Hr. 5i Erster Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, veilaarn - GießenerFam • (Göltet Heimat im Bitt». Monatrvezk.gLrreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trcioerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Uer« lagundGeschäftsslcllebl. Anschrift für Drahtnachrichten: rlnzeigerSiehe». Postscheckkonto: Zranksurl o. HL 11686. Blatt N5. Jahrgang Montag, 2. März 192a GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck «nd Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulltrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagernummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkrit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich?, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70 ni Breite 35 Goldpfcniug, Plahvorschrist20 .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r. Friede. Wild Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschcin; für den Anzcigcnteil: HansBecl^ sämtlich in Gießen. An der Bahre des Reichspräsidenten Die Ueberführung Die Trauerfeier Die Teilnahme des den 2. Marz, nachmittags Hessische Landtag zu einer Trauerkundgebung telegraphisch einberufen. Die öffentlichen Gebäude haben H a l b - für das Deutsche Reich un- das wärmste Beileid aus- ich Ihnen zu dem ersetzlichen Verlust spreche." Für Montag. 4 Ufjr, wurde der Landlaaspräfident A d e l u n a hat an Frau Reichspräsident Cbert folgendes Telegramm gerichtet: »Mit tiefem Schmerz erfüllt mich die soeben eingetroffene Trauernachricht vom Hinscheiden des ersten deutschen Reichspräsidenten. Ihres hochverehrten Herrn Gemahls Gestatten Sie. dah Auslandes. rung nach Heidelberg statt, wo am Donnerstagvormittag die Beisetzung in der von der Stadt Heidelberg zur Beifügung gestellten Ehrengrab ft ätte erfolgt. Das Reichs.abi- nett hat beschlossen, dem Reichstag vorzuschlagen. die Bestattung des Reichspräsidenten auf Kosten des Reichs dorzunehmen. Die Nachfolge. Roch bevor der erste deutsche Reichöpräsidenf seine letzte Fahrt angetreten hat, muh man sich schon mit der Frage der Rachsolgc beschäftigen. Das ist eine Staatsnotwcndigteit. denn das alte monarchistische Mort: »Der König ist tot, es lebe der König! ' gilt im Prinzip auch für die Republik, wenigstens insoweit, als der Zwischenzustand zwischen zwct 'Präsidenten, also das Fehlen eines Staatoobci Hauptes, auf die denkbar geringste Zeit beschränkt werden muh. Vesser wäre es wohl, wenn ein solcher Zwischenzustand überhaupt nicht eintreten tonnte, wie in dem amerikanischen System. Die Vereinigten Staaten haben eigens zu dem Zweck die Stellung des Vizepräsidenten geschaffen, die rein repräsentativ ist: aber in dem Augenblick vollwertig wird, wo der Präsident stirbt, denn dann rückt der Vizepräsident automatisch an feinen Platz. Die Geschichte hat gezeigt, dah ein solcher Fall gar nicht einmal selten ist, Roosevelt und ebenso C o o l i d g e verdanken ihren Weg nur dem ‘216- scheiden des ordentlich gewählten Präsidenten; denn normaler Meise wird drüben an die Stelle eines Vizepräsidenten immer eine Persönlichkeit geschoben, die der Partei irgendwie unbequem ist und deshalb ehrenvoll kaltgestellt werden soll. Die Väter der Weimarer Verfassung haben eine Rachahmung des amerikanischen Beispiels abgelehnt und sich für das französische Muster entschieden, das ja auch keinen Vizepräsidenten kennt. Ob das klug war, darüber braucht man sich im Augenblick nicht zu unterhalten, obwohl einmal die Frage aufgerollt werden muh. und zwar vielleicht schon in absehbarer Zeit. Cs ist gewiß richtig, dah der Vizepräsident eine überflüssige Charge ist, solange der Präsident amtieren kann, aber in unruhigen Zeiten muß man doch auch das Unwahrscheinliche ins Auge fassen. Cs hat einen Moment gegeben, wo das Fehlen eines Vizepräsidenten fast verhängnisvoll gewesen wäre: Am 23 Dezember des vergangenen Jahres, am Tage, wo das Magdeburger Urteil verkündet wurde, war der R ichs- Präsident Cbert fest entschlossen, z u r ü ct z u - treten. Er hat sich davon nur abhalten lassen durch die Vertrauenskunbgebung des Rnchs- ministeriums, die wieder erfolgen muhte, um den Rücktritt zu verhindern, der uns möglicherweise in eine Staatskrise hineingeführt hätte. Denn das Reichskabinett war zurückgetreten, wir hatten dann also weder einen Reichspräsidenten, noch einen rechtmäßigen Reichskanzler, ter verfassungsmäßig seine Vertretung zu übernehmen hatte, was ein Fließen aller grundlegenden Staatsbegriffe im Gefolge hätte haben müssen. Cs wäre deshalb wohl wünschenswert gewesen, wenn die Präsidentenwahl im Mai oder Juni erfolgte, das Problem der Vize- Präsidentschaft gleichzeitig zulösen. Heute wird dazu kein eZeit fein, denn die Reu- w a h l muß in k ü r - e ft e r Frist erfolgen. Rach dem Artikel 41 der Verfassung wird der Reichspräsident in direkter Mahl vom ganzen Volte gewählt, und zwar auf sieben Jahre. Rach dem Artikel 51 ist der Reichskanzler sein Stellvertreter. aber nur für kürzere Zeit, bei einer vorzeitigen Erledigung der Präsidentschaft bis zur Durchführung der Äeuwahl ist die Vertretung durch ein besonderes Reichsgeseh zu regeln. Cs wäre also das erste, was zu geschehen hätte, dah der Reichstag, der in der kommenden Mache zusammentritt, durch ein Gesetz einen Stellvertreter des Reichspräsidenten schafft. Wie die Dinge liegen, wäre es vielleicht das zweckmäßigste, den Reichskanzler Dr. Luther damit zu betrauen. Dann aber muh möglichst schnell zur Reuwahl geschritten werden, und zwar ist hier das Verfahren so geregelt, daß im ersten Wahlgang ein Kandidat nur dann gewählt ist, wenn er mehr a l s die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Bei unseren verworrenen Parteizuständen ist damit nicht zu rechnen. Wir werden mindestens mit fünf verschiedenen Kandidaten zu rechnen haben. Cs muß also dann nach 14 Tagen ein zweit er Wahlgang erfolgen, bei dem die relative Mehrheit entscheidet, hier ist dann derjenige Bewerber gewählt, auf den die meisten Stimmen entfallen sind, wobei besonders im Auge zu behalten ist, daß der zweite Wahlgang vollkommen neue Kandidaten bringen kann. Cs wäre also beispielsweise denkbar, dah mehrere Parteien, die im ersten Wahlgang, um ihre Stimmen zu zählen, getrennt marschieren, sich für den zweiten Wahlgang auf einen Kandidaten • verständigen, der vorher gar nicht in die Entscheidung fiel. Wie sich die Dinge bei uns entwickeln werden, darüber läßt sich zur Zeit noch gar nichts sagen. Die ersten Vorbereitungen für die ordentliche Präsidentenwahl hatten gerade begonnen, sie müssen jetzt beschleunigt werden und b-ingen ^'»steicht VerschiebunArn, die alle bisb- Be< An das deutsche Volk! Die Kundgebung der Rcichsregierung. Berlin, 28. Febr. (Wolff.) Anläßlich des Todes des Reichspräsidenten hat die Reichsregierung nachstehende Kundgebung erlassen: Am heutigen Tage ist der deutsche Reichspräsident Friedrich Ebert aus dem Leben abberufen worden. Tieferfchütlert steht die deutsche Reichsregierung und mit ihr das deutsche Volk an der Bahre des deutschen Staatsoberhauptes. Mit Friedrich Ebert ist ein Mann dahinqegangen, der unter Einsatz seiner starten Persönlichkeit erreichte, daß in den Wirren der Revolution die Einberufung der Rationalverfamm- lung aus freier Wahl des deutfchen Dolles beschlossen und durchgeführt und damit dem deutschen Staatsleben wieder eine gesetzliche Grundlage gegeben wurde. In schwerster Zeit hat er das Amt eines deutfchen Reichspräsidenten mit vorbildlicher Gewissenhaftigkeit und staatsmänni- scher Klugheit perwaltet und sich dabei in der Heimat wie im Ausland reiche Anerkennung erworben. In den außenpolitischen Wirrungen, die nach dem Kriegsende dem Deutschen Reiche erwuchsen, nahm er die Verantwortung für die Entscheidung, die nach vielen Mißerfolgen endlich den Weg zum Wiederanstieg anbahnte, auf sich. Anparteilichkeit und Gesetzlichkeit waren die Richtlinien seiner Amtsführung. Die Charaktereigenschaften des Menschen Friedrich Ebert und die hervorragende Begabung des Staatsmannes, der an der Spitze des Deutschen Reiches gestanden hat, haben ihm bei all denen, die den Mann und sein Wirken kannten, Wertschätzung und Verehrung erworben. Er hat dem deutschen Dolle und dem deutschen Daterlande in schwerster Zeit als aufrechter Mann gedient. gez. Dr. Luther. Dr. Geßler. Dr. Brauns. Dr. Strefemann. Graf von Kanih. Stingl. Schiele. Dr. AeuhauS. Dr. Stenten. Dr. Kröhne, v. Schlieben. Die Trauerfitzung des Reichskabinetts. Die Gedächtnisansprache des Reichskanzlers. Berlin, 28. Febr. ($U.) Auf die ersten Nachrichten vom Hinscheiden des Reichspräsidenten hin war die Reichsregierung sofort zu einer Kabinettssitzung zusammengetre- t e n. Sie wurde eingeleitet durch folgende Gedächtnisansprache des Reichskanzlers: Heute vormittag 10,15 Uhr ist der Präsident des Deutschen Reiches Friedrich Ebert sanft entschlafen. 2Iuif dem vorgestrigen Tag ernstester Sorge, den wir mit Bangen verlebt haben und aus den gestrigen Tag, der neue Hoffnungen brachte, ist nun doch der lebenvernichtende Ausgang der Krankheit gefolgt. Ich bin gewiß, daß nicht nur das deutsche Volk, sondern weit darüber hinaus diezivilisierte Welt aufrichtigen Anteil an dem schweren Schick- salsfchlage nimmt. Das deutsche Reich verliert in Friedrich Ebert seinen ersten Reichspräsidenten. Don seinem Wirken für das deutsche Volk und von seiner Führereigenschaft in schwerster geschichtlicher Zeit zu sprechen, wird meine Aufgabe zu einer späteren Stunde fein. Heute im Kreise der Reichsregierung bringe ich in verehrungsvoller Erinnerung zum Ausdruck, wie vortrefflich der Heimgegangene als Reichspräsideirt gewaltet und wie glücklich und erfolgreich sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und der Reichsrcgierung durch seine Klugheit und vaterländische Hingebung gestaltete. Wir stehen erschüttert an der Bahre des Staatsoberhauptes, ' dessen große menschliche Eigenschaften so oft geholfen haben, sachlich schwierige Fragen zum Ruhen des deutschen Volkes zu lösen. Vielen der Mitglieder der Reichsregierung war er ein Freund geworden. In tiefer und aufrichtiger Trauer gedenken wir alle des Entschlafenen. Trauersitzung des Reichsrates. Ansprache des Ministerpräsidenten Marx. Berlin. 28 Febr. (Priv.-Tel.) Der Reichsrat trat heute nachmittag zu einer kurzen Trauerkundgebung zusammen. Der Vorsitzende. Reichsminister des Innern Schiele, eröffnete die Vollsitzung, an der Vertreter aller Länder tellnahmen. mit folgenden Morten: Ich eröffne die außerordentlich: Sitzung des Reichsrats. die nur dem ehrenden Gedächtnis des verstorbenen Reichspräsidenten gewidmet ist. Ich er- teile das Wort namens der Länder tem preuhr- schen Ministerpräsidenten: Preußischer MinisterprästdentMarx: M»ine Herren! Heute morgen ist der Reichspräsident Friedrich Cbert an den Folgen seiner schweren Krankheit von uns geschieden. Mit dem R^che stehen die Länder trauernd an feiner Bahre, denn die Länder wissen genau. dah, ebenso wie das Reich seinen ziel- bewußten und kraftvollen Führer in schweren Zeiten verloren hat, auch die Länder mit dem Tode des ersten Präsidenten der Deutschen Republik den Verlust eines Mannes zu beklagen haben, der seiner Aufgabe nicht nur darin gesehen hat, das Reich zusammenzuhallen, sondern der es verstanden hat. in richtiger geschichtlicher Würdigung der politischen und krllturellen Bedürfnisse der einzelnen Canter ihren Staatsnot - Wendigkeiten gerecht zu werden und ihre Interessen mit denen des Reiches zu verknüpfen. Die Geschichte wird einst das Bild Friedrich Eberts in den Jahren nach dem furchtbaren Krieg zu würdigen haben: der Reichsrat aber wird seiner Verdienste stets eingedenk bleiben und dem ersten Präsidenten des Reiches ein dankbares Andenken bewahren. Die Mitglieder des Reichsrates horten die Worte stehend an. Der Vorsitzende, Reichsinnenminister Schiele, schloß dann die Sitzung. Die Trauer der Wehrmacht. Das Deutsche Reich hat sein Oberhaupt durch einen jähen Tod verloren. Die deutsche Wehrmacht erweist ihrem toten Oberbefehlshaber den letzten Gruß in ehrfurchtsvoller Trauer. Sein Sinnen und seine Tatkraft galten ihrem Wohl. Sein Aame wird in ehrenvollem Angedenken bleiben. Zum äußeren Zeichen unserer Trauer ordne ich an: Die R e i ch s k r i e g S f l a g g e ist auf allen militärischen Gebäuden und an Bord der Schisse bis nach der Beisetzung Halbstock zu hissen. ES ist bis nach der Beisetzung kein Spiel zu rühren. Das Spielen bei Totengedenkseiern bleibt gestattet. DerReichSwehrminister. Kundgebung der preußischen Staatsminifteriums. Berlin, 28. Febr. (Priv.-Tel.) Das preußische StaatSminifterium trat heute nachmittag 5 Uhr zu einer Trauersihung zusammen. Ministerpräsident Marx schilderte in seiner Rete den Reichspräsidenten Ebert als einen glühenden Patrioten und echten Deutschen, dessen unverrückbares Ziel der Mieter- aufstieg Deutschlands durch friedliche Arbeit des nicht mehr zersplitterten, sondern zu kraftvoller Einheit zusammengefahten Volkes war. Ein Mann von stärkstem Verantwortlichkeit s g e f ü h l gegenüber seiner hohen und schweren Aufgabe, erstrebte er nur das Glück des deutschen Volkes und die Gröhe und Freiheit des deutschen Landes. Eine ganze, geschlossene und mutige Persönlichkeit, war er in den kritischen Tagen, die der Staatsumwälzung folgten, bereit, sein eigenes Leben einzusehen. Auch in den langen Monaten, in denen schon Krankheit ihn befallen hatte, hat er jede Rücksicht auf seine Gesundheit hinter den schweren Anforderungen seines hohen Amtes und seiner Arbeit zurücktreten lassen. Der erste Reichspräsident ter Deutschen Republik wird im deutschen Doll als eine reine und vornehme Persönlichkeit, als ein vorbildlicher Bürger weiterleben. Im Anschluß an die Worte des Ministerpräsidenten Marx beschloß das Staatsministerium die folgend- Kundgebung: n5)er Reichspräsident Friedrich Ebert ist heute morgen seinem Leiden erlegen. Mit dem Deutschen Reich, dessen Geschick er seit den schweren Tagen des Zusammenbruchs nach dem verlorenen Krieg bis heute mit bewundernswerter Kraft geleitet hat. erfüllt das Land Preu- tz e n aufrichtige Trauer um diesen ersten Präsidenten der Deutschen Republik. Seine hohen Verdienste um den Zusammenhalt des Reiches und um dessen gerade in dem letzten Jahr so deutlich hervorgetretenen Wiederaufbau wird einst die Geschichte zu würdigen wissen. Im Ramen Preußens betont das Staatsministerium. daß Preußen sich wohl bewußt ist. in dem verstorbenen Reichspräsidenten einen Mann verloren zu haben, der für die durch die Geschichte bedingte politische Stellung Preußens stets volles Verständnis gezeigt hat. Das Staatsministerium wird dem vortrefflichen Mann, an dessen Bahre es trauernd steht, ft et 5 ein ehrendes Andenken bewahren. Hessens Teilnahme. Beileidstelegramme des Staatspräsidenten und des Landtags. Darmstadt. 28. Febr. Das Hessische Staats m int ft erium hat Frau Reichspräsident Ebert-Berlin folgendes Beileidstelegramm gesandt. „Aufs tiefste erschüttert durch die Nachricht vom Tode des Herrn Reichspräsidenten spricht die hessische Regierung wärmste Teilnahme aus an dem unersetzlichen Decluft, den auch wir erlitten haben. Hesfenland wird des ersten Reichs- Präsidenten in Dankbarkeit und Treue stets gedenken. Hessisches Gesamttninisterium Ulrich, StamSprSfideet/ mast geflaggt, die Vorstellung im Lantes- theater wurde abgesagt. Die Ueberführung. Berlin, 28. Febr. (WTB.) Heute nach- mittag hat sich R e i ch s k a n z l e r Dr. Luther in Begleitung des Regierungsrats v. Stockhausen ins Westsanatorium begeben und a n der Bahre des verstorbenen Reichspräsidenten weiße Rosen nietergefegt. Um Mitternacht wurden bann in aller Stille die sterblichen Ueberrefte des Reichspräsidenten von dem Westsanatorium in der Ioachimtalerstraße nach dem Hause des Reichspräsidenten in ter Wilhelmstrahe überoeführt. Obwohl die Tatsache der Uebersührung der Oesfentlichkeit nicht mitgeteilt worden war, hatten sich schon in der zehnten Abendstunde viele Tausende Zuschauer in der Umgebung des Westsanatoriums und vor allem im Bereich der Kaiser-W.thelms-Gedächt- niskirche angesammelt, die geduldig des Trauerzuges warteten. Der Bereich der Ioachimtafer- strahe und die angrenzenden Straßenzüge durch die ter Kondukt seinen Weg nahm, waren von Schutzpolizei beseht. In ter elften Abendstunde hatte sich im Westsanatorium der Sohn des verstorbenen Reichspräsidenten etngefunten. Bald darauf erschienen u. a. der preußische Ministerpräsident Marx, Reichstagspräsident Lobe, Reichsminister des Innern Schiele, General von S e e ck t und ter kommissarische Leiter des Berliner Polizeipräsidiums Dr. Friedensburg. Um 10 Uhr hatte Prof. Kolbe die Totenmaske des Verstorbenen abgenommen. Um 12 Uhr fuhr vor dem Westsanatorium ein offener Leichenwagen vor. der von vier Pferden gezogen wurde, die schwarzes Tuch umhüllte. Der Wagen selbst war ohne jeden Schmucr und nur von vier umflorten Lampen beleuchtet. Von acht Unteroffizieren der Reichswehr wurde • bann ter Sarg, der von der Standarte des Reichspräsidenten bedeckt war. auf den Wagen gehoben. Zu beiden Seiten postierten sich sechzehn Unteroffiziere der Reichswehr unter Führung eines Offiziers. Den Kondukt eröffnete und schloß eine berittene Abteilung ter Schutzpolizei. Dem Leichenwagen folgten sechs geschlafene Wagen, in denen neben dem Sohn des Reichspräsidenten die Beamten des Bureaus des Reichsvräsidenten und außer den oben erwähnten Persönlichkeiten noch einige andere Mitglieder des Kabinetts Platz genommen hatten. Zu beiten Seiten des Trauerzuges marschierten in einer längeren Kette Schutzpolizisten. Der Zug, der seinen Weg über den Kurfürstendamm nach dem Tiergarten nahm, um dort über das Brandenburger Tor die Wil- helmstraße zu erreichen wurde von den Zeugen der nächtlichen Fahrt des verstorbenen Reichspräsidenten ehrfurchtsvoll begrüßt. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatte den Platz vom Brandenburger Tor bis zur Wilhelmstrahe und diese selbst bis zum Palais des Reichspräsidenten beseht. Der Schein der Fackeln, welche die Reichsbannerleute entzündet hatten, erhellten diesen letzten Teil des Weges, welchen ter Trauerzug noch zurückzulegen hatte. Als der Zug vor dem Palais angelangt war, wurde der Sarg ohne jede Feierlichkeit, während die Anwesenden das Haupt entblößten, von acht Unteroffizieren in teü Haus getragen. Hier übernahm dann eine unter Führung eines Offiziers stehende Reichswehr-Abteilung von 16 Mann die Ehrenwache. Die Trauerfeier. Berlin, 1. März. (WB.) Die Stauet» feier der R e t ch s r e g i e r u n g für den Reichspräsidenten findet am 4. März, nachmittags 3 Uhr, im Hause des Reichspräsidenten statt. Reichskanzler Dr. Luther wird hierbei die Gedenkrede hatten. 3m Anschluß an die Feier erfolgt unter militärischer Trauerparadc d i e Ueberführung der Leiche zum Potsdamer Bahnhof. Der Weg des Ttauerkondutts geht durch daS Dtanocnbutget Tor um das Reichstagsgebäude herum. Dort findet bot dem auf der Rampe haltenden Leichenwagen eine Abschieds- kundgebung deS Reichstags statt, dessen Präsident den letzten Gruß der deutschen Dolls- Vertretung überbringen wird. Der Traueralt wird zugleich der Bevölkerung Gelegenheit geben, dem toten Reichspräsidenten die letzten Grüße darzu- bringen. Darauf wird ter Zug seinen Weg durch die Friedensallee und die Budapester Straße nach dem Potsdamer Bahnhof fortfetzen, dessen Portalfront einen würdigen Trauerschmuck erhallen soll. Dom Potsdamer Bahnhof findet 1 etwa um 630 Uhr abends di« Uebcrfüb. AxtiTturr^en aber oen ^aufsr* zu Werren imstande sind. Rur das eine wird man erwarten dürfen, dah der zweite deutsche Reichspräsident, entsprechend der seit der Revolution eingetretenen Umschichtung der DolkSrneinung, kein Sozialdemokrat ist. Reichspräfidentenwahl voraussichtlich am 26. April. Berlin. 2. März. (TU.) Als Voraussicht- sicher Termin für die Wahl des Reichspräsidenten wird der 26. April genannt. Das Beileid des Auslandes. Die Teilnahme der Staatsoberhäupter. Berlin, 1. März. (WB) Bei Frau Ebert und im Bureau des Reichspräsidenten gehen stündlich in großer Fülle weitere Deileidskund- gebungen ein. Der König von Italien telegraphierte: Die Rachricht vom Lode Ihres hervorragenden Gemahls hat mich lebhaft betrübt. Ich bitte Sie, im Rainen der Königin den Ausdruck unseres lebhaften Beileids entgegenzunehmen. Viktor Emanuel. Der König von Italien hat ferner dem deutschen Botschafter Baron von Reurath durch den Palastpräfekten Herzog Dorca-Dolmo fein Beileid aussprechen lassen und eine achttägige Hoftrauer angeordnet. Aus allen öffentlichen Gebäuden wehen die Flaggen halbmast. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat dem Reichskanzler Dr. Luther sein Beileid übermittelt. Vom KönigvonSchweden ging folgendes Telegramm ein: Aus Anlaß des Hinscheidens des Reichspräsidenten spreche ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme aus. G u st a f. Der König von Dänemark telegraphierte: Spreche meine herzliche Teilnahme aus. Christian. Der König stattete dem deutschen Gesandten einen längeren Besuch ab, um sein Beileid auszusprechen. Der Minister des Auswärtigen und das diplomatische Korps haben bereits gestern ihre Teilnahme ausgedrückt. Der Dolkskommissarderrussischen Sowjetrepublik Litwinoff hat an Reichscrußemninister Dr. Streseman n folgendes Telegramm gesandt: Soeben erhielt ich die Rachricht von dem Ableben des Reichspräsidenten Ebert. Ich beeile mich, namens der Regierung der Union und auch persönlich mein Beileid auszusprechen und dem schmerzlichen Gefühl über den Verlust dieses aufrichtigen Anhängers der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Sowjetrußland Ausdruck zu geben. Den Mitgliedern unserer Regierung, darunter auch Tschitscherin, die sich auf einer Reise nach Tiglis befinden, ist die Trauernachricht weitergegeben worden. Litwinoff hat dem deutschen Botschafter einen Beileidsbesuch abgestattet. In Paris erschien am Sterbetag der Chef des Protokolls, de Fouqueres, bei Botschafter v. Hoesch und hat im Rainen des Präsidenten der Republik Doumergue sowie im Rainen des Ministerpräsidenten H e r r i o t das Beileid ausgesprochen. Der Präsident der Republik Por - t_u g a I sandte folgendes Telegramm: Ich bitte Sie, den Ausdruck meines aufrichtigen Mitgefühls entgegenzunehmen. Teizeira Gomez, Präsident der Republik Portugal. Aus Mexiko erhielt Frau Ebert das nachstehende Telegramm vom Präsidenten Calles: Empfangen Sie meine Teilnahme und aufrichtiges Beileid zum Tode Ihres verehrten Gemahls, den ich während meines Besuches in Berlin sehr hoch schätzen lernte. Präsident Calles. I Der Präsident der Republik Griechenland telegraphierte: Ich bitte Sie, gnädige Frau, den Ausdruck meiner schmerzlichen Teilnahme für den schmerzlichen Verlust ent» gegenzunehmen, der Sie in der Person Ihres hervorragenden Gemahls betroffen hat. Admiral Cunduriotis, Präsident der hellenischen Republik. Der Präsident der Republik Litauen telegraphierte: Mit tiefschmerzlicher Bewegung, die die ganze litauische Ratton teilt, erfahre ich von der schweren Prüfung, die Sie durchzumachen haben und dem unersetzlichen Verluste, den die deutsche Ration erleidet in dein Hingang ihres hervorragenden Chefs, dessen Herzens- und Geistesgaben so allgemein hochgeschätzt sind. Ich bitte Sie, gnädige Frau, meine Teilnahme sowie der Ausdruck meiner respektvollen Ergebenheit entgegenzunehmen. Stulginski, Präsident der Republik Litauen. Der Volkstag der Freien Stadt Danzig sandte an den deutschen Reichstag folgendes Telegramm: Anläßlich des jähen Hinscheidens des Reichspräsidenten Ebert drückt der Volkstag der Freien Stadt Danzig dem deutschen Reichstag fein tief empfundenes Beileid aus. Das Danziger Regierungsgebäude und das Volkstagsgebäude haben Halbmast geflaggt. Die Regierungskommis sion des Saargebietes hat an den Minister des Auswärtigen Dr. Stresemann folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Die Regierungskommission beehrt sich, Eurer Exzellenz, und der Reichsregierung ihr ausrichtiges Beileid auszusprechen gelegentlich des Hinscheidens Seiner Exzellenz des Herrn Reichspräsidenten. Der britische Delegierte der Rheinlandkommission in Köln, Oberst Birch, hat an den Regierungspräsidenten Grafen Adelmann ein persönliches Schreiben gerichtet, in dem er fein Beileid zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig kündigt er an, daß er als äußeres Zeichen der Teilnahme die Flagge auf seinem Dienstgebäude halbmast gesetzt habe. Auch die Präsidenten der deutschen Lände r sowie die Präsidenten der gesetzgebenden Körperschaften der ßänöer, ferner eine große Anzahl von Oberbürgermeistern der Städte hoben Frau Ebert telegraphisch ihre Teilnahme ausgesprochen. Aus der Unzahl von persönlichen Beileids- fv.nbgebungen sind zu erwähnen Telegramme oder persönliche Schreiben von Gerhart Hauptmann, Sven Hedin, Richard P fitz ne r, Ludwig Fulda, § ar na cf. Max Lieb ermann, Hermann Stegemann, Herbert Eulenberg, Konrad Ansorge und Bernhard Keller mann. Auch eine große Anzahl von Wirtschaft lichen und sportlichen Ver- einigung en haben ihre Teilnahme ausgesprochen, ferner eine Reihe von studentischen Verbänden^ Das Beileid des österreichischen Bundespräsidenten. Wien, 28. Sehr. (TU.) Bundespräsident Hainisch sandte an den Reichskanzler Luther folgendes Telegramm: „Ties erschüttert von der Rachricht über das Hin- scheiden des Reichspräsidenten Ebert, der mit tiefster Hingabe an d i e erhabenen Ziele feines Amtes die Geschicke der deutschen Republik in schwerster Zeit geleitet hat, spreche ich Ihnen im eigenen sowie im Ramen des ganzen Volkes das wärmste Beileid aus. Seien Sie versichert, dah der schwere Schlag, von dem das deutsche Volk betroffen wurde, auch von dem stammverwandten Oesterreich auf das innigste mitempfunden wird." Frankreich. Paris, 28. Febr. (WTD.) Sofort nach dem Dekanntwerden des Ablebens des Reichspräsidenten wurde auf dem Gebäude der deutschen Botschaft die Flagge auf Halbmast gezogen. Außer der Deileidskundgebung des Präsidenten der Republik und des Ministerpräsidenten durch ihre Kammerchefs haben ihre Teilnahme persönlich zum Ausdruck gebracht der Kammerpräsident Pain- lev6 und der Senatspräsident de Selves. Weiter haben auch Kammer und Senat ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen lassen. Die Abendpresse, die bekanntlich mit einer Ausnahme der Rechten nahesteht, beschäftigt sich mit dem Ableben des Reichspräsidenten. So schreibt das „Journal des Debats", unter den gegenwärtigen ilmftänben sei das Ableben des Reichspräsidenten ein ernstes Ereignis, dessen Folgen man noch nicht übersehen könne. Wenn der deutsche Reichspräsident von morgen ein Mann des alten Regimes fein werde, bann könne das Schicksal der Republik von nun an als sehr gefährdet erachtet werden. Der „Temps" schreibt, das Verschwinden des Reichspräsidenten Ebert von der politischen Bühne vollziehe sich in einer besonders ernsten Stunde. Sei er doch sozusagen der einzige gewesen, der noch den republikanischen Einfluß in der Leitung dec allgemeinen deutschen Politik vertreten habe. Der radikale „Paris Soir" schreibt, der Tod des Reichspräsidenten führe nun zum Kampfe um die Präsidentschaft. Vielleicht werde der ehemalige Reichskanzler Dr. Marx der Kandidat der Linken fein, obzwar er der Linken nicht angehöre. Wer werde der Kandidat der Rechten fein? Em Rechtsparteiler, wie etwa Stresemann, Luther oder Jarres, oder ein royalistischer Konservativer? Das deutsche Volk trete auf alle Fälle in eine schwere Krise. Das allgemeine Stimmrecht werde jetzt bei der Präsidentenwahl zu entscheiden haben. Das „Journal des Debats" schreibt: Cs handle sich darum, zu wissen, ob die Männer der Rechten die Dinge brüskieren wollten, indem sie einen Prinzen auf den Präsidenke n st u h 1 setzten, der entschlossen fei, die erste günstige Gelegenheit zu ergreifen, sich zum Kaiser ausrusen zu lassen. Es sei nicht zweifelhaft, dah die republikanifche Strömung von 1919 stark geschwächt fei und dah die große Mpisse des Voltes einem Druck nachgeben könnte. Die 11 n « geschicklichkeiten und d i e 11 n t e r l a f » sungssünden der Alliierten einerfeits und die Propaganda für die These der Richt- verantwortlichkeit Deutschlands am Kriege andererseits hätten das deutsche Volk mit den alten Dynastien wieder ausgesöhnt. Es scheine also, dah die Furcht vor den Alliierten und vor einem künftigen Kriege verschwunden sei, um dem fast allgemeinen Wunsche nach Revanche Platz zu machen. Man glaube bestimmt an die ilncinigfeit der Alliierten und an die Unmöglichkeit. dah sie noch lange ihre militärische lieber» legenheit aufrechterhalten könnten angesichts der Reuorganisierung des deutschen Heeres. Gewiß könne auch eine Kombination der Lin - ien in die Erscheinung treten, die für Fran k- reich viel besser sein würde. Jetzt würden bi eSirenen wieder das alte Lied fingen, nämlich angesichts- der monarchistischen Gefahr müsse Frankreich den Männern der Linken Konzessionen auf dem Gebiete der Reparattoiien und des Vertrages von Versailles machen, um Wähler für den linksstehenden Kandidaten zu gewinnen. Vorschlägen dieser Art müsse ein kategorisches Rein entgegengesetzt werden. • Durch Konzessionen erziele man nichts. Mttn müsse durch Entschlossenheit und Betonung des Rechtes Eindruck machen. Die Sonntagsblätter ergehen sich auch verschiedentlich in Auslassungen über die Folgen des Ereignisses. Als wahrscheinlicher Rachfölger wird allgemein Marx oder Luther genannt. England. London, 28. Febr (WB.) Die Rachricht von dem Tode des Reichspräsidenten Ebert, die bereits in der elften Dormittagsstunde vorlag, traf hier völlig unerwartet ein, da die letzten Berliner Meldungen in der Morgenpresse hoffnungsvoll gelautet hatten. Die Fahne der deutschen Botschaft wurde sofort auf Halbmast gesetzt. Das Ereignis wird auch In englischen Kreisen als in mehr als einer Richtung beklagenswert bezeichnet. Die Abendblätter, die das Bildnis und eine Lebensbeschreibung des Verstorbenen veröffendlichen, zeigen in ihrer Beurteilung seines Charatters und seiner Fähigkeiten eine bemerkenswerte Hebereinftimmung. „Evening Rews" überschreibt seinen Rachruf für den Reichspräsidenten Ebert: „Ein deutscher Patriot". Das Blatt sagt u. a., seine Fähigkeit, den mittleren Kurs innezuhalten, empfahl ihn vielen, die seine politischen Ansichten nicht teilten. In einer Zeit, in der die ganze Zukunft der deutschen Regierung gefährdet war, trat er für die Vernunft ein. Er war zuverlässig, beharrlich und darüber hinaus ein Politiker, der es verstand, sich mit jeder Lage abzufinden und die Politik zu verfolgen, die ihn auf der mittleren Linie hielt. Unter feinem derben Aeuheren lebte eine moralische Kraft und staatsmännische Begabung, die selbst seine Gegner ihm zugestehen muhten. Selbst die Monarchisten konnten nicht bestreiten, daß Ebert von Anfang bis Ende für Deutschland gearbeitet hat. Hierin lag das Geheimnis seiner Macht. Die „Sunday Expreß" sagt: In Ebert hat Deutschland einen seiner klügsten und geachtetsten Söhne verloren, der trotz seiner bescheidenen Herkunft die Eigenschaften eines Staatsmannes, Takt und einen ungewöhnlich klaren politischen Verstand besessen hat. Als er 1919 die Forderung nach der Diktatur des Proletariats abwies, hat er nicht nur sich selbst gerettet, sondern auch Deutschland vor der Gefahr bewahrt, rot zu werden, und was das bedeutet, hat sich in Rußland gezeigt. Amerika. Washington, 2. März. (WTB. Funkspruch.) Der Tod des Reichspräsidenten Ebert hat hier allgemein tiefe Trauer hervorgerufen. Staatssekretär Hughes erklärte, er habe die angenehmsten Erinnerungen an den Verstorbenen. der ihn bei seinem Berliner Aufenthalt im vorigen Jahre empfangen habe. Er habe eine sehr hohe Meinung von den großsn Fähigkeiten des Reichspräsidenten und von dem Anteil, den er an der Entwicklung der deutschen Demokratie gehabt habe. Seit dem Kriege habe ihn fein Ereignis so tief berührt, als dieses, das den großen Mann dahingerafft habe, der in Zeiten außerordentlicher Schwierigkeiten eine außergewöhnliche Fähigkeit als Führer bewiesen und der sich das Vertrauen des deutschen Volkes und die Achtung aller Völker gewonnen und erhalten habe. Sein Tod bedeute für die Welt einen großen Verlust. Die Teilnahme der Schweiz. Basel, 28. Febr. (TU.) Der Tod des Reichspräsidenten Ebert löste in der Schweiz aufrichtige Teilnahme aus. Man hebt allgemein die sympthische und unaufdringliche Art des Reichspräsidenten hervor, der nicht über den Rahmen dessen hinausging, was ihm seine Ratur, seine Tradition und seine Stellung vorschrieben. Der demokratischen Art des Schweizers gefiel der frühere Sattlermeister als Reichspräsident gut, während man sein Eingreifen als Sozialdemokrat während der Regierungskrise Ende des vergangenen Jahres zugunsten der Links- und Mittelparteien als unvorsichtig tadelte. Cs wird darauf hingewiesen, daß den Rechtsparteien nunmehr der Weg für einen Reichspräsidenten aus ihren Kreisen ungehindert ofsenstehe, wenn nicht in dem letzten Reichskanzler Marx diesem ein ernsthafter Gegenkandidat erwachse. Landestrauer in Preußen. Berlin, 28. Febr. (TU. Amtlich.) Auf Grund des § 48 Abs. 4 der Reichsverfassung hat die Preußische Regierung anläßlich des Ablebens des Reichspräsidenten folgendes angeordnet: Oefsentliche Musik, sowie öffentliche Lustbarkeiten und Schauspieloorjührungen einschließlich Lichtspielvorsührungen find am Samstag, den 28. Februar, und am Tage der Beisetzung des Herrn Reichspräsidenten verboten. Die preußische Staatsregierung und das preußische Staatsministerium haben ferner beschlossen, daß am Tage der offiziellen Trauerfeier im Hause des Herrn Reichspräsidenten der Unterricht an den preußischen Schulen ausfällt und daß in einer Schulfeier des toten Reichspräsidenten gedacht wird. Die preußischen staatlichen Gebäude werden bis zum Tage der Beisetzung einschließlich halbmast geflaggt bleiben. Der Obduktionsdericht. Berlin, 28, Febr. (WTB.) Die behandelnden Aerzte geben über den Krankheitsverlauf und die Ursache des Todes des Reichspräsidenten folgenden Bericht: Die Bauchfellentzündung desReichs- Präsidenten, die durch den Durchbruch des brandigen Wurmfortsatzes des Blinddarms in die Bauchhöhle entstanden war, war an sich i in Abklingen begriffen, hatte aber zu einer schw/renDarmlähmun g geführt, die allen dagegen angewandten Mitteln trotzte. Es gelang zwar gestern und vorgestern, die Gase künstlich zu entleeren, doch blieb dies unvollkommen. Richts- destoweniger blieb die Hoffnung bestehen, daß die Darmtätigkeit wieder in Gang käme und Genesung eintreten könnte. In der letzten Rächt trat gegen 5 Uhr eine plötzliche Verschlimmerung ein. die zu einem schnellen Verfall der Kräfte und um lO’/j Uhr heute vormittag zum Tode führte. Die mit Zustimmung der Familie des Reichspräsidenten von Geheimrat Lubar sch ausgeführte Bauchfektion bestätigte, daß die Darmlähmung die Todesursache war. Der organische Befund ergab ferner chronische Entzündung der Gallenblase und Gallensteine. Eiter oder sonstige Flüssigkeit fand sich nicht mehr in der Bauchhöhle. Sowohl der Krankheitsverlauf wie die Sektion zeigen also, daß der Reichspräsident nicht einer Infektion durch die Bauchfellentzündung, sondern der durch sie verursachten schweren Darmlähmung zum Opfer gefallen ist. Heidelbergs Trauer. Heidelberg, 28. Febr. (TU.) Der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Dr. Walz, hat an die Witwe des Reichspräsidenten nach Bekanntwerden der Todesnachricht folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert über die erhaltene Trauernachricht versichert Ihnen und den Ihrigen die Vater st a d t des hochverehrten Herrn Präsidenten den Ausdruck der innigsten Teilnahme. Der Oberbürgermeister." Die Kontrolle. Das Gutachten der interalliierten Militärkommission. Paris, 2. März. (TU.) Das Gutachten der interalliierten Militärkommission in Versailles ward eam vergangenen Samstag in Versailles beendet und den Vertretern der alliierten Mächte zur Kenntnisnahme unterbreitet Die ursprünglich auf heute, Montag, an gesetzte Sitzung des Botschafterrates wurde auf Dienstag vertagt, um den Alliierten zur gründlichen Prüfung des Schriftstückes GelegenAit zu geben. Die Aufgabe des interalliierten Militär- Komitees ist mit der Erstattung dieses Gutachtens keineswegs zu Ende geführt. Es kommt darauf an, die Verstöße Deutschlands gegen die militärischen Klauseln des Vertrages formell fest zu st eilen, worauf erst die deutsche Regierung zur Wiedergutmachung der Verstöße aufgefordert werden wird. Das Militärkomitee wird demnächst auf Veranlassung der Botschafter-Konferenz sich in einem zweiten Schriftstück zu den Deutschland aufzuerlegenden technischen Bedingungen äußern. Das „Journal" rechnet mit zwei Möglichkeiten : entweder wird ein allgemeiner Meinungsaustausch innerhalb des Botschafterrates gepflogen, oder es wird eine befördere Konferenz der Minister-Präsidenten einberufen, was für wahrscheinlicher gehalten wird. Zu dem In« halt des Gutachtens melde! die Morgenpresse, der Bericht des Marschall Foch unterstreiche dis Tragweite der einzelnen deutschen Verstöße. Er nimmt besonders auf die militärische Ausrüstung geheimer Mannschaftsbe- stände Bezug und mißt den Verstößen gegen das Verbot der Waffenfabrikation weniger Bedeutung bei. Das Gutachten weiht auf folgende, auch im Schluhbericht der Kontroll-Kommission enthaltene Feststellungen hin: 1. Wiedereinsetzung des Generalissimus in der Person des Generals von Seeckt: 2. Reubildung des Großen Genera l st a b e s , der 250 Offiziere umfaßt, für eine Armee von 100 000 Mann, während der Generalstab 1914 für eine Armee von einer Million Friedensstärke 341 Offiziere zählte: 3. Militarisierung der Schupo: 4. Vorrichtungen zur Herstellung von Kriegsmaterial. Das deutsch-französische Handelskompromiß unterzeichnet Paris, 1. März. (TU.) In der gestrigen Zusammenkunft des Staatssekretärs v. Trendelen- burg mit dem Handelsminister Raynaldi wurde das angekündigte Kompromiß auf der Grundlage der Wirtschaftsverhandlungen anerkannt und namens der beiden Regierungen bestätigt. Es wurden darüber Roten ausgetauscht. Das Kompromiß besteht darin, daß Deutschland für die 9» bis lOmonatige Dauer eines provisorischen Vertrages auf die Meistbegünstigung verzichtet und überdies Die elsässisch-lothringischen Kontingen t e auf der Grundlage einer Halbierung der Zollsätze fortbestehen läßt, während Frankreich für den endgültigen Handelsvertrag Deutschland die M e i ft b e g ü n ft i g u n g de facto in Aussicht stellt. Eine formelle Verpflichtung der französischen Regierung hierzu liegt noch nicht vor, da sie den gesetzgebenden Körverschaften nicht vorgreifen kann. Die deutsche Delegation hat aber keinen Zweifel darüber gelassen, dah nur bei Einhaltung des siche renVersprechens die Verhandlungen überhaupt fortgesührt werden können. Staatssekretär Trendelenburg reift nach Berlin und wird am 16. März wieder nach Paris zurückkehren, um sowohl über das Provisorium als auch über den endgültigen Vertrag die Verhandlungen wieder aufzunehmen. In der Zwischenzeit werden die anderen Puntte der Verhandlungen, die sich nicht auf die Tarifsätze beziehen, von einzelnen hier zurückbleibenden Delegationsmitgliedern besprochen. Die Beisetzung Brantings. Stockholm, 2. März. (TU.) Schon um 10 Uhr vormittags waren 10 000 Menschen versammelt, die sich in langen Zügen zu dem Sterbe Hause Brantings begaben, dem alten Dranttng- schen Patrizierhaus. In den Straßen und dem angrenzenden Stadtviertel muhte die Polizei Ab' sperrungen vornehmen. Brantings Leichnam, bei balsamiert ist, liegt in einem eichenen Sarg Um 2 Uhr nachmittags verließ der Sarg, geschmückt mit roten Rosen, das Haus. Kränze vom König und den Diplomaten waren niedergelegt. Die Bevölkerung Stockholms bildete zu beiden Seiten der Straßen die Ehrenwache. Bei der Trauerfeierlichkeit waren der König, der Kronprinz, die Prinzen des königlichen Hauses und das schwedische Staatsmini st erium anwesend. Der norwegische und der dänische Gesandte vertraten ihre Könige. Der Sarg wurde in der Familiengruft beigeseht. Der schwedische Staatsminister, der deutsche Sozialistenführer Wels und der Franzose R e n a u d e 1 hielten Ansprachen. Aus aller Welt. Erdbeben in Neuyork. Reuyork. 2. März. (TU.) Samstagabend 9,20 Uhr wurde in Reuyork ein kurzes, ziemlich heftiges Erdbeben verspürt. Die Washingtoner Wetterwarte teilt dazu mit, dah das Erdbeben an der ganzen Ostküste Rordameri- k a s beobachtet wurde. Berichte darüber liegen vor aus Detroit, Boston, Kentucky, Philadelphia, Baltimore und Atlanta. Der Erdstoß in Reuyork war sehr heftig. In vielen Häusern wurden Möbel verschoben und Stühle fielen um. Besonders stark machte sich der Stoß in den Wolkenkratzern im Stadtteil Manhattan bemerkbar, wo Bilder und Regale von den Wänden fielen. Eine Panik wurde nur dadurch vermieden, dah sich am Samstagabend in den Turmhäusern nur wenige Personen aufhielten. Beim Einsetzen der Erderschütterung blieben die großen Uhren der Bahnhöfe in Jersey City stehen. Ein schwerer Brückeneinsturz. Wie die „Montagspost" aus Warschau meldet, ereignete sich bei der Probebelastuna der von den Russen bei der Grenzstation Mo- z y r o w über den Pripjetfluß feit zwei Jahren gebauten strategisch wichtigen Eisenbahnbrücke ein schwerer Unglücksfall. Als der Be- lastungszug mit der technischen Kommission die Brücke befuhr, stürzte diese ein. Sämtliche Kommissionsmitglieder haben den Tod gefunden. Eine Glasfabrik eingestürzt Am Samstag stürzte in Saarburg eine int Dau begriffene Glasfabrik ein. Eine 15 Meter breite und 12 Meter hohe Giebelmauer fiel zusammen und begrub die mit dem Dau der Schmelzöfen beschäftigten Arbeiter unter sich. Es wurde sofort Militär alarmiert und die Rettungsarbeiten mit aller Kraft aufgenommen. Bis 7 Uhr abends waren 15 Verwundete ins Spital verbracht und sieben Tote unter den Trümmern hervorgezogen worden. Man sucht noch nach Vermißten, da man nicht weiß, wieviel Arbeiter an dem Bau beschäftigt waren. Mord und Selbstmord. Die Frau und der einzige, acht Jahre alte Sohn eines hiesigen Bürgers wurden tot auf» gefunden. Mit einem Beil, das am Tatorte lag, Waren ihnen die Schädeldecken eingeschlagen worden. Der flüchtige Ehemann wurde mit einem Schuh durch den Mund auf einer Wiese als Leiche aufgefunden. Der Tote lebte in guten bürgerlichen Vcrhäftni ien. Die näheren Umstände der Tat sind noch nicht aufgeklärt. Aus Staat und Land. Gießen, den 2. März 1925. Gedenkfeier zu Ehren unserer Gefallenen. Der BolMbunb Deutsche Kriegsgräber füc- sorg«. Ortsgruppe Dietzen, der sich die edle Ausgabe gestellt hat. die letzten Ruhestätten unserer gefallenen Helden des groben Weltkrieges zu betreuen und diese heilige Pflicht der Dankbarkeit dem deutschen Volke stets vor Augen zu halten, hatte auf die Mittagsstunde des gestrigen Volkstrauertages zu einer Gedenk- seier s'rr diese Vesten unseres Volkes in die Reue Aula der Universität eingeladen. Männer und Frauen aus allen Schichten der Bürgerschaft waren zu diesem Akt der Pietät, bei dem die Gedanlen hinauswanderlen zu den stillen Schläfern auf den Schlachtfeldern und den Kriegersriedhöfen der Heimat, in so großer Airzahl erschienen, daß der weite Raum der Aula bis aus den letzten Platz gefüllt war, und eine weihevolle Stunde war es. die dort die Herzen der Hunderte in einem Empfinden, der Treue und nie erlöschenden Dankbarkeit gegen die gefallenen Brüder, vereinte. Die Kapelle Weller leitete die Feier mit L. v Beethovens Ouvertüre zu .Ggmont" ein. Hierauf sprach Carl Juhnke vvm Stadttheater C. F. Meyers ,Chor der Toten", an- schließend brachte Frau Dr. Spohr auf der Violine unter Orgelbegleitung von stud. theol. Knodt Rob. Schumanns Abendlied zu Gehör. Dann hielt Pfarrer B e ck e r die Gedenkrede. Im Anschluß an ein Gedicht des Arbeiterdichters Heinrich Qersch „von den vielen Gräbern, zu denen die trauernde Sehnsucht einsam Liebender der Heimat hinzieht", wandte sich der Redner an die „Schwestern und Brüder", die wir alle zusammengcfchlossen sind in der großen Trauer „um die vielen, vielen Schaven, die unsere Brüder waren". Richt in großen Worten wollen wir das tun, „denn es gibt fein Wort, für die Opfer W danken, und es gibt keinen Dank für die. die da sanken „für uns". Mit Beschämung muh uns erfüllen die Zerrissenheit unseres Volkes, wie wir es heute sehen, wenn wir gedenken der Toten, die da starben als unsere Brüder, damit wir in ihrem und aus ihrem Geist lebten als Schwestern und Brüder. Als eine ernste Frage an das Gewissen jedes Einzelnen steht die Frage jenes jungen DruderS vor uns, der auch als heilige Odfergabe sein junges Leben hingab: „Werden wir unS kennen und verstehen, auch wenn wir wieder- in der Heimat sind?" Es sind deich nicht die einen oder die andern gewesen, sondern wir alle in gleicher Weise haben teil an dem Opfer der vielen, „ilnb es hat ein jeder Toter des Bruders Angesicht," Da ist der Bauernsohn aus dem hessischen Hinterland, dessen Bruder gefallen im Westen und der selbst im Osten als letzter seines Ramens die Hoffnung seiner alten Eltern mit ins Grab nahm. Da ist der Arbeiter, der nach langer Wanderung in Thüringen als Glasbläser eine Heimat gesunden und dort seine Frau mit fünf unmündigen Kindern zurucklietz als Witwe und Waisen. Da ist der Llniversitätsprofesfor, der den Lehrstuhl verlassen hatte, um die Seuche zu bekämpfen. die draußen alS furchtbarer Feind das Leben unserer Brüder bedrohte — und der selbst in diesem Kampf zum Opfer wurde. So gehören wir zusammen durch die gemeinsamen Opfer als eine Bruder- und Schwesternschaft der vom Schmerz Gezeichneten". Sine heilige Gemeinschaft, die aber ihre ganze Größe erst offenbart, wenn sie sich bei uns Lebenden auswirkt durch die Tat. die aus dem Opfergeist der Bruderliebe wächst. Der gefallenen Brüder gedenken wir. Ihr Geist ist unter uns gegenwärtig. llnb sie alle mögen uns grüßen mit den Worten eines Bruders, der als junger Ofsizier — ein Frühvollendeter — in heiligem Ernst und starker Treue sein hoffnungsvolles Leben zum Opfer gab "für unsere Heimat, für uns (Otto Braun): So sei denn unsere Liebe stark und stet, Dvrchdauernd künft'gen Jahres schwere Tage, Hoffnung ist hell und überglüht die Klage, Hoffnung und Liebe, die zusammensteht. Ja, Gott wolle segnen die teure Saat und helfende Liebe uns schenken aus heiliger Opfertat! Mit dem Altniederländischen Dankgebet, gespielt von der Kapelle Weller, fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Bornotizcn. — Tageskalender f ü r Montag. Gießener Freiw. Feuerwehr 8 Uhr Monatsver-- sammlung bei Müller, Bahnhofstraße. — Bildtelegraphie. Man schreibt uns: Am nächsten Donnerstag wird Professor Dr. A r- thur Korn im großen Hörsaal des physikali» schen Instituts einen Dortrag über Bildtelegraphie halten. Prof. Korn, der von Haus aus Mathematiker ist, hat einen beträchtlichen Teil feiner Lebensarbeit auf die praktische Ausgestaltung Dtu lelegrapyischen Ucderttagung von Brl- k verwandt und ist bei uns in Deutschland bie führende Persönlichkeit auf diesem uitercffanten Sondergebiete der modernen Tech- ?at 1Jot. ctnCT. längeren Reche von Jahren Dietzen über den damaligen Otanb der Lösung des Problems berichtet. In- zwtscyen smd weiigehende Fortschritte erzielt toor- * Ä? Ausgestaltung der Methoden der Schnell- ^elf«h-Telegraphie unb neuerdings der -L.etfjoben ber drahtlo en Tclegravhie haben immer neue CofungSmr g< ch.eiten er eben, u.io Prof, xom stellt in der Einteilung zu einem in der vammlung Göschen erschienenen kleinen Büchlein u?er Btldtelcgraphie mit Befriedigung lest, datz bte Losungsinechoden stetige Fortschritte gewacht haben und bereits wichtige praktische Anwendungen zulassen. Die Uebcrtragungcn, nicht bloß von wchwarz- und Weißbildern, wie die gewöhnliche Schrill ober Zeichnungen sie darbleten, son- dern auch von Photographien sind über gewöhnliche Drahtleüungen. durch lange Seekabel, und auch aus drahtlosem Wege möglich geworden. Die außerordentliche Entwicklung des Runv'unkS dürste das Interesse an diesem Probleme gewaltig gesteigert haben. Freilich, der moderne Rundfunkteilnehmer verlangt mehr als ilcbcr- tragung von Bildern; er will das drahtlose Hören durch ein drahtloses Sehen vervollständigt haben. Das wird nun freilich Prof. Korn in Jcinem Vortrag noch nicht verführen können. Uber es ist klar, daß das Problem des Fernsehens mit der Bildüberlragung auf das Engste zusammenhängt, daß das Letztere gewissermaßen die Vorstufe des Ersteren ist. unb so wird der Vortrag auch die Möglichkeiten der Lösung dieses letzten unb höchsten Problems streifen. Der Vortrag, ber von ber Oberhessischen Gesellschaft für Ratur- unb Heilkunbe gemeinsam mit dem Rabio- klub veranstaltet wird, dürste in heutiger Zeit allgemeines Interesse finden. Hinsichtlich des näheren machen wir auf den heutigen Anzeigenteil aufmerksam. ’Zvcttcrvorausiaae. Rachts Temperaturen um Rull, ruhig, nördlich bis östliche Winde, trocken. Der gestern noch mit seinem Zentrrrm über ber mittleren Rordsee liegenbe Wirbel hat feinen Einfluß aus unsere Wetterlage verloren, lieber West- unb Mitteleuropa ist der Luftdruck stark angestiegen, während die Winde nördliche bis östliche Strömungsrichtung angenommen haben. ** Die Trauer um den verewigten Reichspräsidenten. Das hessische Gesamtministerium hat aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten Eberl angeorbnet, baß sämtliche hessische Behörden sofort bis zum Dei- sehungstage einschließlich Halbmast zu flaggen haben. Dom Lairdesamt für das Dildungswesen wurde angeordnet, daß für den verstorbenen Reichspräsidenten am Tage der Beisetzung in allen Schulen eine gemeinsame Trauerfeier statt- findet. Der Unterricht fällt an diesem Tage aus. Anläßlich dieses Trauerfalles sind gestern auch die Vorstellungen im Stadttheater abgesagt worden. ** Keine lauten Lustbarkeiten während der Fastenzeit. Rach Artikel 219 des Hess. PolizeistrafgcfehbucheS sind während der ganzen Fastenzeit, einschließlich Palmsonntag, alle geräuschvollen Lustbarkeiten untersagt. " Der gestrige Volkstrauertag für unsere Gefallenen brachte auch in unserer Stadt eine würdige Trauerkundgebung, zu der sich viele Hunderte eingefunden hatten. Wir berichten cm anderer Stelle dieser Rümmer über den Verlauf der Feier. Die öffentlichen Gebäude unb eine Anzahl Privathäuser hatten, bem Charakter dieses Tages entsprechend, Halbmast geflaggt. Der Chronist der Zeitereignisse kann bei der Riederschrist dieser Zeilen nicht umhin, die Tatsache zu vermerken, daß man gestern in unseren Straßen im ganzen genommen nicht die große Anzahl von Fahnen bemerken konnte, die früher bei anderen Gelegenheiten zu sehen war. Dieses Versagen muß man aufs tiefste bedauern. = 1 = E l n neues Taubstummen- h e i m. Der Taubstummenverband Hessen und Hessen-Rasfau trägt sich schon feit längerer Zeit mit der Absicht, ein Helm für taubstumme Sieche zu schaffen. Er yeht dabei von der Ansicht aus, daß es notwendig ist, trotz der bereits bestehenden Siechenheime eine besondere Unterkunft für Taubstumme zu schaffen, wo diese mit Schicksalsgenossen vereint sich untereinander verständigen und dadurch ihr Los leichter tragen können. Run- mehr ist es gelungen, das Obst gut Waldeck in Darsberg bel Reckarstelnach zu diesem Zwecke zu erwerben. Das Anwesen liegt etwas abseits von dem genannten Dörfchen, unmittelbar am Walde, und bietet einen herrlichen Ausblick in das Reckartak und aus den südlichen Odenwald. Große Gemüse- unb Obstgärten, Felder und Wiesen gewähren den Insassen Ge- IcgeiuKtt zur Betätigung Rach einigen baulichen Veränderungen kann das Heim voraussichtlich im Herbst b. I. bezogen werden. Man rechnet mit etwa 15 Insassen, denen dadurch etn schönes Heim geboten wird •* I m Oberhefs. schen GelchichtS- verein sprach am Donnerstag Obr.kriegsge- rlchtsrat Koch vor sehr zahlreichen Zuhörern über alle Gießener Familien. Aul Grund ber Kirchenbücher, teilwei'. l Benutzung der Raispro- lotolle, Kontraktenbücher und anderer A.chlven, sowie an Hand von Grabdenkmälern, sonstiger Quellen unb einschlägigen Schrifttums, namentlich einer Abhandlung des Pfarrers D e ch t v l S- Heimer über das gleiche Thema, entwarf ber Vortragende ein Bill) ber noch blühenden alteingesessenen unb eines großen Teils ber bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts ein- gewanberten Geschlechter, auch ber im Mannes- flamm ausgestorbenen, soweit fic von Bedeutung sind. Bedauert wurde bas Fehlen einer Stabt- gefchichte unb eines Dürgerbuchcs. wie es Heinere Städte in musterhafter Bearbeitung besitzen. Don den seit Jahrhunderten einheimischen Geschlechtern wurden eingehender die Stohr. die Ebel unb Kempfs mit ihren reichen Beziehungen zu gelehrten Berufen, bie Frech. Kämmerer, Sack und andere besprochen, unter den eingetoanberten bie Orth, Grebe, mit Goethe blutsverwanbt, Iug- hard. Bogt, Brotreich, bie Baumeister- und Ar- tillcriftcnfamilic Müller, die Magnus, Busch, bie Mocken- unb Stückgietzer Henschel'. Vorfahren ber Lokomotivenbauer Henschel In Kassel, bie Stadt- präzeptorenfamilie Koch, die Hüffell, Schaffstäbt unb bie starke Einwanderung von Leinwand- Irämcm unb anbern Handelsleuten aus Hattingen a. b. Ruhr, so ber Kohlermann. Unter den hier ausgestorbenen Geschlechtern fanden besondere Erörterung die Wundarztfamilien Echer unb Aeuling, bie Clermund, 'Derdries, Widerholt, blutsverwanbt mit bem tapferen Hessen Konrab Wiberholl, dem Verteidiger des Hohentwiels, ferner bie Holweg, Ahnen des ehemaligen Reichstanzlers, bie Schupp, Vorfahren bcs Theologen, Schriftstellers unb Politikers Joh. Balthasar Schupp, eines ber hervorragendsten Söhne unserer Stadt. Sozialer und wirtschaftlicher Qluf- stiea. Vererbung hervorstechender Anlagen unb Fähigkeiten, mehrfache Ehen, Kinderreichtum, Verschwägerungen unb anbere genealogisch wichtige Gesichtspunlle würben beleuchtet. Durch schwere Pest- unb Kriegszeiten nicht gebeugt haben bie Bewohner Alt-Gießens sich immer toieber erhoben. Hanb^erk, Lanbwirffchast, Weinbau unb Verkehr blühten. Die von den Altvordern überkommenen Güter wurden gehütet unb vermehrt. Schon lange vor Errichtung der Marburger und sodann der Gießener Universität sandten Bürger ihrer Söhne auf ferne Hochschulen. Die frische Blutzufuhr durch starke Einwanderung hat den Gefahren der Inzucht ent- gegengetoirtt unb manche Verbesserung gebracht. Hier unb ba haben einzelne Personen versagt, aber Riebergang ganzer Familien ist nicht festzustellen. Die Gießener bnuchen sich ihrer D)r- fahren nicht zu schämen. Möchte auch bas Um- gelcbrte wieder der Fall werden, wenn der Deutsche sich immer mehr der Vergangenheit bewußt wird, wieder wahrhaft deutsch empfinden und handeln lernt. Möchte in diesem Sinne die Beschäftigung mll Geschichte und F .miliengeschichte den Wiederaufstieg des deutschen Volkes fördern! Reicher Beifall dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. In Anbetracht der knapp bemessenen Zeit hatte Oberkriegsgerichtsrat Koch nur einzelne Familien aus der Riesenfülle des Materials herausgreifen können. Sein anschaulicher, fesselnder Vortrag hatte von den geistigen Augen der Zuhörer so manche Familie vorüber- ziehen lassen, deren Ramen noch heute in den Urenkeln weiterlebt. Zum Schluß wies Universi- täts-Bibliothctsbirektor Prof. Dr. Ebel darauf hin, daß es sich bei ber Familienforschung nicht um bloßes Aufsuchen von Stammbäumen drehen darf, sondern datz versucht werden muß, die Familiengeschichte auf eine wissenschaftliche Höhe zu heben, indem man statt sich mit bloßen Ramen unb Zahlen zu begnügen, bie Persönlichkeit der Ahnen zu ergründen unternimmt. Als Sammel» stelle für alles familiengeschichtliche Material gab er bie Robert-Sommer-Stiftung an ber Uni- versitäts-Bitliothek an. damit, wie schon ber Dor- tragenbe in seinem Schlußwort betont hatte, alles irgendwie wertvolle Material späterer Bearbeitung erhalten tperbe. Dr. W. ** E i n Sängertag in Gießen. Am 8. März finbet hier eine Tagung für Oberhessen bes Hessischen Sängerbundes statt, zu ber u. a. ber 1. Vorsitzende des Bundes, Ober- regierungsrat Dr. Siegert (Darmstadt) erwartet wird. Etwa 400 oberhessische Männergesangvereine sind zu dieser Veranstaltung eingeladen worden. •* Studentische WirtschaftSta- gung. Dom 5. bis 9 März findet in München eine Tagung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft statt, an ber bie Vertreter ber WnNchafKtorper ber deutschen Hochschulen, Dozenten und Vertreter deS öffentlichen unb Wirtschaftslebens teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen neben der Besprechung über die Art der Weiterführung studentischer Wirtschaftsarbeit vor allem die Frage des Studenten- hauseS, dessen Bau an vielen Hochschulorten unab wei-bare Rotwendigkeit geworden ist. und pral- lische Fragen der zentralen und örtlichen Arbeit vor allem die Einzel- und Krank 'nfürforge, For berung der Begabten und die Stellung der Wirt schaftSkörper in ber Hochschule ' Achtung, Falschgeld! Der Frankfurter Poltzeibericht meldet: Seit einigen Tage« sind wiederum gefälschte Dreimarkstücke im Verkehr. Die Falschslücke tragen daS Munzzeichen P und sind ohne Randprägung. Außerdem fühlen sie sich fettig an. Ferner sind immei noch bie gefälschten Einbillionenscheine im Verkehr, ohne daß es bisher gelang, die Verbreiter zu ermitteln Diese Falschscheine sind so zahlreich, daß roobl bie auf wenige Ausnahmen der im Verkehr befindlichen Scheine alle als gefälscht betrachtet werden können. Die falschen 10-Dillione:i!cheinc sind ebenfalls erneut im Verkehr festgestellt worden. Sic zeigen besonders auf der Rückseite schlechten Druck unb haben ein mit Fett aufgebrudtet? Wasserzeichen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus ber „Rabio-llmschau".) Dienstag, 3. Marz: 11.55 Uhr Zeitangabe 12 XIbr Rachrichten- bienft. 12.55 bis 1 llhr Rauener Zeitzeichen. 4 llhr Wirtschaftsmcldungen. 4.20 11 br Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 llhr Romantikerkonzert des Hausorchcsters. 6 llhr Wirtscha.smeldungen. 6 bis 6.30 llhr Die Lesestunde iMeisterwerte ber Weltliteratur) Aus „Soll und Haben" von Gust. Freytag (Fortsetzung!. 6.30 Uhr ilebertragung auS bem Frankfurter Opernhaus „Die Hugenotten". Oper in 4 Akten von G. Metzerbecr. (Qlenberung vorbehalten.) Anschließend Rachrichten. Wettermeldung, Sportbericht. Mittwoch, 4. März: 11.55 llhr: Zeitangabe. 12 Uhr: 2kach- richtendienst. 12,55 bis 1 Uhr: Rauener Zeitzeichen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 llhr: Rachrichtendienst. 4,30 bis 5,30 llhr Kinderstunde. 5,30 bis 7.30 llhr Rachmitlagstonzert des Hausorchesters: Aus bekannten Sinfonien ti-Moll-Sinfonie (l.Satz) Schubert. Andante a d. Sinf. m. d. Paukenschi. Haydn, Menuett a. b. ks-Dur-Sinfonie Mozart. Andante a. d. .Moll- Sinfonie Beethoven, Andante a. d. e-Moll-Sins. Tschaikowsky. 7 bis 7,30 Uhr: Stenographischer Ans dem -lmtsverknndigungöblatt. Das Amtsverkündigungsblatt R r. 16 vom 27. Februar enthält. Schneider« Zwangsinnung. Reichs- und Landtagswahl. - Erweiterung der Wasserleitung und Kanalisation der Stadt Lich. — Mieteinigungssämter. - Tanz- belüfttgungen. — Maul- und Klauenseuche in bei Gemarkung Heuchelheim. — Die französische Fremdenlegion. — Schäferei-Satzung der Gemeinde Langd. Dienstnachrichten. Buntes Allerlei. Petcoleumtankexplofion. Eine furchtbare E? plosionhat sich gestern in einem P e t r o 1 e u rn de p o t in Rictheroy, einer Dorstadt von Rio de Janeiro, ereignet. Soweit bisher übersehen werden kann, wurden über 100 Personen getötet, 600 verletzt unb 3000 Häuser zerstört. Samillentragbbie. Sn Berlin vergiftete die oieruntx dreißigjährige Kaufmannsfrau Melanie v. Dacke ihren dreizehnjährigen Sohn, ihre achtjährige Tochter unb sich selbst mit Leuchtgas, in dem Glauben, datz auch ihr Ehemann Selbstmord beging. Die Familie lebte schon länger in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Als nun Dacke bie Rachricht erhielt, baß er feine Stellung verlieren werbe, packte das Ehepaar bie Verzweiflung. Der Mann ging von Hause weg unb hinterließ bah er sich das Leden nehmen werbe. Mit dem Auto In den Rhein. Das Automobil bes Baurats Sauer au- Wiesbaden stürzte unterhalb des Ortes Aß mannshausen von der Rheinuferstraße in den Strom. Der Wagenführer, der einziger Insasse war, würbe lebensgefährlich verletzt. Flugzeugabsturz. In TBicfenbangen (Schweiz) stürzte der Fliegerleutnant Alber bei einem llebungsflug aus 1200 Metern Höhe tödlich ab. Die Ursache des Absturzes ist nicht aufgeflärt. MMMsÄMÜk; — 6orbieuerte le Son.iblaoerimn — Größe. Station. Schichuina. Qualität und Preis nut. F. B. Z- au Rud. Moste, Sä In n Rh. HoWbmWon. Tie Gemeinde LöciterShain verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehendes Holz: Dichten-Stamme: 3. Klasse ca. 16 Fstm., SHcfern-Stämme: 4. Klasse ca. 10 Fstm., v- » ii 22 ,, Grubenholz „ 6 „ Tie Angebote smd bis zum 9. März 1925, nachmittags 1 Uhr, auf der Bürger- meksterei mit der Aufschrift „Holzsub- mifiion* cinzureichen. woselbst die Eröffnung in Gegenwart der Käufer erfolgt. Tie Holzmcnge ist nut schätzungsweise angegeben: dürres, ober gesundes Hol; mit einbegriffen. Tas Hol- ist ohne Rinde ccmeifen und geschält. Weitere Bedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Scheig. Atzenhain. Bürgermeisterei Wcttcrshain. Reichert. 2213D Beteln MMMünMe.v.Wen Der Syndikus unseres standeSverbande- Herr Dr. Moeßner hält am Montan, den 2. Mar», abends 8 llbr, im kaufmännischen DerciusbauS einen Boitrog ö&. aMeSieazrfnigen rooui wir unsere Mitglieder aus diesem Wege nochmals dringend einlaben. 2134 D Ter Vorstand. Dienstag, den 3. März (Es ladet freundlichst ein Pfälzer Hof A. Nahnefeld, Schanzenstraße 2. Reform- florierten, BüHenhaltet. (Morner, Eelüöinoen. Bamenüinöen ufro. 5[n dielen Artikeln werden Lle sachgemas; und fachkundig bedient im [Mni Reformhaus Kreuzplatz 5. !ll!lsIIlII!IlI!II!!IIIIlWMMlllllll!iIsIII!II!!IIIII!I!II!III' Pickel, Mitester, Flechten verschwinden meist sehr schnell, wenn man den Schaum von Zucker's Patent-Medizinal-Seife ab-nds eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen u. mit Zuckooh-Creme nachitreicheu. Großartige Wirkung, von Lautenden bestätigt. In allen Apotbeken, Drogerien, Parsümene-u. Frijeurgefchästen C.1O ntcrboff,Med.'Droa.„A.Kreuzplatz" •21. '?loU, Kreuz-Drogerie. 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Die durchberatenen Voranschläge bet Gemeinde und der Mark Muschenhcim für das Rechnungsjahr 1925 liegen vom 3. bis einschließlich 9. L Mts. zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwen- ' düngen auf unserem Bureau offen. Es ist im Gemeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die AuSmarker beizutragen haben. Muschenheim, 1. Marz 1925. Bürgermeisterei Muschenheim Becker. 2234P nt.5ij Beileidsbesuche dankend verbeten. 01877 Staufenberg, den !. März 1925. 2227V und 2210V Philipp Volkmann I sagen wir allen herzlichen Dank. 01863 Die trauernden Hinterbliebenen im 71. Lebensjahre. Jacob Möbel-Abteilung 01878 'ifiiiiiiiiliiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiimiiiiii..................................... Teilzahlung gestattet! gp sucht. 01873 BF Teilzahlung gestattet "W3 Bilder zssr seitgescfclehtQa Müller. 2233V 2237a Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Gestern morgen verschied an den Folgen eines Schlaganfalls unser lieber Vater und Schwiegervater, unseres Kindes treusorgender Großvater Schlafzimmer von Mk. 350.- an Schlafzimmer, echt Eiche 525.- Wunderv.pol.Schlafzimmer in Birke, Mahagoni . . . Mk. 1500.- Speisezimm.v 550. -bis 1800.- Herrenzimm. v 350.- bis2100.- Küchen von Mk. 120.- bis 350.- Betten Belt8tlleov.Mk25an Malralzei in Kapok und Wolle Deckbetten Kissen überliess. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 4. d. M., nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs, die Einäscherung in aller Stille statt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. März, nachmittags 2 Uhr, statt. Rudolf Schad, Reg.-Baumeister Erna Schad, geb. Ritzel Gießen (Bleichstraße 26), den 2. März 1925. an seinem Geburtstage im Alter von 44 Jahren. In tiefstem Schmerz Frau Babette Held und Kinder. Gießen, den 2. März 1925. Beerdigung Dienstag, den 3. März, 3 Uhr. In tiefem Schmerz: Friedrich Müller und Kinder Ludwig Schön. Stadttheater Dienstag. 3.März, 2G.Liensiag'M.'Msl. von 7* o bt-3 10*/* Uhr: Soler £onw. Komödie in 4 Akten von Rosenow. WeißSwairen Damenhemden mit Stickerei und Hohlsaum (Handarbeit) Mk. 3.50, 4.50, 5.50, 6.50. Elegante Hemdhosen, Prinzeßröcke, Beinkleider. Tafeltücher, weiß Damast mit Hohlsaum,135:160cm.,nurMk 7.50. Bettwäsche sehr preiswert. Waschemir luhns Teppiche echtePerserver- bindungsstücke Gelegen!).- Kauf Stores von Mk. 1.83 an Stores mit Handarbeit billigst 500 Mk. Ä kann rübrigerBer- tretet durch Berkaus von konkurrenzloser Neuheit verdienen. Der Artikel wird in jedem gewerbl. Betrieb gebraucht u. ist bei ersten Behörden wie Eisenbahndi- veEttoneii schon zu Tausenden in Gebrauch. Anaeb. erbittet: OttOKayser, Cassel -WilhelniS- höhe,L'andgr.-Karl strafte 40, Tel. 1016 Dow Sie ZA Todes-Anzeige Heute morgen 5e/4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende, unvergeßliche Mutter und Tochter, unsere liebe Schwiegertochter und Schwägerin Frau Katharine Möller geb. Schön im 43. Lebensjahre. Ein trächtiges Simmentaler Rind zu verkaufen ---»v Launsbach 165. gen undwrz 3m Jahres AtdbenfN Pfarrer zu Gießen g HyMufiallehre «r auf biete der M viert. Am in Religion in den Acht 5. tze-tember das hiesige ( sich seiner m lehrer wuwe Glaser" fae Karl Arbeiten Hein Mungen ge Rite Aeitra berg und de 1866 vnössev bärbchen". 3 Kirchham jo' Atterfeld, schaulich we rigen Kriege Erzählung s die durch sc Sen DeUler mälde aus i sers Erzähl Esselbom in bienst ertoo chen" neu I ternden An lichungen i Liebe zur hi dem heute I Geschichte öe Tüchtiger, bilanzsicherer Buchhalter 'N der amerikanischen Buchführung durchaus bewandert, für sofort zur Aushilfe evtl, auf die Dauer gesucht. Schriftliche Angebote unter 2206D an den Gießener Anzeiger erbeten. Am 28. Februar, 6 Uhr abends, verschied nach langem, geduldig getragenem Leiden mein geliebter Mann, unser lieber treuer Vater Herr Wilhelm Held WesWMWS-Sm tritt eigenem Gutöbcsik, in vrimn rbein* mal ischem Weinorte der Mittelbaardt, sucht für Giesreu und Umgebung tüchtigen, bei Wiederverkäusern eingcsührreu Vertreter Nur erstklassige Kräfte wollen sich melden. Offenen unter Nr. 2220 v an den Gieh- Anzeiger erbeten. 2220 D G. Einkoch apparat nebst 40 Gläsern für 20 zu verk. Frankfurter Str. 165. 30--W Ztr. süires Wiesenheu sowie 20 Ztr. Stroh abzugeben bei "39D Wilhelm Hab» II. Annerod. MIMWkS- ResklüiroA. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen woa FurstenbergoBräu In der Anzeige: Große sreiwillge teWeWmo auf Hofgut Griedel soll die Unterschrift lauten: 2225V 6beriißöL Voll BlflnaenPerg. fc«g W offen 9 M Statt besonderer Anzeige Heute nachmittag 3l/a Uhr entschlief sanft meine liebe, treue Mutter und Schwiegermutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Dora Nassauer Wwe. geb. Kurz im fast vollendeten 64. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Fritz Nassauer und Frau Elisabeth geb. Benderoth. Gießen (Neuenweg 15), den 1. März 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. März, nachmittags1^ Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus, statt. Bekanntmachung. Tie durchberateneu Boranschläge der Gemeinde und der Mark Birklar für das Rechnungsjahr 1925 liegen vom 3. bis eirrschlicftlich 9. I. Mts. zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen auf unserem Bureau offen. Es ist im Gcmeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. . Birklar, 1. März 1925. Bürgermeisterei Birklar. Konftantn erst erschien, diese grundlh der Kulturgej fred Krön boten. Der he hat dazu ein ' Wergänglich« .Mein guter l Pn, als ich 6 N ist ja lä MdI Freund, Wiel sie die .guter Konstan Men, das er ien §änöen iU klusle und bei ratuc ist allerd prallen, zuve 6« Dissenscha Men und ^menschliche .^ten feit d tag dn Dissensch El6?91001 veute der,Cic fance in der Een Zusätzen toahgen „etc Mädchen für tagsüber in kl. Haushalt gesucht. Zu melden [U1,M Bahnhofstr. 75 p. Ordentl., fleißiges WM das kochen kann und alle Hausarbeiten versteh', z. 15. Mär^ Art lEin •Ta et r Oh! mag surtc 56» ***-«rü ÄOf LW fet, M«>bm fe Kuteirol ge^en S&utcs&er- Ja, Heber Michel, sagt der tüchtige Kutisker. jetzt werden wir wohl da, w» Dich der Schuh am meisten drückt, einen zeitgemäßen Eingriff vornehmen müssen. Eine kleine Blutabzapfung wird Dir gut tun, Du dümmster Kerl der Weltgeschichte, vielleicht wlrd's dann auch endlich eiu bißchen hell unter Deinem.Strohdach«, Du harmlose Seele. Wenn Dir diese geschickte Operation weh tun sollte, so darfst Du nachher ein bißchen schreien, das beruhigt Dich wieder, und mir tut es nichts. Du hast fürs Vaterland geblutet, Du darfst auch für mich bluten, und hungern, und Dich «chinden, und Steuern zahlen, daß Dir die Seele Im Leibe quiekt. Du unbegabtes, mit der Klauenseuche behaftetes Schäfchen. So spricht der kredit-und vertrauenswürdige Kutisker. Dr. Unblutig gibt ganz anderen Rat. Er sagt: Wenn Du. lieber Michel, jemals wieder auf gesunde Füße kommen und fähig werden willst, die Schieber, die Ausbeuter und ihre Oönner und Förderer kräftig in den edelsten Teil zu treten, den sie haben, so kM5cir®le! Benutze fleißig das wohltuende Kuklrol-Fußbad. Es kräftigt die Nerven und Sehnen, und verhütet vorzeitige Ermüdung, Fußschweiß. Brennen und Wundlaufen, und Du wirst aus einem Schlappmichel wieder der frische und elastische Kerl der Du vor 10 Jahren noch warst. Du weißt, wie Dir damals auf Deinen Märschen zwischen Ostende und Mesopotamien die Fußpflege als die wichtigste Beschäftigung an Ruhetagen gepredigt worden ist Du hast es nur, als der Frieden der Gerechtigkeit ausbrach, wieder vergessen, in Deiner Not. Zur vollkommenen Fußpflege gehört auch der Kuklrol-Streupuder. Er hält die Füße trocken und warm und ist besonders bei starkem Fußschweiß zu empfehlen und fllr alle, die viel gehen und Stehern müssen. Er verhütet das lästige Durchschwitzen der Strümpfe und hält das Schuhwerk innen sauber und geruchfrei. Das millionenfach bewährte Kukirol-Hühneraugen-Pflaster aber entfernt Hühneraugen binnen wenigen Tagen schmerz- und gefahrlos, nicht nach System Kutisker, sondern nach System Dr. Unblutig. Allerdings darfst Du nicht warten, bis Du vor Schmerzen jodeln mußt, denn wenn bei einem vernachlässigten Hühnerauge plötzlich solche starken Schmerzen eintreten, so ist anzunchmen, daß es entzündet ist. In diesem Falle ist unter dem Hühnerauge bereits ein Eiterherd vorhanden, den nur der Arzt behandeln kann. Wenn Sie richtig kuklrolen wo len, io verlangen Sie In der Apotheke odei Drogerie «Säe neue Kukir«! •Kur * Patting. Sie kostet nur 2 Mark und enthält alles, was dazu nötig Ist Die wichtige Broschüre „Kuklrolen Sie" sendet Ihnen auf Verlangen kostenlos dio Kuklrol-Fabrlk, Groß-Snlze (Bad Eimen). Kuhmist und Speisekartoffeln billigst zu verkaufen. Lelligefiernerweg 21. 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Aller- bings einen bedeutenden Erzähler und Dichter weist unsere Heimatprovinz auf, das ist Rudolf Oeser, der unter dem Tlamcn O. Glaubrecht weithin bekannte Lindheimer Pfarrer. Reben ihm sollte jedoch Karl Glaser, der unter dem Ramen Iustus Treumund schrieb, nicht vergessen fein. Glaser wurde am 6 Rovembec 1810 in Grünberg als der Sohn des Präzeptors (Lehrers) 3o- harrnes Glaser geboren. Er besuchte zuerst Schulen in seiner Heimatstadt und wurde 1826 Schüler des Pädagogiums (Gymnasiums) zu Gießen. Schon im Alter von 17 Jahren wurde er Student der Theologie und Philologie. Die Wissenschaft war damals noch nicht so spezialisiert wie heute, so daß Studenten, um sich die Wahl für den Schul- oder den Kirchendienst offen zu halten, oft gleichzeitig Theologie und klassische Philologie studierten. Rach vier- ijährigem Studium bestand Glaser seine Prüfungen und war zuerst drei Jahre lang Hauslehrer. Im Jahre 1834 fand er eine Anstellung an der Knabenschule zu Grünberg und wurde 1848 Pfarrer zu Wieseck, um sechs Jahre später nach Gießen überzusiedeln, wo er eine Strlle als Gymnasiallehrer erhielt. Im Jahre 1855 wurde er auf Grund seiner Leistungen auf dem Gebiete der Heimatgeschichte zum Dr. Phil, promoviert. Am Gießener Gymnasium unterrichtete er in Religion, Deutsch und Latein. 1873 trat er in den Ruhestand und starb in Gießen am 5. September 1876. Die älteren Gießener, die bas hiesige Gymnasium besucht haben, werden sich seiner noch erinnern; auch als Gymnasiallehrer wurde er immer noch als der „Pfarrer Glaser" bezeichnet. Karl Glaser war kein Dielschreiber, aber seine Arbeiten heimatgeschichtlicher Art wie seine Erzählungen gelten als tüchtige Leistungen. Er lieferte 'Beiträge zur Geschichte der Stadt Grünberg und des Klosters Wirberg. Im Jahre 1866 veröffentlichte er die Erzählung „Vogel- bärbchen". Ihr Schquplah ist das Ohmtal bei Kirchhain sowie die Orte Wetter, Dattenberg, *>3€ttcrfcH>, Laubach und Grünberg. Sehr anschaulich werden die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges vorgeführt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht das Dogelbärbchen, eine Frau, bie durch schwere Schicksale zur umherschweifen- 2>en Bettlerin geworden ist. Auch ein Sittengemälde aus dem siebzehnten Jahrhundert ist Gla- 'jers Erzählung „Schloß Friedelhausen". Karl Esselborn in Darmstadt hat sich dadurch ein Verdienst erworben, daß er Glasers „Vogelbärb- chen" neu herauSgegeben und mit vielen erläuternden Anmerkungen versehen Hal. Veröffentlichungen dieser Art sind dazu angetan, die Liebe zur hessischen Heimat zu beleben und unter Dem heute lebenden Geschlechte die Kenntnis der Geschichte der Vergangenheit zu verbreiten. H.D. Jacob BurckhardtsIugendwerk Das erste große kulturgeschichtliche Werk Jacob Burckhardts war sein Buch „Die Zeit Konstantins deS Großen", das 1852 zuerst erschien. In einer neuen Ausgabe wird uns diese grundlegende Arbeit des großen Meisters der Kulturgeschichte nunmehr vom Verlag A l - freD Kröner in Leipzig (102) wieder dargeboten. Der hervorragende Byzantinist Ernst Hohl hat dazu ein Vorwort geschrieben, in dem er den unvergänglichen Wert dieser Leistung betont. „Mein guter Konstantin! Wie war ich doch noch grün, als ich den schrieb. Was wollen Sie? Das Buch ist ja längst vergessen!" So pflegte Burck- Hardt Freunden zu sagen, die ihm bekannten, wieviel sie diesem Werk verdankten. Aber fein „guter Konstantin" ist doch das einzige Werk gewesen, das er bei einer Reuauflage nicht fremden Händen überantwortete, sondern selbst überprüfte und verbesserte. Die rein gelehrte Literatur ist allerdings dem unentrinnbaren Schicksal verfallen, zu v eralten und durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft überholt zu werden. „Zu den schönsten und dauerhaftesten Hervorbringungen des menschlichen Geistes dagegen", sagt Hohl, „zählen seit den Tagen der alten Griechen jene seltenen Werke der Geschichtsschreibung, die einer legitimen Personalunion zwischen der Kunst und der Wissenschaft entspringen. Solche Werke hat uns der große Basler Historiker geschenkt. Wenn heute der „Cicerone" und die „Kultur der Renaissance in der ursprünglichen Reinheit, befreit von allen Zusätzen, mit denen man sie auf den jeweiligen „Stand der Wissenschaft" zu bringen Für den Büchertisch. beflissen war, ihre volle und unverminderte Wirkung tun, so liegt darin der bündige Beweis für die Ausnahmestellung ihres ülrhebers. Richt anders steht es um den „Constantin", auch hier könnte man vielleicht der Versuchung erliegen, eine Anpassung an die heutige Forschung vorzunehmen. Aber man würde damit gegen das Lebensgesetz dieses Buches verstoßen, und die Erfahrungen, die mit früheren Bearbeitungen Burckhaidtscher Werke gemacht wurden, find drastisch genug: vestigia terrent." ' Romain Rolland: Verzauberte Seele, l. „Annette und Sylvia". (Kurt Wolff, München.) Zwei grundverschiedene Frauennaturen sind psychologisch meisterhaft charakterisiert, die von sittlich ernstem Streben bewegte Annette und die kleine, flatterhafte Pariser ©ri- fette, beide in ihrer Einstellung zu demselben Manne. Das Ineinanderfühlen der Schwestern, das langsame Sichnäherkommen, die glühende Liebe, Eifersucht und Hatz, das erregt starke innere Anteilnahme ■ an diesen beiden Frauen- seelen. 1105 — Bruno Cassirers nach Ausstattung, Drucktechnik wie ülebersetzung gleich mustergültige Tolstoi-Ausgabe macht erfreuliche Fortschritte. Als neueste Bände liegen uns vor. ..Sewastopol". eine Sammlung von Erzählungen aus den fünfziger Jahren und „P o l i k u schk a". ein Band, der eine Reihe der wertvollsten und charakteristischsten Erzählungen aus den gleichen Jahren enthält. Cs sind die Jahre seiner großen Wendung, vom traditionellen Epiker zumGesell- schaftskritiker, Jahre des inneren Ringens und Werdens, von dem auch manche dieser Erzählungen sprechen, trotz der epischen Ruhe ihrer Ausdrucksformen (bei Bruno Cassirer, Berlin W 35, je Band 6 Mk.). 1557,119 — Der Leipziger Verlag Hesse & Becker gibt in feiner bekannten Sammlung „Romane der Weltliteratur" ein einzeln käufliches Gesamtwert F. M. Dostojewskis heraus, das bei guter Ausstattung und ausgezeichneter Uebersehung besonders durch seinen niedrigen Preis bemerkenswert ist. t 85 • In der außerordentlich wohlfeilen Sammlung Die sechs Bücher der Kunst, die Professor Dr. A. E. Drinckmann-Köln bei der Makern. Derlagsanst. Athenacon, Potsdam herausgibt, ist soeben als 5. Band Die Kunst des 'Barocks und Rokokos von dem Herausgeber selbst erschienen. (Halbleinen 10 Gm.) Worauf es Drinckmann in seiner aufs äuherste konzentrierten Zusammenfassung ankommt, das ist der Einsatz und Anteil der Dölkerindividualitäten, die mit verschiedener Kraft und verschiedenem Erfolg in der Entwicklung der künstlerischen Ideen des Barocks ein- greifen. Italien findet zuerst die neuen Formen; Spanien. Frankreich, England, Riederlande, Deutschland zerlegen, zersetzen sie und verbinden sie mit eigenem schöpferischen Willen, lieber der Malerei der Riederländer steht das Doppelgestirn Rubens-Rembrandt; und Deutschland. dem Sammelbecken aller möglichen Einflüsse, gelingt es im 18. Jahrhundert, im deutschen Rokoko das letzte und höchste Resultat dieser internationalen Kulturepoche zu schaffen. Sv entrollt sich in diesem Buche das Barock und Rokoko, das den Glanz und die Steigerung des Lebens so sehr liebte, selbst wie ein farbenprächtiges Schauspiel, in dem das lange arg verkannte Deutschland eine Hauptrolle spielt. Drinckmann schreibt mit höchst lebendiger Sprache, die mit dem Darockstil mitlebt. Er vergewaltigt trotz der Zusammenpressung des Stoffes nicht durch Begriffe und ermüdet nicht durch Materialaufzählung. 177 treffliche Abbildungen, die teilweise ganz neues vom Verfasser aufgenommenes Material bringen, dazu mehrere Farbtafeln geben, wie es im Plan Liefet Bücherreihe vorgesehen ist, die wichtigste Grundlage und genußreiche Anregung. 1590 * Hussong, Friedrich. „Das russische Ei". Eine Auslese. (August Scherl G. m. b. H., Berlin). Ganzleinen geb. 5 Mk. Friedrich Hussong, der von seinen Gegnern gefürchtete Kritiker, der heitere Plauderer voller Witz und Humor, der geistvolle Schriftsteller, der bei heilerem Anlaß tiefernste Gedanken findet, der das Schwere gern mit fröhlicher Miene betrachtet, streut hier das reiche Füllhorn seiner bunten Erlebnisse aus. Lachende Satire und stille Betrachtung. Tieftragische und hochkomische Skizzen aus allen Ecken und Enden der vielgestaltigen Gegenwart. Umschlossen von der Einheit einer starken Persönlichkeit zieht eine lange Reihe mannigfaltigster Lebensbilder an uns vorüber.58 ' Don deutscher Dichtung. Don Stu- I diendirektor Dr. A M. Schmidt. (Leinen Mk. 3.60. Verlag von Quelle6Meyer in Leipzig.» | Eine Poetik in zwangloser Form, die sich als Ziel letzt, den Leser in die Hauptgesetze deutscher Dichtkunst einzuführen und ihm ihr Wesen klarzulegen. Die anschaulichen Analysen find so angelegt, daß sie jeweils zugleich ein Stück Literaturgeschichte geben. Stets stellt der Dersafser das Anschauliche in den Vordergrund, das Allgemeine tritt zurück: denn ästhetisch losgelöst von dem lebendigen Kunstwerk verfehlt zu leicht feinen Zweck. Bei dem hier beschrittenen Wege wird das Lesen reizvoll und genußreich. und das Eindringen^ in die einschlägigen Fragen fällt dem Leser als reife Frucht in den Schoß. 1181 Dr. E. Me her: Das Weib als Person l i ke i t (Verlag Grethlein u. Co. in Leipzig). Das Buch ist von einer Aerztin geschrieben, bestimmt für Mütter. Frauen und Männer. In Vorträgen und Kursen mit Erwachsenen und Jugendlichen erwuchs der Stoff, alle Gebiete und alle Röte des sozialen Lebens streifend/ „Gesundheitliche Volksaufklärung, Vermittlung des nötigsten Wissens über den menschlichen Körper und seine Funktionen, über Pflege des Körpers durch natürliches, zweckentsprechendes Verhalten in Ernährung und Körperkultur. Oeko- nomie der Kräfte, Geschlechtsleben, ethische Einstellung zu sich selbst und zur Gemeinschaft im Sinne der Vollendung, der Menschenliebe und der aus ihr sich ergebenden neuen Lebensorientierung", das ist nach den Cinleitungsworten der Verfasserin Zweck und Absicht dieses Buches. Emanuele Meyer will die Frau zum Bewußtsein ihrer Pflichten und ihrer Rechte, ihrer Verantwortlichkeit und ihrer Mission in der Menschengemeinschaft bringen. 1419 • H. A. Korff, Humanismus und Romantik. Die Lebensauffassung der Reuzeit und ihre Entwicklung im Zeitalter Goethes. Fünf Vorträge über Literaturgeschichte. (Verlagsbuchhandlung I. I. Weber, Leipzig.) Der Literaturhistoriker unserer Landesuniversität gibt hier zusammengefaßt unter dem Begriff „Humanismus", eine Darstellung der Grundideen der deutschen Klassik. Klar und lichtvoll werden diese Ideen in ihrer Entwicklung verfolgt von der humanitas des Cicero bis zu ihrer Vollendung im Faust und zu ihrem „Untergang" in der Romantik. Ein unendlicher, unausschöpfbarer Gegenstand ist aus tiefer Kenntnis und selbständiger, neuer Durchdringung des Ganzen heraus formvollendet in geschickter Verkürzung und Vereinfachung dargestellt worden. Solche vereinfachte Lieberfichten sind für viele geeignet, sie in ihrem Streben nach geschichtlicher Klarheit am meisten zu fördern. 1429 ' Kleist in Paris nennt sich eine im Dolksverban d der Bücherfreunde erscheinende Schrift des Kleist - Forschers Paul Hoffmann, die das Jahr 1801, also das Jahr, in dem sich Kleist endgültig zu seinem Dichterberuf entschloß, in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellt. Rach langem inneren Ringen und qualvoller Selbstprüfung wurde Kleist sich darüber klar, daß nicht gelehrte Forschung, sondern künstlerisches Schaffen, nicht spekulative Wissenschaft, sondern lebenswarme Dichtung die Bestimmung und das Glück seines Daseins aus- mache. Wie er diesen Weg sand und gegen inneren Zwiespalt und äußere Hemmungen sich erftritt, wird aus zeitgeschichtlichen und persönlichen Bedingungen entwickelt und veranschaulicht. Einen hervorragenden Schmuck erhält das Buch durch einige Miniaturen, die in den Farben der Originale hier erstmalig wiedergegeben werden und in dem Faksimile eines Briefes, der zu den schönsten des Dichters gehört und, gleich den Porträts, der Urschrift getreu hier zuerst veröffentlicht wurde. — Mit diesem Bändchen bietet der unermüdlich schaffende Volksverband der Bücherfreunde seinen tätigen Freunden eine neue Gabe an, die er jedem kostenlos überreicht, der ihm zwei neue Besteller auf seine ausgezeichnete Kleist-Ausgabe zuführt. (Berlin- Charlottenburg, Berliner Str. 42/43.) 95 • Psychologie des IugendalterS. Von Professor Dr. Ed. S p r a n g e r. Ganzleinen. 9 Mk. Quelle & Meyer in Leipzig. — Das Werk zeigt in seiner Fragestellung aus dem Erlebnisgehalt der Jugend mit aller Deutlichkeit, daß hier erstmalig die Lebensfülle des Werdenden mit wissenschaftlichen Methoden umspannt werden konnte. Den Kern des Buches bilden die Einzelprobleme der besonderen Seelenanlagen des Jugendlichen, die wegweisend für das Verständnis des Reisungsalters sind. Spranger beleuchtet die Arthur Rimbaud. (Eine Buchbesprechung.) „J'ai de mes ancetres Gaulois l idolätrie et l’amour du sacrilege - Ob! tous les vices, colere, luxure — magnifique, la luxure surtout mensonge et paresse. Rimbaud. Don allen Dramen, die die Weltgeschichte rennt, erwanderte Jaques Arthur Rimbaud der größten eines: Sein Leben. - Sein Raine — vielen fremd — ist Denen, die ihn kennen, ein gellender Kampfschrei. ein Blutschrei.' groß wie das Meer und leicht wie ein Kork auf dem brodelnden Gischt. Am 20. Oktober 1854 wurde er in Charle- rille geboren. Mit siebzehn Jahren feierte ibn Frankreich schon als großen Dichter; „Shakespeare enfant tauft ihn Vrctor H u g o. Verlaine liebt ihn tote einen Gott! Er aber lacht des Ruhmes, der ihn fesselt, er sprengt sich selber in die Luft, stößt jede Heimnung von sich: seinen Freund, den er am Reckar nieder- schlägt, die Welt, die ihn begehrt und seine Kunst. Mit dreiundzwanzig Jahren hort er auf zu dichten! . . a Wie ein Komet erstieg fein Genius Das Firmament der Größten feiner Zeit und feines Volkes, kometengleich riß seine Glut sich durch den Raum, bis er. der Mensch, fein ©elfter- Schiff: sich selbst besteigt, bis fein gewaltiges nßirr auf feinem trunkenen Bin taumelnd „die reißenden Flüsfe' durchbricht. Das Wie ist un° fcSS Ar die Fahrt. Als blinder Passagier im Zuge, als Schlüsselringverkäufer auf den Boulevards des witzelnden Paris, als flüchtiger holländischer Kolonialfoldat auf Sumatra, im Urwald unter Affen und Getier, „wo Pantheraugen aus den Blumen glühn", — Rimbaud taucht siegend in die Fluten; von silbernen Sonnen umgaukelt. elektrischen Monden, träumt er von „grünen Rächten mit Schnee". Kaleidoskop sind seine Hände. Die formen unermüdlich neue Wellen. Europa ist ein Zuchthaus. ist ein kalter, schwarzer Tümpel, die bunte Welt zieht ihn hin—an. In Deutschland ankert er, in Belgien, in England. Holland. Afrika! Aegypten. Zypern. Sansibar, Aden: Die halbe Welt hat er durchkreuzt unb ist ein Mann von — dreiundzwanzig Jahren! Run fliegt der letzte Ballast über Bord: Die Kunst. Er, dem Kultur nur Farce ist, löst sich endgültig von Europa, treibt in die fernsten Länder ferner Sitten und schreibt die ungeborene Schöpfung seines Geistes in das Buch der Wirklichkeit. Er lernt die Sprache der Somalineger, gibt unbekannten Ländern einen Romen, hilft König Menelik den Krieg bereiten, erwirbt -Vermögen und verfehlt trotz aller aufgebotenen Kraft den letzten Hafen. Ein Todgeweihter kommt er nach Marseille unb stirbt am 16. Rovember 1891, kaum 37 Jahre alt Paul Zech. „Das trunkene Schiss? ©ine szenische Ballade. .. Das Leben Rimbauds zu verdichten, im Schauspiel auferstehen zu lassen, muh für den Dramendichter ungewöhnlich reizvoll fein. Das unvergleichlich machtvolle Gedicht Rimbauds: „Das trunkene Schiff allein vermag die gläubige Künstlerseele in erhabene Regionen zu entführen." Man glaubt Paul Zech, daß ihn das Thema packte: doch wage ich zu zweifeln, ob sein Werk den Leser oder Schauer immer packen wird. Rimbaud ist gut getroffen, doch Verlaine! — Verlaine ist nicht erfühlt, zu weich. — Ganz ausgezeichnet ist die Szene in der Scheune. Paul Zech versteht es, gute Bilder hinzustellen. Doch sind der Bilder viel zu viel. Trotzdem fehlt London; wichtig, um das Attentat Derlaines in Brüssel zu begreifen. — Wer wagt's, „das trunkene Schiff" zu inszenieren? — Mit ein paar schönen, roten Strichen und einem männlichen Verlaine ist dieses Stück vielleicht ein Wurß „Das Rad." Ein tragisches Maskenspiel. „Ich bin an das Rad geschmiedet!" Das schreibt nicht nur Paul Zech. Das Rad, das rollt, das Rad. das kalt, erbarmungslos, unhaltbar alles Sein durchwuchtet, mit — hoch — runter — reißt, ist das Symbol brutaler Kräfte, politisch, oder kosmisch unbegrenzt. — Die Echtheit Zechs ergreift auch hier, die Vision des Bildes ist bedeutend. Doch das ist Alles. Mit Abstraktionen ist kein Stück gemacht. — Vielleicht besinnt sich Zech auf- jenen Satz Sebastians im „Turm": „Ich muh noch einmal das zermarterte Gehirn hinunterbohren ... muh den Sinn enttoirm.“ — Der Held fehlt diesem Werke ganz. Sebastian, der Heilige. Geschlagene, bleibt Montag, 2. Mär; 1925 verschiedenen Lebensäutzerungen des Jugendlichen. sein Phantasieleben und Schaffen, die jugendliche Erotik, den Zusammenhang zwischen Erotik und ocpialität, das Hincinwachsen deS Jugendlichen in die Gesellschaft, feine sittliche Entwicklung, sein Rcchtsbewußisein. daS Verhältnis des Jugendlichen §u Politik und Berus, sowie die Rolle von Wissen. Weltanschauung und Religion im Leben des Jugendlichen. So gewinnt Spranger einen tiefen Einblick in die Erlebnisweisen des Jugendlichen, in seine Auseinandersetzung mit dem Gehalt des objektiven und idealen Geistes, unb er folgert daraus bestimmende Momente für die Charakterbildung des reifen Mannes und der reifen Frau. Was in diesem Werke gesagt wird, ist von so hoher Bedeutung. daß kein Erzieher In Zukunft diesen Fragen wird aus dem Wege gehen können. 1503 - Rüstig schreitet das in Lieferungen erscheinende „Handbuchder Forst wissenschaf- ten" voran, das Professor Dr. H. Weber bei I. C. B. Mohr H Lauppsche Buchhandlung in Tübingen herausgibi. Erschienen sind bislang von dem auf vier Bände vorgesehenen Werk fünf Lieferungen. Die letzte enthält u. a. einen Beitrag Geh. Rats Fromme über „Forstvermessung" (Preis je Lieferung Mk. 4,—). 8a/w — Julius Goldstein Rasse und Politik 4 Ausl, mit einer Vorrede von Pros Lic. Dr. Heinrich Frick über Christentum, Deutschtum und Iudenfrage. (Verlag Emst Oldenburg, Leipzig.) 52 ' Dr. Alfred Frankenseld. Drei Schriften gegen den falschen Rationalismus. Befreiungskrieg? — Völkisch oder deutsch? — Freiheit, die ich meine! Preis 2,50 Mark. - Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H. in Berlin W 8 — Die Historisch-politische Büche- r e i des Frankfurter Verlages Moritz Diesterweg, ein ausgezeichnetes Hilfsmittel für das Geschichte ftubium, hat der Herausgeber, Professor Dr K ü n t) c I. um zwei weitere Bändchen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung bereichert. Aus der Atmosphäre der Paulskirche, dem Lager der „Erbkaiserlichen", sind die „Politischen Aus sähe und Briese" P. A. P f i z e r s, interessante Dokumente. Wichtig ist auch der „Briefwechsel zwischen König F r i ed r i ch W i l h e l m IV. und dem Reichsverweser Erzherzog Johann" für die Haltung Preußens zur Einheitsfrage. Hermann Paut steuert schließlich noch Willemers Flug- schrist „Besitzen denn die Franzosen die Freiheit, welche sie uns anbieten?" aus dem Jahre 1798 hinzu. 1435/37 gettschristenschau. — Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Herausgeaeben von Joses Radler und August Sauer. Band 25, 4. Heft. (Carl Fromme. G. m. b H. in Leipzig.) Das Heft wird eröffnet durch einen grundlegenden Aufsatz von Sigmund von Lempicki über die literarische Kritik und die Probleme ihrer Erforschung. Walther Ziesemer in Königsberg ist es gelungen, zahlreiche neue Gedichte von Simon Dach aufzufinden, von denen er einzelne mitteilt Reinhold Backmann legt ilnterfud)ungen über die Gestaltung des Apparates in den kritischen Ausgaben neuerer Dichter vor und entwickelt die Grundsätze der Wiener Ausgabe von Grillparzers Werken. Unter den kleineren Beiträgen ist ein Vortrag von S. Aschner über Volkskundliches beachtenswert. • „Die Kunst". Monatshefte für freie und angewandte Kunst (München. F. Bruckmann A.-G.). Das Februarheft bringt eine durch eine lange Reihe von vorzüglichen Abbildungen belegte Studie G. I. Wolfs über die Geschichte und die Probleme des Gruppenbildnisses, das von Andrea Mantegnas Mantuaner Fresko bis zu Menzel unb Carriöre verfolgt wird. Dem Gedächtnis des 1923 verstorbenen schweizerischen Bildhauers Carl Burckhardt gilt ein geistreicher und pietätvoller Essai von H. Kienzle. Im Teil der angewandten Kunst fesselt besonders die eingehende reich bebilderte Beschreibung des Hauses des Grafen Larisch. das die Münchener Architekten Carl Jäger und Peter Birkenholz im Isartal erbauten. Eine feinsinnige Abhandlung Theodor Fischers hat den „Stil im Städtebar? zum Gegenstand. • RomainRollands Liluli (bei Rüt- ten u. Loening in Frankfurt a. M mit 32 Holzschnitten von I. Masereel). ein blutiges Satyrspiel jener Tragödie unserer letzten Vergangenheit. die leidenschaftliche Klage eines edlen Herzens. 1394 hier im ersten Weltkreis hübsch gemütlich in der Mitte, wo' sich das Rad am wenigsten bewegt, im Zentrum sozusagen. (Aber Herr Zech!) „Der Turm." Sieben Stufen zu einem Drama. Hier ist wieder Leben. Es gibt da wirklich eine ganze Reihe scharf gezeichneter Figuren. Elias ist der Turm der Apostolischen Gemeinde, fein Sohn Sebastian ein Ketzer, der Vater den Gesehen seines Glaubens treu, der Sohn getreu dem ungeschriebenen Gesetz der Tat. Aus dem Konflikt der beiden Welten entsteigt ein gläubiges Geschehen. — Die Szene im Spitale Sankt Johannes ist erschütternd. Wohl benft man hier bisweilen an Ernst Hardt; auch Stefan Zweig und Rimbaud spuken hie und da. Doch das vergißt man leicht, lieft ober besser spricht man die begeisternd schonen Rhythmen aus der WirtS- hausszene: „Hört Ihr in Winkeln und Wänden treppauf und treppab schon den Wurm? Er spannt eine Kette von Schwefelbränden herum um den Turm. Da bröckeln schon Ziegel, da knistert das Dach und immer noch schnarchen die Bürger im Schoß der Monarchen wie Wanze und Laus . - Aber wir Sohne sind wach und lachen — : was kümmern uns Wanze und Laus: was kracht, soll zerkrachen. Trinkt aus!" Äabe. — Die Opfer veS schweren Unglücks auf Zeche „Minister Stein" sind beerdigt. Aber noch immer steht ganz Deutschland unter dem Eindruck dieser furchtbaren Katastrophe. Jetzt bringt die „Woche" im neuen Heft eine Reihe von Bildern, die ein nach Dortmund entsandter Son- derpotograph für die „Woche" ausgenommen hat. Das Geleitwort dazu schrieb der Geh. Bergrat Prof. Dr. E. Gagel. — Reben vielen anderen Bildern und Beiträgen enthält dieses Heft auch die Fortsetzung des spannenden Romans „Atlantis" von Hans Dominik. — Reue Musik-Zeitung (Verlag von Earl Grüninger Rachf. Ernst Klett, Stuttgart). Größtes Interesse dürften die Ausführungen von W. Engelsmann über Probleme in Beethovens As-Dur-Sonate erwecken: hier wird aus der 'Betrachtung kleinster Bausteine ein tiefer Einblick in die Gesamtform der Sonate getan. Zu dem Briefwechsel Hugo Wolfs werden weitere Ergänzungen auS unveröffentlichtem Material geboten: Richard Wetz erfährt zu seinem 50. Geburtstag eine eingehende biographische Würdigung: 3n Heft 10 findet sich eine beachtenswerte psychologische Studie über „Musik und Moral" von E. Kickton. Eine umfangreiche Abhandlung Hugo Selinas über die „Reformbestrebungen in der Geigenpadagogik". saht alles Wesentliche auf diesem Gebiet zusammen. Für ausübende Musiker besonders beherzigenswert erscheint der Aufsatz Dr. Cahn-Spehers: »Was nützt der Rundfunk dem Künstler?" — Die neue Rümmer des „Bazar" zeigt an einer Reihe kleidsamer Modelle die verschiedenen Abarten des Stehkragens und den wieder modernen langen Aermel. Die Röcke sollen eine noch nie dagewesene Kürze erreichen. Wie wird die Frühjahrs- und Sommermode werden? Das ist jetzt wohl das wichtigste Gesprächsthema unserer Damen. Soll man all die kleinen Tages- Modelaunen mitmachen oder seinem persönlichen Geschmack folgen? — „Zeitschrift für Musik". Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik. Hauptschriftl.: Dr. Alfr. Heuß. (Stein- gräber-Verlag, Leipzig). Mit Wucht wendet sich „Gegen die moderne Orgel" der Schleswiger Dvmorganist E. ZiMnger in einem Artikel, der die wahre kirchliche Orgel' der' früheren Zeilen in den Mittelpunkt stellt und klartegt, welche außerordentlichen Güter wir durch die moderne Technik verloren haben. — D e r H e g e r, die im Heger-Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1, erscheinende, bekannte Iagdwochenschrift gibt zur 3. Deutschen Iagd- ausstellung .in Berlin ein prächtiges Sonderheft in schmuckem Gewände heraus. Ein erschreckendes Bild von der Abnahme der Wisente gibt Dr. 3ocob in seiner hochinteressanten Abhandlung „Wisent in 'Rot!" Wohlgelungene Bilder aus dem auf der Ausstellung lausenden Fllrn „Wisent in Rot" machen den Aufsatz zu einer wertvollen Raturkunde. G. S. Urff, als Photograph und SchriftstÄler gleich gut bekannt, hat einen Aufsatz „Abnorme Hirsche in Erbach" mit 13 Abbildungen beigesteuert. — Das soeben erschienene Hest 6 der Lustigen Blätter hat den Fasching zur Devise. Das bunte Treiben des Karnevals spiegelt sich getreu in den farbigen Kunstblättern und im Text wieder. Witz, Llebermut und Laune sprüht die ganze Faschingsnummer! — „Das Theater", die bekannte illustrierte Halbmonatsschrift für Theater und Gesellschaft, (Verlag Berlin W. 9), bringt als Titelbild auf dem zweiten Februarheft eine gelungene Aufnahme von Trude Hesterberg in der Operette „Ricsuette". Don den Aufsätzen des Heftes sind die durch zahlreiche treffliche Aufnahmen ergänzte Schilderung der Saltenburg - Bühnen durch Otto Z a r e k , ein Auffah von Wvlftzang Hoff' tnann — Harnisch über Philipps „Bacchantinnen" und eine Reihe von meist illustrierten Theater- Eeferaten aus München. Krefeld, Köln. Frairksurt hervorzuheben. Lebhaftem Interesse dürfte ein Aussatz über „Theater in Moskau" begegnen, der in Wort und Bild eine Vorstellung von den besonderen Bestrebungen gibt, die in Sowjet- Rußland auch hinsichtlich der Bühne verfolgt werden. Die „Lustigen Blätter" sind von dem schmuk- ken Llmschlagbild bis zur letzten Seite voll sprühenden Humors und Heiterkeit. Politische Satire wechselt mit scharf pointierten humoristischen Zeichnungen ab: Humoresken und Scherze geben im Text ein vorzügliches Bild besten deutschen Humors. Deutsches Volkstum. Monatsschrift für das deutsche Geistesleben, herousgegeben von Dr. Wilhelm Stapel. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg. Vierteljährlich Rm. 3.—, Einzelheft Rm. 1.10. — Das Januarheft zeigt zum ersten Male die Zeitschrift in ihrem erweiterten Umfang. Die Bilderbeilagen bringen zwei Holzschnitte von Hans Baldung Grien mit einem wertvollen Auffatz von Dr. Bruno Golz über den Meister. Interessant ist auch das farbige Bildnis Wilhelm Raabes, das seine Tochter Margarethe Raabe nach dem Leben gemalt hat. Die Äotenbellage enthält eines der Klaus-Groth- Lieber von Brahnrs. Der Text beginnt mit gesell- schastskritischen Aufsätzen: Dr. Wilhelm Stapel über „Volkswille und Massenlaune", Albrecht Erich Günther über „Kritik der Wirtschaft". Weiter folgen Aufsätze über die Gebiete dev Kunst: Dr. Lothar Schreyer über das „Berliner Theaterunwesen", Dr. v. d. Gablentz über Brahms, Professor Dr. Robert Petsch über „Hermann Stehrs Meisterwerke" usw. Dr. Dölker bespricht neuere Lagarde-Literatur. * D i e schöne Literatur. Kritische Monatsschrift, herausgegeben von Will Vesper, Verlag Ed. Avenarius, Leipzig. Das Februarheft bringt u. a. eine Würdigung des Dichters Rudolf G. Dinding und eine Studie über das Schrifttum des Westerwaldes. Die Beigabe die „Jahresernte" gibt Proben von Albrecht Schaeffer und Wilhelm v. Scholz. — „Zeitwende", die neue Monatsschrift des C. H. Beckschen Derlags, bringt in ihrem Feoruaryest u. a einen Aufsatz von Adalbert Wahl zur Geschichte der großen Revolution. Er führt uns die Wirkungen der Ideen von 1789 auf Deutschland vor und weckt in uns besonders das Derständnis der verschiedenen Schattierungen des politischen Liberalismus im 19. Jahrhundert. Emil Ermatinger sucht von Calvin und Pascal aus in das vielverschlungene Innere C. F. Meyers einzudringen, an dessen Persönlichkeit schon so viele herumgerätselt haben. Otto Stohlin gibt aus seinen reichen Erfahrungen mit der Jugend eine älebersicht über die unter sich stark differenzierten Strömungen, die wir in der heu- ttgen Jugend beobachten. An den Mythos der Seele des späten Hölderlin führt uns Conrad Wandrey, indem er uns zwei schwer zugängliche Hymnen durch das erläuternde Wort eröffnet. Zum Gedächtnis Hans Thomas bringt das Heft einen schönen Auffatz I. A. Deringers, dem 6 Bilder beigegeben sind, davon vier bisher noch unveröffentlichte Landschaften. Die Zeitschrift „Die M e i st e r“ ist eine Blutenlese aus den besten und vollstümlichsten unserer älteren Schriftsteller und Dichter und offenbart ohne lehrhaftes Dreinreden, was unsere alten Meister Schönes und Herzerquickendes der deutschen Seele zu sagen haben. Das soeben erschienene Heft I des sechsten Jahrgangs enthält u. a. Friedr. Gottlieb Klopstock, Winterfreuden. Jean Paul, Die wunderbare Gesellschaft in der Reujahrsnacht. Friedrich Rückert, Mitternacht. E. Th. A. Hoffmann, Johann Kreislers, des Kapellmeisters, musikalische Leiden. Ludwig Aur- bacher. Die Rätsel. Wer teure Bücher nicht kaufen kann, werde Mitglied des Deutsche Meister-Bundes. (Deutsche Meister-Bund E. D., München, Residenzstr. 10/1.) „Reue Frauen kleidung und Frauenkultur", Zeitschrift für persönliche, künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunsthandwerk. Januarheft, Derlag G. Braun, G. m. b. H.. Karlsruhe. Im neuen Jahr 1925 will die Zeitschrift noch mehr als bisher der gebildeten Frau Beraterin in Kleid-, Geschmacks- und Kulturfragen sein. Die Hefte erscheinen jetzt monatlich: sie werden also immer rechtzettig Anregungen und Anleitungen für die mit jeder Jahreszeit sich neu ergebenden Bekleidungsfragen bringen. Jedes Heft wird abwechselnd einen Schnittmuster- bzw. Handarbeftsbogen oder eine Beilage enthaften. (6) „Aus dem Spessart" gibt Guido Hartmann Kultur- und Heinratbilder, die in Wort und Bild die herrliche Spessartlandschaft, die traulichen Mausstädtchen, die kernige De- völierung bei der Arbeit und bei ihnen schildert. Die Reprodukttvn der Bilder ist leider nicht so, wie man es sonst bei dem Derlag Englert L Schlosser gewohnt ist. (Frankfurt n .M. 1924, Preis geh. 2,50, geb. 3 Mk.) 1283 * Das Zeitalter Bismarcks (Kaiser und Kanzler). Don Stcll^-Rat Walther Classen, Hamburg (Heft 15 16 (Schluhhefts Les Geschichts- weries „Das Werden des deutschen Volkes"). (Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg 36.) Das erste Jahrzehnt der Epoche Bismarcks, seine Heldenzeit, wird immer wieder jedes Deutschen Herz erwärmen. Der aufsteigende, sich durchsetzende Genius, der Widerstand, dann das dämmernde Derständnis der Zeitgenossen, endftch der Sieg und Erfolg und damit die stolze Freude aller, die ihn seit Jahrzehnten ersehnten und erlebten —, all dies bleibt auch uns Späteren eine Quelle der Kraft unö Erfrischung. 1540 Wirtschaft. Zur Lage im Ruhrderqbarr. (Don unserem Essener Mitarbeiter.) Wie schwierig die Lage im Ruhrbergbau ist, ergibt sich daraus, daß zur Zett auf den Zechenhalden und aus den Lägern des Syndikats 7 bis 7,5 Mill. T. Brennstoffe lagern; diese Menge entspricht einer Förderung von nicht weniger als 20 bis 22 Arbeitstagen. Der Bergbau hat versucht, durch möglichste Steigerung der Förderung die Produktion zu verbilligen, um dadurch den Konkurrenzkampf besser überstehen zu können: das ist ihm aber wegen der mangelhaften Aufnahmef ähigkei 1 des Marttes nicht gelungen. Allmählich macht sich bereits ein Rückgang der Förderung bemerkbar, da die Zechen größere Mengen Kohlen nicht mehr aufnehmen können und da die Zechen geldlich nicht in der Lage sind, die in den Kohlenlägern investierten Summen (schätzungsweise 70 bis 80 Mill. Goldmark) noch mehr steigen zu lassen. Außerordentlich drückend sind die verfahreien Weltmarktverhältnisse: In fast allen Ländern der Welt . ist die Kohlenförderung größer als die Derbrauchsmöglichkeit. Frankreich und Belgien erzeugen mehr Kohle als vor dem Kriege: Hol- land hat seine Förderung verdreifacht; der Bergbau Oesterreichs und der Tschechoslowakei erholt sich zusehends; Spanien beginnt seine Braun- kvhlenfelder aufzuschließen; Italien fördert in seinen neuen Provinzen auch Kohlen; Polen ist ebenfalls in den internationalen Wettbewerb ein- getreten; die Kohlenförderung Rußlands hat sich erheblich erhöyt, nachdem die Regierung die Bergleute zur lOstündigen Arbeit gezwungen hat usw. Alles das führt natürlich dahin, daß der Kampf um den Absatz außerordentlich scharf ist. Dabei sind dem Ruhrbergbau innerhalb Deutschlands wichtige Absatzgebiete verloren gegangen. Während des Krieges mutzten die Bezirke Hamburg und Berlin, die bisher in der Hauptsache von England versorgt wurden, mit Ruhrkohle beliefert werden; dadurch trat selbstverständlich eine Vernachlässigung anderer Bezirke ein, in denen die Braunkohle dann festen Fuß fassen tonale. Rach Beendigung des Krieges war es nicht möglich, die Braunkohle zu ersehen, da wegen der geringen Leistung im Duhrbergbau die notwendigen Mengen nicht gefördert werden tonnten und da inzwischen viele Verbraucher auf Braunkohle sich umgestellt hatten. Durch die Tarifpolitik der Eisenbahn wird die Wiedergewinnung der verlorenen Absatzgebiete auheroroentlich erschwert; früher betrug z. B. die Fracht nach Hamburg 5,40 Mk., jetzt beläuft sie sich auf 11,50 Mk., während die englische Kohle nur mit 5,40 Mk. Fracht belastet ist. Infolge der eigenartigen Gestaltung des Tarifs erfolgt die Beförderung der Kohle auf ganz weite Entfernungen relativ billig, so daß dadurch der schlesischen und der Saarkohle das Vordringen nach Süddeutschland bzw. Mitteldeutschland außerordentlich erleichtert wird, zumal diese auch um den Preis schärfster Unterbietung aus jeden Fall ins Geschäft zu kommen versuchen: die Folge ist, daß die Reichweite der Ruhrkohle auf der Strecke zwischen Bielefeld und Hannover liegt, während sie im Frieden bis nach Berlin ging. Bemerkbar macht sich auch, daß viele Grohkohlenverbraucher mit der Kohle sehr sparsam wirtschaften (Wärmewirtschaft) und daß die Elektrizität, die Ausnutzung der Wasserkraft usw. ebenfalls in der Richtung eines Minderverbrauchs sich auswirken. Zu vergessen ist natürlich nicht, daß auch die allgemeine unbefriedigende Lage der Industrie den Kohlenverbrauch ungünstig beeinflußt. Auch die Eisenbahn gibt keine neue Bestellungen heraus, da sie noch über sehr große Bestände verfügt, und da der Eisenbahnverkehr wegen der hohen Tarife viel zu wünschen übrig läßt. Schließlich macht sich auch noch das milde Winterwetter bemerkbar. Leider ist nicht anzunehmen, daß diese Verhältnisse in absehbarer Zeit eine Verbesserung erfahren, so daß mit dem Einlegen weiterer Feierschichten gerechnet werden muh, da die Verkürzung der Arbeitszeit zwecks Verringerung der Kohlenförderung wegen der dadurch bedingten außerordentlich hohen Mehrkosten nicht in Betracht kommt. * * Erhöhung des Saarkohlenprei- f e s. Infolge der Lohnerhöhung der Bergarbeiter hat die französische Dergwerksdirektion Saarbrücken beschlossen, den Kohlenpreis pro Tonne um 5 Franken für die Rachbarbezirke und um 3 Franken für den Pariser Bezirk zu erhöhen. * Herabsetzung der Zinssätze durch die Seehandlung. Wie dem DHD. mitgeteiü wird, hat infolge der Herabsetzung des Reichsbankdistonts heute auch die Seehandlung eine Herabsetzung ihrer Zinssätze vorgenommen. Lediglich der Haben-Zinsfuß für tägliche Gelder ist auf 5 Prozent belassen worden, der Satz für Einlagen auf 14 Tage und länger ist von 8 Proz. auf 7 Proz. herabgesetzt worden. Die Sollsätze sind wie folgt ermäßigt worden. Im Kontokorrent für nicht Bankiertundschaft von 14 Proz. auf 13 Proz., für Bankierkundschaft von 13 auf 12 Proz. und hn Kassalombard von 11,5 Proz. auf 11 Proz. Aus der Provinz. Der Massenmörder von Haioer. fpd. Limburg a. L., 28. Sehr. Die Sachverständigen haben nunmehr die Prüfung der von dem achtfachen Mörder Fritz Anger- st e i n von H a i g e r geführten Bücher beendet und festgestellt, daß Angerstein im Jahre 1924 seiner Firma 24000 Mark unterschlagen hat. Don diesem Gelde kaufte er sich im Sommer und Herbst mehrere Grundstücke in Haiger. Trotzdem jetzt bekannt ist, daß ter weit über seine Verhältnisse gelebt hat, konnte bis zur Stunde nicht festgestellt werden, in welche Hände außerdem die unterschlagenen Gelder gelangten. Angerstein hat mit einem wahren Rafftnement es verstanden, die Veruntreuungen geheim zu galten und auch seine Mitarbeiter von den Geschäftsbüchern fernzuhalten. Infolgedessen tonnten seine Betrügereien solange unentdeckt bleiben. Der Plan zu den Mordtaten ist nach der Ansicht der Behörden in Angerstein gereift, als ihm zum erstenmal Verfehlungen nachgewiesen wurden, die seine baldige Entlassung zur Folge haben mußten. Jetzt ist auch einwandfrei fest- gestellt worden, daß er die beiden Gärtner ermordete. um den Verdacht auf andere Personen zu lenken. Heber das eigentliche Motiv zu seinen Bluttaten hat Angerstein bisher in Limburg keine Angaben gemacht. Er hat nur dem älntersuchungärichter gegenüber durchblicken lassen, daß sein Familienleben nicht so harmonisch war, wie es nach außen hin den Anschein hatte. Doch kann dieses Moment — darüber ist man sich einig — allein nicht die älrsache zu den Morden gewesen zu fein. Die Gründe zu den Bluttaten müssen daher vorläuftg noch in den Veruntreuungen und den damit zusammenhängenden Fälschungen gesucht werden. Angerstein ist heute vormittag im Auto in die Psychiatrische Klinik in Marburg zur Beobacht ung seines Geisteszustandes übergeführt worden. • Landkreis Meßen. * Klein-Linden, 28. Febr. In der Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr Klein-Linden wurde einstimmig der feit» herige 1. Kommandant Karl Jung zum Ehrenkommandanten und der 2. Kommandant PH. Klein zum 1. Kommandanten gewählt. * Rüddingshausen, 28. Febr. Bei der heutigen H o l z s u b m i s s i o n auf der hiesigen Bürgermeisterei lagen folgende Höchstgebote vor: Fichtenstämme 29,65 Mk., Kiefernstämme 3. Kl. 26,70 Mk., 4. Kl. 23,60 Mk., 5. Kl. 20 Mk., 6. Kl. 14 Mk. je Festmeter. * Staufenberg, 28. Febr. Die jüngste H o lz f u b m i f f io n unserer Gemeinde brachte folgende Höchstgebote: Fichtenstämme 2. Kl. 37,25 Mt., 3. Kl. 32,40 Mk., 4. Kl. 29 Mk., 5a-Kl. 28,50 Mk., 5b-Kl. 24 Mk. je Festmeter. * Obbornhofen, 28. Febr. Bei der hiesigen Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 16 bis 17 Mt.. Buchenknüppel 12 vis 15 Mk. je Raummeter, Eichennutzknüppel 20 bis 25 Mk. je Festmeter. * Oppenrod, 28. Febr. Bei der hiesigen H o l z s u b m i f f i p n wurde folgendes Höchstgebot gegeben: Kiefernstämme 3. Kl. 42,60 ML. 4. Kl. 34 Mk., 5. Kl. 22 Mk., Fichtenstämme 3. Kl. 36 Mk., 4. Kl. 28 Wk. je Festmeter. * Albach, 28. Febr. Die Holzversteigerung in unferm Gemeindewald brachte nachfolgendes Ergebnis: Buchenscheiter 24 bis 26 Mk.. Buchenknüppel 24 bis 25 Mk., Duchenwellen 10 bis 12 Mk., Birkenknüppel 12 bis 13 Mk., Eichen- reisig 6 bis 7 Mk., Ächenscheiter 7 bis 8 RL, je Raummeter. * Langsdorf, 28. Febr. Die H o l z - Versteigerung im hiesigen Gemeindewald brachte folgende Preise: Buchenscheiter 16 bis 17 Mark, Buchenknüppel 12 Mk., Eichenknüppel 7 bis 8 Mt., Buchenreisig 4 Mk., Eichenreisig 2 bis 2,50 Wk., Cichenstöcke 4 bis 5 Mk., Buchenstöcke 5 bis 6 Mk. je Raummeter, Fichtenderbstangen 20 bis 22 Mk. je Festmeter. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 1. März. Auch in hiesiger Stadt wurde der Dolkstrauertag in schlichter, aber würdiger Weise begangen. Unter geräumiges Gotteshaus war bis zum letzten Platz gefülft, um der ergreifenden Predigt von Professor Werner zu lauschen, der Kirchengesang- verein gab der Feier durch Vortrag von passenden Chören einen würdigen Rahmen. Die unter bem Kommando von Oberst Sold an vereinigten milttärischen Vereine hatten am Kriegerdenkmal Aufstellung genommen und marschierten geschlossen zum Gottesdienst, nach Beendigung desselben ebenso auf den Friedhof. Hier fand an dem gemeinsamen Grabe der Opfer des Weltkrieges noch eine einfache Feier statt. 3m Rainen der Stadt legten Bürgermeister Dr. Seyd und im Aamen der militärischen Vereine Oberst S o l d a n Kränze mit entsprechenden Ansprachen nieder. Choräle des Posaunenchors und das gemeinsame Lied „Ich hott' einen Kameraden" schlossen die einfache, aber ergreifende Feier. Kreis Sckotren. X Schotten. 28. Febr. Vorigen Dienstagabend fand im Gasthaus „Zur Krone" ein Vortrag des Herrn Studienassessors Dr. Dell aus Kassel statt, in dem der Dortragende die Auf - gaben und Ziele des Der eins für das Deutschtum im Ausland hervorhvb und die Verhältnisse des Deutschtums in den uns entrissenen Gebieten und in anderen Tellen der Welt schilderte. Herr Dr. Bell, der mehrere der in Betracht kommenden Länder aus eigener Anschauung kennt, ergänzte seine Ausführungen durch eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder, die er selbst an Ort und Stelle ausgenommen hat. 3m Anschluß an die zu Herren gehenden Worte des Redners wurde eine Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande gegründet. der sofort eine Reihe won Mitgliedern beitraten, und die sich sicherlich in der nächsten Zett stark vergrößern wird. Zahlreiche Bürger der Stadt und .Umgebung bezeugten ihre Teilnahme an den vaterländischen Ausgaben des Vereins für das Deutschtum im Auslande durch Zeichnung freiwilliger Geldspenden. Die Gründung einer Iugendgruppe wird wohl in den nächsten Tagen erfolgen. Schotten, 1. März. 2ftn 20. und 21. Juni dieses Jahres wird der hiesige Krieg er- v er ein das Fest seines 50jährigen Bestehens feiern. Die verschiedenen Ausschüsse, die die Vorbereitungen für das Fest zu treffen haben begannen bereits ihre Tätigkeit. Kreis Alsfeld. o. Alsfeld, 28. Febr. Heute fand in dem Saale der „Erholung" Hierselbst eine Versammlung des Kreislehrervereins statt. Der Vorsitzende, Lehrer Kaufmann- Atzenhain, und Kreisschulrat Huff hielten Vorträge über pädagogische und Standesfragen. — In einer nichtöffentlichen Sitzung des Alsfelder Gemeinderats wurde der seitherige Sparkassen- Konttolleur Fritz Seipel aus Alsfeld zum Oberstadtsekretär gewählt. 28 Bewerbungen lagen vor. Kreis Lauterbach. :: Lauterbach, 28. Febr. Aus den beiden letzten Stadtvorstandssitzungen ist folgendes hervorzuheben: Infolge eines früheren Beschlusses wird die Errichtung der geplanten beiden Arbeiter Häuser und eines Doppelwohnhauses alsbald in Angriff genommen. Die Vergebung der Arbeiten ist zum Teil schon erfolgt. Mit diesen Herstellungen werden 14 neue Wohnungen geschaffen. Immerhin etwas, um der herrschenden Wohnungsnot einigermaßen zu steuern. Die in das Baugelände fallenden neuen Straßen st recken müssen zugänglich gemacht werden; das erforderliche Gelände ist auf Grund des vorliegenden Bebauungsplanes alsbald zu erwerben. Ein Antrag auf Umlegung von Baugelände im Breiten- garten wird vorerst vertagt. Wie schon mehrmals, so lagen auch in der letzten Sitzung wiederum zwei Gesuche um Abtretung von Baugelände vor. Dem Verkauf wurde zugestimmt; die Auflassung des abzutretenden Geländes erfolgt erst, nachdem mit der Bautätigkeit begonnen ist. Das Gesuch eines auswärtigen Reflektanten um pachtweise Ueberlassung der hiesigen Schafweide mutzte abgelehnt werden. Eine Rachbargemeinde hatte Antrag auf Mitbenutzung der hiesigen Fasel- t i e r e gestellt. Dem Gesuch tonnte nur insoweit stattgegeben werden, als für • die auswärtigen Tiere die dreifache Sprunggeldgebühr zur Erhebung kommt. Die diesjährige Fichtenbauholzfällung. etwa 200 Festmeter, wurde der hiesigen Holzhandlung 3oh. Henkel ll. als Höchstbietenden, für den Festmeter 26,50 Mark, verlauft. Für eine Vereinigung hiesiger Landwirte wird die Bürgschaft für etwa 4000 Mark zur Anschaffung von Saatgut und Düngemittel übernommen. Infolge verschiedener Widerwärtigkeiten legten die seitherigen Mitglieder der städtischen Wohnungskommission ihre A e m t c r nieder. Durch Heranziehung zweier Mitglieder der Hausbe- Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20D Laden: Marktplatz 8. eh Zusatz tur Sekula#ge gebraucht, ersetz! die umständliche Rasenbleiche. — OHNE CHLOR — Das prachtvollste Schneeweiß zeigt jede Wäsche, die mit Sil behandel! tsl eil Henkel’» beliebte» Bleich- und Waschmittel ML geschenkt wirb Junge, tränige wtämmchen haben hell. Cmft deS Todes heil. Ernst deS TodeS gedenken wir in christlicher Liebe bet8 Dahingeschiedenen, dessen Leben men zu lassen. T Waldgirmes, 27. Febr. Bei unserer 10. Fortsetzung (Dachdruck verboten.) teröach. (Fortsetzung folgt.) Statt Karten! Das Beste ist Billigste! das Klein-Linden, den 2. März 1925 Palmin von Dr. Schlinck aus. Man hüte sich vor Nachahmungen! 1978D aller Art Trauerfeier für Geh. Kommerzienrat Dr. Gail. 2m Samstag vormittag fand in der Kapelle des Alten Friedhofs die Lrauerfeier für den Geh. Kommerzienrat Dr. Gail statt. Sie wurde eingeleitet durch einen Chor des Dauerschen Gesangverein- „Wie sie so sanft ruhn" Hierauf hielt Pfarrer Decker die Gedächtnisrede. Er hatte ihr die Dibelstelle l. Kor 4. D. 2 von der Treue des Haushalters zu Grunde gelegt, und sagte u. a.: Gebeugt unter den Palmin-Werke H. Schlinck & Cie. A.-G. HAMBURG 2178V 3. A.: Reiber. 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März, bereits angekündigte Zu chtvich- markt fällt ebenfalls aus. 22430 Darmstadt, den 28. Februar 1925. Der Lberbürgermcistcr. Fichten-Stammholz: 1. Klasse = 3,75 Fstm., Holzsubmission. Die Gemeinde Londorf verkauft Wege schriftlichen Angebots: Los 1. Hiervon Käferholz: 3. Kl. 6 St. — 11,30 Fstm., 4. Kl. 4 St. = 5,76 Fstm. Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen. ., Von Los 3 sind bereits rund 80 Fstm. entrindet. Angebote sind in Reichsmark, getrennt nach Losen und Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Samstag, den 7. März l. Jo., vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei ein» zureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eiugefehen werden können. Londorf, den 27. Februar 1925. Bürgermeisterei Londorf. Au manu. 2189D SchüleretuiseGht Rindl6d6von mmttW 10 Uhr öffentlich meistbietend gegen Barzahlung im Schlosse zu Lliublllh (Hessen)das dortige überzählige Inventar wie GebraiDMel aller Art, Schlafzimmer. Wohnzimmer, Tische,Stühle,Sessel Sofas, Betten, Kommod.,Schränke Schreibtische usw. Antiquitäten jeglicher Art, Einzelmöbel aller Zeiten u. Stilarten» Uhren,Spiegel,Oel- gemälde, Bilder, Porzellane,Beleuchtungskörper usw. Besichtig.: Sonntag, den 1. u Montag, 2. März, jeweils von 10—3 Uhr. Der beauftragte Sachverständige und Auktionator: Wit NWWW Am 5. März 1925, nachmittags 4 Ubr versteiaere ick auf meinem Bureau Liebigitraste 21in Giehen lm Auftrage der Eigenchiuerin, Avparaiebau A.-G-m Gienen, tiu Grundbuch für Gienen, Band 66, Blatt 3964 und Band 74, Blau 4348 eingetragene Grundstücke: 1. ^lur XIII, Nr. 25, 2044 qm, Hosreite aus den 20 Morgen (Sckiffenberger Weg 50), 2. Flur XIII Nr. 26, 426 qm, Grabgarten daselbst, 3. Flur XIII, Nr. 27, 499 qm. Grabgarten dasdlbtt, 4. Flur XIII, Nr. 28, 3360 qm, Grabgarten daselbst. Das Anwesen, in dem zur Beit eine Meiallwarenfibrik betrieben wird, das sich aber auch für jeden anderen .vabrtt- betrieb eignet, besteht aus einem 3 stöckigen Bureaugebaude nut ! ireiwerdender Wohnung, einem 3stöckigen Fabrikgebäude (3X200 qmi, einem einstöckigen Fabrikgebäude nut Überltcot (180 qm), einem 4 stückigen Lagerhaus (4X120 qm), verschtedenen Sckmvven und grostem Hof. Die Gebäude sind gröirlenteils unterkellert lind sämtlich mit Zentralheizung versehen. Weitere Auskunft kann auf meinem Bureau etngeholi werden Iustizrat Dr. w. Grünewald, BllsleMchoille alle Größen lagernd im 8461 Modehaus Salomo« Nutzholzversteigerung Montag, den 9. März 192», vormittags 9 Uhr, werden in der Hillschen Gastwirtschaft ah Badenrod aus den Distrikten Lanzenberg, Lenzenrück, Lappenwald, Eu- lersbach, Birkenschlag, Mühlhalt, Groh- wiesen, Stockstrauch und Kugelberg der Försterei Vadenrod versteigerte Stämme: Eichen 1. Kl. 2 St. — 2,08 Fstm.; 2. Kl. 6 St. - 4,77 Fstm.; 3. Kl. 7St.-3,74 Fstm.: 4. Kl. 24 St.= 11,26 Fstm.; 5. Kl. 10 St.- 3,29 Fstm.; 6. Kl. 49 St.= 10,33 Fstm. Buchen 3. Kl. 6 St. = 3,60 Fstm., 4. Kl. 3 St.= l,72 Fstm. Kiefern 2. Kl. 5 St. = 6,52 Fstm.; 3. Kl. 14 (St. = 11,2 Fstm.; 4. Kl. 39 St.= 24,53 Fstm. Fichten 2.Kl. 2 St.= 4,63 Fstm.; 3.Kl. 27 St.— 39,31 Fstm; 4.Kl. 50 St.= 49,06 Fstm.; 5a-Kl. 85 St.= 57,63 Fstm.; 5b-Kl.71 St.-26,01 Fstm. Lärchctl 4. Kl. 1 St. = 9,67 Fstm.; 5. Kl. 4 St.-- 1,27 Fstm. Terbstangen: Eichen 1 St. = 0,09 Fstm.; Buchen 4 St. = 0,13 Fstm.; Hainbuchen B St.= 0,29 Fstm.; Fichten 240 St.= 11,59 Fstm. Reisslängen: Fichten 30 St.= O,77 Fstm. Rutzscheit: Eichen 8,8 Rm. rund, 1,25m lang. Nutzknüppel. Eichen 1 Rm. 2 m lang; Kiefern 29,25 Rm., 2,5 und 3m lang. Nutzknüppelreisig. Fichten 113,5 Rm. in 19 Schichthaufen. Auskunft durch Herrn Förster Spanier, Vadenrod, und die unterzeichnete Stelle. Wir bitten, das Holz vorher emzusehen. Beanstandungen wegen der Defchaffen- heit des Holzes nach der Versteigerung bleiben unberücksichtigt. Liorndorf, 27. Febr. 1925. 2212D Hessisches Forstamt Storndorf. Eichen»Schnittholz: Stamm 1. Klasse = 0,57 Fstm.^ Stämme 2. „ = 1,74 „ Eichen-Stammholz: Stämme 2. Klasse = 1,85 Fstm., Unter ücrkaufsloRal befindet fid) ab i. mar? riockstraße u NcMlchc Lehrmittelanftalt 1 1 36 55 > 28 1 F „ Terbstangen = 1,14 Tas Holz wurde im Winter 1924/25 gefällt und mit Rinde gemessen. Es wird erwünscht, das Holz vorher einzusehen, da spätere Einwendungen wegen der Güte oder dem Vermessen des Holzes nicht berücksichtigt werden. Angebote sind in Goldmark, nach Klassen getrennt, mit der Aufschrift „Holz-Submission" bis spätestens Montag, den 9. März, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. Bemerkt ivird noch, daß Fichten-Stamm- V Aluro. «cet tirt Formal org. geb. Genen Hämorrhoiden. Drtnat auiomatisck in die Sitze d. Krank- heitskeiuie ein, beseitigt raicb die Be- schwerd ».bringtdie Hämorrhoiden zur Schrumpfung. Erb in Sipo,beten. Bestimmt Hirsch Avotb. Srkit.Str.4. Gratisprospekt Nr. 24 durch 837ss Chemische Fabrik Merz & Co. Frankfurt a.Main. GMeiMllUAMShUlkM der Gemeinden Ebersgöns, Lberkleen und Niederkleen. Am Montag, dem 9. März 192», von vormittags 10 Uhr ob, kommt in dem Rathause zu Ebersgöns aus den Gc- meindewaldungeu Ebersgöns, Lbcrklcen und Niederkleen folgendes Nutzholz össcnt- lid) meistbietend zum Verkauf: 1. Gcmeindcwald Ebersgöns: 5,52 Fstm. Eicheustammholz 3d-Kl. — 3,64 Fstm. Eichenstammholz 4b-Kl. — 2,14 Fstm. Eichenstammholz 5b-Kl. -- 0,54 Fstm. Fichtenstammholz 3. Kl. — 2,73 Fstm. Fichtenstammholz 4. Kl. -- 24 Stück Fichtenstaugen 1. Kl. — 51 Stück Fichtenstangen 2. Kl. — 6,71 Fstm. I Kiefernstammholz 2. Kl. — 39,86 Fstm. I Kiefernstammholz 3. Kl. -- 7,77 Fstm. I Kieferustammholz < Kl. — 12 Rm. I Kieferunutzhol (3 ni lang). 2. Gemeindewald Lberkleen. 1,17 Fstm. Eichenstammholz 11a-Kl. — 8,28 Fstm. Eichenstammholz 2a-Kl. — 11,28 Fstm. Eichenstammholz 2b Kl. - 9,34 Fstm. Eichenstammholz 3a-Kl. — 24,51 Fstm. Eichenstammholz 3d-Kl. — 19,01 Fstm. Eicheustammholz 4b-Kl. — 1,05 Fstm. Eichenstammholz 5b-Kl.(unter dem Eichenstammholz befindet sich gutes Fonrnierholz). -■ 1,88 Fstm. Buchenstammholz 3. Kl. — 5,90 Fstm. Fichtenstammholz 4. Kl. — 36 Stück Fichien- stangen 1. Kl. — 29 Stück Fichtenstangen 2. Kl. — 3,66 Fstm. Kieferustammholz 2. Kl. — 6,39 Fstm. Kieferustammholz 3. Kl. — 5,93 Fstm. Kiefernstammholz 4. Kl. — 9 Rm. Kieferuuutzholz (3 m lang). 3. Gemcindewald Niederkleen. 1,13 Fstm. Eichenstammholz Id Kl. — 3,43 Fstm. Eichenstammholz 5b-SL — 6 Stück Eichenstangen 1. Kl. — 1,79 Fstm. Fichtenstammholz 3. Kl. — 9,07 Fstm. Fichtenstammholz 4. Kl. — 47 Stück Fichtenstangen 1. Kl. — 80 Stück Fichtenstangen 2. Kl. — 7,77 Fstm. Krefernstamm» Holz 3. Kl. —7,21 Fstm. Äiefernstammholz 2. Kl. — 39 Rm. Kiefern Nutzholz. Tie näheren Bedingungen werden in dem Termin bekanntgegeben. Grotzrechtenbach, den 28. Fbr. 1925. Der Bürgermeister. Schneider.________2219V Zinsen gewacht. Sckrifll. Angeb. u. Los 3. Fichten-Stammholz: Stämme 3. Klasse = 31,32 Fstm., Lichtspielhaus Bahnhofstraße Heute: „Für jedes Mädchen kommt der Tag“ auch für „das Monds Hannele" Ein Spiel von Liebe und Intrigien in 6 Akten. In der Hauptrolle die -neue Filmschönheit: Maria Menti — In den Hauptrollen: — Der Fürst Georg Schnell Clarv, sein Sekretär . . Carl Falkenberg Gräfin Blanche Raven Helena fflakowaka Walter Bergson.....Carl de Vo^t Der Lindenwirt . ... . Ferdinand Martini Hannele. seine Tochter Maria men« Christoph. derenVetter i ans Branaewelter Schulranzen la Rindleder, von Mk. 700 Schülermappen 975 Kopfhörer mit Feineinstellung. Philipps - Röhren Miniwailu. Doppel' gitter. 2?3lD Krohn & Co., Astoria-Lichtspiele Seltersweg Heute bis einschl. Mittwoche '-AE Der Klabautermann Schauspiel in 6 Akten mit Evi Eva. Ferner: Irrlichter der Tiefe Drama in 6 Akten. 2235c SKDienftßinmlioli- U. WklWMlWz sulmiM. Aus den Waldungen der Gemeinde Rodheim a. d. Horloff sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Fichlcnftämme 3. Klasse- 14,68 Fstm., = 24,72 „ Bekaittttmachnng. Auf die Bekanntmachung des Kreis- amts Giehen, Amtsverkündigungsblatt Ar. 13 vom 17. Februar 1925 über die Erhebung von Deckgeld für Bedecken von Stuten (Deckzeit 1925) werden die Stutenbesitzer hiermit aufmerksam gemacht. Giehen, den 20. Februar 1925. Der Oberbürgermeister. 3. B.: Dr. Bosenberg. >22088 Holzsubmission. Die Gemeinde Reiskirchen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeichnetes Holz: Kiefernstämme 3. Kl. St. = 0,56 Fstm. ; 5. I (20 - 24)17=6,61 Kiefern - Grubenholz (unter 20) 181 = 32.75 Fstm. 1 Kiefern-Derbstangen 10 — 0,97 Fstm. Die Angebote sind getrennt nach Sortimenten und Klaffen pro Festmeter bis zum Freitag, dem 6. März, nachmit- tagS 1 Ahr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei cinzureichen, wo alsdann im Gemeindehaus die Eröffnung erfolgt. Rähere Bedingungen werden daselbst bekanntgegeben. Reiskirchen, den 27. Februar 1925. Bürgermeisterei Reiskirchen. S ch 0 m b e r. Betmtmad)ung 2" l-HSÄKläillM ta IM «*i W pW, einschlicstlich Montag, Öen 9. Wtärj 1925, finbet IM LichftplelhaUS, (DießCtl, auf unserem Bureau zur dnsichtuahme . 34 die Vorführung eM6S FilMS offeu. Jnuerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen den Inhalt des durch Herrn Prof. Dr. yrotch über den 2216D Voranschlags schriftlich oder mündlich zu a a ■ Protokoll vorgebracht werden. Es ist die W Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der EUi ■ auch die Ausmärker herangezogcu werden. . Großcu-Buseck, den 1. März 1925. [oiDie Werdegang UNS DeNaMPsUNg Hessische Bürgermeisterei Grosten-Buseck. desselben statt. Zellulosehol^Zubmission. Landwirte und sonstige Interessenten werden übe: I hierzu höflichst eingeladen. _ lichen Bedingungen werden verkauft: Zelluloseholz, Fichte 1. Kl. = 79,6 Rm., entrindet eingesetzt. Zelluloseholz, Fichte 2. Kl. — 39,8 Rm., entrindet eingesetzt. Zelluloseholz, Fichte 3. Kl. = 9,8 Rm., entrindet eingesetzt. Das Holz lagert in den Förstereien Rudingshain und Breungeshain. Schrift, liche Angebote mit der Aufschrift „Holz, submission", getrennt nach Klaffen, werden erbeten bis Mittwoch, den 11. März 1925, vormittags 9 U&r. Zu dieser Zeit findet die Eröffnung der Gebote statt. Schotten (Oberheffen), den 27. Februarl925. Hessisches Forstamt Schotten. 2215D