brachte ihn ins Krankenhaus, um ihn durchleuchten zu taffen. Kaurn hatte er mit einem Aufseher das .«Krankenhaus betreten, so bat er, das Klosett aussuchen zu dürfen. Man gewährte es ihm. Ernst stieg flugs aus dem F e n st e r i n s Freie und ward seitdem nicht mehr gesehen. Sein Trick war glänzend gelungen. — Der wegen 8 6 Geschäftseinbrüchen hier in Haft befindliche Kaufmann Philippsenburg meldete sich am Himmelfahrtstage im Gefängnis mit einer schweren „A u g e n k r a n k h e i t". Man stellte Augentripper fest und brachte den Mann ins Krankenhaus. Einige Tage später reklamierte die Stuttgarter Polizei den Mann und erhielt ihn. Dort wollte der Einbrecher auch Augenttipper haben. Die Stuttgarter jedoch ermittelten, daß von Tripper feine Rede sei, sondern daß sich der Bursche das Auge gründlich mit Seife eingerieben und dann gescheuert habe. Rach einigen Tagen war der Philippsenburg wieder gesund. Was er im Frankfurter Krankenhaus bezweckte, legt ein in feinem Bett aufgefundener Brief an feine Braut dar, in dem er um Ueberfendung von Kleidern für die Flucht ersuchte, sobald er sichere Ausbruchsmöglichkeiten feftgefteUt habe. Die Stuttgarter haben dem Burschen eine Flucht vorläufig in sehr weite Ferne gerückt. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-älmschau".) Donnerstag, 4. Juni: 12 Ahr Rachrichtendienst. 3 und 4 älhr: Wirtschaft smeldungei i 420 älhr: Rachrichtendienst. 4.30 biS 6 ilbr: Wunschnachmittag deS Hausorchesters. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen 6 bis 6.30 ilbr: Die Lcsestundo (Aus fernen Ländern): Aus dem Buch .Mit den Zugvögeln nach Afrika" von Bengt Berg. 6.30 biS 7 Ufr: Sprachliche und praktische Hinweise für Ilaiien- reifenbe. 7 bis 7.30 ilhr: Vortrag von Syndikus Flach: „Was bringt der neue Sommerfahrplan?" 7.30 bis 8 ilhr. Stunde des Süd westdeutschen Radio-Klubs. F. Bödigheimer: .ilrsacheu und Verhütung von Störungen durch rückg^oppelte Empfänger". 8.30 bis 9.30 ilbr: Liebertragung von Kassel: Liederabend. 9.30 ilbr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 ilbr: „®gmont“. •plagt Sie Rheuma oder Gicht, so ist Ihnen der Gebrauch von Üroga-Ertrakt an- zuraten, der die Schmerzen lindert und die harnsauren Salze aus dem Körper schafft. Der echte ilroga-Sftratt ist in Flaschen zu 60 Gramm nur in Apotheken zu haben Sicher: ilniversttätS- Apotheke zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 4860A Betrifff BATSCHARI TUFU MA-preisausschreiben! Z/U/tzl rcSkccßJt m Handelsschule VOgiSCliß Goethestraße 32 Beginn neuer Kurse 20. Juli Prospekt kostenlos durch die Schul- leitung Df, Renkauf. sö6üin^ RMM! 3-4000 qm GeländesWiese,Ackcru|w.), nahe der Stabt, auf lange Dauer, für Sportzwecke. Schriftl. Angebote unter 56080 an den Gieß. Anzeiger. WgMnW MWMSM.VMW zn fauicn gesucht. Schriftliche Angebote unter 04658 an den Gieß. Anz. erbeten. Leibwäsche, Bettwäsche ! Gardinen, Handarbeiten 8 aller Art wsroen angefertigt Im HAUS Wwm-ÄMW ■ Se lersweg cd | DKW 1 Neues Modell 1925 2-Gang-Zahnradgetriebe, Leerlauf, Kupplung, Kickstarter, großerTank, 273"-Bereifung, langer Rahmen, neuer starker Motor, 2 Personen, erschwingI. Preis, Leistung verblüff. Vorbestellung empfohlenl Vertretung: F. Schilling,,, wasche mir Luhns Sommerstoffe Voll-Voiles-Musselin äußeret preiswert Textil-Verkauf 5606a Gustav Gutenstein z Piockstrase 12 II. Kein Laden. Man verlange ausdrücklich Die erstklassigen 5576* WANDERER- FAHRRÄDER b.F.Schilling, Gießen, Frf.Str.23 Elegant. Zimmer möglichst mit Bad, per bald, spätestens bis zum 15. Juni, gesucht. Schriftliche Angebote unter 5612D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Gießener Brauhaus-Pilsener IW 04840 W Straße 81 aus statt 04831 aus statt. 15615 D Familie Georg Martini Familie Wilh. Weigand Familie Karl Martini Christine Martini Wilhelm Martini Katharine Martini und fünf Enkelkinder. Leihgestern, Garbenteich, den 3. Juni 1925. Beerdigung findet Donnerstag, nachm. 4 Uhr. statt- Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Klara Honig geb. Schüler. Klein-Linden, den 3. Juni 1925. Die Beerdigung findet Donnerstag, den D 4. Juni 1925, nachm. 3 Uhr, von Frankfurter D Am 2. Juni ist mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Wilh. Honig im 75. Lebensjahre sanft entschlafen. Todesanzeige. Heute verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager JohannesMartmilV. im Alter von 55 Jahren. Frau Marie Martini geb. Flauster Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager Ernst Weller gestern im bald vollendeten 17. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Ottilie Weller Wwe. Wieseck, den 3. Juni 1925. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Grabenstr. 22, Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 41/« Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Lehrmund im Alter von 41 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: August Lehrmund und Kinder. Gießen, den 2. Juni 1925. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 04638 Bekanntmachung. Erholungsaufenthalt für Kinder an der See! An der am 16. Juni 1925 beginnenden Kur in Brunshaupten-Arendsee (Mecklenburg) können noch Kinder teilnehmen, deren Eltern die Kosten selbst übernehmen. Anmeldungen bis spätestens zum 8. Juni 1925 beim städtischen Jugendamt, Gartenstrahe 2, Obergeschoß, Zimmer Ar. 17. Gießen, den 30. Mai 1925. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt), Abt. Jugendamt. ____________Dr. Frey.________5599c Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie in der Bahnhofstraße in Gießen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. Gießen, den 3. 3uni 1925. Telegraphenbauamt. 5600D Alte Versicherungsgesellschaft mit allen Branchen bat an eine angesehene Persönlichkeit, die auch in der Vage ist neue Geschäfte zu- zuführen ihre Sauptagentur eutL mit Inkasso zu vergeben. Schriftliche Angebote unter 04756 anden Gießener Anzeiger erbeten. |Vermietungen | Mon MM Neuen Baue 22 Sonnige möOi. Simmet Gute Verpflegung. Tel. 1085. P.^4 NU. Simmet zu vermieten wgi9 Liebigttr. 64 v., r. Lade» zu vermieten. Zu ertragen in der Ge- schäslsstette d. Gieß. Anzeigers. [04824 Mietgesuche Suche 2 einfach möblierte Zimmer mit sevar. Eingang in der Bahnhofs- gegend. Off. unter Nr. 461 an Herso, Plockitr. 5. [561111 Kinderloses, ruhiges Ehepaar sucht per sofort gut möbl. Zimmer mit od. ohne Pension. Schr. Angeb. u. 01817 an den Gieß. Anz. W W Prima natzgestreckte WM-ÜMiMN alle gangbaren Breiten auf Lager $tltötiH 6to6, Nimm Dietzen, Neuenweg 32 5095D Gießen, den 2. Juni 1925. 04813 - Danksagung. Allen denen, die uns bei der so unerwarteten Todesnachricht unserer lieben Entschlafenen so hilfreich und tröstend zur Seite standen sowie für die überaus großen Kranz- und Blumenspenden und innige Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Eberhard Schmidt und Frau. IIMPERIA | wiederum die erfolgreichste Maschine im Rennen auf der Opelbahn Vertreter: 04830 | 8NG. RICHARD GÜNGERICH & CO- | GIESSEN LIEBIGSTRASSE 58 Korbmöbel in reicher Auswahl Haus rat Gießen, Lindenplatz 1 5618a I 6gi€gemeurB Techniker* Bureau oder Werkstätte bei Industrie und Behörden gut ein- geführt, als Lertretung gesucht für Bezirk Gienen. Angebote mit Angabe von Referenzen an Schweig-Technik Schneider Frankfurt a. M., Franken-Allee 61—63, Tel Maingau 4552'3. Elektro-AutogeN' Schwelßwerk für Maschinenbrüche, Kesseldefekte, Fehlgüsse und Konstruktionen etc. 5613ss Schuhbranche Erste öerfäuferiit mit mehrjähriger Praxis in größeren Geschäften, im Verkehr mit jederKund- schast bewandert, bei hohem Gehalt u. Lehrmädchen MU MU u.lDr. KÄ: Rihlnhimmor amu tm etwa »i« smiafümmet ruhiges Wochen Zimmer. Schrlfll. für sofort ob. bald ges. Schrift!. Ang. mit Bild u. 5624D an den Gieß. Anz. Ang. m. Preis unt 5617D a. d. G. Anz. sucht jg. soll o Ehepaar F® v-«Douermlekec!s2. o.S yjitete o;Q iv - monatlich o achtzig Mk. n. Wäsche wird gestellt. Ohne Kochgelegenheit. Schrtftl. Angebote unter 04829 a. d. Gieß. Anz. erb. \-2 Zimmer tMansardenicht ausgeschlossen» zu mieten gesucht von kinder» losem Ehepaar sofort oder später. «Möbel und Wäsche kann gestellt werden.» Evtl, wird Hausarbeit bei ält. Ehepaar od. Dame übernommen. Schr. Angeb. unter 04835 an d. Gieß. Anz. erb. (Stellenangebote Tüchtiger Minder zu baldigem Eintritt gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle des Gieß Anz. 5591D Mehrere Anstretcher- gehilsen stellt sofort ein MI0D Vogels, Weular. Meier gesucht. 04809 C. Vogel, Auto- und Wagen- lackiererei. Daminstraße 8 iwu« Meinet gesucht. 5619D gfld Suöroig Homer, Heuchelheim, Bachstraße 96. Heizungs= monteure selbständige Schweißer, für dauernde Arbeit gesucht. Bezahlt wird nach der Frankfurter Akkord- Vereinbarung.Schr. Angeb. unter 5614D an den Gieß. Anz. Wir suchen sofort weitere 15—18 Mndh arkiler voller Jakes- lielrleli. Meldungen bei Herrn Betriebsleiter L. Grewe auf unserem 04796 Grau- u»i> Weißkalkmrk in Rodheini bei Bieber. GemerWasl Sönig- gröö ©leben Lohn Frankfurt. Str. 13 Televbo« 358. Junger Saiidlangcr gesucht. 04811 Bruchstraße 11, Lehrling mit guter Schulbildung. aus achtbarer Familie, für hiesige Drogerie per sofort oder später gesucht. Schr. Ang. m. selbst- geschr. Lebenslauf u. 5603D a. d. G. Anz. Lchrimg sofort gesucht Es kommt nur ein gewandter Junge in Frage. [04816 Buchdruckerei Ed. Seibert Ederstraße 3. Lehrling gesucht. 1*4820 Pb. Wagner, Maler- und Weiß- binderrnetster, Ltcher Straße 13. grauen oJiMtii zum Fruchthacken gesucht. 04812 Braun. Marburger Str. 66. Tüchtiges Rädchen zum 15. Juut gegen hohen Lohn gesucht. Frau Stamm, An der JobanneS- ktrche 6 II. [J<9W Tücht., selbständ. AllcinmüSchen das kochen kann, zum 15. Juni gesucht. 04827 Dr. Bommer, Asterweg 39 I. Tüchtiges, sauberes Mädchen für halbtags in kl Haushalt gesucht Zu er fr. in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [04*28 Sauberes Mädchen für vormittags so- fort gesucht. [5623D Walltorstr. 32. Langjähriger MM der Kolonialwaren- nnd Spirituosenbranche, in ungefün: dlgter Stellung, wünscht sich p. 1. Juli oder später, zu verändern. Zeugnisse u. Referenzen zu Diensten. Schr. Ang. u. 04814 an d. G. Anz. s Verkäufa~~J Boge- Motorrad 21/« P. 8., tadellos erhalten. Umstände halber zum Preise von 300 G.-Mk. bei Barzahlung zu vrk. Näh. in d Gefchäfts- stelle d. G. A. O4S21 Ninüerwagen gut erh., u Briefm.- Cammlg. zu verk. Zuerfr.t.d. Geschäftsstelle d. G. A. 04815 3hre Verlobung beehren sich anzuzeigen Gertrud Trabert $ August Bläßer 1 Liudienreferendar | I Gießen Alzen : Pfingsten 1925 | l................. «,-v | Statt Karten! • Die glückliche Geburt eines gefunden Jungen zeigen hocherfreut an Ernst Pfeiffer । und Frau Martha geb. Abermann r r .........................................................$ /-—— - - Cafe Astoria Plockstraße 3 Weyen Renovierung 3 Tage geschlossen l —... ~ Der Hausherr (agf: Ganz Vorzüglich (chmeckt der Kaffee, feit meine Frau nur noch den guten Quiefa ■Verwendet'. Trinke Quiefa/ 32S Hochfeines Salatöl, Speise- u. Weinessig, Essig-Essenz, mit u. ohne Kräuter, Himbeersaft, frische Zitronen, saftige Orangen, la Apfelwein, Johannisbeerwein, Tischwein, weiß u. rot, Liter v. 1 Mk. an bis zu den feinsten Gewächsen ist preiswert zu haben bei 5622c Milo Biersißer. elektrisch. Licht, Anlasser, Sucherlampe, la Läufer u. gut erhalten. Umstände halber für Mk. 400U.- ZU verkaufen. Schr. Ang. tt. 04818 an den Gieß. Anz. Ein blauer 3iiii(|liniim,M 10 Mk., ein Jüng- lingssportanzug 5 Alk., ein Herren- anzug 8Mk. zu verkaufen 04822 Schottflrane 8. j Kaufgesuche \ Gut 150—2VVMorgcn, wird zit kaufen gesucht. 56251) J. G. Gagel, Coblenz, Löhrstr. 97. Gleichßrglit- Mstore gebraucht, suche ich je einen zu 1, 2, 3 u. 5 P. 8. Schristl. Angebote mit. 04834 an den Gieß. Anz. Getragene Ilemo-iHer kauft zu höchsten Preisen 03744 Ij. Rosenzweig Gießen Seltersweg 58 I. Haus mit freiwerdender Wohnung (6 —8 Zimmer) zu kaufen gesucht. '««3 Offerten an Simon, Grabenstratze 7 Verschiedenes Prima Speise- iartoffeln verkauft 04801 C. Rübsamen, Telephon 1659. Frische Mi$* treffen Donnerstag und Freitag früh ein. C. 6. Klei*« Bahnhofstraße 59 TellPh. 66. 5620o Doktoranden- Arbeitsgemeinschaft gesucht. Polksw-, Philosophie u. Psi»- chol. lauch einzeln». Schr. Ang. u. 5616D an den Gieß. Anz. täglich frisch ein» treffend, empstehlt billigst 4.893 D W. Hankel 7 Neuen Bane 7 Telephon 612.__ Stiihlflechttotze Wilkclroht billigst. -"D Robert Kubisch Robr - Jmvorr Fran^ irt a/M., Gr. Fri. .rg. Str. 29.31 lageLbfleischige Speise Kartoffeln empfehlen 04779 Weise 8c Petri Grabenstr.7,Tel.l 3! 3 Vaschbütten Janchesäfsc. Pflanzenkubei Schiebkarren Leiterwagen Waschmaichinen lebtere auch leihweise 57,64 D SüserelSomkNetioui Bleichstraße io. Bohnenstangen liefert Carl Haas jr., Frankfurter Str. 59 Televh. 1682. Mibklschreiuec für Nebenbeschäftl« aung gesucht. Schr. Angebote unt. 5602D an den Gieß. Anz. Arlillerimrm. Donnerstag, den 4. Juni: Zusammenkunft der Damen auf dem 0er ' n blaue" labt W iiansta""" ibet bei" öänbe e"' iireife Oj llnü n etttci" - lb ufih Z" *rrt W ^ts'-hlur )ie blaue » Stark, -eschlage"'1 Hundsl" jejjcln jun Schwinge" Wer bi »urd» alle 1 ec bis ö" chen Alpei Mark! „Ach, »ebt . • ■ 2er T Wie ee iberraschen! .eiliger 25er Wirtschaft i .ach Saalfe Dlaupon g ,edehnten S lefamile A- lohnt, mitte vir aus ben vorf, wie taar Warte 'ewegte, ui vlinutenspc omtheit du »es Worte- llusdruck - 'ristallisiett M Dersüc [innen," Fen! technisch-; Von >6- 6ori,etz Der Vo »Brüdei L'.l Hellen wir ; Sfn*9ften eri ib Nr. (27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 5. Juni (925 -rrix-T--:.-. r-.-tm-i MMII I Mt • ’ e waHM 3m Sportflugzeug um die Peripherie des Deutschen Nundflugs. Don W. D e b u s. Man kannte die Welt aus der Vogelperspektive von der Viorblcc bis zum Suezkanal, hatte einst ii blaue» 5)uhcn über den Türmen der alten Hanse- ladi Hamburg, über den Minaretts und Mofcheen itanstantinopels, über den Gärten von Damaskus, jfer dem bMugrau schillernden, in schartige Stein- udnbe eingefaßten Spiegel des Toten Meeres seine Streife gezogen. Unb hock le nun seit mehr denn sechs Jahren mit gekaperten Flügeln aus dem Horst, hatte, besangen » einem t'eben des Alltags unb der Gewohnheil, ib unb zu halb sinnend, halb sehnend, nach oben gestarrt, wenn wuchtige Kumuluswolken am Hori- yont sich türmten ober unendlich ferne Zirrusstreifen )ie blaue Kuppel gurteten. Stark, übermächtig war die Sehnsucht emporgeschlagen, als die Ausschreibung des Deutschen tt u n b s l u g s der Deutschen Lportsliegerci, allen fesseln zum Trog, in ungeahntem Umfange die Schwinge» löste. Wer da mitmachen könnte: Kreuz und quer )urd) alle deutschen Gaue, von der blauen Norb- cc bis zu den schneegekrönten Gipfeln der beut- chen Alpen, vom deutschen Rhein zur deutschen )stmark! „Ach. daß kein Flügel mich vom Boden )cbt . . Der Traum wurde zur Wirklichkeit. Wie es kam? Wie alles Unerwartete, plötzlich, iberraschend. Berufliches Interesse — mein der ,eiliger Berus verknüpft mich eng mit Fragen der Wirtschaft und Sozialpolitik — hatte mich zufällig tad) Saalseld in das Werk der Schokoladenfabrik Mauxion geführt. Beim Durchwandern der aus- ;edehnten Anlagen, an der außer mir noch der lekannte Balloitführer Oberst Dr. o. Abercron teil- tahm, mitten im Stampfen der Maschinen, kamen vir auf den „Deutschen Rundslug" zu sprechen. Ich varf, wie mit einem Balle spielend, ziellos ein iaar Worte hin, über das, was mich seit langem Roch drei Tagen hockte man in der Kiste, schnupperte den vertrauten, langentbehrten Duft ein. der etwas von Benzin und etwas von verbranntem Del und etwas von dem Cellononstrich der Tragfläche an sich hatte, und der in feiner Gesamtheit Dem trotzigen Dorposten neu zu erkämpfender Weltstellung Deutschlands, Hamburg, entgegen. Rach Stundenspanne lag sie unter uns, die alte Hansestadt, mit ihrem weiten, villenumsäumten leuchtenden Alster Bassin, ihren grünen Gärten und Berlin. 'Brandenburger Tor Motor das Motiv: Luftfahrt tut not! In einem weiten Bogen ausholend biegen wir nach Westen Bremen taucht auf, in 'einer Anlage ähnlich wie Hamburg, nur fehlen die breiten Wasserflächen mit Ausnahme der sich wie ein blaues Band durch Hausergewühl und Marschwiesen hinziel,enden - . ibigtei i nd hinter- läßt barum auf ben ersten Blick einen weniger nachhaltigen Eindruck. Binnenwärts geht der Flug über Heide unb Jtoor. Oedland. Erinnerungen an „Faust" werben ! wach: „Erschloß' ich Raum vielen Millionen, nicht ] sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen, dies Legte wär das höchst' Errungene!" Aus ber Ferne winkt Münster, ber Lamberti-Kirchturm reckt sich aus. Beim Räherkommen . ßenseite bie h ingenben Käsige, einst windiges Gefängnis der Wiedertäufer, erkennen Industriegebiet. Fördertürme, gebündelte Schornsteine, lodernde Essen schwarzglänzende Schlackenhalden. Rauchfahnen ziehen, aus Schlünden der Tiefe dampst Brodern der Titanen. Das hohe Lied deutscher Arbeit ringt sich zu uns empor. Dennoch! Und wenn die Welt voll Teufel wär'! Bergisches Land. Grüne Flächen, baumbestandene Bergkuppen drangen die Fabriken in die Tiese, an die Wasseradern hin, die sich zart um weichgerundete Xiunge legen. Immer waldiger und bergiger wird das Gelände. Westerwald und Tauitus werden überflogen. Silbern glänzt ein breites Band, der Rhein! Heute weniger denn je Deutschlands Grenze, wann wieder: Deutschlands Strom? Dor uns drängt sich, immer stärker, ein zweites Band durch den Dunst, das an das breitere zur Rechten geknüpft scheint. Ein Hausermeer wächst im '.Raum und dehnt sich: Frankfurt a. M„ die alte Krönungsstadt deutscher Kaiser. KM .. - Hamburg, Hasen- 6. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Vorsitzende ergriff aufs neue das Wort: „Brüder der Feme! Soeben habt ihr die Betätigung erhalten, daß unserem Bunde schwerste Gefahr drohi. Wenn die deutschen Behörden nicht )on selbst gegen uns einschreiten, so werden sie von 'en Franzosen dazu gezwungen. Diese Nachricht er- stellen wir von einer Stelle, von bet; wir sie am wenigsten erwarteten: vom Reichswehrminister!" „Er ist ein Demokrat unb Baterlanbcoerräter!" ' rie einer der Versammelten „Du irrst. Er ist ein ebenso guter und warmer Patriot wie wir, nur seine Hände sind ihm gebun» )en. Hört und urteilt: In unserer letzte Versammlung wurde ein Brief eines unserer ehe- naligen Brüder aus Nova Thule verlesen, der uns lufforberte, ebenfalls borthin ouszuwande^rn. Vor wenigen Tagen war Direktor Nagel, bie Seele bes tanzen Nordlandunternehmens, beim Reichswehr- ninifter, um ihn zu bitten, ber Nordlanbkompagnie ttwa tausend zuverlässige ehemalige Soldaten nam- )aft zu machen Diese Männer sollen den Kern ?iner Schutztruppe für Nova Thule bilden. Gerade !urz vorher war beim Minister bie Anzeige über )as Bestehen ber Heiligen Feme eingelaufen unb lotgebrungcn wollte er ^bereits gegen uns ein- chreiten. Da kam ihm das Angebot von Direktor Nagel sehr gelegen. Er schickte biefen zu unseren obersten Führern mit folgenber Mitteilung: Alle rgendwie bei ber Heiligen Feme kompromittierten Persönlichkeiten erhalten eine Frist von acht Tagen, im Deutschlanb zu oerlasien unb in die Dienste Nova Thules zu treten. Wer später noch im Lande ist, wird ohne Gnade verhaftet. Der Minister selber spielt bei dieser Gelegenheit um Kopf und Kragen, unsere Oberleitung sandte uns heute morgen einen Vertrauensmann zu, ben ich mitbrachte. Er wirb »uch persönlich über das Anerbieten von Direktor Nagel berichten." \ Ein Mann neben dem Vorsitzenden erhob sich iinii ina, teilte Maske vom Gesicht. „ ...... jene? nicht wiederzugebende Fluidum in sich birgt, das mit dem Begriff des Fliegens so untrennbar verbunden ist. Und dann sang der Motor sein ehernes, stürmisches Lied, rastlos, immerzu. Trug uns von Magdeburg, dem Ausgangspunkt unseres Fluges, über das bunte Schachbrett der Deutschen Zuckerausstellung hinweg, nordwärts, meerwärts. „Brüdkr! Im Namen der Oberleitung erkläre ich hiermit den Bund ber Heiligen Feme für auf- gelöst. Die zwingenben Grünbe wißt ihr. Unb nun muß ich euch auch meinen Namen nennen: Ich bin Hermann Matthies aus Hamburg von ber Firma Matthies unb Söhne. Wer von euch bie Absicht hat, weiterhin in Deutschlanb zu bleiben, bem rate ich, sein Inkognito zu wahren. Wer aber, wie ich unb viele anbere, nach Nova Thule ausroanbem will, ber mag bie heilige Maske lüften." Aufgeregtes Raunen ging burch bie schwarzen Männer, aber niemanb folgte ber Aufforderung. „Auf welche Weise können wir Deutschland in Nova Thule dienen, und was wird aus unseren Familien?" fragte einer der Männer. „Direktor Nagel will bas porroiegenb beutsche Unternehmen gegen die Zugriffe der Franzosen verteidigen. Wie er behauptet, sind seine Maßnahmen derart umfassend, daß er sich gegen die Luftflotten der ganzen Welt halten kann, wenn er nur über eine genügende Anzahl zuverlässiger Männer verfügt. Sobald es später bie politischen Verhältnisse erlauben, wirb Nova Thule bem Deutschen Reiche angegliebert. In ber Zwischenzeit kommen aber bie zu erroartenben ungeheuren Gewinne ebenfalls bereits unserem Daterlanbe zugute. Wer sich für 'Nova Thule anwerben läßt, verpflichtet sich auf bi ei Jahre. Ieber erhält sofort ein Hanbgelb von tausend Dollar, das er zur Sicherung des Unterhalts feiner Angehörigen verwenden kann. Die Mitglieder der Schutztruppe empfangen den gleichen Lohn wie die übrigen Arbeiter von Nova Thule, der recht hoch ist. Außerdem bekommen sie bei ihrem Ausscheiden nach drei Jahren nochmals tausend Dollar und für jedes weitere Jahr vierhundert Dollar dazu. Das Anerbieten ist also glänzend. Da die Persönlichkeit bes Direktors Nagel einwandfrei patriotisch ist, so empfiehlt die Oberleitung allen Mitgliedern dringend den Eintritt in bie Dienste von Nova Thule." „Wir machen mit!” schreien etwa fünfzehn Männer unb rissen ihre Masken von ben jugendlich begeisterten Gesichtern. „$br habt keine Familie." meinte ein anderer, „da könnt ihr euch leicht freimachen!" „Wann soll es losgehen?" rief einer der Teilnehmer. ~ -r - ' grün durchzogenen Straßenzeilen, mit dem Gewirr der ineinandergeschachtelten Hasenanlagen, in denen unermüdlich hin und herschießende Boote, wuchtig vor Anker liegende Ozeanriesen, tm Mastenwald von Segelschiffen, aufstrebende Gittergerüste von Werften und Docks sich zu einer gewaltigen deut- schen Sinfonie über das Motiv: Seefahrt tut not! vereinigten. Brausend paraphrasiert unser „Bitte, 'notieren Sie sich genau, was ich Ihnen sage", bat Matthies. „Wer von Ihnen den Kontrakt mit Nova Thule unterschreiben will, der muß sich im Lause der nächsten drei Tage in meinem Bureau, also bei Matthies und Söhne, Hamburg, Fohlentwiete 16, melden. Dort erhält er die tausend Dollar und eine Fahrkarte für den Dampfer „Batavia", der heute in acht Tagen von Hamburg nach Danzig fährt. Pässe sind nicht nötig, Personalausweis genügt. Auch von Bremerhaven und Stettin geht je ein Dampfer mit Angeworbenen nach Danzig. Die Weiterfahrt von dort besorgt die Nordlandkompagnie." • Fünfter Teil. 1. Bericht bes Kriegsbepartements. An ben Präsibenten ber Uniteb States. Der Nooa-Thule-Dertrag wurde in den Hauptzügen vereinbart und könnte somit dem Senat zur Bestätigung unterbreitet werrden, wenn nicht die Vertreter des Nordlanbstaates die Bedingung der völligen Geheimhaltung gestellt hätten. Dieser Vorbehalt Nova Thules erklärt sich aus der Befürchtung, daß die von uns geforderte Preisgabe des Konstruktionsgeheimnisses der neuen Kampfflieger bekanntwerden könnte, wodurch die Verteidigungsfähigkeit jenes Landes in Frage gestellt würde. Das Departement macht daher den Vorschlag, außer dem offiziellen Vertrage noch einen besonderen Geheimoertrag abzuschließen, der nur vom Präsidenten der Union und vom Staatssekretär bes Rnegsbepartements zu unterzeichnen wäre. Für biefen Vertrag wirb folgenbe Fassung empfohlen: „1. In einem vom Senate zu genehmigenben unb demnächst zu veröffentlichenden Abkommen zwischen den United States und Nova Thule verpflichtet sich letzteres, die Hälfte feines gesamten Aktienbestandes der industriellen und montanen Unternehmungen' in Platinia, Petrolea unb 5er- reata einigen noch näher zu bezeichnenden amerikanischen Banken zur Emission zu überlassen. 2. In dem neu zu bildenden Aufsichtsrat ber GeieMait [ollen bie Halile im Direktorium, nun- In Nordsüdrichtung streifen wir an den Hängen langgegliederter Höhenzüge hin, gleiten auf unsichtbarer Bahn über die im Sommerglanz leuchtende Bergstraße. Darmstadt. Im Westen wächst ver- härmt aus blaugrauem Dunstbrand gotisches Turm- werk: Das Straßburger Münster. Nach Südosten geht nun der Flug, Karlsruhe. Im Süden wiederum ein silbernes glänzendes Band, bestens zwei der Mitglieder, Bürger ber Vereinigten Staaten sein. 3. Das geplante Kraftleitungskabel von Ken- nanlanb bis nach Alaska geht ebenso wie bie lieber- lanbleitungen in Alaska in ben Besitz der United cta:cs über, wird aber an die Gesellschaft auf fünfzig Jahre gegen Abgabe von fünf Prozent des elektrischen Stromes verpachtet. 4. Nova Thule verpflichtet sich, einen feiner neuen Kampfflieger dem Kriegsdepartement zu überlassen. 5. Die United States behalten sich bas Recht vor, nach biesem Modell eine Luftflotte zu bauen, verpflichten sich aber zur völligen Geheimhaltung. 6. Sollte durch die Schuld ber Vereinigten Staaten die Konstruktion des Kampffliegers be- kanntwerden, so verpflichten sich diese, Nova Thule gegen jeden feindlichen Angriff zu schützen." Dieses sind in großen Zügen Die vereinbarten Bedingungen. Es ist nicht zu leugnen, baß bie Union burch diese Vereinbarung in nicht beabsichtigte politische Verwicklungen hineingezogen werden kann. Doch ist die Gefahr nicht allzu groß, weil schließlich immer ber Kongreß bas letzte Wort mitzusprechen hat. Die Uebernahrne bes Kraftleitungskabels burch uns war eine Forderung Nova Thules, weil jenes nur auf diese Weise gegen französische Angriffe gesichert schien. Wir erreichten dafür als Gegenleistung den Besitz der Ueberfanbleitungen in Alaska. Der Ueberlaffung eines ihrer Kampfflieger fetzten die Vertreter von Nova Thule den größten Widerstand entgegen. Für uns aber lag in der Erfüllung dieser Forderung die Vorbedingung jeder weiteren Verhandlung. Nachdem sich im Kampfe mit dem franzö- suchen Geschwader im vergangenen Herbst bie ungeheure Ueberlegenbeit der neuen Kampfflieger her- ausgestellt hat, gibt es kein Kriegsministerium ber ganzen Well, das nicht mit allen Mitteln ben Versuch machte, sich in den Besitz dieser Konstruktion zu setzen. Bisher gelang es unseres Wissens noch niemand. Immerhin kann das Geheimnis nicht ewig gewahrt bleiben, unb es ist nur eine Frage ber Zeit, daß irgendeine Großmacht mit bem Bau biefer neuen gewaltigen Kriegswerkzeuge beginnt , - - - üsoriiefcUM toUUJ die Donau. Bei Ulm gleiten wir darüber hinweg. Berge wachsen, recken sich aus der Fläche nahe auf, scharfe Grate überschneiden sich, Schnee leuchtet von schroffen Zinnen. Seen spieoeln nach oben, das bayerische Hochland. Ein Dunstkreis schiebt siH vom Horizont heran, rückt näher, zerfließt, Turme brechen durch, Häuserblöcke wachsen, Straßen- geilen dehnen sich: Wir sind über Bayerns Hauptstadt, München, am südlichsten Punkt unseres Fluges, der uns in einer weiteren Tagesspanne, die uns auf der braven „Mauxion" über das deutsche Ostland und die deutsche Ostsee trägt, zum Kreise runden wird, zum Fluge um die Peripherie des Deutschen Rundfluges. Deutscher Rundflug 1925. Das Ergebnis der ersten Flugschleife. Der Start zur zweite» Etappe. Berlin, 2. Juni. (TU.) Im Laufe des Montag nachmittags sind auf dem Zentralflughafen Berlin 3 8 Flugzeugführer mit ihren Maschinen gelandet. Die erste F l u g s ch l e i f e hat hiermit ihren Abschluß gefunden und es kann bereits heute gesagt werden, daß die beteiligten Flieger eine glänzende Leistung vollbracht haben. Besonders schnell flog Lärzer auf seinem Kleinflugzeug mit zwei Motoren. Hauptmann Krupp, der bei völliger Dunkelheit landete, gehört zu unseren ältesten Fliegern. Er war bei der ersten Etappe ständig vom Pech verfolgt, da immer wieder kleine Unregelmäßigkeiten an seinem Motore zutage traten. Dessen ungeachtet hielt er eisern durch. Bei seiner Landung gestern abend hatte er beide Hände verbunden, da er stellenweise die Maschinen trotz aller Anstrengungen in der Luft nicht halten tonnte. Soweit für den ersten Rundflugtag über die Strecke Berlin — Schwerin — Hamburg—Bremen— Münster—Kassel—Magdeburg—Berlin bis jetzt E r- g e b n i s s e vorliegen, kann festgestellt werden, daß in der Klasse der schweren Maschinen von 30 gestarteten Apparaten 19 den gesamten Rundflug korrekt vollzogen haben. Bon der Mittelgewichtsklasse haben von 17 Flugzeugen 14 die Strecke vollständig zurückgelegt. Die endgültigen Wertungen sind erst in einigen Tagen zu erwarten. Rach Vollendung der heutigen zweiten Strecke, die über Berlin—Hannover—Paderborn—Frankfurt a. M.—Darmstadt—Gotha—Weimar—Chemnitz—Dresden nach Berlin zurückfübrt, sind bis Uhr abends 14 Flugzeuge zurückgekehrt. Die Ankunft der Rückkehrenden erfolgt in schneller Reihenfolge. Als Erster der zweiten Schleife landete auf dem Flugplatz Tempelhof um 3.29 Uhr nachmittags Ungewitter (679) auf Albatros, dann Hochmut (660) auf Übet um 3,37 Uhr und Polte (670) auf Übet um 3.41 Uhr. Diese brei zuerst eingetroffenen Flieger machten einen burch- weg frischen Einbruck unb erzählten von ihrem heutigen Fluge, daß im allgemeinen die Wetterlage eine günstige gewesen sei. Rur über der R h ön hätten schwere U n g e ro i 11 e r gestanden, die sie gezwungen hätten, große Höhen aufzusuchen und die Gewittersphäre zu überfliegen. Fran f ju r t a. M., 3.Juni. Bis gestern abend waren in Frankfurt gelandet von der Gruppe B 14, Grupe C ebenfalls 14 Flugzeuge; wieviel Flugzeuge Frankfurt ohne Landung überflogen haben, ist unbekannt. 5 Flugzeuge wurden gegeitet. . Berlin, 3. Juni. Bis gestern abend find von allen Gruppen 24 Flieger in Berlin junget o-m men. Die schnellsten Zeiten für die zweite Schleife, die die längste des rgangen Wettbewerbes ist, haben erreicht: Polter auf Übet mit 10 Stunben 10 Min., U n g e ro i 11 e r auf Albatros in 10 Stunben 14 Minuten unb Hochmuth auf Übet mit 10 Stunden 56 Min. Verleihung des französischen Bürgerrechts an Eingedsrene. Vom Wirklichen Geheimen Rat Dr. Th. Seitz, ehern. Gouverneur von Deutsch -- Südwestafrika. Durch die französische Eingeborenen-Politik geht von Anfang an ein einheitlicher Zug: Die Eingeborenen sollen möglichst rasch zu Franzosen gemacht werden. Als der Kardinal Richelieu im Jahre 1628 einer französischen Gesellschaft eine Konzession zur Kolonisation Kanadas erteilte, fügte er dem Privileg der Gesellschaft den Sah hinzu: alle Abkömmlinge von französischen Kolonisten und belehrten Indianern sollten volles französisches Bürgerrecht geniesten. 3m Jahre 1668 wurde dem Gouverneur von Kanada die Instruktion erteilt: Die Eingeborenen sollten nicht in ihren Sitten und Sprachen, wie es die Jesuiten taten, sondern in denen Frankreichs erzogen werden. Die Indianer sollten in jeder Beziehung rasch zu Franzosen gemacht und zum Aufgehen in der eingewanderten Bevölkeruna gebracht werden. Die äußerste F^'gerung aus diesem Bestreben hat die große Revolution gez g n Die Berfassung vom 5. Fruktidor 1795 nahm den Sah auf: „bie französischen Kolonien in allen Teilen der Welt bilden einen untrennbaren Teil der französischen Republik und sind denselben Verfassungsgesehen unterworfen". Aber nun zeigte sich die Kehrseite der Medaille. Was unter dem alten Regime, unter dem der französische Bürger überhaupt feine politischen Rechte hatte, wenig bedenklich war, führte unter der Republik mit ihren Grund- sähen der libertö, egalite und fraternite und der damit verbundenen plöhlichen Sklavenbefreiung in den französischen Kolonien zu einem Kampfe aller gegen alle. Dabei verlor Frankreich seine damals wertvollste Kolonie Haiti für immer. Als die Restauration daran ging, aus den Resten der Kolonien des alten Regimes ein neues Kolonialreich aufzubauen, war von einer grundsätzlichen bürgerlichen Gleichstellung der Eingeborenen mit den Franzosen nicht mehr die Rede, aber der alte Zug die Eingeborenen möglichst rasch zu Franzosen zu machen, blieb der französischen Kolonialpolitir eigen und trat unter der dritten Republik immer schärfer hervor. Reben ben 4 freien Gemeinden des Senegal (Rufisque, St. Louis, Wakar, Goree) und Sainte Marie de Madagascar, die französisches Bürgerrecht genossen, wurde in den Jahren 1909 bis 1921 den Eingeborenen einer Reihe französischer Kolonien die Möglichkeit eröffnet, das französische Staatsbürgerrecht zu erwerben, allerdings immer nur als Belohnung für erwiesene Dienste, nicht als Rechtsanspruch aus ©iiinö gewisser Voraussetzungen. Mit diesem System soll nunmehr ge- binchen werden. Auf der einen Seite verlangen die Dienste, welche die Eingeborenen der französischen Kolonie im Weltkrieg der Republik erwiesen haben — es wurden 569 000 Mann zum Dienst mit der Waffe, 220 000 Mann zum Arbeitsdienst ausgehoben — eine sichtbare Belohnung. Aus der anderen Seite must bei dem stetigen Rückgang des Geburtenüberschusses in Frankreich, der bald zu einem Rückgang der weißen Bevölkerung Frankreichs führen wird, für die ins Maßlose gesteigerte militärische Kraftanspannung des heutigen französischen Imperialismus eine breitere Grundlage geschaffen werden. Diese Grundlage glaubt man darin zu finden, daß man nicht nur die farbige Kolonialarmee, die auf über eine Million ausgebildeter Eingeborener gebracht werden soll, als gleichwertigen Bestandteil der französischen Armee eingegliedert, sondern daß man auch die Zahl der französischen Bürger durch Heranziehung zuverlässiger Farbiger aus allen Kolonien vermehrt. Das ist der Sinn des Gesetzentwurfs über die Zulassung der Eingeborenen der Kolonien zum französischen Bürgerrecht, wie er im Rovember v. I. der Deputiertenkammer vorgelegt wurde. Rach diesem Gesetzentwurf Hat in Zukunft jeder Eingeborene, der formell auf seine Eigenschaft als Eingeborener verzichtet, französisch schreiben kann und nicht wegen politischer oder gemeiner Verbrechen bestraft ist, den Rechtsanspruch auf Verleihung des vollen und uneingeschränkten französischen Bürgerrechts, sofern er entweder das Kreuz der Ehrenlegion oder ein akademisches oder sonstiges Diplom (diese Diplome werden durch Dekret ausdrücklich bezeichnet werden) erlangt hat, oder in der französischen Armee gedient und den Grad eines Offiziers oder älnteroffiziers, oder die militärische Medaille erworben, oder eine Französin geheiratet, oder mindestens 10 Jahre in der Verwaltung gedient oder den Interessen Frankreichs wichtige Dienste geleistet hat, die durch die lokalen Behörden anerkannt werden. Damit ist die Möglichkeit zur Raturalisierung Eingeborener im weitesten Umfang gegeben. Besonders bemerkenswert ist dabei die Bestimmung, dast bei Verheiratung einer Französin mit einem Eingeborenen nicht, wie es sonst in der Welt üblich ist, die Frau die Staatsangehörigkeit deS Mannes, sondern der Mann diejenige der Frau erhalt. Interessant wird es sein, zu erfahren, ob nicht etwa eine längere Zugehörigkeit zur Besahungsarmee am Rhein und an der Ruhr als wichtiger den Interessen Frankreichs geleisteter Dienst betrachtet wird, imt> damit den Rechtsanspruch auf Erlangung des vollen französischen Bürgerrechts eröffnet. Der Gesetzentwurf wird Herrn Diagne, dem farbigen französischen Deputierten von Senegal, zur großen Ge- nugtung gereichen und den Einfluß dieses Mannes, der während des Weltkrieges die französischen Rekrutierungen in Senegal mit allen Mitteln gefördert hat, bei seinen schwarzen Mitbürgern in Senegambien nicht wenig steigern. Dringt er ihn doch dem von ihm immer wieder verkündigten Ideal, der Schaffung der aus weist und farbig gemischten Rasse der Zukunft in Frankreich um einen guten Schritt näher. Ob sich nicht in Frankreich selbst schließlich doch noch ernste Bedenken gegen diese „Erneuerung" des französischen Volkes durch farbiges Blut erheben? Die Erfahrungen, die bis jetzt in der Welt mit der Vermischung von Schwarz und Weiß gemacht worden sind, sind nicht gerade ermutigend. In den letzten Jahrhunderten war die weiße Rasse überall im Vordringen begriffen und hat sich mit wenigen, für die ganze Rasse unbedeutenden Ausnahmen rein erhalten. Hier handelt es sich zum ersten Mal nicht nur um die gleichberechtigte und massenhafte Aufnahme farbiger Rassen in ein bisher rein der weißen Rasse angehöriges Staatswesen, sondern um die bewußte Umwandlung einer in Europa wohnenden weißen Bevölkerung in eine Misch- rafse. Es mag Jahrzehnte, auch hundert Jahre dauern, bis die Folgen dieser Maßnahmen sich auf politischem und kulturellem Gebiet auswirken. Ausbleiben werden sie nicht. Man darf die farbigen Rassen in keiner Weise unterschätzen: siegt diese neue französische Rassenpolitik, so wird die Kulturwelt des Abendlandes entweder sehr bald schwere Kämpfe zu bestehen haben, oder sie verschwindet in ihrer Eigenheit und erlebt ihre Götterdämmerung. Richt nur wir Deutsche, das ganze Abendland wird durch diese neue Wendung der französischen Politik in Mitleidenschaft gezogen, und ihre ersten und unangenehmsten Wirkungen wird vielleicht das britische Weltreich zu erfahren haben. Dabei ist es für dck.r Stolz £>er Engländer ein schlechter Trost, daß in Süd- ufrika die Dinge schon weiter gediehen und über Die Si)eoricn des Herrn Diagne hinausgewachsen i^ud. Dort hat der Weltkrieg noch gründlicher gewirkt als in den französischen Kolonien, dort verlangen die Farbigen, daß die Heirat von Farbigen mit Weihen durch Gesetz verboten wird, weil sie ihre Rasse nicht durch die minderwertigen Weißen verschlechtern lassen wolleii! Der französische Gesetzentwurf hat aber für uns Deutsche noch ein weiteres, sehr dringendes Interesse Er beschränkt sich nämlich nicht auf die französischen Kolonien und Protektorate, sondern sieht ausdrücklich vor, daß auch die Eingeborenen der deutschen Kolonien, die unter französischer Mandatsverwaltung stehen, das französische Staatsbürgerrecht erwerben können. DerVölter- bund schweigt bisher zu diesem offenbaren Bruch der Völkerbundssatzung, und er wird auch dazu schweigen, obgleich er sich scher nicht, wie bei Südwestafrika, auf die zweideutige Fassung des Abs. 6 Art. 22 der Völkerbundsahung berufen kann. Diejenigen Deutschen, die immer noch für bedingungslosen Eintritt in den Völkerbund schwärmen, werden ja wohl auch durch diesen Gewaltakt Frankreichs nicht zu belehren sein. Für unsere Regierung aber muß dieser Gesetzentwurf eine neue Warnung sein, Denn er beweist von neuem, daß die Völkerbundssahung in ihrer heutigen Gestalt nichts ist, als ein Mittel zur Durchführung des französischen Imperialismus, unb daß Deutschland bei einem bedingungslosen Eintritt in diese societas leon'ma auch den letzten Rest seiner Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit verlieren wird. Der Washingtoner Frauenkongreß- Don Clara Monde, M. d. R. Washington, im Mai 1925. 2er Internationale Frauenbund, der in der erften Maihälfte in Washington tagte, ist vielleicht die größte Organisation der Welt überhaupt, denn 42 nationale Frauenbünde sind ihm mit vielen Millionen von Frauen angeschlossen, und das Bild, das der Eröffnungsabend bot, war ein hochinteressantes und farbenfrohes. Alle Präsidentinnen der verschiedenen Länder geben Bericht und legen Zeugnis ab von einem gemeinsamen Willen der Frauen aller Erdteile, das etwas Imponierendes hat. Die Fahnen aller an- geschloffenen Bünde vereinigten sich zu einer Farbenskala von ungeheurem Ausmaß. Die ehemals in den Schlachten sich feindlich gegenüber stehenden Fahnen werden hier von dem gleichen Luftzug in einer Richtung getrieben, ein Symbol der Bestrebungen der Frauen aller Länder nach Frieden und Verständnis für gemeinsame Nöte. Welche Reisen sind nicht gemacht worden, um die politische Hauptstadt der Vereinigten Staaten zu erreichen! Die Isländerin steht neben der Vertreterin von Neuseeland, die sechs Wochen brauchte, um hierher zu kommen, und eine 83jährige Anhängerin dieser großen Frauenidee kam von Australien, nur um den Schwestern aus allen Ländern „Lebewohl zu sagen, ehe sie von dieser Welt scheidet". Die Chinesin und Die Portugiesin suchen sich verständlich zu machen, England und Indien werden bald als selbständige Nationalbünde nebeneinander bestehen. Norwegen, Schweden, Finnland verbinden den Norden unseres Kontinents mit dem sonnigen Süden, der in der feinen, zierlichen Griechin, Helene Aposti- lidi und der Italienerin Gräfin di Robilant feine schönsten Frauen gesandt hatte. Deutsche und Französinnnen suchen durch ausgesuchte äußere Höflichkeit zu verbergen, was sie an innerer Gegensätzlichkeit doch noch immer empfinden; die belgische Vertreterin, Madame Soyer, ist offensichtlich bemüht, einen versöhnlichen Eindruck hervorzurufen; auch die Tschechoslowakei und Jugo- Sawien haben gewandte Vertreterinnen, die jeden nstoß vermeiden, nur Polen hat seine aggreffioste Frau geschickt, und die Ukrainerin findet sich mit der Deutschen in einem gesunden Gefühl nationaler Ablehnung gegenüber diesen Auswüchsen nationaler Arroganz. Es ist für die deutsche Delegation nicht leicht, ihren Weg sicher und ruhig durch dieses Völkergemisch zu finden. Die amerikanischen Wirte tun alles, um den Aufenthalt der Gäste angenehm und abwechslungsreich zu gestalten und jeden Zusammenstoß unmöglich zu machen, aber auch sie haben dabei manche gefährliche Klippe zu umschiffen. Die Verhandlungen gehen naturgemäß nur langsam voran, da eine dreisprachig geführte Debatte ungeheuer viel Zeit erfordert. Eine Reihe von Mißverständnissen muß dauernd aufgeklärt werden und die Dolmetscherinnen, deren gewandteste die Rumänin Mme. Rimmeanu ist, haben es oft sehr frbroer, da das Englisch, das auf amerikanischem Boden naturgemäß am meisten gesprochen wird, ein so unendlich verschiedenes ist, je nach der größeren oder kleineren Kenntnis der betreffenden Rednerin oder chrer englischen Heimat. Es zeigt sich aber deutlich, daß nur Derjenige wirklich Anteil nehmen und nur positiv etwas mitnehmen kann aus den ganzen Verhandlungen, der wirklich die Sprache beherrscht, wie es z. B. die deutsche Studienrätin Emmn Beckmann tut, die gleichfalls Dotmetfrher= dienst leistet. Das Radebrechen ist eine Qual für Die Zuhörerinnen. Viele Vertreterinnen Europas hätten besser getan, deutsch zu sprechen, was sie beherrschen, und Der Dolmetscherin Das Englisch zu überlassen, was sie unleugbar nicht sprechen konnten. Dte Verhandlungen über all Die Fragen, Die Das Gebier Des Völkerbundes streiften, waren unstreitig die schwierigsten, aber auch Die interessantesten. hier zeigt sich deutlich die noch bestehende Entente ter Frauen der Gegner Deutschlands, die fest gefügt ist. besonders in der Kleinen Entente, trotz aller liebenswürdigen Versicherungen Der rumänischen Prinzessin Dantakuzdme. Hier ist Polen die treibende Kraft, während in der Großen Entenle Amerika ausgefallen ist, und die Engländerin offenkundig Den Spuren ihrer Regierung folgt unD neue Wege zu finden sucht. DeutschlanDs Frauen hatten ebenso wie Die Amerikanerinnen ein nur beDingtes Interesse en Diesen Dingen, Da ihre beiderseitigen Regierungen dem Völkerbund nicht angehören, und Die Ansichten über eine Zugehörigkeit in beiden Nationen noch stark geteilt sind. In Diesen Augenblicken enthüllt sich uns Die völkische V e - ro c g u n g Amerikas, in Der, aber viel stärker als bei uns Die Frauen tätig find. Unsere völkischen Männer sollten drüben in die Schule gehen, um zu erfassen, was eine stark völkisch eingestellte Frauenbewegung als Kampsorgan und nicht als Troß zu leisten vermag. Die nationalen Frauenoereinigungen Amerikas suchten durch leidenschaftliche Proteste, durch Zeitungsartikel und Reden in ihren Klubs die Tagung des Internationalen Frauenbundes zu stören oder in Der öffentlichen Meinung herabzufetzen. Die deutsche Delegation konnte sich nicht Dem Vorwurf aussetzen, frieDliche JDeen zu bekämpfen, aber auch unter keinen Umständen für Den Eintritt in Den VölkerbiinD oder „für Die graDueüe Entwaffnung entsprechend Dem Gefühl Der vollen Sicherheit" sich aussprechen, sie brachte DementsprechenDe Ent« schiießungen ein unD enthielt sich der Abstimmung. Den Vorschlag, Das Genfer Protokoll vor Der neuen Sitzung Des VölkerbunDes Den FrauenbünDen zum Studium zu empfehlen, konnte sie unbedenklich annehmen, Da cs sicherlich nichts schadet, wenn sich Die Deutsche Oesfentlichkeit mehr als bisher mit Den Fragen des Völkerbundes und Denen Der auswärtigen Politik überhaupt beschäftig;. Weit mehr in Den privaten Unterhaltungen bet Den zahlreichen Empfängen — in Den Priväthäu- fern, Den fabelhaft eingerichteten -amerikanischen Frauenklubs, eleganten Hotels — als in Den offiziellen Verhandlungen bahnte sich gegenseitiges Verstehen an. Cs war eine besondere Freude, feststellen zu können, daß es recht freudig begrüßt wurde, daß zum ersten Male auch politisch rechts gerichtete Frauen aus Deutschland an den inter- nationalen Verhandlungen teilnahmen. Die ständig wiederkehrende Behauptung, daß man die „Nationalisten" im Auslande nicht versteh?, ist auf dem Kongreß in Washington ad absurdum geführt worden. Keine der Drei rechts stehenDen Deutschen Delegierten stieß auf irgenDwelche Schwierigkeiten, sie rourDen DauernD interviewt und alle Zeitungen und führenden Persönlichkeiten waren ängstlich bemüht, ihre Ansichten zu schwebenden Fragen des Kon- greffes und Der Deutschen aktuellen Politik zu hören. Auch anDere Staaten scheinen keineswegs abgeneigt zu fein, sich für „deutsche Nationalisten" zu interessieren. Die Lehre, Die ich aus Der Tagung ziehe, ist Die, Daß das nationale Deutschland durchaus an internationalen Tagungen mit seiner vollen Meinung und feinen festbegründeten Ansichten bestehen kann und s-ckerlich sehr viel dazu beitragen wird, daß Dte WeU aufhört, Deutschland nur durch eine rosarote Brille anzrsehen. Wir sind noch immer eine Nation, die in Der Welt etwas zu sagen hat, nur Dürfen wir Die Gelegenheiten Dazu nicht versäumen, Deutscher Verband für das kaufmännische Bildungswesen. In Eisenach, der Lieblingsstadt der Versammlungen, fand dieser Tage die mehrtägige! Tagung des Deutschen Verbandes für das kaufmännische Bildungs- wesen, Sih Braunschweig, statt, zu der 03er* tretet der Regierungen, Handelskammern, Vereine, Schulen und Städte in stattlicher Zahl zusammengekommen waren, um schwebende Fragen des kaufmännischen Dildungswesens zu beraten. Der Auftakt stand im Zeichen Der Trauer. Wenige Tage vorher war der langjährige Vorsitzende des Verbandes, der Handelskammer- shndikus i. R., Geh. Regierungsrat Dr. Stegemann verschieden, dessen hohe Verdienste um den Verband unser Blatt bereits gewürdigt hat. Der warme Rachruf durch den beseitigen Vorsitzenden, Geh. Kommerzienrat Dr. Schmidt, Braunschweig, wurde von alten Teilnehmern aufrichtig mitempfunden. Zu Ehren des Verstorbenen erhielt die von ihm begründete Stiftung zur älnlerstützung strebsamer junger Kaufleute den Ramen „Richard-Stegemann- 0 tif tun g". Aus den Beschlüssen der den Hauptverhandlungen öorauägcgangenen Kommissions- sihungen wird folgendes von allgemeinem Interesse sein: Zwecks Einführung der öffentlichen Handelsschulen in den Gesamtaufbau des Schulwesens wurde befürwortet, daß dreijährige Handelsschulen, entsprechend den drei unteren Jahrgängen auf der Aufbauschule, also aufbauend auf dem 7. Volksschuljahr, anzustreben seien, die die Berechtigung der Obersekundareife erhalten sollen. Stimmen aus Sachsen, Baden. Thüringen bestätigten das Vorhandensein solcher Schultypen (Handelsausbauschulen) in diesen Ländern auf Grund neuester Reformen. Die zweijährige Handelsschule kann daneben zur Vorbereitung auf die kaufmännische Praxis bestehen bleiben. Der dreijährige -Unterbau würde später durch Aussehen von drei weiteren Jahren zur jechSklassigen Vollanstalt mit wirtschaftlicher Reifeprüfung ausgebaut werden, wodurch der Plan der Wirtschaftsoberschule verwirklicht würde. In Baden wird diese Schulform aI8 Oberhändelsschule in Kürze ins Leben treten. Direktor Oberbach, Köln, berichtete über den Ausbau der Höheren Handelsschule in Preußen nach den Dort vorhandenen ministeriellen! Bestimmungen, mit dem Ziel einer brei] ädrigen Wirtschaftsoberschule (statt einer sechsjährigen). In Würdigung der großen Bedeutung einer gründlichen praktischen Kenntnis der kaufmännisch-wirtschaftlichen Vorgänge und Zusammenhänge für die Handelslehrer zur Lösung der neuen Lehraufgaben hatte der Vorstand recht getan, im nächsten Referat Fräulein von Rössing, Berlin, über die Gestaltung der praktischen Ausbildungszeit für ■ künftige Handelslehrer und Studierende sprechen zu lassen. Sie brachte wertvolle neue Vorschläge zur Klärung der Frage. Von allgemeinem Interesse wird weiter die auf Grund einer genauen Statistik gemachte Feststellung des Verbandes fein, daß bei den diesjährigen Aufnahmen in die kaufmännischen Schulen von 10 000 Schülern 3000 mangelhaft vorgebildet waren. Daraus ergab sich die Frage nad> der Fernhaltung ungeeigneter Elemente vom kaufmännischen Berus. Bei öffentlichen Handelsschulen ist dies ohne weiteres möglich durch Zurückweisen ungemtgenb vorgeb-ldeler Schuler. Bei kaufmännischen Forl- 3634V A L ---Verlangen SZe tn Apotheken untzDvoZer'ken Die koskEnSose MAMWWWWMW MWUßW r vUtai X'jör2 Dr.med.9l.»enf»cl & Co., G. m. b. Berlin WO. 43. Niederlagen bei: Hirsch Apotheke, Iritz Bauer, frankfurter Ltr. 4; Viktoria-Drogerie, Apotheker E.Guth, Marktstr. 8- UniversttätS-Apotbeke sum goldenen Engel, A. Habrik, Marktplatz: Central Drogerie Emfl Karn, Schulstr.r Kreuz-Drogerie Angutt Noll, Bahnbofstr. 51; Neustadt-Drogerie Haus Noll, Neustadt 38. saft 2Z und ßJJ; das SHu erreich^/ 55 im gruruV W» AuBM WM, uiJ sollen W P gingen, dav L Untern« SelMbeg staltzufmden einmütigem gelehnt mit, schlag em - Größte, träge van i sprachig die die b niänMcn eindringlich Eineu kaufmän Wendigkeit Weilergehen Ein 2Ii einer cinhe schäftsstc deulschen 3 Bitte um ri überreicht n Zum 6 die Frage i nochmals b nisterialrat diesem Jas zweijährige zu können fragen zu irekers, t Handel Desiimmm vorgesehen entspreche: SieT wenn Thet Mannschaft wesens aus Förderung einer Heb gerichteten treten kann Die £ Mg. r ’ Da: Deutsche, der hier sei nameMcher men, ans Beamte' dieser die lObtdkam Der Dorsi fall der 21 Bund der Deutsch« Frage des Entwickeln! Landest wurden an allen Mit Stellen dei kassierer b ämtern, st Mtznannss werden; 2 restlos nee Dvhnun Hessen-Dar wolle vera den Ausgi Mich der einlöst. Turn, Moforr Etwa 3 Pen, Fra, fenf/urter elsh bei, die ^essante Ko ^nnen nur 8- a“, fiebert ÄPQU -u h?118:1 & »mT ?e|m 9;20o Mrantfu >1 Alle Erzeugnisse Dr. Aus eiweißreichem bereitet, 50 bis 100 % eiweißreicher als gewöhnliche Schnittnudeln. Bei einem künstlich eingestellten Klima von Neapel getrocknet. Neues (.zeitliche Anlage von etwa 400 Zentner Tagesleistung. Druckschriften über Dr. Klopfer-Nährmittel versendet kostenfrei Dr. Volkmar Klopfer, Dresden-Leubnitz. Klopfers: Haferflocken, Makkaroni, Nudeln, Klopfer-Zucker, Materna-Zwieback sind zu haben im Reformhaus Paul Scholz, Kreuzplatz 5 öchach-Tckre Bearbeitet von ,, d3 2. Lc5 nebst 3. -s—s- auf dö oder h6. steht, durch Don G. nifterialrat Dr. Kühne, L. W. verkaufte Haus. in scrungsarbeiten vorgenommen worden, so jetzt der Flugplatz allen Anforderungen sprechen dürfte. Als Tag der Weihe für die Öffnung des Flugplatzes wurde Pfingstmontag bestimmt. Mit dieser Feier 2. 2. daß ent- Erder Der* 1 1 1 1 et: oder e2, 3. DH6-H-. . . nochmals behandelt Geh. Regierungsrat Mi- Berlin, hojst, noch in einen hübschen -Ginfall ausgenüht. Probkem 9tr. i-L Erlanger (t) in Frankfurt a. M. Schwarz: Alle für die Redaktion bestimmten Mittei lungen, Lösungen usw. sind z>u richten an di Schachredaktiou des »Gießener An^igers". Endspiel Nr. 7. günstige Gestaltung des Kohlenmarktes immer vernehmlicher. Amerika, England, das neue Koh- lenland Polen, die Tschechoslowakei, Belgien und Holland sehen mit großer Besorgnis in die Zukunft. Rur Frankreich, das seine Kohlenförderung von Jahr zu Jahr steigert, scheint hiervon eine Ausnahme zu machen Auch der deutsche Kohlenbergbau hat allen Grund, über schlechte Absahverhaltnisse zu klagen. Es dürfte daher nicht uninteressant sein, einmal den Gründen dieser auffallenden Erscheinung nachzugehen. Das Mihverhältni; von Kohlenangebot und Kohlennachsrage ist kein:sw'g., wie man zunächst annehmen könnte, auf eine st'.rke Steigerung der Kohlcnproduktion zurückzuführen. Die Stein- kohtenfördernng der Welt in Höhe von rund 1 800 Millionen Tonen ist gegen das Jahr 1923 zwar um rund -i Millionen Trnen, gegen das letzte Frirdensjahr aber um rund 38 Millionen Tonen zurückgeblieben. Insbesondere hat der größte Kohlenproduzent der Welt, die Bereinigten Staaten von Rordamerlla, gegenüber den vorhergehenden Iahrcn nicht wenig. r als 68 Millionen Tonnen weniger gefördert. Auch die K hien- förderung Grohdntaniens betrug im Jahre 1924 . 1 M li nen im 3c hre 1923 und gegen 287,5 Millionen Tonnen im Jahre 1913. Das dritte große K'ohlenland, nämlich Deutschland, hat zwar seine Kohlenförderung vom Jahre 1923 au' 1924 von 1^,4 aus 160,3 Millist igern können, aber diese qe- rung rann nicht als Maßstab einer normalen Entwicklung angenommen werden, da im Jahre 1923 die Pr duktion d. s g oßten deutschen Kohlengebietes infolge der Ruhrbesetzung fast ganz ausgefallen ist. Ist also auf der Seite des Angebots keine ausschlaggebende Arnderung elngctreten, so kann nur die Nachfrage schlechter geworden sein. Unb das ist in der Tat der Fall: der Kohlenverbrauch ist gegenüber der Vorkriegszeit außerordentlich stark zurückgegangen, und zwar im wesentlichen aus zwei Gründen. Zunächst hat die Warmewirtschast derartig unverkennbare Fortschritte gemacht, daß ihr Einfluß auf den Kohlen- Amtsgericht Gießen. * Gießen, 28. Mai. Die Beleidigungsklagen, die auf Mietsstreitigkeiten zurückzuführen sind, wollen kein Ende nehmen. Auch heute kam ein solcher wieder zur Verhandlung. Zwei Angehörige desselben 'Berufsstandes sind seit längerer Zeit wegen Streitigkeiten ihrer Familienangehörigen mit einander uneinig. Die eine Familie behauptet, die Mitglieder der anderen, über ihr wohnenden verursachten einen solchen Lärm durch ihr fortwährendes Hin- und Herlaufen. daß sie sich des Tags über in ihren Wohnräumen gar nicht aufhalten könnten. Die andere Familie bestreitet das natürlich und behauptet ihrerseits, die unten wohnenden Leute störten die Ruhe durch lautes Schreien und heftiges Zuschlägen der Türen. Wer die Hauptschuld an den Zwistigkeiten trägt, ist nicht festzustellen. Nun hat der Bewohner des unteren Stockes, der aus Zorn über den Lärm über ihm seine Küchentüre drei bis viermal mit aller Gewalt zuschmiß. die Frau des oberen Miters dadurch schwer beleidigt, daß er ihr zurief. sie sei eine zuckersüße Person, sie solle an ihre Herkunst Lenken, sie sei gerade so schlecht wie das buckelige Mensch oben, sie möge nur an das Gericht gehen, da kämen noch ihre Schiech'igkeiten an den Tag. Da der Mann der Beleidigten sich aus eine gütliche Erledigung der Sache nicht einließ, wurde der Beleidiger zu einer Geldstrase von 3 0 Mark und zur Tragung der Kosten des Ver- fahrens verurteilt. Matt in drei Zügen. Weiß: 6 Steine. Kel, Db6, Leb, Ba5, Be4, Bf2. Schwarz: 4 Steine. Ke5, Be7, Bg6, Bg7. Frankfurter Neues Theater. Mit einer gewissen Aeberlegenheit blickt Berlin auf uns „Proviiizler" herab. Dasselbe „in- tellcktualisierte" Berlin hat dem Stück des Franzosen Rene Fauch ois »Der sprechende Affe" mit Paul Graey in der Affenrolle eine ähnliche Aufnahme bereitet toi» z. Zt das Weimarer Publikum zu Zeiten des Herrn Generalintendanten Goethe dem literarhistorischen Hund des Aubry. Es ergeben sich da kultur- und theatergeschichtliche Parallelen, bei denen Berlin entschieden schlechter abschneidet als die Provinz, die höchstens dem — man verzeihe! — geistreichen Rachahmungs- und Deobachtungsdrange eines in jeder Beziehung gewandten 'Darstellers Gerechtigkeit widerfahren läßt. »Der sprechende Affe" ist eine Zirkuskomödie, hinter der man in ihrer Bedingtheit nicht einmal das Wort Rückerts gelten lassen kann: »Der Scherz ist ein Versuch, Ungleichheit gleichzustellen!' Das einzige, was dieses Zirkusstück auszeichnet, — das übrigens im Reuen Theater glänzend gespielt wird und so zu einer theatralisch-darstellerischen Sehens Mürbigkeit geworden ist, in deren Mitte der von früher her in bester Erinnerung befindliche Schauspieler Paul G r a e tz steht —ist Artistik der Szene mit den Artisten der Komödie. Graey ist ein süßer Asse, ein Asse, der bei seinen gründlichen zoologischen Studien eine äffische Menschlichkeit gewonnen hat, und außerdem redet er! Aber wenn ihn die 5arte Hand der Trapezkünstlerin Dora streichelt, die den Dresseur Tom Wick leidenschaftlich liebt, dann entstehen heiße Gefühle unter dem Afsenfell. das Tier fährt aus seiner Haut und wird ein netter junger Mann, für den dann ein stummer Ersatz beschafft wird, der aber resigniert, damit die Liebenden sich kriegen. Zwischendurch geschieh', noch allerhand, eine wilde Romantik entrollt sich, Ma° ncgenluft und Zirkuszauber wehen in den Zuschauerraum und über dem Ganzen liegt eine gefällige Spannung. Was der Regisseur Robin diesem Jahre die neue Prüfungsordnung für zweijährige höhere Handelsschulen herausbringen zu können und mit ihr auch die Berechtigungs- fragen zu regeln Der Bitte des hessischen Vertreters, den vier hessischen höheren Handelsschulen, die gemäß den preußischen Bestimmungen organisiert sind, die in Preußen vorgesehenen Berechtigungen zu gewähren, wird entsprochen werden Die Tagung hat gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn Theorie und Praffts, Schule und Kaufmannschaft sich über die Belange des BildungS- wesens aussprechen, da nur auf diese Weise eine Förderung der beiderseitigen Interessen im Sinne einer Hebung der kaufmännisch - wirtschaftlich gerichteten Bildungserfordernisse unserer Zeit eintreten kann. W. Orbach. Lösung beS Problem- Rr. 13. Le3, de: 2. Tdl. S beliebig. 3. Dc6+ + Die Zollbeamten gegen den Allg. Deutschen Beamtenbund. • Darmstadt, 1. Juni. Der Bund Deutscher Technischer Zollbeamten, der hier seine 23. Tagung abhielt, beschloß in namentlicher Abstimmung mit 62 gegen 53 Stimmen, aus dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund auszuscheiden, weil dieser die Belange der technischen Zollbeamten ,80. 23 19 19 10 13 der für d Sicherheit, mffen die 22,40 bis 22,80, Trockenschnitzcl 9,80 bis 10, (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. Juni. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer 1 22,25 bis 24,50, Roggen (inländischer) 20,25 bis 23,50, Sommer-- gerste (für Brauzwecke) 21,50 bis 26, Hafer (inländischer) 19 bis 23, Mais (gelb) 21,25 bis 23,50, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 38,75 bis 40, Roggenmehl 31,,50 bis 33, Weizenkleie 13, Roggenkleie 14,25. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schkackitvieh- (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. Juni. Auftrieb: Rinder 869, darunter Ochsen 246, Bullen 30, Färsen und Kühe 593, Kälber 568, Schafe 52, Schweine 4345. Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 68, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 55 bis 60, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 45 bis 50; Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 54 bis 60, vollfleischige jüngere 45 bis 52; vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 62 bis 70, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu sieben Jahren 54 bis 60, wenig gut entwickelte Färsen 53 bis 60, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 45 bis 53, mäßig genährte Kühe und Färsen 35 bis 45, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 25; feinste Mastkälber 74 bis 80, mittlere Maft- und beste Saugkälber 65 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 74, geringe Saugkälber 50 bis 56; Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 72 bis 75, unter 80 Kilo 68 bis 72, von 100 bis 120 Kilo 70 bis 74, von 120 bis 150 Kilo 70 bis 74, unreine Sauen und geschnittene Eber 55 bis 65. Rinder lebhaft, Kühe bei ruhigem Handel ausverkauft, Schweine hinterlassen bei schleppendem Handel großen äleberstand. sie sind Edelprodukte. und bürgen für eine Leder pflege in höchster Vollendung Wei- Wachs ■ Werk fgbert Günther Söhne. Dresden A Zweigniederlassung: Frankfurt (Main), Schloßstraße 117, 5 ss Tel. Maingau 4753. fast neu, in best. Ausführung, billigst abzugeb. Ludwigstraße 81. derer, die Das Verdienste Die Derhc Erholung, die im heutigen Mittagsverkehr Platzgreifen konnte, ließ an der heutigen Abendbörse leichte Fortschritte Der 1. Vorsitzende gez. Fritz Ruoff. VergebWg w WsserleikWMlieikW. Das Verlegen von ca. 700 m gußeiserner Rohre von 200 mm Durchmesser für die Stadt Grünberg soll öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und Zeichnungen sind bei uns einzusehen. Angebote auf Vordruck, der bei uns käuflich ist, sind bis Dienstag, den9. Juni, vormittags 10 Uhr, hier einzureichen, woselbst deren Eröffnung erfolgt. Zu- schlagslrist 3 Wochen. Gießen, den 29. Mai 1925. 5550c Kreisbauverwaltung: Cellarius. Allerbilligste Preise Event. Zahiungserleichterung la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck erkennen, ohne allerdings das zurückhaltende und ruhige Geschäft zu beeinflussen. Die Umsätze waren äußerst bescheiden und geringfügiger Art. Nur am Pfandbriefmarkt ging es etwas lebhafter zu. Die Abendbörse schloß in ruhiger, befestigter Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Neichsanleihen 0,472?, LÄ infolge hol [aqunb®^1 Veröffentlichung der sogenannten Abrüstungsnote hinwies, von der man zweifellos keinen erfreulichen Inhalt erwartet. Am unnotiertcn Kalimarkte blieb der dividendenlose Abschluß des Burbach-Konzcrns einflußlos, weil die Börse hiermit gerechnet hatte. Recht schwach lagen anfangs heimische Staatsanleihen. Die A bw ä r t s b e w e g u n g des f r a n- zosischen Franc setzte sich fort. London gegen Paris 97,70. Auch Brüssel und Italien schwach. Rordische Werte waren schwach. Ramentlich Kopenhagen. Dec Börsengeldmarkt wurde nur unbedeutend in Anspruch genommen. Tägliches Geld war mit 8,5 bis 10 Prozent, Monatsgeld mit 9,5 bis 11 Prozent zu hören. An Marknotierungen: London 20,40, Paris 4,76k?, Amsterdam 59,25. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgebvüdt. BnenoL-AireS, London, 82cn* teert, Japan, Rio de Janeiro fiit eine Einheit, Wien und Budapest für ICOCOO Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. berb rauch allmählich fühlbar zu werden beginnt. Während vor dem Kriege selbst die größten und wichtigsten Industrien sich um die Wärmewirt- schaft ihrer Betriebe kaum kümmerten, wird heute überall der Kohlenverbrauch durch erfahrene Wärmeingenieure kontrollurt und mit allem Rachdruck auf Ersparnis hingewirkt. Auch in der Hauswirtschaft hat die Vergeudung der Brennstoffe einer sparsamen Verwendung Platz gemacht, ferner haben die vermehrte Ausnutzung der Wasserkräfte und die Fortschritte in der Elektrisierung der Eisenbahn und anderer großer Kohlenverbraucher die Rachfrage gemindert. Schließlich hat auch die älmstellung der Schiffahrt auf den Verbrauch von Oel wesentlich zur Abschwächung des Kohlenverbrauchs beigetragen. Als Beispiel hierfür möge gelten, daß die Dunkerverschiffung Großbritanniens von rund 21 Millionen Tonnen im Jahre 1913 auf rund 17,7 Millionen Tonnen im Jahre 1924 zurückgegangen ist. Freilich, auch diese den Kohlenverbrauch verringernden Momente reichen allein nicht aus zur Erklärung der stark gesunkenen Rachfrage. Man wird deshalb die jetzt auftretenden Absatzschwierigkeiten wohl dem allgemeinen Dar niederliegen der Wirtschaft in allen Ländern zuschreiben müssen. Der Kohlenverbrauch ist eben auch heute noch der Maßstab für die gesamte Wirtschaftslage eines Landrs, und sein ■ Sinken ist ein deutlicher Spiegel der wirtschaftlichen Zerrüttung, unter der die Welt als Folge der Kriegs- und der Rachkriegsjahre leidet. Von diesem Standpunkte aus kann man der nächsten Zukunft der deutschen Kohlenwirtschaft nur mit der größten Sorge ent- gegenfehen, denn es sind nicht die geringsten Aussichten für eine Besserung unseres Wirtschaftslebens erkennbar. Man hat freilich eine Erleichterung der schwierigen Absatzverhältnisse dadurch anzustreben versucht, daß man, wie vor dem Kriege, durch Einstellung des Küstentarifs den Wettbewerb der deutschen gegenüber der englischen Kohle zu stärken versucht hat. Es muh abgewartet werden, ob diesen Bestrebungen Erfolg beschieden sein wird. In jedem Fall ist nichts so kennzeichnend für die wirtschaftliche Verflochtenheit sämtlicher Länder der Welt miteinander, als die gemeinsamen 2lbsatzfchwierigkeiten auf dem Kohlemnarkt, und nur die engste Annäherung zwischen den einzelnen, sich heute noch feindlich gegenüberstehenden europäischen Staaten wird einer Wiederbelebung der Wirtschaft und damit des Kohlenmarktes die Wege offnen können. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 2. Juni. Die Börse begann noch in Feiertagsstimmung. Die 11 n terneh- m u n g s l u st war anfänglich sehr gering, dementsprechend auch die Umsätze. Trotzdem als Saldo der Kursentwickelung der letzten Woche ein starker Rückgang des Aktienmarktes festzustellen ist, der gegenüber dem Beginn dieses Jahres gegenwärtig um 20 Prozent niedriger ist, zeigte sich keinerlei Anregung zu Rückkäufen. Man stand vielmehr nach wie vor unter dem Eindruck zahlreicher dividenden loser Abschlüsse selbst führender Firmen, deren Werk- leitungen sich zweifellos auf das Anhalten schwerer Jahre vorbereiten, und der schweren Krisis, in der sich einzelne wichtige Branchen des Der Geschäftsführer gez. Dr. Könekamp. ZeMer Mi W WW es. WeWW in Ans uns SWe — Ortsgruppe Gießen — Der Familienabend findet nicht am 4., sondern Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Nbr, int Johannes,aal statt. Vortrag v. Herrn Prof. Brüning über Krüppelfürsorge hat Herr Dr. med. M. in B. mit Seife einen ebenso schnellen wie vollsiänd. Erfolg erzielt. Per St. M. -.65, 30% verstärkt M. 1 - Zur Nachbehandlung Ist Herba-Creme besond. zu empfehlen. Zu haben In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien ßr Graf P Dir erst M Nahnrular diesen Lage fünf 2-hm ganz aus ° selten, hat griffen, um rungen und dem Mter finstre schr daher nur laß gehabt des Graser haben wir Wirkens zi er heute e manche Der dieses Mar dienfivollste und doch a so reichen Z 21m 3. sich Arthur^ jüngeren C sonderer po Aorberritui iungvbeamt Canbra' des Kreist er in dar gewählt, ' anschlvß i Jahre 18: der Provi geordneten tens in de nachher in vinz. So i daß er im ein hohes wurde. C Reichs?, nicht, das reform zu müht unb z sahwngen i nach dem ( Bötticher au dieses umfa tragen tont’ Dertrauen u- Biberschwänze liefen prompt u. billigst C. Rirbsameu Gießen Tclevbon 1659. 123,75, Dresdner Bank 104,50, Mitteldeutsche 100, Reichsbank 129,25, Rheinische Kreditbank 95, Oester- reichische Kreditaktien 7,70. Montanaktien: Harpener 116,50, Mansfelder 73, Kali Aschersleben 15,37. Chemische Aktien: Elberfelder Farben 119,12, Th. Goldschmidt 97, Höchster Farben 119,50. Sonstige Fndustrieaktien: AEG. 100,25, Aschaffenburger Zellstoff 85, Dyckerhoff & Widmann 50, Fuchs Waggon 0,91, Lahmeyer 73. Berliner Produktenbörse. Berlin. 2. Juni. Der Produktenmarkt war infolge Schwäche Amerikas ebenfalls schwach. Das Geschäft blieb ruhig und die LImsätzr sehr klein. Es notierten, die Tonne: Weizen (märk.) 262 bis 265, Weizen (Juli) 266, Roggen (märk.) 212 bis 216, Roggen (Juli) 215 bis 214, Gerste (märk.) 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 218, Hafer (märk.) 235 bis 243, Hafer (Juli) 190,50 bis 190, Mais (loko Berlin) 208 bis 211; der Doppelzentner: Weizenmehl 33,75 bis 36,25, Speisezimmer in Eiche gebeizt, Mahagoni poliert, mit Kredenzen oder Vitrinen Warenhandels gegenwärtig befinden. Der als Ursache hierfür ins Gewicht fallende Kredit - mangel erfährt eine neue Beleuchtung durch die Meldung, daß sich bei der Golddi skont- b a n t eine l e bhafte Inanspruchnahme der Kredite bemerkbar macht. Unter diesem Gesichtspunkt traten bei Beginn der heutigen Birse fast allgemein neue Kursverluste hervor, wobei man auch auf die bivorstehende Börsenkurse. Schlafzimmer in Eiche, Birke, Kirschbaum und Mahagoni poliert Herrenzimmer in Eiche, Nußbaum und Dunkelbirke gewichst Sie können es glauben, es gibt nur einen Weg und ben müssen Sie gehen. Die Gesundung und Erhaltung Ihres Haares wird bedingt durch einen gut durchbluteten Haarboden, frei von Schinnen und Schuppen, frei von Unreinheiten. Pflegen Sie Haarboden und Haar täglid) mit dem in seiner Zusammensetzung richtig abgestimmten, nervenstärkenden, anregenden, guten Kräuterhaarwasser Iavol. Der Erfolg bleibt nicht aus. Jeder einzelne Satz der vielen, uns täglich freiwillig zugehenden Anerkennungen, spricht mehr als ganze Bände. „Bin von der verblüffenden Wirkung Ihres Iavols geradezu erstaunt." — „Als langjährige Iavolkundin erlaube ich mir. Ihnen meinen Dank für Ihr vorzügliches Kopfwasser auszusprechen. Bin heute im Besitz eines reichen, eineinhalb Meter langen Haares, welches allgemein Bewunderung erregt.“ — Iavol mit Kett, Iavol .ohne Kett, Va Kl. 1,75, 7i 9l. 2,50. Doppel-Fl. 4,—, Iavol-Gold (besonders wohlduftenö) 2— und 4,—. In allen Fachgeschäften erhältlich. Exterikultur G. m. b. H., Oftseebad Kolberg. Küchen in naturlasiert, reiche Aus wähl moderner Modelle K ZK g's'®a SÄ s? sg; iu er ? fei Nihs, Treffpunkt 10 Uhr vormittags auf dem Fronhof bei Reichelsheim. Es wird das ganze Gebiet der Wiesen- und Weidewirtschaft behandelt, Anleitung zur Gräserkenntnis, Düngung und Pflege des Grünlandes erteilt, die Viehzucht und ihre Gestaltung im Weidebetrieb besprochen. Die Freunde des Grünlandes sind herzlich eingeladen Verein zur Förderung der Grünlandwirt schäft in Hessen und Nachbargebieten e.V Geschäftsstelle: Bad-Nauheim, Bismarckstratze 12. Oiri Stüskrath Asterweg 47, Haltestelle der elektrischen Bahn, Asterweg drängen z Parteien. &ft 1£ nadj d-c { An Wir tröffe Fr Sentn polUik im iutnadjcn, pichst« ten Partei "ach. dem et Jti) wie nationalen Ja$ leinen Saft der I A politisch ^ationalver Ziehen. ;•«» Nnfrt am Äl* s?*. Frankfurt a.M. Berlin Schluh. tturs ISd’Iubk iDlbcnO» börse Schluß. Avr» ! Schluss iDltttaq 1 b?rb Datum: 29. 5. 2 6. 29. 5. 2 6 5*7o Dcoklche NckchSankekde • i). 482.5 0.4725 0.485 0.4725 «®/0 Deutsche Reichsanlcihr • — — 0.574 0,455 B7.% Deutsche Neichsanlethe 0,50 0.475 O.4<| 0,455 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche Sparprämicnanleihe 0.625 0,625 u. 645 0,65 0.30 0,29 0.30 0.28 4% Preußische Kousols ■ > . 4% Hessen .... ..... 0,51 0.60 0.51 0,60 0.4 0.85 0,48 0.60 31/0/. ÄefTen......... 0,60 0,59 65 _ 3% Hessen.......... 0,56 0.62 0,59 0,56 Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll.-Schay-Bnireisug.N 91.75 \v>;> 94.75 91,75 92.4 — 92,3 92,3 8,40 8.5 _ 66/ö Toldmeftkaner ... • 37 - — Bcrltner Haudclvacsellschafl Commerz- und Privat-Bank 101,25 126 101 130 101.25 128.70 101 Darmsi. und Nationalbank . 123.62 124 124.13 124,25 Deutsche Bank......... 121 123,75 124 124 Deutsche Deretnsbank .... 1.1 75 — - Disconto Cornmandil ... 111 110.9 Ul.4 111,5 Metallbank........... 93.1 94 — Mitteldeutsche Kreditbank . . 100 100 100 100 Öesterreichische Kreditanstalt 7,45 7.70 7.62 7.45 Westbank........... 0.1 0,1 0,175 — Bochumer Guß ........ — — 64 65,50 Buderus........... 61 60,2 58.75 59,50 63 Caro ............ 62.5 — 65 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 85,5 84,75 83 85,25 67 69 65,90 68,75 Harpcner Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 117,50 14.25 116.5 15,40 115.50 14,75 116,12 1.5,62 Kaliwerk Westeregel«..... 16 21.5 16,6 17 Laurahütte........... 59.5 Obcrbedars........... 6,4 6,5 >,70 Phönix Bergba» ....... Rucinstahl......* * • .. 101,75 85 o8l 102.25 84.5 80 101 83,25 80 102,5 83,9 80.50 Hamburg-Amerika $afet. . . Norddeutscher Llovd . ... 62 67,12 62 68,25 61.5 68 Cheramischc Werke Albt« . . _ Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... 71,25 67,5 71,50 68 65.8 68.75 Anglo-Eonl--Guano ..... Badische Anilin........ Chemische Mader Alavür .. — _ 104.5 104 128 128 127.80 128,25 0,51 0,51 Goldschmidt......... 97 97 96.70 97 Griesheimer Electron .... 118,50 118,2.5 115.50 118,60 Höchster Farbwerte...... Holzverkohlung ........ Nütgeröwerke......... 119.50 M9 50 118,75 119,40 6.80 72,5 6,9 71.5 74,40 Lchcideanstalt ....... 108,60 100 25 HO 100.25 Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 100,13 93,50 B-rramann .......... Mamkraftwerke ........ 78.5 79.75 79 78,5 79 78.5 Schlickert............ 69 68,5 89 69 89,5 o9,25 89,50 Siemens & Halske ...... 64 Adlerwcrke Äleyer ...... 2,80 2,8 2,75 2,80 Daimler Motoren. ...... 69 67,25 67,5 68.50 Hcyligcnsiaedt......... 43 42 Mcguin............. Motorenwerke Mannheim . 51 50,5 51,5 53 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 1,01 0,45 0,91 0,9 1,1 Schuhfabrik Her,....... 111,25 2,3 112 2.85 - 2,4 2,4 45 3.4 45 44 45 Zellstoff Waldhof...... 101 10 10,13 10,25 Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel • . . 3,25 3,62 — 62,75 63,75 63 —- 29 Mai 2. Juni Sinnliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Nmst.-Nou. 166,49 168,91 168,49 168,91 Buen.-Aires 1.711 1.715 1.698 1.702 Brss.-Antw. 20,62 20,68 20,42 20,48 Christtania. 70,66 70,8) 70,26 70,44 Kopenhagen 79,00 79,20 78,62 78,82 Stockholm . 112,26 112,54 112,29 112,57 SelstngforS. «talfcn. . . London. . 10,57 16,75 10.61 16,79 10.577 16,645 10,617 16.685 20,394 '0,446 20,397 20,449 Neuyork . . 4,195 4,205 4.195 4,205 Paris.... Schweiz . . 21,07 21,15 20.845 20,905 81,IX 81,38 81.35 81,45 Spanien. . i0,87 61,03 61.02 61,18 Japan . .. >Hio de Jan Wien in D - 1,753 0.446 1,757 0.448 1,740 0 444 1,744 9.446 Lest, abgest. 59,054 59,194 59,064 '9,194 Prag .... Belgrad . . 12,425 12.465 12,425 12,465 6.87 6,89 6 96 6,98 Budapest. . 5,8'8 5,918 5.898 5,918 Bulgarien 2,965 20,475 2,977 2,985 2,995 Lissabon 20,525 20 475 20,525 Danzig. . . Konstantin. 80,925 ',295 81,125 2,305 80 94 ?. 275 81,11 2,285 Athen. . 7.33 7.35 7 333 7.335 Berlin, 2. Juni. Geld Brief Amerikanische Note« . . , , . Belgische Noten ........ Dänische Noten . ....... Englische Noten........ Französische Sioten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutfch-Oesterr.,äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Svanische Noten ....... Tschechoslowakische Not« . - Ungarische Noten . ... 4.177 20,35 78,42 20,36 20,75 168,08 16,655 70,05 59,09 112,05 60,85 12,47 5,87 4,197 20,45 79,82 20,46 20,85 169,94 16,735 70,41 59.39 112,61 61,15 12,53 5.89