Mittwoch, 2. Dezember 1925 < I?5. Jahrgang Nr. 282 Erstes Blatt t hervorgehen mpgei überwinden sind. Wir Wir sind uns vollkommen darüber klar, daß noch viel getan werden muß, bis unsere Hoffnungen sich verwirklichen. Wir werden auf dem vorgezeichneten Weg noch viele, viele Schwierigkeiten finden, aber wir werden sie überwinden. Wir sind entschlossen, dieses Friedenswerk in demselben Geiste fortzusetzen, von dem die Verhandlungen in ßocdwo beseelt waren. Nachdem wir unsere Hand an den Pflug gelegt haben, dürfen wir zurückblicken. Die englische Regierung wird olles tun, was in ihren Kräften steht, um den Erfolg unserer Arbeit zu sichern, um die künftige Generation von einer Wiederholung der Leiden zu bewahren, deren Folge und Opfer die heutige Not ist." Nach der Rede des englischen Außenministers nahm Reichskanzler Dr. Luther das Wort zu folgenden Ausführungen in deutscher Sprache: „Im Namen meiner Regierung danke ich für den Empfang und für die Botschaft, die S. M. der britische König den hier versammelten Delegierten der Nationen übermitetlt hat, die sich in Locarno vereinigt haben, um das Werk oorzubereiten, das in der Hauptstadt Großbritanniens seinen Abschluß finden soll. Ich weiß, daß ich in Uebercinstim- mung mit allen hier Versammelten spreche, wenn ich dem Beileid Ausdruck gebe, das uns beseelt angesichts des schweren Verlustes, den die Kgl. Familie und das britische Reich durch den Tod der Königinmutter erlitten hat. Bon ganzem Herzen begrüße ich die Feststellung Seiner Majestät, daß Locarno ein Werk sein soll der Befriedung und Versöhnung, als Grundlage für eine auf- r i ch tlge Fr e u nd s ch af t zwischen den hier vertretenen Nationen und daß es den Frieden sichern Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Roichspsennig, Platzvorschrift 20" „ mehr. ChesredolUcur. Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Illstel, sämtlich in Gießen. den werden muß. Alle Völker müssen sich vereinigen, um diese Vorurteile und dieses Mißtrauen in die Vergangenheit zu verweisen und den weg frei zu machen für eine Zukunftsentwicklung, an der wir alle mitarbeiten müssen. Dazu wird es notwendig sein, daß auch alles verschwindet, was seine Ursachen hat in nicht mehr berechtigten Nachwirkungen einer vergangenen Kriegszeit. Die Tatsache, daß Gebietsteile meines Vaterlandes unter den Auswirkungen dieses Krieges noch zu leiden haben, muß in absehbarer Zeit ebenso der Vergangenheit angehören, wie der Gedanke des Mißtrauens, dem wir gemeinschaftlich entsagen wollen. Der Pflug, an den wir Hand anlegen wollen, soll neue Werte schaffen, auf einem freien Boden, der die Möglichkeit der Ernte gebe, deren unsere Völker bedürfen, nachdem sie so viel gelitten haben durch die Heimsuchungen der Vergangenheit. An diesem großen Werk mitzuarbeiten ist unsere Aufgabe- noch mehr als der Inhalt des Vertrages, der neue Verhältnisse in der Welt schafft, muß d i e Einheit des Willens zu gemeinsamer friedlicher Arbeit sein, die ihren Ausdruck im Werk von Locarno findet, zu dem sich Deutschland im Einklang mit seiner bisherigen Stellungnahme und den eigenen deutschen Anregungen auch heilte gern bekennt. Möge aus dieser Willenscinhcit das Zusammenwirken aller der Völker erwachen, die hier vertreten sind." Der französische Ministerpräsident Briand sprach dann aus Anlaß des Todes der Königinmutter Alexandra das tiefe Mitgefühl Frankreichs aus. Er dankte alsdann dem König und der britischen Regierung für ihre De° grüßungsworte und Gastfreundschaft unO wies auf die hervorragende Rolle hin, die Chamberlain bei den Verhandlungen von Locarno gespielt habe. Briand schloß mit den Worten: „3d> werde nicht ohne Bewegung die großen Verträge unterzeichnen, die dazu bestimmt sind, die Völker Europas einander näher zu bringen, und die Einleitung einer neu en Aera des Friedens zu bezeichnen, die den tiefsten Gefühlen und Wünschen der Völker aller derjenigen Rationen, die so furchtbar während des Krieges gelitten haben, entsprechen." D rr italienische DertreterSeialoia gab im Ramen Italiens der Dankbarkeit seines Landes gegenüber dem König von England Ausdruck und erklärte, Mussolini habe, da er zur Zeit verschiedene Ministeren persönlch verwalte, nicht, wie er es gewünscht habe, nach London kommen tonnen, um den Vertrag von Locarno zu unterzeichnen. Sein Bedauern fei um so größer, da er, als er die in Locarno an- Erschetnt täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: , Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr'Bezuyrpreis: [ 2 Reichsmark und 20 Reichspfcnnig für Träger- ' lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern 1 infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: ' Schristleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. , Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. Die Unterzeichnung der Locarnoverträge. Der feierliche Aßt im Foreign Office. — Eine Botschaft des Königs. — Die Reden der Delegierten Der Empfang in Buckingham-Palast. — Eine Ministerbesprechung. genommenen Verträge paraphierte, besonderes Interesse daran hatte, die Tatsache hervorzuheben, daß er die Verträge ebenso wie die anderen Vertreter als dazu bestimmt betrachte, d i e Grundlage neuer Beziehungen zwischen den Staaten Europas zu bilden, Beziehungen, die von einem weitherzigen Geist der Versöhnung und des gegenseitigen Vertrauens beseelt sind. Er könne sich den Worten Camber- lains nur voll anschliehen und wolle erklären, daß Italien stolz darauf sei, an diesem großen Werke des Friedens beteiligt zu sein und seine desinteressierte Garantie zu gewähren mit dem alleinigen Zweck, die Verwirklichung der Eröffnung einer Aera der Brüderlichkeit zwischen den Völkern geschaffen zu sehen. Der belgische Außenminister Vanderveide drückte sein Bedauern aus, daß die Trauer im englischen Konigshause einen Schatten auf die Zeremonien der Unterzeichnung werfe, die eine festliche Gelegenheit sein sollte für eines der glücklichen Ereignisse, nämlich die Feier des Friedens und der Versöhnung. Van- dervelde schloß mit den Worten: „Möge mit diesem Tage eine neue Aera im Leben der Völker beginnen. Mögen die Volker, die die Heimsuchungen des Krieges erdulden mußten, zusammenwirken im Geiste gegenseitigen Vertrauens und durch Abrüstung der Herzen den Weg vorbereiten für die Abrüstung der Händel" Der tschechische Außenminister Benesch erklärte, daß er sich „den edlen Worten des Reichskanzlers Dr. Luther und Briands" an- schlie^", und führte dann weiter aus: „3 gen sahen Fuhrleute in einer hohen Schneeverwehung einen Schirm aufragen. Bei den Nachforschungen fand man die Lerche des Landwirts vor. Familienlragödie. Die Hamburger 'Polizei fand den Kaufmann Robert P ü l s ch e n erschossen im Bett liegend vor. Die Untersuchung hat ergeben, daß der 21jährige Sohn den Vater erschossen hatte, dadieser die! Familie in brutal st er Weise tyranni-1 fierte und auch am Vorabend seine Ehefrau wiederum schwer mißhandelt hatte. Der Sohn gab nach i der Verhaftung an, einzig aus Liebe zu der Mutter I gehandelt zu haben. Äie Folgen einer unsinnigen Wette. In dem Dorfe Mandern bei Wlldungen schloß ein Arbeiter eine Wettes ab, dahinlautend, daß er einen Liter Branntwein auszutrinken vermag. Die Folgen waren, daß er am andern Morgen a l s Leiche aufgefunden wurde. Er hinterläßt Frau und drei Kinder. c rvo rtrussage. Heiter bis wolkig, nördliche Winde, kälter, Rachlafsen der Riederschläge. Der gestern noch über Mitteleuropa liegende Tiesdruckwirbel ist sprunghaft nach dem Baltikum vorgestoßen und hat sich zugleich start ab- geschwächt. Infolge dieses schnellen Abbröckelns ist bereits gestern abend die zu erwartende Abkühlung eingetreten, die bor:äu,ij anhasten dürste. Gestrige Tagestempeva uren: Ma>imum plus 3,1, Minimum minus 10,7 Grad Celsius. Riederschläge 2,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: minus 10,1 Grad Celsius. AM nie Sä **S”, hatte <üz Wju die H Adrigere Ae Mertung o< totle finU Ier Senfe, j Arund! W Dom 5ä$ werdens amtern -Dohmmg " SU * w* Mnunfl nung eu" s-t e->. M inung der : tie durch bu- ItakJE nn6 dem Wun das Mhnun erteilen, wen getauscht we gestimmt har Bescheid des gilt die Sen sich daher, t Gründen eine Linie Sen D Tausches zu e Line toi gel De beschädigt für die P Sonntag nach stark besuchte Oberhessens, den, Meld, Qkrtreter uni sonders zahl' erschienen. 5 das Versorgu Heu-Land, Sie tei und der L ©aidcthmg b Walte: und des Äezicks O grüßte Gäste i die große Aus vpser zu sprech Redner Ix sitzende des A der über das Deichsbundes die Haltung i svrgung der $ Ausführungen nach wie tot c einer ausrerche und Erleichtern Tie neue Aot 31. 3uli 1925 1 leuchten, inloie erfüllt worden Bisher war et Zahlen über erst bei der C Aeichsarbeitsir heraus, so da große Krieg «'ne Mion 4248000 % 600000 Di tw kam, daß di. Er ungünf Erwerb ergre Mer. Die g, decke ton bet Tbe Ä'N Hein6 9Men | gleichens j JÜJyn» ”.§»8 $l„fl,e5»ali. ■M »,**„ L 6 >« Äu,e.“«> Io Syen btÄ?et von e>m eL?flQt ge. einn»k.°lQot ei i. ,ue vielfach S F5* bori|egeniS? D ?>" «4teTj > * NL>sch« b;. «6 fott di, , nten unb h Mntt Her Onngetnöen Bogel! sichert ist. Jiu-Jitsu für die Samstagsnummer Können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags Briefkasten der Redaktion. Philipp Pf. in Gießen. Illustrierte Landwirt« schaftliche Zeitung in Berlin. Lungenleidende! „TtymphvsaruSinrp' ist da« wichamste oller UmgtnfrdlmiHrl a. wird bergestetti an band langjähe Crfabrnngen da. berühmten Longen-Sper.'Neztcs Fieber und Ttachtschmeih verschwinden, Appetit u. Körpergewicht heben sich überraschend. Kreosot«o. goo- iacolfrei. Arzst. glänzend begutachtet. Tausende von Dankschreiben aoch bet schweren FäUcn. BestaadleU« aus d. partung. Erhältlich io: Gteßen: Avoiheke Ainn Goldenen Enaet fcWD Unfug eines übereifrigen Zeitungsreporters. Der Gießener Berichterstatter mehrerer hessischer Blätter hat den Ab» nehmern seiner Bachrichten die Kunde zugehen lassen, daß der wegen des Totschlages in Grohen-Linden verhaftete 19jährige Wilhelm Degen aus der Haft entlassen worden sei. Unfere Erkundigungen an zuständiger Stelle haben ergeben, daß die Meldung jenes Berichterstatters völlig aus der Luft gegriffen ist. Degen befindet sich noch in Haft. Wenn jener Gewährsmann, wie die Sorgfalt es erfordert, sich vor der Absendung seines Berichts erst einmal an zuständiger Stelle erkundigt hätte, anstatt unkontrollierbare Gerüchte für bare Münze zu nehmen, so hätte er seinen Blättern eine Aeuigkett weniger schicken können, sie aber vor einem Deinfall bewahrt. Interessant ist übrigens, daß nicht nur die paar Zeitungen, sondern sogar ein weitverbreitetes Frankfurter Rachttchtcnbureau auf diese Ente hineingefallen ist. Die Meldung Wirch mm die Runde durch zahlreiche Blätter machen, ohne dadurch an Richtigkeit zu gewinnen. ** Gegen die wilden Kraftfahrer. Ein Runderlaß des hessischen Ministeriums des Innern weist darauf hin, daß allen Fahrern von Autos und Motorrädern, die wiederholt wegen Ilebertretung der oerkehrspolizeilichen Bestimmungen bestraft sind, der Führerschein dauernd zu entziehen ist. ** Aus gehobene Straßensperre. Das Polizeiamt hat die Sperrung des Aulwegs zwischen Liebigstraße und Leihgesterner Weg und der Frankfutter Straße oberhalb der Eisenbahn zwischen Liebigstraße und Friedttchstraße aufgehoben. Beringte töttraet Wem 9R18D •• Geschäftsaufsichten und Kon« kursein Gießen. Don Ende Mai 1924 bis Ende Oktober 1925 wurde in Gießen über 16 Firmen die Geschäftsaufsicht verhängt: 3 dieser Maßnahmen sind gegenwärtig noch in Geltung. Don 1924 bis ebenfalls Ende Oktober 1925 wurde von 10 Firmen der Konkurs erklärt. In einem Falle, der in den vorstehenden Geschästsaussichts- und Konkurs- ziffern mitgezählt ist, führte die Geschäftsaufsicht zur Konkurserklärung. ** Zur Bekämpfung der Schnaken« plage weist das Kreisamt darauf hin, daß nach einer Polizeiverordnung vom 28. November 1911 jeder Grundstückseigentümer die Keller und andere Räume, in denen erfahrungsgemäß Schnaken zu überwintern pflegen, in den Monaten Dezember bis Februar mindestens einmal in den Monaten gründlich auszubrennen oder auszuräuchern hat. •• Oeffentliche Bücherhalle. 3m Rovember wurden 1426 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 855, Zeitschriften 78, Fugendschristen 93, Literaturgeschichte 8, Gedichte und Dramen 23. Länder- und Völkerkunde 70, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 73, Kunstgeschichte 17, Raturwissenschaft und Technologie 82, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesimdheitslehre 19, Religion und Philosophie 37. Staatswissenschaft 14, Sprachwissenschaft 15, Fremdsprachliches 7 Bände. Rach auswärts kamen 12 Bände. ** Der Hessische Vaterländische Block in Gießen veranstaltet, wie man uns schreibt, Anfang Januar eine kulturelle Woche, die sich in der Hauptsache mit Erziehungsfragen beschäftigen wird. Als Vortragende haben ihre Mitwirkung zugesagt: Prof. Dr. Wundt-Iena, Reichstagsabgeordneter Geh. Rot Dr. Runkel« Schles« wig, Prof. Dr. H o r n e f f c r • Gießen, Prof. Dr. Lenz-Gießen, Oberst Im m a n u e l - Marburg, Pros. Dr. H u n t e m ü ll e r - Gießen, Dr. Stadler - Berlin. " Darlehen für akademische Kriegsteilnehmer. Der Reichsverband akademischer Kriegsteilnehmer teilt mit, daß er infolge eines Abkommens mit der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands in Berlin in der Lage ist, gegen Sicherheit und mäßigen Zinsfuß in Fällen, wo eine besonders schwere Schädigung durch den Krieg nachgewiesen werden kann, produktive Darlehen an akademische Kriegsteilnehmer zu verleihen. Es kommen nur solche Akademiker in Frage, die in den beiden letzten Semestern vor den Prüfungen stehen oder die nach dem Abschluß der Prüfungen die Mittel zur Anschaffung der erforderlichen Derufsausrüstung benötigen. •* Warnung vor einem falschen Lichtkontrolleur. Der Polizeibettcht meldet: Am gefangen 1. Dezember, nachmittags gegen 3 älhr, erschien in einer hiesigen Krankenanstalt ein unbekannter Mann unter dem Vorgeben, er müsse die Lichtleitung nachschen, was ihm auch gestattet wurde. Rachdem er sich entfernt halte, wurde festgestellt, daß er ein Dieb war und 40 Mark gestohlen hatte. Die Person ist von kleiner Statur, etwa 30 3ähre alt, hat dunkle Augen, trug eine lange gelbliche Windjacke und vermutlich grünliche Wickelgamaschen. Sachdienliche Mitteilungen hierzu nimmt die Kriminalpolizei entgegen. •• Wem gehört das Fahrrad? Am 19. Rovember wurde in der Bahnhofstraße vor einem Geschäft ein Herrenfahrrad, Marke Diamant Rr. 63, gefunden. Der Eigentümer des R< des wird gebeten, bei der Kriminalpolizei in Gießen vorstellig zu werden. dieses werde treu hinter dem Reichsbund stehen. Der Geschäftssichrer des Dezitts Oberhessen, Benner- Heuchelheim, dantte dem Redner des Tages für seine Aufklärungen und hofft auf baldige Beseitigung der Mängel im Dersorgungs- wesen. Oberhessen werde auch weiterhin eine starke Stühe des Reichsbundes bleiben. 3n seinem Schlußwort gab Maroke noch verschiedene Richttgstellungen und Erläuterungen über das Dersorgungswesen. Mit Dankesworten an den Redner und der Mahnung zu treuer Mitarbeit an die Mitglieder schloß Bezirksleiter Schneider die Versammlung. Gießener Wochcnmarktpreisc. Es kostete auf dem gestrigen Wochenmarkte das Pfund: Butter 200 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 40, älnterkohlrabi 10, Grünkohl 25, Rosenkohl 40 bis 50, Feldsalat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4, Aepfel 15 bis 18, Birnen 30, Rüsse 60 bis 90, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 70 bis 100; das Stück: Eier 19, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. Boruotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater. 71/, Tlhr »Den Teufel durch Beelzebub" (Ende 93/4 älhr). — Markusgemeinde: 8 Ähr, Markussaal, Lichtbildervortrag. — Frauenklinik, Großer Hörsaal: 7 Uhr Vorführung medizinischer Filme. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Töchter der Wüste". — Gesellschaft Liebig-Museum. Am nächsten Montagabend öffentliche Dotträge. (Siehe Anzeige.) Turnen, Sport und Spiel. S. C. v. 1900 Metzen (Liga) — F. C. 05 Wetzlar (Liga) 1:7 (Halbzeit 1:5). ö. Im hohen Schnee trafen am Sonntag unter Leitung eines Kasseler Schiedrichters obige Mannschaften zum Verbandsspiel auf dem Hardtsport- platze zusammen. Bei Gießen fast alles neue Gesichter. 5 bis 6 alte Spieler mußten infolge Verletzung, Krankheit und Verhinderung ersetzt werden, trotzdem kämpfte diese, erst kurz vor Spielbeginn zusammengestellte Mannschaft mit großem Eifer. Die in dieser Höbe erlittene Niederlage war unverdient und entspricht lange nicht dem Spielverlauf. Bis zur erneuten Verletzung des Gießener Mittelläufers batte 1900 zeitweise mehr vom Spiel und leitete recht schöne Angriffe ein. Paulus im Wetzlarer Tor, anscheinend reichlich nervös, mußte mehrmals eingreifen, und nur durch entschlossenes Werfen konnte er im letzten Moment einen schönen scharfen Schuß des Gießener Linksaußen aolenken. Erst mit dem Ausfall des Gießener Mittelläufers kommt Wetzlar langsam auf. Vom Glück begünstigt kommt Wetzlar zu zwei billigen Erfolgen. Gießens wohlbeleibter Ersatzhüter kommt durch die Bodenglätte in Erwartung des Schusses zweimal zu früh zu Fall; über seine Hände hinweg gleitet der Ball zweimal ins Netz. Gießens Angriff bleibt auch nicht müßig, jedoch schiebt der Halblinke frei norm Tor stehend ins Aus, um kurz darauf eine schöne Hereingabe von rechts nicht einzuköpfen, obwohl Paulus sein Heiligtum verlassen hat. Infolge von Mißverständnissen von 1900s Hintermannschaft können die energischen Wetzlarer Stürmer zwei weitere Bälle ein- drücken. Gießen stellt um und kommt zu seinem Ehrenwr, durch schönen Alleingang. Lust, sonst die Stütze der Gießener Mannschaft, mußte schon 4 totsichere Chancen ausgelassen. Der Ersatz-Halblinke hatte heute einen ganz schwarzen tag. Gefallen konnte nur die Verteidigung und der Linksaußen, anfangs noch der Rechtsaußen. Bei Wetzlar überragten Mittelläufer und Linksaußen. Paulus im Tor wurde zu wenig beschäftigt, als daß er sein Können dem Publikum darbieten konnte. Im großen und ganzen wurde beiderseits nichts lieber» wältigendes geboten. Die Leistungen entsprachen keinesfalls dem Können der 1. Klasse. 1900s Abstieg steht ja schon seit geraumer Zeit fest; jedoch auch die Leistungen der anderen Vertreter aus dem Lahnkreis sind nicht derart, daß deren Position gegen die stärkere Kasseler Konkurrenz auf die Dauer gefeit 5 Wochen infolge Verletzung aussetzen. An, Sonntag wirkte er auch nur als Statist mit und schied nach ca. 30 Minuten wegen neuerlicher Verletzung ganz aus. Der vereiste Ball entgleitet bem Gießener Hüter, und Wetzlar erziett den 5. Treffer. Kurz daraus Pause. Gießen wehrt sich mit 10 Mann spielend mit Erfolg gegenüber den jetzt zahlreicheren Wetzlarer Angriffen. Ein leichtsinniges Händemachen im Strafraum bringt diesen durch Elfmeter einen weiteren Erfolg, da der schatt gc- schoffene Ball von 1900s Hüter abprallt und bann noch ins Netz springt. Durch Verwandlung eines schlecht zurückgespielten Balles, den der Torwart fallen ließ, erzielte Wetzlar seinen 7. und letzten Treffer. Dabei blieb es trotz aller weiteren Bemühungen. Zuletzt kam 1900 wieder mehr in Schwung; nachdem ein Wetzlarer nach wiederholtem unfairem Spiel vom Schiedsrichter vom Platz gestellt wurde. Torerfolge lagen in greifbarer Nähe und trotzdem wurden in leichtsinniger Weise 3 bis Auf Veranlassung des Akademischen Ausschußes für Leibesübungen an der Universität Gießen fand in der Turnhalle des Realgymnasiums eine Por- führung von Jiu-Jitsu durch drei Vertreter des Wiesbadener Klubs statt. Zuerst erläuterte Sportlehrer Lahr die Geschichte, Den Sinn und die Technik von Jiu-Jitsu in einem kurzen, zusammen- fassenden Vortrag. Dann folgten unter feiner Leitung von den Herren Schultz und Bausch die Vorführungen der Griffe und sonstigen Bewegungen dieser Art. Schließlich wurden die genaueren Vorgänge hierbei durch verlangsamte Ausführung der Bewegungen dargestellt. Zum Schluß wurde ein zusammenhängendes Kampfspiel gezeigt. Die ganze Vorführung fand bei den außerordentlich zahlreich erschienenen Zuschauern lebhaften und wiederholt ausgedrückten Beifall und hat bei den Anwesenden, die größtenteils den Spottkreisen von Gießen an« gehörten, sehr anregend gewirkt. Breilensträler geschlagen. TU. Berlin, 2. Dez. 3n bem Kampf der Schwergetvichtsmeister von Spanien und Deutsch»- lanb, Paolinv und Breiten st räter, würbe der deutsche Meister in der neunten Runbe durch Lo. geschlagen. Gleich in der ersten Runde wurde Dreitensträter am linken Schulterblatt und im weiteren Verlauf der Runbe am rechten Auge ziemlich erheblich verletzt. Diese Augenverlehung störte ihn während der weiteren Runden sehr beträchtlich. Bis zur siebenten Runbe war der Kampf ziemlich ausgeglichen. 3m Anfang der siebenten Runbe muhte Breiten- fträter oas erstemal zu Boden und gleich daraus nochmals. Von da an machte sich eine starke Lleberlegenheit des Spaniers bemerkbar. Brei- tenfträter hatte nicht mehr die Kraft, die wütenden Angttfse des Spaniers abzuwehren. Zu Beginn der neunten Runde fehlte dem deutschen Meister die Wiederstandskraft gegen den physisch stark überlegenen Spanier. Breitensträter wurde im Verlauf der Runde ausgezählt. Der Kampf der Mittelgewichtsmeister von Frankreich und Deutschland, Domgörgetz aus Köln und Moli na, endete unentschieden, während im einleitenden Kampf des Abends E n s e l einen schönen Punktsieg über Fritsch aus Fraickveich erzielen konnte. L U. Don der ßanbesunioerfität Gießen. Die Gesamtzahl der Studierenden unserer Landesuniversität beträgt nach einer vorläufigen Zusammenstellung für das Wintersemester 1925/26 1352. des SchwerbeschLdigten-Arbeitsgesehes. Das Reich hat Bestimmungen und Grundsätze über soziale Fürsorge herausgegeben, aber die Lasten den Ländern und Gemeinden aufgehalst. Den Kttegs- beschädigten, die mit 20 Prozent abgefunden wurden (Papiermark 600 000). muh Aufwertung gegeben werden. Manche Aerzt: arbeiten zu sehr nach Schema F, so daß manchen Kameraden oft bitter Anrecht geschieht. Daher wachsen bie Berufungen ins Ungeheuere. Es bleiben noch viele Fragen zur Erledigung übrig. Wir, die wir die Rarben des Krieges am Leibe tragen, müssen uns fest zusammenschliehen und als Masse auf Regierung und Reichstag Eindruck machen, dann wird man unfern Forderungen mehr Rechnung tragen. Die einstündigen Ausführungen fanden lebhaften Beifall. 3n der Aussprache sprach u. a. Rektor Loos- Gießen als Dertteter der Demokraten über die sozialpolitische Frage und das soziale Gewissen und betonte, daß die Organisation der Kttegsopfer eine einheitliche sein müsse. Ramens der Ottsgruppe Gießen sprach Max Walldorf. Semmler - Hungen behandelte die prakttsche Seite der Rovelle und gab einige Zahlen aus der Organisation. Gauvertreter Seibert-Darmstadt begrüßte den 1. Bundes- Vorsitzenden des Reichsbundes im Hessenland, Aus der Provinzialhauptstadt, y Gießen, den 2. Dezember 1925. Grundsätzliche Freigabe des Wohnungstausches. Born Presseamt des Hess. Staatsmtnisteriums wird geschtteben: 3n der Oesfentlichkeit besteht vielfach noch ^Inkenntnis über die burd> § 8 des Wohnungs- Mangelgesetzes herbeigefühtte grundsätzliche Freigabe des Wohnungstausches. Es werden daher in großem Umfange von Inhabern selbständiger Wohnungen bei den Wohnungsämtern Anträge auf Zuweisung einer anderen Wohnung gestellt, ohne daß der Versuch gemacht wird, zunächst im Wege des Tausches eine Wohnung der gewünschten Art zu erhalten. Um bie hierdurch emtretenbe unerwünschte Belastung der Wohnungsämter zu vermindern, wird von zuständiger Seite ausdrücklich daraus hingewiesen, daß der WohnungLtausch grundsätzlich freigegeben ist. Zeder Mieter einer selbständigen Wohnung darf diese mit der Wohnung eines anderen Mieters tauschen. Erforderlich ist lediglich die Zustimmung der beiderseitigen Vermieter, bie. durch das Mieteinigungsamt ersetzt werden kann. Die^ neuen Mietverträge sind zwar noch dem Wohnungsamt zur Genehmigung vorzalegen, das Wohnungsamt muß jÄwch die Genehmigung erteilen, wenn selbständige benutzte Wohnungen getauscht werden sollen und die Vermieter zugestimmt haben. Zst innerhalb von 14 Tagen ein Bescheid des Wohnungsamts nicht ergangen, so gilt die Genehmigung als erteilt. Es empfiehlt sich daher, daß Mieter, die aus irgendwelchen Gründen eine andere Wohnung suchen, in erster Linie den Versuch machen, diese im Wege des Tausches zu erhalten. Eine Kriegsbeschädigten-Kund- gebung in Giehen. —.— Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen für die Provinz Oberhessen hiell am Sonntag nachmittag im Saalbau Sauer eine sehr stark besuchte Versammlung ab. Aus allen Teilen Oberhessens, selbst aus den entfernteren Gegenden, Alsfeld, Lauterbach, Schotten usw., waren Dertteter und Kttegsbeschädigte herbeigeeilt, besonders zahlreich waren auch die Kttegenoitwen erschienen. Seitens der Dchörden nahmen teil daS Dersorgungsamt und die Kreisfürsorge Gie- Hen-Land. die Dettreter der Denrokratischen Partei und der Sozialdemokrattschen Partei, von der Gauleitung in Darmstadt waren die Herren Walter und Seibert anwesend. Der Leiter des Bezirks Oberhessen, Herr Schneider, begrüßte Gäste und Vertreter und kam kurz auf die große Aufgabe der Versorgung der Kttegs- vpfer zu sprechen. Redner des Tages war der 1. Bundes Vorsitzende des Reichsbundes, Mavvke aus Berlin, der über das Thema sprach: ,Die Tättgkeit des Reichsbundes in der Kttegsopferbewegung und die Haltung des Reichstages betreff ent) der Versorgung der Kttegsopfer^'. Wir entnehmen seinen Ausführungen folgendes: .Unfere Tättgkeit bleibt nach wie vor auf der alten Grundlage: Forderung einer ausreichenden Versorgung der Kttegsopfer und Erleichterung ihres viäfach traurigen Loses. Tie neue Rovelle wurde vom Reichstag am 31. Juli 1925 herausgegeben. Es ist nun zu beleuchten, inwieweit die gerechten Forderungen erfüllt worden sind und roaS noch zu tun bleibt Bisher war es fast nie möglich, ganz bestimmte Zahlen über die Kriegswunden zu bekommen, erst bei der Beratung dieser Rovelle kam das Reichsarbeitsministerium mit genauen Zahlen heraus, so daß Klarheit geschaffen wurde. Der große Ktteg erforderte 2 055 000 Tote, davon eine Million im Alter von 15 bis 25 Zähren, 4 248 000 Verwundete, 1 537 000 Beschädigte, 600 000 Witwen und eine Million Waisen. Dazu kam, daß die Heimqekehtten zum großen Teil unter ungünstigen Bedingungen einen anderen Erwerb ergreifen mußten, ein UnterEommen mar schwer. Die gewaltige Zcchl der Kttegsopfer forderte von der Regierung eine große Summe, um sie einigermaßen versorgen zu können. Das Reich bringt weit über eine Milliarde im Fahre für diesen Zweck auf, und doch ist die Versorgung mcht ausreichend. Bei den vorletzten Reichstagswahlen seien von allen Patteien große Dettprechungen gemacht worden, aber bei den Verhandlungen im Reichstag hätten manche ihr Wott nicht eingelöst. Der Reichsbund hatte als Mindestsumme zu ausreichender Versorgung 2 Milliarden erwartet. Wir fordern besonders eine bessere Versorgung der Schwerkttegsbeschädigten, Kriegsblinden usw. Trotz des neuen Gesetzes haben wir nicht den Rentensatz des alten Versorgungsgesehes von 1906, nahezu die Hälfte aller Beschädigten erhält eine niedrigere Rente, und dazu kommt die Geldentwertung gegen 1914. Begrüßenswerte Fortschritte sind: Pflegezulage. Belassung hoher Renten, Eltembeihilfen, Beseittgung des Rühens der Rente. Unerledigt ist noch unsere Forderung auf Rechtsanspruch der Hinterbliebenen auf Heilbehandlung: dies hätte 50 000 000 Mk. gekostet, es wurde abgelehnt. Redner behandelte dann die Kapitalabsindung der Kriegsopfer, Abfindung des Beamtenscheins, die Verbesserung Eberverkaus. Ein gut genährter abgängiger Zuchteber soll durch schttftliches Angebot Der. lauft werden. Angebote mit bezüglicher Aufschrift sind bis zum 9. d. M., nach, mittags 5 Uhr. bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Leihgestern, den 1. Dezember 1925. Bürgermeisterei. 11360V - auch Ihre Familie? —und setzen ihnen räglich Bohnenkaffee vor?! ^Rehmen Sie den im Geschmack fast gleichen, aber gesünderen Quietal Er ist auch viel billiger! Naffcenchalk: Duteta Rot lö°/a WPfg Quleta®tlb25°/e8O'Bf., Onttta eo(b4O®/# M. 1.10 in '/, Psd. Pavlkn. niemals losr. Raufen Sie den guten Lrfstng.RelSl Bekanntmachung. Die Anfuhr von 360 cbm Grundbausteinen aus dem städlifchen Steinbruch (8. Schneise) an die Wege im Stadtwald und das Aussehen der Steine sollen am Samstag, dem 5. Dezember 1925, vormittags 11 Uhr. im Stadthaus Berg, strahe, Zimmer Rr. 6, öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen können beim städtischenRechnungsamt.SiadthausBerg- strahe, Zimmer 18, eingesehen werden. Gießen, den 1. Dezember 1925. Der Oberbürgermeister. F. V; vr. Rosenberg. 113636 Bullenverkauf. Auf dem Submissionswege soll ein fetter Vogelsberger Dullen verkauft werden. Die Offerten find bis zum Freitag, dem 4. Dezember, nachmittags 3 LIHr. pro Zentner Lebendgewicht auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Wieseck, den 1. Dezember 1925. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. 113670 Bekanntmachung. Der für das Gebiet beiderseits der Flur XXVIII Ar. 302 49/100 nördlich der Rodheimer Straße (früher Troßsches Gelände) auf gestellte Bebauungsplan ist auf Verfügung des Herrn Ministers des Innern vom 30. Oktober 1925 nebst einem zu dieser Straße aufgestellten Rachirag zur Ortsbausatzung genehmigt worden. Der Plan kann beim Stadtbauamt jeder- zeit eingesehen werden. Der Rachttag zur Ottsbausahung ist vom 1. bis zum 10. Dezember 1925 in den städtischen Aushängekasten zur allgemeinen Kenntnis angeschlagen. Gießen, den 28. Rovember 1925. Der Oberbürgermeister. F. D.: 0r. Hamm. 11364B Bei Eis undl Schnee gebrauch' sie täglich Stets scharf und. Kronentritt unmöglich mit der Fabrik-Marke > Leonhardt & Co. Berun-schöneberg Zu haben bei Jhrem Eisenhandler oder Schmied WMM———IMIIIII iiiihi i II! iiiBiimiiiiirMn—m Tel. 240 auch nachts Anzugstoffe äußerst billig und la Qualität liefert an Private, Beamte und Angestellte gegen 3 — 4 Monate Ziel bei strengster Diskret. Eilanttagen unt. 11370D an d. Gieß. An». Altes Blei itbleiröbrero lauft Brühlfche Druckerei D" Schulstr 7'9 Wasche mir Luhns Hausmittel. 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Morgettl flWÜÜi- Jlw «vIjH 3ehen tefl abend fr»»? Leb«' Ini'BluWS M Krau'md Kartoffelbrei. Sve^alÄusIcho"^ Münchner Löwenbräu IInb Tonkel» S$5$S S-s ?ss- Mittwoch, 2. vezember (925 Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhes^n) M. 282 Zweites Blatt Von der Technik neuzeitlicher Lichtreklame Don W i l h e.1 m D u ch m a nn. (Nachdruck verboten.) Im kaufmännischen Leben ist die Reklame zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden: kein ernsthaft denkender Kaufmann kann sie mehr entbehren, wenn er im Wettbewerb erfolgreich auftreten will. Diele Mittel stehen ihm dafür zu Gebote: die kürzlich in Berlin abgehaltene Reichsreklamemesse hat eine reiche Auswahl und eine vorzügliche Uebersicht über das ganze Gebiet gebracht. Ein Hauptzweck der Reklame ist, das Augen- merk der Menschen auf einen bestimmten Punkt zu lenken und ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Sie soll ferner in vielen Fällen nicht nur einen flüchtigen Eindruck hinterlassen, sondern sich infolge ihrer Eigenart auch dem Gedächtnis einprägen und bewußte oder unterbewußte Vorstellungen damit verknüpfen. Die Wirkung einer Reklame kann sogar so weit gehen, daß die kennzeichnenden Eigenschaften geradezu zu einem Wahrzeichen für Warenarten, Güte ufw. werden. Ein hervorragendes Mittel zur Eregung der Aufmerksamkeit ist neben der Zeitungsanzeige und dem Plakat die Lichtreklame, upb hiervon wiederum insbesondere die aussetzende und die bewegliche Lichtreklame. Zn ihrer einfachsten Form werden leuchtende oder beleuchtete Inschriften, Bilder usw. abwechselnd erhellt oder verdunkelt. Hierzu werden sogenannte Blinkuhren verwendet, die in einstellbaren Zeitabschnitten die Beleuchtunasquelle ein- und ausschalten. Unwillkürlich beachtet das Auge den Helligkeitswechsel, und der Blick wird auf die Reklame gelenkt. Die Blinkuhren selbst gibt es in verschiedenen Ausführungen. Eine Gruppe arbeitet mit Uhrwerken, die von Hand ober elektrisch aufgezogen werden und die z. B. ein kleines teilweise mit Quecksilber gefülltes Glasrohr hin- und herkippen. Das Quecksilber läuft bald in das eine, bald in das andere Rohrende und schließt und öffnet so den Strom an in die Glasrohre eingeschmolzenen Kontakten. Andere Blinkuhren sind Hitzdrahtkontaktschal- ter, also Selbstunterbrecher: der Strom für die Reklamelampen fließt dabei durch eine Kontaktvorrichtung, die sich infolge des Stromflusses erwärmt und dadurch ihre Form ober Lage oeränbert. Durch biefe Veränderung wird der Stromkreis beim Erreichen eines bestimmten Wärmegrades unterbrochen: dann kühlt sich die Vorrichtung wieder langsam ab, bis sie van neuem Kontakt macht: das Spiel beginnt dann von vorn. Die Schaltzeiten sind dabei von der Größe des Stromverbrauchs abhängig: jemehr Lampen im Stromkreise liegen, um so schneller schaltet die Vorrichtung. Eine verblüffende Neuheit, die auch mit Blink- uhren betrieben wird, sind die Leuchtkasten mit durchsichtigem Kristallspiegel. Wir schauen in einen Spiegel und lächeln mit höchster Befriedigung unser Ebenbild an — da verwandelt sich plötzlich der Spiegel, und wir sehen dahinter in einem Kasten irgendeinen Reklamegegenstand ober ein Reklame- schjlb. Der Spiegelbelag ist nämlich nur ganz bünn und staubförmig. Die von außen barauffallenben Lichtstrahlen werden zurückgeworfen und können dechalb das Kasteninnere nicht genügend erhellen. Leuchtet aber im Innern eine Lampe auf, so wird der Spiegel durchsichtig Aus Natur und Technik Rückblick auf die Berliner Automobilausstellung. - Don Dipl.-Ing. Mangold, Duisburg. (Nachdruck verboten.) Dis Deutsche AutomobilaussteUung in Berlin, welche noch bis zum 6. Dezember ihre Hallen offen halten wird, steht im Zeichen der Abwehr gegen das Eindringen der ausländischen Konkurrenz und zeigt, daß sie den Vorsprung, welchen die finanziell bester dastehenden ausländischen Werke sich während und nach dem Kriege sichern konnten, beinahe vollständig technisch und wirtschaftlich eingeholt hat. Die Deutsche Automobilindustrie, welche .einst mii an der Spitze der Automobilindustrien aller Länder stand — nicht nur in bezug auf die Güte der Erzeugnisse, sondern auch in der Menge ihrer Produktion — und vor dem Kriege einen starken Export auslpeisen konnte, muß heute einen schweren Kampf um ihre Existenz und Zukunft führen. Wäls- rcnd im Jahre 1913 ihre Ausfuhr mit beinahe 9000, die Einfuhr mit 2000 Wagen weit übertraf, ist heute Zahl auf 52 Firmen mit nur 79 Typen zurückge- gangen. Man sieht also nicht nur eine Abnahme der automobilbauenden Firmen, sondern eine noch größere in der Zahl der Typen. Vergeblich wird man auch wie früher nach dem so beliebten ausfälligen und doch oft wenig oder gar nicht bedeutenden Neuerungen suchen. Der Grund liegt darin, daß sich die Werke nach umfangreichen Einrich- tungsurbeil.n zur Vereinheitlichung und Verbilligung ihrer Konstruktion auf schon früher gezeigte, aber in seinen technischen Einzelheiten wesentlich verbesserte wenige Modelle eingestellt haben. Deshalb dürfen wir den Schluß ziehen, daß sich auch in Zukunft die Typen nicht mehr ohne weiteres ändern werden und erfreulicherweise eine gewisse Stetigkeit Platz greifen wird. W'enn wir zunächst die in der alten Halle un= tergebrachten Personenwagen betrachten, so ist zu erkennen, daß sich drei Hauptarten herausgebildet haben. Es sind dies der Kleinkraftwagen, der hochwertige Gebrauchswagen und die sogenannten Repräsentationswagen mit allen möglichen äußeren und inneren Bequemlichkeiten. Vorbildlich für die Entwicklung dieser Qualitäts- P. 8.-Type der Horch-Werke berechtigtes Aufsehen erregt, und wäh end des letzten Jahres ist der Beweis für ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit mehr als einmal erbracht worden. Simfon & Co., Suhl i. Th., überrascht durch eme sensationelle Neukonstruktion. Der neue Simson-Supra-Sechszylinder will der bequeme und behagliche Reise- und Tourenwagen sein, dessen Ausbauten 6—7 Personen Platz bieten und dessen tiefe Schwerpunk.tage sowie Kurvensicherheit die gleichen Annehmlichkeiten gewährt, die man bisher durch die Beschaffung eines im Preise sowie in der Unterhaltung teuren Wagens mit starkem Motor erkaufte. Das Sechszylinder-Modell 1926 der Audi-Werke in Zwickau ist eine organische Weiterentwicklung des auf den vorigen Ausstellungen gezeigten allgemein bewunderten Fahrgestelles und befindet sich in Serienfabrikation. Der Motor, dessen Abmessungen 90 Millimeter Bohrung und 122 Millimeter Hub, einen Zylinder- itthalt von 1,66 Liter ergeben, erreicht spielend eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde: die nach Belieben des Besitzers weiter gesteigert verlangt. Die Protoswerke sind bekannt dafür, daß sie nicht sprunghaft an ihrem Typ ändern, sondern nur das zur Serienfabrikation zulassen, was im Versuchsraum und auf der Straße sich als wirklich zufriedenstellend erwiesen hat. Der Wagen wird in feiner einfachen, übersichtlichen Anordnung aller Teile jeden Verbraucher zufriebenstellen, der weniger Wert auf hohe Geschwindigkeit als auf Zuverlässigkeit und Billigkeit im Betrieb legt. Man kann weiterhin auf dem Stand noch einen Prokos-Krantenwagen in Augenschein nehmen, wie ihn die Firma ständig an Feuerwehren, Kommunen, Krankenhäuser und Fabriken des In- und Auslandes liefert. In der Halle der Nutzwagen zeigt Protos außerdem noch den 1-Tonnen-Lieferwagen mit verschiedenen Aufbauformen. Bei den Tropfen Wagen der Rumpler-Motoren» Gesellschaft in Berlin NW. 7, welcher auf der letzten Ausstellung ein Ereignis war und die größte Beachtung gefunden hat, erstrecken sich die Verbesserungen lediglich auf Kleinigkeiten, welche die Praxis ergeben hak. Sowohl an der Tropfenform als auch an der schwingenden Hinterachse konnte nichts geändert werden, weil diese grundlegenden neuen Ge» Limousine der Aga°Werke. 2tock-2-?.8.-Leichtmotorrad II Tropfen-Wagen der Aumpler-Werke. oie Einfuhr auf weit über 10 000 Wagen gegenüber einer kaum nennenswerten Ausfuhr gestiegen. Seit dem 1. Oktober dieses Jahres find bekanntlich alle Einfuhrbeschränkungen gefallen und drohen der deutschen Wirtschaft schwere Gefahren, welchen begegnet werden kann und muß. In sehr vielen Fällen ist die — leider den Deutschen anhaftende — unbegründete Vorliebe für ausländische Erzeugnisse beim Kauf eines Wagens ausschlaggebend. Denn technisch und auch im Preis liegt wohl kein Grund vor, den ausländischen Erzeugnissen einen Vorzug zu geben. Nur die deutsche Wirtschaft und damit indirekt der Käufer wird durch die Einführung jedes ausländischen Wagens geschädigt. Die scheinbar erhöhte Zolleinnahme ist ein völliger Trugschluß, weil sie auf Kosten eines viel stärkeren Verlustes an Steuerkraft im Inland geht. Bei der heutigen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit muß deshalb von jedem Deutschen verlangt werden, daß er soviel gesunden nationalen und wirtschaftlichen Blick besitzt, dies zu erkennen und unsere Industrie zu unterstützen, zumal die kommende Automobilausstellung beweisen wird, daß die Preise gegenüber bisher wesentlich herabgesetzt sind und den Kauf eines Wagens in jeder Weise rechtfertigen. Gegenüber dem vorigen Jahre ist die gesamte belegte Grundfläche von 18 000 auf 22 000 Quadratmeter gestiegen. Im einzelnen weisen auf: Personenwagen einschließlich Kleinautos, aber ohne Omnibusse 7000 Quadratmeter (200 Quadratmeter mehr), Nutzfahrzeuge einschl. der Omnibusse 4200 gegen 2800 Quadratmeter. Autozubehörteile 8000 gegen 5000 Quadratmeter, also beide rund 50 Proz. mehr. Die Motorräder belegen mit 1850 Quadratmeter eine ebenso große Fläche, während aus Raummangel die Werkzeugmaschinen für den Auto- mobilbau sich mit 700 Quadratmeter begnügen mußten. Das starke Anwachsen der Nutzwagenindustrie ist aus dem Grunde noch besonders erfreulich, weil der deutsche Nutzwagen in jeder Weise mit an erster Stelle steht und auch mehr und mehr vom Ausland gekauft wird. In technischer Hinsicht bringt die in den großen Hallen untergebrachte Ausstellung wie stets außerordentlich viel Neues und Beachtenswertes, und wir können heute nur skizzenhaft ein teilweises Bild von all den Verbesserungen geben, welche im Laufe des letzten Jahres herausgebracht wurden. Soweit notwendig, wird in späteren Ausführungen noch näher darauf eingegangen werden. Während hn vorigen Jahre z. B. noch 86 Fabriken 146 einzelne Typen herftellten, ist diese massenerzeugung sind die Opel-Werke in Rüsselsheim, welche sich auf zwei Typen beschränkt haben und nur noch die beiden Typen von 4 und 10 P. S.» Steuerleistung bauen. Die erste Type ist das bekannte und so weit verbreitete Opel-Kleinauto, während der 10-P. 8.-Wagen als ein hervorragender Gebrauchswagen anzusprechen ist. Interessant ist es, daß die Kleinkraftwagen auch in der Verwendung als Kleinkraftdroschke mehrfach vertreten sind. Hawa-Kleinauto. Beachtenswert sind die rvinmehr fertig durchkonstruierten und praktisch erprobten 8-Zylinder- roagen 18/100 P. 8. der Hansa-Lloyd-Werke in Bremen. Der auf der Ausstellung gezeigte Wagen hat bereits 10 000 Kilometer gefahren und besitzt eine außergewöhnliche Steigfähigkeit. Durch eine Vierrad-Bremse nach dem „Servo"-Prinzip wird eine mehrfach verstärkte Bremswirkung erzielt. Die Brennabor-Werke in Brandenburg haben die Motorleistung ihres 8 24-Wagens auf 8.32 erhöht. Bei der Limousine der A. G. für Automobilbau in Berlin-Lichtenberg (Aga) ist auf die Leichi-Karofferie (Fabrikat Podeus-Wismar) hinzuweisen, welche aus einem sehr leichten, elastisch verbundenen Holzgerippe besteht, das außen anstelle der sonst üblichen Stahlblechverkleidung einen Lederüberzug erhält. Seine Elastizität bringt es mit sich, daß der gesamte Aufbau weniger unter Zerrungen, Dehnungen und Beanspruchungen aller Art zu leiden hat, als bei normaler Karosserie. Außerdem ist seine Pflege einfacher und weniger zeitraubend, was besonders für Selbstfahrer in Betracht kommt. Die Horch-Werke 21. G., Zwickau-Berlin, sind auch bicsmal wieder mit ihrem einzigen, wohlbekannten Modell 10,50 P. 8. mit Vierradbremse vertreten und zeigen die verschiedensten Karosserie- formen dieser Type. Schon auf der letzten Automobil-Ausstellung im vorigen Jahre hat die 10/50- werden kann. Der Motor besitzt eine- hervorragend durchgebildete Oelung, sowie eine Anzahl Sonder- konstruktionen, die darauf hinzielen, diesem Motor eine außergewöhnlich lange Lebensdauer und unbedingte Betriebssicherheit zu geben. Motor, Kupplung und Getriebe sind zu einem Block vereinigt, und hierdurch hat das Chassis an wohltuender Einfachheit noch ganz bedeutend gewonnen. Die Ausstattung mit der Audi-Servo-Oeldruck- Vierradbrem.se (D.R. P.) garantiert Sicherheit in allen Lagen. Sie gestattet es, die Geschwindigkeit von 100 Kilometer in wenigen Augenblicken und unmerkbar zum Schrittempo herabzumindern ohne jede Krafianftrengung. Die Phänomen-Werke Gustav Hiller in Zittau haben sich ebenfalls auf einen Standard-Typ eingestellt und bauen nur noch einen 12/50-?. 8.-Wagen, welcher einen Dierzylindcr-Blockmotor in Leicht- metall-Blockkonstruktion besitzt. Aus demselben Chassis wird ein Lieferwagen von 750 Kg. Tragfähigkeit gezeigt, der schon in ungefähr 1000 Wagen an die Reichspost geliefert ist. Der Interessengemeinschaft Mercedes - Benz (Daimler) Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Unter- türkheim ist es gelungen, die Herstellungskosten ihrer bewährten Typen außerordentlich herabzusetzen. Die hohe Qualität dieser beide nälteften deutschen Automarken hat sich auch im vergangenen Jahre wieder in jeder Weise im In- und Auslande bewährt. Die Wanderer-Werke in Schönau bei Chemnitz, welche auch in der Motorradhalle zu finden sind, sind mit drei 5 20 P. S. und einem 6/30 Viersitzer vertreten. Letztere stellt ein völlig neues Modell eines Tourenwagens mittlerer Stärke dar. Die Gothaer Waggonfabrik A.-G. Gotha haben ihre bekannte 6.24-P. 8.-Dixi-Type in konstruktiver und fabrikationstechnischer Hinsicht wesentlich verbessert. Besonders interessant und lehrreich ist ein 6/24-Kabriolett im Schnitt, welches dem Besucher alle Einzelheiten der Konstruktion genau zeigt. Die Protos-Automobile G. m b. H- in Berlin- Siemensstadt, die das Erzeugnis der Automobilwerkes der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. f). vertreibt, zeigt wiederum nur den seit Jahren bekannten lOsteuerpferdigen Typ mit modernem 10 45- P. 8.-Dierzylinder-Motor, der abnehmbaren Zylinderkopf und von unten durch Stoßstangen und Schwinghebel gesteuerte Ventile aufweist. Im übrigen hat das neue Modell gegenüber dem im Vorjahre ausgestellten in Fortentwicklung des lOsteuerpferdigen Typs eine Reihe von Verbesserungen erfahren, wie man sie heute am modernen Wagen danken eben einfach keiner weiteren neuen Steigerung fähig sind. Die schwingende Hinterachse sichert die geringsten ungefederten Massen und ihre unmittelbare Verbindung mit (Betriebe und Motor zu einem einzigen Block,' gibt den kürzesten Kraftweg und daher einen hohen Wirkungsgrad. Sinngemäß gilt das gleiche für die Tropfenkorofserie, welche die älteste und beste Stromlinienform darstellt und den geringsten Luftwiderstand und fast vollständige Staublosigkeit aufweist. Aus dem Gebiet des Kl innutos scheinen, soweit wir das heute beurteilen können, neue Typen nicht hinzugekommen zu sein. Vor allen Dingen sind die Opelwerke in Rüsselsheim zu erwähnen, deren bekanntes 4-P. 8.-Kleinauto wohl heute fast überall anzutreffen ist. Sein Brennstoffverbrauch beträgt für 100 Kilometer nur 5 Liter. Interessant ist, daß Opel die Serienfabrikation so ausgezeichnet durchgeführt hat, daß alle 4 Minuten und 50 Sekunden ein fertiger Wagen das Werk verlassen kann. Ein sehr brauchbares und billiges Kleinauto ist auch der Wagen der Hannomag in Hannover-Linden, welches feine Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit auch auf schlechtem und schwierigem Gelände bewiesen hat. Die 40-Volt-Wagen der Hawa in Hannover sind sowohl als kleine Lieferwagen für den Geschäftsver- kehr in der Stadt wie auch als Personenwagen für die freien Berufe besonders geeignet, da ja bekanntermaßen der elektrische Motor bedeutend weniger Wartung als sein Benzinbruder bedarf. Außerdem dürfen sie ohne Führerschein gefahren werden. Auch bei den Motorrädern kommt das Bestreben nach Serienbestellung immer stärker zum Ausdruck. So haben die Viktoriawerke A.-G. in Nürnberg sich ebenfalls auf einen Normaltyp umgestellt und bringen eine bewährte und steuerfreie Maschine von 1,9 P. 8. in Seriellfabrikation und entsprechend billig heraus. Die Stock-Motorrad A.-G. in Berlin SW. 11 hat an ihrem bestens bekannten Leichtkraftrad von 2 P. 8. einige typische Aenderungen angebracht. Wir nennen 26X2"-Räder statt wie bisher 28XU“ und den sehr flach gehaltenen Stahl-, rohrrahmen, welcher die Maschine äußerst stabil macht und es ermöglicht, daß die Stock-Motorräder auch auf nassen und schlüpfrigen Straßen ohne Gleitgefahr voll ausgesahren werden können. Bei höchster Qualitätsausführung ist das Stock-Motorrad nach wie vor billig. Mit einer bedeutsamen Neukonstruktion (Typ von 500-Kubikzentimeter-Wellen- antrieb) treten die Köln-Lindenthaler Metallwerke hervor. Die Neckarsulmer Fahrzeugwerke (NSW), Eine Bewegung eines aus Glühlampen zusammengesetzten Lichtbildes wird durch die sogenannte Flimmerschaltung vorgetäuscht. Die Zuführungsleitungen zu den einzelnen Lampen liegen an einem Schaltwerk, das durch einen Eelektromotor in Bewegung gesetzt wird. Soll z. B. ein Lichtkreis scheinbar umlaufen, so kann die Anordnung so getroffen werden, daß van je drei hintereinanderllegenden Lampen stets zwei brennen, wobei aber nacheinander die erste, die zweite und die dritte Lampe erlöschen, Da viele Gruppen zu je drei Lampen aneinander gereiht sind, die alle in gleicher Weise geschaltet werden, so scheinen die brennenden Lampen im Kreise zu wandern. Dieser Grundgedanke kehrt bei allen aus Glühlampen zusammengesetzten lebenden Bildern wieder, die man besonders in Amerika schon bis zu den größten Ausmaßen und mit erstaunlichen Lichtwirkungen gebaut hat. Die neuerdings immer mehr Verbreitung findende lausende Schrift wird auch auf ähnliche Weise hervorgedrocht. Aus Metall bestehende, wie Kettenglieder aneinandergereihte Buchstaben werden über eine längliche Kontakttafel gezogen, die entsprechend der Anordnung und der Anzahl der Glühlampen mit Kontaktstücken besetzt ist. Die Schrift läuft dann von rechts nach links über die Glühlampenfläche. Uebrigens ist dieselbe Ausgabe — besonders für kleinere Abmessungen — noch auf andere Weise gelost worden: Ein Papierstreifen mit eingekochten Buchstaben oder auch Bildern usw. wird vor einer Lichtquelle vorbeizogen, deren Licht bann eine Milchglasscheibe von hinten her beleuchtet. Man kann die Zeichen des Streifens auch mit einem Lichtbildapparat auf eine weihe Wand werfen. Der Eindruck der wandernden Schrift ist bei allen diesen Verfahren der gleiche. Scheinbare Bewegungen lassen sich auch bei Plakaten erzielen. Da gibt es z. B. lebende Plakate, bei denen sich die verschiedensten Dinge ständig in gleicher Weise bewegen. Das Plakat ist auf einer durchscheinenden Fläche angebracht, hinter der sich eine Scheibe dreht. Am Rande dieser Scheibe sitzt eine Glühlampe. Einzelne Teile des Plakates, z. B. ein Arm einer Person oder dergleichen, sind in geringem Abstand auf feiner Rückseite so anac» bracht, daß sie einen Schatten werfen. Durch die Bewegung der Lichtquelle bewegen sich dann die Schatten, und das Plakat scheint zu leben. Bei einer anderen Vorrichtung steht ein kreisrundes Lichtbild fest, es hat aber durchsichtige Stellen, hinter denen man Teile einer Scheibe kreisen sieht. Diese Teile ergänzen das stehende Bild und beleben es._ So kocht z. B. auf einem solchen Plakat ein Tops über, oder es fließt Wasser aus einem Hahn u. dgl m Endlich sei noch einer ganz neuartigen netten Reklame gedacht, die auch ein lebendes Lichtbild darstellt. Da sieht man z. B. zwei Boxer, die sich gegenseitig bearbeiten, bis einer zu Boden fällt. Die Sache ist so gemacht: Auf einer Glasscheibe sind die einzelnen Bewegungszustände aufgemalt. Jedes dieser Teilbilder ist rückseitig gegen die anderen abgeblendet. Jedes Teilbild kann von der Rückseite mit einer Lampe erleuchtet werden: durch entsprechende Zusammenschaltung dieser Lampen zu wechselnden Gruppen kommt Leben in das Bild. Die Umschaltung der Lampen besorgt ein kleiner Motor, der eine Schaltwalze antreibt. Ueberraschende Wirkung ist bei der Lichtreklame alles; je verblüffender sie ist, um so mehr Erfolg verspricht sie. Aber eins ist dabei nicht außer acht zu lassen, daß die durch den guten Geschmack gezogenen Grenzen nicht überschritten werden sollten. welche wieder ihre Typen 2, 4, 6 und 8 P. S. zeigen, haben an dein von unten und oben mechanisch gesteuerten Viertaktmotor festgehalten und ihn zu hoher technischer Vollendung gebracht. Die Triumph- Werke in Nürnberg haben mit der Neukonstruktion ihres Knirpsmotorrades 2Z und 3 P. S. eine den höchsten Anforderungen genügende Maschine herausgebracht. Die Düsseldorfer Motorenfabrik zeigt außer ihrem Tourenmodell „Autinag" noch ein neues Sportmodell „Dümo", welches mit einer ganzen Reihe von Neuerungen ausgestattet ist, eine Hinterrad-Bremsnabe in Rollenlagern, was unseres Wissens bisher noch bei keiner Maschine gezeigt wurde. Die Maschinenfabrik „Universelle" I. C. Müller & Co. in Dresden, welche nun auch einen beachtenswerten Zweiradtyp ausstellen, haben mit ihren Dreirad-Lieferwagen schon auf der Leipziger Messe großen Anklang gefunden. Bei dem Uni-Rad dürfte das gefürchtete Kippen des Dreirades ausgeschlossen fein, weil die Hauptlast auf der hinteren Achse des Fahrzeuges zwischen den beiden Rädern und gleichzeitig so tief liegt, daß ein ungeheuer großes Drehmoment nötig wäre, um ein belastetes Fahrzeug dieser Art umzuwerfen. Die Aodiewerke in Nürnberg haben u. a. ein neues 500 - Kubikzentimeter - Motorrad herausgebracht, das man als einen Triumph deutscher Leistungsfähigkeit bezeichnen muß. Infolge umfangreichster Anwendung modernster Arbeitsmethoden sind sie in der Lage, den Preis des Rades auf nur 1330 Mk. festzusetzen und dürften damit wohl alle anderen gleichwertigen Marken schlagen. Insbesondere sind sie mit diesem billigen Preis in der Lage, in großem Umfange auf dem Weltmarkt zu exportieren und haben es bereits auch getan. Unter der Mutfonne Irans Von Sven Hedin. So lautet der Titel des Buches, das Dr. Oskar von Niedermayer in die fen Tagen über die Schicksale und Erfahrungen der deutschen Expedition in Persien und Afghanistan während der Jahre 1915 und 1916 veröffentlicht hat*). Früher sind von demselben Verfasser ins Einzelne gehende Schilderungen der persischen Wüsten und eine besonders prächtige illustrierte Arbeit über Afghanistan erschienen. Man muß Dr. Niedermaner aufrichtig dankbar sein, daß er jetzt, zehn Jahre nach den märchenhaften Abenteuern, die er und seine Kameraden erlebt haben, die Zeit reif dafür hielt, einen authentischen Bericht über das wunderbare Vordringen der deutschen Streifkorps durch den ganzen inneren Orient zu erstatten. Es war keine leichte Aufgabe, die Dr. Nieder- mager und seinen Kameraden gestellt worden war, vielmehr ein Unternehmen, das von vornherein dem Untergang geweiht zu sein schien, — wenn es nicht mit Mut, Entschlossenheit und Geschicklichkeit durchgeführt wurde. Schon auf der Schwelle dieser unendlich langen Marsche, die insgesamt 22 000 Kilometer umfaßten, stieß die deutsche Expedition in Bagdad auf das Mißtrauen der Türken und war gezwungen, untätig liegen zu bleiben, bis die militärische Lage in Mesopotamien die Durchführung der Expedition zu einer Notwendigkeit machte. Der Anfang des Buches gibt uns einen spannenden Einblick in die militärpolitischen Scherereien und Verwickelungen. Wir.werden dann über die Grenze nach Kirman- fchah geführt, und der Verfasser macht uns in einer Reihe malerischer, lebensvoller Bilder mit dem Karawanenleben, der Art zu reifen, den Karawansereien und der bunten Welt vertraut, die sich in ihren Toren bewegt und in ihren Höfen und Nischen lebt. Wie ganz anders waren Niedermayers Erfahrungen in Kirmanschah im Vergleich mit meinen eigenen, als ich im Sommer 1886 oder vor bald 40 Jahren ganz allein zu dieser Stadt geritten kam! Mir hat es ein großes Vergnügen bereitet, an der Hand von Dr. Niedermayers Buch in diese Gegenden zurückzukehren, die ich so sehr geliebt habe, und in denen ich meine ersten unsicheren Schritte auf den oben, einsamen asiatischen Wegen getan habe. Mit realistischer Kraft schildert er auch die Einüben und Wüsten, ihr majestätisches Schweigen unb ihre Mystik. Ueber Isfahan, Nain, Anarek erreicht bie Expedition die großen Wüstengebiete im Osten. Unter unzähligen Mühen unb Entbehrungen bringt sie in glühender Sonne vor, ist oft nahe daran zu verdursten und muß lange Zeit hindurch salzhaltiges Wasser trinken, bas auf Verdauung unb Wiber- ftanbsfraft verberblich einwirkt. Die Hitze steigt auf 45 Grab Celsius — man möchte nur gern wissen, an welchem Tage bies war unb ob regelmäßige meteorologische Messungen vorgenommen würben. Dann erreicht man Tschah Mebschi, Tscharba unb Tebbes, ©egenben, bie ich im Jahre 1906 besuchte. 2ch bin daher m der Lage, bie Genauigkeit ber Schilderung dieser Oasen festzustellen. •) Das vorzüglich ausgestattete Werk ist jetzt im Einhorn-Verlag, Dachau b. München erschienen. Es ist reich illustriert unb hat eine vorzüglich orien» ®arte" -$QS Ganzleinenexemplar kostet 1 n flDrt v* p Meßener Stadttheater. Baumeister Solneß. Schauspiel von Henrik Ibsen, Deutsch von Sigurd Ibsen. Warum läßt uns dieses Drama auch in einer so tüchtigen Wiedergabe, wie wir sie gestern hier sahen, nicht warm werden? und dies trotz ber leicht- fließenden Natürlichkeit der Dialoge, trotz der feinen psychologischen Einzelzüge an den Hauptpersonen, trotz mancher glaubhafter Charaktergestaltung, trotz des stark bekennerischen Gehalts des Stückes. Es stört uns wohl die unorganische Verquickung höchst realer Dinge und Begebnisse mit solchen, die nur symbolisch gedeutet werden können, z. T. weil sie an sich zu unbedeutend, ja zu arm sind, um als treibende Faktoren der Handlung ober kennzeich- nenbe Symptome ber Charakterentfaltung angesehen werben zu können. Nur um des Symbols willen kann z. B. die für den Künstler wie für den Mann so unwichtige Frage ber Schwindelfreiheit, bie ganz unwesentliche Erreichung ber Turmspitze als Tobesanlaß, ja als Tobesgrunb eingeführt sein für ben Helben, den eigentlich sein Schuldbewußtsein, sein Mangel an robustem Gewissen, verbunden mit dem Wunsche, ber Große zu bleiben, zugrunde richtet; nur ein Gleichnis finb bie breitbehandelten Puppen ber Frau Aline; nur eine Allegorie ist die vorn Dichter geradezu ausdringlich und widerpsychologisch uns zuqeschriene zaunpfahlhaste Bemerkung des Baumeisters, Hilde sei es, bie er bie ganzen Jahre schmerzlich vermißt habe, wo gar keine Rede bavon ist, baß der Mensch unb Künstler Solneß ben Menschen Hübe, an ben er gar nicht mehr Vor einigen Jahren las ich Hentigs Buch „Meine Diplomatenfahrten um bie Erbe". Einer ber Einbrücke, bie es auf,einen machte, war bas Verlangen, mehr von ben Schicksalen ber beutschen Kriegsexpe- bition zu erfahren. Dieses Verlangen hat jetzt Niedermayer in ausgezeichneter Weise befriedigt. In seinem Bericht hört man auch hier und da von Hentigs Gruppe ebenso wie von den übrigen Abteilungen ber Expebition unter verschiebenen Führern. Den Schluß bes Buches bilben bie Tagebücher F. Seilers unb Dr. Fritz Niebermayers, eines Bruders des Verfassers. Man erhält daher einen einheitlichen unb umfajfenben Uederblick über alle Bewegungen ber beutschen Expebitionen auf persischem Boden. Infolgedessen" hat die Arbeit auch einen rein historischen unb kriegsgeschichtlichen Wert unb ihr Erscheinen muß nicht zuletzt von den Engländern dankbar begrüßt werden. Für England war es eine Lebensfrage, die Pläne der deutschen Expedition zu vereiteln. Die Deutschen beherrschten mehrere Monate das ganze mittlere Persien, und es gelang ihnen, sich die Sympathien der Bevölkerung zu erwerben. Wäre es ihnen geglückt, die 'Völker des Ostens zum Krieg zu entfachen, bann hätte eine drohende Gefahr für bas indische Kaiserreich entstehen können. Auch hätte das deutsche Vordringen in Persien seine Rückwirkung auf den Feldzug in Mesopotamien. Die Engländer hegten daher eine wohlbegründete Furcht vor dem deutschen Unternehmen,' eine Furcht, die bie Russen teilten. Nicht weniger als 10 000 Mann englisch-indische Truppen unb eine gemischte russische Brigade waren aufgeboten, um bie schwachen beutschen Streitkräfte in Schach zu halten. Es wimmelte von englischen Spähtrupps, und die Russen überfielen sogar die Abteilung Wagner. Es war in der Tat eine fast übermenschliche Aufgabe, eine Marschkolonne durch ein von Engländern und Russen so gut bewachtes Land zu führen, wo man außerdem all die gewöhnlichen Schwierigkeiten, die sich einem Entdeckungsreisenden entgegenstellen, zu überwinden hatte, nicht zuletzt Hitze unb Wassermangel. Das kleine Korps schmolz auch zusammen unb konnte nur äußerst schwer Ersatz erhalten, den Ueberlebenben setzten Krankheiten unb Müdigkeit zu, unb bie Tiere brachen zusammen. Sie kämpften sich jedoch vorwärts, hielten sich durch Kundschafter ständig über die Bewegungen der Gegner unterrichtet und konnten ihre eigenen Bewegungen danach einrichten. Am 7. August 1915 brachen sie von Buschrujeh auf, um kaum zwei Wochen später, in ber Nacht zum 20., bie afghanische Grenze zu überschreiten. Einen Halden Tag nach ihnen erreichte ein seinbliches Streifkorps denselben Punkt, wagte jedoch nicht, afghanisches Gebiet zu betreten. Bei ihrer Ankunft in Herat, ber kleinen Stadt von 20 000 Einwohnern, bie man den „Schlüssel von Indien" genannt hat, wurden Niedermayer und seine Kameraden von den Behörden wie der Bevölkerung gut und gastfrei ausgenommen. Von den 140 Mann und 236 Lasttieren, die Isfahan verlassen hatten, waren da nur noch 37 Mann und 79 Tiere übrig. Das kühne Wagnis war also mit schweren Opfern erkauft worden. 3n Kabul, ber Hauptstadt bes stolzen, tapferen unb kriegerischen Asghanenvolkes, würben bie Deutschen gut behanbelt, obgleich sie anfangs in gelinder unb rücksichtsvoller Gefangenschaft gehalten wurden. Dann wurden sie jedoch von Emir Habib Ullah Khan unb seinen Herren in Aubienz empfangen unb genossen volle Freiheit. Länger als ein halbes Jahr hatten sie sich in Afghanistan aufgehalten, als sie am 21. Mai 1916 Kabul wieber verließen, um über den Hindukusch — also auf demselben Weg, den Alerander im Jahre 329 v. Chr. einschlug, — nach Westen zu marschieren. Sie zogen durch die Wüste Karakum, in der die Sommerhitze auf 50 Grad Celsius flieg, und durch das Land ber Turkmenen nach Mesch- Heb, dem wichtigen Wallfahrtsort in Chorafsan mit Imam Risas Grab, wo bie Russen ihr Hauptquartier hatten. Durch Räuberbanben unb russische Spähtrupps sich burchschlagend, glückte es Niedermayer, schließlich bie türkische Front zu erreichen. Nicht selten finb Schilberungen aus ber Wirklichkeit jpannenber und märchenhafter als die wildesten Abenteurerromane. Dies trifft auf Niedcr- mayers Buch zu. Man bewundert bie beharrliche Stanbhaftigkeit, bie Offiziere wie Mannschaften bei ben Ausführung ihres schrecklichen Auftrages entwickelten, und ist dankbar dafür, daß auch diese- scheinbar unbedeutende Episode in dem großen Weltkrieg ihren Geschichtsschreiber gefunden hat. Daß die Engländer die deutsche Expedition nicht für belanglos hielten, geht aus mehreren nach bem Kriege erschienenen englischen Veröffentlichungen hervor. So z. B. sagt General Dickson in seinem Buche „Fast Persia a backwater of the Great War" (1924): „Der Tätigkeit biefer Männer, der Tollkühnheit, bie mehrere von ihnen an ben Tag legten, ihrer Entschlossenheit unb der Art, wie sie sich unter zahllosen Gefahren, Entbehrungen und Schwierigkeiten zu helfen wußten, können wir, ihre Feinde, nur unsere Bewunderung zollen." Man muß zugeben, daß die Lage in Iran geradezu phantastisch war, wenn man bedenkt, daß einige Dutzend Deutsche ansehnliche russische Streitkräfte banden unb Tausende indischer Soldaten in dachte, oder auch nur den Typus Hilde vermißt hätte. Sv verspüren wir nicht viel von einem wirklichen blutvollen Handeln, bas vielmehr z. T. durch Phänomene spirituellen Rapports in undramatischer Weise ersetzt ist, unb, was eine Zragöbie bes Alterns unb ber erbrütfenben Schuldgefühle werben sollte, sehen wir in bie kalten Regionen eines Lust und Leben entbehrenden Symbolismus entflattern. Der Verstand hat bas Herz oerbrängt. Daß man nun ber schweren Ausgabe, bem spröden Drama Blut und Leben zu verleihen, doch noch beitommen kann, bas bewies gestern Aböls T e - leky, besten sichere Regie mit feinem Takt bas Abstraktgemeinte substantialisierte unb baburd) trotz allem noch ein Schau-Spiel auf bie Bühne brachte. Die Darsteller halsen ihm getreulich. Eine ausgezeichnete Leistung bot Friedrich ©effers in ber Titelrolle; bei ber Wiedergabe bes innerlich schwanken unb haltlosen, nach außen gewalttätigen Menschen, ben sein Glück groß erscheinen läßt unb der, ad), so klein sein kann, zeigte er seine reiche Ge- staltungs- und Differenzierungsfähigkeit. Ihm ebenbürtig war Alix Krahmer als Hilde Mangel; die schwere Rolle bes bald kinblichen, phantastischen, halb höchst sittlichen, halb jenseits von Gut unb Böse stehenden Weibes, besten Charakter schon in biefer Mischung ein wenig aus an sich glaubhaften Einzelzügen mosaikartig zusammengesetzt erscheint, stellte bie höchsten Anforderungen an bie Darstellung ; bei Alix Krahmer trat, dem Naturell ber Künstlerin entsprechend, bas Burschikose stärker in bie Erscheinung als bie kluge Entschlossenheit unb geistige Großheit bes Mädchens. Susanne H e y m zeichnete die Aline Solneß als die an sich selbst leibende, kleine, aber doch unsere Sympathie ge- j Indien zurückhielten, in beunruhigender Weise ben I englischen Feldzug in Mesopotamien beeinflußten unb durch ihr Verhältnis zu Afghanistan Befürchtungen für die Sicherheit Indiens erregten. Sir Edmund Barrow, Mitglied des Jndia Council, verrät, daß der Vorstoß von Kut el-Amara nach Kteriphon durchaus nicht den Zweck hatte, den Mißerfolg an den Dardanellen aufzuwiegen, sondern infolge der Lage in Persien und der Bedrohung von Indien unternommen wurde, gerade zu „einer Zeit gefährlicher militärischer Schwäche in Indien selbst". Die Karte, die Niedermayers Arbeit beigefügt ist, gibt auch eine klare Vorstellung von ber Ausdehnung der strategisch wichtigen Gebiete besonders in Ostpersien, die von englisch-indischen Truppenverbänden besetzt gehalten wurden. Von den Photographien, die diese Chronik illustrieren, fesseln einen nicht am wenigsten die malerischen Bilder vom Khavakpaß im Hindukusch. Ob Dr. Niedermayer als Diplomat in Kabul Erfolg gehabt hat, ist eine Farge, bie ich nicht beurteilen kann. In seinem Vorwort erklärt er selbst ritterlich, baß er nicht bie Absicht habe, seine eigenen Fehler zu beschönigen. Jebenfalls ist es bemerkenswert, daß ein Weltkrieg nötig war, um bas den Europäern bis dahin so eifersüchtig verschlossene Afahanistan zu öffnen, dieses Land, das ein Jahrhundert lang ein Zankapfel zwischen Rußland und England gewesen war, in dem so viele englische Residenten ermordet worden waren, und dessen Gebiet nur bewaffnete Scharen hatten betreten können. Jetzt ist es anders. Ein Russe, der nach Herat ober Kabul reifen will, braucht nicht wie General ©robetoff im Jahre 1878 in ben Tagen Schir Ali Khans von Kosaken begleitet zu sein. In bem amerikanischen Magazin „Asia" findet man ab und zu lebensvolle Schilderungen aus Kabul. Der deutsche Geologe Dr. Emil Trinkler sandte mir im vorigen Jahre von verschiedenen Orten in Afghanistan Briefe, bie keiner Zensur unterzogen wurden. Ohne Zweifel ist Sowjetrußland der Staat, der zur Zeit ben größten Einfluß in Kabul hat. Schließlich ist ber neue Emir, Aman Ullah Khan, ein Mann, ber sich gleich Abb el Krim europäische Bilbung erworben hat, unb vermutlich bie Absicht hat, sein Lanb mit europäischen Waffen zu Dcrteibigen. Wissenschaftlicher Forschung legt er keine Hinbernisse in den Weg, unb es wirb daher nichtlange bauern, bis Afghanistan ebenso gut bekannt ist wie Persien. Oberhefsen. ^mrvtreis Gienen. £ Wieseck, 1. Dez. Einen außerordentlich starken Erfolg erzielte am Sonntagabend der Arbeitergesangverein „Sängerkranz" mit seinem im Draunschen Saale abgehaltenen Konzert, und zwar sowohl hinsichtlich des Besuchs, als auch der gebotenen Leistungen. Der große Saal war bis auf den letzten Platz beseht, viele begnügten sich mit einem Stehplatz. Trotz der vorher niedergegangenen Schneemassen war auch eine große Anzahl auswärtiger Gesangsfreunde gekommen, besonders stark war die Teilnahme aus Gießen. Eick ganz vorzüglich besetztes Orchester der Kapelle der ehemaligen Militärmusiker leitete den Abend mit dem „Einzug der Gäste auf der Wartburg" und der Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Teil" ein. Besonders die letztere Wiedergabe gelang hervorragend. Der sehr gut gelungene Eröffnungschor „Äachtzauber" nahm die Zuhörer sofort für den recht stattlichen Chor ein, „Grüß mir die Reben, Baker Rhein" löste in seinem mitreißenden Schlußteil „All meine Träume sind ja dein, du ewig schöner deutscher Rhein" einen wahren Beifallssturm aus. Mit Spannung wurde das erste Auftreten des vor etwa einem halben Jahre gegründeten Frauenchors erwartet. Anerkannt muß das sichere Auftreten und die absolute Beherrschung der Melodien werden. „Mein Schah ist ein Schmied" gefiel besser als „Ewig liebe Heimat", obwohl das letztere in Text und Musik unstreitig wertvoller ist. Das Solo für Flöte „Gute Rächt du mein herziges Kind" wurde von dem Solisten (Herrn Kehr mann) in seinen mitunter recht schwierigen Partien mit vollendeter Technik zu Gehör gebracht. Die Große Fantasie aus „Cavalleria rusticana" H elt die aufmerksamen Zuhörer in Dann und fand dankbaren Beifall. Die Gemischten Chöre brachten zwei altdeutsche Volkslieder aus dem 15. und 16. Jahrhundert: „Der Winter ist vergangen" und „Ich weih mir ein Maidlein". Die wunderbare Harmonie der weichen und reinen Frauenstimmen verbanden sich mit d.m kräftigeren Männergesang zu einem einheitlich Vollkommenen und gab dem ersten Teil einen würdigen Abschluß. Fanden alle bisherigen Darbietungen ein außerordentlich dankbar^ Publikum, so steigerte sich im zweiten Teil ber Beifall zur stürmischsten Zustimmung. Schon bei den Einleitungschören der Männerabtei - . lung muhte „Zum Wandertor hinaus" wiederholt werden. Ebenfalls sehr lebhaften Beifall erntete Herr Schröder mit feinen zwei Solis , für Cello, die eine starke künstlerische Auffassung | w'nnenbe Frauenseele in maßvoller Sprache unb geabeltem Spiel. Die Broviks waren bei Adolf Teleky unb Willi Hanke in ben besten Händen; Marga Nulsf stellte zart und fein die rührende Gestalt der Buchhalterin auf bie Bühne. Paul Gehre gab mit guter Haltung ben etwas belanglosen Hausarzt, hätte jeboch die kleinen Lach- wirkungen in seinem ersten Gespräch mit Solneß vermeiden sollen (das Publikum in Gießen lacht ohnehin in bitterernstem Zusammenhang). Die Dekorationen Karl Löfflers waren — das liegt natürlich in den Verhältnissen — z. T. ein Kompromiß zwischen altem Kulissenstil unb neuem ansprechenden Raumstil; die Beleuchtung Ludwig Keims war namentlich im 3. Akt äußerst wirkungsvoll. -g. Mogeln. Manche Wörter haben sich verhältnismäßig schnell aus engeren Kreisen heraus die Gunst der Volksgenossen erworben unb werden heute allgemein gebraucht. Erst seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts ist das Zeitwort mogeln bezeugt. die davon abgeleitete Mogelei zu Anfang des 19. Die Belege führen das Wort auf die Sprache der Studenten zurück, die beim Karteir- spiel viel Veranlassung hatten und haben zu dem Rufe: Richt mogeln! ,,3d) kann mogeln wie der Teufel", heißt es bei Laukhard. Damit braucht nicht der Teufel als Vater des Mogelns bezeichnet zu fein. Man pflegt den Ur- fprung des Wortes ebenso wie den der studentischen Ausdrücke blechen, pumpen, foppen in der Gaunersprache zu suchen, in der ein angeblich aus verrieten. Der Frauenchor übertraf sich selbst mit „Die Spinnerin". Text und Melodie liegt nur einem Frauenchor, die Wiedergabe gelang über alles Erwarten, und jubelnder Beifall forderte eine Wiederholung. Eine weitere Glanznummer war die von Herrn Topp gebotene Fantasie für Trompete: Herr Topp beherrscht sein Instrument meisterhaft und versteht einzigartige Wirkungen herauszuholen. Der nichtendenwollende Beifall lieh sich erst durch eine Zugabe beschwichtigen. Ebenso lebhaft wurde das schwermütige „Abend auf Heide" und das begeisterte „Moselwein- lieb“ anerkannt. Der Tfchardas aui der Oper „Der Geist des Wojewoden" leitete über zum Schluhchor mit Orchesterbegleitung „Mer sitzet unter Aepfelbäum", ein heiterer schwäbischer Volkschor. Wie stark das Vertrauen des Dirigenten in das Können beider Teile war, geht daraus hervor, daß die Wiedergabe geradezu meisterhaft gelang, und zwar ohne vorherige Ges amt Probe! Mit Gewalt hielten die Kopf an Kopf gedrängten Zuhörer während der Aufführung mit Beifall zurück, doch plötzlich, bevor der letzte Ton verklang, brach biir Sturm los, unwiderstehlich, so daß auch hier eine Wiederholung folgen mußte. 3m Anschluß hieran überreichte der dankbare Chor seinem verdienstvollen Dirigenten HeinrichMeher ein Blumenangebinde, und der spontane Beifall bewies, daß diese Aufmerksamkeit im Sinne der Anwesenden lag. Der Abend war ein über Erwarten voller Erfolg, Dirigent, Chor und Orchester schufen ein künstlerisches Erleben, das weit über den Rahmen einer dörflichen Musikveranstaltung hinausging. Das Hauptverdienst gebührt dem unermüdlichen Dirigenten H einrich Meyer-Wieseck, der auf dem besten Wege ist, auf diesem Gebiete eine Größe zu werden, und der schon bei verschiedenen Veranstaltungen, erst kürzlich in Frankfurt, besonders lobend erwähnt wurde. Er verfügt über eine hervorragende Auffassung der Kombinationen und die Gabe, sein reiches künstlerisches Verstehen auf den Chor zu übertragen. Herr Krengelam Klavier war den Solopartien ein feinsinniger Begleiter, der sich in dezenter Weise anzupassen: verstand und den orchestralen Darbietungen zu einem abgerundeten Ganzen verhalf. Für zukünftige Veranstaltungen des Vereins dürfte dieser Abend die beste Empfehlung sein. Zum Schluß soll noch lobend anerkannt werden, daß im Gegensatz zum vorjährigen Konzert das Volkslied reichlich zu Worte kam, vielleicht ist man nun überzeugt, daß das einfache Lied, gut gesungen, dem einfachen Manne am meisten sagt. Bg. Großen-Buseck, 1. Dez. Infolge Gemeinderatsbeschlusses wird die hiesige Kirche mit elektrischem Licht versehen. Die Ausführung der Arbeiten wurde der Firma Becker in Treis an der Lumda als der Wenigstnehmenden übertragen. Einschließlich des Kronleuchters werden 28 Brennstellen gelegt werden. Bis zum Weihnachtsfest soll die Anlage fertiggestellt [ein. f Grünberg, 1. Dez. In der gestrigen Gemeinderatssitzung stimmte der Gemeindecat der Festsetzung des Pachtpreises für städtisches Gelände auf 21/3 Pfg. pro Meter zu. — Rach einer schriftlichen Mitteilung verlangt das Landesfinanzamt Darmstadt, daß die Stadt zu den neu zu erbauenden Finanzamt in der Theo-Kochstraße das 1600 Meter erforderliche Gelände unentgeltlich abgibt und Straßenbau- und AuffüllunLskosteir ebenfalls trägt Hierzu wurde beschlossen, das hiesige Finanzamt möge veranlassen, daß das Landesfinanzamt eine Skizze von dem erforderlichen Gelände anfertigen läßt und der Stadtverwaltung vorlegt. — Die Beratung über die neu zu erbauende landwirtschaftliche Winterschule wurde auf Antrag des Bürgermeisters in geheimer Sitzung fortgesetzt. — Die Beratungen der in Betracht kommenden Bürgermeister über "bie geplante Autolinie Dreihausen-Grünberg fallen aus, da die Oberpostdirektion Darmstadt mitgeteilt hat, daß wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage keine neuen Auto wagen beschafft und keine neuen L i» nien eingerichtet werden können. — Dem Geflügelzuchtverein wurde für seine bevorstehende Ausstellung ein Ehrenpreis gestiftet. Zu dessen Anschaffung bewilligte der Gemeinderat 20 Rlk. } Lich, 1. Dez. Die Theater-Gemeinde des Bühnen Volksbundes Gießen hatte sich ntit Unterstützung des hiesigen Volksbildungsvereins bereit gefunden, unsere Stadt am Sonntag durch einen Besuch zu beehren. Die Veranstaltung fand in Steins Saalbau statt. Zur Aufführung gelangte Hebbels „M ari a Magdalen a“. Es zeigte sich, daß es in unserer Stadt sehr viele Bewohne gibt, die auch der eriiftcn Muse regstes Verständnis entgegenbringen. Zieht man noch die qualitativ sehr schönen Leistungen der Darsteller in Betracht, so wird man ohne weiteres sagen können, daß sich bei ähnlichen Veranstaltungen die Theaterbesucherzahl noch weiter erhöhen wird. Wir begrüßen es recht herzlich, daß sich die Theater- Gemeinde bereit erklärt hat, uns auch für die Zukunst mit weiteren Gastspielen erfreuen zu wollen. Von Anfang an bis zum Schluß wußten die dem Hebräischen stammendes Wort Mohel einen bezeichnet, der Spielkarten beschneidet und dadurch 5um Betrüge beim Spiel kenntlich macht. Daß diese sehr bedenkliche Bedeutung für den Gebrauch der Studenten wie der Allgemeinheit nicht in Betracht kommt und das Wort einen minder scharfen Sinn erhielt, spricht nicht gegen die Annahme der Herkunft aus der Verbrecherwelt, und daß diese von der Sprache ihrer jüdischen Mitglieder stark beeinflußt worden ist, steht auch fest. Das „jüdische" Mogeln erwähnt z.B. Pfister 1874 Kriminalfälle S. 367, wo er die Zeitwörter Vauglen, Mauglen anführt; der Wechsel der Selbstlaute ist ja derselbe wie bei kauscher und koscher (hebr. und mhd. kascher; jüd. koscher — rein). Man hielt wohl auch mogeln für mundartlich und glaubte es hochdeutsch durch maugeln wiedergeben zu sollen. Diese Meinung streift vielleicht ganz Richtiges. Es gibt im Schlesischen, Hessischen, Vogtländischen und Elsässischen eirt Wort mauchein mit der Bedeutung verstecken, heimlich entwenden oder reden (vgl. munkeln), in Mörikes Hutzelmännlein auch — bemogeln. Dazu gehört auch ein in deutschen Landschaften (besonders Obersachsen) verbreitetes Wort Mauke für Obst versteck. Im Riederdeutschen hat man auch ein Zeitwort muggeln für mogeln, das übrigens auch im Ostfriesischen vorkommt. ' So würde mogeln zu den Wörtern gehören, die dir Gaunersprache aus unseren Mundarten übernommen Hai, und die man unnötigerweise ' aus dem Hebräischen stammen läßt. Zum mindesten kann sich jüd. mogeln und mundartliches maucheln vermischt haben. kyk. gewiß. Kreis Alsscld. Ausschuß, der sich aus dem Bürgermeister und den Stadtverordneten Böhler, Schmidt, I Verkehrs zu rechnen. Die Holzarbeiten in den Wäldern ruhen zur Zeil vollkommen. Es ist den Holzhauern unmöglich, bei diesen Schneemassen zu arbeiten. Sie feiern ohne Erwerbslosenunter. stützung. In früheren Jahren brachte das Schneeschippen an den Kreisstraßcn manchen Verdienst. Ob es auch diesmal wieder geschieht? Nötig wäre es gebrachte Anregung, eine Winternothilfe einzurichten, findet Zustimmung. 6in_ besonderer Spielenden durch feine und gutdurchdachte Gestaltung das PubliKun in den Dann der Dich- limg zu ziehen. Für die Vorstellung wurde in herzlicher Weise gedankt. * 2 Id), 30. Rov. Von dem im Zahre 1865 durch Heinr. Adam Reeb, einem Sohne unserer Stadt, zu Frankfurt a. M. gegründeten und ihm zu Ehren benannten „Reeb'schen Männerchor", einem der bedeutendsten und angesehensten Männergelangvereine der Mainmetropole, ist vor kurzem eine Einladung an die ihm befreundete hiesige »Cactlia zur Teilnahme an seinem 63. Jubilaumsfeste ergangen das in den Tagen vom 4. bis 6. Dezember in großem Stil begangen werden soll- Schon am gestrigen Sonntag, vormittag 101/» älhr, wurde das Fest auf dem Haupts riedhof zu Frankfurt a. M. durch eine Gedächtnisfeier am Grab: Reeds für die Toten des Vereins, verbunden mit Kranzniederlegung und Rede des Vorsitzenden Dr. Hermann sowie Orgel- und Chorvorträgen ein- geleitet. Zum Besten des Reeddenkmals hatte der Cäcilienverein Lich schon im I h-e 1914 ein gutbesuchtes Konzert veranstaltet, dessen Reinertrag dem Frankfurter Druderverein zur Verfügung gestellt wurde. Run svll eine Ehrung des Gründers und ersten Leiters der „dl eeber" in den nächsten Tagen auch in unserer Stadt geschehen. 3m Auftrage des feiern- den Vereins wird die „Cäcilia" eine geschmackvolle Bekränzung seines Geburtshauses vornehmen, das seit dem 33. Todestage des Meisters (17. 3an. 1911) bereits durch Die ..Frankfurter Liedertafel", deren Dirigent und Ehrenmitglied Ree b gleichfalls war, mit einer Gedenktafel geschmückt ist. Hlerbm werden einige Lieder zum Vortrag kommen- Rach dem uns vorliegenden Programm stehen für das am Freitag, 4. Dez. zur Erstausführung und am 5. Dez. zur Wiederholung gelangende Festkonzert im großen Saale des Saalbaues m Frankfurt auserlesene Genüsse — Chorgesänge unter Mitwirkung des Symphonie-Orchesters — in Aussicht; neben Werken von Beethoven, Schu- bert, Lißt und Hrgar u. a. auch eine Äompolition für Männerchor und Orchester v. H. A. Re eb und die Uraufführung des „Großen Halleluja für Männerchor, Orchester und Orgel vom derzeitigen Chorleiter, Musikdirektor Rudolf Hermann. Zu dem Festkonzert wird als offizieller Vertreter des hiesigen Vereins ein älteres verdientes Mitglied entsandt, zum Begrüßungsabend am Samstag und Der akademischen Feier am Sonntag wird sich eine Abordnung des Vereins (etwa 8—10 Mann) nach Frankfurt begeben. Hoffen wir, daß der Verein dort neue Anregung für seine eigene Arbeit von diesem Besuche mit nach Hause bringt. > Eberstadt, 1. Dez. Rachdem Die meisten Gemeinden ihr altes Geläute wiederhergestellt haben, hegte man auch hier allgemein den Wunsch, für unsere dritte und größte Glocke, die am 27. 3uli 1917 ein Opfer des Krieges wurde, einen gleichwertigen Ersatz zu schaffen. Um diesem Wunsche zu entsprechen, wurde am 27. 3uli d. 3., also genau nach acht 3ahren. von Gemeinde- und K:rchmvertretung die Anschaffung der fehlenden Glocke beschlossen. Mit der Herstellung wurde die Firma R i n ck e r in Sinn beauftragt. Am 17. Rovember konnte Die neue Glocke ihren beiden Kameraden beiges eilt werden; die feierliche Weihe war auf Den 1. Advent festgesetzt worden. -Unter Gotteshaus war daher am Sonntag bis zum letzten Platz besetzt. Rach Der Predigt, in der der Orts» gcistliche, Pfarrer Ködding, das glückliche Zu- sammeiitreffen der neuen Glocke mit Dem ersten Advent, Dem Anfang Des neuen Kirchenjahres, und Die Bedeutung her Glocken als unermüdliche Rufer und Mahner zum Reiche Gottes betonte, beging man die eigentlich: Weihe. Cingeleitet wurde diese durch ein passendes Chorlied, vorgetragen von Dem hiesigen M ä nn er chor unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Herrn Sarnes- Holzheim. Anschließend fand Die Weihe durch Den Ortsgeistlichen statt. Rachdem man Dem Geläute in seiner neuen Zusammensetzung einige Minuten gelauscht hatte, folgte ein zweistimmiger Gesang Der hiesigen 3ungfrauen, geleitet von Lehrer Löffler. Mit einer Ansprache unseres Bürgermeisters G ö r l a ch, in Der er Die Glocke in Den Schuh Der GemeinDe nahm, und mit Dem Lied „Run preiset alle" schloß Die erhebende Feier. Abends fand eine Rachfeier statt, wozu Stiftsdechant Lenz aus Lich als Redner gewonnen war. Kreis Schotten. )-( Ruppertsburg, 1. Dez. Mit Wirkung vom 1. Oktober ist der seicherige langjährige gräflich Laubachsche Förster Konrad K o ch in Den wohlverdienten Ruhestand getreten. Sein Rachfolger ist Der seitherige Forst- gehilfe Karl Decker aus Laubach. Als tüchtigem Waidmann gelang es ihm gestern, unweit des herrlichen, idyllisch gelegenen Waldwiesen- grundes Wynden einen stattlichen Achtender zur Strecke zu bringen, der über 2 Zentner wog. m. Stumpertenrod, 30. Nov. Unser Dorf, das infolge seiner ungünstigen Lage — es ist drei Stunden von der Station Mücke entfernt — noch nicht dem Postautoverkehr angeschlossen werden konnte, hofft jetzt in dieser Hinsicht aus Besserung. Die neugeplante Postautolinie Nieder- Gemünden — Ulrich st ein wird auch unseren Ort passieren. Es wurden deshalb sä)on Ausbesserungsarbeiten an der in Betracht kommenden Straße vorgenommen. Die seitherige Linie Groß-Felda— Ehringshausen würde durch diese neue Linie überflüssig werden, da letztere die Fahrgäste um eine Station näher nach Gießen bringt, auch ein Umsteigen in die Nebenbahn Nieder-Gemünden—Kirchhain nicht mehr nötig wäre, die Bewohner aus Der Groß-Feldaer Gegend aber leicht mit Dem Auto Groh-Felda —Alsfeld ihre Kreisstadt erreichen könnten. -5-AusdeinhohenVogelsberg,l. Dez. Die tief verschneiten Wälder unseres Vogelsbergs bieten wieder eine Fülle abwechslungsreicher, wunderschöner Bilder, die jedem Naturfreund immer neue Reize besonderer Art bieten und ihn entzücken. Die Schneelast der Bäume, insbesondere Der Der Fichtenschonungen, ist sehr stark. Hier muß bet weiteren Schneefällen — und es schneit noch unaufhörlich — mit S ch ne e b r u ch gerechnet werden. In Das wirtschaftliche Leden unserer ohnehin schon abgelegenen Dörfer bringt der allzu reichliche Schnee allerdings starke Veränderung. Sämtlicher Autoverkehr, auch der Der Postautos, ruht. VerschieDentlich mußten schon Autos, die sich in unsere Schneewildnis gewagt hatten, abgeschleppt werden. Auch ist mit einer vorüdergebenden Stillegung ober zum mindestens einer Erschwerung Des Eisenbahn- TjfonnefeldfsTee IV seit 1OO Jahren bewährt von Millionen getrunken nJubiläums - Dosen ohne Aufschlag überall erhältlich. WSR. Mainz, 1. Dez. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat gegen Die zwei Zigeuner 3oseph unD Georg Reinhardt wegen Mordver- Dachts einen Steckbrief erlassen. Wahrscheinlich halten sich Die beiben Verbrecher in Den Huns- rückwaldungen auf. Einer Der Verbrechn: konnte kürzlich bei SprenDlingen in Rheinhessen fest- genommen werben. Auf Dem Transport ist er jedoch toieber entflohen. Preußen. Kreis Wetzlar. g. Rieberkleen, 30. Rov. Die Straße von hier nach Pohlgöns befindet sich, soweit sie Durch Die Gemarkung Pohlgöns führt, in einem Zustande, der jeder Beschreibung spottet. Hunderte von Metern lang reiht sich mitten in Der Fahrbahn Loch an Loch. Zum Teil sind Die Löcher von solcher Tiefe, daß sie eine unmittelbare Gefahr für Die öffentliche Sicherheit bedeuten. Daß hier besonders bei Rachtzeiten nicht schon älnglücksfälle vorgekommen sind, für die letzten Endes der Straßen- unterhaltungspflichtige verantwortlich wäre, ist als ein Wunder zu bezeichnen. Es wäre an Der Zeit, daß hier von Der zuständigen Stelle bald und gründlich Abhilfe geschaffen würde. — Der hiesige „S ch n e i d e r h e r g" ist wegen Ausführung von Arbeiten für Den Bau Der Wasserleitung polizeilich gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird durch Die „Schießeck" und „Kreuzgasse" umgeleitet. Die Wasserleitungsrohre werden im „Schneiderberg" deshalb schon jetzt gelegt, weil dieser im Frühjahr nächsten Jahres neues Pflaster erhalten soll. kk. Aus Dem Hüttenberg, 1. Dez. Die allwinterlich stattfindenDen H a u s s ch l a ch t u n ° gen von Sch weinen sind gegenwärtig in vollem Gange. Die Schlachtungen werden meistens von solchen Metzgern ausgeführt, die dieser Be- fchäftigung nur im Winter nachgehen (sog. Hausmetzger). Metzelsuppen werden jetzt nicht mehr in dem Umfange gehaltert, wie in früheren Jahren, wo Verwandte, Bekannte, Nachbarn und Freunde eingeladen wurden. Die Sitte, daß am Tage nach der Schlachtung den Verwandten und Nachbarn „Wurstsuppen" gebracht werden, hat man jedoch bis heute beibehalten. Etwas, was man früher nicht kannte, ist die obligatorisch eingeführte Beschau- pflicht der hausgeschlachteten Schweine auf Trichinen und Finnen. Die Fleischbeschauer sind in dieser Zeit stark in Anspruch genommen, zumal sich ihre Bezirke auf mehrere Gemeinden erstrecken. Die von den Besitzern zu zahlenden Beschaugebühren betragen je Schwein 90 Pf. Die landwirtschaftlichen Or- ganisationen sind an maßgeblicher Stelle wiederholt wegen Aufhebung der Untersuchungspslicht für Hausschlachtungen vorstellig geworden, ohne daß ihre Vorstellungen bis jetzt Erfolg gehabt hätten. kz. Groß-Altenstädten, 30. Nov. Troz schwerer Zeit hat die hiesige Gemeinde ein Ra t- haus erbaut, welches den Erbauern und der Gemeindevertretung alle Ehre macht. Gestern fand die Einweihung des Neubaues unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und zahlreicher auswärtiger Gaste statt. Die Feier stand unter dem Heimatgedanken. Ein von Erika Schneider vorgek.-agener Prolog leitete dazu ein. Der Vrtsvor- steher Georg Schäfer hob in seiner Begrüßungsansprache besonders den starken Heimats- sinn und das enge Gemeinschaftsgefühl in der Gemeind: hervor, we.ck)es beim Bau dieses Hauses wieder so recht zum Ausdruck gekommen wäre. P'arrer Petry wies in seiner Weiherede auf den Sinn des Hauses hin, in welchem Haupt und Glie- Der Der GemeinDe sich immer von Den einigenden Gedanken leiten lassen möchten. Rühmend hob er I hervor, daß die Gemeinde treu das gute Alte be> E. Aus dem Vogelsberg, 1. Dez. Auch in unseren vom Verkehr ziemlich abgeschlossenen Dörfern wird gegenwärtig viel auf dem Gebiete der Volksbildungtzarbeit getan. Besonders sind es die Vereine, die sich bemühen, ihren Zuhörern bei den kommenden Wintervergnügen Gediegenes zu bieten. Es ist ein erfreulicher Fortschritt gegen früher, daß die oft recht faden und abgeschmackten Couplets der Vorkriegszeit besseren und wirkungsvolleren Bühnenstücken gewichen sind. Gerade unsere D o r f b ü h n e ist cs, die nach dem Weltkrieg wieder überall ins Leben kan. Weiter sind es die Musik- vereine, die sich an vielen Orten gebildet haben und in denen besonders fleißig gearbeitet wird, an- gespornt durch die großen Erfolge, die gerade durch musikalische Aufführungen auf dem Lande erzielt werden. Kannte man doch vor dem Kriege auf unseren Dörfern meist nur Tanzmusik. Endlich sind es die L i ch t b i l d e r v o r t r ä g e , die sich gerade in der letzten Zeit überall auf unseren Dörfern eingebürgert haben und meist von Geistlichen und Lehrern gehalten werden. Während man früher die teueren und leicht zerbrechlichen Glasbilder für diese Vorträge benutzte, verwendet man jetzt bei diesen einfachen und 'doch scharfen Apparaten Filmstreifen mit stehenden Bildern, die den großen Vorzug haben, daß sie viel billiger als Glasbilder find, nicht zerbrechen und mehrere Filmserien leicht in Der Westentasche getragen werden können. Diese Vorträge sind durchweg belehrenden Inhalts. Sie behandeln hauptsächlich Heimat-, Erd- und Völkerkunde, Naturgeschichte, Technik und Himmelskunde. Erfreulich ist, daß gerade diese Vorträge, die oft von Gesangs- und Musikoorträgcn umrahmt sind, durchweg gut besucht werden. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 1. Dez. Heute nacht gegen 4.15 Uhr brach in dem Scheunen- und Stallbau des Sattlermeisters Theodor Stumpf II. dahier am Marptklatz Feuer aus, welches alsbald auf die Nachbargebäude des Metzgermeisters Knoll und Schneidermeisters Henning Übergriff und diese ganz bzw. teilweise e inä scherte. Die Entstehungsursache konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. — — Lauterbach, 1. Dez. Beim Holzfällen erschlagen wurde im Walde Der Landwirt Hch. Wahl aus Frau-Rombach. Als er mit dem Fällen einer starken Buche beschäftigt war, stürzte Diese unerwartet früh zusammen. Der Stamm fiel auf Den Mann und tötete ihn auf Der Stelle. Kreis Büdingen. » Rohrbach, 30. Nov. Unter starker Anteilnahme der ganzen Gemeinde wurde nun auch hier ein Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Helden geweiht. Das Ehrenmal erhebt sich vor dem Portal der Kirche. Die Weiherede hielt Pfarrer S t r ö h e r von hier, der zugleich die Namen der 19 Gefallenen verlas, ferner hielt der Provinzial- rabbiner Dr. Hirschfeld aus Gießen eine Ansprache. Der Gesangverein „Eintracht", der Gemischte Chor Rohrbach und die Kapelle Helfrich von Stockheim verschönten die würdige Feier durch ihre Darbietungen, eine Abordnung des Kriegervereius Rohrbach gab eine Ehrensalve ab, während die Vereine mit gesenkten Fahnen das Denkmal und Damit Die gefallenen BrüDer grüßten. Zahlreiche Kränze wurden an der Weihestäte als Zeichen der Dankbarkeit an die gefallenen Helden niedergelegt. Kreis Friedberg. zX DaD-R auheim, 1. Dez. Unter Dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Kayser fand heute eine ötaDtberorDnetenfitjung statt, jedenfalls Die vorletzte in Diesem 3ahre. Vor Eintritt in Die Tagesordnung verlas Der Bürgermeister ein Schreiben einiger Kriegsbeschädigten, worin Diese Der Stadt ihren Dank für Die beim Bau ihrer Häuser gewährten Beihilfen abstatten. Von Den zur Verhandlung gestandenen Gegenständen heben wir hervor: Das Der Siadt gehörige Waidhaus, ein beliebter Ausflugsort der Kurgäste, bedarf dringender Instandsetzung. Cs werden Dafür 16 800 Mark bewilligt, wovon 5600 Maik für Die Schinde- lung Des Gebäudes vorgesehen sind. Die Holzhauerarbeiten im Stadtwalde werden Der seitherigen Rolle zu Den im Akkord angegebenen Preisen übertragen. Rachdem Die Ortskrankenkasse ihren schönen Reubau bezogen hat, sind Die von ihr seither benutzten Räume im Parterrestock des Polizeigebäudes frei geworden/ sie werden an das Polizeiamt abgegeben. Dem Mietvertrag wird zugestimmt. Zwei private Grundstücke sind Der Stadt zum Preise von 8 bzw. 2,50 Mk. pro Quadratmeter angeboten worden. Der Erwerb wird aber ab- gelehnt, Da zur Vermehrung des städtischen Grundbesitzes keine Mittel vorhanden sind. Don der Freiwilligen Feuerwehr liegt ein Gesuch vor, worin gebeten wird, die Umbauarbeiten des Feuerwehrgerätehauses an Mitglieder Der Wehr zu vergeben. Der im Sinne Des Gesuchs gehaltene Vorschlag Des Bauausschusses, der Die in Betrach kommenden Handwerker der Wehr namhaft macht, wird angenommen. Dem Ziegenzuchtverein wird ein Kostenzuschuh von 100 Mark bewilligt, außerdem Die unentgeltliche Ueberlaffung Der Stallung und Die kostenlose Lieferung von Hafer und Heu. Unter „Besprechungen" kommt Stadtverordneter Rosenthal aus ein G e r ü ch t zu sprechen, das vor einiger Zeit in der Stadt viel besprochen wurde. Es handelt sich um den Ankauf des Waldbesihes der Freifrau von Löw in Steinfurth, der der Stadt zum Preise von etwa 50 000 Mark zum Kauf angeboten war. Das Objekt, etwa 300 Morgen Eichenniederwald, besteht aus mehreren auseinanderliegenden Parzellen und ist wirtschaftlich nicht von großem Rutzen. Bürgermeister Dr. Kayser kann dem Fragesteller mitteilen, daß nach einem Beschluß des Bauausschusses ©elänDeertoerbungen nicht mehr tragbar seien und daher der Ankauf des Löw'schen Waldes endgültig aufgegeben worden sei. lWie wir kürzlich mitteilen konnten, hat auch der Steinsurther OemeinDetat den Erwerb Des Waldbesitzes abgelehnt. — Die Schriftltg.) Die von Dem EtadtverorDneten Rößler vor- H e ß , Kluge und Hofmann zusammenseht, wird noch in dieser Woche zu vorbereitender Beratung zusammenkommen. Stadtv. Minder regt den Beitritt Der Stadt zu einer Bausparkasse an. Wie der Bürgermeister mitteiÜe, hat die Stadtverwaltung in Dieser Hinsicht schon gearbeitet. Es bestehe Die Absicht, in Anlehnung an das Mathilden st ist in Friedberg Baulustige zur Zahlung von Beiträgen stimmen, wer ein Haus bekommt. Vereine, wie zu veranlassen und dann durch das Los zu be- ettoa der Mieterschutzverein, können sich korporativ beteiligen. = Aus Dem Ufatal, 1. Dez. In einer Anzahl Gemeinden des unteren Ufatales grassiert die Schweine seuche, die bereits große Opfer unter Den Schweinebeständen gefordert hat. Es ist keine Seltenheit, daß mitunter der gesamte Schweinebestand eines Landwirtes an dieser Krankheit zugrunde gegangen ist. In sehr vielen Fällen hat man aber schon vorzeitig die furchtbare Gefahr erkannt und durch rechtzeitiges Abschlachten Der Tiere Den SchaDen wenigstens etwas verringert. (2 ’Jlieberflorftabt, 1. Dez. Seit gestern hat sich Der Fahrplan für Den Personen- Kraftwagenoerkehr grieDber g—F l o r- staDt — StaDen etwas geänDert. Für Die Arbeiter liegen Die Fahrzeiten weiter günstig, für Die Schüler ist Die Abfahrt vormittags von 7 Uhr ab auf 6.30 Uhr voroerlegt. Sicher soll Damit noch em Zug für Arbeiter in FrieDberg erreicht werben. Die übrigen Fahrzeiten finb geblieben. Die EnD- ft a t i o n ist nun in NieDerflorstaDt, nur Drei Züge gehen weiter bis Staben, unb zwar vor- mittags an 5.55 Uhr, ab 6.00 Uhr, an 9.35, ab 9.55 unb nachmittags an 6.45 Uhr, ab 6.55 Uhr. Der kürzlich gemelbete Unfall hat bas Vertrauen Der Bevölkerung zu Dem Autobus Durchaus nicht erschüttert, Die Wagen sinD weiter fast immer über- füllt. Die GemeinDe DberflorftaDt hat nun etwa 800 Meter Weg zur Haltestelle, will sich als vollwertiges GlieD Des ZweckverbanDes damit nicht einverstanden erklären und fordert, daß alle Wagen wie seither bis in Den Ort gehen. Diese Lösung kann aber nicht Durchgeführt werDen, Denn sie mürDe eine jährliche Mehrausgabe von 3—4000 Mk. erforDem. Starkenburg. WER. Darmstadt, 1. Dez. Zu der Eberstadter Mordtat erfährt die „Hess. Landesztg.", daß Die Leiche Der ermordeten Fr au Maurer beschlagnahmt und daß die Leiche des gestern beerdigten Maurer, der sich bekanntlich erhängte, wieder ausgegraben wurde. Gestern weilte der Frankfurter Gerichtschemiker Dr. Popp zur irntersuchung in Eberstadt. Es verlautet, daß Maurer die Tat nicht allein ausgeführt haben soll, sondern daß noch ein Helfershelfer beteiligt sei, von dem bereits greifbare Spuren ermittelt feien. Rheinhessen. wahrt und Deshalb Das neuerbaute Rathaus in Dem* eiben Stil, wie Das aus Dem Jabr 1579 ftammenDe alte Ratbaus erbaut habe. Lehrer Schneider von hier sprach anschließend über die Bedeutung der Heimat für den deutschen Bauer, über Die Bedeutung der alten Dorfdenkmäler, welche Heimatliebe, Heimatgefühl und Heimatdank in jedem Menschen wachrufen und erhalten müßten. Lehrer Schneider aus Wetzlar-Niedergirmes sprach über wichtige geschichtliche Ereignisse unteres Ortes. Schon der Name des Ortes weise auf eine große alte Stätte (5 Orte) hin. Der Redner zeigte die besondere Be- Deutung Der alten BaukunftDenkmaler unseres Dorfes, von Denen der im 14. Jahrhundert erbaute Kirchturm und bas im Jahre 1579 errichtete Rat- haus noch oorhanben finb. Junglehrer Jakob Krauskopf zeigte bie Berbinbung ber engeren zu ber größeren beutschen Heimat, sprach von ben Notzeiten im Heimatdorf, auf welche wieder bessere Zeilen gefolgt wären, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch auf die Zeiten des Druckes und Zwanges ein neuer Frühling folgen möge. Durch abwechselnde Gesänge von Männer- und M a d- ch e n ch o r zwischen den einzelnen Vorträgen, durch entsprechende Heimatlieder wurde die Feier in wirkungsvoller Weise verschönt. Die Feier fand ihren Abschluß durch die Aufführung von Szenen aus „Wilhelm Tell". In geradezu musteryültiger Weise wurden die einzelnen Rollen von den jungen Leuten gespielt. Kreis Biedenkopf. <3 Robheim a. b. B., 30. Nov. Der hiesige Arbeiter-Gesangverein „Vorwärts" gab am Sonntag bei vollbesetztem Saale sein dies- jähriges Konzert. Wenn man bebenft, daß ber ueranftaltenbe Verein erst seit etwas über vier Jahren besteht und seine Sänger zu einem großen Teil sich aus jugendlichen Kräften zusammensetzen, o muß man über die Leistungen geradezu staunen. Ianz besonders gilt dies für den Frauenchor, der erst vor einem halben Jahr ins Leben gerufen wurde. Eine große Aufgabe hatten sich die Aus- ährenden gestellt, und man muß jagen, sie wurde glänzend gelöst. Leider wurde versäumt, durch Jn- ftrumentalDorträge etwas Abwechslung in das sonst sehr geschmackvolle Programm zu bringen. Don Den Männerchören gefielen besonders gut „Glockentürmers Töchterlein" und „Wiegenlied". Beide Chöre erhielten durch das darin enthalten? Sopransolo ein ganz besonderes Gepräge. Wahre Beifallsstürme lösten die Vorträge des Frauenchors aus. Als angehende Konzertsängerin präsentierte sich diesen Abend Fräulein Anna D o d e n b e n d e r - Rod- Heim, die sowohl bei den obenerwähnten Sopran- (olis in Männerchören als auch im Verein mit Frau Hörr durch verschiedene Duette von Mendelssohn den Zuhörern einen vollen Genuß bereitete. Nicht endenwollender Beifall erzwang sich hier sehr schöne Zugaben. Für die volle und weiche Stimme Frl. Bodenbenders wäre zu wünschen, daß sie eine tüchtige, sachgemäße Ausbildung erfährt, denn sie ist vielversprechend. Es ist wohl nicht zuviel, wenn man jagt, daß Das sehr gute Gelingen Dieser Veranstaltung eine Folge Der lobenswerten Zusammenarbeit des Vereins mit feinem rührigen unb tüchtigen Dirigenten Philipp Hörr - Launsbach ist. Nur so weiter unb Dem Namen „Vorwärts, Den sich die Veranstalter auf Die Fahne schrieben, ist alle Ehre gemacht. T Naunheim, 1. Dez. Bei der hier abaehal- teneu Treibjagd, welche Die BuDerussche Jagdgesellschaft veranstaltete, tarnen 62 Hasen zur Strecke. Da bie Pacht abläuft, durfte laut Vertrag kein Rehwild geschossen werben. T Waldgirmes, 1. Dez. Da es unserem Bürgermeister gelungen ist, für bie ©emeinbe bei der Nassauischen Landesbank ein Darlehen von 44000 Mark zu erhalten, werden bie Arbeiten an ber Wasserleitung fortgesetzt. Die Arbeitslosen unserer ©emeinbe haben sich als Unternehmer zusammengeschlossen und auf bie Herstellung ber Gräben eingereicht. Mit 1,68 Mk. pro laufender Meter wurde ihnen als Wenigstnehmenden die Arbeit zugeschlagen. Zu erwähnen ist, daß ber Boden Lehm unb daher gut zu verarbeiten ist. Auch bie ©emeinbe Dorlar hat mit bem Bau ihrer Wasserleitung begonnen. Sie macht eine Ableitung von bem hiesigen Bassin und hat bis zu unserem Dorfe 1000 Meter zu bewerkstelligen. Unternehmer sinb Karl Weimer unb Friedrich Kias von hier. Maingau. WSÄ. Frankfurt a. M, 1. Dez. Der „Fr. Ztg." zufolge ist jetzt auch das Verfahren gegen Den bisherigen Direktor des Wohnungsamtes, Daurat Gresser, und seinen Schwiegersohn Kaufmann H o s ch wegen angeblicher Woh- nungsschiÄnmg e i n g e st e l l t worben. — Mit Der Wegräumung Der in letjfer Zeit niederge- gangenen großen Schneemassen sind feit mehreren Tagen ru n D 1000 Arbeitslose beschäftigt, Die neben Den ständigen und Hilfsarbeitern Der städtischen Straßenreinigung von den frühen Morgenstunden an bis spät abends ununterbrochen arbeiten. WER. Hanau, 1. Dez. 3n einem hiesigen Hotel wurDe gestern abend eine Spielergesell sch aft beim Pockern überrascht. Rachdem ihre Personalien! festgestellt waren, wurden sie wieder freigelassen. — Hier wurden in einer der letzten Rächte vier Männer fest genommen, Die in eine Qiförfabrif eingebrochen und gerade Dabei waren, Die Beute über einen Zaun abzutransportieren. Aus dem Amtsverkündiguugsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 9 2 vom 27. November enthält: Einfuhr von Geflügel aus Dem Ausland. — VerAnfuna ber Darlehen aus bem staatlichen Notstanoskredit. — Bekämpfung ber Schnakenplage. — Verkauf von Kokkelskörnern. — Maul- und Klauenseuche in Saasen unb Lumba. — Straßensperre. — Gewerbesteuer Der Provinzen, Kreise unb Gemeinden. — Abhaltung von Tanzbelustigungen. — Verkehr mit Feuerwerkskörpern. — Gewerbe-Legitimationskarten. — Ausstellung von Wandergewerbescheinen. — Felbbereinigung Harbach unb Beltershain. • Das Amtsoerkünbigungsblatt Nr. 93 enthält: Feststellung Des Ergebnisses Der Prooinzialtagswahl. — Maul- unD Klauenseuche in RoDheim unD Steinheim. Dienstnachrichten. ZM - » Die zeitgemäße Weihnachtsgabe ist eine Police der Meue Stuttgarter', Lebensversicherungsbank A.-G. Sparsamste Verwaltung, größte Billigkeit, höchste Sicherheit. . S__________________ 11 349ssZ MW k T K ?Üfe in < Ligelasse flefa B-Wt uni h >i -en. Der jnftltuten, fMldj heil darul produktive Steuern a sind heute die sie 14 kann natu Zweig kor tvaS nur das Ihre erträglich hoffen, d Hüttenim Mg vir -Di Vttobe tober hat Exports i M des Mott), tri $0 083 000 Analyse \\ delsbilanz Mitteln (31 9.4 Mll.. 3.6 Mill, sich auf $ Hopfen u » Ke> KÄ etwas me gering un getreten ?en!*■; Seite bi= 3« vvm l 7, Swit Men 9t Aach >. ®lkt^ Ile5t. to M 6i ^>cht g( wußte j Archen !r Hera, §.L loI9erun( 6onne. ‘ jrvnisch^ Und it“; t,. Die 46 Z - ®« verhandln Elfen- und saifeiüen; die>^ei si 1-u. 1.1 »aj.u;. Anfang Kur* i tUlT» 1 MUt > 1 Titmt: 1. 18 | 2.12 | 1 12 2 12 ?/. Itntfdx 9ldd)$an'etbe l) 185 0.1775 ,1»75 .1795 4° 2)cutfd)c Neichsonletbe — — - 1925 3*/»% Deutsche «HcuD.anletb- 0 18 — .1925 .187.5 3*A Scurtdje RetchSanletdc Teutidjc Svarpramienanlethe j 33 0.105 — 0.3 , 0 11 0 27 4% Preußische KonsolS ■ • 4“ o Hessen ...... 0,17 — .185 3’£•/. Hessen........ 3% Hessen........- - —— — 0 175 — 0.165 — 0 18 Deutsche Wcrib. Dollar-Anl. 90.25 — 91.75 1 — dto-Doll.-Schatz-An weiiug.*! 97.4 — 97,7 — 4°/e HoQtiirten....... 1 8 13 i .81 8,13 — 5% yolbmcritaner ■ 42 j 41.751 — 1 — Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Prtvai-Bank 137 7* «4* — 136' 94* 94.25* lärm ft- und Naiionaldank 104.5* — 104,4- 104 Deutsche Bank. • • 105 2" — 105,2* 105* Deutsche vereiuSbank 61.5 , — — — TiSconto (Sommanbtt 101 5* 101.5* 102* 102* Metall bank ..... 76 69.75 — 1 — Mitteldeutsche Tredttdank — • 1 89' 89.5 — Ocftelreichische Lrrdillmstalt Westbank ...... H.R 0.03 6 7 0,03 7 6.75 Bochumer Guß....... — 65 5- 64.5* Budcr^S ....... 32 75 30.75 32.1 30 75 Caro ........... 35 — Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. 65 5 61- 413,25* 70* 62.13* Harpencr Bergbau . . «altwcrkc Aschersleben.... 98 96,75* 98* 97 9 96.5* 93 62 Kaliwerk Westeregeln..... 104 102 Lnurabuttc . ...... 31 — 31 29.75 Oberbedarf ......... Pböinr Bergbau ...... Rveinstabl ....... Riebeck Montan..... . — — 40* 411* — • 61' 62,75* 61* 52.5' 50* 51* 49 25* 62,75 — 63 — lellus Bergbau...... 40 — Hamburg-Amerika Pakt. . . Norddeutscher Llovo . . . 77 9‘ 81' 75 5* 76 5* 81' 74.9* 79.5' Lheramtiche Werke AlbM . . — • — Zementwerk Heidelberg . . Pbilivv Hoümunn .... 56 55 - - 41.75 44 5 1 44.5 — Aualo^Lont-Gocmo .... — — 71.5 .71 Badische Anilin ....... 113.5* 111.6* 12.5* 111* Chemische Mayer Alavdl . . — — — Goldschmidt ..... 60,5 58.5 61 59 5 Gries eimer Electron .... 113' Hl* — — Höchster Farbwerke...... 112.5* 111.5 112 2* 110,5* Holzverkohlung ........ 40.5 — — - NütgerSwerke • ........ 54.25 •n 53,5 — Schcideanstalt ........ 78.25 — — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 93.62* i 92.2V 1^,5* |92.25* Bergmann ........ 65 — — ti5* Mainkrastwercke ..... . 66.25 — — Schlickert ...... • . . 60’ — 60,75* 58.75* Siemens 4 HalSke ...... — — .5 172 75* Adlerwerkc K lener...... 25.5 21 25.5 i 2.1 Daimler Motoren. ...... 25.75 24 25 25 24 25 Henligenstaedt....... . Meguin........... Motorenwerke Mannheim 16 — — 21.5 — 37 3 | 2 Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . 19 — — Mctallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. . . . . . 83.5 52,5 83 , 52.5 52 — Schuh'abrik Her;..... 14 23,5 22 Sichel . ......... Zellsiois Waldbos....... 6 77 2 5 77,25 z Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 51 50 6 — — 10 5 40,25 4t — Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 2. Dez. Tendenz: Schwächer. — Die gestern bereits hervorgetretene Abgabeneigung kam heute bei Beginn in ziemlich scharfen Formen zum Ausdruck und führte zu empfindlichen Kurs- rückschlägen. 2(nregenbe Momente, die der rückläufigen Bewegung hätten entgegenroirten können, läge nnicht vor, so daß die Baissespekulation leichtes Spiel hatte. Die Abgaben, die den ganzen Markt belasteten, gingen z.T. auf Berliner Rechnung und dürften auf Uttimo-Glattstellungen zurückzuführen jein. Dos Materialangebot umfaßte fast den ganzen Markt, doch war das Hauptbetätigungs- feld der Spekulation, der Montan - und Chemiemarkt, am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Die Werte des ersteren büßten 2 bis 3 Proz. ein, dje des letzteren bis zu 2 Proz. Auch Elektrowerte setzten erheblich niedriger ein. 2(tn Schiffahrtsmarkt waren die Rückgänge weniger scharf ausgeprägt. Bankaktien waren z.T. gehalten. Auto-, Maschinen-, Zucker- und B a u a k t i e n waren dagegen erheblich niedriger. Am E i n h ei t s m a r k t der Industrie- papiere war das Angebot überwiegend. Deutsche Anleihen blieben vernachlässigt. Don ausländischen Re n t en waren Ungarn gut gehalten, während Türken nachgaben. Der F r e i v c r k e h r blieb umsatzlos. Beckerköhle 38,5 Proz., Benz 26,5 Proz., Brown-Boveri 53 Proz., Growag 39 Proz., Krü- aershall 71 Proz., Ufa 48 Proz., Ufra 49,75 Droz. Der weitere Verlauf war schwankend. Vorübergehend konnten sich auf Deckungen leichte Erholungen durchsetzen, doch trug die Abschwächung des französischen Frankens eine Verstimmung in den Markt, infolgedessen die Abschwächungen eine Fortsetzung erfuhren. Das Geschäft war, da nur geringe Aufnahmelust bestand, lustlos und zurückhaltend. Am Geldmarkt ist eine leichte Entspannung zu beobachten. Tagesgeld 10 Proz., Monatsgeld 10 bis 11 Proz., je nach Adresse. Bankdiskonten 7 Proz., Industrieakzepte 9 bis 9A Proz. Im Devisen - verkehr wurde die katastrophale Abwärtsbewegung der polnischen Währung start beachtet. Warschau ging gegen Kabel bis auf 13 zurück. Auch Paris war gegen London abgeschwächt mit 124,90. Mailand lag ebenfalls schwächer. Mark und Pfund ind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telearophtlche Auszahlung Banknoten. 1 Dejbr t Dez r. Amtliche Noti runa Amtliche Notierung Meld Brie« (Seit» Brie' Amn-Boi. Buen-AircL I6M r,4 169,06 168 66 169.08 1 73« 1.712 1.741 1.45 Bns. Antw 19 <0 19.04 19.01 19.05 Lbristiania 85.U 85.56 85 19 85.41 Koxenbagrn 104.32 1'14.58 104.22 104,48 Ctockbolm 112.21 112,49 112,16 112.41 Hcllingsors 10 55 10,59 10.55 10,5> Italien. . 16.91 16.9. 16,86 16.90 London. -0.322 20.3 2 20.319 >0.369 'Jitunort . 1.195 4,20: 4,19 4,215 Poris. . 16.615 '6.65 »>,04 16.08 Schweiz . so 81 81.04 50,79 '0,9 i Evanien • 59 45 59,79 54,18 59..T' Japan . . • 1 808 1,812 । .818 1.822 Bio de Jan Vien in D-- ) 589 • .591 69,33 1.595 .,9.19 0.598 59,33 £tft. abtteft >9.19 Prag ... 12.42 12.46 12.42 12.46 Belgrad . . 7.425 7,445 7,425 7,44.5 Budap.-st. o 875 i,895 >,877 -.897 Bitlraricn 3.045 3,05 3.05 >.06 Lissabon .'1,275 21,325 21.275 1.325 Danjig - - 80 59 80.79 80.59 80.79 .klonst ittin. 2.245 2,255 ;.22u 2.235 Atbcn 5 49 5.5i 5 49 5 51 Canada. . 4 197 4.2 7 4.197 4,207 Uni (inan ■ 4.285 4,295 4.285 4,295 .Berlin. 1 Dejbr Geld . Briet Amerikanische Viotei ..... t.185 4.20. Belgische Noten ...... 18,9t 19,01 Dänische Noten ....... 101.04 104.56 Englische Noten........ 20,283 20,383 Französische Noten ...... Holländische Noten ...» 16,585 168,25 16 (65 169.09 Italienische Noten...... 16.91 16,99 Norwegische Noten. ... 85.04 85 46 Deutsch Oestcrr , ä 100 3kronen 59.02 59.32 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten ..... 111,92 112.48 Schweizer Noten....... 80.(6 81 06 Svanischc Noten..... , 59.12 59 42 Tschechoslowakische Noten . . 12.386 12.44 Ungarische Noten ...... 5.825 5.865 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25,75 bis 26, Roggen, inländischer 18,25 bis 18,50, Sommergerste für Brauzmecke 23 bis 23,25, Hafer, inländischer 18,50 biß 21,25, Mais, gelb 20,50 dis 20,75, Weizenmehl, inländisches, -spezial 0 41 bis 42, Roggenmehl 27 bis 27,25, Weizenkleie 10,75 bis 11, Roggenkleie 11 bis 11,25. Tendenz: Fest. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzla r, 28. Rov. Wegen Diebstahls int Rückfalle und Betrugs hatte sich der im hiesigen Gerichtsgefängnis in Haft befindliche Automonteur Ernst B. zu verantworten. Ihm wurden mehrere Diebstähle zur Last gelegt. So soll er in drei Fällen Arbeitskollegen Geldbeträge von 100, 2.70 und 5 Mark entwendet haben. 3n einem, andern Fall hat er den Kaufmann August F. von Wetzlar, seinen früheren Arbeitgcb:r. bestohlen, indem er von einem diesem gehörigen Auto nachts eine Bosch-Lichtmaschine im Werte von 140 Ml. abmontierte, entwendete und für 50 Mk. verkaufte. Der Betrug soll In einer Gastwirtschaft in Schwalbach begangen worden sein. Dort soll sich der Angeklagie eine Flasche Wein und Wurst bestellt haben und dann heimlich, ohne zu bezahlen, verschwunden fein. Während der Angeklagte den Diebstahl der Lichtmaschine zugab, bestritt er die übrigen ihm zur Last gelegten Handlungen. Das Gericht sah mit Rücksicht au die Zeugenaussagen den Angeklagten bezüglich der Diebstähle der 100 Mk. und der Lichtmaschine sowie des Betrugs als überführt an und erkannte auf 1 Zahr 2 Monate Gefängnis, welche Strafe der Angeklagte annahm. Der Der- treter der Staatsanwaltschaft hatte 2 Jahre 6 Monate Zuckst ha uS beantragt. Der Arbeiter Gottfried war wegen gefährlicher Kör perversehung angeklagt, weil er den Arbeiter August G. von Wetzlar durch e'nen Messerstich derart verletzt hatte, daß der Mann sofort ins Krankenhaus aufgenommen werden mußte. Der Angeklagte behauptete, in Rotwehr gehandelt zu haben, denn der Derletzte und dessen Bruder hätten ihn, als er in Begleitung seiner Frau von Rauborn kam. unterwegs überlallen und schwer mißhandelt, so haß er schließlich 5um Messer gegriffen habe. Diese letzteren schildern jedoch den Angettagten als den Angreifer. Das Gericht gelangte zur Vertagung, da noch her behänd ll^.de Arzt als Sachverständrger gelaßen werden soll. . Das Dienstmädchen Hedwig H. tn Haige r war unter der Beschuldigung, in Altenkirck>en ihrer Dienstherrin Kleidungsstücke usw. und her medizinischen Klinik in Gießen em Krankenhaushemd entwendet zu haben, wegen Diebstahls unter Anklage. Die A igcflagte gab die Diebstähle zu. Das Urteil lautet auf 30 Mk. Geldstrafe an Stelle von 10 Tagen Gefängnis. Dem Kaufmann Friedrich M. von W e tz - l a r war durch gerichtlichen Strafbefehl unter der Beschuldigung, als Dertreter einer auswärtigen Firma bei einem Geschäftsmann Gelder für gelieferte Waren ohne Jnkassobefugnis cin- tasfiert und dieselben für sich verwendet zu haben, 1 Monat Gefängnis zudiktiert worden. Hiergegen erhob er Einspruch, hatte jedoch keinen Erfolg damit, denn das Gericht erkannte wegen Unterschlagung auf die gleiche Strafe. Schöffengericht Gießen. ♦ Gießen, 30. Rov. Unter der Anklage der Kuppelei standen der Gastwirt Ludwig Karl Schr. und dessen ledige Tochter Elfe Schr. von Friedberg vor Gericht. Sie sollten der Unzucht eines ihnen nahestehenden Mädchens mit einem ihrer Logiergäste Vorschub gele.stet haben. Die Beweisaufnahme gestattete sich günstig für die Angeklagten; die Hauptbelastungszeugin ist so übel beleumdet, daß ihren Angaben kein Glauben beigemeffen wurde. Es erfolgte daher Freisprechung. Die mehrfach vorbestraften Philipp W. aus Friedberg und Wllly W. aus D a d - R a u - heim hatten in Bad-Rauheim am 10. Oktober 1925 aus einer dem Peter Mörler daselbst gehörigen Feldscheune mehrere Zentner Hafer in mitgcbrachten Säcken entwendet bzw. zu ent wenden versucht. Sie hatten zwei andere zur Beteiligung aufgefordert, diese hatten jedoch ab- gelehnt und rechtzeitig der Polizei Anzeige gemacht. Die Täter wurden daher auf frischer Tat ertappt. Strafe: je 1 Jahr Gefängnis. Vücherlisch. — Zigeunerblut im Aktenschrank, Roman von Homo. (Thüringer Derlagsanstatt und Druckerei G. m. b. H., Jena.) Preis 3,80 Mk. 548 — W. Reumeyer. Abseits. (Verlag R. Eckstein in Leipzig.) — Eine Sammlung reizender Iagdgeschichten, die jedem Weidmann Freude machen werden. 541 — Manfred Kyber: Der Königs- gaukler. (Verlag Seifert in Heilbronn.) 280 — Schriften der deutschen Gesellschaft für Soziologie. Band IV. Verhandlungen des IV. Deutschen Soziologentages. (I. E. B. Mohr sPaul Siebecks in Tübingen.) 778 Rundfunk-Programm des Frarrkfnrtrr Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Donnerstag, 3. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Haus- orchesters: Operetten von Millöcker. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs, Dortrag. 7 bis 7.30 Uhr: Uebertragung von Kassel, Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Küster über „Das Aus- landsdeutschtum. seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung". 7.30 bis 8 Uhr: Vortrag von Dr. Bentz-Hanau „Das deutsche Handwerk der Reuzeit". 8.30 Uhr: „Singen Sie mit!" Pelzmartel. Ein Rürnberger Spielzeugroman. Rach dem 2:a!ienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eber lein. .Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die drei Störche machten sich zunächst daran, die Umgebung des Hauses, wo Abraham Schloß wohnte, auszukundschatten. Wenn der tückische Mensch, dachten sie, durch den Gang der Ereignisse in Sicherheit gewiegt, Tante Berta schon freigelassen haben sollte, wäre es den dreien leicht gefallen, sie durch offene Beschimpfung zu re'.zen und zu zwingen, sich zu stellen, um auf die Herausforderung zu antworten, denn die D.c.stigkeit der Elster ist größer als ihre Vorsichtigkeit. Daraus hätte man einfach Tante Berta umzingett und ihr mit Schnabelhieben zu verstehen gegeben, daß sie verhaftet sei und den Störchen zu folgen habe. So, und nun schnurstracks zum Bürgermeister. Da bringen wir den Missetäter! Und jetzt — wer Augen hat, der sieht, wer Ohren hat, der hört, und wer Verstand hat, überlegt: Wenn der Bürgermeister nicht gerade blind, taub und verbohrt war, mußte ihm diese diebische, von den drei weisen Störchen Rürnbergs ge angengenommene und ihm vorgeführte Elster zu denken geben. Und wenn er herausbrachte, daß Tackte Berta, wie man doch gleich sah, eine zahme Elster war und Abraham Schloß gehörte--nun, die Schlußfolgerung war für Luginsland klar wie die Sonne. „Bravo, ausgezeichnet!" rief Schnabelspih ironisch ..Und wer macht es dem Bürgermeister begreiflich, daß Tante Berta dem Abraham Schloß gehört? Das wissen doch nur wir allein! Unö teer sollte uns verstehen?" Wie man's auch drehte und wendete, es blieb immer die gleiche Schwierigkeit, über die man nicht hinuegkam, nämlich die Sprach- unwissenheit der Rürnberger, die für alles mögliche Schulen hatten, aber dabei gerade die wichtigsten Sachen zu lernen versäumten. Obwohl entmutigt, gaben die drei Störche ihren Plan noch nicht auf. Man konnte neue Rachrichten einholen, neue Beweise beibringen, auf jeden Fall mußte die Aufmerksamkeit der Bürger mit allen Mitteln wachgehalten werden. 3n der Tat sanden die Rürnberger bald Gelegenheit, die Rase in die Luft zu stecken, denn auf allen Dächern war ein ungewöhnliches Hin und Her zu bemerken. Mit Einbruch der Dämmerung erhoben sich die drei Störche in steilem Flug bis zu den Glockenstühlen der Lo° renzer Kirchtürme, umkreisten sie dreimal und ließen sich dann gleichzeitig alle drei auf einen Taubenschlag nieder, wo sie aus ganz sonderbare Weise fraieelten, als wollten sie an die unten zu'ammenlausenden Leute eine Ansprache hatten. 3a, so ausdrucksvoll war ihr Benehmen, daß alle, die in den Störchen Vögel besonderer Art sahen, darin ein Zeichen und eine Mahnung erblickten. Daß die Störche etwas von außergewöhnlicher Wichtigkeit zu verkünden hatten, darüber konnte es keinen Zweifel geben, aber wer ßatte einen Zusammenhang zwischen ihrem Erscheinen, dem geschlossenen Taubenschlag und dem Wünzendiebstahl vermuten sollen, nachdem kaum einer wußte, wo Abraham Schloß wohnte! Uebrigens blieb den Rürnbergern nicht viel Zeit, über dar eigenartige Gebaren der Störche nach- zu denken, denn es bereiteten sich noch viel unbegreiflichere und wunder.ichere Ereignisse vor, die auf lange hinaus den Gesprächsstoff bilden sollten. Als sie den Versuch, die Rürnberger auf die richtige Spur zu bringen, als aussichtslos . erkannt hatten, zogen sich Luginsland, Schnabelspitz und die wütende PZiefenstelz in guter Ordnung zurück. Vorher geschah aber noch etwas Rührendes: Die drei Störche flogen feierlich an dem Leinen Fenster vorbei, hinter dem zwei verlassene Kinder beim spär.ichen Lampenschein warteten: Cicfel und Otto. Mutterseelenallein tearie.cn sie in der öden Wohnung, eines ans andere gekauert, stumm und matt vor Hunger, Kälte und Angst. Sie warteten auf Gevatterin Cornelia und Gevatter Franz, die ausgegangen traten, um zu erfahren, warum der Vater nicht heimkehre. Den Gruß der Störche bemerkten die Kinder nicht. Otto und Liese! dachten, wie glücklich sie noch am Abend vorher gewesen waren, hatten sie doch ein gutes Väterchen, eine Puppe und ein Kindertheater. Und jetzt gar nichts mehr. Den Ta.er hatte man sortgelührt, und sie wußten nicht, wohin. Das Theater war weg. Auch Kunigunde hatten sie genommen, in die Schachtel getan und neuerdings in den Laden des Meisters Leopold zurückgebracht. Warum nur das alles? Die Kinder hatten von all dem nichts begriffen und daher konnten sie nicht weinen, nur schrecklich traurig waren sie. Einmal sagte Otto: „Daran ist der böfc ©c’elle, der Pelzmärtel schuld. Der hat uns Weihnachten verdorben." Aber Liesel fuhr ihm erschrocken über den Mund: „Still, wenn er. dich hören würde!" Da wagte sich Otto nicht mehr über Pelzmärtel zu besagen, aber durch das Fenster konnte man ihn nun ganz leise meinen sehen. Die drei betrübten Störche schlugen darauf den Weg zum Gefängnis ein. Hier lag in einer dunklen und falten 3eile ein Mann in Kummer und Rot. Er zitterte bei dem Gedanken an seine verlassenen Kinder, dachte voll Schrecken an seinen geschändeten Ramen, an die Tücke des Mannes, der ihn ins Verderben gebracht hatte, und mit Bitterkeit an die Vorsehung, die solches zuließ. Die drei Störche nahmen auf dem Dache Ausstellung und ließen chre rauhe, schnarrende Stimme ertönen, in der Zorn, Liebe und Schmerz zum Ausdruck kamen. Peter hörte es und nahm es als ein gutes Vorzeichen. 4 Unterdessen hatten die Rürnberger alle Hände voll zu tun, um Öen Weihnachtsbaum zu schmücken, die Geschenke herzurichten und das Festmahl vorzubereiten. Auch in lange Girlanden aus Tannenzweigen, Misteln und Stechpalmen steckte man bunte Kerzen. Ueberall flimmerte und schimmerte es von silben Rüssen, Glaskugeln und Dethlehemsternen, überall leuchteten rotbackige Aepsel, dufteten braune Lebkuchen. 3n jeder Ecke gab es eine kleine Windmühle samt Müller und Müllerin und dem mit Säcken beladenen Esel. An allen Wänden und von der Decke herunter, aus den Girlanden und Zweigen und Mistelbüschen heraus hingen an unsichtbaren Fäden Geschenke über Geschenke. Da waren bunte Haufen von Hampelmännern, Herden von puhigweißen Lämmern, Berge von Trompeten und Gewehren, Rudel von Gummifatzen, ganze Puppenvölker, die einander an den Händen hielten. Die Weihnachtsbäume waren überladen, die grünen Zweige der Fichten und Tannen bogen sich unter dem Gewicht des Schmuckes. Rie hatte man einen derartigen Reichtum, einen solchen Ueberfhiß an Spielzeug wie in diesem 3ahre gesehen: es war eine wahre UeberfchwTmmung, es schien, als ob alle ausgemacht hätten, diesmal ein ganz außer» gewöhnlickes Weihnachtssest zu feiern. Der Brauch, einen Baum zu schmücken, war, wie ich euch schon erzählte, neu aufgekommen. Eine beglückende Reichest! Sogar die ernsten, in ihren Geschäften ausgehenden Väter sanden einen solchen Gefallen daran, daß sie gegen die Sitte die Kinder nicht schon um neun Ußr zu Bett schickten. Rein, sie wollten selbst dabei sein und tarnen daher überein, die Kerzen erst um neun Uhr, nach Ladenschluß, anzuzünden. Um neun Ähr! Um neun Uhr! Endlich ist die Stunde da ... Und die Kinder wußten fast nicht, ob sie sich mehr über das Ausbleibendürfen oder auf die Geschenke freuen sollten. Die vielen, vielen schönen Sachen, die cs geben würde! Auch der Kinder der Armen würde gedacht werden. Rur an Otto und Liesel dachte niemand. Um neun Uhr war ganz Rürnberg in festlicher Erwartung. Ober als sich die Türen zu den geheimnisvollen Zimmern offneren, in denen sich das Christusllnd solange zu tun gemacht hatte, da--- (Soitjeßung folgt.) 'hr flöt in euren Ääftgen, jeder für nt< i. yortfetzung. Nachdruck verboten. ,Entrez, monsieur“, sagte diese ruhig mit Machen Tie, daß „5>amel“ knirschte Hasse. Rätsel In nächster NummerI Auflösung folgt 11358a Monte SS SS _ . 1 tYAfffllt All Vnrtl trocken ab Lager 10751c liefert nejeii piompi unu uung fl I II 1 C.Rübsamen,Gießen SJJÜSL.ÜJ Fernsprecher 1659. Telephon 16>2. 1860c usw. bet 09670 's« Seit 40 Jahren glänzend bewährt 11369c 09653 MMrvtze 28, ölnterljQos N K 3 X N Miene, ihre Ttet° hier zu Besuch", keiner Dame die Metzel suppe sind weltberühmt und die besten und billigsten Kontroll - Kassen der Welt NATIONAL Kontroll Kassen Franziska. Roman von LieSdet Dill. Verlangen Sie kostenlose Erklärung ohne Verpflichtung für Sie Ich hab' ihr bis heut duvchgehvlfen, tote tote eS tun unter Kollegen. Aber das rennt ihr ja nickt, ihr aus der Gesellschaft helft euch ja Der ATA~Cngel ist vergnügt; Weil seine Arbeit-nur so fliegt, Jn heller Freude ruft er aus: ATA gehört in jedes Haus! ATA pu&und reäiiaf alles f L) der allg. Grtrlrankenkafle Glehen b) der allg. Ortrfranlenkaffe der Landkreise; Giehen c) der Landfrankenkasse der Ureises Sieben.___________ Bezirksvertreter: Leo Odermann, Glessen Seltersweg 81, I. Etage Besuehen Sie unsere Ausstellung der neuesten Modelle, vom 2. bis 3. Dezember 1925 Im Hotel-Restaurant „Zum Bayerischen Hof Glessen, Bahnhofstr. *3 Hans Birkenstock Lanvgras-Phll.-Blatz 8 Etaaengeschäft. Morgen Donnerstag Stadt Licht oder Lager geeignet, sofort zu vermieten. unö Sand aus dem Lahnfluh liefert prompt und billig Hasse arbeitete wieder und war ruhig geworden nach ein paar Tagen unnützen Wartens auf eine Antwort von Franziska. Er hatte ihr in derselben Rocht einen langen Brief geschrieben. Sie, die ihn niemals aussprechen lieh, die seine Worte gewöhnlich durch eine Frage zu unterbrechen pflegte, sollte erfahren, daß er mit seinen Ahnungen recht behalten habe, wenn er ihr mißtraut hatte. In Briefen war Hasse immer sehr gemäßigt. Sein Temperament riß ihn nur hin, die Wahrheit schroff zu äußern, und Wahrheiten pflegen meist etwas Unangenehmes zu enthalten für den, dem man sie sagt. Er hatte sich gerechtfertigt für das, was ihm im Grund peinlich war, jetzt, nachdem es geschehen. Man sollte des Rachts keine Briefe schreiben, wenigstens keine entscheidend«!, und tut man es, so soll man sie des Morgens bei Tageslicht noch einmal lesen. Aber Hasse hatte diesen Brief des Rachts in den Kasten gesteckt und wartete nun auf Antwort. ES waren bereits acht Tage vergangen, und er dachte, gut, er ist beantwortet. Gr war ruhig worden, so fand er wenigstens, wenn er sich des Morgens beim Rasieren im Spiegel betrachtete. Alles war aus zwischen ihnen, und er empfand llar, warum. Die Ursache war lletn und lächerlich wie Ursachen großer Wirkungen meist zu sein pflegen, es war nur eine Berstimmung, Tel. 802 Autofahrten Tag und Macht. aber diese Verstimmungen hatten in der letzten Zeit überhand genommen, und er war nicht mehr bereit, Konzessionen zu machen. Seine Mappe hatte durch den Diener ob- holen lassen, und Franziska hatte dem Mann einen Taler geschenkt. Das bedeutete Krieg. Wenn er jemals an dieses Ende gedacht hatte, und in dem letzten halben Jahr waren ihm öfter Trennungsgedanken aufgestiegen, hatte er sich das vorgestellt wie ein Ausklingen, ein sansteS Jn-den-Sand-Derlaufen eines Bündnisses, das sich überlebt. Dazu aber war es gar nicht gekommen. Es war, als sähe er über Franziskas Schulter den Kops der roten Freundin mit den grau«r, schillernden Augen und dem frivolen Dachen. Er stellte sich vor, wie sie jetzt beide abends auf der breiten, mit Kissen bedeckten Chaiselongue lagen und über ihn lachten, über die Männer, die so töricht, so gefühlvoll waren und immer noch nicht lernten, daß man sie an einem ganz seinen roten Bändchen führen konnte, wie man wollte, wenn man sie belog. War es nicht töricht, sich so abhängig zu machen von einem ungebildeten und untalentierten Weib, das kaum eine richtige Schule duvchgemacht, kaum schreiben konnte? Er brauchte ja nur ein paar Briefe hervorzuholen mit ihrer fahrigen, ungelenken Kinderschrift, mit diesen Buchstaben, die schief über das Papier liefen wie Leute, die nicht gehen gelernt haben. Wenn er diese Schrift nun betrachtete, fiel ihm alles ein, toaS er vergessen wollte, und er warf die Briefe ins Feuer, denn er wollte vergessen. Hasse war für die Freunde und die Welt wie In einen Abgrund versunken, er saß nur mehr draußen in seinem hellen Laborarorium mit seinem Hund, seinen infizierten weißen Mäusen, die er etwas bitter seine Mäuse in Spiritus nannte. Wenn es für ihn etwas Charakteristisches r, war es diese naive Frage Franziskas, kennzeichnete das Richtwissenwollen der sich. Ihr seid stolz darauf, sie rein zu halten. Aber wir sind stolz darauf, einander aus der Rot zu helfen!" Sie warf die Tür ins Schloß und schob den Riegel vor. Hasse, unfähig, ein Wort der Entgegnung zu finden, verdutzt von so viel Anlogik, Raivität und Kraftausdrücken, stand wie betäubt. Es war ihm, als habe er geträumt, als er die Treppen hinabstieg. Er trat auf die menschenbelebte Straße, stieß mit jemand zu- sannnen, zog den Hut und murmelte eine Entschuldigung, er ging einen falschen Weg durch den Regen, ohne seinen Schirm aufzuspannem. Die Mappe hatte er wieder vergessen. heit hielt ihn davon zurück. Gr stand, mit den Fingern trommelnd, vor dem Flügel, der, mit Weinflecken besät, auSsah, als habe er seit zehn Jahren einem Cafd chantant gedient, und so sah alles aus, fand er heute morgen, da die Sonne das Zimmer beschien. In rosiger Lampenbeleuchtung sahen di« Farben milder aus, und vieles verschwand, was ihm jetzt grell vor Augen trat. Die Küche sah mit ihrem kalten Herd, ihrer stehenden Uhr aus, alS ob sie nie gebraucht tourte; wo war das Mädchen? Auch eine Betrügerei? In demselben Augenblick trat Franziska, die einen Schlafmantel aus dunkelgrünem Samt über das bis auf die Füße reichende Rachtge- wand geworfen hatte, ihm mit aufgelöstem Haar, das ihr über die Schulter floß, entgegen. Sie war blaß. „3a, sie ist fort“, sagte sie mit vor Empörung zitternder Stimme. „3ch habe ihr fvrtgeholfen? „Du hast mich wieder einmal belogen“, sagte er. „Weil ich dieses Leben einfach nicht aushalte, man muß euch ja belügen!" Sie bog zitternd ihr Schlangenarmband in ihren Händen, von dem sie sich selbst im Bad nicht trennte. „Das vergesse ich dir nicht! Du hast mir die Wohnung geschenkt und hast mir das Recht damit gegeben, darüber zu verfügen, man gibt aber nicht Rechte, um sie, wenn - einem paßt, wieder zu nehmen. Das tut kein Kavalier, das ist gemein!" Er schüttelte sie, keines Wortes mächtig, bei der Hand. „Schweig!" .Ich will reden, ich bin hier bei mir, meine persönliche Freiheit lasse ich mir nicht nehmen. Die Einrichtung gebe ich dir wieder, da, den Schmuck." Sie nahm die goldene Lorgnonkette vom Toilettentisch und warf sie ihm vor die Füße, daß das Glas klirrend zerbrach And sie überschüttete ihn mit einem Hagel von derben Schimpfwvrten. Er packte sie am Handgelenk, toll vor Wut, aber mit einer ungewöhnlichen Kraft riß sie sich los und schlüpfte hinter die Dadezirnrnertür, und von dort, hinter ihrer Verschanzung, rief sie ihm zu: „Geh, geh, wohin du willst! Was du getan hast, war deiner unwürdig, war brutal. Str Bremen 10638i Dein Beruf war Franziska so gleichgültig gewesen, daß er ihr in den zwei Jahren nicht einmal das Wichtigste oder Einfachste daraus hätte mitteilen können. Es ist gut, daß eS so gekommen ist, dachte er. lFortsetzung folgt) Bekanntmachung. Der Verwaltungsausschuß des Landesarbeitsamtes Preußen- Hessen hat den Beitragssatz zur Erwerbslosenfürsorge vom 30. November 1925 ab von l°/0 auf le/4°/0 vom Grundlohn der Krankenkassen festgesetzt. Der wöchentliche Beitrag zur Erwerbslosenfürsorge beträgt hiernach vom 30. November 1925 ab. Honig Blüien-, Schleuder-, Rnianitert rein, 10- Bsiind-Büchse franko 10 5o -x, halbe 6 Nackn kiOzmehr.Gnr. Zurück« Fischer, getirer em.. Imkerei und Hontaverfand, Oberneulnnd 76, sicherte je die Hälfte. Die Vorstände: ^esttz. ar,Lütz' ist, vor dem Schlascngeden zu sich nehmen, wer sich vor Nachahmu, gen schützen will, verlange ausbrfldd Baldravln. Zu haben in Apotheken u.Drogerien Bestimmt in: Tentral-Drog^ Schulstr. Germania.Drogerie, frankfurter Str. 2V Kaiser-Drog..Lindern»! 5 -ireuz-Drogerie, Bahn» hosstrahe 51 5264ss Löw-n.Drogcrie, W. All' inger Lu dwta, platz-Drogeri« Neuftadt-Drogeri« Drogerie ®bitcrl)off, Träume Können Sie Der Indern wenn Sie Spotbeter w. Ullr.ch, valdr.anwein, der jetzt unter d.m Namen Solomin Sie herauskommen, augenblicklich!" „Erst haben Sie die Güte, sich zu entfernen. Ich bin nicht gewohnt, mich in Gegenwart von Polizisten anzulleiden", antwortete sie. Er ging. Im Eßzimmer war der Tisch noch gedeckt vom vorherigen Abend, zwei verschobene (Stetede, eine halbe Flasche Sekt und gestern hatte sie ihm die Komödie vorgespielt vom Repetitor und Kopfschmerzen. Alles wogte ihm vor den Augen, als er die Gedecke sah, und er war früher heimgegangen, Well er stets Rücksicht nahm auf ihr körperliches Befinden. Auf dem Flügel stand ein drittes Glas zwischen Coupletirvten und zerkrümeltem Bis- niit Sein Kops war wie mit einem Sprengpulver gefüllt, und während er hier aus und ab ging, nach Worten suchend, hörte er nebenan die beiden Stimmen miteinander sprechen. Er war versucht, die Tür aufzureihen, aber eine Kavaliersg'wohn- Kathreiners Maizkaffee ist schmackhaft, gesund und billig zugleich. Diese drei Eigenschaften haben ihm unendlich viele Freunde gewonnen, die ihn nicht mehr entbehren mögen. Ist diese Tatsache nicht für jede Hausfrau, die Kathreiners Malzkaffee etwa noch nicht probiert hat, Veranlassung, einen Versuch damit zu machen? 1 Pfundpaket nut 50 Pfennig! einer einladenden Handbewegung. „ Franziska I" rief er mit einem Organ, das tn diesen Wänden oft geklungen hatte. Das plätschern im Badezimmer hörte augenblicklich auf, aber sie tarn nicht heraus. Er ging auf das Zimmer zu, aber die Tür wurde rasch von Innen zugeschlossen, und sie verschanzte sich hinter dieser Tür. Die Rote kicherte im Bett. Er drehte sich um und sagte kurz, mit einer Kopfbewegung nach der anderen Tür, indem er die Klinke dÄ Badezimmers festhielt: „Mein Fräulein, ich lasse Ihnen zehn Minuten Zeit, sich anzukleiden, dann will ich die Wohnung von Ihnen gesäubert wissen." „Ich brauche zwanzig", sagte die Mieze. „Gut", sagte er knirschend. „Zwanzig. 2llfo, Vb warte." Die Mieze machte keine lang zu ändern. „Ich bin tagte sie. „Sv weist man Remise als Auto-Einstellraum Die schönsten zu billigsten Preisen Korbmöbel, Korbwaren, Waschkörbe, Nähständer, a) bei der allg. Ortskrankenkasse Gießen- Stabt RM. b) bei der allg. Ortskrankenkasse d. Landkreises Dießen RM. c) bei der Landkrankenkasse des Kreises Dießen RM. 0.12 o 12 . ,, II....... 0.18 0.18 0.18 „ „ IN....... 0.24 0.24 0.24 „ „ IV....... 0.30 0 30 0.30 „ „ V........ 0.36 0.36 0 36 „ , VI....... 0.42 0.42 0.42 , . 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