v <• #(?; 'ft, 5’ §t! Hl bGj3^=' ® ti Q.7Of ft A r- eingeleiteten internationalen Zusammenarbeit zu betonen, damit die parteipolitischen Verwirrungen autzenpolftisch und insbesondere in Wirkung für das besetzte Gebiet keine negativen Folgerungen nach sich ziehen könnten. Jetzt liege es in erster Linie bei den a n deren Rationen, ob sie die für Deutschland selbstverständlichen Voraussetzungen für den eirdgültigen Abschluß des Paktes zu erfüllen bereit seien. Hierzu gehöre vor allem die Erfüllung des von dem Pakt von Locarno restlos unabhängigen deutschen Rechts- ans p r uch e s auf die Räumung der nördlichen Zone des Rheinlandes. Hierzu gehöre der Verzicht Frankreichs auf die durch nichts gerechtfertigte Ueberspannung des Besayungsgedankens in der mittleren und südlichen Zone. Richt nur das Rheinland, sondern ganz Deutschland erwarte, daß die allgemeinen Zusicherungen, die der französische Außenminister in seiner Schlußrede in Locarno gegeben habe, in kürzester Zeit in die Lat umgeseht würden. Bei England, Frankreich und Belgien liege jetzt die Aufgabe, im Lause der nächsten Wochen in der Praxis zu zeigen, daß es sich bei ihren Reden in und über Locarno nicht um theoretische Erklärungen. sondern um die Bekundung eines tatsächlich auf die Herbeiführung des endlichen Friedens gerichteten Willens handelt. Unter der Voraussetzung, daß wir uns in Deutschland nach dieser Richtung hin keinerlei Illusionen hingeben, daß wir nicht vergeblich auf die praktischen Laten der anderen warten, werde sich für uns aus dem endgültigen Abschluß des Vertrages von Locarno die Rotwendigkeit ergeben, mit aller Energie auf dem eiirgeschlagenen Wege fortzu- schreiten und weltwirtschaftlich das auszugestalten, wofür weltpolitisch in Locarno die Grundlage gelegt worden sei. Hat das Lebensinteresse der einzelnen führenden Rationen den Palt von Locarno veranlass, ist die englische Arbeitslosigkeit und die französische Währungsnot der bestimmendste Faktor für die Zustimmung dieser Rationen zu dem Vertrage gewesen, so werde durch politisches Recht formulierende Paragrapyen an sich an diesen Röten noch nichts geändert. Locarno erhalte für diese Rationen und auch für uns erst dann seine wirkliche Bedeutung, wenn es gelinge, nunmehr den interessierten Staaten auch zu einer Verständigung über die weltwirtschaftliche Arbeitsteilung zusammenführen. Von dringendster Rotwendig- Mt erscheine cs, daß die deutsche Reichsregie- tung sich nunmehr aktiv für die Einberufung einer Weltwirtschaftskonferenz ein» letze. Seitens des Hansa-Dundes sei bereits sofort nach der Annahme der DawesgeseHe betont wor- £Fn',-&afo. itoedg Schaffung der Voraussetzungen, die für eine praktische Reparationserfüllung notwendig seien, eine solche Konferenz einzuberufen sei. Jetzt stehen wir vor der Tatsache, daß führende Männer aus anderen Rationen sich auch ihrerseits für die weltwirtschaftliche Sicherung des Völterfriedens auf diesem Wege einsetzten. Zusammenfassend erklärte der Redner: „Wir fordern eine Weltwirtschastskonferenz zwecks erweiterter Arbeitsteilnahme der deutschen Volkswirtschaft auf dem Weltmarkt. Wir fordern eine Au ßenhandelspolitik der Freizügigkeit und damit der Sicherung volkswirtschaftlich nutzbringenden Arbeitens. Wir fordern die peinlichste Pflege der inneren weltwir^chaft- lichen Sparfähigkeit angesichts der zahlreichen Gefahren, die die allzu einseitige bisherige Beobachtung der kreditwirtschaftlichen Wege nach sich ziehen. Wir fordern eine öffentliche Finanzwirtschaft, die sich in jeder Beziehung völlig unserer tatsächlichen Wirtschaftslage anpaßt, und verlangen von den gesetzgebenden Körperschaften die baldigste Verwirklichung unserer Wünsche bezüglich eines Etatsgrund^ gesehes, eines Steuerhöchstlasten-Ge- fehes und der allgemeinen Verwal- tungsrefprm. Wir fordern eine neue SteuermUderungs- Verordnung, um die Entkräftung der jetzt noch in den Grundlagen gesundgebliebenen Steuerquellen in Gewerbe, Handel und Industrie zu verhindern, und verlangen, daß der Staat sich nicht hemmend den valks- wirtschastlich so unerläßlichen Reugruppie- rungen unseres volkswirtschaftlichen triebskapitals entgegenstellt. Wir verlangen Wirtschaftlichkeit in den öffentlichen Betriebsverwaltungen des Reüches unter gleichzeitiger Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Funktionen, denen Eisenbahnen, Wasserstraßen und Poll zu dienen haben. Der Hansa-Bund gibt erneut das Gelöbnis ab, daß er alle seine Kräfte für die gesetzgeberische Verwirklichung des einheitlichen Willens dis deutschen Unternehmertums widmen wirp. An Sie richten wir den Appell, uns um der Zukunft unserer deutschen Wirtschaft und unseres deutschen Vaterlandes willen in unserer Arbeit zu unterstützen. Wenn alle Kräfte von Gewerbe, Handel und Industrie sich der Macht bewußt sein werden, die in der einheitlichen Betonung ihrer volkswirtschaftlich begründeten Forderungen liegt, so zweifle ich nicht daran, daß wir Erfolg haben und vor dem Urteil kommender Geschlechter bestehen toerb-en.“ Die DsutfchnaLwnalen Hessens zu Locarno. Darmstadt, 1. Rov. Der engere Verstand des Landesverbandes Hessen-Darmstadt Ö£t Deutschnationalen Volkspartei hat in feinär Sitzung vom 31. Oktober nach eingehender Aussprache die Haltung deS Parieivorstandes unü der Reichstagsfraktion, sowie den Austritt der deutschnationalen Minister einstimmig gebilligt. Auch der hessische Landesvorstand hält den Vertrag von Locarno für untragbar. Dieser Vertrag würde dem deutschen Dolle weder politische noch wirtschaftliche Vorteile oder Erleichterungen bringen, ihm aber die schwersten Bindungen und Verpflichtungen ohne die geringsten Gegenleistungen auferlegen. 1. Die in Artikel 1 ausgesprochene Garantierung der augenblicklichen Grenzen bedeutet einen glatten Verzicht auf deutsches Volk und Land. 2. Der Artikel 2, der an und für sich einen Angriffskrieg verhindern soll, enthält jedoch in den drei Ausnahmebestimmungen für die Vertragsgegner jede gewünschte Möglichkeit, in deutsches Reichsgebiet einzufallen. 3. Der Artikel 6 ist nicht nut eine erneute freiwillige Bestätigung des Vertrages von Versailles und der Dawes-Gesetze, sondern hebt die angeblichen Sicherungen des Vertrages für Deutschland überhaupt auf. 4. Rach Artikel 8 ist eine Kündigung des Vertrages durch Deutschland vollkommen ausgeschlossen. 5. Die Erläuterung zu Artikel 16 der Völkerbunds atzung gibt Ze j Verl ag5(,eg ern das Recht, deutsches Land zum Aufmarsch- und Kriegsgebiet für fremde Truppen zu machen. Dadurch würde Deutschland mit unserer Zustimmung namenlosem Eiend preisgegeben. 6. Ueber die sogenannten „Rückwirkungen" — Erleichterungen für das besetzte Gebiet, Abkürzung der Besehungszeiien, Verminderung der Zahl der Tefahungstruppen und somit Linderung der brennenden Wohnungsnot, frühere Abstimmung im Saargebiet usw. — sind nur als unverbindliche Aeußerungen der gegenwärtigen Staatsmänner unserer Dertragsgegner erfolgt, ihre Rachfolger sind durch nichts gebunden. 7. Vor allem ist Deutschland aber in der grundlegenden Frage der Kriegsschuld keinerlei Zugeständnis gemacht worden. 8. Somit sind die Forderungen, die nicht nur von der Deutschnationalen Volkspartei auf- gestellt, sondern auch von dem Gesamtkabinett den Unterhändlern als Mindestbedingungen für Locarno mitgegeben sind, nicht erfüllt. 9. Es kommt hinzu, daß das russische Problem immer mehr zur Entscheidung reift, und daß Deutschland daher unter keinen Umständen sich durch eine einseitig nach Westen gerichtete Jllusionspolitik zum zweiten Male in einen ver- hängniövollen Gegensatz zu Rußland hineintreiben lassen darf. 10. Das Schlutzprotokoll von Locarno läßt keine Abänderung irgendeiner Vertragsbestimmung zu (ne varietur!). Die Annahme des Vertrages würde daher eine dauernde politische- und wirtschaftliche Knechtung und VersNavung bedeuten. Für deutschnationale Minister war daher in einem Kabinett, das diesen Vertrag annehmen will, kein Platz mehr. Sie Unterzeichnung des deutschitalienischen Handelsvertrages. Rom, 31. Otf. (TU.) Der deutsch-italienische Handels- und Schiffahrksvertrag ist in Rom vom deutschen Botschafter Freiherrn von Reurath und Mussolini auf der Grundlage der gegen- seitlgen Meistbegünstigung unterzeichnet worden. Die beiden Regierungen beabsichtigen, den Vertrag bis zum 15. Dezember ratifizieren zu lassen. Dis dahin wird der am 10. Januar 1925 vereinbarte modus vivendi in Geltung bleiben. * In politischen Kreisen Berlins wird dem Handelsvertrag sehr weitgehende wirtschaftliche und politische Bedeutung beigemessen. Die deutsch-italienischen Handelsvertragsverhandlungen wurden bereits im Dezember 1924 eingeleitet. Es kam vorläufig zum Abschluß eines Provisoriums auf der Basis der Meistbegünstigung. Dieses Provisorium wurde im Juli d.I. verlängert und lief am 31. Oktober ab. Es wa: daher notwendig, bis zum Inkrafttreten des unterzeichneten deutsch-italienischen Handelsvertrags ein weiteres Provisorium zu schaffen. Der deutsch-italienische Handelsvertrag sieht vorläufig eine Dauer von fünf Jahren vor. painleve und die Sozialisten. Tagung des sozialrftischenNationalrats Paris, 2. Rov. (TU.) Gestern wurden die Sitzungen des sozialistischen Rationalrats in Paris eröffnet. Es kamen nur administrative und organisatorische Fragen zur Sprache. Die politischen Fragen werden erst heute, wahrscheinlich im Laufe einer Rachtsihung, nach der für heute nachmittag anberaumten Besprechung Painleves mit der Parlamentsfraktion zur Erörterung gelangen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Schicksal des Kabinetts Pain- l e b e von der Entscheidung des sozialistischen Rationalrats abhängt. Immerhin ist es aber auch möglich, daß die Frage der Unterstützung des Kabinetts nicht vom Rationalrat selbst erörtert wird, sondern daß die Entscheidung von der P a r l a m e n t s f r a k ti o n getroffen werden wird. Es ist höchst wahrscheinlich, daß zwischen Regierung und Sozialisten in der Finanzfrage eine Einigung erzielt werden wird, da die von Painleve vorgeschla- tiene Schaffung einer Amortisationskasse und Erhebung einer Vermögenssteuer den sozialistischen Forderungen entspricht. Schwierigkeiten können in der Frage der Bewilligung der für Marokko und Syrien bestimmten Kredite entstehen. Es ist ziemlich gewiß, daß die Mehrheit der Sozialisten gegen d i e Kredite stimmen oder sich zum mindesten der Abstimmung enthalten wird. Die Regierung würde sich dann in einer sehr schwierigen Lage befinden, selbst wenn es ihr gelingen sollte, mit Hilfe der Radikalsozialisten, der Republikanischen Sozialisten und Demokratischen Linken eine Mehrheit zustande zu bringen. Alles hängt von dem Ausgang der heutigen Besprechung Painleves mit den Sozialisten ab. Wenn Painleve sich bereit findet, die idon den Sozialisten in dieser Frage gewünschten Zugeständnisse zu machen, so würden letztere ihm chre Unterstützung rückhaltlos gewähren. Die Lcige in Damaskus. Paris, Rov. (TU.) Nach Meldungen aus Haifa haben dfe aufständischen Damaszener bisher nur 1680 Gewehre von 3000 abgeliefert. Die französischen Behörden haben der Stadt eine tägliche Buße von 5<0 0 Pfund auferlegt, die bis zur Ablieferung des letzten Gewehrs bezahlt werden müssen. Außerdem mußte die Stadtbehörde eine Geldbuße von 10 000 Pfund entrichten. Die Militärbehörde hat die weitere Beschießung von Damaskus eingestellt, doch sind sämtliche Straßen durch Maschinengewehrabteilungen besetzt. Die Vaye ist augenblicklich normal, doch finden nördlich von Damaskus noch weitere Kämpfe ftutt Automobilkolonnen wurden 15 km von Damaskus entfernt von den Aufständischen angegriffen und ausgeplündert. Ein in Alexandrien eingetroffener Reisender aus Syrien berichtete, daß die Aufständischen die Dörfer um Damas- I kus herum besetzt halten. Es besteht die Gefahr einer HungersNsvt in der Stadt, da die Ge- | treidesendungen aus Hauran abgeschnitten sind. Ge- neral <5 a r r a i l sei vor der Beschießung der Stadt mit knapper Not entkommen und habe sich unter dem Schutze einer sehr starken Eskorte nach Bei- r u t begeben. Die Volksmenge habe fein Wohnhaus angegriffen, die dort befindlichen wertvollen Sammlungen in die Moschee gebracht und dann das Haus niedergebrannt. EinBeftechungsprozeßrnAmcrrka Reu York, 31. Oft. iKabeldienst der TU.) Die große Sensation bildet augenblicklich ein Riesenbestechungsskandal, worin der Verwalter des fremden Eigentums. Miller, als Ange- llagter verwickelt ist. Ferner sind angcllagt Richard und Alfred Merton in Frankfurt n geht beiter, der i Monat gevvhiilitz t lid) fast ousnahir.r- den Hahn, während rö ganzen her Scho- V toenn Sie Hennen id, die Augen auf« ,u drüfrn und rasch des 'm bunten Geir schmucklose hem en zu seinem Aeign tdherrn gestreckt tritt lläihühner dürste r m ein tvaidgevVt agegen kommt es m r noch einige Hühr teilen, zur Strecke f ie eigentliche Hühr natürlich nicht ri da sind Dildente dauett die Schützt i in vielen GegeM e uiibelanntes M >L>e Gänse lohnt n ib zäher wenn der Ersvl k Augelschuh aus du unelten Miider^ jetzt schon den 0w Ibereits *M Wohnungsbau, sentlichen W S.@ XSS; jetzt sei h ’S t- der Sparlasl ? düngen auch nngsinnunM » LZL frfes igult'S' Mch' E..': £*»** I.I.6S sA;.ß M li' 'a«M«il8 “oember, i" ss’jL b,«iu IQlc des ^et pfaft Dam. °L Die Anziehungskraft des Schaufensters wachst mit Menge und Güte der aufgewendeten Beleuchtung. 3eöer Ladmbesiher sollte beachten, wie durch reichliche und blendungsfteie Beleuchtung die Kauflust angeregt wird. Oie Lichtheffe „Licht lockt Leute" und „Licht als Helfer beim Verkauf" sind bei Clettrizitäiswerken, OsraM'Verkaufssiellen und anderen Sleltto- Fachgeschäften zum Preise von je 25 Pf. erhältlich. 6 OS RAM buchführenden Landwirte gelten. Wie der Lanbwirtschafrskammer vom Deutschen Landwirt- schaftsrot jedoch mitgeteilt wurde, konnte das Reichs- finanzministerium aus grundsätzlichen Bedenken heraus diesem Antrag nicht entsprechen. Dagegen ist für Einzelfälle aus einen begründeten Antrag hin eine Ermäßigung aus Bil - ligkeitsgründen durch das Finanzamt möglich. Gießener Wochenmarktpreifc. ES kosteten auf dem Samstag-Wochenmarkt: das Pfund Butter 200 Pfennig. Matte 35. Käse "65 bis 70, Wirsing S, Weißkraut 6. Rotkraut 10, gelbe Düben 10, rote Düben 20 bis 25, Spinat 10. .Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 40, Feldsalat 100, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kürbis 6, Kav- löffeln 4, Depfel 15 bis 20. Dirnen 25 bis 30, Russe 60, junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 100, Gänse 100 bis 120; das Stück- Lier 18, Blumenkohl 30 bis 100, Salat 10. Lndivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 jii 10, Sellerie 5 bis 30 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Deutschnationale Frauengruppe, 8 Ahr, Hotel „Hindenburg": Dortragsabend. — Deicbszentrale für Heimatdienst, 8 Ahr. Deue Aula der Ani- oersität: Vortrag. — Gießener Freiwillige Feuerwehr, 8 Ahr, bei Müller-Bahnhofstraße: Mo» natsverfammlung. — Lichtspielhaus, Dahnhofstr.: „gilmflirt". — Astoria-Lichtspiele: „Der Dämon der Landstraße". — Gemeindeabend der Matth ä u s - G em e i n de. Man schreibt uns: 3m Zeichen des Reformationsfestes veranstaltet die Männer- und Frauen-Bereinigung der Mat- thäusgemeinde morgen, Dienstag, 3. Dovember, abends 8 Ahr, im Matthäus-Saal einen Gemeindeabend. Pfarrer Mahr wird sprechen über: „Luther als Beter"; Frau Karola Str au ch, die Tochter des Dichters Alfred Dock, wird aus eindringenden Studien über „Luthers DaterunserauSlegung" referieren. Der Abend verspricht durch seine interessante Themen, die letzte Innerlichkeit Luthers deuten, starke Anregungen zu bieten für Selbstbesinnung und Konzentration der Seele, die heute immer wieder von der anthroposophischen Meditation, der ärztlichen Psychoanalyse gefordert wird. Gäste sind willkommen. (Dgl. Anzeige von vorgestern.) — „Frontslieger im Westen". Einen Lichtbilder-Vortrag über dieses fesselnde Thema hält Dr. A. Äuermann auf Einladung des Jung- deutschen Ordens am nächsten Donnerstagabend in der Turnhalle (Oswaldsgarten). Der Reinertrag des Abends soll zur Weihnachtsbescherung armer Kinder Verwendung finden. ** Deichsbauten in Gießen. Wie wir zuverlässig erfahren, wird von der Deichssinanz- oerwaltung die Erbauung eines Finanzamts- JebäudeS in Gießen geplant, ferner beabsich- igt das Reichsarbeitsmtnisterium, dem Ver- svrgungsamt ein neues Amtsgebäude zu errichten. Beide Gebäude sollen räumlich nebeneinander zu stehen konnnen. im übrigen aber völlig getrennt sein. Die erste Rate der Baukosten wird voraussichtlich rm nächstjährigen Voranschlag der Regierung beim Reichstag angefordert werden. Gegenwärtig sind die Verhandlungen über die Grundstücksfrage noch im Gange. Die Bauten dürften voraussichtlich rm nächsten Sommer in Angriff genommen werden. ** Eine Steuer-Anmahnung veröffentlicht die Stadtkaste in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien darauf besonders hin- gewiesen. ** Landpachtpreise in Gießen. Bei den Grundstücksveroachtungen der Stadt Gießen wurden für den Morgen rund 40 Mark Pacht erzielt. Dieser Preis bleibt erheblich hinter den früheren Pachterlösen zurück — im Hinblick auf den stark geschwundenen Landhunger freilich kein Wunder. ** D i e Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur läßt sich die Reichsbahnverwaltung auf den Bahnhöfen des Reichsbahnnetzes angelegen fein. Gestützt auf die Verurteilung zahlreicher Zeitschriften wegen Veröffentlichung unzüch. tiger Artikel und Bilder hat die Bahnverwaltung den Verkauf dieser Schmutzfinken-Machwerke in den Bahnhofsbuchhandlungen verboten. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Pariser Zeitschriften. Dieses Vorgehen der Reichsbahnverwaltung verdient volle Anerkennung. •• Verhaftung. Der seit längerer Zeit von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen schwerer Einbruchödieustähle steckbrieflich gesuchte Arbeiter Wilhelm Munden aus Bochum konnte jetzt auf dem Truppacher Hof bei Zweibrücken, wo er feit drei Wochen beschäftigt war, verhaftet werden. Münden wird nach Gießen überführt. ** Die Landwirtschaftlichen Schulen eröffnen ihren ordentlichen Lehrgang 1925/26 am Montaa, 9. November. Der Unterricht dauert bis zur Karwoche. Nähere Auskunft erteilen die Leiter der zuständigen Landwirtschaftsämter. k. Zentrums. Der f ammlung. Am Donnerstagabend fand im Kathol. Dereinshaus eine Versammlung der Zentrumspartei statt, in der Reichstagsabg. Schwarz. Frankfurt a. M. über die politische Lage sprach. Der Redner erörterte zu- nächst die durch den Beschluß der Deutschnationalen Partei, dem Abkommen von Locarno ihre Unterschrift zu versagen, entstandene politische Krisis. Weiter kam der Redner auf die Stellungnahme der Zentrumspartei zum Vertrag von Locarno zu sprechen und legte bar, daß die Partei das Ergebnis diele- Vertrages billige und mit allen Mitteln versuchen werde, eine Mehrheit für den Vertrag im Reichstag zustande zu bringen. Ob dies allerdings möglich werde, wenn die Deutschnationale Partei ihren eingenommenen Standpunkt beibehalte, bleibe dahingestellt. Ueber die Stellungnahme der Partei zu den sich hieraus ergebenden weiteren Fragen wird erst der auf nächsten Mittwoch nach Kassel einberufene Parteitag der deutschen Zentrumsnartei entscheiden. Der Redner betonte, daß man versuchen müßte, eine Reichstagsauflösung zu vermeiden. An- schließend kam der Referent auf das innenpolitische Programm der Zentrumspartei zu sprechen, das in Ausbau und Festigung der bestehenden Staatsform, Bekämpfung der Diktatur und jeglicher Kastcnhcrr- schaft sowie Bildung einer Reichsregierung auf breitester parlamentarischer Grundlage bestehe. Don dieser Regierung der Dolksgemeinschast seien wir heute weiter als je entfernt. Anschließend erläuterte der Redner die im Reichstag bei der Verabschiedung der Aufwertungs-, Steuer- und Zollgesetze zutage getretenen Schwieriakeiten und die Ursache der Ent- frembung, die zwischen den Parteien der Weimarer Koalition eingetreten sei. Anschließend kam er aus die aus dem Austritt des Adg. Dr. Wirth aus der Zentrumsfraktion des Reichstages sich ergebenden Schwierigkeiten zu sprechen und gab der Hoffnung Aufdruck, daß auch in diesem Punkte der Kasteler Parteitag Klärung bringen würde. Als zweiter Redner des Abendssprach Landtagsabg. W e ck l e r - Rockenberg über die Tätigkeit der Zentrumspartei im Hessischen Landtag. Er erläuterte eingehend die Schwierigkeiten, die sich bei der Bildung der hessi. scheu Regierung nach den letzten Wahlen ergaben, unb die schließlich mit der Bildung der kleinen Koalition endigten. U. a. erläuterte der Redner die Forderungen der Partei anläßlich der Reichsschulgesetzdebatte und der Zollvorlage unb kam noch kurz auf die Slbänberungen in den Kommunalwahlgesetzen ju sprechen. In der Aussprache beschäftigte sich ein Redner noch kurz mit den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen und ermahnte, auch hier dem bewährten Alten treu zu bleiben. ’* Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 244 Ochsen, 39 Dullen, 749 Färsen und Kühe, 406 Kälber, 345 Schafe, 3634 Schweine. Schlafende Schöffen. Die „Deutsche R ich ter zeit ung" gz» währt in Rr. 2 von 1925 den Ausführungen der „R. 3r. Ztg." vom 14. Dezember 1924 Raum und billigt damit offenbar erfreulicherweise die folgenden Ausführungen, denen man sich im Interesse der Rechtspflege ebenfalls nur an- schließen kann. Gestützt auf eine Reichsgerichtsentscheidung hatte das Oberlandesgericht Breslau keinen Re- visionSgrund darin gesehen, daß ein Schöffe „während der Verhandlung andauernd geschlafen" hatte — Reichsgerichtsentscheidung hin — Reichs- gerichtsenlscheidung her, während einer Derhand- lung schlafende Richter sind eine Farce, die jeder nunftgemähen Justiz Hohn spricht. And der Würde unb dem Ansehen des Gerichts. Beide zu wahren, ist Pflicht des Vorsitzenden. Warum wird diese in den allermeisten Fällen nur in der Richtung deS Angeklagten, der Parteien, der Zeugen, der Verteidiger und des Publikums geübt? Schaden aus Faullbeit und Znteressen- lvsigkeit (unb Aebermüdung? Die Red.) schlafende Laienrichter dec Würde eines Gerichtshofes etwa nicht mehr als ein vorlauter Delinquent, ein übereifriger Anwalt, ein formloser Zeuge, ein durch unangebrachte Aeußerungen störendes Publikum? Man redet und klagt xur Zeit so viel und berechtigt über das Schwingen deS Autori- tätS» und Respektgefühles den Behörden gegenüber. Wäre es da nicht angezeigt, daß diese in sich und durch sich selbst peinlichst darauf achteten, keinerlei inneren und äußeren Anlaß dazu zu geben? Wem, der öfters in den Gerichtssälen weilte, ist nicht schon Haltung und Gebahren dieses oder jenes Richters unangenehm auf gefallen? Man vergleiche mit der manchmal recht salcchpen Art z. D. die korrekten Manieren der englischen Diener der Justiz. Diese vergeben sich in ihrer persönlichen Erscheinung, in ihrem Gehaben nicht das Geringste, sind diszipliniert bis in die Fingerspitzen. Das wirkt ganz besonders auch auf etwas „ temperamentvolle" Anwälte ,kalmierend", so daß es nur selten zu ernsten Zu- sannnenstchtzen kommt. Gegen schlafende Laienrichter sollte in Wahrung der Würde und des Ansehens der Gerichte streng eingeschritten werden. Dem DerhandlungSleiter stehen viele Möglichkeiten zür Verfügung, die ^Schlafkrankheit" eines Beisitzers zu bannen, vielleicht sogar ganz unauffällig Kommt er nicht zum Ziel, so muß er die Verhandlung abbrechen. Anter keinen Am- ständen dürfte eine Sitzung mit einem schlafenden Schöffen oder Geschworenen bis zum Arteil durch- gesührt werden." Baracken für Jugendpflege-Organisationen. Der Preußische Wohlfahrtsminister hat dem LandeSjugenüamt der Rheinprovinz (in Düsseldorf ) mitgeteilt, daß ste für andere Zwecke des Reiches nicht geeigneten Baracken im Einbruchs- und Sanktionsgebiet veräußert werden sollen. Sie kämen für die Jugendpflege-Organisationen in Betracht. Da diesen aber nur geringe Mittel zur Verfügung stchen, habe sich der Reichsminister für £je befehlen Gebiete einverstanden erklärt, daß nur eine Barzahlung von 20 Proz. gefordert wird, der Kaufpreisrest mit 5 Proz. zu verzinsen und erst rn 10 Zähren in Raten zu tilgen ist. Von der Aeberlassung dieser Baracken gegen Mietezahlung muß leider abgesehen werden. Kirche und Schule. Die hesfische Volksschule. c. Nach dem Stand vom 10. Mai gibt es in Hessen z. Z. 958 öffentliche Volksschulen, die zusammen 4017 Klaffen umfassen. 699 davon, d. i. 17,3 Proz., sind reine Knabenklaisen, 701 = 17,4 Proz. reine Mädchcnklaffcn unb 2617 == 65,3 Proz. sind gemischte Klaffen. 11,5 Proz. = 475 sind einklassig, 14,4 Proz. = 583 zwei-, 7,5 Proz. =, 283 drei-, 10 Proz. = 409 sind vier- und 56,6 Proz. = 2267 sind mehrklassig. Auf die drei Provinzen verteilt, entfallen auf Starkenburg 359 Schulen mit 2011 Klassen, auf Rheinhessen 189 Schulen mit 1035 Klassen und Oberhesfen 410 Schulen mit 971 Klassen. Von den 5 größten Städten hat Mainz 259, Offenbach 249, Darmstadt 204, Worms 125, Gießen 68 Klassen. 1924 waren es nach dem Stand vom 1. Dezember 961 Schulen mit 4041 Klassen, mithin ist eine Abnahme von 3 Schulen unb 24 Klaffen zu verzeichnen. Im Jahre 1913 waren es 973 Schulen. Während wir 1913 noch 903 gemeinsame und 7 0 Konfessionsschulen hatten, sind von den 958 jetzigen Schulen 928 Simultanfd)ulen und nur noch 30 Konfessionsschulen, also eine llb- nahme der Konfessionsschulen um 40. Insgesamt besuchen die hessischen Volksschulen 142 451 Kinder (71480 Knaben und 70 971 Mädchen), davon Starkenburg 70 352, Rheinhessen 38280 und Oberhessen 33 819 Kinder. (17 009 Knaben unb 16 810 Mädchen). Sonderklassen gibt es in Hessen 315: 60 Hilfsklassen (Darmstadt 12, Offenbach 12, Mainz 10, Worms 3, G i e ß e n 2). 1 3 3 Förderklassen (Offenbach 44, Darmstadt 14, Mainz 10, Gießen 7, Worms 3). 99 Klassen mit e r - weiterten Lehrzielen (Darmstadt 24, Offenbach 21, Mainz 9, Worms 8 und Gießen 1) unb schließlich 2 3 Mittelklassen (Darmstadt 13, Offenbach 8, Gießen 2). Diese Sonderklassen werden von 8220 Kindern besucht == 4,5 Proz. 1924 hatten wir in Hessen 152 675 Kinder in 4091 Piaffen, 1913 210 388 Kinder in 3903 Klassen. Die Abnahme der Kinder von 1924 auf 1925 beträgt 10 224 oder 6,6 Proz., die von 1913 auf 1925 67 937 ober 32,3 Proz.!! Die Konfession der Schulkinder ergibt folgendes Bild: Bon den 142 451 Kindern sind 94 068 evangelisch = 66 Proz., 45 211 katholisch — 31,7 Proz., 854 sind israelitisch =0,6 Proz. und 2318 sind sonstigen Bekenntnisses = 1,5 Proz., von denen allein 880 = 39 Proz. auf den Kreis Offen- bad) entfallen. 1913 waren von den 210 388 Kindern 138 259 evangelisch = 66 Proz., 68 469 = 32,5 Proz. katholisch, 1783 israelitisch = 0,8 Proz. und 1877 = 0,9 Proz. sonstigen Bekenntnisses. Während also die Evangelischen auf ihrem Stand von 1913 blieben, nahmen die Katholiken um 0,8 Proz., die Israeliten um 0,2 Proz. ab, die Kinder sonsti- gen Bekenntnisses hingegen um 0,6 Proz. zu. Während im Jahre 1913 an den öffentlichen Volksschulen Hessens 3371 Lehrer = 84 Proz. und 541 Lehrerinnen = 16 Proz. wirken, sind 1925 4088 Lehrpersonen und 198 hauptamtliche Hand- arbeits- und technische Lehrerinnnen tätig, 3242 Lehrer = 80 Proz. unb 845 Lehrerinnen = 20 Proz. Auf die Provinzen verteilt, ergeben sich für Starkenburg 1559 Lehrer und 487 Lehrerinnen, Rheinhessen 795 und 272 unb Oberhesfen 889 und 86. Mainz hat 183 Lehrer unb 102 Lehrerinnen, Offenbach 182 unb 78, Darmftabt 152 und 73, Worms 85 und 44 und Gießen 51 und 19. Don den oberhessischen Kreisen haben Gießen 238 und 37, Friedberg 229 und 21, Büdingen 122 und 9, Alsfeld 115 unb 7, Lauterbach 102 unb 7, Schotten 83 Lehrer unb 5 Lehrerinnen. Amtsgericht Gießen. Gießen, 30. Oft. Streitigkeiten zwischen einem Mieter einerseits und seinem Hausherrn und deffen Fainllie andererseits erfuhren noch dadurch eine Verschärfung, daß gelegentlich des Kreisturnfestes im letzten Sommer ersterer in seiner Wohnung Schwarzrotgold, letzterer dagegen Schwarzweißrot flaggte. Aus gegenseitigen Hänseleien kam es schließlich zu Tätlichkeiten, indem der Mieter dem minderjährigen Sohne des Hausherrn eine Ohrfeige versetzte. Als die Mutter und zwei Schwestern des Geschlagenen durch Nachbarn hiervon benachrichtigt worden waren, eilten sie hinzu und beleidigten den Mieter durch eine Reihe von Schimpfworten. Auch andere Personen kamen hinzu, so daß schließlich ein großer Menschenauflauf entstand. Der Mieter erhob wegen der Beleidigungen Privatklage, die heute vechandell und schließlich durck; einen Vergleich erledigt wurden. Die Ehefrau und die beiden Töchter des Hausherrn nehmen ihre Beleidigungen zurück und übernehmen die gesetzlichcn Kosten des Verfahrens, während der Mieter sein Bedauern darüber aussprach, daß er sich dazu hatte hinreißen kaffen, den Sohn des Hausherrn zu schlagen, und bas mit seinem Rechtsanwalt vereinbarte Sonbcr- honoror übernahm. Ebenfalls mit einem Vergleich endete die Privatklage eines hiesigen Postinspektors gegen seinen Hausherrn wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs. Der Hausherr bedauerte die Vorkommnisse und übernahm sämtliche Kosten des Versah, rens einschließlich des Sonderhonorars des Vertreters des Privatklägers. Amtsgericht Wetzlar. 2 Wetzlar, 31. Oft. Als wilder Marrn gebärdete sich der Invalide Johann Sch. von Wetzlar am 12. Juli b. 3s., indem er in angetrunkenem Zustande mit einem Revolver in der Hand auf der Lahnbrücke umherlief unb das Publikum in Auf. regung versetzlc. Ein Polizerbeamter nahm dem Manne die Wasfe weg. Aus die Aufforderung des Polizeibeamten an Sch., mit zur Wache zu kommen, ging dieser ein Stück roegs mit, versuchte aber bann auszurücken, worauf ihn der Beamte festhtelt. Hierbei fetzte Sck). dem Polizeibeamten tätlichen Widerstand entgegen, wurde aber schließlich doch mit vieler Mühe zur Wache gebracht. Dort beschädigte Sch. dann noch eine Pritsche. Wegen dieser Vorgänge hat er sich wegen Widerstands, Sachbeschädigung und groben Unfugs zu verantworten. Der Angeklagte gab den Sachverhalt im großen und ganzen zu, er will aber von den einzelnen Vorgängen nichts mehr wissen. Das Gericht erkannte auf 6 0 Mark O e ( b ft r a f e. Der Arbeiter L. K. von Wetzlar war wegen Beleidigung und Mißhandlung unter Anklage. Wie die Verhandlung ergab, betraf ein Flurhüter den Angeklagten bei einem Felddiebstahl. Als der Beamte die Personalien fcststellen wollte, verweigerte der Angeklagte deren Angabe und wurde gegen den Flurhüter beleidigend. Der Flurhüter stieß dann auf heftigen Widerstand des Angeklagten, aud) wurde er mit einem Spazierstock mißhandelt und mit Totschlag bedroht. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu. Das Urteil lautete auf 7 0 M k. Geldstrafe. Gerichtsfaal. Kassel, 31. Oft. (WER.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte einen 19jährigenTa gell ö h n e r aus Friedberg in Ouerjjeffen, der zwischen Veckerhagen und Gieselwerder tKreis Hofgeismar) eine alte gebrechliche Frau z u vergewaltigen versuchte, wobei er der um Hilfe rufenden Frau in roher OBeifr mit dem Schuh auf den Mund trat, zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau-.) Montag, 2. November: 7—7.30 Uhr: Die Bucherstunde. 7.30—8 Uhr: Funkhochschule, Vortrag von Pros. Dr. Mar Flesch „Gehirnunregelmäßigkeiten beim Verbrecher . 8 bis 8.30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr: Abschiedsabend Gerd Fricke „Der Sturm" von Shakespeare, begleitende Musik von Humperdinck. Dienstag, 3. November: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend „Vom Leben und Weben in der Natur", voraetragcn von Lehrer Karl Stricker — „Der Mäusebussard" von Hermann Lons (Für Zünder vom 12 Jahre ab). 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus- orchesters: Wiener Operetten. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde: Aus „Till Ulenspiegel und Lame Goed- zack" von Charles de Coster. 6.30—7 Uhr: Ueber- tragung von Kassel: „Der Dichter H. D. Rehfisch", Vortrag von Obcrregisseur Dr. Rolf Paul (zur Einführung in die Erstaufführung des Kasseler Staatstheaters „Nickel un. die 36 Gerechten"). 7—7.30 Uhr: Stunde des Südwestbeutschen Rabio- klubs: 26. Kursoortrag, E. Becker: „Detektorempfang I". 7.30—8 Uhr: Schachstunde. 8—8.30 Uhr: Funkhochschule. „Aus dem Städelschen Kunstinsti- tut V", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 8.30 Uhr: Fernempfang auswärtiger Stationen. Zweiter Versuch. Geschäftliches. Eierteigwaren sind heute ein so bekanntes und allgemeines VolksTrahrungsmittel, daß es fast unglaublich erscheint, daß eS eine Zeit gab, in der man solche nicht kannte. Als im Jahre 1863 die Firma 3. F. Schüfe, Plüderhausen in Württemberg gegründet wurde, wurden Teigwaren zwar schon fabrikmäßig hergestellt, doch waren dies nur minderwertige Wasserprodukte, zu denen vielfach noch Kartoffelmehl uertoenbet wurde. Schule verließ als Erster die bis dahin übliche Fabrikationsweise und stellte seine Waren aus den besten Weizenariesen und den schönsten italienischen E.Ml her. Die hierdurch gewonnenen Erzeugnisse fanden allgemeinen Beifall. Die Fabel von der Ameise und der Grille enthält eine beherzigenswerte LebenLregel, spare in der Zeit, so hast du in der Rot. Aber sparen in dieser wirtschaftlich so schlechten Zeit ist eine schwere Ausgabe, die mancher HauSfvau unrnög- kich erscheint. 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Am Samstag, dem 31. Oktober 1925, ist nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Johannes Fersch Hausmeister am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Dina Fersch. Gießen, den 2. November 1925. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Blumenspenden sind nicht im Sinne des Entschlafenen. 1O486D aonoetsiag.öen 5. ÜOüOL 1925, aöenOs 8^-M, im „Bonieflet" taral- sMW'.Wg. Tagesordnung: 10504c 1. Berichterstattung, 2. Aechnungsablage, 3. Entlastung, 4. Mahl d. Rechnungsprüfer 5. Dorstandswahl, 6. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. Repetitor in Chemie [Nebenfach) gesucht. Schr. Ang. u. 08852 an den Gien. Anz. Kurzschrift- Unterricht f. Anfänger in Relchckurzschriit und Stolze-Schreu. wird erteilt nach bewährter Methode tagsüber u. 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Wer die Entstehungsgeschichte dieses Artikels kennt, und wer den Absatz 1 des Artikels auch nur einmal liest, weiß, daß es die grundlegene Absicht des Gesetzgebers war, zu bestimmen, daß für die Aufnahme eitles Kindes in eine bestimmte Schule „nicht das Religionsbekenntnis seiner Eltern maßgebend" sein dürfe. Damit ist verlangt, daß die deutsche Volksschule alle Bekenntnisse in sich vereinigen, daß also du: Normalschule in Deutschland die in schafts schule (die Simultanschule) sein soll. Wenn der Art. 146 nur diesen ersten Absatz enthielt, wäre diese Bestimmung ganz eindeutig: für Konfesstonsschulen gäbe es in den deutschen Ländern keinen Roum mehr, und es hätte eines Reichsgesetzes, bas die Angelegenheit für die Länder weiter bindend regelt, nicht bedurft. Aber in dem Ringen um die fchulpolitifchen Be- stinnnungen in der Reichsoerfassung hot man in Weimar dem grundlegenden ersten Absatz des Artikels 146 einen Abs. 2'angefügt, der bestimmt, daß „innerhalb der Gemeinden auf Antrag der Er- ziehunasberechtigten Volksschulen ihres Bekenntnisses oder ihrer Weltanschauung einzurichten" seien, also Bekenntnis- und Weltanschauungsvolksschulen. Man muß dabei beachten, daß der Absatz 2 dem Absatz 1 mit „indes" angefügt ist, daß er also eine Ausnahme gegenüber der Bestimmung des Abs. 1 enthält. So stehen also nebeneinander: die vom Bekenntnis unabhängige Simultanschule (die Regel — 'Absatz 1) und die auf Antrag der Erziehungsberechtigten einzurichtende Bekenntnisschule (die Ausnahme — Absatz 2 der Begründung zu dem Entwurf nach, und von der Ausnahme reoen, wenn man nicht zugleich die Regel mit ins Auge faßt. — Nun unternimmt es der vorliegende Entwurf, Bestimmungen lediglich zu Abs. 2 des Art. 146 zu bringen. Wie soll es mit dem Regelfall des Abs. 1 gehalten werden? Warum er- streckt sich der Entwurf nicht auf den ganzen Artikel, auf Regel und Ausnahme? Man lese den Absatz 2 der Begründung zu de inEntwurf nach, und man wird überrascht fein, zu sehen, was aus der einfachen Tatsache des Art. 146 geworden ist. Und nun das Ergebnis? Durch die isolierte Behandlung des Abs. 2 ist dieser Absatz zu etwas ganz Selbständigem geworden. War es die Absicht des Gesetzgebers, als Regelschule die Gemeinschaftsschule vorzuschreiben und daneben als Ausnahme Bekenntnis- und Welt- onschauungsschulen zuzulassen, so ist jetzt nur noch davon die Rede, auf welche Weise die Einrichtung von Bekenntnis- und Weltanschauungsschulen durchgeführt werden soll: aber nirgends ist etwas darüber gesagt, daß es auch möglich sei, Konfessionsschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln, d. h. in die Schulform, die die Reichsoerfassung doch eigentlich will und als Normalschule in Abs. 1 deutlich genug fordert. Warum? Aus dem Grunde, der aus"jebe'r Zeile des Entwurfs heraustritt: dem Verfasser ist die Gemeinschaftsschule unsympathisch: sein Ziel ist nichts anderes, als sie durch Einrichtung von Bekenntnisschulen auszuhöhlen und damit zu Fall zu bringen. Dazu sind die Bestimmungen in dem Entwurf allerdings sehr gut geeignet. „In jedem Fall genügt ein Antrag von Erziehungsberechtigten von durchschnittlich 40 schulpflichtigen Kindern", und in einer Gemeinde muß eine bekenntnismäßige Sonderschule eingerichtet werden (Art. 15 Abs. 3.) Wie muß aber ein Antrag aussehen, durch den in einer Gemeinde mit Bekenntnisschulen die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule herbeigeführt werden soll? (Bei den Verhältnissen in vielen deutschen Ländern und bei dem Ziel des Art. 146,1 eine dringende Frage!) Darüber enthält der Entwurf kein Wort. So ergibt sich, daß der vorliegende Gesetzentwurf die richtunggebenden Bestimmungen der Reichsverfafsung nicht nur nicht ausführen will, sondern daß er sie genau in ihr Gegenteil verkehrt. 2. Aber wenn man selbst ganz davon absehen wollte, wie der Entwurf mit den klaren Bestimmungen der Reichsoerfassung (des Staatsgrundgesetzes!) umspringt, so muß auch darauf hingewiesen werden, was eigentlich für unser Volk und unsere Zukunft auf dem Spiel steht. Die G e in e i n s ch a f t s - schule vereinigt die Schüler aller Bekenntnisse. Die Erteilung des bekenntnismäßigen Religionsunter- Konzert der Madrigäl- Dereinigung Darmstadt. Gießener Vortrags-Vereinigung. Zeiten der Bedrängnis lenken den Blick auf Kulturwerte der Vergangenheit, und so hat man sich im letzten Jahrzehnt um die Wiedererweckung der Schätze alter Vokalmusik bemüht. 3n allen größeren Orten erstanden Vereinigungen zur Pflege dieser edlen Kunst. Die Gießener Vortragsvereinigung hatte den Darmstadter Madrigalchor zu einer Vorführung gewonnen. 3m Gegensatz zu den meistenMadrigal- aufführungen, die vielen Hörern trotz aller Kunst innerlich fremd bleiben, gab der Leiter des Chores, Herr Privatdozent Dr. Voack (Lehrer an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt) eine sachliche Einleitung. Frei von wissenschaftlichem Ballast, ließ er die Sache durch sich selbst und für sich selbst sprechen und brachte sie mit der ihm eigenen sympathischen Art seines VortragS dem Publikunr menschlich näher. Er zeigte in großen Zügen die Entwicklung der weltlichen Vokalmusik aus der kirchlichen Kunst und die gegenseitigen Beziehungen beider Gebiete, ging dann im besonderen auf die verschiedenen Stilarten der einzelnen Entwicklungsperioden und die Art ihrer Kunstausübung ein und gab dem Hörer die Einführung am praktischen Beispiel. Die Proben aus den einzelnen Zeitaltern waren mit feinem Verständnis ausgewählt worden, und so bot das Programm eine Reihe köstlicher Perlen. Heinrich Isaaks „Innsbruck, ich muß dich lassen", im Original ein Liebeslied, später zum Kirchrnlied umgedichtet mit der gleichen Melodie: „0 Welt, ich muß dich lassen": Schönfelders: ..Von edler Art": Hans Leo Haslers: „Feinslieb. du hast mich glangen"; ©. Othmeyr: „Das braune Maidelein". Den Höhepunkt erreichte der Vokalstil in dem Madrigal, wo der Text in der ausdrucksvollen Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhefsen) Interpretierung derart erschöpft wird, daß man an den Stil des Expressionismus gemahnt wird. (Ist es nicht bezeichnend, daß gerade die Schaffenden der Gegenwart sich wieder dem Madrigal zuwenden: das diesjährige Kammermusikfest zu Donaueschingen bot eine reiche Auswahl.) Als Proben: Orlando di Lasso: „3d) liebe dich", „Landsknechtsständchen", Daniel Friderieis im anakreontischen Stile gehaltenes „Cupido und das Bienlein": die „sinfvnia domestica" des Hühnerhofes: Antonius Scandellus, „Die Henne". Der zweite Teil des Programms verfolgte den Weg des Dokalstiles weiter bis zur Volksliedbearbeitung der Gegenwart. Die einzelnen Beispiele wurden von der Darmstädter Madrigal- Vereinigung stilgemäß durchgeführt in feiner musikalischer Ausarbeitung. Das Publikum war begeistert: es war dankenswert, daß an Stelle von Wiederholungen weitere Proben gegeben wurden: so u., a. Hans Leo Haßlers ,. Liebeskrieg" und Arnold Mendelssohns „Klage über die Martinsgans". —in— Der Werdegang des Rcclam-Buches. In der Zeit vom 2. bis 8. November findet in Deutschland, Oesterreich, dem Freistaat Danzig, im Memelgebiet, in den deutschen Buchhandlungen der Schweiz, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, Rumäniens und Polens eine Reclam-Du ch- woche statt. Sie beweist, daß das gute, billige Buch nicht erst durch Duch-Gemeinschaf ten geschaffen zu werden braucht, sondern daß wir es schon lange durch Reclams Ilniversal-Bibliothek besitzen. Ohne Prun- len und Preisen, nur durch die beharrliche Stetigkeit eines klaren Wollens hat Reclam zugleich edelste Geistesnahrung für das Volk geschaffen. Llnerhört schien vor nahezu 60 Jahren die Tat. den „Faust" I für nur 20 Pfennig in den Handel zu bringen; heute ist die Llniversal-Bibliothek die volkstümlichste Bücher-Reihe der Welt und umfaßt 6500 ‘Hummern. Die deutschen Klassiker erlebten Millionen-Auflagen. Die „Edda", die „Nibelungen", „Gudrun" und ähnliche Werke blieben in der Auslagenzahl kaum zurück. Unter den modernen nordischen Autoren erreichte Ibsen die höchste Absahziffer. Tolstoi sprach in seinen gewaltigen Romanen zu den Deutschen zuerst durch die Universal-Dibliothek. Griechische und römische Klassiker waren und sind heute nirgends vollständiger zu finden als bei Reclam. Zur Dichtung und Unterhaltung traten immer mehr belehrende Schriften: Philosophie, Raturwiffenschaft, Gesetzes- fammlungen folgten. Aber auch die Seele der Ge- gentoart leuchtet aus derLlniversal-Dibliothek hervor, seit in immer stärkerem Maße den Schriftstellern und Gelehrten der GeaenwartZutrittgewährt worden ist. Alles, was als gesund und kräftig gelten kann, fand Aufnahme. Reben dem Reclam-Heft findet immer mehr das Reclam-Buch unter dem Kennwort „Der schöne Reclam.Band" Verbreitung. Farbenfreudige Pappbände, unter denen man Werke von Thomas Mann. Ricarda Huch, Schnitzler. Stehr, Fleuron, Schönherr; Bartsch, Gagern und vielen anderen modernen Dichtern findet, erfreuen jeden Literaturfreund. Ansprechende Leinenbände in sein abgestimmten Farben, selbst Halb- und Ganzlederbände sind in derälniversal-Bibliothek zu finden. Zeitung und Publikuuk. Eine sächsische Firma hat anläßlich einer Porzellanwoche bei ihren Käufern feststellen taffen, wodurch sie zum Kauf angeregt worden sind. Don 482 Personen, die Einkäufe gemacht haben, sind 153 durch Inserate, 118 durch Schaufensterauslagen, 76 durch Bekannte, 46 durch Derkäuferinen. 31 durch Reklamezettel, die auf der Straße verteilt wurden, 30 durch die Ausstellung in den Geschäftsräumen, 12 durch den Chef des Hauses zum Kauf angeregt worden. Danach übertrifft die Zeitungsreklame alle übrigen Deklamearten an Wirksamkeit wesentlich. Deutsche Dramatiker auf der italienischen Bühne. In der neuen Saison werden auf italienischen Theatern auch einige moderne deutsche Bühnendichter gespielt werden. Nach einer Meldung der Wochen- richts in diesen Schulen ist durch die RD. sichergestellt (Art. 149). Die Bekenntnisschule aber will schon die sechsjährigen Kinder nach dem Bekenntnis säuberlich voneinander scheiden; die unmündigen Kinder sollen also schon in einem Alter täglich auf Fragen hingewiesen werden, die für sie für Jahre hinaus noch gar nicht vorhanden fein soll- ten. Die Wirkung? Diese kleinen Kinder werden schon im frühesten Alter gelehrt, in dem Nachbarkind, das eine andere Schule besucht, einen anderen Menschen zu sehen als den Kameraden und Volksgenossen. Will man das? Ohne Zweifel, denn niemand kann leugnen, daß diese Wirkung kommen muß. Kann man da noch im Zweifel darüber sein, welche Schulform — Simultan- oder Konfessionsschule — unferm Volke nottut? Ist es nicht genug an der Zerrissenheit unseres Volkes, die uns im öffentlichen und politischen Leben, wohin wir blicken, wie ein Verhängnis unseres Volkes entgegentritt? Sollen schon unsere Kleinsten auf diese «achen hingestoßen werden? Wahrlich, wem der Ruf nach Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft noch mehr ist als eine Redensart, für den kann es hier nur eine Entscheidung geben. Wer, wie der Verfasser dieser Zeilen, in seiner frühesten Äugend so üble Erfahrungen hat machen müssen, und bann später ha^ sehen dürfen, wie groß die konfesfionelleEntspannung inGemeinden mitSimul- tanschulen erfreulicherweise ist, für den kann kein Zweifel fein: Wer die Hand dazu bietet, die Kinder schon in unseren Schulen konfessionell auseinander- zure^ißen, der versündigt sich an unserem deutschen 3. Und nun Hessen! — Hessen besitzt seit fünfzig Jahren mit Ausnahme von einigen wenigen Gemeinden die Simultanschüle. Das ist ein Gut, um das wir von vielen deutschen Ländern beneidet werden, auf das wir stolz sein dürfen, für das wir unfern Vätern aus den 70er Jahren höchsten Dank schulden, das zu erhalten uns aber auch Aufgabe und Gewisfensangelegenheit fein muß. Dieses Gut ist heute bedroht. Bedroht nicht allein durch eine Partei, die sich erst wieder vor drei Tagen mit aller Schärfe gegen die Simultanschule ausgesprochen hat (Entschließung des Zentrumsparteitages vom 26. 10. 1925, „Darmstädter Zeitung" vom 27. 10. 1925, S. 918) — sondern ganz besonders auch durch den Gesetzentwurf zu Art. 146,2. Zwar enthält Art. 174.2 der Reichsoerfassung eine Schutzbestimmung für die Simultanschulländer. Aber was ist daraus in der Hand des Verfassers des Entwurfes geworden! Man vergleiche den § 31 des Entwurfs, und man wird staunen, zu sehen, was davon übrig geblieben ist. 4. Noch eins: Die Kosten! — Es ist rührend, zu sehen, wie in der Begründung zu dem Entwurf der Verfasser um die Schonung der Reichsfinanzen und die Vermeidung von Mehrausgaben bemüht ist (Abs. 3). Aber vermeidet er die Mehrkosten wirklich? Glaubt er es selbst? Wenn in Gießen statt einer einzigen großen Schule (wie bisher) fünf oder sechs nebeneinander bestehende Zwergschulen, nach Bekenntnissen getrennt, aufgemacht werden müssen, mit neuen Klassen, die gar nicht vermieden werden können, besonderen Lehrmittelsammlungen, besonderen Schulleitungen, wohl auch eigenen Schulgebäuden, bas sollte keine neuen Ausgaben verursachen? Kann man das noch ernst nehmen? — Wahrlich, wo man die Frage anfaßt, immer ergibt sich: Es gehört zu den Unbegreiflichkeiten unserer Zeit, daß versucht werden kann, einen solchen Entwurf zum Gesetze zu machen. Ich verzichte darauf, zu fragen, wer für diese Arbeit die Verantwortung trägt. Denn daß Herr Geh. Rat Gürich zu Berlin den Entwurf zu einem ganz bestimmten Zweck ausgearbeitet hak, muß man doch wohl schon annehmen. Aber wir dürfen doch dafür dankbar sein, daß ein freundlicher Zufall den Entwurf zeitig genug ans Licht gebracht hat, und daß die Oefsenllichkeit dadurch Gelegenheit erhalten hat, sich eingehend genug damit zu beschäftigen. 5. Manches andere, was zu der Angelegenheit zu sagen wäre, mag für heute unerörtert bleiben. Für die Öffentlichkeit kann es zunächst nur eine Aufgabe geben: auf der Hut fein. Es droht eine Gefahr. Eine Gefahr für die Schule, aber darüber hinaus auch für unser Volk und seine friedliche Entwicklung. Man sagt uns, die Stellungnahme der Parteien lasse hoffen, daß der Entwurf voraussichtlich nicht Gesetz wird. Ist das schon so sicher? Warum ist dann der Entwurf nicht schon zurückgezogen worden? Solange das nicht — wie im Jahre 1892 — geschehen ist, besteht Veranlassung zur Aufmerksamkeit. Die vorliegende Gefahr muß erkannt werden. Dafür steht zuviel auf dem Spiel, ganz besonders in den Simultanschulländern, in Nassau, Baden — und Hessen. Oberhessen. 3. Pfarrfraucnsreizeit tu Nidda. Der Oberhessische Ausschuß für Dolksmission veranstalket vom 9. bis 12. November in Nldda feine 3. Pfarrfrauenfreizeit. An drei Vormittagen sind biblische Vorträge von Frl. Hardt, der bekannten Dolismisjionarin des Zentralausschufses für Innere Mission, die bereits vorigen Winter in verschiedenen Städten Hessens unter starker Beteiligung gerade der Frauenwelt gesprochen hat. 2lm Dienstag und Mittwoch mittag sind Vorträge über: „Die Arbeit der Frau in der Kirche" (Pfarrer Dreves, Vereinsgeist, kicher der Inneren Mission in Darmstadt», und „Die Arbeit der Kirche an der Frau" (Derbandssekretärin Frl. H e i n).' Die Gemeinde Nidda stellt durch Vermittlung der Geistlichen Freiquartiere zur Verfügung. An die falsche Adresse geraten. In nächtlicher Stunde wird bei dem Arzt eines kleinen Laadstädtchens, der sich bereits zur Ruhr begeben hatte, etwas unsanft gegen die Haustüre geschlagen. Der Arzt, der ob oiefer Ruhestörung gerade keine besondere Freude empfindet, erscheint am Fenster und erkundigt sich nach dem Anliegen dessen, der so ungestüm mit dem Peitschenstiel, wie sich herauSstellt, Einlaß begehrt. „Herr Doktor. Sie möchten gleich zu einer Entbindung kommen," schallt's ihm von unten entgegen, worauf der vielgeplagte, jedoch pslichtbcflissene Arzt schnell in die ülnauSlprech- lichen schlüpft, die erforderlichen Instrumente zusammenpackt und wenige Minuten später mit dem Beten die Fahrt ins nächtliche Dunkel antritt. Bald ist man in ein Gespräch verliest. Als der Wagen auf einmal die Richtung nach einem Orte einschlägt, der gar nicht zum Bezirk des gerufenen Arztes gehört, entspinnt sich zwischen diesem und seinem Fuhrmann etwa folgendes Gespräch: „Wo geht denn nun eigentlich die Reise hin?" — „Rach 2t., Herr Dc." — „Ist denn mein Kellege in P. nicht geholt worden? Das muß ja ein schlimmer Fall sein." — Darauf der Fuhrmann: „Dös grab net, Herr Doktor! Mei Herr hat e Muck, de de Ferkel net gemach« kann!" Bei dieser nicht gerade erwarteten Ge- sprächswendung soll es auf feiten des Arztes ein etwas erstauntes Gesicht gegeben haben. »Herrgott, Mensch, was wollen Sie dann mit mir. Da kann Ihnen nur mein Kollege von der anderen Fakultät helfen." — Der intelligente junge Mann war an diefalscheTür geraten. (Veterinär und Mediziner wohnen nicht allzu weit voneinander.) Was war zu machen. Dem Borstentier konnte nur durch den „Richtigen" geholfen werden, der nunmehr auch geholt wurde, nachdem man ben „ Falschen" wieder nach seiner Behausung zurückgebracht hatte. Der Bauersmann soll als Besitzer des Schwein es die Zeche bezahlt haben. So geschehen vor einigen Tagen im Vogelsberg. Landkreis Gictzen. —.— Allendorf (Lahn), 1. Rov. Zu der bevorstehenden Gemeinderatswahl sind in unserem Dorfe zwei L i st e n cingereicht. Für die Parteien der Rechten wurde als Spitzenkandidat der Landwirt Karl Gärth, für die linksstehenden Parteien Rangiermeister Wilhelm Stengel aufgestellt. o Göbelnrod, 31. Oft. Während bei der letzten Gemeinderatswahl eine Einheitsliste zustande kam, wurde diesmal hierzu kein Versuch unternommen. Der Grund ist wohl in der noch nicht vergessenen Beigeordnetenwahl, die den Ort in zwei Lager spaltete, zu suchen. Es wurde von jeder der beiden Parteien ein Wahlvorschlag eingereicht. Die eine Liste beginnt mit Gemeinderat Berger, die andere mit Gemeinderat Georg Weber. — Saasen, 31. Oft. Zur Gemeinderatswahl war hier ein Einheits-Wahlvorschlag geplant, was nach der Einigkeit bei Bürgermeister- und Deigeordnetenwahl auch möglich erscheinen mußte. Die Liste war auch schon zusammen, als in letzter Stunde dazu eine Sonderliste der Arbeiter und eine der Bauern eingesandt wurde. So haben wir nun also drei Wahlborschläge, von denen die Dauernliste und die ursprüngliche Einheitsliste verbunden sind. An den Starkeverhältnissen der einzelnen Gruppen dürste die Wahl kaum etwas ändern. o Harbach, 31. Olt. Die bevorstehende Gemeinderatswahl, die ihre Schatten Montag, 2. November 1925 schon bei der Ausstellung der Wählerliste voraus- geworfen halte, brachte zwei Wahlvorschläge der beiden Parteien. Der Wahltag wird bei der immer noch schwebenden Bürger- meifterbeffätigung ein Großkampftag erster Ordnung werde... : Trais-Horloff, 1. Nov. Die Errichtung des neuen Pfarrhauses, über die f. Z. berichtet wurde, hat inzwischen gute Fortschritte gemacht. Die Maurerarbeiten hat Bauunternehmer Bürgermeister Dietz aus Utphe übernommen, die Pläne hat das Kreisbauamt ausgearbeitet. Der Neubau.kommt nicht weit vom alten Haus in unmittelbarer Nähe dcr Kirche zu stehen und ist inzwischen bis zum 1. Stockwerk vorgeschritten. Es wird jedoch nicht möglich sein, wie man anfangs gehofft halle, ihn noch vor Eintritt des Winters fertig zu stellen, da die Zimmerarbeiten, die in Jührden ausgeführt werden, noch nicht so weit gediehen sind. Es zeigt sich aber schon jetzt, daß das Haus eine Zierde des Dorfes werden wird. Nach Fertigstellung des Gebäudes soll das alte Pfarrhaus, das vollständig baufällig ist, auf Abbruch versteigert werden. — Für die'G e m e i n berat s w a h l sind in unserem Dörfchen, das noch nicht 500 Einwohner zählt, vier Wahloor- schlage eingereicht worden. Es erklärt sich dies daraus, daß infolge des Grubenbetriebs zahlreiche Beamte hier ansässig sind. Da nun weder die Arbeiterpartei noch der Bauernbund einen Deam- tenvertreler auf ihre Listen nahmen, haben außer diesen beiden Parteien auch die Beamten sowie die Gewerbetreibenden je einen besonderen Wahlvorschlag eingereicht, so daß es zu einer lebhaften Wahlagitation kommen dürfte. > Aus der nördlichen Wetterau, 31. Okt. Zur Warnung mag folgender Vorfall dienen, der sich dieser Tage in einen Dorfe unserer Gegend abspielte: Ein Bauernsohn kommt mittags vom Acker, dabei folgt ihm ein Fremder auf der Spur. Dieser beobachtet den jungen Mann, wie er den „gelegten" Schlüssel nimmt und ausschließt. Er läßt sich noch etwas Anständiges in die Hand drucken und geht bann weiter. Als gegen Abend die Familie nach Hause kommt, merkt sie zu ihrer Ueberraschung, daß der T ü r r i e g e I von innen vorgeschoben ist und eine Leiter am Gangfenster anlehnt. Der fremde Bursche war in ihrer Abwesenheit in das Hans eingedrun- gen, wo er zweifellos nach Geld spurte, ffattc'cber zu seinem Unglück nur verschloßene Türen gefunden. Kreis Schotten. lg. Gedern, 31 .Okt. Automobilisten und Motorradfahrer dürste es interessieren, daß nunmehr auch in unserem Orte durch Aufstellung M'M verordnet bei Magen- und Darmkrankheiten, bei Appetitlosigkeit, neurasthenischen Zuständen, Tuberkulose, bei Ne-, Konvaleszenz, nach Operationen, den blutarmen Frauen^ und Mädchen, namentlich in den LntwiclrlungSiahceu^ den Wöchnerinnen und stillenden Müttern dar extraktreiche, alkoholarme -fSiüB'in Mwra»1 'Diejcs neue, voll kommen konkurren;loseDler ist appetitanregend, gut bekömmlich, reich an Nährstoffen, blutbildend und wird, da von angenehmem Geschmack, gerne, auch dauernd, genommen. Das Hacker-Nährbier ist ;u haben in allen durch Schilder und Plakate kenntlich gemachten Apotheken, Lebensmittel- und' Zeinkostgeschäften.Man verlange aurdrücklichHacker- Nährbier, nicht irgend ein Bier, welches nur mit Farb- inalj schwär) gefärbt ist und auch nicht annähernd den gleichen Nährwert hat. Alleinige Herstellerin:Actien- gesellschaft Hackerbräu München, 500 Fahre bestehendes Brauhaus. Alleinvertrieb für Gießen u. Umgebung: Firma Georg Hebstrsit.Gießen,Klini!str.21, Fernruf 163. zeitung „Die literarische Welt" will das „Theatrv d'Arte" in Rom, die Bühne Pirandellos, Georg Kaisers „Brand im Opernhaus" aufführen. Die Truppe Felo Mari will den „Wettlauf mit dem Schatten" von Wilhelm von Scholz und „Gabriel Schillings Flucht" von Gerhart Hauptmann spielen. Endlich soll auch die „Flamme" von Hans von Müller, die bereits im Vorjahre einige Aufführungen erlebte, wiedergegeben werden. Die Graber der Apostel Petrus und Paulus feffgesteut. In einer Würdigung der neuesten Ausgrabungen unter der Kirche von San Sebastiano zu Rom führte der bekannte englische Archäologe Prof. Sayce aus, daß es nunmehr gelungen fei, die Grabstätte der Heiligen Peter und Paul zweifelsfrei festzuftellen. Er teilte mit, daß man in der Kirche, die etwa 2> Kilometer außerhalb des Appifchen Tores liegt und im 4. Jahrhundert von Papst Damaskus zu Ehren der Apostel Peter und Paul gebaut wurde, eine Inschrift in Versen gefunden haben, in der der Papst sein Werk der Nachwelt empfiehlt. Dadurch wird bewiesen, daß die Gebeine der Heiliaen Peter und Paul tatsächlich gegenwärtig unter Dem Hochaltar von St. Peter liegen. Das ist das wichtigste Ergebnis der Ausgrabungen von San Sebastiano: aber noch vieles andere ist gefunden worden, was für die Frühgeschichte der Christenheit von Interesse ist. So gehörte eines der Gräber einem Freigelassenen namens Hermes, und wenn dieser wirklich, wie die Inschrift wahrscheinlich macht, gegen Ende des ersten Jahrhunderts starb, so dürste es der Hermes gewesen sein, den Paulus in seiner Epistel an die Römer erwähnt. —L Die kleinst« ülniversität der QBdf. Obwohl Island noch nicht 100 000 Einwohner hat, ist in der Hauptstadt Reykjawik eine llni* versität vorhanden, auf der 100 Schüler tmr, 20 Professoren unterrichtet werden. Außer den Naturwissenschaften werden die Fächer aller Fakultäten gelehrt. einer Denz i npum pe Gelegenheit jur De- triebSstofsaufnahme gegeben ist. (!) Stumpertenrod, 31. Oft. Hier hat man sich auf einen Wahlvorschlag ge- etntgt. Drei Vertreter sind den Großbauern out- nommen, drei Kandidaten repräsentieren den Mittelstand und drei Bewerber vertreten den geringen Stand. Beigeordneter wurde bei der letzten Wahl der frühere LandtagKabgeorönete Landwirt Friedrich Stein. Kreis Alsfeld. N i e d e r - G o m ü n d e n , 31. Oft. Zur bevorstehenden Gemeinderatswahl wurde hier nur eine Liste aufgestellt, die nach Berufen gegliedert ist. Es sind darauf verzeichnet 6 Landwirte, 1 Arbeiter, 1 Gewerbetreibender und 1 Kaufmann; 5 der Vorgeschlagenen waren Mitglieder des seitherigen Gemeinüerats. O Lehrbach, 1. Noo. Zu den bevorstehenden Gemeinderatswahlen ist hier nur e i n Wahlvorschlag cinaereicht worden. Man hat sich dahin geeinigt, die seitherigen Gemeinde- ratsmitglieder wieder aufzustellen und als Ersatzmann für den durch seine Versetzung nach Altenburg aucgeschiedenen Lehrer Ludwig Stoll den Landwirt Konrad Faust vorzuschlagen. — Eine schwarze Wolke wogte dieser Tage über unserer Gemarkung, in einer Höhe von etwa 200 m. Es war dies keine Gewitterwolke, sondern, wie man an dem Gekrächze erkennen konnte, ein noch selten tn einer solchen Stärke gesehener Schwarm non Krähen. Es mochten ihrer wohl 4—500 sein. Da sie sich in zwei allem Anschein nach einander beiehdende Parteien getrennt hatten und sich in schnellem Fluge befanden, war ihre zahlenmäßige Schätzung sehr erschwert. Wenn sich nur ein Bruchteil einer solchen Wolke auf unsere Aecker nieder- lößi, richten die Vögel großen Schaden an. Und das ist hier vielfach der Fall. Ob sie sich an der Vertilgung der anderen Landplage, der Schnecken, mte man vermutet hat, beteiligen, ist vielleicht an- zunehmcn, aber von uns noch nicht beovachtet worden. (!) Ermenrod, 31 .Oft. Jetzt rüstet sich der hiesige Männergesangverein für das nächstjährige Bundesfest des Schwalm- Antriste-Felba-Sängerbunbes, das unfern Verein übertragen wurde. Das ganze Dorf steht hinter dem Dundesfest und wird alles zu einem guten Gelingen einsetzen. Kreis Lauterbach» * Ber mut? Hain, 31. Oft. Die am 28. Juni hier Dorgenommene Bürgermeisterwahl, bei der Otto P f a n n st i e l 162, sein Gegenlandidat, der seitherige Dürgermeister I o st 123 Stimmen erhielt, wurde vom Kreisausschuß in Lauterbach wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl für ungültig erklärt. Mit den Kosten des Verfahrens wurde die Gemeinde belastet. Preußen. LountaaszügL auf der Strecke Wetzlav — Lollar. T Von der Dahn Wetzlar —Lollar, 2. Noo. Seil dem gestrigen Sonntag verkehren auf unserer Strecke im Sonntagsverkehr wieder drei Züge nach folgenden Abgangszeiten: Wetzlar ab 6.26 vorm., 2.22 nachm., 6.38 nachm.; Lollar ab 4.40 porm., 12.50 nachm., 5.06 nachm. Es liegt nun am Publikum, von dieser Einrichtung hinreichend Gebrauch zu machen, damit das Entgegenkommen der Dahn gelohnt wird und dadurch Die Züge für die Dauer erhalten bleiben. .Kreis Wetzlar. I ü Wetzlar. 31. Oft. Auf Einladung des Bürgermeisters Dr. Kühn hatten sich gestern f abend etwa 40 Personen in der Gastwirtschaft „Zum grünen Laub" eingefunden, die zu einem Vorschlag des Bürgermeisters auf Gründung eines De riehrsvereins Stellung nehmen sollten. Bei der Wichtigfeit, die der Hebung des Fremdenverkehrs gerade in unserer Stadt mit ihren reichen Erinnerungsstätten zukonnnt, hätte man einen weit größeren Besuch, besonders aus den Kreisen des Handels und Gewerbes erwarten dürfen. Bürgermeister Dr. Kühn legte in längeren Ausführungen die Wichtigkeit eines solchen Vereins gerade für unsere Stadt dar und zeigte an Hand von Beispielen, was in anderen Städten nach dieser Dichtung hin alles geleistet wird. Auch die Verbesserung der Zugverhältnisse, die Ausgabe von Sonntagsfahrkart.cn nach Wetzlar, die Propaganda durch Presse und Lichtbild gehörten zu diesem Gebiet. 3n der Aussprache wurde allseits die Aotwendigkeit intensivster Arbeit zur Hebung des Fremdenverkehrs anerkannt und beschlossen, der Gründung des Vereins grundsätzlich zu zu stimmen. Die in erster Linie hieran interessierten Kreise, wie Handelskammer, Handelsverein. Handwerker- Verein, Taunusklub und Wandervereine, sollen aufgefordert werden. Delegierte aus ihren Reihen zu ernennen, die dann zu einem Ausschuß zusammentreten sollen. Eine weitere Versammlung soll später über die weitere Ausgestaltung beschließen. A. a. soll durch Besuch anderer Städte die Arbeit von Derkehrsvereinen studiert und deren Erfahrungen zunutze gemacht werden. Streid Marburg. Warburg, 31. Oft. (WSN.) Der Bau eines Kunstinstituts in der Stadt Marburg scheint jetzt gesichert zu fein. Für die Ausführung des Baus sind bereits 850 000 Mk. aufgebracht worden. Die noch zum Bau benöttgten 150 000 Mk. hofft man sich noch sichern zu können. Wahrscheinlich wird ein allgemeiner Wettbewerb ausgeschrieben werden. Streik Biedenkopf. Biedenkopf, 31. Oft. (WSW) Der kürzlich vom Kreistag zum L a n d r a t gewählte Regierungsrat Coßmann aus dem preußischen Handelsministerium hat jetzt die Bestätigung durch den Minister des Innern erhalten. Frankfurt a. M. nnb Umgegend. Frankfurt a. W.. 31. Oft. (WSA.) Ts hat sich jetzt herausgestellt, daß die Erschießung des Chirurgen Dr. Seih durch die Krankenschwester Wilhelmine Plessa nicht als ein Eisersuchtsakt aufzufasfen ist, sondern einen glatten Mord darstellt. Die Flessa glaubte, daß ihre vor einiger Zeit erfolgte Entlassung als Krankenschwester auf Dr. Seitz zurückzusühren sei, und richtete deshalb zahlreiche Bttt- und später Drohbriefe an den Erschossenen, auf die dieser jedoch nicht antwortete. Am Mittwoch ist dann die Katastrophe eingetreten. Dis jetzt hat die Täterin noch kern Geständnis über ihre Beweggründe abgelegt. DHD. Hanau. 31. Oft. Die im letzten Sommer hier veranstaltete A u s ft e 11 u n g fürHand- irerf und Gewerbe hat mit einem Reinst b e r s ch u ß von 13 200 Mk. abgeschnitten. Bad Honrburgs wirtschaftliche Znirnlft. WSA. B a d - H o m b u r g v. d. H ö h c, 31. Oft. Auch hier ist inan jetzt, nach dem Beispiel anderer Kurorte, zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zu r Förderung des Kur- und Fremdenverkehrs und der Wirtschaft geschritten. Eine Abordnung der Arbeitsgemeinschaft verhängte mit der Eisen- bahndireftion Frankfurt und trug dieser eine Anzahl Wünsche vor. wie: halbstündiger Verkehr mit Frankfurt, bessere Anschlüsse an oie O-Züge, Schaffung eines Eilzuges nach Gießen, Pendelverkehr mit Gießen, Beibehaltung der Däderzüge, Vorortstarife sowie die Forderung, daß die fast fahrplanmäßigen Zügverstxätungen endlich aufhören. Die Eisenbahndirektton sagte die Berücksichtigung der verschiedenen Wünsche, soweit es in ihren Kräften stehe, namentlich bezüglich der Anschlußfrage, der Verspätungen und der Bäderzüge zu, verhielt sich aber in der Fahrpreisfrage sehr zurückhaltend. Auch stoße eine Zugvermehrung nach Frankfurt infolge der .Ueberlastung der Strecke bei Dockenheim auf Schwierigkeiten. Weiter ist die Einrichtung von Autobuslinien, darunter eine Linie von Homburg nach Eppstein und Köppern-Friedberg, in Vorbereitung, während die Verbindung Homburg—Vilbel bereits demnächst in 'Betrieb genommen werden dürste. Schließlich beabsichtigt die Arbeitsgemeinschaft, dafür Sorge zu tragen, daß das unschöne Dahn- Hofsbild mit seinen häßlichen und zerfallenen Gartenzäunen und seinem unkulttviertem Land eine Besserung erfahren wird. Turnen, Sport und Spiel Der erste November-Sonntag im Sport. Der erste November-Sonntag brachte zwar rege sportliche Betätigung im ganzen Deich, war aber arm an größeren Ereignissen. Lediglich das Fußballspiel der Landesverbände Aorddeutschland und Westdeutschland, das in Hamburg ausgetragen wurde, sowie einige Städtespiele im Fußball und Handball, die zum Teil schon am Reformationsfeiertag stattfanden, verdienen eine besondere Erwähnung. Der sommerliche Sport ist eben vorbei, und auch die letzte Meisterschaft hat schon ihren Inhaber gesunden. Jetzt beherrschen die Winterspiele das Feld, und da wird jeder Sonntag gebraucht für den Gewinn von Punkten, der die Sieger immer näher heranbringen soll an das erstrebte Ziel des Meistertttels. Die Schwimmer hatten ihre größte Veranstaltung in dem leider nicht allzu stark besetzten Fest des Reuen S. V. Breslau. Wenn auch einige andere Vereine im Reich noch Verbandsoffene ausgeschrieben hatten, so blieben es doch mehr oder weniger lokale Wettkämpfe. In Gelsenkirchen hat Samson Körner einen schnellen Sieg über den tschechischen Schwergewichtsmeister errungen. In Leipzig hat eine Jubiläums« sportwoche des 'Verbandes Leipziger Kegelklubs begonnen, in Kiel wurde eine Ausstellung Turnen — Sport — Spiel — Wandern eröffnet. So wie die Leichtathleten von der Betätigung auf der Aschenbahn vertrieben worden sind und die Sommersaison mit Herbstwaldläufen beschließen. deren Zeit jetzt beginnt, so hat auch der Radsport die offenen Bahnen verlassen müssen und wartet auf Betätigung in den leider nicht allzu reichlichen Hallen. Lediglich die Olympia-Dahn in Berlin hat noch schnell ein allerletztes Rennen unter Dach und Fach gebracht. Eine Veranstaltung verdient aber doch noch besondere Erwähnung: das große Berliner Herbst- immer am Kaiserdamm. Wieder war das Harrs ausverkauft. Höhepunkt war diesmal neben der Oldenburger-Fahrquadrille und der Vorführung der Wiener Hofreitschule das erste Auftreten und der Ginzüg' der ländlichen Reitervereine, vo. Fußball im Metzsner Bezirk. ö. Gestern fanden im Gießener Bezirk nur kleinere Fußballspiele statt. „Hessen" 1. —Laubach 1. 2:0; „Hessen" 2.— Daubringen 2. 0:3; 1900 1. Igd. — Sp. Dg. 04 1. Igd. 9:2; V. f. D. 2. Igd. — F. C. Wetzlar 2. Igd. 3:1; Heuchelheim 1. — Sp. Vg. 04 (Liga) 1:0; 1900 2. Igd. — Aiedergirmes 1. Igd. 2:0; älniversitätsmcmnschaft — 1900 komb. 4:3. Hessen I gegen LaubaH I. Auf dem früheren B. f. D.-Plah trafen sich die Mannschaften zum fälligen Berbandsspiel. Da man Laubach in dieser Saison hier noch nicht gesehen hatte, war man auf deren Spielstarke gespannt. Es ist eine ausgeglichene Mannschaft, die, abgesehen von einigen Minuten der 2. Halbzeit, ein faires Sprel vorführte. „Hessen" spielte mit 4 Mann Ersatz, konnte aber trotzdem das Spiel stets überlegen gestalten, so daß Lau- bach nur selten bis an Den Strafraum der Einheimischen kam. Die beiden Tore erzielte Gießen durch schönen Schuß feines Mittelläufers und durch eine vom Ersatz-Rechtsaußen direkt verwandelte Ecke. Wäre im Hessensturm noch etwas mehr plazier.er geschossen worden, so hätte das Ergebnis leicht höher ausfallen können. Gießens Aufstellung war: Schenke; Herzog, Buß; Lang, Wagner, Rtttel; Frank, Lücke, Schneider, Henrichs, Hofmann. Die 2. Mannschaft schenkte Daubringen die Punkte und verlor in einem Gesellschaftsspiel mit nur 9 Mann spielend 3:0. Daubringen ist eine flinke Mannschaft, der die Meisterschaft der L-Klasse wohl nicht zu nehmen ist. Heuchelheim I gegen SP. Dg. 04 (Liga). 04 überließ im Berbandsspiel Heuchelheim die Punkte, lieferte dieser aber dafür ein Propagandaspiel mit seiner Liga-Els. Bis auf Offenbacher war die Mannschaft komplett, hatte dafür aber int Sturm eine Neuerwerbung aus Metz eingestellt. Ein Durchbruch Heuchelheims sollte genügt haben, dos Endergebnis her- zustellen. Ein schmeichelhaftes Resultat für den Spitzensührer der B-Klasse. Westdeutscher Fußball. Sportclub Cassel — Gießen 1900 7:0; Turn- unü Sport-Club Bochum — Dortmunder S. C. 95 0:1; Essener Sport-Bereinigung 99 — S. C. Gelsenkirchen 07 1:1; Fußball-Vereinigung Duisburg 08 — S. V. Meidrich 2:1; Llnion-Krefeld — Fußball-Verein Beeck 1:5; V. f. D. Bottrop — S. V. Oberhausen 2:1; Hamborn 07 — Union« Hamborn 3:4; S. u. S. Elberfeld — Schwarzwald- Barmen 5:0; S. C. Kronenberg — Fortuna-Düsseldorf 0:3; Ball-Club 05 Düsseldorf — V. f. B. Remscheid 3:3. Fußball in Süddeutschland. vo. Im Bezirk Aiederbcchern geht der Kampf um die Spitze Wetter. Beide Anwärter. Bayern München und der 1. F. C. Nürnberg, haben sich wieder die Punkte geholt, so daß an der bisherigen Lage nichts geändert ist. Aach Verlustpunkten: steht der deutsche Adttster allerdings mit einem Punkt Vorsprung nach wie vor an der Spitze. Das Ergebnis Bayern München gegen die Spielvereinigung Fürth, den Süddeutschen Pokalsieger, läßt daraus schließen, daß der Siegeswille der 0 Bayern in keiner Weise nachgelassen hat. Aach- stehend die Ergebnisse: Bayern: Bayern München—Spielvereinigung Fürth 3:2. 1. F. E. Nürnberg — Wacker München 2:0. Schwaben Augsburg — D. f. R. Fürth 1: 3. Württemberg-Baden: S. C. Stuttgart — Kickers Stuttgart 0:0. D. f. R. Heilbronn — S. C. Birkenfeld 2:0. Karlsruher F.D. — D. f. D. Stuttgart 5:1. Rheinbezirk: Phönix Ludwigshafen—V.f.R. Mannheim 3:2. Pirmasens — Mannheim 08 4:1. Mainbezirk: Eintracht Frankfurt — A. S. V. Nürnberg 1:4. (Ges. Sp.) Norddeutscher Futzballverbaud - Westdeutscher Spiewerband 3:3 vo. Da es schon lange her ist, daß Hamburg ein großes Fußballspiel erlebte, so war der Besuch des gestrigen Spieles Westdeutschlandgegen Norddeutschland sehr gut; man schätzt die Zahl der Zuschauer auf rund 20 000. Pünktlich 3 Uhr traten die Mannschaften in der vorgesehenen Aufstellung an. Nur bei den Norddeutschen war Carlsson durch Opitz ersetzt, da ersterer noch in Schweden weilt. Nach Anstoß blieb das Spiel zunächst ausgeglichen. Auch mußten sich die Spieler erst an den durch einen dünnen Regen schlüpfrig gewordenen Rasen gewöhnen. In der 18. Minute wird ein guter Durchbruch des westdeutschen Linksaußen Rudolph vom Mittelstürmer in ein sicheres Tor verwandelt, nachdem Harder vorher ver- geblich auf das westdeutsche Tor geschoßen hatte. Nun wird das Spiel lebhafter. Es folgt ein zweiter gleicher Durchbruch, doch fängt 23 I u n cf das Leder sicher ab. Die Norddeutschen sind zunächst im Nachteil, da die Westdeutschen eine weit größere Schnelligkeit entwickeln, die in der 38. Minute den Gästen, oorgelegt durch die Mitte, durch Rudolph den zweiten Erfolg bringt. Nun kommen die Norddeutschen etwas auf, und in der 42. Minute bringt Warnecke einen guten eigenen Durchbruch sicher ins Netz. So steht das Spiel bei Halbzeit 2:1 für Westdeutschland. Nach Wiederanstoß gibt es viele aufregende Momente vor beiden Toren, bis in der 57. Minute ein Angriff vor der westdeutschen linken Flanke durch Rudolph abermals an Blunck vorbei, der zu weit herauslief, ins Tor geht: 3:1. Die Norddeutschen entwickeln sich mehr uno mehr, und in der 60. Minute schießt Harder eine Vorlage von links sicher ein. Hierdurch.angefeuert, wird das Spiel immer schneller, und es fehlt nicht an aufregenden Augenblicken. Beide Torwächter bekommen viel Arbeit. 10 Minuten später befördert Harder den von links kommenden Ball durch sicheren Kopfstoß ins gegnerische Tor und schafft so den Ausgleich mit 3:3. Dieses Ergebnis sollte bis Schluß bestehen bleiben, so daß der Kampf unentschieden endete. Ueberraschungen im Berliner Futzball Die Spiele in der Berliner Oberliga brachten gestern allerhand Dleberraschungen, deren größte die Niederlage £>eS bisher ungeschlagenen und an der Spitze stehenden Spandauer Sportvereins gegen Uni on-P ots d am mit 2:3 war. Nutznießer dieser Niederlage ist in erster Linie der Meister Hertha, B. S. C., Der sich von Union, S. C. C. zwei weitere Punkte holte und jetzt pünktlich mit den Spcmdauern steht, aber ein Spiel weniger ausgetragen hat. Hertha besann sich allerdings erst in letzter Minute auf sein Können; der Endspurt brachte die Tore. Tennis-Borussia ist wohl für die Tabelle endgültig erledigt, bei Mannschaft tft deprimiert, sie verlor auch gestern wieder, und zwar gegen den 1. F. C. Neukölln. In der Ateilunz B hat sich, Norden-Nordwest von Union-Oberschöneweide auf eigenem Platz schlagen lassen. Allrmannia 1890, der vorjährige Abtellungsmeisier, hat eine weitere Niederlage, diesmal von Union 92, einstecken müssen. Die Ergebnisse: Abteilung A: Union Potsdam — Spandauer S. V. 3:2. Union S. C. C. — Hertha B. S. C. 0: 4. Vorwärts — B. S. V. 92 4:3. 1. F. C. Neukölln — Tennis-Borussia 4:2. AUemannia Haselhorst — Nordwest 6: 3 (Gsp.). Weißensee 1900 — Kickers 1:2 (Gsp.). Abteilung B: Norden Nordwest — Union Ob.Sch. 1: 2. Tasmania — Meteor 1:0. Allemannia 1890 — Union 92 4: 5. Preußen — Wacker 04 1:3 (Gsp.). Kreisliga: Liberia — Concordia Wilhelrnsruh 2:1. Corso — Niederschönhausen 4: 3. Wacker 1900 — Teutonia 2:2. Wedding — 23. f. 23. Hermsdorf 5:0. Hansa 07 — 23. f. 23. Pankow 2:0. 1910 — Hertha Weißensee 2: 2. Ostend — Viktoria Frankfurt 1:6. Burgund — Lichtenberger B. C. 09 2: 3. Brandenburg Steglitz — Ballspielverein Luckenwalde 0:1. Lichterfelde 1912 — Cherusker 3:4. Stern 1900 — Amateure 3:2. Nowawes 03 — Brandenburg B. S. C. 4:0. Minerva 93 — Westen 8:0. Brandenburg, Charl. — Spandauer B.S.C. 0:5. Spvg. Rathenow — Hellas 04 3:5. VeremsftädLekampf im Geräteturnen Hannover - Frankfurt - Kaffs! - Nürnberg. Kassel, 1. Nov. (LU.) Hier kam heut« der Vereinsstädtekampf im Wett-Turnen zwischen den Vereinen: Turnverein Nürnberg von 1846. Lurngemeindo „Eintracht" Frankfurt. Lurnklub Hannover und Kasseler Turngemeinde von 1844 zum Austrag. 4000 Personen wohnten den interessanten Kämpfen bei. aus denen Turnverein 1846 Nürnberg mit 1146 Punkten, vor Eintracht Frankfurt mit 1092, Lurnklub Hannover mit 1065 und Kasseler Turngemeinde- von 1844 mit 1022 Punkten als Sieger hervorging. MeisterMaffe Der Berliner Turnerhandballer. Die Meisterschastsspiele der Turner im Handball führten recht ebenbürtige Gegner zusammen, so daß die Ergebnisse meist recht knapp ausfielen, Die Berliner Turnerschaft Leichtathletik-Abteilung konnte sich gegen M. T. V. Adlershof gerade noch mit 2:1 die Punkte holen, und auch die Berliner Turnerschaft 4. M. A. vermochte Deff^JL T. 23. Martendorf nur" mit 3:2 zu schlagen. Die Berliner Turnerschaft hat jetzt die erste Serie erledigt und steht an der Spitze der Tabelle. Auch die 2. M. A. der 23. T. wußte sich mit 3:2 vorn Turnverein Wilmersdorf die Punkte zu holen. Ueberlegen spielte Turn- und Sportverein 1860 Spandau gegen T. V. Tegel 5:0. Friesen Spandau schlug den M. T. V. Eberswalde 7:2. In den Turnerinnenspielen brachte der 2:1-Sieg des T. S. 23. Schöneberg über die Berliner Turnerschaft eine große Ueberraschung. Die Turngemeinde schlug Jahn Neukölln 2:0, der 23. f. L. Charlotten- bürg die Berliner Friesen 1:0. Die Berliner Zum- genossenschast, der deutsche Meister, ging aus einem Gesellschaftsspiel mit M. T. 23. Buchholz mit 2:1 als Sieger hervor. Im Uebungsspiel der Berliner Städtemannschaft gegen die Tumgeminde i. 23. Miet» die Städtemannschaft 7:0 siegreich. Hockey in Frankfurt. Frankfurt a. M., 1. Nov. (TU.) Dis Damen-Elf des Spvrtclubs 188 0 Franks furt hatte heute Die Damen-Elf beS 1. F.*T< Nürnberg zu Gast und schlug sie 2:0, Rugby in Frankfurt. Frankfurt a. M., 1. Nvv. (TU.) Bor einer stattlichen Zuschauermenge tarn heute auf dem Platze des Sportklub 80 ein Privatspiel zwischen SP. -Cl. 3 0 und Viktoria -Hannover-Linden zum Austrag. Sp.-Cl. 80 konnte diesmal, nachdem er in den letzten Jahren stets gegen die spielstarken Hannoveraner unterlag, mit 8:3 einen knappen, aber sicheren Sieg heraus hole«, Samson Körner schlägt Frank Rosse k. o. In Gelsenkirchen fanden am Samstagabend in der großen Ausstellungshalle Boxkämpfe statt. Das Haupttreffen lieferte der deutsche Ex-Schwer- gewichtsmeister Samson Körner, dem man den tschechischen Schwergewichtsmeister Frank Rosse zum Gegner gegeben hatte. 10 000 Zuschauer waren Zeuge eines schnellen Sieges, denn schon in der zweiten Runde muhte Rosse schwer getroffen au Boden und wurde ausgezählt. Audi Wagner, Duisburg, hat Samson Körner herausgefordert. Dieser nahm an, der Tag deS Kampfes steht noch nicht fest. , Boxkämpfe in Frankfurt c. M. Im Frankfurter Hippodrom fanden am Samstagabend vor zahlreichen Zuschauern Be- rufsboxlämpfe statt. Dreh köpf, Düsseldorf. (122) schlug Rothe, Frankfurt. (122) in der fünften Runde k.o. Höhl, Köln, (123) siegte über Behnke, Frankfurt, (129) nach Punkten. Lenz II., Frankfurt, (118) wurde in der dritten Vnnde ausgezählt, er mußte sich der Technik des Exmeisters Beherling, Köln, beugen» Im Schwergewicht schlug Mehling, Würzburg, (172) den Belgier Rogiers (180, bec sich wie ein hilfloses Kinb benahm, schon in bec ersten Runde k. o. Europameisterschaft im Federgewicht. Die Europameisterschaftim Federgewicht, die in Madrid zwischen dem Spanier R u i z und dem belgischen Meister H e b r a n S ausgetragen wurde, ergab einen Sieg des schlagkräftigen Spaniers, der damit den Titel gewann. Kehraus auf der Berliner Olympia-Radrennbahn. Die Berliner Olympia-Bahn wartete trotz der vorgerückten Jahreszeit am gestrigen Sonntag noch einmal mit einer Veranstaltung auf, und zwar kam ein Zweistirnben-Dauervennen zur Abwicklung. Am Start waren Wittig, Sawall, Krupkat, Möller und Bauer. Das Reifen begann recht ansprechend, und navrentlich in der ersten Stunde gab es Kampf auf Kampf. Anfangs führte Krupkat, wurde aber durch Motordefekt zurückgeworfen. Im Kampf um die Spitze blieb schließlich Wittig Sieger. Nach der ersten Stunde waren 65,250 Kilometer zurückgelsgt. Dauer, der bis dahin ein ausgezeichnetes Rennen geliefert hatte, hatte sich wohl etwas zu stark ausgegeben und fiel nun ins Hintertreffen ebenso wie Krupkat, der auch weiterhin mit Motorschäden zu kämpfen hatte und schließlich deswegen aufgab. Langsam schob sich Möller in Den Vordergrund, und es gab spannende, teilweise ganze Runden dauernde Känrpfe. Leider endete daS Nennen mit einem Mißklang. Dauer gab gleichfalls wegen Mvtordefekten auf, und feinem Beispiel folgte, als er von Möller überrundet wurde, auch Sawall. Als bann gar noch Wittig, der bis bahrn führte, von einem Radschaben betroffen wurde, ging auch er von der Dahn, so baß Möller nun 20 Minuten lang ganz allein seine Kreise zog. Erst 10 Aw nuten vor Schluß konnte Bauer sich ihm zugesellen. Möller blieb demnach überlegener (Sieger. In zwei Stunden legte er 122 460 Kilometer zurück. Zweiter wurde Dauer mit 98,370 Kilometer, Krupkat, Sawall und Wittig aufgegeben. Das grotzeBsEnerHerbstturnrer Das große Berliner Herbstturnier nahm am Fei- tcitz auf der Grünewald-Rennbahn seinen Anfang mit einem Gelände ritt für Angehörige ländlicher Reitervereine. Von 32 Teilnehmern, die sich der Prüfung unterzogen, kamen mksurt. . M (W tü 'Els des 1, Ung sie 2:0, mksurt. Avd. (TL) Ivr 'ge tarn heute aus N ein Privatspiel ^°ioria»HaiM' -Cl. 80 konnte dir- sichren stets gegen unterlag, mit 8:3 bieg heraushokn t schlägt ! K. 0. am TmstagabeÄ Ile BoKmpse te deutsche Ex-Sehsri- örner, dem mm htSmeister Iran! bitte. 1OOOO > elfen Siege#, im J0te ‘Holle schwer ousgeML ^hoiLamsvn ein nahm m, bet M W. aksurt c, M, >drvm sanden ar, en Zuschauern D- hkops, DüWf iksurt, (122) in b , Köln, (123) II« (129) nach Punkte ourde in der dritte te sich der W- ng, Köln, beugL »enahm, schon in w Sie- ? ÄZL H1 ^6»« ®e$Hnet a!ler. &« iS$1* “•*Ä ’Ärrh US litts: J e Berliner Iurn, j «2 (aU6 einem ; mit 21 berliner ngemma» > m «.».<. erschast wicht. schäft im Feder- oischen dem Spanier Mister Hebranr ien Sieg des schlag t den Titel gewann x Berliner ennbahn. Hahn wartete am gestrigen SM ' MranstaltE 5ÄSS A»« * l , * 28 an. Dann wurde im Rahmen der Großen @e-- brauchsprüfung ein 3 000-Me.ter-Galopp absolviert, den Rittmeister Binder auf „Langer' vor Prinz Friedrich Sigismund auf „Jurist" gewann. Nach einer mit viel Interesse aufgenommenen Hubertus jagd wurde zum Großen Preis von Berlin, einer gewaltigen Iagdsprung-Kon- turrenz, gestartet. Bei der sehr guten Beteiligung konnten zunächst nur zwei Abteilungen erledigt werden. Der Graben wurde ausgeschaltet, nach dem die vier ersten Pferde sämtlich dabei gestürzt waren. In der Abt. 1 siegte „Nosoza" unter Frhr. von Langen vor „Erlaucht" unter Herrn v. Knobels- dorff, in der Abt. 2 „Spanier" unter Leutnant M o m m vor ,^Hanko" unter Frhr. o. Langen. . Am Samstag konnte mit dem zweiten Teil des Jagdspringens der „Große Preis von Berlin" zu Ende geführt werden. Das beste Gesamtergebnis in dieser großen Hindernisprüfung erzielte Frl. .Swinburnes „Morgenglanz", die nur drei Fehler bei 16 verschiedenen Hindernissen machte. Den zweiten P5atz belegte im Gesamt- klassement sowie in der Abteilung 4 mit 8 Fehlern Pulvermanns „Weißer Hirsch". In Klasse 3 stellte den Sieger „Prinz XI" des Frhr. v. Lüdinghausen. Am Sonntagnachmittag begannen die Veranstaltungen in der Arena des Berliner Kaiscrd'amms mit einer Materialprüfung für Reitpferde. Bis auf den letzten Platz war die große Halle gefüllt, waren doch aus allen Teilen des Reiches die Reitsport- oereine herbeigeeilt. Materials», Dressur- und Eignungsprüfungen wechselten in bunter Folge ab mit Fahroorführnngen. Sportspiegel. Die Städtemannschaften von Leipzig und Dresden lieferten sich in Leipzig gestern ein gleichwertiges Spiel, das zum Schluß die Leipziger mit 4:3 als knappen Sieger sah. Das Städtefuhballspiel Plauen- Dresden sah Dresden mit 6:2 als Sieger. GutSmuts-Dresden schlug den bulgarischen Fußballmeister S. C. Lewskh-So- fia Ziemlich hoch mit 6:0. Das Gerätewetturnen deS Turn- verbandeS Groß-Berlin gewann der bekannte Kunstturner Ehrhardt von der Berliner Turngenossenschaft mit 185 Punkten vor Döhlicke mit 178 und Bockenauer-Weißensee Zmit 177 Punkten. Das Städtehandball-Spiel Berlin-Dresden gewann Berlin mit 9:5 (5:3). Den Herbstwaldlauf des V.D.A.B. gewaim Rähe-Luckenwalde in 22:58,1. DaS mit Spannrmg erwartete Zusammen- tveffen des Berliner Hockehklubs mit dem Berliner Sportklub endete nach ausgeglichenem Spiel unentschieden 2:2. Das gleiche Ergebnis hatte das Spiel des Tennis« und Hockeyklubs 99 gegen die Potsdamer Sportfreunde. Wirtschaft. Der Baumarkt. Das Dauaeschaft ist in diesem Jahre noch schlechter gewesen als in den an sich schon recht schlechten Dorjahren. 3m zweiten Vierteljahr 1925 ist in allen Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern eine Dauziffer von nur 10 416 neuen Wohnungen erreicht worden, gegen 12 199 in der entsprechenden Zeit 1923. 3n der letzten Zeit hat sich die Bautätigkeit noch weiter verschlechtert. Bei den Kommunen, die anscheinend jetzt auch nach einer langen Periode großer Ausgabenfreudigkeit mit Finanzschwierigkeiten zu rechnen haben, ist die Bautätigkeit auf ungefähr die Hälfte zurückgegangen. Die industrielle Bautätigkeit ist fast ganz eingestellt. Etwas ähnliches gilt für die Durchführung von Privat- und Geschäftsbauten. Dur in der Landwirtschaft ist noch etwas Bautätigkeit zu beobachten: sie nimmt jedoch auch schon stark ab. Angesichts dieser Umstände ist die Nachfrage nach Baumaterial sehr gering: die Preise zeigen stark weichende Tendenz, ein Uin- stand, der auch schon manche Kartelle zu einem offiziellen Preisabbau genötigt hat. Don manchen Seiten wird für das nächste Frühjahr eine stärkere DÄebung der Bautätigkeit erhofft. Sie wird begründet damit, daß jetzt schon eine größere Zahl von Bauvorhaben für die nächste Saison angemeldet sei. Auch von der Steigerung der Wohnungsmieten wird für i>en Daumarkt eine stärkere Anregung erwartet. Schließlich wirb noch darauf verwiesen, daß den Hypothekenbanken größere Kapitalien aus lieber- fee zugeflossen seien, so daß mit einer Erleichterung der Daugeldbefchaffung gerechnet werden könne. Angesichts der diesjährigen Erfahrungen ist aber vor einem Optimismus dringendst zu warnen. Man darf nicht vergessen, daß die Herstellung von Bauten, für die mit einer Heber- leuerungszahl von 80 bis 100 gerechnet werden muh. viel zu teuer zu stehen kommt. Schon jetzt stehen Melerorts Reubauwohnungen leer, weil die erforderlichen hohen Mieten nicht aufgebracht werden können. Selbst die sogenannten gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften, die durch Hergabe billiger und reichlicher Hypotheken stark gefördert werden, arbeiten so teuer, daß sie ihrer eigentlichen Aufgabe (Herstellung von Wohnungen für Minderbemittelte) überhaupt nicht Nachkommen können. Daß für das nächste Jahr Dau- geld in höheren Beträgen und zu billigerem Zinsfuß als jetzt zur Verfügung stehen wird, erscheint vollkommen ausgeschlossen: es ist im Gegenteil damit zu rechnen, daß (vielleicht in noch stärkerem Maße als bisher) in Zukunft nur Kapital für die unmittelbarsten und dringendsten Aotwendigkeiten vorhanden sein wird. Bauten aus eigenen Mitteln, die für Ausfälle von anderer Seite vielleicht einen Ersatz bilden könnten, kann das Dauunternehmertum kaum noch ausführen, da sein Betriebskapital durch die Inflation weitgehend vernichtet worden ist. Eine leichte Besserung des Baumarktes könnte nur dann eintreten, wenn die Hauszinssteuer für den Zweck (den Wohnungsbau) verwandt würde, für den sie bestimmt ist. Sie hat in diesem Jahre in Preußen 600 Millionen Mark gebracht, und ihre Eingänge werden für daS kommende Iahr auf 8 bis 900 Millionen Mark veranschlagt. Leider sind diese hohen Summen aber zum größten Teil für allgemeine Ausgaben des Staates verbraucht worden, während der Unterstützung der Bautätigkeit nur verhältnismäßig geringfügige Summen zugewandt worden sind. Außer- bem könnte zu einer Besserung beitragen, wenn endlich im Baugewerbe mit festen Preisen für Material und Löhne gerechnet werden könnte. Bisher haben ständig höhere Ausgaben für Materialien und für Löhne den Baulustigen jede Kalkulation unmöglich und ihnen den Beginn von Bauten so riskant gemacht, daß sie vielfach von I bcr Durchführung ihrer Bauprojekte Abstand neh- I mu”tcn- Niemand kann heute seine baren | Mittel und seinen Kredit über eine ziemlich eng gezogene Grenze in Anspruch nehmen. Unbedingt notwendig ist. daß durch Einführung von Festpreisen und Festlöhnen der kommenden Dau- Periode eine sichere Unterlage gegeben wird. Die einschlägigen Ministerien, die alle Fragen des Bauwesens mit einem unbegreiflichen Optimismus beurteilen, sollten sich rechtzeitig um diese wich^ tigen Fragen bekümmern. Die Reichsindexziffer für die Le- bcnshaltungskosten im Oktober. Die Retchsinderzisfer für die Lebenshaltungskosten sEr- nahrung, Wohnung, Heizung, Beleuchtuna, Betlei- dung und sonstiger Bedarf) ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Oktober mit 143,5 gegenüber dem Vormonat (144,9) um 1 Prozent zurückge- gangen. • Sie kritische Wirtschaftslage im Lahn- und Mlttelrheingebiet. Nachdem in den letzten Monaten öie chemische Industrie, insbesondere die Kalkindustrie des Lahn- tales. mit großen Absatzschwierigkeiten lämpfie unb erkeonche 2. e rieb.eiaste lunre.i vorge.iommcn hatte, steht nun der Stillstand der ganzen Industrie in Aussicht. Man versucht noch, durch Herabsetzung dec Löhne und Erhöhung der Arbeitszeit die Krise hintanzuhalten. Die Firma Dyckerhoff in Biebrich teilte ihren Kunden mit, daß )hre Werke die Fabrikation von Zement eingestellt hätten. Zahlungsschwierigkeiten einer Hanauer Getreidegroßhandlung. Die bekannte Getreide- und Lebensmittelgroßhandlung Meyer Schiff, Hanau, hat, wie der D.H. D. erfahrt, ihre Zahlungen eingestellt, lieber den Status verlautet näheres noch nicht. Die Firma ist älteren Datums und genoß in Fachkreisen gutes Ansehen. * Maschinen- und Motorenfabrik Heinrich Vogel A.-G., Offenbach. Die bekannte Maschinen- und Motorenfabrik Heinrich Vogel A.-G., Offenbach a. M., ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Das Armin'sche Eisen- werk Marienhüttc in Groß-Auheim als Großaktionär hat sich, um ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden, bereit erklärt, 40 Prozent der Forderungen gegen die A.-G. auszuzahlen. Die Passiven sollen 345 000 Reichsmark betragen, denen 200 000 Reichsmark Außenstände und Warenvorräte gegenüberstehen. • Ergebnislose Sanierungsverhandlungen bei der Aga. Die zwischen der Konsortialleitung der Stinr.eZ-Abwicklung und den Vertretern der Geschäftsaufsicht geführten Verhandlungen verliefen ergebnislos. Das Bankenkonsortium sieht nach Prüfung aller in Betracht zu ziehenden Umstände keine Möglichkeit, die Sanierung der Aga durchzuführen. Lieber das Schicksal der Aga wird nunmehr, sobald andere Verhandlungen gleichfalls kein günstiges Ergebnis bringen, eine demnächst einzuberufende Gläubigerversammlung entscheiden müssen. * Umwandlung bcr Firma Heinrich Lanz in Mannheim in eine A.-G. Die bisher als offene Handelsgesellschaft betriebene Firma Heinrich Lanz in Mannheim wird binnen kurzem unter Führung der Deutschen Bank und der Rheinischen Kreditbank in eine A.-G. unter der Firma Heinrich Lanz A.-G., mit einem Grundkapital von 12 Millionen und einer offenen Reserve von 1,2 Millionen Reichsmark umgewandelt werden. Die unmittelbare Veranlassung für diese Umwandlung bildet die im vorigen Iayr mit der R. Wolf A.-G. in Magdeburg eingegangeneJnteressengemeinschaft, die ohne die Gleichheit der Gesellschaftsform beider Unternehmungen sich nicht in vollem Umfange hätte auswirken können. Die gesamten Attien übernehmen die bisherigen Gesellschafter der Firma Heinrich Lanz. u Betriebtzeischränkung bei Man- nesmann-Mulag. Die Firma Mannesmann- Mulag, die bisher 1200 Arbeiter in Doppelschichten beschäftigte, sah sich qenb'tigt, 300 Arbeiter auf Wartegeld zu setzen. Mit dem anderen Teil der Belegschaft soll in einfacher Schicht roeitergearbeifet werden. • Deutsche Erdöl A.-G., Berlin. Rach einer Meldung des Berliner Korrespondenten des 2RS. steht der Abschluß eines neuen Vertrages der Deutschen Erdöl-Gesellschaft mit dem russischen Raphta-Synbikat unmittelbar bevor. Der Vertrag überträgt der deutschen Gesellschaft das Monopol für Deutschland und sieht Lieferungen des russischen Raphta-Syndikates im Werte von 7 bis 8 Mill. Dollar jährlich vor. Die Bedingungen, die die deutsche Gesellschaft diesmal erzielt hat, sind erheblich günstiger als die des vorjährigen Vertrages. Die Standard- Oil-Company, die bei dem bisherigen Vertrag stiUer Teilhaber war, hat an dem neuen Vertrag keinen Anteil. * Entdeckung von Kalilagern in Polen. Seit einigen Monaten werden in der Gegend von Stebnik in Galizien Bohrungen: nach Kali vorgenommen, die jetzt von Erfolg gekrönt wurden. Wie der DHD. meldet, stieß man auf eine 25 Meter mächtige Schicht Kali von ausgezeichneter Qualität. * Günstige Konkurrenzlage für deutsche Fahrräder in Ostafrika. Die Einfuhr von Fahrrädern nach Ostafrika hat einem Konsulalsbericht aus Rairobi, Kenya-Kolonie, zufolge eine außerordentliche Zunahme erfahren: sie ist von 2761 im Iahre 1923 auf 18 815 Stück im Iahre 1924 gestiegen. Die Fahrräder für den ostafrikanischen Markt müssen einfach und stark in der Konstruktion sein und durch die Vernickelung und Emaillierung einen gefälligen Eindruck machen. Für die Kette ist ein Schutzblech aus emaillierten Stahl beliebt. Die gangbaren Preislagen für Fahrräder sind 160 bis 225 Schilling im Detailhandel. Der Handel liegt meist in den Händen indischer Importeure. und Händler, die in den von Regern bewohnten und besuchten Städten Filialen haben. Die billigen deutschen Fahrräder find auf dem ostafrikanischen Markt durchaus konkurrenzfähig, dagegen haben die amerikanischen infolge ihrer hohen Preise keinen Eingang gefunden. * Eine umwälzende motortech- nische Erfindung. Die Stockholmer Derg- sund-Wertstätten führten dieser Tage eine Erfindung des Ingenieurs Wersaell vor, die eine Umwälzung in der Motortechnik bedeutet. Die Erfindung besteht in einer Verbesserung der Motorkuppelung, die es ermöglicht, jeden Motor sofort unter Vollast anzulassen, ohne daß das Getriebe oder die Zündung darunter leiden würde. Die Werke haben mit der „Kambi"-Kuppelung erfolgreiche Versuche gemacht und beabsichtigen den alleinigen Vertrieb und die Herstellung der Vorrichtung zu übernehmen. Börsenkurse. ssrankwn a.M. Berlin __________________Tatnnr. 5% Deutsche RcichSanletbe • 4% Deutsche ReichSanlcihe . 3'/«% Deutsche Ncich-anlcihe 3% Deutsche RcichZanleibe . Deutsche epf.rDrnniitaanlcibe <°/ö Preußische Konlois • . . 4° o Hetzen .... ..... 3‘/;% Hessen 3% Hessen Deutsche Wend. Dollar^Slnl. dto- Doll- Ichov'Anireisng.') ♦°/o Zolltürlen......... 5% Goldmcrikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Tarmft und Nationalbank . Deutsche Bant Ten Ische BcrcinSbank .... Tiseonto Commandlt . . . Mclallbank.......... Mitteldeutsche Crcditbcmk. . Ccftcrrcid)lf(f)e Crcditansialt Weltbank ■ Bochumer Guß ...... Buderus .......... Caro . Deutsch-Luremburg ..... Gelsenkirchener Berglverke. . Harpe ner Bergbau ... f . .Naliwerkc Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütte Oberbcdars Phönir Bergbau . Rdeinswhl Niebeck Montan ...... TelluS Bergbau. ..... Hamburg-Sluirrika Paket. . .1 Norddeutscher Lloyd . | Cberamische Werke Albin • . I Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann | Anglo-Con:.-Guano .... Badische Anilin..... Chemische Mäher Alaptn . . Goldschmidt . .... '. CMei.cimcy Electron .... Höchster Farbwerke ..... oljvcrkohlung ........ ^illlgerswerke ... ..... . Lcheideanstalt ....... Alla. Elektri^tätS-Gesellschasr Bergmann Mainkraittverke ....... Schlickert ....... , Siemens & Halske Ädlcrwerkc Nleyer ..... Daimler Motorm Hchligcnstacdr ....... cauin..... ..... Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen Konscrvcri'aorik Braun . . Metallccsell'chaft sfranlsurt. Per. Union A.-G Schuhfabrik yerj . . . . . , Sichel. ........... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . I Zuckerfabrik Waghäusel . . . I Schluh. Mur» |Hben> i jMe Schluft. Mars SMuBS । mittag Mrl. 3i. n ; 3i io. 30. 10. 31 10. 0.2:2 0 28 • 22/5 U.2225 — .2925 0 28.5 0.27 0 245 n.2< 0,2725 0.447.5 0,145 0.415 0.4525 — U.H4 0.135 0.142 0,26 0,24 1.2825 i .iJ75 — • 0,21.5 0,22 0.3)5 0.25 0.225 O 22 — 0.21 U.22 90,2) 90.25 91,8 91.75 97 97.1 97,2 97.4 7.45 7.25 44,25 7.3 43,5 1 7 A - 152' 152 6' 133' 133,2' 95' 'J4* 95' 94* 104.5' 103,5* IV4.2* 104* 105' 1U5* 105,2' 68 68 U2.5' 1 '3' 102,75 102,5' <6,5 SO' £9,5’ — 7 6 9 6,9 0,031 0.03 — - — — • 69' 69,75' 39 39,2 39,8 40 — — 38.9' 37.5* 67* 68 25* 67.9* 57.75* 77 7.5' 75 9' 17,■' 103* — ’ 10.', * 10 9* 108.5 107 5 108,25 ,68.13 114 112 111, 5 111.5 35 35 25 36 35,5 46,5* 46,5' „ 68,5' _• 68 4* ?0* 64 54 4' 66.5 «'S «8.5 68 68.5 es 47 - 67' 70 5* — * 69.13' 72.25' 68.25' 71.5' — — __ 64 62 — 50,25 50 50.25 50 * 86 86 119,3 119 13 119.25 119 5 — — 62 5 59 50,5 61.25 118.4 117.9 118.13 1'7.5 118 117,75 118 117,25 i() 40 — — «0.1 62 60.25 87 86,6 — 92 75* 92.5* 92.9* — — 73,25 73.25 68..', '.0 C4,5- 65* 64.75* 65 13' V 83.57* 83.35* 25,5 28.5 25 27,9 29 Z"> 28, 5 29,25 2/.3 1 — 31 31 30 30 — — - 25,5 37 27 — — — — —— 95 95 — 55 5.5 55.5 55 24.1 25 25 2.7jj 2 62 2,2.5 61 80 23 .-31 25 ; 80,5 65 84.« 55.75 | — 80,5 49 50,5 50,3 Banknoten. 112.02 80.6 t 59.9!) 12. W 5,81 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M< Telegraphische Auszahlung. UZ.5< 81.04 Y 20 12.44 5.85 Briet 4.19J 19,06 105,33 20,38 17 69 163.25 I..68 86 01 59.25 Geld •.17» 18,16 104.-1 20,28 17,61 118,41 16.60 85,59 >8.95 Berlin, 31 Oktbr Amerikanische No'.en . . . .. Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... lHtglische Noten........ Fran;osische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten Norwegische Noten . . . . . T-u'sch.-Oestcrr., äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweiler Noten....... Spanische Noten Tschechoslowakisch: Noten . . Ungarische Noten . . . . 30 Lktbr. 31 Ortjr. Amtliche Noti rnna Amtliche Notierung «selb Briet Geld Brief Ami!.-Rott 168,79 169.21 168.70 169,21 Bu-n.-AircS 1.724 1.72S 1.724 ?.:28 Brss.-Antw 1!) 04 (9.08 19,02 19,06 Christicinta. 85.49 8.5,79 85,74 85,93 Kopenl?agen 104.47 ID4.73 10.1,02 10.5,28 Stockholm . i12,36 112,64 112,29 112,57 H-lnngforS 10 54 10,58 10.65 10.59 «lallen . . 16.59 16.63 16 605 16.64 London. 20,329 20,3.9 20,324 20.374 Weilt)ort . . 1.195 4,20' 4.19' 4,215 PaiiS. . . 17,70 7.74 17.62 17, (i Schwei; . 80 865 81.06. -0 84 il,04 Spanien. 60 02 60.18 60.0i 60.23 Japan . . . 1.734 1.738 .734 1.738 -Hio de Jan ) 1.27 1.629 1.628 0.630 Wien in D-- £?eft. abgeft 59,12 59.26 59,12 69,26 Prag . . . 12.42 18,46 18.42 12.46 Belgrad . . 7,45 < ,47 7,4t 7,45 Budapest. . ■3.88 1.90 ,.88 5.90 Buli'arie'.i 3.035 3.045 3.035 3.015 Lissabon ZI 175 2 .22-5 21.175 0,225 Tan;ia. . «0.65 SO >5 80.60 80.80 rtonit ntirt 2.'65 2.375 -.365 2.375 Alben 5-62 5 61 5 54 5.56 Tanada. . 4,197 1,207 4.197 «.207 Uruguay 4,255 4.2‘i5 4,255 4,26, Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 31. Okt. Tendenz: leicht erholt. — An der Börse, die heute ein etwas zuversichtlicheres Bild bot, machte sich zu Beginn des Verkehrs auf Wochenschluß-Deckungen bin An solle zu einer leichten Erholung bemerkbar, »ei den dem Samstagverkehr entsprechenden kleinen Umsätzen kam es jedoch nur ju geringen Äursbefferungen, die über 0,5 Prozent nicht hinausgingen. Das Deckungsbedürfnis, das von der Spekulation ausging, war bescheiden, verlieh aber dem bisher luftlosen Geschäst ein etwas lebhafteres Gepräge. Nach kurzem Verlauf verfiel das Geschäft aber erneut i n starke Geschäftslosigkeit, um so mehr, als sich neue Käufer nicht einstellten. Ziemlich günstig lag der Montan- markt, wo Kursbesserungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. Chemiewerte lagen nicht einheitlich. Elektroaktien waren vernachlässigt. Bankaktien waren gehalten, eine Ausnahme bildeten Reichsbankanteile, die eine Senkung um 1,75 Prozent erfuhren. Schiffahrtswerte biteben vorerst ohne Umsätze. Am Motoren- markt waren Kleyer kräftig erhost, plus 2,5 Prozent, dagegen Daimler (minus 0,75 Prozent) und Neckarsulmer (minus 1,5 Prozent) stärker gedrückt. Zuckeraktien gaben weiter nach. Der Kassomarkt der Jndustriepapiere zeigte nur geringe Veränderungen. Der deutsche R e n t e n m a r k t laa still und ohne Interesse. 5proz. Reichsanleih« 0,222*, Schutzgebiet erneut rückgängig 4,9. Ausländische Renten waren gehalten, öproz. Goldmexikaner leicht erhöht. Der Freiverkehr war ohne Interesse. Becker, kohle 45 Proz., Benz 32 Proz., Brown-Boveri 56 Proz., Entreprise 13, (Brotoag 62 Proz., Krügers- Hall 80 Proz., Ufa 46 Proz., Unterfranken 50 Proz. Die Tendenz wurde im weiteren Verlaufe farblos. Bei kleinen Schwankungen blieben die Kurse zumeist unverändert. Das Geschäft geriet zeitweise fast vollständig zum Stillstand. Der Geldmarkt war weiter versteist. Der Zinsfuß für tägliches Geld dürste sich mindestens auf 10 Proz. stellen, Monatsgeld 101 bis 11* * Proz., je nach Adresse. Im Devisenverkehr sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Paris hielt sich gegen London auf 115,65, Mailand 122,30. London ist gegen Kabel eher etwas fester mit 4,847/ie. Die Reichsmark wurde gegen Kabel mit 4,205 notiert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 31. Okt. Die letzte Dörfe biefee Woche, die mit dem Ultimo Oktober zufammen- fiel, begann in abwartender Haltung. Das Geschäft stand noch unter dem Eindruck der letzttägigen Verstimmung und beharrte in sehr engen Grenzen, so daß viele Erstnotierungen nicht festgestellt werden konnten. Die Tendenz war allerdings mehr nach oben gerichtet, da für Montan werte einige Kaufneigung bestand, die wohl damit zusammenhängt, daß die Streikbefürchtungen im Ruhrbergbau nach den Mitteilungen des Zechenverbandes vorläusig nicht begründet erscheinen. Im übrigen dürfte dec weitere Verlaus des Geschäftes durch die bis 12 Uhr mittags zu erfolgenden Prämienerklärungen beeinflußt werden. Die gestrigen lebhaften Umsätze in heimischen Staatsrenten stellten sich als nur vorübergehend heraus. Das Interesse für die in Frage kommenden Werte hatte wieder stark nachgelassen, doch blieben auch hier die Vortagskurse int wesentlichen behauptet. Der Geldmarkt stand unter dem Zeichen des Ultimos, der erhöhte Forderungen für die Ausleihungen ergab. Tägliches Geld, heute gleichzeitig Geld über den Ultimo, stellte sich auk 10 bis 12 Prozent. Monatsgeld 10 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt war das Geschäft sehr still. Paris notierte gegen London 115,75. Äordische Valuten waren stärker gefragt. Die Reichsmark notierte zu den gestrigen Sähen. Büchertisch — Professor Dr. Hero Moeller: Die Lehre vom Gelde. Leinenband 7 Mk. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. — Die große Bedeutung des Geldes für die Wirtschaft haben wir in den letzten Jahren kennengelernt, in denen das Geld ausgehört hatte, ein Wertmesser zu fein, lieber geldpolitische Fragen herrscht selbst in den Kreisen der Praktiker des Geld- rind Bankwesens vielfach Unklarheit. Ihnen wird der vorliegende Grundriß eine überaus wertvolle Einführung sein. Ein erster Teil behandelt die intsressante Geschichte des Geldes vom 'HItertum bis zur Gegenwart. Ihm folgt als zweiter die Theorie des Geldes. Der Leser lernt den Weg durch die vielfach sich widerstreitenden Ansichten bei1 führenden älteren und neueren Geldtheoretiker finden und kann sich über die geldpolitischen Fragen der Gegenwart ein eigenes Urteil bilden. 563 — Lebensmeisterung. Don Hugin, Verlag „2lm Kamin", Varel i. O. — Der Titel verspricht viel, der Inhalt gibt mehr. Gibt als Quintessenz langen Forschens und reichen Erlebens die Weisheit beschwingter Lebensfreude. 610 — Aufwertungspolitik. Das Unrecht bei der Aufwertung. Schicksal oder Entrechtung der Rentner? Von Rechtsanwalt Dr. Bockius, M. d. R., Mitglied des Aufwertungs- ausschusses des Reichstags, Mainz. (Verlag: Ioh. Falk 3. Söhne G. m. b. H., Mainz.) Die Schrift begründet das geschaffene Werk und enthält damit die Erklärung für die Hallung der 230 Abgeordneten, der Regierung und des Reichspräsidenten, auf welche Faktoren die Gesetze zurückzusühren sind. Unter Voranstellung der von einem Teil der öffentlichen Meinung erhobenen leidenschaftlichen Anklagen, wonach Die Aufwertungsge ehe eine Entrechtung der Rentner zugunsten Dej Großkapitals seien, werden alle Fragen in einer volkstümlichen Darstellungsweife behandelt unb die Vorwürfe im Zusammenhang widerlegt. 622 — Das AVE des Obstbaues. Von Rektor H. C. Kolbe. 2. verbesserte Auslage. Gebunden 1,80 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Wie der Obstbau im Kleinen und Großen mit Erfolg zu betreiben ist, zeigt Dies» praktische Handbuch in einer leichtverständlichen Form. An gutem und reichhaltigem Abbildungsmaterial werden alle Arbeiten im Obstgarten unb am Obstbaum in anschaulicher Weise erklärt. Ieder Gartenbesitzer kann sich die erforderlichen Kenntnisse für die Auszucht und Pflege feiner Bäume an der Hand dieses Buches aneigne ,1. 568 In Der Bücherreihe „Deutsche Stadt — DeutschesLan d", die der Berliner Schriftsteller Erich Kohrer feit einigen Jahren herausgibt (in der Deutschen Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin W.9), ist soeben als Band X ein Werk über „D a s Land Baden — Seine Entwicklung und seine Zukunft" erschienen. Der Band, an dessen Zustandekommen eine Reihe von führenden Persönlichkeiten des Landes Baden und insbesondere dos Staatsministerium selbst lebhaften Anteil genommen haben, präsentiert sich als ein reich illustriertes Werk. Es ist dem Herausgeber gelungen, die maßgebenden Persönlichkeiten des badischen Kulturlebens und der badischen Wirtschaft zu vereinigen, um ein Buch zu schaffen, das äußerlich und innerlich ein repräsentatives Dokument der im Lande Baden wirkenden Kräfte ist. Staatspräsident Prof. Dr. Willy H e l l p a d) selbst untersucht in einem Aufsatz .,2er badische Geist" mit dem ihm eigenen Scharfblick für geistige Dinge die besondere Stimmung des Badener Landes und ihre Bedeutung für den deutschen Geist in seiner Gesamtheit. Die sozusagen anthrovologische Ergänzung zu diesem Geleitwort bedeutet em Aufsatz , Der badische Mensch" von Prof. D r. Eugen Fischer. Unter den Arbeiten, die allgemeine Themen aus dem Gebiet des Landes Baden behandeln, sind die Ausiätze „Baden und das Reich" von Prof. Dr. Willy Andreas, die Kunstpflege in Baden van Dr. Starck, „Kulturleben und Dichtung" von P r o f. D r. O e f t e r i n g zu nennen. Aus der Fülle der allgemeinen wirtschaftlichen Aussätze sind dec Artikel des Direktors der Badischen Londwirtschafts- kammer in Karlsruhe, D r. Müller, über „Dio badische Landwirtschaft" und der Aufsatz von Prof. D r. Arthur Blauste in, dem Syndikus der Handelskammer Mannheim, über „Baden im Weltverkehr und Wirtschaft" besondere hervorzuhebeF» Auch Gebiete, die sonst nicht allgemein beachtet werden, wie das Oberrhein- und Wiesental und die Landschaft und Industrie von Lahr, werden eingehend geschildert, lieber die größeren Städte schreiben jeweils die Oberbürgermeister. Mit eindrinalichev Liebe geschriebene Mhandluna von Oberbau- rat Dr. Schmieder und Karl Frey führen durch all die kleinen Städtchen im Unterland uni Oberland, die jedes seinen besonderen Reiz cmfweisen. 52. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zi- *MO Kiloweise Billige Betten Gebr. Baer, Bleuen, Marktstraße 29 10497a, Stadtkaffe. 1O473B 11).O2,i Gießen 10489A TOM M6X lC4»»c (£s j|[ N 10478A ülotoneti Grönfifie s L Lieferant franko MO Mud 60 Deutsch - Amerikanische Petroleum - Gesellschaft Tanklager Gießen, An der Margarethenhütte,Tel. 2494 idealster Korsett- ersah. Verkauf jeden Mittwoch Plorkßr. 131.1 Ferner: Die Sonne von St. Moritz Nach dem Roman von Paul Oskar Höcker. 6 Akte. Folgende Abgaben werden hierdurch mit Frist bis zum 10. November 1925 gemahnt: 1. und 2. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlage 1925. 1. und 3. Ziel Sonderfieuer für den Kreis 1925. 3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßen- reinigungsgebühr 1925. Beitrag zur Landwirtschaftskammer für 1925. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenm Kosten erhoben werden. Die Zahlung von Verzugszuschlägen wird durch diese Bekanntmachung nicht berührt. Gießen, den 31. Oktober 1925. horten Te Dohm und Rti rvlitisch. 1 Ursache. ( Wli 2k Ser 61 einen ober großen Pol [duteon' d wurden. • Sjcherur i tta jedes Lebens her inungl Ser 1 sind, ist geschichtlich je gegeben ob die Ai Machte ei jene Sich von Locai tun dürfe, i menbffl 1 Bettbarchent 130 cm breit.....Mk. 3.50 160 „ „...... 4.50 Deckbett mit 6 Pfd. Federn 33.- Der gefesselte Strom Noman von Hermann S t c g e m a n n. Illllllllllllllllllll!lllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wir suchen zu kaufen oder zu pachten Mklk'WWe möglichst mit Dampf- oder Wasserkraft, an Bahnstation, mit 2 - 3000 qm Lagerplatz. Bedingung: größere Wohnung. Besichtigung zwischen 6. und 10. Nov. Schriftl. 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Ruth begrüßte ihn, stellte ihm Gerhart Tylander als ihren Verlobten vor und sagte, sie kämen in einer halben Stunde wieder, um mit ihm zu sprechen. Der Fischmeistcr segle die Brotkrumen vom Tische und antwortete: „Sie kommen nur jetzt recht. Und Ihnen soll es wohlergehen, Fräulein Engelhardt, hier und dort. Sie haben den rechten Weg gefunden." Run begann 3.'ylander zu sprechen und ihm Vorstellungen und Anerbietungen zu machen, aber der alte Oberländer verstand den Norddeutschen schlecht und ließ sich auf keine Unterhandlungen ein. „Sie wollen mir Vernunft predigen, Herr! Wenn ich vernünftig sein wollte, nähme ich vom eigenen Vorrat. Ich beiß' nicht auf den Löffel, Herr Ty- lander." Ruth legte sich ins Mitel. Und als er halsstarrig blieb, ohne in Hitze zu geraten, wie einer, der seine Rechnung schon lange abgeschlossen hot, nahm sie den Romen seines Sohnes in den Mund und sagte: „Ihr Einspruch ist abgewiesen worden, Sie müssen sich fügen. Die Gesellschaft bietet Ihnen neuntausend Mark mehr, wenn Sie das Haus statt am 1. September am 15. Augeust räumen. Rur um Ihnen den Verzicht leichter zu machen. Denken Sie an Hermann, Herr Ingold! Und bedenken Sie, daß Sie dem Schöpfer des Werkes den schwersten Konflikt aufladen!" Er erhob sich schwer von der Bank. Durch die Türöffnung schlug der Tagesschein. Der Hauch des Wassers feuchtete die Luft. „Fräulein Ruth, ich habe drei Buben gehabt. Der eine ist ein geringer Flößer, aber er lebt und schwimmt im großen Haufen und streicht in einem Monat mehr Häuser in Rheinau, als früher in einem Jahr. Der andere ist mir ins Retz geschwemmt worden, ich weiß nicht wie. Ich kenn' die Art nicht, er muß von hoch aus den Bergen oder aus dem See sein, wo der Herrgott sie noch selber einsetzt. Das ist der Hermann, Fräulein Ruth. Den dritten kenn' ich am Genick und an dem Stachel. Und der Nun saßen sie einander gegenüber. Zwei ernste 'Menschen, die, jeder in seiner Art, ihr Leben mit Bewußtsein lebten. „Fräulein Ruth, ich habe die Empfindung, daß leit dem verflossenen Sommer sich manches geklärt hat. Sie selbst haben mir in Ihrer edlen — bitte, erlauben Sie mir einmal ein solches unkaufmännisches Wort —, in Ihrer menschlich schönen, edlen Weise einen Einblick in Ihr Seelenleben gewährt. Klingt gesucht, gebe ich zu. Aber wenn unsereins sich aus so ewas besinnt, klingt es immer nach Auswendiggelernt. Bitte darüber hinwegzusehen, Fräulein Ruth. Ich will ja nur andeuten, daß ich Ihnen dafür danke und daß ich, als zugeknöpfter Mensch, mir Ihnen gegenüber sehr gefühlsarm vorkomnie. Ueberschuß an Empfindsamkeit besitze ich auch nicht, aber ich liebe Sie, Fräulein Ruth. Ich wiederhole das Wort von der Jnselterrasse und frage Sie heute noch einmal nach einer Frist, die ich mir abgerungen habe: Wollen Sie mit mir gehen, wollen Sie mir Ihre Hand geben?" Und als sie schwieg, einen farblosen Schein im Gesicht, über dem das Haar wie reifes Korn glanzte, hob er halb flehend, halb fordernd die Hände und rief leise: „Wollen Sie meine Frau werden, Ruth? Sagen Sie ja!" „Sie wissen, daß ich Ihnen heute nicht mehr antworte, ich sei und fühlte mich nicht frei," antwortete sie. „Ich wäre sonst nicht gekommen." Dankend neigte sie den Kopf und blickte sinnend vor sich hin. Das Klirren der Grabscheite, das Surren der Schwebebahn klang zu ihnen herein. Leise schütterte der Boden von den schwergesüllten Kieswagen, die von der Lokomotive bergauf gestoßen wurden. begann Ruth leise zu sprechen, beinahe wie im Selbstgespräch. „Meine erste Jugend liegt hinter mir. Meine erste Liebe auch. Ich weiß nicht, ?b weit genug, aber cs ist merkwürdig, daß mir imnitr ist, als hätte ich Sie erst nachher kennengelernt. Als wäre unser Beisammensein, Ihre Genesungszeit in St. Joseph und alles, was sich daran geknüpft hat, erst viel später gewesen." Sie verstummte. Gerhart räusperte sich. J. Jttmann Bnh.s A> Brumlik Bahnhofstraße 29 Astoria-Lichtspiele Heute bis einsch!. Mittwoch: Dämon der Landstraße Großer Wildwest-Film in 4 Akten mit dem berühmten Rauhreiter Bettfedern graue, per Pfund . . Mk. 2.50 Halbdaunen, per Pfd. „ 4.80 Kopfkissen m. I m Federn 9.80 ...Für mich ist nur eines wichtig, Fräulein Ruth: Daß wir uns gefunden haben, Verzeihung, daß ich Sie gefunden have." „W i r uns, mir uns," sagte sie mit Be- lonung und streckte ihm mit festem Entschluß und einem roarmen Gefühl, das nur noch einen ganz leichten, wehen Beiklang hatte, die Hand hin. „Ruth?" fragte der sonst so Rasche und Entschiedene zweifelnd. Sie nickte und sagte leise: ..Also, dann die and) noch!" Und reichte ihm auch nod) die Linke. Er küßte sie beide.Sie spürte das Zucken in seinen Lippen. Mit Dröhnen und Poltern rollte der Leerzug vom Wald herunter und erschütterte die alten Mauern von St. Joseph. Und Ruth Engelhardt hörte, wie eine Stimme in ihrem Innersten sprach: „Run baust du Hanns Ingolds Werk und dir ein neues Leben." Und gefesselt lag in ihrer Brust der wilde Strom. Dr. Engelhardt nahm die Verlobung ohne viele Worte entgegen. Er wußte, daß er jede Berührung kaum verharschter Wunden vermeiden mußte. Tylander konnte nur wenige Tage in Rheinau bleiben. Er hatte es eilig, war wieder in die Ge- schäftshaut gekrochen und sprach lauter,als in St. Joseph üblid) war. Die Glückwünsche der Familie trafen auf dem Draht ein, die Hochzeit würde auf den 1. August festgesetzt. Am Tage vor seiner Abreise bat Gerhart Ruth, ihn zu dem Flsck)meister zu begleiten. Er wollte versuchen, Ingold in persönlicher Aussprache und dnrch ein besonderes Angebot züm Aufgeben seines unvernünftigen Widerstandes zu bewegen. Und er sagte zu ihr: „Mit feinem Sohn kann man von der Angelegenheit nicht sprechen. Bei der letzten Sitzung erklärte er noch ruhig, daß die Aussprengung des Strom- bitte im Mai beginncen und zuerst gegenüber von St. Josephs Acker vorgenommen werden sollte. Die Enge komme erst im Herbst daran. Aber das Haus müsse bis dahin geräumt und abgebrochen fein. Er mar kalkweiß, als er die Sache oortrug." „Wenn nur Hermann da wäre! Der einzige, dem der alte Mann etwas zulieb täte," antwortete sie. „Aber id) bin es ihm schuldig, wir wollen gehen." Sie sanden Christian Ingold nickst zu Hause. Ruth erkundigte sich und erfuhr, daß er stromauf gegangen fei. Sie wußte, wo er zu finden war, und da der milde, leicht verwölkte Frühlingstag lockte, an dem man das Grün aus bcn Zweigen steigen sah und die Luft von Bienen schwirren hörte, gingen sie ihn suchen. steht dort und ich steh hier. Er sagt, er kann nicht anders. Gut! Aber ich weiß von mir, daß ich auch nicht anders tann. Die neuntausend Mark kommen von ihn,. Die Gesellschaft zahlt mir nicht mehr als ausbedungen und vom Gericht erkannt. Was mehr ist, kommt von ihm. Ist es so?" „Es ist so," erwiderte Ruth und faßte Tylanders Arm. „Gut! Ich nehme nichts von ihm, denn er hat mir alles genommen. Er hat feinen Willen, feine Kraft und jein Werk, und ich habe nur mein Recht. Das ewige Recht. Da sitz' ich drauf, tragt es mit mir weg, wenn ihr könnt, ich steh nicht auf." Und wie zur Bekräftigung ließ er sich wieder auf die Bank nieder. Tylander hatte genug verstanden, unr einzusehen, daß alles vergeblich war. „Komm, Ruth, hier hilft fein Reden," sagte er leise zu seiner Braut, und es war Ungeduld und Verwunderung zugleich, die aus diesem Worte sprachen. Der alte Mann war aus einer anderen Welt. Sie gingen. Hinter ihnen trat der Fischmeister aus der Hütte, in der Ruth vor vielen Jahren als Kind manche Stunde verspielt lind verträumt hatte, und suchte seinen Kahn. „ Sie sahen ihn bald darauf in dem tiefliegenden Einbaum mitten im Strom treiben. Der schwarze Schattenriß hob sich in dem hellen Licht des Tages von dem glitzernden Wasser übergroß ab. Wildenten kamen pfeilgerade im Dreieck den Strom herauf und fielen auf das Totwasser des Rheins. Ein Sprengschuß tönte dünn aus der Ferne. Es war ein verlorener Schuß, aber in den nächsten Tagen begannen die Italiener den Felsen- grund auszuweiten, der unter dem Kies von St. Josephs Acker hervortrat, und damit war der Anfang der Sprengungen gemacht. Dr. Engelhardt war feit Tylanders Abreise wieder in seine Menschenscheu zurückgefallen. Er strich in den Schwarzwald, füllte die Herbarien, räumte - sein Sprechzimmer und begann jetzt die Ueber- siedlung ins Altenteil und in die Einsamkeit vorzubereiten. Ruth ging der Hochzeit entgegen. Um sie her brandete der Lärm der Arbeit. Es war kein Lärm mehr, sondern ein gewaltiger Rhythmus, der die ganze Landschaft beherrschte. Eisengerippe wuchsen empor, Rohrleitungen schossen durchs Gras, Lokomotiven fauchten, und zweitausend Arbeiter und Beamte bildeten den Chor dieser dröhnenden Sinfonie. lFortsetzung folgt.) Für Baugeschüfte! Holzstabgewebe-Habrik (rentabler Betrieb) in Kleinstadt lD-Augstalion, Strecke Gießen-Siegen) für Mk. 14000.— bar zu verkaufen. Evtl, bleibt Besitzer beteiligt, alsdann nur Mk. 8000.— erforderlich. Näheres durch Schaumberger&Sohn, Im mobil len GASOL für Diesel- u. Glühkopfmotoren PETROLEUM für Traktoren und Motorpflüge BENZIN für alle Verwendungszwecke Auf Wunsch in Tankwagen frei Haus Lichtspielhaus Heute bis efnschl. Mittwoch: Pat und Patachon die beiden Unvergleichlichen, In Filmflirt Lustspiel in 4 Akten. — Ferner: ich liebe Dich Filmroman mit Liane Haid und Alfons Fryland. 6 Akte. Möbel Ich empfehle: Speisezimmer v. M. 350.- an Schlafzimmer v. IVI.310.-an Herrenzimmerv. 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