Montag, 2. Februar 1925 1Z5. Jahrgang Blatt Jugend und Staat Reichsminister Dr. Stresemann an die deutsche IwneNec lijtltei für die Tagesnummer ou zum Nachmittag vorhei ohnejedeDerbmdlichdeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen von 27 mm Breite örtltd)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» ttlame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpsennig. Playvorschrist 20* Aus« schlag. - ‘Derantwortlich für Politik u. gsulOeton; Or. Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dietzen. akademische Jugend. in der akademischen Jugend wieder geltend macht. Möge nie der Fachmann völlig siegen übet den Menschen, der nach allgemeiner TU* düng strebt. Möge man bei dem Rätselraten über den gewaltigen Einfluß jüdischer Kreise auf die Gest all ung deS geistigen Denkens unsere- Volke- sich auch klar baraber sein, dah dieser ßinfluh sich vielfach ergibt aus der Ueberlegenheit. die da- Verbundensein jüdischer Kreise mit den geistigen Strömen der Gegenwart ihnen vor denjenigen gibt, für die daS Leben mit dem Fachwissen und der Erfüllung der Berufspflicht ab- gefchlcssen ist Die Zusammenfassung studentischer Kreise der Deutschen Volkspartei soll nicht bedeuten ein Cinzwängen in politische Doamcn. Das würde dem -Begriff einer liberalen Partei an sich widersprecheir. DaS Leden «st Entwicklung. auch daS Leden der Parteien, die man oft opportunistisch schilt, wenn sie nicht auf demselben Standpunkt verharren, unbeschadet barunt. dah die politische Entwicklung sie andere Bohnen weist Seien Sie Träger der Entwicklung cud) innerhalb der Partei, die keine Zukunft^ bercchtigung Halle, wenn sie Angst belaste vor ker Jugend und ihreck Idealen. Dte Zukunft des deutschen Volkes liegt dunkel vor uns. Sie wird entscheidend bestimmt sein durch zuverlässige Einstellung derjenigen Kreise zum Staats unt zur Politik, die dazu berufen find, Träge« dieser Zukunft zu Werdern London. 2. Febr. (TU.) Samstagcchend hielt der englische Austenminister Austen Chamberlain auf einem Bankett der Vereinigung der Juweliere und Goldarbeiter eine außenpolitische Rede. Gr sprach über die Frage des europäischen Friedens, über den Völkerbund und die ägyptische Frage. Das alte Europa wäre in dem Feuer des großen Krieges zerstört worden. Ein neues, auf der Grundlage des Frieden- und der Sicherheit auf- gebautes Europa habe man leider noch nicht schaffen tonnen. In gewissen Phasen unserer Entwicklung von der alten zur neuen Ordnung der Dinge habe Amerika eine bedeutsame und entscheidende Rolle gespielt. Aber Europa muffe seine Rettung selbst vollbringe,« und es werde dabei vom Ausland unterstützt werden, sobald es seine eigenen Kräfte gebrauche und Selbstsicherheit zeige. Der Völkerbund stehe noch in den ersten Anfängen feiner Entwicklung. Man dürfe nicht zu viel von ihm verlangen. Frankreich brauche eine Bürgschaft gegen die Wiederholung des Unrechts, das es in den letzten Jahren erfahren habe, und bevor Frankreich nicht eine solche Sicherheit erhalten habe, wurde Eng* land- nicht zu seinem Gelbe kommen. Zum Rotcnwechsel mit Deutschland wegen der Besetzung der Kölner Zone sagte Chamberlain. daß er den Ton und den Geist der deutschen Antwort und die Rede des Reichskanzlers am Freitag bebaute. Er sei aber nicht gewillt, sich an einer Diskussion, die in dieser Weise geführt wird, zu beteiligen. Et begnüge sich damit, von einem Satze in der Rede des deutschen Kanzlers Rotiz zu nehmen, nämlich dah die Reichsregierung entschlossen sei, Verfehlungen gegen die Entwaffnung, die von den Alliierten bewiesen werden oder auf anderm Wege zur Kenntnis der deutschen Regierung a -langen, wieder gut zu machen. Et weife bei dieser Gelegenheit nochmals auf den letzten Satz der alliierten Rote hin, der scheinbar der Aufmerksamkeit der deutschen Regierung entgangen fei, der betagt, dah die Alliierten ihrerseits entschlossen seien, ihre vertraglichen Verpflichtungen genau zu erfüllen. Der Rest der Rede wat einer längeren Auseinandersetzung über den Standpunkt der englischen Regierung in der ägyptischen Frage gewidmet. Chamberlain betonte, dah nach den sehlnelchlagenen Friedensbemühungen und in Anbetracht der ägyptischen Ovvofi ion auch gegen die Versöhnungspolitik Macdonalds Aegypten eine Lektion hätte zuteil werden müssen. Aber die englische Regierung wäre ihrerseits bereit, alles, was in ihren Kräften stehe, zur Besserung der Lage in Aegypten zu tun. Doumergue zur Sicherheitsfrage. Paris. 2. Febr. (T. U.) Der Präsident der Republik hat gestern auf einem Bankett der republikanischen Journalisten eine politische Rede gehalten, in der er unter ausdrücklicher Betonung der Sicherheitsfrage die Rotwendigkeit der Aufrechterhaltung des guten Einvernehmens zwischen Frankreich und England hervorhob. Solange die Sicherheit Frankreichs nicht vollständig geschützt ist und die furchtbare Bedrohung eines unerwarteten Ueberfafld uns belauert, ist Frankreich in feiner fegensreichen Tätigkeit gelähmt. Frankreich kann daher dicker Sicherheit nicht entraten. Es würde den Gipfel der Ungerechtigkeit bedeuten, wollte man Mastnahmen auslegen die sich für Frankreich daraus ergeben, dast ienkü« !<>*"»*■ östlichen Greru- ein 211 Auch die Frage einer Wei t k o n ve n tion kür die Sicherung des Friedens hat vr. Luther in sehr entgegenkommendem Sinne beantwortet. aNerdings dabei betont, dah nach deutscher Auffassung eine Verständigung und Der- Iß&nung nicht möglich ist, solange ein einzelne« Land zum Verbrecher an der Menschheit gestempelt wird. Den Kapitalvortvurf Her- !-iotS, dast von der neuen deutschen Regierung Zne reaktionäre Politik zu erwarten sei, tonnte der Reichskanzler leicht durch den Hinweis auf die Regierungserklärung zurückweisen. in der auSdrücvich hervorgehoben wird, dah die Außenpolitik der neuen Reichsregierung in erster Linie durch daS Londoner Abkommen bestimmt wird. Da zum Schluh Dr. Luther hervorhob. dah Deutschland durchaus bereit ist. an den Fragen der Sicherheit, des Schiedsgerichts und der Abrüstung mit- | zuarbeiten, weil auch diese Fragen für Deutsch- ; lond von grohern Interesse sind, konnte er mit um so groherem Rechte die Hoffnung aussprechen, 1 dah auf die vollkommen durchgeführte deutsche Abrüstung bald die allgemeine Abrüstung folgen wird. Es ist nun auherordentlich interessant zu beobachten, wie die Pariser Presse auf des Reichskanzlers Aus übrungen reagiert, vor allem jene Blätter, die dem französischen Minister- hräsidenten nahestehen. So die .Stc Rou - teile", die von Herriot in letzter Zeit mehrfach in wichtigen auhenpolitischen Fragen als Sprachrohr benutzt wurde. Rasche Antwort »erlangt daS genannte Blatt auf die Darlegun- jen Luthers und den Mut. zwischen Paris und Berlin die grobe Debatte zu eröffnen, die Klarheit darüber schaffen soll, ob es beiden Ländern möglich sei. eine harmonische Kontinen- talpvlitik zu treiben. Ob in diesen Zeilen iie Anschauungen Herriots niebergel'gt sind ec- > ’ä;eint nach feiner letzten Kammerrcde. auch nach ! fern unmittelbar hinterher erfolgten Abfchwä- yung-versuch, doch mehr als zweifelhaft. Hs handelt sich wohl hier mehr um redaktionelle Aeusterungen. waS aber doch recht bezeichnend ist. da nach den letzten Rachrichten das Links- lartcll nicht mehr ganz fest auf seinen Fützcm lebt, weil die Sozialisten die Außenpolitik Her- riotS. die sich Deutschland gegenüber kaum mehr von der Poincares unterscheidet. nicht mehr mit- vtachen wollen. Dah die Blätter der Rechten Luthers Rede benutzen, um das alte Lied der deutschen Verfehlungen und der Sicherung Frankreichs von neuem anzustimmen. entspricht ganz der bisher von ihnen vertretenen Politik. Da auch Herriot die Forderungen der Rechts- I Parteien voll und ganz akzeptiert hat. die darauf hinauslaufen. Deutschland aufs neue zu demütigen, wird man wohl gut tun, keine voreiligen Hoffnungen an die Wünsche verschiedener pariser Linksblätter zu knüvfen. da bei der Bn- kbaltung deS fränkischen Kurses eine Verkündigung zwischen den beiden Nachbarstaaten niemals eintteten wird. und sich darüber nicht klar ist. dah die Zurück- stostung vieler Volkskräfte, die in der Lage gewesen wären, in mancher Beziehung ein erstarrtes Beamtentum mit neuen Anregungen zu erfüllen, einer der Hauptfehler des alten Systems war. Man träumt von der Macht, wo Realität unsere Machtlosigkeit zeigt. Man vergibt. dast die ideelle Kraft der Ration, der edelste Ersatz der materiellen Macht, nur lebendig wirken kann, wenn im gegebenen Augenblick die Herstellung der Volkseinheit zu ermöglichen ist. Man tritt an die Begriffe der Parteien: stark vom Standpunkt der- Dogmen heran und sieht nicht, dah eine Scheidung der Anschauungen längst nicht mehr bei den Grenon der Parteien liegt, sondern dah in ihnen allen ein Ringen um neue Staatsanschauungen vor sich geht. Verkennen wir nicht, dah wir noch vollkommen im revolutionären Zeitalter leben und dah der Kampf um die Reugestaltung sozialen Denkens, der wirtschaftlichen Begriffe und des gesellschaftlichen Aufbaues nicht ausgekarnpft ist. In der Massenpsychose unserer Zeit tritt die Führung des geistigen Deutschland ebenfotoemg klar hervor wie die Führung der akademischen Jugend selbst innerhalb der Tendenzen, die die Jugend bewegen. Man hat manchmal auch die Empfindung, al« wenn nach dem Ausbrausen der ersten RochkriegS- fahre ein gewisses Gefühl der Eaturiertheit sich Halle a. d. S, 1-Febr. (WB.) Heute, am zweiten Tage der akademischen Tagung der Deutschen Volkspartei. sprach Auhenminister Dr. Stresemann über die Frage akademischer Politik und führte dazu folgendes aus: Akademiker und Politik ist ein niemals ausgeschöpftes Thema, zu dem die neue Generation erneut Stellung nehmen muh. Wie sich die akademische Jugend zur Politik stellt, ist gewih zunächst ihre eigene Angelegenheit, aber in ihren Folgerungen in eminentem Sinne eine Angelegenheit des Staates. Wir wurden durch den Weltkrieg in Zustände hineingeworfen, in denen alles flüssig und unsicher geworden ist. Hineingestellt in dieses typische Zeitalter der Unsicherheit, in dieses Jahrhundert des Druckes und des Kampfes in jeder Form und der äußeren und inneren Ruhelosigkeit, hat unsere Jugend Aufgaben zugewiesen erhalten, wie kaum in einem revolutionären Zeitalter. Die Jugend der Zeit nach der Reichsgründung verfügte über feste Schemata: mochte sie ihre Heldenverehrung in Bismarck, Moltke oder Roon, mochte sie sie in Marx, ßafallc ober Engels sehen, sie hatte das ruhige Gleichgewicht der Seele, das von keiner Vorahnung künftiger Stürme berührt wurde. Sie war reich an organisatorischer Kraft, aber arm an wahrhaft groben Problemen. Wie ein Menetekel mutet ed an, dast diejenige geistige Gentry, die über Deutschland verfügte und die ihm unzweifelhaft das beste Staatsbürgertum stellte, die sich aber im wesentlichen von der Politik fevnhielt, durch bat Zusammenbruch nach bem Weltkriege so unbarmherzig nicht nur aus jeder Führerstellung herausgeworfen wurde, sondern bis zur Proletarisierung untersank. Unter ganz anderen Bedingungen tritt heute die akademische Jugend in das Leben. Unter wahrhaften Imperialismus und kriegerischer Revanche vorherrscht,dessen beunruhigenden Charakter die letzten Ereignisse deutlich zutage treten liehen. Dieser Geisteszustand hat glücklicherweise unfern Freunden die Augen geöffnet. Sie sind klarer sehend geworden, und unsere Befürchtungen erscheinen ihnen nicht mehr als unbegründet. Sie begreifen unser gebieterische« Bedürfnis nach Sicherheit und fehen offenkundig ein, dah die sofortige Befriedigrmg dieses Bedürfnisse« allem in der Welt ein Vertrauen erweckt, ohne das sie ihr vollständiges Gleichgewicht nicht zurückfinden kann. Wir hoffen daher, dah das Problem der Sicherheit Frankreichs, das un« so sehr quält, und uns die ganze Zeit so schwer bedrückt, eine baldige und wahrhaft wirksame Lösung finden wirb. Die französische Detternwirl schäft im Rheinland. Berlin. 1. Febr. (TU.) In der Kammer sprach der Deputierte Uhri über die Verwaltung der Rheinlandkommission und de« Saargebiets. Es werde im Rheinland ein zahlreiches und kostspieliges Personal gehalten, das nach der Organisation des Dawesplanes zum guten Teil von Frankreich bezahlt werden muh. Wozu braucht der Oberkommillar für sein persönliches Bureau 125 Automobile? Ein junger Mensch von 25 Jahren, der ein Mitarbeiter deS 5y?rrn Ti- raril ist. bezieht ein Gehalt oon 40 000 Franken jährlich, mehr als ein Divisionsgeneral. Verschiedene Aemter seien doppelt besetzt mit Bcamten in Koblenz und mit Beamten für denselben Dienst m Mainz. Warum? Weil zwei Vorgesetzte zufriedengestellt werden sollen. Es ist zu bedauern, dast bet der separatistischen Bewegung der Oberkommissar Frankreichs sich fta^ kompromittiert hat. Royalistische Unruhen in Frankreich. Paris. 2. Febr (TU.) Dis Royalisten haben gestern in verschiedenen Teilen Frankreichs Kundgebungen veranstaltet. In Lille sprach der bekannte Royalistenführer Daudet. Die Sozialisten und Kommunisten veranstalteten Gegenkundgebungen. Es kam zu einem Handgemenge Der kommunistische Abgeordnete Daillant-Couarier wurde verhaftet. In Bordeaux haben die Royalisten versucht, den radikal-sozialistischen Kongreh zu sprengen. Bei den schweren Zusammenstößen wurde eine Anzahl Personen verwundet. Mehrere Royalisten wurden in Haft genommen. fiabtnettsberd)Iu6 zu den deutsch-französischen Handels vertraysverhandlunyen. Berlin, 31. Ian. (T. U.) Ja der heutigen Sitzung de« Aeichskabinells erstattete Staatssekretär Trendelenburg Bericht über den Stand der deutsch-französischen Handelsvertrags- Verhandlungen. Es wurde beschlossen, die Verhandlungen mit dem Ziel fortzusehen, bet der definitiven Regelung des deutschen Export- interesses de facto die Meistbegünstigung zu erreichen. Die italienische Heeresvorlagt ab elebnt. Rom. L Febr. (X1L) Der ZentrolauSschuß des Senats hat die Heeresvorlage des Kriegs- mmisters di G i o r a i o obaelehn» Die Dorlag» Luther an Herriot. Dah auch von Regierungsseite rasch auf die unglaubliche Hetzrede Herriots geantwortet Jrix» war ein Akt der Selbstachtung Zwar halte die deutsche Presse aller Parteirlchtungen . erfreulicher Einmütigkeit gegen die Phrasen- r-iche und skrupellose Hetze b<4 französischen Ministerpräsidenten sehr energisch Stellung ge- r.omrnen, aber eine Kanzlerrede fmbet doch in 'er Welt immer iwch eine gröbere Refonnanz, Ddl sie dte einmütige Auffassung und den Tat- Villen der Regierung zum Ausdruck -ringt. SS ist nut zu bedauern, dah der Kanzler nicht vor dem Forum deS Reichstages sprechen «OTTtte der erst in der kommenden Woche wieder Zusammentritt, sondern sich auf den immerhin Leinen Kreis bet ausländischen Preffevertreter beschränken muhte. Die Rede Luther« unterscheidet sich wohl- tuenb von dem Geschwätz und der Hetze Herriot«. ruhiger sachlicher Art, die man ja an dem Reichskanzler aus seiner bisherigen Tätigkeit tn ta Regierung schon schätzen lernte, weist er alle Anwürfe und Verdächtigungen Herriots »urück und betont, dah die Schuld daran, dah Konllikt über die Räumungsfrage eine derart emste Form annehmen konnte, ganz allein bei den Alliierten liegt, die das Der- »ähren einer vertrauensvollen AuS- Ip rache, da« in London einen sichtbaren ®r- tilg zeitigte, jetzt toicbcr verlassen haben. Mit Recht konnte er auch auf die volllomnien -unwürdige Art Hinweisen, die sich darin offenbart, dab Die Alliierten ständig die schwersten Rorwürfe in der Entwaffnungssrage gegen Deutschland erheben und sogar ein neues Sanktionssystem daraus aufbauen, ohne btt Reichsregierung Gelegenheit zu geben, sachlich tu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen oder Iie gar abzu stell en. Den guten Willen dazu bat die ReichSregierung bisher immer bekundet und auch der Reichskanzler Hal die Gelegenheit vahrgenommen, zu betonen, dah die Regierung bereit ist. da, wv wirklich Derstöhe vorliegen, Iie zu beseitigen. Allerdings muh dann auch gefordert werden, bah Herriot seine Absichten in der Ra u- mung« frag e bestimmt feftfletegt und bteRäumung nicht einfach auf un beft immte Zett vertagt. Die ganje Welt wird anerkennen müllen, dah die deutsche Regierung ein hohes Mah von Entgegenkommen zeigt, wenn sie sich 'elbtt zu einem Kompromih in der Räu- mmg-srage bereit erflärt, obwohl das Recht, sie Räumung zu fordern, doch auf ihrer Seite England und die Räumung Eine Rede Chamberlains. schwerster Rot und Selbstverleugnung ist ihr dos Studium allein möglich. Don ihrer Stellung zum öffentlichen Leben hängt unendlich viel für unsere Zukunftsentwicklung ab. Das Ethos der neu sich aufbauenden akademischen Schichten darf un« nicht verloren gehen, wenn wir überhaupt zu gesunden Verhältnissen kommen sollen. Anders aber als früher muh diese Jugend dabei den öffentlichen Dingen gegenüb er- ftefjen. Im Wirbel der Entwicklung hat man das Dolk und die Masse selbst zu entscheidenden Faktoren für die Willensbildung in der Politik gemacht. Das gilt aber nur theoretisch. Die Führerpersönlichkeit formt den Willen der Masse, und daraus erwächst gerade denen, die die Möglichkeit haben, geistig führend zu sein, die Pflicht zur ^Betätigung im politischen Leben. Der Redner auf der Kanzel, die Richter und Rechtsberater des Dolkes. die Lehrer und Erzieher und der Mann der Technik stehen an der Stelle, an der eine weitestgehende Beeinflussung möglich ist. Weshalb blieb der Sozialismus mit feinen gewaltigen Hilfskräften nur verhältnismäßig kurze Zeit an der Führung des neuen Deutschland? Weshalb in ihm die innere geistige Krise? Weil es ihm nicht gelungen ist, mit seinen Ideen in die akademische Jugend hineinzukommen, und weil damit die Bewegung erstarrte und sich nur auf bestimmte soziale Schichten erstreckte. Das in einer Zeit, in der unzweifelhaft die akademische Welt sich mit Inbrunst in die Politik gestürzt hätte und für neue Ideen durchaus empfänglich toar. Die Betätigung im politischen Denken, die nicht gleichbedeutend zu sein braucht mit parteipolitischer Derbissenheit. ist im deutschen Studententurn gewih vorhanden, aber ein Blick auf die gegenwärtigen politischen Strömungen der Studentenschaft läßt sehr bezweifeln, ob diese Betätigung in die Tiefe geht. Die deutsche Studentenschaft rühmt sich, ein Hort nationalen Denkens zu sein, aber die Art, in der sie diese Gesinnung zum Ausdruck bringt, erscheint oft hohl und veräußerlicht und ist nicht aufgebaut auf geschichtlichem Den en. Stolz und Anerkennung dessen, was war. Ist selbstverständlich für jeden, der in der trüben Gegenwart vergangener großer Zei en gedenkt. Aber das Festhalten an der Tradition darf nicht zur Erstarrung der Meinungen führen. Man darf nicht daran Vvrübergehen. daß wir die Krisis der Gegenwart nicht überwinden mit träume"der Resignation, sondern nur mit werktätiger Mitarbeit in der Gegenwart. Bergeisen wird auch Dielfach bei der Helden- Verehrung der Dcrgangenhell die unendliche Schwierigkeit, einen zufammengebrochenen Staat über den verlorenen Weltkrieg und die Revolution hinaus ohne Macht zur inneren Konsolidierung zu führen Sie polnische Betätigung der deutschen Akademiker muh als Ausgangspunkt die Staalsbejahung haben. Wir können uns den Lurus eines Kampfes um die Staatsform nicht gönnen. Reich und Staat sind von außen und innen bedroht. Richt im Bekämpfen des Staates, well seine äußere Form nicht gefällt, liegt der Ausfluh nationaler Gcsinnuna. sondern in der Selbstüberwindung. Die gerade da mitarbeitet, wo von ihr innerlich die größten Opfer verlangt werden. Vielfach paart sich mit der Derkennung der lebendigen Volks trä te in un- Iserem Innern ein gewisses uns oziales Denken. das die Autodidakten in der Politik unb Verwaltung überhaupt nicht gehen lallen will dr. 2t Erster Lrschewt täglich, außer und Feiertag«. Beilagen: ciießenerFamiliendlStter Heimat im Bild. »eweli'Btingspreti: ?.®olbmark u. 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, „ ud) bei Nichterscheinen oen einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Fernfprech'Anfchiafse: Fchriftleiwng 112, Der- lagundBefchüftsstettekl. Anschrift für Drahtnach- ichten AnzelaerAteßeit potzscheckkonto: jrentfurt a. Hl. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud unö Verlag: vrW'lche Unw«rilt-tr-Such- und Stciniruderei «. Lange in Sletzcn. Schriftleitung und Seschäfirltelle: Schultttafie 7. des Senats eine scharfe ? r ttlt' oeren Führer General Giarbino war. betont, ^aß ntan augenblicklich keinen -öenxK? in der Heeresotganifation machen könnte, Dl)nc Die nationale Sicherheit zu gefährden. Türkisch-griechischer Konflikt. Ausweisung des ökumenischen Patriarchen aus Konstantinopel. Athen. 31. San. (Agence d'Athenes.) Amtliche Rach rich ten aus Konstantinopel bestätigen t^re Ausweisung des ökumenischen Patriarchen. Trotz der Entscheidung der gemischten Kommission, das; sie dem Patriarchen keine Pässe zustellen Dürften, schichten die türkischen Behörden zwei Prflizeiagenten nach dem Patriarchat, die den P'älctten u m B a h nh o f S i kedj abführten und ihn zwangen, in den ersten nach Grieche iland ab'cchrenden Zug einzusteigen. Der Patriarch befindet sich bereits auf griechischem Boden. Dieser türkische Grwaltftreich verursachte in allen Kreisen der öffentlichen Meinung Griechenlands c ne äußer ft lebhafte Aufregung. Sn der Nationalversammlung brandmarkten alle Parteiführer die Haltung der türkischen Regierung und verkündeten anläßlich dieser außerordentlich ernsten nationalen Frage den Burgfrieden. Abg General PangaloS. ehemaliger KriegSminister. erklärte, daß die Türkei nur durch Waffengewalt zur Vernunft gebracht werden könnte. Die Erregung der öffentlichen Meinung ist um so lebhafter, als ein Mertel der gegenwärtigen Bevölkerung Griechenlands aus Griechen besteht, die früher in der Türkei w o b n t c n und den Patriarchen nicht nur als geistliches, sondern auch als nationales Oberhaupt betrachten. während übrigens für die ganze a nechffche Bevölkerung der Patriarch das Oberhaupt der orthodoxen Kirche ist. Die durch den türkischen Gewaltstreich geschaffene Lage wird als sehr ernst betrachtet. Starke Erregung in Athen. Paris. 2. Febr. (WTD. Funkspruch.) Havas meldet aus Athen, daß die Erregung über die Ausweisung des Patriarchen aus Konstan-- tino-el durch die türkische Regierung unter der griechischen Bevölkerung sehr groß ist. Alle Arbeiter-Ve bände, alle Vereine v n K usleuten und Berufsorganisationen, foto.e Körperschaften und Stadtbehörden haben an das Volk und an die Regierung Proteste gerichtet und fordern Genugtuung. Auch Frauen-Verbände haben Protest erhoben. Die Llniversität Athen hat an alle ilnioerfitäten und an den Völkerbund Proteste gerichtet. Amtliche Unterstützung des Attentats auf Dr. Kraft. Berlin, l.Febr. (T.U.) Die „»tue Tag- liehe Rundschau" meldet aus Belgrad: ES ist setzgestellt worden, baß der Angriff auf den Führer der Deutschen Partei SüdflawienS von amtlichen Organen durchgeführt wurde. Der serbische Rotar deS deutschen SrteS Aeu-Siwah, Stanko, hat den Aeberfall per- fötüich geleitet. Krupps Dampfkessel. Das Londoner Abkommen verlangt zwar theoretisch höchste Steigerung der Leistungen un- lerer Exportindustrie, um durch sie die für die Abtragung der Reparationszahlungen nötigen Gummen hereinzubelommen, die Kruppschi Dampfkesselaffäre, von der Havas und Deuter soviel Aufhebens machen, zeigt, daß die Praxis Doch ganz anders aussieht, vor allem, wenn englische oder französische Unternehmungen sich durch die deutsche Konkurrenz stark in Die Enge getrieben fühlen. Bei der jetzt bean- 'ftanbeten Kessellieferung für argentinische Torpedoboote handelt es sich doch schlichthin nur um Treibereien jener Firmen des Auslandes, die von der argentinischen Regierung abgewiesen wurden, dafür aber jetzt die Botschafterkonferenz auf Krupp Hetzen. Daß es sich hier keineswegs um die Herstellung verbotenen Materials handelt, stört die Gegenseite wenig. Die Hauptsache ist doch, Krupp die Ausführung des Auftrages zu verbieten, daneben aber noch die Kesselllieferung politisch auszumünzen. Was heute Krupp geschieht, kann morgen jeder anderen deutschen Firma passieren, wenn sie ausländische Aufträge entgegennimmt, die der englischen oder französischen Industrie entgangen sind. Beanstandungen lassen sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre und auch dieser neuesten stets rasch konstruieren. Nebenbei bemerkt. befindet sich bei Krupp eine ft ä ndige ”fe0ntrJ>IIEomin.i^ion’ die die Betriebe zu überwachen hat. die aber bis heute noch nicht baß es sich bei der.Lieferung der Eisatzkessel um die Herstellung verbotenen Kriegsmaterials handelt, obwohl sie sicherlich von dem Angebot in Kenntnis gesetzt übrigens Herrn Krupp kennt, dürfte wohl wissen, daß er in seinem Unternehmen nichts duldet^ was nur irgendwie gegen den Buchstaben des Versailler Vertrages verstößt. D:e argentinische Presse. Buenos Aires, 31. San. (Wolff.) Funk- Aruch. Die Entscheidung des alliierten Bot- schafteirats. wonach die Lieferung von Kesseln für argentinische Torpedoboote aus der Kruppschen Fabrik den Versailleer Vertrag verletzen soll, habet zahlreiche sarkastische Kommentare in der argentinischen Presse Sara- zon erklärt, die Entscheidung sei anscheinend em Handels Manöver, wofür der Ver- trag ä u m D e ck m a n t e l d i e n e n müsse. Englische wie deutsche Firmen hätten seinerzeit Angebote emgereicht. Die Anaebote seien am 1 OE- tober geöffnet worden, und das Marineamt beschloß, die von Krupp eingereichte Offerte antu- Htßmtn, weil sie die billigste und vorteilhafteste war. Weder der argentinischen Regierung. noch Krupp wäre seinerzeit irgendetwas davon mitgeleilt worden, daß die Beschränkungen des Versailler Vertrages auf diese KesseNieferung ^ntoenbung finben. Falls der Botschafterrat die Kessel alL Kriegsmaterial betrachte, könne er ebenso gut alle möglichen Dinge als Kriegsmaterial ansehen, z. D. die Knöpfe an der Saae eines Kesselheizers auf einem mit Kanonen versehenen Schiff. Wenn Krupp diese Lieferung nutzt gestattet würde, so würde bie8_ nicht nur eine Verzögerung in der Reuausrüstung der argentinischen Torpedoboote bedeuten, sondern auch einen höheren Preis zum Schaden Argentiniens. Die Wohnstätten-G. m. b. h. Der Arbeitsminifter im Haushalts- ausschuh. Berlin, 31. San. (WTD.) Der Haus- haltsausschuß des Reichstages nahm die von sozialdemokratischer Seite eingebrachte Entschließung an. in der die Reichsregierung ersucht wird, dafür zu forgen, daß zur Durchführung der Ausgaben der Betriebsräte genügend Kräfte aus der Arbeitnehmerschaft h e r- angebildet werden, und daß die hierfür bestehenden Einrichtungen aus Reichsmitteln unterstützt werden. Für das Schlichtungswesen und die Arbeitsgerichtsbarkeit wurden für 1925 insgesamt zwei Millionen Mark bewilligt. Bei der Erörterung des Wohnungsund Siedlungswesens machte Reichsarbeitsminister Brauns über die Angelegenheit der Wohnftätten-G. m. b. H. Mitteilungen. Die Wohn- stätten-G. m. b. H. sei im Herbst 1921 unter Beteiligung der Reichsbank gegründet worden Ihr wesentlicher Zweck war der Bau von Siedlungswohnungen für Beamte. Die Gesellschaft verfügte Ende 1923 über flüssige Mittel in Höhe von etlichen hunderttausend Goldmark. Die beiden Geschäftsführer, die Regierungsräte Bretsch neider und Dr. Wenzel, liehen, um die Gelder möglichst nutzbringend bis zum Wiederbeginn der Dauperiode anzulegen, im Februar 1924 die Gelder gegen einen Monatszins von 4 Prozent der Trianonfilm -A. °G. Als die Wohnstätten-G. m. b. H. ihr Darlehn, das Ende April 1924 etwa eine Million Goldmark betrug, zurückhaben wollte, war die Filmgesellschaft zur Rückzahlung nicht in der Sage. Um bas Geld zu retten, schoß die Wohnstätten-G. m. b. H. gegen Sicherungshypotheken auf das Grundeigentum der Trianon-A.-G. und weitere Pfandsicherbeiten immer weiteres Geld vor. Ende Mai 1924 legte der Geschäftsführer Wenzel seine Stellung nieder. Anfang September 1924 machte Dretschneider nach seiner Angabe dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Geheimrat Dr. Glaß, von dem Kreditgeschäft die erste Mitteilung. Glaß wurde von der Filmgesellschaft vor die Alternative gestellt, entweder weiteres Geld zu leihen oder einen großen Teil des bisher Geliehenen zu verlieren. Er hielt es kaufmännisch für richtig, weiteres Geld hinzugeben. Mitte Dezember 1924 betrug die Höhe des Darlehens rund 3*/o Millionen Mark. Erst im Januar bekam das Ministerium die erste Kenntnis von der ganzen Angelegenheit. Es wurde sofort gegen die drei beteiligten Beamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Bisher hat die Voruntersuchung keine Anhaltspunkte dafür ergeben, daß einer der drei beteiligten Beamten anläßlich des Dar- lehnsgeschäftes finanzielle oder sonstige Vorteile gezogen hat. Das Ergebnis des Disziplinarverfahrens vor dem Disziplinargericht muß ab- gewartet werden. Die Beamten sind sofort von ihren Dienstleistungen im Ministerium enthoben worden. Bretschneider ist schon feit dem 1.6. abgebaut. Das Vermögen der Wohnstätten- G. m. b.H. beträgt jetzt etwa IS1/, Millionen. Dabei sind die Guthaben an die Trianonfilmaktiengesellschaft nicht berücksichtigt. 1 Ein Kommunistenkomplott in Bayern. München, 31. Jan. CSU.) Die Münchener Polizei hat ein kommunistifchLs Komplott auf- gedeckt, das sich mit dem Ausbau eines „Orb- nirngsdienstes für Bayern" beschäftigte. Dieser „Ordnungsdienst" sollte die Leute für den Bürgerkrieg in technischer und militärischer Hinsicht schulen. Am 17. Januar wurde der 25jährige Monteur Karl Mayer, der Leiter des „Münchener Ordnungsdienstes", beim Verlassen des Landtages Derhaftet. Umfangreiches Material, das er bei sich führte, und das er gerade ah einen sicheren Ort bringen wollte, wurde beschlagnahmt, und es ergab sich baraufc, daß die Organisation sich auch für die Beschaffung von Waffen interessiert«. Die Stärke des Ordnungsdienstes beträgt bis jetzt 655 Mann. Die polizeilichen Ermittlungen über das Wesen dieser Organisation haben ergeben. daß sie als kommunistische Schule f ür n Bürgerkrieg zu betrachten ist. Die KPD. will sich mit dem Ordnungsdienst eine traff organisierte Kerntruppe schaffen, welcher die Aufgabe zukommt, bei einem bewaffneten Aufstand die Führung der Massen zu übernehmen, und den Grundstock für die Rote Armee bilden. Dem Ordnungsdienst angegliedert ist ein Ver bindungs dien st. Der Kommunismus in Mitteldeutschland. Die von kommunistischer Seite nach Halle etnberufene Betriebsrätekonferenz für den mitteldeutschen Bergbau, zu der 66 Personen, darunter 30 Betriebsräte, erschienen waren, wahrend der mitteldeutsche Bergbau 255 Cöetncfee mit mehr als 2000 Betriebsräten umaßt, wurde von dem kommunistischen Reichstags- abgeordncten Rosenbaum eröffnet. Reichstags° al>geor&ncter Koehnen betonte in seinem Oie- erat die Rotwendigkeit, die Gewerkschaftsbewegung den kommunistischen Par- weckendien ft bar zu machen und die Führung in die Hande kommunistischer bringen, um so die von der KPD. aufgestellten Forderungen durchzufetzen. Dis zum 8. Februar müßten die Kampfmaß. naßmen vorbereitet sein. Im Ruhrgebiet ei alles vorbereitet, und man warte nur auf per mitteldeutschen Bergarbeiter. Zunächst muffe die Forderung einer 40prozentigen Lohnerhöhung gestellt werden. Eine von der Kon,erenz angenommene Entschließung fordert die Herausgabe von angeblich 7000 Inhaftierten. Die Geschäfte des Ministers Böttcher. Dresden, 2. Febr. ($1L) s>er seibere kommunistische sächsische Finanzminister Böttcher hatte eine Anzahl 2lm>rvnunaen getroffen, die si nV v konnten. Der vom Landtag eingesetzt« U ^uß kam zu folgen- nur» ® r n t 8: Die Forderung eines 800» Bilttonen-Liquiditäts-Krebits, bic im Oktober 1923 geschah, bedeutete eine bewußte Täuschung deSReichSfinanzmini steriums für die Böttcher allein verantwortlich ist. Die Verwendung dieser Gelder war gefefc- und zweckwidrig. Weiter wurde die Zuwendung eines doppelten Gehalts für einen persönlichen Vertrauensmann und auch die befohlene frühere 'Einstufung mittlerer Beamten in höhere Besoldungsgruppen, die Böttcher aus parteipolitischen Gründen an- geordnet hatte, verurteilt. Aus der Deutschnationalen Dolkspartei. Berlin. 2. Febr. (£11.) Die Deutsch- nationale Dolkspartei wird für den 21. Februar eine Tagung ihrer Vertreter einberufen. Aus dieser Tagung soll endgültig der Partei- Vorsitzende gewählt werden. Es ist damit zu rechnen, daß der bisherige Vorsitzende Dr. Winkler endgültig gewählt wird. Am Dienstag soll die Wahl des Vorsitzenden der deutschnationalen Reichstagsfraktion stattfinden. Das Amt des Fraktionsvorsihendei, wird in Zukunft von dem des Parteivorsihenden getrennt sein. Kleine politische Nachrichten. Im Alter von 77 Jahren ist der General Ulrich Wille, Kommandeur der schweizerischen Truppen während des Weltkrieges, gestorben. o Der „Mcttin" erfährt aus Moskau, daß die Tscheka gleich nach der Abreise Trotzkis in seiner Wohnung eine gründliche Haussuchung vornehmen ließ. Alle dort gefundenen Bücher, Briefe und Dokumente wurden beschlagnahmt und Stalin übergeben. » Die Russin Dickfon Ergeniewa. die bereits vor einigen Wochen auf Krassin ein Attentat versuchte, hatte Prof. Einstein in mehreren Drohbriefen m tgeteilt. daß sie auch auf ihn ein Attentat verüben werde. Freitag abend versuchte sie nun, sich gewaltsam Einlaß in die Wohnung Einsteins zu verschaffen, um auf ihn ein Attentat zu verüben. Da ihr dies nicht gelang, entfloh sie. Heute Mittag wurde sie von der Kriminalpolizei fest genommen. Allem Anschein nach ist die Russin geisteskrank. Aus aller Welt. Das Schicksal einer Familie. Vom Schicksal hart verfolgt wird die Familie des Berliner Professors Wechsler. Vor einiger Zeit wurde sein ältester Sohn, bei) Gymnasiast Wechsler, bei abendlichem Heimgang von einem Auto überfahren. Jetzt hat ein tragisches Verhängnis dem Professor Wechsler auch seine beiden letzten Kinder entrissen. Seine 19 Jahve alte Tochter und der 10 Jahre alte Sohn erstickten infolge E i n- atmens von Kohlenoxydgasen, als sie nur 10 Minuten im Badezimmer weilten. Heber die verhängnisvollen Umstände, die zu biefem erschütternden Unglück geführt haben, erfährt man folgendes: Die Familie Wechsler hatte den ftarf beschädigten Dadeapparat erst vor kurzem reparieren lassen und das erste Bad für die Kinder deS Hauses gerichtet. Die Tochter sollte das Bad zuerst benutzen und dann das Baden des Knaben überwachen. Fräulein Wechsler muß die Gasvergiftung im Wasser überrascht haben. Man fand sie als Leiche in der Wanne, während ihr junger Bruder im Baderaurn selbft tot aufgefunden wurde. Es war nur ein Zufall, daß er früher als beabsichtigt den Daberaum betrat, sonst wäre er vielleicht verschont geblieben. Wie angegeben wird, trifft an dem überaus tragischen Unglück den Installateur, der den Badeofen eben erst repariert hat. die Schuld. Er hat das Abzugsrohr des Ofens herausgenommen und, wie behauptet wird ausb^-icklich erklärt, baß es überhaupt nicht nötig fet. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittelungen ausgenommen. Von einer Verhaftung des schul- 'digen Installateurs wurde, da Fluchtverdacht nicht besteht, Abstand genommen. Erdbeben in Ungarn. Erlau, 31. San. (Wolff.) Kurz nach 8 Ahr wurde in dem östlich vom Matragebirge liegenden Teile des Komitats Heves ein heftiges tektonisches Erdbeben verspürt. Die rasch aufeinander folgenden Erdstöße versetzten die Bevölkerung in große Aufregung. Die Leute flüchteten sich meistens auf die Straße. In Erlau wurde in den Aemtern die Arbeit sofort eingestellt. Aus den Schulen wurden die Kinder heimgeführt. Das Erdbeben stürzte za hlreiche Feuermauern um. MehrereSchornsteine und Dächer sind eingestürzt,' die Mauern erlitten Risse. Der Turm der alten Minoritenkirche ist schief geworden. In der Kirche der Zisterzienser wurde der Hauptaltar beschädigt. Auch die Gebäude des Gymnasiums und der Oberrealschule erlitten Schaden. AbgestürzteS Gemäuer hat mehrere Personen verletzt. In Erlau beläuft sich der Schaden auf mindestens eine Milliarde Kronen. In den umliegenden Dörfern wurde noch größerer Schaden verursacht. Am 8.35 llfrr wiederholte sich das Beben in Erlau; doch nahm eS bereits einen viel milderen Verlauf. Äochosenexploslvll. Auf der Dillinger Hütte ereignete sich heute morgen eine Ho chofenexplosion. Fünf Arbeiter wurden getötet und mehrere verwundet. Eisenbahnunfall durch Wirbelsturm. Sn der Rahe von London wurde ein aus zwei Wagen bestehender Gisenbahnzug durch einen plötzlichen Wirbelsturm vom Eisenbahndamm h e r u n tergeschle u de rt. Der Zug stürzte 40 Fuß hinab. Vier Personen wurden getötet und zehn verletzt. Dom Tanz in den $öb. 'Aach einer Meldung aus Efchwege ist dort die 20jährige Fmeda Heukrvth aus Dem Rach^ir^rf Hauerode auf der Dorfsttaße mit burä)f Seit sichtbar bleibt, so daß er den ganzen Mono* auj hindurch erst kurz vor Mitternacht untergebt. { A*n 8. Februar ist eine Teilmondfinfter- ilsE- «.ftnrin nid, die um 9 llfrr 9 Minuten beginnt und ° "em. I 15 Minuten nach Mitternacht endet. Gegen »All rentwjib Ufrr liegen knapp 3/t des Mondburchmessers im jtfüfrrt® aw Aahrplanänderunaeu ab I Februar, wrfe be> ^ner Zersetzung zum Lirkung vom 1. Schöndorf z* )tr Universität Birhing vom ;mtoärtet Audo Metzen, zum Le Perfonenzug 2551 Lon do r f —Gieß en ^Dor* verkehrt werktags, wie bisher, Londorf ab 4.47 6., QUwh Gießen an 5.29 v. An Sonntagen sowie am 10.4., 11.4. und 21.5. fahrt dieser Zug Londori ab 7.29 v., Gießen an 8.11 v. Der Gegenzug 2-552 fährt werktags auch wie bisher Gießen ab 6.13 v. E An Sonntagen Gießen ab 9.48 v. Personenzug 409 von Koblenz trifft Jtnetber bereits um 9.37 v. (statt bisher 9.43) in Gießen ein und bekommt Anschluß cm beschleunigten . rJ/rL Personen-ua nach Frankfurt a. M. um 9.42 v ;ienmflßüiMio öollsschule zu § ich Sitiri($ tr Mifäuk tu Alh uni< Pz. 797 Fran kfurt —Gießen , in Gießen an 6.37 abends, verkehrt nur Werktags. Pz. 781 von Frankfurt verkehrt täglich bis nach Marburg. Gießen an 7.50 n., ab 8.00 n., in Marburg an 8.50 n. - Pä-1649 Gießen-Dillenburg fäßrt Gießen ab 10.30 n. (statt bisher 10.23). Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Febr. 1925. Der Sternhimmel im Februar. Der kürzeste Monat des Jahres ist der Sterw Ä. 9.3« 3tra6e6 beobachtung wegen der noch kurzen Tage uns <0 - dunklen Rächte im allgemeinen günstig. Der noch ziemlich späte Aufgang der Sonne gestattet, datz Mol sogar mancher nicht ausgelprochene Frühaufsteher $ i einen Blick auf den Morgenhimmel wirft. Fall- ' * «• $efffle; ’ÄS’i d unb - ß * SB«ti %terc 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 15, Spinat 50, Unter-Kohlrabi 10. Grünkohl 20. Rosenkohl 80, Feldsalat 100. Endivien 100, Tomaten 150, Zwie- i beln 15, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurz üi? i 70, Kartoffeln 5, Aepfel 12 bis 20, Honig 35, junge Hahnen 150, Suppenhühner 130, Gans« 100 Pf.; Eier das Stück 16 bis 17. Blumenkohl 120 bis 200, Lauch 5 bis 20, Sellerie ?0 bis 100 Pf. Vortwtizen. — Lageskalender für Montage Literarische Gesellschaft und Gießener Thc.ologen- schaft: 8> Llhr Reue Aula der ülniversität Vortrag Graf Hermann Keyserling. — Gießener Srerwrllige Feuerwehr: 8 Uhr Stadt Kassel Oliv, natsversammlung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Ribelungen 1. Teil. — Aftoria- Lichtspiele. „Die Sintflut". Wettcvvyrarlssaqe. Rachts Temperaturen um ben Gefrierpunkt, ^orgennebel, auch tagsübwr meist bedeckt, Winde tn)^k '^^icher Richtting zurückdrehend, vorwiegend Rachdem auch geftern noch auf der Rückseite » L abziehenden Tiefdruckwirbel einzelne kräftige Regenschauer bei insgesamt sehr unruhigem Witterungscharatter niedergingen und die Temperaturen gleichzeitig weiter fielen, so daß die nächtlichen Minima bei Rull lagen, ist heute morgen in unserem Bezirk völliges Aufklavei, eingetreten. Heule morgen wölbt sich von der Discaya bis nach Rordskandinavien ein Hoch- bruefrüden auf, der aber vor dem Angriff neuer Rordmeerstörungen ostwärts ausweichen dürfte. Aussicht auf Anhalten der eingetretenen Aufbesserung oder Eintritt längerer Frostperiodni ind damit nicht gegeben. lUkl » ohne Macke *e Schriftgießereibesiher Wilhelm Kling spor-Ofsenbach f. Sm Alter von 54 Jahren ist der Mitinhaber ein® weltbekannten und hochangefehenen Llnterneh- mens in Offenbach, der Schriftgießereibesitzea Wilhelm Kl ingspor, plötzlich verschieden. Der Heimgang dieses Mannes, eines Bruders des Kommerzienrats Klingspor in Gießen, ruft auch in unserer Stadt in weiten Bevvlkerunaskreisev herzliche Teilnahme hervor. Man kannte den Entschlafenen auch frier als einen ausgezeichneten Menschen. Sein vornehmer Efrarakter, sein unübertreffliches Pflichtgefühl, das ihn auch über em persönliches älnglüd infolge sehr schwere-- Verwundung im Kriege immer wieder sieg er ließ, seine kaufmännische ßautetfeit und Energie mit der er an dem Aufstieg des Hauses Kling, por mittotrtte, und sein umgängliches Wffen icherten ihm nicht nur in seinem Wohnsitz Offen, bach einen großen Freundeskreis, sondern machten auch seinen auswärrigen Geschäftsfreurber' >en Menschen und Geschäftsmann Klingspor sehr chahenswert. Richt nut in den Offenbacher Freundes- und Bekanntenkreisen des Verstör- öenen wird sein Andenken in frohen Ehren fort- leben sondern auch weit darüber hinaus, insbesondere auch in der Duchdruckerwelt, wild bas treffliche Persönlichkcttsbild Wilbeftr Sfilna lvorS stets voröilblick bleiben das Wetter am Anfang des Monats günstig ist. kann man im Südosten den bei uns so seltenen Himmelsgast Merkur wahrnehmen und in seiner Rähe Venus als Morgenstern. Etw- am 3. des Monats eilt der schnellere Merkur an Venus vorüber und nähert sich der Sonne so stark daß er bald unsichtbar wird. Auch der Riesen, planet Jupiter ist am Morgenhimmel recht« über Venus zu sehen, und noch weiter rechts in dem Sternbild der Wage, der Planei Saturn. Roch eindrucksvoller fteilich als bei Morgenhimmel ist der Abendhimmel, wo gerabc m Februar die herrlichsten unserer Sternbilder in vollem Glanz erstrahlen. Sofort »rach Eintritt der Dunkelheit wirb Orion mit seinen Sjunben dem großen mit bem Hauptstern Sirius uni? dem kleinen mit Prokyon sichtbar. Dazu kommen die schönen Tierkreisbilder des Löwen und der Jungfrau: der Lowe wird am An fang des Monats um 7 ilfrr, die Jungfrau ettoai am 31. Januar (Händlerpveise). Ich Hedoertch Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. J 25KL Butter das Pfund 190 bis 200. Matte 40, Käse r. S t6S 65 bis 70, Wirsing 15, Weißkraut 15, Rotkraut l“®r *- ®1 20, gelbe Rüben 10. rote Rüben 15. (Sbinat SO. Fe tu v°*ip( < Der beschl. Personenzug Kassel- m ® t e ß e n — 5 r a « f f u r t a. M., bisher Gießen ” ^.^,bcinlich an 9.26 v., ab 9.34 v., trifft ab 1. Februar 9.26 v. ein und fährt 9.42 v. ab. * Die 6tflßttdTie mahnt. 3m Rn- btn 2 8tbt io ^taenteU unserer Samstag-Rummer mahnt di« . stobtfafTc die Bezahlung städtischer Abgaben btt einschl. 9. Februar an. 1er nichts recht 161 Schafe. 3.82 Schweine. Der Gymnasium emgebrochen. in dem Zimmer des »w ! «in möbliertes Zimmer Eröffnung von laufenden Rechnungen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots Eröffnung v.provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen 1074D Dr.North&Schmidt, Hannover 1060sg fesneht. I Grimkem-Suppe ✓ Blumenkohl-Suppe / Tomaten-Suppe / Pilz- Suppe / Odisensdiwanz-Suppe ✓ Krebs-Suppe / Spargel-Suppe. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen Ankauf von Wechseln auf Inland u. Ausland Dillenburg Ger 10.23). Marktpreise Bruno Meiller, Mn Kornbranntweinbrennerei. Tlcverbetk dienen. Offerten an Firma Die Hersteller des allbekannten Knorr Hafermehl ^und Knorr naferflodeen bringen der sparsamen Hausfrau etwas wirklich Neues - Gutes - Praktisches: Skandal im Frankfurter Wohnungsamt. Wir suchen für sofort zur Bewirtschaftung der Toiletten im Bahnhof Eichen mittleren Alters. Iu melden in der Abortanlage für Frauen (Eingang Straßenseite Bahnhofs. 0991 Eisenbahn Klosett-Betrieb Oscar Krassett & To. Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes geführt Entwendet wurde nichts. •• lern gehört das F ahrrad ? Der Zoltzeibericht meldet: 3m November v. 3s. tsutoc bet einer hiesigen amtlichen Stelle ein .'Herrenfahrrad zur Aufbewahrung gegeben, das ^^Zanschluharbeiten ist die Georg-Philipp- trafoe zwischen der Kaiser-Allee und Licher Billige Wäschestoffe: §C1TlbCTltud)CLgröfeL2Iu5rD.,D.IRh. 0.65 an 9Jl(ICC0tud)C rein Macco .. von 1.55 an haltbare Qual., von Mk. 0.95 an Durch langjährige Erfahrung ist es gelungen, für nur 6 Pfg. einen Teller ganz erstklassige Suppe zu liefern. Auch ein verwöhnter Gaumen wird befriedigt sein. Versuchen Sie deshalb Knorr Suppenwurst. I Stüde •= 6 Teller * 35 Pfennig. Ochsen, Kälber, izen. er für Montag ) Siebener Dhcolog» ; der AniverM Ds? lierluifi- - Diese« ilhr Stadt KÄck M» 1. Teil. - Altor» Wertim tifintiAldliii für £>aii6, Strane, Ton- u b Gesellschaft Für Hetmarbeiien werben Kleiber zu- pefctininen unö anöroburt Schrtftl'.ctze Sn fronen unter 0989 an den Siebener Anzeiger erbeten. 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Schmus und Pflege dn: ^rieg-n-a'ab- ftätten im Aeichsn^bi-t und der deutschen ÄryflS- arabstätten im Auslande Mn B^l's^m^finden entfnncch.nd au fördern: den Lngebö'-ia-m der Ge- foffenen un*> Verstorbenen in allen Angeleaen- beiten der RrirnAa"atrT,üi*fDrge behilflich au sein: die zwischenstaatliche Fürsorge für die K^iegs- q*-5M auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zu betreiben. Die in Darmstadt abaebalt-me Sitzung des Vorstandes des Landesverbandes Helsen li>u-sc von C'cf'eimerat F - h - Darmstadt g-'te:t<'t Aus Mn Bericht des V^rsitz-end^n ging be-v^r. daß za 'l-eich.e Ortsgmtvpen i t H ssen v-rbanden sind, die Aum Teil über eine ärgste Mitglieder zahl verfügen. D. Gießen. Erbach i O. Hepven- d?im. Densheim u. a. Es ist au wünschen, daß in ten Orten, in denen noch knne Ortsgruppen besteben im Interesse des Andenkens an untere G ef allen'm solche Gruvpen baldigst ins Leben treten. Man sollte alaub'n. bah die Bildung von Oitsaruvpen unb die D-t-iligung an selchen im Hinblick auf die Sache l ine Schwierigkeiten finden. Der Beitrag solle niedrig gehalten werden (1.50 bis 2 Mk.), wobei gröhere S'il'unqmr unbenommen seien. Dem früheren Geschäftsführer Major a. D Avpuhn sprach Gebeimerat F'y für seine m<'frri6brifle umsichtige und rge Tätigkeit den Dank des Dereitrs aus. 3m Laufe der Berhanb- lungen wurde von Geheim'n-at Fey angeregt, daß an geeigneten Plätzen die Photographien der Gräber der Gefallenen ausgestellt würden. SS mühte dies selbstverständlich in dazu geeigneten Gebäuden, in einer der Würde und Weihe der Sache entfprechmden Weise erfolgen. Der Bor- sitzende d'r Ortsgruppe Darmstadt. ßebver ® c r- m ann. wurde ersucht, sich dieserbalb mit der Bürgermeisterei Dainnstadt ins Benehmen zu sehen. Major a. D A p p u h n - Darmstadt regte an. daß man an die ehemaligen Hess. Garnisonstädte herantrete, um diese zu veranlassen, daß sie Stiftungen zur Unterhaltung der Gräber im Ausland übernehmen, wie dies an&ertDärtS schon häufig geschehen ist. Es soll über die Graber im Ausland auch mit den Rcgimentsvereinen ins Benehmen getreten werden. Geheimerat Fey teilte noch mit. daß seine frühere Anregung, auf der Starkenburg für die Gefallenen aus der Provinz ein Grinnerungsmal zu errichten, wieder aufgegriffen sei. Bet dem Ausbau des Turmes konnte dieser Gedanke nicht verwirklicht werden, aber es sei möglich, daß im Innern der Dura, dem Stile der Burg entsprechend, ein Gebäude oder ein I Hallengang errichtet werde. Aach Berwirllichung streckt sich tue Untersuchung aut alle bu Halle, die schon feit Jahren zurückliegen. und auf die Wohnun^ämter der anderen Städte hinüberspielen. Auch die Beamten, die früher im Wohnungsamt tätig waren, aber den Schiebern wegen ihrer Ehrlichkeit unbequem und deshalb entfernt wurden, werden über ihre Wahrnehmungen eingebenb vernommen. Die Polizei wird j c den Fall von Bestechung durch Privatpersonen zwecks Erlangung einer Wohnung u n n a ch - sichtlich zur Anzeige und Bestrafung bringen. We itere Verhaftung^ n stehen nach unseren Informationen dieser Tage noch bevor, auch von Privatpersonen, die sich der aktiven Bestechung schuldig machten. Man rechnet, daß die Voruntersuchung sich auf lange Monate erstrecken wird, unb dost etwa 1500 biS 2000 Fälle zur Behandlung kommen to erben. Midi. Zimm zu uernücten Tierstraste 11II. (Sui rnebl. Wchi° unö Mchimtt ru vermieten s««, Babnbofstr. 12 IL dreier Anregung lalle Irch auch ein Gedenktag für die Gefallenen der Provinz einrichten, an dem btc Angehörigen der Gefallenen gemeinsam mit der übrigen Bevölkerung au» der Provinz dorthin wallen fimnten. Die Starkenburg, die im Saufe der Jahrhunderte unter ihren Mauern so viel Krieg. Rot. Zerstörung und Tod gesehen habe, fei her rechte Ort für eine solche Weihestätte. um hier sich zu >ammeln und im Ausblick zum Himmel der teueren gefallenen Angehöngen zu gedenken. Leider feien die vom Provinzialtag früher für dielen Zweck bewilligten unb bei einer Sparkalle angelegten 40 000 Mk. insolae be Entwertung sehr zufammengeschrumpft. Die Ansfühning der. Svlnnerungsmals müsse natürlich auf spätere günstigere Zeiten verschoben werden, doch burf? man ten Gedanken nicht sollen lassen. Der Bor stand erklärte sich hiermit einverstanden. Der Zugspitzen-Alug. Garmisch-Partenkirchen, 31. 3an. Am Start zum Zugspihenslug stellten sich 12 Flugzeuge. Die Flugzeuge hatten auf der Flugstrecke mit starkem Seitenwind zu kämpfen, so datz die Flugzeit wesentlich verlängert wurde. Die 12 Maschinen, mit Ausnahme des Dietrich-Gobiet-Doppeldeckers, der von Theodor Cron eist gesteuert wurde, landeten auf dem Flugplatz ® ton cif) landete auf dem Schneefernerkopf in unmittelbarer Bähe des Gipfels glatt in einer Höhe von 2800 Meter. Vormittags veranstalteten bekannte Sc gelflieger ein Schaufliegen am Kochelberg bei Garmisch. Auch diese Flüge nahmen einen ausgezeichneten Verlauf. Der vorgesehene Fall^ schirmabsprung au« etwa 600 Meter Hohe ginn glatt vonstatten. An der Zugspitzenkonkw. renz nahmen bekannte Flieger, wie Übet, Bäumer, Siem, Bosch und (Lrrmeih, teil. austrug, zeigte weitere erfreuliche Besserung bei Schützer. Das Spiel endete zugunsten Marburg» mit 5:2. Am nächsten Sonntag wird die erste Bürgel spd. Frankfurt a. M.. 1. Febr Die Polizei greift mit fester Hand in die gänzlich zerrütteten Verhältnisse deS stidt schen Wohnungs» amtes ein und findet am Publikum, das begreiflicherweise außerordent'ich stark an der Angelegenheit interessiert ist, eine wertvolle Hilfe. Das Belastungsmaterial gegen die Beamten des Wohnungsamtes wächst ins Riesenhafte. Die Polizeireviere und das Präsid um werden von enttäuschten und nach ihrer Meinung benachteiligten Derfonen geradezu gestürmt. Heu'e früh wurden sämtliche Polizeireviere angeln eien, alle leerstehenden Wohnungen sofort festrustellen und auf dem schnellsten Wrge dem Präsidium mitzuteilen. Ferner werden vom Montag ab sämtliche älm- züge polizeilich überwacht und aüs ihre Rechtmäßigkeit geprüft. Das Wohnungsamt ist vorerst geschlossen und wird wahrscheinlich mit neuen Beamten besetzt. Die am Samstag verhafteten Beamten drs Wohnrmgsamt^s waren in der Tauschabteilung beschäftigt uiib haben sich von Wohnungsuchenden zwecks rascher Trlangung von Wohnungen sogenannte B e s ch l e u n,i - gungsgelder in Höhe bis zu einhundert Marl geben lassen. Wer das meiste Geld hatte, erhielt am ehesten eine Wohnung. Das Geld teilten die Beamten unter sich. Wie festgestellt wurde, hat der eine Beamte den andern bei der Verteilung der Bestechungsgelder bemogelt. Eine außerordentlich pikante Rote hat die Geschichte von dem Weinfaß des Herrn Äönemunb. Dieser hatte von einem reichen Wohnungssuchenden ein großes Faß Wein geschenkt erhalten und dasselbe im Keller des Wohnungsamtes auf st eilen lassen. Als Mittwoch die Geschichte brenzlich wurde, grub man unter dem Faß ein tiefes Loch in den Kellerboden unb lieh den edlen Wein auslaufen. Leider aber langte das Erdloch nicht zur Aufnahme des Weins, und so floß er über, auf den Hof, auf die Straße, und so erfuhr man gar bald die Geschichte von dem Wern des Wohnungsamtes. Wie wir weiter erfahren, er- i6b Lfrtaun. fon^ug Kassel- ®ic^ ab !• Februar 9.26». onbvrs-Sitbe, st, Londorf ob 4.47 t -onntaq. Leue Uniform abzeichen der AeichSbahnbeamten. D-im frebergang der Dahnen auf das Deich ergab sich die Notwendigkeit, die in den einzelnen Ländern verschiedenen Uniformen der Gif enbahnbeamten zu vereinheitlichen. Das ist inzwischen geschehen und auch eine Festsetzung der Rangabzeichen in Anlehnung an die Besoldungsgruppen erfolgt Dir Aangab-eihen werden von allen Gruppen am Kragen auf schwarzem Samtspiegel mit rotem Vorstoß getragen. Die Gruppe 1 trägt einen Winkel von 5 Millimeter breiter goldfarbiger Tresse, die Gruppe 2 einen solchen von 8 Millimeter Breite und die Gruppe 3 je einen Winkel von 8 und 5 Millimeter breiter Tresse, die Gruppen 4 bis 6 tragen vierzackige gelbmetaUen: Sterne, und zwar je einen, zwei oder drei. Die Gruppe 7 trägt ein gelbmetallenes oder goldgesticktes Gchenb'att. die Gruppen 8 und 9 ein ebensolche- mit einem Stern oder mit zwei Sternen. Für die Gruppe 10, die letzte mit Uniform zwang, sind zwei Gichrnblätter vorgesehen. Aeben diesen Druppenabzeichen sind noch Dienstzweigabzcichen. wie Lokomotive, Personenwagen, geflügeltes Rad. Aad mit Zirkel, Winkel und Schienrnhobel, gekreuzte Blitze ufw. vorgeschrieben. A-'slstücke, Dienstarrszei nurgS- schnüre, Degen ufw., die früher von einzelnen Deamtengruppen getragen wurden, sind in Wegfall gekommen. •• Auftrieb auf dem heutigen Zürnen, Sport und Spiet Schlih. 28. 3an. Der hiesige Turnverein betreibt neben dem eigentlichen Turnen auch das Spiel. iSr bat. trotzdem bis jetzt für den abgelegenen 4. Bezirk des Gaues Hessen aut diesem Gebiete recht wenig getan worden ist, die alten Turnspiele treu gepflegt, daneben sich aber auch dem Reuen nicht verschlossen, indem er das Handballspiel in seinen Arbeitsplan ausgenommen hat. Der Verein ist sich der schweren Durchführbarkeit der neuen Aufgav wohl bewußt, benn er muß. solange der Spiel betrieb im eigenen Bezirk noch nicht genügend organifiett ist, in entlegenen Teilen des Gaues sich den Gegner suchen, mit dem er seine Spiele austragen kann. So toelltc kürzlich eine Mannschaft des Turn- und Sportvereins Butzbach hier, der zum Handballspiel die erste Anregung im Gau gab und auch heute die Füh- rung hat. DaS Spiel war in jeder Beziehung eine wohlgelungene Werbungsoeranstaltung für das schöne Handballspiel Das Rückspiel der hiesigen Mannschaft in Butzbach gegen die dortige 3ugcnb-Slf zeigte bereits schöne Fortschritte der Schliher Handballer. Denn das Ergebnis 0:3 für Dützbach iDaumeister) ist für unsere Ansängermmrnschaft bereits ein schöner Erfolg. Auch das Handballwettspiel, das ine hiesige Mannschaft hier gegen die 1. Mannschaft des Turn- und Sportvereins Marburg bis heute noch nicht abgeholt ist. Das Fahrrad, !>ls wahrf^inlich von einem Diebstahl berrübrl, ist ohne Marke (wahrscheinlich Marke Opel), fahr. Rr. 23 134, hat schwarzen Rahmenbau rind Helgen, ohne Dorderbremse. am Hinterrad gelbes Schutzblech, Luftpumpenhalter am Hinteren Teil öes Rahmenbaues, Torpedofreilauf, etwas hoch- qtbegene Lenkstange mit einem schwarzen Gummigriff. dunkelbraunen Sattel mit der Aufschrift Opel" und graue, noch gut erhaltene Laufdecken. Der Eigentümer wolle bei der Kriminalpolizei vprstellig werden. ee Personalien. Ernannt wurden: Re- Äerungsassessor St. Emil Gretsch mann beim Pnanzamt Gießen zum Regierungsrat unter Hersetzung zum Finanzamt Lauterbach, mit Dickung vom 1. Februar ab; der Partner Willy Schöndorf zu Gießen $um Amtsgehilfen an der llniversitäts-Frauenklmik in Gießen mit Dickung vom 1. Januar an; die Schulamts- «mtoärter Rudolf Keller auS Lumda, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule daselbst; Philipp Kitz aus Holzhausen zum Lehrer an der Volksschule zu Hainstadt, KreiS Offenbach; Heinrich Dietrich aus Oppenrod zum Lehrer an der Volksschule zu Rodheim, KreiS Gießen; Heinrich Hedderich aus Gundhof zum Lehrer an der Volksschule zu Grüningen, Kreis Gießen; die DchulamtsanWärterin Emma M a ch w i r t h aus Thann i. Sls. zur Lehrerin an der Volksschule zu Holzhausen, Kreis Gießen: Albrecht Str ad aus Ruppertenrod, Kreiß AlSfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Allendors a. d. 2da., Kreis Gießen. rüOlchcnd. ’ÄÖÄÄ® nicb:rginge.i urt » weiter fiele", b « ÜOt tür‘t -’S US 5r-'IKtl0i" nn berufdtär. Tarne zu vermieden t «.h Lüdaulage 7. |Stellenangebcte| Buchhalter flcfudit auf Llushltte von 5—7 Ubr. Lchrtstl. Slnarboie nnt Gebaltoanspr. unter 0972 an den Giest. Anz. erbeten. LetstungSf. Holz- fckuh-, Oatividjub unb Segeltuchschub- sabrik sucht f. Hessen einen rührigen toler gea. hohe Provision. Bewerbungen sind zu richten an l,„-O | Hei^r.Markers jr. I Wcieke i We ". = 1 — ............................................................................................................................ Weiße Woche 3* 8ebt||Qt ’ftbetei >eittg berappt, hat Beitreibung zu getoäettgen. n«n Tage •* Straßensperre. Zwecks Vornahme eOnn, ,U1 Der ovn Hausanschlußarbeiten ist die Georg-Philipp- •toi?«, ^itattet Dail-Straße zwischen der Kaiser-Allee und Ltcher Nhimw.,^hars-Z fUrabe vom 2. Februar 1925 ab bis auf wctteres s fl rftr jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt worden. ^bri^M-chvi« *• Verworfene Revision — sechs 3 'eI‘ in 3a6re Zuchthaus betätigt 3n dem auf« 1 unb * 'tbentrrtflenbcn Sit tlichkei tSpro^eh gegen den . schnell,??^ Lnu lruberen Leiter der D ü rer s ch u l e H och w a l d- lich ,, Zausen Georg Hellmut Reuen dor ff hat rb. -im daS Reichsgericht das letzte Wort gespro- Rachen. Ss hat durch Beschluß vom 23. 3anuar d 1925 die von Reucndorff gegen ferne Greßener tSJ UerurteUung verfolgte Revision verworfen Da- SeL k S? mü ist das Urteil des Schöffengerichts Gießen aii"T e 3ahre Zuchthaus abzüglich 1 3ahr Unter» r Wo c-.a »chunflShaft unb Verlust der bürgerlichen Ehren« SO? etetnbi^ echte auf 6 3ahve) rechtskräftig. Reuendorff ist _ D!Ofl Nach lim SamStag zwecks Strafverbüßung in das leinen LandeSzuchthauS Marienschloh verbracht worden. , fi*?L,6iSiu< un, " Festgenommen und der Staats» btlörr x foe inwaltfchaft zugeführt wurde ein hiesiges Kinder- QnZ L°d7 täulein, das seiner Herrschaft einen Hundert- . 'Ard am .-»ntenmarkschein und eine goldene Drillantnadel , yuri9ftau to. utwendete. 82 Mk. konnten dem Geschädigten 3eitei ve, lieber zurückgegeben werden, während die Radel JwnaM um i Köln in einem Gold- und Silberankaufgeschäst jartOtifterncn ift fir einen geringen Betrag abgesetzt wurde. ' ** Einbrüche. Der Polizeibericht meldet: und b* jn der Rächt zum Freitag wurde in da« hiesige t -ymnasium emgebrochen. in dem Zimmer des Direktors die verschlossenen Schubladen mit einem eil™ Vrechwerkzeug ausgewuchtet und darin nach Geld i 'n,tct' gesucht. Gin gleichartiger Ginbruch wurde .'nkL. '■ dem Rektor^immer der städt. Fortbildungs» mnniSSÄ" ‘V schule in der Alten Klinik Liebigstrahe, aus» fr (jtfübrt. Entwendet wurde nichts. ; Vertreter für anoenebme, ten’ I tadle Beschäftigung wird für Gienen und Umgebung gesucht. Gewandte, obge- ' baute Beamte er* halten den Boring. Bewerbungen sind au rxtbren an Kunde, Oberkasfenselr. a D-, Hersfeld, Kaiser- snaße Ä).‘0970 Junges, sauberes Mädchen für kleinen Hallsh. i s. tagsiib. ges. ,mD . ßainhofiti. 58 p. Vermietungen | UlfiöL Simmet zu oerm.; ocn.Handwerker bevorzugt- „K! Atterwea 50 p. ciÄ 6r. MnteSssS^s Waxls av21 Aw^cldenl 3. Fortaetz.m» f«r. Vidier Sir. — Schif- senberqer Weg. 21 u- zugeben gegen nute Belohnung 10860 Bergstraße 21 i Deutsche vsgge schwarz-wsitze Brust zugelaufen. Gegen Unkosten und Fuitckrgeld Land arat-Pbilivv Bl. 9 abzuholen. on?» Junge? gesucht. Ql. Kabn. 0980] Wilsonstr. 2. Perfektes ‘^D tasiÄeii welches auch kochen kann, ver fofort ob. annt 15 Aebr. ge- sucht. Vorzustellen »wisch. 2 u. 4 Ubr Fran Dr. Belnwvald Sriedrtchstr. 15. Jüngeres Rädchen zur tägl. Aushilfe gesucht. 0974 SkWenverg.Deg5io. Aus Anlaß des Zterbefalles des Herrn Rendanten Haas fällt am Dienstag, dem 3. d. Mts. die Kassenstände von 3 bis 4 Uhr nachmittags aus. SkMEMn MMWU!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Gberhesfifche Gefeüschast für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) Donnerstag, 5- Zebr., abends 8V2 Uhr lim Yorfaale des phqsikal. 3nftitutes (Stephanstrahe 2O: 1093c Vortrag des Herrn Prof. Dr.H.Harrassowitz Sie LUerskMen Oes Hinminlnms Gäste willkommen. Der Vorstand. Zum I. März in kl. HauSh i2Bers.>nach Pad- 'kanbeim geb. Haustochter nicht unter 18 I., zur Erlernung d. Haushalts gesucht ohne gegens. Vergüt, bei voll. Familienanschl. Sie mutz mit der Hausfrau alle Hausarbeiten verrichten, kann aber die Annehmlichkeiten eines Badeortes nntge- nietzen. Angeb. mit Bild u. 104 au Herso, Mitt. Annonc.-Erv., Gieüen. [1079h Orden 1 . ehrliches Ml >20Jahre,inallenNe- | paraturen erfahren, suA stcKuiii]. I Schriitl. 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Aus der Fülle der V'rösfentlichungen über die Pariser Fricdensvertzrndlungen geht hervor, daß selbstverständlich unmittelbar nach dem deutschen Zulommenbruch unter der Oberslache der rauschenden Friedensfeste die im Grunde rech t verschiedenen Interessen der „6 t c• flcf sichtbar wurden. UnS Deutsch- interessierte dabei am meisten die Fre^r des Rheins und die Art des Zustandekommens des Besetzung«- kompromisses zwischen Fr t; eich «inerte ts, England und Amerika andererseits Don diesen Verhandlungen geht letzten C-OcS bis heute die Hauptdifferenz zwischen Frankreich und England über die weitere Behandlung Deutsch- land« au« Aber die damals 1919 und spater an manches öffentliche und nicht öffentliche englische Wort geknüpften deutschen Hoffnungen haben sich im Ganzen genommen nur zu einem gewissen Teil erfüllt. Deutsche Versuche der besonderen Annäherung cn England (zeitweise toaren ihre Vertreter eigentümlicherweise gewisse politisch weit rechts stehend: Kreise) und einseitiges Derständigungsbedürsnis mit Frankreich (neben der Richtung der sogenannten ...Kon- tinentalpolitiker", die vorwiegend in Liniskreisen wurzelten, blieben auch gewisse wirtschaftliche Extratouren rechtsstehende. Persönlichkeiten ohne Erfolg) haben im Endresultat stets dazu geführt, daß immer wieder in erneuter französisch-englischer Derständigung Deutschland die Zeche bezahlte. Amerika hatte sich damals von europäischen Dingeti scheinbar voll abgewandt. Italien, Belgien und Japan blieben wie Statisten im Hintergründe deü großen Spiels um die europäische Zukunft. Immer deutlicher sank Deutschland unter der Gewaltpolitik Frankreich« allmählich in die Knie und vermochte nicht, irgendwo Anlehnung und Stützung gegen den übermächtigen Druck seiner Kriegsgegner zu gewinnen. Rach Osten zu blieb der Vertrag von Rapallo eine Episode und wies im übrigen in seinen Auswirkungen auch für diejenigen, die für ihn eintraten, in c n: so ferne Zukunft, daß Deutschlands Gegenwartsschicksal davon so S:t wie aar nicht beeinflußt wurde und wird, uch große und wichtige Ereignisse an anderen Stellen der Welt, wie die Reuordnung auf dem Balkan, das nationale Wiedererstehen der Türket, die Kämpfe im fernen Osten berührten da« deutsche Schicksal höchstens in der Weise, das) Ausgleichungen weltpolitischer Interessen aifrf Deutschlands Kosten vor sich aingen. Schließlich drohte Deutschland dem Druck der französischen Politik völlig zu unterliegen, al« der Ruhreinbruch und seine Folgen den Wendepunkt des deutschen und europäischen Schicksal« herbeiführte. Amerika trat wieder ein in den großen Prozeß der Reuordnung Europas und in den ersten Auswirkungen dieses Eintreten stehen wir noch heute. Ansicher und tastend steht die deutsche Politik der jetzigen Situation gegenüber. Monatelange Wahlbewegungen und Regierungskrisen haben ersichtlich Kraft und Energ' der deutschen Auhen- politik gehemmt und geschwächt, und es wird Zeit, daß nach endlicher Bildung einer neuen ReichSregierung gerade in der großen und grundsätzlichen Orientierung unserer Außenpolitik, soweit wir selbst darauf Einfluß nehmen können, etwa« Entscheidendes geschieht. Ein Grundirrtum war es, hier alles oder doch das meiste von der Wirtschaft (u erhoffen. So viel diese auch für die Rückehr von Frieden und Aufbau tun mag — sie bedarf der Politik zur letzten Leitung und Führung der Völker. Aber darüber hinaus braucht unser Volk auch seelisch das Aufwerfen und Aufweisen großer politischer Ziele. Sind solche Ziele etwa der Völkerbund oder der heute so modern gewordene Begriff von „P a n e u r o p a" ? Ich glaube es nicht! Beides kann für unS einmal eine gewiss" Rolle spielen. Wir können in den Völkerbund eintreten — vielleicht! — wenn die Ruhr- und Rheinfrage auf Recht und Vertrag zurückgeführt sein wird. Es kann, auch im Laufe der Zeit zu so etwas wie einem stärkeren Gemeinsamkeitsgefühl und vielleicht soaar zu so etwas wie einer europäischen Wirtschaftsgemeinschaft kommen — aber nie und nimmer wird das jenes außenpolitische große Ziel sein, das dem wirklichen Gefühl der Hoffnung auf bessere Zeiten unseres Volk« entsprechen wird. Ich stelle ein andere« Ziel auf und möchte die dahin führende Politik bezeichnen als die „Politik der Partie zu Vieren". Der wichtigste Partner für die Außenpolitik Deutschland« ist und bleibt Frankreich. Ihm gegenüber sind wir ih der deutschen Rachkriegspolitik in die zweite und wohl entscheidende Phase de« „Kampfe« um den Rhein" eingetreten, der von französischer Seite mit dem auf die Weltmeinung und ihre Beeinflussung abgestellten Schlagwort der ..Sicherheit Frankreichs" geführt wird. Das Recht ist auf der deutschen Seite. Auf der französischen Seite steht die Macht, steht eine vorläufig noch unfern Abwehrmitteln weit überlegene Stimmungsmache in ter ganzen Well und steht noch heute ein überspanntes chauvinistisches Siegerge^ :hl. ..'Die siegreiche französisch- Armee zieht sich nicht zurück" - das ist aber andererseits ein authentische^ Wort eines in hoher Stellung stehenden französischen „Linkspolitiker s". Er zeigt besser als lange Abhandlungen die innere Einstellung auch derjenigen Franzosen, die nach Mitteln und Wegen suchen, um auch für ih. Land die notwendige Entspannung und Befriedung herbeizuführen. mietet der zweite Gegenspieler Deutschlands. England, solche Möglichkeiten? Dor dem Kriege und im Lause der Jahrhunderte war sein Streben dahin g-richtet, auf dem europäischen Kontinent einen Ausgl ich der Macht. ,D a - lance os Power", herb izukühren und den-, jeweilig Stärksten eine Kombination anderer Mächte entgegenzustel'en. bei der es selbst den Ausschlag gab und sich die Hände für feine Weltpolitik fveihi 1t. Rach dem d^ckschen Zusammenbruch wurde schnell verkündet, daß diese „alte Machtpolilik" für immer b:graben fei und eine „neue Zeit des Völkersriedens" anbrechei' soll. Der Völkerbund trat ins Geben und England erkannt- sofort, daß in Anpassung an die über di- Welt gehenden Schlagworte und an die vom Krieg- her noch bestehende Massen- spychose der Völler auch d-r Völkerbund von 1919 durchaus die Möglichkeit bot, die r:in bru tischen Interessen in ihm vollauf ?u währen. Aber vorsichtig, langsam und auf weite Sicht berechnet geht die englisch« Politik hier ihren Weg. Wenn man als Deutscher die bisherige Strttke überschaut, so kann man heute wohl sagen, daß im Ganzen England gegen die Zertrümmerung des deutschen Staat.'s gewirtt hat und daß englische Zukunstspolitik im gewissen Umfang das Wiederaufleben eines deutschen politischen und wirtschaftlichen Kraftzentrums wirk lich erstrebt. Falsch ist natürlich die These, die solches Strel-en Englands einzig und allein aus die Rotwendigkeit der Schaffung „neuer Konsumkraft" in Europa zurücksührt. Selbstverständlich ist ein gut Teil wirklich- Machtpolitik dabei und letzten Endes sogar dabei ausschlaggebend. Aber höher als Deutschland und höher als jene ganz vorsichtige Wiederaufnahme d-r Politik der Ausgleichung europäisch -r Machtverhältnisse steht für England die Politik des Weltreichs, des ..Empire", besonders unter einer toixferoa- tiven Regierung. Rur so ist die jetzige Hal- tung Englands in b-zug auf den 10. Januar 1925 zu erklären. Es muh also mindestens noch ein vierterPartner mitwirken, der soviel Macht und Einfluß besitzt, daß seine Stimme unter allen ilmftändcu gehört werden muh und daß die 21b- hängigkeit der aoberen auch von ihm einen solchen Ausgleich der Interessen herbeizuführen in der Lage ist. bei dem Deutschland sich wieder in die Höhe arbeiten kann. Kein Zweifel, wer dieser Partner ist: Diejenige Macht, die den Krieg zu unseren llngunjten entschied, diejenige Macht, die Frankreich allzulange glauben ließ, daß er allein der »Sieger" sei, und daß es allein die Geschicke, zum mindesten Europas, bestimmen könne, diejenige Macht. die auch dem zweifelnden und besorgten England den Rücken so gestärkt hat. daß es den Krieg gewinnen und sein Weltreich größer und umfassender als je zuvor aus- gestalten konnte — die Vereinigten Staaten von Amerika. Rur scheinbar widerspricht dem. was vorher über die entscheidende Rolle der Politik im Leben der Völker angeführt wurde, daß der Dollar sich in allem, was mit Amerika zusammenhängt, so sehr in den Vordergrund drängt. Schon Amerikas Teilnahme am Krieg ist der Beweis dafür, tote es ba- mit in Wirklichkeit steht. Zuerst wirkte damals nur der Dollar, dann kam die Politik und schließlich das Schwert. Deutschland brach zusammen. das Schwert ging in die Scheide zurück und die Politik verließ die europäischen Verwicklungen. 2lber der Dollar blieb und wartete auf seine Zeit. Jetzt hat der Dollar erneut z u wirken begonnen u.id wiederum folgt ihm die Politik. Amerila hat recht eigentlich Deutschland besiegt. Richt die anderen! Amerika versprach einen Frieden. der zwar voller Härten, aber doch ein wirklicher Frieden gewesen wäre. Amerika brach sein Versprechen. Amerika trat dann wieder in die europäische Politik und nur Amerika wird ihr diejenige Richtung weisen, bei der Deutschland wieder auf st eigen kann. ■mnamaii Aus der Provinz. Landkreis Gießen. EL Lollar, 1. Febr. Trotz bc« schlechten Wetter« brachte der heutige Tag eine Menge Reugierige auf den Platz de« großen Brandunglückv der vorletzten Rächt. Sogar auS der Umgcgcnb liehen sich viele durch den Regen nicht abhall en. den Weg zur Brandstätte zu machen. Wie schon in der letzten Rümmer erwähnt, ist der durch da« Feuer angerichtele Schaden sehr groß: er dürfte wobl bald 200 000 Mk. erreichen. Wie man hört, soll jedoch genügend Deckung durch Versicherung vorhanden sein. Heber die Llrsache des verheerenden Brandes ist noch nichts festgestellt, doch dürfte eine Aufllärung zu erwarten sein. Es ist angebracht, an dieser Stelle die ei f r i g c £ä t täte i t der Feuerwehren lobend zu erwähnen. Der mit anerkennenswerter Schnelligkeit auf dem Drandpl.'.he erschienenen Freiwil - ligen Feuerwehr Lollar war keine geringe Aufgabe gestellt, da das Feuer, durch verschiedene ^Imstande begünstigt, sehr rasch um sich griff. Wenn sich auch kleine Mängel bemerkbar machten, so waren sie doch so geringfügiger Art, daß sie dem Lob, das die Wehr verdient, keinen Abbruch tun. In der gleichen Weise betätigte sich auch die Werk-Feuerwehr der Main-Wefer-Hütte. ilntcr- stüht in ihrer anstrengenden Tätigkeit wurden beide Wehren durch die hiesige P s l i ch t s e u e r- w e h r und viele andere hilfsbereite Hände. Ein Aufatmen gab es förmlich, als nach schon geraumer Zeit die Signale der Giehener Mo • torfpritze ertönten. Mit bewunderungswürdiger Exaktheit griff sie sofort in den Kampf gegen das Element ein. Bei Beobachtung der ganzen Löscharbeiten fiel die grobe ilebcrlegen- heil der Motorspritze auf. Der Gedanke tauchte auf. hier muh für unsere engere Heimat unbedingt noch eine Acnderung geschaffen werden, llno zwar wäre es diese: Der Kreis beschafft unter Beteiligung b?r Gemeinden eine derartige Motorspritze, damit bei gröberen Bränden, wie die letzten in Wieseck und jetzt in Lollar, raschenstes Hilfe zuteil wird. Diese Hilfe ist dann auch gegenüber der Handspritze eine viel wirkungsvollere. Ein Wunsch sei noch audge- sprochen: Möge es gelingen, recht bald dieses Werk wieder aufzubauen, um den bei der Firma Beschäftigten ihre regelmäbige Arbeit und somit ihr Brot zu erhalten. • Saubringen. 31. Jan. Die hiesige Jagd, bestehend aus 258 Hektar Feld und 78 Hektar Wald, wurde heute auf die Dauer von 6 Jahren an den ZigarrenfabrivantenR i n n- Heuchelheim verpachtet. Der Pachtpreis beträgt 1020 Mk. jährlich. Londorf, 31. Ian. Dieser Tage hielt Oberstleutnant v. Hagen aus Darmstadt auf Veranlassung des hiesigen Kriegervereins im Döngerschen Saale einen Vortrag über das Thema: »Warum haben wir den Krieg verloren?" In sehr interessanten, fesselnden xmb sachlichen AirSführungen behandelte er das Thema, beleuchtete und erklärte die Fehler, die in den Haupt- chlachten. von der Rlameschlacht bis zu den letzten Haxxptschlachten de« Jahres 1918, begangen worden sind. Der Vortrag war frei von parteipolitischen Vorwürfen imb suchte dem gespannt lauschenden Publikum, eine objektive Darstellung des Kriegsverlaufs 'zu geben. Es war ein Genuß, einmal solche Ausführungen zu hören gegenüber so manchen parteipolitischen, gehässigen Ausführungen. Lebhafter Beifall lohnte die Darlegungen des Redners. Der Vortrag war sehr stark besucht. • Pich, 2. Febr. Seinen 70. Geburt«- tag beging gestern. Sonntag, 1. Februar, in geistiger und körperlicher Frische der Ortsein- nehmer a. D W. Zimmer in Lich. In weiter Umgebung ist er eine bekannte Persönlichkeit. Er hat sich durch sein freundliches und zuvorkommendes Wesen viele Freunde erworben. Heber 25 Jahre war er Großh. Ortseinnehmer, und er hat diesem Amt mit großer Gewissen? Hastigkeit und Treue zur Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde verwaltet. Ferner war er über 25 Jahre Rechner der evangelischen Kirche Lich, nebenbei hat er für verschiedene Kirchen- gemeinde Rechnungen und Voranschläge aufgestellt. Rachdem die Ortseinnehmerei Lich im Jahre 1921 aufgehoben wurde, übernahm man Zimmer in den Dienst des Hauptzollamts Gießen. Durch das Abbaugesch wurde er am 31. Dezember 1923 in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Mrciö Schotten. - Laubach, 31. Ian. Bei der jüngsten Holzversteigerung des Gräflichen Forst- amts wurden folgende Durchschnittspreise gelöst: Buchenicheit 11—13 Mk., Buchenknüppel 7—8,50 Mark, Buchenstöcke 7—8 Mk., Duchenreisknüppel 4—5 Mk. je Raummeter. X Breungeshain, 31. 3an. Unfer Kriegerverein veranstaltete unter Leitung seines rührigen Vorsitzenden de« in wecken Kreisen des Vogelsberger 5^öbenflub« bekannten Wirtes des Klubhauses auf dem HoherodSkopf. Herrn Stein, einem Familienabend, der sehr gut besucht war. Unter den Teilnehmern bc- sanden sich auch drei Altveteranen, von denen der eine im 92. Lebensjahre steht! Der Vor- sitzende gedachte in seiner Beanü tungSansprache auch der im Weltkriege gefallenen Kameraden. Der Vorsitzende deS Kriegeivereins Schotter, Studiendirektor Herlsch. wies in einer kurzen Ansprache auf die Wiedererrichtung des deutschen Reiches am 18. Januar 1871 bin. In einem Hoch auf das deutsche Vaterland gelobten die Anwesenden, dem deutschen Volke und dem deutschen Reiche unentwegte treue Liebe zu bewahren. In einer längeren Rede sprach der Ortspfarrer Zimmer über die Geschichte von Breungeshain und seiner Kirchen. In klarer Darstellung schilderte der Redner, welche Rolle BreungeShainer Sage und Geschichte gespielt hat. Die Kenntnis mancher Zeitabschnitte wäre umfassender, wenn dem For-schcr die Urkunden zugänglich wären, die im Besitze der Herren von Schenck zu Schweinsberg sind. Reicher Beifall belohnte die vortrefflichen Aus- fübrungen des Ortsgeistlichen. Vaterländische und volkstümliche Lieder wurden in reicher Auswahl gelungen, was viel zu dem gemütlichen Charakter der Veranstaltung beitrug. Die Frauen der Mitglieder bewirteten die Gesellschaft mit selbstgebackenem Kuchen, die ihrer Backkunst ein glänzendes Zeugnis ausstellten. Der Abend lieferte den Beweis, daß in dem Äriegerberein Breungeshain echte Vaterlandsliebe und deutsches Wesen eine Heimstätte haben. • Eichelsdorf. 31. Ian. Bei der jüngsten Rutz- und Drennholzversteige - r u n g wurden folgende Durchschnittspreise pro Festmeter gelöst: Rutz Holz: Eichenstämme 2. Klaffe 77,50 Mk., 3. Kl. 75,45 Mk.. 4. Klasse 52.50 Mk., 5. Kl. 38,80 Mk. 6. Kl. 34.40 Mk., Elche 6. Kl. 50 Mk., Ahornstämme 5. Kl. 27.25 Mark. 6. Kl. 29.40 Mk.. Buchen 2a Kl. 54,50 Mark. 3. Kl. 37.10 Mk.. 4. Kl. 36.60 Mk. Hain- buchenstämme 5. Kl. 42,50 Mk., 6 Kl. 47,50 Mk , Obstbaum (Kirschen) 5. Kl. 23.50 Mk., 6. Kl. 22,35 Mk.. Elsbeere 6. Kl. 20,50 Mk.. Kiesern 3 Kl. 38,15 Mk.. 4. Kl 42,55 Mk.. 5. Kl 33.75 Mark. Lärche 3 Kl 71 80 Mk. 5. Kl. 32.75 Mk., •;id>tenftämme 3. Kl. 37.15 Mk., 4 Kl 39 Mk., 5a Kl. 28,70 Mk.. 5b Kl. 27.95 Mk. Brenn- Holz pro Rm.: Duchenscheiter 1 Kl. 11,40 Mk., Hainbuchenschsiter 13 Mk.. Eichenscheiter 7,10 Mk., Duchenknüppel rd. 7.20 Mk.. Eichenknüppel rb. 5.30 Mk. Buchenreisig 1 Mk . Buchenstöcke 1. Kl rd. 6,30 Mk., 2 XL 4 Mk., Fichten- stöcke 1.80 Mk. tog. Gedern. 31. Ian. Gestern abend fano unter der Leitung des Ehrenvorsitzenden Christ. Guth II. eine außerordentliche Versammlung der biefigen Ortsgruppe des Hess. Bauernbundes statt. Der bisherige 1. Vorsitzende Karl Strupp I. legte sein Amt nieder: an seine Stelle wurde Wilhelm Birx zum Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt. Bürgermeister Müller gab wertvolle Aufklärung in Steuerfragen. Kreis Büdingen. A Leidhecken, 31. Jan. Der in Rr.24 des Gieß. Anz." gemeldete Schwindler hat auch in hiesiger Gegend seine Empfehlungen von ^Dekanaten und Pfarrämtern (mit Amtssiegel) vorgezeigt und Lehrer sowie Geistliche um 1,50 Mark erleichtert. Kreis Lauterbach. hmb. Lauterbach. 31. Jan. Der Luther- film kam gestern auch hierher und wurde in unserer Stadtkirche gezeigt. Wie überall, so machte er auch hier auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck. Die Person des großen Gottes- mannes. der Kampf seines Leben«, trat in einer seither nicht gekannten Weise vor die Zuschauer hin und fesselte sie auf« tiefste. Das Gebotene wird bei Alt und Jung in lebhafter Erinnerung bleiben. Am Rachmittag besuchten die hiesigen Schüler mit ihren Lehrerm die Vorführung, zu der sich auch noch trotz des schlechten Wetters einige Schulen aus der Umgcgcnb eingesunden hatten. Am Abend fand eine Vorführung für die Erwachsenen statt. Diese war im Rahmen einer kirchlichen Feier gehalten. Stnge» feitet wurde hie Veranstaltung durch Orgelspiel und einer Ansprache von Stadtpfarrer Schlösser. Die Pausen zwischen den einzelnen Akten wurden durch Gemeindegesang und Gesänge des Kirchenoesangvereins unter Leitung des Lehrers Vogel ausgefüllt. Zum Schlüsse der eindrucksvollen Feier wurde von der Gemeinde Luthers „Ein' feste Burg ist unser Gott" gesungen. Starkenburg und Rheinhessen. ' Darmstadt. 1. Febr. (Eigener Bericht.) Einbrecher haben dieser Tage das Kreis- * Venbesserte LichtWirkung Gefällige Tropfenform L 'M kv-'V^. I - M Vp a ■ A xmt Erdach heimgesucht: 881 OZiarl stnv ihnen hierbei in die Hände gefallen. Wahrscheinlich hat man es hier mit denselben Einbrechern zu tun, die jüngst Einbrüche in die Kreisämter von Densheim und Groß-Gerau verübt haben. Offenbach. 31. 3an. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte in ihrer jüngsten Sitzung einen Iahreszuschuß von 10000 Mk. zur Stadt. Kindermilchanstalt zur Sicherung einwandfreier Beschaffen- heit der zur Herstellung der Säugtingsmilch benötigten Rohmilch. — Gröhe Bewilligungen wurden ausgesprochen für Erneuerungen und Arbeiten im Schlachthof, nämlich rund 150000 Mk. für Diehladerampen, Autohalle, Ozonanlage im Gefrier- und Kühlhaus und ihn- Wandlung der bei Errichtung des Schlachthofs vor 20 Jahren eingebauten Schwefligsäuve-Kälte- maschinenanlage in eine Anlage nach dem Am- moniakshstem. — Erfreulich ist, zu hören, dah der Hafenverkehr eine Verlängerung der Kaimauer erforderlich macht, wofür 46 000 Mk. bewilligt wurden. — Für die Kinotheater wurde die seitherige Pauschalsteuer erseht durch eine Kassen st euer in Höh« von 20 Proz. von der Brutto- oder 25 Proz. von der Rettoein- nahme. Anschließend wurde getadelt, dah der Staat den Lichtspieltheatern außerordentlich hohe Stempelabgaben abnehme, die steuerähnlichen Charakter haben und deshalb unangebracht seien, weil die Vergnügungssteuer den Gemeinden zustehe. Da die Frankfurter Kinos, bei denen die gleiche prozentuale Kassensteuer gilt, mit dieser Stempelabgcü« nicht belastet sind, so nahm man in Aussicht, den staatlichen Stempelbetrag von den jeweiligen städtischen Monatssteuern in Abzug zu bringen. — Zu lebhaften politischen . Auseinanders^ungrn führte ein Gesuch des Tourt stenvereins „A a t u r f r e u n de" um Unterstützung bei Errichtung einer Hütte im Spessart (bei Dorf-Cassel), wogegen von deutschnationaler Seite eingewendet wurde, dah es sich um eine sozialdemokratische Organisation handle und dah die Praxis der Partei, „ihre Parteisuppe von der Stadt kochen zu lassen", sich hier wiederhole. Trotzdem wurde dem Gesuch entsprochen und ein einmaliger Beitrag von 5000 Mk. sowie ein unverzinsliches, mit 1 Proz. im Jahre rückzahlbares Darlehen bewilligt gegen vertragliche Sicherung eines Zugriffs der Stadt bei drohendem Verfall oder bei Äichtbenuhung der Hütte und unter den weiteren Bedingungen, dah die Hütte alkoholfrei bewirtschaftet wird und für die Zwecke der Offenbacher Jugendpflege ohne Rücksicht auf politische Gesinnung und religiöses Bekenntnis zur Verfügung steht. Kreis Wetzlar. • Kinzenbach, 31. 3an. Llnglücks- fall durch Spielen mit einem Revolver. Der 15jährige Sohn des Eisenbahn- assistenten ReuhauS in Kinzenbach hantierte heute morgen mit einem geladenen Revolver. Hierbei ging ein Schuh los und die Kugel (Kal. 7.65) durchschlug seinem achtjährigen Bruder die Brust. Dr. Hoffmann aus Heuchelheim leistete die erste Hilfe. Der Verletzte wurde mit dem Sanitäts- Krankenwagen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen transportiert. Trotzdem die Verletzung sehr schwer ist, hofft man, den Jungen am Leben erhalten zu können. §§ Lützellinden, 31. 3an. Die hiesige Gemeindejagd sowie die Markwalds- j a g d wird mit dem 1. April frei und demnächst neu verpachtet. j:s Hochelheim. 31. San. Auf Anordnung des Konsistoriums zu Koblenz fand in der hiesigen Kirche die Ordination des Kandidaten der Theologie Paul Schneider, Sohn deS Vfarrers Schneider Hierselbst, durch den Superintendenten Pfarrer Wieder aus Garbenheim im ^öcisein des Synodalvorstandes, der Synodal- Heistlichen und einer großen Anzahl Mitglieder der Kirchengemeindm von Hochelheim und Dornholzhausen statt. Sup. Wieder legte seiner Wriherede die Worte aus 1. Korinther 4 Vers 1 und 2 zugrunde. Rach der Weihe predigte Pfr. Daul Schneider über das Bekenntnis des Apostels Paulus: „3ch schäme mich des Evangeliums von Christo nicht ...“, Röm. 1, V. 16. Der junge Pfarrer, der im vorigen 3ahre in der Berliner Stadtmission tätig war, tritt am 1. Februar die Stelle eines Hilfspredigers in Essen an. Für fein neueS Amt begleiten ihn die bestell Segenswünsche unserer Gemeinde. §§ Dornholzhausen, 1. Febr. Die Arbeiten an der Zusammenlegung der hiesigen Feldmark sind tüchtig im Gange. Fast täglich sieht man die Landmesser mit den Mehgehilfen im Felde arbeiten. Die Donttie- rungsarbeiten sind bereits beendet. Die W e g e- Meßarbeiten wurden dieser Tape in Angriff genommen. 3n Verbindung mit der Zusammenlegung ist der chaussem ä h ige Ausbau von hier nach Lang-Göns geplant. Es haben deswegen schon Verhandlungen mit der Gemeindevertretung von Lang-Göns stattgefunden. nach deren Ergebnis Aussicht auf Verwirklichung des Planes besteht. Die hiesigen Einwohner, die des öfteren auf Dahn- benuhung angewiesen find, ins besonders auswärtig beschäftigte Deamte, Angestellte und Arbeiter begrüßen diesen Schritt mit Freuden, da 'der Weg von hier nach Lang-Göns bei der Witterung, wie wir sie jetzt haben, kaum passierbar ist. — Die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald sind sowett beendet. Unter den Holzhauern bemerkt man alte ergraute Leute, die ftch diese allwinterliche Beschäftigung, der sie schon jahrzehntelang nachgehen, nicht nehmen lassen. §§ Oberkleen, 31. 3an. Der hiesige Teilbetrieb der Damag-MeguiN-A.-G. ;u Butzbach ist vollständig stillgelegt. Die Maßnahme ist darauf zurückzufühcen. daß es infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Rotlage an Absatzmöglichkeiten mangelt. §§ Reiskirchen, 31. 3an. Die hiesige Gemeindevertretung hat sich in ihrer I letzten Sitzung für die Durchführung der wirt- | schastlichen 3m ammenlegung uet Grundstücke der hiesigen Gemarkung ausgesprochen. Unsere Gemeinde war die einzige in der Bürgermeisterei Rechtenbach, die die Zusammenlegung bisher nicht beschlossen hat. Heften-Nasmu. bl. Dillenburg. 31. 3an. Die Stadt läßt zur Zeit für ihre Beamten unterhalb des Krankenhauses einen Reubau erstehen, der nach Fertigst^lung vier Familien beherbergen soll. Die von den Beamten bislang bewohnten Räume werden somit frei. — Der Kr ei s hat ebenfalls ein Wohnhaus auf dem Mittelfeld erbauen lassen, das bereits von zwei Familien bezogen wurde, — Das Jugendamt des Dillkreises wird die D e z i r ks w a n der büch e r ei auch für den Bereich unseres Kreises erwerben. Es handelt sich hierbei um guten Lesestoff, den man vornehmlich der 3ugend darbieten will. Frankfurt a. M, 1. Febr. (WTB.) Heute starb die Gemahlin des Oberbürgermeisters Dr. Landmann. Frau Elisabeth Landmann geb. Denh. im Alter von 47 Jahren nach kurzem schweren Leiden. — 3n dem Hause Bleichstr. 48 vergiftete sich am Samstag die Witwe Reukranh. indem sie die Gashähne im Schlafzimmer öffnete. Die Gesellschafterin Paula K n a b , die anscheinend durch den Gasgeruch aufwachte und die Hähne schließen wollte, wurde auf dem Wege zum Schlafzimmer ohnmächtig und erlitt ebenfalls den Tod. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 3. Februar: 11,55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrichtendienst. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,30 bis 6 Uhr: Aundfunknachmittag in Musik und Wort. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 Uhr: Die Lesestunde: AuS „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6,30 bis 7,30 Uhr: Vortrag: „Die Vortragskunst im Rundfunk". 7,30 bis 8 Uhr: Vortrag: „Ueber den gegenwärtigen Stand der Empfangsmöglichkeiten im Rundfunk". 8 bis 8,30 Uhr: Vortrag über „ Kurzwellen tele- graphie". 8,30 Uhr: Sinfonie-Konzert. 10 bis 11 Uhr: Dostojewski. Wirtschaft. Notverordnung über Ttnslandkredite öffentlicher Körperschaften. Die Verordnung des Reichspräfidenten über die Aufnahme von Auslandkrediten durch die 2änl>er, Gemeinden und Gemeindever- bände vom 1. Rovember 1924 ist mit SndeOanuar abgelaufen. Inzwischen haben die Länder gegenseitig vereinbart, sich bei der Aufnahme von Auslandkrediten an g emeinfam aufgestellte Richtlinien zu halten und beren Einhaltung auch von ihren Gemeinden und sonstigen öffent- lichen Verbänden zu fordern. Die Durchführung dieser Vereinbarung erfordert aber bei ein'gen Ländern die Erweiterung deS bestehenden Auf- sichtsrechtes. die möglichst rasch zum Teil auf dem Wege der Landesgesetzgebung durchge'ührt werden soll, um bis dahin keine Lücke in der einheitlichen Kreditpolitik gegenüber dem Ausland eintveren zu lassen, die durch den Ablauf der Verordnung vorhanden wäre. Um dies zu verhindern, hat der Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung eine für vier Wochen geltende Rotverordnung erlassen, da eine entsprechende Gesetzesvorlage, die im übrigen dem Reichsrat zugegangen ist, nicht mehr rechtzeitig verabschiedet werden kann. Die Verordnung besagt, daß die Gemeinden und Gemeindeverbande zur rechtsgültigen Ausnahme von Krediten im Auslande oder zur rechtsgültigen Begebung von Anleihen im Auslande der Zustimmung deS Reichsfinanzministers bebürfen, soweit sie in dieser Hinsicht nicht nach den landesgesetzlichen Dor- schriften oer Aussicht und der Genehmigung unterliegen. Der Reichspräsident ging dabei von der Erwägung aus. daß die Durchbrechung der bisherigen einheitlichen Polittk der Inanspruchnahme des ausländischen Kreditmarktes, die möglicherweise in der Zwischenzeit bis zur vollen Geltung der vereinbarten Richtlinien in allen Ländern seitens einzelner Länder erfolgen würde, geeignet sein könnte, die aftgememern Währungs- und Finanzbelange zu schädigen, ’ D i e Indexziffern. Die auf den Stichtag, 28. Januar, berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 21. Januar (138,9) um 1,1 Prozent auf 140,4 gestiegen. Die Reichs - Indexziffer für die Lebenshaltungskosten für den 28. Januar ist gegenüber der Vorwoche (124,0) mit 124.4 nahezu unverändert geblieben. • Frachten stundung durch d i e deutsche Verkehrskreditbank. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat sich damit einverstanden erklärt, dah die Deutsche Verkehrskreditbank A. G. in Berlin die Geschäfte der Frachtenstundung für die Deutsche Reichsbahngesellschaft übernimmt. Die Deutsche Reichsbahngesellschast wird dementsprechend künftig nur noch solche Frachtstundungen zulassen, die über die Deutsche Verkehrskreditbank laufen. Das jetzt bestehende monatliche Frachtstundungsverfahren wird beseitigt werden. Die eintägige Frachtstundung soll grundsätzlich beibehalten, aber nicht weiter ausgA>ehnt werden. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Reuregelung steht noch nicht fest. Die Fracht- stundungsnÄmer werden aber gut tun. sich schon jetzt hiernach einzurichten. ' Die Falconwerke A.-G. in Ober» Ramstadt hielten am Samstag ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Rotar Dr. Richard Selig mann - Frankfurt, erklärte, daß die Gesellschaft die Geschäfts- ■■■■——HHIII IIIIH1—IIMII I Illi Illi IIMWWHTOW auNicyi oeantraflt yaoe, um dar aintetnegmen 3» erhalten. Direktor Hart lieb teilte mit, daß eine lleberschuldung nicht vorliege, es fehle nur an Betriebsmitteln. Es seien ernsthafte Interessenten für das Werk vorhanden: eine Liquidation käme nicht in Frage. Die Versammlung nahm die Mitteilungen entgegen und beschloß, von dec Beratung Der weiteren Tagesordnung abzusehen. , . , • Anwachsen der Bankeinlagen in Bayern. In der H.-V. der Bayerischen Hypo- theken- und Wechselbank wurde u. a. mitgeteut, daß die Einzahlungen bei der Bank heute schon nahezu die dreifache Höh« gegenüber den Zahlen der Goldbuanz erreicht haben. Die Entwictlung des Geschäftes lasse eine langsame Besserung Der Wirtschaftslage erkennen. Börsenkurse. (Ohne Gewahr.! ffrnnffnrti. M. ®ernrt 6*/u Dcvttche MetchSanlelv» <•/„ Deutsche RcichSanlrihi . SDcutjche Neichsanlcihe 8% Deuftchc ReichSanletbe . DruNcdk Svarpramlenauuth» 4°/0 Preußische KonlolS . . . 1°o Htftci' . . ...... 8-/,% Hessen.......... 3% Hesse»........... Deutsche Gertb. Dollar-Lil. vto. Doll.-Schatz-LlNrrtsas- <•/, Zolltttrkm 6% Gvldmerikam» Berliner HandelSarsellschaft. Lommerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Naitoaalbauk . Denilche Bank......... Dcuischc BeretnSbank .... DiSconio Lonimandit . ■ ■ . Mckalldank........... Mitteldeutsche Kreditbank. - r?cs!^re!chische Lredttanstall Weltbank...... ..... S'ochmner ®»8 ...... Buderi.L......... Taro ......... »-Luxemburg irchencr Bergwerk» . . fccrpeiier Bergbau Kaliwerke AscherSlebeä. . . . Äaltrotvf Westeregel«. .... Lourahütte...... • • « Lberbedars. ....... Pboiii) Bergbau..... . Liheiimahl........... Ricbeit Montan........ TelluS Bergbau. ....... Hamburg-Amerika Pake«. . . Norbdemicher Llovd Cbrramtsche Werke Slbt» . . Zementwerk Heidelberg .. Vbilipp Holzmano...... Vnglo-Tont -tSaano ..... vadilchc Anilin ....... Tbemnchc Mayer Aiavdl .. Goldicvmidt GricS ebner Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkbolnng . . .... RütgerLwerke ......... Echeideanftalt BHfl. Elektrizitäts^esellschaft Bergmann ........ MainkrattwerkT ...... . . Schultert........ Siemens & AalSbr ...... Bblerroerfe Äieyer Daimler Motor«. ..... Sevliaenstaedl . . ....... trguin............ Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . Meiallgesell'chaft Frankkork. Set Union A.-D. .... chubtabrik Herz . ... Eichet tjrllftost «a.dbof....... Zuckerfabrik Frankeitth«! .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . 50. 1. 7777 schlug « Abend- börse 0,79i 0,95 0 985 1,44 0, 11 1,05 1,3 lj?8 94,76 9C,4 11,25 43 172 6,75 14 13,30 0,37 19 19 1,95 10,40 0,13 101 21,9 4,8 03.» 101,76 159 18 23,75 9,13 11,13 69.75 84,60 54 3,20 32 4,07 j 101,73 8,25 148 53.75 0,6 2 8 7.43 28,75 10 21,25 22,90 13 25 21,625 14,25 76.73 91 4,13 10.7 0.75 1 2 17,82 2,56 4,6 2,9 14,50 6,475 4,20 101,25 6.25 14,4 83,82 24,9 27.30 28,7 10 1 21 23.2 13,4 21,37 14,25 77,7 te.s 6.6 4,1 10^. 0.74 1,2 17.5 25,75 4,6 2.8 14,4 5,47 <.25 0,790 0,93 0. 7 1,413 0, 8 1,225 1,30 1.20 94,75 90,2 11,40 42,4 171.6 6,7 i 18,76 1 >,25 e,37 19.2 19,2 10,25 0,12r> 98 21,25 99,75 180 19,7 23,9 9 15,125 70, 64,75 62.1- 3,15 81 4,075 100 21,9 14.50 93,25 101, 0 156,75 18 23,75 9 14 90 70,75 84,75 63,6 0,74-. 0.09 Ü, 96 1.4 Äs 1.4 1,36 1,32 94,75 90,4 11,4 48 172,6 6,75 '4,10 13,40 19,1 2 10,25 31,26 4,10 6,18 145.26 33,4 25,6 17 28.60 20,76 19,20 21,50 76,50 90 4 6,40 10,76 M 2,6 4^ 2,95 14,50 1,75 1,39 94,76 90,o 11,4 0,<00 0,995 1,01 1,«7 0,645 169,62 6,75 14 18,40 183 2 10.60 0,25 97,9 21,62 14,70 91,5 !0v,25 158 18,7» 24 9 16,62 69,75 84,5 31,90 4.1 6,2 25,60 27 28 R0 20^6 18,13 21,4 4 6,60 10,75 1.« 25 4,25 2,95 i4,es Banknoten. (Ohne ea-ähr.) Dedifenmartt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Btlltoiren Mark auSgedrückt. Buenos-Sire4, Lonbon. fh» York, Japan. Rio dr Janeiro für eine Tin beit, Wien und Vudavest für 100000 Ein betten, alle« übrige für 100 Einheiten^ Telegraphische Auszahlung. _______________(Ohne Gewähr.) 30. Januar 3t Januar R«var6 Vmilich, Notieruni '21111(11 »i «Äci» •97 60,13 63,04 60, EO voll voll Ceft. abgest Prag . . .. Budapest. . Bucn..Atre- Buluarien Japan - . - Wo de Im, Belgrad . . Lissabon . - 6,909 12,48 £.83 1,634 3,055 1,613 6,485 6,86 19,98 tjm 12,60 6.8E 1^28 8,066 1.617 0^87 8418 20,02 8,01 12,45 6,83 1,685 3,045 1,613 0,436 6 35 19,98 8,03 22,495 6,85 1JM9 3,GS. 1F17 0,48/ 6,67 20,02 voll voll voll voll voll voll voll voll ou voll voll voll voll voll J&u voll voll voll Tfvn* 31. Januar. amerikanische Steten . , . , . Belgische Noten ...... Däutiche Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Deut sch-Qesterr-, 4100 fttoxm Rumänische Noten ..... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten..... , Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Notes . . Ungarische Noten . .. . 3,06 wa 17,61 14,24 6,98 roll roll voll voll voll voll voll voll voll 119,33 61,45 60,20 12,49 voll voll voll voll Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*.) Berlin, 31. Ian. Die abgeschwächte Tendenz an der gestrigen Schlußbörse setzte sich auch heute fort, allerdings in uneinheitlicher Horm, da einzelne favorisierte Werte zu höheren Kursen einsetzten. Am Wochenschluß ist eine 21b- gabenetgung kestzusteNen, Me sich befonbert aut Montanmarkte auswirkte. Während Bochumer und Mannesmann zu erhöhten Kurs«, einsehten und Harpener unverändert lagen, ist für Phönix, Klöckner-Werke und Deutsch-Luxemburg eine nennenswerte Abschwächung festzustellen. Auch Höchster Eisen und ÄDtn-aieueffeu schlossen sich der Llbwärtsbewegung an auf Gerüchte hin von einer Zusammenlegung tm Ber hältnis von 5 zu 3. Der Markt ber Elektrowerte lag uneinheitlich. Gesellschaft für elektrische Lieferungen setzten höher ein, Schlickert lagen unverändert zu den gestrigen Kursen. Schis fahrtswerte sind etwas lebhafter begehrt und zeigten eine kleine Besserung Der P e t r o l e u m m a r k t lag abgeichwacht, Deutsche Erdöl und Deutsche Petroleum sind angeboten. Bankaktien lagen ohne Interesse bei allgemein unveränderten Kursen. S b'r i t a f t i e n waren leicht befestigt. Am Kolonialmarki eröffneten ©übfee etwa zu den gestrigen Kursen. Am Markt der ausländischen Renten blieb die Haltung abwartend, es ergaben sich aber keine Kursveränderungen. Der heimisch« Rentenmarkt liegt etwas befestigt. Am Geldmärkte machte sich eine leichte Besserung geltend, was aber auf die Kursgestaltung keinen Einfluß ausübte. Tägliches Geld- 8-^12 Proz. Monatsgeld 10—13 Proz. p. a. Privatdiskont 8 Proz. Am internationalen Devisenmarkt sind keine nennenswerten 23eränberunaen zu verzeichnen. Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers".)^ F r a n t f u r t a. M., 31. Ian. Tenbenz: Ab« geschwächt. — Die Börse eröffnete bei stillem Geschäft in schwacher Haltung. Momente, die dem Verkehr hätten Anregung bieten können, lagen nicht vor. Eine Besserung lieh sich gegen gestern nur insofern feststellen, als Angebot nur noch vereinzelt auftrat. 3m großen und ganzer war die Tendenz-Bewegung nicht einheitlich, indem ein großer Teil der Werte mit unveränderten Kursen aus dem Verkehr hervorging, jedoch waren die Abschwächungen in der Mehl- zahl, wobei die Verluste aber nur einen ganz geringen Umfang annahmen. Am Montan- markt hatten Bochumer und Stinnes-Riebeck stärkere Kurseinbuhen, während die übriger Werte, sowett sie nicht behauptet waren, nur geringe Abbröckelungen aufwiesen. Der Chemie- markt war ziemlich gehalten. Leicht gebeffen waren Scheideanstalt und Elberfelder Farben. Am Elektromarkt waren die Umsätze unbedeutend. AEG. gaben leicht nach. Der Banken- markt zeigte keine nennenswerten Kursveränderungen. nur Berliner Handelsgesellschaft waren nachgebend. Am Schiffahrts markt hatten Hapag einen stärkeren Verlust zu verzeichnen. Von Autoaktien zogen Daimler mäßig an. Maschinenwerte tendierten leicht nach unten, desgleichen Zellstoffaktien, während Zucker aftien behauptet verkehrten. Am Ein- h e i t & m a r f t der Industriepapiere traten nennenswerte Kursveränderungen nicht hervor. Bei ruhigem Verkehr blieben die Kurse unverändert. Auch auf dem heimischen Anleihemarkt war das Geschäft wieder lustlos und still. Für ausländische Renten zeigte sich keinerlei Interesse, die Kurse bröckelten ab. Im Frei- verkehr des Aktienmarktes wurden Umsätze kaum getätigt. Deckerstahl 1,5, Deckerkohle 7,5, Benz 5,75, Drown-Doverie 1,5, Gntveprise 20. Growag 0,135, Hansa-Lloyd 1,5, KrügerShall 11,35, Kunstseide 85, Petroleum 20,5, Rastatter Waggon 6.75. Kabel Rheydt 8,4, Ufa 14,40. Die Börse schloß die Woche abgeschwächt und weiter zum Rachgeben geneigt, zumal am Geldmarkt tägliches Geld weiter gesucht ist. Der Satz für Monatsgeld beträgt 11 bis 12Va Proz. Am Devisenmarkt sind nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Man nannte Auszahlung London gegen Kabel Reuyork mit 4,79i/;>, Paris stellte sich in Pfund-Parität aus 88,05 und in Dollar-Parität auf 18,46. Die Mark wird mit 4,199 gemeldet. Berliner Produktenbörse, Berlin, 31. 3an. Der Produktenmarkt toat schwach auf Gerüchte, daß die Reichsgetreide- stelle aus ihren Vorräten an Brotgetreide in größerem Umfange abgebe. Ferner hieß es, daß beabsichtigt sei, zur Senkung der Getreidepreise die Mehlausfuhr durch Zoll oder auf andere Weise zu hemmen. Auslandforderungen waren nicht nachgiebiger. Gerste war still. Haff^r nut gute Ware beachtet. Futterartikel ruhig. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märk. 263 bis 268, dto. Mai 302 bis 300, Roggen, märt. 260 bis 265, dto. Januar 278, dto. Marz 287, dto April 290, dto. Mai 296 bis 295, Gerste, märk 270 bis 296, Futtergerste 225 bis 246, Hafer märk. 190 bis 199, dto, Januar 212, dto. Mai 226 bis 225, Mais (loko Berlin) 221 bis 227, Raps geschäftslos, Leinsaat geschäftslos: pro 100 Kilo: Weizenmehl 36 bis 38,75, Roggenmehl 36 bis 38,50, Weizenkleie 17, Roggentleie 17, Diktoriaerbsen 29 bis '35, kleine Erbsen 21 bis 23 ‘Suttererbfen 20 bis 22, Peluschken 18 bis 19 Ackerbohnen 20 bis 22. Wicken 18.50 bis 20 Lupinen, blau 13 bis 14, do. gelb 16 bis 16,30, Serradelle, neu 17 bis 18,50, Rapskuchen 19,20 bis 19,50, Trockenschnitzel 9,80 bis 10, Torf« melasse 10, Kartoffelflocken 21 bis 21,40, Zucker 19 bis 20 Mk. Krens-Drog. Angnsl Soll, ?. J. Avb». Droj. tZoore Walleniels, Drog. 0. Winterhai?. 46c Aabletten in allen Apoiheken u. Drogerien erhältlich bei Husten, Heiserkeit, Katarrh Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. 20D Laden: Marktplatz 8. Für den Büch erlisch Fichte Wie! töimen? Erziehung Lehr ai ft. Feld. Verlag Moritz M. Das Buch ist eine Er spncht mit Persönlichkeiten der Künste, Wissenschaften und her Politik. Er besucht historische Stätten, das Grab Napoleons, die Prunk- schlosser vernaschter Monarchen. Spelunken der äußersten Verkommenheit, Vergnügungsstätten der neuen Neichen, er stürzt sich in den Strudel der Grohstadt, aus dem Sumpfe des ekelnden Treibens neue Blüten in seine Seele pflückend, immer umrauscht von den Flügeln der Nike, von der Offenbarung seiner Menschheitsideale. • Am Grabe des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen zu Paris lodert unmittelbar aus der Erde die Flamme des Sieges. Ent blähten Hauptes starrt er, der Deutsche, in die Glut' ... „3d> sehe auf aus der Flamme und entdecke ringsum Kranze. Blumen und Inschriften, die in goldenen Lettern wach erhalten sollen inmitten von Paris unter dem napoleonischen Triumphbogen den Abscheu vor meinem Volk den Sieger- stolz über meine Heimat — da eile ich raschen Schrittes aus seinem blauweihroten Kreis. — Seltsam, ich sah nichts als die Flamme, und bin noch geblendet von ihr! Aus dem Herzen der Erde von Paris: Eine Flamme? Die Geister, die man rief — einmal werden sie auch diese Kranze und Erinnerungstafeln des Triumphes durch die Flamme vernichten'" Hölderlin an Unruh- ..Man sollte dir eine Krone flechten um dieses Wortes willen! • Jugendpsychologie und kunst. Dr. Friedrich Pfelfc^ Verlas Diesterweg, Frankfurt a. M. T J, sehr gut durchgedachte Abhandlung über Untcr- richt und Erziehung unserer kaufmännischen Jugend Mit der WLmung an Dr. Georg Kerschen- fteiner hat sich diese Arbeit das denkbar beste Omen gesichert. Trotz der Hervorhebung der pädagogischen Arbeit an der kaufmännischen Berufsschule hat der Verfasser im psychologischen wie im methodischen Teil die Grenzen seiner Zuständigkeit auch über die anderen Berufsschulen hinausgesteckt. Besser als eine genaue Darlegung der mit vieler Sachkenntnis und Ueberlegung geordneten und verbundenen Einzelheiten wird die zur Richtschnur genommene pädagogische Absicht den sittlichen Emst und die berufliche Tüchtigkeit der Arbeit bartun: „Wir führen den Lehrling von dem Boden eines gemeinsamen Dolksbesihes aus immer sicherer zu dem Besonderen seiner Leistung und zum fruchtbaren Zusammenwirken mit anderen, die anderes leisten. Aus diesem sozial bedingten, durch die Derufssphäre hindurchgehen- den Wege führen wir den jungen Menschen sicherer zu dem früher nur individualistisch und humanistisch erfaßten Dildungsideal allse'ttger Krastentsaltung." Dieses Reue stimmt auffallend mit dem von Staatssekretär Dr. Becker in der oben angekündigten Broschüre herausgestellten Btt- dungsideal überein. 1580 • Hhperion. Eine pädagogische Hölderlin- studie von Otto Kohlmeyer. Verlag von Montz Diesterweg, Frankfurt a. M. Der Verfasser unternimmt es, Hölderlin in seinem Roman Hyperion als einen der führenden erziehenden Menschen neben Lessing und Goethe und Kant zu stellen. Buch, das sich selbstverständlich nur an die Fachgelehrten wendet, ist ein Muster deutscher Forschung und deutschen Gelehrtenfleißes. 1486 — Georg Wünsch. Religion und Wirtschaft. Tübingen 1925, 3. E. B. Mohr (Paul Siebeck). Der Verfasser geht von der Tatsache aus, daß man seither Religion und Wirtschaft als zwei völlig voneinander getreimnte Gebiete angesehen hat, die man nicht zu einer einheitlichen Zielsetzung zusammenfassen forme, 3n scharfsinniger theologischer Unterfudjung und mit großer Einsicht in daS neuzeitliche Wirtschaftsleben sucht er in dem ersten Teile eine neue Wirtschaftsethik zu begründen. Auf dieser Grundlage beschäftigt sich der zweite Teil damit, die Frage nach der Arbeitszeit als eine Frage der christlichen Sozialethik zu behandeln. 42 Mönchen und Münchnerinnen. Es war ein kalter, klarer Märztagdes 3ahreS 1839. als ein hochaufgeschossener Mensch, ein Student oder so etwas, von der inneren Stadt die neue Ludwigstratze hinausschritt, eilig. totmCranäBle. ater In cofiga Saune, gar nicht über feinen Ausmarsch erfreut. Reben ihm trippelte ein junges, zweiundzwanzigiah- von Fichtes Briefen durch Jjane wcyuiz weuauv die bisher vorliegenden Sammlungen, und sie macht diese völlig entbehrlich. In diesen Briefen tritt unS die kraftvolle und lautere Persönlichkeit Fichtes, die ja auch seiner Philosophie ihren Stempel aufgeprägt hat, anschaulich und lebensvoll entgegen. Möge manchen da« bei der Lektüre dieser Briefe neu entfachte Interesse für Fichte auch bestimmen, sich mit seiner Philosophie näher zu beschäftigen! Als Hilfsmittel dafür seien erwähnt: Fritz M e - dicuS Fichtes Leben. 2. Ausl 1922 A. Messer, „Fichte". Leipzig (Quelle & Meyer) 1920, eine erste Einführung in seine Schriften, und „Fichtes religiöse Weltanschauung". Stuttgart (Strecker & Schröder) 1923. tiefer an den religiösen Quellpunkt seiner gesamten Weltanschauung und Philosophie heranführend. 21. TH. im Jahre 1877 betrat, in denen die Schön- Heiten-Galerie mit den von Joseph ©'feier porträtterten Frauen und Mädchen ausgestellt ist: „Es war an sich ein königlicher Gedanke, und nur ein König konnte ihn ausführen. D«n reichsten Privatmann zu Gefallen hätte man nicht die Erzherzogin und die Schusterstochier gleichmäßig bewegen können, zum Malen zu sitzen, damit eine vom Stande unabhängige, völlig neutrale große Konkurrenz der Schönheit entstehe." Doch nicht nur als totes Bild, auch lebendig rauschende Feste: verschönte die Münchenerin so jenes Kostümfest, das Maximilian II. als Abschluß des Karnevals 1864 veranstaltete und das seitdem Tradition blieb. Es ist für den. der nicht nur der Psyche der Münchnerin nachspürt, sondern auch ergründen möchte, welche Wirkungen die Existenz der Münchnerin auf die kulturelle Entwickelung der Stadt übte und übt, eine über die Maßen frohe Erkenntnis, daß kaum ein Werk der Kunst üi dieser genuhfrvhen Stadt des Lebens entstand, bei dem nicht schöne Frauen zu Date geftanben hätten. Da steigt die St. KajetanSkirche der Thea- tiner stolz empor' mit ihrer Kuppel, mit ihren bizarr gestalteten Turmhauben greift sie in da« blaue Gewölbe des Himmels, bestimmend für die Silhouette des Stadtbildes: Die Kurfürstin A d e- laibe. Ferdinand Marias Gemahlin, hat dieses Wunderwerk durch ihren italienischen Landsmann Darelli ins Leben rufen lassen sie, die auch die Urheberin deS RYmp h en b u rger Schlosses ist. Die kleinen LustpavillonS aber, dic Amalienburg voran, die im Parkgrün mm 'lügn- phenburg träumen, sind den Launen und Kaprizen, den Wünschen und schönen Augen anmutiger Frauen zuliebe entstanden. . . Das sind die Münchnerinnen, die sich ihr München seit jeher geschaffen haben, und von denen Georg Jakob Wolf in seinem Buche Die Münch n er in" im Verlag Franz H an ffstaengel-München plaudert. e-s. -zadleUr" lÄS'M. di, riges Mädchen, schwarzhaarig, von bräunlichem Teint ein Wesen von echtestem Münchener Typus. Sie trug das Ränzchen ihres Begleiters am Arm. und heiße Tränen standen ihr in den dunklen Augen. Die beiden, die so nebeneinander hingingen in wehem Abschiedsschmerz, waren Friedrich Hebbel und seine kleine 'Münchener Freundin, fein „G'spusi". die Schreinermeistrrs- tochter Deppi Schwarz. GS mußte Schluß fein. Und so war der Morgen des sestgefetzten Reisetages der 11. Marz 1839, angebrochen, und schon um sechs war es fortgegangen durchs Dämmerlicht des Vorfruh- lingstages. Zwei Stunden weit hinaus begleitete Beppi ihren Fritz, durch ödes, flaches Land. Moor und t>erfümrnmerten Wald, bis sie vor der Handwerksburschenschenke „Zur fallen Herberge standen. „Wir tränten baS letzte Glas Bier zusammen. dann schieden wir unter unendlichen Tränen." Hebbel zog nach Hamburg. Ein reichliches halbes Jahrhundert spater sah derVortruPP des Impressionismus in der Malerei in S chwabing, da hausten Halbe, der 'Verfasser berühmter Dramen und fein Antipode Wedekind, hier sahen Bierbaum, Hey- mel und Rudolf Alexander Schroder und redigierten die „Insel", hier und,damals ent- stand der „SimplizissimuS" — und überall waren Münchener Madeln dabei. Heinrich Heine hat der Münchenerin, der Münchener Kellnerin, in seiner Reise durch Deutschland ein Denkmal gesetzt. „Es scheint, die Münchener Wirte studieren darauf, schone Kellnerinnen zu haben. Diese gehen zierlich m Miedern mit silbernen Ketten, sehen gegen andere Länder ziemlich modest aus, sind aber habet sehr gesprächig gegen den Fremden. Das Münchener Theater hatte neben vielen andern Berühmtheiten feine Klara Z iegier pie fe^te Heroine", deren Haus in der xonigm- ftrahe heute alS Theater-Museum eingerichtet ist. Von König Ludwig I. schrieb Jakob Burkhart, als er die beiden Kabinette der Residenz hovanwachf«iid«i Jugend empfohlen, bet He zeigen, daß ohne daS Einsetzen der ganz« Per- sönlichkeit der Aufstieg zu führenden Stellungen versagt bleibt. Durch den billigen Prer« wird auch den weitesten Kreisen die Anschaffung der Sammlung ermöglicht. 1568 — Wilhelm Dersch. Oberhessische Heimat-Geschichte. Eiwert« Hessenbucher. 3 Reihe. l.Hefl. Marburg 1925. Pr. 3 Ml. Wir begrüßen daS vorzüglich ausgestattete Buch al« den längst erwarteten Führer durch die Geschichte und Landeskunde des ehemals kuihessischen Ober- fürstcntums. Der bestens bekannte Verfasser führt uns mit Meisterhand in die Quellenkunde, m die politische und Territorialgeschichte und m die Kulturgeschichte der heutigen Kreise Marbura Kirchhain. Frankenberg und Biedenkopf ein. Die sorglich auSgcwählten Düchernachweise bieten federn die Möglichkeit, sich auf den Bibliothekar die notwendigen Unterlagen zum Aufbau irgendeines Teiles des weitschichtigen Stoffgebiets, insbesondere der Ortsgeschichte, zu beschaffen. DeFchS „Oberhefsische Heimatgeschichte" ist etne vorbildliche Musterleistung, ein nachhaltiger Weckruf an alle, mitzuarbeiten an der Erziehung zu Heimat, Volk und Vaterland, und gibt hoffentlich Anlaß zu einer gleichartigen, grundlegenden Abhandlung über die Provinz Oberhessen. (1554) Prof. F. Dreher (Friedberg). Ieitschriftenschau. Besprochen von Prof. Dr. A Messer. • Fichte« Briefwechsel. Gesammelt unb beoauggegtben von Hans Schulz. Direktor der Bibliothek des Reichsgericht«. (Verlag H. Haessel. Leipzig, bnrschiert ^- Dunzleinen 50 Mk.) Der Herausgeber, dem wir schondas überaus interessante Buch . &£t1mu‘ liehen Briefen feiner Zeitgenosse nrdanken. hat sich durch diese erste, wirklich kritische wißen- schustlichen Ansprüchen voll genugarde Ausgabe I von' Fichtes Briefwechsel ein großes Verdienst erworben, das weit über die Gefehrtenlreise hinaus hoch geschätzt werden wird. Denn Fichte gehört nicht nur den Philosophen „vom Fach , er gehört unserem ganzen Dolle: sein Geist sollte noch weit mehr als es bis jetzt geschehen ist unter unS wieder lebertbig werden: denn cr’lann uns zeigen, wie aus den tiefsten Quellen sittlich-religiöser Gesinnung Mut und Kraft zur inneren Erneuerung eines Volkes zu gewinnen ist. Zwar sind uns auch bisher Briefe Fichtes in größerer Zahl bekannt gewesen. Besonders sein Sohn Immanuel Hermann Fichte hat in seiner — schon in den dreißiger Jahren des 19 Jahrhunderts erschienenen — zweibändigen Biographie des Vaters eine Fülle von dessen Briesen veröffentlicht. Ebenso wurden 1862, gelegentlich bvr Hundertjahrfeier von Fichtes Geburtstag ..Achtundvierzig Briefe von Johann Gottlieb Fichte und seinen Verwandten" von Moritz Weinhold herauSgegeben. 2lber vieles fehlte in diesen Sammlungen: sodann entsprach die Behandlung des Textes selbst nicht streng wissenschaftlichen Anforderungen. Sowohl hinsichtlich der Treue und Genauigkeit in der •Vergabe der Originale übertrifft die Ausgabe Fichtes Briefen durch Hans Schulz toeitau« • Die Symbolik der Mysterien- bünde von August Horneffer. 2 Ausl Anthrv- poSverlag Prien Ob.-B 1924. Tas Werk erscheint in 2. Auflage. Da seit der ersten Auflage 5 Jahre verstrichen sind und in unseren Hirnen und Serben sich manches gewandelt haben mag, soll noch einiges gesagt werden. Trotz der Vorbemerkung, die Freimaurerei nur an ihrer Stelle und als Glied der ganzen Betrachtung zu berücksichtigen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als läge von vornherein das Endergebnis über kfer gesamten Einteilung und Stoffgliederung sowohl, wie über den Ausmaßen und Ei.rdringlichkeiten der Untersuchung selbst. Man kann gerne Hörmessers These anerkennen, daß „die Freimaurerei mit ihrem schlichten Werkideal den Sieg entschieden hat". Den Sieg des „Evangeliums der Arbert nämlich. Das ist das Ende und der Höhepunkt des Buche«, das mit großer Spannung gelesen werden wird. Rur wünschte sich selbst der Gebildete mitunter auch eine liebevollere Ausmalung unb ein Eingehen auf psychologische und pathologische Gründe. Für den Forscher ist das Werk besonders durch sein Gndurteil in zwiefacher Richtung bemerkenswert: Erstens stellt daS „freimaurertsche Evangelium der Arbeit", ganz entgegen der uralten „magischen" Wahrheit, die für Mysterien- bünbe fetztmögliche Rationalisierung beS Heiligen dar. Es ist nicht mehr die Zeit für Verhüllungen des Geheimnisses. Die Arbeit muß es offenbaren. I Aber es gibt dafür nichts Widerspruchsvolleres an Arbeitsgemeinschaft, als einen „Intellektuellen Mysterienbund". Die russische Sowjet vermeidet das unzeitgemäße ..Geheinnis" besser. Zweitens aber befremdet es, hinter der Freimaurerei alle anderen Bünde zurückgcsetzt zu sehen als solche, die nur lehrten, opferten, spekulierten und bte Hände in den Schoß legten. Sollte nur der Frei. | maurer Kulturwerke und Sittlichkeit schaffen 1556 „Flügel der Nike". „Buch einer Reise"vonFritz von Unruh. (Erschienen in der Franks. Sozietätsdruckerei.) Chamberlain schrieb über die Grundlagen des neunzehnten Jahrhundert. Unruh schreibt über die Grundlage des neuen Jahrtausends. Heber dem Treiben des Lllltaas feiert die Seele des Dichters. Dort, wo bte ©pbaren Hä) einen, wo an erhabenen Harmonien bte ®iUo= nanzen der Well sich zerschlagen, münbet der Strom seiner Sehnsucht. Groß und gewagt ist sein Flug: dennoch erhebt er sich frei, beschwingt nut den Flügeln der Rike, bis in die Bezirke des wahrhaften Sieges, bet Friede heißt Kein Sucher: Ein Finder ! Kein Prophet Ein Menner! durchbricht er mächtig ben Verwesung, die Wucht seines Glaubens zerspaltet den Rebel Phantom unb unaufhaltbar ist ferne Ethik. ... ... Geofsenbarte Menschensehnsucht ist dieser Flug „Das Buch einer Reife." Fritz von Unruh, der Mensch aus seiner Kunst, der Ver-Dichter seines Ichs. verläßt in feinem neuesten Werl die ilmfriebigung ferner Scholle, um als „Soldat des Friedens" das Chaos feiner Zeit durchwandernd, die „Mannschaft der Liebe" zu ftnben. Aber: ..Wie viele wissen überhaupt, woraus ankommt? Die wenigsten Menschen: alle mderen laufen irgendeiner Fahne nach." Er kommt nach Paris und London, trifft Menschen unb Leute, Gesinnungsgenossen und •fetnbe. Leidenschaftlich, fanatisch entrollt er das Bild seiner Menfchheitsibee. Mit ben Fiebern des ganzen Europa im Wut, entblößt er erbarmungslos die Scham «nferer Zeit. DaS Infelschiff, eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlaaes (6. Iahrg., Heft 1, Weihnachten 1924. im Insel-Derlag zu Leipzig) widmet seinen einführenden Artikel dem Gedächtnis Alfred Walter von Heymel«, der mit Otto Julius Dierbaum und Rudolf Alexander Schröder der Gründer des Insel-Verlages war. Hermann Bahr ist mit einer Probe über Dostojewski und Stefan Zweig mit einem Billmi« Dusvnis vertreten. Interessant ist auch etn Brief Mendelssohns an Zeltei über Goethe, kfer auä dem Jahre 1797 von Metz aufi geschrieben tfL Ein Stück aus Alfred M o m b e r t s Gebichtdand Atair, Bruchstücke aus Jakob Böhmes Von der Gnadenwabl", Rud. Kassner« „Physiog- nomischen Studien" und noch andere Gabst von Wert füllen das achtzig Seiten starke Heft. 25 — Die schöne Literatur (beraub gegeben von Will Vesper. Verlag Eduard Ave- narius. Leipzig) zeigt in den letzten fahren eure erfreuliche Beweglichkeit und Ideenfülle, ©in- sichen Bedürfnissen des Publikums entgegenzukommen. Der Zeitgedanke des befannten ger- ausgebers ist. die schier unübersehbare Fülle der Produktion auf fchönliterarischem Debile zu ordnen, zu sichten und auch für den vtelbeMstig- ten Freund der Literatur übersichtlich zu m° — Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Herausgegeben von Josef plädier und August Sauer. (Carl Fromme, Wien, 1924.) 3m dritten Heft des 25. Iahrg. setzt R o et t eken. Würzburg, seine spezielle Poetik und Drescher, Breslau, seine Untersuchungen über den lieber-’ feher des 15- Jahrhunderts, Johann Hartlieb, fort. (Steinberger, Göttingen, bereichert ben Text der Wielandschen Werke durch den Rach- weis, daß die „Unmaßgeblichen Gedanken eine« Laien über DahrdtS Glaubensbekenntnis" von dem Dichter selbst herrühren. Sine bisher unbekannte wichtige Schrift Wilhelm Heinses -Theorie deS Paradoxen" weist S t e f a n s k y, Prag, scharfsichtig nach. Hertz, München, setzt seine eindringlichen Versuche zur Erklärung des zweiten Teiles von „Goethes Faust" mit Gluck fort. Wiedemann, Erfurt, weist an der Hand unbekannter Manuskripte die verwickelte ®nt- stehungsgeschichte von Rückert« „Liebesfrühling nach. lti * Der Querschnitt, 5. Iahrg., Heft 1 (Januar 1925). Das 'neue Januarheft bringt einen einleitenden Aufsatz von A.C.Barnas „Die Regerkunst und Amerika", in dem das Wesen dieser seltsam harmonischen, von der Ruhe eines festen Gebundenseins an die Erde getragenen fein entwickelt wird, nicht im revolutionären Gegensatz zu der umgebenden Zivilisation der weihen Rasse, sondern in stiller, selbstbewußter ober selbstvergessener Zurückgezogen» beit. Ein Referat über einen Vortrag von Juan G r i s in der Sorbonne zu Paris spricht von den ..Möglichkeiten der Malerei". Gegenstand, Technik. Wollen unb Werk gegeneinander ab- toiegenb. Briefe von Offenbach, Karl Radek folgen unb viele Bilder sind im Text._______19 Theologie. • Hans vp n Schubert, Die Geschichte des deutschen Glauben«. Leipzig. Quelle & Meyer. Geh. 6 M, in Leinwand 8 M. Der bekannte Heidelberger Kirchenhisloriker bietet unS hier eine Geschichte des rcl giöfen Leben« in Deutschland von der germanischen Uneit bi« zum 20. Jahrhundert. Sein Buch ist mehr als etne Darstellung der Kirchengeschichte. da e« auch ben Glauben 5er Deutschen in der vorchristlichen Zeit bcfrrnbelt. Der Verfasser zeigt sich nicht nur al« Kenner je« religiösen Lebens der Deutschen auf seinen rerschiebenen Stufen, sondern er ist auch ein | Schriftsteller, der lebendig und anschaulich dar- »ufteHen weih. Sein Buch ist ein Äunjttoerl unb erinnert in mancher Beziehung an Wilhelm Scherers „Geschichte der deutschen Literatur. 3n besonders fesselnder Weise wird die mittelalterliche deutsche Frömm gkeit dargestellt. Das Werk ist nicht nur für Theologen geschrieben, sondern ist jedem zu empfehlen, der Interesse für die seellsche Entwicklung des deutschen Volkes hat. 1507 — O. G. von Wesenbon ck, Urmensch in b Seele in ber iranischen Hebe r - lieferung. Hannover 1924, Orient-Buchhandlung Heinz Lasaire. Pr. kart. 10 Mk. In der neueren Zeit hat die Wissenschaft immer mehr erkannt, bah zwischen ber griechischen unb der orientalischen, besonbers ber ägyptischen, vorderasiatischen und indischen Kultur enge Beziehungen bestehen. Dies gilt besonders für die religionsgeschichtliche Forschung. Demgemäß toeift ber Verfasser nach, wie sich in der iranischen Dolksreligion die Vorstellungen von dem Ur- menschen. der Seele und den Göttern gestaltet haben unb in den Hellenismus eingedrungen sind. Auch die frühchristlichen Sekten, die man unter ben Ramen „Gnostiker" bezeichnet, sind stark mit orientalischen Vorstellungen durchsetzt. Das S.6'5' ol|>nlahS • Der' W sK rfe. Mz g»°mente, 6u . 'biflibot nut Aen unö gaiurr A «nheitli4 h, L mH uiwtti,, hewoi»^ len in ber ■ nur einen gon, Äontan- w die übriger * jMren. nur ■ jö:Jhetniei • Öetjt flekfkr eibtr_5ai-ben. 2m Hmfalje unbebeu« Der ‘Santen, rten SutineM/ sgefeilschasi isinatft jatto) “ft. ütQttta, vaunler qeh'g an. irten nai üHlen,uä!);enb Ehrten. 2m Lin- lapiere ttaltn ntn* i nicht hrtdvi. 2ti Kurse unbetonten Anleihemarli los und still. Mr eigtt sich feinerfe ab. 3m Frei« tourben Umfä&e Xedtrloblt 15, i, Tnwyrise 26. 15, krützeckhall n 205, la^atiet 8,4, Ufa 14,40. abgeschwächl und zumal am Gelte i gesucht ist. Der 11 biS 12M H nmnensverte 2rr- ,nen. Man nannte fabel Oleu!)ort mit Plimd-Porität au' t auf 18,46. Die -et nbörse. robuftenm arft wat ie Äeichsgelreide- i Drotgetreide m rner hieß c8, dah der (l>rtreidr-rets< ober auf anbax orderungeii wars r Ml.- Wt mn " r 9|2 ötO- riidt ***' u... । Berlin» A iat geschäftsloS, Pw 38 A Z, WntoeH. 16.». /bis 10, Torf- 21,«. 3"dtt * Hessische Biographien, heraus- gegeben in Verbindung mit Karl Esselborn unb Georg Lehnert von Hermann Haupt. Lieferung 7. (Darmstabt 1924, Hessischer Staatsverlag. 2.40 Mk.) Das neue Heft bet bekannten von ber Historischen Kommission für den Freistaat Hessen herausgegebenen Sammlung führt uns diesmal unter seinen 33 Lebensbildern eine besonders stattliche Reche von Tragern bekannter Ramen vor. Zuerst seien die Professoren unserer Landesuniversität genannt, der Theologe Gaß. die beiden Juristen Georg und Karl Sell, der auch als tüchtiger Arzt in weiten Kreisen beliebte Gynäkologe Friedrich Birnbaum und der Reuphvlologe Ludwig Lemcke. Ihnen sei der Oberoflelbener Pfarrer Weicker ungerecht, dessen beiden berühmten Söhne, ber Archäologe Friebrich Gottlieb unb der Staatsrechtler Karl Theodor ihre akademische Laufbahn in Gießen begonnen haben, ©eine Studienzeit an der Ludo- viciana gab ferner Ernst Elias Riebergall ben Anstoß zu feinen köstlichen Lokalpossen, deren künstlerischer Wert erst jetzt richtig gewürdigt wird. Unb in die schlimmste Zeit des Gießener akademischen Lebens, in die Zeit der Verfolgung wegen politischer Umtriebe gewährt der Artikel Minnigerode Einblick. Riernand hätte damals geahnt, daß der so grausam Behandelte einst einer der einflußreichsten amerikanischen Geistlichen werden würde. Von hohem Wert für die oberhefsische Volkskunde sind die Schöpfungen des treu seiner Heimat ergebenen Malers Engel von der Rabenau. Und der begeisterte Vorkämpfer Dismarckscher Einheitspolitik. Adalbert Freiherr von Rordeck zur Rabenau gehörte zu den volkstümlichsten und beliebtesten Perfönlichkeiten seiner Heimat. Den Illusttator unserer Gießener Lokalposte Spenglermeister Dimbächer, den Pfarrer Erwm Preuschen, wollen wir auch nicht vergessen. Sonst seien noch genannt der Mainzer Bischof Colmar, der rheinische Reeder Disch, der bedeutende Mediziner und Leibarzt der Groß- berzoglichen Familie in schwerer Zeit. Karl Cigenbrodt. der unermüdliche gründliche Heimatforscher Wilhelm Wagner, der Offenbacher Arzt Karl Ferdinand Decker, den wunderbare Lebensfügungen vom Arzt zum bahnbrechenden deutschen Grammatiker und Lehrer umwandelten, der Führer der Deutschkatholifen Hieronymie. der bedeutende amerikanische Politiker Dorschheimer und Gustav Ellenberg er. dessen Erfindungen etne vollständige Umwälzung im Drennereibetrieb hervorgerufen haben. So bietet auch dieses neue Heft wieder reichen Stoff für die Kultur- und Familien- geschichte unserer Heimat. Hoffentlich findet es recht viele Leser, daß es an seinem Teil zum Wiederaufstieg Deutschlands beitragen kann. Wohnt doch gerade der Versenkung in die Geschichte der Heimat die wunderbare Fähigkeit inne, Kraft zu geben für die schweren Aufgaben unseres Volkes in der harten Gegenwart. Insbesondere aber seien die Biographien unserer Wenn man bedenkt, dah Hölderlin gerade jetzt fangfam Gestalt und Bedeutung für sein Volk gewinnt. ist da« Unternehmen sicher zeitgemäß. Und auch mit Rücksicht auf das Erziehungsziel, da« auS dem Hyperion in einleuchtender Arbeit gewonnen wird, und da« kurz dahin zusammen- gesaßt ist: „der neue höhere Mensch, ausgezeichnet durch körperliche und geistige Schönheit, welch letz- tert sich offenbart insbesondere durch den ©mn für Kunst und Philosophie, für Religion, für sittliche Freiheit unb durch Hingabe an den Staat , mit Rücksicht hierauf wäre die Studie fast modern. Gegen die letzthinnige Anwendbarkeit aber des Hyperion auf da« neuzeitliche Erziehunasideal und Bildungsziel spricht die nie zu übersehende „heroische" Ferne des stets in Enthusiasmus über die Erde hinausstrebendcn Heros „zu der voll abgeklärten Persönlichkeitsbildung, die sich kennzeichnet durch das EinSfein mit sich selbst und der Ratur. alS einer neuen höheren PersönlichkeitS- stuse. die die Plattform für eine reinere und erhöhte soziale Betätigung sein kann". Unbeschadet die Existenz dieses ewigen Zieles, unbeschadet auch des zweifellosen Verdienstes dieser allerdings nur für Erzieher selbst wichtigen Studie ist die Blässe irdischer Dinge und ihr Mangel an Handgreiflichkeit nicht das, was unsere Jugend braucht. Der Geschichte der Grzfehungskunst ist damit jedoch ein bedeutendes Gebiet erworben worden. 1 1128 Heimatgeschichte. I WH vWiÄJ MMUW A MMW» H MM UM fV' I L? N°7°r D:H be nicht-"^ ^Iatoi ^Mr bw ? etfter o’toe Pakt o^Vtnie ‘Woff .söS 2®ol?rar rrS Pffb9e W «•♦„«IM«’ Witz' ?agunb®y. EftL., pmW1'® Die Ma ri«A-E" »er S'L", 1«'",.’i schen 2ngE Ui" S< tiu LLtz W»Ä non p«™' u söAj andertA» 3^ offensive öT scheint b* wn der UeberMg. reich auö Mnc und besonders, dern nur Y t kam Ehamverll Frankreich die britischen £nU>. mit einer 9m in die fron beantworten m der bekannte ■ die Duck selbi reden -um Ov In der C Hinweis Deari füllung ih entschlösse daß die aus Truppen in c Bezirk übersÄ bedeuten, daß Mlchnittes fö bisherigen sr< beanspruchen dah um die ' iomnandierew in Lvrchon g. per einer Ile. schen Ie/eM^a in der Annahn Ratschläge ert^ setzten Bhernllr tig eimehmen 1 vielleicht nicht dieser Chambe ben wollen. 3i an, daß <3ngli Ryeinlanden t die Franko Mann über di< Cs ist nick Chamberlain , den Biminghl Heils- und 5 tische Prob Aubeminiber mingham schwe schiochtung der gefundenen Rei rede war vielm politische Aede ^erknühsui Optischem i Man kann Men Punkt 1 len. Die Mach und Asien toi Faktoren bed ranzösisch Nm. ChamL 3* übe> ft SU or einen Druck telvieer-P, ^'freundlich E i" t> «: ^Freundes t£te Ltz sÄ’ weiteres. Dann ist in acht Tagen (Fortsetzung folgt) Prinzetzrock 73798 MK. 6.90 Hemdhose C86 MK. 6.75 1075a MlIIIII!III!II!IIIIIII!!I!!II!I!IIIIIII!I!I!IIIII!!IIIIIIIIIIIIIIII!I!I!I!I!!!!II!I!Ii!I!III!II!I!I!IIIIIIIIIIIIII!I!IIIIIII!!!II!IIII!!IIIII!!I!I!I!II!»IIIIII!I!I!!II»I!»!I»!III»M. 1081D freiung von schieht ohne Hochzeit." T379.5 7äiILenFoc& Fünfteilige Garnitur aus la Wäschestoff, mit bester Stickerei reich garniert Taghemd 236 MK. 2.50 Beinkleid 4781 S MK. 3.40 Nachthemd 2772 MK. 5.90 2.772. 7tachlb.em<3. getragen: Die Firma ist erloschen. Lich, den 29. Januar 1925. Hessisches Amtsgericht | Cö6 X /jemolhGse 47&2S B fochlarfformy W ÖeinfcleicL M Fritz Nowack Wäschesabrik und 2lusstaLtungshaus nun euren Hochzeitstag festgesetzt?" „Ja. Dir haben den Entschluß gefaßt, nicht mehr so lange zu warten. Ich werde mir De- dem Aufgebot erbitten. Das ge- vetrachtete nochmals die Marke. Es war eine russische. Lind dann kam ihr der Gedanke, daß der Dries vielleicht jahrelang umhevgeirrt sein könnte — und inzwischen war Gert längst gestorben und verdorben. Da ritz sie hastig den Llmschlag auf und sah sofort: Ja — ja — ja, das war die Hand Gerts — und der Dries war vor acht Wochen in Kaschgar geschrieben worden! Gr war nicht lang, aber herzlich und freundschaftlich. Gert meldete ihr, dah er trotz vielen Llngemachs und langer Gefangenschaft in einem kalmückischen 5-ager noch lustig weiterlebe und bald in die Heimat zurückzukehren hoffe. Die Tränen Frehes flössen nieder, und dann stieß sie ein Jauchzen aus, einen unartikulierten Laut innersten Herzensjubels. Gert lebte, lebte! Gottlob, er lebte! änd in gleicher Bewußtseins- linie verdämmerte die Freude des Augenblicks. Sic dachte an Theda. O Gott, wie würde Theda die Aachricht aufnehmen? Sie glaubte Gert tot und dachte schon an eine neue Ehe... Freye überlegte. Sie konnte mit dem Briefe nicht nach Groh- Ponar, sie brachte es nicht über das Herz. Es war ja auch unnötig, denn Gert schrieb ausdrücklich, daß er einen zweiten Dries an Hellmut gerichtet hätte. Der mußte gleichzeitig eingetroffen sein ... Aber nach der Wesenburg wollte Freye. Sie hatte das heiße Bedürfnis, sich auszusprechen — und Alexe war klug und wußte auch in der Verworrenheit Rat... Bruder Raspe, der Stellmacher, mußte wieder seinen Braunen anspannen und sie nach der Wesenburg fahren. Es war regnerisch und kühl. Alexe hatte in ihrem Zimmer ein Kaminfeuer entzünden lassen und rückte für Freye einen Sessel vor die Flammen. „Seh' dich, weihe Maus", sagte sie. „Besuchst du mich nur aus Liebe oder hast du mir etwas anzuvertrauen? Ist Bruder Dorotheas unerwartet heimgekehrt — oder hast du einen Brief von ihm?" Freye spürte wieder ein Beben in allen Gliedern. „Rein", antwortete sie, und über ihre Lippen jagte ein schwerer Atemzug, „ — nicht von ihm, aber von Gert". Die zweite Ausgabe des tao- FernsprGch-TeilnehmgrVßrzßichnis erscheint im Monat Februar (da erste Auslage vergriffen!. Etwaige Wünsche und Änderungen bitten wir bis »um 5. Februar bet Herio, Mitteldeutickc Annoncen Expedition Blockstraße 5, Teltpbon 1335 anzugebeir. [1077h li 2 II 226 Ml! /2emcL „Ich war am ganzen Leibe mit SLÄ welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigten. 14 Tagen bat Zucker's Patent- Medizmal-Seife das Übel beseitigt. Diese Seife ist Hunderte wert. Serg. M-" Dazu Zuckvoh°Creme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. Q.Wmtcrboff,Med.-Trog.„A.Kreuzplatz' 91. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnbosstr. 51 W.Kilbinacr,Löiven Drog.,Seliersw.79a Cdnard (Yntb, Biktoria-Drog-, Marktstr.5 Herm. Plank, Parfümerie, Seltersweg 8 P. Ioi. Möbs, Seifeusqbnk, Mäusbnrg 8 Meitze Woche s"rbot ,.U)0N Wert?" schrie Mexe, ua, sie schrie e& und ihre Augen wurden groß und wild. „Lexe, er lebt!" Die Domina lehnte sich in den Sessel zurück „Zeig' mir den Brief!" Freye nestelte ihn aus ihrem Handtäschchen, und 2llexe las ihn. Las ihn zweimal, dreimal, und ihre Wangen verfärbten sich. So fassungslos hatte Freye die schöne Kusine nie gesehen. „Die arme Theda", sagte sie leise und zach. „Lieber Gott, Lexe, sie tut mir ja von Herzen leid, so sehr ich mich auch freue, daß Gert noch am Leben ist. Vielleicht läßt er sich von ihr scheiden. Denn die Todeserklärung muh doch natürlich widerrufen werden." „Ja", gab Alexe zurück, wieder klar und ruhig, „aber nicht heute und morgen. Rvch ist Gert nicht wieder hier. Er schreibt auch von einem Briefe an Hellmut... Entschuldige mich.. “ Sie erhob sich, trat an den Fernsprecher und lieh sich mit Groß-Ponar verbinden. Der Kastellan meldete sich, dann der Kammerdiener, endlich Hellmut selbst. „Grüß Gott, Lexe. Was gibt es?" „Nichts Reues. Wollte nur einmal fragen, wie es euch ergeht." „Danke, recht gut." „Richts über Gert in Erfahrung gebracht?" Einen Augenblick Stille, dann antwortete Hellmul: „Gott bewahre. Du etwa?" „Rein." • „Wie kommst du darauf?" ..Ein Traum der Rächt brachte mich auf die törichte Frage. Ich sah den Postboten vor mir, der einen Brief von Gert in der Hand hatte." Wieder währte es ein Weilchen, ehe Hell- mut zurückrief: „Du weißt ja doch, der Brief an Papa Geisbach, damals aus Peking, es sink drei Jahre her, der brachte uns die letzte Rach- richt von Gert." „Es war auch nur ein Traum. Habt ihr denn Holzversteigernng in den Freiherrlich von Rordeck zur Ra- benau'schen Distrikien Eibschenhain 2b, 2e, 9a, 10a, 11, 12a u. d Donnerstag, den 5. Februar 1925. Versteigert werden: Scheiter Rm. Buche 1. Kl. 14, 2. Kl. 2, Kiefer 26, Fichte 1. Kl. 4, 2. Kl. 25; Knüppel Rm. Buche 1. Kl. 12, 2. Kl. 2, Eiche 7, Kirsch- bäum 4, Aspe 1, Kiefer 43. Fichte 1 Kl. 38, 2. Kl. 4; Knüppelreisig Rm Eiche 4, Kiefer 20, Fichte 6; Reisig Rm Buche 222, Eiche 42, Erle 6, Fichte (Schichthaufen) 617; Stöcke Rm Buche 9, Kiefer 25, Fichte 1. Kl. 44, 2. Kl. 8. Zusammenkunft 9 Uhr vormittags an der Eibschenhainchaussee, Waldeingang. Londorf, den 30. Januar 1925. 1088D Hessisches Forstamt Rabenau. Löber. Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühreche Uolv.-Druekerei, R. Lanze. Ein sprungsäbiger Landschwein- Eber mit In Abstam mungönachwcis abzugeben !)80D Fürst!. Gntsver- waltung in Lich. Garteneinfriedigungen Drahtgeflechte Baubeschläge schmiedeiserne Fenster 09,5 emvnehlt billigst__ H. Schön Schlossermeister Marburg.Slr T.274 Cin Sofa, ein Waschtisch, ein Kinderwagen zu verkaufen 0978 Kirchenplatz 15. Aastnachts- koftüme einmal getragen, u. Bromcnadcwaaen zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäft-st. des Giest. 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Rähere Auskunft ert ilt Förster Kalberlah. Rüddingshausen, den 29. Januar 1925. Bürgermeisterei Rüddingshausen (Post Londorf). Müssig. 1030D Ollslein-Sclinilte alle Größen la «ernd im 846a Modehaus Salomon Eine junge, boch- trächtige Fahrluh tu verkaufen. 0976 Hausen, Cbernaffe? Aus den Waldungen der Gemeinde Rüddingshausen (Distrikt Schneid) soll nachstehendes Rutzholz auf dem Submissionswege vergeben werden: Fichten-Stämme: 2. Klasse 2 Stück 5,25 Fstm. 3. „ 38 „ 67,20 „ 4. „ 43 „ 54,70 „ 5a- „ 57 „ 46,33 „ 5b- „ 80 _ 30,14 „ Umsonst erhalten Sie morgen als Probe 1 Lot von unserem guten gerösteten Bohnenkaffee zu Mk. 4.— das Pfund. (Kinder erhalten keine Proben!) 203,62 Fstm. Kies ern-Stämme: 3. Klaffe 5 Stück 4,39 Fstm. Holzversteigerung in den Freiherrlich von Nordeck zur Nabenau'schen Distrikten Steinberg 12g, 12b, 18a, Höringsteich la, 3, Odenberg la, 1b und 3c Freitag, den 6. Februar 1925. Versteigert werden: Stämme Eiche 6. Kl. 1 Stck. 0,30 Fstm; Derbstangen Fichte 1. Kl. 2 Stck. 0,13 Fstm.; Nuhscheiter Nm.: Eiche (2 Mtr. lg.) 2; Nutzknüppel Nm: Fichte (3 Mtr. lg.) 3; Scheiter Nm.: Buche 1. Kl. 100, 2. Kl. 4, Eiche 23, Kirschbaum 1; Kiefer 3, Fichte 1. und 2. Kl. 74; Knüppel Nm.: Buche 1. Kl. 76, 2. Kl. 2, Eiche 51, Birke 2. Kl. 4, Kiefer 15, Fichte 1. Kl. 64, 2. Kl. 36; Knllpvelreisig Nm.: Fichte 38; Reisig Nm.: Buche 156, Eiche 98; Stöcke Nm.: Buche 58, Eiche 21; Kiefer 7, Fichte 1. Kl. 117, 2. Kl. 52. Zusammenkunft auf dem Kreuz Oben» Hausen-Nüddingshausen, Keffelbach-Appenborn um 9 Uhr üormiitags. Londorf, den 30. Januar 1925. Hessisches Forstamt Rabenau. Löber. 1082D ■ nuuLUUiuuuir I Eitr. Hem. Nevec. Alure. ecet tert Formel org. geb. Gegen Hämorrhoiden. Dringt automatisch in die Litze d Krank- heitskeline ein, beseitigt rasch die Be» schwerd. u. bringt die Hämorrhoiden zur Schrumviung. Erb. in Apotheken. Gratisprosvekt Nr. 24 durch k',sb Chemische Fabrik Mer/; & Co. Fran k furta.M a i n. 38 „ 67,20 43 „ 54,70 57 n 46.33 80 „ 30,14 Die rote Kafchgar. Roman von Fedvr von Zvbeltih. 56. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Sie dachte wohl an ihn zurück, wenn sie über die Reisen anderer Missionare las oder Träumereien nachhing, aber das Bild seiner Persönlichkeit toar doch blasser in ihrem Erinnern geworden, und die Tatsache, daß er auch in der Zeit, da er noch in zivilisierten Landeir sein muhte, nie Hatto etwas von sich verlauten lassen, gab ihr beinahe die Gewißheit, daß er das Verlöbnis mit ihr als übereilt empfunden haben mochte. Für die Gemeinde war sie noch immer seine Braut, im Herzen war sie es längst nicht mehr. Gerüchte über das Verschollensein Gerts drangen natürlich auch zu ihr. Fuhr Alexe einmal in ihrem Vierspänner zu einem kurzen Teebesuch bei ihr vor. so hörte sie Räheres und niemals Gutes, hörte von den mannigfachen Bemühungen um das Cndgeschick der Expedition Murray, hörte schließlich auch, daß Theda die Todeserklärung ihres Mannes beantragt hatte und im Zusammenhänge damit von der Werbung Hellmuts um die junge Frau. Das erschreckte sie nicht, sie konnte sich in das Fühlen Thedas einleben, die man als leidendes Kind an einen Gleichgültigen gefesselt hatte und die nun die Ansprüche einer gesunden Ratur an das Leben erhob. Und dainr erhielt sie eines Tages die Aufforderung, an der Trauerfeier für Gert in Groß- Ponar teilzunehmen, und war sich klar darüber, daß der Geliebte ihrer ftrospenden Jugend jetzt auch für sie ein Toter war. Sie weinte sich aus, wusck) sich die Tränen aus dem Gesicht und kleidete sich dann an. um nach Groß-Ponar zu fahren. Vor dem Spiegel betrachtete sie sich aufmerksam. Es schien ihr, als sei sie größer und fülliger als ehedem, die Wangen hatten sich gerundet, das ruhige Leben, das sie führte, legte eine blühende Klarheit auf ihre Züge. Sicher war sie hübscher geworden, aber sie lächelte trübe über diese Wahrnehmung. Und wenn sie eine Schönheit geworden wäre, was nützte es ihr? 03 war ihr vorbestimmt, als alte Jungfer zu sterben. — Die Feier fand in der Halle des Schlosses von Groß-Ponar statt. Es gab eine Marmor- büste von Gert, recht und schlecht von ernenn jungen Künstler modelliert, bar der dlte Graf einmal unterstützt hatte: die stand auf einem Sockel, von den Palmen des Treibhauses und zahllosen Kränzen umgeben. Alle Fenster waren verhängt, Lichter brannten, die Menge drängte sich in die Halle. Wirtschaftsbeamte, Förster, Bergarbeiter und Dienerschaft, Frauen mrd Mädel. es waren viele Leute. Aber aus den Herrenhäusern hatte man niemand geladen, Alexe und Freye waren die letzten Verwandten. Ein Harmonium spielte, ein Chor fang, dann hielt der Ortsgeistliche die Weiherede, und ein großes Schluchzen Hub an. Man hatte den Toten doch lieb gehabt. Auch Theda trocknete sich die Augen — und atmete auf. als alles vorüber war. Alexe umschlang Freye beim Abschied. „Märzveilchen," sagte sie, „warum sieht man dich so selten?" „Ich habe meine Arbeit, Lexe. Täglich fünf Unterrichtsstunden bei den Mädchen. Das erfordert auch Vorbereitung. Aber es macht mir Freude." „ilnb dein Bräutigam? Roch immer ohne Rachricht?" „Auch er ist verschollen — und vielleicht tot wie Gert. Aber, Lexe, da du wieder nach ihm fragst, muß ich dir eine Aufklärung geben. Ich verlobte mich ihm auf Wunsch meiner Mutter. Freiheit des Herzens ließ er mir. ilnb Mutter wird mir im Grabe verzeihen, daß ich sie mir wahre." „Kluge kleine Schlange," sagte Alexe und küßte Frel>es Scheitel, „jetzt sehe ich klar. Ich werde auch nicht mehr fragen ..." Ein paar Wochen später erhielt Freye einen Brief, auf dem ihr zunächst die fremdartige, Marke auffiel. Unb dann erbleichte sie jäh. Ihr Herz regte sich stürmisch. Sie mußte sich setzen. Mein Gott, das war ja unverkennbar die Handschrift Gerts! Rein — unmöglich. Sie öffnete den Brief noch nicht. Sie versuchte, sich zu fassen. Sie Wir bitten, beim Einkauf von „Schwan im Blauband“ das farbig illustrierte Familienblatt „Die Blauband - Woche“ gratis zu verlangen. Denke daran nur „Schwan im Blaubanda JR sollst du bringen, die Feinkost- margarine mit dem vorzüglichen , Aroma und Geschmack, die auch so fä gut zum Kochen und Braten ist. u Sie kostet 50 Pf. «j das Halbpfund | 2a 1/1 der bekannten | DI Originalpackung -