llr. 52 Erstes Slaü 175. Jahrgang Dienstag, 3. März 1925 metzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dmrf und Verlag: vfiihl'sche Univerfilütz-Vich- und Steinömdcret R. Lanae in Gietzen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: Zchulltra^e 7. Annahme von Anzeiae» für di, Tage,nummer vir zum Nachmittag oorhei ohne jebeärts 10 Goldpfennig; für Ne« Klame-An^eigen o 70 nM Dreile 35 Goldpfennig, Pl«>tzvorfchrift 20" Auf- fchlog. - Titrantroortlid) für ‘Politik u. Feuilleton: vr Friedr. Wild Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil: Hontz Beck, fämilid) in (Bitfjen. Erscheint täglich, außer Sonn, und Feierlag». Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. menatsiBtjr.gipteli: 2 (Bolömork u. 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprech.Anschlüsse: öchristleitung 112, Der« lagunbGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger«!,hea. pokscheckionto: Srantfuh a. M. iitoe. Der neue Präsident. Dew brutsche Zeitungleser muh ein Trommelfeuer von Namen über sich ergehen lassen, tvenn er sich ertunbiat, wer als Nachfolger Friedrich Eberts für den Posten des Reichspräsidenten in Betracht kommen soll. Wenn auch der Tod Ebert sehr unerwartet gekommen ist. so war doch die Frage der Nachfolge verschiedentlich erörtert worden, da die Amtszeit des ersten Präsidenten der deutschen Republik am 30. 3unt ablief. Die Auswahl unter den zahlreichen Kan. bi baten wird leichter sein, wenn ein offenes Wort über die Bedingungen gesprochen wird, denen das kommende Reichsoberhaupt zu genügen hat. Don den Parteien der sogenannten Weimarer Koalition wird die Forderung in den Vordergrund gerückt, dah der neue Präsident e i n überzeugter Republikaner sein müsse. Diese Parteien erklären es für ein Unbing, dah an die Spitze der deutschen Republik ein Mann treten könne, der in einer Monarchie die für daS deutsche Volk geeignetste Staatsform siebt. Man wird dem ent gegen halten können, dah auch die französische Republik nicht immer überzeugte Republikaner zur Präsidentenwürde berufen hat. Kaum zwei Jahre nach dem für Frankreich so beschämenden Zusammenbruch des zweiten Kaiserreiches konnte der Marschall von Napoleon- Gnaden Mac M a b o n das Palais an den Chnmps Elyses beziehen. Da ja doch der neue Reichspräsident den G i d auf die Verfassung des Deutschen Reiches abzulegen hat, ist die Sorge, den Nachfolger Eberts konnte eine gewaltsame monarchische Restauration herbeisühren. nicht viel mehr als ein Vorwand, um eine grohe Zahl geeigneter, rechtsstehender, Kanditaten auszuschlle- hen. Seit den Weimarer Tagen von 1919 ist die Koalition der Sozialdemokraten, der Demokraten und des Zentrums immer mehr zusammengeschrumpft und aus einer erheblichen Mehrk^ll zu einer Minderheit geworden. Es wäre nicht nur nicht „ba« Gegebene", sondern das gerade Gegenteil davon, wenn ein Mann an die Spitze de- Deutschen Reiches berufen würde, dessen Hauptvorzug es wäre, von der Weim-rer Koalition getragen zu sein. Diele Feststellung muh zu bet' Forderung Veranlassung geben, dah der neue Reichspräsident kein bl o- f)er Parteimann sein darf. Wenn es unter den inaktiven deutschen Parteipolitikern einen Mann gäbe, der eine überragende Autorität besähe, so liehe sich ein solcher Mann allenfalls als Kandidat für ganze Schichten und BerusSgruppen unsere- Volkes präsentieren. Die heute in Deutschland lebenden inaktiven Politiker sind fast ausnahmslos so bejahrt, dah man ihnen kaum die für die Führung eines solchen Amtes notwendige geistige und körperliche Spannkraft zutrauen kann, mindestens aber würde die Gefahr bestehen, dah ein siebzig- oder fünfundsiebzigjähriger neuer Reichspräsident vor Ablauf seiner siebenjährigen AmtSperiode sterben würde. Immer häufiger hört man, daß es toün- schenswert wäre, einen gewissen Turnus in der Berufung von Persönlichkeiten zum höchsten Amte im Reiche eintreten zu lassen und dann auch aus die Dauer innezuhallen. Danach sollte auf den Vertreter der Handarbeiterschoft Fritz Ebert nunmehr ein .Intellektueller" folgen. Gewih gibt es unter den deutschen Künstlern und Gelehrten manchen, dem eS an der nötigen Würde und Sachkenntnis zur Führung des hohen AmteS nicht fehlen würde. Don den hier in Betracht kommenden Persönlichkeiten haben jedoch wenige eine ausreichende politische Schulung genossen. die sie befähigte, sofort die Tragweite aller ihrer Handlungen und Unterlassungen zu erkennen. Das neue Oberhaupt des Deutschen Reiche- würde seinem Daterland keinen Dienst erweisen, wenn es vor aller Welt einen weithin sichtbaren Gdnnkenslug oberhalb und außerhalb der rauhen Wirklichkeit nehmen würde. Was auch denen, welche Friedrich EbertS LebenSanschauungen nicht teilten. Achtung und Anerkennung abgenötigt bat. war die ruhige und nüchterne Art. wie der erste Reich-Präsident die Geschäfte führte. So muh besonders eindringlich davor gewarnt werden, daß etwa ein Mann mit fanatischer, einseitiger Einstellung etwa zur Frage des Dölkerbundes zum Pazifämus ober zu einer anderen internationalistischen Ideologie zum Reich-Präsidenten und damit zum ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht gemacht würde. Damit ist nicht gesagt, dah eine farblose oder eine in allen Farben schillernde Persönlichkeit der geeignete zweite Präsident fein würde. Mehr aW je muh jedoch das Reichsoberhaupt in den nächsten Jahren alle sich bietenben Gelegenheiten zur Besserung und zur Festigung ber politischen Stellung Deutschlands benutzen tonnen Tian toirb nach einem Mann Umschau halten müssen, per in ber Uebemahme des höchsten /n Deutschland nicht die Befriedigung persönlichen Ehrgeizes und ebensowenig ein OKit- tel jur Forderung einer engen Partei- und Gesinnnungsgemeinschaft erblickt. De Kandida- ten für Reichspräsidentenposten müssen fo- llbe Kenntnisse unserer außenpolitischen Beziehungen und «ne klare Vorstellung von den wenigen uns verbliebenen weltpolitischen Wirkungs- moglichkeiten besitzen. Eine mechanische Unter- scheidung zwischen „Männern des alten Regimes" und Männern des neuen Regimes" muh als unsachllch und unvernünftig verworfen werden Der neue Reichspräsident muh auf Anerkennung und äußere Ehrung bei Lebzeiten verzichten und sich damit begnügen können, seinem Volk auf dem Weg zur Freiheit ein Stück weiter verhalfen zu haben. Die Beisetzung des Reichspräsidenten. Die Berliner Trauerfeier. — Die Trauerparade der Reichswehr. — Dor dem Reichstag. — Die Uederführung nach Heidelberg. .Berlin. 2. März. (WB.) Die von ber Reichsreaierung und dem Reichstag veranlahten LrauerfeierNchkeiten zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten bestehen aus einer Trauerfeier, die im Haufe bes Reichspräsibenten ftatt- finbet, fobann einem Trauerzug. ber Gelegenheit zu einer Feier vor dem Reichstagsgebäude gibt unb einem Ab schieb auf bem Potsdamer Bahnhof. Die Trauerfeier der Reichsregierung findet am Mittwoch, ben 4. März, 3 Uhr nachmittags im Trauerhause statt. Hierbei werben Vertreter ber auslänbischen Regierungen unb bes bidiomatischen Korps anwesenb fein, sowie die Mitglieder der Reichsregierung mit dem Reichskanzler, bet Reichstagspräsibent, die Staats- und Ministerpräsidenten ber Länber. die Staatsrnenister, die stimm führenden Reichs- ratSbevollmächtigten, Vertreter ber Parlamente von Reich, Land und Stabt, bie Spitzen ber Reichs- unb Staatsbehörden, bet Oberbürgermeister von Berlin mit Dertretern des Städte- tages, einzelne Vertreter der wirtschaftlichen Organisationen. der Presse sowie von Kunst unb Wissenschaft, anwesenb fein. Auherbem flnb die Freunde bet Familie Ebert sowie bie Aerzle unb aobere Persönlichkeiten, welche bem Verstorbenen nähergestanben haben, geloben. Die Trauerfeier beginnt mit dem Trauer- marfch aus bet „®roica von Beethoven, ben das Orchester ber Berliner Staatsoper unter ber Leitung von Erich Kleiber ausführt. Es folgt ein Trauergefang aus bem 16. Jahrhundert, aus bem 75. Psalm, an den sich eine Rebe bes Reichskanzlers Dr. Luther anschlieht. Zuletzt singt ber Chor ber Staats- oper, ben Prof. Rüdel dirigiert, ein Grablieb von Earl Maria v. Weber. Sobann versammelt sich der Teil des Trauergefolges. dem Zulah zu dieser Feier gegeben werben konnte, im Hose, wohin ber Sarg im einem ohne Ueberbad)ung altarartig ausgestalten Trauerwagen übcrgefüljrt wird. Ilm 4 illjr erfolgt in ber Wilhelmstraße, deren oberer Teil entsprechen!) abgesondert wirb, eine Trauerparabe ber Reichswehr. Die Trauerparabe wirb kommandiert von Generalmajor Siehr, bem Kommandanten von Berlin. Sie besteht aus einer prcuhischen Schwadron unb einem Infanteriebataillon, das aus je einer preußischen, bayrischen, toürttcmbcrgi- schen unb badischen Kompagnie gebildet wirb, einer Küstenwehtkompagnie und einer Batterie. Die Ordnung des Trauerzuges, soweit dies vorher irgend möglich war, ist bis ins einzelne geregelt. Gr wird eröffnet von berittenen Mannschaften ber Schutzpolizei. Der Wagen mit dem Verstorbenen wird geführt und geleitet von den im Bureau des Reichspräsidenten tätigen Referenten. Ihm folgen die Söhne, Verwandten unb nächsten Freunde des Reichspräsidenten, sowie ber Chef deS Bureaus des Reichspräsidenten Staatssekretär Meißner und Reichstunstwart R e d s I o b. Als Ehrengeleite folgen sodann der Reichskanzler, der Reichstagspräsident, Vertreter fremder Regierungen und Vertreter der deutschen Länder unb des Reichstages. In der weiteren Gruppe folgen als Vertreter der deutschen Beamtenschaft die Staats- fefretäre, der Präsident des Reichsgerichts. ber Generaldirektor der Reichsbahn, ber Reichsbank- vräsident, Vertreter des ReichSwirtschafüsrates, des Preußischen Landtages sowie ber Oberbürgermeister unb ber Stadtverorbnetenvorsteher von Berlin mit einer Vertretung des Deutschen Stäbtetages. Ihm schließen sich an einzelne Vertreter wirtschaftlicher Organisationen. Vertreter ber Presse, ber Wissenschaft, Kunst unb Bühne sowie bie übrigen Teilnehmer. Es folgen bann bie Wagen mit ben Damen ber Familie Ebert. Hierauf kommen bie Wagen mit ben in über» wältigenber Fülle gespendeten Kränzen unb Blu- aien. Daran schließen sich bie Gruppen aller Derbänbe unb Organisationen, bie an ber Feier teilzunehrnen gedenken, unb über bie zur Zeit ooch keine vollständige Gruppierung gegeben werden kann, ba immer neue Anmeldungen einlaufen, an. .Der Tr a u e r j u g geht durch ben oberen Teil ber Wtlhelmstraße, nimmt ben Mittelweg ber Straße unter ben Groben unb geht von ba über ben Pariser Platz durch das Mittelportal des Brandenburger Tores. Dort biegt er nach re<$t$ zur Sommerstraße. Er umschreitet das Reichstagsgebäude auf dem Wege über das Reichstagsufer, von wo er sich zur Rampe der Haupttreppe deS Reichstages am Königsplatz wendet. Dor bem Reichstagsgebäude hält der Zug. Hier entbietet der Reichstagspräsident umgeben von ben Abgeordneten des Reichstags und Vertretungen des ReichSwirischallsrc-tS. des Preußischen Landtags und des Stadtparlamentes. dem toten Reichspräsidenten den letzten Gruß der Volksvertretung. Unter den geladenen Gästen des Reichstags befinden sich die Mitglieder des diplomatischen Korps. Der Koßlecksche Bläserkorps wird hierbei dieselben Weisen spielen, die er in Gegenwart des Reichspräsidenten Ebert bei der Trauerfeier am 3. August vorigen Jahres vorgetragen hat: Zu Anfang Haendels Trauermarsch unb am Ende ..Ich hatt' einen Kameraden". Durch bie Freigabe des Königs Platzes für die Derbäiide unb alle die. die einzeln an der Feier teilnehmen wollen, ist hier Gelegenheit zu einem Abschied- nehmen für viele Tausende gegeben. Der Zug geht bann durch bie FriebenSallee zur Budapester Straße, entlang den Gärten ber reichseigenen Gebäude. In bem Augenblick, in dem der Wagen mit bem Toten das von einer Ehrenwache flankierte Gartenportal des Hauses des Reichspräsidenten erreicht, hält er auf einige Sekunden. Dann geht der Zug zum Potsdamer Platz. Hier wird der Sarg vom Wagen genommen unb auf einem Podest unter dem mittleren Torbogen des PortalvorbaueS aufgestellt. Die Teilnehmer des Zuges gehen dann zum letzten Gruß am Sarg vorbei. Dieser Vorbeimarsch dauert bis gegen Abeird. Unmittelbar vor Abgang bes Zuges, ber den Toten nach Heidelberg überführt, verstummt die Musik. Die Lo omotiven geben ein Signal. Alle Trauergäste entblößen das Haupt. Der Sarg wirb in einen Wagen des Trauerzuges überführt, der den Toten zur letzten Ruhe in seine Vaterstadt leitet. Der Sonderzug, der von ber Reichs- bahnbireltion Berlin für die Meberfübrung nach Heidelberg zur Verfügung gestellt wirb, wirb aus einer Reihe von Salon- und Schlafwagen für die Familie des Reichspräsidenten unb bie an ber Uederführung beteiligten offiziellen Persönlichkeiten bestehen. Der Sarg wirb, ba ein Salon- Leichenwagen nicht mehr vorhanden ist, in einem würdig ausgefchmückten Gepäckwagen untergebracht. Der Sonderzug verläßt am Mittwochabend 6.33 Uhr Berlin, er wird über Magdeburg, Kreiensen, Bebra, Hanau geführt. In Bebra trifft er 3.55 Uhr morgens ein, fährt 4.15 Uhr weiter unb trifft um 9.30 Uhr in Heibelberg ein. Am Bahnhof ist seitens ber Stadtverwaltung ein entsprechender Empfang in Aussicht genommen. Der Badische Landtag und die höheren Staatsbeamten begeben sich mittels Sonderzuges nach Heidelberg. Acht ©enbarmerie- beamte ber Polizeibirektion Heidelberg werden den Sarg tragen. Ahordnungen der deutschen Parlamente unb Regierungen werden dem Leichenwagen zu Fuß folgen. Trauerkundgebung des Hessischen Landtages. Darmstadt, 2. März. (TU.) Der Hessische ßanbiag war vom Präsidenten Adelung für heute nachmittag 4 Uhr telegraphisch zu einer Trauerkundgebung eingeladen worden. Dieser Einladung ha len die Abgeordneten, der Staatspräsident und die Regierung Folge geleistet, mit Ausnahme der Kommunisten und Deutschnationalen. Die Galerien waren dicht beseht. Der Sitzungssaal war mit Lorbeerbäumen geschmückt, der Regierungstisch mit Flor und Lorbeergirlanden bekränzt. Stehend horte das Haus die Ansprache des Präsidenten Adelung an, der u. a. folgendes auSführte: ../Der Anlaß, der den Hessischen Landtag heute zusammensührt, ist überaus ernst. Der oberste Beamte ber deutschen Republik, ihr erster Reichspräsident, Friebrich Ebert, ist plötzlich ba- hingefchieden, mitten aus der Vollkraft seine- Lebens von einer tückischen Krankheit dahin- gerafft, herausgerissen aus seiner Arbeit. Das schwergeprüfte deutsche Volk steht tieftrauernd an der Bahre des Mannes, der ihm in den Jahren schwersten Leidens und bitterster Trübsal ein sicherer Führer war, der es vermocht hatte, die Stellung des Oberhauptes im neugeformten Staatswesen mit Vertrauen und Hochachtung zu umrahmen. Die Aeuherungen der Wertschätzung und der Verehrung, die vom Ausland kommen, bezeugen deutlich die Größe deS Verlustes. Die auf Frieden und Verständigung gerichtete, zielklare Haltung des Reichspräjidenten hat unend- llch viel dazu beigetragen, daß die Kriegspsychose, die das Leben der Volker vergiftete, allgemach im Schwinden begriffen ist. Friedrich Ebert war ein glühender Patriot, der sein eigenes Doll über alles liebte. Ebert wao der schlichte Mann des Volkes, der sich als Staatsmann von großen Qualitäten erwies. Jedermann, der das Glück hatte, in persönlichen Verkehr mit ihm zu treten, war. auch wenn er von anderer politischer Grundeinstellung war, bezwungen von der absoluten Grobheit unb von der Reinheit seines Wollens. Ihn leitete vor allem der große demokratische Gedanke: Des Volkes Wille ist oberstes Gesetz. Als Reichspräsident fühlte sich Ebert nur als oberster Diener seines Volles. Die Geschichte wird, losgelöst von Tagesmeinungen und Parteiungen, im Rahmen des großen und ganzen fein Leben und Wirken zu würdigen haben. Seinem Takt und feiner Einsicht ist es zu danken, wenn in stürmischer Zeit das Deutsche Reich nicht zerfiel. Das deutsche Volk. daS das Andeillen Friedrich EbertS ehrt, ehrt sich damit selbst. Der Redner teilte dann noch mit, daß er den Angehörigen des Verstorbenen sein Belleid zum Ausdruck gebracht habe. Der Reichsregierung werde Mitteilung von der Trauerkundgebung des hessischen Parlaments gemacht werden. Die Sitzung wurde darauf geschlossen. An den Deisehungsfeierlichkeiten in Heidelberg werden als Vertreter deS hessischen Landtages die drei Präsidenten Adelung. Ruß und H e l m o 11 tellnehmen. ferner zwanzig Abgeordnete. Der hessische Landtag wird am Grabe deS Reichspräsidenten einen Kranz mit Schüfe in den hessischen Landesfarben niederlegen. mit der Widmung: Dem ersten Reichspräsidenten in dankbarem Gedenken der Landtag des Volk- st a a • t e s Hessen. — Die sozialdemokratische Fraktion wird ebenfalls einen Kranz in den Reichsfarben niederlegen. Trauer*e1er des Preußischen Landtages. Berlin, 2. März. (WB.) Der Preußische Landtag wird nach einem Beschluß des Aellesten- rotes am Dienstagnachmittag 2 Uhr eine Sitzung abhallen, die dem Gedächtnis des Reichspräsidenten gewidmet ist. Die Ansprache wird L a n ö« tagspräsident Bartels halten. DerMitt- woch soll fitzungssrei bleiben. Auf der Tagesordnung der Sitzung am Dienstag nächster Woche steht die Wahl des Ministerpräsidenten. Trauerseier in Frankfurt. Frankfurt a. M„ 2. März. (WTB.) Heule nachmittag sand die Trauerfeier des Magistrats »und der Stadtverordneten für den Reichs- Präsidenten in Anwesenheit aller staatlichen und stoischen Behörden sowie der diplomatischen Vertreter in dem Kaifersaal de- Römers statt. Oberbürgermeister Dr. Canbmann gedachte deS Verstorbenen als eines QHanne-8, dessen Werk und dessen Verdienste auch die politischen Gegner hochschätzen müssen. Er habe es verstanden, seine Aufgaben über die Partei hinaus zu losen. Der Magistrat habe beschlossen, den Toten durch eine Gedenktafel in der Paulskirche zu ehren mll der Inschrift: _5>ie Stadt Frankfurt Friedrich Ebert, dem Präsidenten des Deutschen Reiches 1919—1925, zu ehrendem Gedächtnis". Weitere Beileidskundgebungen. Berlin, 2. März. (WB.) Reichs ar» beitsminister Dr. Brauns telegraphierte aus Kairo an den Reichskanzler: Mi» Ihnen und den übrigen Mllgkiedern der Reichsregierung weiß ich mich eins in der tiefen Trauer über das unerwartete Hinscheiden des um Volk und Staat in schwersten Zeiten hochverdienten Reichspräsidenten. Aus der Fülle der weiter eingegangenen Deileidskundgebungen sind hervorzuheben Beileidstelegramme des Königs von Spanien, des Königs Fuad von Aegypten, des persischen Ministerpräsidenten Sardar Sepag und des Präsidenten von Peru. Ferner hat der frühere britische Premier« Minister Macdonald folgendes Telegramm an Frau Ebert gerichtet: „In der Trauer, die ich nicht in Worte fassen kann, über den Tod meines alten Freundes, sende ich, zugleich namens der Parlamentsfraktion der Labourparty. mein herzlichstes Beileid. Nicht allein Deutschland, sondern Europa haben einen weisen und geduldigen Diener verloren." Der russische Volkskommissar Tschitscherin sandte an den Außenminister Dr. Strese- mann folgendes Telegramm aus TifliS: „Tief betroffen durch die traurige Nachricht von dem Hinscheiden des Reichspräsidenten Ebert, drücke ich Ihnen mein tiefstes Beileid aus und bitte Sie, es der Familie des Reichspräsidenten auszudrücken." Ferner ging dem Reichskanzler folgendes Telegramm des Kaisers von Japan zu: Nachdem ich soeben mit lebhafter Trauer die Nachricht vom Tode Seiner Exzellenz, des Reichspräsidenten, erfahren habe, beeile ich mich. Eurer Exzellenz mein aufrichtigstes Beileid zu über- Mitteln. Der Präsident der Tschechoslowakei M a f a • rhk hat folgende Depesche gesandt: Tief erschüttert von der Nachricht vom Ableben des Präsidenten Ebert spreche ich Eurer Exzellenz mein aufrichtiges Belleid aus. Der estländische Ministerpräsident hat telegraphiert: Empfangen Eure Exzellenz d n Ausdruck meiner tiefempfundenen Anteilnahme anläßlich des vorzeitigen Hinscheidens des Reichspräsidenten. Dom schwedischen Ministerpräsidenten ist folgendes Telegramn eingegangen: A:läh ich des Ablebens des Reichspräsidenten beehre ich mich, namens der schwedischen Regierung Ihnen die tiefgefühlte Teilnahme der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Str litauische Staatspräsident hat fol- geuve Depesche an den LeichÄanzler gerichtet: Lies erschüttert durch die schmerzliche Nachricht zum Wleben unseres großen Freundes, des Reichspräsidenten, bitte ich Eure Exzellenz, mein und des litauischen Dolles tiefstes Beileid ent» Segennehmen zu wollen. Auch aus Südamerika gingen gestern im Bureau des Reichspräsidenten zahlreiche Bei- leidskundgebungen ein. Der Präsident der Republik Argentinien telegraphierte: 3m (Hamen des Dolles und der Regierung von Argentinien und in meinem eigenen (Hamen fpvoche ich meine tiefgefühlte Teilnahme für den unersetzlichen Derlust, den die befreundete deutsche Ration durch das Hinscheiden des Reichspräsidenten getroffen hat, aus. Das Telegramm der brasil ia n i f che n Regierung lautet: Brasilien und feine Regierung haben mit tiefem Schmerz die Rachricht vom Tode des Präsidenten der deutschen Republik vernommen. Die Regierung und das Doll Brasiliens übermitteln der deutschen Regierung und dem deutschen Doll den Ausdruck ihrer tiefgefühlten Teilnahme. Der Präsident der Republ ik Uruguay sandte folgendes Telegramm: Schmerzlich bewegt duvch die Trauerkunde von dem Ableben des Reichspräsidenten entbiete ich Euerer Exzellenz de^ Ausdruck meines herzlichsten Beileids. Anläßlich des Todes des Reichspräsidenten ordnete die mexikanische Regierung an, Latz zum Zeichen der Anteilnahme Mexikos an der Rationaltra uer der befreundeten deutschen Ration alle Regierungsgebäude drei Lage Tang die FlaggenaufHalbmast setzen. Die deutsche Kvlvme in Mexiko bereitet eine Trauerfeier zum Gedächtnis für den verstorbenen Reichspräsidenten vor. An den Reichskanzler wurde ein Beileidstelegramm gesandt. Der Republikanischer Lehrerbund Dorort Gießen hat folgendes Telegramm an Frau Reichspräsident Ebert gesandt: Der Republikanische Lehrerbuird. Vorort Gießen, teilt die tiefe Trauer um den Heimgegangenen Reicks- Präsidenten. Untere besondere Aufgabe erblicken wir darin, den Führer und Staatsmann und vornehmen Menschen Friedrich Ebert, den ersten Präsidenten der Republik, stets der deutschen Jugend als Vorbild vor Augen zu stellen, gez. Hüter, gez. Huf. König Georg von England hat an Frau Ebert und an die Reichsregrerung ebenfalls Beileidstelegramme gesandt. Wahlvorbereitungen. Berlin, 3. März. (WTB.) Mehrere (Blätter beschäftigen sich mit der Frage der Reuwahl des Reichspräsidenten. Der „Lokalanz." und die „Voss. Ztg." treten lebhaft dafür ein. Daß die technischen Wahlvorbereitungen so beschleunigt werden, daß der erste W a h l- gangbereiiüam2 9. März und der zweite, falls ein solcher notwendig werden sollte, am 26. April stattfinden solle. 3n einem Bericht der »Voss. Ztg." heißt es. daß der demokratische Abg. Koch auf der demokratischen Tagung am Sonntag dafür eingetreten sei, daß sich die republikanischen Parteien möglichst schon für den ersten Wahlgang auf einer gemeinsamen Kandidatur einigen sollten. Auch der „Vorwärts" erllärt es für selbstverständlich, daß die republikanischen Parteien möglichst geschlossen auftreten. Die Entscheidung werde in kürzester Zeit fallen Dem „Lokalanz." zufolge sind auch lm schwarz-weiß-roten Lager Bestrebungen im Gange, eine Einigung über einen ©am» melk-andidaten herbeizusühren. Das Blatt glaubt, die Aussichten auf eine gemeinsame schtLarz-weiß-rote Kandidatur g ü n st i g zu beurteilen. 7 Amerika und die Nachfolge (Eberts. Neuhork, 3. März. (TU.) Die (HeunorEer Abendblätter beschäftigen sich eingehend mit der Frage, wer der Rachfolger Eberts Ifjiin wird. Fast alle Blätter sind sich darüber einig, daß Reichskanzler Dr. Luther oder der preußische Ministerpräsident Dr. Marx als Kandidaten hauptsächlich in Frage kommen. Mscn ist sich darüber einig, daß die republikanische Staatsform in Deutschland soweit gefestigt ist, daß eine Kandidatur des ehemaligen Kronprinzen oder eine Wiederaufrichtung der Monarchie überhaupt nicht in Frage kommt. Der Tod des Reichspräsidenten Ebert habe keine Erschütterung des politischen Lebens in Deutschland im Gefolge. Es werde säurch sein Hin- scheiden feine Staatskrise herbeig >sührt werden. Don verschiedenen Zeitungen wird hervorgehoben, daß Reichskanzler Dr. Luther über außerordentliche Fähigkeiten verfüge und daß Deutschland ihm seine Rettung aus dem völligen wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch zu verdanken habe. Zwar versuchen einige Hetzblätter, darauf hinzuweisen, daß das fleqentoärtigc Reichskabinett eine G^ahr für die Alliierten bedeute, jedoch glaubt der überwiegende Teil Tier amerikanischen Presse, daß Deutschland das Dawesobiommen erfüllen werde. Eine Friedrlch-EderL-Strftung. Berlin, 2. März. (TU.) Wie der „Vorwärts" meldet, hat der Sozialdemokratische Parteivorstand beschlossen, eine Frieorich-Ebert-Stistung im Sinne der Lebensarbeit des Entschlafenen $u errichten. Der Par- teivvrstand bittet im Einverständnis mit der Familie, von Kranzspenden und von der Entsendung von Deputationen abzusehen und die dafür vorgesehenen Beträge der Stiftung zu- zuführen. Der Ausschluß von Papen und Lönnartz zurückgenommen? Berlin, 3. März. Wie der „Börsenzeitung" aus parlamentarischen Kreisen gemeldet wird, soll die Fraktion der Zentrums- Partei des preußischen Landtags beschlossen haben, den Ausschluß der Abg. von Popen und Lönnartz zurückzunehmen Dieser sehr bedeutsame Entschluß, der eine Folge der großen Erregung der landwirtschaftlichen Zentrumskreise Westdeutschlands sein dürfte, sott auf die Vermittlung des Ministerprä- sidonten Marx zurückzuführen fein. Um den Dor^tz in der Saarregierung. London. 3. März. (TU.) Ehamberlain Wurde tm Unterhaus gefragt, ob er auf der Döllerbundstagung für einen neutralen Vorsitzenden in der Saarregierung an Stelle des Franzosen Raoult ein» treten werde. Er entgegnete, daß er unter den jetzigen Verhältnissen im Interesse aller Beteiligten gegen einen Wechsel im Vorsitz der Regierungskommission sei. Der Finanzausgleich. Der Entwurf des Reichsfinanztnin stcriums. Berlin. 2. März. (TU.) Heute ist der Entwurf eines Gese:>es zur Reuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Landern und Gemeinden veröffentlicht to r en. Von amtlich e r S e i t e wir., hierzu folgendes auSgcfübct: Das Finanzausgleichsgesetz in feiner Bekanntmachung vom 23. Iunt 1923 und die Bestimmungen der 3. Steuernotvcrordnung treten mit dem 31. März 1925 außer Kraft. Die Grundgedanken des Finanzausgleiches zwisch.n Reich, Ländern und Gemeinden, wie er au3 der Reformgesetzgebung 1919 bis 1920 hervorg--g ngen ist, haben sich als richtig erwiesen. Das Wesentliche des vorliegenden Entwurfes ist. daß er das geltende § inanzausgleichst) st em aufrecht erhält. Der Entwurf bringt Aen- berungen der bisherigen Ordnung nach folgenden Richtungen: 1. Die 2. Steuernotverordnung hat das Reich auf 10 v. H. des Aufkommens aus der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer beschränkt. Das Reich erhöht diesen Anteil auf 25 v. H, des Aufkommens. Als Ausgleich für die um 15 Proz.nt gesenkte Beteiligung der Länder an der Einkommen- und Körperschaftssteuer gewährt der Entwurf ihnen im Rechnungsjahr 1925 eine Beteiligung an der Umfaß ft euer von 30 v. H. des Aufkommens. Vom 1. April 1926 ab fallen die Länder wie bisher 20 v. H. des Umsahsteuer- aufkommens erhalten. Unter Zugrundelegung der Anteilverhältnisse der 3. Steuernotverordnung würde auf die Länder an Überweisungen aus dem Elnlommensteueraufkommen, Körpeaschafts- steueraustömmen und Umsahsteueraulommen im Rechnungsjahre 1925 schätzungsweise 2 100 Mill. Mark entfallen. Rach dem Entwurf werden es schähungsweife 1 920 Mill. Mark fein. 2. Unter Zurückstellung schwerer finanz- und steuerpolitischer Bedenken nimmt der Entwurf vom j. April 1926 ab ein Zuschlagsrecht der Länder und Gemeinden zur Einkommensteuer und zur Körperschafts st euer in Aussicht. 3. Die im Entwurf enthaltenen Bestimmungen für Aenderung der Vorschriften über den Geld- entwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken «Hauszinssteuer) sollen den Ländern das Aufkommen aus die cr Sleuerauell-e, auf das sie unbedingt angewiesen find, sichern und ertragsreicher gestalte,-. Der Entwurf gibt die für die Steuer bisher vorgesehene Befristung der Geltungsdauer auf. ohne damit der Frage vorzugreifen, in welcher Form die Besteuerung endgültig aufrechterhalten werden fo'l. 3m übrigen . enthält er drei wesentliche Neuerungen: Er sieht neben der Mindestgrenze von 10 v. H. dL Steueraufkommens eine Höchstgrenze von 10 v. H der Friedensmiete für einen Teil der Hauszinssteuer vor, der zur Förderung der Neubautätigkeit zu verwenden ist, um nicht die Mittel, die die gesamte Last für die Staatswirtschaft von Reich, Lindem und Gemeinden tragen sollen, für einen, wenn auch wichtigen Sonderzweck, zu stark zu verkürzen. Gr setzt ferner sürdie Erreichung dervollen F r i ede ns m i e t e in allen Ländern einen spätesten Termin auf den 1. April 1926 fest, damit die Länder genügend Spielraum für die Ausnutzung der Hauszinssteuer erhalten. Schließlich vereinfacht er die jetzigen Vorschriften über die Milderung der Steuer durch Abzug der Zinsen für aufgewertete Hypotheken und durch Berücksichtigung des Eigenkapitals. In Zukunft soll der Grundstückseigentümer für sein Eigenkapital wie ein Hypothek engläubiger behandelt und ihm hierfür die nach den allgemeinen Grundsätzen über die Aufwertung einem Hypothekengläubiger zustehende Verzinsung gewährt werden. Daneben bleiben die Sondervorschristen für Grundstücke, die am 1. Juni 1914 unbelastet oder nur bis zu 20 v. H. des Gesamtwertes belastet waren, bestehen. Erhöhung der Bier- und Tabaksteuern. Berlin, 2. März. (WB.) Die Erhöhung der Bier- unh Tabaksteuer hat sich angesichts des dringenden Finanzbedarfs des Reiches als notwendig erwiesen. Wenn auch die Einnahmen des Deiches im Laufe des Rechnungsjahres 1924 sich günstig entwickelten und für die nächsten Monate noch mit dem Bedarf deckenden Steuereingängen gerechnet werden kann, so darf doch daraus nicht der Schluß gezogen werden, daß die Finanzlage des Reiches als gesichert zu betrachten fei. Die Berechnungen, die im Reichsfinanzministerium aufgestellt wurden, lassen vielmehr Har erkennen, daß, wenn nicht schon früher, so jedenfalls im Rechnungsjahr 1926, selbst bei äußerster Drosselung der Ausgaben, die Balancierung des Haushalts mit den jetzigen Einnahmen nicht möglich sein wird. Die Schwierigkeiten wachsen von Jahr zu Jahr und können nur beseitigt werden, wenn die Einnahmequellen des Reichs restlos aus- geschöpft werden. Die Besitz st euern bieten hierzu ein geeignetes Objekt nicht mehr, und zwar um so weniger, nachdem es erforderlich wurde, aus der aus Rotverhältnissen erwahsenen lieber» fpannung der steuerlichen Belastung herauszu- kommen. Es bleibt nur übrig, auf die in den Verbrauchssteuern liegenden Reserven zurück-- zugreifen. Aber auch hier sind Grenzen gezogen insoweit, als die Reichsregierung es nicht für angängig erachten kann, den notwendigen Bedarf (z. D. Salz und Zucker) einer Höherbelastung zu unterwerfen, ganz abgesehen davon, daß sehr erhebliche Mehreinnahmen aus diesen Quellen nicht zu erwarten stünden. Dagegen erscheint zur Deckung des Finanzbedarfs die steuerliche Heranziehung des Verbrauchs von Genußmitteln, wie Bier und Tibak, die nach der auch vom Reichstag anerEannteit/ Begriffsunterscheidung zum entbehrlichen Verbrauch zu rechnen sind, vertretbar and geeignet. Mehreinnahmen in den erforderlichen Ausmaß zu schaffen Der Entwurf sieht für Bier eine Verdoppelung der Steuersätze vor. Für Tabak sollen die Steuersätze bei Zigarren und Pfeifentabak von 20 aus 25 Proz., Zigaretten und feingeschnittenem Tabak von 40 auf 50 Prozent, Kautabak von 5 auf 10 Proz., Schnupftabak von 10 auf 15 Proz. des Kleinverkaufspreises heraufgesetzt werden. Daneben wird, um den Zo11schuh für den im Inlande gibauten Tabak zu verstärken, eine Erhöhung des zur Zeit für unbearbeitete Tabakblätter geltenden Zollsatzes von 30 auf 80 Rm. vorgefchlagen. Der Sch ußberichr. Prüfung bcx? (Gutachtens durch den Botsciivfterrat. Paris, 3. März. (TA.) Der Dotschafter- rat trat heute Dienstag um 10 Abr vormittags zur Prüfung der Denkfchrtft des interalliierten Militarkomitees zusammen. Ser S hung wohnte Ma schall Foch bei, der persönlich die Schlußfolgerungen seines Gutach.en i entwickelte. Der Dvtscka tellvnfe enz liegen der Generalbericht und ba^ in ge- dräntter Kürze die wichtigsten Feststellungen des Gene>alb.-ttcht3 toiebetgebei be Gutachten vor. Marschall Foch hatte gestern vormittag eine lange Unterredung mit Herriot, dem er ein Exemplar des Gutachtens überreichte. Sie Morgenblätter rechnen bestimmt damit, daß die D o t s ch a f t e r k o n f e r e n z im Verlause ihrer heutigen Sitzung es zunächst einr.al dabei bewenden lassen wird, von dem inter- allliertcn M litärkom tee sich weitere ergänzende Auskünfte zu erbitten und sich alsdann vertagen wird. Die militärischen Sachverständigen — sagt der „Maiin" — haben sich eng im Rahmen ihrer Befugnisse gehalten, um n.cht politischen Erwägungen der Botschafter vorgreisen zu wollen. Aus der geschickten Anordnung des Berichtes und der logischen Aufeinanderfolge der einzelnen darin aufgestelltrn Tatsachen ergibt sich ein genaues Bild über die militärischen Vergehen des Deutschen Reiches. Der 16 Seiten umfassende Bericht enthält zahlreiche Photographien und stellt fest, mit w e 1 - cher Hartnäckigkeit General v: Seeckt die militärische Ausbildung betrieben hat. Nichts sei dem methodischen Vorgehen des Oberkommand'.erenden er.t'angen, weder d i e ständig erneuerten Manns chafts- beftänbe der Reichswehr noch die zahllosen militärischen Geheimorganisationen noch die H e r st e l l u n g des R ü st u n g s m a t e r i a l s, die v. Seeckt mit großer Geschicklichkeit entwickelt hat. Eine der Feststellungen besagt, daß Deutschland Ende 1918 in der Lage war, täglich 100 Kanonen herzu- stcllen, und daß es heute noch täglich 50 Kanonen in' seinen Werkstätten erzeugen könnte. „Daily Mail" zufolge lautet der Schlußsatz des Gutachtens: „Es ist festzu- stelen, daß Deutschland seine Polizei st reit- kräftc nicht zu Polizeizwecken, sondern als gut ausgebildete und gut ausgerüstete Armee bei dem ersten Anlaß verwenden wird." Ein Teil dec Morgenpresse deutet an, daß die Dotschasterkvnserenz im Augenblick aus den verschiedensten Gründen eine Entscheidung zu vertagen wünscht. Die alliierten Mächte wollen vorläufig noch Zelt gewinnen. Immerhin ist der Gang der Ereignisse klar vorgezeichnett und es wird Ende dieses Monats wahrscheinlich in Brüssel eine interalliierte Konferenz einberufen werden. Die Deutschen werden erst in der Folge zugelassen. Es wird von fetten der Alliierten in der Note, die sie nach Erreichung eines grundsätzlichen Einvernehmens nach Berlin senden werden, eine ausdrückliche Einladung an Deutsch'and nicht ergehen lassen; ein deutsches Gesuch um nachträgliche Zulassung würde jedoch nicht abgelehnt werden. Der zögernden Haltung der Alliierten liegt offenbar der Wunsch zugrunde, das Problem der deutschen Abrüstung und die damit zusammenhängende Räumung Kölns erst zu lösen, wenn eine Verständigung über die französische Sicherheitsgarantie herbeigesührt fein wirb. (Echo de Paris.) Der Vorsitzende des Obersten Ausschusses für nationale Verteidigung, Boncvurt, teilte gestern am Schlüsse einer Ausschußsihung mit, daß Frankreich in Genf die Forderung auf Entmilitarisierung der Rheinlande offiziell erheben werde mit der Begründung, daß dies die einzig wirksame Garantie für Frankreichs Sicherheit sei. Um b:e Veröffentlichung. London, 3. März. (Wolff. Funkspruch.) Ein Sonder Korrespondent der „Westminster Gazette" schreibt, die Kommentare von Foch liegen dem Foreign Office nur in der nichtamtlichen Form vor. Die amtliche Auffassung sei einer Veröffentlichung des Berichtes und der Kommentare abgeneigt und zwar aus folgenden Gründen. Der Bericht fei außerordentlich lang, sehr technischer Natur und in seinen Einzelheiten wesentlich eine Sache für Militär-Sachkundige. In amtlichen Kreisen werde der Gedanke ausgesprochen. daß es keinen nützlichen Zweck haben würde, eine Menge verwickelter Angelegenh i'en zu veröffentlichen, die nur von Technikern begriffen würden. Trotzdem werde aber vielleicht die Veröffentlichung beschlossen werden. „Daily News" sagt, wenn nach der Behauptung französischer Blätter der Bericht „beweise", baß Deutschland sich effektiv auf einen Rache- Krieg vorbereite, so werde es notwendig sein, den Bericht restlos zu veröffentlichen. Deutschnat onale Politik in Hessen. Der Engere Landesvorstand der Deutschnationalen Volkspartei hielt am Samstag in Frankfurt eine Sitzung ab. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Verhandlungen des Vertretertages in Berlin. Er teilte mit, daß er sich noch einmal persönlich an den Parteivvrsitzenden wegen des spanisch-deutschen Handelsvertrages gewendet und in seinem Schreiben besonders auch die Staatsnotwendigkeit eines Schuhes des Weinbaues im besetzten Gebiet betont h ibc. Im Zusammenhang wurde noch einmal die Aufwertungsfrage eingehend erörtert. Es bestand vollkommene Einigkeit, daß die Lösung dieses Fragenkomplexes nach den Grundsätzen von Treu und Glauben erfolgen müsse, was in einer für die Reichstagsfraktion bestimmten Entschließung zum Ausdruck kam. Gegenstand weiterer Der- hanoiungen btlveten Den kommenden Partei» t a g berührende Fragen, Fragen, die Presse angehend und solche finanzieller Natur. 2lus aller Welt. Ein stürmisches Datting-Konzert in Rom. In dem letzten Konzert des Darmstädter Musikdirektors Michael Balling in Rom begeisterte sich das Publikum derart, daß es stürmisch die Wiederholung des Trauermarsches aus der Götterdämmerung verlangte. Als dies nicht gewährt wurde, verhinderte es Balling an der Fort ührung des Konzertes, so daß der Musiker den Konzertsaal verlass en mußte. Als dann durch ein Mitglied des Orchesters dem Publikum gesagt worden war, daß die Posaunenbläser nicht mehr anwesend seien und daher der Marsch nicht wiederholt werden könnnte, beruhigte sich dies, und das Konzert konnte seinen Fortgang nehmen. Millionendiebstahl eines Chinesen. Durch Vorspiegelung falscher Tatsachen hat sich ein Chinese von drei verschiedenen niederländischen (Bauten in Weltevreden (Java) 13 Mill. Franken (1,2 Mitt. Gulden) verschafft. SchifsSbrand Aus Antwerpen wird gemeldet, daß an Bord des amerikanischen Dampfers „W e st C a st l e", der eine MaCcout-Ladung an Bord hatte, err (B r a n b ausgebrochen ist. Die Flammen biobter auf die umliegenden Schiffe überzugretfen. Rach mehrstündigen Bemühungen gelang eS, das F c u e r auf den eigentlichen Brandherd zu b e= schränken. Der Dampfer ist vollkommen ausgebrannt. Weitere Erdbeben in Amerika. Wie aus Washington gemeldet wird, wurden Erdstöße auch in Cleveland, Cincinnati, Louisdille, Pitsburg, Richmond, Philadelphia, Rewhaven, Montreal und anderen Orten Äa= nadas gespürt. Schiffszusammenstoß Ein französisches Torpedoboot kollidierte tm Verlaufe der Flottenmanöver mit einem Unterseeboot: das Torpedoboot wurde dabei ziemlich stark beschädigt, konnte aber die Fahrt aus eigener Kraft fortsehen. Gutsbrände in Pommern Aus Mecklenburg und Pommern wird über zahlreiche Brandstiftungen berietet, £>•■ immer größeren Umfang annehmen. Bei Weserburg wurden sechs Scheunen auf einmal in Brand gesteckt. Fünf brannten bis auf die Grundmauern nieder. Ein spanischer Segler gescheitert. Aus San Sebastian wird gemeldet, baß der spanische Segler „Cizne". der mit eine Kohlenladung von La Coruna nach Bilbao unterwegs war, im Sturm an der spanischen Küste gescheitert ist. Die sechs Mann starke 'Besatzung ertrank. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. März 1925. Jur Beisetzung des Reichspräsidenten. Das Polizeiamt Gießen teilt mit, daß nach Anordnung des Ministeriums des Innern am Deisctzungstage des Herrn Reichspräsidenten jede Art ösfentlicher Musik, sowie sonstige öffentliche Lustbarkeiten einschließlich Schauspielvorstellungen und Lichtbilbvorstellungen verboten sind. Nach einer Verordnung des preußischen Staatsministeriums gilt für Preußen bet Mittwoch, 4. März, als Deiseyungstag. Rach einer Erläuterung der hessischen amtlichen ©teilen gilt für Hesse n der Donnerstag, 5. März, als Tag der Beisetzung. Die gemeinsame Trauerseier in den Schulen findet nach einer Bestimmung des Lanbesbil- dungsamtes am Donnerstag statt. Einziehung von Reichsbanknoten. Das Reichsbankdirektorium veröffentlicht folgende Bekanntmachung über den Aufruf und die Einziehung von Reichsbanknoten: Auf Grund des ß 3 des Bankgesetzes vom 30. August 1924 (Reichsgesetzblatt Teil II 6. 235) rufen wir alle Reichsbanknoten, deren Ausfertigungs-Datum vor dem 11. Oktober 1924 liegt, soweit sie nicht bereits aufgerufen sind, hiermit zur Einziehung auf. M i t dem Ablauf des 5. Juni 1 925 verlieren die auf gerufenen Roten ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Besitzer dieser Roten können sie noch bis zum 5. Juli 1 925 bei allen Kassen bet Reichsbank in Zahlung geben ober in bem gemäß § 3 Abs. 3 des Dankgesetzes vorgeschriebenen Verhältnis, wonach 1 Billion Mark durch eine Reichsmark zu ersehen ist, gegen gesetzliche Zahlungsmittel umtauschen. Mit diesem Zeitpunkt werden die aufgerufenen Banknoten kraftlos, und es erlischt damit auch die Einlösungs^flicht der Reichsbank. Roten in Abschnitten unter zehn Milliarden Mark sollen nur in Gebinden und in einem durch zehn Milliarden teilbaren Betrage eingereicht werden. Die Gebinde sotten nach den im Geldverkehr üblichen Gebräuchen formiert und gepackt fein. Gtehener Wochenmarktvreise am 3. März (Handlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen WvchenrnarV Butter 210, Matte 40, Käse 70, Wirsing 20 Weißkraut 15, Rottraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 45, Llnter-Kohlrabi 8, Grünkohl 25. Feldsalat 100, Endivien 100, Tomaten 150, Zwiebeln 20 bis 30. Meerrettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5. Aepsel 15, Honig 40 Pf. das Pfund. Eier 11, Blumenkohl 100 bis 150, Salat 50, Lauch 10 bi« 15, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück. wertetvoroLy agc. Zeitweise aufklärend, stärkere nördliche bis östliche Winde, etwas kühler, vorwiegend trocken. Das über England lagernde Hochdruckgebiet hat an Ausdehnung gewonnen. Aus dem Kontinent überall steigendes Barometer. Das süd- französische Tiefdruckgebiet dürfte daher keinen besonderen Einfluß gewinnen, so daß zunächst mit beständiger Witterung zu rechnen ist. Vorirotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: ZVi Uhr .Der Kreidekreis". •• Sine Trauer-Gedäcktnisfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten findet Donnerstag abend statt. Die Gedächtnisrede hält Pfarrer K o r e l l. (Siehe Anzeige.) DaS Stadttheaterbureau schreibt mtÄ: Um der Stimmung dieser Tage Rechnung zu tragen, ist für heute statt der Ausführung von .Kater Lampe" eine solche von Kla» bunte .Der Kreidekreis" angescht worden. Diese Vorstellung gilt alS 20. Dienstag- Abonnements-Vorstellung (siehe auch Anzeige). --- Da am kommenden Donnerstag wegen der Dei- fetzungSfeierlichkeiten des Reichspräsidenten die AbonnementSvorstellung der Operette .Die Fledermaus" auSsällt. Wird diese am Montag, dem 9 März, nachgeholt und gilt als 20. Vorstellung im Donnerstag-Abonnement; die bereits ausgegebenen Karlen mit dem Datum vom 5. März behalten für Montag, den 9. März, Gültigkeit. — D. H T Donnerstag. 5. März (nicht Freitag. wegen Verhinderung eines Mitwirkenden), abendS 8 Uhr, im Singlaal des Realgymnasiums (Eingang Ludwigstrahe) musikalischer Un- 'crhaltungSabend. Siehe Anzeigenteil. • • Die Lebereaelseuche. Mittwoch, 1. März, nachin. ls/< Uhr pünktlich, läuft in dem Lichtspielhaus, ®leben B.hnhofstraste 3t, auf Veranlassung der LandwirtschaflSkammer für Hessen ein Film über den L e b e r e g e l, der in anschaulicher Meise Ausschluß gibt über die Lebensweise und Bekämpfung dieses gefürchteten Schädlings. Herr Geh. Rat Prof. Dr. Zwick, dem die Ueberlassung deS FilmS zu danken ist, hat sich bereit erklärt, die erforderlichen Erklärungen zu dem Film zu übernehmen. Der Eintritt ist frei. Q Staatliche Unterstützung der K i n d erfpetsungen. Wie wir hören, ist in dem Entwürfe des StaatSvoranschlageS für 1925 ein Betrag von ICO COO Mart vorgesehen, der alS Zuschuss zu den Kosten der Kinderspei- fungen bestimmt ist. ” An Spenden für die Hinterbliebenen der aus Zeche „M i n i st e r v. Stein" verunglückten Bergleute gingen ein: Bei der Mitteldeutschen Ereditbank. Filiale ©leben: Firma Meyerhofs u. Goslar 100, Glasermeister Luh 5, Rechtsanwalt Albrecht 10. Firma Echaffstacdl, G. m. b. H. 100, Freifrau und Freiherr Wilfried Schcndtzu Schwcinsberg. Wälders- Haufen 10 Reichsmark Bei dem Wohlfahrtamt, Zimmer 13: Pros Engel, LudwigSplatz 9 10, R. P. R.. Gartenstrahe 15, A.K , Am Kugelberg 3, G. Sch. 3, Unterprima (Gymnasium) 25, R. R. 1 Rin Weitere Spenden werden bei den vorbezeichneten Stellen entgcgengenommen. * • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkl: 445 Ochsen, 61 Dullen, 933 Färsen und Kühe, 375 Kälber, 264 Schafe, 3772 Schweine. D i e Ruhholzvecsleigerung der Stadt Giehen in der Gastwirtschaft „Zur Oiebigshöhe" brachte für Cichenstammholz 3. bis 6. Klasse 36 bis 58 Mk, Kiefernbauholz 3. bis 5. Klasse 24 bis 34 Mk.. Fichtenbauholz 2. bis 5b-Klasse 28 bis 40 Mk.. Eschenstammholz 5. und 6. Klasse 60 Mk., Elchen- und Eschen- nutzscheitcr 24 bis 25 Mk. • • Die Zahlung von Renten auS der niederländischen Invaliditäts- Versicherung an Deutsche. Dom Staatspresseamt wird uns geschrieben: Die niederländische Regierung hat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß vom 1. Februar 1925 ab auf Grund eines Erlasses, der sich aus den Artikel 168 Abs. 2 des niederländischen Invaliditätsgesetzes stützt, die in Deutschland wohnenden Personen deutscher Staatsangehörigkeit die ihnen zustehenden Renten auS dem niederländischen Invalidi- tätsgesehe beziehen tömten. Etwaige Anträge auf Auszahlung der Renten sind an dasjenige Der- sicherungsinstitut zu richten, daS die Rente zugesagt hat. ** Wieder eingefunden. Der als ver- misst g meldete Kaufmann Karl G v e rz au» Weilburg ist in Berlin ermittelt worden, wohin er, ohne Rachrichl nach Hause zu geben, gefahren war. Ein behördliches Interesse an dem Manne liegt nicht mehr vor. — Rimbaud-Paul Zech. Zu unserer gestrigen Buchbesprechung im Feuilleton des „Bü ch e r t is ch es" ist nachzutragen, da ssdie drei Bücher von Paul Zech „DaS trunkene Schiss", ,.DaS Rad", „Der Turm" im Schauspiel-Verlag zu Leipzig erschienen sind, in dem auch die Zeitschrift „Das dramatische Theater" herauskommt. •’ Oeffentliche Lesehalle. Im Februar wurden 1453 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 917, Zeitschriften 108, Iugeirdschriften 97, Literaturgeschichte 11. Gedichte und Dramen 25, Länderund Völkerkunde 80, Kulturgeschichte 28. Geschichte und Biographien 81, Kunstgeschichte 9, Raturwissenschaft und Technologie 37. Hau»- und Landwirtschaft 7. Gesundheilslebre 5, Religion und Philosophie 26. Staatswislenschaft 9. Sprachwissenschaft 9. FremdsprachlicheS 4 Bände. Rach auswärts kamen 24 Bände. - v— Der Goethe-Bund hatte für Sonntagabend zu einer Gedächtnisfeier aus Anlaß des deutschen Gedenktages für die Kriegsopfer eingeladen. Umrahmt von ernsten und feierlichen Musikvorträgen, ausgeführt von Mitgliedern des Bundesorchesters, kamen deutsche Heldendichtungen durch Herrn stud. Vogt zum Vortrag. Mit einem Schlusswort des Bundesvorsitzenden. in bem er auf die Bedeutung des deutschen Gedenktages hinwies, endete die kleine, aber stimmungsvolle Gedenkfeier. ” Zur Richtigstellung. In dem Bericht über die Trauerfeier deS Geh. Kommerzienrat Dail ist ein Druckfehler unterlaufen. Für die Alten Herrn deS LorpS Ötarfenburgia hat Medizinalrat Dr. Böttcher den Kranz nieber- aelegt. für das Eorps Starkenburgia Student Mahler. Hochschulnachrichten. Don der Landes-Universität Oiestett. Herr Dr. rned. Walther Schultze, der sich für daS Fach der Haut- und Geschlecht-' krankheiten zu habilitieren wünscht, wird am Donnerstag, dem 5. März 1 925. 5 h prn, in der Kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Der heu tige Stand der Frage über die Snl stehung des Houtpigmentes" Halter — Der planmähige aubervrdentllche Professor für Anatomie und Proscktor am Anatomischen In stitut unserer Landes-Universität Dr. Hans Albert Petersen hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Anatomie in WÜrS- bürg erhalten. Ein Studententag zur Leipziger Technischen Messe. DonnerStag. 5. März, ist alS „Stuben- tentag" unter Leitung von Professor Dr.-2ng. h. c. Aum un d (Berlin) vorgesehen, um 500 Professoren. Assistenten und Studenten aller technischen Hcchschu en Deutschlands eine kostenlose Defia-tigung der Wesse zu ermöglichen. Weitere 400 Prosessoren, Assistenten und Studenten haben sich auf eigene Rechnung angesagt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr, Paf- sionSgvttesdienst in der Johanneskirche. Kinderzeitung Der kleine Coco“ gratis Kinderzeitung Der kleine Coco“ gratis biüieratekfi > 18 MDW Neu crschien-n: „Fips Lachzeitung für liebe kleine Kinder“. 01899 Meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Schwiegermutter Frau Elisabeth Weißbäcker geb. Marx wurde uns am Montagmorgen nach langem, schwerem Leiden durch den Tod entrissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Max Weißbäcker und Kinder. Gießen (Südanlage 23), den 2. März 1925. Beerdigung: Mittwoch 2*/, Uhr, Neuer Friedhof. Beileidsbesuche dankend verbeten. Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 4. März 1925, nachmittags 3 Uhr, wird In der Turnhalle der Stadt - Mädchenschule, Schillerstraste 8, ein öffentlicher Impftermin abgehalten, in welchem diesenigen Angehörigen von Impfpflichtigen, die in den letzten Wochen eine Aufforderung durch die Polizei erhalten haben, Ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lasten können. Die Aufforderung ist mitzu- bringen. Zu den Terminen haben nur solche Impfpflichttge Kinder zu erscheinen, die Im Jahre 1923 und früher geboren sind. Impfpflichtige, deren Zurückstellung aus ?gesundheitlichen Gründen gewünscht wird, bnnen in den Terminen dem Impfarzt vorgestellt werden. Die Kinder müssen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht werden. Am Mittwoch, dem 11. März, findet zur selben Stunde am gleichen Ott bk gesetzliche Nachschau und Aushändigung des Impfscheines statt. Diesten, den 20. Februar 1925. Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. 19898 Holzverfteigernng der Gemeinde Wißmar. Montag, den 9. März, von vormittags 10 Uhr ab, bei Wirt Bittendors, dahier. a) Eichen»Stammholz:für Glaser, Schreiner und Wagner geeignet. Distrikte 9a, 22b, 25 >, 26, 27 und 34-2 Stamme 1. ÄI 3,08 Fstm , 2 Stück 2. Kl. 2.02 Fstm., 6 Stück 3 Kl. 3,37 Fstm., 9 Stück 4. Kl. 5,46 Ftm., 13 Stück 5. Kl 6,67 Fstm. b) Brennholz : Distrikte 14 i, 43, 27, 32, 34 a b. Eiche: 60 Rm. Scheit und Knüppel, 72 Rm. Reiser. Buche: 398 Rm. Schelt und Knüppel, 3 Rm. Stockholz, 1679 Rm Reiier. Fichte: 106 Rm Reiser Nähere Auskunft erteilt Förster Lucas, dahier 2272 D Wißmar, den 2 März 1925. Der Gemeindevorsteher. Stroh. ca. 225 W neue' 2277 D Nut* und Federdielen zu verlausen. Aranksurtcr Str. 143. Nutzholzversteigerung Montag, den 9. März d. 3., werden von vormittags 9 Uhr ab, in der Turnhalle zu Alsfeld aus den Forstorten Zahlen- berg, Wannbach, Iiegenberg, Roth, Lichter-. stein, Sandrück 7 und Stockstrauch 3 der Försterei Rainrod; Iiegentanne, Rohenberg, Heidberg, Hardt und Hahlqarten der Försterei E»fa>Auerberg, Zinkelbach, Kohl- Haupt, Bastwald, Sandrüm 6 der Försterei Auerberg- Rodäcker, Thtergatten, Kalkberg. Struth, Heidwald und Tannenwald der Försterei Schwarz verweigert: Schnittholz,Fstm.:Buche 1. Kl. 1 = 1,13; 3. Kl. 3=2,72; Kiefer 1. KI. 4=5,43; 2. Kl. 20=18,24; 3. ÄI. 73=46,47. Stämme, Fstm.: Eiche 3. Kl. 6=5,69 (Schnittholzgüte); 4. Kl 21=10,70 'Schnitt. Oohgüte); 6. Kl. 68=15,89 (Wagnerholr); Birke 4. KI. 1=0,64; 5 KI. 2=0,57, 6. KI. 2=0,66; Elsbeere 4. Kl 1=0,39; Kiefer 3. Kl. 25=29,22; 4 KI. 65=62,27; 5. KI. 301 = 182,60; Lärche 3. Kl. 1=2,15 (Zieaen- tanne); 4 KI 18=21,05; 5. Kl. 127=54,55; Fickte 1 Kl 2=6,40; 2. Kl 3=9 17; 3 Kl. 1=2,07; 4 Kl. 12=14,03; 5a-KI. 79 53,38; 5v-Kl 126=40,21. Derdftangen, Fstm.: Eiche 1. Kl. 26— 1,35; Buche 1. Kl. 29 -1,08; 2 Kl. 9=0.23; Eschen 1. Kl. 1=0,04; Lärche 1. Kl 3=0,46; Fichte 1. Kl. 193=14,59; 2. Kl. 197=5,25. Reisstang. n.Fst.: Fichte l.K! 116-^-1,80. Rutzschetter.Rm.: Buchet,5(Heidderglb) Rutzretsknüppel, Rm.: Fichte 9 (Thiergarten 4). Rutzreistg in Schichten, Rm: Fichte 44,35; Weymouthskiefer 1,6. Die Derdstangen und das Scklchtnutz- Holz kommen zuerst zum Ausgebot, das Schnitt, und Stammholz erst nach Eintreffen der lO.UHrzüge. Dar Hol; ist vor der Bersteigerung anzusehen; spätere (Ein- wendung-n gegen Menge und Gute des Holzes finden keine Berücksichtigung Rum- merauszüge über die Hölzer 1.-4. Klasse können, so weit Vorrat reicht, gegen Zahlung von 1 Reichsmark von dem unterzeichneten Forstamt bezogen werden. Rähe>e Auskünfte erteilen die Herren Förster Schaaf zu Eifa, Büttner und Schanz zu Rainrod und Stumpf zu Schwarz. Alsfeld, den 2. März 1925. Hessisches Forstamt Alsfeld. Kunkel. 2266V Familie Kümmel Wieseck, den 3. März 1925. 01935 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, bei dem Heimgänge unseres teueren Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Besonderen Dank auch dem Herrn Pfarrer für seine zu Herzen gehende Grabrede und der Krankenschwester für ihre liebevolle, unermüdliche Pflege am Krankenlager. Meine Reklameverkaufstage dauern bis einschl. 5. März. Bis dahin bedeutend herabgesetzte Preise! 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Praktisch bedeutet dies, daß unter Umständen wirtschaftliche Interessen zurückgestellt werden müssen, wenn andere wichtige politische Interessen es verlangen. Darum war es richtig, daß die Reichsregierung im vorigen Ighre wirtschaftliche (nämlich finanzielle) Opfer brachte, um die Räumung deutscher Gebietsteile zu beschleunigen und die gewaltpolitischen Methoden der früheren Gegner zu stoppen. Schon während der Londoner Repa- rationskonsererrz im letzten Sommer stiegen bei vielen Deutschen berechtigte Zweifel auf, ob das wirtschaftliche Opfer wirklich die Gegenleistung der Vertragspartner sicherstelle. Die Räumung des Ruhrgebietes wurde um ein Jahr hinauS- geschoben. Seit dem 10. Januar 1925 haben sich die Zweifel an der Loyalität der Gegenseite verstärkt. Die Kölner Zone bleibt beseht. und wenn es nach Frankreichs Willen ginge, würde die Räumung erst nach dem Ergebnis einer nach vielen Monaten vor^u nehmenden neuen Generalkontrolle In der Entwaffnungsfrage ins Auge gefaßt werden. Es sind im wesentlichen zwei große Gruppen von Mitteln, mit denen die Ententemächte ihre Politik gegen uns treiben. Sie haben sich im Versailler Vertrag die Sicherheit gegen einen deutschen Angriff unblaufenbe (Snt- schädtgungszahlungen aus Reichs- Mitteln gewährleisten lassen. Die im Versailler Vertrag vorg s hene Lösung dieser beiden Fragen war unerträglich. Wir waren febr bald genötigt, um eine Milderung der betreffenden Bestimmungen einzukommen. Der Versuch derReichs- regterung auf der Spaaer Konferenz im Juli 1924, beide Probleme gemeinsam zu losen, schlug fehl. Die Erörterung der wichtigsten wirtschaftlichen Frage, deS Reparationsproblems, wurde „wegen Zeitmangels" verschoben. Seil Anfang 1921 — am 29. Januar überreichten uns die Ententeregierungen die berüchtigten Pariser Reparations»,Vorschläge" — findet ein fortgesehtes S ch a u k e l s p i e l zwischen Politik unb Wirtschaft statt. Die angeblich ungenü- flenbe materielle unb moralische Abrüstung Deutschlands gibt den Ententestaaten immer wieder den Vorwand zur Erweiterung deS besetzten Gebietes bzw. zur Verschärfung der Vesahungsmethoden und damit zur Erhöhung der Entschädigungsansprüche Deutschland kann natürlich den gesteigerten Ansprüchen noch viel toenigcr genügen als den mäßigeren Ansprüchen und gerät mit den Zahlungen in Rückstand. DaS veranlaßt die Entente wieder zu neuen „Sicherungsrnanö- vern", durch die dann wieder Deutschlaichs Entschädigungsverpflichtung wächst. So geht eS immer Weiteri Der deutsche Versuch, Im Vorjahr dieser verderblichen Entwicklung Einhalt zu tun, scheint vergebens gewesen zu sein. Unsere wirtschaftlichen Zusagen vrrn August 1924 beruhen auf der festen Erwartung, daß Deutschland mit sofortiger Wirkung vom bisherigen wirtschaftlichen Druck befreit und bald auch von der militärischen Vesehung erlöst werden würde. Diese Erwartungen sind enttäuscht worden. DaS — bisher allerdings noch ziemlich geringe — Interesse, das die Vereinigten Staaten von Amerika an der jetzt so aktuell gewordenen Entwaffnungsfrage nehmen, ist aus die Erkenntnis zurückzuführen, daß die aggressive Politik Frankreichs und auch Eng- lands in der Entwaffnungsfrage über kurz oder lang für Deutschland wirtschaftliche Folgen haben und das in den letzten Monaten des vergangenen Jahres In Deutschland angelegte amerikanische Kapital in Mitleidenschaft ziehen muß. Bereits vor der Londoner Reparationskonfe- renz haben die französischen Gewaltpolitiker die Wallen geschmiedet, um Deutschland die Er- sü! ung bet wirt chaftlichen finanziellen Derpflich- tungeu zu erschweren oder g aNz unmög- Die Oberwälder. Roman von AlfredDock. 11. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Das versteht sich," antwortete der Hannbast. „Wie bei uns die Feldmäus', laufen da drunten die Löwen herum, 's sein aber auch Panther da unb RaShörner, unb wie das Getier all' heißt. Wir lagen em al vor den KaraSbergen im Biwak. „Selzer," spricht mein Major, „'s is eine S)unbe» kält', du kannst bir ein bißchen Bewegung machen." „Jawohl, Herr Majori" sagt ich. warf meine Büchs' über den Buckel unb tat mein' Ranzen um. Man soll's net glauben, was da all hineingangen is. Ich war noch gar nel weit kommen, ba guckt ein Löb aus so einem Buschwerk eräug. Ich meine Büchs' an den Backen unb treff ihn aufs Blatt, 's war ein barbarischer Kerl! Wie ich ihn glücklich in meinem Ranzen hall, merkt ich erst, was ich zu schleppen hatt. Etz passiert ich eine Schlucht. Da äugt so ein Panther von oben erabber. Ich net faul, jag ihm zwei Spitzkugeln durch ble Brust. Das Gewitteroos tat ein* Plumps, daß einem Hören unb Sehen verging. Ich packt's in mein' Ranzen und dacht: das kann heut ein schön Lästchen werden! Der- nachert kam ich in einen großen Wald. Da pfiffen die Vögel, wie bei unS die Orgeler spielen. Und stand ein Rashorn und grunzt mich an. Ich meine Büchs' an den Backen —" „Halt!" unterbrach den Helden der Kappes am Hitscheck und schlug mit seiner mächtigen Tatze auf Den Tisch. „Schießen darfst du das Rashom. 's kommt mer aber net in dein' Ranzen. Dann der iS voll." Der Afrikaner ließ sich nicht verblüffen und schwadronierte ruhig weiter. Reben dem Bürgermeister hatte der Lehrer als Ehrengast P'atz genommen. Schräg gegenüber faß bei Margolfspeter. Der sprach mit bem Dorf- Häuptling kein Wort, denn er haßte ihn wie ben leibhaftigen Teufel. In jungen Jahren waren die beiden ein Herz und eine Seele gewesen, ja der Pfarrer hatte sie in ihrer Brüderlichkeit den Burschen als leuchtendes Beispiel h ngestellt Wie jnun der Peter zum Militär einrücken mußte, l i ch zu machen. Wir stehen in einer Zeit, in bet bie politischen (militärischen) Mittel bie Hauptrolle spielen. Da die Reparationslosten erst allmählich auf ihre völlige Höhe steigen unb da — vom Standpunkt der französischen Gewalt- Politiker aus gesehen — vielleicht erst nach zwei bis drei Jahren auf Schwierigkeiten in der Abwicklung des Londoner Repacationsabkommens zu „hoffen" ist, sollen die politisch-militärischen Methoden, die nach außen hin als „Entwaffnungsproblem" und „Sicherheits- frage" firmieren, für längere Zeit gesichert werden. So muß die Art, in der Frankreich den Kontrollbericht behandelt, aufgefaßt werden. Die Linie der von Deutschalnd zu führenden Außenpolitik ist klar gegeben: Wir müssen mit allen diplomatischen Mitteln verhindern, daß der „Schlußkontrolle", die bereits vertragswidrig und fin Hinblick auf Deutschlands notorische Wehrlosigkeit völlig sinnlos war, noch eine neue Form unter dem Titel „Gene- r a l k o n t r o l l e" folgt. Gewiß ist dem ReichS- außenrnintflerium zuzustimmen, daß es untunlich ist, aus pti a e „Enthü lungen" amt ich ci zugehen. Das hindert aber nicht, baß von deutscher privater Seite dem Intrigenseldzug der französischen Chauvinisten die Stirne geboten wird. Wir dürfen es nicht geschehen lassen, daß die antideutsche Propaganda der Franzosen in Amerika und anderen Ländern zu einer Konservierung der friedenstörenden politisch-militärischen Agitationswaffen führt. Dis jetzt sind wir durch das Schaukelspiel -wissen Politik und Wirtschaft — wie es auf Betreiben der Poincar6-Clique geführt worden ist — immer tiefer in Abhängigkeit undRot hineingeraten. Die unentbehrliche Voraussetzung dafür, daß wir dem verderblichen Schaukelsviel endlich ein Ziel setzen, ist die, daß die Massen unseres Volkes verstehen, worum es geht. Die nächsten Wochen werden voraussichtlich recht lehrreiches Anschauungsmaterial für das deutsche Volk liefern. Aus der Provinz. Landkreis (Kirsten. £. Wies eck, 2. März. Dis jetzt sind drei Holzversteigerungen feilend der Gemeinde abgehalten worden. Die Preisentwicklung hat ansteigende Tendenz. Dei der ersten Versteigerung, bei der es sich in der Hauptsache um hochwertiges Eichenholz handelte, das günstige Abfuhrmögltchkeiten hatte, wurden gezahlt: Cichenstämme 4. Kl. pro Festmeter 48 bis 50 Mk., Eichenscheiter 2 Rm. 20 bis 22 Mk., Eichenknüppel 2 Rm. 15 bis 17 Mk., Kiefernscheiter 2 Rm. 15 bis 20 Ml.. Kiefernknüppel 12 bis 16 Mk. Die dritte Versteigerung bot in der Hauptsache Buchenholz. Hier wurden gezahlt für je 2 Rm.: Buchenscheiter 30 bis 35 Mk„ Buchenknüppel 24 bis 29 Mk., Eichenscheiter 17 bis 22 Mk., Eichenknüppel 10 bis 15 Mk. △ Reiskirchen, 2. März. Der DolkS- trauertag für unsere Gefallenen wurde gestern hier in schlichter, würdiger Weise begangen. Um 1 2I1 Uhr fanden sich der Ortsvorstand, bie Vereine, die Schulen unb eine große Zrhl Don, Leidtragenden an unserem schon geschmückten Kriegerdenkmal zusammen. Weihevolles Glockengeläute leitete die Feier ein, In deren Mittelpunkt die Gedenkrede des Ortsgeistlichen auf Grund von Matth. 5, Vers 4 stand. Durch eindrucksvolle Trauerchöre wurde bie Feier würdig eingerahmt. L i ch, 1. März. In unserer Stadt wird zur Zeit die Wasserleitungs- und Kanalisationsanlage erweitert, darum ist die Ortsdurchfahrt in der Richtung Grünberg—2au- bach am Obertor gesperrt. Augenblicklich sind zahlreiche Arbeitslose mit dem Ausheben des meterbreiten Grabens und dem Verlegen der beiden Rohrstränge beschäftigt. Sehenswert und für den Geologen äußerst, i.tteressant sind die Aufschlüsse, die beim Anschneiden des Bodens zutage treten. Beim Zusammentreffen der Wall- ffraße unb des verlängerten „Liebfrauenbergs", am Eck der fürstlichen Scheune und in unmittelbarer Rähe der früheren „Seidenzüchterei" finden sich auf einer Strecke von knapp 10 Metern nicht weniger als a ch t verschiedenfarbige Tone empfahl er seinen Schah, die SeilerSemma, dem wachsamen Auge des Busenfreunds. Richt, weil er dem Mädchen mißtraute, aber er wußte, baß ihre Eltern, ble selbst in guten Verhältnissen lebten, auf einen reichen Eidam in Maar spekulierten. Die SellerSemma schenkte ihrem Liebsten zum Abschied ein Paar Hosenträger. Darauf stand zierlich in Perlen gestickt: „ReSmar in, D raißm inn'cht, Dein bleib ich, bis das Herze bricht." Ein Jahr war vergangen, ba hörte man im Backhaus vasaunern: „Die Srilersemma hat einen Mehlsack gehoben, unb ble Kleie is bei sie gefahren!" In der Tat hatte der „wachsame" Freund sie betört, unb die Hochzeit mußte beschleunigt werden. AIS der Margolfspeter erfuhr, wie übel ihm mitaespielt worden war, kochte das Blut in seinen Adern, unb er schnaubte Rache. Indessen gelang es seinen Verwandten, ihn vor einem dummen Streich zu bewahren, unb er lernte sich in bas 11 nabwendbare schocken. Ein Menschenalter war darüber verstrichen. Unaustilgbar glühte in bem Peter der Haß gegen ben Verräter. Dieser hatte sich mit Hilfe einer ihm ergebenen Partei zum vielbegehrten Posten des Bürgermeisters emporgeschwungen. Obwohl er nichts weniger als ein fähiger Kopf war, verstand er es dennoch, in der Person des Beigeordneten sich einen Mitarbeiter zu verschaffen, der ihn bei ber Führung der Amtsgeschäfte unterstützte. Was er der Gemeinde nun Vorschlägen mochte, immer trat ihm der Peter als Tadler entgegen, ja als ein Widersacher, ber in seinem Haß fein Bedenken trug, seine wahre Meinung zu verleugnen. Die Dauern waren diese erbitterte Gegnerschaft feit langem gewöhnt und witzelten: „Wann der Burgemeisler und der Margolfspeter emal an einem Strang ziehen, dann legen die Küh' Eier unb die Hinkel (Hühner) geben Milck." Daß die Verfeindeten sich bei mancher Gelegenheit, so auch heute in der Walkmühle, trafen, verstand sich im engen Dezirk des Dorfes von selbst. Gegen Abend begann der eigentliche Hochzeitsschmaus. Deim Anblick ber leckeren Speisen verstummte das Gespräch, und bie Kauwerkzeuge begannen ihre Tätigkeit. Draußen fangen Burschen unb Mädchen das Ehest anblieb. Ein großes Faß Bier wurde aufgelegt. nebenetnanber, meist über zitronengelb, ockergelb, blau, violett bis zum schönsten Pompeja- ni eßrot. Stellenweise ist Eisenstein in faustgroßen Knollen eingebettet. ri Lich. 1. März. Ein von ber Schule veranstalteter Elternabend fand solchen An- llang, baß die Turnhalle überfüllt war. Rektor Erb rief die Eltern in einer Begrüßungsansprache zu verständnisvoller Mitarbeit des Hauses an der Erziehung unserer Jugend auf. Für bie Fülle der Aufführungen, Lieder. Gedicht- vvrträge. turnerischen Vorführungen u. dgl. ernteten bie Lehrer unb Kinder begeisterten Beifall. — Der Dolkstrauertag wurde in unserer Stadt begangen durch einen Gedächtnisgottes- dienst, an bem bie Der. ine geschlossen teilnahmen. Stiftsdechant Lenz hielt bie Predigt. Im Anschluß daran sand eine Feier am Kriegerdenkmal statt, wobei die Gesangvereine fangen und Bürgermeister Völker Worte des Gedenkens sprach. Äreie «motten. □ Laubach. 2. März. Die heutige gräfliche Holzversteiger ung sand im „Solmser Hof" statt. Es galt der Raummeter Duchenscheiter 12 Mark durchschnittlich. Duchenknüppel 1. Kl. 8 Mark durchschnittlich, Duchenknüppel 2. Kl. 5 bis 6 Mark durchschnittlich. Das Holz sitzt in den Revieren Freienseen, Oberseen, Jägerhaus. — Für die Wiederherstellung der Straße Laubach — Gonterskirchen wurde der alte Stein- bruch am Rotenberg wieder benutzt. Es ergab sich, daß dieser Bruch noch einen reichhaltigen und wertvollen Baustoff enthält. — Heute von 10 bis 3 llhr war das überzählige Inventar des Gräflichen Schlosses (Gebrauchs-Möbel und Antiguitäten aller Art), das morgen versteigert wird, im Festsaal und ber Orangerie ausgestellt. Kunstfreunde unb Kauf- liebhaber in großer Zahl besichtigten bie teilweise recht wertvollen Stücke. Ruppertsberg, 1. März. Zur Förderung der Rindviehzucht hielt Herr Assessor Döcher vom Landwirtschaftsamt Grünberg bei Gastwirt Schlörb vor zahlreicher Versammlung einen Vortrag über Rindviehrassen. Er betonte besonders die Vorzüge des ..Vogelsberger Rindes" gegenüber andere nRassen, namentlich dem Riederungsvieh. X Schotten. 28. Febr. Vorigen Dienstagabend fand im Gasthaus „Zur Krone" ein Vortrag des Herrn Studienasse!sors Dr. Dell aus Kassel statt, in dem der Vortragende die Aufgaben unb Ziele des Vereins für bas Deutschtum im Ausland hervorhob und die Verhältnisse des Deutschtums in den uns entrissenen Gebieten und in anderen Teilen der Welt schilderte. Herr Dr. Dell, ber mehrere ber in Betracht kommenden Länder aus eigener Anschauung kennt, ergänzte seine Ausführungen durch eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder, die er selbst an Ort unb Stelle auf genommen hat. Im Anschluß an bie zu Herzen gehenden Worte des Redners wurde eine Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande g e - gründet, ber sofort eine Reihe von Mitgliedern beitraten, und bie sich sicherlich in ber nächsten Zeit stark vergrößern toirü. Zahlreiche Bürger der Stabt unb Umgebung bezeugten ihre Teilnahme an den vaterländischen Au gaben des Vereins für bas Deutschtum Im Auslande durch Zeichnung freiwilliger Geldspenden. Die Gründung einer Iugendgruppe wird wohl in ben nächsten Sagen erfolgen. Schotten, 1. März. Am 20. unb 21. Juni dieses Jahves wirb ber hiesige Kriegerverein bas. Fest seines 50jährigen Bestehens feiern. Die verschiedenen Ausschüsse, bie die Dorbereitungen für bas Fest zu treffen haben, begannen bereits ihre Tätigkeit. „ Unter-Schmitten, 2. Marz. Am Anfang ber vergangenen Woche machte sich in dem Eckertschen Basalt st einbruch ein starkes inneres Rauschen bemerkbar, das fast auf zwei Meter Abstand von der Felswand deutlich hörbar war. Die Hoffnung, ein neues Raturwunder erleben zu können, lockte eine Menge Reugieriger aus ber ganzen Umgegend herbei, und die ‘Beteiligten nährten bie kühnstem Träume. Ein Wünschelrutengänger stellte bas Vorhandensein größerer Wassermengen fest, unb bie Der- Der Bürgermeister, der sich eines guten j Appetits erfreute, legte dicksatt seine Hand auf | den Arm des Lehrers unb fragte: „Ro, Herr Weilandt, wie weit sein Sie denn mit Ihrer Kass'?" „Sie kommt unter Dach und Fach", gab ber Lehrer Bescheid unb nannte, die ihre Mitwirkung zugesagt hatten. Der Bürgermeister lehnte sich breit auf seinem Stuhl zurück. „Die nix zu verlieren haben, dürfen schon was wagen." „Dom Verlieren famt keine Rede fein“, versetzte ber Lehrer scharf, „unb es ist sehr bebau er- llch, daß die Wohlhabenden im Ort einem gemeinnützigen Unternehmen gegenüber sich abseits halten." Der Bürgermeister griff nach seinem Glas, leerte es und sprach: „Ich schätz, ich kenn ein wink das Gesetz. Und ich weiß, was Haftpflicht is. 's kann geraten mit der Kass'. Das will ich gar net bestreiten. Sie kann aber auch schiebes gehen. Dann kriegt man die Mitglieder am Kragen." "Mit der gesetzlichen Haftpflicht", erwiderte der Lehrer, „hat's seine Richtigkeit. Dafür schafft sich die Kasse aus sich selbst heraus Sicherheit, und Kapitalisten und Darlehnsempfänqer kommen zu ihrem vollen Recht. Das Wohl unb Wehe einer Genossenschaft hängt von ben leitenden Männern ab. Unb Gott sei Dank! Wir haben hier ehrenhafte unb tüchtige Männer, bie so einer Sache vorstehen können. Die Geschäfts- führung wird ihnen noch befoirders erleichtert, weil sie die Leute aus dem Sack kennen und nicht lang za diskurieren brauchen, ob einer Kredit verdient ober nicht." „3d) geb dem Durgemeister Beifall", nahm der Bullernickel das Wort. „Bei ber Haftpflicht muß der Kops herbeigetan werden. Aber da sitzt ja der künftige Herr Rechner! Der schwätzt kein ein! Der macht's wie der Ilbeshäuser Papagei und denkt sein Seil!“ Set Krämerskarl war von einem Reisenden in seinem Laden über die Gebühr lang zurückgehalten worben unb hatte sich als Spätling beim HvchzeitSmahl etngefunben, Run legte er Messer mutung lag nahe, eS könne sich um einen Sprudel handeln, ber hier zutage trete. Aber Enttäuschung lähmte bald den Fittich ber Freude. Als wieder bie Arbeller zum Bruche tarnen, stellten sic Totenstille fest. Interessant wäre es. btefe vorübergehende Erscheinung aus klären zu können. D. DurkharbS. 2. März. Die Feier des Dolkstrauertaaes begann unsere Gemeinde mit einem feierlichen Gedächtnisgottesdienst am Vormittag, an dem sich die Feldzugs- teilnehmer mit dem Kriegeroerein zahl.eich beteiligten. Ein besonderes Gepräge erhielt der Tag durch die Gedenkfeier für die Gefallenen des Kirchspiels, die Pfarrer Job und Lehrer Loos am Aoend veranstalteten. Der Besuch der Weihestunde, in der wie am Vormittag auch der hiesige Mannergesang- vcrein mitwirkte, war so gut. daß bie geräumige Kirche kaum bie Teilnehmer fassen konnte. Die Kollerten des Sonntags wurden der Kriegs- ftiflung der hessischen Landeskirche zugesührl. - 21m gleichen Tage spielte sich ein trauriger Zwischenfall im Hause eines hiesigen Einwohners ab. Dort erschien plötzlich während der Zeit des Gottesdienstes der mit seiner Frau, einer Tochter des Hauses, in Ehescheidung lebende Schwiegersohn, Karl F., der sich zur Zeit bei seinen Verwandten in Ober-Seemen aufhält. Der junge Mann, ber als nervös unb leicht reizbar bezeichnet wird, schlich sich von hinten unbemerkt ins Haus, warf bie nichtsahnende Frau zu Boden unb verletzte sie durch Messerstiche mehrfach schwer im Gesicht. Aus das Schreien des Kindes ließ er von seiner Frau, die unter Aufbietung aller Kraft fort lief unb riß bas Kinb a wftch. um mit ihm fluchtartig das Haus zu verlassen. Passanten ries er zu, er habe den Prozeß verloren, der zwischen ihm unb feiner Frau schwebe, unb nun könne er sterben. Der Verdacht, er könne einen Selbstmord begehen, bestätigte sich jedoch nicht. Eine auf Anordnung des Ortsvorstandes sofort eintet} enbe Streife von Gemeindemitgliedern in ber Gemarkung verlief erfolglos. F. war, wie eine aus Ober-Seemen spater ein- treffende Meldung besagte, dort eingetroffen. Das Kind war wohlbehalten, er selbst aber seelisch und körperlich zusammengebrochen. Die verwundete Frau war inzwischen auf Anraten des (jerbeigerufenen Arztes ms Gederner Krankenhaus überführt worden. I Glashütten, 2. März. Im Scheibwald, an der Straße nach Hirzenhain, findet sich ein Basalt, ber zu Pflastersteinen vorzüglich geeignet ist. Seit einigen Jahren betreibt hier eine Obe»Laiser Firma einen Steinbruch mit Pflasterstein- unb Kunststeinherstellung. Dor kurzem hat ein weiterer Ober-ßaifcr Besitzer begonnen, fein bortiges Grunbstück auf Basalt aus- zubeuten. Runmehr hat der Staat einen Teil das Waldes abholzen lassen, um Platz für neue Brüche zu schäften. Diese Entwicklung bet Dasaltindustrie ist sehr zu begrüßen, bietet sie doch vielen Arbeit und Brot. I Ober-Lais, 2. März. Am Sonntag feierte der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen-Clubs das Fest seines dreijährigen Bestehens in Gestalt eines Familienabends. Zwei flott gespielte lustige Einakter sorgten für bie nötige Erheiterung. Die Darbietungen der Wanderkapelle, bie unermüdlich ihre Weisen ertönen ließ, sowie ein von den Mädchen vorgeführter Reigen „Rosestock. Holder- blüt“ zeigten, daß in dem jungen Zweigvereiv mancherlei Arbeit bereits geleistet wurde. Kreis Alsfeld. 0. Alsfeld, 28. Febr. Heute fand in ben Saale der „Erholung" hierselbst eine Versammlung des Kreislehretvereins statt. Der Vorsitzende, Lehrer Kaufmann- Atzenhain, und Kreis chulrat Hufs hielten Vorträge über pädagogische und Standesfragen. — In einer nichtöffentlichen Sitzung des Alsfelder Gemeinderats wurde der seitherige Sparkassen- Kontrolleur Fritz Seipel aus Alsfeld jurn Oberstabtsekretär gewählt. 28 Bewerbun gen lagen vor. fr* Alsfelb, 2. März. In ber Rachl auf Montag statteten Einbrecher ber hiesigen Apotheke und bem anftoßenben Gasthause „Zum Schwanen" einen Besuch ab. Die I unb Gabel beiseite unb sagte: „Besser, wie ber I Herr Lehrer sich ausgebrückt hat. Farm ich's wahrhaftig nicht. Was ber gesprochen hat, unterschreib ich. Wort für Wort. Kassen haben wir in ben Stählen meinem Debunk nach schon genug gehabt. Wem haben sie Ruhen gebracht? Den Schind- Hunden, bie den Landmann bewuchert haben. Das ist das Schöne bei der Genossenschaft, daß sie selber ben Bankier macht unb nach keinem Seibel zu fragen hat. Uebrigen« ist's ja kein Muß, daß eins Mitglied wird. Wer keine Lust hat, läßt's. Ich sag, wo ein guter Wille ist, da ist auch bie Kraft. Unb das ist emal Rar: die vom am Steuer stehen, müssen treue Arbeit tun!" Ser Bürgermeister richtete sich hoch auf und wandte sich an bie ganze Tafelrunde. „Man kann viel schwätzen, wann ber Tag lang is. Dom Wasser wirb kein Schmanb abgc- schöpft. Da muß auch gemolken fein. Ich bleib dabei, in der unbeschränkten Haftung liegt eine große Gefahr. Steckt ber Karren erst im Dreck dernachert müßt ihr den Beutel ziehen. Ich fern der Bürgermeister. Ich denk für euch all'!" Ser Margolfspeter. der. obwohl er bem Wortgefecht seine volle Aufmerksamkeit lieh, ben Mund bis dahin nicht geöffnet hatte, erhob sich plötzlich unb rief mit dröhnender Stimme: „Ich schätz, 's fein noch mehr Leut im Dorf, die net auf den Kops gefallen fein. Der Bur gern ei st er spielt den Butzemann. He is doch bei der Kass' in Lauterbach. Die schreibt sich „Eingetragene Genossenschaft mit unbrichräntter Haftpflicht". Unb s lein auch bloß Menschen, 's is merkwürdig daß he ds kein Argwohn hat! Ich will euch sagen, wie der Has läuft. He is in Lauterbach interefTiert und fürcht die Konkurrenz von br neuen Kass'. He guimt dem Ort nit unb trägt fein Geld fort. Ich mein, bie Lauterbacher brau eßen net alles zu schlucken. Was andere können können wir auch. Herr Lehrer, ich patsch mit!" Wid-r Erwarten ging ber Bürgermeister auf die Angrifte des Peter Margvlf gar nicht ein sondern sagte gelassen: „Was mich net beiß: kratz ich net. Roch emal: bleibt ewweger von ber Kass'! Das End' trägt bie Last!" (Fortsetzung folgt) 2tebe prae Grünlandbewirtschaftung als Grundlage erfolgreicher Viehzucht und guter Ackererträge". Die Ausführungen tourjen mit gespanntester Aufmerksamkeit angehört und lösten Wie aus einer Viedermeieruhr eine Daunensteppdecke wurde. Don H. Hambruch. Es war das überhaupt späteste und scheußlichste Biedermeier, das diese tihr, groß, protzig, tinnef- golden, au zuweisen hatte, tinö fein Mensch in unserer Familie mochte sie, die schließlich in der dunkelsten Ecke des Fremdenzim aers ein sehr liebloses Plätzchen auf hoher Konsole unter einer leicht angebufften Glaskuppel gefunden hatte. Aus dem Rachlah einer sehr entfernten holländischen Tante stammte sie. tind als mein guter Vater starb, stand sie mitten unter den wenigen Gegenständen, die mir laut letztem Willen gehören sollten, tind ich konnte bei Gott nichts damit anfangen, weder in meiner dichtgedrängten Wohnung, noch in meinem angeblich sp absonderlichen Geschmack. So sagte ich denn zu meiner Mutter: „Wirf das Ding in den Müleimerl Oder verschenke es zu einer Hochzeit, zu einer Konfirmation, zu einer Taufe". „Aber fein Mensch wird dir Dank für dieses Kitschchen mit Amoretten und Schmetterlingen — huch! — wissen, sondern dich hinfort nicht mehr einlaten. Verkaufen willst du's? Für den Metallwert aller- höchstens! Aber die Kosten des Transportes kriegst du nicht dabei heraus." Meine Mutter darf nicht nur, weil sie viel älter als ich ist, für sich das Recht in Anspruch nehmen, kluger zu sein, tind so ging sie denn zu einem Antiqitätenhändler, bei dem mein Vater bisweilen einige Kleinigkeiten billig gekauft hatte. Der Mann war wirklich so gutmütig, sich das tinlium von tihr persönlich bei uns anzusehen er erschrak aber sichtlich, als er hörte, daß meine Mutter mindestens hundert Mark für dieses Stuck echtesten Kitschwoods haben wollte. Von Ankäufen könne leider bei den schlechten Zeiten nicht die Rede fein; und wenn er die tihr schließlich in Kommission übernehme und im Schaufenster ausstelle, so tue er es eigentlich überhaupt mehr aus Freundschaft für den verehrten Taten, ter ihm immer ein lieber Kunde gewesen sei. Zwei starke Männer hoben sich beinahe einen Bruch an der Gewichtigkeit des schrillheiser mahnenden Zeitweisers und brachen aus der Glastuppel, um sich wenigstens etwas zu rächen, noch ein ansehnliches Stückchen heraus, tind dann stand die sogenannte Bietermeie'uhr wochenlang im Schaufenster und alle Passanten wandten s ch hohnlachend von dem Scheusal ab. So kam Denn die liebe Weihnachtszeit heran und war schon wieder im Schoße des sinkenden 3ahres verschwunden, ohne daß sich ein. wenn auch noch so wenig bietender Leibhaber für dieses schlimme Erbstück gefunden hätte. Jeden Mittag ging meine Mutter erwartungsvoll an dem Laden vorbei, um immer wieder festzustellen: sie steht noch da! Dis sie eines Tages strahlend nach Hause kam. „Sie ist verkauft! tinö wie verkauft! 3ch wußte es ja.“ tind dann erzählte sie und schickte mich schleunigst zu dem Händler, der noch einmal erzählen mußte, um mir den Glauben an dieses Wunder langsam, aber sicher beizubringen: „Jäh — das war am Silvesterabend. Putzig, noch? 3ch wollte meinen Laden schon schließen. Am Silvesterabend, nicht wahr, da dars man seinen Laden wohl schon etwas früher als sonst schließen, meine ich. Da geht die Tür knarrend — sie klemmt nämlich fo n buschen, müssen Sie wissen — auf. tinö wer tritt da ein, frage ich Sie? So ein netter, dicker Gutsbesitzer aus der Lüneburger Heide. Was sagen Sie dazu? tind fragt mich, ob er wohl die hübsche alte Dendule laufen solle. Frage ich ihn gleich, well ich mich gar nicht traue, einen Preis zu nennen, was ihm Denn wohl die hübsche alte Pendule wert sei. Sagt er denn: Auf Öen Preis soll es mir gar starken Beifall aus. 3n einer kurzen Aussprache wurden die leitenden Gedanken des Redners von mehreren Rednern unterstrichen. Wir werden über den Vortrag noch berichten. Einstimmig wurde schließlich noch folgende Entschließung an die Hessische Staatsregierung zur Frage der Saatgutkredite angenommen: „Die am 2. März zu Frankfurt a. M. versammelken Mitglieder des Hess. Gründlandvereins richten an das hohe Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, Abteilung der dem Ministerium im 3anuar ds. 3s. von Der Geschäftsstelle des Vereins unterbreiteten Denkschrift gebührende Beachtung schenken und sich den darin im 3nteresse ter Förderung unserer heimischen Zuttererzeugung au gestellten Forde- run. en nicht verschließen zu wollen. Die zeitgemäßen Bestrebungen nach Erzeugung von mehr u;ib gehaltreicherem Wirtscha tösultei können nur dann von durch reifen, er Wirksamkeit fein, wenn die Landwirte bei der 2lcuanlaqe und Verbesserung von Grunläuteceien hochwertiges deutsches Saatgut zu verwenden in ter Lage sind. Der Eri'ällung dieser Forderung stehen insofern Hindernifse im Wege, als einmal die Preise für deutsches Grünlandsaataut infolge der geringen Ernte 1921 starke Steigerungen erfahren haben und zum anderen die Kaufkraft unserer hessischen Landwirtschaft aus bekannten Gründen eine besorgniserregende Schwä hung erlitten hat. Eingedenk dessen, daß die Futtererzeuaung die Grundlage einer erfolgreichen Viehwirtfchast sowie guter Ackererzeugnisse öarftetlt, sind die hier versammelten Lanowirte davon überzeugt, daß die Hess. Staatsre^ierung die in ter Denkschrift vom 3cnuar ausgesiebten Belange voll würdigen und den darum nach buchenden Landwirten die Beschaffung von Gras- und Kleesämereien für das Frühjahr 1925 durch Gewährung von Krediten bei tragbaren Bedingungen ermöglichen wird. Die vollproduktive Verwertung derselben wird durch die tieberwachung seitens des Hess. Grünlandvereins gewährleistet." Mit auffeuernten Worten zur Verbreitung des Grü ilandgedankens in immer weitere Kreise ter Landwirtschaft zum Besten des ganzen Volkes schloß der Vorsitzende die anregende Tagung. turnen, Sport und Spiel. Turngau Hessen (D. T.) — o — Sonntag, 1. März trat der Turngau Hessen (D. T.) im Svalbau Sauer zu Gießen zu seinem 93. Gauturntag zusammen. Mit rund' 150 stimmberechtigten Vertretern war die Tagung im Vergleich zu den letzten 3ahren stark besucht, ein erfreuliches Zeichen für das lebendige Interesse der Gauvereine. Zu Vertretung des beruflich abwesenden 1. G tuvertreters Arthur Pfeiffer (Wchlar) leitete der 2. Gauvertreter K. Schneider (Butzbach) die Verhandlungen. Seine ersten Worte, bei denen die Versammlung sich erhob, waren als am Volkstrauertag dem Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen und anschließend ter Trauerbotschaft vom Tode des Reichspräsidenten gewidmet. Die Ber.chte des Gauvertreters, des Obergautumwartes, der Gauwarte für Volkstumen, Fechten, Jugendpflege und turnerisches Geistesleben. Schwimmen und Spielen gaben ein anschauliches Bild von der treuen unb ersprießlichen Arbeit, die von einzelnen Turnern, den Vereinen und dem Gau im abgelaufenen 3ahr geleistet worden ist. Bei der Rechnungsablage wurde der schwere Druck, der immer noch auf unserem gesamten Arbeitsund Wirtschaftsleben liegt, deutlich sichtbar! auf Antrag der Gießener Turnerschaft, die die Rechnung geprüft hat. wird dem Gaurechner Hermann Post (Alsfeld) Entlastung erteilt und ihm vom Vorsitzenden unter lebhafter Zustimmung des Turntages in warmen Worten der Dank für seine in den letzten 3ahren doppelt schwere Arbeit ausgesprochen, die er nunmehr gerade 25 3ahre treu und gewissenhaft dem Gau nicht so sehr ankommen, kann ich Ihnen sagen, als vielmehr auf die Pösie. Wie bei Pökelfleisch sagt er Pösie und nicht Poesie. Komisch, nöch c Aber es kommt noch viel komischer. Sagt er: Ach, wenn ich diese Pösie — ich hab mir nämlich all mein ganzes Leben so etwas mit Schmetterlingen und Anors und P eien und Bmmen in mein neues Haus gewünscht, das ich mir in der Inflationszeit gebaut habe — ich meine für, sogen wir hundert Mark haben könnte, so wären wir gleich handelseinig. Ob wir denn wohl handelseinig sein könnten? Run hätte ich ja ‘ noch handeln können, werden sie sicher meinen. Hätte ich vielleicht auch. Aber es war doch Silvester benö, wissen Sie. und ich wollte doch meinen Laden gerade schließen, tind vielleicht wär er auch wieder tpeggegangen, wenn ich was von hundertzwanzig daher geredet bitte. Al o? 3a — und hier sind nun die hundert Mark." Ich war sprachlos. Ich quittierte mit dem dümmsten Ge.icht der Welt und stotterte etwas, wieviel Prozent er sich denn für den famosen Verkauf abziehe. „Da — dadavon wollen wir überhaupt kein Wort von reden, müssen Sie wissen. Ihr Herr Vater war ein fo feiner und ein fo netter Mann, daß ich das Ihrer Frau Mutter gamicht antun könnte. Aber, wenn Sie meinen Leuten, die damals so schwer an der tihr zu tragen hatten, vielleicht e in kleines Trinkgeld — ich meine nur — nein, zehn Mark ist wirklich dadafür zu viel, sollten Sie wissen — aber gut, wie Sie wollen! tind ich danke auch schön. Ob er an der kaputten Kuppel nicht Anstoß genommen hat. Iwoher- denna Er sagte noch: da sehe man doch, daß es sich wirklich um ein ganz altes Stück handle, und solche Pösie gebe es ja heute überhaupt nicht mehr. 3a, denn man auf Wiedersehen, wenn wenn Sie mal wieder was nötig haben. Sollen, wie Ihr Herr Vater Immer reell bedient werden." Hessen geleistet hat. Reu auf genommen tourten die Turnvereine zu Eifa bei Alsfeld, Löhlbach und Battenhausen bet Frankenberg, und der Turn- und Sportverein der Aufbauschule zu Frankenberg. Die Gausteuer für 1925 soll 1,60 Mark pro Kops betragen, davon 36 Pf. für die Gauverwaltung, deren äußerste Sparsamkeit durchaus anerkannt wird, und 1,24 Mark für den Mittelrheinkreis und die Deutsche Turnerschast einschl. ter tinfallkasse. Bezüglich des tinfalldienstes soll bei tem nächsten Krets- turntag in Darmstadt beantragt werden, daß die Einnahmen wie die tinterstützungen in Zukunft unabhängig von der übrigen Gausteuer geführt werden. Der Turntag genehmigte ferner, daß der 2. Gauvertveter Mitglied des engeren Gauvorst andes wird und daß die im Herbst jeden Jahres zu veranstaltende G a u st a f f e l zu Ehren des langjährigen verdienstvollen Obergauturn- toartes Wilhelm Will (Gießen) „Will- Staffel" genannt wird. Die Wahlen ergeben: K. Schneider (Butzbach) 2. Gauvertreter, K. Wenzel (Gießen) Gauschriftsührer, M. Textor (Marburg) Gauwart für das Männerturnen, H. Ri hsch (Dad-Rauheim) Gaufechtwart, R. Paul (Gi hen) Gauwart für das Frauenturnen (bis 192?) und W. Seibert (Wetzlar) Gauspielwart (bis 1926). Das Gaufest für 1 926 erhält nach 2öjahriper Pause ter Turnverein Ridda, nachdem Alsfeld. Butzbach und Kirchhain ihre Meldung zugunsten jenes älteren Anspruches zurückgezogen haben. Die AuSscheidungs- kämpse im Dolksturnen sollen am 14. Juni l. 3. in Marburg flattfinten, das Gaujugendtreffen am 13. September in Münzender g. Mit einer sehr regen Aussprache über die Ziele und Formen der 3ugenbbctoegung schloß die arbeitsreiche Tagung Städtewettkampf Eisenach— Fulda — (8 eßen im Kunstturnen. Der Kampf, der am Sonntag im vollbesetzten herrlichen Saale des Fürstenhofes zu Eisenach zum zweitenmal zum Austrag kam, endete mit einem Siege der Eisenacher Turner- schäft. G. erreichte 373 Punkte gegen 354 beim ersten Kampf, wahrend Fulda mit 341 und G i e- f) en mit 337 Punkten sich ungefähr gleich waren. Gießen ging durch den Ausfall seines besten Turners Reuter nur mit geringen Aussichten in den Kampf, hat aber gegen den ersten Kampf, bei dem es nur 324 Punkte erreichte, 13 Punkte aufgeholt, während Fulda hinter seiner vorjährigen Leistung von 361 um 20 Punkte zurückblieb. Die an den einzelnen Geräten erreichten Punktzahlen zeigt nachstehende Tabelle: Freiübg. Pferd Darren Reck Zus. Eisenach 95 91 £6 91 3'3 Fulda 93 77 88 83 311 Gießen 90 77 89 81 337 3m einzelnen wurden Sieger: 1. Linß, 2. Ruch, 3. Rest 1 er , färnilich E.senach. 4. Hch. Drechsler. Tv. 1846 Gießen, ferner vom Tv. 1 846 Gießen: 7. Albert Hofmann. 8. Ludwig Dep l e r . 9. Gg. Da um, 10. K. Strack. Der dritte unb letzte Kampf wird nun im Herbst in Gießen stattfinden. Um die süddeutsche Fußball-Meisterschaft. C. Nürnberg — S. D. Frankfurt am Main 1:1 (0:1). Es war gewiß fein sehr erhebendes Spiel, aber hätte Rürnberg gewonnen, so wäre das durchaus verdient gewesen. In ter 14. Minute konnte ein flinker Frankfurter den Ball dem Rürn-berger Torwächter Stuhlfaut aus der Hand ins Tor senden. Bis kurz vor Schluß des Spiels verteidigte Frankfurt sich sehr erfolgreich. 3m letzten Teil ter Spielzeit beging Frankfurt aber Öen Fehler, zuviel Leute zurückzuziehen, unb in der vierten Minute vor Schluß konnte Rürnberg durch Strobel ausgleichen. tinö nun stand ich da mit unverhofften neunzig Mark plötzlich in der Hand, überlegend, wie ich sie wohl am besten gleich auf den Kopp, wie man so sagt, hauen könne. Da war eine Rechnung beim Zahnarzt zu bezahlen. Da war das und jenes — nein, dieser tinglaubllchkeit hatte eine andere, ausgefallene, kühnste zu entsprechen, tind d egerate an allen Schaufenstern daö eine Zauberwort „Inventur uöverkausl" prangte, ver- stieg ich mich zu dem Größenwahn, für öle Summe vielleicht eine hübsche, vor allem aber echte Daunenstepp' ecke verlangen zu k innen. Der Größenw-hn erwies sich a s Descheiöen- heit. Eine Viertelstunde spater hatte ich die schönste Daunendecke der Welt, tind wenn ich mich nun abends so recht müde in diese violette Decke hineinkuschle, so wirds in meinem Herzen ganz rührenb-tent'bar warm — für die alte, fehl entfernte holländische Tante, für meinen guten Vater, für meine kluge Mutter, die das Kitschchen für viel zu wertvoll erachtete, um es' in den Mülleimer zu werfen, aber auch für den Lieben netten, dicken Gutsbesitzer aus der Lüneburger Heide, der jetzt vielleicht just mit feuchten Augen vor seiner srckcherworbenen Pösie im Backens uh l sitzt, die ihm viel mehr denn Goethe und Schiller zusammen bedeutet, die ihm mit gar nicht mehr schrillheiserem Glockenll ng von der guten alten Zeit erzählt unb alle prosaische Gegenwart versinken läßt. Dann weiß ich eigentlich aarnldjt, wem von euch allen ich am meisten Dankbarkeit, heißeste, entgegenbringen soll, tind vor lauter Dankbarkeit werde ich dann so wundervoll müde und schlafe selig lächelnd wie niemals zuvor ein, im kältesten Traum noch gewärmt von einer Biedermeieruhr. die dennoch schon aus den Grun- derjrhren stammte und trotz aller anscheinenden Scheußlichkeit für einen Menschen so schön war und hoffentlich noch recht schon bleiben wird. Ratürlich nicht annähernd so schon, wie mir meine Daunenfteppdecke immer noch vorkommt. nzisar LIEBIG FLEISCH-EXTRAKT 140 Pfund Ochsenfleisch mußte die Haustrau vollständig | auskochen, um die Fleischbrühe zu gewinnen die einem Pfund Liebig Fleisch-Extrakt entspricht; deshalb gibt schon | e>ne geringe Menge den Speisen kräftigen Fleiscv,gecchmack i In unveränderter Qualität in jeder Küche zur Kräftigung der Speisen unentbehrliche Hilfsmittel in den einschlägigen Geschäften wieder zu haben Aus Derli sche ßandel Twuerfeierl PräsiLenten lwsfaller. ! Für Zienshj * Der ??»uar z. W Passiv!! Uuhr ist Heniet W ein? A .to&bh ti hn Januar Die jlujl«»6 Ser 5 s-'s SÄ TaS.Ä, tu|>M‘K äff. einelow! gebracht^ der SW davon enN Wssthaus Jte 2- artige Sal bet gE gleich'"^ Fabrik^ gcsch-lt < "ck-nEl heuten A Jerlehr tpidlunfl des lan. 3n den Spuret 4 ästigen i von auswar Tausende v getrosten. 1 Slugzeu 21m vc -er allgemc Därmem stehende ga< sichlest üten in einer Ale untergebrach über olle tca sich über bi' ringveckger nuyung vor -er Fernfx eine vvlllvi praktischen 2us)er «ine Re kl een R i ser kergrun unter tem (Betrieb gei -er technls Entstanden: sDerkzeti einer Lang von 83 Mc 21000 Qua, tungiffal Sjalk. die die toi? die Sn Westlich ei Echuh- ur gröhien 1 in der ga .Stan1 Mtfe Me beste ^orzugten Erlies tDQ1 ‘•wem -ix < y». tni Warft l ".and-, Dj» Waftung ST Sar Darmstä Ute"'®1 hnie Und I ? bet ?öhl, 1925 «* Wt? **rln ? U"d ti.y 124 ä?‘»4e *®1 MiÄU« ?9t toeS" .W i5S9en in .r ®Qufteuer rtz' '"’A luhffH t'drn ^llen Ober!" (NtnFfr’ ?. fiSJ°*": das °Ä°2nLL *?**4iß? "^'che,Lunoz. u,«a s tember in ifin, » AuSsp^ch, Jugendbewegung "?ch-^da- ntturnen. Äim bofcä ÄU IS 11 e n a nNe gegen 354 beim a mii 341 und @ | e» ’flWÜr gleich waren. “W seines besten geringen Aussigen n den ersten Xampt, erreichte. 13 Punttr unter seiner vvriäb- ß Punkte -urüMirb. Geräten erreichten nde Tabelle: Darren R«l Zus. LS 91 8.'3 88 83 311 89 81 33? n Sieger: 1. Sinh, mlfid) S.senach, 4-ch sieben, serner vom Wert Hvsmann, Eg. Saum, 10. R. Kamps wird nun im ff finden. ränderter »ysu*«* Shaben dru/schc st'rslchaf/. $tan!hid am Main \Y ihr erhebendes Stiel, Donnen, sv wäre das x. 3n der lllinuw surier den 2all dem iiuhlsaiit ans der Land vor Schluß des Spiels sehr erlolgreich. 3m beging Franffuri aber > zurüdzu-iehen, und Schluß konnte Mn« iij^^ jt unverhofften neun« jn), überlegen-, wie ) aus den Kopp, wie Ja war eine Rech- liblen. Da war dar Unglaublichkeit M r* i« chausenäern bai J« MfauV Pvargte. ver L'usürdieSuM ™ allem aber M in diese violelte Sie. für gne-i ß ittcr. d-e E^ lch^te. UJJ Dcen Liebe" r a^lr Lüneburg« • A Wen »' ust nt» .“^jcfcn'.'ub1 n^»öAer NN AA nicht mehr 'P ^A. guten alten L Gegenwart § fmfwt .G/h garnM ich n meisten fld,r “«■fes i“Ä-r Ausfall der Berliner Börse am M ttwoch. Berlin, 2. März. (£11.) Wie der ,Deutsche Handelsdienst erfahrt, wird aus Qlnlaß der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen R ichs- Präsidenten am Mittwoch die Berliner Börse ousfallen. Ein offizieller Beschluß hierüber ist für Dienstag zu erwarten. Wirtschaft. Die Leipziger Messe. Massenbesuch.—Ltarke Beteiligung drs Auslandes. - Flottes Anfangsgcschäft Der Tod deS Reichspräsidenten hat unter den anwesenden Messeteilnehmern grobe Teilnahme hervvrgerufen. Ueberall wird dieses Er- eigniS eingehend erörtert, doch wird dadurch da« Interesse an der Messe nicht wesentlich beeinfluht. Die Mustermesse und die technische Messe haben einen ungeheuren TageSbesuch au verzeichnen. Gestern hat hauptsächlich das sehlustige Publikum btc Messe überschwemmt, doch kann schon jetzt gesagt werden daß auch Einkäufer, besonders bie aus- ländischen Interessenten, sehr stark vertreten sind Im Alten RathauS ist eine italienische und eine sowjetrussischeM u st e r m e N e unter- aebracht Gegenüber befindet sich das Messehaus der Tschechoslowakei und wenige Schritte davon entfernt das deutsch-österreichische Messehaus. Die Technische Messe bietet eine grob- artige Darstellung der neuesten Erfindungen und der groben Aeberlegenheit der deutschen Industrie dar Die Werkzeugmaschtnenfabriken. die Schwerindustrie und die Elektroindustrie sind gleichmäßig hervorragend in ihren ausgestellten Fabrikaten. Ueberall ist ein gutes Anfangsgcschäft zu verzeichnen. Die DerkehrSuntcr- nchmungen sind kaum in der Loge, den ungeheuren Verkehr zu bewältigen, jedoch hat eite gute Verkehrsorganisation zur reibungslosen Abwicklung des Riesenandrangs ihr möglichstes getan. In den Stroben Leipzigs Hot sich ein ungeheurer Autoverkehr entwickelt, der kaum zu bewältigen ist. Besonders tritt der Autoverkehr von auswärts in Erscheinung, denn gestern waren Tausende von fremden Autos in Leipzig ein- getroffen, lieber Leipzig sind ständig zahlre.che Flugzeuge zu sehen. Am Sonntag mittag wurde die im Rahmen 6er allgemeinen technischen Messe neu errichtete Wärmemesse und die damit in Verbindung stehende Fachmesse für Giebereitechnik der Oeffent- lichleil übergeben. Die Ausstellung, die zunächst tn einer Riesenzelthalle von 10 030 Quadratmeter untergebracht ist, gibt eine praktische Hebersicht über olle wärmetechnischen Einrichtungen, namentlich über die Verwertungsmöglichkeiten auch geringwertiger Vrennstosfe, sowie über die Aus- nuyung von Abdampf und über das Problem 6er Fernheizung usw. Die Ausstellung bildet eine vollkommene Ergänzung der rein technisch- praktischen Ausstellung. Auster dieser Messe wurde erstmalig auch eine Reklamemesse veranstaltet. Zur diesjährigen Messe sind ferner weitere grobe Messe- vauten fertiggestellt worden. DaS erste II n • kergrundmefsehaus der Welt, das unter dem Marktplatz eingebaut ist, wurde in Betrieb genommen Ferner sind auf dem Gelände 6er technischen Messe drei neue grobe Hallen Entstanden: die Halle des Vereins Deutscher tDerkzeugmaschinensabriken, die bei einer Länge von 195 Meter und einer Breite von 63 Meter mit einer Ausstellungsfläche von 21 000 Quadratmeter die größte A u s st e l - kungshalleDeutschlands ist, ferner einer Halle, die die drostm Firmen. Firmenkonzerne sowie die Draunkohlenfachm-sse beherbergt, und fchliehlich eine große Halle für die deutsche Schuh- und Ledermesse, die xur weitaus größten Mustermesse der Lederwirtlchast 4n der ganzen Welt geworden ist. • Der deutsche Außenhandel im Januar zeigt wiederum eine außerordentlich hohe Passivität von 674 Mill. Rentenmark. Die Einfuhr ist gegenüber dem Vormonat um 63 Mill. Rentenm rok gestiegen, während die Ausfuhr eine Verminderung um 42 Mill. Rentenmark aufweist. Dies erklärt sich zum Teil daraus, daß die Einfuhr von Kontingentwaren auch noch tm Januar sehr groß war. Frankfurter AbenvbSrse. Frankfurt a. M,2- März. Die Abend- vorse hatte außerordentlich kleines Geschält Interesse bestand für kein Gebiet, selbst die sonst bevorzugten Werte des Montan- und Chemie- Marktes waren vernachlässigt. Die S immung ließ eine leichte Reigung zur Besserung erkennen indem die Kurse, soweit sie zur Rotierung gelangten, meist gehalten waren. Auf dem An- keihemarkt kamen Umsätze überhaupt nicht zustande. Die Abendbörse schloß unter starker Zurückhaltung ruhig und zu behauvteten Kursen. Bankaftien: All ,em. Deutsche Creditanstalt 3,92. Berliner Handelsgefe'ttchaft 159.75, Commerzbank 6.25, Darmstädter Bank 13.75, Deutsche Bank 131, Discontogesel schäft 123.25 Wetallgesellschaft 116,75. Mitteldeutsche Creditbank 2. Reichsbank 150. Oesterreichische Kreditaktien 9.50. Montanaktien: Dta&t-TTtncn 30,50. Rheinstahl 56,75, Tel- lus 3.65. Kali Aschersleben 18.50. Westeregeln 23.50. Chemische Aktien Badische Anilin 29.75, Chemische Griesheim 25,20. Th. Goldschmidt 22,62. Höchster Farben 25,87. Elektrvaktien: Licht und Kraft 7.80, Felten 48. Transportwerte: Rordd. Lloyd 1,075. Sonstige Industrieaktien: Kleyer 4,05, Dyckerhoff 4,50 Gebr. IunghanS 12.62, Lech- werle 22,25, Aeckarwerke Stammaltien 76,25, Rheinisches Metall VorzugSak.ien 72. Dörlenrnrle. 5•/ Trullchr NelchSan'eNie . V/. Tru'ichr tHndjvanlettx 3‘,•/, Icujfdje fl.ich aalet Oe IcutldN fletcijämiei.je . Tkuische «varpramniianlethe 4°/ Preußische Konsols . . . 4». Heft.»........... Hessen 3°/o Heilen Deutsche Send Dollar'Anl. bio. Doll Vchatz-Auiceimg.') 4*/o Zolltürten......... 5% öi Ibnterifaner Berliner Handel^aesellschaft. tfommcri» und 'I>rioat»mn! 5 armfL und flationaloanl • Deutsche Bank ....... Dcuische BereuiSbank . . . . Tisconlo Conunanoit . . . Meinll dank........... Muicldeufche Creditbank Leite reichtsche ILreditaustalt Weslbank. . . Bochumer Suh ....... Silber S............ Caro . .. Deulscb-Luremburg Gelsenkirchener .Bergwerke. . Bergbau...... itrfe Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Vauroljiltte........... Cbcrbebarf Pbonis Bergbau Mbeiiniabl......... , . Dtiibed Montan........ TelluS Bergbau Hamdurg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Hlooo Lberamische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Pdiiipp Hoirmaiin Angio Cont Guano . . . .. Badische Anilin Ldemilche Mayer Aiaptu . . Goldii midt . Hrieü ebner Eleeiron . . .. Höchster Farbwerke...... Hol;r>erkoolung..... . . 9iütgerSwerke......... Lchcidcanstalt ........ «110 E'ekn-üitätS-Gesellschast Bergmaiin ....... Malnkraftwerke........ Schultert Siemens 4 HakSke ...... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Bkotorcn Henligenstaedt cguin............. Motorenwerfc Mannheim . ffronffurter Armaturen Honservensabrik Braun . . . WetallflefrU chaft sfranksurt. Pet Union A.-G Schuh'abrik Hirz Sichel.............. „Hetifto’f öalbbof....... Zncter'abrik Frankenthal .. Burferfnbrif SBagbäufel . . . w* SS£ SdJnh» ku • SU,luS*t. 11>oq- l rle bö |e 11. & 4 3 i7. 2. 2 3 li 663 0 643 ( 665 (• 645 0 14.30 18, V. !8.5 ts 99 18 50 ;4 • 3 50 24.4 13 4 7 7 7,25 7 5 7 11.2, 10 675 11 10 70 «3.75 6-’ 65 '3.70 • 3.5 57 0 '6.7 7 0 56 50 415 50 r> 62 16 50 45.5 3 70 3 63 - - 99 5 '8 99,49 97,25 4,05 4,075 4 4 — — —- _ 95 75 95 — — 5 85 5 9t) 5.9 5.9 — 160 159 75 30 es 2 t*, 7» .9) 13 29,50 0.45 0 4 — 23 22,62 22,80 22,40 25 1 25 2 5 50 4 HO J> 5 9U 26 <5,70 8 9 8 9 — 18 0 18 1 13,40 17,75 145 144 — »1,95 ’!,■»!» 13 11 75 19 3 5 18 75 19,12 18,53 1 ?0 11 2) 68 ?• IHj 69 50 66 70 79 25 79 79 75 74 ' 05 4 05 4 12 4 5.98 G 5,9 5,8 3,6 3 5 9,4 — 9 9, >5 101.35 8 9 99 — 0,61 - _ Mt 1 15 1,1 1,12 L36 1.36,5 2,373 3 3 ■■ 3 9 3,75 4,1 4,1 80 r f 75 2,75 2 75 12.5'1 V 5 12,40 12 4.75 4,6i — 5,90 v 80 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt e. M. (3n ®tntonen Mark au-aedrücki. BuenoS-AireS, London, Neu. York, yapan. Rio b» Janeiro für eine Ein bett. Wien und Vuduvel» für 100000 tu betten, alles übrige für 100 itüibdtcn.) Letegrap htlcve Auszahlung, (U6ne Geu^ahr.) 7. itebr t -r 9 Mar, tHepars Rnnlidji Aotienm 0 rlt* ! tt’tu' ): i'lclD 1» T : ■ >7 । ■>. HinH.» flott Bu'n AirrH Brss. 'intw (Sbrlftianlo fioycnbngen Stockbolm Bclfingforö Italien. . London. . . '.'. cutjort . . Porl-. . Scbiveiz . Sva icn . Inpmt . . . ■hio be Ian Wir» in D- Ccft. abgeft Prag . . . Bclirad . . Subaorft . . Bul arten V fiabon Danzig. . . Konst Ntlll- Atbru. . - 167,74 | 168.16 l.t-64 1/6 21 0 21 10 63,81 , 63 9< 74.71 1 74 89 113,0» । 113,3') 10 558 , 10 5 8 1 98 ' 17 0 19,918 19 96< 4,195 , 4,-il.i 21. 6 ; 21 62 80.50 80 70 59. 23 1 69 37 1,66’1 , l,b67 0.455 0,457 5,91 5,9 12 2 । 12.'6 6 68 ß 70 6.775 5,795 8,055 : 3,065 19.975 1 20,o:5 79 0 79,23 2.075 2.0 5 v 59 'i 61 Dan t n (Obne ®c 167 19 1,17 l 21 05 64 02 75 01 113.03 10.56 16.95 20,013 4,195 21 0.4 80,7 5 Sv 43 1,658 0,462 12 43 6 75 6 79 8,055 19, 75 79 325 2 0 5 6,59 ölen. mabrJ 168.11 1.<77 21 15 04 18 75 11 113 10 60 lf> 99 20,0 ü 4,2fr» 21 6) 80 9'5 59.57 1.162 0,464 12.C 6 77 5.RI 8,06» 20 • -5 78 5- 2,085 6,61 - T ' l ?-h*otl n ,1’oil vofllüoil > 0 ,vo.l : oiuvoll VOUjUOll voll voll voll voll OOii’UOd Coupon ICi.'Uüd i en von L Oll[. Oil voll, oll lob' Olt .«ipoii . 1. DOÜlOOll voll voll voll voll Berlin, 2 2Täri. f’r’v l,e - irt Plmrrttnntfdie flöten . , . . , Belgische flöten ....... Täni'che flöten ...... Englische Noten........ Fran;osisckc flöten...... Holländische flöten ...... Nt licnische flöten ...... flonveai'che flöten...... D u«sch Ccftcrr .ilOOÄronen flitmäniW flöten...... Schwedische flöten...... Schöner flöten....... iranische flöten....... ?sch-chollou'atische flöten •. Unaarische flöten 1 1 1 .1*2 1 05 l 7 9>8 1 5' 5 33 7 01 b- 84 J.'.OJ 12 77 65 59 20 k 40 ü .6 4.1'2 21 15 75 1 20 088 21 65 168 10 17 11 t4 1". 6.938 113 3^ 81 0 59,50 12.46 5 78 irtT 1 oll roll 101 roll roll roll roll roll roll roll toll io4 ivll Derllner Börse. (Eigener Drahtbericht deS .Gießener fXnteigert*.) Berl in. 2 März. Rach dem Ausfall der SamStag-Dörfe eröffnete zu Tdvchenbeginn die Börse in ausgesprochen lustloser Stimmung. D'S Ableben deS Reichspräsidenten hat einen großen Druck auf die Haltung der Börse au-geübt. An die Reuwahl des Reichspräsidenten werden überwiegend pessimistische Erwartungen geknüpft, man befürchtet einen neuen Zusammenprall der verschiedenen Parteiströmungen. So läßt sich ganz allgemein gegenüber den Freitag-Kursen eine erhebliche Abschwächung feststellcn, die am Montanmarkt bis zu 2l 2 Prozent geht Trotzdem ist keine Einheitlichkcit festzustellen. da auch einzelne Papiere geringe Kursgewinne erzielen konnten. Scharf im Angebot lagen Harpen er und Deutsch- Lux, nennenswerte Kursverluste erlitten auch Kattowitz-r, K?ln-Rcu s'en. Hohelohe und Phö- nir. ilcbcrtoicg nb Abschwächungen hatte auch der K a l i m a r 11 aufzuweisen, Salzdetfurth sehr m'tt, Deutsche Kali dagegen gebessert. Der Markt der chemischen Papiere liegt überaus s au, Köln-Rottweil und Oberkoks liegen im Angebot. Auch Sprit werte waren abgeschwächt, besonders matt Schultheiß. Erhebliche Kursverluste erlitt auch der Elektro- markt, so Siemens und Akkumulaoren stark abgeschwächt, Schuckert leichter Der Markt der Schiffahrtswerte befindet sich durchweg in rückläufiger Bewegung, Hapag und Hamburg- Süd stark abgeschwächt. Auch Bankenwerte liegen lustlos und allgemein schwächer. Zu erwähnen ist der erste Goldkurs von Reichsbank mit 149,75 Prozent. Eine Ausnahme bei der allgemein lustlosen Ha tung bildete der Markt der K o lo n i a lw c r t e , die sich in der Hoffnung auf eine Dividende bei Otavi in Auf- wartsbewegung befinden. Sehr matt lagen auch heimi'che Renten. Die Lage am Geldmarkt ist leichter, da der Ultimo überwunden ist. Tägliches Geld 9—10 Proz., Monatsgeld 11—13 Prozent p. a. Privatdiskont 8 Prozent. Am in- ternationa’cn Devise nmarkt liegt der französische Franken unverändert matt. London gegen Brüssel etwas gebessert. Frankfurter Getreidebörse, (Eigener D.ahtberich: des ,G chenec Anzergers^.) Frankfurt a. M„ 2. März. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 26,25, Roggen Weizen, Wetterauer 21,50 bis 26,25, Roggen, inländischer 22,25 bis 26, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 31, Hafer, inländischer 17,50 bis 22,75, Mais, (gelb) 22.25 bis 22,50, Weizenmehl inländisches,'Spezial 0 42.50 bis 45,50, Roggen- mehl 36,75 bis 40, Weizenkleie 13,75 bis 14, Roggenkleie 14,25 bis 14,50, Erbsen 32 bis 40, Linsen 48 bi«/ 55, Heu. süddeutsches, gut und trocken 9,50 bis 10, Weizen- und Roggenstroh 5,50 bis 6, Treber, getrocknet 20,50 bis 21. Speisekartoffeln Industrie (aus hiesiger Gegend) 4, weißschalige (aus hiesiger Gegend) 3,50 Mk. Tendenz: leicht befestigt. Frankfurter Schlackttviehmarkt. (Eigener Drahtberichl deS „Gießener AnzeigersE.) Frankfurt a. M.. 1. März. Auftrieb 1439 Rinder, darunter 445 Ochsen, 61 Dullen, 933 Färsen und Kühe, 375 Kälber. 264 Schafe, 3772 Schweine. Es wurden bezahll für 100 Pfund Lebendgewicht: Ochsen: vollfleisch'ge ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 52 bis 58, junge, fteischige. nicht auSgemastete und altere ausge- mästete 43 bis 51. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38 bis 42. Bullen: vollft aus- gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 50, vvllfl. jü"aere 38 bis 44. Färsen und Kühe: vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 58. vollst, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtw^rts bis zu 7 Jahren 40 b>s 48. wenig gut entwickelte Färsen 42 bis 48. ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 31, mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 30, gering genährte Kühe und Färsen 12 bis 20. Kälber: feinste Mastkälber 70 bis 76. mittlere Mast- und beste Saugkälb:r 60 bis 69. geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 56. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48. geringere Masthämmel und Schale 33 bis 40. mäßig genährte Hämmel und Schafe lMerzschase) 20 dis 30. Schwein e: vollfl. von 80 bis 100 Kg. 67 bis 69, unter 80 Kg. 60 bis 66, von 100 bis 120 Kg. 67 bis 70. von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine über 150 Kg. 67 bis 69. unreine Sauen und geschnittene Eber 55 bis 65 Mk. Marktverlauf: Bei Rindern fanafamer, bei Kleinvieh und Schweinen reger Handel. Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurt a. M, 2. März. Der heute aus dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehaltene Pserdemarkt war mit 600 bis 700 Tieren aller Gattungen beschickt. Der Besuch von Interessenten, besonders von Landwirten au« der näheren Umgebung Frankfurts, war recht gut. Es wurden bezahlt für Pferde allerschwersten belgischen Schlages 2500 bis 3000 Mark, für schwere Pserde belgischen Schlages 2000 M?., für gute junge Arbeitspferde 1500 Mk., für gute Arbeitspferde 500 bis 1000 Mk.. für geringe Tiere 200 bis 500 Mk.. für Schlacht- pf.rde 100 bis 200 Mk. Diele Pferde wurden an Landwirte, die jetzt zur Frühjahrsbestellung guten Bedarf haben, verkauft. Erhebliche Transporte gingen aber auch nach Württemberg und Bayern. Öcrlhrtr CpttbefTrwbfofL Berlin, 2. Mürz. Der Produkteru»aickk war Infolge höherer amerikanischer Meldungen für Weizen und Roggen ettoafl fester. Gerste. Hafer, sowie Mehl bet stillem Verkehr unverändert. ES wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 258 bis 266. do. Juli 309. Ten- Venz fest. Roggen, märt 253 bi« 235. do. Iull 278 bis 277. Tendenz behauptet. Gerste, märt. 252 bis 265. Futtergerste 215 bis 235, Tendenz ruhig. Hafer märt 186 bis 193. Tendenz behauptet, Mais (loko Berlin) 223. Tendenz ruhig. Raps 385 biS 390, Tendenz ruhig, für je 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 37,75, Tendenz befestigt, Roggenmehl 35 biS 37,25, Tendenz behauptet, Weizenkleie 14,40, Tendenz matter, Rog^ genlleie 14,50, Tendenz matter, Viktoriaerbsen 27 bis 32. kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 19 bis 21. Peluschken 18 bis 19. Acker bohnen 19 bis 21, Wicken 18.50 bis 20. Lupinen, blau 12.25 bis 13.75. do. gelb 14,50 bis 16. Serradella, neu 14,25 bis 16,50. Rapskuchen 17,80. Leinkuchen 23 bis 23,50. Trockenschnihel 9,20 vis 9.40. Torfmelasse 9,40 bis 9,50 Kartoffelflocken 19,80 biS 19,90. Buntes Allerlei. Dom ,,T)ad) der Welt" auf die Londoner Bühne. Der Sprung von einem her hochgelegenen. sturmumwehten Klöster Tibets, des ..Daches der Welt", auf die Bühne des Londoner Scala-Theaters ist gewiß gewaltig. und wenn ihn ein paar Lamas auSführen. die ihr ganzes bisheriges Leben in strengster Einsamkeit verbracht haben, so ist das noch erstaunlicher. Diesen Sprung haben sieben tibetanische Priester gewagt, die in dem Film der Everest «ßp pedition mitwirkten und bei seiner Vorführung im Londoner Scala-Theater auf* traten. Der Leiter dec Everest-Ekpedition. Brigadegeneral E. G. Bruce, schildert nun in der „Times" die Eindrücke dieser Mönche in Europa. Ihr Führer war ein großer und berühmter Lama vom Gyantse-Kloster: die anderen sechs waren seine Schüler. „Ist es uns überhaupt möglich.^ fragte der General, „zu begreifen, was in diesen Männern während der letzten vier Monate vorgegangen ist? Man stelle sich ein MönchZleben auf den Höhen des Himalaja vor. das von 4000 Meter Höhe durch das heiße Indien unk über das ganz unbekannte Meer plötzlich nach London versetzt wird. Diese Philosophen waren vollkommen überzeugt, sie würden niemals zurückkehren. Sie reisten durch Indien bei heißem Wetter, und um sich abzukühlen, mußten sie zum e rste n m a l in ihrem Leben baden. Aber das Baden war keine Pein für sie, sondern während der ganzen Reife durch Indien mußten wir sie davon abhalten, zu viel zu baden. Sie gingen durch eine schier unbegreifliche Fülle von neuen Erlebnissen. Eisenbahn, Auto, elektrisches Lichl — das alles erklärten sie zunächst für di? Taten überirdischer Dä m o n e n, aber nahmen es bald als alltägliche Erscheinungen hin. Rur mit dem Meer konnten sie sich nicht befreunden. Die See, so sagten sie, hätte Dämonen in ihre Körper geschickt, die sie sogar soweit brächten, ihre täglichen religiösen Zeremonien zu vergessen. Ratürlich waren sie seekrani. und sie glaubten, daß sie diesen Zustand nicht überleben könnten. Sie warnten uns davor, daß der Reisegott durch den Zauber der Amulette, die sie trugen, uns dafür in die (älteste Hölle schicken werde, weil wir sie aufs Meer gebracht hätten. In der Londoner Umgebung lebten sie sich dann bald ein, denn der große Lama und seine jungen Schüler sind Hugo Menschen, die gewohnt sind, in die Tiefe der Dinge zu schauen und sich nicht lange bei der Oberfläche aufzuhalten Leider haben ihnen die Londoner Rebel, die sie natürlich auf die Untat von bösen Geistern zurückführen, sehr viel zu schaffen gemacht Aber im allgemeinen sind sie von ihren Eindrücken sehr befriedigt und haben die Hebet jeugung gewonnen, daß die Europäer zu allem fähig sind. Wenn sie alles, was ihnen ungewohnt erscheint, auf die Einwirkung von Tämonen zurückführen, so ist Vas nur ihr« Art, die Dinge des Daseins in eine anschauliche. dem Tibetaner geläufige Form zu bringen.** Römischer Münzenfund In San Angelo in den Abruzzen fand ein Dauer beim Bäurnesetzen 90 Kilogramm r ö - mische Kupfermünzen, welche nach den- Urteil der Sachverständigen aus der 3eit bet ersten Jahre der römikchen Republik stammen Außerdem wurden S i l b er f e ft e v3 c n gefunden. GW Deshalb muss man sich die Zähne durch richtige Pflege gesund und voll gebrauchsfähig erhalten. Bedeutende Fachautoritäten der Wissenschaft, unter ihnen eine ganze Anzahl von Unfversitätsprofessoren, haben bestätigt, dass die Zahnpasta „Solvolith“, eine Erfindung des bekannten Zahnarztes und Spezialforschers auf diesem Gebiete Dr. med. Karl Bemann, sich hierzu am vorzüglichsten eignet. SolvoLth ist aber nicht nur ein hervorragendes Zahn reinigungsmittel im kosmetischen Und hygienischen Sinne, sondern hat darüber hinaus infolge seines Gehaltes an natürlichem Karlsbader Sprudelsalz die unschätzbare Eigenschaft, den Zahn« stein aufzulösen bzw. sein Ansetzen überhaupt zu verhindern. Der Zahnstein ist nämlich einer der schlimmsten Feinde der Zähne und’ursächlich an den meisten Zahnerkrankungen beteiligt. Er ruft z. B. den gefürchteten Zahnfachschwund (Alveolarpyorrhoe) hervor, der die sonst gesunden Zähne lockert und sie nach und nach zum Ausfallen bringt. Benutzen Sie deshalb zur Pflege der Zähne nur Solvoltih ist in den einschlägigen Geschäften zu hoben. 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Bernard, Bismarckstr. 6. > Niederlage: Pianohaus Robert Schönau Bereinigung für miAM Wologie nnö VsOialie in Hessen 2b Tagung am Samstag, dem 7. März 1925, \\ Uhr in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. Tagesordnung: 1. Die Beziehungen an morphologischen Abnormitäten, Drüsen' ftinhtioncn und Charakteranomalien, besonders Schwachsinn Vortragende: Geheimrat Sommer, Stabsarzt hofman, Gießen; Dr. wittneben,' Yephata-Lreysa. 2. Psychologisches aus dem Strafgesetzentwurf 1925. Vortragender: Geheimrat Mittermaier. 3. Besichtigung der Landes-Heil, und Pflegeansialt. Gäste willkommen! 01898V UM.-B.,5titiooWfli Donnerstag, den 5. März, abends 8*/« Uhr, im mineralog.-geolog. Institut (Kollegiengebäude): Vortrag des Herrn Bürgermeisters vr. Kühn: „Oödenmanoernnfl in Den flohen Innern flöet Heifiea- öodjoim-llnfo el-Soanuiitf (»roöqioöuer-öroBöeneölflet“ mit Vorführung reicher und prachtvoller Lichtbilder. ............................................................................................. Hoeses Jazz-Band Stimmungs-Kapelle eingetroffen. Täglich zu hören von nachmittags 6 Uhr ab. 3. Erlen-Ttämme: 4. Klasse 1 Stück mit 0,48 Fstm. 1. Klasse 1 Stück mit 0,98 Fstm. 9 --- 1129a Telephon 1269 6. „ I 6. „ 7 CAFE AMEND l 11.........1 -------- ----- — Mittwoch, 4. März, abends 8 Uhr zureichen, wo die Eröffnung der Angebote erfolgt. Die VerkaufSbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben. DaS Holz liegt zum großen Teil an chaussierten Wegen, 20 Minuten vom Bahnhof Mainzlar, entfernt Nähere Aus- kunst erteilt Förster Müller, Alten- Buseck. Daubringcn, den 27. Februar 1925. Bürgermeisterei. Preis. 2127V 4. „ 14 5a- „ 62 5b- „ 188 wes Stadt Mainz. Achtung Raissiihrer Achtung Fahrraddecken keine Fehlerware, ohne Ausnahme jedes ww I Fahrräder I ln der rauven JatzreSzctt gegen Ekzem. 1 d fü Inha Del' 3 6arun' in 3« schen solgen 2. i ( n 3, < ii n Er, (en i): 'S1 Avrlag 5eU An bi W üblich! Gi % ftänbif rungsi Aeror der § 1924 i den T D bleibt pw rangig Wen fei. c oje ÄontrofT Der Bericht ton Militär geprüi übergeben toeröe den und ihn dar weiterleiten. Curzon S.to M 5”tot sollte u^.Wnfa 7,Men 5r 6eii2hlrncnt öie unnt ei' lich^.^um Ä ä? 6,t S.n'Z die «