Ur. 19 erster Blatt 175. Jahrgang Zreüag, s. Aptti 1925 GietzenerAWiger General-Anzeiger für Gberhessen »Rd Verla-: vrühl'sche UniverfitStr-v»ch- «nd Stelndruderci R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: Zchnlttratze 7. Lanahmr Mit XnjtlMR für die lagetnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örUicnS, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne» klame-An zeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Playoorfchrift 20" .Auf» schlag. - Berantworttich für Politik u. F euilleton: Dr. Friede. Will) Vangt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein;für de> Anzeigenteil . Hans Beist sämtlich in Dietzen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: VietzenerFa m > lien b lätter Heimat im Bild. Monats-veznasPreis: 2 Doldmark u. 20 Gold- pfenntg für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschüstsstelle bl. Anschrift für Drahtnachrichten. UnreiaerSietze». postscheittonto: Frankfurt a. M. HIN. Die preußische Krisis. Höpker-Aschoff verteidigt die Notverordnungen im Landtag. ES hatte fast Len Anschein, als Tollte Höpker-- Aschoff mindestens solange mit seiner endgültigen Stellungnahme zu seiner Wahl warten, bis der PrLsioentschaftshandci zwischen dem Zentrum und der Sozialdemokratie ins Reine gebracht worden ist. Inzwischen ist aber die WirtschaftSpartei der Weimarer Koalition tn die Parade gefahren, sie forderte energisch für ihre Neutralität die Opferung Severings und HirtsieferS, so daß die heutige Landtagssitzung, nachdem sie zu allgemeiner Tleberraschung kurz nach Eröffnung um mehrere Stunden verschoben wurde, die Demission Höpker-AschofsS brachte. Preußen ist also neuerdings vor die Wahl eines Ministerpräsidenten gestellt, die Unter- Händler vom Zentrum und den Sozialdemokraten! werden sich beeilen müssen, eine (Einigung über ihre .Dolkskandidatur" zustande zu bringen, für die nach wie vor das Zentrum Herrn Marx präsentiert und der Sozialdemokratie als Lockspeise da« preuhische Ministerpräsidium anbietet. Aach den Eindrücken der letzten vierund- gwanzig Stunden ist aber kaum damit zu rechnen, %a$ 'die Sozialdemokraten die Parole Marx ausgeben werden. Roch sind die Vertreter aus dem Reich nicht gehört, ohne deren Gutachten sich die Berliner Parteileituna schwerlich zu einem Beschluß für den „Dolkskandidaten" Marx auf» taffen wird. Sie weih sehr gut. dah grohtz Teile ihrer Anhängerschaft im Reich — man denke nur an die sächsische Arbeiterschaft, die sich mit Händen und Fühen gegen Marx sträubt — nicht verstehen kann, weswegen man aus Braun, der sogar noch gut eine Million Stimmen aus dem lommunistischen Lager auf sich zu vereinigen muhte, zugunsten eines Kandidaten verzichten sollte, der beim ersten Wahlgang hinter dem Ivzialdenrokratischen weit zurückblieb. Jedenfalls sind die Schwierigkeiten im Lager her Linken zur Zeit so groß, dah eS unklug wäre, würden sich die Rechtsparteien aus ihrer Reserve heraus- Inrfcn lassen und damit die Geschäfte der Gegen- feite besorgen Sitzungsbericht. Berlin, 2 April. Vizepräsident Dr. von K r i e fi gibt das folgende Schreiben des Ministers Dr. H ö p i e r - A s ch o s s an den Landtagspräsidenten bekannt: Sehr verehrter Herr Präsident! Ich beehre mich, Ihnen mitzuteilen, dah ich die Wah l z u in M i n i st e r p r ä s i d e n t e n , die gegen meinen Wunsch erfolgt ist, nicht anneh - men kann. Rkit vorzüglicher Hochachtung Ihr gez. Höpter-Aschoss. (Heiterkeit.) Weiter wird ein Schreiben des Ministerpräsidenten Dr. Marx verlesen, in dem dieser initteilt, daß er vor 4 TIhr nicht im Land- tag anwesend sein tarnt. Das Haus tritt dann in die Tagesordnung ein. Jur Beratung steht die gemeinsame Be^ sprechung der vom S t a a t s m i n i st e r i u m mit Zustimmung des ständigen Ausschusses m i t Gesetzeskraft erlassenen Rotverord- n u n g c n. Es handelt sich um die Verordnungen über Verlängerung der Wahlzeit der Provinziallandtage und Kreistage, über die Aenderung der Grundsteuer sowie der Gewerbesteuer in der dritten preu- stischen Steuernotverordnung, die insbesondere eine Erhöhung der Hauszins st euer zum Gegenstand hat. Abg. Osten (Dntl.): Die von dem Ständigen Ausschuh des Landtages beschlossene Rotverord- nung halten wir für verfassungswidrig. Ilm dieser Ansicht den genügenden Rachdruck zu geben, haben wir einen Antrag an den Staatsgerichtshof eindereicht, diese Verordnungen für rechtsungültig zu erklären. Wir haben schon bei der Vertagung des Landtages auf den 31. März darauf hingewiesen, dah bet der Weimarer Koalition die Ansicht bestände, wichtige Fragen, die ihre gesetzliche Regelung vor dem Plenum nicht finden tonnten, vom Ständigen Ausschuh regeln zu lassen. Der Ver- bad)-t meiner Freunde ist durchaus begründet gewesen, dah die Vertagung des Landtag e s im Einverständnis mit der Regierung und in der Absicht vorgenommen worden ift. öic im Plenum nicht durchzubringenden Gesetzentwürfe im Ständigen Aus schuh durch zubrin gen. (Sehr richt g!) Das Staats- Ministerium hat sich einer starken Pflichtverletzung schuldig gemacht und das Gegenteil von dem getan, was eine verantwortungsvolle Regierung tun soll. (Sehr richtig!) Es muh endlich Schluh gemacht werden mit dem diktatorischen Zustand. Früher hat eine ärztliche Vorsicht der Verfassung gegenüber geherrscht. n Pontons einige Wellenköpfe hineinfchlugen. Er rief dem das Ueberfetjen leit mden Oberleutnant Jordan zu: Dir bekommen Wasser in das Doot. Oberleutnant "Jordan stellte sofort fest, dah tatsächlich kein Wasser in den Pontons war und rief dies der Besatzung beruhigend zu. Gleich- zettig sprang ein Pionier-Unteroffizier in das erwähnte Ponton und beobachtete, daß ab und zu Wellenköpfe über den Dordrand schlugen, daß aber feine nennenswerte Wassermenge in dem Ponton war. Die Wellen sind, wie später sestgesteltt wurde, wahrscheinlich dadurch veranlaßt worden, daß die Fähre aus starker Gierstellung auf Anordnung des Oberleutnants Jordan in eine geringere Gierstellung umgestellt wurde und dadurch eine gewisse Wendung machte. Diese Verminderung der Gierstellung war an sich zweckmäßig. Auf den ersten Zuruf des Pioniers war bereits eine gewisse Unruhe unter her Besatzung entstanden. Trotzdem bk Vorschrift sie selbst ausführen soll, hat das Ministerium nur nach seinem eigenen rechlmäh gm Ermessen zu erledigen. Dann hat Herr von der Osten das Argu- ment vvrgetragen, die StaatSregierung habe sich an den Ständigen Ausschuß gewandt, weil dessen Zusammenfetzung eine andere fei als die des Plenum«. Die Zusammenfetzung des Ständigen Ausschusses ist der Regierung vollkommen gleichgült ig (Gelächter rechts.) Eie ruft ihn an, wenn fie keinen anderen Weg sieht, die StaatSmaschine Im Laus zu halten. Ich erkenne durchaus an, daß die Regierung an ihn nur herantreten darf, wenn sie überzeugt ist. daß ihre Verordnungen auch Im Plenum die Zustimmung finden. Riemand im AuÄchuh hat gegen diesen Inhalt etwaS gefügt und auch die Deutsche DolkSpartei hat keine Einwände erhoben. Die Stellung dcS Plenum« ist "also die. daß eine große Mehrheit von den Sozialdemokraten bi« zu den Deutschnationalen gegen den sachlichen Inhalt nicht« einzuwenden hat. Einer Staarsvegie- turtg, die sich ihrer Verantwortung bewußt ist, darf, auch wenn sie nur die lausenden Geschäfte führt, nicht zugemutet werden, auf eine Obstruktion Rücksicht zu nehmen, die die Staatsnotwendigkeiten hintenan fetzt. (Lebhafter Beifall tn der Mitte und links Lärm rechts und bei den Kommunisten. Zwischen dem QTbg. Eppstein (Komm.) und Hubert (Soz.) entwickelt sich eine Art Faustkampf.) Abg. Dr. Leidig (D. Dp.): Das gegenwättige geschästsführende Ministerium geht über feine Z u - fr ä n d i g k e i t. nur laufende Geschäfte zu erledigen, weit hinaus. Es will wichtige und we- ientliche Gesetze durchbringen. Die Entscheidung über die Berechtigung wird trotz des Gutachtens des Justizministeriums vom Staatsgerichts- h 0 f gefallt worden. Die Notverordnungen hätten wirklich noch Zeit gehabt. Ausgabe des Minifterprä- Übenten wäre es gewesen, über die Staatsnotwendigketten eine Einigung der Parteien herbeizuführen. Der Finanzminister habe dazu beigetragen daß Mißtrauen zu vergrößern. Daraus wird die Beratung abgebrochen. besagt, daß auf der Fähre fern Mann den ihm angewiesenen Platz ohne den ausdrücklichen Dr- sehl des Führers verlassen darf, ging eine Anzahl von Mannschaften dort hin, wo der Pionier- Ilnteroftizier in den Ponton gesprungen war. Dadurch fanf dieses etwas tiefer ein und das ■ileberfdjlagen von Wellen vermehrte sich. Der Pionkr-älnteroftizier gab deshalb den an sich richtigen Befehl: Alle« nach Ober- und Anterstrom treten! Gr wollte dadurch die gefährdete Mitte der länglich gebauten Fähre entlasten. Sein Zuruf wurde von der Infanterie nicht aus - geführt, wahrscheinlich auch dem Sinne nach nicht verstanden. Es drängte sich vielmehr eine große Anzahl von Mannschaften, vermutlich aus Aengstlichkeit, gleichzeitig nach der landwärts gelegenen Seite der Fähre und überlastete diese dadurch plötzlich so stark, daß die beiden landwärts befindlichen Pontons, unter Wasser gedrückt wurden. Dadurch stellte sich die Fähre schräg, und die landwärts stehenden Mannschaften rutschten zum größten Teil ins Wasser. Ein Teil von ihnen versank sofort, da fie, der Vorschrift entsprechend, ihr Gepäck umgehängt und den Stahlhelm aufgesetzt hatten. Die meisten aber wurden von den am Ufer aufgestellten Rettungsmannschaften der Pioniere, vor allem auch durch die aufopfernde Mithilfe der Zivilbevölkerung unter sehr großen Schwierigkeiten gerettet Es wird Aufgabe der späteren Berichterstattung fein, diese Verdienste gebührend zu würdigen. Zunächst bestand der Eindruck, dah fast alle ins Wasser Gefallenen gerettet waren, wie überhaupt die Größe des Unglücks erst verhältnismäßig spät übersehen werden konnte. Inzwischen hatte Oberleutnant Jordan, der mit Mühe gerettet wurde, nunmehr vom Lande aus den Befehl gegeben, das Ankertau, an dem die Fähre hing, zu kappen. Das war richtig, weil andernfalls der Wasserdruck die Fähre schnell ganz unter Wasser gedrückt hätte. Die Fähre trieb nunmehr etwa 600 Meter weit stromab. Die beiden walserwärts liegenden Pontons schwammen noch, während die beiden anderen Pontons versunken waren. Die Fähre stand also schräg, trug aber öie auf ihr verbliebenen 50 bis 60 Mann noch vollständig. Das Kommando übernahm der auf der Fähre befindliche Pionier-LeutnaM Heidkämper. Diesem gelang es, die Ruhe wieder herzuftellen. Leider wurde fein Befehl, Gepäck und Gewehre ins Wasser zu werfen, von den Mannschaften aus mißverstandenem Pflichtgefühl nicht ausgeführt. Oberleutnant Jordan sandte nunmehr der Fähre ein Rettungspottton zu, dessen Führer sich in aller Ruhe mit der Besatzung der Fähre verständigte unb ihnen zurief, dah er nur ixe Mannschaften ohne Gepäck und Gewehr ausneh men würde. Heidkämper befahl, daß nur die ienigen Mannschaften, die er einzeln b c« stimmen würde, in das Rettungsboot geher sollten. Diese Anordnungen wurden nicht ausgc- führt. Cs sprang zunächst ein Mann mit vier umgehängten Gewehren und Gepa.t in den Ponton, unmittelbar folgte die gesamte Besatzung, die sich inzwischen an her dem Rettungöponton zugekehrten Seite zusammen- drängte. Die Fähre sank unter diesem Gewicht der Ponton schlug um und die ganze Men scheu mässe versank gleichzeitig. Gerettet wurden anscheinend nur wenige. Die gerichtliche Untersuchung. Hannover, 2. April. (WTB ' Heute nach- mittag 2 Uljr wurde in Anwesenheit der Ober- staatsanwaltschast Bi eie selb und dem zuständigen Richter des Amtsgerichts Vlotho in Anwesenheit technischer Sachverständiger der Etrombauverwaltung unb der Truppe die zwischen Hiltrup unb Uffeln gegenüber dem Gute Dees berg geftranbetc Fähre .1 ntersucht Hierbei wurde festgestellt, daß das nc; ""Je Fatz' material sich in einwandfreie in 3 u ft a n b c befanb. Kein Balken und lein Brett war geb' 0 chen. Sämtliche Taue unb Leinen waren fest verschnürt. Sie hatten sich bei der ©tranbungl der Fähre unb bei dem Treiben aus der Weser auf einem acht Kilometer langen Wege nicht gelockert. Bei bet Bergung durch ein Kommando deS 6. preußischen Pionierbataillons mußten die Taue unb Leinen teilweise mit dem Beil durch schlagen werben. Die vielfach verbreitete Mü nung, bah das Unglück (durch Auseinande brechen her Fähre entstanden fei, ist hierdurch einwandfrei widerlegt. Beileid des österreichischen Heeres. Wien, 2. April. (1.11.) Der Bundesministe für das Heerwesen Daugrin hat un den Reichs- wehrminister Dr. Gehler nachstehendes Le!r gram gerichtet: „Ties erschütttert von den Nach richten über das schwere Unglück aus der Weir bittte ich im Romen des österreichischen Bundes Heeres die Versicherung aufrichtiger koinerodschaft licher Teilnahme an der Trauer h»r Reich veh« entgegenzunehmen." i--------- Die mürttembergrschen Demokraten füreineKnndidatur Gehler. Stuttgart, 3. April. (TU.) Der Lande«« Vorstand der Deutschdemvkratischen Partei beschloß einstimmig die Absendung eine« Telegramms an den Reichswehrminister Dr Geßler folgenden Wortlauts: „In ganz Württemberg, weit über die Deutschdemokratifche Partei hinaus, wird Ihre Aufstellung als Präsibentschasts k a n d i d a t zmn zwetten Wahlgang erwartet Ihre Persönlichkeit würde in allen Schichter der Bevölkerung stärkste Gefolgschaft finden. Wir sind in diesem Sinne an die Deutsch demokratische Partei Berlin herangetreten." KabinettsMfis in Frankreich Heftige Opposition des Senats gegen Herriots Finanzpolitik. Paris, 3. April. (TU.) Im Senat tun öigte gestern Finanzminister Clementel bie Absicht der Regierung an, 6 Milliarden neue Dan knoten auszugeben, die dazu dienen sollen, die von einem Teil der Bevölkerung zurückgehaltenen Banknoten zu ersetzen. Diese Mitteilung Clementels hat in der Kammer und im Senat große Bewegung hervorgerusen. All7s deutet darauf hin, daß der Konflikt zwischen Kammer und Senat in der Frage des Budgets sich weiter zuspihen wird. Die sozialistische Kammergruppe hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der sie sich gegen Abstreichungen bei der Einkommensteuer wendet. Ob die Sozialisten di; Unterstühungspolitik fortsehen werden, ist frag» lich. Die Lage des Kabinetts gilt als äußerft kritisch, besonders nach der gestrigen Abstimmung, in der Loucheur gegen öie Regierung stimmte. Herriot, der telephonisch von der Erregung unterrichtet wurde, kam in aller Eile in den Senat, um die Situation wieder herzustellen Rach einer kurzen Interventton des Ministerpräsidenten, die auch kalt ausgenommen wurde kam es in den Wandelgängen zu erregten Zwischenfällen. Herriot wurde von einer Gruppe von Senatoren umringt, die ihm in bitteren Worten bie verfehlte Finanzpolitik der Regierung zum Dorwurf machte. Der Senator L a n g l v i s sagte zu Herriot mit erhobener Stimme: „Es gibt nur die eine Lösung, daß Su Aurücftreten!“ Darauf entgegnete der linksstehende Senator T i s s i e r. die Reaktionäre seien noch nicht die Herren des Senats, cs gäbe noch genug Laternenpfähle an denen mar sie ausknüpsen könne. Diese Erklärung gab Anlaß zu einer heftigen Auseinandersetzung, der Herriot dadurch ein Ende machte, dah er sich mit mehreren Senatoren zurückzog. Finanzmini st er Clementel hat gestern abend Herriot sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Da er an seiner Demission f.sthält, ist mit einer Umbildung des Kabinetts zu rechnen. Vielfach totrb der Siegelbewahrer Rene Renauld als der neue Finanzminister genannt Das Veltheimer Fahrenunglück. Der Untersuchungsbericht des Inspekteurs der Pioniere. Vie Ruhrentschädigungen. DcrReichstagsuntersuchungsausschuß. Berlin. 2. April. (WLB.) 3m Unter» fuchungsausschuh des Reichstages für die Ruhr- enlschädigungen kam der 'Berichterstatter Ab^ Dr. Perlitius (Zentr.) zu dem Schluß, daß das Reich rechtsverbindlich zur Entschädigung verpflichtet war. Der zweite Berichterstatter Dr. Hertz (Soz.) behält sich seine Stellungnahme zu den Ausführungen des ersten Berichterstatters vor, bis nach der Re- gienntgderfiäntng. Abg. Perlitius bestätigt aus eine Anfrage des kommunistischen Abg. öto der, daß die Ausführungen Dr. Strefe-- manns, wonach in der Kabinettssihung vom 20. Oktober 1923 sämtliche Minister teilgenommen haben, und wonach mit der Erklärung Dr. Stresemanns, daß das Reich die Verpflich- lung zu sämtlichen Ersatzleistungen anerkenne, alle Mini st er einverstanden waren, nach dem Ausweis der Akten richtig fei. 2lbg. Dr. Hertz bestreitet demgegenüber die Richtigkeit der Darstellung StresemamrS. Ministerialdirektor v. Brandt führt aus, die Regierung sei von ihrer Verpflichtung zur Entschädigung überzeugt gewesen. Die Micumliefecungen feien nichts anderes als Leistungen zur Erfüllung von Reparationsverpflichtungen des Reiches. Aus Grund der ihr von zwei Kabinetten gegebenen Zusagen, sei die Schwerindustrie dafür ein- getreten, an Stelle des Reiches die Lieferungen zu übernehmen, die daS Reich seinerzeit airs Gründen seiner finanziellen 'Rot nicht habe machen können. Die Micumverträae seien im Einverständnis und im Auftrage des Reiches abgeschlossen und verlängert worden. Dabei habe sich die Industrie aus die Zusage der vollen Entschädigung durch das Reich gestützt. Die Regierung habe infolge der Finanznöte aus dem dßege der Erstattung nur sehr allmählich vorgehen können und zwar zuerst im Wege der Steueraufrechnung bei der Einkommen-, Körperschafts- und Vermögenssteuer und foöcrnn. nachdem auch die Kreditvermittlung sich erschöpft hätte, durch bare Mittel, nämlach die Ausgabe von 193 Millionen Schatzanweisungen wozu die Regierung im Haushaltsgesetz von 1924 befugt gewesen sei. Allmählich hätte sich dann die Finanzlage des Reiches gebessert, so daß es nach und nach in steigendem Maße gelungen sei, Abschlagszahlungen verfügbar zu machen. Dann fei die Reichstagsauflösung ßclommen. Die Verhandlungen der Großindustrie, seien fortgesetzt, worden. Sie hatten nicht zurück- gestellt werden töroien. Man habe über einzelnef Positionen beraten, wobei dür Regierung ben| Standpunkt pro fiskv eingenommen habe, bis sie schließlich im Wege der Verhandlungen durch Herabsetzung der Forderungen der Industrie auf einem Punkte angelangt sei, der nach pslichtmähigem Ermessen die Ueberzeugung vermittelt habe, es handele sich um eine gewisse Höhe von Forderungen, die rechtlich nicht mehr in Zweifel gezogen werden konnte. Um für das Reich ein möglichst günstiges Ergebnis herauszubekommen, habe man sich im Dezember entschlossen, die ganze Sache im Weg « des Vergleiches zu regeln. Das Ergebnis war, daß eine Ermäßigung von 727 auf 556 Millionen erzielt worden rU. Der Vorsitzende, Abg. von Lindeimer-Wildau (D.-Ratl.), stcklte hierauf aus den Akten fest, daß die Kabi- mettssitzung vom 20. Oktober 1923 sich mit dem gesamten von dem Sechserverbande vorgelegten Hragenkvmple? der Ruhrentschädigungen beschäf- rigt hat. An ihr hätten auch die sozial- tzemvkratifchen plti ntft er und der preußische Ministerpräsident teilge= genommen. Hierbei fei zum Ausdruck gekommen, daß das Reich grundsätzlich zu Reparattons-- leistungen bereit sei. Der Reichsminister des Innern, Soll- mann, und der preußische Ministerpräsident Braun seien mit den Vorschlägen der Berg- wcrksindustrie einverstanden gewesen. In der nächsten Kabinettssitzung vom l.Rovember, an der noch sämtliche Minister des Kabinetts Stresemann teilgenommen hatten, hätte der sozialdemokratische Reichsminister für den Wiederaufbau, Robert S ch m i d t. bemängelt, daß er zu den bisherigen Vorbesprechungen nicht zugezogen worden sei. Er habe erklärt, daß er daher nicht in der Lage sei, sachlich Stellung zu nehmen. Die sozialdemokratischen Minister, die am 2. Ro- vember demissioniert hätten, hätten ihre Enthaltung gegenüber den sachlichen Fragen als Stimmenthaltung charakterisiert. Der kommunistische Abg. Stöcker stellt fest, daß, da in beiden Kabinettsihungen von keiner Seite grundsätzliche Einwendungen erhoben worden seien, völlige Einmütigkeit bestanden habe. Es erfolgt sodann noch eine längere Diskussion über die Art der Derichterslattung, wobei der Abg. Stöcker den Bericht des Mitberichterstatters Dr. Hertz bemängelt, den ec als inhaltlos bezeichnet. Der Vorsitzende stellt grundsätzlich fest, daß der Ausschuß nur der Ermittlung der objektiven Wahrheit dienen solle und nicht die Erörterung der Ver- ontwortl.chkeit irgendwelcher politischen Parteien ^rzunehmen habe. Deutscher Reichstag. Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur. Berlin, 2. April. Am Regierungstische: Reichsinnenminister Schiele. Der Ausschuß für Dildungswesen ersucht die Reichsreigening 1. eine Novelle zum Lichtspielgesetz, ferner Gesetzentwurf zur B e k ä m p f u n g der Schund - und Schmutzliteratur und zum Schutze der Jugend bei öffentlichen Schaustellungen und Darbietungen, sowie ein Rcichsbühncngesetz mit möglichster Be- schleuniqung vorzulegen. 2. Filmstreifen für Jugendliche bis zu 18 Jahre nicht ,zuzulassen, wenn sic im Widerspruch mit dem Erziehungsziel der Reichsversassung stehen, oder wenn sie die bestehende republikanische Reichs- verfaffung herabsetzen. 3. zu erwägen, bei der Verabschiedung des Reichstheatergesetzes den Schutz des geistigen Eigentums der Bünenschriftsteller und Bühnen- fomponiften in Sachen der Radioübermittlung der Bühnenstücke zu gewährleisten. Die Abg. Hensel-Ostpreußen lD.-R.) und Dr. Schreiber (Zentr.) berichten über die Aus- schutzverhandlungev. Dr. Schreiber betont, daß es darum gehe, diese Dinge im Sinne deutschen Wesens, deutschen Geistes und deutscher Sache zu Reich und Länder müßten sich zu einet großzügigen überparteilichen Kulturpflege vereinigen und gegen die Zersetzunas- erscheinungen vorgehen. Es sei auch Pflicht der Regierung, die Auswüchse des Lichtspielwesens zu beseitigen und zu verhindern. Staatssekretär Schulz teilt mit, daß das Lichtspielgesetz und das Bühnengesetz in Vorbereitung sind. Aba. Mumm (D.-Ratl.) ruft zur praktischen Arbeit aus. Es müsse fetzt schneller vorwärts gehen als unter den Regierungen der letzten sechs 3abre. Eine ungeheure Scbmutzflut habe sich in dieser Zeit über unser armes Volk ergossen. Die gegenwärtigen Gesetze reichen bei weitem nicht aus. Die Kunst soll nicht etwa bekämpft werden, wohl aber müsse man sich gegen die Zersetzungserscheinun- aen wenden, die mit Kunst nichts zu tun haben. Abg. Schreck (Soz.) gibt der Polizei den Rat. für Ruhe und Ordnung zu sorgen, sich aber nicht in Fragen des künstlerischen Empfindens einzumisä)en. Die Zensur fei vom liebel Hessischer Landtag. Darmstadt, 2. April. (Eigener Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9V2 Uhr. Am Regierungstisch: Staatspräsident Ulrich und Minister Raab. Präsident Adelung: Meine Damen und Herren, als gestern die Aachricht von dem furchtbarere Unglück bei Veltheim an der Weser hierher gelangte, erschien die Hoffnung nicht unbegründet, daß Don den als vermißt Gemeldeten, noch viele gerettet worden seien. Diese Hoffnung hat sich als eitel erwiesen, im Gegenteil, die Zahl der Opfer ist n o ch g r ö ß e r , als anfangs übersehen werden konnte. 80 Angehörige der Reichswehr, junge, blühende, hoffnungsvolle Menschen haben bei einer Uebung den Tod in den Fluten der Weser gefunden. Wir stehen erfchüttertvor diesem schweren Leid, das über so viele Familien und über die Reichswehr so plötzlich hereingebrochen ist. Ich habe der Aeichsrecherung diewärmste Anteilnahme des Hessischen Landtags zum Ausdruck gebracht mit der Ditte, diese den schwergeprüften Angehörigen übermitteln zu wollen. Sie. meine Damen und Herren, haben sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhoben. Ich danke Ihnen. Das Telegramm an den Reichswehrminister Dr. Geßler, Berlin hat nachstehenden Wortlaut: Das furchtbare Unglück, das die Reichswehr beim Weserübergang bei Minden betroffen hat. hat im ganzen Hessen land tiefste Trauer hervorgerufen. Ramens des Hessischen Landtags spreche ich Ihnen und der Reichswehr herzliche Teilnahme aus mit der Bitte, den Angehörigen der verunglückten Soldaten sowie den betroffenen Truppenteilen herzliches Beileid zu übermitteln. Adelung. Präsident des Hessischen Landtags. Das Haus tritt dann in die Tagesordnung ein. Zu dem Antrag der Abgeordneten Eberle und Genvsicn zur Einbeziehung derPro- vinz Rheinhessen in die steuerliche Erleichterung für Rotgebiete weist der Abg. Schott (D. Bp.) auf die Erregung hin, die die Richteinbeziehung Rheinhessens in das Rötstandsgebiet hervorgerufen fiat. Die hessische Regierung treffe kein Vorwurf, sondern die Reichsregierung. Staatspräsident Ulrich erklärt, daß die hessische Regierung alles getan habe, um die Einbeziehung Rheinhessens in das Rotstandsgebiet zu erreichen, doch sei das nicht gelungen. Ein Beschluß des Hcmfes in dieser Richtung würde für die Regierung eine wertvolle Unterstützung sein bei ihren weiteren Bemühungen. Ein Antrag wird angenommen, worin die Regierung ersucht wird, erneut Verhandlungen bei der Reichsregierung vorzunehmen, um die Einbeziehung Rheinhessens in das Rot- standsgebiet zu erreichen. Ein Antrag der Abg. H e i n st a d t und Geir, über die Gehälter der Beamten in den Gruppen l bis Vl wird nach kurzer Debatte angenommen. Der Antrag des Abg. Schott über das Zigeunerunwesen auf dem Lande gibt Anlaß zu einer längeren Aussprache. Die Regierung hat eine Mitteilung an den Landtag gelangen lassen, worin zugesagt wird, daß die Polizeiorgane angewiesen sind, schärfer über die Zigeuner zu wachen. Von mehreren Abgeordneten wird Klage über die Zigeuner geführt. Der Ausschuß beantragt, den Antrag Schott durch die Regierungsantwort für erledigt zu erklären. Sin Antrag der Abg. Knoll und Hattern er, in dem die Hess. Regierung ersucht wird, eine Aufwertung der Sozialrenten durchzusetzen, entfessell eine längere Debatte. Abg. Dr. R i e p o t h (D. Dp.) greift eine Aeuherung des Abg. Delp auf, daß der Staat 50 Prozent bei den Sozialrenten zuzahlt. Auf dem Lande sei bas anders als in den Städten. Hier würden die erforderlichen Beträge durch die Kreise und die Gemeinden aufgebracht, der Staat leiste dazu nur einen Zuschuß, aber keineswegs 50 Prozent, sondern ungefähr 35 Prozent. Hiergegen, müsse Einspruch erhoben werden. Der Staat habe auch versprochen, Zuschüsse zu der örtlichen Armenpflege zu leisten, bis jetzt aber das Versprechen nicht gehalten. Der Ausschußantrag, der dem Antrag Hatte- mer zustimmt, wird angenommen. Ein Antrag der Abqg. Blank, Weckler und Hoffmann-Darmstadt über die Eröffnung und Fortführung von sogenannten S t r a u ß w irisch a f t e n wird nochmals an den Ausschuß zu- rückverwiesen. 'Der Ausschuß hatte sich für eine Verlängerung der Aufrechterhaltung der *5 trau ft» wirtschaft ausgesprochen- der Minister wandte sich dagegen. Ein Antrag der Abgg. Dr. Werner und Gen. über Kartellmißbrauche wird angenommen. Ein Antrag der Abg. Birnbaum über die Angliederung einer Studienanstalt an die Höhere Mädchenschule in Gießen wird von der heutigen Tagesordnung a b g e f e tz 1. Zu einem Antrag der Abg. Birnbaum, Dr. Keller, Scholz und Geir wegen des Uebergangs der begabten Schüler zur höheren Schule teilt Abg. Dr. Kel- l e r mit, daß der Airsschutz der Ansicht sei, daß Hessen dieselbe Regelung der Frage vornehmen müsse wie das Reich. Gestern habe der Reichstag einen Beschluß hierüber angenommen. Der Ausschuß beantrage demnach, den vorliegenden Antrag für erledigt zu erklären. Dies geschieht, nachdem vorher die Vertreter der 1 Linksparteien Erklärungen über ihre grundsätzliche Stellungnahme zur Grundschule abgegeben hatten. Zum Schluß der Sitzung wurde die Wahl eines Untersuchungsausschusses zur Prüfung des Himmelsbach-Skandals vorgenommen. Es werden aus jeder Partei (mit Ausnahme der Kommunisten, die nicht Fraktionstärke haben) Mitglieder in diesen Ausschuß gewählt. Um 1 Uhr werden die Beratungen abgebrochen: nächste Sitzung Montag 10 Uhr mit der Tagesordnung: Aussprache über die Rede des Finanzmini st ers vom Dienstag. Anträge des Hessischen Bauernbundes. Darmstadt, 2. April. (Eig. 'Der.) Der Hessische Bauernbund hat beim Hess. Landtag nachstehende Anträge eingebracht: 1 Abänderung des Ministerpen- ionsgesetzes. Der Landtag wolle die Regierung ersuchen, alsbald eine Regierungsvorlage vorzulegen, in welcher das Mrnist erpensionsgeseh vom 19. Juli 1919 abg«ändert wird, so daß es der chwierigen Finanzlage unseres hessischen Staates angepaßl wird. 2. Vereinfachung des Gesamt- teuerwesens. Es wird beantragt, der Landtag wolle die Regierung ersuchen, ihren Einfluß bei der Reichst eg Gerung in nachstehendem Sinne geltend zu machen, daß a) eine Vereinfachung des Gesamtsteuerwesens im Reich sowie bei den Einzelstaaten angestrebt wird: bl den Einzelstaaten sowie den Genwinden ihre Selbständigkeit im Steuerwesen, ähnlich wie in der Vorkriegszeit wieder zuge- wiesen werde: c) die von den Steuerbehörden von den Steuerpflichtigen verlangten Steuererklärungen in möglichst einfacher Form gehatten sind, so daß es den Seinen und mittleren Betrieben, welche besonders bei Der Landwirtschaft keine Buch sich rung haben, leichter gemacht wird, diese (SiÜärung abzugcben. 3. Der Landtag wolle beschließen: Zur Beschaffung von Saatgut, Düngemitteln und anderen Bedarfsgegenständen des landwirtschaftlichen Betriebes wird erneut ein Kredit von 3 Millionen Mark seitens des hessischen Staates zur Verfügung gestellt. Der Kredit ist in derselben Weise an die kreditbedürftigen Landwirte zu bringen, wie der Rotstandskredit im Herbste 1924. 4. Der Landtag wolle beschließen: Der Hess. Staat leistet für den Betrieb der Aulopoft- verbindung Feldkrücken"— Mücke einen jährlichen Zuschuß in der gleichen Höhe, wie ihn die beteiligten Gemeinden aufzubringen haben. Der Zuschuß der beteiligten Gemeinden wird zur Zeit auf rund 3500 ML. anzuschlagen sein. 5. Der Landtag wolle beschließen: Die Verfügung des Minrsteriunrs für Arbeit und Wirtschaft vom 20. Februar 1925 betr. Arbeitsbeginn im Bäckerei ge werbe ist dahm zu andern, daß der Arbeitsbeginn für alle im Bäckereigewerbe Deschäftigteu — Weister. Gesellen und Lehrlinge — von 5 Uhr morgans ab gestattet ist. 6. Der Landtag wolle beschießen: Die Lokal- bauve rwaltung in Hessen ist zu vereinfachen. In erster Änie ist die Z u f a m m e n » legung deS Hoch- und TiefbauwesenS in ein Amt durchzuführen. Soweit eS die Der- hältnifse gestatten, ist außerdem die Zuweisung mehrerer Kreise an eine Lokalbauverwaltung ins Auge zu fasten. Die Versorgungsanwärter in Hessen. D a r mst a b t, 2. April. Die Abg. Dingel- bei) (D. Dp.) unb Gen. haben zur Einstellung von Versorgungsanwärtern im Volkstaat Hessen nachstehenden Antrag im Landtag eingebracht: „Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, a) mit aller Kraft dahin zu wirken, daß die Staats- und Gemeinbe- behorben in weit größerem Umfange als bisher den zivilbien st berechtigten Angehörigen ber Wehrmacht Möglichkeit bieten, in Beamten ft eilen einzurücken; b) alsbald eine Zusammenstellung vorzulegen, aus der hervor- ?eht. 1. Wieviel Zioildienstberechtigte feit dem . April 192 in den staatlichen Dienst übernommen worden find, 2. welche Stellungen vom 1. April 1925 den Zivildienftberechtigten zur Verfügung stehen. Ausstand in Südwest-Afrika. L on d o n , 3. April. (T. U.) „Daily Expreß" meldet aus Kapstadt, daß sich in der früheren deutschen Kolonie Deutsch-Sübwestafrika die Reho- b o t s empört haben. Die Aufftänbischen sinb mit modernen Feuerwaffen ausgerüstet. Die Behörben haben 150 Kolonisten mit 6 Maschinengewehren an Ort und Stelle entsandt. Außerdem werden alle verfügbaren Truppen zusammen- gezogen, um die Aufftandsbeweaung niederzuwerfen. Der Führer des aufständischen Stammes hat telegraphisch den Völkerbund um Intervention ersucht. Gleichzeitig laufen beunruhigende Meldungen aus dem Betschuana-, Basuto- und Swazi-Lande ein. Kleine politische Nachrichten. Die Beratungen der Parteien zur Reichs- Präsidentenwahl ergaben keine neuen Gesichtspunkte. Die Weimarer Koalitton wird sich voraussichtlich auf Marr als Dräsidentschafts- tandidaten und Otto Braun als preußischen Ministerpräsidenten einigen. „Morning Post" und „Daily Herald" drücken ihr Mißfallen darüber aus, daß ein großer Eisenkonzern Westschottlands bei der A. E. G. zwei große Turbinen bestellt habe und betont die Tatsache, daß die deutschen Forderungen höher gewesen seien, als die einer britischen Firma. * Am 5. April wird in Bvrdighera die Verlobung des belgischen Thronfolgers mit der Prinzessin Mafalda, der zweiten Tochter des italienischen Königspaares, gleichzeitig mit der Verlobung des Prinzen Humbert von Italien mit der Prinzessin Maria Josepha gefeiert werden. Der König und die Königin von England werden an der Feier teilnehmen. * Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat ht namentlicher Abstimmung einen Antrag Der öOoiaiDenroTraten gegen Die üttmmen oer Kommunisten, Der Deutschnationalen und eine» Teils Der Vollspartei und der WirtschastSpartei angenommen, der die Umbenennung der Budapester- und Sommerstraße in Friedrich Ebert-Straße verlangt. Aus aller Welt. Schweres Bauunglück in Leipzig. Dresden, 2. April. (WTB.) Bon der Presse* stelle der Aktiengesellschaft Sächsische Sßerfe wirt mitgeteilt: Bei dem Bau des Braun kohlen-Groß kraftwerkes in Böhlen bei Leipzig ist heute nachmittag 4 Uhr ein von außen fertiger Schorn ft ein, bei dem die innere Futtermauer bis auf die letzten 40 Meter fertig war, plötzlich e t n g e stürzt. Dabei find zehn S «Hornstein maul' e r leicht und einer schwer verletzt. An ber Bergung ber Verunglückten wirb gearbeitet. Die Ursache bes Unglücks ist noch nicht festgestellt. Die Untersuchung ist im Gange. Zu ber Einsturzkatastrophe erfahren wir noch, baß in ben späten Abendstunden e r ft zwei Schwerverletzte geborgen 'werden tonten. 14 Schornsteinmaurer, die wahrscheinlich getötet worben sinb, befinben sich anscheinenb auf bem Boden ber eingestürzten Esse. Um bie Verunglückten zu bergen, werden umfangreiche (Sprengungen in bem unteren Teil bes linken cochornstems, ber einen Durchmesser von neun Meter Hai, notwendig sein. Vergebliche Derfuche zur Befreiung der Bergleute i« Rewcastle. London, 3. April. (T. U.) Die Versuche zur Rettung der 37 oder 38 durch ben Wasserem bruch bei Newco ft le abgeschnittenen Berg ( e u t e sind auch gestern ergebnislos verlaufen. Mai' hat Horchapparate angebracht, wie man ft' im Kriege verwendet hat, um festzustellen, ob bi< abaeschnittenen Bergarbeiter noch irgendwelche Lebenszeichen von sich geben. Die Derfuche haben bisher keinen Erfolg gehabt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. April 1925. Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Hessen. Von Ostern 1925 tritt in Hessen eine N e u- ordnung des höheren Mädchenschulwesens in Kraft. In einer längeren Verfügung bes Landesamts für bas Bilbungswefen werben bie Haupllinien dieser Neuordnung gegeben. Es fei daraus heroor- gehoden. was die Nichtfachmänner interessiert. Die höhere Mädchenschule, die von setzt ab den Namen Lyzeum führt, wird in Zukunft sechs Klassen haben, d. h. die siebente (seither unterste) Klaffe wird aufgehoben. Die Schülerinnen treten aus der Grundschule in bie Sexta ein unb aus der Untersekunda aus. Die höheren Mädchenschulen mit Stubienanstalten heißen fortan Obe rlyzeum sie Haden also nur 12 Jahrgänge, nicht mehr, wie seither, 13. Die äußere Organisation ber Mädchen schulen ist also derjenigen der Knabenschulen angeglichen. Mädchen wie Knaben werben bie mittlere Reife nach 6 .Jahren erreichen, bie Reifeprüfung nach 9 Jahren ablegen. Ob bie Serminberung bes Lehrgangs ber Mäbchen um ein Jahr ein Borteil ist. muß erst bie Zukunst kehren. Auf bett ersten Blick hat man den Eindruck, als ob durch Zusam- menbrängung bes Lehrstoffes von sieben auf sechs Jahre ben Mäbchen von jetzt ab mehr zugemutet werben mutz, als seither. Wie sich bie Berhaltnisse in ber Wirklichkeit gestalten, muß sich noch zeigen. Das Frembwort Lyzeum kann man vielleicht be- bauern. Nachdem aber Preußen unb bie übrigen beutschen Staaten diesen Namen gewählt hatten, mußte auch Hessen ihn annehmen. Die Neuordnung kann felbstverstänblich erst nach unb nach durchgeführt werden. Die Schülerinnen, bie Ostern 1924 unb früher eingetreten sind, müssen ben alten siebenjährigen Lehrgang durchlaufen. Erft die Ostern 1925 ein getretenen Schule rinnen können nach ben neuen, auf sechs Jahre be rechneten Plänen unterrichtet werden. Eine angenehme Folge hat die Neuordnune gehabt. In Hessen gab £=> bei der diesjähriger Osterverfetzung in ber siebenten Klaffe keine sitzengebliebenen Schülerinnen. Alle mußten nach bei sechsten Klaffe kommen: wenn auch biejenigen, di« schwach waren, nach der Sexta neuen Stils wandern, lo ist das nur ein kleiner Schönheitsfehler, von vielen nicht beachtet. Rach der Sexta sind fi« alle gekommen. Steuerkalendev für April. Im Monat April werben bie nachstehenß ge nannten Steuern fällig: 5. April: Lohnsteuer für bie Zeit vom 21. bis 31. 3., einschließlich ber für bie Zeit vom 1. bis 10. 3. bzw. 11. bis 20. 3. noch nicht abgeliefenten Beträge, ahne Rücksicht auf beren Höhe. 10. April: Einkomensteuer-Dorauszahlung, Äör» perschaftssteuer-Dorauszahlung, oorläuf. staatliche Gewerbesteuer für 1925 (60 Proz. ber Einkomme»- fteuervorauszahlung), Umsatzsteuer - Dorauszahlu«^ für Marz bzw. I. Vierteljahr 1925. 15. April: Lohnsteuer für die Zeit vom 1. bis 10. 4., sofern der Gesamtbetrag 50 Rm. übersteigt 18. April: 1. Ziel der Scmberfteuer vom bebauten Grunbbesitz für 1925. Die Zielbeträge sind die gleichen, wie bei der ©onberfteuer für 1924 Eine besondere Anforderung ergeht nicht. 25. April: Lohnsteuer für bie Zeit vom 1. bis 20. 4., sofern ber Gesamtbetrag für biese Zeit 50 Rm. übersteigt ober mit ben für bie Zett vom 1. bis 10. 4. einbehaltenen unb noch nicht ab- gesührten Beträgen zusamen mehr als 50 Rm. ergibt. Mit Ausnahme ber Lohnsteuer gilt für alle Steuerarten bie 7tägige Schonfrist. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater: 7.30 Uhr ..Die heilige Johanna". __Deutsche Demokratische Partei: 8.30 Uhr Hotel Schütz Generalversammlung. 8 Uhr. Werbe* umzug Der Radfahrer durch die Stadt. Wettervoraussage. Zunächst Abkühlung, schwächer bewölkt, zett- weise ausheiternd. tagsüber milde, trocken. Ausläufer nördlicher Wirbel haben unk’ Gebiet überquert unb kurze Riederschläge in Form von Schauern verursacht. Vor der Hand besteh' Aussicht für Anhalten des zeitweife heiteren trockenen Wetters, doch sind A'izeichen vorhandeir daß von Rordwesten neue Störungen heranziehen die unser Gebiet jedoch morgen noch nicht er« reichen dürften. •• Der Beitrag für die Erwerb-- lofensür sorge beträgt ab 1. April 1 Proz^ des nach den Krankenkaffensätzon bemessen«» Gmtndlohnes, 1 2992A Zum goldenen Engel". Frühjahrs-Neuheiten Neu erschienen: „Fips Lachxeitung für liebe kleine Kinder." >27D 3-4 grofee Zimmer mit Küchenbenutzung gegen Lchnlstrah« 7. D Kl. Kl. Kl. Kl. ®e sind bei den [Der Küche Schatz! Der Hausfrau Glück! Dasffl^ß^iutteirMeisfexsföck! pari.. be|te Geschäftslage, mit Was und elektrischem Licht zum 1. Mm zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 02$M8 an den Gießener Anzeiger. 55 TM.. Bvchenschnittbolz 2. Kl 58 Mk 3. 53 Ml 4. Kl. 40 Tltt. Kiefernschnittholz 3 4J ML. Cßchenschnittholz 1. Kl. 116 Mt. 2. 101 ML. 3. Kl. 112 Ml., Fichtenschnrttholz 2. 41 ML. 3. Kl. 34 ML gute Bezahlung in gutem Haufe gesucht. Schriftliche Angebote unter 02940 an den Giehener Anzeiger erbeten. T* nur So Ptg^ Tfc^lcrzcirung „Der kleine Coco” ffrafls. fohlt sich gar nicht wohl-fr geht auf Reisen, um einen Sp ezia- listen zu befragen. 7nö Tagen will er an dieser Steile Nachricht von rieh geben Ws fisue Epoche im Automobilverkehr schuf der Ballonreifen. Einem weichen Polster ähnlich gleitet er sanft über Schotter und Löcher hinweg und schont Motor, Chassis und Ihre Nerven. Fahren Sie daher von jetxt ab nur Personalien irmoroti wurden: der Steuerprattikant Friedrich Aothermel aus Gieren zum Obcrfleuerletretör beim Finanzamt Stoffe für Herren- und Damenbekleidung Schaden uno gab bem Flurhüter den Ann rag. den vermeintlichen Täler A. seinen Aachbarn. anzuzeigen. Der Flurhüter tot dies auch und X wurde mit einer Polizeiftraic belegt Au» leinen Antrag auf gerkb "'.ix EnNcheidung wurde R vvm Amtegericht Wetzlar freigesprochen, nachdem ietzgesteill worden war. dal) er seit fünf Jahren schon nicht mehr der Aachbar des An geklagten ist. wurde nun ein Verfahren wogen wissentlich falscher Anschuldigung eingeleitel S>et Flurhüter, der Gehilfe sowie der Angeklagte bekundeten beute ubereinftiin inend, bah sie bi» zur ixruraligen Verhandlung in Wetzlar der bcftimuiten Meinung waren, dall Ä. der 2lad>bar de» Angei lagt en fei Au» tiefen Schluftsolgcrungct'. he rau».- Iprach das Gericht den Angeklagten in Ikbercmftimmung mit dem Der leidiger und der Staatsanwaltschaft frei und legte auch die Kosten der Verteidigung der Staatskasse zur Last. Schlank sein heißt jung sein! Hebermänlqc Körperfülle macht alt und setzt da» Wohlbefinden herab. Wir raten Ihnen, in der Apotoeke 60 oder 30 Gramm echte ?oIuba«Memv zu laufen, die unschädliche Stoffe von settzehrcndc: Wirkung enthalten Sicher: Linivcrfitäts-Apotheke mehr von einem seiner Söhne und einem Hilfen verrichtet werde 3m Herbst v 3». fein Lohn und der Getnlst zu ihm gekommen haben ihm gemeldet, dah fein Land an Grenze gan.; zerfahren fei. er beTab sich Verkäuferin für die Abteilung Damenkonfektion gesucht. Schriitliche Angebote unter 3458D ar. den Giehener Anzeiger erbeten- Leistungsfähige Firma sucht zum Verkauf ihrer Backöfen tücht. Vertreter für den Bezirk Gießen. Schriftliche Angebote unter 3415L an den Gießener Anzeiger erbeten Bauer, Tuchhandlung Detailverkauf Moltkestr. 22 I. Stock Offenbach-Ltadr: der Verwalt ungSrnspertvr Adolf A ü f f e r zu Offenbach zum geschäftSl.-itenden Berwaltungsinfpektor bei dem Kreisarnt Schotten: der Oberlandmeffer Friedrich Bischoff zu Büdingen zum Oberlonbrneflei beim Bermestungs- amt Friedberg: der Oberlandmesser Georg Holler zu Friedberg zum Vorstand des Der- meffungsamt» .yürtb L £).; der SchularntSanwär- ter Cugen Döll au» Ufa. Kreis Lchotten. »um Lehrer an der VoUsichule zu Schabenbach. Kreis Alssrtd, der Schularnlsanwärtei Wilhelm Si- des Angeklagten zsgesprochen worden Der Angeklagte besetz» tn Obetwp mebcerr Morgei Land BiS vor etwa 5 3adoen war fein Aachdai bet Baler de» bcutiflca ^Krügen R.. feit bittet 3eu ist der Landwirt K. fein Aachbar Der An geklagte gab an. baö er eine Schreinerwerkstat! mit etwa 10 (Menen betreibe und sich um dir Landwirtschaft nicht kümmern tonne, diese viel WM-Wils gesucht gegen sofortige Vergütung MWD Eduard Rieger Gartenbaubetrieb Schriftsetzer gesucht. Brühl'sche Druckerei •* wenfuyru n g oer oommer^ett tu, besetzten Gebiet. In der Nacht vom 4. zum 5. April wird im besetzten Gebiet die westeuropäifdzc Sommerzeit ingeführt. Da in Deutschland von der Einführung der Sommerzeit abgesehen worden ist und die mitteleuropäische Zeit bestehen bleibt, stimmen die Uhren überein, und die seist bestehenden Zeitdiftrenzen aus den llebergangsftationfn fallen weg. Be> Rückkehr zur westeuropäischen Zeit, die in der Zeit pom 3. zum 4. Oktober stattsindet. treten feistverständlich die alten Abweichungen wie der ein. -d Städtische Autzholzverfteigc. i'ung Bei der gestrigen Schnitt- und Bau. holzversleigerung der Stadt Gieften wurden folgende Preise erzielt: Gichenschnettholz 1. Klasse 145 ML. 2 Kl 120 Mk. 3. ÄL 30 THf . 4. ÄL mon aus Friedberg zum Sehrer an der Volks- (djute zu Sttingslxiu'en. Är. Gieften Johanne» AllhauS aus Biebenkopf zum Pfleger an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Giesten. Bertctzt wurden: der Förster der Försterei Stornfels Adam Jakob zu Stornfels in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Alchen. Forstamt Sieburg; der Förster der Försterei Helpershain Friedrich B e n s e l zu Ulrichstein m gleicher Dienfteigenschast m die Fvrsterci Mitteldick, Forst- amt Kelsterbach 3n den ‘Kubeftanb verletzt wurden: der ordentliche Professor für ibstematische Theologie m der theologischen Falultät der Lan- deSuniverfität G i e st e n Dr. Emil Hugo Walter Mayer zu Giehen auf fern Aachsuchen mit Wirkung vom l. 2Lt>ril 1925 ab. der Oberneal- lebrcr an der Höheren Mödchciischule zu G ic hen Georg Straub auf fein Aachfuchen mit Wirkung vom 16. April 1925 ab; der Gendarmerie» wachtmeisier Eberhard Klein in Kondors auf sein 2kachsuchen unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirtung vom 1. Mai 1925; der Oberauffebet bei dem Staatlichen Brauntohlenwert L dwigshvftnung dec Bergwerks- und Är aftiuerf »bir ?f tion Wölfers heim Frtedcich F a s s a u e r in Wöllersheim auf fein 2kachfttchen vom 1. April 1925 an. Sntinentaf ^iailon ’Qerfen^^? (Fahr! nach der ..Ccntinentil.StraKeokarte" !) Kleine Straskommer Wetzlar. - Wetzlar, I April. Unter dem Vorsitz des Landgerichksdirektors Gunst kamen heute drei Straf fälle vor dem Beruf ungsgerich' zur Verhatrdlmrg. Die Anilage wurde durch Oberstaatsanwalt Sv. Backmeister vertreten. DaS Servierfräulein Seima D. kam eines Abends im März 1922 in die Gastwirtschaft Aölch in Wetzlar, um dort eine Stelle als Kellnerin an^utreten. Mil einer Ehefrau M. übernachtete sie in einem Zimmer. Am nächsten Morgen verschwand die D plötzlich aus Wetzlar, und die Ehefrau M. muhte feftttellen, Last ihr aus der Tasche ihres Mantel. der im Schlaf- jjimmer hing, 45 Mari abhanden gekommen waren. Als Täter kommt nur die Angeklagte in Frage. Sie ist dieserhalb vom hiesigen« Schöffengericht am 22. Juni 1923 zu einer G e - fängnis strafe von 1 M o na k verurteilt worden Mil der Begründung. daft sie unschuldig sei, bat fie gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Diese wurde heute verworfen, da die AngeÜagtc nicht erschienen war. Nutzholz-Submission Die Kirchengemeinde Crumbach verlauft auf den, Wege der Submission folgendes Autzholz. Los 1 Schniustämme 8Stück mit 6,45 5fhn. Fichten. Aadelholzstämme 2. Kl. 12 Stück mit 16,63 Fstm. Fichterr. 2 Aadelholzstämme 3. KL 71 Stück mit 45,61 Fstm. Fichten. 3 Aadelholzstämme 4. KL 290 Stück mit 70,06 Fstm.vFichten. 4 Srlen-Auhstämme 5 Stück mit 1,58 Fstm. Srlen Erlen-Autzrollen 4 Am. 2 Mtr. lang. Auskunft erteilt Herr Förster Zesrich. grantenbad). Angevote bis 16. April, mittags 2 ilfcr ans Pfarramt Crumbach. Aenderungen und Genehmigung bleibt Vorbehalten. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daham Dienstag, dem 14. April, vormittag- von 10 Llhr ab in Crumbach 84 Stangen L KL, 80 Stangen 2. Kl., 30 Stangen 3. Kl. versteigert werden. Crumbach (Poft Aodhenn a. d- Bieber), den 1. April 1925. Der Kirchenvorstand. 3 A.: W. A. Schmidt. 341SV tv, Unb aS ,B Ni E'n Sfig TU 9en jjJ’ i®e( MS &***• ?*« i* >icfigen Wohnungsamt versehen Der Angeklagte gibt nun an. er habe diese Bescheinigung eines Lages auf dem Lisch feines Zimmers vorgesnnden, und da das Wohnungsamt an und fih sich mit dieser Aäumungsfache beschäftigt war, habe er angenommen, dast diele Bescheini-' gung tatsächlich die Entscheidmrg des Wohnungsamts darstelle. Mil dieser Bescheinigung ging er in die Wohnung der Feugin D, las ihr diese vor uiü> fragte, ob sie nun bereit sei. das Zimmer zu räumen. Die Zeugin D. willigte ein. und baS Zimmer wurde sogleich geräumt. Aach vollzogener Aäumung übergab der Angeklagte b'C Besd-einigung der Zeugin D, die sie dann an ihre Mutter weitergab. Auf diese Weife kam die Fälschung an das Tageslicht Der Angeklagte betritt gan* entschiedet', gewnstr au haben, dast die Befcheinigting gesälfcht fei. fönst hätte er sie zerrissen und leinen Gebrauch davon gemacht. sie keineswegs ober feiner Gegnerin ausgehändigt, um to die ISntdeckung der Fälschung nod> zu erleichtern. Die Zeugin D. gab an, aus Angst vor dem Angeklagten bei ihrer polizeilichen Vernehmung zunächst die Anwahrheit gesagt zu haben, sie gab weiter an, der Angeklagts habe versuch!, sie dahin zu überreden, dast |ic vor Gericht auslage, sie habe die genannte Bescheinigung vor der Türe ihrer Wohnung gefunden. Da auch der Qlugellagte sich in Widenprüche verwickelte, sah das Gericht seine Schuld als erwiesen an und erkannte auf Verwerfung der Berufung Der Schreinermeister Hch, V. aus O b c r = ir e y ist vom hiesigen Amtsgericht wegen iviffent- sich falscher Anschuldigung zu 300 M t Geldstrafe üerurteilt, ferner ist dem Deleidiglrnc •• Heute abend Werbe- Umzug der Aadfahrer. Man schreibt im8 Der von den vier ®iefunei Radfahret>Bereinen im Bunde deutscher Aadsahr^r für heute s Freitag) abend vorgesehene Lampion-Llmzug mit Muiik wird um 8 ilbr in der ANcestraste seine Aufstellung haben und von dort aus folgenden Weg n Omen: Alice- strafte - Westanlage — Baynhvfstvoche - Ka- vlansgasfc Selters weg — Südanlage — Reuen BSue Schulftrabe KirchenplaN - Lindenplatz - Landgraf-Philipp-Platz - dencTcnberg- strafte — Moltkestrahe -- Kaiserallee Liebigs» höhe. Die Ansprache auf dem LandgraftPhilipp« Matz wird gegen 8.45 Uhr sein. Wie bereits aus den Anzeigen in unserem Blatte ersichtlich, fall die Veranstaltung den Zweck verfolgen, eine arofte Werbetätigkeit für den Bund 'Deutscher Aad- fobrer zu entfalten, insbesondere ist hierbei an 5te Jugend gedacht Der Bund Delttscher Radfahrer ist im Fahre 1884 gegründet, er erstreckt sich über daS gesamte Beichsgebiet. @r ist ber älteste und gröfttc Aadsportverband des Aeiches und ist al» einziger Radfportverband mit Sih und Stimme im deutschen Aeichsausschuh für Leibesübungen ®r ist frei von allen politischen und lonfeflierteilen Bestrebungen. Die radsportliche Fugenderganisativn des Bundes Deutscher Radfahrer hat sich $u einem beachtenswerten 'Faktor für die Srtsichttgung unseres Nachwuchses mlwickell *e Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhe|fen findet am Samstag, 4. April, vormittags im Sitzungssaal des Regiernngsgebäudes .zu Tieften statt mit folgender Tagesordnung: 1. Die Besoldung des Bürgermeisters und der Ge- meinbebeamten in Nieder-Ofleiden; hier: Berufung des jkreisdirektors des Kreises Alsfeld gegen das Urteil des Kreisausfchuffes des Kreises Alsfeld vom 15. Oktober 1924. 2. Antrag der Gewerkschaft ..Louise" in Nieder Ohmen auf Enteignung von Grundstücten in den Gemarkungen Freiensee»» und Lardenbach auf Grund des 'Kn. 123 ff. des Berggesetzes zur Erweiterung einer Klärteich-Anlage. I Vermietungen | öenfion BranM Neuen Bäne rr Gut inöbl.3immer mit 23crbficnnni. Tel. 10ü\ _WD msb'i. Zimmer »ii verintctcn (l4M} Licher Strafte ir>3. I Mietyesiiche | Meldet alle freien möblierten Zimmer dem WobnunnS nmtbcretiibeuteiv Hilfe. Tägl. zwiscv. 8u.l Ubrnorm. I „D Bismarck'tr. Iß III UUll,.lllll,llill,lllll'llllllll:. Zanger Kani- manu aus guter Aa-nllie lucht oev bald ichSnes, pt miitlicheS Zimmer mit voller Pension in unr bess. Hanse. (scbrlhL Angeb. m. Breit- annabe unt 02910 an d. Giest An». i»। h 11111111111111111111111 »nnn Alleinstehender Be anuer sucht Zlsersßä» M'. wohnliche.Zwecke mdflli t’it sofort. Cchristl. '.naebote unter 0ÄM an beu Giest Au», erbeten. Rahma ^MARGARINE butterg leidig nd Land. Öen 1 April IW 's Höheren >- in Mn. Hessen eine «tu -"kädchenschul >ung btt Lanbeeamts dir Häuptling! Lr fei daraus inner iiürreffuri. »le. die von fetzt ad . wird 'm Zudwfl sechs brnle sseither untefte) >e Spulerinnen treten Seflo ein und aus der ren Mädchenschulen mit Mi Dberlgjeum jänge, nicht mehr, wie miiation der Wbchen er fciQbeniätuknangc en roerben die mittlere chen, die Reifeprüfung die Sermtnberuni bet ein Zahr ein Borteil edren. Sus be* elften als ob durch Husam- i dom fieben auf feite 1 ab mehr ytymutet ,e sich bie Derhältnisie muh sich noch yiyn. M man vielleicht bt^ uhen unb die übchvt hmtn tzewM Mn, mehMn. u selbstvechönblich erst rt werben. Die Schule »früher eingetreten sind, hrigen Lehrgang durch- !5 eingetrettnen6d)ulr uen, auf sechs 3^» k tet werben. e hat die WWt s bei brr biesiohnger nlen W keme sitzen Alle mußten nach * SiXfi für AprU. tti 8*/o Uhr abends, ttr. Bereiu-lokal: Monats- versammlung, Tages-Ordnung: 1. Wahl eines Bei sitzers, 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Er» scheinen bittet 3**c der Vorstand. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme und den vielen Kranzspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer für die tief tröstenden Worte und dem Gesang- und Posaunenchor der Stadtmission für die dem Entschlafenen dargebrachten letzten Grüße. Elisabeth Dominick und Kinder. rektion der Heil-und Pflegeonstalt Giehen,. öiign» Licher Str. 106. 3435h I Licker Strafte 106 Jüngeres Mädchen für tagsüber gesucht. Schriftl Angebote unter 02933 an den Gieh. Anz. erbeten. für die Karwoche erbitte mir rechtzeitig 3455c August Wallenfels Feinkost- und Weinhandlung am Kriegerdenkmal. Tel. 1662. J. Hirz, Kunsthandlung Gießen, Selters weg Nr. 22 Ausstellung (I. Etage) ist am Sonntag von 11-1 Uhr geöffnet. Itiieetoii tauch Anfängerin! sofort gesucht. smoD Schlotzhotel Braunfels a. b.L. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei dem uns betroffenen schweren Verluste durch das Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Hartmann am Grabe, sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Albert Müller und Kind nebst allen Angehörigen. Heute entschlief nach langem, schwerem Leiden unsere liebe, treue Mutter und Tochter Frau Oberstleutnant Möller Wwe. Viktoria geb. Weith. Heute Nacht ist unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tante, Base und Schwägerin Frau Frida von Hardegg geb. Winter Witwe des f Königl. württemb. Generalmajors Richard von Hardegg nach langem, mit vorbildlicher Standhaftigkeit ertragenem Leiden sanft entschlafen. Im Namen der Familie: Otty Hofmann geb. von Hardegg Dr. Hermann Hofmann, Stabsarzt in der 5.(Württ.) Div.-San.-Abteilung und zwei Enkelkinder. Gießen, den 3. April 1925. Die Beisetzung findet in aller Stille in der Familien- verachafft alten o neuen Pußbödeo und Treppen Farbe und Glanz tob unerreichter Schönheit u. Dauerhaftigkeit bei kinderleichtem Arbeite® Der .Büffel9 bürgt für Qualität Jubiläums-Ausstellung aus Anlaß des 50-jährigen Geschäftsjubiläums Auslosung von 20 Kunst-Gegenständen Kostenlose Loseabgabe an die Besucher Auslosungstag; 15. April 1925 :: :: :: :: WriÄta mit guter Schul» blldUNg sucht [01335 Ccbubbaus L. Bernhardt, Schulstr 10. m 3m kühlen Grund Von 10 Uhr ob: 02957 Meile mütat Wäcta aus achtbarer Familie kann eintreten. 02955 Papierhandlung Jung, SelterStveg 33. 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Der Gesomthaushalt schließt in Einnahme und Ausgabe mit 7,3 Milliarden Reichsmark ob (allgemeine Reichsoerwaltung 5,9 Milliarden, Kriegslasten 1,4 Milliarden Mark). 2er haushalt für die Kriegslasten (bisher Haushalt für rund 162 Millionen Rm. zur Deckung der außer halb der Annuität des Dawes-Planes dos Reich belastenden inneren Reparotionskosten aus den ordentlicher« Mitteln des Etats, 142 Millionen Rm. müssen als Zuschußbedars auf dem Dege der Anleihe flüssig gemocht werden. Nimmt man hierzu den Zuschußbedarf des außerordentlichen Etats der allgemeinen Reichsoerwaltung von rund 136 Millionen Rm., so ergibt sich ein Gesamtanleihe- bedarf von 2 7 7 Millionen R m., dessen Deckung im Wege der Anleche wohl noch aus einige. Schwierigkeiten stoßen dürfte. Vorläufig erscheinen diese 277 Millionen noch ohne Deckung. Von Einzelheiten des Etats seien hier nur einige erwähnt- der Reichsdruckereibetrieb, angeblich kaufmännisch aufgezogen, soll einen Ucberschuß von 1875600 Rm. abwerfen. Die wirtschaftsorganisatorisch selbständigen Verkehrsinstitute, Post und Eisenbahn, «verden dem Reich im Etatsjohr 1925 (1. 4. 25 bis 31. 3. 26) ein Betriebsüberschuß der Post noch eine eventuelle Dividende auf den Aktienbesitz des Reiches an der Reichsbahn in Ansatz gebracht. Der Anteil des Reiches am Reingewinn der Reichsbahn fließt jetzt bestimmungsgemäß dem Tilgungsfonds zu, der bei der Reichsbonk zur Einziehung der umlaufenden Rentenbankscheine gebildet ist. Zur Durchführung der Dahl des Reichspräsidenten sind 1,5 Millionen Rm. in den Etat eingestellt, mit 40 Millionen Rm. ist die Gewährung von Renten an bedürftige Inhaber fetbstgezeichneter Kriegsanleihe in Ansatz gebracht. Der Reichstag erfordert einen Zuschuß von 5,7 Millionen Rm., davon entfallen 3,2 Millionen auf Diäten für die Abgeordneten. Neben besonderen Tagegeldern für Ausfchußsitzungen erhält jeder Abgeordnete im Monat 568,50 Rm. als Diäten. Die Lasten aus dem Londoner Abkommen sind in dem (Etat für die Kriegslasten, den wir bereits oben erwähnten, enthalten. Von den insgesamt angesetzten 1400 Millionen Rm. entfallen 1095 Millionen auf die Erfüllung des Sachverständigengutachtens, auf sonstige Ausgaben 305 Millionen Rm. Der Etat hat die Zustimmung des Reichs - r a t s bereits gefunden. Der Reichstag wird sich in aller nächster Zeit damit zu beschäftigen haben. Aus der Provinz. Landkreis Gietzeu. £ Miefeck. 2. April. 3n unserer Äe- iwehrtw wurden im März folgende Erwerbs - lose gezählt: 2m 1. März 35 männliche. 5weiblich«. 45 Zuschlagsemplänger am 6. März: 36 männliche. 5 weibliche, 48 Zuschlagsempfänger; am 13. März 39 männliche. 5 weibliche, 57 Zu- schlagSempsänger: am 20. März: 45 männliche. S vewltche. «S Zuschlagsempsänger; am 31. März: 41 männliche, 5 weibliche. 58 ZuschlagSemp- sänger. Außerdem wurden 58 Sozialrentner und 19 Kleinrentner in der Sozialfürsorge gezählt. 1 Lollar. 2. April. Zur Vornahme von Walzarbeiten ist die Straße Gießen — Lollar (vom Abzweig nach Saubringen bis Lollar) für jeglichen Wagenverkehr bis auf weiteres gesperrt. Der Verkehr wird über Daubringen geleitet. t G rünberg, 1 April. Bsl tder fiskalischen Vuhholzversteigerung in Dellers ha in wurden folgende Preise erzielt, Buchenscheiter 1. Äl. 15 Mk. 2. Kl 12 Ml . Ha inbuchenscheiter 11 Mk, Eichenscheiter 1. ZN. 10 Ml . Rundscheiter 12 Ml.. 2 Kl 8 Mk., Kiefernscheiter 6 Mk.. Kiefernrundscheiter 8 Mk.. Fichtenscheiter 4.50 Ml., Rundscheiter 3 Mk. und Buchenknüppel 8 bis 10 Ml. im Durchschnitt pro Raummeter Stockholz 6 Mk., Stammreisig 4 Mk. uni> Ast reisig 3 Mk. pro Rm. — Heute abend hielt der Bürgerverein seine Haupt- vcrsammlsung in der Wirtschaft A. Repp ab. Der Vorsitzende Schweißguth verlas den Jahresbericht, aus dem hervvrging, daß acht Mitglieder auSgcschieden sind und ein Mitglied verstorben ist. Weiter ist aus dem Bericht her- vvrzuheben, daß der Verein im Laufe des verflossenen Jahres sich besonders mit den Steuer'-, fragen sich beschäftigte, ferner hat der Verein eine günstigere Zugverbindung angestrebt, was ihm bis jetzt aber nur zum Teil, und zwar bei dem Abendzuge gelungen ist. Der Verein strebt noch einige Vergünstigungen auf der oberhessi- schen, ganz besonders aber auf der Rabenauer Strecke an. Hier muh für Grünberg selbst und für die betreffenden Orte noch manches geschehen. Den hiesigen Behörden. Geschäftsleuten und Tlrbeitern, die in der Rabenau und den Leuten aus der Rabenau, die in Grünberg zu tun haben, ist durchaus nicht hinreichend Rechnung getragen. Hierauf folgte die Rechnungsablage: sie ergab eine Entnahme von 73 Mark, eine Ausgabe von 19,88 Mk., ko daß ein Kassenbestand von 53,12 Qltt. verbleibt. Rach den Satzungen waren die drei zuerst gewählten Vorstandsmitglieder neu zu wählen. Hierbei erfolgte eine längere Aussprache, die dahin führte, daß Schweihguth wieder als 1. Vorsitzender, Oberamtsrichter Dölp und Bezirkssparkassen- Rechner D i e h l als Beisitzer wiedergewählt wurden. Für den Verkehr in Grünberg wird als sehr notwendig gehalten, daß in der Rähe den Turnhalle und beim Schloß Warnungstafeln für Autos angebracht werden. Schliehlich wurden noch verschiedene städtische Angelegenheiten besprochen. * Lang-Göns. 3. Avril. In der Karwoche. von Palmsonntag bis Karfreitag, findet eine Reihe von Vorträgen des Landes- iugendpfarrers Zentgraf von Darmstadt in unserer Kirche statt. Wer Pfarrer Zentgraf kürzlich in Reichelsheim i. d. W, oder in Dillingen reden hörte, der weih, daß hier nicht nur ein Fachmann spricht, sondern einer, her die Hessen- Jugend liebt und deshalb am Ausbau unseres Volks- und Familienlebens tatkräftig mitarbeitet. Auch aus den Rachbarorten sind Zuhörer' willkommen. (Räheres in der heutigen Anze ge.) L Hungen, 1. April. Heute gegen Abend wurde auf der Landstraße ein vom Felde heimkehrender junger Mann, der wegen eines herannahenden Autos vom Wagen heruntersprang und vor die Pferde gehen wollte, von diesem Auto erfaßt, über fahr en und sofort getötet. • Hungen. 2. April. Zur Vornahme von Walz arbeit en ist die Straße Hungen- Inheiden für jeglichen Wagen verkehr bis ans werteres gesperrt. Der Verkehr wird über Langsdorf — Dettenhausen — Bellersheim oder Hungen-Rodheim—Steinheim—Trais-Horloff geleitet. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 1. April. Die Evangelische Vereinigung zu Friedberg (Zweigverein des Cvang. Bundes) h elt auch in diesem Jahre nach gewohnter Sille einen Deutschen Abend, der diesmal einen besonders schönen Verlauf nahm. Der Evang. Kirchengesangverern, unter Leitung von Oberreallehrer Reinheimer, trug eine Anzahl passender Chöre vor, ein Mitglied des Vereins, Gießener Stadttheater. „Die Kaiserin", Leo Fall. Wenn Kritik und Publikum abweichender Meinung sind, pflegt gewöhnllch einer von beiden im Unrecht zu fein. Die Kritik meint: Wenn eine Operette ein schlechtes Buch hat. kann sie noch immer durch eine gute Partitur gerettet werden. Wenn aber die Musik noch ärmer ist — mit wenigen Ausnahmen — als der Text, dann kann weder ein flotter Schauspieler noch ein guter Sänger, noch eine berückende Ausstattung etwas daraus machen. In der „Kaiserin" wird folgendes tief ergreifende Lied gesungen: „Dui dui du. Schah, was sa—hagst du? — Dui dui dvh, 's Glück ist in der Rah!" Zu dieser Erkenntnis kommt „die Kaiserin" Maria Theresia, die wir im ersten Akt als Prinzessin kennengelevnt haben, im dritten Akt. der nach einigen Jahren in der Hofburg zu Wien spielt, itachdem sie sich mit ihrem Prinzgemahl ein ganz klein wenig (nur 6 Tage lang) entzweit und dann sehr rasch wieder versöhnt hat. Die Doppelrollen der Prinzessin-Kaiserin und des Großherzog-Prinzgemahls Franz lagen bet Meta Liebermann und Max Roller in sicheren Händen. Den Grasen Kainih fang Joseph M. Schreiber; die Gräfin Fuchs wurde von Gustl Sieger und der Edelknabe Gras Pepi Cobensl von Ernst Dadekow dargestellt. Das Orchester unter Kapellmeister Albert Michels Leitung litt an mehrfach bemerkbarer stimmlicher Indisposition • Der Spielzettel erscheint in neuer Ausstattung und ist von der Firma Fritz Rowack. Däschesabrik und Ausstattungshaus, in vornehmer Weife zu Rellamezwecken ausgenützt. Viel- leicht läßt er sich in der nächsten Spielzeit zu kleinen Heften ausbauen, in denen zu allerlei Fragen des Theaters und der herauskom- menden Bühnerwcrke vom dramaturgischen, bühnentechnischen, literarhistorischen unö künstlerischen Standpunkt aus Stellung genommen wird. e-s. * Wenn die Lustballöne fliegen... Wenn die Luftballone fliegen, Menschen über Bären siegen, Löwen mit gespreiztem Rachen Atif Kommando Mätzchen machen. Leierkasten lieblich dudeln, Radler auf dem Seile trudeln Damen mit und ohne Kleider Laut Annonce — usw. — Sagen wahr aus deiner Linken, Würstchen baß zum Himmel stinken, Karusselle kreischend drehen, Kindermädchen bummeln gehen Männer mit stets heisrer Kehle, Mädchen, schön, doch ohne Seele ,Rur 10 Pfennig Eintritt" schrein, (Gehst' du rein, dann fällst du retnl) Wenn dir arme Invaliden Taschenuhren gratis bieten Wenn du nur die Kette wolltest. Die natürlich auch von Gold ist! Wenn aus zwanzig Okularen Helden dir entgegen starren: Denke mit erhokmem Beile Reichstagsarbeit, prima Keile Ludendorfs bei der Parade, Mia May im Rordseebade, Wenn aus Limonadenflaschen Grün, rot, gelb, die Kinder naschen Wenn Schießbudensieschen lächelt Alnb Zigeunerfritzi fächelt Du jedoch mit Anneliese Schreitest auf der Jahrmarktswiese: Frl. Schünemann, zeigte sich durch Vortrag einiger Lieder, die besonders unfern Rhein zum Vorwurf hatten, als eine stimmbegabte und musikalisch gebildete Sängerin. Als Festredner' war Pfarrer Hochdahl aus Dexheim (Rh.indessen) erschienen, der in vorzüglicher Rede warme Worte an die Erschienenen richtete und diese zum Festhalten an ihrem evangelischen Glauben und am Deutschtum ermahnte. Das Schlußwort und zugleich den Dank an alle Mitwirkenden sprach in einem Schlußworte Professor Lampas. der Vorsitzende der Vereinigung. — Der gestrige, von der Landeswanderbühne veranstaltete Theaterabend brachte uns zwei Lustspiele von Möllere, „Der Arzt wider Willen" und „Der falsche Verdacht". Die Darstellung stand auf bemerkenswerter künstlerischer Höhe, leider war jedoch der 'Besuch, wohl wegen der in gleicher Zeit stattsindenden anderen Veranstaltungen nur ein schwacher. Bad - Rauheim, 1. April. Die öchluhseier unserer Stadtschule ha'.t Eltern und Schulfreunde in so stattlicher Zahl angezogen, daß der welle Raum der Turnhalle des Turnvereins 1863 bis zum letzten Platz gefüllt war. Den Hauptteil der Vortragsso'ge bildete das sonnige Kinder estspiel in Bild und Wort „Du deutscher Wald" von Franziskus Ragler. Mehr- und einstimmige Gesänge wechselten mit D ilamationen u ib szenische Darstellungen ab. alles in Beziehung zum deutschen Wald stehend Die Kinderschar, den verschiedensten Altersstufen angehörend, gab unter Lehrer Wagners Leitung die einzelnen Waldbilder in äußerst lebensfroher und frischer Darstellung wieder. Der von Lehrer Diehl gel itete Schülerchor bestritt den gesanglichen Teil in vollendeter Weise. So übte das ganze einen nachhaltigen Eindruck auf alle Besucher aus. Die Entlassung der 71 Schüler nahm der derzeitige Schulleiter. Lehrer Wehrheim. vor. In seiner gebantentiefen Ansprache gab er den ins Leben tretenden jungen Menschen beherzigenswerte Worte mit auf den Weg. Nötig sei vorr allem der innere Au'bau unseres deutschen Volles, eine geistige, sittliche» Aufwertung. Der Wahlspruch der alten Stadt Leyden „Ich ringe und tauche empor!" solle der Leitspruch fürs Leben sein. Die schöne Feier war in ihrem ganzen Verlauf von so packender TPrkung. daß auf vielseitigen Wunsch hin heute eme Wiederholung des Singspiels „Du deutscher Wald" erfolgen muhte, wieder vor vollem Hause. Der Reinertrag der h utigen Veranstaltung wird zur Besch' fung von Lernmitteln für bebürjitge Kinder der Schule verwandt. ch. B uhbach, 2. April. Rach langer Unterbrechung fand heute, seit 1914 zum erstenmal wieder, unter starker Beteiligung hier der schon seit 1877 bestehende Faselmarkt statt Die Zuchtbullenversteigerung des Land- wirts chaf ts lammer - Auss chu | f eö der Provinz Oberhessen war verbunden mit einer Prämiierung von weiblichen Tieren des Simmentaler und Vogelsberger Schlages. Zur QIu t - t i o n waren 48 Simmentaler und 7 Vogelsberger Bullen, sowie 15 Edel- und Landschweineber auf getrieben. Die Bullen erzielten Preise von 500 bis 1400 Mk. Bei den Ebern wurden 170 bis 190 Ml. geboten. Zur Prämiierung wurden 25 ©immentaler und zwei Vogelsberger Kühe, sowie 34 ©ifnmentaler und 4 Vogelsberger Rinder vorgeführt. Im Anschluß an die Auktion fand ein gemeinsames Mittagessen im „Hessischen Hof" statt, bei dem Bürgermeister Köhler die geladenen Gäste im Rainen der Stadt begrüßte. Am Rachmittag hielt der Kreis °R in» derzuchtverein seine diesjährige, sehr zahlreich besuchte Hauptversammlung ab, bei der der Generalsekretär des Landwirt chastskammer-Aus- schusses für die Provinz Oberhessen, Oekonomie- rat Dr. Wagner (Gießen) einen Vortrag hielt über „Zucht und Leistungsprüfung". Dann strahlt neben Lenz und L'iebe Auch der Stern der Taschendiebe, cklnd die Polizei kann lachen Wieder mal Geschäfte machen. Kittchen füllen sich und Kneipen Selbst ich finde Stoff zum Schreiben Kehre beim, nicht sehr gerade Lind erfinbe die Ballade: Wenn die Luftballöne fliegen . . e-s. ♦ In der Vatikanischen Druckerei. Die Duchdruckerkunst wird wohl an wenigen Orten der Welt so fleißig und in so großem Maßstab geübt, wie im V a t ütan. Die päpstliche Druckerei, die bereits seit fast 353 Jahren besteht, hat in der italienischen Druckgeschichte stets eine große Rolle gespielt. Der berühmte Rame des bedeutendsten italienischen Buchdruckers Aldus Manatius ist eng mit der vatil mischen Druckerei verknüpft, und der Wiederbeleber der Hruckkunst in Italien Bedoni erhielt hier seine Ausbildung. • • Wie einem Aussatz im „Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgieher" zu entnehmen ist, beschäftigte sich die Druckerei zunächst mit der Her urrs gäbe der Werke der Kirchenväter und wurde im 17. und 18. Jahrhundert bedeutend vergrößert. 1825 wurde die Vatikan-Druckerei reorganisiert und der Betrieb in' ein eigenes Gebäude verlegt. Das prächtige Gebäude, in dem sich die Druckerei jetzt befindet, schuf Pius X.. und er stattete die einzelnen Abteilungen mit den modernsten Maschinen aus. Die Anstalt verfügt jetzt über sieben Linotype-Setzmaschinen und über die neuesten Schnellpressen. Ein Teil des Gebäudes ist für Öie Geheimdruckerei bestimmt, in der alle Drucksachen her gestellt Werdern die sich mit der Kirchenorganisation und den privaten Angelegenheiten des Vatikans befassen, sowie die Proto- Arci* Büdingen Rldda, 1 April Ausgerechnet beute, am 1. April, ist ein Storchenpaar wiedergekommen und hat aus dem Hause des Fahr- radbandlerS Lehmann Quartier bezogen Alt und jung begrüßten die Wieder gekommenen mit aufrichtiger Freude. — Das Kurhaus in Bad Salzhausen, dessen Aeuhere--< und Inneres während der Kriegs- und Inflationszeit st nick vernachläsiigt wurde, wird jetzt vom Hessischei Staate neu hergerichtet Die Kosten für Instandsetzung und notwendige bauliche Veränderungen sollen sich auf 80 000 Mk. stellen ow O b e r - W i d d e r s h e i rn. 2. April. Ein schwerer llnglücksfall ereignete fidj heute in dem hiesigen Steinbruch der Firma JohS. RidcL Kurz vor der Mittagspause traf den Steinbrecher Gustav Kalberbach von Ober-Widdersheim ein herabfallendei Stein und verletzte ihn so schwer am Kopse, daß der Tod noch an der Arbellsstäne cintrat Der hier allgemein beliebte und angesehene Hei feige Arbeiter hinterläßt ein. Witwe mit drei unversorgten Kindern, denen die Teilnahme aller Ortsbürger gilt Kreis Schotten. B. Burkhards. 2. April 3a der Reih« der im Lause dieses Winters für das Kirch" spiel Burkhards veranstalteten Licht - btlderabende sand am Sonntag die Vorführung der Oberammergauer Passions spiele statt. Dor den zu dieser Paste islcier aus Burkhards und Kaulstos zahlreich Erschienenen erläuterte Pfarrer Job die farbenprächtigen Bilder, während Lehrer Loos ans Bull' Hards mit seinen Sch Kindern urC feinemMannergesangverein die B lder durch die Darbietung von Liedern und Gedichtvorträgen belebte. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 2 April. Au§ der jüngste» ö t a d t v o r st a n ds s i tz u n g ist zu berichten. Unter Mitteilungen gab bei Vorsitzende bekannt, daß Herr Hairs Braun sein Amt all' Mitglied d.s Stadtvorstandes niedergeiegt habe und daß an feine Stelle la ul Feststellung der Gemeindewahlkommission der demselben Wahl' Vorschlag angehörige Curl Steinbach geirrter sei. Weiter teilte der Vorsitzende die Urteile de; Oder-Schiedsgerichts in der Fell der ijigung Alsfeld mit, soweit sie die Stadt betreffen. - Ein Gesuch des Siedlungsvereins Als seid um licberlaffang do i weiterem st.ll ischer Gelände zur Pacht alt- Kleingart ; and wurdl genehmigt. Die Verpachtung erstreckt sich auf 9 Jahre, der Pachtzins wurde auf 1 Ps pro Quadratmeter und Jahr festgesetzt. Prämienmarkt, hier: Pferderennen. Wi> im vergangenen Jahre, soll auch in diesem Jalu- mit dem sogenannten Prämienmarkt am 6. Juli wieder eine sportliche Veranstaltung, ein Psecde tenner und eine Fahrtonturrenz. verbunden wei den. Mit den für die Rennbahn in Frage kom inenden Wiesenbefihern ist ein? Vereinbarung getroffen worden, wonach diese ihr Gelände ffn den Renntag der Stad! überlassen gegen eim Anerlennungsgcbühr von fünf Mark pro Morgee Wiese. Die Vereinbarung soll auf die Dauer von fünf Jahren gelten. Falls bef anbei Flurschäden entstellen, werden diese den Besitzern von der etabi ersetzt. Der Stadtvorstand genehmigte dic in diesem Sinne getroffenen Vereinbarungen. — Die Hessische Rekl arne g e s e l l s ch a s t be^ Leiden Sie an Verstopfung, so sorgen Sie schnellstens für deren Beseitigung, bevor ernste Leiden sich auS Ihr entwickeln Wi, raten Ihnen, in der Apotheke 60 oder 30 Gramm echte Herbes-Kerne zu kaufen, von denen Eie all. abendlich 2 Stück nehmen. Sicher erhältlich: llni- versitäts-Apotheke , Zum goldenen Enael". Dic Bestandteile sind auf der Packung angegeben. ,,.A MIM ■_!! I !»■!■ II— WIM---: "H ------ lalle der kirchlichen Tagung«n . - n werden die Ausgaben der Psalmen, O bcl- bücher und Propaganda-Literatur in s ast allen Sprachen der Welt von Patrec gefetzt. Die Handsetzerei widmet sich Sonder- arbeiten, tote z. B. dem Französisch-persischen Wörterbuch und der Musikgeschichte der Oxforder Universität, die hier hergestellt werden muß weil keine andere Druckerei die alten Zeichen und Roten besitzt. In der Bibliothek der Duckerei ist alles vereinigt, was seit dem 15. Jahrhundert an geistlichen Druckwerken erschienen ist. Gesährllcher Puder. Der Puder gehört ja heute zu den alltäg* sichen Schönheitsmitteln unserer Damenwelt, und deshalb ist es von Wichtigkeit, darauf aufmer) sam zu machen, daß mancher Puder schädlich wirten kann. Der alte Stärke- oder Reispuder genügt den Anforderungen nicht mehr, da er zu stark stäubt. Man verwendet daher Talkpuder, der diesen Rachteil nicht hat. Reuerdings 6c nutzt man bei der Puderbereitung, besondere in den Vereinigten Staaten, Metallsalze, dar unter das Zintstearat. Wie in der „Umschau' mitgeteilt wird, hat man mit diesem Puder aber schlimme Erfahrungen gemacht. Es wurden nämlich in Amerika zahlreiche Fälle von Vergisi tungserscheinungen beobachtet, von denen fünf in kurzer Zeit zum Tode führten. Man ist sich noch nicht ganz klar darüber, ob die schädlichen Einflüsse durch das Zink oder durch di . Stearinsäure hervvrgerufen werden. Jedenfalls ist un- bebingt anzuraten, daß bei der Säuglingspfleg- nuc Stärkepuder verwendet toirb, dessen Eigen schäften uns ganz genau bekannt sind. Bei Puder. dessen sich bie Damen bedienen, wird man verlangen müssen, daß auf der Packung die Zusammensetzung genau angegeben ist, damit bei etwaigen Schädigungen dic Llrsachen herauszu- finden sind. MAGGIS Blumenkohl-Suppe — Ein Würfel für 2 Teller 12 Psg. — , ift bCllfeClt! ' „MAGGI« gute, sparsama Kuc >s" D i c Börsenkurse. 103.5 100 Berlin. und 501 1,4 3.30 13,5 13 50 90 89 90,75 86 41,25 10' 6 6 50 114 6.40 t86,r>0 116 100 2,5 12,50 11,35 91 63,50 i3 3.59 5,07 7,8 112 0 77 94 75 1 75 J2.50 86,50 ' 6 0 0 755 745 0 .385 0,82 treten. * Disco Nto-Gefellschaft, 1 . 665 ' »,720 0 685 0 79 0 34» 0,755 0 90 0,80-5 I — ! 91 70 ; 8 f2 43 157 25 ; 109.5 0 675 0.680 0.3 0 0,770 0 95 0 97 94,75 91,65 9.25 37 93 50 82, 0 .1,9 3.60 5,75 16 8 10 13 71 9 >0 736 17,30 42.40 10 30 5.0,13 .1 8) 104. < 156 62 19,75 | 82 50 '85.30 I — I 86.5 ' !43 I 139 '159,25 6,25 ' 133,1 1 15 75 fpd. Frankfurt a. M.. 2. April, ßum Andenken cm den verstorbenen Stadtschulrat Prol. Ziehen sott die SachsenHäuser Oberrealschule den Ramen „Ziehen-Ober- - c a l s ch u l e" erhalten. — Ein ungewöhnlich schwerer Einbruch, bei dem die Diebe wie Vie Wilden hausten, wurde Dienstagabend zwischen 9 und 12 Uhr wahrend der Abwesenheit der Wohnungsinhaber in der Garlensirahe verübt. Die Liebe drangen vom Garten aus in die Wohnuag ein und zertrüm merten hier mit Stemmeisen und anderen Brechinslru-- menten alleSchränkeundsonstigenBe- Halter. Dann raubten sie alle erreichbaren Schmucksachen von außerordentlich hohem Werte, ferner sämtliche silbernen Geräte und Haushal- rungsgegenstände. Ferner raubten in einer der letzten Rächte Einbrecher eine Villa am -Holzhausenpark aus. Hierbei erbeuteten sie das gesamte Silbergeschirr. In briden Fällen fehlt von den Dieben jede Spur. — Die zwölfjährige Schülerin Helene Knoll wurde Dienstagnachmittag vor der elterlichen Wohnung im Stadtteil Oberrad von einem schnell fahrenden Personeickraftwagen überfahren und auf der Stelle getötet. fpd. Bad Homburg v. d. H., 2. April. 3n der Rächt brach in der Druckerei des „Taunusboten" ein Brand auS, der den Sehersaa! zerstörte und durch einstürzende Decken auch im Maschinensaal erheblichen Schaden anrichtete. Der technische ■^Betrieb ist zum größten Teil vernichtet, die Maschinen find vorläufig unbenutzbar. Es ist noch nicht abzusehen, wann der Betrieb der Druckerei im alten Umfang wieder ausgenommen werden kann. Der Verlag ist mit allen Kräften bmnüht, durch Benutzung der Einrichtung einer Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 2 April. Die Meldungen über die Bildung eines Stütz ungkomitees durch die Berliner Großbanken gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Daraufhin konnte die Abendbörse U.65S 1 12 129,7a 2 2 3.6 2.50 13 0 4.473 3,35 17 72,5 80 5 134 17,25 22 13 6,40 10,5 tl 53 103 3,20 84 86,5 Wirtschaft. Grohhandelsiude^ziffer. Holzversteigerung wurden erzielt 'Buchenscheit 14 Wk.. Vuchenknüppel 9 Mk. Buchenreifer 3. Kl. 1L0 Mk. je Am. Hessen-Nassau. 103 50 13’.5 13» 0.3’ 117 75 113,25 1U0 8 6 0,11 103,5 3 3 84 befreundeten Druckerei sobald als mögiicy ocn „Taunusboten", wenn auch nur in geringem Umfang, wieder erscheinen zu lassen. Homburg ist vorläufig ohne Tageszeitung fpd. Höchst a. M„ 2. April. Rach sozial- demotratischen Versammlungen kam es in den Rachbarorten Aied und Zeilsheim zu folgenschweren Z u s a m m e n st ö st e n mit t o m- munist is ch en Ueb erfallko mma n d os. Bei Aied wurden heimkehrende Sozialdemokraten von Mitgliedern des Roten Frontkämpferbundes überfallen und mit Gummi- tnütteln und Messern derart bearbeitet, dast einige Personen dem ^ankenhause zugeführt werden mußten. Die Polizei nahm noch in der Rächt die Verhaftung von sechs der Haupt- rädelssührer vor. Ferne fielen in einem Saal des Stadtteils Zeilsheim Kommunisten über Äcichsbannerleute her und verletzten drei von diesen gleichfalls schwer. Dann zerstörten die Leute die Saaleinrichtung teilweise. 0 691 , 0.7S , 0,79(1 0 825 0,40 ! 0.871 . 0,8 ' 0 95 : 0,89 s 91 75 : 91 65 I 9,50 ! Ul 110,6» 27 135 7,8 16.2 > 138 H 2 9') .% 1 63 5 «2,5 ' 35 5,55 3 8 16.75 lü 71,75 79 135,25 Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger»".) Berlin, 2. April. Die heutige Börse eröffnete wieder in ihrer gestrigen Lustlosigkeit. Bei Beginn des ^terkehrs wurden auf allen Gebieten anscheinend Exekutio-Derkäufe vorgenommen, die man in Zusammenhang brachte mit der augenblicklichen schwierigen Lage einer Anzahl von Warenhandelsfirmen und der mehr oder weniger kritischen Situation des Gerreidehandels. Die Spekulation benutzte aber die teilweise erheblichen Abschwächungen zu Rückkäufen, die dem Markt gegen Schluß der ersten Stunde ein lebhafteres Bild gaben. Mehrfach konnten daher die ersten offiziellen Notierungen die Schlußturse der Vortages überschreiten. Immerhin blieben die Umsätze unverändert minimal, da die Geschäftstätigkeit ziemlich allein von der Stekulaticn bestritten wird. Die schwierige Gestaltung dec chandelsvertragsverhandlungen in Paris, di? Notlage des deutschen Bergbaues, die auch in den gestrigen Beratungen des Reichskohlenrates zum Ausdruck kam, und die unklaren innerpolitischen Verhältnisse wirkten deprimierend auf die Gesamtstimmung ein. Der Geldmarkt bot keine neuen Momente. Die 57' Deutsche R-lchSaokeyr 4% Deutsche NeickSanletd« . 3’/a% Deutsche Neichsanlethe 3% LeaSietchsanleibe . Derulche sparpramienanuth« 4°/o Preu irische KousolS • . . 4Ü o Hefteu........... 3Vig/o Hessen S»/o Hessen........... Deutsche Wend. Dollar-Anl. bto- Dvll-Schatz-Anlretsng.') 47o Zoiltürteu ....... I 9% Goldmcrikaner..... I Srrliner HaliLelsgcsellsÄaft. Commerz, unb Privat-Bank Darmst. und 'Jiadonalbaat . Deutichc Pauk Deutsche Beremsbank .... DiScouro Lorr.mandtt .... Meluttdavk........... MitteldeuUcke Crcdttbank . . EDeftetre chische Cvehitanftait SSt Maut............ Bochumer <3w8 ..... ÄuderuS Caro Deutsch Lrucmburg 0)eisen«rchencc Bergwerke. . Hawcuer Bergbau Kaliwerk AsurerSleben. . . . .ikaliwerk Westeregeln. .... Laurahüttt........... Obrrbedarf........... P'iönir Sergda»....... Nheiuirahl........... Rttücck MoMa»........ Lellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. • . Norddeutscher Lkovd .... Lheramische Werke 8UMb . . Zementwerk Heidelberg .. , Philipp Holzmanu...... Anglo-Coitl -Guano .... Baduche Äuiltu 8 he mische Mayer Alapüt .. Oioldschmidk ......... GrieS cimer Ekrciron .... Höchster Sarbtoerte ..... Hotzvertoylung........ Rütgerswcrke Lcheideaaftalt ..... «llg. E!ektrizitä«-Sesellschaft Bergmann ......... Mainirainverke...... . Echuckert Siemens & HalSke .••••• Adlcrwrrke Kleyer ..... Daimler Moto re». ...... Heyligenffaedt. . ...... " eguin. Motorcuwerke Mcumbetm . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell chaft Frankfurt. Bel Unton A--G Sckub'abri? Herz . . . . . . Sichel ........ Zellstoff Waldhof ...... .^ucfcrtdbrif • • Zuckerfabrik Waghäusel - . . * Krofdorf, 3. April. Bei der gestrigen ' ' für In der ordentlichen Hauptversammlung wurde die s oorgelegte Bilanz netrft Gewinn und Verlustrech- i nung für das Geschäftsjahr 1924, die wir beerits oeröffemlicht haben, cinsttmmiz genehmigt. Von dem Roherträge des Geschäftsjahres in Höhe von 65 575 880 Rm. find Verwaliungskoften, Steuern usw. mit 54 802 897 Rm. abzüsetzen, so daß ein Reingewinn von 10 772 982 Rm. verbleibt. Hiervon entfallen 10 Prozent Gewinnanteil sowie Gewinnbeteiligung des Auffichtsrales 9 595135 Rm., an die besondere Reserve 1 Million Rm. und auf neue Rechnung 177 847 Rm. Die Verwaltung erhielt die Entlastung der Versammlung. Eintritt der Firma Röchling in das französische Eisensyndikat. Die gesamten im Eomitee des Forges de la Saar vereinigten Eisenindustrien des Saargebietes sind mit Ausnahme der Finna Röchling-Völklingen damals bekanntlich dem neugegründeten Verband der französischen Hütten sofort beigetreten. Rach einer Blättermeldunq hat nun auch Röfling seinen Eintritt in das O. S. P. M. (französisches Eisensyndikat) vollzogen. Stillegung englischer Eisenwerke. Infolge des schlechten Geschäftsganges müssen in England verschiedene Eisenwerke ihren Betrieb ganz oder teilweise einstellen. Am Tees sind zwei Werke stillgelegt worden. Die Seatow- Garew-Wertc haben von drei Hochöfen zwei a u s b l a s e n müssen und auch der letzte wird noch stillgelegt werden. Die Thersby-Werke, die auch drei Hochöfen im Gang« hatten, haben vollständig gefchlossen. — Die englische Roheisenerzeugung betrug im Februar 534100 Tonnen gegen 774 500 im Januar und 612 700 im Februar des vorigen Jahres. Ende des Februar waren acht Hochösen weniger im Betrieb als am Ende des vergangenen Monats. Die Stahlerzeugung betrug 646 400 To. und verzeichnet damit ein Mehr von 41 300 To. gegenüber dem Januar, während sich die Ziffer für Februar 1024 auf 677 600 Tonnen belaufen hatte. * Stark «'Passivität der polnischen Handelsbilanz. Aus Warschau wird gemeldet: Wie verlautet, hat die Passivität der polnischen Handelsbilanz im letzten Monat allein die außerordentliche Summe von 60 Mill. Zloty, also etwa 50 Prozent des gesamten Außenhandels, erreicht, während sich das Gesamtpassivum im Jahre 1924 auf etwa 20 Mill. Zloty belief. in zuveMchtlicyer und weiter gevefterier yaitung verkehren. Die hierdurch gegebene Anregung Eant in lebhafteren Umsätzen zum 2luÄ>ruck. wobei neue Kursavancen namentlich am Montanmartt erzielt wurden, wo Harpener um weitere 21/? Prozent gebessert waren. Die Spekulation zeigte sich im Hinblick darauf, dast die Ultimvengage- ments in der Hauptsache als erledigt zu betrachten sind, unternehniungslusiiger und setzte die Deckungskäufe in mastigem Umfange fort. Reben Mvntanwerten bestand auch Interesse fut chemische Aktien, während die übrigen Märkte die ruhige und wenig veränderte Haltung bds behielt. Auch der deutsche Rentenmarkt lag still. 5proz. Reichsanleihen wurden im freien Verkehr au 6Z21, j bis zu 675 gehandelt. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich wieder auf dem Pfandbrief- markt, ohne dast es zu nennenswerten Äursvec- änderungen kam. Die Börse schloß lebhaft und fest. Bankaktien: Commerzbani 109,50. Darmstädter Donk 137.50. Deutsche Bank 135. Dis- kontogefellschaft 117,75. Dresdner Bank 11425, Metallbcnck 115,25. Mitteldeutsche Errdi.bant 100, Oesterretchische Kreditaktien 8.60. Montanaktien: Buderus 17, Harpener 138, Biannesmamr 62.87, Marisfelder 90, Phönix 61, Rheinstahl 53, Kali Aschersleben 1725. Westeregeln 22,12. Chemische Aktien: Badische Anilin 141, Chemische Griesheim 27, Scheideanstalt 138. Elberfelder Farben 27.12, Th Goldschmidt 110,62. Höchster Farben 135. Holzverkohlung 7,80, Rütgerswerke 16,25. Transportaktien: Hapag 84, Rordd. Lloyd 86.50, Schantungbahn 3,90. IrLustrieccktierr: Kletzer 3,55, Aschaffenburger Zellstoff 106. Dyckechost 4,60. Holzmann 89, Gebr. Iunghans 11.75. Lechwerke 85.90. Pokorny 6.25. Rheinmetall 63,50, Julius Sichel 2,50. Badischer Zucker 3,35, Heilbronn- Zucker 3,30. Ausländischen Renten. Zolltürken 925. Die für den Monatsdurchschnitt im März auf den Stichtag des 1. April berechnete Groß Handelsindexziffer ist gegenüber dem ©taube vom 25. März um 0,5 Prozent auf 132.3 zurückge- gangcn. Für den Durchschnitt des Monats Marz cgi6t sich ein Rückgang der Grosthandelsindex- zifser von 136,5 im Durchschnitt des Februar auf 134.4 oder um 1,5 Prozent. * Leichte Besserungen a nt Eijener z m a r k t im Lahn- und Dillgebiet. Während des März machten sich auf den Eisenerz- mätten Ansätze einer leichten Besserung bemerkbar. Mit der Belebung des Hochofenbetriebes fetzte laut Fachblatt „Jndustriekurier" in beschränktem Umfang eine Nachfrage nach Eisensorten ein, und es kam verschiedentlich^ zu vorläufigen Abschlüssen. Nach den geringen Sorten Roheisenftein und manganhaltigen Brauneisenerzen dritter Sorte bestand keinerlei Nachfrage. Dieser 'Absatzmangel ist größtenteils aus das "Ausbleiben der feit langem erstrebten Frachtermäßigung für Eisenerze (Ausnahmetarif 7a) zurückzuführen. * Zunahme der Konkurse im ersten Vierteljahr 19 2 5. Die Kontursstatistik, die im 4. Quartal 1924 eine gewisse Besserung der Konjunktur nach der Kreditrestriktions-Krisiis des Sommers erkennen ließ, hat sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wieder verschlechtert. Nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „Die Bank" sind seit Jahresbeginn 2163 Konkurse eröffnet worden, gegen 1977 im vorhergehenden Quartal und gegen 132 Konkurse im ersten Vierteljahr 1924. ' Der deutsche Kaliabsatz im März. Der Kaliabsatz hat im März 1,4 Millionen Doppelzentner betragen, womit sich der gesamte Absatz im ersten Quartal 1925 auf über 5 Millionen Doppelzentner stellt gegen 8 Millionen Doppelzentner im ganzen Jahre 1924. . Genehmigung de r erhöhten St'ali- preise. Der Wirrfchattsminister hat die vom Reichsral erhöhten Jnlandpreiie bestätigt. Die neuen Preise werden demnach am 16. April in Kratt 114,7. 119.2 26,12 134 25 15.9 i 1.0 ’ 05 ! 99 5 IG 2» , abMttat in der Stadt eine BerkebrStafel auhufkUen. Ms Platz ist bad Gelände vor dem Bahnhof in Aussicht genommen. Der Antrag wurde genehmigt. — Aeufestsetzung des Kraftstromtar isS: Die größeren Kraft- strvmabnehmer bet Stabt sind an die Bürgermeisterei herangetreten mit dem Antrag, die Kraftfirompreifc herabzufetzen, da Re andernfalls Oelmotore für ihre Fabrikbetriebe anschaffen würden. Wie der Vorsitzende dazu mitteilt. habe in der Angelegenheit eine Besprechung der Elek- trizttätswerkskommifsion mit den Kraft strom- abnehmern im Beisein des Direktors von Stadler »om Ueberlandwerk Oberhessen stattgefunden. in der man sich über eine airderweite Staffelung des Kraftstrompreises geeinigt habe. Es erhalten darnach diejenigen Abnehmer, die einen Jahresverbrauch von mindestens 3000 Kwst. gewährleisten, den Staffeltarif von 23 bis 17 Pf. für die Kwst.. während für die anderen Abnehmer unter 3000 Kwst. der allgemein gültige Stromiarif der Provinz für die Kleinabnehmer in Betracht kommt, der mit 28 Pf für die Kwst. anfängt. Der neue Stromtarif wurde nach kurzer Aussprache gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Mitglieder angenommen. — (sine Aenderung des §4 des Kanal- st a t u t S. die für die neue Siedlungsanlage in der Rombach wegen der dortigen besonderen Verhältnisse notwendig geworden war. wurde gutgeheißen. Der Antrag der Bautommstsivn wogen E r hö h ung der K ana lbe n u h u ngs-> gebühren wurde nochmals an diese Koni- Mission zurückverwiesen zwecks Prüfung, ob nicht eine gerechtere und bessere Grmrdlage als der Brandversicherungswert der Gebäude dem Ausschlag der jährlichen KanalbenuhungSgebühr zugrunde zu legen fei. etwa der gemeine Wert der angeschlvssenen Hauser. — ®tnc Aendeiung des § 2 des Vertrags mit dem Turn- n e r e i n wurde ohne Aussprache genehmigst —- Der Verpachtung eines Stückes Grabland hinter dem Schlachthaus wurde zugestimmt. — Verschiedene Rechn u n gs s a ch e n wurden durch besondere UnterMyrift erledigt. — An die vssenkliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an, in welcher die Beschlußfassung über die eingegangenen Anträge auf Gewährung der städtischen Baudarlehen für die privaten Bauvorhaben erfolgte genial} den von der Stadt herausgegcbenen Richtlinien und Bedingungen, an welche die Gewährung dieser Darlehen geknüpft ist. Kreis Lauterbach. hmst Lauterbach. 2. April. Dr. 2l0ud , 6er Leiter der Darmstädter Madrigalvereinigung. öeranfialtrte am Dienstagabend in der fyiefigen Stadttirche eine Paffi- o n s f e i e r. Rach dem, was uns von den Sängern schon im vorigen Jahre geboten wurde, war es nicht anders zu erwarten, als daß das geräumige Gotteshaus sehr gut besucht war. Es war eine heilige Feierstunde, die die andächtig lauschenden Zuhörer erlebten. Die klaren Ctn- (titungen, die Dr. Roack zu den einzelnen Gesängen gab. erleichterten das Mitfuhlrn und Bestehen dieser wunderbaren Musik. Es erübrigt sich, über die sichere Leitung und große Kunst von Privatdozent Dr. Roack sowie die vorzüglichen Leistungen der Sänger und Sängerinnen Worte zu verlieren. Das waren wieder Glanzleistungen, für die wir nicht dankbar genug fein können. Es war ein Gottesdienst^ der zur Erbauung der Gemeinde diente. Der Höhepuntr wurde wohl mit dem vollendeten, ttefergreifen- Ven Vorttag von Ioh. Seb. Bachs Stimmiger Motette: ^Komm. Jesu, komm" erreicht. Der Roack und feinen Damen und Herren vielfach xiusgefprochene Dank kam aus vieler Herzen, ebenso auch der Wunsch, unsere Darmstädtern Gästen bald wieder einmal zuhören zu dürfen. Kreis Wetzlar. 1'30 ; 8 59 ; o,2 78 <5 ! 16 50 10,13 74 . 80 ,135.75 ! 17,5 31 90 ' 7> 50 0 35 60.23 in 103.25 135 135 ',25 :117,7> ^ron’ntrf t bisherigen Sätzen befriedigt werden. Tagesaett 8—10 Prozent, Monatsgeld 9—11 Prozent pa. Pri vatdiskont 8 Prozent. Am Anleihemarkt wur die Tendenz für Kriegsanleihen ^zunächst flau, wäh rend die übrigen heimischen Staatsanleihen ihre letzten Slurfe im wesentlichen behaupten konnten Am K o l v n i a ( m q r 11 bestand einiges Inter esse für Diamant-Shares. Devisen lagen international still, da der Bedarf des Warenhandels gering ist und daneben das Interesse der Spekulation fehlst Der französische Frank unterlag am Vormittag mehreren Schwankungen nach unten, so daß die Pfundparität mit 92,10 genannt wurde Gegen Mittag befestigte sich der Kurs des Franken wieder um eine Kleinigkeit. Auch Belgien und Italien lagen im Angebot, während sich das eng lifche Pfund gut behauptete. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. lgn Mark eHSeebriidt. Buenos-Aires, London. Nev' York. Iapcin, Rio de ^ciniro für eine TinbeU, TBien unb BnbaDeö tot 100060 Eiul^Uen. alles übrige für 100 Ein Helten) Telegraphische Auszahlung. Original-Entfettungskur unschädlich 2910D wirksam Allein eckt: WöriSbvsener Naturherl, Elberfeld. Ntederl.: General-Devot und Nieder ü für Gießen: Reformhaus Paul Scholz. Gießen, Kreuzvlatz 5. Banknoten. 1. April UmtHtte 9iotttrnna Amtliche Jtoher 111 »r!» textet t*cl» No::. Nil. »4 16, ,66 167.24 ' 167.66 Br.en-AircS 1,617 1,621 1,6 OS 1,612 Brn. Antw- ?t 37 21 43 21 34 ! 21 40 (ibri’tiania. 66 0* 66 18 f6 27 65 43 jfüpenbaccu 90 '.r io 76 9(1 77 10 Stcickvokm . 113,94 M3. <3 113,04 113.33 He'.niiciforS. 10.M5 10,60". 10,^7 10,607 Italien . . Lvirdou. . . 17.34 17 38 17.27 17 31 20.47 20 97 20 043 20,093 Ncuvorl . . Paris. . . 4,195 4,2fä 4,195 4,205 22.03 22 06 21 81 21 K Schweiz . . 80 90 81 10 80 9) 81,10 Dvki'.iru - Java« - - 6« 83 59 97 60 7S 59.92 1,733 1,737 1,733 1,737 'Tito de Jau 0,431 V.433 0.441 0.443 Wien in D-- S?efL abgeft 55,095 69,235 59,07 69.21 'Prag . . . - Belgrad . . 12,435 12,175 12.415 12.455 6.77 6 79 6 72 6,74 Budavefi. . Bulgarien 6.805 8,665 5,825 8,075 6,80 3,051 5,82 3,065 Lissabon 19,975 20 02". 19,97i 20 02 » Danzig. . . 75,77 79 97 79 60 79 80 .ftcuft inltn i 18 2 19 2,182 2,192 Llthen. . - 6,79 k 81 6,69 6.71 Berlin, 2. April. Amerikanische Rott» .... Belgische Rott« ....... Dänisch.- Rote» ....... Englische Noten ..... ^ran;önsche Note« ..... Horläiidi'cke Note« ...... t)t?lirntsche Rott« ..... Rorwrgitche Nottu...... D-alsch Cvf'ert.,ä 100Äctmt» Ruuiänische Noten..... Schwedische Noten Schätzer Nottr». . ©pantidh' Noten....... Tscheckoito!v>,si'Äe Rot« . • UnLcrische Noten . . . « « 0>eld »tW\ 4.177 4,197 21 30 21 40 76 66 77 04 20 01S 20.118 t 94 22 06 316 88 167 71 17 36 17 44 tG 09 16 41 68.-8 69,28 112 82 113 40 88 81 28 59,99 G0,20 U 39 U 4Ö 5.775 5,795 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 2. April. Es wurdet notiert: Weizen, Wetterauer 19 bis 24.5V, Roggen inlänb. 19 bis 24, Sommergerste für Brcmzweck- 23 bis 29.50, Hafer, inland. 17 bi« 21.50, Mais gelb 19,50 bis 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 37 bis 38 Roggcnmebl 31,50 bis 33 Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 14,50. Tendenz Stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 2 April. Auftrieb 4 Färsen und Kühe, 1302 Kälber, 450 Schafe. 1078 Schweine. Gs wurden bezahlt für 100 Kg Lebendgewicht: Kälber: Feinste Maftkälber 78 bis 85, mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 77 geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 68, geringe Saugkälber 50 bi« 58 Mari : Schass Mastlämmer und MasthSmmel 46 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 44, mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe) 25 bis 35 Mk.; Schweine: vollst von 80 bis 100 Kg. 66 bis 68, unter 80 Kg 60 bis 65. von IOC bis 120 Kg. 65 bis 67, vor. 120 bis 150 Kg. 65 bis 67, unreine Sauen und geschnittene Eber 50 bis 60 Mk. Marktverkauf Reger Handel, ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 2. April. Der Produktenmartt bleibt außerordentlich still und luftlos. Das Angebot von Inlandgetreide bleibt weiter klein, und die hohen Forderungen sind nicht durchzusehen. Gerste sehr still. Hafer dagegen bei Rachfrage fest. Futterarttkel ruhrg. Gs notierten für ie 1000 Kilo: Weizen, märst 246 bis 249, do. Mai 265.50 bis 262, do. Juli 260 bis 256. Roggen, märt. 232 bis 234 do. April 231 bis 230 dv. Mai 235.50 bis 232, do. Juli 228 biS 225 Gerste, märst 220 bis 243, Futtergerste Ito bis 220 Hafer, märst 188 bis 196, do. Mai 182 bis 180. Raps 395 bis 400, Leinsaat 385 bis 390 für te 100 Kilo: Weizenmehl 33 bis 35,75. Rog- aenmehl 31,50 bis 33,50, Weizenkleie 14, Roggen-- fteie 14 40 bis 14.50, Biktoriaerbsen 22 bis 29, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Delufchken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 biss 20 Micken 18 bis 20, Lupinen, blau 10,50 bis 11,50, bt> gelb 12,50 bis 14,50, Serradelle 13 bis 15. RarZkuchen 15.30 bis 15,60, Leinkuchen 21,20. Twckenschnihel 10 bis 10,20, Torfmelaffe 9,20. Kartoftelslocken 19,20 bis 19,50. Als die Römer im Taunus sich niederliehen. erkannten sie sofort den hohen Wert der dort entfpringenden Kochfalzquellen. 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Sichen- Ruhscheiter (tunö) und Rollen. Zusammenkunft an der Heerstrahe beim Wer probt, der lobt meine frisch gebrannten Herzl. Einladung zu den Vorträgen des Sm« EMöesingewwWtts 5eiilor«fl)oiioitaöt in der Kirche zu Lang-Gons in der Karwoche 1925. Butz- und Bettag, 5. April: Vorm. 10 Uhr Predigt ; PA Uhr: Kindergottesdienst: abend«? 8 Uhr: Vortrag. Montag bis Mittwoch, 6. bis 8 April: Jedesmal nachmittags 3 Uhr: für Frauen und Mädchen; abends 8 Uhr: Vortrag; im Anschluß daran für die männliche Jugend Gründonnerstag, 9. April: Vorm. 9 Uhr: Beichte für die weibliche Jugend; abends 8 Uhr: Vortrag. Karfreitag, 10. April: Vormittags 10 Uhr Predigt, Abendmahlsfeier; nachm. 3 Uhr: Liturgische Karfreitagsseier; abends 8 Uhr: Schluhvortrag. Der evang. Kirchenvorftand. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde eingetragen: Am 19. Wär- 1925 bei der Firma Mowag, Gesellschaft mit beschränkter Hof. hing in Oiefien: Kaufmann Adolf Klütz in Wetzlar ist als Geschäftsführer aus- geschieden. Am 24. März 1925 bei der Firma Haas & Riederchaufen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen Durch Beschluß der Geseüschafterversammlung vom 6. Januar 1925 ist die Gesellschaft aufgelöst- Kaufmann Willi Haas in Gießen ist zum Liquidator bestellt. Am 27. März 1925 bei der Firma Oberhesstsches Museum und Gailsche Sammlungen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Das Stammkapital der Gesellschaft ist durch Beschluß der Gesellschasterverfammlung vom 19.Februar 1925 auf Reichsmark im gleichen Betrag 170000 Reichsmark) umgestellt worden. (Sieben, den 30. März 1925. 3389c Hessisches Amtsgericht ieid-börst. 2. April. <& vurdet ■ 19 bis 2450, Aoggsi zerfte für Drmuwe» . 1Z biS 2130, Aais ^mnehl, inländisch», Mnchl 3150 bis 33 fTeie 14,50. Tendenz Apfelsinen gegen dem Ende ru und Berten Murer Decken S« sich fttr Öftere erw. Saat-Niemand Inhaber: engen Sd>eei, 2R&u*burg 17. Prompter Versand in Stadt u.nach auswärts August Wallenfels Marktplatz 17. Telephon 1662. Wärme- u. 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Das hat tnleigncnben Ko muSW*"’“ Morveriasjung qemcinlame Hrohsam'tie n (en, und wufl i die UebernahMl lungsrechte^ einzelnen Fomil Dutzend und dan bilde», zu einer her Bodenanteile gen sind dem J siig, so daß die bi um so ernster zu lidje Bevölkerung m Rußland ein; Was ober m geht, das berührt sondern ist regel ganzen Balkan muh man sich wi her nicht nur N märtigen. 2hr stc weniger tanger dort, wo zur A der Beoölkeruni gaben sich diese eine Verfassung, des atlantischen tische Einstellun Liebesgabe" füi Perfidie des zart von Rußland au mußte sehr gut, ständiger russisä am bedürftigsten Art der Verfass Kämpfe und P heute fühlen die leben gemessenen weniger unsicher »tächnungsbedü war k in dieser HenMon von uach beidehielt, Kummer über ein heif verfügte, barn. Man bebii auch Groß-Lerbi> «rblieben. Um- 0$mungölrieb in Feuer ^isch-potitifch 2on Karl. 9' Fortsetzung, »Wollen Sie örulllllll!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMllllll sind die der Edeka (Einkaufsverein deutscher Kolonialw.- Händler) angeschlossenen Geschäfte in der Lage, ihren Kunden gute Ware preiswert zu liefern. Unter strikter Einhaltung des altbewährten Prinzips, gut und billig zu verkaufen, lehnen die Mitglieder der Edeka die Zugabe von Geschenken und Prämien ab. Heute weniger denn je ist der Geschäftsmann in der Lage, etwas zu verschenken und kann die Ankündigung von Geschenken nur auf urteilslose Menschen Eindruck machen.- Deshalb kaufen kluge Hausfrauen nur in den Geschäften, welche erkenntlich sind durch das Schild: B«* Mim Elnj.-AMter Isstltst Solls, 11 messe, Thür. au verkaufen 02920 Heinrich Gerhard, Oppesrefl, Haupt st.26. 3toci aut über winterte preismen abzuaeb. Liebigllr. 93 TU. ©eeeeeeee®»® Für Wiederverkäu- ser. la Java Kapok Sitz- u.Lebnfedern billigst sofort ab hier lieferbar. Franz Brück Schiffend. 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Wenn vom blauen Mittelmeer der Frühlings- söhn übei die Rhodopen ins Maritzatal hinunter brauft, gerät das Blut der Balsonbewohner in politische Wallung, und Dolch und Revolver siszeu noch lose, im fflürtel als zu anderen Zeiten. Run ist es m diesem Jahr auch "Iis dem Balkan nicht so recht Winter geworden, wenigsten^ im Sinne der poli tischen Ruhezeit. Beunruhigende Rachrichten aus Bulgarien Hausen sich seit Wochen. Politischer Mord auf offener Strafte der Hauptstadt, Verhängung des Belagerungszustandes über verschiedene Bezirke, kommunistische Verschwörungen mit Unterstützung militärischer Abgesandter Moskaus, energisches Eingreifen der Regierung und Erwci terung der Regierungsbasis, um den bedrohlichen Angriffen gegen die staatliche Ordung zu begegnen. In Europa gewinnt man nur schwer Verstand ins dafür, wenn von der kommunistischen Gefahr in einem rein bäuerlichen Lande wie Bulgarien gesprochen wird und wenn dif bulgarischen Politiker der Staatsbejahung gegen ihre Feinde den Ausdruck „21 g r n r r o m m u n i ft e n" gebrau chen. Was hat der schollentreue Bauer mit dem enteignenden Kommunismus zu tun? Run, man muß sich eben alte Gepflogenheiten der bulgarischen 'Agrarverfassung vergegenwärtigen, muft an den gemeinsamen Landbesitz sowohl der „Großfamilie" wie der politischen Gemeinde denken, und muft sich endlich vor Augen halten, daft die Uebernahme des napoleonischen E r b t e i - lungsrechtes durch ein Bauernvolk, in dessen einzelnen Familien eine Kinderzahl von einem Dutzend und darüber durchaus nicht die Ausnahme bildet, zu einer ungeheuren Zersplitterung der Bodenanteile geführt hat. Diese Vorbedingun gen sind dem Agrarkommunismus durchaus günstig, so daft die bolschewistische Gefahr in Bulgarien um so ernster zu nehmen ist, als gerade die ländliche Bevölkerung unverändert auf die Anpasiung an Ruftland eingestellt ist. Was aber in einer balkanischen Wette recke oor- geht, das berührt nicht nur dieses einzelne Land, lonbcm ist regelmäßig von Bedeutung für den ganzen Balkan im weitesten Sinne. 'Auch hier muß man sich wieder die Besonderheiten der S2än- der nicht nur südlich der unteren Donau vergegen märtigen. Ihr staatliches (Eigenleben nach mehr oder weniger langer Türkenherrschaft ist jung, und auch dort, wo ,*>ur Zeit der 'Befreiung der größere Teil der Bevölkerung noch ans Analphabeten bestand, gaben sich diese Länder unter äußeren Einflüssen eine Verfassung, die in höchstkultivierten Ländern des atlantischen Europas in bezug auf demokra tische Einstellimg kaum erreicht war. In dieser ..Liebe-gäbe" für die jungen Baitanstaaten lag eine Perfidie des zaristischen Rußland. Denn man wollte non ftußlanb aus die Balkanländer beherrschen und wußte sehr gut, daß ihre Lage am schwierigsten, ständiger russischer Unterstützung und Bewachung am bedürftigsten sein würde, wenn man durch die Art der Verfassung für möglichst intensive innere Stampfe und 'Parteizersplitterungen sorgte. Roch heute suhlen die Balkanstaaten in ihrem am Völker (eben gemeßenen jugendlichen Alter sich mehr ober weniger unsicher und anpaffungs ober richtiger nachahmungsbedürftig. Außerordentlich bezeichnend mar es in dieser Hinsicht, daß 'Bulgarien nach der Revolution von 1918 die äußere Form der Mo uarchie beibehielt, obwohl die Sobranje als einzige mrnmer über eine zweifellos republikanische Mehr beit verfügte. Es wirkte das Beispiel der Rach Harn. Man behielt die monarchistische Form, weil auch Groß-Serbien und '.Rumänien bei dieser Form Derblieben. Umgekehrt aber könnte der Rach- ahmungstrieb in den 'Rachbarländern wirken, wenn Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl August von Laffert. 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wollen Sie, bitte, genau auf etwaige Eindrücke im Boden achten, während idi die Bewegungen der 'Rute verfolge", bat er Stefanescu. Langsam ging er weiter, einen weißen Kiesweg entlang. Vor einer Gartenbank drehte die Schlinge im Kreise. Zanders blieb stehen, während stefanescu sich bückte, um ein in Seidenpapier eingewickeltes Päckchen aufzuheben, dos unter der Bank lag. Er schlug das weifte Papier auseinander und stieß einen Ruf der Hebeiiajd)img aus. „Der Schmuck der Fürstin!" rief er erregt. Die oberflächliche Untersuchung ergab ein wildes Durcheinander von Ringen, Ketten und Armbändern. Die Schmuckstücke erschienen in Eile zu- fammengerafft und achtlos in das Papier gehüllt zu sein. „Wie wird sich tnc Fürstin freuen!" rief Ste sancscu. „Wir müßen sie sofort benachrichtigen." Sie trafen Linda, die Prinzessin und Stratoff beim Frühstück auf der Terrasse. Groß war die Ueberaschung. und die Fürstin strahlte. Doch die Kunde, daß die Kassetc fehlte, versetzte sie aufs neue in Bestürzung „Höchst seltsames Begebnis", meinte der Ruße mit einem Unterton non Mißtrauen. „Ich werde mich jetzt an die weitere Verfolgung der Spur machen", erklärte Sanders. „Vielleicht gelingt es mir, Näheres über den Täter herous- ,zubekommen." „Aber erst müssen Sie frühstücken , bat Linda. „Sie haben recht, Fürstin", sagte Zanders, j „Wer rann wissen, wie weit mich die Spuren noch führen. Auch bitte ich darum, daß einige Ihrer Leute zn Pferde und zur Vorsicht bewaffnet mich begleiten. „Wir kommen alle mit", rief Linda eifrig. Dann gab sie dem Diener kurze 'Anweisungen. „Ich schlage vor. bis zum Eintreffen der Polizei zu warten", meinte Stratoff. „Die Fähigkeiten von Herrn Sanders in allen Ehren. eoUte es ihm aber doch nicht gelingen, etwas ausfindig zu machen. Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine Bulgarien dem Bolschewismus verfiele, eine Gefahr, gegen die auch Rumänien durchaus nicht gefeit erscheint, nachdem die überstürzte Agrarreform den Bauern zwar Land gegeben hat, aber nicht die Fähigkeit und die materiellen und technischen Mittel, es zufriedenstellender Weise zu nutzen, jo daß es auch hier an aufnahmefähigen^ Boden für die (Übertragung von 'Amteckungsftosfen des Agrar lommu^ismus nicht fehlen würde. 'Bei sorstchrei tenber Infizierung Rumäniens aber hätte die Rote Armee am Dnjeftr verhältnismäßig leichte Arbeit, um Rumänien vollends aufs Krankenlager zu zwingen. Die großen inneren Parteischwiengkeilen, unter denen das Land ohnehin leidet, erhöhen die Gefahr geringer Widerstandskraft gegen die Infektion. Es ist also gewiß nicht nur eine rein bulgarische, ist auch nicht einmal nur eine rein balkanische Angelegenheit, die Europa als ferner Zuschauer in Seelenruhe betrachten kann, wenn gegenwärtig der bulgarische Agrarkommunisinus von Moskau aus aufs neue außerordentlich intensiv geschürt wird und die Regierung in Sofia in verzweifelter Gegenwehr steht. Man möge die balkanische Ansteckungsgefahr nicht unterschätzen und sich klar darüber werden, was es für das übrige Em ropa bedeutet, wenn es Moskau gelingt, die Front des Bolschewismus, die bisher an der kultureuro päifchen Ostgrenze liegt, durch die Donaulän- d e r auszudehnen zu einer weiten südlichen Umfassung Mitteleuropas. In diese südosteuropäischen Gefilde braucht nur erst einmal eine Bresche gelegt zu werden, um dem Bolschewismus weit über die Grenzen Bulgariens hinausgehende Siegeschancen zu geben. Hochschulnachrichten. Proteststreik an allen französischen Hochschulen. Der Konflikt zwischen der Pariser Universität und dem Unterrichts-Minister spitzt sich immer mehr zu. Die Kundgebungen der Studenten rußten sich jetzt vor allem gegen die Amtsenthebung des Hekans. 5kr_ allgemeine Stu- dentenverband hat einen dreitägigen P r o t e ft * streik der Pariser Hochschule und der 18 Universitäten der Provinz beschlossen. 3000 Studenten veranstalteten einen ilmjug und brachten deoi Delan der Fakultät vor seinem Hause eine Ovation dar Alle Blätter stellen den Konflikt als äußerst schwer hin. Cs liegen keinerlei Anzeichen vor, die darauf schließen lasse,i, daß er bald beigelegt wird. Herriot soll dem Vorsitzenden der Studentenschaft erklärt haben, daß er. wenn es sein müsse, das Llniversitätsvierlel militärisch besehen und Tanks auffahren lassen würde. Die Studenten der medizinischen Fakultät verbreiten einen Aufruf, in dem sie die 'Regierung mit lärmenden ftunbgebungen bedrohen, wenn sie den Professor CSScill zum Professor an der hiesigen ilniDcrfität ernenne. Die Aegic nmg soll für diesen Professor, der auch als Schützling des Llnterrichtsmimsters gilt, ohne zwingende Rotwendigkeit einen besonderen Lehrstuhl geschaffen haben. Die Professoren der Rechtsfakultät haben mit Ausnahme von zweien für den suspendierten Dekan Stellung genommen und dem llnlerrid>ttsmnnfter ein» Protestkundgevung übermittelt Sin Student der medizinischen Sahiltät, der wegen seines Der haltens bei den letzten Unruhen zu 14 Sagen, Gefängnis verurteilt wurde, erhielt gestern nachmittag auf eine Intervention mehrerer Professoren hin die Erlaubnis, fein Examen abzrw- legcn. Sr war von zwei Polrizeiinspek- to reu begleitet. die bei der Prüfung zugegen waren und ihn, nachdem er das Examen mit „sehr gut“ bestanden hatte, wieder ins Gefängnis abführten. fo würden durch das Herumlaufen vieler Menschen im Park nicht nur die vielleicht vorhandenen Spuren verwischt, sondern es könnte auch dem Spürhund so gut wie unmöglich gemacht werden, die Fährte des Verbrechers von den vielen anderen zu unterscheiden." „Die Frau Fürstin hat zu befehlen", sagte Sanders. „Wenn sie es wünscht, fo warte ich. Allerdings wird auch mir später das 'Rachsuchen fehr erschwert sein." ,^Jd) bitte dringend, versuchen Sie Ihr Heil.' „Sie hohen Ihren Schmuck bereits wieder", sagte Stratvff „Bisher bin ich allein der Verlust- tragende." „Durch meine Nachlässigkeit ging Ihre kostbare Kassette verloren", widersprach Linda. „Also bin auch ich für den Verlust haftbar, den ich Ihnen eventuell crjetzen muß." „Sie wissen, Fürstin, daß es mir ein Vergnügen sein würde. Ihnen dos Schmuckkästchen als Zeichen meiner Verehrung zu überlaßen. Wird es nicht wiedergefunden, dann bitte ich, es als ein Geschenk von mir zu betrachten." „Sie sind sehr liebenswürdig", sagte die junge Frau kühl. „Aber derart kostbare Geschenke ocr- mag ich nicht anzunehmen." 11. Nach beendetem Frühstück gingen alle ins Schloß, um sich für die möglichen Schwierigkeiten des Weges paßend anzuziehen. Stratoff gelang es, der Fürstin unbemerkt zn- zuflüftern: , „ Merkwürdig, daß der Dieb sich mit der Koßette begnügte und Ihren Schmuck jo offensichllich liegenließ, daß er bestimmt gefunden werden mußte. Da wäre es bester gewesen. Sie hätten den schmuck lasten heimlich verkauft, um das von Ihnen gc wünschte Geld zu erhalten. Sie konnten dann ja ruhig behaupten, bestohlen zu fein, und ich allein hätte das Nachsehen gehabt." „Wollen Sie damit jagen,* baß Sie mich einer solchen Niedertracht für fähig halten?" „Ich bin der Meinung, daß Sie sehr klug daran getan hatten. Aber wenn es Sie beleidigt, nehme ich natürlich einen derartigen Gedanken zurück. Kurze Zeit darauf mar alles zum Aufbruch fertig. Die Teilnehmer hatten Reitkoftüme an- CEine hochfchultandstche Bücherei. Der bekannte Historiker des deutschen Stuben tentums Prof. Paul Saymank hat in jahrelanger Sammeltätigkeit eine . Hochschulgefchichtliche Bücherei" zusammengebracht, die jetzt in (Höttingen der allgemeinen Benutzung mganglid) gemacht wird. Wie in den 'Berliner Hochschulnachrichten mitgeteilt wird, besteht, die Aufgabe dieser Bücherei darin, das üueUcnmaierial zur Geiwichte des deutschen Hochschulweientz und deiuschen Studenten- lebens in möglichster Vollständigkeit zum Zweck wissenschaftticher Bearbeitung zu sammeln. Die Bücherei, in der mehrere 3onöerbibliothefen auf- gegangen sind, ist reich an seltenen Zeitschriften und nicht im Handel erschienenen Prioatdrncken und wird für eine lünstige Bibliographie des deutschen Hochschulwesens die Grundlage bilden können. Kirche und Schule, Kirchliche Dienstnachrichten. Am 20. März 1 Is. wurde der evangelische Pfarrer Lic. A e n e Wa 1 lau juOber«öee- men auf sein Aachfuchen zwecks Ucbernaßmc einer Psarrstelle an der St. Petersgemeurde in Front urt a. M. mit Wirkung vom 1. Mai 1925 aus dem Dienste der Hessischen evangelischen Landeskirche entlassen. Der durch den Detanatstag der- Dekanats Grünberg am 10. März I. 3ä. für den Rest der im Jahre 1928 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Fritz Schmidt zu Grün berg zuni Dekan des Dekanats Grünberg wurde mit Wirkung vom 1. April die Bestätigung erteilt. Buntes Allerlei. Zwei neue deutsche Kanalstrohen Der Bau zweier Kanäle, die für den Westen Deutschlairds von größter Wichtigkeit lind, wird jetzt endlich in Angriff genommen werben. Es handelt sich um eine Derbinbung der Aorb und Ostseehäfen mit dem Süden des Landes durch den Weser-- Werra -Main-Donau- um) den Wefer-Fulda-Kinzig-Main-Ka n a l. Beide Kanäle gehen von der Weser aus; während aber der eine Kanal östlich die Werra hinaufgeht, folgt der andere westlich dem Fulda tal. Der Zielpunkt des ersten Kanals ist Bamberg, der des zweiten Hanau, bis wohin dev Main vom Rhein her zu einer Großschilfahrts- -ftiaße ausgebaut ist. Die Schwierigkeiten, di« bei der Ausführung dieser beiden Projekte zu beseitigen sind, erörtert Fvanz Woas in deck Leipziger „Illustrierten Zeitung". Beide Kanäle haben Wasserscheiden zu überwinden, die ziemlich erheblich sind und etwa 360 Meter hoch liegen. Es müssen deshalb starke Staustufen angebracht werden' auch Schiffshebewerke und schiefe Ebenen fonunen zur Anwendung, da die Wasserwege für Schiffe von 1000 Do. befahrbar fein sollen. In Bamberg schliesst sich der Weser- Werra-Kanal an den Ahetn-Main-Donau-Kanal an, der sich bereits im Bau l^esindel Aus diese Weise wird für die norddeutschen Seehäfen die denkbar kürzeste Urirerlandverbrndung mit den unteren Donauländern und dem ganzen nahen Osten geschaffen. Da der Werra Kanal gurr durch das thüringische Land geht, so öffnet er dieses und damit ganz Mitteldeutschland nach Süden und Aor° den den Weltverkehr. Die Bedeutung des Weser- Fulda-Kinzig-Kanals liegt hauptsächlich darin, baß er Frankfurt und fein ganzes Verlehrsgebiet von der ausschließlichen Herrschaft des Rheins befreit und damit auch von den holländischen Seehäfen unabhängig macht. Durch diesen Kanal stehen dem Frankfurter Handel, der bisher über gezogen. Reitknechte führten die Pferde vorläufig an her Hand. Zwei mit Karabinern bewaffnete Förster bildeten die Schutzwache. Sanders bat, mindestens fünfzig Schritte hinter ihm zurückzubleiben und vor allem völlige Ruhe zu bewahren. Jede Störung feiner Konzentration konnte den Erfolg in Frage stellen. Nur Stefanescu und die Fürstin durften ihn unmittelbar begleiten. Zunächst begab mat£ sich an die Stelle, wo Sanders vor etwa einer Stunde die ersten Spuren aufgenommen hatte. Als die Rule den ihm bereits bekannten'Ausschlag zeigte, wandte er sich dieses Mal nach der entgegengejeßten Seite. Langsamen Schril les ging er bis zu einem Holzschuppen, in welchem der Gärtner feine Geräte aufbewahrte. Hier umkreiste er eine lange Leiter, wandte sich dann wieder dem Schloße zu und machte an der Stelle Halt, wo sich im oberen Stockwerk das Schlafzimmer der Fürstin befand. Sanders ging mit fast geschlossenen Augen, den Blick tief verloren, als wenn er in weite Fernen schaute. Sein Gesicht rötete sich fieberhaft. Jetzt blieb er stehen und ließ die Rute sinken. Alsbald wurde fein Aussehen wieder normal. Er wandte sich zur Fürstin: „Der Einbrecher, dessen Ausströmungen ich noch deutlich mit Hilfe der Rute w erkennen vermag, umschlich anscheinend mehrfach das Schloß, schlieft lief) stieg er mit Hilfe der Leiter, die sich in jenem Schuppen befindet, zu Ihrem Fenster empor." „Wollen Sie auch oben in meinem Zimmer Ihre Rute versuchen?" fragte Linda. >,(£5 hat wenig Zweck. Die vielen, in ge>chloße- nen Räumen hnrcheinanderflutenden Ansströmnn gen würden mir kein klares Bild ermöglichen. - Aber gestatten Sie eine Frage: Verließen Sie heute 'Rächt Ihr Zimmer eine Zeitlang, ober halten Sie es für möglich, daß der Einbrecher durch das Fenster einzusteigen vermochte, ohne von Ihnen gehört zu werten?" „Ausgeschlossen ist es nicht", sagte Linda ruhig. „Ich schlafe sehr fest. „Erklären Sie uns, Herr Sanders," bat Stefanescu, „wie ist es möglich, daß Sie einer topur zu folgen vermögen, die schon vor vielen Stunden vom Verbrecher Hintersassen wurde. Rur ein Hund Rotterdam und Amsterdam griritet werbe, bU Wasserwege nach Bremen, nach Hamburg and Lübeck offen, die nicht viel weiter als der Weg auf dem Abeiii und frei r*tm französischem Druck sind. Die Baupläne find durch ein besonder« staatlichem .Kanalbauamt in Eisenach endgültig feftgeftellt und in ihrer Wirtfchastlichbnt erwiesen, sie werden sich auch deshalb bezahlt machen, weil an den Staustufen der Kanäle Kraftwerke entstehen sollen. So werden nicht nur zwei neue Wasserwege, sondern auch zwei Kraftstra - ft en geschaffen, die uns mehr und mehr von der Kohle unabhängig machen. Rundfunk-Programm des Frankfurter LeuderS. (Aus her ,Qtabio-llmf leiten 'Jiejlercn, die man gewöhnlich nicht beachtet. Hier setzt nun die Wünschelrute ein Sie sammelt die ihm ' Witterungsvrgan her ange- regten, kaum merklichen .'Jlustelreflerc, macht sie durch .’-tcbchuiifimg sichtbar und überträgt sie so ins Bewußtsein. ''Iber langjähriger Hebung bedarf es sowie der Fähigkeit, sich völlig von seiner Unu weit loszulösen und aur die zu erwartenden Bewegungen einzustellen." „Wie brennend inlcreffierf mich das alles" sagte Linda. „Bitte, erzählen Sie uns noch, welchc (fmpt'inbunrcn Sie haben, wenn Sie auf der Spur eines Menschen gehen." (Fortsetzung folgt.) Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten 972a Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Inh.: F. C. Günther Fernsprecher 198 Saal und Räume för private und gesellschaftliche Veranstaltungen 66 eigene Verkaufsstellen! 66 eigene Verkaufsstellen ießen Hier Beispiele ‘9 bekvi 66 eigene Verkaufsstellen schwarz und braun Box, spitz und breit la Rahmenarbeit WZ D.-Halbschuhe R.-Chevreaux und Rind-Box, solide Ausführung . . . Mk. Rindl-Arb.-Stiefel extra schwere Ausführung, mit Beschlag und Absatzeisen, Mk. > di-Mlnus Herr.-HalbschuheOSO R.-Chev. u. R.-Box, spitz u. breit, flTO beste Rahmenarbeit.... Mk. 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