Ur. 152 Erstes Blatt 175. Jahrgang Donnerstag, 2. Juli (925 Erscheint täglich, nutzer Sonn» und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamilienblütter Heimat im Bild. Monatr-Lezuasprels: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. SietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Bruhl'sche Universttats-Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Sieben, ächnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen sürdieTagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20», Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für Öen Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gietzen. Um die Zukunft der deutschen Luftfahrt. Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat das Reichsverkehrsmini st erium die Beratung der neuen Note der Botschafterkonferenz über die weitere Beschränkung der deutschen Luftfahrt auf breitester Grundlage unter Heranziehung aller an der deutschen Luftfahrt interessierten Bevölke- rungskreife in Aussicht genommen. Zu diesem Zweck ist der Beirat für das Luftfahr- wesen für Donnerstag, 16. Juli, zu einer Sitzung im Reichsverkehrsministerium einberufen worden. Der Beirat setzt sich aus Vertretern der einschlägigen Industrie- und Luftverkehrsunternehmen, der Wissenschaft, des Sport- und Vereinswesens, des Deutschen Städtetages und der Flughaseninteresienten sowie aus Vertretern der Arbeitnehmer und aus den Kreisen der Flugzeugführer, Monteure, Werkmeister und der Arbeiterschaft zusammen. Zu der Sitzung sind ferner Beauftragte der mitbeteiligten R e i A s rn i n i st e r i e n und der einzelnen Landesregierungen eingeladen worden. Außerdem ist der Geheime Regierungsrat Prof. Schreiber, der Leiter des Instituts für Luftrecht an der Albertus-Universität in Königsberg, als Sachverständiger um Teilnahme an der Sitzung gebeten worden. Ueberreichung der französischen Vorschläge an Trendelenburg. Paris, 2. Juli. (SU.) Die französische Presse lenkt, soweit sie sich mit den deutsch-französischen Wirlschastsverhandlungen beschäftigt, sichtlich ein. Der „QKatin“ bestätigt, daß Chaumet heute vormittag die französischen Gegenvorschläge überreichen wird. Die Antwort der deutschen Abordnung wird noch vor Ablauf einer Woche erwartet. Die deutsch-sranzösisrÄen Industrie-Verhandlungen. Paris, 2. Juli. (SU.) Wie „Journee industrielle" erfährt, werden die Vertreter der deutschen und französischen Industrie am Freitag in Düsseldorf zusammentreten, um das Abkommen weiter auszubauen. Am kommender Mittwoch werde in Brüssel eine Konferenz zur Bildung eines internationalen Schienenlar teils eröffnet, an der Vertreter der deutschen, belgischen, französischen, luxemburgischen und englischen Schienen-Jndustrre teilnehmen. Die amerikanische Schienen-Jndustrie werde wahrscheinlich von dem englischen Delegierten vertreten. Danzig und der deutschpolnische Zollkrieg. Danzig. I. Juli. (WB.) Die Antwortnote der polnischen Regierung über die von der Danziger Regierung mitgcteilten Maßnahmen gegenüber dem Einfuhrverbot von Waren aus dem Deutschen Reich ist heute beim Senat eingetrofsen. Die Rote enthält zunächst längere Rechtsaus- sührungen. um den Standpunkt der polnischen Regierung darzulcgen. Die Rote schließt jedoch wie folgt: Veranlaßt durch die Absicht, nach Maßgabe der Möglichkeit die wirtschaftlichen Interessen der Freien Stadt Danzig zu berücksichtigen, drückt die polnische Regierung die Bereitwilligkeit aus, der Freien Stadt Danzig Einfuhr kontingente für die Artikel zuzuerkennen, deren Einfuhr durch die obige Verordnung verboten wurde. In diesem Sinne ist dieselbe bereit, sofort und gemeinsam mit dem Senat die-'her Freien Stadt Danzig unterbreitete L i st e der Kontingente zu prüfen, mit dem Vorbehalt, daß die Höhe derselben sich im Rahmen der statistisch festgelegten Einfuhr aus Deutschland vom Jahre 1924 bewegen wird, sowie, daß diese Kontingente für die Zeit eines Monats bestimmt werden. Im Anschluß hieran muß nochmals darauf hingewiesen werden, daß sich Danzig b'.sher an die bestehenden Verordnungen gehalten hat. während Polen dies nicht getan hat. Der Verlauf der Ereignisse spricht auch für den Erfolg der bisher vom Danziger Senat beobachteten Politik. Vor neuen deutsch-polnischen Verhandlungen. Warschau, 1. Juli. (Wolff.) Halbamtlich. Am 6. Juli beginnen in Danzig die deutsch- polnischen Verhandlungen über die Festsetzung des Personen- und Gepäck- t a r i f s für den unmittelbaren Verkehr zwischen den Staatsgebieten Polen und Danzig auf der einen und dem Deutschen Reich auf der anderen Seite. Eine neue engliche Schuldennote an Frankreich. Paris, 2. Juli. (T. U.) Wie die Morgenblätter berichten, hat Chamberlain am Dienstag dem Londoner französischen Botschafter De Fleuriau eine neue Note über die Schuldenfrage überreicht. Die Note sei in freundlichen Ausdrücken abgefaßt, bringe aber unzweideutig zum Ausdruck, daß die britische Re- Eingreifen Amerikas in den Chinakonflikt Eine Qstafien-Konferenz in Washington? Reuhork, 2. Juli. (SU.) Washingtoner Meldungen zufolge beabsichtigt Staatssekretär Kellogg, eine internationale China-Konferenz einzuberufen. Kellogg arbeitet augenblicklich an der Einberufung der zweiten Washingtoner Abrüstungskonferenz, und es sei möglich, daß er versuchen werde, diese mit der China-Konferenz zu verbinden, da die Einladungen an alle die Großmächte gingen, die auch in China interessiert seien. Kellogg stelle sich die Erörterung folgender Punkte vor: Respektierung, Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale und administrative Unverletzbarkeit Chinas, U n t e r st ü h u n g Chinas zur Erreichung einer stabilen chinesischen Regierung, Durchführung des Prinzips der gleichen Behandlung sämtlicher Rationen in der Betätigung von Handel und Industrie. Jede Person und jeder Staat solle verhindert werden, aus etwaigen chinesischen Revolutionen Vorteile zu ziehen, aber auch an der Anzettelung oder Unterstützung solcher Revolutionen. Gerade um derartige Vorteile zu erreichen, sei die Erörterung des Verbleibens fremder Sruppen in China und der Unterstützung der chinesischen Regierung durch gesetzgeberische oder rechtliche Reformen notwendig. Kellogg hat sich bereits mit dem Washingtoner chinesischen Gesandten in Verbindung gesetzt. General Feng Huh Stang will den Krieg. London. 1. Juli. (Wolff.) Reuter. Die Zeitungen in Peking veröffentlichen eine bemerkenswerte Rede des Generals Fengyuhsiang bei einer Konferenz mit seinen Unterkommandanten. die unmittelbar »ach dem Eintreffen der Rachrichten von den Vorfällen in dem Fremdenviertel in Kanton stattgefunden hat. Fengyuhsiang hat erklärt, was immer die Haltung feiner Untergebenen sei, er wolle den Krieg. Er hat hinzugefügt. Gott habe eine besondere Mission füi ihn und ine Volksarmee, wel-che entschlossen sei. ihr Blut für die Befreiung Chinas zu vergießen. Briand über die Lage in China. Paris, 2. Juli. (SU.) Briand berichtete gestern in der Kammer-Kommission für auswärtige Angelegenheiten über die Lage in Ch ina. Der Außenminister erklärte, die Großmächte hätten Frankreich formell aufgefordert, die auf der Washingtoner Konferenz abgeschlossenen Verträge zu ratifizieren. Unmittelbar nach der Verabschiedung der Vorlage durch das Parlament werde in Peking eine Konferenz zusammentreten, um die neuen Zolltarife auszuarbeiten. Gleichzeitig wird die Delegation auf Anregung der französischen und amerikanischen Regierung die Gelegenheit benutzen, über das China-Problem zu verhandeln. Die Vereinigten Staaten, die an- sänglich einer gemeinsamen _ Aktion der Großmächte abgeneigt gewesen wären, seien nach der Ermordung mehrerer amerikanischer Missionare bereit, sich der gemeinsamen Front anzuschließen, um das Prestige der Mächte im fernen Osten zu wahren. Marokko- und Chinaanfragen im Unterhaus. London. 1. Juli. (WB.) Auf die Frage eines Unterhausmitgliedes, ob die britische Regierung eing laden sei, sich Frankreich und Spanien in derBlockade des Rifgebietes anzuschließen,'und ob sie dies zu tun beabsichtige. erwiderte Chamberlain, daß die französische wie die spanische Regierung eine Blockade bislang nicht in Aussicht genommen Hütten, Es handle sich nur um Maßnahmen zur Ueberwachung gewisser Serri» torialgewässer in der S an g e r z on e. Die britische Regierung habe allerdings von der spanischen Regierung eine Einladung erhalten, sich diesen Maßnahmen anzuschließen. Chamberlain bat aber die Fragesteller, weitere. Fragen solange zu verschieben, bis die britische Regierung. Zeit gehabt habe, diese Angelegenheit zu erwägen. Im weiteren Verlauf wurde Chamberlain gefragt, ob die britische Regierung unverzüglich eine Konferenz der Dertragsmächte einberufen werde, um die augenblicklichen Zwistigkeiten mit dem chinesischen Volk durch eine Revision der Verträge, insoweit territoriale Konzessionen und exterritoriale Vorrechte in Frage stehen, im Geiste der Gleichberechtigung und der Gegenseitigkeit bei- autogen. Chamberlain erwiderte, die britische Regierung berate augenblicklich mit den anderen in Betracht kommenden Regierungen, um die chinesische Rote gemeinsam zu beantworten, in der China um Prüfung der von den Abgeordneten erwarteten Fragen ersucht werde. In der Zwischenzeit könne er nur sagen, daß jede Erörterung dieser großen Fragen unmöglich fei, bis die chinesische Regierung Schritte unternommen habe, um der augenblicklichen fremdenfeindlichen Qlgitation ein Cndezu bereiten. Ein anderes Mitglied fragte, ob er die Frage der exterritorialen Abmachungen in China dem Völkerbund unter dem Hinweis auf Artikel 18 der Satzung unterbreiten werde. Chamberlain erinnerte an die Prüfung der Exterritorialität in Washington im Jahre 1922 und an die dort gefaßten Beschlüsse und fügte hinzu, die britische Regierung sei der Ansicht, daß die Erinnerung der internationalen ^Intersuchungskommission für die Lage und Unterstützung der chinesischen Regierung zur Durchführung der Reformen, die die Aufhebung des exterritorialen Rechts rechtfertigen, geeigneter sei als die Verweisung an den Völkerbund. Auf eine weitere Anfrage antwortete Chamberlain, die georgische Republik fei von der britischen Regieruckß als konstituierender Seil der transkaukasischen föderativen Republik, die wiederum selbst ein Glied Rußlands ist, anerkannt worden. Die amtliche Anerkennung einer Regierung, die nicht mehr de facto bestehe, sei natürlich hinfällig. Englische glottenbasis in Singapore. London, 1. Juli. (WB.) Im Oberhaus fand heute eine Debatte über Singapore statt. Lord Thompson fragte die Regierung, ob sie nähere Einzelheiten über die geplante neue Flottenbafis geben könne und wies dabei auf die in Japan durch das Wiederaufleben des alten Planes erzeugte Besorgnis hin. Lord Standhope beantwortete im Ramen der Regierung eingehend die von Lord Shompson gestellten technischen Fragen und erklärte, es sei keine Rede davon, daß die Flottenbasis in Singapore eine große Konzentrationsbasis werden solle. Der gesamte Plan, nicht nur bezüglich der Docks, sondern auch im Hinblick auf die Verteidigungsanlagen, werde immer noch erwogen. Auch die Luftverteidigung werde voll berücksichtigt werden. Die Verteidigung von Singapore sei unter vielen Gesichtspunkten sehr we! entlieh. Lord Haldane gab der Ansicht Ausdruck, daß Singapore als Basis vom Standpunkt der Förderung der Weltruhe nicht glücklich sei. Balfour wies die Behauptungen zurück, daß der Dau von weiteren, von Singapore abhängigen Flottenbasen notwendig sein werde. Großbritannien sei es durch den Washingtoner Vertrag verboten, weitere Flottenbasen im Stillen Ozean zu errichten. Ec betonte die Der- antwvrtlichkeit Großbritanniens im Stillen Ozean und die Pflicht, die Seite des britischen Reiches zu verteidigen. Er könne nicht verstehen, daß England dadurch den befreundeten Rationen im Stillen Ozean Grund zum Argwohn gebe. In Singapore werde sich niemals eine militärische Streitkraft befinden, die für Japan oder irgendeine andere Macht eine militärische Drohung bilden könne. Er neigte der Ansicht zu, daß man am Beginn einer großen Aera des Friedens stehe und er sei überzeugt, daß die Regierung keinen Fehler mache, wenn sie das einstimmige Urteil alter zuständigen Autoritäten, die sie zu Rate gezogen habe, durchführe. Lord Thompson erklärte zum Schluß der Debatte, der allgemeine Eindruck der Rede Stanhopes sei sehr ermutigend gewesen, da es scheine, daß die Singaporebasis eine ganz kleine Angelegenheit sein werde. gierung, wenn sie sich auch nicht in die Verhand- lungen mit Amerika einmischen wolle, es doch für geboten erachtet, darauf hinzuweisen, daß die Zahlungen an Großbritannien den Zahlungen an die Bereinigten Staaten entsprechen müßten. Die britische Regierung halt" es für richtig, wenn die französische Regierung ein Angebot unterbreite, selbst wenn es nur provisorischen Charakter trüge. Die Note soll dem Kabinettsrat vorgelegt und dann sofort beantwortet werden. Schwierigkeiten für das neue belgische Kabinett. Brüssel, 2. Juli. (TU.) Das Kabinett Poul- let stößt schon auf ernste Schwierigkeiten. In der Aussprache über die Regierungserklärung ließ Gar- ton de Biat durchblicken, er werde einen Gesetzen!, rourf einbringen, der den Frauen bei den P r o • vinzwahlen das Stimmrecht verschaffe. Die Wallonen, die verschiedene Gegner dieser Reform sind, haben erklärt, sie würden der Regierung das Bert rauen entziehen, wenn Poullet die Einbringung dieses Gesetzentwurfs nicht verhindere. Vorstotz Abd el Krims. Paris, 1. Juli. (Wolff.) Havas berichtet aus Fez: In dem über die Lage kn Marokko ausgegebenen Kommunique heißt es, im Osten verstärke sich der feindliche Druck in Richtung Msila. Er stoße auf starke französische Streitkräfte, die die Höhen nördlich davon beseht hielten. Ernste Einbrüche in der Gegend von Dahar seien durch die franzosentreuen Stämme und die französischen Hilfstruppen ausgehalten worden. Eine Konzentration von Truppen der Syah und der Sakka finde in Ain-Zoha und in Mesguissen statt. Diese Truppen trennten sich von dem Gros des Feindes, das gegenwärtig einen Angriff auf die französischen Frontabschnitte im Zentrum und im Osten versuche. Aach dem Kommunique habe auch im Osten von Kelag ein Einbruch stattgefunden. Diese Streitkräfte sollen im Rorden des Ouergha Schützengräben ausgeworfen haben. Auch im Süden von Lukkos führt der Feind Verteidigungsarbeiten aus. ... Hessischer Landtag. Darmstadt, 1. Juli. (Gig. Bericht.» Präsident Adelung erösnet die Sitzung um 91 Uhr. Am Regierungstisch die Minister v. Brentano, Henrich und Raab. Bor Eintritt in die Tagesordnung wünscht '2lbg. Dr. Greiner in einer Kleinen Anfrage Auskunft darüber, ob Staatspräsident Ulrich selbst im Reichs- rat über die Zollvorlage abgestimmt oder wer ihn dort vertreten hat. Ministerialrat Bornemann erwidert, daß der Staatspräsident nicht selbst in Berlin war, sondern, daß bei der Abstimmung der Gesandte Freiherr v. B i e g e l c b c n Hessen vertreten hat. — Die Beratungen werden bei Kap. 27 „M i n t ft e r i u m des Innern" ausgenommen. Abg. Frau Heraus (Dschn.) verlangt, daß man endlich einmal zu den Anträgen zur Bekämp- fungvonSchmutzundSchundin Wort und Bild Stellung nimmt. Die Rednerin wendet sich insbesondere gegen die S ch m u tz f i l m e. Das Landes- bildungsamt für das Bildungswesen hat eine Persönlichkeit zum Rektor ernannt, gegen die mir schwere Bedenken erheben müssen. Wir werden diese Angelegenheit beim Kapitel „Landesamt für das Bildungswesen" zur Sprache bringen. Abg. Ritzel (Soz.) wendet sich in lritijchen Bemerkungen gegen verschiedene Abgeordnete, die zu diesem Kapitel gesprochen haben. Dem Zenlrumsab- geordneten Hofmann, der eine Aufstellung über die Parität bei der Besetzung von Aemtern mitgeteilt hat, stimmt er zu. Zum Schluß verlangt der Redner die Beseitigung der Wohnungsnot unter Kritik der gegen märtigen Zustände. Abg. Hofmann- Darmstadt (Ztr.) gibt im Namen der Zentrumspartei eine längere Erklärung ab, die sich gegen Aeußerungen des Abg. Kindt richtet zu dem Antrag Diehl über die Zuschüsse für d i e Kirchen. In dieser Zentrumserklärung wird gesagt, daß die Zentrumspartei auf dem Boden dieses Antrages stehe: aber bei den Verhandlungen, die die Vertreter der beiden Kirchen mit der Regierung geführt haben, hätte sich ergeben, daß die Forderungen dieses Antrages nicht durchzusetzen waren. Nach Lage der Verhältnisse sei die Zentrumspartei über- eingekommen, feine weitergehenden Anträge zu unterstützen. Abg. Kindt (Dschn.) Tic Zok/ über dm. St.;- städter'Defizit habe er (Abg. Kindt) einer Mitteilung des Stadtverordneten Dr. Noeller entnomemn. Zur Erklärung des Oberbürgermeisters von Darmstadt müsse er sein Verlangen nach einer Unter- suchung der Angelegenheit der Heag wiederholen. Das „Fest der Arbeit" in Darmstadt sei nichts anderes als ein Gewerkschaftsfest gewesen. Protest müsse eingelegt werden, daß Reichsdankprä- s i d e n t Schacht im Lande herumreise und parteipolitische Reden halte. Die kritischen Bemerkungen des Abg Ritzel über das Wohnungswesen richteten sich gegen die eigene Partei, denn die So- zialdemokratie sitze in der Regierung. Das Zentrum möge doch noch dem Antrag Diehl zustimmen. Die Kirche könne nicht ein Jahr lang auf die steuerliche Regelung warten: es gehe nicht an, daß wegen der Koalition die Kirche im Stich gelassen werde. Abg. L e u s ch n e r (Soz.) verteidigt das Fest der Arbeir in Darmstadt. Die Kosten des Zuges seien gering, weil nur das Material, nicht die 2lrbeit bezahlt zu werden braucht. Um 10.45 Uhr tritt eine Pause ein, während dieser tagt der Finanzausschuß. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen sagt Abg. Dr. Werner, viele Leute mit Namen von gutem Klang seien von der Zentrumspartei zu den Deutschnationalen übergetreten. Wir wünschen keinen Kulturkampf in Hessen, weil wir wissen, daß die beiden großen christlichen Kirchen für den Aufbau von Nöten sind M n-fter des Innern von Brentano weist darauf hin, daß in diesem Hause die Frage nach der Existenzberechtigung Hessens aufgeworsen worden sei. Alle Staaten wären finanziell zerrüttet worden, warum übe man aerobe in Hessen in dieser Beziehung Kritik?! Einer Reihe von Beschwerden könne Rechnung getragen werden. Das Ministerium verlange den Schutz der Farben schwarz^ . » L Wenn die Stammeseigen- tümlichkeiten an errui.at werden, dann wird das Reich gestärkt, dann kommt der innere Friede. Eine Einigung des Nordens und des Südens bringt den wahren Unitarismus. Was soll das hessische Volk denken, wenn hier im Hause dem hessischen Staat die Existenzberechtigung abgesprochen wird. Der Redner dankt dem Abg. Scholz für das Lob, daß er dem hessischen Gesandten gespendet habe: aber auch die Ministerien hätten alles, was sie tun können für das besetzte Gebiet getan. Der Minister wendet sich bann gegen bie Anträge auf Beseitigung von Ministerien unb Behörben. Ersparungen würben daburch kaum gemacht, auch seien bie ben Aemtern übertragenen Aufgaben geradezu ins Ungemessene gewachsen .ebenso der Verkehr der Behörden mit dem Puvtikum. Die sozialdemokratischen Beamten, die in seinem Ressort in bie Höhe gekommen wären, seien absolut tüchtig. Das Lob, bas Abg. Nie- poth seinem Kreisamt gefpenbet habe, freue ihn (ben Minister): er wünsche, baß alle Kreisämter banach streben, bieses Lob zu verbienen. Der Minister lobt bie Polizei unb verlangt, daß sie wirtschaftlich sichergestellt wird. Ferner wendet er sich gegen die Vergnügungssucht, nimmt aber das Darmstädter Fest der Arbeit davon aus. Hierauf macht der Mi- nister verschiedene Bemerkungen zur Verwaltungs- reform und setzt sich mit Wünschen hierzu auseinander. Es folgen jetzt die Abstimmungen über Kapitel 27, „Ministerium des Innern". Der Aus- schuß beantragt: . a) in Einnahme 1500 Mark und in Ausgabe 376 238 Mark zu bewilligen. Der Antrag wird gegen • bie Stimemn der Rechtsparteien angenommen. b) Der Ausschuß beantragt, einen Antrag bi”. Abgeordneten SÖibmann, Lux und Gen. anzunehmen, eine Kommission von sechs Abgeordneten einzusetzen, die erneut die Zahl der Beamten prüft und überflüssige Beamte zum Abbau vorschlägt. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Bauernbündler angenommen. Dazu wird noch ein Antrag Scholz (D. 23p.) angenommen, wonach Beförderungen bei den Zentralbehörden zu unterbleiben haben, bis der Sechserausschuß getagt hat. c) Der Ausschuß beantragt, die Anträge der Abg. Glaser und Dr. Leuchtgens sowie die Anträge des Abg. Dr. Werner abzulehnen. Diese Anträge wollen die Streichung verschiedener Beamtenposten sowie statistische Feststellungen über Besoldungsgruppen usw. Das f)aii5 ft immt gegen die gesamte Rechte dem 2lusschußantrag auf Ablehnung z u. Kapitel 28, „Stellvertretungs u n d AA shilf s kosten usw.", wird gemäß dem 'Ausschußantrag mit einem Betrag von 150 000 Marck in Ausgabe gegen die Stimmen der Rechten a n - genommen. In gleicher Weise wird Kapitel 29, „Postgebühre n , in Ausgabe von 150 000 Mk. bewilligt. Ersparungsanträge der Abgeordneten Glaser und Dr. Leuchtgens zu diesen Kapiteln sind damit abgelehnt. Kapitel 30, „R e g i e r u n g s - u n d Reichsgesetzblatt" (20 000 Mark) wird einstimmig angenommen. Zu Kap. 31, „P r o v i n- zialdirektionen und Kreisämter" beantragt der Ausschuß die Einnahme mit 22 600 Mk. und die Ausgabe mit 1246 985 Mk. zu genehmigen. Ferner beantragt der Ausschuß Zustimmung zu der von der Regierung nachgesuchten Ermächtigung, eine ober mehrere Stellen nach Kap. 27 zu übertragen. Diese Ausschußanträge werden gegen die Stimemn der Rechten angenommen; außerdem wird ein Ersparungsantrag der Abg. Dr. Leuchtgens und Glaser gegen die Stimmen der Deutschnationalen und des Bauernbundes abgelebt. Die nächsten beiden Kapitel 32 und 33, „Gendarmeri e" und „Polizei", werden zurückgestellt Kap. 34, „Arbeitshaus Dieburg'' (122 600 Mk. Einnahme und 148 800 Mk. Ausgabe), wird einstimmig bewilligt. Ferner wird Kap. 37, .Zentral- stelle für d i e L a n d e s st a t i st i k" (Einnahme 200 Mk. und Ausgabe 90 065 Mk.) bewilligt. Ein Ersparungsantrag der Abg. Dr. Leuchtgens und Glaser wird abgelehnt. Zu Kap. 38, „Kirche n", beantragt der Ausschuß, einen Antrag des Abg. D Dr. Diehl, die als Zuschuß für die Kirchen vorgesehene Summe von 497 721 Mk. auf das Dreifache zu erhöhen, abzulehnen. Das Haus stimmt gegen die Rechtsparteien dem Ablehnungsantrag z u. Der Ausschuß beantragt ferner, einen Antrag des Abg. Werner anzunehmen, , in dem ein Rechtsgutachten der juristischen Fakultät der Landesuniversität über dasDerhällnisvon Staat und Kirche in Hessen verlangt wird. Der Antrag wird angenommen. Der Ausschuß beantragt, eine Vorstellung der freireligiösen Gemeinden Hessens auf einen staatlichen Zuschuß abzulehnen. Der Antrag wird angenommen. Der Ausschuß beantragt die als Staatsleistung vorgesehenen Zuschüsse an die evangelische und die katholische Kirche und die altkatholische Gemeinde in Offenbach in Höhe von insgesamt 622 721 Mk. zu bewilligen. Der Antrag wird angenommen; dagegen stimmen geschlossen die Sozialdemokraten und Kommun i ft e n , die überhaupt alle Anträge auf einen staatlichen Zuschuß für die Kirchen abgelehnt haben. Die Sozialdemokraten stimmten also gegen ihre eigene Regierung. Kapitel 39, „A e r z t l i ch e r Dien ft" (Einnahme 50 350 Mk. und Ausgabe 240 292 Mk.) wird genehmigt; ebenso Kap 40, „Tierärztlicher Dien st" (Einnahme 183000 Mk. und Ausgabe 457 587 Mk.). Außerdem wird ein Antrag Weckler, Blank, Heinstadt und Gen. angenommen, der einen Ausbau der Einrichtungen zur B e k ä m p f u n g der .Rotlaufseuche in Gießen bezweckt. Kap. 41, „Hebammen-Lehranstalt in M a i n z", l wird zurückgestellt. Bei Kap. 42, „Landes-Heil- u n d P f l e g e a n ft a 11 e n" und „Heilstä11e /' für Nervenkranke bei Gieße n", wendet sich Abg. Kiel (Svz,) gegen den Abbau des Pflegepersonals ‘ und wünscht einen Tarifvertrag Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) weist darauf hin, daß der Bestand des Pflegerpersonals um fast 50 Proz. vermehrt wurde, dagegen habe die Zahl der Kranken nicht zugenommen. Die Folge davon sei eine Erhöhung der Pflegesätze, die jetzt vielfach so hoch seien, daß sie nicht bezahlt werden können. Abg. L ü ck e l (Soz.) bespricht angebliche Mißstände in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Alzey und erhebt schwere Beschuldigungen gegen den Direktor. Minister des Innern von Brentano bemerkt dazu, der Vorredner hätte richtiger gehandelt, wenn er die Beschuldigungen vorher mitgeteilt hätte. Solange nicht das Gegenteil erwiesen fei, muffe er sie zurückweifen. Ministerialdirektor Spanier teilt mit, daß der Entwurf eines Tarifvertrages mit dem Pflegepersonal bereits oorliegt. Es sprechen zu diesem Kapitel noch die Abg. Frau Hattemer, Dr. Werner, Reiber, Kiel, Dr/ Niepoth, Dr. Keller und Felder. Die Abstimmung über dieses Kapitel ist auf morgen zurück- gestellt. Schluß der Beratungen um 11 Uhr; nächste Sit- zund morgen um 9 Uhr. Kammermehrheit für Pangalos. Belgrad, 2. Juli. (TU.) Wie aus Athen gemeldet wird, dauerte die entscheidende Sitzung der griechischen Kammer bis um 2 Uhr morgens. Bei der Abstimmung über die Regierungserklärung sprachen 125 Deputierte der Regierung das Vertrauen aus. 14 Stimmen wurden gegen die Regierung abgegeben, 49 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Das neue Kabinett Pangalos erhielt die Ermächtigung, während ' der Parlamentsferien, die zunächst bis zum 15. Oktober dauern sollen, Dekrete und Gesetze zu erlassen, die dann von einer parlamentarischen Kommission kontrolliert werden. Ein 30güebriger Ausschuß wird in den nächsten Tagen mit der Beratung einer neuen Verfassung beginnen, die dann im Herbst im Plenum der Kammer beschlossen werden soll. Nach Durchführung der Verfafsung sollen die Neuwahlen erfolgen. Das Sinken der Lira. Rom, 1. Juli. (WTB.) Die Lira erlitt an den italienischen Börsen neuerlich einen scharfen Rückgang. Der französische Franken schloß gestern mit 128 und stieg heute auf 130,5, das Pfund von 137 auf 143, der Dollar von 28,3 auf 29,37. Die italienischen Konsuls begannen mit 84, sanken auf 82,9 und erholten sich wieder auf 83,3. Die Blätter erörte-- d? oh Der Moskauer Stuoentenprozetz. Der Staatsanwalt beantragt die Todesstrafe. Rach mehrtägigen Verhandlungen hat nun tatsächlich die Staatsanwaltschaft in dem Prozeß gegen die angeklagten deutschen Studenten Kin- dermann, Wolscht und Dittmar die Todesstrafe gegen alle drei Angeklagten beantragt. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß diesem Strafantrag ftattgegeben und das beantragte T o- desurteil gefällt werden wird. Läßt man die Vorgänge, die zu der Verhaftung der Studenten geführt haben, an seinem Auge vorüberziehen, erinnert man sich der Anklageschrift und wirft man schließlich noch einen Blick auf den Gang der Prozehverhandlungen selbst, dann hat man das Bild typischer politischer Prozesse, wie sie feit dem Rovemberum- fturz 1917 in Rußland an der Tagesordnung sind, und wie wir sie eigentlich nur noch in Frankreich kennen. Darüber, daß die Behauptungen der Anklageschrift durchaus haltlos sind, dürste selbst das Moskauer Tribunal sich nicht im Anklaren fein. Eigenartig berührt aber die Haltung des Angeklagten Dittmar, der, entweder aus Angst vor dem Tode des Erschießens oder im Einverständnis mit den Justizbehörden, die schwersten Anschuldigungen gegen seine beiden Mitangeklagten vorbrachte. Welche Rolle er überhaupt gespielt hat, wird noch im besonderen zu klären sein. 3n diesem Prozeß ging es jedoch nicht darum, den Angeklagten irgendwelche Verfehlungen nach- zuweisen, es handelte sich einfach darum, eine politische Sensation zu konstruieren, um dem in Leipzig zum Tode verurteilten russischen Kommunisten Skobelewski das Leben zu retten und ihn im Austausch gegen die jetzt verhafteten deutschen Studenten wieder frei z u bekommen. Dieser ganze Prozeß zeigt übrigens wieder einmal, daß die Moskauer Regierung gar nicht daran denkt, sich von der Partei- Politik der russischen Kommunistischen Partei fernzuhalten, daß sie vielmehr i hren gesamten Staatsapparat nach wie vor auch dem Auslande gegenüber in den Dienst der russischen Kommunisten stellt. Das Plaidoyer des Staatsanwalts. Moskau, 1. Juli. (WTB. I Meldung der russischen Telegraphenagentur. Die Belastungszeugen Troischmann, Kandor und Kurpianoff sagen bei ihrer Vernehmung übereinstimmend aus, die Angeklagten hätten versucht, die Wohnungen von Sinowjefs, Stalin und Trotzki auszukundschaf- ten und hätten den Wunsch nach einer persönlichen Unterredung mit ihnen ausgesprochen. Der Staatsanwalt beantragte, die Zeugen Rose und Fink von ihren Zeugenverpflichtungen zu entbinden, da die Zeugenvernehmung abgeschlossen sei. Da es aber erwiesen sei, daß die Zeugen an der Vorbereitung der Expedition Kindermanns teilgenonnnen hätten, seien s'e in den Anklagezustand zu versehen. Das Gericht gab dem Anträge des Staatsanwalts statt. In der Abendsitzung wurde ein hierauf bezüglicher Gerichtsbeschluß verkündet, die sofortige Ausweisung der Zeugen Rose und Fink aus dem Gebiet der Sowjetunion zu veranlassen. diefe Aktion vom Auslande ausgehe oder durch Valutakäufe im Inlande oder durch politische Gründe verursacht sei. Sie verzeichnen die Meldung, daß im morgigen Ministerrat der Finanzminister de Stefani zurück- treten und Mussolini interimistisch die Finanz- Verwaltung übernehmen werde. Aus aller Welt. Hochwasserkalastrophe in Galizien. Warschau, 31. 3uni. (WTB.) Die neuen heftigen Regengüsse, die in den letzten Tagen in dem polnischen Karpathengebiet niedergegangen sind, haben in ganz Galizien große Lleberschwemmungen Herborgerusen. Fast alle von den Karpathen kommenden Gebirgsflüsse und Bäche sind ans den Mfern getreten und haben viele Dörfer, Straßen und Eisenbahnlin unter Wasser gesetzt. Am bedrohlichsten lauten die Rachrichten vom D n j e st r. In Ostgalizien bei Mariampol hat der Strom eine Brücke mit» gerissen, auf der sich gerade 15 Schulkinder und fünf Soldaten befanden, die sämtlich ertrunken sind. Der Eisenbahnverkehr bei Strhj Stanislau mußte unterbrochen werden, doch auch in W e st» g a l i z i e n wird die Lage von Stunde zu Stunde bedrohlicher, da die Gebirgswafser noch nicht in die Ebene gelangt sind. Die Weichsel ist bei Krakau gestern rm Laufe des Tages um mehr als 3,60 Meter gestiegen und steigt gegenwärtig stündlich um 20 Zentimeter. Die Bevölkerung flüchtet aus den bedrohten Gebieten nach den höher gelegenen Punkten. In Krakau hat sich ein Rettungsaüsschuß gebildet, um rasche Hilfe zn leisten. Hilfsaktionen. W a r f ch a u , 1. Juli. (Wolff.) Auf Anregung des Landesmarjchalls Rataj hat sich ein zentraler Hilfsausschuß zur Linderung der Not in den galizischen Ueberschmemmungs- gebieten gebildet, dem Ministerpräsident Grabski, der Innenminister, der Minister der öffentlichen Ar- bciten und einige Abgeordnete aus Galizien beigetreten sind. Wie aus den amtlichen Meldungen heroorgeht, ist Mittelgalizien von der Ueberschmem- mung am meisten betroffen. Die Sau ist 6i Meter über das normale Niveau gestiegen. Die Vorstädte von Przemysl liegen unter Wasser. Ministerpräsident Grabski hat zur Linderung der ersten Not den galizischen Woywoden 100 000 Sloty überwiesen. Selbstmordversuch Oerthel-Eglvfffteins. Berlin, 30. Juni. (WTB.) Der Hochstapler Ludwig O e r t h e l, der bei seinen Schwindeleien unter dem Rainen Freiherr v. E g l o f f ft e i n auftrat, verübte gestern während der Gerichtsverhandlung vor der De» rusungslammer des Landgerichts I einen Selbst- In der 13. Gerichtssitzung des Prozesses, die gestern abend stattfand, begann das Plaidoyer des Staatsanwalts, der zunächst das Wesen der Organisation C o n s u l in sozialpolitischer Hinsicht aus Grund der Ergebnisse der Untersuchungen des Gerichtes darlegt. Das Eintreffen Baumanns und der Gruppe Kindermann habe den gleichen Terror- zielen gedient. Wenn man ad absurdum an nehmen wolle, daß tatsächlich ein wissenschaftlicher Reisezweck bestanden habe, so würden doch hinsichtlich der mit der Reise verbundenen Absichten Widersprüche festzustellen sein. Am meisten ausschlaggebend sei schließlich das volle Geständnis Dittmars und Kindermanns und das halbe Geständnis Wo'schts. Der Staatsanwalt zweifelt an der ernsten Absicht einer Wirtschaftsspionage, da diese größere Kenntnisse in den verschiedenen Betriebszweigen der Industrie voraussetze. Die Verworrenheit Kindermanns könne täuschen, wenn nicht das Protokoll vom 6. Februar existieren würde, in dem nicht nur ein erschöpfendes Verständnis gelegen habe, sondern durch das auch noch vor dem Geständnis Dittmars seine Kameraden Beiräten worden seien. Kindermann sei wohl nicht fähig, praktisch Terrorakte zu begehen. Es stehe aber fest, daß er aktiver Angehöriger der Organisation Eonsul sei. Kindermann habe seine Enthüllungen über eine angeblich bei ihm angewandte hypnotische Einwirkung angekündigt. Als er jedoch mit dem Untersuchungsrichter konfrontiert wurde, habe er dessen Aussagen über die zwanglose Antersuchungs- führung nur bestätigen können. Es stehe fest, daß Kindermann bis kurz vor Beginn der gerichtlichen Verhandlungen nicht gewußt habe, wie er sich zu verhalten habe. Der Staatsanwalt läßt es dahingestellt fein, von wem Kindermann einen Wink erhalten habe. Dies gelte auch für Wolfcht, der feine ausschlaggebenden Aussagen nur damit begründet habe, daß er mit feinen Mitgefangenen ein gutes Einvernehmen Herstellen wollte. Der Staatsanwalt verliest aus dem Strafgesetzbuch den Artikel, der die Organisierung von Terroralten mit dem Tode bestraft. Er stellte fest, daß alle Details mit kühler üeberlegung ausgearbeitet worden seien und daß das provozierende Auftreten der Angeklagten vor Gericht, wie dokumentarisch bewiesen sei, auf der Hoffnung auf Einleitung eines Austauschverfahrens beruhe. Kindermann sei moralisch eine Rull, aber sozial gefährlich. Wolscht fei der typische zynische Faschist und Terrorist. Dittmar habe zwar viel zur Aufklärung des Verbrechens beigetragen, die Aufgabe des Gerichts, Schuh der revolutionären Errungenschaften und Sicherheit der Sowjetunion, dürfe jedoch auch in diesem Falle nicht zurücktreten. Die Entsendung dieser Terroristen der Organisation „Eonsul" müsse mit der physischen Vernichtung dieser Terroristen beantwortet werden. Hierauf beantragt der Staatsanwalt die Todesstrafe gegen die drei Angeklagten. Morgen finden die Plaidoyers der Verteidiger statt. Sodann erhalten die Angeklagten das letzte Wort. Voraussichtlich wird auch morgen die Urteilsverkündung ftattfi.iiöen. _____l"LL2\y~” Mordversuch, indem er eine Flasche mit Morphium zu t einten versuchte. Iven Verteidigern und Justizwachtmeistern gelang es, dem Angeklagten das Gift zu entreißen. Reue Luftpostlinie London—BerM. Vom 29. Juni ab wird die neue Lus t- po stlinie London—Berlin mit Anschluß nach Königsberg und von dort über Memel, Riga, Reval, Helsrngfors, Smolensk nach Moskau eingerichtet. Die Reisedauer wird 36 Stunden betragen, was eine große Zeitersparnis im Vergleich mit der bisherigen Reisedauer von 4V» Tagen bedeutet. Felssturz bei St. «Goar. Samstag nacht P/2 Tlhr haben sich an der Straße, die von St. Goar nach Dingen führt, in einem Steinbruch große Gesteins- massen losgelöst und sind auf die Straß e gestürzt. Die Straße ist auf eine große Strecke hin mit Gesteinsmassen bedeckt. Die Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Tage in Anspruch nehmen. Sie sind dadurch erschwert, daß immer noch weitere Gesteins- abstürze drohen. Als Tlrsache vermutet man die nasse Witterung. Zuchthaus für einen völkischen Führer. Der frühere Geschäftsführer des „Völkischen Kuriers", Ehrensberger, der in einem B e- leidigungsprozeß unter E i d bestritten hatte, ein gegen Hitler gerichtetes Flugblatt versaßt zu haben, wurde, nachdem sich die Anrichtigkeit seiner Angaben herausgestellt hatte, vom Schwurgericht München wegen dieses und eines anderen Meineides zu 31 Jahren Zuchth aus verurteilt. Eine internationale ttinemalogcaphenkonferenz. Die erste internationale Kinemato- g r a p h e n k 0 n f e r e n z, die auf Empfehlung des Völkerbundes zufammentreten wird, soll nach einer Havasmeldung am 27. Oktober und an den kommenden Tagen in Paris ftattfinben. Auch Deutschland wird vertreten fein. Waldbrände in Pommern. In der Gegend von Karpin bei Torgelow in Pommern brach ein großer Waldbrand aus, zu dessen Bekämpfung außer der Technischen Rothilfe auch Militär herangezogen wurde. Die Größe des Schadens läßt sich noch nicht übersehen. Ein zweiter größere Waldbrand entstand im Plietnitzer Forst bei Reu-Stettin. Auch hier wurde Reichswehr zur Hilfeleistung aufgeboten. Fritz von Anruh unter französischer Vorzensur. Bei einem Sängerfest in Diez a. L. sollte der Dichter Fritz von A n r u h eine Rede halten. Der zuständige Kreisdelegierte forderte aber von Unruh, ihm vorher den Inhalt der Rede mitzuteilen. Unruh lieh dem Franzosen mitteilen, daß er das nicht tue und lieber aus die Rede verzichte. Trotzdem blieb der Kreisdelegierte auf seinem Wunsche bestehen. Die Folge war, daß Fritz von Unruh keine Rede hielt. Durch eine Biene getötet. Der Stationsvorsteher in Prelsdorf bei Wesennünde wurde von einer Biene seines eigenen Schwarmes in eine Hauptader g e - stoche n. Durch das Bienengift wurde das Blut infiziert, so daß der Verletzte starb. Der Herr „Kommerzienrat". Ueber den in Berlin wegen schwerer Schwindeleien verhafteten Kommerzienrat © beimal) e r werden jetzt allerlei interessante ®ünfel- heiten bekannt. Edelmayer ist der Typ eines Reureichen und erst 31 Jahre alt. Den Kommerzienratstitel erwarb er sich gegen Stiftung einer erheblichen Summe in Detmold. Das Patent wurde angeblich vom Fürsten von Lippe- Detmold zurückdatiert, weil der Freistaat den Titel selber nicht mehr verleiht. Edelmayer stiftete auch der Universität Innsbruck eine Bücherei und hielt dafür den Ehrendoktor. Eine Haussuchung bei dem neureichen Kommerzienrat förderte schwerbelastendes Material gegen Edelmayer zu Tage. Starker Schneefall in der Schweiz. Rach einer Meldung aus Zürich dauern in der Schweiz auf allen Höhen bis zu 1800 Metern herunter die Schneefälle an. In den Morgenstunden ist die Tenrperatur atlf den Bergen am Gefrierpunkt angelangt. Vom Pilatus wird eine Schneehöhe von 10 Zentimetern gemeldet. Der Säntis hat eine Reuschneedecke von ca. 30 Zentimetern. Auch am Gotthard- p a ß steht die Temperatur bei starker Rebelbildung und scharsen Rordwinden unter Rull. Dagegen melden die südlichen Alpenstationen 20 bis 22 Grad Wärme im Schatten. Der Mensch — 4,16 Mark. Was der Mensch wert ist, hat ein amerikanischer Chemiker, H. Maye in Rochester, auszu- rechnen gesucht. Unter genauer Berücksichtigung der Rohstoffe, aus denen unser Körper besteht, kommt er zu dem nicht eben sehr stattlichen Ergebnis, daß der Mensch einen Wert von genau 99 Cents ober 4,16 Mark hat. Das menschliche Fett reicht nach einer Wiedergabe seiner Forschungen in der „Umschau" zu: Herstellung von 7 Stück Seife aus; aus dem Eisen läßt sich ein mittelgroßer Ragel machen; mit dem Zucker des menschlichen Körper kann man ein kleines Salzfaß füllen, mit dem Kalk einen Hühnerstall weißen; der Phosphor liefert die Köpse von 2200 Streichhölzern; das Magnesium reicht zu einer Dosis Magnesia; mit dem Kalium Taim man einen Schuß aus einer Kinderkanone abfeuern, und Schwefel ist gerade soviel vorhanden, daß man damit einem Hund die Flöhe vertreiben kann. Wettervoraussage. Zunahme der Bewölkung, wechselnde Winde, warm, stellenweise leichte Riedexschläge. Während im Rordosten das Hochdruckgebiet an Ausdehnung verliert, rückt von Rordwesten her das Tief heran und greift mit einem Ausläufer bereits nach Mittelsrankreich hinein. Auf dem Kontinent überall starker Barometerfall läßt ein schnelles Vorrücken des Tiefs erwarten. Der Witterungscharatter dürfte in den folgenden Tagen Schwankungen unterworfen fein. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Juli 1925. Die Jahresfeier der Universität. In der Neuen Aula des Vorlesungsgebäudes beging gestern die Landesuniverfität ihr Iahresfeft. Die Dozenten und ihre Damen, geladene Gäste, Teilnehmer aus der Bürgerschaft, Stubenten und Studentinnen füllten den schonen, mit den Fahnen der Korporationen geschmückten Raum. Rektor, Exrektor und Dekane erschienen in den neuen, von den Ehrensenatoren der Landesuniverfität gestifteten Talaren. Beim Einzug des Lehrkörpers erklang der Krönungsmarfch aus Meyer- beers „Propheten". Dann trug der Akademische Gesangverein unter Leitung des Lehramtsassessors Roller das Gedicht von Lenau „Wohl bin ich nur ein Ton im Liede Gottes", in der Vertonung von Alexander Ritter, vor. Der Rektor, Geh. Kirchenrat Dr. Krüger, Professor der Theologie, sprach über „Der Historismus und die Bibel". Anschließend an seine Rede verlas er die Chronik der Universität für das abgelaufene Jahr und verkündete das Ergebnis der für 1924/25 gestellten Preisaufgaben. Von den Aufgaben find die der theologischen, medizinischen und veterinärmedizinischen Fakultät, ebenso die der philosophischen Fakultät aus den Fächern der Nationalökonomie und Physik nicht bearbeitet worden. Die Arbeit der Juristischen Fakultät lautet: „Die Reichsexekution nach der Weimarer Verfassung, insbesondere an der Reichsexekution gegen Sachsen erklärt". Dem Verfasser, cand. jur. et rer. pol. Friedrich A. P 0 h l m a n n wurde der volle Preis zuerkannt. Von den in der Philosophischen Fakultät gestellten Preisaufgaben sind bearbeitet: 1. Die Aufgabe aus der alten Geschichte. Sie lautete: „Die römische Kaisergeschichte in Lactantius' De mortibus persecutorum". 2. Die Aufgabe aus der neueren Geschichte: „Napoleons Heirat mit Marie Louise". 3. Die Aufgabe aus der Kunstgeschichte: „Die Miniaturenhandschriften der Gießener Universitäts- Bibliothek. Die zehn wertvollen Bilderhandschriften der Gießener Universitäts-Bibliothek aus dem 11. bis 15. Jahrhundert sollen kunstgeschichtlich beschrieben, untersucht und eingeorbnet werden". Jede dieser drei Arbeiten wurde des vollen Preises würdig erachtet. Die Verfasser sind zu 1. Studienassessor Karl R 0 l 1 er, zu 2. cand. hist. Otto Bücking, zu 3. cand. vhil. Hermann Otto V a u b e l. Ihren würdigen Abschluß fand die Feier durch den Vortrag des ersten Chorsatzes aus Bachs Kantate: „Gott der Herr ist Schirm und Schild". Unter den Klängen des „Gebet König Heinrichs" aus Wagners „Lohengrin" verließen die Mitglieder des Lehrkörpers den Feftraum. Die Bevölkerungszahi Hessens. Von der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik wird uns geschrieben: Am 16. Juni 1925 wurden 1350904 ortsanwesende Personen in Hessen gezählt. 1910 betrug die Zahl 1 282 051; 1919 1 291 249. Gegen 1910 hat demnach die Bevölkerung um 5,4, gegen 1919 um 4,6 Prozent zugenvmmen. Iahrtausendfeier in (Liehen. Wie wir hören, beabsichtigt der Oberbürgermeister in Verbindung mit sämtlich-err großen politischen Parteien eine Feier zur Erinnerung an die Zausendtäbrias Md Land. n, den 2. Juli 1925. der Universität. des 'Loileiuntzszebäudes besunirerjitot ihr :en unö ihre Samen, gt- aus der BürgerM. nen füllten den schönen, rporationen geschmückten nb Dekane erschienen in msenaioren der Landen nen. Beim Einzug der mungrmarsch ausMeyer- :ruq der Akademische Netzes Lehramtsassessors 7enau „Wohl bin ich nur m der Vertonung von Rektor, Geh. Kirchenm r Theologie, sprach Mr Bibel". 1I*W Chronik der Umocrfital und verkündete das SS Sä* en 6 g^rfiifiunfl, ins* ^imar^n Su et* etlitron gegen . iergeldndjte m W ®**: lack Lou'se....... der Ku^^^säts* ivollen W w 11. ^'bl'LÄ beschne- kunstgE Mt^Y-der voüen beiten r,nb zu 1- er-ö „moDaubei- fiennann^0 K-s gszahl {ft ,b,!-«»», ^>ite -l« * 5 Setütet. 4 Akdvrf . tet3ienrat" alt. S «-!» .u Pa. 11 bei V°fn Lihye. leiht. (^?lftQQt h- c zum Tt i cL au veranstalten. Die Feier- wird am Mittwoch 15 3uü. abends 8 Ahr im Stadttheater «nftiinben. Dir machen schon jetzt hierauf aufmerksam. Die Festfolge wird in Kürze bekanntgegeben werden. Der Giehener Flugplatz. In den letzien Tagen wurde auf dem großer slädiischen W e'engelände an der K r e i s st r a ß e Sichen—Rödgen, dem fog. Stolzen Morgen, sehr eifrig gearbeitet, um ihm den fefiten Schliff zu einem einwandfreien Flugplatz zu geben. Die Wiesengräben wurden zur Einebnung des Geländes zugefullt und Aahlreichc Markierungssteine entfernt, um ledes Hindernis für die großen Metallvögel von Ptof. Junkers aus dem Wege zu räumen. Durch diese Arbeiten und durch eine Reihe wetterer umsichtiger Maßnahmen ist der G t e ß ener F u g- ploh an der Kreisstraße Greben Rödgen in bester Weise hergernchtet word^r Reben dem Flugplatz find verschledene ernfache Bauwerke (Ausenthaltsraum für die Passagiere, Wohnung für den Monteur) im Fertigwerden begriffen, ein größeres Gesellschaftshaus mit Saft wird im Laufe des nächsten 3ahres erbaut werden, sobald die in diesem Herbst beginnende Abholzung einer umfangreichen Waldparzelle beendet ist. Der Auftakt zu dem neuen bedeut- samen Unternehmen in unserer Stadt ist abgeschlossen. Run kann unser Gießener Flugzeug getrost anfliegen, und am Sonntag können auch die bestimmt zugesaaten fünf Gastflug enge darunter das neueste 3unkersflugzeug mit Antrwv von drei Motoren und Platz für zwölf Per-» fonen, erscheinen, ihnen steht ein Platz zur Verfügung, der allen Erfordernissen des Flugwesens Rechnung trägt Für den Tag der Flugplatz-Eröffnung (am kommenden Sonntag) hat das Krets- amt Gießen eine Pelizeiverordnung erlassen, in der bestimmt wird: . o ., Während des 5. 3uli 192o wird in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit das Gelände, welches umgrenzt w.rd im Süden von der Kreisstraße Gießen—Rodgen, im Osten von dem Bahndamm Gics^n—Fulda, von dessen Kreuzung mit der KreAtraßeGießen Rödgen bis zum Ostronde d-s Waldes, genannt der 3unkernstrauch. sodann in nördlicher Richtung durch den Wald bis zur Struppmuhle, im Rorden von der Wieseck bis zur Gansmühle, von dort in südlicher Richtung auf die Kreisstraße Gleßen- Rodgen zu am Ostrande des Trieb entlang, poli- Für die*Dauer der Sperrzeit ist das Betreten des rbenbez"ichneten Geb'etes nur mit Ausweisen der Flnglc tung. oder nach Losung der von oiefer ausg geb men Eintr ttskarten und lediglich auf den von der Flugleitung hierzu bestimmten und kenn'lich gemacht 11 Zugangswegen gestattet. Das Betreten des durch weiße Jahnen kenntlich gemachten Start- und Landeplatzeü der Flugzeuge auf dem „Stolzen Morgen bei der Ochsenwiefe ist von 9 Mr morgens an bis zum Eintritt der Dunkelheit für alle Person^, welche nicht von der Flugleitung ausdrücklich hierzu ermächtigt sind, wegen der damit verbundenen ** Gründung eines Gießener Kreis- verbandesvomRotenKreuz. Vor einigen Tagen fand beim Kreisamt Gießen eine Versammlung zwecks Bildung eines Kreisverbandes der Zweigvereine vom Roten Kreuz im Streife Gießen unter" dem Vorsitz des Provinzialdirektors G r a e f tatt. Der Vorsitzende des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz, Geh. Reg.-Rat von Hahn aus Darmstadt, erstattete zunächst Bericht und erläuterte Zweck und Ziele des Kreisverbandes, der unter Wahrung der vollen Selbständigkeit der einzelnen Vereine die sämtlichen im Kreise vorhandenen Zweigvereine des Landesvereins vom Roten Kreuz und des Äliee-Frauenvereins sowie die Sanitats- kolonnen umfassen soll zum Zweck der gemeinsamen Förderung der Interessen des Roten Kreuzes, der Aufklärung über die Aufgaben und die Arbeit des Roten Kreuzes und der Werbetätigkeit 'n allen Orten, an denen eine Organisation noch nicht besteht. Mindestens sollen überall Vertrauenspersonen gewonnen werden, um die örtliche Arbeit, auch bei Sammlungen u. dgl., zu übernehmen. Die Deriamm- lung billigte diese Ausführungen und beschloß die Gründung eines Kreisoerdandes, zu dessen Vorsitzenden Provinzialdirektor Graef gewählt wurde; 2. Vorsitzende ist Ihre Durchlaucht F ü r ft' nEmma zu Solms-Lich, Schriftführer Ober-Reg.-Rat Dr. Heß, Beisitzer sind Frau Professor Kramer, Ernestine Freiin Nordeck zur Rabenau m Großen-Buseck, Dekan Schmidt in Grimberg, Frau Pfarrer Jäger in Leihgestern, Landgerichtsdirektor Wiener in Gießen und Kolonnenfuhrer Kraß daselbst. Zuwahl weiterer Mitglieder 'st vorgesehen, falls sich ein Bedürfnis zeitg..Der Vorstand soll auf Einladung des Vorsitzenden mindestens einmal jährlich zusammentreten. " Die Autolinie W i e s e ck—G i e ße n scheint nun doch Wirklichkeit zu werden. Gestern vormittag traf einer der modernsten Sechs-Rad- Omnibusse der Autowerke Büssing-Braunschweig in Wieseck zu einer Probefahrt em. Es ist b ei der Shp, der auf der Linie zur Einführung kommen soll. Die Fahrt, die von Wieseck über Alten- Buseck. Großen-Buseck nach Deuem ging, berührte auf der Rückfahrt auch unsere ©tabt um die voraussichtlick) zu befahrende Strecke Marburger Straße, Ostanlage. Südanlage, Frankfurter Straße. Liebigstraße. Bahnhof abzufahren Das Erscheinen des in großen Ausmaßen gehaltenen, innen erstklassig ausgestatteten Wagens rief in allen durchfahrenen Orten, natürlich auch in unserer Stadt, berechtigtes Auftehen hervor. Heber den Verlauf der Fahrt, die bei allen Teilnehmern vollste Zufriedenheit ausloste werden wir morgen berichten. 3nteressant ist h.erbei nun, daß, wie wir soeben erfahren, seit einigen ^agen die Reichspost ein lebhaftes 3ntereffe für die 3nbetriebnahme einer Autoverbindung zwischen I den genannten Orten an den Tag legt. Die Ober^ am 2. 3uli 1925 (Händlerpreise). Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 35 Pf.. Käse Pfd. 65 Pf., Wirsing Pfd. 40 Pf., Weißkraut Pfd. 40 Pf., Gelbe Rüben Päckchen 25 Pf.. Rote ->ülen Päckchen 15 Pf., Römischkohl Pfd. 20 Pi.. Bohnen Pfd. 80 Pf.. Spargel Pfd. 80 Pf.. Erbsen Pfd. 35 bis 50 Pf., Mischgemüse Pfd. 25 Pf.. Tomaten Pfd. 1.20 bis 1.40 Mk.. Zwiebeln Pfd. 25 Pf.. Rharbarber Pfd. 25 Pf.. Kartoffeln (alte) Pfd. 1 Pf.. Kartoffeln (neue) Pfd. 15 Pf., Kirschen Pfd. 70 bis 80 Pf., Heidel- beeren Pfd. 70 Pf.. Stachelbeeren Pfd. 35 Pf.. 3ohannisbeeren Pfd. 35 dis 50 Pf., Erdbeeren Pfd. 1 bis 1.40 Mk.. Himbeeren Pfd. 80Pf..Honig Pfd. 40 Pf., junge Hahnen Pfd. 1 Mk, Suppenhühner Pfd. 1.20 Mk.. Eier Stück 13 Pf . Blumenkohl Stück 0.60 bis 1.50 Mk.. Salat Stück 10 bis 20 Pf.. Salatgurken Stück 60 bis 80 Pf., Ober- Kohlrabi Stück 15 bis 20 Pf.. Rettich Stück 15 bis 25 Pf.. Radieschen Bund 15 Pf. Bornviizen. — Lageskalender für Donnerstag: Vereinigung ehemal. 168er: 9 Ahr bei Faulst ich Mitgliederversammlung. — Deutscher Bund für christliche evangelische Erziehung in Haus und Schule: 8 Ahr 3ohannessaal Dibelbesprechung. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Csardasfürstin". — Astoria-Lichtspiele: „Schneller als der Tod". — Die „Carmen" -Aufführung am Freitag beginnt der besonderen Amstände halber um 2z46 Ahr und dauert etwa bis 91/« Ahr. Für die Besucher aus der Provinz sind also die Abcndzüge noch bequem zu erreichen, die Titelrolle fingt Elisabeth Friedri ch, den Don 3ofe Kammersänger 3ohn Gläser, den Escamillo Adolf P e r m a n n, eine Besetzung, die den Abend zweifellos zu einem künstlerischen Ereignis gestalten wird. wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde von der ■slorgenstern Gold-N" Sommersprossen. Verblüffende Erfolge wurden m 3—10 Tagen in den harinackigsten Fallen erzielt. Selbst die so schiver zu befetiioenben -°w'nersproisen auf den Händen und Armen munen dieser wunder- varen Salbe weichen. 6^17A Morgenstern-Gold wird sich, im Flug«-die. We1t er« obern, denn die «Loiiimerspropen werden nicht nur gell le ich i, iondernverschwinden vollltandig. Alle Leidens oefäbrien sollten dieses altes ullerirenende Mittel sofort ausvrobieren. Für den Erfolg wird unbedingte Garantie geleistet. Wenn bei a11abenbUdier Snroen■ düng nicht schon nach 10 Tagen winde,lens ein deut- lichetz Verblassen der «ommerspronen zu leben ist, wird das Geld anstandslos suruckbezahlt. Morgenstern-Gold ist dnrmaus unschädlich, denn die Bestandtetle belieben aus dem Beilen, wa6 jemals zur Datbenbereilung benutzt worden lst. In Tuben zu 1 M. und 6 M« Porlo f. Nachn. extra. Parfümerie Morgenstern Frankfurt a. M. 185, Schließfach 47. 2InerUinnungs|cfreiben: Frl. Lina G. in w. schreibt u. a.: „Ihr Präparat Moraenstem-woU» hat bei mir Wmider gewirkt. Fräal. Th/R in D.: „Ihre wunderbare Salbe bat fiÄ vortrefflich bewährt. Die Wirkung ist geradezu frappant. ^s "t^fttaunt über mein«, ichünen. reinen Teint und oft lchon wurde ich «efrag wo ich mtine Sommerfproffen gelassen habe'" Frl. Hartha F. m V. . „Och werde nnn fehgrmann anaeltaunt, daß ich aus einmal solchen rosigen Teint einmal gebraucht hat, wird Äeselben nicht mehr entbehren können. ' Dom Hessischen Schutzvcrein für entlassene Strafgefangene. Die Beschaffung von Arbeitsstellen für entlassene Gefangene stößt besonders in der jetzigen Zeit auf außerordentliche Schwierigkeiten. Dem Hessischen Schutzverein für entlassene Gefangene ist es mit staatlicher Hilfe gelungen, in Dieburg ein vorläufiges Arbeitsheim zu schaffen, in dem Entlassene Anter'unft und Beschästigung finden können. Eine frühere Waldfläche von 52 Morgen wird in eine Weidenanlage umgctoanbelt; auch ist Gelegenheit zu Gartenarbeiten und Handverks- tätigleit gegeben. Dabei wird darauf Bedacht genommen. eine anderweite Arbeitsstelle ausfindig zu machen Cs feilte erwartet werden, daß Strafgefangene von dieser Möglichkeit zur Rückkehr in geordnete Lebens- und Erwerbsvcrhältnisse tunlichst Gebrauch machen Vortragsabend des Gießener Hochschulrings. Man berichtet uns: Am Dienstag veranstalteten Hochschulring und Förderkreis ihren ersten diessemestrigen Vortragsabend. Rach Eröftnung durch den Vorsitzenden. stud. jur. 3 ü n g st. sprack) 3. Fr. Zimmer in längeren Ausführungen über die historischen und geistigen Grundlagen der Studentenschaft, die jahrelangen Kämpfe um ihren Sinn und Bestand, wie über ihren jetzigen Aufbau. Anschließend sprach Dr. 3un g über den Hochschulring und seine Bedeutung für Aniversi- tät und Volk. Er zeigte, wie aus der Rot der |||lllilllllllllll!lilllHIIIKII!ll Bestellungen für Heidckcem nimmt entgegen Gocthestr. 55 II. iiiiiiimiiiiiiiiiiiiiniiiiniii» Wer seinen Nutzen sehen u. von seinen Hüchtern and) ohne freien Auslauf den höchsten Eierertrag erztelen will, der füttert ftagut Geslügellleniutcr u. SlörncTfraftfuticr, sowie zur gestiuden Küken anfzneht Trocken - Erstlings- fütenfuitcr. Als unübertroffenes, allge- mein anerkanntes Hundefutter enipf. BeformHnndoknchen Ang. Walleniels, Drogerie, Marktvl.: B.R.Döll, sJieuÜabi4ß; Heinr.Hahn, Samen- hdlg. Gießen. 6596D Dem verehrten Publikum von Llch u. Umgebung zur gest Kenntnisnahme daß ich ab heute die »mi von Karl Ludwig Schäfer, trieb, übernommen habe. 06616 Hrch. Radetzky Sich. Heinrich Driesch Seltersweg 70 6503a ■.....111 Gebrauchter SchDell-laslwagen Schmerzerfüllt geben wir Verwandten und Freunden bekannt, daß mein innigstgeliebter, herzensguter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Onkel und Vetter Kaufmann Bamberger nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Frau Rosalie Bamberger geb. Krämer Berthold Rosenthal und Familie. Muschenheim, Bad-Nauheim, den 1. Juli 1925. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Juli, vormittags 10 Uhr, vom Sterbehaus aus statt. 6494D Gießen, Edenkoben, Neunkirchen, Ludwigshafen, Neu-Isenburg und Frankfurt, den 1. Juli 1925. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein Mann, unser Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Jakob Frosch nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 44 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Frosch und Kinder. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. Juli, nachmittag um 3*/2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 6505D Luftverkehr Aktiengesellschaft Sberheften-tahngau. Hernfprecher: Mghafen 249t, Geschäftszimmer 229. Beginn des fahrplanmäßigen Luftverkehrs am 6. Juli 1925. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag: ab Gießen 9,— Uhr vorm ab Frankfurt 5,30 Uhr nachm. an Frankfurt 9,25 „ „ an Gießen 5,55 „ , Flugscheine und Auskunft: W. Moefer, G. m. b. H. Gießen, Seltersweg 38, Fernsprecher 128, sowie sämtliche Filialen. Flugpreis: Gießen—Frankfurt Mk. 20.— 6423D) Frankfurt—Gießen Mk. 20.— einschl. Benutzung des Kraftwagens nach bzw. vom Flugplatz. Gießen (Wolfstraße 21) 05613 1916 1866 6519D Um zahlreiche Beteiligung bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Auguste Fehl und Kinder. Oer Vorstand. I. A.: Wilhelm Pfeil, Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Herrn Caspar Fehl in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Die Beerdigung ' unseres lieben MAX Kameraden Caspar Fehl Schuhmacbermeister ^’D findet Freitag, den 3. Juli, 3 Uhr nachm., auf dem Neuen Friedhof statt. Rege Beteiligung erwünscht. Der Vorstand. Todes-Anzeige. Gestern abend 11 Uhr verschied nach kurzer schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Caspar Fehl Schuhmachermeister im 59. Lebensjahre. W Um 652 ID Die Beerdigung unseres heben Kameraden Caspar Fehl findet Freitag, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. SWIM-MMM! Chaiselongues, Diwans und Auflegematratzen in bekannter Güte liefert billigst Franz Bock Polsterwerkstatt für Neuanfertigung u. Reparaturen Liebigstraße 93 02a8D Telephon 2432 Betten echtrot sederdtcht Dauuenkäver, l*/ie schlfrg.,grobesOber- bett Unterbett und 1 Kissen mit 14 Pfo. grauen Federn gefüllt, ä Gebell Gm. 43.— , daös Gebett, 2 Kissen und 16 Psd. zartweichen Federn gefüllt, Gm. 63.—. Settfedern graue, per Psd. Gm. 1-tO.zartu. weichl.50, graue Halbdaunen 3.25, Schletfzsedern grau 2.25, weifre Halbdauuen 5.—, Daunen grau 1)25, weih 12.50. Bettbezug aus gutem weiden Linon od. bunt geblümt od. kariert, per Sick. Gm. 7.20. Metnllbeiten u. Matratzen. Alle Aussteuer-Artikel billig. Muster u. Katalog frei Nicht gefallend, Geld zurück. Bett- sederngrotzbandlung Bettensabrik u. Versand (!088ss Th. 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Dazu der herrliche Solo-Teil. ^IllllllillliliiillllllllllllllllllllllllllillilllllllllllllllllllllllillliilillilliliilliiiiiiiliiillllliillllllllllllllillilllllllllllillililiiiiiiiiiliiliiiiiiiiiiiiiilliiiiilillllO Da ich meinen Laden Roon straße 2 — Ecke Kaiserallee — W räumen muß, führe ich mein Geschäft in der seitherigen Weise | von Freitag, den 3. Juli 1925 j W unter der gleichen Firma W I Kaiser-Drogerie I | ERNST NOLL ■ = in meinen neuen Geschäftsräumen W =3 — | Lindenplatz 5 | weiter. Meiner verehrten Kundschaft für das seither mir entgegengebrachte Vertrauen dankend, bitte ich mir dasselbe auch W weiterhin zu bewahren. g | ERNST NOLL. | g Lieferung frei Haus. Telephon 870. | g 6502D g ^llllllllllll!llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll|ll||||i^ Wubatzii-KeiulWtknvmiil Kietzen e. G. m. b. H. Einladung zur ordentlichen Generalvec > ammlung am 11. Juli 1925, abends 8 Uhr im Anlerrichtszimmer O. H. D. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 2. Vorlage der Bilanz für 1924 3. Entlastung des Vorstandes 4. Wahlen in den Vorstand u. Aufsichtsrat 5. Anträge 6. Verschiedenes. Aach § 31 der Satzungen sind Anträge bis zum 8. Juli beim Unterzeichneten schriftlich einzureichen. - Die Bilanz liegt von heute ab 8 Tage lang bei dem Vorstand zur Einsicht offen. [6501D Der Vorsitzende des Aufsichtsrates: Simon. Für die f Weinberoituns;:^ KorbflaschenX WeiiMen I kOrogerieWinterhoff/ Krenzplatz 9 n. 10 6463a Alles lacht Tränen! Echt sächsischer Humor! Alle 5 Tage vollständiger Programmwechsel. W-WWW der Sauer heften und Naftau MA l Dis 1. W io KM Sonntag, den 5. Zull, nachmittags 2 Uhr WWWMlMM An allen Tagen: Grotzes Preis-, Gaben- u. Iagdschietzen Militärkonzerte (Goslarer Iägerkapelle) Volksbelustigungen Tanz auf dem herrlich gelegenen Festplatz in der Brühlsbach. 6514D Der Festausschuß. Jg. Hühner, beste Vege« rasse,zerleg' bare Ställe ltcf.btU.Ge!ltigelho!l. Mergentheim F. 30. Katalog frei. 154916 Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Prospekt frei. Kukiroieat Säe Das heißt: Betreiben Sie systematische Fußpflege? Hierzu gehören • 1 Packung Kukirol-Fußbad, 1 Dose r Kuklrol-Streupuder und 1 Schachtel Kuklrol-Hühner- ] augen-Pflastcr. \ Mit diesen drei Präparaten, die zusammen nur 2 Mark XV) kosten, können Sie eine richtiggehende Kukirol-Fußpflege- < Kur durchführen. ’ Ist Ihnen die Gesundheit Ihrer Füße diese Ausgabe nicht wert? Sie erhalten alle drei zu einer Kur erforderlichen Kukirol-Präparate in jeder Apotheke und wirklichen Fachdrogerie, bestimmt aber in den nachstehenden Drogerien: Adler-Drogerie, [ Selterswcg 39, Central-Drogerie E. Kam, Schulstraße, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr,51, H.Noll,Neustadt28, Drogerie Winterhof f, Kreuzpl.9/10. Der neue Lebensstil. Meines Erachtens hätte Knigge, der ja angeblich die allgeineingültigen Gesetze des guten Tones geprägt hat, viel eher die allgemeiner gültigen Gesetze mit der Aeberschrift „'Ser schlechte Ton in allen Lebenslagen" schreiben sollen. Praktisch sind diese doch in der Mehrzahl zu beobachten und es fällt nur im Leben, d. h. zur jetzigen Zeit auf, wenn sich mal zufällig einer nicht schlecht benimmt. Ich mache daher den Vorschlag, bei einer sicherlich notwendig werdenden Neuauflage des Knigge folgende Vorschriften aufzunehmen und dafür andere zu streichen, deren Ideen-Gehalt nicht mehr den jetzigen Gepflogenheiten entspricht: Wenn du ins Theater gehst, zieh dich dazu nicht mehr vorher um. Das ist eine mittelalterliche Gewohnheit und entspricht keineswegs dem Freigeiste unseres Jahrhunderts. Auch brauchst du nicht zu Hause in aller Stille zu essen. Nimm deine vier Doppelstullen und eine Thermosflasche mit Kaffee in alle Oeffentlichkeit mit. Beim Konzert oder Vortrag schmeckt es viel besser. Solltest du zufällig durch Volkes Stimme -gewählt, als Vertreter irgendwo an einer Sitzung teilnehmen, dann äußere deine maßgebliche Ansicht möglichst laut, möglichst oft und möglichst, wenn irgend jemand eine Rede hält. Die politische Lage verlangt es so von jedem Staatsbürger. Ebenso muht du laut und deutlich sprechen, wenn du dich über Familienangelegenheiten — anderer im Lokal auSläht. Heimlichkeiten sind Schlechtigkeiten. Zigarrenstummel und Streichhölzer gehören unter den Tisch zu den Zigarettenresten deines Freundes. Die Reinemachefrauen sollen chr Geld nicht umsonst verdienen und außerdem sieht der unbenutzte Aschenbecher auf dem Tisch viel netter aus. Bei öffentlichen Gebäuden geht man zum Ausgang hinein und zum Eingang hinaus. Sollte hinter dir noch jemand durch die Tür gehen, laß ihm ruhig die Flügel vor die Drille hauen. Dir hat sie auch keiner aufgehalten. Solltest du sonst in puncto Benehmen irgendwelche Bedenken haben, dann handle stets so, wie eS ein anderer dir gegenüber nicht wagen dürfte. Auf diese Art kommt man reibungslos durchs Leben. A. • Meersburg. Von Gertrud Flatau. Ueber der grünen Brandung des Bodensees, zu dem vor Jahrtausenden die ungestüme Wärme neuen Schöpfungsdranges den Rheingletscher zerschmolz, aus seinen Steinen geboren, — Bogen von Rosen nun zu Füßen, zeigt es den uralten Turm, — wie ein Laut aus Vergangenheiten, auf die das Jetzt sich noch grau besinnt. Pforten von Rosen, die eben noch die warmen Blüten in mein Haar verloren, versinken immer mehr, dem Blick . . . dem Erinnern entrückt. Die Brücke, von schwersten Pfeilern über den Abgrund gestützt, horcht in schwindelnder Tiefe den Tod und das lebensmächtige Tosen von Büschen und Wipfeln. Und Conradins Blick, der Heimat abgekehrt, sucht in den blau emporbrausenden Bergwogen des Südens die ungestüme Zukunft, die über sein gefälltes Haupt hinweg im Schmerz der verlierenden Mutter mündete Gang und Saal erzählen von der Burg Anbeginn, den gestirnten Himmel über mich wölbend, welchen die ersten Menschen verloren, um ihn in Millionen Geschlechtern sich neu zu erringen. Ein Turm öffnet seinen grausigen Mund. Und Menschen, die sich in die Höllentiefe hinabwagten, fanden Striche in die Steine gekerbt, Namen und Zeilen — Erkenntnisse des Lebens angesichts seines Verlustes, und die bittersüßeste Weisheitsolüte eines Menschenhirns, da es erlosch: „Guter Gesell, laß dyn Murren syn, so behältst du das Leben dyn." Dabei die Knochenreste der Verhungerten. — Auch sie verlieren sich. Wieder hebt eine Treppe aufwärts, eng und steil, als stiege sie ins Licht. Ur. 152 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Donnerstag, 2. Juli 1925 Mainzer Kunstbrief. Mainz, 29. 3uni 1925. Der Festakt im Akademiesaal des Schlosses das Problem mittelrheinischer Kunst — die Ausstellung alter Kunst aus Privatbesitz — das Dommuseum — Ausstellung der '®c^nj9un9 Mainzer bildender Künstler — die Duchausstellung. „ „ 3m Rahmen der Iahrtausendausstellung hatte der Oberbürgermeister der Stadt Mainz auf Sonntag vormittag zu einem Festakt gelegentlich der Eröffnung der Kunstausstellung und der Duchausstellung im Akademiesaal des Schlosses eingeladen. Den mächtigen «zestsaal der alten kurfürstlichen Residenz füllte eine stattlich« Anzahl von Gästen: der Reichskanzler Dr Luther, der hessische Staatspräsident Alrich, das hessische Ministerium. Vertreter von Reichs- und Landes- behörden, der Kirchen und der Hochschulen axiren erschienen. Mozarts beschwingte Musik, Chöre von Bruckner und Breu erklangen. Der Oberbürgermeister Dr. Külb sprach das Treubekennt- nis zu Volk und Vaterland, der Reichskanzler cnriberte im Ramen des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. 3m eigentlichen Mittelpunkt der Feier, die zugleich öen 525. Geburtstag von Gutenberg begehen sollte, standen zwei Reden: Dr. 3ulius Rodenberg sprach über die neue deutsche Buchkunst, Geheimrat Professor Dr. Kautzsch über Mainz in der deutschen Kunst. Während Rodenberg seine Aufgabe darin sah, die künstlerische Leistung zu betonen, die der Buchdruck darstellt, sowie die Entwicklung der letzten 25 Jahre im deutschen Buchdruck zu skizzieren, berührte Kautzsch das eigentliche Problem rheinischer Kunst und damit rheinischen Wesens überhaupt. Sind wir, so stellte Kautzsch die Frage, überhaupt berechtigt, als Dokument unserer Zugehörigkeit zum Deutschtum die Kunst unseres Landstriches anzurufen, kann uns mittelrheinische Kunst zeigen, was im nefsten deutsche Kunst ist, oder ist nicht gerade in ihr der Einfluß des westlichen Nachbarn so stark, daß er das Deutsche überschattet. Es ist aar nicht zu leugnen, daß gerade der Mittelrhein in Frankreich gelernt hat. Daß er aber die fremden Anregungen verarbeitet und etwas Neues, typisch Nichtfranzösisches, typisch Mittelrheinisches geschaffen hat, zeuat für seine eigen» ständige Kraft. And daß dies Eigenständige deutsch ist, das versuchte Kautzsch zu beweisen, indem er in großen Zügen die Entwicklung der Mainzer Kunst zeigte: den Dom des frühen Mittelalters, die Plastik nach 1400, den Hof Albrechts von Brandenburg, an dem Grünewald schafft, Hans Backofen bis zu den großen Barockbauten von Neumann und Welsch. Reizende Lieblichkeit, spielerisch Keckes paart sich mit Würde und Hoheit, mit Pathos zu einer seltsamen Einheit. Cs ist ein wesentliches Stück deutscher Kunst, das sich hier konzentriert, und ohne das eine Lücke in der Gesamtentwicklung klaffen würde. Kautzsch beschränkte sich darauf, diese Linie zu zeigen. Anwillkürlich aber war man unter dem Eindruck der Feier, der Menschen, der umgebenden Kunst versucht, den Gedanken weiterzuführen. Der Mittelrhein ist der Mittler zwischen der hochentwickelten Kunst Frankreichs und dem inneren Deutschland. Das ist seine Mission und seine Tragik. Deine Mission: Grenzländer sind Wälle, das Gut des Volkes vor Verflüchtigung zu schützen, sind Einlaßpforten, sich dem Wertvollen anderer Länder zu offnen und aus Anregungen neue Kraft zu schöpfen. Vielleicht ist an der Gotik am klarsten zu verfolgen, wie eine im fremden Land entstandene Kunstform in den Grenzlanden so durchaus umgewertet wird, daß sie manchen Zeiten als letztes Symbol des Deutschtums erscheinen konnte, wie das Grenzland aber diesen Schatz nun auch hütet. Denn so stark die formalen Beziehungen zwischen Mittelrhein und Nordfranireich sind, uns scheint in ihrem Wesen eine unüberbrückbare Kluft zwischen beiden Formungen zu bestehen. Die Tragik aber liegt darin, daß solche Mittler eben durch ihre Aufgabe immer auf zwei Schultern zu tragen scheinen: sie haben eine zu große Einfühlungsgabe, um ganz einen Standpunkt vertreten zu tonnen, sie schwanken, scheinen obenhin, ohne innere Konsequenz zu leben. Eben das, was vielen den Mittelrheiner so unsympathisch macht: seine Leichtlebigkeit und Anbekümmertheit um Grundsätze. Eine mittelrheinische Madonna ist gegen eine schwäbische oder niederrheinische gesehen, kokett, ist Weltdame — zwar anders als die französische, eine verhaltene Innerlichkeit stößt überall durch — aber sie ist es, und das bewirkt, daß man sie gerne über die Achsel ansieht, nicht bedenkend, wie sehr eben dieser Zug deutschem Wesen miteignen muß, um es zum vollen Leben tüchtig zu machen. Die wenigsten Menschen des Mittelrheins spüren indes diese Tragik — auch die Künstler nicht, sie haben eine sprühende Vitalität, die frag- und problemlos aus dem eignen 3nnem heraus schafft. Nur wenige große Menschen haben zu tiefst mit dieser Problematik gerungen und das sind dieselben, die die größten — die deutschesten Werke schufen, in Main; selber vor allem Mathias Grünewald. Die Ausstellung alter Kunst aus Privat- besih macht natürlich nicht den Anspruch, das Wesen mittelrheinischer Kunst zeigen zu wollen. Die besten Stücke hat man zur Iahrtausend- Ausstellung nach Köln gegeben. 3n Mainz wollte man nicht Spitzenleistungen, sondern vielmehr die Breite zeigen, indem man das Kunst- gut. das überall noch in alten Familien von Mainz und Rheinhessen, sowie in ehemals kur- mainzischen Familien vorhanden, einmal ans Tageslicht zog. Ein dankenswertes Anternehmen, das nicht nur dem Wissenschaftler manches neue Material zuträgt, sondern vor allem auch die Achtung vor altem Besitz wach hält und steigert. And dies bedeutet mehr als eine Liebhaberei, sie verwurzelt den Menschen in seiner Tradition und gibt ihm daraus neue Lebenskraft. Es ist eine stattliche Anzahl von Plastiken, Gemälden, Kleinkunst und Gerät, das man hier zusammengetragen und in den neuhergerichteten Räumen aufgestellt hat. Aus manches Werk wird noch in anderem Zusammenhang zurückzukommen sein. Auch das Dommuseum, das vor nicht langer Zeit der Oeffentlichkeit übergeben wurde, dient einem ähnlichen Zweck: Zerstreutliegendes zu sammeln und zugänglich zu machen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn nach dem Vorbilde anderer Diözesen auch in Mainz unter tatkräftiger Leitung ein Diözesanmuseum ausgebaut würde, das wirkungsvoller, als die vielfach die staatliche Denkmalpflege vermag, die Pflege kirchlicher Kunst übernähme. Was man im Dommuseum bis jetzt geschaffen hat, ist ein schöner Anfang. Der Kreuzgang ist hergerichtet, die Grabdenkmäler geneologifch an den Wänden aufgereiht. Für die eigentliche Sammlung hat man die Kapitelstube und angrenzende Räume verwandt. Hier sind die prachtvollen Apostelstatuen, die Bildteppiche, die paar Stücke aus anderen Kirchen untergebracht. Ein neuer Mittelpunkt für die kirchliche Kunst im Mittelrheingebiet. Auch die lebenden Künstler haben nach vielen Mühen endlich einen ständigen Ausstellungsraum in der Armen-Klara-Kapelle (Rosengasse) erhalten. Der gotische Kapellenraum ist gut seinem Zweck angepaßt und mit einer Ausstellung der Mainzer bildender Künstler eröffnet worden. Ob man hier auch etwas typisch Mittelrheinisches findet? — Es drängt sich mehr die Verschiedenheit der Schule, denn die Einheit der Landschaft auf. Kretschmanns Einsame beherrscht den Raum in der repräsentativen Art der Malerei die große Helle Flächen mit scharfer Zeichnung nebeneinander seht, dazu geeignet. Müller-Tenkhoff hat gute Landschaften, in deren Weichheit der Farbenklänge man am ehesten etwas Mittelrheinisches entdecken möchte. Dora Schütz' Dorfstrah« ist eine beachtliche Weiterführung von Feiningers Art mit satteren Farben: konstruktivistische Landschaft. Die Ausstellung im Gutenberg-Museum: Das schöne deutsche Buch 1900 bis 1925 greift über den Rahmen des Mainzischen weit hinaus. Die Entwicklung und der heutige Stand unserer Druckkunst ist dargelegt, ein so beachtliches Kapitel unserer Kultur, daß man darüber eigens sprechen muß. N. Der eherne Reiter. Von Dr. Herbert Stegemann. Leningrad, 3uni 1925. Das größte Standbild, das Katharina II. dem Schöpfer Rußlands gesetzt und das Puschkin in einem seiner mächtigsten Gedichte unsterblich gemacht hat, ragt noch heute, post tot varios casus, im Alexandergarten des Neuen Petersburg empor, und der Große Peter sprengt noch heute auf schwarzem Rosse auf die Newa zu, die er seinem herrischen Willen dienstbar machte und auf deren Sumpfgeländ: er diese merkwürdigste aller Städte schuf. Heute noch — und vielleicht heute mehr als je — ist dieser eherne Reiter Symbol der Stadt. Ein eherner Wille hat auch diese neue Stadt, dieses neue Land, zusammen- aeschweißt, und über allem, was hier denkt, hört und fühlt, schwebt die große düstere Gestalt des neuen Peter, Wladimir Aljanows, Lenins. Seltfam, daß diese sich wahrhaft auf- drängende historische Parallele bisher so wenig erkannt worden ist. Peter und Lenin schufen beide ein neues Rußland und beide schufen es mit den gleichen Mitteln — einem eisernen Willen — einer brutalen, vor nichts zurückschreckenden Gewalt. Peter schnitt Bärte ab, Lenin Köpfe — im Kopfabschneiden hat Peter aber Lenin wohl no,d> übertroffen, obwohl die Periode 1919/20 ja auch nicht gerade nach Rosen und Moschusöl duftete und den westeuroväischen Moralhelden, die gleichzeitig hilflose deutsche Frauen und Kinder mit viel schönen Reden im Wege der Blockade abtoürgten, vielen Stoff zu entrüsteten Tiraden bot. Heute ist das alles vorbei: die Sowjetregierung wird anerkannt von denselben Leuten, die damals die halbe Welt gegen sie mobilisierten und ihr ewigen Haß schworen: Eine kleine Tatsache, die vielleicht für uns Deutsche einst uninteressant ist. Diesen zähen Leninschen Willen, der unter dem Widerstande ganz Europas ein neues Rußland geschaffen hat. fühlt man schnell in ganz Leningrad. Nichts ist falscher, als die auch bei uns in Deutschland noch immer verbreitete Vorstellung, als fei Leningrad eine absterbende, dem Untergang geweihte Stadt. Gewiß. Petersburg hat Zeiten durchlebt, die weit schlimmer waren, als alles, toas wir in Deutschland in der Hungerzeit erlebt haben: in den 3ahren 1919/1920, als in Rußland der Kriegskommunismus herrschte uird dec Feind mehr als einmal unmittelbar vor den Toren der Hauptstadt stand, sank die Bevölkerung Petersburgs infolge der Flucht der hungernden Massen aufs Land von etwa 3 Millionen. die im Jahre 1915 gezählt wurden, auf 600 000. An Lebens- und Verkehrsmitteln fehlte es gänzlich: Ein achtel Pfund ungenießbares Schwarzbrot, ein bißchen Fastenöl und Grütze gab es täglich auf den Kopf der Bevölkerung, aber nicht etwa tatsächlich, sondern nur als theoretisches Recht, das eben nicht praktisch wurde, weil es nichts gab. Der Hunger erreichte wohl nicht den furchtbaren Umfang wie in den eigentlichen Hungerdistrikten an der Wolga, raffte aber auch zahllose Menschen dahin. Auf dem Newski wuchs Gras, Pferdeleichname waren täglich vor dem Winterpalais und in der Amgegend zu sehen, und Hunde wie Menschen riffen sie in Stücke. Vergegenwärtigt man sich das alles, so kann man von dem inzwischen durch die Sowjet- icgicrung erfolgten Wiederaufbau nur mit der höchsten Anerkennung sprechen. Gewiß, es gibt noch Ruinen, Trümmer von Häusern und Fabriken. Besonders die Gegend am Baltischen Bahnhofe, der 3smailowsll°Prospekt und die angrenzenden Straßen sind voll von Häusern, deren leere Fenster einen gespenstischen Anblick dar- bieten und aus deren halbzerstörten Dächern Gras wächst — Spuren jener Hunger- und Kriegszeit, in. der die Bevölkerung Petersburgs die Häuser abbrach, um Holz zur Feuerung zu gewinnen. Auch in anderen entlegenen Stadtvierteln, insbesondere in Wassili-Ostrvw, sieht man noch Häuserleichen, aber im Zentrum der Stadt ist alles wieder aufgebaut, und sogar eine Reihe stattlicher Neubauten fallen angenehm auf. Noch bemerkenswerter als die Tatsache des Wiederaufbaues allein aber ist die für russische Verhältnisse ganz ungewöhnlich« Energie, mit der gearbeitet wird, eine Energie, die zu den vielen merkwürdigen Veränderungen in der Seele des russischen Menschen gehört, über die später wohl noch zu sprechen sein wird. Allerdings gibt es auch hier einen Achtstundentag, aber im Lande Peter Lenins handhabt man ihn gar nicht mechanisch, obwohl er zu den elementarsten Rechten des russischen Arbeiters gehört, sondern man seht ihn, wo Staatsnotwendigkeiten es fordern, mit größter Anbefangenheit außer Kraft. So wird hier in Leningrad bei öer Neuanlegung zahlreicher elektrischer Linien stets die ganze Nacht durchgearbeitet. so daß das früher so bequeme und mit französischer Pseudo-Eleganz überzuckerte Petersburg nicht selten an eine neu entstehende amerikanische Großstadt erinnert. So gehen die Arbeiten denn mit einer Promptheit vorwärts, die man dem Magistrat von Berlin, der unsere Geduld oft durch endlose, nie sertigwerdende Buddeleien ermüdet. nur nachdrücklich zur Nachahmung enrp- sehlen möchte. In der Stadt sind säst sämtliche Spuren des Zyklons, der im September 1924 die Stadt durchraste, beseitigt: das damals vollständig zerstörte Pflaster ist besser als zuvor wieder hergestellt. und die mit Stumpf und Stiel vernichteten Bäume des Som.nergartens bereit- neu gepflanzt. Mit fieberhaftem Eifer werden die Aufräumungsarbeiten auf den gleichfalls schwer mitgenommenen Inseln, diesem Juwel in der Krone landwittschaftlicher Schönheit Petersburgs. betrieben: Besonders die Ielagin-Insel wird durch eine mächtige ©ranitmaucr, an der Hunderte von Menschen arbeiten, gegen alle erdenklichen Naturkatastrophen gesichert. Kurz, überall rührt es sich, und die Pläne der Svwjet- legierung bei der Wiederherstellung der Stadt gehen sogar über den Rahmen des Nützlichen und Notwendigen auf das ästhetische Gebiet über. Eine Reihe der herrlichsten Gebäude Petersburg- — unter der Großen Katharina und Alexander I. aufgeführt — es fei hier nur das WinterpalaiS. das russische Museum, das Katharinen-Theater, der Synod, der Senat, die Admiralität und die Perle von allem, das Sommerschlößchen Alexan- ders I.. auch Kammeni-Ostrow genannt — wurden durch Nikolaus I. und Alexander II., die beide künstlerische Barbaren gewesen sind, verunstaltet, indem man die gerade durch die Doppelfarbigkeit (meist blau und gelb) so wundervoll wirkenden Fassaden dieser diskreten Barockbauten grellrvt überpinselte. Die Regierung beabsichtigt nun die schönsten dieser Gebäude, insbesondere das Winterpalais unö das Palais Strojanow wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit herzustellen, womit sie sich den Dank aller Kunstfreunde erwerben würde. Das Leben in Petersburg, das natürlich noch nicht wieder den Glanz und die Aeppigkeit der Friedenszeit erreicht, und das Zentrum der Stadt, insbesondere der Newski, macht mehr den Eindruck einer soliden und provrnziellen Stadt, als den einer Mettopole, obwohl die Bevölkerung, von der 600 000 betragenden Ziffer der Hungerzeit wieder auf 1,4 Millionen gestiegen ist. Aber bei seiner im Gegensatz zu Moskau riesenhaften Ausdehnung braucht Petersburg eigentlich drei Millionen Menschen, um dicht bevölkert zu erscheinen. Die Läden — 60 Prozent davon sind jetzt Staatsbetriebe — weisen vielfach die alte Fülle auf, wenigstens soweit es sich um Lebensmittel handelt: mit den industriellen Erzeugnissen, die allerdings schon im Frieden nicht gerade hervorragend waren, hapert es dagegen bedenklich. And alte Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, von der Kleidung angefangen, sind ßiinderwertig und teuer, was bei der allgemeinen Geldknappheit und der Kleinheit der Gehälter (ein Oberlehrer z. B. erhält 60 Rubel monatlich) sehr ins Gewicht fällt. Aber das scheinen Aebergangszustände zu fein, unter denen auch die Bevölkerung nicht so sehr leidet, wie wir bei dem Gewicht, das wir auf Kleidung. Bequemlichkeit und Behagen legen, anzunehmen geneigt sind. Man fühlt überall eine feste Hand, einen entschlossenen Willen und den Glauben an einen Wiederaufstieg Rußlands, selbst in den Kreisen, die von dem herrschenden System zu sehr benachteiligt sind, als daß sie ihm wohlgesinnt fein konnten. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 3. Juli. Gegenüber dem Vormonat weisen die Zahlen für Juni in der Er - werbslosenfür sorge keine wesentlichen Veränderungen auf. Es mußten noch unterstützt werden am 1. Juni: 15 Erwerbslose mit 9 Ehefrauen und 17 Kindern als Zuschlagsempfänger, am 6. Juni: 25 Erwerbslose mit 16 Ehefrauen und 21 Kindern, am 13. Juni: 22 Erwerbslose mit 15 Ehefrauen und 20 Kindern, am 20. 2kini: 22 Erwerbslose mit 15 Ehefrauen und 20 Kindern, am 30. Juni. 22 Erwerbslose mit 13 Ehefrauen und 12 Kindern. Seit langer Zeit sind in der letzten Derichtswoche keine weiblichen Erwerbslose mehr aufgeführt. Außerdem wurden in der Wohlsahrtssürsocge 59 Sozial- renter und 21 Kleinrentner unterstützt. Und hell gezeichnet von dem blassen Strahle legt auf ihr Lager sich des Fensters Bild, vom schwanken Laubgewimmel überhüllt: Zu Häupten des Bettes, darinnen sie ihr Leben zuendekämpfte, lächelt noch aus trauerndem Rahmen das Köpfchen der jungen Annette. — Von Lorbeer, den drunten am See der warme Boden in lebendigen Flammen gen Himmel sprengt, umgibt ein kleiner Kranz welkende Spuren ihrer Hand, — ein Lied, weh und kurz, niemandem als sich selbst geklagt. Der Weg vom Glück des vierzehnjährigen Herzens zum leeren Bett. — Levin Schük- king, halb abgewandt, sieht herüber. Rüschhaus und Hülshoff, die verlorenen Stätten ihres Glücks, sind im Bilde der Verlorenen nahe. Eine Wand hält noch ihr kleines Arbeitspult fest, ... die Blattschatten darauf zucken leise, als schmerze sie das Licht. Die Beschauer schweigen. Die Stille spricht. Die Augen der Annette sind auf uns. „Ich macht' euch alle an mich schließen, Ich fühl' euch alle um mich her. Ich möchte mit in euch ergießen. Gleich siechem Bache in das Meer . . ." In den Turmfenstern, unte- Windstößen immer wieder silbern erschauernd wie in leuchtendem Schmerz, steht der See Westwärts in die Helle der Weinberge birgt sich ihr Gartenhaus, von Efeu überhäuft, mit Efeu beladen, . . . ganz van seiner wilden dunklen Zärtlichkeit erstickt. — Des Mittags Licht siedet Gold aus heißen Blättern. Der erlöste Gletscher, der See, zittert rosa, weithinaus, zu immer leuchtenderem Glanz erhitzt, bis er in der Ferne zu blendenden Nebeln schmilzt. — Aus den Nebeln kämpfen sich die Alpen: ihre Firne, zu glühendem Schmerz erstarrt, leuchten, als wollten sie die Seele blenden In die rosa zitternde Wasserunendlichkeit ergießen Bäche grüne Pfade . . Dampfer schwimmen davon, dem Glanz entgegen, Bahnen schweren grünen Leuchtens schleppend. Segler, grüne Spuren hinter sich, entfliegen allen Ufern, . . . weiße Falter mit windgefüllten Flügeln, die ins Licht gaukeln, solange es noch wähtt. Frankfurter Theater. Sommertone. Die Walküre geht in Ferien, Lohengrin spannt aus. die Rheintöchter schwimmen nach allen Himmelsrichtungen, dafür eröffnet die Oper ihre Sommerspielzeit mit der „Schönen Anbekannte n". Operette von Franz v. Suppe, einer musikalischen Ausgrabung, welche den Beweis erbringt daß es auch mal ohne Jimmy, Java und Jazz geht. Die Musikalität dieses Werkes, welches mitunter großzügig gesteigerte orchestrale Instrumentterung aufweift, wächst in ihrem künstlerischen Format über die Operette hinaus und Hingt in das Gebiets der Spieloper über. Klangvolle Melodien ertönen und illustrieren den Gang der Handlung. Vielleicht ist für uns ein bißchen zu viel Sentimen- talität und Liebe in dieser, im Schatten Napoleons absp' l nden. romantischen Liebesgeschichte der Genera i.i Rapp (die schöne ilnoelannte) und dem überzeugten Royalisten Vicomte de Bri- chanteau. Politik und Liebe, im zweiten Akt tagt sogar ein Standgericht, aber trotz diesem „vielleicht". oder gerade deswegen, die Handlung interessiert, nach jedem Akt dröhnte Beifall durchs dicht besetzte Haus. Der Regisseur AloiS R e s n i brachte eine ausgezeichnete Aufführung heraus, welche sich in einem dekorativ-reizvollen Rahmen abspielte. Der Sänger Alois Resni sorgte gemeinsam mit seiner flotten, beweglichen Partnerin Mimi Brix, daß der nötige Humor und die richtige Operettenstimmung die Handlung erfüllte. er stellte eine seiner humorvollen Typen, als Gemeinderat und späterer Bürgermeister La- bourc. auf die Deine. Das lyrische Paar war war Nelly Pirchhoff (schöne Allbekannte) und Oskar Neruda (Drichanteau): beide verfügen über klangvolle Stimmittel. Der Wien« Kapellmeister Schönbaum schwang den Dirigentenstab mit dem nötigen musikalischen Verständnis. So wurde die Bekanntschaft mit bet schonen Anbekannten zu einem recht genußreichen Äbeich. • u Saasen, 1. Juli. Am kommenden Sonn- lag und Montag findet auf Einladung des hiesigen Gesangvereins „Eintracht" hier ein dängcrfeft der im V o l k s s ä n g e r b u n d E h o t t i a vereinigten Vereine statt. Mit dem Fest ist ein Wertungssingen verbunden, das am Sonntagoormittag beginnt. Sonntag nachmittag wird sich ein großer Festzug durch die Ortsstraßen bewegen. Weiteres ist aus der Anzeige im gestrigen „Gieß. Anz." ersichtlich. Kreis Büdingen. A Büdingen, 1. 3uli. Die Stichwahlen der Bürg erm e i ste rwah len wurden in einzelnen Dörfern des Kreises mit großer Heftigkeit geführt und mitunter der letzte Wahlberechtigte zur Wahlurne geholt. In Rieder-Mockstadt siegte der Landwirt Wilhelm L e n h a r d t mit 243 Stimmen, der seitherige Bürgermeister Heinrich Reuther IV erhielt 188 Stimmen. Heftig wurde auch in dem benachbarten B i n d s a ch s e n gekämpft. Hier siegte Jakob Kleer mit 145 Stimmen, während sein Gegner Wilhelm Günther 136 Stimmen erhielt. ' Ridda, 1. Juli Rach dem Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni beträgt die Einwohnerzahl unserer Stadt 2325 Personen, und zwar 1122 männliche und 1203 weibliche. A Ridda, 1. Juli. Auf dem heute hier obgehaltenen Schweinemarkt war der Auftrieb von Ferkeln sehr stark, von Einlegeschweinen gering. Die Preise blieben in der seitherigen Höhe. Es wurden durchschnittlich bezahlt für ein Paar Ferkel. 6 Wochen alt, 50 Mk., 8 Wochen alt, 70 Mk. und für 10 Wochen alte 100 Mk. Der Handel ging flott, um 9 Uhr wurde der Markt schon geräumt. Rächsten Mittwoch findet hier auf der Gänsweide Fohlenmarkt statt, wozu schon eine größere Anzahl Züchter ihre verkäuflichen Tiere angemeldet haben. nd. Nidda, 1. Juli. Nach schon länger gepflogenen Verhandlungen kaufte gestern die hiesige Gemeindeverwaltung von dem Kaufmann L u i g i C a l v i in Spaa die ehemalig Friedrich Kraftsche Brauerei für 38000 Mark. Das Anwesen besteht aus einem geräumigen Wohnhaus, einem großen Brauhaus, einem schönen Saal und einer geschlossenen Kegelbahn nebst Gastzimmer. Außerdem gehört ein großer Garten dazu, von dem mehrere Bauplätze gebildet werden können. Die Gebäude sind sämtlich erst vor etwa 28 Jahren gebaut worden und mit eigener Wasserleitung und ausgedehnten Kellern versehen. Nur das Wohnhaus ist älter: es war von dem ehemaligen Kreisrat Seitz, der um 1848 hier Kreisrat war, als Privat- wohnung erbaut worden. Als das ganze Besitztum vor 20 Jahren zum ersten Male mit allem toten Inventar verkauft wurde, kostete es 130 000 Mark. Seit dieser Zeit kam es durch Kauf und Verpachtung häufig in andere Hände. Die Brauerei wurde eingestellt, und schließlich ging auch der früher recht schwungvolle Betrieb der Gast- und Gartenwirtschaft ein. Die Jnventarstücke und Brauereieinrichtungen wurden nach und nach verkauft, und das Anwesen verlor immer mehr an Wert. Hoffentlich versteht die neue Besitzerin, es wieder besser und zweckmäßiger zu verwenden. An Vorschlägen dazu wird es nicht fehlen. A Lindheim, 1. Juli. Hier starb der Veteran Kilian Kempf, "Mitkämpfer von 1870/71. Kreis Schotten. A Ober- Lais. 1. 3ult. Ein Wildschwein , eine hier seltene 3agdbeute, erlegte der Fabrikant Hermann S i g r i st aus Frankfurt (Main) in seinem 3agdrevier. Kreis Alsfeld. Groß-Felda, 1. Juli. Der hiesige R a d - s'ahrerverein nahm am Sonntag mit über drei- . ßig Fahrern an dem Bundesfest des Ober- ^hessischen Radfahrerbundes, mit dem 25jährige Jubiläum des Radfahrervereins „Broder des Vereins beteiligten sich an dem am Morgen , b a n t“ Alsfeld verbunden war, teil. Zwei Mitglie- abgehaltenen Rennen und konnten als Sieger heimkehren. Heinrich Schott errang in der Altersklasse den 3. Preis und Justus Schuchmann in der Anfängerklasse den 4. Preis. Der Verein selbst erhielt im Korsofahren in der Klasse AI den Ehrenpreis, ein von der Stadt Alsfeld gestiftetes, sehr wertvolles Gemälde. Bei der Jubelfeier am Nachmittag überreichte Fräulein Goldenberg im Namen des Vereins dem Bruderverein einen wertvollen Schild, Fräulein Fob. Roman von Anders Eje. 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Hätte seine ursprüngliche Vorstellung von der Unterzeichneten als einer Dame der Gesellschaft mit der Wirklichkeit übereingestimmt, so hätte die Begegnung zunächst nur eine einzige Fortsetzung haben können: Einen Besuch und ein paar Kilo Blumen. Er lud mich in das Theater ein, — nicht irt die Oper, sondern in das kleine amüsante Sil- veftertheater, das ein etwas zweideutiges Programm pflegt. 3ch sagte ja, und dann trennten wir uns. Als ich nachhause gekommen, erzählte ich natürlich sofort alles Papa Fili. Widerspruch von seiner Seite erwartete ich nicht, da ich gewohnt bin, selbst zu entscheiden, was mir paßt oder nicht, aber auf alle Fälle betonte ich bie Gelegenheit, die sich mir jetzt als ein Gxtra- gewinnst von der Maskerade am rechsten 3uli bot. Unb es kam so, wie ich dachte, — Papas Geschäftssinn kapitulierte ohne weiteres, Extragewinsten kann er nicht widerstehen, — oder vielleicht war es auch sein Sinn für Humor. Außerdem und auf eigene Rechnung hatte ich auch die Absicht, ein wenig hinter den Kulissen des Eisenbahnkaufes zu spionieren Also, meine liebe Gabby, das Abenteuer begann ganz formell mit einer Loge in der ersten Reihe rechts. Das Stück, das man gab, hieß .„Fräulein Lisette — meine Frau" und war recht lustig, schien aber bei Herrn Fellips, meinem Kavalier, kein stärkeres Interesse ^u erwecken. In den Zwischenakten plauderten totr über dies und jenes, ein paar verfängliche Stichfragen über den Eisenbahnkauf erlitten schändlichen Schiffbruch, und was Herrn Fellips betrifft, war ec trotz des Halbdunkels brav und bescheiden wie ein Schuljunge. Weißt Du, Gabby, ich fing an zu glauben, daß wir den Rouös Unrecht taten, als wir sie in unserer Vorstellung mit den Attributen eines Vampyrs ausgerüstet hatten Du hast gewiß schon erraten, daß mein'kleines Abenteuer nicht mit einem platonischen Händedruck in einer dämmerigen Torfahrt nach dem als Andenken und Zeichen freundschaftlicher Beziehungen der beiden Nachbarvereine. Der Vorsitzende des Vereins, Postmeister U s i n g e r, konnte befriedigt und stolz auf seine wackere Schar mit ihr am Abend den Heimweg antreten. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 30. Juni. Am Samstag beging die hiesige Höhere Bürgerschule (Realschule i. E.) unter starker Beteiligung früherer Lehrer und Schüler, wie auch der Bürgerschaft, das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Rach einer Morgenandacht in dem Gotteshaus bewegte sich nachmittags ein großer Festzug durch die Straßen der Stadt zu dem Guntrumschen Saalbau, wo die offizielle Feier stattfand. Rach- dem ein Männerquartett „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" unter Musikbegleitung vorgetragen hatte, begrüßte Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. R i e p o t h die große Versammlung, wies hin auf die außerordentlich rasche Entwicklung, welche die Schule im ersten Diertel- jahrhundert ihres Bestehens genommen, dank der Bemühungen der Lehrerschaft, der Opferwilligkeit der Bürgerschaft und des Entgegenkommens der Staatsbehörde. Der derzeitige Leiter der Anstalt, Dr. Roloff, betonte sodann, daß unser Land als das Land der Schulen gelte. Die Rachkriegs- zeit habe neben starker Kritiklust an der Schule auch ein mächtiges Sehnen nach Reuem, ein Ringen um die Probleme der Schule gebracht. Den Vorwurf, als ob die Schule zu sehr Lern- schule fei, wies er zurück, da es ohne ein großes Maß gediegener Kenntnisse im Leben nicht gehe, unser Volk sonst zurückbleiben müsse im Streben nach vorwärts und aufwärts. — Während das Hess. Landesbildungsamt durch Staatsrat Block seine Glückwünsche schriftlich übermittelt hatte, sprachen mündlich ihre besten Wünsche aus: Kreisdirektor Dr. Michel. Schulrat Lorentz, Rektor Adolph, Realschuldirektor Stein, Studienrat Dr. Berg u. a. Mit Aufführung eines von Schülern und Schülerinnen dargestellten Märchenspiels: „Die zertanzten Schuhe" fand die offizielle Feier ihr Ende, der am Abend ein Festessen folgte, woran 100 Personen teilnahmen und wobei Zahlreiche Reden gehalten wurden. Bei guter Tafelmusik, mancherlei Darbietungen, bei gemeinsamen Gesängen und schließlich einem Tänzchen für die Jugend nahm die gesamte Feier ein wohlgelungenes Ende. Starkenburg und Rheinhessen. * Da rmstadt, 1. Juli. Die Stadtverordnetenversammlung begann gestern mit der Beratung des Voranschlags der Stadt Darmstadt, Dieser sieht einen Gesamtaus- gabebetrag von 18,2 Millionen Mark gegen 14,9 Millionen Mark im Vorjahre vor. Die Erhöhung ist im wesentlichen durch Wohlfahrtszwecke bedingt. Rach Mitteilung des Oberbürgermeisters ist mit einem Fehlbetrag von insgesamt 1 300 000 Mark zu rechnen. Der gestrigen Generaldebatte über den Voranschlag folgt am Donnerstag die Spezialdebatte. Mainz, 1. Juli. (TU.) Die Dolkszäh- lung ergab 107 532 ortsanwesende Personen (ohne die Besatzungsarmee, deren Angehörige unb deren Hausangestellte). Beim Vergleich mit dem Ergebnis der vorletzten Zählung vom 8. Oktober 1919, die eine Einwohnerzahl von 107 930 ergab, ist zu berücksichtigen, daß rund 300 Familien von Ausgewiesenen noch nicht nach Mainz mangels einer Wohnung zurückgekehrt sind und viele Mainzer Familien sich zur Zeit in der Sommerfrische befinden. Infolgedessen wird sich die endgültige Devölkerungszahl von Mainz nicht unwesentlich erhöhen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 1. Juli. In der gestrigen Stadtverordnetensihung, die fast vier Stunden in Anspruch nahm, erklärte der Bürgermeister, dem „Wetzlarer Anzeiger" zufolge, daß es nicht angängig fei, einen Etat zu genehmigen, der nicht balanziere. Er mache sich die von ihm vorgeschlagenen Abstriche zwar nicht zu eigen, befürchte aber, daß, wenn wir uns unseres Selbstverwaltungsrechtes begeben und die Aufsichtsbehörde anrufen müßten, diese die Abstriche in noch größerem Maße vornehmen werde. Die Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft ließ durch Stadtverordneten Wieser erklären, daß sie nach Rücksprache bereit fei, einem Gewerbesteuersah von 500 Prozent Zuschlag vom Ertrag und 800 Prozent Zuschlag vom Kapital zuzustimmen. An sozialen Ausgaben solle nichts gestrichen werden, Theater sein Ende fand. Gewisse Anspielungen im letzten Zwischenakt ließen das obligatorische Souper ahnen, und ich war entschlossen, Ja zu sagen — schon deswegen, weil ich begann, einen grimmigen Hunger zu verspüren. Ich muß aber sofort gestehen: auf ein Chambre separee war ich nicht vorbereitet. Die Entdeckung ließ mich einige Sekunden zögern, — warum dies leugnen? — aber die ganze Umgebung beruhigte mich Lebhaftes Treiben ringsum, Licht und Blumen, tröstliche Stimmen im Rebenzimmer, elektrische Klingel und zwei Telephone im Vorzimmer. — Ratürlich hätte ich nie im Leben zugestimmt, mit Herrn Fellips zu soupieren, wenn er mir ausgesprochen unsympathisch gewesen wäre. Aber gerade dies war er nun nicht. Ich habe immer für das „amerikanische" Aussehen geschwärmt, und, wie Du Dich vielleicht erinnerst ober auch nicht erinnerst, hat Herr Fellips ein solches, — ein scharfes Profil unb im Blick einen Schimmer von Energie, bie man vielleicht auch als Rücksichtslosigkeit bezeichnen kann. 3m übrigen machte er kein Geheimnis aus seinen Fehlern, unb ge- rabe biefe Ehrlichkeit war es Du kennst ja meine Schwäche für Menschen, bie ben Mut haben, ihre moralischen Gebrechen einzugestehen. Ich werbe Dich nicht mit einem langatmigen Bericht über unsere Unterhaltung ermüben, — bas Pikante lag nicht in bem, was gesagt, fonbern barin, was nicht gesagt würbe. (Du siehst, baß ich anfange, raffiniert zu werben.) Ein paarmal ging es mir burch ben Kopf: was machst Du, wenn er Dich auf einmal mit Zu- bringlichkeiten überfällt? Die Antwort lag ja nahe, — im allerschlimmsten Fall Farbe bekennen unb Herrn Fellips in aller Geschwinbig- keit darüber aufklären, daß ich unter falschen Flagge segelte, mit einem Hinweis auf Papa als den eigentlichen Anstifter des Scherzes. Ich brauche Dir nicht zu sagen,' daß mir dieser Ausweg ungemein widerstrebte,'' aber, ä la bonne heure, als Sicherheitsventil jim äußersten Rotfall, als eine Art Vakuursibremse, wenn bie Fahrt lebensgefährlich werden sollte, muhte er natürlich beschritten werben. Einigemale würbe meihe Geistesgegenwart auf bie Probe gestellt, ein! paarmal hatte ich bas Gefühl, baß bas Spi4l nahe baran war, dagegen 3000 Mk. Sicherheitspolizei, 15 000 Mk. Personalkosten und 10 000 Mk. Wohnungsamt. Die nach dieser Ausmachung reftierenben 42 000 Mark im Etat sollen im Betriebsfonds erspart werden, b. h. aus bem eisernen Kassenbestand zur Balanzierung des Etats übernommen werden. Der Vorsitzende sah in dieser Regelung zwar nicht den Idealzustand, erklärte sich jedoch bereit, diesem Vorschlag zuzustimmen. In namentlicher Abstimmung wurde darauf der Vorschlag der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft mit 18 gegen 10 Stimmen angenommen. Gegen ben Vorschlag stimmte die gesamte Linke des Hauses. * Krofdorf, 1. Juli. An bem diesjährigen Gauturnfest in Friedberg beteiligte sich der Turnverein Krofdorf mit 20 feiner Mitglieder. Don 13 Wetturnern wurden neun Sieger. Es erhielten in der Oberstufe im 12- Kampf W. Hof m o nn den 9. und im 9-Kampf den 18. Sieg. Mittelstufe K. Würtz ben 9. Sieg. Unterstufe Eduard Heyer den 3., Karl Drescher den 8., Wilh. Röhrsheim ben 11., Karl Debus ben 24., Albert Würtz ben 26., Karl Hahn unb Karl Leib den 32. Sieg. Die von dem Verein geturnte Musterriege am Reck wurde mit der Gesamtnote „Sehr gut" bewertet und stand somit an 2. Stelle aller geturnten Riegen. Von dem Verlauf des Festes und von der gastfreundlichen Aufnahme bei der Friedberger Bürgerschaft waren unsere Turner des Lobes voll. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 1. Juli. Der Pfarrer Dr. Vaconius hat fein Amt als Pfarrer der evangelischen Dreikönigskirche niedergelegt unb bie Leitung ber neugebilbeten evangelischen ©emeinbe in Sachsenhausen, die aber außerhalb ber Lanbeskirche steht, übernommen. An seiner Stelle wählte man den Pfarrer 11 rspruch von ber Paulskirche, einen der beliebtesten Geistlichen ber Stabt. Damit bürste auch ber brohenben Abwanderung aus der Landeskirche ein wirksamer Riegel vorgeschoben sein. — Die Wiesbadener Unter« suchungsbehörde, bie bisher vergeblich nach bem Mörder des Gastwirts Bartsch von bem Restaurant „Hubertus" bei Königstein fahndete, ist jetzt auf ben zweifachen Lustmörber, ben Chemiker Michael Popp, als ben möglichen Täter aufmerksam gemacht worden. Popp gestand bie beiden Lustmorde in Thüringen ein. Er ist Morphinist und weilte bis Mitte April in einer bayerischen Heilanstalt, aus der er entsprang. Seitdem trieb sich Popp im Lande herum. Man nimmt an, daß er Ende April im Taunus weilte unb als Mörder des Bartsch zunächst um deswillen in Frage kommt, da bie Beschreibung des Mannes, den ein Briefträger am 23. April, mittags 12 Uhr, bei dem Wirt in ber Küche sitzend sah, auffallend auf Popp paßt. Diie Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat sich bereits mit dem Untersuchungsrichter in Meiningen in Verbindung gesetzt. bL Dillenburg, 1. Juli. Rach der Volkszählung beträgt bie Einwohnerzahl unserer Stabt 6036. Gegenüber bem Jahre 1910 ist eine Steigerung von 12 Prozent eingetreten. — Der Kreis stellte 10000 Mark zur Verfügung, die an bie Gemeinden verteilt werden, die sich zur Anschaffung von Motorspritzen entschließen. Die Erfolge scheinen nicht auszubleiben, denn in jüngster Zeit halten diese Spritzen einen starken Einzug in den Kreis. Die Steuerfäüigfceitcn im Juli. Im Monat Juli sind folgende Steuerfälligkeiten zu beachten: * 5. Juli: Lohnsteuer für die Zeit vom 21. bis 30. Juni einschl. der für die Zeit vom 1. bis 10. 6 bzw. 11. bis 20. 6 einbehaltenen noch nicht abgelie- ferten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe. 10. Juli: Einkommen- und Körperschaftssteuervorauszahlung für Mai und Juni und 2. Ka- lenderoierteljahr 1925. Vorläufige staatliche Gewerbesteuer 1925 — 20 Proz. der zu leistenden Einkommen- und Körperschaftssteuer. Vorläufige Gewerbesteuer für die Provinz Oberhessen — 4 Proz. der für die Zeit April bis Juni 1925 gezahlten bzw. zu zahlenden Einkommen- und Körperschaftssteuer. Umsatzsteuervorauszahlung für Juni und 2. Kalendervierteljahr 1925. Kirchen- und Kultussteuern der auf Voranmeldung zahlenden Einkommensteuerpflichtigen für Mai feinen Charakter als ein ungefährliches Gefecht mit Gummiballen auf den Florettspitzen zu verlieren. Aber es gelang mir, zu parieren. Gabby, ich versichere Dich, es war jedesmal ein außerordentliches Vergnügen, nach einem erfolgreich abgewehrten Angriff triumphieren zu können. Einmal wurde ich geradezu hochmütig. Ich dachte: wenn es nicht schwerer ist, ein gefährliches und lüsternes Raubtier sich fern zu halten, so brauchen sich bie Mäbchen nicht zu beflogen. . Die Katastrophe bereitete sich mit folgenbem Dialog vor (beinahe wortgetreu toiebergegeben): Er (schroff unb entschlossen): „Ich begreife nicht, wo ich meine Gedanken hatte. Hier sitzen wir unb plaubern eine Menge Unsinn unb boch habe ich noch gar nicht gesagt, was ich will. (Erhebt sich auf nicht ganz sicheren Beinen.) Ich will bei Ihnen sitzen “ Sie (erhebt sich auch — auf absolut sicheren Beinen): „Bedauere, mein Herr, So ansprechend dies Arrangement auch fein mag, — jetzt ist es zu spät." Er (drohend): „Sie wollen doch nicht schon verschwinden?" Sie (beherrscht, lächelnd): „Das wollte ich schon vor einer halben Stunde tun, aber unser Gespräch war so angenehm " Er (mit gerunzelten Augenbrauen): „Ich verbiete ihnen, jetzt zu gehen. Hören Die es, ich verbiete es Ihnen." Sie (konstatiert, baß bie elektrische Klingel in Reichweite ist, immer noch lächelnb): „Wie wollen Sie das machen?" Gr (wieder sanfter werdend): „Entschuldigen Sie, Fräulein, das meinte ich natürlich nicht so. Aber fünf Minuten können Sie mir wohl noch gönnen. Rur noch fünf Minuten " Sie (zeigt ihr Einverständnis, indem sie sich auf einen Stuhl in ber Rähe ber Tür seht — unb ber Klingelleitung): „Also, so bleibe ich noch fünf Minuten." Er (in gezwungen ruhigem Ton, bie Stirne mehr gerötet, als es früher der Fall war): „Wie haben Sie sich Ihre Zukunft gedacht, Fräulein Lisa?" Sie (achselzuckend): „Ich habe mich nicht zu beklagen “ Er (geht, bie Hänbe in ben Hosentaschen, mit ------- 1 Kirche und Schule. Vereinbarung der Länder über die deutsche Oberschule. Die Regierungen der Länder haben daS folgende Uebereinfommen getroffen, das auch für Hessen ohne Einschränkung Geltung hat: 1. Als neue zur Hochschulreife führende höhere Schule wird bie deutsche Oberschule versuchsweise zugelassen. 2. Die Dauer des Lehrganges ber beutschen Oberschule ist dieselbe wie bei ben übrigen höheren Schulen. Die deutsche Oberschule ist auch in ber Form ber Aufbauschule zugelassen. 3. Allgeniein verbindliche Lehrfächer der deutschen Oberschule sind: Religion, Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Raturwissen- fdurften, Zeichnen unb Musik, ferner Staatsbürgerkunde, Kunstbetrachtung unb philosophische Propädeutik als gesonderte Lehrfächer oder im Anschluß an andere Lehrfächer. Dazu kommen zwei fremde Sprachen, von denen bie eine in der untersten Klasse der deutschen Oberschule beginnt und bis zum Abschluß, bte zweite mit mindestens drei Wochenstunden während ber letzten vier Jahre durchgeführt werden muß. 4. Die Aufstellung der Lehrpläne bleibt ben Unterrichtsverwaltungen der Länder überlasten, die sich, gegebenenfalls durch Vermittelung des Ausschusses für das Unterrichtswesen, über deren Angleichung verständigen. 5. Schüler solcher deutschen Oberschulen, die nur eine verbindliche fremde Sprache eingeführt haben, im übrigen aber ben Anforderungen unter 1 bis 4 entsprechen, können die Berechtigungen der deutschen Oberschule nur bann erwerben, wenn an der Schule, bie sie besucht haben, eine zweite fremde Sprache als unverbindliches Fach mit mindestens 3 Wochenstunden während der letzten vier Jahre betrieben wurde, und wenn sie die Teilnahme an dem Unterricht ber zweiten fremden Sprache in ihrem Reifezeugnis nachweifen: die Leistungen in dieser ftemden Sprache sind bei den Versetzungen und bet der Erteilung des Reifezeugnisses wie bet einem ordentlichen Lehrfach zu werten. 6. Der Unterricht an der deutschen Oberschule wird, unvermeidliche vorübergehende Vertretungen ausgenommen, nur von Lehrern erteilt, die sich über ihre Befähigung für die ihnen gestellte Lehraufgabe ordnungsmäßig ausgewiesen haben. 7. Die Einbeziehung der deutschen Oberschule in die Vereinbarung über bie gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse ber höheren Schulen vom 19. Dezember 1922 bleibt Vorbehalten. und Juni unb 2. Kalenberoierteljahr 1925, unb zwar: 1. a) Kirchensteuer, allgemeine evgl. unb kathol. je 15 Pro§.: b) Kirchensteuer örtl. für Gemeinde Gießen: evgl. 7 Proz., kathol. 5 Proz., örtl. für die Gemeinde Heuchelheim und Klein-Linden je 10 Proz., örtl. für die Gemeinde Wieseck evgl. ^Proz. der Einkommensteuervorauszahlung. 2. a) Kultussteuern: Landjudenschaftsbeitrag 8 Proz. der für die Zeit April bis Juni,1925 gezahlten bzw. zu zahlenden Einkommensteuervorauszahlung: b) Kultussteuern örtliche. Die Sätze dieser Steuern sind bei den Zahlstellen zu erfahren-, Gewerbescheine für das Rechnungsjahr 1925 je zwei Reichsmark. 15. Juli: Lohnsteuer für die Zeit vom 1. bis 10. 7, sofern der Gesamtbetrag mehr wie 50 Reichsmark beträgt. 2 5. Juli : Lohnsteuer für bte Zeit vom 11. bis 20. 7, sofern der Gesamtbetrag für gen. Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. 7 einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 50 Reichsmark beträgt. Mit Ausnahme der Lohnsteuer können die angeführten Steuern noch innerhalb der siebentägigen Schonfrist ohne Zuschläge geleistet werden. Turnen, Sport und Spiel. Dom Turngau Hessen. Volkstümliche Wettkämpfe inMarbnrg Die in Nr. 147 unseres Blattes gebrachte Siegerliste bedarf nach den nun vorliegenden amtlichen Ergebnissen einiger Korrekturen, die nachstehend vorgenommen seien: Männer. Kugelstoßen, best- armig: 3. Sieg E. Spohrer, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 10,26 Meter: Speerwerfen: 3. Sieg O. Heuser, T. u. langen Schritten auf unb ab): „Ich verstehe. Sie benken ans Heiraten, irgendeinen alten, wohl- fjabenben Wirt zu nehmen, ber sich in Ihre engen Kleiber unb durchbrochenen Blusen vergafft hat. (Papa Fili, ber glaubt, baß ein Prinz für mich nicht gut genug ist!) Widersprechen Sie mir nicht, ich kenne dies, solche Pläne habt Ihr alle zusammen. Aber ich bitte Sie, bitte Sie ganz ernstlich, geben Sie sich nicht solchen Illusionen hin." Sie (protestierend): „Ich versichere Sie " Er (eifrig unb mit Nachdruck): „Rein, Fräulein, schauen Sie auf Ihre Zukunft mit ganz klaren Augen, unb Sie werden mir zugeben, daß dies nichts für Sie ist. Der Rachtdienst wird Ihren Teint nicht schonen, Ihre Augen werden ihren Glanz verlieren, — unb bald, ja früher als Sie benken, werden Sie wünschen, daß Sie niemals in diese Tretmühle geraten wären. Aber dann ist es zu spät. Jetzt dagegen haben Sie eine Gelegenheit, die sich vielleicht nie mehr bietet Geliebte Gabby, warum soll ich dies Gespräch fortsehen, dessen Lvrik aus einem Kolportageroman geholt war. Du verstehst, welche Rettungsplanke Herr Fellips im Auge hatte. Er selbst war natürlich die Gelegenheit, und ich das unvernünftige Kind, das sein wahres Wohl nicht verstand. Ich vermochte gar nicht zu antworten oder zu opponieren. Auf einmal hatten mich Müdigkeit unb Schlaflust überfallen. Ich konnte ihnen für mein Leben nicht wiberstehen. Und so kam es, daß ich gähnte. Herr Fellips unterbrach sich plötzlich in seinen beredten Ausführungen unb nahm eine Miene an, bie ich außer in Witzblättern sonst niemals gesehen habe. Der mächtige Bankdirektor sah ganz einfach schafig aus, so daß ich mich nicht zurückhalten konnte: erst ein tiefes langes Gähnen, unb bann ein ganz tolles Gelächter. Was unmittelbar barauf geschah, danach barfst Du mich nicht fragen. Wie sehr ich auch nachbenke, ich kann mich aller Einzelheiten nicht entsinnen. Ich weih nur, daß ich überfallen unb gegen eine Wand gepreßt würbe, baß meine Arme fest wie in einem Schraubstock saßen, baß mir ein Geruch von Alkohol unb Zigarrenrauch entgegenschlug ( Fortsetzung folgt.). Spv. Marburg, 40,50 Meter; Schlagbaß 3. Sieg H. Gabler, Tgde. Friedberg, 60,10 Mir.; Frauen: Hocksprung: 1. Sieg Minna Stoll und Gretel Wald- ichmidt, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 1,35 Meter; 2. Tilli Espach, Mto. Gießen, 1,30 Mtr.; 3. Charlotte Amend und Else Bickelhaupl, Mto. Gießen, 1,20 Meter; Weitsprung: 3. Sieg Elisabeth Wagner, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 4,57 Meter; Kugelstoßen, 4 Kg.: 2. Sieg Amalie Schwarz, -tgbe. Friedberg, 9,47 Meter; Weitsprung: 1. Gretel Waldschmidt, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 4,60 Meter, 2. Tilli Esbach, Mto. Gießen, 4,57 Meter, 3. M. Stoll, To. 1860 Bad-Nauheim, 4,41 Meter, 4. Am. Schwarz, Tgde. Friedberg, 4,36 Meter, 5. Gerta Schmidt, T. u. Spo. Marburg, 4,18 Meter, 6. Mana Röhmig, Mto. Gießen, 4,08 Meter; 4mal 75-Mtr.- Staffel: 1. To. 1860 Bad-Nauheim, 43,6 Sek. Jungmannen: 200 -Meter «La u f: 1. Gartenschläger, Tv. 1846 Gieße n, 25,8 Sek.; S p e e r- wurf- 1. I. Schneider, T. u. Spv. Niederwalgern, 39 50 Meter; 2. E. Dilges, Tv. 1846 Gießen, 3 9 20 Meter, 3. Bundt, A. T. B. Marburg, 36 90 Meter; K u g e l st o ß e n, beidarmig3 3. Sieg W. Schäfer, Tgde. Friedbera, 15,66 Meter. — Daß sich auch Landoereine an diesen Kämpfen der Besten beteiligen können, das bewies das Beispiel der Vereine Großen-Linden, Klein-Linden, Treis a. d. Lda. u. q„ die, wie unser Hauptbericht bereits gezeigt, in den verschiedensten Konkurrenzen siegreich waren. ^eldbergturnen. unserem Bericht in Nr. 148 unseres Blattes ist zu berichtigen, daß dos Faustballwettspiel 2:0 zugunsten der Turngemeinde Friedberg zu buchen ist, die mit 54:45 Bällen gegen Turnverein 1866 Frankfurt a. M. Sieger wurde. Wir begrüßen diesen schönen Erfolg des Gaues Hessen beim Feldbergturnen. Unsere erste Angabe beruhte auf einer Nachricht von Frankfurt, die als Falschmeldung an alle Zeitungei gegangen ist. Um die Beschaffung der von Turnern des Gaues Hessen in der Oberstufe und Krim Altersturnen errungenen Preise haben mir Ims weiter bemüht. Bis heute war uns ein Einblick in die S i e g e r l i st e , die von der Festleitung als „abhanden gekommen" erklärt wird, aber noch nicht möglich. Wir werde» es nochmals versuchen, die uns interessierenden Ergebnisse zu erhalten Gelingt es uns nicht, so ist die Schuld anderwärts zu suchen. 1622377 deutsche Turner. Die Deutsche Turnerschaft zählt nach dem soeben veröffentlichten amtlichen Ergebnis der Bestandes- aufhebuna 1 622 377 Mitglieder. Ueber 14 Jahre alt sind 1 109 521 männliche und 160 667 weibliche Mitglieder, dazu kommen 218 010 Knaebn u. 134 179 Mädchen. Im Alter zwischen 15 und 21 Jahren — also für Jugendpflege gehörig — befinden sich 336 873 männliche und 106 455 weibliche Turner. Diese mehr als 11 Millionen Turner sind in 19 Kreisen der D. T.: Sachsen, Mittelrhein, Bayern, Thüringen, Westfalen, Schwaben, Baden, Brandenburg, Rheinland, Hannover-Braunschweig, Schlesien, Pfalz, Norden, Unterweser, Provinz Sachsen, Oberweser, Pommern und Nordosten organisiert. Den größten Turnkreis bildet der Freistaat Sachsen, der 253 641 Mitglieder umfaßt und damit seine Stellung als größter der 18 Kreise weiter innehat, dem vorigen Jahr gegenüber — damals zählte er 245 363 — seine Mitgliederzahl sogar noch um einiges erhöht hat. An zweiter Stelle steht der Kreis 9 (M i tt e l r h e i n) mit 185 523 Mit- gliedren, zu dem auch ganz Hessen, gehört, der seine Mitgliederzahl im großen und ganzen gewahrt hat. Der drittgrößte Kreis ist der bayerische mit 154 746 Mitgliedern. Der kleinste Turnkreis der D. T., nämlich Kreis Nordosten, weist immerhin die stattliche Zahl von 21 667 Turnern und Turnerinnen auf. Vergleicht man die Gesamtzahlen des vorigen und des jetzigen Jahres — sie betragen 1655 059 Bereinsangehörige gegenüber 1 622 377 — so muß man eine, wenn auch unwesentliche Verminderung feststellen. Hier mögen die wenig günstigen wirtschaftlichen Verhältnisse ihren Einfluß geübt haben, immerhin hat aber, wie diese Zahlen verkünden, nicht nur verstandesgemäße Erkenntnis der Notwendigkeit von Turnen und Sport, sondern auch Liebe zu turnerischer und sportlicher Tätigkeit diesen Einfluß fast gleich Null gemacht. Wirtschaft. Die SpareinlagenbeWegung. Wie bekannt, betrugen die Spareinlagen in Preußen Ende vorigen Jahres 404,1 Mill. Mark, sie sind bis Ende Mai auf 725,5 Mill. Mark gestiegen, haben sich also innerhalb von fünf Monaten um 321,4 Millionen oder 83,8 Prozent (rund 84 Prozent) vermehrt. Die monatliche Zunahme beträgt im Durchschnitt 67,6 Mill. Mart, allerdings zeigt sich in den genauen absoluten Ziffern eine sinkende Tendenz. Die — teilweise durch die Zinszuschreibungen erklärte — Zunahme im Januar ist um 17 Millionen höher als im Mai, auch hierin zeigen sich die Folgen der gegenwärtigen Krise. Runmehr liegen auch die Zahlen der amtlichen Sparkassenstatistik für Bayern vor, die dos erfreuliche Ergebnis zeigen, daß die Einlagen in den fünf Monaten ds. IS. sich mehr als verdoppelt haben. Sie sind von 34,49 auf 69,97 Millionen Mark gestiegen. Bayern hat somit bereits den zehnten Teil seines Einlagebestandes von 1913 erreicht, das ist von den bisher veröffentlichten Statistiken das günstigste Ergebnis. In Württemberg werden die Spareinlagen auf 46,7 Millionen Mark geschäht, gegenüber 29,5 Millionen Ende Januar 1925. Für die anderen Bezirke liegen exakte und vollständige Ziffern noch nicht vor, es kann aber damit gerechnet werden, daß noch im Lause dieses Jahres die amtliche Reichsstatistik einsetzt, so daß dann der Ueberblick und die Vergleichs- Möglichkeit für ganz Deutschland gegeben sind. Aber schon jetzt bieten die Veröffentlichungen von Preußen und Bayern einen wertvollen An- haltsvunkt für die Beurteilung der innerdeutschen Kapitalbildung, soweit sie sich bei den Sparkassen vollzieht. Das Ergebnis blieb trotz de" Geringfügigkeit der Zahlen, wenn man sie mit 1913 in Beziehung seht, immerhin günstig, zumal, wie die Berufsstatistilen einzelner Kassen zeigen, vor allem in größeren Städten der Anteil der festen Lohn- und Gehaltsempfänger an den Spareinlagen relativ hoch ist. Rach den vorliegenden Statistiken ergibt sich folgendes Bild der Spareinlagenbeivegung: in Millionen Mark Preußen Bayern Württemberg Ende 1924 404,1 34,4 — Januar 1925 482,3 42,8 29,5 Februar 1925 553,9 50,0 34,2 März 1925 621,4 58,0 38,3 April 1925 682,0 63,8 42,3 Mai 1925 742,9 69,6 46,7 * Ludwig Ganz A. G., Mainz. Wie die „Frankfurter Zeitung" hört, haben in Mainz wiederum Verhandlungen zwischen der Leitung der Gesellschaft und dem im Jahre 1924 gebildeten Stützungskonsortium stattgefunden, um auf dem Vergleichswege eine Erledigung der Stützungsaktion, an welcher die Allgemeine Elsässische Bank- aesellschast beteiligt ist, herbeizuführen. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, doch scheint Aussicht auf Erfolg vorhanden zu sein. Die Stützungsaktion hatte den Betrag von 60 000 Pfund Sterling umfaßt. • D i e Lage der Sieaerländer Eise n st e i n i n d u st r i e. In der jüngsten Sitzung des Siegerländer Eisenstein-Vereins wurde erneut auf die bereits öfter berichtete außerordentlich ungünstige Lage der Industrie hin- gewiesen. Die schlechte Situation des Roheisenmarktes hat bereits zur Dämpfung mehrerer Hochöfen im Siegerland geführt, und erst kürzlich wurde bekanntlich beschlossen, die zur Mannes- mann-Gruppe gehörenden Stabeisensteingruben Gilberg und Caroline stillzulegen. Es besteht für die nächste Zeit keine Hoffnung auf eine Besserung. Für Juli bleiben die Stabeisensteinpreise unverändert. • Ausschreibung vonDollarschecks Die Mitglieder der Stempelvereinigung werden vom 1. Juli ab entsprechend dem Vorgehen der Reichsbank Schecks auf Rord-Amerika bis zum Betrage von 1000 Dollar grundsätzlich nur in einem Exemplar ausschreiben. * Th. Goldschmidt A.-G., Essen. Die H. V. genehmigte einstimmig den Abschluß, der 6 Proz. Dividende für die Vorzugsaktien, gleich 18 000 Mk., und Vortrag des Reingewinnes von 201 363 Mk. vorsieht. Die Verwaltung teilte mit, daß der Betrieb im Jahre 1924 infolge der Störung durch die Besatz!,ng erst langsam wieder aufgebaut werden konnte. Die hohen Steuern, die bei knapp einer Viertelmillion Reingewinn etwa 1,250 Millionen ausmachten, haben den Abschluß sehr beeinträchtigt. Man mußte sich auch entschließen, unrentable Betriebe, die man nur auf Grund sozialer Rücksichten solange durchgehalten habe, abzubauen. Dagegen habe man auf Grund neuer Erfahrungen und La- boratoriumserfolge den Betrieb auf der anderen Seite weiter ausgebaut. Die Liquidität fei auf Grund von Aktienverkäufen fremder Gesellschaften wie eigener Verwertungsaktien im Anfang des Jahres so günstig, daß man Bankkredite kaum in Anspruch nehme. Trotzdem habe man vorsorglich noch einen mehrjährigen festen amerikanischen Kredit zu günstigem Zinsfuß abgeschlossen. • Oberfchlesische Kokswerke und Chemische Fabriken 21.-®., Berlin. Die o. H. V. genehmigte den Abschluß für 1924. Es werden 6 Prozent Dividende verteilt, 30 000Rm. dem Reservefonds, je 20 000 Rm. dem Deamten- und Arbeiterpensionsfonds überwiesen und 352 232 Rm. vorgetragen. Die Firma wird derart geändert, daß das Wort „Oberschlesische" Wegfällen soll, da sich nur noch zirka 22 Prozent des Besitzes der Gesellschaft in Oberschlesien befindet, während der Rest über das Reich zerstreut liegt. Die Verwaltung wurde ermächtigt, zu gegebener Zeit an Ordre lautende Schuldverschreibungen bis zu 25 Prozent des 2lK auszugeben. Sie hat zwei langfristige Auslandskredite ausgenommen, nämlich 400 000 Pfund bei Hel- bert, Wagg & Co., London, zu 7ll3 Prozent, fällig 31. 12. 1944, und eine 4 Millionen Rm.- Anleihe bei der Schweizerischen Kreditanstalt zu 7 Prozent, fällig 1. 7. 1940. Zur Geschäftslage wurde von der Verwaltung nichts mitgeteilt, da gegenwärtig keine Voraussagen gemacht werden könnten. * Zunahme der belgischen Eifen- produktion im Mai. Rach der nunmehr amtlich vorliegenden Statistik ist laut Brüsseler Meldung des „Industrie Courier' die belgische Eisenproduktion im Mar auf 274 800 Tonnen von 264 850 Tonnen des vergangenen 2lpril gestiegen. Die Stahlproduktion ist von 244 910 Tonnen im April auf 246 510 Tonnen im Mai angewachsen. Die Zinkproduktion hat sich mit 14 300 Tonnen nur unwesentlich vermehrt. *- D i e Konkurse in Polen. Im Jahre 1924 wurden in ganz Polen 128 Konkurse gezählt. Davon entfallen auf Posen und Pommerellen 51, auf Kongreßpolen 53, Schlesien 17 und Kleinpolen 7. Am größten war die Zahl der Konkurse des Handels mit 83, in der Industrie betrug die Zahl der Konkurse 23 Frankfurter 2rb:nbb5rfe. Frankfurt a. M., 1. Juli. Die heutige Abendbörse verlief ruhig, das Geschäft beschränkte sich auf führende Werte, die nur in geringem Umfange umgesetzt wurden. Die Stimmung war nicht unfreundlich, obwohl für einen Teil der Chemiewerte Realisationsneigung bestand, die zu Kursabschlägen von etwa 1 Prozent führten. Die übrigen Märkte zeigten gehaltene Kurse. Von Mvntanwerten konnten sich Deutsch-Luxemburger im Kurse leicht erhöhen. Etwas Geschäft vollzog sich in ausländischen Renten, ohne indes Kursoeranderungen hervorzubringen. Der deutsche Anleihemarkt war umsatzlos. KriegsanDatum: Banknoten. Motorenwerks Mannheim ffrantfartet Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metaügeselvchaft Franks«» Bet. Uitton Ä -G. .... Schublabrtt H«z Sichel............. Zellstoff Saldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Daabaulei . . y/, MeichSanteibe 4% Deutsche NeichSanlcih, 8'/,% Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche Reichsanleide Deutsche Sparvrämienanletde 4°/o Preußische Koniois - ■ • <% Hessen 3'/,% Hessen 3*/e Hellen ...... Deutsche Wertb Dollar-Snl. dto- Doll -Schav-Lnireisug-Ü «*/o Zolltürken 6*/. Goldmerikaner ... • Berliner Handelsgesellschaft Eonunerz- und Pnvat-Lank Dannst- und Naitonalvank Deutsche Bank Deutsche BeretnSbank .... DiSconlo Lommandit . . Metallbau! ........ Mitteldeutsche Kreditbank Örlleerrichische LreditanstaU Weltbank ....... Bochumer Gnß ....... Buderus ........ Karo ......... »-Luxemburg .... irchener Bergwerke. . Harpener Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte ■ ....... Oberbrdarf Pdonll Bergbau ...... Rdeinslabl .......... Rtedeck Montan TelluS Bergbau . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Ehcramtsche Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Pbiltvv Holzmann ..... Anglo-Tonl -Guano . . . . . Badische Anilin........ Chemische Maver Alavst» *. Goldschmidt ..... Griesbeimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ........ Rütgerswerke . ....... Schetdeanstalt «llg. EleklrtzttLts-Gesellschas» BtfflffiflHH . . ....... Mamkrafvoae»........ Schuckert Siemens ck HalÄ» ...... Adlerwerke Kley« ..... Daimler Motor«. ...... Berliner Börse. tEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 1. Juli. Die wenig günstigen Wendungen in den deutsch-französischen Handels- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (=IU Billionen Mark auSgedrückt. BueooL-AtreS, London, Neu- York. Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Em betten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. leihen hörte man zu 0,412 nennen. Die Abendbörse schloß mit Neigung zum Nachgeben. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihe 5900. Ausländische Renten: Zolltürken 7,3, Bagdad II 7, Ungarische Goldrente 8,2, Bulgarische Tabak 17,50, do. Coupons 15. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 120,50, Comerzbank 98,25, Darmstädter Bank 120,25, Deutsche Bank 120,12, Discontogesellschaft 107,87, Mittel- deutsche Creditbank 97, Oestereichische Kreditaktien 7,25. Montanaktien: Deutsch-Luxemburger 73,50, Mansfelder 62,50, Tellu s 2,25, Kali Aschersleben 15,75, Kali Westeregeln 126,50. Chemische Werte: Badische Anilin 125, Chemische Griesheim 117, Scheideanstalt 110, Elberfelder Farben 117,75, Th. Goldschmidt 88, Höchster Farben 117,50. Schiffahrtsaktien: Nordd. Lloyd 62,25. Jndustrieaktien: AEG. 96,25, Dyckerhoff & Widmann 44, Eßlinger Maschinen 60, Fuchs Waggon 0,725, Rheinmetall 36,85, Lechwerke 78,50, Voigt & Häffner 75. Börsenkurse. Frankfurt a-M- Berlin Sd)lu[;- Jutta Sdtfu&R. AbenS- jbrie Schluß, flu , SrMuftlt Dllttaq Mrb 30. & I7.| 30. 6. | 1 7. 0.42 0.412 0 42 0.415 - 0,50 0,55 1.5575 il.53 — 1.5425 1.5375 0.69 0,68 0.6925 0.69 0,30 0,29 0.31 0,29 0,55 0,53 0.555 0.5 — 0,79 0 74 0.67 0,57 — - — 0.4-3 0,49 0 55 0,58 89.75 89,75 91.75 91.75 93 4 93,4 93.4 93.5 1 7,3 7.3OJ 7,3 7,3 I 35 35 - — 121.25 120.5 122 131,5 98.25 08.25 98,25 98.25 120 120,25 120.25 120.13 120.25 120.13 120,50 120,50 108 107,9 108.13 108.13 3.50 92,75 — — 97.75 97 97 97 .,25 7.25 7.625 7,25 0,1 0,1 0,15 — — — bl 61 8.5 57,9 58.75 58.90 54.5 — 53 52 72.75 73,5 73.13 73.40 63.50 63 63.25 6.3.4 118 1b.5 15,75 118.5 117,25 16.13 16,13 15. 5 126 126,5 19.60 19.40 52 51 50,5 51,5 50,25 57,75 ."16,25 58 94 •14,75 94,90 94,50 75,75 75.25 15 75,75 76 76,13 77 71 2,4 2,25 — - 58.75 58,1 58.90 59,40 62.13 62.25 63.50 62,75 -4. — _ 7.1 63,25 73,75 — 63 63,5 63,5 — —> 101 104.75 124 125 124,75 126,5 ■ — 0.45 — — 87 88 88 87 116 117 117,13 118 116.65 11-.50 117 118 6.4 6.20 — — 79 71 5 73 72,75 10«,50 110 — — 96,75 96.25 96.75 96,75 75,75 76,5 87 25 <5,5 75,30 86 — — 64 65 61.25 64,75 81,5 81,5 81.50 81,75 63,25 65 63.5 64,75 60,5 60 60,25 60 44,75 42,5 — — 45 45 42 44,5 — 70 70,5 0,41 0,41 — — 0.85 0,85 0,87 1 105,5 106,25 — —w 70 69 2,3 2,3 2.6 2,45 2,62 2,7 40,13 41.25 38 40 10.8 10 80 10.9 H 87,25 85,5 — 67,75 68,5 65,13 67 30 Juni 1. Juli Amtliche Geld Hoti rung Briet Amtliche Keld Notierung Brief Lmfl.-Ron- Bucn.-AirrS 168.04 168,46 168.01 168,46 1.692 1.696 1,694 1,698 Brss.-Antw. 18 63 18,87 18,66 18,70 eijriftianta. 74,81 74.99 74,4b 74,64 Kopenhagen 84.34 84,56 84,26 84,48 Stockholm • 112.47 112,75 112.51 112,79 HelllngforS. 10,5'5 10,605 10.51 2 10,602 Ölalten . . - 14.76 14.8b 14.21 14,25 London. . 20,393 20,445 20,394 4,195 20,446 Neuyork .. 4.195 4,205 4.205 PartS. . . . 18.99 19,03 18,79 18,93 Schweiz . . 81 46 81,66 51,46 81,66 Spanien - 60.87 61,13 61.02 61.18 Wdi Ian. Dien in D-- 1.715 1,719 1.709 1,713 0 452 1.454 0.446 0.448 CeR. abgest. 59.057 59,197 59,097 59,19. Prag .... 12.43 12.47 12-43 12.47 Belgrad .. Budapest. . 7.345 7,365 7,407 7,427 j.895 a,915 6,915 Bulgarien. joffabon . 4,03 3.04 3,025 3,035 20 475 :0,525 20,475 20,525 80 90 11,10 80,88 81.08 2-255 2,265 2,265 2,2*5 7.01 Athen- . 6 94 6.96 6.99 Berlin, 1. Juli. Geld Brief Slmerilantsche Note» . , ,, , 4,177 4.197 Belgische Noten ....... 18.57 18,67 Dänische Noten ....... 84,39 84.81 Enalische Noten........ 20.358 20.458 Französische Noten ...... Holländische Noten ...... 18,70 167,63 18,80 168.47 italienische Noten ...... 11,24 14,32 Norwegische Noten...... 74,62 74,98 Dentsch-Ocsterr-, ä 100 Kronen 59.16 59.46 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 112,2-2 112,78 Schweizer Noten....... 81,65 82,07 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Sloten . . 60,87 12,39 61,17 12,47 Ungarische Noten. . ... 5,85 6.89 Vertragsverhandlungen beherrschten heute anfangs die Börse. Es zeiate sich eine Verschiedenheit in der Beurteilung der weiteren Aussichten dieser Verhandlungen, die sich in einer gewissen Unsicherheit ausprägten. Obwohl die ungewöhnliche Materialknapvheit an den Spekulatrons- märkten noch nicht behoben war (wenn auch in den letzten Tagen hier eine Erleichterung etn- getreten ist), ferner ber Ultimo ohne nennenswerte Schwierigkeiten abgegangen ist und die Derbands- bildung in der westdeutschen Eisenindustrie Fortschritte zeigte, bröckelten Montan- und anders Werte anfangs leicht ab. Auch heimische Staatsanleihen flauten nach vorübergehender Besserung wieder ab. Demgegenüber lenkten besonders Kaliaktien die Aufmerksamkeit auf sich, weil sie noch zu außerordentlich günstigen Kursen zu haben sind und mehrfach für Anleihezwecke gekauft werden. Lebhaft erörtert wurde der Gegenantrag der Verwaltung für die Südsee- Generalversammlung, der bekanntlich eine Sonderausschüttung an die Aktionäre nicht vorsieht und darum kommentiert wird, daß bei der Gesellschaft überhaupt nicht solche Guthaben seien, wie diese mehrfach genannt wurden. Die einwandfreie Klärung dieser Frage wird wohl erst in der Hauptversammlung erfolgen. Der Güdsee-Kurs erfuhr eine leichte Senkung auf 42. Am Devisenmarkt erreichen der Franken und die italienische Lira jeden Tag einen neuen Rekord-Tiefstand. PariS senkte sich heute gegen London auf 108,75, Mailand gegen London auf 140,5. Die deutsche Mark und das englische Pfund find dagegen etwa« fester. Die Mark wird aus London mit 20,42, aus Paris mit 5,319/t gemeldet. Der Geldmarkt ist etwas entspannt, tägliches Geld 91/, bis 111 ? Prozent. Monatsgeld IO1/. bt8 11 Prozent. :fur*cr Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a .M., 1. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 23,50, Roggen, inländ. 19 bis 21,50. Hafer, inländ. 18,50 bis 22,50, Mais (gelb) 21 bis 22. Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36,50, Roggenmehl 29.50 bis 30, Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz befestigt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 1. Juli. Am Produttenmarkte trat eine kaum nennenswerte Veränderung ein. Starker Bedarf besteht für prompte Ware. Termine blieben ruhig. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (Zuli) 261.50, Roggen (märf.) 222 bis 225, Roggen (Juli) 213.50 bis 214.50, Futtergerste 204 bis 218, Hafer (mark.) 232 bis 241, Hafer (Juli) 196 bis 195.50, Mais (loko Berlin) 213, Raps 350 bis 365; für je 100 Kg.: Weizenmehl 33.75 bis 36.00, Roggenmehl 30.00 bis 31.50, Weizenkleie 13.00, Roggenkleie 13.90, Diktoriaerbsen 26 00 bis 31.50, kleine Erbsen 25.00 bis 26.50, Futtererbsen 21.00 bis 24.00, Peluschken 21.00 bis 23.00, Ackerbohnen 21.00 bis 22.00, Wicken 24 00 bis 26.00, Lupinen (blau) 11.50 bis 12.50, Lupinen (gelb) 14.00 bis 15.50, Rapskuchen 15.50 bis 15.60, Leinkuchen 22.20 bis 22.80, Trocken- schnihel 10.20 bis 10.80, Kartoffelflocken 21.80 bis 22.20. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das AmtsverkündigungSblats Rr. 52 vom 30. Juni enthält: Verbot der Geflügel-Einfuhr aus Italien. — Die Eröffnung des Flughafens Gießen. — Deckgeld für Bedecken der Stuten. — Straß enfperre. — Vermeidung der Staubentwicklung bei Bauten. — Festsetzung des Marktstandgeldes für die Stadt Grünberg. — Dienstnachrichten. — Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizeivervrdnun- gen der Gemeinden Wieseck, Weitershain, Dil> lingen und Dorf-Gill. AkchNche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschaft. Sabbatseier den 4. Juli 1925. Freitag abend 7.45, Samstag vorm- 8 00, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.40, Wochengottesdienst morgens 6.30, abends 7.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 3. Juli. 12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4 Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Hausfrauen-Rachmittag. Programm u. a.: „Die Erhaltung der Rährwerte bei der Obstverarbeitung", Vortrag von Frau Marianne Simon. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): AuS „Soll und Haben" von Gustav Frehtag (Fortsetzung). 6.30 bis 6.45 Uhr: Juristenfunk. 6.45 bis 7 Uhr: Die Besprechung. 7 bis 7.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule. Vortrag von Prof. Dr. Schultz: „Kunst und Charatter Heinrich von Kleists". 8 bis 8.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Ueber die Ziele und Aufgaben des hessi- scheu Gebirgsvereins". Vortrag des erften- Vorsitzenden, Justizrat Wenning. 8.30 Uhr: Der Detter aus Dingsda. Operette in drei Akten von Eduard Künnicke. Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. Schlechte Säfte im Blut find die Ursache vieler Leiden. Wir raten, 30 Gramm echte Herbex-Kerne zu kaufen und damit eine Blut» auffrischungskur zu beginnen. 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Angebots- Vordrucke werden daselbst solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen zu dem am 15. Juli d. IS., vormittags 10 Llhr, stattfindenen Eröffnungslermin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 30. Juni 1925. Kreisbauverwaltung Gießen. Mn Brandt Neuen Baue 22 Sonnige möbl.Zininier Gute Verpflegung. Tel. 1085. 5- c a1-, faslMltta mit guten Zeugnissen gesucht. Louis Vogt, 05«S« Metzgerei, Neuenweg 19. X & c p -ft ä-..6 2 □ Ludwlgsplatz-Drogerie neben meiner inzwischen notgedrungener weise errichteten Neustadt-Drogerie weiter. Indem ich dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe, empsehle ich mein Unternehmen mit der Zusicherung strengster Reellität nnd ausmerksamfter Bedienung einem geneigten Wohlwollen Hans Noll Roonstrahe 2, Ecke Kaiser-Allee — Telephon 626 Ludwlgsplatz-vrogerie und Neustadt-Drogerie. Bekanntmachung Die Erd- und Maurerarbeiten zur Vergrößerung der Fuhrwerkswage an der Frankfurter Straße Hierselbst sollen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind bis spätestens Montag, den 6. Juli. vorm. 12 Uhr, bei dem Stadtbauamt. Asterweg 9, abzugeben, daselbst sind Angebotsvordrucke erhältlich. - Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 30. Juni 1925. 65126 Stadtbauamt. Braubach. Tüchtiges Mädchen gesucht. Näheres omm Marktplatz 21. Zwei FelHiuieden und ein Amboß zu verkaufen. Zu erfrag, f. d. Ge- schästsst.d. G. A. 0>w Nachstehende Bekanntmachung des KreiSs amts Gießen bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 1. Juli 1925. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Betr.: Die Eröffnung d.Flughafens Gießen. Auf Grund des Art. 65 des Gesetzes betreffend die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juli 1911 wird für die am 5. Juli 1925 stattfindende Eröffnung des Flughafens Gießen verordnet, was folgt: Polizeiverordnung. § i. Während des 5. Juli 1925 wird in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit das Gelände, welches umgrenzt wird, im Süden von der Kreissttahe Gießen — Rödgen, im Osten von dem Bahndamm Gießen—Fulda, von dessen Kreuzung mit der Kreisstrahe Gießen—Rödgen bis zum Ostrande des Waldes, genannt der Junkernstrauch, sodann in nördlicher Richtung durch den Wald bis zur Struppmühle, im Norden von der Wieseck bis zur Gansmühle, von dort in südlicher Richtung auf die Kreis- straße Gießen-Rödgen zu am Ostrande des Trieb entlang, polizeilich gesperrt. § 2. Für die Dauer der Sperrzeit ist jdas Betreten des obenbezeichneten Gebietes nur mit Ausweisen der Flugleitung, oder nach Lösung der von dieser ausgegebenen Eintrittskarten und lediglich auf den von der Flugleitung hierzu bestimmten und kenntlich gemachten Zugangswegen ge- stattet. MM Zufolge Absage verschiedener Vereine findet -er Blumenkorso Sonntag, den 5. d.Mts^ nicht statt. Die Prämiierung des Jenster- u. Balkonschmuckes wird bestimmt am 25. Juli ßMUAMMl 22 Jahre alt, aus der Zigarren-Industrie, Harry Piel in seinem neuen atemraubenden Abenteuer SchnelleralsderTod Nicht einen Moment lässt die atemlose Spannung dieser Wettfahrt mit dem Tode nach. Gefahren im zertrümmerten Auto, über einstürzende Brücken, gähnende Abgründe, im rasenden Motorboot Ein echter, neuer Harry Piel, voll atemraubender Spannung und einer Kette aufpeitschender Sensationen Zitternd vor Erregung begleiten Sie in seinem neuen Film Harry Piel bei seinem Wettlauf mit dem Tode der ihn stärker und schneller als den Tod zeigt Ferner das auserlesene Beiprogramm. 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Der Vorstand besteht je nach den Bestimmungen des Auffichtsrates aus einer Person oder aus mehreren Mitgliedern. DieVorstands- mitglieder und deren etwaige Stellvertreter ^werden durch den Aufsichtsrat bestellt. gßon diesem können sie auch abberufen werden. Ihm steht es auch zu, über die ^Verteilung der Geschäfte unter den Vor- standsmitgliedernBestimmungen zu treffen, Die Gesellschaft wird rechtsverbindlich, insbesondere in Bezug auf die Zeichnung der Firma ber treten: 1. wenn der Vorstand aus einem Mitglied besteht, durch dieses, oder einen Prokuristen, 2. wenn der Vor. stand aus einem nicht mit dem Rechte der Alleinvertretung ausgestatteten Mitglieds oder aus mehreren Mitgliedern besteht, durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch das eine Vorstandsmitglied und einen Prokuristen, oder durch zwei Prokuristen. Stellvertretende Vorstandsmitglieder stehen in Beziehung auf die Vertretungsbefugnis den ordentlichenMit- gliedern gleich. Der Aufsichtsrat kann einzelnen Mitgliedern des Vorstandes und auch Prokuristen die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein zu vertreten. Die Zeichnung der Firma geschieht in der Weise, daß dieZeichnenden zu der Firma derGesell- schaft ihre Namensunterschrift hinzufügen und zwar die Prokuristen mit einem dieses Verhältnis andeutenden Zusatze. Zum Mitglied des Vorstandes ist bestellt Regierungsassessor Ludwig Schmidt in Gießen mit der Befugnis, die Gesellschaft allein zu vertreten; zu stellvertretenden Mit- gliedern des Vorstandes sind bestellt Robert Behrends und Bankdirektor Franz Zeller, beide in Gießen, mit dem Recht, gemeinsam die Firma zu zeichnen. Die Berufung der Generalversammlung und sonstige Bekanntmachungen erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. Die Gründer der Gesellschaft sind: Provinzialdirektor Heinrich Graef, Oberbürgermeister Karl Keller, Geh. Hofrat Prof. Dr. WalterKönig, Bankdirektor Ludwig Griesbauer, Direktor Peter Thome, sämtlich in Gießen. Die Gründer haben alle Aktten übernommen. Die Aktten lauten auf den Inhaber. Ihre Ausgabe erfolgt zum Nennbetrag. Mitglieder des Aufsichtsrats sind: Provinzialdirektor Heinrich Graef, Oberbürgermeister Karl Keller, Geh. Hoftat Prof. Dr. Walter König, Bankdirektor Ludwig Griesbauer, Direttor Peter Thome, sämtlich in Gießen. Die mit der Eintragung eingereichten Schriftstücke, insbesondere der Prüsungs- bericht des Vorstandes, des Aufsichtsrats und der Revisoren können während der Dienststunden auf der Gerichtsschreiberei des unterzeichneten Gerichts eingesehen werden, derPrüfungsbericht der Revisoren auch bei der Handelskammer Gießen. Gießen, den 30. Juni 1925. 6524c Hessisches Amtsgericht. Bezirks- Inspektoren sow. abgcbaute Beamten von erster Versicherungs - Gesellschaft gegen feste Bezüge gefucht. Schrift!. Angebote unter 05610 an den Gieß. Anz. erbeten. Braver [WjD Zunge in die Lehre gesucht. Böderei £. Benöe Bahnhofstraße 12. Ehrliches, fleißiges WA» per sofort od. 15. Juli gesucht. Stückratb, Aster weg 47. [«mD § 3. Das Betreten des durch weiße Fahnen kenntlich gemachten Start- und Landungsplatzes der Flugzeuge auf dem »Stol-en Morgen" bei der Ochsenwiese ist von 9 Ahr morgens an bis zum Eintritt der Dunkelheit für alle Personen, welche nicht von der Flugleitung ausdrücklich hierzu ermächttgt sind, wegen der damit verbundenen Lebensgefahr verboten. • § 4. Die Kreisstrahe Gießen - Rödgen wird von 1 Ahr nachmittags bis zum Eintritt der Dunkelheit für jeden Durchgangsverkehr von Fußgängern gesperrt. Sie dient lediglich dem Verkehr vom und zum Flugplätze. Ebenso ist die Kr eissftahe Gießen- Rödgen für den Durchgangsverkehr von Fahrzeugen jeder Art gesperrt. Fahrzeuge dürfen diese Straße nur in der Richtung nach dem Flughafen befahren. Die Rückfahrt hat über die 7. Schneise - Grünberger Sttahe zu erfolgen. Ausgenommen hiervon sind Fahrzeuge, die Zwecken der Flugleitung dienen, und deren Führer im Besitz eines von der Flugleitung ausgestellten Ausweises find. § 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafen big zu 90 Reichsmark bestraft. Gießen, den 27. Juni 1925. Kreisamt Gießen. ____________gez. Graef._______65109 Bullenverkauf. Die Gemeinde Rvdheim a. Bieber verkauft auf dem Wege der Submisfion einen vollfleischigen, schlachtreifen Vogelsberger Dullen. Angebote auf pro Zentner Lebendgewicht sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift bis 7. Juli 1925, vormittags 9 älhr, bei der Bürgermeisterei Rodheim a. Bieber abzugeben, woselbst im Anschluß daran ba- Oeffnen der Angebote erfolgt. 6515D Der Bürgermeister. Leicht. Be&eutenöer Pecflfljeninflstotuem sucht für den hiesigen Bezirk tWen Weiter mit guten Beziehungen zu Handel-, Industrie- und Privatkreisen gegen vorteilhaften Dauervertrag. Auto mit Fahrer wird z. Verfügung gestellt. Offerten u. F. E. A. 310 an Rudolf Moffe, Frankfurt a. M. erbet.s""'ss auch kleinere Parzellen, in der Heuchelheimer Flur gelegen, gegen Kaffe zu kaufen gefucht. Schrift!. Angebote mit Gröhen- angabe und Preis unter 6525D an den Gießener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Die Leseholzerlaubniskarten werden mit Wirkung vom 1. August ds. Js. an für ungültig erklärt. Anträge auf Neuausstellung von Erlaubniskarten sind unter Vorlage der alten Karten beim Rechnungsamt, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, zu stellen. Die Gewährung einer neuen Grlaubniskarte kommt nur im Falle dringender Bedürftigkeit in Frage. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Forstaufsichtspersonal angewiesen ist, die nach dem 1. August ds. Js. ohne neuen Ausweis angetroffenen Leseholzsammler zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 30. Juni 1925. . 6511B Der Oberbürgermeister. ______3. D: Dr Rosenberg.______ Submission. Die Gemeinde Allendvrf a. d. Lahn vergibt auf dem Wege der Submission Freitag, den 3. Juli, nachmittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei einen Vogelsberger Gemeindebullen. Angebote find pro Zentner Lebendgewicht auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Bedingungen zu ersehen sind. Allendvrf a. d. Lahn, den 30. Juni 1925. Bürgermeisterei Allendvrf a. d. Lahn. | MietgesuciuT Kleiner leeret Kaum ober leeres gimmer mit separatem Eingang z. Jeinmechan.- Werkstatt gesucht. Off. u.534 anHerso. Plockstr. 5. [6508h (Stellenangebote! Existenz. Leistungsfähige Zigarrensabrik sucht rührigen Vertreter für Oberhessen geg. hohe Provision. Von Herren, die an intensives Arbeiten gewöhnt, sind schrtftl. Angeb. unter 6496D a. d. Gieß. An», erw. ßobtlmafibinen für Kleinbetriebe z. Abrichten, Kehlen, Stuten, Fräsen, Lang- lochbohren und für Kreissäge; ferner Patent - iMerroelten mit u. ohne Zubehör, Lager, Riemenscheibe usw. zum Selbstansert., sowie alle and. Maschinen. Schr. Angeb. unter 6516D a. b. Gieß. Anz. | Kaufgesiichel Zwei kl. Tische, 1 Menschmk nebst verschließbar. 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