Mittwoch, 2. September 1925 (75. Jahrgang Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag , vrühl'fche Universitätr-Vuch- und Steinöruderci R. Lange in Sietzen. Sdfriftleitnng und Seschäftsftelle: 5chulftratze 1. Nr. 205 Lrster Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«. Beilagen: GießenerFamiliendlStter Heimat im Bild. Monau.vezngIpreir-. 2 Goldmark il 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch'Anschlllsse: schriftleitung 112, Der« lagundGelchöstäsielleäl. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeigerrlehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Annahme von Nnzelaen für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS.aurwärt» 10 Goldpfennig; für Ne« Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennia, Plahvorschrist 20°, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeckl, sämtlich in Gießen Aufhebung des Verbotes des Tragens der Militaruniform Berlin, 1. Sept. tWTD.) Verordnung d«S Reichspräsidenten auf Grund deS Artikels 48 der ReichSderfaffuag vom 26. August 1925: H 1. Die Verordnung deö AeichSpräsidenten betreffend daü Verbot des Tragend der Militäruniform vom 30. August 1921 iReicbSgesehbl. 1921 Seite 12 Sah 51) wird hiermit aufgehoben. 9 2. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft. Berlin, den 26. August 1925. Gez.: Reichspräsident von Hindenburg. Gez.: AeichSwehrminister Dr. Gehler. Die Telegraphen-Llnion erfährt hierzu an zuständiger Stelle: Der 3toe a f t der Rationen" (zu Deutsch „Völkerbund") beizuwohnen. Am 2. September ist der Dölkerbundsrat zu- ammengetreten und wenige Tage später beginnt >ic eigentliche große Dölkerbundsver- a m m I u n g, auf welcher die leitenden Staatsmänner der grosten Ententestaaten ihre Sonderpolitik mit Anstand in den Rahmen der grosten chwebenden Weltideale einzureihen versuchen. 3m vorigen Fahre wurde die Rede des britischen Ministerpräsidenten Ramsay Macdonald mit gewaltigem Beifall ausgenommen: sie wurde jedoch — wenn man den Beifall als Wertmaststab ür eine Rede ansehen will — durch die Rede H e r r i o t s übertroffen, dessen Ausführungen geradezu frenetischer Jubel folgte. Wir Deutschen tun gut daran, an die Spitze einer Betrachtung über die bevorstehenden Genfer Völkerbundstage eine Erinnerung aus dem vorigen Jahre zu stellen. Damals bezeichnete der am weitesten links stehende unter den französischen Ministerpräsidenten der Rachkriegs- zeit, Herr Herriot, den Versailler Vertrag als einen „Frieden des Rechtes und der Gerechtigkeit" Wenn wir dermaleinst amtliche Vertreter zu den Genfer Döl- kerbundstagungen schicken sollten, so würden wir das doch nur in der Absicht tun, die Ketten allmählich zu l o ck e r n , die der Versailler Vertrag um unseren Körper und unsere Glieder geschlagen hat Zu den Obliegenheiten des Völkerbundes gehört die Wahrung der Wilsonschen Grundsätze und damit auch des Selbst - be st immungs rechtes der Völker und weiter der Minoritätenschuh. Die jüngsten Kundgebungen des Bundes der Auslanddeutschen in Berlin und der deutsch-österreichischen An- schlustfreunde in Wien sind Beweise dafür, wie wenig der Genfer Völkerbund bisher in wichtigen Punkten feinen Zweck erfüllt hat. Es heiht, dast in diesem Jahre die Zahl der amerikanischen Beobachter in Genf sehr grost sein soll. Zweifellos wird die Washingtoner Regierung Vorsorge getroffen haben, dast fie über den Gang der Verhandlungen früher und genauer unterrichtet wird, als es durch die Tagespreise möglich wäre Vor einem 3abre wurde in Gens der Ideengehalt der Sicherheitsfrage ausführlich dislutiert und ein Protokoll entworfen, das dann den beteiligten Regierungen und Parlamenten zur Beschlußfassung vorgelegt werden sollte Die konservative Regierung, die wenige Wochen später in England zur Herrschaft gelangte, hat das Genfer Protokoll abgelehnt und damit verhindert, dast die Sicherheitsfrage einseitig von den Cntenteländem gelöst wurde Cs heistt. dah auch auf der diesjährigen Völkerbundstagung über das Sicherheitsproblem gesprochen werden soll. Rachdem das Kabinett L u t h e r - S t r e s em a n n jedoch vor bald sieben Monaten die Initiative ergriffen hat. kommt eine Lösung unter Ausschluß Deutschlands nicht mehr in Betracht. Die ersten Septembertage geben den leitenden Staatsmännern der Entente, — insbesondere dem französischen Auhenminister V r i a n d und seinem englischen Kollegen CH a m b erlain — erwünschte Gelegenheit, über die weitere Behandlung der Paktfrage zu konferieren, ohne dabei in dem peinlichen Lichtkegel der allgemeinen internationalen Aufmerksamkeit zu stehen. Die Genfer Völkerbundstagungen scheinen je länger je mehr eine Gelegenheit zu werden, auf welcher sich die Austenminister der wichtigsten beteiligten Länder zu zwanglosen Unterredungen zusammenfinden. Deutschlands Beitritt wird auf der diesmaligen Dölkerbundstagung wenigstens formell nicht zur Diskussion stehen. Die Reichsregierung hat Wünsche geäustert, ohne deren Erfüllung der Beitritt zum Völkerbund für uns mehr Gefahren als Vorteile bringen würde. Die einzelnen alliierten Länder haben sich für unzuständig erklärt, diese deutschen Wünsche zu erfüllen. Das kann sie aber nicht hindern, bei ihrem Zusammensein in Genf darüber zu beraten, wie fie in ihrer Eigenschaft als ausschlaggebende Döl- kerbundsmitglieder den deutschen Bedenken Rechnung tragen können. Reben Briand und Chanrberlain wird auch der belgische Auhenminister Vandervelde an den Genfer Beratungen teilnehmen, so dast fich sehr leicht die Gelegenheit schaffen lästt, dast sich die Außenminister der drei Länder, die untere Vertragspartner beim Sicherheitspakt sein sollen, grundsätzlich über die einzuschlagende Politik verständigen. Die von vielen offiziellen und inoffiziellen Teilnehmern an der Genfer Tagung gehegte Hoffnung, dast auch der deutsche Auhenminister Dr. Stresemann erscheinen wird, wird sich natürlich nicht erfüllen. Einstweilen tagen in London die juristischen Sachverstän- d i g e n Deutschlands. Frankreichs, Englands, Belgiens und Italiens Das Ergebnis ihrer Studien wird erst nach mehreren Wochen politisch verarbeitet werden können, wenn die Staatsmänner der Alliierten aus Genf und die deutschen Staatsmänner von ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt sein werden. Man wird erwarten dürfen, dah einmal in den Reden der Delegationsführer auf der Genfer Dölkerbundstagung alles vermieden werden wird, was in Deutschland die Kritik heraussordern könnte. Die kommenden grohen Reden, zu denen die Reporter fast der gesamten Weltpresse bereits die 'Bleifebern spitzen, werden wenigstens eins unter den vielen Symptomen fein, nach denen wir uns darüber klar werden können, ob die 55 im Völkerbund zusamrnengefchlosfenen Lander nicht nur Deutschland formale Gleichberechtigung gewähren, sondern auch die besonderen Verhältnisse anerkennen wollen, unter denen die größte und volkreichste Macht in Mitteleuropa lebt. Das Arbeitsprogramm des Bölkerbundsrats. Senf, 1. Sept. (T. U.) Der Völkerbunds» r a t wird am 2. September feine Tätigkeit aufneh» men. An den Ratssitzungen nehmen die Vertreter von zehn Staaten teil, ständige Mitglieder des Rates find England, Frankreich, Japan und Italien, die übrigen sechs werden alljährlich van der Vollversammlung des Völkerbundes neu gewählt. Zur Zeit find dies Schweden, Spanien, die Tschechoslowakei, Belgien, Brasilien und Uruguay. Die Tagesordnung der Ratssitzung sieht 23 verschiedene Gegenstände vor, deren wichtigster Gegenstand die Entscheidung über die Zukunft des M o s s u l - G e b i e t e s ift. Vom deutschen Gesichtspunkt verdienen die Verhandlungen über die .Yasengrenze Danzigs, die Bestätigung einiger Mitglieder der Saar -‘.Regie- r u n g und die Verhandlungen über die wirt- schaftliche Lage Oesterreichs besonderes Interesse. Außer dem Bericht der beiden Sachverständigen für Oesterreich liegt ein umfangreicher Bericht des Generalkommissars Zimmermann vor, der, wie verlautet, seinen Posten niederlegen will. Der Wiederaufbau Ungarns scheint für den Völkerbund leichter zu sein als der Oesterreichs. Der Bericht des ungarischen Generalkommissars Smith soll sehr günstig lauten. Im übrigen wird der Dölkerbundsrat sich mit einer großen Anzahl von Minderheits fragen zu beschäf- ligen haben. Sehr zahlreich sind die Berichte der Kommissionen, Wirtschaftskommission, Derkehrs- tommission, Finanzkommission, Reparationskommission usw. Don Interesse ist die Tatsache, daß die Saarfrage von dem Delegierten Ita - liens und die Danziger Frage von dem Delegierten Spaniens vertreten wird. Ein roei- lerer Punkt der Tagesordnung ist die Beratung Der Reichspräsident zum Tode Spahns. Berlin, 1. Sept. (WB) Reichspräsident von Hindenburg hat anläßlich des Ablebens des Reichstagsabgeordneten Exzellenz Dr Spahn dem Sohne des Entschlafenen Professor Dr. Spahn telegraphisch seine Teilnahme ausgesprochen. — Reichskanzler Dr. Luther hat aus feinem Ferienaufenthalt ebenfalls an den Sohn des Entschlafenen Professor Dr. Martin Spahn ein in warmen CB ort en gehaltenes Beileidstelegramm gerichtet. Auch an den Vorsitzenden der ReichstagsfrakNon des Zentrums Reichskanzler a. D. Fehrenbach richtete der Reichskanzler ein Beileidstelegramm. wirtschaft unö Lustschiffahrt. Die neuen Pläne Dr. (5ckcuers. Leipzig. 1. Sept. i WTB ) Auf Einladung des Magistrats der Stadt Leipzig sprach Dr. Eckener in dem überfüllten blfa-Film-Palast über das Thema: Weltwirtschaft und Luftschiff- fahrt- Er führte u. a. aus. es fei ihm nicht leicht geworden, mit feinem Appell vor die Oeffentsich- leit zu treten. Trotz verschiedener Widerstände habe er sich aber doch zu diesem Schritt.entschlossen. weil einmal Friedrichshafen am Ende seiner finanziellen Mittel fei und weil weiter unser fehlender Reichtum erseht werden müsse. Durch einen befodners starken und ausgeprägten Willen müßten unsere geistigen und technischen Kräfte, durch die wir allein hochkommen können, erhalten werden. Auf die Frage, wie er zu Amundsen stehe, erwiderte Dr. Eckener, als er in Amerika mit Amundfen zufammengetroffen fei, und als er ihn nach feinem Polarflug willkommen hieß, da habe er von der angegebenen Deutfchfeindlichkeit nichts gewußt. Erst spater war davon zu lesen. Uebri- gens nehme er keinen Anstoß, zu sagen, daß es sehr unzweckmäßig zu fein scheine, immer noch za fragen, wie in der Zeit der Kriegs- Periode der oder jener Ausländer gesprochen habe. Wenn man das tue, dann fei der An. fang einer Zusammenarbeit mit den anderen Völkern nicht möglich. Endlich sei die Frage aufgeworfen worden, was mit dem gesammelten Gelde geschehe, wenn die Dotschafterkonferenz — wie er nicht glaube — ben Bau eines Luftschiffes ablebnen sollte. Dazu habe er zu sagen, daß nicht allein ein Polarluftschiff. sondern dah das Werk erhalten werden soll, bis einmal eine günstigere politische Lage kommt. Gleichzeitig soll aber der Beweis erbracht werden für die über die M i l i t ä r k o n t r o 11 c in den ent- m i 111 a r i | i e r t e n Zonen des Rheinlan - des, doch steht dies noch nicht endgültig fest,da der Rat diese Frage voraussichtlich wegen der schwebenden Berhandlungen über den Sicherheitspakt auf eine spätere Sitzungsperiode verschieden wird. Die Ankunst der Delegationen. Genf, 1. Sept. (WTD.) 3m Lause des Dienstag sind die englischennd die französische Delegation saft vollzählig in Genf eingetroffen. Mit der englischen Delegation kam außer Chamberlain auch Sir Robert Cecil an. Briand war von L o u ch e u r und C h a u z e l. dem Leiter der Völkerbundsabteilung am Quai d'Orsay, begleitet. Chamberlain und Briand nahmen entgegen früheren Dispositionen, ihre Des pre- chungen bereits am Dienstagabend auf. Der französische Ministerpräsident P a i n- l cDe trifft am nächsten Freitag vormittag in G*nf ein. Er übernimmt an diesem Tage für die Dauer seines etwa achttägigen Aufenthalts an Stelle Driands die Leitung der französischen Delegation und gleichzeitig den Vorsitz imVölker- bunbärat. Als Vorsitzender des Rats wird er fahungsgemäß am nächsten Montag d i e 6. Völkerbundsversammlung mit einer Ansprache eröffnen, von der man jedoch in Völkerbundskreifen keine Aederrafchun- g e n erwartet. Die Mofsulsrage in (Senf. Genf, 1. Sept. (211.l Die frühzeitige An- funft Chamberlains in Genf, der bereits zwölf Stunden vor den meisten anderen Delegationen cintraf. wird mit dem vor wenigen Tagen gefaßten Beschluß in Zusammenhang gebracht, die Mossulfrage als ersten Gegenstand auf. die Tagesordnung der Ratsitzung zu bringen. Auch der schwedische Außenminister Haben weilt als Berichterstatter in der Mossulfrage bereits in Genf, ebenso der türkische Außenminister Tewfik Rufid Bey 3m Laufe deS heutigen Vormittags haben bereits vertrauliche Besprechungen stattgefunden. Der Rat wird bereits rnn Mittwoch mit den Verhandlungen beginnen und zunächst den beiden Außenministern! der streitenden Parteien das Wort erteilen. Wie von der türkischen Delegation versichert wird, beabsichtigt Tewfik Bey in sehr nachdrücklicher Weise die unumstöblichen Ansprüche der Türkei zu begründen. Die englische Delegation ist sehr zurückhaltend, spricht aber andererseits die Befürchtung aus, daß die Türken sich zu unbesonnenen Schritten hinreißen lassen können. In englischen Kreisen rechnet man bamit, dah der Völlerbundsrat während feiner Herbft- tagung keine Entscheidung treffen, vielmehr die Angelegenheit auf den Dezember vertagen wird Ein solches Vorgehen fei gleichbedeutend mit einer Empfehlung zur Wi eder- auf nähme direkter Verhandlungen zwischen der Türkei und England. Eine derartige Regelung findet jedoch bei der hiesigen türkischen Delegation vorerst feine Gegenliebe. Die türkische Delegation scheint entschlossen zu sein, ihrerseits alles zur Herbeiführung einer baldigen! endgültigen Entscheidung deS Rates zu versuchen. Die Steuer- und gollfreiheit des Völkerbundes. Genf, 1. Sept. (WB.) Zwischen der Schweiz und dem Völlerbund schweben seit langem Verhandlungen wegen der Steuer» und Zoll - freibeit der Beamten des Völkerbundes und des Völkerbundes selbst Rach einer Meldung des „Journal de Göneve" beabsichtigt nunmehr der Generalsekretär des Völkerbundes, sich wegen einer authentischen Auslegung der betreffenden Bestimmung deS Völkerbundpaktes an die diesjährige Dölker- bundsverfammlung zu wenden. Verwendbarkeit d c 6 Luftschiffes für den großen Verkehr über den Ozean. E-ckener erörterte dann die Frage der LandungS- moglichkeit und die der Rentabilität. Es ist eine Frage allererster Bedeutung für Deutschland, mit einem deutschen Schiff und einer deutschen Mannschaft das heißumstrittene Polarprvblem lösen zu können. Die moralischen Eroberungen, die man mit einer solchen Tat machen könne, sind nicht zu unterschätzen Mit dem Hamen Zeppelin verbindet das deutsche Volk feit dem Tage von Echterdingen gewisse Gefuhlsmomente. Ich habe die Ueberzeugung. daß das deutsche Volk in dieser Frage nicht versagen wird- Die Reparationsleistungen der Reichsbahn. Berlin. 1. Sept. (WTB.) Wir der Generalagent für die Reparationszahlungen mitteilt, hat die Deutsche Reichsbahngesellschaft am 31. August die am 1 September noch fälligen Zinsen ihrer Reparations-Obligationen bezahlt. Damit find von Deutschland die ersten des am L Sept, v. I. begonnenen Geschäftsjahres des Sachver- f'änbigenplanes zu leistenden Zahlungen vollständig bewirft. Diese Zahlungen belaufen sich auf insgesamt eene Milliarde Gold- mar k, von denen 800 Millionen dem Ertrage der ' fl, li r i F * im Herbst v. 3. ausgelegten deutschen 21 u s - landa nleihe entnommen wurden. Die restlichen 200 Millionen Mark wurden von der Deutschen Reichsbahngesellschaft als Zinszahlungen für die auf Grund des Sachverständigenplanes zu Reparationszwecken begebenen Obligationen in Höhe von 11 Milliarden Goldmark geleistet. Die Reichsbahngesellschaft leistete am 28. Februar die erste Rate in Höhe von 100 Millionen Gvldmark. Auf Grund des Ab° kommens zwischen dem Generalagenten für die Reparationszahlungen und der Reichsbahngeselb- fchaft, wonach zum Zwecke der reibungslosen Abwicklung der Reparationsleistungen Teilzahlungen vor der Fälligkeit gegen Vergütung eines Zwischenzinses von jährlich 6 Proz. angefordert werden können, wurden von der zweiten, am 1. September fälligen Rate bereits im August Vorauszahlungen geleistet. Durch die am 31. August bewirkte Zahlung von 60 Millionen Goldmark ist somit auch die zweite Rate mit 100 Millionen Gvldmark vollständig eingegangen. Hauptausschuß des Preußischen Landtages. Kultusminister Beckers Etatrede. Berlin, 1. Sept. (Wolff.) 3m Hauptausschuh des Preußischen Landtags wurde die Beratung des Kultushaushaltes fortgesetzt. Kultusminister Dr. Becker wies darauf hin, dah der vorliegende Etat vom Ministerium Bölih ausgearbeitet worden sei. 3n der Behandlung der großen Sachfragen zeige sich eine feste Linie. Die „Zeitausgaben" mühten mit den historisch gewordenen verbunden werden. „3ch bekenne mich — so fuhr der Minister fort — ohne parteipolitische Bindung zu einer demokratischen Haltung. Die Schul- und Kulturpolitik muh so geleitet werden, dah alle Parteien sie bejahen Annen. Der Minister darf nicht parteipolitisch gebunden sein. Das wird mir leichter fallen als einem Parteiminister. Als Staatsminister lege ich mir die gröhte Zurückhaltung auf. Als Kultusminister verfolge ich eine f e st e Linie auf dem Boden der republikanischen Verfassung. Ich verurteile jede Schmähung der Vergangenheit, verlange aber auch Respekt und Liebe zum heutigen Staat. Es hat mich mit Bedauern erfüllt, dah der Abgeordnete Oelze mir Versagen in vaterländischen Belangen vorgeworfen hat. Das Verbot des Tragens politischer Abzeichen in der Schule sei notwendig und schon vom Ministerium Bölitz erlassen. Es habe zu Schwierigkeiten geführt. Der Abbau hat im Ministerium k a t a st r o - phal gewirkt. Die allergrößten Schwierigkeiten seien entstanden. Die Einstellungssperre muh fallen. Die Aufbauschule habe sich bewährt. Wenn auch ein abschliehcndes Urteil noch nicht möglich ist, so sind die bisherigen Ergebnisse glänzend. Die Gesamtschuldauer darf 12 Jahre nicht überschreiten, wenn der Volksschule nicht Schaden entstehen soll. 3m Kampfe für die Grundschule sollte die 9jährige Höhere Schule nicht angegriffen werden. Der Minister sprach den Wunsch aus. dah die Schulreform jetzt Ruhe und Gelegenheit zum Wachsen erhalte. Die Privatschule befolge eine Lockerung der Staatsschule. Hier sei eine sorgfältig überlegte Gesetzgebung notwendig. Er stehe auf dem Boden der Staatsschule. Berechtigte Bedürfnisse der Privatschule mühten jedoch erfüllt werden. Die Schulschwierigkeiten in kleineren Städten seien nicht zu Dedennen. Der Breslauer Gewerkschaftskongreß. Breslau. 1. Sept. (Sil.) 3m Vordergrund der heutigen Mrhandlungen des Breslauer Gewerkschaftskongresses standen die kommuni st ischen ilmtriebe in den Gewerkschaften, das Mrhalten der Kommunisten während der Ruhrbesetzung, das Vorgehen der Kommunisten bei der Textilarbeiter- Aussperrung in Sachsen usw., wogegen sich u. a. die Reichstagsabgeordneten Simon, Rürnberg, und Husemann, Bochum, wandten. Rach einem Schlußwort Leiparts, Berlin, wurden folgende Anträge angenommene Es wird von der Reichsregierung und dem Reichstage ein Arbeitszeitgeseh und der Achtstundentag gefordert. Zum Kapitel Bctriebsrätegeseh wünscht man Selbstbestimmungsrecht im zukünftigen Tarifvertragsgeseh, die Auflösung der Technischen Rothilfe und ähnlichen Einrichtungen. Zur Wohnungsfrage wird schärster Widerspruch erhoben, ferner gegen die Hauszins st euer un& ihre Mrwendung für andere Zwecke als zur Behebung der Wohnungsnot und gegen die Erhöhung der Miete zugunsten des Privathaus- besihes. Außerdem wird lebhaft gegen die Beseitigung des Mieterschutzes und der gebundenen Wirtschaft im Wohnungswesen protestiert. Zum Genossenschaftswesen werden alle Gewerkschaftsmitglieder und deren Frauen aufgefordert, sich die Förderung und Entwicklung der Konsumgenossenschaftsbewegung angelegen sein zu lassen. Zum Reichshandwerkergesetz wird die wirtschaftliche Zwangsorganisation abgelehiü, aber eine Rege lung. der Lehrlingsausbildung gefordert. Schließlich protestiert der Kongreß in einer Entschliehung gegen die heutige Zoll- und Steuerpolitik und spricht sich für eine gerechtere Handhabung aus. Ein Antrag des Eisenbahnverbandes Lörrach will die Gewerkschaft verpflichten, bei Kriegsausbruch die Herstellung von Waffen un d Munition und den Durchtransport von Truppen und Kriegsmaterial durch das Reichsgebiet mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern. Dieser Antrag gelangte nicht zur Abstimmung, da bereits früher entsprechende Beschlüsse gefaht worden seien. Eine Reihe vvn Forderungen des Metallarbeiterverbandes Berlin und Leipzig bezüglich des Iugendschuhes und der Iugendausbildung sind dem Bundesvorstand 'zur Berücksichtigung überwiesen worden. Am Rachmittag berichteten Professor Dr. H e r m b e r g, Leipzig, über „Die Wirtschaft und die Gewerkschaften" und Reichstagsabgeordneter Jäckel, Berlin, der Vorsitzende des Deutschen Textilarbeiterverbandes, über „Wirtschafts- Demokratie". Seitens des Bundesvorstandes lagen zu den Referaten verschiedene Entschließungen vor, in denen der Kongreß folgendes fordert: Dolle Anerkennung der Gewerkschaften in der Gleichberechtigung mit den । ilnternehmcrn beim wirtschaftlichen Aufbau und Wirtschaftsführung, schleunige Ausgestaltung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates zu einem wirklichen Wirtschaftsparlament und schleunige Errichtung von Bezirkswirtschaftsräten, paritätisch von ilnternehmcrn und Arbeitern verwaltete W irisch a f t s k a m m e r n für Industrie und Handel, Handwerk und Landwirtschaft, Selbstverwa.tungs- körper für alle Industriezweige, planmäßige Tlnterstützung der Konsumgenossenschaften. insbesondere durch Förderung der konsumgenossenschaftlichen Eigenproduktion, Erweiterung des Mitbestimmungsrechts der Betriebsräte. Generalversammlung der christlichen Gewerkschaften. München, 1. Sept. (WB.) Auf der Generalversammlung des Zentralverbandes Christ- licher Fabrik- und Transportarbeiter und der angeschlossenen Berufsverbände machte der ehemalige preußische Ministerpräsident Stcgerwald längere Ausführungen über die geistliche Grundlage der christlichen Gewerkschaften, über ihre bisherige Tätigkeit und über weitere zukünftige Ausgaben. Die christliche Gewerkschaftsbewegung stehe auf. dem Standpunkt, daß das allgemeine Wahlrecht und die Verfassung aufrechterhalten werden müsse. Letztere dürfe nur auf legalem Wege geändert werden, die republikanisch Staatsform sei zur Zeit in Deutschland die einzig mögliche. Schließlich kam Stegerwald auch auf die Wirtschaftspoli- t i k und das Steigen der Preise zu sprechen. Gegen die ilebertreibungen, die von selten der Arbeitgeber planmäßig zur Irreführung der Oeffentlichkeit begangen würden, müsse energisch Stellung genommen werden. Das Wichtigste fei. d i e schaffenden Stände wieder kaufkräftig zu machen. Cs sei nicht notwendig, dah die Banken 8—10 Prozent über den Reichsbankdiskont verlangen. Die Unternehmerschaft könne die Arbeiterschaft nicht davon überzeugen, daß nur durch niedere Löhne die Wirtschaft wieder aufgerichtet werden könne. Kursänderung der K. P. D. Berlin, 1. Sept. Die „Rote Fahne" Der- ösfentlicht einen Brief der Exekutive der kommuni st ischen Internationale in Moskau, der nach Verhandlungen mit einer Delegation der Kommunistischen Partei Deutschlands und unter Billigung des Zentralkomitees der K. P. D. scharfe Kritik an b er bisher leitenden Gruppe Ruth Fischer» Ma s- l o w in der Führung der deutschen Kommunisten übt. In dem Brief wird darüber Klage geführt, daß die Politik der genannten Führergrupoe einen ernsten Rückgang der Gewerksmaften und starke Verluste bei den politischen Wahlen zur Folge gehabt hat. Es wird eine Kursänderung der kommunistischen Politik in Deutschland angekündigt, die vor allem in der Verlegung des Schwergewichts der gesamten politischen und or- ganisatorischen Arbeit der Partei in die Gewerkschaften und die Betriebe und dem Eintritt neuer führender Arbeitskräfte in die Zentrale zum Ausdruck kommen soll. Der Brief der Moskauer Internationale kann wohl als eine b e« dingungslose Unterwerfung der deutschen K ommunistischen Partei unter bie Moskauer Exekutive angesehen werden, da sich unter den Unterzeichnern des Briefes auch Ruth Fischer befindet, an deren Parteiführung in dem Briefe sehr scharfe Kritik geübt wirb. Ob sich bennoch nicht Widerstände in den Reihen der deutschen Kommunisten gegen das Vorgehen Moskaus ergeben und ob der Brief den Anfang einer Krise bedeutet, bleibt abzuwarten. Erhöhte Kampftätigkeit in Marokko. Paris. 2. Sept. (WTD. Funkspruch.) Da die Rifleute Alhucemas in außerordentlich starken Verteidigungszustand gesetzt haben, so daß jeder Landungsversuch an dieser Stelle große Schwierigkeiten bereiten würde, beabsichtigen die Spanier bei Sidris 10 Kilometer östlich von Alhucemas zu landen, von wo aus Ajdir leicht zu erreichen ist. An der Front herrscht überaus rege Kampftätig keit Französische und spanische Schiffe haben ununterbrochen die Küstenbefestigungen der Kabylen unter Feuer gehalten. An der französischen Front haben gestern zum ersten Mal die amerikanischen Flieger größere Aufklärungsflüge unternommen. Abd el Krim sucht den Aufmarsch der französischen Truppen durch dauernde Vorstöße und äleberfälle zu stören. Auch die Spanier haben an der Front von Melilla größere Angriffe unternommen, die durch langes Artilleriefeuer vorbereitet wurden. 2lbd cl Krim soll gezwungen worden sein, größere Reserven an diese bedrohte Stelle der Front heranzuzie- hen Rach Meldungen aus Rabat soll Abd el Krim seinen Kriegsschatz von Adjir nach dem Gebirge gebracht haben, was als ein Zeichen dafür angesehen wird, daß sich 2lbd el Krim mit der Verteidigung auf das Gebirge beschränken wird. Roch immer werden größere Waffen- und Munitionstransporte von der Küste nach dem Inneren deS RifgebieteS beobachtet. Der Streit um das Radio-Monopol in China. London, 2. Sept. (WTD. Funkspruch.) „Times" meldet aus Washington, im Zusammenhang mit den einander widerstreitenden Ansprüchen amerikanischer und japanischer Gesellschaften über die Rutznießung der drahtlosen Verbindungen innerhalb Chinas sowie von China aus ist eine sehr heikle Lage entstanden. Die Hauptexekutive der Pekinger Regierung Tuan-Tschi-Vui soll ernstlich erwägen, die Konzession der American-Wireleß-Compunh zu widerrufen und der japanischen Mitsui-Gesellschaft das Kvntrollmono- pol über die drahtlose Telephonie in China für einen Zeitraum von 30 Jahren zu geben. Der amerikanische Gesandte soll daraufhin Tuan-Tschi-Vui gewarnt haben, daß dies zur Revision der amerikanischen Politik gegenüber China führen könne. Der Kohlenarbeiterstretk in Amerika. Reuyork. 1. Sept. (SU.) Der Kohlenarbeiterstreik begann gestern ohne jeden Zwischenfall. Er hat sich auf alle Steinkohlenzechen ausgedehnt, jedoch nicht aus die Braunlohleitbetriebe. Die Bergwerksbesitzer erklären, daß Amerika bis zum Januar ausreichend mit Kohlen versorgt sei, so daß der Streik sich nicht auf andere Industrien auswirken werde. In Fachkreisen der Industrie wird jedoch angenommen, dah die Vorräte nur bis Rovember ousreichen werden. Die Arbeitgeber ersuchten gestern abend erneut den Präsidenten C v o l i d g e. in den Lohnkampf einzugreifen. Coolidge hat nach wie vor jedoch jedes Eingreifen abgelehnt. Kleine politische Nachrichten, Der Reichspräsident weilte am Montag zu Besuch in Hohenschwangau und besichtigte eingehend das Königsschloh Reu - schwanstein. Rachmittags reifte der Reichspräsident unter begeisterten Hochrufen der zahlreichen Sommergäste und Touristen wieder ab. Das R e i ch s w e h r m i n i st e r i u m hat zu der Beisetzungsfeierlichkeit des Feldmarschalls Konrad von Höhendorf den Generalmajor R e i n i cf e als Vertreter der Reichswehr entsandt. Generalmajor Rcinicke hat gleichzeitig den Qluftrag erhalten, sein Beileid im Ramen der Reichsregierung auszusprechen. In einer großen Kundgebung der Deutschen Volkspartei in Düsseldorf zum Gedächtnis Schlageters teilte der Vorsitzende der Partei mit, daß beabsichtigt sei, an der Stelle auf der Golzheimer Ha-de, wo Schlageier den Heldentod fand, einen Gedenkstein zu sehen. Aus aller Welt. Raubmord im v-Iug Amsterdam — Berlin. Gestern abend wurde auf der Eisenbahnstrecke Stendal—Berlin hinter der Station Schönhauser Damm auf den Schienen eine weibliche Leiche gesunden. Bei näherer Besichtigung derselben wurde festgestelll, dah ihr die Schmuck- fachen und Schuhe fehlten. Hach den Ermitlungen der Kriminalpolizei handelte es sich um eine ip/ Amsterdam ansässige Hausangestellte nam^ts Lampersbach, die im v-Zuge Am st er- dam — Berlin überfallen, beraubt und bann aus dem Zuge geworfen wurde. Trotzdem nach Eintreffen des Zuges auf dem Bahnhof Eharlottenburg sofort eine Durchsuchung der Wagen vorgenommen wurde, konnte der Täter nicht entdeckt werden. Wahrscheinlich hat er den Zug auf dem Spanbauer Bahnhof, wo dieser einen unvorhergesehenen Aufenthalt hatte, verlassen. Die internationale Alkoholkonfcrenz. Genf, 1. Sept. (WTB.) Die internationale Konferenz zur Bekämpfung des Alkohols wurde in Gegenwart von etwa 80 Delegierten aus 24 Ländern eröffnet. Außerdem haben 14 Regierungen sowie verschiedene große Missionsgesellschaften wird das internationale Rote Kreuz Delegierte entsandt. Deutschland ist durch mehrere Delegierte vertreten. Die Konferenz wählte den ehemaligen holländischen Ministerpräsidenten Ruys de Deerenbrouck zu ihrem Vorsitzenden, der m einer Ansprache das Ziel der Konferenz dahin charakterisierte, dah der Kamps gegen den Alkoh ol ebenso wie der Kampf gegen das Opium durch eine internationale Konvention wirksam aufgenommen werden müsse. Besonders müsse dabei das Alkoholregime in den Kolonien geregelt, die älnterdrückung des Alkoholschmuggels gefördert und außerdem ein Ausgleich der Interessengegensätze geschaffen werden zwischen den Staaten, die Alkohol ausführen und solchen Staaten, die bereits eine Alkohvlgesetzgebung haben. Schüler beschießen einen l)-Zug. Der l)°Zug 3 Hamburg — Berlin wurde am Sonntag zwischen Friedrichsruh und Schwarzenbek im Sachsenwalde beschossen. Die Kugeln durchschlugen Abteilfenster, ohne Passagiere zu treffen. Einige Reisende wurden durch Glassplitter verletzt. Der Polizei gelang es, vier Hamburger Schüler als Täter festzunehmen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 2- Septenrber 1^25. ' „Äönnen Sie mir nicht sagen ?" Wer ein gutmütiges Gesicht hat, wird nm Xoge unzählige Male ancercbct. Alle bie braven ...Verte aus ber Provinz", bie noch einer Straße, nach einem Denkmal, nach einem Hotel, nach einer Behörve, nach einem Arzt ober nach sonst irqcnb etwas Möglichem ober Unmöglichem suchen, fassen sich ein Herz, wenn sie solch treuherziges Gesicht sehen, lüften ben Hut und sagen: „Sie werden verzeihen —" Natürlich verzeiht man gern und würde es begrüßen, wenn sie sich nicht jo lange bei der Vorrede aushalten wollten. Man ahnt ja, baß es um nichts weiter geht, als um eine Frage. Man will ja auch gern antworten. Weshalb sollte man nicht. Man ist ja doch fein Unmensch. Aber es dauert eine ganze Weile, bis sie es endlich heraus haben. Und gewöhnlich muß man ihnen bann verraten, daß man es selber nicht weiß. Ich habe früher geglaubt, baß alle Leute gleich viel gefragt werben, aber bann hot mir mal einer offenbart, baß er noch nie gefragt wäre. Er meinte, er könne sich überhaupt nicht benfen, was man gerabe von i h m erfahren wolle, es gäbe ja so viele Menschen, die bas besser wüßten als er. Ich fann'mk- sein griesgrämiges Gesicht vorstellen, das er machte, als jener andere demütig ben Hut lüften wollte: Sauer. Freilich ist es fein Geschenk, für das man ben Grazien danken muß, wenn sie es einem in die Wiege mitgegeben haben, daß nun Hinz und Kunz am Hütlein rückt und feine Frage tut. Manchmal macht es einen großen Spaß: da fühlt man sich gehoben; aber in ben meisten Fällen denkt man recht ärgerlich: „Das hätte er sich doch wahrhaftig selbst sagen können." Die Fragen sind eben so billig. Wenn eine Antwort etwas kostete, würde weniger gefragt werden. Und nun bitte ich, einmal darauf zu achten, wer Sie fragt und wie oft sie gefragt werden. Sie können dann beinahe mit Gewißheit sagen, wer Sie fintt falls Sie das bis jetzt noch nicht gewußt haben sostfen. H. W. 116er=2ag in (Biegen. Der große Tag der 116er ist nahegerückt, der Tag, der vor allem der Ehrung der gefallenen Kameraden gewidmet ist, nicht weniger aber auch der Erinnerung. Ist es doch die Erinnerung an das, was war, und das Gedächtnis an die verehrungswürdige Tcn, die beide uns den Weg weisen zu dem, was sein soll. Ein solcher Tag hat seine besondere Würde, die zum Erlebnis werden soll all denen, die sich erfüllen lassen wollen von dem Geist dankbarer Verehrung und vaterländischer Erhebung. Das aber sollen und werden nicht nur die Kameraden fein, die einmal im Regiment Freud und Leid des Soldatenlebens miteinander geteilt oder gar die Schrecken der Feldschlacht bestanden haben, sondern auch .alle die, die, in der Gesinnung verbunden und von innerer Teilnahme erfüllt, das Fest gemeinsam feiern wollen. Es sind ihrer viele schon, die, selbst eine weite Fahrt nach der allen Garnisonstadt nicht scheuend, ihr Erscheinen zugesagt haben. Fast größer noch ist die Zahl derer, deren Zusage in den nächsten Tagen noch eintrifft. Richt gering sind die Erwartungen, mit- denen unsere Gäste zum Fest kommen. Die vorbereitenden Ausschüsse haben darum auch keine Mühe gescheut, ihnen gerecht zu werdeü. Die abwechslungsreiche Festfolge bietet eine Auswahl wirklich guter Musik. Besmtderes Interesse werden zweifellos die h i- storischen Märsche Hervorrufen. Im Mittelpunkt des Begrüßungsabends am Samstag in der Volkshalle steht das Schauspiel „General Pork", das auf dem Hintergrund einer Zeit, wie wir sie heute wieder erleben, zeigt, wie treue Hingabe an das Vaterland, rechtter Mannesmut und gläubiges Vertrauen auf die Zukunft des Volks zur entscheidenden Tat führten. So ist wohl alles geschehen, die Feier des großen 116er-Tags so zu gestalten, daß alle Teilnehmer ein gutes Teil seelischer Erhebung mit hinausnehmen in die ernste Arbeit des Alltags aus der alten Garniso.nstadt, aus der einstmals unser stolzes Regiment auszog zum Schuh deutschen Heimatbodens. ri. Der neue Klinikspfarrer. Wie bereits gemeldet, ist seit kurzem ein neuer Klinikspfarrer ernannt. Damit wird das dringende und von allen Seiten geäußerte Bedürfnis der Kranken in den zahlreichen Universitätskliniken, im Provinzialsiechenhauö und in der Rervenheil- anstalt befriedigt, die seither seit der Pensionierung von Pfarrer Adolph, der in größter Treue und Hingebung 18 Jahre lang seftwÄ Wettervoraussage. Ruhiger, zeitweise aufklarend, tagsüber wärmer, Regenschauer. Die Rordmeer-Depression hat sich nur wenig östlich verlagert, ihre Randbildungen sind noch tiefer nach Mitteleuropa eingedrungen und haben in ganz Deutschland Regenfälle verursacht. Das Wetter bleibt vor der Hand unbeständig. Lieber den britischen Inseln bildet sich zwar ein Rücken höheren Druckes, ihm folgt jedoch vom Ozean her ein neuer WirbÄ. Schwerer Motorradunfatt. Auf der Brühler Straße in der Rähe von Rodenkirchen rannte der bekannte Motorradfahrer Ahrends aus Köln mit dem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Motorrad-/ fahrer Max F e 11 a u aus Düsseldorf zusamme^ Durch den heftigen Anprall wurden beifre von ihren Maschinen geschleudert und toa/en auf der Stelle tot. Tätlicher Absturz vom Ortkr. Bei der Besteigung der 3127 Meter hohen Tabarettaspihe in der Ortlergruppe, die von dem Prinzen Colonna von Reapel mit seinem Sekretär Giuliano unter Führung der berühmten Dolomitenkletterer Franz und Rudolf P i n g c r a unternommen wurde, stürzten Franz Pingera und der Sekretär Giuliano dreihundert Meter tief ab. Die furchtbar verstümmelten Leichen konnten geborgen werden. Das Ende der Automobil-Wettfahrt Leningrad—TifliS. Moskau, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Teilnehmer an der Automobil-Wettfahrt Leningrad—Tiflis sind am Dienstag in Tiflis angekommen. Als erster traf ein Lincolnn - Wagen ein. es folgten dann zwei Mercedes- Wagen und 2 Fiat-Wagen. Dom Starkstrom getötet. Vom Starkstrom getötet wurde in Alt-Prieb- kow (Kreis Reustettin, West Preußen) der Landwirt P o s a h l beim Weiterrücken einer Getreide- suhre, die mit. der Hochspannleitung in Berührung gekommen war. Sein Sohn wurde schwer verletzt und mußte in das Krankenhaus eingeliefert werden. — Bei der Aufstellung eines Mastes auf einem Getreidesilo kam der Arbeiter Herferth des Rittergutes Kolpin einer Starkstromleitung zu nahe. Er wurde auf der Stelle getötet. Schmückt die Häuser! f Der Oberbürgermeister bittet im heutigen Anzeigenteil die Einwohnerschaft, anläßlich des 116er-Tages die Häuser festlich zu schmücken. Man darf wohl als selbstverständlich annehmen, daß dieser Aufforderung in weitesten Umfang entsprochen wird. BornoLizcn. - Lageskalender für Mittwoch Vaterländischer Block 8i 2 älhr »Hotel Hindenburg" Sedan-Gedenkfeier. — Bund deutscher Militäranwärter 9 älhr „Stadt Lich". — Deutsch- nationaler Handlungsgehilfen-Derband: 8> „> älhr Kaufmännisches Vereinshaus MonatSversamm- lung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die K ö ni g sg r en a diere". — Anlagen-Konzert des l.Heff.Gren.- Datl. 15. Inf.-Regt. findet am morgigen Donnerstag in der Südanlage von 6 bis 7 älhr ftatt. Leitung: Obermusikmei ster W. Löb er. Musik- folge: 1. Des Großen Kurfürsten Reitermarsch, von Cuno Graf v. Moltke. 2. Große Fantasie aus dem Musikdrama „Die Walküre", von .R. Wagner. 3. Solvehs Lied, aus der Peer-Gyat- Suite II, von S. Grieg. 4. Erinnerung an das Militärleben. Tongemälde von A. Rekling. 5. Sedan-Marsch II 45a, von K. Lange — Lustiger Abend. Am Freitag, 4.September, veranstaltet der bekannte und beliebte Schauspieler und Spielleiter Großmann oom Neuen Theater in Frankfurt a.M. erstmalig im hiesigen tolabtü)eater einen „Lustigen Aben d". Vielen ist der Künstler von seiner vier- tebnjährigcn erfolgreichen Tätigkeit in Frankfurt sicher kein Fremder, zumal er auch in Gießen einige Male gastierte. — Deutscher Bund für christlich- evangelische Erziehung. Morgen, Donnerstag, abend, Familienabend. (Siehe Anzeige.) Ämo igeweiht werde-' Das Denkmal, aullauem Basal: ausgemauert, mit den Ramen der 71 Gefallenen, stehl an einer landschaftlich herrlichen Stelle in dem naben altehrwürdigen Alte- burgskopf. Sämtliche hessische Oberförster und Förster werden zu den EinweihungSfeierlichkeitea erwartet, auch die Hess Regierung wird 'Zertreten Adner Szenen gleicht einzelne Schwachen samtausbau aus und hebt das Werk auf achtenswertes Niveau. Landkreis Gießen. 5 w*1 Itg 1 von Schollen über Rudingshain. Poppestruth. (Sören fünffach? Fahr: 3n der VogclS- • Garbenteich, 31. Aug. Bei der Beigeordnetenwahl wurde der Landwirt Wilhelm Kissel I. einstimmig zum Beigeordneten Kohlenschlacken Fein- und Grobkörnung für Betonbau. Wegebau und Stelniabrikauon laufend ab Werk Wetzlar a. d. L» Mühlheim a. 91 u. a. abzugeben. Auch CevarationSkokS stets sofort lieferbar S056A BrenseteH Gevlnnaage-1. Vereilange-Bei. w. b. H., Frankiert a H., SadinytlraGe 25. wohnern eingefunden hatten. An dem reichgeschmückten Denkmal des Grafen Friedrich, des Gründers des Gymnasium-, war bereits die trefflich geschulte Kapelle der Laubacher Feuerwehr in Uniform eingctreten. Hier sand nun eine pietätvolle Gedächtnisfeier zu Ehren des Gründers statt, die durch den Vortrag der maje- stätischen „Olympia-Ouvertüre" stimmungsvoll eingeleitet wurde. Hierauf entwarf Herr Professor Dr. R o eschen, der von 1884 bis 1904 h er als Gnmnasiallehrer und 13 Jahre im Rebenamt alS Archivar gewirkt hatte, wobei er den Grafen, der sich viel mit Geschichte und Altertumswissenschaft befcbäftlflte. näher kennen lernte, ein getreues Lebensbild des Gründers. ..Ausgestattet mit einem Frische Bücklinge, Pfd. 60 Matjesheringe Bratheringe 15 Rollmöpse 15 holl.Vollheringelö netto. „ 10 empfiehlt 07209 Georg Walleniels gegenüber bet Engelapotheke. er ewige Verdienste durch die Gründung des Gymnasium-. AlS Zeichen der Dankbarkeit legte der Redner einen prachtvollen Kranz mit einer Schleife in «den svlmsischen Farben (Dlau- Gold> an den Stufen des Denkmals nieder mit den Worten. .Wehe dem Jahrhundert, da- dich verkennt.'" Der Gesang deS .Deutschlandliedes'' mit Musikbegleitung schloß die eindrucksvoll« Feier. RachmtttagS 2 Uhr zogen die Festteil- nebmer wieder in geschlossenem Zug. daS Tromm- N' b»Q Ä nSnfil MN rtällfn hJa, ,,6> doch L,7 Wir geben hiermit bekannt, daß gestern abend unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel Herr Gottlieb Helfenbein Eisenbahnbediensteter i. R. nach längerem Leiden im nahezu 77. Lebensjahre sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Gottlieb Helfenbein jr. Gießen (Marburger Straße 82), Frankfurt a. M.-West, München, den 1. September 1925. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 3. d. M., nachmittags 3V, Uhr, von der Kapelle des Neuen geborgen werden. Bingen, 1. Sept. (Wolff.) Am Orlsemgana von Sprendlingen nach Badenheim ereignete sich gestern ein Autounglück. Ein mit 12 Touristen aus der Gegend von Düsseldorf besetztes Auto rannte gegen die Ecke de» Bahnviadukts der Strecke A^ey—Bingen. Don den Insassen wurden vier schwer und fünf leichter verletzt. .Hessen-Nassau. durch ihren Vater als dir Stühe Anna D 111- »iann erkannt worden. Der Vater, ein Därt- nereibesiyer. der jetzt in Wiebelskirchen wohnt, hat die der Toten gehörenden Sachen als die seiner Tochter festgestellt. Auch ein ihr gchörrmder Kofser ist bei der Gepäckannahme in Darmstadt zum Vorschein gekommen. Wertgegenstände, die im Besitz der Ermordeten waren, sowie ein Gebiß und der Schirm sind alS fehlend scst- gestellt. Meon ist. wie schon berichtet, in Gocha im Wartesaal deS Bahnhofs gesehen worden, und zwar von einer Darmstädterin, bei der er •eine Zeitlang zur Miete gewohnt hatte. Diese wußte aber noch nichts von der Mordtat. ' Darmstadt. 2. Sept. (Eigener Draht- bericht). 3n der Rähe von Mörlenbach im Kreise Heppenheim wurde im Walde eine weibliche Leiche im Alter von 25 Jahren gefunden Die Pulsadern waren durchschnitten. 3n der Rähe sand man einen Hammer, mit dem das Mädchen erschlagen worden war. nicht weit davon daS Taschentuch de« TäterS. Die gericht- gewählt. Der Gesangverein Frohsinn ehne den NcugewahUen durch einige Lieder, woraus dieser in einer kurzen kernigen Ansprache seinen Wählern sowie seinen Sangesbrüdern dankte. Trohe, 30. Lug. vorn besten Detter begünstigt, feierten wir heute am Burgberg cm dreifaches Fest: 3u flenbf eft, die Jahrtausend- feier des Bheinlandes und den Setfaf* sungstag. Nach einem Umzug durch das Dorf, an dem die Schüler, der Gemeinde und Schulvorstand, der Gesangverein und der hiesige Ttcni-o- linenoerein teilnahmen, eröffnete Bürgermeister Schmidt die Feier durch eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages hinwies und in der Bereinigung der ganzen Einwohnerschaft ein Sinnbild der Einheit und Eintracht der Gemeinde erblickte. Er ermahnte zu fernerem Zusammenhalten und Zusammenarbeiten; denn nur „Eintracht macht stark". Nun wechselten Gesangsoorträge des Vereins „Eintracht". Musikdarbietungen des Man- bolincnuereins, kleine Theateraufführungen, Spiele, Gedichte und Lieder der Schüler in bunter Reihenfolge miteinander ab. Die Festrede hielt der Lehrer unseres Ortes, der unter Hinweis auf die Ein leitungsworle der Reichsocrsasiung: „Das deutsche $enf' für bai e 'Mae tut Daraus zu Q(j)Un KLL't no$ nicht gewußt haben H.V. Tietzen. ®^tun9 bet gefallenen \nid)t totntget aber t es buch bic Erinnerung bas Gedächtnis an bi! beide uns den Des " IE Sin solcher Ä urde. die zum Erlebst dst sich erfüllen lasier antbarer Verehrung uü J. Das aber sollen L' komeraden sein, die n ud und Leid deS fc. r geteilt ober gar ht j hl bestanden haben, , in der Gesinnung ser> r Teilnahme eM, bas wollen. Es fix! ihrer eine weite Zahn nach nicht scheuend, chr Er- . größer noch iii 3ulage in btn näthken f)t gering linb bit (fr- nfere ßäfie $um fitft den Ausschüsse habcn tzeschrui. \W «Mi MnMichr dM guter Hufil. irden Mifellos die hi- Hervorrufen. Im M- rgsabends am Samt.1:; das Schauspiel.Staus dem 5)intcrgrz) ie heute wieder erlebe abe an dos Toterlck. nd gläubiges Sertwic. Solls zur entscheidend« geschehen, die Feier des zu gestalten, daß alle Teil seelischer Srhrbung die ernste Qltbeit des Garnistrnstadt, auS drr Regiment auSzvg xm itbobenS. die Häuser! JerfSt * f8Ä $4$. jet Aufforderung 'N W hen wird. »otizen- ... für Mittwoch ‘"•SS .«j&S •* BillMilEMIi amMontag, Dem 7. September, vormittags 10 Uhr in Nidda Zum Verkauf find gemeldet: 26 Dullen, 9 Eber raiMiltWMWinkr-AasiiW für ööetheflen. 8199D lich? Untersuchung rst elngeleitet. Mainz, 1. Sept. (Wolff.) Nach einer Blätter- rneldung aus Bingen wurde nunmehr dle Aufführung von Hebbels „Nibelungen" auf der Freilichtbühne im Schloßhof der Burg Klopp, die von der Befatzungsbehörde verboten war, genehmigt. Die erste Aufführung findet am 5. September statt. — Gestern vormittag v e r - nn glückte am Kasteler Rheinufer das 25jährige Fräulein Rudolph aus Mainz. Sie fuhr in Begleitung eines Herrn in einem Paddelboot, das vor ein dort verankertes Floh geriet und um- schlug. Während der Herr sich auf dos Floh retten konnte, geriet da» Boot mit der Dame unter das Floh. Obwohl eine gute Schwimmerin, konnte sie sich nicht retten. Als das Boot wieder zutage kam, war es leer. Die Leiche konnte noch nicht Volk .... hat sich diese Verfassung gegeben" Verfassung al» Besitz des ganzen Volke» und Grundlage unseres heutigen Deutschen Reiches be- tzeneii- MWuelüerei gegründet 1905. Lieferung kompletter Anzüge, Gesellschafts-Anzüge, Arbeiten in allen Vorkommnissen. Modern, gute Arbeit Karl Bender, Bahnhoffir. 29, zeichnete. Auch die Bedeutung der Iahrlaufendieier des Rheinlande» wurde erwähnt und in einem kurzen geschichtlichen Ucbcrblirf der alte Vernich- tungswille der Franzosen gezeigt. Rach der Mah- nung, unserem Daterland alle Kräfte zu weiden und es treu zu lieben, schloh der Redner mit einem Hoch auf Volk und Vaterland. Anschließend fang man gemeinsam da» Deutschlandlied. Der Gemeinderat stiftete für jedes Kind des Dorfes eine große Brezel. Kreis Aricdbcrg. Sf. F r i e d b e r g, 31. Aug. Gin schon lange gehegter Wunsch des ältesten und stärksten der hiesigen Sportvereine, deS V. f. V. iVerein für Bewegungsspiele), der Besitz eines eigenen Sportplatzes, ist mit dem gestrigen Tage endlich erfüllt worden. Der seither benutzte Platz auf der städtischen Seewiese war bei schlechter Witterung oft in einem solchen Zustande, dah er kaum noch benutzt werden konnte, und außerdem war er für die verschiedenen hier bestehenden Vereine nicht mehr ausreichend. Der neue Sportplatz, zu dem die Stadt in entgegenkommender Weise das benötiate Gelände zu sehr billigem Pachtpreise überlassen hat, befindet sich in einet sehr schöne Lage, am Fuße der Burg und an dem Fußwege nach Bad-Rauheim. Der Platz ist 75/150 M.-tcr groß, gut trainiert und bildet ein geradezu ideales Spielfeld. Die Mitglieder des Vereins haben selbst fleißig die Hände angelegt, um die Kosten soviel wie möglich zu verringern. Gestern fand nun unter den entsprechenden Feierlichkeiten die Hebernabe und Einweihung des Platzes statt, der den Ramen „Burgfeld" führen wird. Schon am Vorabend zog ein großer Fackelzug der Mitglieder durch die Straßen der Stadt, eine wirkungsvolle Beleuchtung des Adolsturmes und eine gemütliche Zusammenkunft in dem benachbarten „Kühlen Grunde" schlossen sich an. Am Sonntagnachmittag fand die offizielle Feiet statt, bei der Bürgermeister Dr. S e y d die Ansprache kielt und im Ramen der Stadt dem Verein Die herzlichsten Glückwünsche auSsprach und auf den Wert des Sportes gerade in unterer Zeit, in der unferm Volke die militätische Erziehung unterlagt ist. hinwies. „Durch Rächt zum Licht, durch Kampf zum Ziel" das sei Die Losung deS Vereins. Dann sprachen noch im Ramen des Süddeutschen Fußballverbandes der Vorsitzende Müller und überbrachte die Grüße und Wünsche des Verbandes mit dem Wahlspruche: „Vorwärts und aufwärts!", sowie der Vorsitzende deS Vereins, Steeg, der besonders der Stadt und allen, die sich um die Errichtung des Sportplatzes verdient gemacht haben, den Dank des Vereins aussptach. Einige besonder- verdiente Mitglieder, die schon in über 200 Spielen mitgekämpft haben, wurden durch Chrendiplome ausgezeichnet, ebenso wurden die zwei an diesem Tage spielenden auswärtigen Vereine durch Heberreichung von Geschenken geehrt. Anschließend fand ein Sin- weihungsspiel „Germania"-Vieber gegen V. f.B. statt, welche- mit 7 gegen 2 endete. Eine festliche Zusammenkunft der Mitglieder und ihrer Gäste im Hotel Trapp mit Theater und Ball bildete den Abschluß der in jeder Beziehung schön verlaufenen Feier. pd. Butzbach, 31. Aug. 3n einer im Deutschen Haus abgehaltenen zweiten Versammlung wurde die Gründung eine- Bü r g e r v er eins endgültig beschlossen. Rach den im Entwurf vorgelegten Satzungen führt der Verein den Ramen „Dürgerverein Butzbach". Er bezweckt, daS Interesse an den städtischen Belangen wachzuhalten und alle wichtigen, die Stadt betreffenden Fragen vor der Entscheidung zu prüfen und zu erörtern. Dieser Zweck soll erreicht werden Durch Vorträge und Diskussionen, durch Eingaben und Presseartikel, sowie durch rege Anteilnahme an den städtischen Wahlen. — Am gestrigen Sonntag sand eine vom hiesigen Motorrad- Klub veranstaltete Dauerprüfungsfahrt statt, bei welcher der Fahrer Baron Erwin von Löw in Riederweisel verunglückte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. An der Fahrt nahmen 18 Mitglieder Teil. fein Am 3. Oktober werden sich die Tagungen ter Verbände anschließen - Eine größere Äb- reilung der Schupo Weill z. Zi. hier und in Rudingshain, um sich ein HnterkunflShaus für die Schnceschuhabieilung zu bauen — Am 13. September findet ein Motorradrennen und Zuverlässigkeitsfahrt rund um Scholten des neu gegründeten Automobil- und MotorradvcreinS stau Das Rennen verläuft In allen WM wie Hypotheken, Restkaufgeldern, Sparkassenguthaben, Wertpapieren, Anleihen usw. erteile ich sachkundige, juristische Beratung und übernehme Vertretung Z Auswertungsstelle. 0 r. lur. K.E.Ruckelshausen Bureau: Gießen, Schisfenberger Weg 4 fin h» von sVfif 31 ÄTViy. k für Hr-? Äon- i itäsfr*** >chl hol B R AmteS gewaltet hat. deS Seelsorgers entbehrten. Der neue KlinlkSpfarrer. Oberpfarrer Ernst Amandus Müller von Lauterbach, war. abgesehen von einem Jahr, währenddessen er Bfarrassisteni in Darmstadt war. stets in Obcr- beflcn tätig; er wirkte in RiederroSbach. Lang- Göns. Maar und (eit 1901 in Lauterbach. Seit Herbst ]913 war er Dekan deS Dekanates Lauterbach !'! Tödlicher HnglückSfall auf dem Siebener Da hnhof Gestern abend gegen 7 Hhr ereignete sich aus dem hiesigen Güter- bahnhos ein schwerer HnglückSfall Der 43 Jahre ulte HilfSweichensteller Heinrich Decker aus KirchgönS wurde beim Anzünden der Weichen- internen von einer Rangierabteilung auf dein Rangierberg erfaßt, überfahren und vollständig zerstückelt Decker war sofort loL Ec hinterläßt eine Witwe und drei Kinder. " Zwei Gnadengesuche f ü r den Mörder Steul. Für den wegen der Ermordung brr Elisabeth Wirth zum Tode verur- teilten Metzger Adol > Steul von Dellersheim haben d'e Verteidigung und die Geschworenen je ein Gnadengesuch beim Hessischen Ministerium eingereicht •• Der Straße nbahnfahrprelS während des 116er-TageS beträgt wie- trer. wie beim Kreisturnfest. 20 Pf. für jede Fahr', ohne Rücksicht aus die Streckenlänge. (Siehe heutige Bekanntmachung.) * (Sin öffentlicher Imps termin wird am Freitag. 4. September, nachmittags von 4 biS 5 Hhr in der Turnhalle der Stadtmädchcn- schule. Schillerstraße, abgehalten. RähereS in der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung. " Das Junckers - Verkehrsflugzeug „Gießen" bei dem großen Flug- tag in Limburg a. b. 2. Man schreibt uns: Hnter Beteiligung ungezählter Tausende, nament- üch aud dem besetzten Gebiet, fand am Sonntag. 30. August, bei herrlichem Flugwetter auf dem Hamm er berg bet Limburg ein großer Flugtag mit Kunstflügen und Fallschirmabsprüngen statt, wie wir einen solchen im vergangenen Oktober hier erlebten. Da- Flugzeug .Gießen" war um 10 Hhr hier ausgestiegen und landete nach einem unvergleichlich schönen und ruhigen Flug nach 25 Minuten Flugzeit (65 Km. Entfernung) auf dem von Tausenden umrahmten Flugfeld AuS 1300 Meter Höhe bot das Lahntal mit seiner reichen Besiedelung, feinen Bergen und Tälern, seinen Burgen, seinen industriellen Werken, seinen Feldern und Wäldern ein Bild von gewaltiger Schönheit. Der Andrang zu den Rund- slügen mit .Gießen" war so groß, daß nur ein Tcil Berücksichtigung finden konnte. 3n ununter. I'rochener Reihenfolge wurden 13 Runden zu je 10 Minuten geflogen, die jedeSmal weit in daS Lohnt al und über die Stadt Limburg führten, deren herrlicher Dom große Bewunderung fand. Besonderes Interesse erregte die ruhige Sicher» beit, mit der unser Pilot Herr Oßwald die Maschine bet Start und Landung und in der Lust meisterte. Ramentlich die Beteiligung deS weiblich n Geschlechts war stark und alle meinten, daß sie sich sobald alS nur irgend möglich wieder dem silbernen Vogel anvertrauen würden. Hm 6.40 Hhr abends wurde der Rückflug wieder an- getreten. Rach 25 Minuten war daS Flugzeug wieder wohlbehalten in Gießen angelangt. Der Limburger Flugtag hat der Luftfahrt im all* q.meinen, unserem Flugzeug ..Gießen" aber im besonderen, viele neue, begeisterte Freunde erworben •• Frachtfreihert für Kirchenglok- k c n. Immer mehr gehen die Kirchengemeinden dazu über, für die im Krieg abgelieferten Glocken Ersah zu beschaffen. Bisher war es möglich, diese Ersatzglocken frachtfrei auf der Dahn >u befördern. Wie wir erfahren, ist die Frist für die Frachtfreiheit für Ersatzglocken biS zum 3 0. Juli 1 926 verlängert worden. Eine Verlängerung über diesen Termin hinaus dürste nicht in Frage kommen ' Die Allgemeine Ortskrankenkasse deS Landkreises Gießen ver- ösfentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Erweiterung her Lohn- stufen, Grundlöyne und Deiträge. Man beachte die wichtige Veröffentlichung. •• Bullenauktion. Für die Bullenauktion deS Landwirtschaftskammer--Ausschusses in Ridda am Montag, 7. September, vormittags 10 Hhr beginnend, sind 26 Bullen gemeldet. Die große Auswahl von reingezüchteten Tieren gibt Interessenten Gelegenheit, nur wirklich erstklassiges Zuchtmaterial zu erwerben. Wie im Vorjahre. wird der Schweinezuchtverein Lang-GönS mit acht Ebern des Deutschen Edelschweins vertreten sein. Der Schweinezuchtverein Höchst a. R. bringt einen Eber her gleichen Rasse zum Verkauf. •• Der Film „Die Königs-Grenadiere" (Im Lichtsvielhaus Bahnhofstraße) tührt in die Jahre von 1913 bis 1923 zurrück. Bilder aus bcni Soldatenleben vor dem Kreige, aus den .striegsjahren und aus den Tagen der Inflation rollen vorüber. Die ergreifende Darstellung ein- ler- und Pfeiferkorps des Turnvereins und die Feuerwehrkapelle wieder an der Spitze, mit wehenden Fahnen zum RamSberg. wozu die gesamte Dürgerfchaft eingeladen war. Aus dies« einzig schönen Statte, mit Ausblick auf VogelS- berg. Taunus und Westerwald, entwickelte sich nun ein munteres Treiben. In sehr ansprechender Weise begrüßte nun hier Herr Kammerdirektor D i r n b a u m die gewaltige Versammlung, indem er besonders das allezeit gute Einvernehmen des GnmnasiumS und der Bürgerschaft hervorhob. In geistvoller Weise antwortete Herr Redakteur Dr. Iutzi l-Köln. Ztg."). ein alter Laubacher heigslraste errichtet die Stadt Schotten eben ein I Pennäler. Am 2lbend .Solmler H^l" ein •a.c-nci» Vicrsa milien Wohnhaus, delle' solenner Dal l statt, anden s ich der Abschiebs- Dau rüstig vorwärts schreitet Dae Hau« soll trunf schloß. Unter dem .^ehmuttaen Gesang im Herbst noch bc.cgcn werden An der neu .Mutz ich denn Sum^tadtlehinauS 1^6 hbe ang/legtcn Straße über der Pfarrgalle sind neun in allen unacne S^r mtt öem Hüui^r mit 18 Wohnungen entstanden, die die I Rufe: .Auf glücklich Wiedersehn im Jahre 192<. Wos'nunaSnc.l wesentlich mildern helfen. Sie «rdtS Wcklar. licacn in herrlicher, gesunder Lage, die Herstel- I ' _ _ iungLasten werden heb auf etwa 14 000 Mark dg. Wetz l a r. 31. ?,n J ‘ Lt* Maufcn Die hiesige Volksschule unter- Unfall trug sich gestern abe/td gegen 6 Uhr nimm' am Mittwoch eine Fahrt an den m der Siechhofstraße zu. "bAdler deutschenRhein Medenbach von hier fuhr auf feinem r C au bad). 31. Aug. DaS fchönste Wetter Schweinewagen mehr als ein Dutzend angehei- begünstigte die diesjährige Zusammenlunfl der terler junger n‘^snÄna Vereinigung alter Lehrer und Pennäler des Fahrt spazieren. Der der (»nellen Oinbicguna Gymnasiums Fridericianum", womll zugleich eine von der Hermannstelner ,nh^c SÄJ' Feier der Gründung der Lebranstalt vor strahe brachen die de« schwachen 50 Jahren verbunden wurde. Gegen 200 alte Wagen- und die ganze «esEaft stürzte auf Schüler waren von auswärts eingetrofsen. um die Straße m den Graben. Wahr^nd dercl h die Stätte wiederzusehen, wo sie den Frühling ret des Wagens "ur le^te Mrletzungen on bem ©tu die Festverfammlung. Auch seine Ausführungen denten Josef Meon Ermordete ist ic6t au» fanden reicheli Beifall. Rachdem noch Herr Dur- 1 *■■-* ®,rr' germeister Böhm im Ramen der Stadt die Festgenossen herzlichst begrüß', und einen sröh- lichen Verlauf des Abends gewünscht hatte, ging man zum .Kommers über, der unter Gesang und dem Vortrag trefflicher Streichmusik durch Dilettanten und Mitglieder der hiesigen Feuerwehrkapelle die Festgenossen bis über die Mitternachtsstunde zusammenhielt. Die hierauf einge- fletrctcnc „FidulÜa-" wurde noch einige Stunden weiter ausgedehnt. Hm 10 Hhr deS kommenden Tages traten die alten Lehrer und Pennäler des .Fridericianum" auf dem Schulhof deS Gymnasiums zusammeii, wozu das alte Glöckchen, das schon vor 50 Jahren erklungen war. und da« mancher feit langen Jahrzehnten nicht mehr gehört hatte, zu aller Freude um 99/t Uhr ..himmelte". Unter dem Schall der Kirchenglocken ging es sodann in geschlossenem Zuge zur Kirche. Hier hielt Herr Oberkirchenrat Wagner, von 1883—88 SHüler des Laubacher Gymnasiums, eine geistvolle Predigt über die zweite Epistel St. Paulus an Timotheus, Kap. 1. Vers 7 („Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Krast und her Liebe und der Zucht"). Rach dem Gottesdienst sammelte man sich aus dem Marktplatz. Eine Fahnensektion, mit dem Trommler- und Pfeiserkorps des Laubacher Turnverein- in ihren lleidsamen Hnisormen und den beiden wehenden Bannern des Gymnasiums Friderjcia- num an der Spitze, marschierte man wieder zum Schulhof, wo sich verschiedene Mitglieder des Gräflichen Hauses, die Spitzen der Behörden, der Gemeinderat und eine stattliche Zahl von Be- K 3d) hQbp , ^aten, er töt lQn.l!erobe DonUUkr' : Dle|e JOlnifA fr. > ■J03 "il* J en ®5 lener Anzüge Mäntel Große Auswahl Billige Preise I Fasson Lotte reine Wolle, in T) all.Farben.Mk. OL* Fasson Wera Affenhaut, in IE all.Farben. Mk. ud."* Die letzten Neuheiten für Herbst und Winter sind eingetroffen. Kleider Kostüme Mäntel in nur guten Qualitäten zu niedrigen Preisen Ferner: Damenwäsche Bettwäsche Tischwäsche 8211a in großer Auswahl Fasson Lissi Gummi-Lederol 25.— 32.— 35.— ■ i Jttmanns Etagengeschäft Kaplansgasse 188° Teilzahlung gestattet! Anzüge Mäntea Große Auswahl Teilzahlung gestattet! Fasson Lu Moulinö Flausch 25.- 21.- 18.50 ■ »ATI 'HM Dergebung. 3m Wege des schriftlichen Angebots sollen die nachstehend aufgeführten Gegenstände für die Zeit vom 1. Oktober 1925 bis 31. März 1926 vergeben werden: Derzehrungsgegenftände ungefähr: 1. 1900 kg Rindfleisch, 2. 3000 kg Rindsnierenfett inrohem Zustand, 3 .Roher und geräucherter Speck nach Bedarf, 4. 1800 kg Schweinefleisch, 5. 2500 kg Schweineschmalz in rohem Zustand, 6. 7000 1 Vollmilch, 7. 2000 kg Handkäse, 8. 1500 kg Quark, 9. 2500 kg Bohnen, 10. 2500 kg Viktoria-Erbsen, 11. 2500 kg Linsen, 12. 600 1 Essig, 13. 3000 kg geschälte Gerste, 14.3000 kg Burma-Reis, 15.3000 kg Rudeln, 16.2500 kgGerstengrühe,17.2500kg Hafergrütze, 18. 5000 kg Salinen-Koch- salz, 19. 10 Tonnen Heringe, 20. 40000 kg Rvggenmehl, 21. 20000 kg Weizenmehl, 22. Weizenmehl 00 nach Bedarf, 23.1000 Kg Staubmehl. Muster sind von Angeboten getrennt vorzulegcn. Kostenfreie Angebote werden bis zur Eroffnungsstunde Mittwoch, den 30. September 1925, vormittags 11 Llhr, er- beten. Dieselben müssen verschlossen sein und die Aufschrift tragen „Lieferung für die Zellenstrafanstalt". Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung und Lieferung wird auf den Ministerialerlah vom 16. Juni 1893 ver wiesen. Derselbe kann nebst den übrigen . f^igesehten allgemeinen und besonderen Bedingungen an Werktagen vormittags zwischen 10 und 11 Llhr und nachmittags zwischen 3 und 4 Llhr auf der Gefchäfts- stube des Oekonomen eingefehen, auch 1 gegen Erstattung der entsprechenden f. Schreibgebühr abschriftlich bezogen werden. * 3m Gesuch um Abschrift ist der be- $ treffende Gegenstand näher zu bezeichnen. Die Zuschlagsfrist beträgt 10 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschtteben, welches zum Stückpreis von 10 Pfennig auf unserer Kanzlei erhältlich ist. 8198V Butzbach, den 27. August 1925. Die Direktion Hess. Zellenstrafanstalt. WktzkMß. Freitag, den 4.1. M., morgens 9 Uhr, versteigere ich in der öffentlichen Niederlage des Hauptzollamts Bietzen, Liebigstratze 8, zwangsweise, meistbietend und gegen Barzahlung: 105875 Stück unversteuerte Zigaretten, z.T. sehr guter Herstellungsfirmen 10 800 Stück versteuerte Zigaretten 34315 „ unversteuerte Zigarren 1525 „ versteuerte 1126 Päckchen ä 50 Gramm versteuerter Pfeifentabak 150 Nollen versteuerter Kautabak 150 Päckchen versteuertes Zigaretten- papier. Die Abgabe erfolgt postenweise, auch unversteuert an Hersteller und Tabaksteuerlagerinhaber mit Versendungsanmeldung. Besichtigung der Ware ist bei der Versteigerung möglich. 07202 Haberkorn, Dollziehungsbeamter. Kohlen, Koks 8207d Wm-BriktttS, Nmn-Briketts Anthrazit (SflNflCnirtillii) Bttchenbrennholz Mchten-Anmachholz liefeti jedes Cimiitupr frei Haus üeriiiaim Sauer* Noblen- h. ndesprodukten-Großhandlg. (»iic j;cn. £ E litorftr» 36 H, Tel. 1154. 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Marz nächsten Jahre» findet die Neu- * i-nahl des Präfidenten statt, doch ein ganz anderer Mann. Ihm kann niemand irgend etwa» Derartiges nadifaaen. Wenn Dr. Bernardes trotzdem |o fiarf angefeinvet wird, und sich die immer wieder rinfe|,enben Militärrevalien auch gegen ihn yrrfönlid) wenden, so ist es deshalb, weil er als rückschrittlich und als Fanatiker einer Stärkung der Einheit und Gewalt des Bundesstaates gilt. Bor allem wird Ihm nicht verziehen, daß er immer »Dieder die Begnadigung einer Anzahl Offiziere, bie im Juli 1922 einen Putsch in Rio in Szene schien, kategorisch ablehnt. Es mag sein, das, er In iiancher S)infid)t etwas Starre» und gerade bei einem Brasilianer wenig Schmiegsames Hai, aber (rin Ziel und Streben ist zweifellos von sittlichem itrnft und staatsmännischer Bedeutung. Mit allen Mitteln arbeitet er daran, noch vor Ende seiner Regierung die D e r f a s s u ng » r e f o r m unter Dach und Hach zu bringen. Die Verfassung von ' 1KR9, in einem gewissen Revoluiionsüberschwang g,schiffen — übrigens eine Revolution, deren Notwendigkeit der Geschichtssorscher vergeblich suchen wird, denn es blieb eigentlich dem Wefen noch alles beim Alten — läsit den Einzelftaaten unb dem einzelnen foviel Freiheiten, daß sie mit Hilfe des Belagerungszustandes fortwährend außer Straft gesetzt werden muß und beispielsweise Ber- narbe» saft nur mit feiner Hilfe regiert hat. Die neue Verfassung soll u.a. den Bundes st aat Gegenüber den Einzelstaaten Härten, Indem er bei Revolutionen in einem Einzelstaate | e 1 b ft • tätig ein greif en kann, wahrend dazu erst tiefer eine Bitte be» betr. 6taal»präfibenten an len Bunbesprösidenten ergehen mußte. Dann sieht los G e | e ß eine Beschränkung der G e - verbefreiheit vor. wogegen sich besonders Rio granbe bo Sui wehrt, unb was tur Elnwan- lerer in den Süben (in den meisten anderen -Staaten besteht ichon etwas Aednlichev) störend ililrken könnte. Ein Ansatz zum modernen Paria- i i e n t a r i » m u » . der in Brasilien nicht besieht, ift, baß in Zukunft die Minister vor dem Kongreß erscheinen sollen, während sie bisher reine Beamte les Präsidenten waren. Don Interesie ist noch, daß »ie durch den Bolschewismus hervorgenisenen B e • fchrän kung der Einwanderer hinsichtlich aufrührerischer und staatsgesährlicher Elemente iiinmehr in der Verfassung verankert werden sollen. Im ganzen bezeichnet der Entwurf wohl eine Etappe auf dem Wege zum Einheiisstaate. den andere Staaten schon vorher, auch in Südamerika, zuruckgelegt haben Da» wirkt bei ber bisherigen ibealiftisch-sreiheitlichen Verfassung, die indes m ber Hauptsache auf dem Papier stand, da in Wahr beii eine Olichargie den Staat beherrfchte, rück fchrittlich unb eng. aber der wirtschaftliche Fort- fchritt de» Lande» bedingt eine Periode die mit der de» Merkantilismus in Europa verglichen werden kann. Die tommenbe Präsibentenwahl wirft ihre Schalten bereit» seil längerer Zeit voraus. Erft handelt es sich einmal darum, weicher Staat den Präsidenten stellen wird, sodann müssen innerhalb biefes Staate» die Staatsmänner sich einigen. Die wichtigsten Einzelftaaten sind: S. P a u l o . ber stärkste wirtschaftliche Staat, und Minas ®t • rae», ferner R i o gründe do 5 u l unb B a b i a. Wenn nicht alle» täuscht, scheint diesmal wieder 3. Paulo den Präsidenten "i stellen. Auf die Persönlichkeit des in allen amerikanischen Staaten sehr mächtigen Präsidenten kommt diesmal besonders viel an, da Brasilien im Jahre 1927 eine große amerikanische Anleihe zurück- zahlen muß, die schon zweimal verlängert ist unb bie es allem Anschein nach auch diesmal nicht wird tilgen können. Es gilt bann, die zweifellos be- flehende Zukunft des Landes vor dem Zugriff des großen Bruders im Norden zu reiten Anfang Juli ift die schon historisch gewordene Zeil für Militärputsche. Diesmal scheint alles, non minimalen Versuchen abgesehen, in Ruhe obgegangen zu fein, während voriges Jahr bekanntlich ber große Aufstand in S. Paulo um diese Zeit los- brach. Trotzdem ist Brasilien von der Revolution noch nicht ganz frei, die allgemeine Mißstimmung rührt au» verschiedenen Ursachen her, die wirtschaft- lichen fprechen stark mit, eigentliche soziale im Sinne Europas nur wenig. Augenblicklich beschrankt sich bie Revolution auf ba» Wilbwestgobict Brasiliens, wo sich, an der Grenze von Matta Grosso und Goyaz — wo bekanntlich die zukünftige Hauptstadt Brasiliens erbaut werden soll — im Diamantsuchergebiet Räuberbanden gebildet unb sich ben vom Süben Heraufgezogenei, Rebellen von der argen tinischen Gren ze angeschlossen haben. Diese Wildnis Hot ihre eigenen Gesetze und ist ein besondere» Gebiet von Abenteurern au» vieler Herren Länder. Ein Brasilianer, der von langer Zett her noch beut- sches Blut in den Abern hat. ein Ingenieur Dr. Marbeck, hat sich bort ein fast unabhängige» Königreich von großer Ausbehnung. aber geringer unb recht zweifelhafter Bevölkerung errichtet. Wie er bazu kommt, mit seinen Leuten, obwohl selbst Beamter ber Regierung, bort Strien zu spielen, ift noch nicht ganz geklärt. Allem Anschein nach will er au» dem Diomanlengeblef Matta Grosse, wo auch wertvolle Kristalle gesunden werben, unb au» Sub-Goyaz einen befonberen Staat im Rahmen bes Bunbes errichten unb f i d) zum Präsibenien machen. Immerhin - sonst herrscht Ruhe, unb biefe Vorgänge berühren das Leben wenig, die Besorgnis, baß mit Beginn ber warmen Zeit, im Oktober, roieber auch in anberen Staaten etwas losgeht, beherrscht aber boch bie Geschäftswelt. Gin traurige# Kapitel ist das ber Heu- deutschen in Brasilien Allerdings. Viele leben sich hier ein, arbeiten fleißig, vermischen sich mit der früheren deutschen Bevölkerung. und geben keinen Anlaß zur Klage. Sin verhältnismäßig beträchtlicher Teil der Veudeutschen (wie man die nach Kriegsende Herübergekommeneu bezeich- uct) schadet aber dem Deutschtum des Landes. Erst kürzlich klagten die deutschen Ecttharinenser Zeitungen, daß früher in Tanta (Katharina der Satz gegolten hätte: „Der Deutsche ist ein Mensch, der nicht stiehlt und nichto mit den, Gefängnis zu tun hat". Jetzt sei es leider ander«, immer wieder könne man deutsche Flamen in kriminellen Angelegenheiten lesen, und daS Ansehen habe stark gelitten. Bor kurzem fand ein irn 3anuar ds. IkS. in Aio de (Janeiro vorjefom- ntener Mord eine sensationelle Erklärung: zwei junge deutsche Burschen, Voetger unb Herscht. au« besseren deutschen Familien, die erst im ■3ahre 1924 herübergefommen waren, hatten ein Mädchen auf schauderhafte Weise ermordet, in der Absicht, seinen Schmuck zu veräußern und mit dem ErlöS wieder nach Deutschland Aurucf- zufahren. Die psychologische Erklärung, daß Beu- deutsche leichter auf die Dahn de« Verbreche-ns getrieben werden, liegt darin, daß die Aeudeut- scheu, durch Krieg und Aachkriegszeit vielfad) seelisch zermürbt, schlecht erzogen, mit der Ansicht herüHerkommen, hier leichter al« drüben es zu etwaS zu bringen. Dazu haben sie die irrige Meinung, daß der L e b e n « ft a n b a r b in einem Lande, da« nickt am Kriege teilgenommen hat. höher fein müßte, alS in Deutschland. Uber gerade daS trifft nicht zu. der Angeftellte erhält hier Sd)ad)»(Edie. Bearbeitet von W Orb ach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Losungen usw sind *u richten an die Lchachredaktion de« .Gießener Anzeiger«". Problem Rr. 26. Don Carl Pater in Wollersdorf. Weih: 7 Steine Kf 1, Dc2,1^6, Sg4 Bc5, Bc5, Bg3. Schwarz: 5 Steine Kd4, Bc6, Bd5, Bc6, Be7. 8 6 5 4 3 2 l b 8 7 S 5 4 3 2 c «t c I g Weiß. Matt In drei Zügen. Partie Nr. Ißt. Die Eigenart und Tiefe der Opielweisc Qlicm- zowitschs wird au« nachfolgender Partie ersichtlich. in welcher er den großen Rubinstein fiar und sicher zur Strecke bringt. Gespielt zu Marieubad. Unregelmäßige Eröffnung. . Weiß: A. Rubinstein Schwarz: A Aiemzowitsch 1. d2-d4 1. Sr8-I6 2. Sßl-f3 2. b7-b6 Dieser Zug stammt von Viemzowitsch; er wird noch von Bogoljubow bevorzugt. Vielleicht ist in dieser Variante die Aufstellung c4. Sc3, Lg5, e4, Ld3, 0-0 usw. bester 3..... 3. c7-c5 4. l.fl -r2 4. Lc8-b7 5. d4xc5 ? Dies darf man infofein al« Hehler bezeichnen, da Schwarz hierdurch die Möglichkeit erhält, die offene b-Linie für seine Operation-zivecke zu benutzen. 6. c2-c4 7. b'2 — b3 8. I.cl-b2 9. 0-0 10. Sbl-c3 5. b6xc5 6. al-ffi 7. 1.(8 — g7 8. 0-0 9. Sb8-c6! 10. a7-»5! Die« droht gelegentlich a5 -a4 mit Schwächung de« weißen Damenflügelfl. 11. Ddl-d2 11. d7-d6 12. 813-el Der Springer strebt nach dS; besser wäre jedoch Sa4. 12..... 12. Dd8-d7 13. Sel-c2 13. Sc6-b4 14. Sc2-e3 14. Lb7>-g2 15. KglXß2 15. Dd7-b7+ 16. f2-f3 Bester wäre, wie die Folge lehrt, Kgl 16 .... 16. Lg7-h6! Die durch f3 entstandene Schn^che aus e3 wird nun festgenagelt 17. Sc3-dl 17. »5-14 lSiehe 5. und 10 Zug > 18. b3x*4 IH. 1 f8 — e8! ’ 19. Lb2-I6 sonst würde e5 mit starkem Druck folgen 19..... 19. e7x<6 20. Kg2-f2 Weiß glaubte stehen, aber 20 . nebst der Drohung eine prekäre Vage. 21. Dd2xd6 22. Tal-bl 23. K12-K2? 24. Sdlxe3 25. Dd6xc5 26. TU - f2 27. Dc5xf2 28. a2 - »3 20. Df2-e2 30 c4-c5 31. De2xa6 nun genugenb gesichert zu 20. 16 - P> 14 oder Lg7—d4 bringt cfl In 21. Lh6-g7 22. I e7-d4i 23. Ld4xc3 24. Te8xe3 25 Te3xe24- 26. Te2xf2 r 27. Ta8xa4 29. Ta4 -13 30. Dd7 .16 31. Sd4Xa6 unb Schwarz gewann Cofung des Problem» Kr. 25 Aon R. Dittschke. 1. Sb7-c5, dc5: 2. Db64--| 1. Sb7-c5, Sf4: 2. De3-f-F 1. Sb7-c5, Sb3: 2. Sd34-4- 1. Sb7-c5, Kf4: 2. Dß34 4- 1. Sb7 - c5, h6, 1)5 2. 5g(.-t-4- aus sonstige Springerzüge entweder De3, oder Sd3+ + Die Lchachmeisterschast Vom Rhein. Bad Münster a. Stein (Wolfs 1 Da« Schachturnier um die Meisterschaft vom Rhein findet In der Zelt vom 6 bi« 13. Sept, hier statt. Zugesagt haben alle in Frage kommenden Verbände, und zwar vom Mittel- rheinischen Bund Orbach - Frankfurt a M. und Dleutgen - Mainz, vom Zweckverdand Kölner Schachvereine H o r t e l und Dr. Scha- Piro- Köln, vom Oberrheinlfchen Bund 3ng. M Werner- Mannheim und Huh- Äarlfl- ruhe, vom Psälzifchen Schachbund FleIßner- Ludwigflhasen unb K u d) t i - Speßer, vom Äheinisen Verband Kenrper - Krefeld und A i p k e - Elberfeld, vom Saarlän- Mfd)en Schachverband Gebhardt- Saarbrücken und Weißgerber -Großosfeln. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom Aebaktionsttfch. Stehplatz. Bitte, nicht so nah' an mich ran, auf diesem Platz steht meine Frau, die auch 'n Billett gekauft hat, aber diesen Abend leider verhindert ist!" „Sie müssen vor dem Frühstück eine Stunde spazieren gehen." „Das ist unmöglich, Herr Doktor, ich steh« immer erst nach dem Frühstück aus" • Lohengrin kommt zur Vorführung. Die Handlung hat ihren biamntl|d)en Höhepunkt erreicht, denn Elsa von Brabant, die treulose Tomate, will von Lohengrin? Famillenoerhältnifsen und Herkunft wissen. Während unter allgemeiner Anteilnahme be» Publikum» Elsa von Brabant wie eine geknickte Lilie bastelst und Lohengrin bereit» auf dem Schwan ab durd) die Mitte verschwindet, ertönt von ber Galerie der Ruf . „.Mensch. Lohengrin, nimm doch bat Mächen uff den Soziussitz mit!" eben nur soviel, daß er gerade leben kann, aber leben nach den hiesigen Begriffen, nicht nach deutschen. Da« heißt, Kleidung. Vergnüaungen. Ersparnisse machen, fällt wog Die Ernüchterung und die Sehnsucht nach Rückkehr treibt bann dazu, sich auf irgendeine Weise Geld zu vor- schassen, denn „hier kennt mich ja niemand". Vor allem ist davor zu warnen, junge Leute, die schon vorher Beweise eines leichten und unzuverlässigen ®harafterfl gegeben haben, auf gut Glück herüberzuschicken Man muß zur Ehre der brasilianisch n Presse anerkennen, daß diese Fälle bisher nicht von ihr in Deutschland ungünstigem Sinne ausgeschlachtet worden sind, wie seinerzeit die Teilnahme Deutscher am Aufstand in Sao Paulo Lieberhaupt ist von Deutschseindlichkeit jetzt nicht« zu merken. Die Aachricht vom Sieg H t n- benburg« in der Präsidentenwahl wurde mit offenbarem Wohlwollen für den alten „Gabo de ' ausgenommen Die in Porto Allegro erscheinende brafilianische Zeitschrift ,Ma«• i 1»' 5*2 I "MÄ Ä’!1« i««f e”®“o. 5^' fSÄ Ltait war I-vilSließ.ohü iine we.'L Ijtolonne ®u das - -Beide wuri« fl Hie Arbeüer j 7 Unfälle" 1 Inonuncn. Aich- »Lidda itogenfr zu de Je” an- Lungen und Zugendabiciu 2lidda ongi Präsidenten, gen gut, W rvlkstümliche: gute Lciflun! hinausgingen fen von new Mädchen ifi. hatte auch d l Mda vorbc sämtliche Ka (19 in den ■ Mallung fi. lauf, die nac Koch II. Do lieb .Ach le | vurde. - 3 . hielte der 6 gangenen 5oi putschen Fu * war unser? 'S geteilt Word irrte der Kd ' Sp.R Eich er mit 12:C dörser geint w ‘Zefu&t tdjrenbe Xit, Hein wird h schritte ins l deshalb brgrr olk Destimir fei einer 3 SS« .Dünnen. 1. Jur erforderlich daß ober l biet befonbt Kein an ?ültig. (1 nügen nicht.) lauten @efa/j Kaution in b Der Pah ode bets mitgesüh ön Desahunl 2. Aad ebne jede E chen. insbesc cn Fahrrad M auch 5 he Klubabr lDlg. Deuts Wafina Ifta 3. Das nijen muh öchaube, mil ^.einzelnen Sfr erlc J« unb't ®fraufDf| ymiflung. Ä ^4 frnig Ma fr^rfähn. ,ert fdta EJ«. bti ^arz-lvej ite36i5™ leder 5 'ortlerinntn. Staffel- i Iig in den Händen tx>n Herrn Deck, die Ver- jtim,48 6tl. * ostalt ung na^m einen schönen und flotten Ver- itbfijt 6b6tlltt. Otto Lchicenveari id, 3. Dlur Ätod, .Lauf'. 1. SyJSE eu 3. Otto ' oder Abzeichen in Fahnenform Huben schon Anstoß erregt und zu Bestrafungen 4 führt, insbesondere wenn sie Hakenkreuze oder !d das Bote Kreuz, Kolonne Wetzlar l'^ctoc wurden rerhältnismähig stark beschäftigt. Vie Qlrbeiter'a uatiter wurden bei 13 Unfällen ib 19 Massagen, die Bote-Kreuz-Leute bei 7 Unfällen und 9 Massagen m Anspruch genommen. Reichsjugendwettkämpfe in Nidda. • Ridda, 1. Sept Qlm Sonntag trat unsere politische" gelten oder es sind, ist verboten. »'Me/er-Laul, hochip^ ber 18 3ai)n 8-Ö • önuna TUnbltt, Sjaxte ütr 18 Sabttn: 1. ®l,e ®icften, HC? (5 Äilo). i , ! 3,72 Micr ) 2 <' 13.62 Srl3®^' u25 Riloj; ] —, 9,63 Net» o M ' Sogar das Singen der Nationalhymne: Deutsch- enb, Deutschland über alles! in der Oeffentlich- sit führt zu Bestrafungen. Im übrigen begegnet >:s Singen deutscher Lieder keinem Anstoß. S. Es ist nicht ratsam, im besetzten Gebiet einige Worte oder Urteile über die OCIüer- :ie nach einer Ansprache durch Herrn Di SrctftaL 107 £?' ■ 'koch (1 Bors b. T.-V. 1859, mit dem Turner- ^antfurt, 1.07 Sm, l , th frim. einen Wahlspruch" geschlossen Sfluf-I . Durbe. Zum erstenmal seit langen Iahren ' , to'dte der Sportklub .Viktoria" am ver- IV fef’ 1 * ongenen Sonntag als Verbands verein im Sudans. 1 Rutschen Fuhballverband. Vor einigen Iahren m 0 CiS;‘ t»ar Urtiere Gegend hem Westd Spielverband zu- a«*r t teilt worden. Dem Taunusaau zugehörig, lie- Orettl Schmidt, 3rbuit |erlf hcr ^[ub am ersten Derbandsspieltag gegen (S^eertocrftTi, Dnt'vw: Idtr-Cauf): a) 16 WH Frankfurt, , 288 P., 3. Albert, Otto Schleenbeckr,E>e2' lKttch MKlhrwi, M i. statt «luckl # Änitton in beträchtlicher Höhe stellen zu müssen, rtd, 3(5 y-, Pah ober Ausweis muh im besetzten Gebiet ©OMl, ,ietg ,7ijsg<.führt und auf Verlangen den Beamten 2auf:l. ier Befatzungsbehörden vorgezeigt werden. - Schleenbecker, 2 Radfahren und Autofahren ist iuf. i - ^ns I !«uf: i ' Nl 2" Otto ; :|i | .oo6e,,a'. ,a6rei' >u .u c» Fahrrädern und Autos sind nicht gestattet itsgl. auch Ziffer 6V ADM -Mitglieder dürfen Klubabzeichen (auch Schilder) deS AD2E. 211g. Deutscher Automobilclub) nicht führen. 1. Franz 6r^-(„ pc- ^ftfrafttoegen müssen mit Rückspiegel versehen ' 2. Qiuguft Wj—- 3. Das Photographieren ist erlaubt Ver- -röT^nb ich dich jrt'.eben muh wenden die Aufnahme rnilitörifcher 9 . i IGebäude militärischen Geländes, von Truppen m Äann kann ich lfl Z rGer einzelnen Soldaten. 16,1 4 4 Musikinstrumente jeglicher Art sind dem , inntitn Dcnn tr'r Einzelnen erlaubt Verboten find Trommler- und hri tonnen.“ Neilerkorvs, selbst kleine Gruppen sollten Trom- 1 ■s.' f«ntn blonden ->-, nein und Pfeifen vermeiden Musikkapellen 1 -c Nns blaffe ®if,i6, , rnnen auf offener Strahe ohne Erlaubnis spielen. ■ blickten. "" Genehmigungspflichtig seitens der BefatzungS- »Ls- ~ " tiV^lAiHflt Utlt 'Dpt' . . ... ------------ _ . titn gtl®“ ftpuctlo^ i* Z, 1 l-cubnis der BesatzungSbehörde nicht öffentlich 11tu^eno u ,t ,-führt oder getragen werden Gesuchstellern aus |te FanieE toem unbesetzten Gebiete wird die Erlaubnis hier- ,prvfe aU7f,n Schächte" ü < wob! lanm erteilt werden. Selbst ganz kleine hxn t>unt e' ^inderfähnchen * h , ein fanf gtebttfl. ™, ic Hla^in^ri @l^urn 53*5-$13 m 6ein ot£ctF rofig u.nLn in öct.f bläk’ 7d^"'»S*L^ IN dent fteuerte - rn ^L, Fahr' ».td>t iebc Stift .u !-«rte 5 Afe poften, nur nocy in jaiaren o“"», “** litt 'mbi Brüden und Kasernen, b) Gendarmen, die die ,ia a»s o^tenc p. h»Luptsz^ichstan Kontrollbeamten smb. c) In ? die d &li*cinJSi M gekleidete Beamte ber Sicherheitspolizei. Stc t tpnd*'1 sich auf Verlangen durch einen Ausweis hie a^^petfv^ « legitimieren muffen. h chörde find nur Umzüge von Vereinen mit 'PW* | der ohne Musik. 5 Strengstens verboten ist bas Tragen von Soffen jeglicher Art. Der Waffenschein des un- ' kseyten Gebietes wird seitens der Desatzunqs- chörde nicht anerkannt Ausrüstungs- und De- I:idungsstüdc, die militärisches Aussehen haben Tornister usw.l gelten als Teile einer ilnifnrm. S'em Träger entstehen leicht Unannehmlichkeiten. 6. Fahnen und fahnenähnliche Dinge, wie Schärpen. Wimpel. Armbinden dürfen ohne Er- Kunst und Wistenschast. Wilhelm Scharrelmaau. Wilhelm Scharrelmann in Bremen b-geht am 3. September seinen fünfzigsten Geburts - tag. Der bekannte Lehrerbichter erst ]»21 gab er seinen Lehrerberuf auf und lebt feit d r v)ett als freier Schriftstekler in ferner Heimatstadt - trat bereits in sehr jungen Iahren mit rcl'giös eingestellten Dichtungen hervor, wandte 'ich aber bald mit anderen Werken, wie .Pidbl Hundertmark". .Geschichten aus der Pickdalje" -Täler der Iugenb" und anderen realistischen Stoffen zu. schließlich sich dem großen religiösen Roman zu um in den Werken der letzten Iahre fast ausschließlich sich dem großen religiösen Roman zu widmen Mit ber Erzählung ..IefuS der 3üng- linfl“, die bereits in hoher Auflage vorliegt, eine norwegische und eine hollänbifche lieber- 'etzung erlebte und eine englische in Kürze erleben wird, hatte der Dichter einen großen Erfolg. In dem Roman Die erste Gemeinde" nahm er nochmal einen Stoff aus den Anfängen des Ehristeniums auf, während ber dann folgende ..Traumland" mehr aus inbilcr.er Weltanschauung herauswächst. Zur Zeit arbeitet Scharrelmann an einem religiösen Roman großen Stils. Buntes Allerlei. Die Mode wechselt. Die Linie der Frau ändert sich. Das unterscheidend Reue und Eharakteriftisch? an allen Modellen für den Herbst ist die Rückkehr der herren- mäßig sportlichen Linie zur damenhaften Denn Glocken, Falten, Tüten geben bauschige, schwin- genbe, rhythmische Weite, die das Aeußere ber Frauen rundlicher, fülliger, weibliche' macht. Dir Röcke find sehr kurz, die Taillenlinie rückt langsam aber stetig an ihre natürliche Stelle. Mantel, Mantellleid unb Komplet werden das Straften- bild beherrschen. Zu ber malerischen Rote der Mode passen ausgezeichnet die größeren, ganz weich gearbeiteten Hüte. Ierfey, Kascha, Sammet und Bordürenstosse in. wollenen unb seidenen Qualitäten stehen in Fülle zur Auswahl. Gute Modelle der neuen Mode sahen wir in den llllstein-Mode-Alben für Herbst und Winter, die soeben herausgekommen sind. Cs gibt drei: eins für Damen-, eins fü' Jugend- und Kinderkleidung und das große Ullstein-Moden- Album. das alles vereinigt. Iedes von ihnen ausgezeichnet und auch einzeln erhältlich. 43 000 Kilometer tägliche Flugleistung. Rach der beträchtlichen Erweiterung des Streckennetzes des deutschen Luftverkehr^, erreicht die Zahl der im öffentlichen Verkehr allein mit IunkcrS- Flugzeugen geflogenen Kilometer rund 26 000 täglich. Da für den Betrieb des Aero- Lloyd-Ko nzernes etwa die Zahl von 17 000Kilometer täglich anzusehen ist, ergibt sich eine Ge- famtflugleistung von 43 000 Kilometern. Die Bedeutung dieser Zahl ermißt man an dem Vergleich. daß das gesamte Streckennetz ber deutschen Reichsbahn heute nur auf 52 000 Kilometer berechnet wird. Der größte Dieselmotor bet Well. Eine Diefelmaschine, die jetzt auf einer Hamburger Werft erbaut wird, ist die größte ihrer Art auf der Welt. Es ist eine doppelt wirkende Reunzhlinber-Zweitallmaschine, ber Zylinder beträgt 86 Zentimeter, die Hubhöhe 150 Zentimeter und die Umdrehungszahl 93s/4. Gegenüber ber bisherigen höchsten Zylinderleistung von 1000 Pferdestärken wird hier eine Leistung von 1670 Pferdestärken proZylinder erreicht, und die Gesamtleistung des Motors beträgt 15 000 Pferbe stärken, während sie bisher nicht über 8000 Pferdestärken hinaus- ging. Die Maschine ist als Antrieb eines Drehstromgenerators von 10 000 Kilowatt für die Hamburgischen Elektrizitätswerke bestimmt. Vor ber Dampfmaschine hat der Dieselmotor die stete Detriebsgemeinschaft voraus, da er keiner langen Anheizzeiten bedarf, sondern schnell auf seine Höchstleistung gebracht unb jederzeit wieder schnell aus dem Betrieb gezogen werden kann. Wegen dieser Eigenschaften ist die Dieselmaschine als Reserve unb zur Deckung bes Höchstbedarfs von Elektrizitätswerken besonders geeignet. Wirtschaft. • Zusammenfassung der ober- schlesischen Eisenindustrie? Die Verwaltungen der oberschlesischen Eisenindustrie QL G., der Oberschlefischen Eisenbahn-Bedarf und der von der letzteren beherrschten Donnersmarck- Hütte verhandeln gegenwärtig über die Zusammenfassung ihrer wichtigsten Ciseninteresfen zu einer einzigen Deutsch-Oberschlesischen Eisen- A. G. Die Muttergesellschasten. vornehmlich also die Earo und Oberbedarf, werden je zur Hälfte daran beteiligt sein und als Holding- Gesellschaften für diesen Besitz, wie für ihre sonstigen. getrennt bleibenden Interessen fortbe- stehen. Die Ziele lind zunächst produktionstech- nischer Art. Die Verschmelzung der sich gegenseitig ergänzenden Betriebe soll für beide Stamm- gesellschaften den Schaden wettmachen, der durch die Zerreißung jeder einzelnen Gesellschaft nach dem Friedensvertrage entstanden ist. Für die finanzielle Lage, die auch in Oberschlellen bei den Werken recht gespannt ist, erhofft man Erleichterungen dadurch, daß die Vorratstoirt- fchaft nunmehr minder umfangreich zu sein braucht. Außerdem scheint man mit der Konsolidierung ber Ende 1924 durch die Seehand- lung an die beiden Gesellschaften gegebenen Hillslredite zu rechnen und zwar so. baft diese je 23 Millionen der beiden Hauptgesellschäft en vor allem die neue Tochtergesellschaft nicht mehr fühlbar belasten Frankfurter Abevdvörfe. Frankfurt a. M.. 1. Sept. Die Abendbörse stand im Zeichen reger Kauflust, die in Meinungs-, Bank- und Auslanbkäufen zum Ausdruck kam. Stärkeres Interesse nahmen Montan- und Elektrowerte in Anspruch die Kurssteigerungen bis zu 2 Proz. erzielten. Auch Chemieaktien hatten steigende Tendenz. Schiff- fahrtsaktien kräftig erholt- Am, Anleihernartt war die Stimmung recht fest unb Zuversichtlich. Kriegsanleihen stiegen im freien Verkehr bis 0252' V Auch Schutzgebietsanleihe sprangen auf 6350. Türkenwerte weiter gesteigert. Die Abendbvrse schloß in fester und lebhafter Haltung. Deutsche Anleihen: 5vroz Reichsanleihen 0250. Schutzgebiet Sanleihen 6400 bis 6350, 31 chrvz. Preuß. Konlols 0.320. öproz. Preuß Schätze von 1925 ffrnnffnrt «uM Berlin O.L>0 Ausländische Renten 3r'HiürIen 7.95. Bagdad II 7.62. Bankaktien: Commerzbank 96. Darmstädter Bank 11350, Deutsche Bank 11425. Dis- kontvgeselllchaft 105. Dresdner Ban! 1)1. Mitteldeutsche iS-rcbitbanf 93ch0, Reichsbank 1M37, Cc'icr. Krebitaktien 7 40. Montanaktien BuderuS 50. Deutsch-Luremburg 72.75. Gelsenkirchen 59.25. H.irpener 110. Ilse 96. Mannesmaiät 72b0, Mansteldei 69ch0, Phönir 76. Rheinische Braunkohlen 12°25. Rheinstahl 64 50, Stinnes-Riebeck 73ch0. Tellus 48,50. Kali Aschersleben 125, Kali Westeregeln 146 Chemische Aktien: Badische Anilin 123. Anilin Berlin 12425. Elberfelder Farben 12425. Th. Goldschmidt 74. Höchster Farben 124.37, Holzverkohlung 66. Rhenania 45. Rüt- gerswerke 66,75. Transportwerte: Rordb. Lloyd 60.75. Anatolier I 825. Mvnastir 11,25. Indo- ftiicafticn: AEG 99 76 Aschaffenburger Zellstoss 65. Bergmann 76. Daimler 47,12. Dyckerboff 3450. El eftrisch Licht und Kraft 101, Sßkinger Maschinen 4250, Hanftverk Füßen 68. Holz- mann 62. Inag 0.53. Thüringer Lieferung 70, Ber. chem Frankfurt 57. Wayß unb Freytag 72, W^lbhof 1025. Badischer Zucker 57. Franken- thalzucker 61. Heilbronnzucker 57,50. Börsenkurse. _____________Tatuiir TcuKdft iHci<66anfeibe - 4». ZtatfAe ReichSan Inhr . 3'. Truvche ^trid)4nnlftt)e J,-. Icuiktr ■JieufiSanleüic . Teu-'itf ei .irrr imitnanlctbe 4°/e t>renwild)c AeirtotÄ - . . 4°-o Hesse» 2'/,° , Hesse».......... y.'o Hessen ...... Teun'itz.- Lertd. Tollnr Anl. r-io. T oll Seb n, Änneil»«..» i1'» ZolUurtrn......... 6% Solbmtrifaner ... ■ Berliner HaiidrlHoeiellschaik. tiommers- und Privat.Bank Tarmft. und Nationalbant . Ttand>e Bant Temidic BereinSbant .... Tt*mno ^cmmmndir . . Pirtalldauk........... Miltetdeullche Lredilbank. . Ctftcncid)if(6e Crediiaiislalt. Scftbonf............ Bochumer Guß ....... BuderuS ...... Itaro ......... Deutsch Lurcmbura Gelsenkirchencr Bergwerke. . Harpcnrr Bergbau...... .«ialmxrtc AscherSlrben.... 'taliwert TDcftcrcgeln .... yxurraUüttc . Pi, lur Bergbau . . •Hf t-ibl....... . .» . •Htcbc.t ‘VZontan. ...... Tellnö Bergbau....... Hamburg-.Inlerita Paket. . . ?tordd«mscher Llodo Lheramtsche Werke Albin . . vlcmcnttortf Heidelberg . . . Philipp Holznrann Ariglo-Loni -.26 U/5» 0,3! 0.33 • — 0.27 — 0,24 0.26 iOi) -9.8 91.7'» 91.3 4.5 94 5 94.65 94.6 <5 7 95 4.5 6,3 10.9 46 46.2 130,5 130 131,25 181,6 05.5 l 6 95.5 95 1 111.9 113 5 113.4 113.4 U l 75 Hl 114 114 — 58 — 116 IM 105.25 105.5 1W,5 XO-5 — 93,5 93,5 93,6 93.7 7.4 7.4 «.5 7,6 O.Oo 0,06 — — 71 | 70,75 71 75 45,75 50 47,25 47.6 43 12.5 41 75 41,75 M 72,75 09,62 71 55 1 59.25 56 58.5 103,75 110 105 ihf.,75 1_'l 125 134.25 121 145 H6 2| 5 21 62 40,75 13 43.5 43.63 40 16 4U 48 72,4 7t; 72.9 72.25 — , 64.5 UV.5 13.5 76.12 47 7>,5 78,5 48.5 — äM.5 57.62 59,25 59.5 M) I 60.75 59.75 59,8 rT l>6 — - 1 62 62 65.25 66 — 98 107 126,75 128 127.25 127 — — 74 74 74 25 16.25 122.5 123 122.5 129,5 123.1- 121.4 123,5 123,5 63 66 — 65.1 66,75 66,3 65.5 9R 99,25 — 98.5 99.75 98,9 99 75,25 76 74.5 73 75 * 75 * 63 61,75 '.2.5 62.62 82,5 1 84.25 84 86,5 52.9 53,5 53 54 46 47.11 16.9 46,5 30 28 — ■ 39 :»8 36.75 .37 — 1 — 50 50 ii,815 — • — 100,5 100,5 ■ —■ 64.5 64.5 64.5 64.5 39.5 39.5 36.5 37,25 1.3,75 13,62 14.5 — 10.12 i0,25 10,25 10 61 61 — — 56.5 57 55,5 55,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt JH.Vbl 4.195 19,72 81.» 59.f3 1.695 1.501 ,9.16 12.4 7,495 5.895 3.03 .'0,9-5 80,76 1.30 169,4 18.947 87,61 101,58 112,79 10,60.' 15/9 20,411 19,76 61.40 60.07 0.503 59,30 12.47 7,515 5.916 3,04 »,975 80,96 6.32 Banknoten. Berlin. 1. Septbr Geld Brie' Nmeritaniiche Note«..... 4,20 4.22 BelgUche '.Qoten........ 18,80 18,IN) 104.19 104.71 'inolHcbc Noten........ 20,33 20,4.3 ,jrcn<örtic5e Noten ...... Holländische 'Tlotea...... rftalleniiche Noten...... 19,9) 168,58 20 00 169.42 Ib.fN) 16,US Normoaiiche Noten..... 87,63 88,07 Tenntt Ccfttrr-.aioo Srontn 59.03 59,XI Rnmäni'chr Noten...... Schwedische Noten...... «—• — 112.17 113,73 Schwerter Noten....... 81,00 81,40 Spanische Noten....... T'chrchoiiowalische Noten . . 59.7U 60-t-O 12.395 12.^. Ungarische Noten....... 5.84 5.88 Berliner Börse. (eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin. 1. Sepr Die Tendenz war bei Eröffnung des Verkehrs uneinheitlich. Die Baissespekulation kommt wieder mit Blanko-Abgaben mehr hervor, während man im übrigen nach den KurSavancen der letzten Tage zu Gewinn- realifatiDnen neigte. Di« vi^fach zu verzeichnenden kleinen Kursabschläge stellten daher hauptsächlich eine Reaktion auf dte kürzliche i Kurs- befettigungen dar: äußere Gründe lagen hierfür niete vor. Am Mdntanmarkt wurde die Meldung beachtet daß das Rheinilch-Dest- 1 ü 1 i 1 en e Koblen-Svndlkai bic rnt einigen Wochen vorgenommenen Ausland- Verkäufe zu besonders niedrigen Preisen wieder eingestellt hat. da diese Preise derartige Verluste brachten, daß eine große 2W* zahl von Zechen beim Syndikat dagegen Gin- k vr ucherboben. Die Geschäftstätigkeit in den Hauptwerken war unter diesen Umständen anfangs still, dagegen lenkten einige Rebenmärkte wiederum die Aufmerksamkeit auf sich So fanden u. a rege Umlüfte in Reichsbankunteil en, ausländischen Renten unb rheinischen Metall- und Maschinen wert en statt Auch Brauereiaktie n wurden auf die Steigerung des Bierumtotzes im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1925 lebhafter gchandeli Am Geldmärkte hörte man tägliches Geld mit 8* . bis 10 Proz Die Lage ist trotz dieses Satzes leicht, da ausreichend Mittel zur Deckung dos Bedarfs zur Verfügung stehen Qltonat#geU> 10»/, dis II1. Prozent 3m D e v i s en ve rke h r zeichnete sich Mailand durch eine erhebliche Befestigung aus. Man notierte Mailand: London mit 127,88 'Vortagskurs 129,13) Die spekulative Aufwärtsbewegung für nordische Devisen hielt an. OSlo-London 2320: Kopenhagen und Stockholm blieben demgegenüber etwa» zurück Leich« ermäßigt lag bas englische Pfund das sich gegen Kabel auf 4.85'' > stellte. Infolgedessen zeigte auch die Reichsmark in London eine geringe Besserung auf 20.39. Die Reichsmark wurde genannt: in Amsterdam 59,07, Paris 5,07*/* Rinddiehmarkl in Gießen. b. Gießen. 1. Sept. Zum heutigen Rt n b- viehmarkt waren 1058 Stück Großvieh und Kälber aufgctricbcn . Der Handel war flott, gute Zuchtkühe waren sehr gefud)' Bezahlt wurde für Zuchttühe erster Qualität 550 bis 650 Mark, Zuchtkübe zweiter Qualität 350 bis 450 Mark, Schlachtlu!>e kosteten 200 bis 300 Mark Das Stück Kälber Lebendgewicht 75 biS 85 Pfennig das Pfund Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 1. Eept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 23 bis 23^5, Roggen, inländischer. 18.25 dis 18.50. Sommergerste für Brauzwecke 25.50 bis 27, Hafer, inländischer. 19.50 bis 20.50, Mais (gelb) 21 biS 21.50. Weizeizmehl, inländisches Spezial 0. 39 biS 39.25, Roggenmehl 27.50. Wcizenkleie 11 bis 11.25, Wcizenkleie 11.25. Tendenz: Unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 1. Sept. Der Gctreibemarkt zeigte heute durchschnittlich festere Tendenz. Die Umsätze sind ko gering geworden, daß schon kleinere Kaufaufträge gefügten, um ehi € e c.t ber greife herbeizusühren. Es notierten pro Tonne: Weizen (märL) 216 bis 222, Weizen (September) 237, Weizen (Oktober) 245, Wci?en (Dezember) 252. Roggen (märf.) 167 bis 174. Roggen 'September) 182,50 bis 183,50, Roggen (Oktober) 193,50, Roggen (Dezember) 198 bis 197,50, Gerste (märt) 220 bis 250. Futtergerste 180 bis 185. Hafer (märt.) 174 bis 182, Hafer (September) 169, Hafer (Oktober) 178, Hafer 'Dezember) 189 bis 188, Mais (loto Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bi« 360; pro Doppelzentner Weizenmehl 31,25 bi« 34,25, Roggenmehl 24,25 bis 26,25, Weizenllcie 12,50, Roggenkleie 12,20, Viktoriaerbsen 25 bis 31. Futtererbsen 21 bis 23, Wicken 26 bis 29. Lupinen (blau) 12,50 bis 14, Rapskuchen 16 bis 16,20, Leinkuchen 22,60 bis 22,80, Trockenschnihel 12, Torfmelasse 8,80 bis 9, Kartofselflocken 19, Zucker 21,20 bis 21,50. Rundfunk-Programm des frankfurter Lenders. (Aus ber „Radio-LImschau".) Donnerstag, 3. September. 3ilftr: Wirtschaftsmeldungen. 4Uhr Wetterbericht ber Gieftener Wetterdienststelle 4 Uhr: Dirtfchaftsmelbungen 4.20 Uhr Rachrichten- bienfl. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4 30 biS 6 Uhr: RachmittagSkonzert des HauSorchesterS: Die galante Zeit. 6 Uhr Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr Die Lesestunde lAus fernen Ländern): AuS dem Buch: Unter Indianern Südamerikas, von Prof. Dr. Mar Schmidt, Berlin. 6.30 bis 7 Uhr: Die Bücher stunde 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7 30 Uhr: ..Kindernot und Kinderhilfe in Frankfurt a. M." Eine Vortragsreihe des ftäbt. Jugendamt es Frankfurt a. M Erster Vortrag: Das Frankfurter Iugendamt - Mutterschutzarbeit — Kleinkindheime und Kinderpflegerinnen". Vortrag von Iutta von Presfentin. 7.30 bis 8 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Vortrag von E. Becker: ..Die Sender von Marroni u. Braun". 8.30 bis 9.30 Uhr Uebertragung von Kassel: Sinsoniekvtrzert. 9.30 Uhr Rachrichtendienst, Wettermeldung. 935 Uhr Die Spätankündigung „Funk". 9.45 Uhr: Sportfunkdienst. 10 bis il Uhr: Zweiter Wilhelm-Busch-Abend. Ausführende: Gerd Fricke und Hermann Kner. M Dem MM durch Schimmel und Gärung veerden alle für den Winter eingemachten Früchte sicher geschützt, venn man sie mit Dr. Oetker's Einmache-Hülfe einmacht. Es ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 1 Päckchen von Dr. Oetker’s Einmache-Hülfe genügt, um 10 Pfd. eingemachte Fruchte, Gelee, Marmelade, Fruchtsäfte, Gurken usw. haltbar zu machen. Gebreucbsenweisueg ist jedem Päckohee aufgedruckt. Dr. Oetker’s Einm&che-Rezepte erhalten Sie ebenso wie die beliebten Oetker-Backrezeptbücher kostenlos in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr.A. Oetker, Bielefeld. x___________________usaV (Nachdruck verboten.) 10. Fortsetzung. 5 An die Einwohner von (Ziehen! die Häuser festlich zu schmücken! Gäste sind herzlich willkommen. 81880 Der Oberbürgermeister, Kaffee Tee Kakao Pralinen 8186B Lindenplatz 1 8208D Herren Arbeitgeber Die werden gebeten, umgehend ent- Blütenmehl 0 Pfund 0.24 Gießen, den 31. August 1925. 8187c Sultaninen kalifornische, Pfund 0.65 Mellleine SklslranleuM Oes csMeises Mell Kristallzucker Pfund 0.39 ,a Knorr Suppenwurst ssoav 2^2 Schmidt. Aber es ist sehr unmai treffen. Ich kann diesen 3 Ich richte an die Einwohner von Biegen die Bitte, aus Anlaß der Denkmalsweihe und des Großen 116er-Tags Die Qualität bestimmt den Preis Nicht der Preis die QualitätI ad), daß wir uns selten abkommen, ist, wenn mit Master 20 Minuten gekocht, tafelfertig. Reine Zutaten mehr nötig 1 7 Sorten. 1 Stück=6 Teller. und er hat sicher genug Arbeit draußen. — So, und jetzt muß ich heim, sonst wird mir euer Torweg geschlossen, und mein Kleines schreit sich heiser nach mir. Gute Nacht, Tante Lotte, sei lieb und wärme die alten Geschichten gar nicht erst wieder auf, die liegen meilenweit und bergetief hinter mir.” (Fortsetzung folgt.) Frei geworden Erzählung von Klara Prieß. S & F-Kafsee in eigener Grobrösterei stets frisch geröstet, in den bekannten Originalpackungen Pfund jt 3.00,3.80, 4.20, 4.60 Deutscher Bund für christlich - evangelische Erziehung in Haus und Schule Ortsgruppe Bietzen. Einbau und Reparaturen von Bosch - Eisemann- Licht- und Anlasseranlagen sowie 8110D Reparaturen von Accumulatoren jeder Art werden fachgemäß als Spezialität ausgeführt. Emil Althoff.B3hnhofstr.357o sprechende Ummeldung zu machen. Hierbei machen wir darauf aufmerksam, daß die in der letzten Zeit gemachten Beobachtungen uns zwingen, von der uns zustehenden verschärften Kontrolle der Arbeitgeber hinsichtlich An- und Abmeldung und der richtigen Lohnangabe Gebrauch zu machen. Außerdem ist festgestellt, daß die Ablieferung der Bei- träge sehr zu wünschen übrig läßt. Die Beiträge sind allwöchentlich fällig. Als längster Zahlungstermin ist der 7. eines jeden Monats für den vorausgegangenen Monat bestimmt. Spätere Ablieferung bedingt ohne Mahnung die Iwangsbeitreibung. Wir machen hierbei auf die §§ 393 ff. und 317 ff. Reichsversicherungs-Ordnung aufmerksam. Photo-Haus X 'Winterhofr Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft L für den gesamten k X Photobedarf/ Brotzucker ™.ten..QÄ 0.42 In Or>ai»alvaketen von ca. 20 Pfund ft qq brutto für netto..............Pfund W.OU Extra grobkörniger Viktoria-Kristall .. Pfund 0.42 Wird am H. und 7. September d. Is. ein einheitlicher Straßenbahnfahrpreis von 20 Pfg. für jede Fahrt, ohne Rücksicht auf die Streckenlänge, erhoben. Der Verkehr wird dem Bedarf ang» paßt. 8197« Gießen, den 1. September 1925. Städtische Straßenbahn. Stolle. Schade & Füllgrabe Filialen in allen Stadtteilen. Donnerstag, 3. Sept., abends 8 Uhr, im Iohannessaat FamUienabend Vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. AlltnhP3it7PI'll Bekanntmachung. OUlv^yUllLUI *1 Während der Dauer des llöer.Festes Gute und billige Lebensinittel HL 2 Erschein' Sichel W ffloHt15 Ä Jfe 5eE SnsE Bekanntmachung W 31. August 1925 werden die Lohnstufen, Grundlöhne und Beiträge erweitert: Kränkliche Schweine und solche, die eS In den Beinen haben, die nicht stellen wollen, die turücfgebucben sind, all diese Tiere werden rasch gesund, wenn man diesen Schweinen durch jedes Futter 1 Eßlöffel von — Rassol —mengt. Gesunde Schweine erreichen durch Beifllttemng von Raffol in kürzester Zeit höchstes Schlachtgewicht. Jeder Landwirt, der Raffol bisher noch nicht kannte, staunt Uber die Wirkung von Raffol. Junge Ferkel mit Raffol Ungefüttert, bleiben stets gesund und munter und entwickeln sich überraschend schnell. NB. Man ad)te beim Einkauf aber ganz genau auf den Namen — ?rassoi—und weise alle Nachahmungen sowie vor allem auch jede Nach, füllung von Raffolklaschcn ganz energisch zurück. 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Lei ist nichi Moskauer schieden qe üsche Fort inten M ^ng mit di W }u|an Uno erprob W betui6n 'n ohne ei tniMd)enr h'ten toi Aen Ko, jommunifi SW ^stn. j St S'scpt I Partei b denen <- brouchbg . Die "'chk dr, Mcht ur 6f6lic Aaupt-r Ässch JJjft zu S in m "er $,kt - und rch mochte chn und seine Art dabei gut leiden. Weil er nun keinen Schimmer von der Landwirtschaft hatte, nahm er sich vernünftigerweise gleich einen tüchtigen Inspektor ins Haus, und den läßt er ganz selbständig wirtschaften und geht bei ihm tn die Lehre zwei Iahr< lang. Und dann hofft er die Sache selbständig leiten z>. können. Es läßt sich alles sehr gut an bis jetzt, sie haben eine famose Ernte gehabt. Er meint, sie seien nun aus dem Gröbsten heraus« Und deshalb ist er gestern zu mir gekommen." Anna packte noch immer an dem Leinenzeug herum, aber ihre Gedanken waren nicht mehr ganz bei dem Baby. „Das ist gut," sagte sie, „gut für ihn, daß er Arbeit hat, wirkliche Arbeit aus eignem Grund und Boden. Das muß ihn fest und kernig machen." „Er ist ernsthaft geworden", meinte Tante Lotte, „und sehr viel älter natürlich. Er trägt jetzt einen Vollbart, der ihm abscheulich steht. Du würdest ihn kaum wiedererkennen. Er hat übrigends sehr nach dir gefragt und nach deiner Arbeit. Und dann fragte er zum Schluß, ob er mal wisderkommen dürfe, auch einmal, wenn du abends bei mir wärest. Dazu könnt- ich ja nicht viel sagen. Aber dir kann es ja doch einerlei sein, wenn du ihn mal hier triffst." — „Mir scheint es ziemlich überflüssig, daß du dich wieder auf diese alten Geschichten e«rläbt." Anna kniete jetzt an der Erde und schob die alten Schubladen energisch wieder zu. „Ob ich Max Brakea wiedersehe, ist wirklich ziemlich einerlei und wird uns beiden nicht viel Herzklopfen machen. Mer ich will keine abgekarteten Geschichten und keine Stell« dicheins bei dir, Tante Lotte. Treffen wir uns ein. mal zufällig hier, so soll es mir recht sein. Es ist ja viel Wasser den Berg heruntergelaufen seit dazumal. Ich bin ja gar nicht mehr dasselbe Menschenkind, und ein ganz andrer, fremder Mensch wird er mir fein« Es gehört nur mir und soll es gut haben, solange ich es haben darf. An das Später, an das Abgebenmüssen kann ich gar nicht denken! Wenn man sie so fortgeben muß, die kleinen Dinger, und weiß nicht mal, ob nicht oll die Liebe und Arbeit doch vergebens und verloren ist —, das ist das Aller- jchlimmste in unserm Leben. Und daran gewöhne ich mich auch nicht! Aber vorerst soll das Kind es wenigstens gut haben. Mir fielen vorhin die feinen, weichen Tücher ein, die da noch bei meiner Aussteuer liegen müssen. Das sollen feine Hemdchen für den Kleinen werden. Ich muß doch mal in den Schubfächern nachsehen." Anna kniete vor dem alten Nähtritt. Sie schob die schweren Schubkasten heraus und kramte zwischen den Wäschepaketen. Tante Lotte schalt tn ihrer Sofaecke: „Sündhaft, die guten Sachen für so etwas zu zerschneiden. Und überhaupt, du darfst doch die Aussteuer nicht so verplempern, du kannst doch noch jeden Tag heiraten, Mädchen." Anna lachte laut auf. „Ich weiß nicht recht, wie ich das anfangen soll, und dann, Tante Lotte, vergiß nicht, daß ich jetzt mächtig kapitalisiere. Wenn ich noch beträte, nehme ich natürlich nur einen ganz Reichen, und dann verwende ich mein ganzes Sparkassenkonto zur Mschaffung einer funkelnagelneuen Aussteuer. Und keinen Sttch tue ich daran. Das wird alles im feinsten Wäschegeschäft genäht. Wenn ich mir hier all das Gesttchele ansehe und an die schöne, verlorene Zeit denke — wie ist man doch so jung und dumm gewesen!" Sie hielt ein feines Leintuch gegen das Licht. „Nein, es hat noch keine Löcher. Mir kommt nämlich das alles schon so lange her vor, daß ich ordentlich Angst hatte, es würde alles rissig und mürbe vor Alter sein. Und was ich gar nicht mehr begreife, Tante Lotte, wie ich einmal immer und immer nur an einen Menschen habe denken können! Ich glaube, ich könnte bas nie wieder. So ein weites Herz bekommt man in der Arbeit, man be- Die legte ruhig ihre lüdjet zusammen und hatte es nicht eilig, zu antworten. Deshalb redete Tante Lotte schnell weiter: „Nun ja, dabei ist doch weiter nichts Merkwürdiges, Anna. Wir haben uns in den sieben Jahren hin und wieder mal geschrieben, und nun hat er mich gestern von Krüxow aus besucht. Da wohnt er nämlich schon seit vorigem Jahr." Nein, so merkwürdig war es eigentlich nicht, daß Max Braken doch einmal wieder in Annas Gesichtskreis austauchte. Sie wußte wohl, daß er damals beim Tode ihrer Mutter freundlich und taktvoll an Tante Lotte geschrieben hatte, und daß die beiden seitdem gelegentlich korrespondierten. Sie wußte auch, daß Max Braken damals die Stellung in Berlin bald wieder aufgegeben hatte und wieder nach München gegangen war. Nur, daß er jetzt in Krüxow wohnte, wunderte sie sehr. Und sie wunderte sich auch, daß ihr beim plötzlichen Hören seines Namens doch ein schnellerer Pulsschlag und eine heiße Röte gekommen — so ganz fern und versunken war ihr die alte Zeit erschienen. Aber es war auch wohl nu rdas Plötzliche und Unerwartete gewesen. Sie konnte gleich nachher ganz ruhig fragen, warum Max Braken denn jetzt in Krüxow lebe. Und Tante Lotte erzählte gern und breit, wie jener Vetter und Verwalter das Gut im Laufe der Jahre ganz heruntergewirtschaftet und wie es dicht vor dem Zwangsverkauf gestanden habe, bei dem kaum die Hypotheken gedeckt worden wären. Da ist Braken selbst eingesprungen, denn sein Herz hing doch immer an dem väterlichen Gut. Und die Gläubiger hat er wirklich dazu bekommen, noch ein paar Jahre Geduld zu haben. Und einer hat ihm sogar noch ein kleines Betriebskapital vorgestreckt. Weißt du, er bekommt immer, was er will, der Junge. Ein bißchen von dem alten Charm ist doch noch an ihm hängen geblieben. Unterdes hatte er die Schriftstellerei auch wohl gründlich sat. Sein gesunder Menschenverstand sagte ihm wohl, daß dabei doch kein Weiterkomemn und nichts wirklich Großes und Gutes für ihn fertigzubringen war. Und von München hatte er allmählich auch genug. Da ist er denn einfach voriges Jahr nach Krüxow gegangen und hat die Sache ganz vernünftig angefangen. Er hat mir das nämlich alles ganz ausführlich erzählt, kommt Interesse für jeden und jedes. Und soviel gesünder scheint mir das wie das Hängen und Sehnen immer nur nach dem einen Menschen." „Rede nur nicht so furchtbar vernünftig. Hinterher ist es leicht, damals hast du es auch nicht anders tun und begreifen wollen. Und die jungen Dinger machen es immer wieder so, dafür sind sie eben jung. Wir Frauen müssen das alle einmal durchmachen." „Aber wir können jetzt leichter Arbeit finden, Arbeit für andere, Tante Lotte. Das ist doch ein starkes Gegengewicht gegen all den unnützen Jammer. Zum Beispiel so ein Kleines liebhaben, das nimmt Herz und Hände und alle Gedanken in Anspruch, da kann gar nicht viel Zeit für eigenes Herzeleid bleiben. Glaube mir, wenn man all das Elend sieht, das in einer Klinik zusammenliegt, kommt es einem sehr kleinlich und egoistisch vor, um so ein bißchen verpfuschte Jugendliebe jahrelang herumzujammern. — Und nun hilf mir dies hier zusammenpacken, Tante Lotte, und dann muß ich bald heim. Der Junge bekommt um zehn Uhr seine Flasche, und ich habe auch noch Schlaf nachzuholen. Letzte Nacht war er recht unruhig und hat mir nicht viel Ruhe gelaßen." „Sei doch nicht so eine Törin, dein Herz wieder an ein Fremdes zu hängen. Was hast du davon? Nur den Jammer, wenn sie es dir wieder abnehmen." .Läßt sich nicht ändern, unb es bleibt doch noch das beste, wenn man keine eignen hat. Weißt du, Tante, die Herren der Schöpfung gönne id) den andern Mädchen gern; wenn die paar bösen Enttäuschungsjahre vorüber sind, wird alle Sehnsucht still, und wir sehen dann mit klaren Augen in die Welt und in anSre Ehen. Ader die Kinder — das bleibt der wunde Punkt. Es ist doch hart, nie ein einziges eignes liebhaben zu dürfen. Aber wenn wir Frauen das Herz auf dem rechten Fleck haben, bann lernen wir eben anbrer Leute Kinder lieben — bas schützt boch wenigstens vor bem Hart- unb Bitterwerden." Die beiden Frauen schwiegen eine Weile. Und in diese Stille herein sagte Tante Lotte auf einmal: „Anna — Max Braken war gestern oei mir." Dabei sah sie Anna verstohlen und schlau von der Seite an. Zement le unter Synd.-Preis, sofort und billigst C. Rübsamen, BieBen »■» Fernsprecher 1659. DrnAWMW "SK MsffMmg Mein iLDrelswect öu? BrflblW riott.-vrvaem, 8. je, Hießen, S-rM.7. Qualitätswaren — in allen Preislagen EnimericherWaren-Eipedition Neue Rollmops.....©tuet 0.18 Limburgerkäse ... 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Tagesverdienst Grund lohn Krankennnoerbslosen- stufe von bis kasse fürsorge Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. 9 4.76 5.75 5.- 2.64 0.36 10 5.75 6.75 6.- 3.15 0.42 11 6.75 7.25 7.- 3.69 0.50 12 über 7.25 8.- 4.20 0.56