Rr. 126 Erstes Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 2. Juni 1925 Erscheint täglich, außer dann- und Feiertags. Beilagen-. GießenerFamilienblüller Heimat im Bild. Monats-Vezngrpreir: 2 Boldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge häherer Gewalt. Fernfprech-Anschlüsfe: Schriftleitung 112, Btt- lagundGeschSftsstelle51. Anschrift für vrohtnach- richten Lnzeiaerriehen. postscheckronto: Frankfurt a. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruü und Verlag: vrühl'fche Univerfitülr-Buch- uni) Stcinörudcrci R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnnmmer Dis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichKeil. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8,auswärts 10 Goldpfennig; für Re- ltlame-An;eigenv.70nim Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20" ,Auf- , schlag. - Verantwortlich für Politik u. Ftuilleton: I)r.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Festtage in Kufstein und München. Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland. — Eröffnung der deutschen Verkehrsausstellung K u f ft c i n, 1. 3 uni. (QSB.) Die Tagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande begann SamStag vormittag mit einer Frauentagung. die von Frau Prof. Aly aus Freiburg eröffnet wurde. Frau Aly wies in ihrer Begrünung darauf hin. daß die von den Frauen genährte Flamme des Deutschtums zu einer weithin leuchtenden Fackel geworden fei. Die Frauen feien die treuen Wächterinnen dieses heiligen FeuerS. Frau Dr. Praxmarer aus Kufstein begrüßte die aus dem ganzen Reich, aus Oesterreich und verschiedenen auslanddeutschen Gebieten erschienenen Vertreterinnen der Frauenarbeit namens der Fraüen Kufsteins. Der Dor- sitzende des Vereins für das Deutschtum im Aus- lande. Staatssekretär a. D. von Hintze, würdigte die überragende Werbetätigkeit der Fraucn- fltubbe im Rahmen der Echutzarbeit der Frau als Mutter. Durch ihren Einfluh auf die Entwicklung der Heranwachsenden würde sie auch zur Mutter der Ration. Sie schaffe die deutsche Ration, die groß und frei sein soll. Frau Dr. D a t h - Hamburg sprach über das Problem der llcberfüfjrung der Schulgruppen in die Mit- gliederjugendgruppvn. um ihnen den Hebergang zur Arbeit in den erwachsenen Gruppen zu erleichtern. Zur Verlesung kam eine Kundgebung der Frauen Südtirols, in der große Klage geführt wird Auch von S u dete n- deutsch c n lagen zahlreiche Klagen vor. An den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde folgendes Telegramm abgesandt: Die in Kufstein zur Haupttac>ung versammelten Vertreter des Verein- für das Deutschtum im Auslande und des Deutschen Schulvcreins der Südmark entbieten ihrem Vorsitzenden ehrfurchtsvolle Grüße gc< v. Hintze, Staatssekretär c. D. In der SauplüerfamnHung erstattete der Geschäftsführer und Vorsitzende Konteradmiral S e t b o C n den Jahresbericht. Rach einem Aeberblick über die Geschäftslage des Vereins legte er dar. das, der Haushalt zur Hnterfiünung des Auelandsdeutschtums 1914 für den Verein 140 000 Mark auf gewiesen habe. Er erklärte dann weiter: Wenn der Haushalt für 1924 einen Ausgabeposten von 640 000 Mk. aufweist und der Voranschlag für 1925 über eine Million hinausgeht, so kommt dann der gewaltige Fortschritt der Scdutzver- e i n s a r b e j t zum Ausdruck. Das festgefügte Reich der Vorkriegszeit hat etwas mehr als ein Zehntel der Betrüge aufgebracht, die heute in einem machtlosen verstümmelten Reich das verarmte deutsche Volk den um ihr Rationaldcs i i kämpsrn: e.i Brudern zur Verfügung fiel': Diese Tatsache darf man als den Anfang einer völligen Umschichtung des politischen Lenkens und zugleich als das Ergebnis der eindringlichen Lehre der Friedens- diktate b'^> ichnen. die zahlenmäßig das Auslandsdeutschtum tergvof evt haben. Die damit al er auch dem Gcoanken Geltung verschafft haken, dah Staatsgrenzen für Vrtkstnmarbeit nicht Schri.-ewänte find. Trotz aller Fortschritte Ileibt aber genug zu tun. Auch das vergangene Jahr haf einen verstärkten Ansturm der Fe'nde ugsereS Volkstums gebracht. So schmerzlich cj ist. so mü; c.i wir uns dock) eiiwcftc'Kn. daß unsere Brüder draul-en Schritt für Schritt .'urückgedrängt werden. Die Forderung i er Gleichberechtigung mit den Farbigen in Afrika iit unseren Brüdern in Süd - tirol mit g.'steife..en Druck beantwortet worden 3n der Tschechoslowakei wird das Gystent graüSam bc c hne er Abwürgung des deutschen Volkstums mit allen Machtmitteln deö Staates durchgeführt. 3n Polen müssen viele tausende deutscher Kinder in polnische Schulen gehen: in Pom ereilen sind es 48,3 Prozent oct Ge amtzahl. ilnb das alles trotz der Min- derheilcnbcrträgc. 3n Rumänien hat man, naeydem Kirchen und Schulen unserer Volksgenossen ihrer materiellen Grundlage beraubt waren, das Schulwe en rcmanifierl. Ein 2id)tblid ist lediglich die Gewährung der kulturellen Selbstverwaltung in E st l a n d. Aber auch dort wie in Lettland hat man die Deutschen ihres Besitzes beraubt. Diesen Tatsachen gegenüber muh jeder Deutsche Opfer zur tinterflüQung Vereins für das Deutschtum im Auslande bringen. Es geht nicht um Sondervorteile und Parteienstreit, cs geht uin die Zukunft u n » ' c r gesamten deutschen Volk e s. 3m Rahmen der Veranstaltung der Kus- steiner erngung traten auch die studentischen Teilnehmer zu einer g rohdeutschen 6tubententagung zusammen. 'Dotitzittags wurde nach einleitenden Worten durch Erzellenz v. Hintze über die Forderung des Studiums der Ausland- deutschen in reichsdeutschen Hochschulen, über die Sage der deutschen Studentenschaften außerhalb des Reichs und über das vom Verein für das Deutschtum im Auslande seit Jahrzehnten durchgeführte Stipendienwesen berichtet. Die Rachmittagssitzung brachte einen Vortrag des Mitglieds der steierischen Landesregierung. Landrat Hübler-Graz. über Grenzlandgedaicken und Grenzlandarbeit im Südosten. Allgemein dürfte die Grenzlandarbeit der Studentenschaft nicht als Liebhaberei oder Sport ausgefaht wer- den. 3m Südosten werde die Grenzarbeit stärker als anderswo mit dem Heimatgedanken arbeiten können und müssen, da hier nicht wie zum Teil in den deutschen Grenzgebieten im Westen die Gefahr einer Heberspihung des Heimatgedankens in der Richtung des Separatismus bestehe. Prof. T e m p e - Berlin sprach über Kulturaustausch In der Welt und über die Bedeutung des Ausland- deutschtums für die Mission des deutschen Gedankens. An den Vortrag schloh sich eine lebhafte Aussprache an. Inzwischen sind neben führenden Persönlichkeiten aus allen abgetrennten Gebieten noch der Obmann des deutschen Vereins Südmark Exz. Dr. G r o o s . der Präsident der österreichischen Landmannschaften und Vereine in den Vereinig» ten Staaten von Rordamerika Dr. Kobalter, der Tiroler Heimatdichter F i s ch n a 11 c r, der Landeshauptmann von Tirol. Dr. Franz Stumpf, der Obmann der Grohdeutschen Partei in Tirol Landtagsabgeordneter Dr. Straff- n e r und der Herausgeber der Freien Presse in Cincinnati Fr. Elvan eingetroffen. Den Abschluß des ersten Pfingstfeiertages bildete einriefigerFackelzug derIugend der deutschen Schuhvereine, der einen tiefen Eindruck auf die Zuschauermenge machte. Auf der Iosessburg erfolgte aus Anlaß des Zusammenschlusses des deutschen Schulvcreins und des Schulvereins der Südmark in Wien eine feierliche Kundgebung. Als erster Redner begrüßte Dr. G r o o s . Obmann des Schulvereins der Südmark, die Versammlung mit einem Rückblick auf die Schulvereinsbewegung. Professor Binder vom Verband der Ostmark schilderte die Arbeit und die geschichtliche Entwicklung des Verbandes der Ostmark und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die .Ostmark" bald vereint mar* fchieren werde, v. Hintz e> betonte, jeder Deutsche ohne Unterschied des Standes -- solle stets der Mahnung eingedenk bleiben, deutsch zu fein. Aber deutsch fein, heiße hilfreich fein, wo das Deutschtum der Hilfe bedürfe. Der deutsche Schulverein sei der deutsche Voftsverein. Seine Waffe sei der Glaube an das deutsche Volk. Wir seien waffenlos, geblieben seien uns aber die deutschen Seelen: um diese deutschen Seelen gehe es, die wolle der Verein haben. Rur wenn das gelinge, könne unser Volk gerettet werden. Lebhafte De- griftci^ng rief die Verlesung des Antworttelegramms des Reichspräsidenten hervor, in dem er seinen Dank für di: übermittelten freundlichen Grüße ausspricht. 3m Anschluß an die Kundgebung fand die Ausgabe der Preise an die Sieger in den Iugendwettkämpfen statt. Den ersten Preis erhielt ein M tglied der Marienburger Ortsgruppe. Der Preisrichter forderte, daß die d:u:sch.'n Sportvereine nicht mehr mit Tschechen spielen, solang: deutsche Turnvereine in bet Tschecho-Slowakei verboten und aufgelöst würden. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete nachmittags ein Festzug durch die Stadt, an bem etwa 5030 Personen mit Fahnen und Wimpeln m den Trachten f a ft aller deutscher Stämme teilnahmen. Den Abschluß der Tagung bilden am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Sitzungen der Hauptversammlung des V d. A.. eine Hauptausschuß- sitzung der Hauptversammlung des Vereins, ein Presseabend mit künstlerischen Darbietungen der österreichischen Volkskunstgruppen und Ausflüge in die näher: und weitere Umgebung Kufsteins. Eröffnung der deutschen verkehrsausstellunginMünchen. München, 1. 3uni. Am Samstag vormittag gegen 8 Hör sind ter Reichswehrminister. der Reichsverkehrsminister Kröhne, sowie der Reichspostminister E t i n g l zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Deutschen Der- kehrsausstellung hier eingetroffen. 3hnen folgten kurz darauf neben zahlreichen Pressevertretern des 3n- und Auslands, von der RcichSbahngesellschast Staatssekretär Vogt und vom Reichsvostministerium Oberpostrat Schultze. Als Vertreter Preußens waren der preußische Geschäftsträger in München. Ministerialrat Dr. Denk, und der Leiter der Verkehrsabteilung im preußischen Handelsministerium. 3 a q u e s , ^gleich auch als Verlrreter des preußischen Ministerpräsidenten erschienen. Ein offizieller Empfang hat nicht stattgefunden. Zur Begrüßung waren erschienen Oberbürgermeister Scharnagl sowie der Präsident der Reichsbahndirektion München, v. V ölcke r.- Schon lange vor Seginn der Feier füllte sich die Halle für die Luftfahrt mit Tausenden von Ehrengästen aus allen Gauen des Reiches und Oesterreichs, Vertretern der Reichsregierung, der LandesregierungLN, der Städte uick> der endlosen Zahl der anderen Festgäste bis auf den letzten Platz. Punkt 10 Ahr verkündeten Fanfaren den Beginn der Feier, die eingeleitet wurde durch ein Festspiel von Dr. Eigenrot h, ..Der Herr der Welt", und den Festmarscb von Dr. Richard Strauß. Rach- dcm die letzter Töne in dem weiten Raum verklungen waren, bestieg Staatssekretär Ritter von Franck die Rednertribüne. Er führte nach Bewillkommnung der aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes und auch aus Oesterreich erschienenen Ehrengäste u. a. aus: Die Ausstellung soll und wird jedem etwas bieten, dem Einzelnen, dem Volke und auch wohl anderen Völkern. Die Verkehrsausstettung soll keine Messe, sondern dir Schau des deutschen Erfindungs- und Hnternehmuugsgeistes auf allen Gebieten des Verkehrs, eine Stätte der Belehrung und Anregung und schließlich auch ein Gradmesser der deutschen Leistungsfähigkeit überhaupt sein. Damit soll die Ausstellung vor allem auch der außerdeutschen Welt beweisen, daß wir trotz aller Fesseln des Friedensvertrages in der Organisation und der Qualität der Arbeit immer noch an erster Stelle stehen. 3n der damit verbundenen Wiederanknüpfung der verloren gegangenen Wirtschaftsbeziehungen liegt die vaterländische Mission der Verkehrs-Ausstellung, der Einigungsgedanke, den uns unsere Lage heute mehr denn je aufzwingt, soll und wird auch bei den Veranstaltungen der nächsten Wochen dec Leitgedanke der Deutschen Verkehrs-AuSstel^ing München fein. Bürgermeister Scharnagel schildert» zunächst die Bedeutung der Verkehrs-Ausstellung für Wirtschaft und Kultur und gab dann der besonderen Freude der Stadtverwaltung Ausdruck, daß die Verkehrs-Ausstellung in München durchgeführt wurde. Mik dem Gruß an alle, die aus dem ganzen Reich zur Eröffnung nach München gekommen seien, verband der erste Bürgermeister von München den Dank an die Helfer und schloß mit der Hoffnung, daß die gemeinsame Arbeit in dem Gedanken an die unzerstörbare Zusammengehörigkeit das Vaterland wieder groß, stark und frei machen werde. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Ministerpräsident Held erinnerte, nachdem er den Willkommensgruß der bayerischen Staatsregierung dargebracht hatte und sodann der Ausgaben des Verkehrs im Gemeinschaftsleben eine# Volkes und der Völker gedacht hatte, daran, daß Bayern in der Ausbildung der Derlehrswegr und in der Verwendung der Derlehrsmittel an der ersten Stelle unter den deutschen Ländern gestanden habe, was in der Rürnberg-Fürther Eisenbahn, in der Automatisierung des Telephonverkehrs sowie in ber großartigen Werken des Straßen- und Wasserbaus zum Ausdruck komme. Der Ministerpräsident betonte sodann, daß die Verkehrs-Ausstellung die Möglichkeit einer historischen Verachtung der Entwicklung des Verkehrs und der Verkehrsmittel biete und einen Hebcrblid über den gegenwärtigen Stand des Verkehrs und auch einen Ausblick in die Zukunft gebe. Sie sei dazu berufen, ein Gegenstand stolzer Erinnerung, ein Denkmal des ungeschwächten Selbstvertrauens und ein aufmunternder Hoffnungsstern auf dem Wege in die Zukunft zu sein. Denn man könne Deutschland mit Gewalt niederhalten, ihm wider alles Recht und Ratur Gebietsteile rauben, cs wirtschaftlich niederhalten und politisch demütigen, aber nicht könne man den Deutschen den Erfindungsgeist. die deutsche Schaf- fenslraft und die Schaffensfreude rauben. Das sei die Heberzeugung, die man aus dem Bild dieser Ausstellung gewinnen könne. Dr. Held schloh mit lern Wunsch, daß die Ausstellung neue Grundlagen für den Wiederaufbau unseres Volkes nach innen und nach außen legen möge. Reichswehrminister Gehler führte in der Eröffnungsrede aus: Die ungeheuren Lasten, die der unglückliche Ausgang des Krieges unserem Volk und feiner Wirtschaft auferlegten, pingen förmlich zu Der suchen, einen wesentlichen Teil davon durch neue Fortschritte der Technik auszu- glcichen. Dieser Gedanke führt mich schon hinüber zu dem Problem unserer Wirtschaft. Wir wissen, schwer drückt auf die weitesten Kreise ernste Sorge um die nächste und die weitere Zukunft. Die Reichsregierung ist sich der unendlichen Schwierigkeiten wohl bewußt, die unsere Wirtschaft hat, um in der Welt konkurrenzfähig zu bleiben gegenüber anderen, glücklicheren und reicheren Völkern. Allein auch hier wissen wir, daß letzten Endes es nicht möglich ist, durch künstliche Mittel sich im Wettbewerb zu erhalten. Auf die Dauer ist es nur die eigene Kraft, die in der Gediegenheit der Leistung zum Ausdruck kommt. Wir haben allen Anlaß, uns auf diesem Gebiete ebensowenig wie einer entnervenden Resignation einem flachen Optimismus h nzug b.n. RichtS wird von selbst kommen, alles werden wir uns selbst erwerben müssen. Auch für diesen Kampf mag die Münchener Ausstellung ein Mark- und Meilenstein sein, ein Markstein, der zeigt, was geleistet ist, und ein Meilenstein, der die Zukunft weist und neue Aufgaben stellt. 3e weniger wir g.ne.gt sind auf das Rech' unseres cig.men Volkstumö zu vcrztch.en, ums m hr müssen wir unS llar lein, daß wir diese.- . -)t uns nur v rschafien können im Wettei er m t .en übrigen Völkern der Welt. Wie sind c i n Q 11 e ö der großen Dölkergemeinschast de. Erde, das jetzt auch um feine moralische Gleichberechtigung kämpfen muß An die B.'ftcht aung der AuSstellungs äums schloß sich ein Frühstück an, in dessen Verlauf eine Reihe von Trinksprüchen gewechselt wurde. Der bayerische Handelsminister Meine! betonte das Bestreben Bayerns, den Ru> feineu altberühmten Gastlichkeit zu erhalten. Die Behauptung, daß Bayern verkehrsfeindlich se et unrichtig Reichsverkehrminister Krvhne wies darauf hin, daß die politische Einheit eines Volkes immer abhäi g g sei v n d r wi tschaftüchen Einheit. Hierauf ergriff der württembergische Staatspräsident Bazille das Wort. E. erklärte unter ftürmiger Zustimmung, daß der Fortschritt Deutschlands mit beb ng! sei durch die Erhaltung der Eigenart der deutschen Länder Das Deutsche Museum und die Deutsch.' Verkehrs- ausstellung seien eine Etappe auf dem Wege zur Dcfteiung Deutschlands. Der österreichische Dundcsminister für Handel und Verkehr, Dr. Schürsf, überbrachte die Grüße seines L.in.eS. Oesterreich lasse sich die nationale, ideale und kulturelle Verbindung mit Deutschland nicht verbieten. Zahlreiche DegrüßungStelegramme waren eingelaufen. D i e Verlesung deS Telegramms des Reichspräsidenten löste spontanen 3 u b e l aus. Di: Festversammlung dankte Hindenburg für sein Wunsche durch ein freudiges Hoch. Rachmittags besichtigten die Festteilneh er das Deutsche Museum. Abends gab die Stadt München zu Ehren der deutschen Presse ein Abendessen. Die grohe Düsseldorfer Kunstausstellung. Düsseldorf, 30. Mai. (WTD.) Sie große Düsseldorfer Kunstausstellung ist am Samstag in Gegenwart zahlreicher Vertreter der Behörden c r • öffnet worden. Oberbürgermeister Dr. Lehr schilderte die Entwicklung Düsseldorfs als Kunststadt. Wenn die Stadt Düsseldorf. so schloß Dr. Lehr, in den Mittelpunkt" ihrer Zahrtausendfeie, ,'ie Kunstausstellung stellt, so will sie heute wicde kennen, daß sie weiterhin eine Kunststadt LI en will. Wir ehren in der ersten Abteilung die er gangenheit und sprechen ihren Werken, die wir von überall zusammengetragen haben, unseren nie erlöschenden Dank aus. Dann sprach Staatsminister Dr. Becker. Er führte u. a. aus: Die Ausstellung offenbare ein starkes Heimatgefühl. Sie stärkt die Bedeutung der Heimat. In früherer Zeit beherrschte ein einbeih liches Kunstgefühl und allgemeiner Stil ganz Deutschland, und zwar bis zur Zeit des Barocks. Während der letzten hundert Jahre, besonders nachdem die Rheinlande unter preußische Herrschaft gekommen waren, hat sich ein eigener K u n st w i 11 e ent- wickelt. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung, die auf ihn stärksten Eindruck mache, auch für die gesamten Künstler nicht nur ideelle, sondern auch in materieller Beziehung große Vorteile bringen möge. Der Leiter der Ausstellung. Geheimrat Wilms, dankte der Stadtverwaltung für ihre Freigiebigkeit, die die Herstellung des Kunftpalastes ermöglicht habe, und erklärte alsdann mit dem Ausdruck: Hie gut Rheinlands allewege die Ausstellung für eröffnet. Daran schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an. 5chwere Unruhen in Schanghai JaPanfeiudUche Chinesen-Kundgebungen. Schanghai, 1.3uni 3n Schanghai ist es zu schweren Unruhen gekommen, in deren Verlauf sechs Personen von der Polizei erschossen und viele verwundet wurden. Heber 30 Personen wurden verhaftet. Die Hnruhen richteten sich gegen die 3 apaner. Die Menge griff auch eine Polizei st ation an, vor Der die Studenten eine Kundgebung veranstalteten und japanfeindliche Flugblätter verteilten. Die Hnruhen dauern an. Gestern abend sand eine sehr erregte Versammlung in der chinesischen Handelskammer statt, an der etwa 1500 Studenten und Arbeiter teilnahmen. Der Vorsitzende der Handelskammer wurde gezwungen, einen Aufruf zu unterzeichnen, in dem für heute der Generalstreik erklärt wird. Die Derfammlung faßte ferner eine Reihe extremer Entschließungen, u. a. folgende: Boykott der ausländischen Banken und Banknoten, Kontrelle-Ler städt.fchrn Polizei durch Chinesen. Zurückziehung der ausländischen Kriegsschiffe aus dem Gebiet des Huang Pu Flusses. Freilassung der verhafteten Aufrührer. Bestrafung der Mörder der Studenten und Arbeiter Entschädigung für die Opfer der Hnruhen und en'tweilige Einstellung der städtischen Steuereinziehung. Ein Redner in der Versammlung, ein Arbeiterführer, der mit großer Erregung gesprochen hatte, brach mitten in seiner Rede tot zusammen. Die (5tubeitlen versammelten sich heute früh 11 Hhr, als der Streik beginnen sollte, in der Hauptstraße und gingen gegen die Polizei zum Angriff vor, wurden jedoch von dieser, die sich der Feuerlöschmaschinen als Abwehrmittel bedienten, zu- rüdgetrieben. Daraufhin rissen die Auf- rührer das vtraßenpflaster auf und bewarfen die Polizei mit einem Hagel von Steinen. Eine Reihe von Polizeibeamten und Neugierigen trug Verwundungen davon. Nachdem die Polizei die Anmöglichleit, die Angreifer ohne Waffengewalt zurückzutreiben, einsehen muhte, feuerte sie in die Menge. Fünf Personen wurden ernstlich verwundet, worauf die Menge sich zerstreute. Die Stadtverwaltung hat den Ausnahmezustand proklamiert. Die Studenten versuchen, die Arbeiter in den lebensnotwendigen Betrieben zur Teilnahme an dem Streik zu bewegen. Die Stadtverwaltung hat dementsprechende Gegenmahnahmen ergriffen. Ein Student griff heute in einer Nebenstrahe einen Beamten der britischen Militärpolizei an, der in der Notwehr den Studenten durch einen Schuh ernsthaft verletzte. Zur Zeit, Montag mittag, herrscht Nuhe in dec evtadt. Die Lage ist jedoch zweifellos e r n st. Die weitere Entwicklung hängt wesentlich von dem Ausmah der Beteiligung der Sozialisten ab. Nach den letzten Meldungen gewnrnt der General st reik immer mehr an Ausdehnung. Die auswärtigen Konsuln haben auswärtige Kriegsschiffe funkentelegraphisch zur Hilfe gerufen. Am Nachmittag verhaftete die Polizei einige russische Kommu- n ist en. Das amerikanische Konsulat hat Freiwillige zum Schutze des Fremdenviertels angestellt. Die personarabhauverorünung Berlin, 30. Mai. (WTB.) Wie bekannt, hat die Reichsregierung stets die Absicht gehabt, die durch die Reichsvcrfassung gewährleisteten wohlerworbenen Rechte der Beamten, die durch die Personalabbauverordnung aus der Not der Zeit heraus einge sch rankt wurden, wiederherzustel- len, soweit und sobald die Verhältnisse es gestatten. Dies war bei der Einbringung der Novelle zur Personalabbauverordnung im Januar und Februar dieses Jahres nicht möglich. In der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse zugunsten der Beamten so verändert, daß es der Reichsregierung angängig erscheint, gewisse weitere Milderungen kn der Handhabung der Personalabbau- Verordnung eintreten zu lassen. Die Reichs- regierung hat daher in Uebereinstimmung mit den sie stützenden Parteien des Reichstages sich entschlossen, ckuf die Weitcrverfolgung des dem Reichstags vorliegenden Gesetzentwurfs zu verzichten und eine neue Gesetzesvorlage einzubringen, die in mannigfacher Hinsicht den Wünschen der Beamten weiter entgegenkommt. In erster Reihe sollen die Abbaubestimmungen aufgehoben sowie Verbesserungen auf pensionsrechtlichem Gebiet vorgenommen werden. Da durch die vorgesehene Neuregelung die beamtenrechtlichen In- teressen der Länder und Gemeinden bereichert werden, ist der Weg einer neuen Gesetzesvorlage gewählt worden, um dem R e ich s r a t Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die neue Vorlage ist bereits dem Reichsrat und den Landesregierungen übersandt worden, so daß mit der endgültigen Erledigung der Angelegenheit in kurzer Zeit zu rechnen ist. Die Entwaffnungsnote der Alliierten. Paris, 1. Juni. (WTB.) lieber die Samstag nachmittag stattgefundene Sitzung der Botfchafter- konferenz wird folgendes offizielle Kommu- tnique ausgegeben: Die Botschafterkonferenz, mit J: ben Instruktionen der alliierten Regierungen ver- sehen, hat heute nachmittag die Fassung der , pl o t e festgesetzt, die der deutschen Regierung im Namen der alliierten Regierungen durch ihre diplomatischen Vertreter in Berlin überreicht werden soll. Diese Note wird morgen abend nach Berlin abgehen, am kommenden Dienstag der deutschen Regierung übermittelt und aller Wahrscheinlichkeit nach am Mittwochabend veröffentlicht werden. Sie besteht aus einer Kollek- itonote von etwa fünf Seiten und zwei Anhängen. Der erste Anhang setzt sich aus mehreren Teilen und enthält besonders die Ausführungsliste der Klauseln des Versailler Vertrags sowie die Liste der verlangten Berichtigungen. Der zweite Anhang enthält das Schreiben der Reparationskommission. Beide Anhänge sind etwa 30 Seiten lang. Benesch und der Sicherheitspakt. Fühlungnahme in Paris. Paris, 31. Mai. (WTB.) Die Morgenblätter beschäftigen sich mit der unerwarteten Reise des tschechischen Außenministers Benesch nach Paris. Er ist am Samstag angekommen, gestern abend aber wieder nach Genf zurückgereist. Außenminister Bri- and konnte er nicht sprechen, da dieser die Feiertage auf dem Lande zubringt. Er verhandelte deshalb nur mit dem Generalsekretär im Außenministerium Philippe B e r t h e l o t und Ministerialdirektor L a- roche. Die Blätter glauben, daß Benesch über das Sicherheitsproblem verhandelte. Das „Journal" sagt, Benesch sei gekommen, um seine Beunruhigung zum Ausdruck zu bringen. Er glaube immer an die Möglichkeit, das Protokoll von Genf auf indirektem Wege stückweise herzu- st e 11 e n , indem er die einzelnen Mächtegruppen allmählich zusammenbringe. Er glaube an die Not- wendigkeit, Gelegenheiten zu ergreifen, um England herumzuziehen. So unvollkommen auch eine derartige Kombination sei, so sei sie doch besser, als wenn Großbritannien sich ganz entferne. Das „Journal" gibt aber zu, daß die augenblickliche Orientierung absolut von dem Bestreben Beneschs ab weiche. Das von England ins Auge gefaßte System des beschränkten Abkommens bedeute einen vollkommenen Bruch mit dem früheren System. Die Abkommen Frankreichs mit Polen, der Tschechoslowakei und Belgien seien im Rahmen der Friedensver- träge und des Völkerbundes geblieben. Sie hätten es sich zur Aufgabe gestellt die Friedensverträge aufrecht zu erhalten. Der Charakter des englischen Planes fei ein andere r. Nach der britischen Auffassung sollte der britische Pakt die bestehenden Beziehungen zwischen Siegern und Besiegten umstoßen. Benesch könne sich nicht verheimlichen, daß die Zukunft seines Landes Beunruhigungen ausgesetzt sein könne. Der deutsche Pakt lasse den Weg für die deutschen Absichten auf Oester- r e t cf) frei, die schließlich zu einer Umklammerung der Tschechoslowakei führen müßten. Sei die Errichtung eines Wirtschastsbundes in Europa das einzige Mittel, um Oesterreich und Ungarn der deutschen Beeinflussung zu entziehen/ Diese Ver einigung sei absolut unerläßlich, wenn England sich mit einer chinesischen Mauer umgebe. Der Außenpolitiker des „Journal" sagt, man würde nichts von den politischen Ansichten Philippe Berthelots kennen, wenn man nicht behauptete, daß die mit Benesch sich besonders auf das letzte Thema erstreckt hätte. Frankreich und das Elsaß. Der Präsident der Republik xu Straßburg. Paris. 1. Juni. «WTB.> Der- Präsident der Nepublik, Doumergue, ist gestern in Begleitung des Ministerpräsidenten P a i n l e v 6 und der Minister- S ch r a n e k und de M o nz i e nach Straßburg abgereist, wo er am späten Nachmittag eintraf. Auf dem Bankett im Rathaus hielt der Präsident eine Rede, in der er u. a. sagte: Frankreich fordere nur Vertraue n. Das sei sein Charakter, man könne sogar sagen, auch sein Fehler. Frankreich könne jedoch die Lehren der noch in der Erinnerung lebendigen Vergangenheit nicht vergessen. Man dürfe es ihm nicht übel nehmen, wenn es sich vorsichtig zeige, wenn es über gewisse Lagen und etwas verworrene Aussichten klar sehen wolle. Es fürchte, die Wege, die zu einem dauerhaften Frieden führen sollen, für geradlinig zu halten, während sie in Wirklichkeit Am Wege 'oder Fallen seien, die vielleicht doch zu traurigen Enttäuschungen und vielleicht auch z u gefährlichen Konflikten führen könnten. Solange Frankreich nicht ernste Garantien für die versprochene Sicherheit erlangt habe, auf die es immer noch warte und die eine gebieterische Notwendigkeit seien, wäre es ungerecht, ihm einen Vorwurf daraus zu machen, wenn es sich vorsichtig zeige und sich rächt zu jenem großmütigen schönen Vertrauen führen lasse, zu dem seine natürliche Ehrlichkeit und sein natürlicher guter Wille es leicht fuhren könnten. Ministerpräsident Painleve sagte: 50 Jahre war Elsaß-Lothringen in ein großes und mächtiges Reich durch Gewalt eingegliedert. Dieses Reich hat Elsaß an seiner außerordentlichen wirtschaftlichen Entwicklung, an seinen großen Anternehmungen, die eine wagemutige Finanz unterstützt hat. teil- nehmen lassen. Dieses Reich hat manchmal brutale, aber praktische Verwaltungsmaßnahmen aufgezwungen, und es hat Gesetze und Anordnungen getroffen, die der französischen Verwaltung entnommen waren, die aber später den modernen Bedürfnissen an gepaßt wurden. Die Beherrscher von gestern hätten in Elsaß in Frage stellen können: Was habt ihr euch zu beklagen? und hätten ihm zurufen können: Bereichert euch! Mer man gewinne nicht das Herz eines Gefangenen, indem man Schätze in seinem Gefängnis anhäufe. Das Herz des alten Elsaß habe deshalb gleich wieder mit dem Herzen des wiedergewonnenen Frankreichs geschlagen. Painleve versicherte den Bewohnern berf Elsaß, daß keine Maßnahmen getroffen werden sollen, ohne daß die Vertreter des Elsaß vorher befragt würden. Er versicherte ferner, daß ein Beratender Ausschuß demnächst eingesetzt werde, in dem alle Parteirichtungen vertreten sein sollen. Was not tue, sei Stabt» litätundSicherheit. Ohne Stabilität könne nichts großes unternommen werden, könnten Han- del unb_ Industrie nicht prosperieren. Um diese Stabilität zu erzielen, sei die Mitwirkung aller notwendig. Diesen Ruf lasse er heute ergehen. Niemals, so fuhr Painleve fort, hätte Frankreich der Welt die Schrecken des Krieges auf3 gezwungen. Vom Recht allein i,abe es, getreu der Lehren von Gambetta, die Reparation des verletzten Rechtes erwartet. Nach einem Hin- toeis auf ein von Lloyd George im Jahre, 1917 abgegebenes Versprechen, daß England sich mit allen seinen Kräften hinter Frankreich stellen werde, bis der Tag anheben werde, an dem die 1871 begangene große Ungerechtigkeit restlos repariert werde, fuhr Painleve fort, um Elsaß zu verteidigen, wenn es jemals bedroht würde, würde das einige und unteilbare Frankreich seine ganze Existenz einsehen. Das seien keine Worte des Imperialismus oder ver kriegerischen Bedrohung. Frankreich wolle nur ein guter Arbeiter für den Frieden fein, für einen guten Frieden, damit es kerne Unterdrücker und keine Unterdrückten mehr gebe. Dieser Wunsch sei weder von Utopie noch von Verblendung begleitet. Das französische Volk habe einen zu gesunden Sinn, um sich keiner Illusion über die menschlichen Kräfte hinzugeben, dre noch die alte Welt berunruhigten. Es kenne die Gefahren, angesichts b:rer man die Augen geöffnet halten müsse. Es gebe neue Nationen, die unterworfen gewesen seien, die berechtigt seien, um Oie Zukunft ihrer Unabhängigkeit und Freiheit besorgt zu fein. Es gäbe auch Träume der Beherrschung derer, die sich nicht mit der Niederlage zufrieden geben wollten. Alles dies sei wahr Aber Frankreich wisse auch, daß es keine wirkungsvolle Aktion ohne Optimismus gebe. Es wisse, daß etwas ebenso gefährlich wie das blinde Vertrauen sei. nämlich das blinde Miß- ca u/ burefj das ein argwöhnisches Land überall Gefahren und Komplotte entdecken könnte, ■D. baß es die Gelegenheit vorübergehen lassen wurde, die es, eingesponnen in eine beharrliche □legation. nicht sehen konnte. So beunruhigend und tauschend auch manchmal die Entwicklung der internationalen Politik sein möge, er, Painlevo, fonrte seinen Glauben an die Zukunft der europäischen Zivilisation betonen. Ec wolle das auch im Elsaß tun. Sollte es wirklich wahr fein, daß die Linie, die Deutschland und Frankreich voneinander trennen, auch immer eine bedrohte Grenze bleiben solle? Diese Frage beantworte er mit nein; denn ein Tag werde anbrechen, vielleicht eher als man glaube, an dem die bitteren Enttäuschungen der Nachkriegszeit die wahren Lehren des Krieges aufkommen ließen, so daß die Völker den Haß der sie noch trenne, fallen lassen würden, damit sie, jedes nach seinem eigenen Genie, sich nicht gegenseitig beherrschen sondern zusammenarbei- ten werden, um gemeinsam die rebellische Materie zu bezwingen. Dieser Tag, so schloß PainlevS werde wohltuend über jenem zivilisatorischen ®ebiet strahlen, das ein absolut französisches Elsaß in einem wiederausgeföhnten Eurova fein werde Kranzösisch-spanrscheJusammen- arbeit in Marokko. Madrid, 1. Juni. (WTB.) „El Debate" begrüßt die cingeleitete loyale Zusammenarbeit Frankreichs und Spaniens in Marokko. Diese werde wahrscheinlich mit Hilfe Englands die d o 11 ft ä n = dige Aufhebung des Waffenschmuggels zur Folge haben und dadurch die Lage der Kabylen unhaltbar machen. „Correspondencia Militär" drückt seine Befriedigung über die Erklärungen Briands in der französischen Kammer aus, daß das Rifgebiet nach Wiederherstellung der Ruhe weiter zu Spanien gehören werde, und daß Frankreich keinen Zoll in der spanischen Zone beanspruche. In dem „Petit Parifien" wird gemeldet, daß General L i a u t h ey gestern an die Front abgereift ist. Der offizielle Bericht spricht npn Vorpostengefechten. Es treffen ununterbrochen französi - s ch e Verstärkungen ein. Den Hafen von Casablanca haben gestern auch zum ersten Male Kriegsschiffe, und zwar der Kreuzer „Metz" sowie zwei Torpedoboote angelaufen. Aus aller Welt. Banditenübersall aus einen Eisenbahnzug. Bei Swislotsch östlich von Bialistok, einem in Polnisch-Weißrußland gelegenen Dörfchen, überfielen Banditen zwei die Eisenbahnlinie abstreifende P o l i z i st e n , von denen der eine getötet, der andere verwundet und entwaffnet wurde. Eine Stunde später, ungefähr um 41/? Ahr morgens, verübte wahrscheinlich die gleiche, ungefähr 30 Mann zählende Bande einen bewaffneten Aeberfall auf einen in Richtung von Swislotsch fahrenden Personenzug. Seitwärts des Eifenbahndammes entwickelten sich die Freibeuter und eröffneten ein Schnellfeuer auf den vor überfahr en den Zug, um ihn zum Halten zu bringen. Im Zuge entstand eine Panik, so daß einige Reisende während der Fahrt ins Freie springen wollten. Der Lokomotivführer aber erhöhte ungeachtet des Gewehrfeuers und der auf den Geleisen von den 'Banditen aufgeschichteten Bretter die Geschwindigkeit, so daß der Zug die Station Swislotsch glücklich erreichen konnte. Im Zuge wurde nur ein Reifender durch einen Schuß leicht verletzt. Einige andere Passagiere wurden durch Glassplitter leicht verletzt. Mit dem Auto auf die Dahnschienen. Der Chauffeur eines in Werdau bei Leip- z i g gekauften Automobils, das nach Altenburg gebracht werden sollte, verlor auf der Lehndorfer Brücke, die über den Bahnkörper führt, die Herrschaft über den Wagen. Das Automobil fuhr gegen das Brückengeländer, durchbrach es und stürzte, sich überschlagend, auf das Gleise. Der Chauffeur war sofort toi. Ein mitfahrender Chauffeur einer Werdauer Firma erlitt einer. Schädelbruch und andere schwere Ver- lcyungen. Das Automobil würd' vollständig zer- triimmert. Anfall auf einer Berg- und Talbahn. In einem Vergnügungspark in Berlin- Weißensee brach ein Wagen der Berg- und Talbahn etwa 5 Meter übev dem Erdboden durch die Laufbretter und stürzte mit den Insassen ab. Zwei nachfolgende Wagen fuhren an der Anfallstelle aufeinander und wurden schwer beschädigt. 6 Personen erlitten schwere Verletzungen Die Dahn wurde für den weiteren Betrieb polizeilich gesperrt. Antersu- chung ist eingeleitet. Zwei Geisteskranke verbrüht. In der R u f a ch e r H e i l a n st a l t im Elsaß sollten zwei geisteskranke Frauen ins Bad gebracht werden. Da sie sehr unruhig waren, wurden sie in der Badewanne angebunden. Eine Leichtkranke, der die lleberwachung beim Baden anvertraut war, öffnete den Warmwasserhahn. Durch das ausströmende heiße Wasser wurden die beiden Frauen so schwer verbrüht, daß sie bald st a r b e n. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Juni 1925. Die Jagd im Juni. Der Rosenmonat bedeutet für den Jäger Hegezeit. Der Jagdkalender zeigt für jegliches Nutzwild schwarze Felder, mit Ausnahme des Rehbockes, auf den die Jagd frei ist. Und als solcher hat er reiche Gelegenheit, sich in Wald und Feld umzutun und nach dem Rechten zu sehen. Die ganze Natur ist ja jetzt eine einzige Kinderstube, die vor mancherlei Gefahren, die dem Jungwilde drohen, zu schützen ist. Vor allem muß immer und immer darauf hin- gewiesen werden, wie gerade in dieser Zeit das vier- und zweiläufige Raubzeug dem Revier ge= ährlich ist, und daß es daher gilt, doppelt wach- am zu fein, um die unliebsamen Ruhestörer un- chädlich zu machen. Das Rot- und Damwild steckt nach dem Verfärben gern im (Betreibe. Grasreiche, geschlossene Laubhölzer und höher gelegene Rohrhorste sucht das Wild aus, weil es von den lästigen Bremsen weniger gequält wird. Starke Hirsche rubeln sich zusammen und unternehmen nachts weite Wanderungen. Suh. len und sauber gehaltene Salzlicken werben gern angenommen. Die Hirsche beginnen zu fegen und man kann an den Fegestellen usw. feftfteUen, ob es sich um einen jagbbaren Hirsch handelt. Obwohl die Sauen jetzt, zu Rotten vereinigt, in dem Forst überall reiche Äsung finden, so locken des nachts doch die Sommerungsschläge mit unwiderstehlicher Anziehungskraft. Die Zeit des Austritts ist jedoch noch unbestimmter wie in anderen Monaten. Oft erscheinen sie schon kur^j nach Sonnenuntergang, um in der nächsten Nacht erst nach Mitternacht auszutreten. Besonders sind es die alten Steiler und gelten Bachen, die des nachts ein ganz un9e^gelte5 Vagabundenleben führen. ~ie Rehet ragen ihr leuchtendes Sommerkleid und stecken je nach Wetter und Ruhe überall umher. Die Ricken mit ihren Kitzen sitzen im Getreide und bevorzugen bei Hitze die kühlen Gemengeschläge oder sie wählen dichte Feldlaubhölzer, von wo aus Luzerne- und Seradelleschläge annehmen, ■cc^t ist morgens und abends die beste Pürschzeit auf den guten Bock, der aber in der zweiten Hälfte des Monats bis Mitte Juli, wo die Blattzeit be- ginnt, sehr heimlich ist. Nach anhaltendem Regen stehen die Rehe mit Vorliebe in Stangenorten. Dort ift bk Pürsch besonders lohnend. 2er Dachs hat Junge und treibt sich mxhtß in Wald und Flur umher, nach Larven, SngerlinaT und anderen Schädlingen zu stechen. Führt er sirtz auch mal den Inhalt eines Vogelnestes zu Gemüts so tut er doch in dem Forst mehr Nutzen als Schaden» Der Hase gibt sich mit ungeschwächten KräH ten seinen Liebesfreuden hin. Die Rebhühner- Kücken fallen aus und finb vor Raubzeug zu schützen. Die Enten führen ihre Jungen aus. In größeren Rohrgelegen finb frühzeitig Schneisen für bk kommende Jagd zu mähen. Dieses frühzeitige Schaffen .von Schußbahnen hat den Vorteil, bk Enten an das Ueberfchwimmen derselben zu gewöhnen. Fasanen haben Junge. In zahmen Fasanerien sind diejenigen Gesperre besonders vor nassem Wetter zu schützen, bei denen die Hähne das erste Rot bekommen. Ein Platzregen in solcher Zeit kostet vielen jungen Hähnen das Leben. Steuerkalender für. Juni. Im Monat Juni werden folgende Steuern fällig: 5. Juni: Lohnsteuer für die Zeit vom 21. bis 31. Mai einschließlich der für die Zeit vom 1. bis 10. Mai bzw. 11. bis 20. Mai einbehaltenen, noch nicht abgelieferten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe. 6. Juni: Vorläufige staatliche Sondersteuer oom bebauten Grundbesitz für 1925, 2. Ziel in Höhe des für das Rechnungsjahr 1924 festgesetzten Zielbetrags. 10. Juni: Einkommen- und Körperschafts. fteuervorauszahlung für Mai: vorläufige staatliche. Gewerbesteuer 1925 (60 Proz.); und vorläufige Gewerbesteuer für die Provinz Oberhessen gleich 4 Prozent der Einkommen- und Körperschaftssteuervorauszahlung; Umsatzsteuervorauszahlung für den Monat Mai; Kirchen- und Kultussteueroorauszah- lung für Mai der auf Voranmeldung zahlenden Ein- kommenfteuerpflichtigen, und zwar: a) Kirchensteuer, allgemeine evangel. und kathol. je 15 Proz., b) Kirchensteuer, örtliche für Gemeinde Gießen, evangel. 7 Proz. und kathol. 5 Proz., Kirchensteuer, örtliche für Gemeinde Heuchelheim und Kl.-Linden event. je je 10 Proz., örtliche für Gemeinde Wieseck, evangel. 7 Prozent der Einkommensteuervorauszahlung. Die Sätze der Kultussteuern sind bei den Zahlstellen zu erfragen. 1 5. Iuni: Lohnsteuer für die Zeit vom 1. bis 10. Juni, sofern der Gesamtbetrag 50 Reichsmark übersteigt. Der neue Fahrplan der am 5. Juni in Kraft tritt, bringt eme nicht unerhebliche Verbesserung, sowohl in Fernverbindungen, als auch im Nahverkehr. An neuen Zügen sind im Abgang vorgesehen: Strecke Gießen—Frankfurt. Neuer V-Zug 78 Hamburg—Frankfurt, Gießen ab 5.42 norm. Neuer V-Zug 28 Berlin—Bad Homburg und Frankfurt, Gießen ab 5.38 norm. Neuer Personenzug 778, Gießen bis Frankfurt, in Gießen ab 8.52 nachm. Neuer Personenzug 782, Gießen bis Friedberg, in Gießen ab 10.39 nachm. Strecke Gießen—Kassel. Neuer O-Zug Berlin, Gießen ab 1.12 nachm. Neuer V-Zug Hamburg, Gießen ab 10.18 nachmittags. Neu^r Personenzug Ninderwalgern, Gießen ab 10.43 nachm. Der bisherige Berliner V-Zug, Gießen ab 12.09 nachts, fährt bereits 11.41 nachm. ab. Der Hamburger V-Zug bisher ab 11.32 nachm. fährt 11.49 nachm. Ein neuer Personenzug, Frankfurt—Hamburg, fährt Gießen ab 1.55 nachts. Strecke Gießen—Hagen. 0-Zug 275 Frankfurt—Hagen—Köln—Dortmund, bisher 1.42 nachm. fährt Gießen ab 6.51 nachm. Gießen—Koblenz. Neuer O-Zug 128, Gießen—Trier, in Gießen ab 5.50 nachm. Gießen—Fulda. Neuer Personenzug Gießen—Grünberg, in Gießen ab 10.46 nachm. Gießen—Gelnhausen. Neuer Personenzug Gießen—Hungen, in Gießen ab 10.43 nachm. Der bisherige Werktagszug 513 Gelnhausen—Gießen, in Gießen an 9.52 nachm., wird zwischen Hungen uyd Gießen auch Sonntags gefahren. * . । Der städtische Haushalts-Voranschlag für 1925 ist den Mitgliedern der Stadtverordneten°Ver- fammlung zugegangen. Er schließt in Einnahme und Ausgabe insgesamt mit 6 038 436.68 Mark (1924: 3 007 074,74 Mk.) ab. Davon entfallen auf vic Betriebsrechnung 3 936 670,68 Mark (1924: 2 365 818,74 Mk.), auf die Vermögensrechnung 2 051 766 Mk. (1924: 641 256 Mk.). Wir werden auf den Voranschlag noch eingehender zurückkommen. Gieherr und der Luftverkehr. Die Luftverkehrs°A.G. Oberhessen- Lahngau wurde am Samstag hier formell gegründet. Die Eröffnung des regelmäßigen Luftverkehrs Gießen—Frankfurt und zurück, die Einweihung des Flugplatzes und Taufe des Flugzeuges findet Anfang Juli statt. Anser Pfing st Wetter hat diesmal den Wettermachern einen bösen Streich gespielt. Während man uns „starke westliche Winde, bedeckt. kühler und Regenfälle" angekündigt hatte, was manchen Daheimbleibenden Anlaß gab, den Wander- und Reiselustigen die Mitnahme deS Regenschirms dringend ans Herz zu legen, lachte uns in Wirklichkeit ein sonniges, warmes und ruhiges Pfingstwetter, wie man es sich herrlicher gar nicht denken konnte. Der Reiseverkehr vom hiesigen Bahnhof aus war sehr stark; am Samstag setzte er außerordentlich stark ein, blieb auch am ersten Feiertag recht lebhaft und erreichte namentlich am zweiten Feiertag abends wieder einen außerordentlich starken Umfang. Die fahrplanmäßigen Züge wurden sämtlich bis auf Höchstlast verstärkt gefahren, außerdem wurden iwch Sonderzüge befördert. Hierdurch war es der Bahn möglich, sämtlichen Änforderungen gerecht zu werden. Sehr guten Besuch hatten auch die Ausflugsorte in der näheren Amgebung zu ver- zeichnei7. so daß die dortigen Wirte wohl ebene id Homburg uni en dir Frankfurt. en bit 9riebberg. .nksurt-WM' .Trier, in W n—Qriinberg, w t1. ab 1.12 nachm. ab 10.18 nach- ffurt fanffurt, (Sieben l«n, Tir'M ab ,ug, Tietzen ab nachm. ab. Ter .32 nachm. iäfjrt Plan btmqi eine „ich I in Femoerbin- An neuen Zügen gen. :gen—So'.n-Ter. Meßen «b 6.51 he lag für1925 tverord«!^'^', KL7S s®?'S agnoch^" !N. -Hungen, in riqe Werktags jen an 952 nachm. m auch Sanniagö 'N «L Kl iWr 2lnlah OF k>4 "e Ä ;u lege- • it es i^hr vp? t stark > aw au» vift 11 n «i lpieticr Sie j jmfft bis £ tönirtw tpuri^ *■ Juni, fei L Sonberfteuer oom ?cl'n Um Mejjten Zj,,, }.. ®n>«|itah, r*QU'>9e staailichr u °°Eustge Te, > n eich^ro, •rN|l5[liuenio(. ; .un0 für den 3lteueröorau5iah. '9 Menden Hin. Kirchensteuer. “ H» b) »ir. öieften. eaangel ^steuer, örtliche finden eaent. je Aiiefech evanael. 'Auszahlung. den Zahlstellen Zeil oom 1. bis I 50 Reichsmark iu?M **■88 ** « ?n aus. * J !*" 3*» A vor iS* ^ahne ba$5” «4|i9s* Juni. Kreis st rahen-Ort-durchfabrt inen kleineren Krets zur -a>a9i Ausstettuna« - Bei dem seit einiger Zeit stereotyp Dureauraumen Dcrsammlungssale^usitettung^ schlagen. Die ®rt>« zu gewähren. • Großen-Linden gewcttxncn Punll der Tagesorvnunge.i »Äer- kehrsmittel" muhte der Bürgermeister mit» leiten, daß auf den vom ®emetnberat lentbin gefahren Beschluh. der der Stadt Gießen rmterm 12. Mai zugestellt wurde, noch keinerlei Antwort oder Rückfrage eingegangen ist. — Der Gemcinderat genehmigte den Anteil an den Kosten um auch in diesem Jahre einer Anzahl Kinder die notwendigen Erholungskuren Henkell Seiferipulver Em Seilenpulver wie es eem soll — fettreich und von höchster Wasch- kraft Die große Ergiebigkeit dieses Seilenpulvers sichert sparsamstes Waschen. Für Maschinenwäeche hervorragend geeignet. fpd. Limburg, 2.3uni. Da dic Unter» suchung gegen den Massenmörder Anger st ein au» Haiger noch nicht beendet ist, konnte auch der Verhandlungstermin gegen ihn vor dem hiesigen Schwurgericht noch nicht festgesetzt werden. Angerstein befindet sich seit einigen Wochen im Zentralgefängnis zu Freiendiez. Er ist hier an Fühen und Händen gefesselt unter fortgesetzter Aufsicht in strenger Einzelhaft. fpd. Frankfurt a. M., 2. 3um Der Psing st verkehr erreichte in diesem Jahr die Friedenskurve. Schon am SamStag setzte Hochbetrieb auf allen Bahnhöfen ein. Die Men- schenmassen wurden jedoch glatt befördert, da die Reichsbahnverwaltung eine erhebliche An- zahl von Svnderzügen nach allen Richtungen eingelegt hatte. Den Hauptanteil der Ausflügler stellte die Jugend, die in hellen Scharen den entfernteren Gebirgen xueilte. Am ersten Pfingsttag verdarb der am frühen Morgen niedergehende starke Regen manchem die gewohnte Reise. Trotzdem liehen sich Tausende nicht abhalten und reisten in die Ferne, und sie waren die Klügeren, denn ein unvergleichlich schöner Tag zog herauf und lockte auch noch am Rachmittag viele Personen ins Freie. Den weitaus gröhten Verkehr wies jedoch der Pfingstmontag auf Der Ausflugsverkehr von den Bahnhöfen au» wuchs ins Riesenhafte und konnte nur durch rasche Einlegung von Eonderzügen bewältigt werden In der Hauptsache fuhren dre Ar^flugler nach der Vergstrahe. dem Spessart, dem Taunus, dann aber auch an den langentbehrten Rhein. Troy des gewaltigen Verkehrs vollzog sich die Abbeförderung ohne Unfälle. — Die Abwesenheit der Wohnungsinhaber benützten Einbrecher zu zwei schweren Einbrüchen während der Pfingstfeiertage. In Sachsenhausen brach eine Diebsgesellschaft in eine W u r st w a r e n f a b 11 f und plünderten diese gründlich aus. Dann erbrachen Diebe die Wohnung eines ausländischen Konsuls und richteten hier schweres Unheil an. Wieviel gestohlen ist, konnte noch nicht ermittelt werden, da der Wohnungsinhaber augenblicklich verreist ist. Die schon wiederholt aus der Stadtverordnetenversammlung heraus angeregte Idee der Erbauung eines groben Volkshauses in Frankfurt hat beim Magistrat nunmehr volles VerstandmS gefunden. Als erste Rate für die Erbauung eines solchen Hauses wird bei der Stadtverordnetenversammlung die Bewilligung von 350 OOO Mark beantragt - Die Frankfurter Hand- werker-Jnnungen bauen noch in die'em Sommer ein stattliches Eigenheim und erhielten hierfür von der Stadt an der Brau- bachstraße einen Bauplatz zugewiesen. Außerdem bewilligte die Stadt eine erste Hypothek von 400 000 Mark. DaS Gebäude soll neb^n den L Wiefeck. 2. Juni. Der Gemein de- r a t beschloß in seiner letzten Sitzung, die S ch u l- sä 1 e neu zu weihen und die elektrische Beleuchtung in der gesamten Schule einzurichten. Auf Jahre hinaus ist unsere Schule dann in einwandfreier Verfassung. Außerdem genehmigt d?r Gemeinderat die notwendigen Mittel, um für die Schule eine Anzahl guter Bilder anzuschaffen. — Die Instandsetzung der Bürgermeistereiräumlichkeiten wurde ebenfalls genehmigt und die Anschaffung des für dre wichtigeren Akten benötigten feuerfesten Kassenschrankes beschiessen. — Die Schafherde ist infolge der Le b e r e g el k r a n k h ei t stark zurückgegangen. es werden eine Anzahl Schafe von außerhalb zugetrieben. Der Gemeinderat beschloß, hierfür 1,50 Mark pro Stück für 1925 zu erheben. — Vor einiger Zeit wurde nach Wieseek ein Ka- valleriekoinmando in Quartier gelegt. Runmehr erhielt die Gemeinde die von der Heeresverwaltung zu erstattenden Vergütungen zugewiesen, mit der Maßgabe, die Betrage an die Quartiergeber auszuzahlen. Als Sah war von der Heeresverwaltung der Betrag von 95 Pfennig festgesetzt, wobei zu berücksichtigen ist, daß vor dem Kriege 1,20 Mark pro ^onn und Tag an Quartierkosten zu vergüten waren. Da es wohl nicht nur in Wieseck unmöglich ist. einen Mann in heutiger Feit billiger als vor dem Kriege zu verpflegen, sollen von der Gemeinde alle Schritte unternommen werden, um eine Erhöhung dieser Sätze zu erreichen. — Von einem Tiefbauunternehmer war von dem hiesigen Sportplatz widerrechtlich Erde abgefahren und veräußert worden. Der Betreffende soll hierfür an die Gemeinüekasse 40 Mk. zahlen. — <$ur die neu vergebene Stelle des Friedhof auf- f e h e r s wurde die jährliche Vergütung auf 480 Mark festgesetzt-Für die kürzlich ausgeschriebenen neu geschaffenen zwei Rachtwächterst e l - l e n haben sich eine Reihe Bewerber gemeldet. ES wurde eine Kommission beauftragt, einer späteren Sitzung einen kleineren Kreis zur Wahl vvrzu- Achtung Grone Sendung Sv arge! »um Einmache« einnetroffen. sowie alle Hftfcen «emfije, Gurken. Strichen, Apfelsinen und Ctkrönen. Verkauf Mittwoch. ab 8 Uhr vormittag-, Bahnhofstraße. Ecke Schanzenstrabe. Frau Frosch Tel. 1061. wm Lieferung frei HauS. Lage der Inumarktes Höll der preußijäje Minister für Vollswohlfohrt, wie er, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zuiolge. im Einvernehmen mit dem Reichsarbcilsminisler ausführt, es nicht für vertreib.ir, die Mittel der prod'.iktiven Erwerbslosen- iiiriorae für allgemeine Hochbauten, Kirchen, Verwaltungsgebäude, Schulen usw. zur Seriügung zu stellen. Alle hierauf bezüglichen Anträge sollen daher bis auf weiteres abgelehnt werden. ' Rachlösungvon Fahrkarten in den Zügen. Jur Vermeidung von älnzuträg- lichkeiten sei darauf hingewiesen, daß es im Interesse der Reisendm liegt, wenn 'ie nicht im Besitz von Fahrkarten sind, hiervon dem Schaffner rechtzeitig Mitteilung zu machen, um sich vor der Zahlung eines erhöhten Fahrgeldes zu schützen. Eine rechtzeitige Meldung wird anerkannt, wenn dec. Reisende bei Benutzung von Abteilzügen spätestens nach dem Einsteigen bem Schaffner durch das Wagenfenster hindurch mitteilt, daß er eine Fahrkarte, Ueber- gangSkarte oder Schnellzugzuschlagskarte nachlösen müsse. In den D-Zügen genügt es. wann sich der Reisende beim erstmaligen Erscheinen des Schaffners im Wagen meldet. Er muh dabei mit seiner Meldung dem Schaffner bet der Prüfung der Karte zuvorkommen, andernfalls wird ihm das erhöhte Fahrgeld auferlegt. ♦* Einziehung von Reichsbanknoten. Mit dem 5. Juni 1925 verlieren alle Reichsbanknoten, deren Ausfertigungsdatum vor bem 11. Oktober 1 924 liegt, ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Ferner sei darauf hingewiesen, daß die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark mit bem Ausfertigungsdatum 1. Rovember 1923, die nur noch bis zum 31. Mai bei den öffentlichen Kassen in Zahlung genommen wurden, bis zum 30. September d. I. bei den Kassen der Reichs- bank itmgctaufdjt werden können. " Tausendjahrfeier-Marken. Zur Tausendjahrfeier des Rheinlands gibt die Deutsche Rcichspost Freimarken zu 5, 10 und 20 Pfennig sowie Postkarten zu 5 Pfennig heraus. Sie sind in der nächst eit Woche, zunächst im Rheinland, an den Postschaltern erhältlich Sobald genügende Mengen gedruckt sind, werden die Marken im ganzen Reichspostgebiet vertrieben werden; sie sollen bis in den Herbst hinein im Verkehr bleiben. Die Marken werden in einfarbigem Buchdruck hergestellt, weil die Versuche gezeigt haben, daß Einfarbendruck besser wirkt als Zweifarbendruck. •• Personalien. (Ernannt wurden: Der Pfarrer Lic. lheos. Heinrich Eidenmüller aus Darmstadt zum Studienrat am Wolsgang-Ernst- Gymnasiuin in Büdingen mit Wirkung vom 1 .Juni ab; Studienrat Artur Scharmann aus Gießen zum Studienrat an der Realschule i. E. zu Ober- Ingelheim mit Wirkung vom 1. Juni ab, der Pri- valdozenl Dr. Otto Specht zu Gießen zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor. “ Auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt wurden aufgetrieben: Ochst n 246, Bullen 30. Kühe 593. Kälber 568, Schafe 52. Schweine 4345. Vornotizen Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Das große weiße Schweigen", Kapitän Scotts Todesfahrt zum Südpol. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rochmals sei auf dos Gastspiel am kommenden Freitag. 5. Juni, hinge- wiescn. das mit dem neuen Schwank von Bach und Arnold „Der wahre Jakob" einen sehr unterhaltenden Abend in Aussicht stellt. — Für die nächste Woche ist eS der Direktion gelungen, eine besondere Attraktion zu verpflichten: Die russische Kleinkunstbühne „Der blaue V o geI“. lieber das Auftreten dieser Gastspieltrupp?, die in kurzer Zeit europäischen Rus erlangt hat. wird noch näheres mitgeteilt werden. — Konzert in der I o h a n n i s k i r ch e. Es sei hiermit nochmals auf das morgen abend in der Iohanneskirche stattfindende Konzert des Leipziger Eolo-Ouartetts hingewiesen. (Siehe Anzeigenteil.) Landkreis Gieren. ßen-Linden im Zuge der Kreisstraße Gie- ßen— Frankfurt a. M. wird vom 2. Juni ab vis auf weiteres wegen Vornahme von Walz- arbeiten für jeden Verkehr gesperrt Der Durchgangsverkehr wird von Lang-Göns über Leihgestern nach Gießen und umgekehrt geleitet. • Albach . 31 Mai. Hier ist die M a u I - und Klauenseuche erneut amtlich festgestellt worden. Der Sperrbezirk besteht aus bev Gemarkung Mach, bas Beobachtungsgebiet umfaßt die Gemarkungen Steinbach und Hof Albach. • Langsdorf. 31. Mai. Da die M a u i- und Klauenseuche in Langsdorf nicht weiter um sich gegriffen hat. sind die Orte und Gemarkungen Hungen. Dettenhausen und Birklar aus b:m Deobachtungsgebiet ausgeschieden worden. Die Gemarkung Langsdorf bleibt bis auf weiteres noch Sperrgebiet. Kreis Schotten. Schotten . 30. Mai. Kreisschulrat K i n- kel, der fast 3 Jahre in unserem Kreise tätig war, wurde zum Stadtschulrat in Worms ernannt. Kreis Alsfeld. !'! Ruppertenrod, 1. Juni. Unter großer Beteiligung fand heute hier daS erste Kirchweihfest des Bogelsberges statt. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt. 29. Mai. Wenn sich alle die Hoffnungen und Erwartungen erfüllen, die man an die Errichtung der Kraftpostlinie Darmstadt — Oppenheim — Berg- gemeinden — Guntersblum geknüpft hat, so wird damit eine neue Verkehrs- Verbindung zwischen Stark c n b u r g und Rheinhessen geschaffen, die in der Zukunft eine große Bedeutung erlangen, kann: bringt sie doch die 'Bewohner von Oppenheim und eine Reihe von Rachbarorten unmittelbar zur Landeshauptstadt. Gestern fand die Eröffnungsfahrt auf der neuen Kraftpostlinie statt, die vom Hauptpostamt in Darmstadt auSgtng. Vom Ministerium des Innern war Ministerialrat Dr. Wehner anwesend, vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Regierungsrat Morne- toeg; die Stadt Darmstadt war durch Ober- bürgermc-iftcr Dlässing, den Deigeord R i t - 3 e r t und mehrere Stadtverordnete vertreten, btc Industrie- und Handelskammer durch Syndikus Dr. Human und der Derkehrsverein durch den Stadtverodneten Stemmer. Auf der Fahrt stiegen noch die Bürgermeister der von den Post- autos berührten Orte zu und in Oppenheim, als Vertreter der Provinzialdirektion Rheinhessen, Oberregierungsrat 8 eyferth auch Äreid» direkter Herberg- Oppenheim schloß sich der Fahrt an. Hessen-Nassau. itiamc Bir.auisläden und eine umfangreiche WertstäUe erhalten Die Ausführung soll derart beschleunigt werden, daß die Einweivung bereits im Sommer 1926 erfolgen kann. — 'Die Frankfurter Metbobisten-Gemeinbc läßt auf her Zeppelin-Allee eine monumentale Kirche errichten. Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen. — Die Gerüchte von einem Mord an einem Studenten in der Rächt zu Pfingsten durchschwirrten am Sonntag die Stadt und gaben zu den wildesten Vermutungen Anlaß. Es wurde zwar ein Student auf einer Bank an der Forst bausstrak': am Pfingstsonntagvormittag erschossen aufgefunben. Die Untersuchung ergab aber, bah sich der junge Mann auS bisher unbekannten Ursachen selbst erschossen bat. — Rachbem erst der .Zuckerverein", diese Gesellschaft organisierter Zuhälter, durch gerichtliche Verurteilung der Mitglieder zu langen Freiheitsstrafen ein Ende gefunden bat. konnte die Sittenpolizei in wenigen Wochen wiederum nicht weniger als 17 gefährliche Zuhälter fest nehmen und bem Gericht zur Bestrafung zuführen. » Deutscher Rundflug. Berlin. 1. Juni. (WB.l Bei dem Deutsch e n Runbflug, der in der Frühe de» Pfingstsonntags programmähig seinen Anfang nahm, war daS Wetter bisher nicht sehr günstig. Die Flieger hatten unter starkem Gegenwind und schwierigen Böen zu leiden. Hamburg, die zweite Etappe des Rundflugs, mußte von der Gruppe B als Zwangslandungsplatz benutzt werden. Infolge des schwierigen Wetters war auch ein Teil der Gruppe A. selbst Teilnehmer der Gruppe der stärksten Maschinen, in Hamlurg gelandet. Auf bem Flugplatz in Hamburg herrschte in 500 Meter Höhe ein Westnor- westwind von 15 Sekundenmetern Bäume r. der als erster in Hamburg eintraf, hatte aus der Fahrt Berlin—Hamburg seine acht vor ihm gestarteten Vordermänner überholt. Trotz dieser widrigen Wetterverhällnisse nahm der Flug im großen und ganzen einen bisher befriedigenden Verlauf. Von den am ersten Tage zur 1000-Klrn.-Schleife in Berlin gewarteten Flugzeugen waren dis zum Kontrollschluß des ersten Tages. Pfingstsonntag. 9 Uhr abends. 23 über Schwerin. Hamburg. Bremen. Münster. Kassel und Madgeburg nach Berlin zurückgekehrt. Heute folgten weitere Flieger sämtlicher drei Klassen. Bis heute abend gegen 11 Uhr waren vom Flughafen Berlin-Tempelhof insgesamt 37 Landungen gemeldet worden. Die absolut beste Flugzeit von 9 Stunden 1 Min. für die rund 1000 Klm erzielte Ungeteilter mit seinem Albatros-Flugzeug. 100 PS Siemens, bev Klasse C. Als nächster kam Dillik auf ilbet. 56 PS Siemens, ber 9 Stunden 14 Min. brauchte. In Anbetracht deS bis Bremen herrschenden äußerst ungünstigen Wetters stellen die erzielten Flugzeiten eine außerordentliche Leistung Dar. Von den Kleinflugzeugen der Klasse A bis 40 PS konnte am ersten Tage kein einziges nach Berlin zuruckkehren. AlS erster landete heute früh 10.45 Uhr ber Mercedes-Daimler mit bem Führer 3 chrenke. Die Gesamtreisezeit dieses nur 19-PS-Flugzeuges betrögt 30 Stunden 15 Min. Rachmittags 2 Uhr folgte Fuchs mit bem kleinen Mohammed ber Fliegergruppe Darmstad^. Leider ereignete sich im Zusammenhang mit dem Rundflug auf Dem Fluplatz in Bremen ein schwerer IlnglückSsall. Ein Beamter der dortigen Polizei verletzte sich beim Abschiehen von Leuchtkugeln so schwer, bah er bald darauf starb Turnen, Sport und Spiel. Vota 4. Bezirk des Turngaues Hessen. ' Ried er-Oh men. 31. Mai. Unser Ort rüstet sich zum diesjährigen Turnfest des 4. Bezirks des TurngaueS Hessen, Da« am Samstag und Sonntag (6. und 7- Juni) in seinen Mauern stattfindet. 241 Wetturner sind zum Wettkampf gemeldet. Die Wetturnubungen sind: Stabhochsprung. Weitsprung, Kugelstoßen, Wettlauf (100 Meter), und eine Freiübung. Der Sonntag bringt am Rachmittag die allgemeinen Freiübungen Sonderkärnpfe, Frauenturnen, Handball Wettspiele ber Hanauer und Schützer Mannschaften und anbere turnerische Darbietungen. Der Vorabend (Samstag) wird ein lebensfrohes Bild entfalten von der guten Entwicklung der Turnsache in unserem ländlichen Bezirk, werden doch da u. a. die besten Turner ihr Können zeigen. Dem Kommers geht eine Besprechung der Vorsitzenden ber Bezirksvereine und eine Kampfrichtersitzung voraus. Schöne- Wetter vorausgesetzt, wird auch diese Beran staltung der Turnsache und unserem Bezirk zum (Segen gereichen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser CRubrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikun c- " a'Nvortunq.) Wir leben angeblich im Zeitalter ber sozialen Fürsorge Deshalb wirb den Beamtenteitteen durch die Finanzkasse ihre Pension diesmal .bestimmungsgemäß' erst am 3. Jun i auSgezahlt, während die aktiven und zur Ruhe gesetzten Beamten bereits am 29. Mai und noch frühei in den Besitz ihrer Bezüge gelangten. Warum er ft am 3. und nicht schon am 2.. wenn ichon einmal das Geld über daS Pfingstfest zurück- gehalten werden sollte? Oder will man etwa „bestimmungsgemäß" zu ber schönen vorkriegs- zeitlichen Einrichtung ber 3. Feiertags zurück- kehren? Vielleicht nimmt sich eine berufene Instanz dieser Sache an -r- _____ verleiht rorigei, jutendMichtt Ä1B Aatlitz u. eia reb>. zirterTehrt. B 1 Alle» diel erzeoct die echte es q xzf a AStedonoftrd'Sdfe SitanhEiiÄt» Krem-Drog. Angnst Sell Keaitiät-Drog. Hui R°N P. J. Bflbs, Seifenfabrik Drog. WiUib!«1i. Dorg. Otto Winterle!! ____ 4<)C falls samt und sonders auf ihr: R:^ u.-.g Lammen find Daß sich große Spaziergänger- scharen in Feld und Wald ergingen, war angesichts des trächtigen Wetters eine Srlbstver- ständlichkeit Etfreulicherweifc wurden aber auch die Gottesdienste nicht vernachlässigt die an beiden Feiertagen recht gut besucht waren. So tonnen wir heule auf Pfingstfeiertage zurück- blicken. die alle Erwartungen erfüllt haben. ) Acnderung der hefsischen Land^ flemeirtbeorbnunfl Wahl ber besoldeten Bürgermeister durch den Gemeinde rat Wie mir hören, ist eine Aenderung der, Art. M der hessischen Landgemeindeordnung dahingehend geplant, daß die besoldeten Bürgermeister tur d'e Folge nnftau durch bie wahlbere htigten meinbeangeböngen wieder durch den Geineinderat gewähll werden. Aach den, bisher geltenden Recht ist der besoldete Bürgermeister durch die zur Ge meinderatswahl stimmberechtigten Angehörigen ber Gemeinde zu wählen. Ties führte häufig zu red)t erheblichen Unzuträglichkeiten, besonders deshalb, weil sehr häufig zahlreiche auswärtige Personen sich um den Bürgermeisterposten bewerben. Da es der Gesamtheit dec Bevölkerung kaum möglich ist, sich ein Urteil über bie Persönlichkeit zu bilden, erscheint es zweckmäßig, wenn in Zukunst bie Wahl der besoldeten Bürgermeister wieder durch den Gemeinderat Dorgcnommen wird. " Flieger bes Deutschen Runb- slugeS kamen heute vormittag in schnellem Tcmpo über unsere Stab. Von einer Rotlanbung auf Dem Trieb, ber für solche Fälle bereitgestellt war, ist uns bis zum Rcbaktionsschluß nichts bekannt geworben. "• Die Reichst nbexziffer für bic Lebenshaltungskosten beläuft sich für ben Durchschnitt des Monats Mai auf 185,5 gegen 136,7 im Vormonat. ** Erholungsaufenthalt für K i n » heran ber See. Manche Äinber von Familien bes Mittelstanbes unb ber gcbUbcten Kreise bedürfen bringend eines mehrwöchigen Erholungsaufenthalts an Der See. Die Eltern, gerne bereit unb in ber Lage, bie Kosten eines solchen Aufenthalts zu tragen, können jedoch oft aus vielerlei Grünben n.cht mit ihren Kindern eine solche Seereise machen So kommen biese 5^inbcr um ihrs Erholung unb sind schlechter daran, als Diejenigen. Die auf Kosten der öfsentlichon Fürsorge zur Erholung geschickt toeib.n Durch diesen Gedanken geleitet, hol das städtische Jugendamt im vorigen Jahre eine Gruppe von Kindern zusammengestellt und unter Aufsicht einer Fürwrge- rin gemeinsam nach Swinemlinde gebracht, wo sie in einem Heim ausgenommen wurden, unb von dort auch wieder abgeholt. Da der Versuch sich bewährt Hot, soll er in diesem Jahre toieberholt und zur ständigen Einrichtung erhoben werben. ES kommt in diesem Jahre Brunshaupten-Arend- fee (Mecklenburg» in Frage. Im übrigen sei auf die Bekanntmachung in ber heutigen Rümmer verwiesen. fpd. Richt ohne Ausweis ins besetzte Gebiet! Die französischen Grena- botimten haben während Der Pfingstfeiertage ausgezeichnete Geschäfte auf Kosten von ungezählten leichtfertigen Bewohnern des unbesetzten Gebietes gemacht. Trotz Der fortgesetzten Warnungen und ■ Der fast täglichen Verurteilungen durch die Mili- lärpolizeigerichte reiften an Den Pfingsttagen wiederum Hunderte von Personen ohne Ausweis ins besetzte Gebiet. Ein erheblicher Teil hatte Glück, ein anderer großer Prozentsatz von 2lus- flüglcm ohne Baß wurde aber geschnappt und mußte sofort feinen Leichtsinn durch Zahlung recht erheblicher Summen büßen. Tausende von Goldmark gingen auf diese Weise in die Hände der französischen Grenzbeamten über. Insbesondere waren die sog. fliegenden Streifen der Be- satzungstruppen ungewöhnlich rührig. Recht scharf wurden auch die Autos unb Motorräder kpn- trolüert. " Eine Unfitte beim Baden kann, besonders in Freibädern, häufig beobachtet werden, in Dem Leute die Arme hochheben, um sich herumfchlagen unb bann unter Hilferufen verschwinden. In dem Augenblick, in Dem jemand hinzufchwimmt, tauchen sie lachend auf. Im Rhein hat ein derartiges Verhalten wieder e.n Menschenleben gefordert. Da Der Schwimmer, der erst scherzweise um Hilfe schrie, nachher wirklich in Rot geriet, wobei ihm aber keine Hilfe geleistet wurde. Jeder Badende sollte gegen diesen Unfug einschreiten, und jedem, ber ohne Grund nach Hille ruft, das Verwerfliche seines Verhaltens zu Gemüte führte. " Die Beseitigung dürrer Bäume unb Aeste im Feld und in ben Gärten ist nach einer Bekanntmachung des Kreisamts im neuesten Amtsverlündlgungsblatt in vielen Orten bisher noch nicht erfolgt. Das Kreisamt weist deshalb erneut Darauf hin, daß jedermann verpflichtet ist innerhalb vier Wochen nach der Aufforderung durch bie Ortspolizei seine Dürren Bäume unb Aeste au« bem Felde und den ©arten zu entfernen. Falls diese Vorschrift nicht befolgt wird, tritt Geldstrafe bis zu 30 Mk. ein. Das Aufsichts- Personal ist angewiesen, auf die Befolgung ber Vorschriften streng zu achtelt und Säumige zur Anzeige zu bringen. •• D i e Gebühren Der Schornsteinfeger find mit Wirkung vorn 1. Juni ab neu geregelt worden. Es find u. a. zu zahlen . Meter Höhe 12 Pf., über 2 Meter Höhe 20 P Für das Ausbrennen Der sog. russischen Schornsteine einschließlich Der Damit zu verbindenden Fegung sind Die doppelten Gebühren zu entrichten. Die Gebühren sind unter Einrechnung Der ilmfati’ (teuer festgesetzt. Eine besondere Inrechnungstellung der Umsatzsteuer ist daher nicht statthaft. Produktive Erwerbslosenfürsorge und Baumarkt. Mit Rücksicht auf dik * -Irin einigen Stunden. 5597 D Inh« Nieder-Walgern, den 2. Juni 1925. 3.' 4.‘ 5. 6. 7. 5593V 8. 9. 1 Statt Karten! 10. • ®i Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr: Konzert in der johanneskirche 64804 5518V Eintritt Mk. 1.00 Schüler 0.50 Mk. Ecke Selterswcg 049)0 r verkauft 04801 5598c Eintritt frei 2988 d Eintritt frei. Lichtspielhaus,Bahnhofstraße Meine Frau war üv« gut im 5366V Schotte behördk Zucht i die Hei den des statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Hinterlang geb. Schmidt. meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft findet an Ochsenwiesen bei dem Blockhaus Wiesenmeisters vormittags 9 Llhr Giehen, den 30. Mai 1925. 37,5 —,8 2 2,3 4 11,1 142 1 319,7 Fichten- Kiefern-Rund-Scheiter Fichten- „ Buchen-Knüppel Sichert- Kiefern- Fichten- Kiefern-Stöcke Fichten. n die vor durch bringet 3. Markt trennt 4. Platz z. fallsigei Portiert Deir. E- Abhal! Jedinc Bekanntmachung. HeugrasverstelgerungderStadlGiehen Freitag, den 5. Juni 1925, vormittags 9 Llhr, soll ein Teil des Heugrases von der Wiese im Slolzenmorgen und zwar etwa 12 Lose in einer Gröhe von je 5000 qm an Ort und Stelle öffentlich Klein-Linden, Koblenz, Großen-Buseck, Berlin, Günterod, den 2. Juni 1925. Heinrich Böhringer Herren-Konfektion, Tuchhandlung Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 3 Uhr in Klein-Linden statt. Prima 5peise- kartoffeln Vorverkauf: Kunsthandlung R. Riebel, Marktplatz 04805 Die Beerdigung, wozu besondere Einladung nicht erfolgt, findet statt Mittwoch nachmittag 2 Uhr. 04808 Leipziger Soloquartett für Kirchengesang Eintrittskarten zu 2.— und 1.— Mk. sowie Programme bei E. Challier und abends an der Kasse Statt besonderer Anzeige. Am 2. Pfingstfeiertag nachmittag verschied nach langem,schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Onkel und Schwager Wikinger Fahrten der Nerother mit Liedern zur Laute ßcirberei C. §. droon Fabrik und Laden: Marburger Strasse 40 Filiale: Seltersweq 25. Televh. 869 Herren- und vamenkleider Portieren, Decken usw. werden in einigen Tagen tadellos chemisch gereinigt u. gefärbt. Traueriacheu inner' bnlü 24 Stunden. Bcttfcderu werden tadellos gereinigt u. nm gefüllt, auf Wunsch Die Geburt ihrer Tochter Ursula zeigen an Jutta Corleis geb. Hartmann Ulrich Corleis Biebrich a. Rhein, Nibelungenstr. 6 Pfingstsonntag, den 31. Mai 1925 2 10-U desS viuz-ai fiatt: Stadttheater Freitag, 5. Juni: GllWiel 0. BaO-210U- yelmer Kurkheoters. Zum ersten Male! Ser rooijre Jntoü. Schwank tn 3 Akten von Bach t:. Arnold. Ans. 8. Ende 10'/. Uhr Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, dem 3. Juni. [5517c Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Familien-Konzen Brennholz-Versteigerung. Aus den Waldungen der Stadt Giehen sollen versteigert werden: Montag, den 8. Juni 1925, vormittags lO'/s älhr beginnend, in der Gastwirtschaft „Zur LiebigShöhe" in Gießen: (Bezirke der Förster Arft, Brück und Geisel). 5 Am. Kiefern-Scheiter Cafe Ernst Ludwig Heute abend 8 Uhr: j Vermietungen | Beniion Brandl Neuen Baue 22 Sonnige mööi.dhnmei GnteBerpffcanng. Tel. 1085. I)>2°< Nach langem, schwerem Leiden entschlief am ersten Pfingstfeiertage sanft in dem Herrn meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, unsere gute Schwester und Tante Frau Auguste Heuser geb. Veite im Alter von 50 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Heuser, Bahnhofswirt. Meine Geschäftsräume und Wohnung befinden sich nunmehr Plockstraße 2/1. Stock Balthasar Hinterlang Gastwirt und Metzger im 77. Lebensjahre. lillsleticMe alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. to MM Mills ist die Veste Kräftigung für Gesunde und Kranke. Velden Sie an Nervosilüi, Sßiroinöekinfäll., Moslosigl. so nehmen Sie den tausendfach bewährten Apotheker W. Ullricd'S ^Mediziaal-Seife mrrdendieMechten tn 8 Wochen beseitigt. Diese Kerfe ist Lausende wert. E. W." Da-u Zuckooh- Grane (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien eryättlich. O.Wintcrboff,Med.-Drog.»Z.Kreu-vlall" A. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr. 51 W.Kilbinaer,Löwen-Drog.,Seltersw.79a Eduard Guth. Biktoria-Drog., Marktstr.5 H. Noll, Neustadt-Drogerie, Neustadt 28 r sie am wurd Wntur öffnet * rief ff •galtet ein’ ".5lnb mir ge Ä fanden. — Verloren. — Die Kreisfürsorgerinnen. — Friedhofsordnungen mit entsprechenden Poli' zeiverordnungen der Gemeinden Reinhardshain, Treis a. d. Lda., Allertshausen und Odenhausen. — Dienst Nachrichten. Korpuknj verunstaltet die Körpevfornt nud macht alt. Allen zum Starkwerden Veranlagten raten wir, in der Apotheke 30 Gramm echte Toluba-Kerne zu kaufen, die völlig unschädliche, dabei wirksame, den Ansatz verhindernde Stoße enthalten. Sicher: Äniversit.-Apoih. zum goldene« Engel. Die Bestandteile sind auf der Packun« angegeben.486OÄ Für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spaaialknraaatalt Hol- heim I. Taunus bei Frankfurt a M Behagl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kuren). Mäßige Preise Prospekt durch Dr. M. Schulze- Kahleyas. Nervenarzt i=ßh « L« 22 H ±8* 5 = ie» LZZ © a ’tr u — o ■- . di 8 §3 ui £2 s