Ur.l Erster Blatt scs. Jahrgang Kettag, 2 )anaar 1925 Erscheint täglich, außer Sonne und Feiertags. Beilagen: GießenerFamüienblLtter Heimat im Bild. HionflU»Bc5ngiptci$: 2Eoldmari, u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge hSherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüste: Schriftleituny 112, Verlag undGelchästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzetaer-ieheiu poRfcheckkont»: $r an ff art a. M. ll«s. General-Anzeiger für Oberhessen GiehenerAnzeiger vnick vAd Verlag: vrühl'sche Unsversitätr-Vuch- und Sleindruckerei R. Lanze in Sletzen. 8chriftleitung unö Geschäftsstelle: Zchllistraße 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichNeit. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm 2tettebrtllch6,auswärts 10 Doldpfennig; für 'Reklame-Anzeigen 0.70mm Breite 35 toolb Pfennig, Platzvorfchrift 20" /Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr Friede Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blnmschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der Beschluß der Botschafterkonferenz. Baris. 31. Dez. (WB.) Wie in alliierten r;. reifen verlautet, hat die Dotschaftertonserenz in ihrer heutigen Siyung sich mit der Stage der an Oie deutsch« Regierung zu richtendeu Rote bt» 'chöstigt. Die alliierten Regierungen werden bt* tImmen, wann die Mitteilung an die deutsche 'cgierung erfolgen soll, und man erficht, da die Mitteilung sehr kurz sein werde und «Lin» zelheiteri nicht enthalten soll. Rach Beendigung der Sitzung ist folgendes Kommunique auSgegeben worden: Die Botlchafterkonferenz hat um 4.30 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz von Jules C a m b o n eine Sitzung abgehalten. Sie hat den alliierten Regierungen den Text der Rote, den sie nach ihren Instruktionen zwecks Mitteilung an die deutsche Regierung betreffs der Kölner Zone vorbereitet hat, über- intitelt. Die Aebcrmittlung an die deutsche Regierung wirb durch Vermittlung der alliierten Regierungen in Berlin erfolgen. Die Rote wirb erst verofsentl'.cht, nachdem die Demarche statt- qefunben hat. Rach Dlättermeldungen wird die ‘/tote der Botschasterkvnferenz voraussichtlich im Laufe deS heutigen Freitags von den Verbündeten Botschaftern in der Wilhelm st rahe über- c'eicht. Die alliierte Note. :-i ftaazösisch-englifLes Kompromiß. Paris. 1. Ian. (WTB) Die gestern von ,c B >tschasterkonferenz getroffene Entscheidung, ■ i'2 alliierten Botschafter In Berlin der deutschen 'vegierung eine Kollektivnote überreichen zu lassen, die die Richträumung der Kölner Zone am 10. Januar mitteilt, wird vom „Echo de Paris" als ein Kompromiß betrachtet. Das Blatt schreibt: Zwei Thesen ftanben einander gegenüber. Die französische These lautete: Die bereits festgestellte Verfehlung Deutschlands an den militärischen Klauseln deS Friedensvertrages genügt, um sofort, eird- gästig und sachlich die Richt räumung der Kölner Jone zu rechtsertioen. Die eng» 1 ifehe Thef^ lautete: Das Problem könne fachlich :isl geregelt werden, we.m 0er Berich? de'r ft ontrollkom Mission endgültig vorliege. also nicht vor der zweiten ober dritten Januarwoche. Das Kompromiß wurde auf folgender Grundlage geschlossen: Die Kollektivnote er» ridre, Deutschland habe seine militärischen Verpflichtungen in befriedigendem TI q fi c noch nicht erfüllt, so daß es ihm in der kurzen Zeil, die ihm bis zum 10. Januar verbleibe, nicht möglich sei, sich mit dem Friedensvertrag in Regel zu sehen. Das ist, so schreibt i as Blatt, der Teil der Rote, der der franzö -- f i j cb e n These günstig ist. Der der englischen These günstige Teil erkläre, für den Augenblick werde die Räumung probi- :urisch ausgefchoben, da die Alliierten erst eut- schribeu könnten, was Deutschland noch erfüllen müsse, um de nerften Teil des Artikels 429 Genüge zu tun, d. h. um die Räumung der ersten Vesohvngszone zu ermöglichen, wenn der Generalbericht borllegt. Das „Echo de Par.S" fügt hinzu: Hier, erkennt man alle Möglichkeiten für ein Krmprom ß, dessen Abschluß mau fetzt auf 'S oder 4 Wochen vertagte. Jetzt werben die Deutschen uns in i t ihren Bitten überhäufen: s.e werden nicht verfehlen, sich an England und Amerita zu wenden, da sie dort Anhänger haben, denen es darum zu tun ist, das System Dawes zu retten. Dieser Teil der öffentlichen Meinung in England und in den Bereinigten Staaten erklärt, cs sei das Beste, wenn die Alliierten ihre Soldaten aus Köln und dem Ruhrgebiet zu dem bestimmten Zeitpunkt zurückziehen würden, wenn das Deutsche Reich in der Zwischenzeit ein Programm von fünf oder sechs Pun.tm, das man gemeinsam aus stelle, erfüllte, damit mehr oder weniger oberflächlich und vorübergehend die Spuren der Berfehlungen an den militärischen Klauseln des Fried-msvertrages verschwinden. Der ,,3ntranfige.:nt“ macht das bemerkenswerte Eingeständnis, daß die D-rvhung Deutschlands, den Sachverständig e n b e r i ch l unter ihn‘'ändern zum Scheitern zu bringen ('?), ihre Wartung auf die Verband c en nicht verf hlt habe, l Gement ist wohl der Hinweis, daß die Politik der Entente geeignet sei, den Dawesplan ernstlich zu gefährde n.) Das Rheinland gegen den Vertragsbruch. Köln, 31. Dez. (TU.) Die Richträumung der Kölner Zone am 10. Januar 1925 findet auch im besetzte:! Gebiet lebhaften Widerspruch. So hat gestern die Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei Köln einstimmig eine Entschließung gefaßt, die gegen den Beschluß der Dotschafterkonserenz, die cm 10. Januar 1925 fällige Räumung der nördlichen Zdne des besetzten Gebietes zu verweigern, schärfsten Widerspruch erhebt. Der Vorstand erblickt in der Erklärung der Verbündeten einen Bruch des Versailler Vertrages, eine ernstliche Gefährdung der Durchführung des Dawesplanes, eine erneute Störung des europäischen Friedens und des friedlichen Zusammenarbeitens der Völker, sowie eine g c - sährliche Förderung der französischen Bestrebungen, dir Rheinlande von Deutschland abzutrennen. — Sn der gestrigen Sitzung der Industrie - und Handelskammer Düsseldorf kam ebenfalls die große Enttäuschung durch die beabsichtigte Richträumung der Kölner Zone zum Ausdruck. Rach den Ausführungen des Vorsitzenden ist die Nicht- täumung eine herbe Enttäuschung für das besetzte Gebiet und das ganze deutsche Volk. Der Beschluß, nicht zu räumen, wird vor allen Dingen darum beklagt, weil er im In- und Ausland hemmend wirkt und alle Voraussetzungen umwirft, da er die Befürchtung auffommen läßt, daß das Schicksal der Rheinlande auch weiterhin unsicher und ungewiß bleibt. Die im Westausschuß für Rhein, Saar, Ruhr und Pfalz vereinigten Rheinländer des unbesetzten Gebietes sandten an den Reichskanzler folgende Kundgebung: Die im West» ausschuh für Rhein, Saar. Ruhr und Pfalz zu- sammengeschlvssenen rheinischen landsmannschaftlichen Verbände erheben schärfsten Widerspruch gegen den Beschluß der Botschafterkonferenz, die Besetzung der Kölner Zone über den 10. Januar 1925 hinaus fort» .zusehen. Richt allein ist es das gebrochene Recht und die verletzte Moral, die uns hierzu veranlaßt, unser Herz treibt uns dazu, unseren schwer ringenden Brüdern und Schwestern am Rhein in dieser dunklen Stunde zur Seite zu treten. Wir erinnern daran, daß die drückenden Berpflichtungen des Londoner Abkommens vom deutschen Bolke zum Teil sogar gegen schwerwiegende innere Bedenken nur übernommen wurden, um die rheinische Bevölkerung zu entlasten und die Befreiung des rheinischen Bodens nicht zu gefährden. Den Beschluß der Botschafterkonferenz, dessen Begründung wir als gänzlich belanglos zurückweisen, empfinden wir deshalb als einen Schlag ins Gesicht. Wir fordern deshalb die Reichsregierung auf, für die baldige Befreiung des Rheinlandes, zum wenigsten im Rahmen des von den Alliierten angeblich so heilig gehaltenen Versailler Vertrages, mit alle:- zulässigen Mitteln zu wirken, und versichern in diesen: bedeutungsvollen Augenblicke nochmals, daß die Treue des rheinischen Volkes trotz aller Schicksalsschläge unwandelbar bleibt Wir wissen, daß diese aus warmen rheinischen Empfinden kommende Kundgebung bei Ihnen, Herr Reichskanzler, einem treuen Sohne des Rheinlandes, teilnehmendes Verständnis finden wird. Neue französische Lügen. Amsterdam, 2. Ian. (WB. Funk.pcuch.) Der Pariser „Malin" veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Meldung aus Holland, die aus sehr vertrauenswürdiger Qutlle" stammen sollte und in der mitgeteilt wurde, daß seit einiger Zeit aufdecRotterdamerWerft Wilton Unterteile von Unterseebooten für Deutschland hergestellt würden, was als ein neuer Beweis für Deutschlands Bewaffnung gR en könne. Die Korrespondenten mehrerer hiesiger Blätter, darunter auch des bekannten deutschfeindlichen „Tclegraaf" haben bei der Direk- tion Der Wilton Älaschinen-Bertrieb und Schiffswerft in Rotterdam Erkundigung nach der Richttgkeit der obigen Rachricht des französischen Blattes eingezogen. DaS Ergebnis war, daß die Direktion der Werft das Gerücht des „Mattn" als eine glatte Erfindung bezeichnete und hinzufügte, daß von einer derartigen Fabrikation niemalSauchnurdie Rede gewesen sei. Die Korrespondenten wurden auch von der Direktton ersucht, die französische Meldung in ihren Blättern zu demen- tteren. Der Berliner Finanzskandals. 45 Millionen verfchleuoert. üebertafdjenb schnell ließ die Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag abend und Mittwoch früh die Inhaber des Darmat-Kon- zerns, die Gebrüder Barmat, in Haft nehmen und sämtliche Betriebe unter Polizeiaufsicht stellen. Sie hat zwar bisher noch nichts darüber verlauten lassen, welche Gründe sie zu diesem Schritt veranlaßte. Man geht aber wohl nicht fehl in der Annahme, daß das Ermittlungsverfahren im Falle Seehandlung-Ku- tisker auch allerlei unangenehmes Material für die Gebrüder Barmat zutage förderte, so daß sich die Staatsanwaltschaft turzerhand zu der Festnahme der Barmats entschloß. Bor etlichen Wochen schon wurde in der Öffentlichkeit behauptet. daß auch der Barmai-Kon-ern in dem Bartels-Holzmann-Kutisk. r-Skandal eine gewisse Rolle spiele. Aber die diesem Konzern nahestehende Presse verstand es. die Barmats wieder vollständig aus der Diskussion herauszuziehen. Eingeweihte wußten allerdings schon seit geraumer Zeit, daß die Staatsanwaltschaft sich unter der Hand sehr eingehend mit den Geschäften der Gebrüder Darmat befaßte. Durch ihre jetzt vorgenommene Verhaftung dürfte der Skandal wahrscheinlich auch seine Wellen bis in das sozialistische Lager hinüberschlagen. da bekanntlich hervorragende Sozialdemokraten in den Aufsichtsräten verschiedener Barmat-Unternehmungen sitzen. Neue Verhaftungen. Berlin. 1. Ian. (SIL) In die Kette der großen Finanzskandale Berlins ist heute ein neues Glied sensationellster Art eingefügt worden. Die drei Brüder Julius, Salomon und Hermann D a r m a t, die Inhaber des millionenschweren Darmat-Konzerns, Berlin—Amsterdam, sind in ihren Wohnungen von Beamten der Kriminalpolizei ausgesucht und verhaftet worden. Außer den drei Gesellschaftern des Darmat-Konzerns ist auch noch der Sohn Julius Darmats verhaftet worden. In den Geschäftsräumen der Merkur- Bank und anderen zum Barmat-Konzern gehörenden Unternehmungen sind heute früh bet Eröffnung der Gefchästslokale sämtliche Geschäftsbücher und Korrespondenzen beschlagnahmt. Der vierte der Gebrüder Barmat befindet sich auf einer Jagdpartie und wurde in feiner Wohnung nicht aufgefunden. Die Grmittlurgen in der Angelegenheit Ku- t i s k e r, die in den letzten Sagen mit Hochdruck vorgenvmmen worden sind, hatten den Beweis dafür ergeben, daß zwischen dem Kutisker- Konzern und dem Barmat-Konzern engste geschäftliche Verbindungen bestanden haben, die sich auch auf Geschäfte mit der Seehandlung erstreckten. Es müssen sehr gewich.ige Verdachtsmomente vorhanden sein, daß die Staats- anwaltschast zur Festrahme der D ü^er Bam-at und des Sohnes von Julius Bar,na, gesch it:en ist- — Aufta lend für ^ie G.schäfts ücht g ei: der jetzt verhafteten Konzerrft Haber ist, daß sie alle aus Ruhte i D flammten und 'ich ursp üigstch mit kleinen Emzelham elsgeschäften 6c ah: n. Bei einer Durchsuchung des Schlosses von Julius Dam.at auf der Insel Schwanenwerder wurden für etwa eine halbe M .on Eckmucksachen gefunden. Es wird angenommen, daß dir Barmittel der Gebrüder Darmat an unbekannten Stellen hinterlegt worden sind. Die wir weiter hören, wurden auch die Ministerialdirektoren Hans Hellwig und Emil K a u h verhaftet. Ersterer befand sich bis vor wenigen Monaten in leitender Stellung in der Staatsbank. Rach feinem Ausscheiden aus dieser trat er in die Preußische Hypothekenbank ein; er hatte dieses Amt jedoch vor etwa 14 Sagen niedergelegt, da einige seiner Anträge, die gesellschaftliche Transaktionen in Gemeinschaft mit dem Kuttsker- und Barmatkonzern zum Gegenstand hatten, abgelehnt wurden. 3m weiteren Verlauf der Untersuchung stellte sich heraus, daß, ebenso wie zw'fchen Kuttsker und der Staatsbank, Kreditgeschäfte auch zwischen Barmat und der Staatsbank getätigt worden waren. Die Vermittler sollen jedesmal Ruche und Hellwig gewesen sein. Die Kreditgeschäfte der See- handlung. Eine Berliner Abendzeitung glaubt als feststehend berichten zu können, daß die Seehandlung an Kuttsker über 10 Millionen, an Michael 40 Millionen und an den Barmatkon- zern 50 Millionen geliehen har. Diese Nachricht ist falsch. Die Summe der Forderungen an die drei Stellen beträgt etwa 45 Millionen Mark. Dlankokredite befinden sich nicht darunter. Die Regierungsbildung. Ein überparteiliches bürgerliches Kabinett? Berlin, 2. Jan. (Priv^Tel.) Die Frage der Regierungsbildung dürste, wie die „Seit“ schreibt, von heute ab wieder aktiv auf genommen werden. Man hofft, sie bald zu einem Ergebnis filhren zu können. Eine Betrauung deS bisherigen Reichskanzlers Dr. Marx mit der Regierungsbildung ist noch nicht erfolgt. Es bleibt aözuwarten, ob der Reichspräsident dielleicht noch versucht, die Vertreter der Sozialdemokraten und der Deutschnationalen über die Lage in dem Sinne zu befragen, ob sie eine Möglichkeit sehen, die Kabinettsbildung zu übernehmen. Wenn die Parteien auf ihren bisherigen Beschlüssen beharren, ist eine solche 03Übung allerdings nicht möglich, da Zentrum und Deutsche Volks- Partei ihre Ansicht jedenfalls nicht ändern werden. In diesem Falle ist ieden'alls damtt zu rechnen, daß dec Reichspräsident ein überparteiliches bürgerliches Kabinett bil-- det ohne Anlehnung an die Frattionen. Neujahrsempfang beim Reichspräsidenten. Reichspräsident Ehert empfing am Neu- jahrstage in der üblichen We.se die Chefs der hiesigen fremden diplomatischen Vertretungen. Die Glückwünsche Öeä Diplomatischen Korps brachte der Apostolische Nuntius, Monsignore Pacelli, als Doyen zum Ausdruck. Die Fragen, deren Lösung der nächsten Zeit Vorbehalten s nd. sind von schwerwieg rnd.r imö toc ttr g ab r Bedeutung für die Zukunft, nicht nur für Deutschlands, sondern auch Europas unö der Welt cs wird der Anstrengung aller Regierungen und aller Völler bedürfen, um auJ; hier uen Gcu des Rechts und des Friedens den Weg bestimmen zu lassen, auf dein die europäische Ordnung endgültig wiederhergestellt werden soll. Bei dem Empfang waren der Reichsminister Dr. 6 t r e f c - mann und die Staatssekretäre Dr. v. Schubert und Dr. Meißner zugegen. 3m Anschluß hieran wurden der Reichskanzler, die Reichsminister und die Staat sekretäre empfangen. Reichspräsident Eberl sprach dabei von der ernsten Sorge, mit der bai' neue 3ahr beginnt, von dem wir den Anfang der Befreiung des RheinlandcS erhofften. Alle Deutschen. welcher Parteirich'ung sie auch angehören mögen, sind hier einig in dem Gefühl bitterer Enttäuschung unö dem Bewußtsein eines, uns angetanen neuen schmerzlichen Unrechts. Unter einer Begründung, die wir noch nicht kennen und noch nicht nachprüsen können, von deren Haltlosigkeit wir aber alle überzeugt find, soll unö, dem einzig wirklich cnttoaffnelen Voirin einem sonst noch toaffenftavvenben Europa das versagt werden, was in dem so unendlich harten Friedensvertrag allein zu unseren (Sanfte , enthalten ist: die Räumung besetzten deutsch.t 'Bodens. Unser allererster Wunsch am heutigen Reujahrstage ist Der, daß der Grift der Gei-echt'l.i feit und der Wille zur Verständigung der Völlei obsiegen möge über die 3bce der Macht und Gewalt, und daß uns und unseren Brüdern a- Rhein und Ruhr das werde, worauf wir An spruch haben: Recht und 5 i c i b c i t! Später übermittelten Reichstagsprasidcnt Wallraf und die Vizepräsidenten Dr. R i e ß e r und Dittmann die Wünsche des Reichstage und der Ministettaldireklor Im preußischen Staatsministerium Nobis, der thüringische Minister Münze! und der bayrische Staatsrat von W o l s als Vertreter des Reichsrais die Glückwünsche dieser Körperschaft. Generaldirektor O e f e v und die Staatssekretäre Vogl unö Kumbier brachten daran anschließend dir I Glückwünsche der Hauptverwaltung und de-t I Personals der Reschshahngesellschaft dar. Für die > i3>br(nau)( u-ate.i eii<üle.Kii b!r vUCnttuic v-mi 5 eeckt unö Äontreabmiral Kubiert, Die dein Reichspräsidenten die Glückwünsche deS Heeres und der Marine aussprachen. Der Neujahrsempsang in Paris. Paris, 2. Ian. (TU.) Gestern vormittag ist das diplomatische Korps vom Präsidenten der Republik in feierlicher Zeremonie empfangen worden. Der Doyen, der päp!1 che Aun- tiuß ©eretti führte etwa folgendes aus: Die Völker konnten nach dem letzten Kriege die Illusion Haben, daß der Friede endlich wieder gefunden sei. Leider sind aber die Folgen des Krieges noch nicht beseitigt. ES genügt nicht, den Frieden zu lieben, ibn zu wünschen und ihn zu wollen, man muß an ihn auch schaffen und arbeiten. Der Geist der Solidarität uno der Zusammenarbeit, ich möchte sagen, der Geist d r Barmherzigkeit und gegenseitigen Liebe, muß weiter sorgfältig entwickelt werd.n. Da der wahre Fortschritt, der nicht nur das Glück der 3nöi vibuen, sondern auch von den moralischen Kräften abhängt. Zu wünschen wäre, daß an jedem neuen Sag die Beziehungen bet Völler mehr und mehr von Idealen durchdrungen werden. In seiner Erwiderung erklärte der Präsident der Republik, Dvumergue, cs fei das Ideal Frankreichs, den Frieden durch internationale 2lb ^achung n zu b fest gen, in d m Ausbau deS so fruchtbaren Sch.edsg richwer- fahrens, um zu verh.ndern, daß die u'wermeiö- lichen Mihverständn sse zwischm un ibhängiger» Nationen in einen blutigen Konflikt ausarten, ferner darin, sämtlichen Nationen die für ihre Entwicklung unerläßliche Sicherheit zu gewährleisten und schließlich die Achtung vor den bestehenden Verträgen zu sichern. Die italienische Krisis. Musiolini nimmt den Kampf gegen die Opposition auf. Rom, 31. Dez. (TU) Der Minifterrat hat gestern strenge Maßnahmen gegen die.Odrofttivn beschlossen. Damit wird der offene Kamp! ausgenommen. Um die finanziellen i nb wirtschaftlichen Rückwirkungen, die die Haltung det kOppvsilwns. arteten verursacht, he ab umiibern, sollen die bestehenden Gesetze verschärft We den und streng zur Anwendung gelangen. So sollen vor allem unerlaubte Börsenspekulationen verhindert und das Pressegesetz noch strenger durchs üstrt werden eben'o das neue Wah t gef etz Mussolini erklä te iah er nicht von seinem Posten weichm |onöe.v vielmehr seine Gegner zum Schweigen bringen werde. Finan?m niste St r- an i e: Härte, das Ergebnis d.S Q3e leumt>.i ig 5 el< u • c - sei für Italien Derart schädlich geweicn, aß der Kurs des Lire an ber Reuyorker Bö 1- einen starken Rückfall erlit en haste Dir Minister erklärten sich mit Mussolini soft u.: i ch. Bei der Besprechung, die dem Ministerpat voranging, hatte der Innenminister F e d e i - zoni Dem Ministerrat beruhigende Erklärungen über Die politische Rückwirkung Der Denkschrift Rossis abgegeben. Mussolini erklärte zu Öen. Enthüllungen, vLV SB NW um Die -öerteungung erneS Angeklagten handele, der die Derantwo^ tung aut andere abwälzen wolle. Auch die Gerichtsbehörden hätten seit langem Kenntnis von dem Dokument. Dadurch, dah man ihn dennoch nicht verhört habe, sei bewiesen, dah auch daS Gericht dem Dokument kerne Bedeutung beimesse. Mussolini betonte weiter. dah eine eventuelle Krise unberechenbare Wirkungen auf die Lage in den Provinzen E würde, wo der FaszismuS noch immer sehr sei. Die Regierung wünsche die Rormali-- gSPolitik forizusehen. Sie mühte aber der Stimmung deS FaszismuS und der Miliz Rech- ming tragen. Der deutsch-französische Handelsvertrag. Die Frage eines Provisoriums. Paris. 1. San. (WD.) Das „Oeuvre" schreib! über die deutsch-franZösischen 5janZ)el6-= Vertragsverhandlungen, Staatssekretär Dr. Trendelenburg habe Handelsminister Roynaldi nicht verheimlicht, dah man jede Hofftmng, einen Handelsvertrag bis zum 10. Fanuar unterzeichnen zu können, a u f g e b e n müsse. Das Blatt fragt: Werde eS möglich sein, wenigstens ein provisorisches Abkommen zu erzielen, und beantwortet diese Frage dahin, dah auch daS ziemlich unsicl)er sei. Man glaube zu wissen, dah von nun an die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen sich hauptsächlich darauf richten werden, zu einem Modus vivendi zürn 10. 3a- nuarzu gelangen. Man muh sich jedoch nicht verheimlichen, dah. wenn ein derart ges Ziel erreicht werden soll, noch grvhe Hindernisse zu überwinden sind, besonders angesichts dcrfranzösischenFordeiungen und im Hinblick auf den neuen fronzösisa-en Minimal-Zolltarif, von dem man nicht mit Sicherheit erklären kann, ob er überhaupt Exportmöglichkeiten nach Frankreich biete. Das Reichskoinmissariat für das besetzte Gebiet. Berlin, 2. Fan. (Priv.-Tel.) Die deutsche Abordnung zur Durch ührung der. Londoner Abmachungen im besetzten Gebiete wird in den nächsten Tagen ihre Tätigkeit beenden, ohne dah es bisher gelungen wäre, die Zustimmung der Regierungen der 'Besatzungsmächte zur Wider- er ri chtung deS Reichskvmm issa ri ats in Koblenz zu erlangen. Es fehlt somit an einer Stelle, die ermächtigt wäre, das Reich und die Länder allgemein gegenüber der 3nter- alliierten Rheinlandkommission zu vertreten. Wie wir hören, bleibt das Auswärtige Amt nach wie vor bemüht, der Wiederzulassung eines Reichs- kommisfiiriats bei den Desayungsbehörden zu erlangen. Um dis Verteilung der deutschen Zahlungen. Paris, 2. Fan. (TA) „(Zentrale Retos" meldet, dah Englands Antwort auf die amerikanische Rote über die Beteiligung An^rckas an den deutschen Zahlungen gestern dem amerikanischen Botschafter in London überreicht wurde. Die Antwortnote umfaßt mehrere Seiten und läßt die Türe zu weiteren Verhandlungen offen. 3m übrig-m stellt die englische Regierung erneut fest, dah Ameriia auf eine Berücksichtigung bei der Verteilung der deutschen Betrage grundsätzlich keinen Anspruch erheben könne, weil es den Versailler Vertrag nicht ratifiziert habe. Zum Schluß läßt die Rote jedoch durchblicken, dah Schadenersatzansprüche Amerikas in bescheidenem Umfange berücksichtigt werden könnten, wenn sie unter der Rubrik „Besät-- zungsunkvsten" gebucht würden. Die interalliierte Schulden- regelrrng. London, 1. Fan. (WTD) Wie Reuter vus Washington meldet, ist der Bericht des amerikanischen Botschafters in Paris ü5c." seine Alnterrcbung mit Herriot toc^en der franzvsfchm Kriegsschulden beim Staatede-ackement e nge° troffen. Es wird erklärt, daß der De ich: eine amtliche Versicherung enthalte, dah Funkreich nicht die Absicht hege, sich der Rückzahlung seiner Kriegsschulden zu entziehen. Man glaubt nicht dah der Da sch'.ag des franrbsi chen Sozialistensuhrers L5on Blum, nach dem F an!- reich einen Teil der ihm aus den deutschen FahreSzahlungen zustehenden Summe an Amerika ab tritt, auf amerikanischer Seite Gegenliebe finden wird. Man glaubt jedoch, dah die gesamte interalliierte Schuldenfrage grundsätzlich geklärt werden soll. Dach Mitteilungen aus Regierungskreisen steht die Reise derGvuverneurs derBank von England in keinerlei De iehungen zu den Derharrdlungen über die Kriegsschuldenfrage. Die Besprechungen werden sich lediglich auf allgemeine Fragen der fiskalischen Beziehungen zwischen der Bank von England und dem Federal Reserve Board erstrecken. Der Kampf um die Ostsee. Paris, 31. Dez. (TU.) Die „3nfor* rrtation“ meldet aus Riga, dah die baltischen Staaten am 17. 3amiar eine Konferenz abhalten werden. Sämtliche Außenminister der baltischen Länder, wie auch die von Finnland und Polen, werden die Unterzeichnung eines Schiedsgerichtsvertrages Vorschlägen. Die Konferenz wird voraussichllich be- schltehen, an Frankreich eine Protestnote gegen die Uebergabe der Wrangelslotte an die Sowjets abzusenden unter Hinweis darauf, daß die Sowjets dann über die stärkste Flotte der Ostseestaaten verfügen würden. Rußlands Wirtschaftslage. Moskau, 1. Fan. (Russische Telegraphen - egentut.) Fn einem Interview teilte ber Volle- kommisfar für die Finanzen Sotolnitow u. a. mit, dah sich die Einfuhr sichtlich ver gr du er re, wozu Die Regierung mit Assignierung von 48 Millionen Rubel beigetragen habe. Sie werde diese Summe noch vergrößern. Ungeachtet des Abbruches Der englischen Anleiheverhandlungen werde die Gesamtsumme der Ctn- und Ausfuhr im Fahre 1925 ungefähr die Summe von 1 Milliarde Rubel erreichen. Das Ausbleiben der englischen Kredite werde den inneren Markt indes nicht schwächen. Von einer erneuten Roteuemissivn könne keine Rede sein: nur Die Ausgabe von Banknoten der Staatsbank werde entsprechend dem vergrößerten Warenumlauf durch geführt werden, wobei Die Vergrößerung der Geldmasse nur von einer Gesundung der sowjetistischen Wirtschaft Zeugnis ab- lege. Kehraus im französischen Parlament. Paris, 31. Dez. (WTD.) 3n der Schlußsitzung der Kammer ist es zwischen dem Abg. Simon Renault und dem Abg. D a I a n a n o zu Tätlichkeiten g kommen, in deren Verlast? dem Letzteren ein Zahn ausgeschlagen wurde, während der Abgeordncte Renault am Handgelenk verwundet wurde. Schl eh'ich wurde das Amnestiegesetz in der F ssung d s Senats mit 340 gegen 136 Stimmen a n g e n o m- men, wobei Die R^g erring verspreche i mußte, daß Die Amnestie auch auf die im Zusammenhang mit Den kommunistischen Amttieb n geschehenen Verbrechen ausgedehnt werden solle. Die Gesandtschaft beim Vatikan klebt nach Zusickerung der Regierung bestehen. En 2Cngr.fi des Senats gegen Die 50>Frank-Teuerungs° zulage für Die Beamten wurde von der Kammer abgeschlagen. Verstärkung der englischen Luftstreitkräfte. London. 2. Fan. (TA.) 3m kommenden Fahre soll eine bedeutende Verstärkung der englischen Luststreitkräfte vorgenommen werden. Die Zahl Der Flugzeuggeschwader soll von 18 auf 52 erhöht werDen. Gleichzeitig sollen neue Flugplätze geschaffen, moderne Apparate gebaut und die Zahl Des Flugpersonals vergrößert werden. Sfcutari besetzt. Paris, 3! Dez. :TA.) aLut einer Havas- mclbung aus Belgrad haben Die albanischen Aufständischen gestern S k u t a r i besetzt Ganz Albanien befindet sich jetzt in ihren H inden. Eine kleine, 600 Mann starke Abteilung der Truppen Fan R o l i S hält sich zur Zeit noch in der Gegend von Kruma auf. Deutschlands koloniale Leistungen. Es ist nicht viel, waS aus unseren Kolonien von Zeit zu Zeit zu uns herüberdringt^ meistens sind es Mitteilungen über die englische und französische Lotterwirtschaft In Den ehemalkgen deutschen Schutzgebieten. 2Iber manchmal kommen auch Rachrichten, Die von rückhaltlosem Lob und restloser 2Inertcnnung Der deutschen kolonialen Leistungen Durch prominente 2Iui[jnDer sprechen. Sv hat dieser Tage der Premierminister Der S üdasrikanischen Union, General Herhog, nach einer Rundreise durch Süd- westafrika sich voller Hachachtung über b:e Roll" Der Deutschen in Der kolonialen Entwick- lung Südafrikas ausgesprochen. Se n Urteil verdient festgcholten zu werden, richtet es sich Doch gegen Die auch im Versailler Feiedensvertrag festgelegte These von der Deutschen Unfähigkeit, sich lolonisatorisch zu betätigen. Herhog konnte sich persönlich von den Verdiensten der deutschen Kolonisten um S»dwestafrika überzeugen, als ehrlicher Mann konnte er nicht umhin, sie besonders hervorzuheben, was besonders wertvoll ist, da auch er im Lager unserer Gegner steht. Die chinesischen Unruhen. Paris, 31. Dez. (WTB.) Havas. Wie aus Shanghai berichtet wird, hat General Schen- Lo-San einen Ausstand gegen Den Gouverneur von Schekiang und Fikeu Sun-Schuan-Fan angezettelt. Seit SamStag seien bei Sung-Kiang. das zwanzig Meilen von Schanghai entfernt ist, Scharmü>tzel im Gange, die inzwischen eine gewisse Ausdehnung erfahren hätten und in deren Verlaus etwa 100 Soldaten gefallen fein sollen. Der MilUärgouvevneur von Schanghai hat 1000 Mann Verstärkung an General Schen-Lo° San geschickt und das Arsenal von Schanghai und Kian-Ran, wo sich eine aus Anhängern von Sun-Schuan-Fan bestehende Besatzung befindet, umzingeln lassen. Don der Landtagsfraklisn der Deutschen Volkspartei. Darmstadt, 1. 3cm. (Eigen. Bericht.) Tie Landtagsfraktion der Deutschen Dvllspartei trat zu Beginn dieser Woche zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Es wurden Abg. Singel» bet) zum Vorsitzenden und Abg. Scholz zu dessen Stellvertreter und Frau Abg. Birnbaum zur Schriftführerin der Fraktion gewählt. Die Vertreter der Deutschen Dolkspartei in den Ausschüssen sind folgende 2lbgeordnete: 1. Finanzausschuß: Dingeldey und Haury: 2. G e» setzgebungsausschuß: Dr. Riepvth und Birnbaum; 3. Petit ionsausschuh: Dr. Keller; 4. Staatsgerichtshos: Scholz; 5. Siedlungsausschuß und parlamentarischer Siedlungsbeirat: Schott; 6. Beirat des L a n- destheaterS^ Dingeldeh: 7. Derwaltungsrat der Landesbank: Dr. Riepvth. Aus aller Welt. Schneefturm, Tpringflut, Frost. Moskau, 31. Dez. ($U.) Fm ganjen Kaukasus wüten feit mehreren Tagen starke Schnecstürme. Ene (Springflut von ungeheurer Stttie lucht Die Küsten DeS Schwarzen und DeS Kaspischen Meeres heim. Die Temperatur beträgt durchschnittlich 20 Grad R. unter «Aull. Fn Da tu liegt über 30 Zttn. Schnee. Die Eisenbahnverbindungen sind 'm vielen G Jxeten unterbrochen. D:e Arbeiten in den Petroleumgebieten von Baku muhten eingestellt werden. Bisher sind 11 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Abteilungen Der Roten Armee find überall Damit beschäftigt, die Schienen und Straßen von Schnee freizulegen. Hamburg ohne AutoS. Hamburg, 1. Fan. (WD.) Heute sind die Besitzer der Kraftdroschken in den Streik getreten. Fn ganz Hamburg fährt keine Kraftdroschke. Die Arsache liegt darin, daß die Polizei eine Verordnung herauLgegeben hat, wonach ab 1. Fanuar eine Ermäßigung der Droschken- fahrpreise durch Wiedereinsührung Der einfachen Taxe erfolgen soll. Die Kraftdroschkenbesitzer cr= klären, dah sie bei Einführung dieser Taxe unter Den Selbstkosten fahren mühten. Chinesen als Mörder. Hamburg, 1. Fan. (WD.) 3a der letzten Rächt wurden in einem Keller in der Schmuckstraße, in dem sich eine Chinesen- he rberge befindet, der chi.iesische Wong- Chang ermordet aufgefunden. Anscheinend ist er von zwei anderen Chinesen, die in den Keller eingedrungen waren, niedergeschossen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Berlins Silvesterbilanz: 253 Verhaftungen. Berlin, 1. Fan. (WTB) Dec Sckvester- abend unb die Rächt zum Reujahrstage fmb, in Berlin tm allgemeinen ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. 253 Pcrfoncn wurden wegen groben llnfugö, Schlägerei, Trunkenheit, Sachbesch-tDi- gung, Körperverletzung, Di bsiallls, Haussriebens- bruchs, Beleidigung. Zechprellerei usw. zur Wache gebracht. Ach! baoon wurden im Polizeipräsidium eingeliefert, die übrigen nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder entlassen. Räuber als Brandstifter. Berlin, 1. Fan. (WTD) Die Feuerwehr wehr wurde gestern nach Den Kassenräumen des Da hnHofs Zoologischer ©arten ge- rusen. Es stellte sich heraus, dah in Der Rähe des Tresors Quittungen und andere Papiere in Brand gesetzt worden waren. Der Eilenbahn- betriebsassistent Münch lag besinnungZl-s mit einem Knebel im Munde gefcss It im Verraum Der Kasse am Boden. Als er sich wieder erholt hatte, sagte er, daß er von Der Firma telephonisch gebeten worden sei, trotz des Feiertages noch 30 000 Mark auszu ahlen. Das Geld werde von zwei Herren abgeTplt Als diese ersch enen, habe er telephonisch bei Dem Rechnungsoureau anfragen wollen, sei aber durch einen Faust- schlag niedergestreckt worden. Der ® e l D- schrank war Dann von Den Räubern geöffnet unb wieder verschossen worden. Es fehlte aber nur eine geringe Summe. D e 30 ODO Mart haben die Later nicht gefunden. Rach dem Raube legten sie dann Feuer an und flüchteten. Bergrutsch auf der Strecke Wien—Zürich. Wien, 1. Fan. (WTB.) Rach einer Mitteilung der Generaldirektion Der Bundesbahnen ist gestern mittag auf Der Arlberg-Westram p e die Strecke Hintergasse--Braz durch einen Bergrutsch verlegt worden. Der Personen- zugverkehr toirD westlich Der Arlbergrampe in Richtung Bregenz und östlich in Richtung 3nns- brud bis und von Hintergasse auftecht erhalten. Der direkte Schnellzugsverkehr nach Der Schweiz toirD während Der Unterbrechung über Süddeutsch! and geleitet Grubenunglück durch Explosion von Gasen. Prag, 1. Ian. (Wolff.) Durch eine Explosion von Sprenggasen auf der Grube Ludwig in Radwonitz bei Mährisch-Ostrau wurde ein Schlepper getötet Zwei Bergleute wurden lebensgefährlich, zwei schwer und acht leicht verletzt. Der betreffenbe Grubenteil ist wieder gasfrei, so dah für die Belegschaft der Grube keine Gefahr besteht. Aus Stadt und Land. Gießen, Den 2. Januar 1925 ** Das neue Fahr hat sich trotz des überaus freudigen Empfangs, der ihm mit starkem Feuerwerk in allen Sttahen, frvhbe- tvegten Glückwunsch-Zurufen und fei rlichem Glockengeläut usw. bereitet wurde, eigentlich doch wenig manierlich eingeführt. Es sctzte an fetacm ersten Tage und auch heute einfach das Regcmwetter fort, mit dem das alte Fahr noch am Silvesterabend, also ausgerechnet vor Toresschluß, aufgewartet hatte. Dazu kam ein unfreundlicher Wind, der namentlich in den «Abendstunden des ReujahrStages robuster wurde. Hoffentlich hat das neue Fahr aber ein Einsehen und bessert sich gründlich, denn an den Unliebenswürdigkeiten des Vorjahres haben wir noch für ein paar Fahre genug. Fetzt erwarten wir ein freundliches, gesegnetes Regiment, mit dem wir zufriedener sein können, als mit dem vorjährigen. Also möge sich das neue Fahr 1925 bessern. — Die Fahresschlußgvtresdi- tammt, bis Anfang Ulung mar und W weilte; eslM M ich Frankfurt a. D. n slcin-ßiRöCT im »'".“wüSbi* : wf HtaW SU Unermüd- ^Luz und ihr- ••ssSä i vergangen ^ek. st von Greilich durch einen schweren Bauchschuß aus einem Armeerevvlver so schwer verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustand in die Gießener Klinik verbracht werden mußte, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. ES soll sich bei dem Do.sall um Die Fv;ge einer unachtsamen Hantierung mit der Schußwaffe handeln. Näheres kann e.st nach dem Abschluß der Untersuchung berichtet werden. KreiS Friedberg. vw. Butzbach, 31. Dez. 3n der letzten Stadtverordnetensihung dieses Jahres wurden zunächst sämtliche Beschlüsse des Bauaus- schusseS genehmigt. — Für den Stadtv. H e i l, der sein Amt nie der gelegt hatte, trat Ober- justizinspektor Vier Heller ein. — Dem Wohlfahrtsamt wurden weitere 5000 OK a r t zur Verfügung gestellt, um seinen edlen Zwecken noch besser dienen zu können. — Ferner wurden der hiesigen Hospitalverwaltung600Mark bewilligt, um fehlende Gegenstände beschaffen zu können. An eine Erweiterung der Räume dieser Anstalt soll später herangetreten werden. — Zu Beisitzern für das Mieteinigungsamt wurden die seitherigen Herren wiedergewäylt, und nur für Dr. Fischer wurde Josef H a 11 m e i e r bestimmt. — Es wurde weiter beschlossen, dem Turn - und Sportverein 1846 das zur Einrichtung einer Eisbahn auf der von ihm erworbenen 10 000 Quadratmeter fassenden Wiese nötige Wasser kostenlos zu überweisen unter der Bedingung, daß Stadt- und Realschüler bis zum 14. Zahr die Dahn benutzen dürfen, ohne ein Eintrittsgeld zahlen zu müssen. — Die Hundesteuer wurde wie folgt festgesetzt: Außer der Staatssteuer, die für jeden Hund 12 Mk. beträgt, müssen in Zukunft an die Stadt für Den ersten Hund 5 Mk., für einen zweiten 30 Mk. und für einen dritten Hund 48 Mk. gezahlt werden. Dem Verein für SanitätShunde wurde ein einmaliger Beitrag von 100 Mk. bewilligt. — Der Antrag des Taubstummenverbandes Hessen und tzefsen-Rassau wurde dem Wohlfahrtsausschuß zur weiteren Behandlung überwiesen. 2$. Dad-Nauheim, 29. Dez. Eine schöne ^Weihnacht im Felde" wurde dem hiesigen Schäfer Hosmann in der heiligen Nacht durch den Schäsereiveretn bereitet. Als er mit seiner Herde in den Pferch eiiHiehen, wollte, brannte an der Schäserhütte der Christbaum. unter dem reiche Gaben ausgebreitet waren. Die Anwesenden fangen unter Begleitung eines Trompeters daS alte Weihnachtslied .Stille Nacht, heilige Nacht". Die Feier machte auf alle Beteiligten einen tiefen Eindruck. Dem Schäfereiverein gebührt Dank, daß er auf den sinnigen Gedanken kam, seinen treuen Schäfer, der in der WeihnachtSnacht draußen im Felde seinen Berus pflichtgemäß auSübt, durch eine so echte christliche Feier zu erfreuen und zu ehren. — Eine wenig erfreuliche WerynachtSbotfchast wuroe den Dor^ ständen verschiedener hiestger Vereine am heiligen Abend überbracht. Fhr gemeinsamer Vereinsdiener war tage zuvor verschwunden und mit ihm die einkassierten Vereins- belträge in Höhe von zusammen etwa 1000 Mark. Heber den Verbleib des .verschwundenen Vereinsdieners" ist bis heute iwch nichts bekannt. Nur ein Abschiedsbrief an seine Angehörigen gibt Kunde von feinem Weggang. Die Familie des Flüchtigen hat sich bereit erklärt, die schwer geschädigten 032reine schadlos zu halten. am. Staden, 31. Dez. Am 28 d. M hatte es der hiesige Sportverein in üblicher Weise unternommen, zugunsten eines Krieger« denkrnals einen Theaterabend zu Veranstaltern Es wurden zwei ernste Stücke ausgcsührt: .Die zwei Brüder^' und .Der Fremdenlegionär". Besonders das erste Stück wurde bei einer sehr passenden Rollenverteilung ganz hervorragend gespielt, so daß die den Saal der Gastwirtschaft Philipp Echuldt Wwe. füllenden Zuschauer gepackt wurden durch die Tragik zweier entgegengesetzter Charaktere, des Gefühlsmenschen und der kalten Pflichtnatur. Da auch der Kriegerverein Schritte in der Denkmalsangelegenheit unternehmen will, dürften wir der Schaffung eines Kriegerdenkmals in unserer Gemeinde näherkommen. am. Stammheim, 31. Dez. Eine wundervolle WeihnachtSseier wurde in hiesiger Kirche veranstaltet. Ein sinniger Dorspruch und passende Zwiegespräche, unterbrochen durch mehrstimmige Lieder der oberen Schulklasse, leiteten die Feier ein. Alsdann zog die Weihnachtsgeschichte, in Abschnitten verlesen durch den Orts- geisllichen, an den die Kirche bis zum letzten Platz füllenden Zuhörern vorüber, umrahmt von den Weihnachtsliedern des hiesigen Kirchengesangvereins .Germania". Besonders das letzte Lied des Männerchors .Krippenlied" lieh in seinem schwierigen Mollsatz die technische Durchbildung auf einer seltenen Höhe erscheinen. Der Kirchenvorstand sah sich nach Schluß der Feier veranlaßt, dem musikalischen Leiter der Feier, Lehrer Franck, den ausdrücklichen Dank für seine Mühe und sein musikalisches Können, das er so bereitwillig in den Dienst dieser erhebenden Andachtsstunde gestellt hatte, auszusprechen. Mrcis (cmottcn. r~I Laubach, 30. Dez. Heute wurde der Veteran von 1 8 70/7 1, Heinrich Ruhl (von Beruf Maurer), mit militärischen Ehren beerdigt. Der Kriegerverein, Lesen langjähriges Mitglied er war, war vollzählig erschienen. Der Verstorbene hatte an den Kämpfen bei Metz teilgenommen, war aber Dann vom TyphuS schwer mitgenommen worden. Gr stand im 76. Lebensjahr. Im Jahre 1869 war er beim Regiment 115 eingetreten. Zur Zeit leben hier noch sieben Veteranen des deutsch-französischen Krieges. — An den Sparkassenbezirk Laubach sind von der Girozentrale Darmstadt insgesamt zwölf Gewinne gekommen. Gin Gewinn beträgt 100 Goldmark, vier Gewinne 40 Goldmark, sieben Gewinne 20 Goldmark. 8 Wetters eld, 30. Dez. Auch hier haben ch necf en den Roggen schwer geschädigt. Jedoch sind diese Schädlinge durch die Anwendung von K a i n i t jetzt erfolgreich bekämpft worden und fast verschwunden. Kreis Büdingen. □ Aus dem südlichen Vogelsberg, 30. Dez. Die Schnaken sind h.er seit dem letzten Jahrzehnt zu einer wahren Landplage geworden. Fröher waren sie in unseren Tälern unbekannt. Die gegenwärtige milde Witterung setzt sie wieder in Bewegung; massenhaft sieht man sie an den Scheiben im Sonnensch2in herumflattern. Jetzt wäre es Zeil, an ihre Vertilgung zu denken, wo sie in Masse an den Decken der Keller, in den Tümpeln usw. hangen. Hier ist 1*, Gustav Wenzel Verlobte Neuen Däue 6 Bergstraße 9 | Gießen, Neujahr 1925 I Wir haben uns verlobt | Luise Nau Fritz Walter Forstreferendar t Gießen, Neuen Säue 21 Forsthaus Lengfeld | Neujahr 1925. 0„,t0 Arbeitsgemeinschaft der Militär-und Negimentsvereine Die unterzeichneten Vereine pp. laden hiermit ihre Mitglieder nebst Angehörigen zu einer Sonder-Worftellung des neuen Vortrag-Films: „Mit derHapag nach Süd-Amerika^ iiiiiiiiiiniiimiiiiiiiniiiiiiiiiiiimiimiuiiiiiiiiiiiiiiiniiitiiiiiuiiimiiiiiniiiiiimiiiiiiitiiiir bei ermahigfen Einheitspreisen auf Sonntag, den j 4. Januar, vormittags 11 Uhr in das Lichtspielhaus (Bahnhofstraße) ein. ssd Die Vorstände der unterzeichneten Vereine bitten un zahlreiche Beteiligung. Als Ausweis an der Kasse dien, Mitgliedskarte, Dereinsabzeichen oder Beitragsquittung. Die Arbeitsgemeinschaft der Militär- u. Rgts.-Bereine in Gießen: Verein ehem. 115er, 116er, 116er Landw. 118er, 168er, 222er, Verein ehem. 24er Drag., 25er und 61 ft Art., Off.-Derem 1914, Off.-Verein Rgt. KaiserWilhelm,Off.-VereinLdw.l16,Off.-Derein254, Deutscher Off.-Bund, Hassia-Bezirk, Krieger-, Arti! lerie--, Marine-, Garde-, Pionier- und Veteranen verein, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Mein diesjähriger uf beginnt Samstag, den 3. Januar und endigt Samstag, den 17. Januar 1925 Es sind demselben alle Warengattungen einschließlich Herren-Konfektion unterstellt H. KaeO Nachfolger Inh.: Wilhelm Horn Kreuzplatz 15 tod Kreuzplatz 15 O23MO Weiteres, tüchtige^ Anstand., zuverl. Jüngeres »Wtl MWk WSW Vermivtung^n^ u*bu 3 i nun er baldigst gesucht. elettr.Lichl, Klavier. U'rmadier. Nordaolaae 1IL Breelta Va 4SS. ES labet ein mir 1 oder 2 Leuen zu vermieten [.)aK3 j^IVfrftatt. der Vorstand. Zn erfr. in bei Geschäftsstelle des Gieß. Anz. fc25<,. fnr alsbald, evtl, später gesucht., Gchrftenberger Weg 2 1. Zimmer zu vermieten 045 Ebelttrake 2IL r. Chauffeur nüchterner, sehr aut emofoblener, mehr- iäbti-ier wahrer, für Gefchästsw-men sofort gesucht. Srtrtftl. slngeb. unter 10455D an den Gieß. Anz. 8 Am Donnerstag, dem s. und reit.iß, dem 9. Za nuar 1925, werden wir in t'rankfnrt a. 31.. Laboratorium der L’niver* ver*lfatu Augenklinik beim Stöbt. Krankenhaus. Frankfurt a. Main-Lachsen- bauten, Eschenbach trage 14, anmefenb sein, um nach der Statur künstliche Augen für die Patienten anzufertigen und elnzu- paffen. A z. M. menet MU, Msmen Amtalt rät künstliche Anacn. ÖT- Um Berwechflungen mit 6hnl. »«man zu vermeiden, bitten wir, auf 'Jiamen und Nett genau achten au wollen. für kleinen Haushalt gesucht. M8 Julius Stern, Marktplatz 11III. Für die in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten aus Anlaß unserer SILBERNEN HOCHZEIT sagen mir auf diese Weise unseren herzlichsten Dank WILH.SCHWALB II. UND FRAU Rödgen, Weihnachten 1924 Tücht., nlichu. zuverk ürttte für LnetWÄgen f. Tauerstellg. tutcb auswärts gef. Muh m. kleinen Revara- turen vertraut fein. Schriltl. Slngeb. mit Angaben über Alter u. fkitheriger ftahr- stellen unter 10440Ü an den Gteh. Anz. Gewerkschaft Deutscher Lskomotivsührer Ortsgruppe Gießen. niw Wir geben uns die Ehre, unsere Mitglieder nebst Angehörigen zu der am 4. Januar 1925, nachm. 4 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten stattfindenden Weihnachts-Feier ergebenst einzuladen. Der Vorstand. Allcsemeine deutschePostgewerkschaft OrtSgruvve VUeirrn Sonntag, den 4. Januar 1925 findet tm Katbolifchcu BereinsbauS S'/, Ubr aachmittags untere «6* __# < 03 Stellenangebote] ■©eröerÄT der ernst!, gewillt ist. sich durch Fleiß u. Ausdauer eine sehr auskömmliche Cristen» tu ver- iuaffen, kann die Vertretung eines letstunqsf. untern für einen Svezial» artifel gegen Lobe iil5. abVoget Nachn. P. Heiller, Mietqesuche Loden 2 Zimmer wenn möglich and) mit Küche, gesucht. C. (Seismar, im 37. Lebensjahre. In tiefem Schmerz Gießen (Goethestraße 70), 31. Dezember 1924. Die Beerdigung findet statt am Samstag, 3. Januar 1925, 2 Uhr nachmittags. 67D Nachruf. Kc&selbacb, den 31. Dezember 1924. et Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Januar 1925 um 2A Uhr statt. erforderlich. D Ter Vorstand. Gießen, 31. Dezember 1924. Poppe & Co., Gummiwarenfabrik Allendorf a. d. Lumda, den 2. Januar 1925. 000044 Nachruf nachmittags 2*/t Uhr, statt 78D Gießen, Frankfurt a. M., den 31. Dezember 1924. der Vorstand. bei 04 Kamerad Sauer. ftür tnn$über wird Ordnungsliebendes, ein besseres, älteres in besseres, alleres ehrliches.gesundes IDM Mädchen . n. Ifpfift. nnm Vonbe. a. liebst, vom Lande, 043 gesucht. 72c Goetbestr. 311. $ Die Alterskollegen werden zu einer 01 Samstag, 3. Jan. abends 8'/« Ubr: GeMklWes öeisWMssel» mit Damen Wir werden dem leider allzufrüh Dahingeschie* denen ein ehrendes Andenken bewahren. Der Verstorbene hat sich als eifriger und treuer Mitarbeiter ein dauerndes Andenken gesichert. Samstag, 3. aan., abends 81., Ubr, tnsRestauran P o st- keller etnnelnbcn. für ganz oder tagsüber in kleinen bürgerlichen Haushalt dringend gesucht Sicherheit vorhanden. Rückzahlung nach Vereinbarung. Schriitl. Angebote unter 040 an den Gletz. Anz. erbeten. Prokuristen und Angestellte der Firma Poppe & Co Ebcm. Leibgard. Samstag, 3. Jun.. 8 Ubr abends vereinrabend tm BeretnSlokal. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. 88D Ter Vorstand. das kinderlieb sein must und Hausarbeit verrichtet, sofort ges. Lhrom, 1 Hlllebrandstr. 14 v- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Moll und Kinder Margarethe Heyer Witwe Familie Heinrich Kümmel III Familie Ernst Wolny Gießen (Steinstr. 86,1), den 2. Januar 1925. Die Beerdigung findet Samstag, den 3. Januar, nachm. 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 82D Bahnhofstraße Bis elnBchließl. Sonnta® Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege innigen Dank. Wilhelmine Reuning geb. Lotz Karl Reuning SksWmev.Mir Samstag, den 3. Januar 1925, abends 8 Uhr Ein Drama in 6 Akten. Hauptrollen: Maria «üakoblni Bota Valetti Charles Willi Kayser« Dazu ein erstkl. Beiprogramm. Großes Orchester! Gewöhnt Preise ^-.80, l.«. 1.50,2.-. Anfang 4 Uhr. Todesanzeige. Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Christine Jost geb. Baiser im Alter von 64 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Jost, Kreisstraßenwart. Rödgen, den 31. Dezember 1924. Die Beerdigung findet Samstag, den 3. Januar 1925, im Katholischen Verciushaus, wozu wir unsere Mitglieder nebst Angehörigen herzlichst einladen. 038 Der Vorstand. Gäste können eingeführt werden. SamStag abend Kneipe 81D Der Vorstand. Am Neujahrstage, vormittags 10.15 Uhr, verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte, herzensgute Frau, die treusorgende Mutter ihrer 4 Kinder, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Emilie Möll geb. Heyer Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Julius Olemotz Spenglermeister heute vormittag 10% Uhr im Alter von 54 Jahren nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sieb in die Ewigkeit abzurufen. In ticfer Traner jm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Olemotz, Kesselbach Familie Conrad, Köln-Mülheim. ElsaHfllbriw! TamStag, 3. Han, d.J.,abdS.8V< Uhr. Monat8ve»mlinig int Hotel Köhler. Neuwahl des Vorstandes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 59D Gestern abend verschied nach kurzem Krankenlager unser verehrter Herrjean Stock Gestern abend verschied nach kurzer, schwerer Krankheit Herrjean Stock Kaufmann. 6ttM. Heute adend 8V- Uhr: e)C taiÄr Chor. Palast- Lichtspiele Kirclicnplatz Honte letzter Taff KlubderEntgleisten 6 Akte nach dem Roman: „Der Royal-Club“. Hauptrollen: Friedr. Zelnik Johanne« Götzke Maria Zelenko. Ferner: Die MeiDoiron eines Möncbes 6 Akte nach Grillparzers Schauspiel „Elga“. Anfang 4 Uhr. Gestern abend entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Kaufmann Herrjean Stock Alter von 54 Jahren. In tiefstem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Marie Stock geb. Luft Monats» d Versammlung 3. I. 1985,8l/?Ubr, Sonntag, 4. Jan., 'achmittaaöKUdr, findet im Saale deö Studentenheims Burggraben 9, ein WtekWlllW' afiead statt. Zum Vortrag kommt ein Krippen» spiel, von Kindern aufgeführt. Um Störungen au vermeiden, wird gebeten, vor Beginn au erscheinen O25t'3 Der Vorstand. Istorialiditspiele Selterawec Ilie einschlfießE. äonntaff Boulevard - Blut Ein Film von dom «lanzcndeu, bunten Leben des Varietes, der Operette und . . . den fragwürdigen, schattenreichen Quartieren der Großstadt Hauptrolle: Der unverwüstliche BESKOT MEYER Ferner Die graue Macht Schauspiel in 5 Akten. Anfang 4 l br. Stadttheater SamStag, S. Jau., von 3l/s—Uhr: stsjnüseiöwßöüufei oder 2ltjentes.fr Oes Mannes mio öes lünüralffinaBners Märchen in 6 Bildern von Hermann Steingoetter. Altersvereinigung 1870-1920 Unseren werten Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser lieber Alterskollege Herr Jean Stock entschlafen ist. Die Beerdigung findet Samstag, 3. Januar, nachm. 2 Uhr statt. Um zahlreiche Be- ßilüyilllllllllllllillllillllllil Wegen Nachzucht verkaufe meine Rottweüer- hündin mit Stammbaum, linder- und geslügel- sromm, gibt Laut aus Befehl, macht Platz, Setzen, geht bei Kuh, sucht Verloren. 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Bestimmtes Erscheinen 69D €3D ■ IWfct-M Sitte« 1. IlW. gE Tam-tag, 3. Jan W ** * * * * * * * 9'ri><119 Ubr, Im gffl PJteuaur. Lenker ^IlMonalSvcriamm loito mit rolibtic’r ngelv [037 rtt, h- it. KII. Illllllü izucht w TageLordnung St- stimmieS (frl^einer etlorbetlidi. ;u Ter 'Lorltand. n ^not$, n Rs>< WM. Heute abend «V1 Uhr:.« Mthr. WÄ WM mit ^cnM vereinsabenö Lktelo!aL j, «oOiabltfle» $t, LamStag abtub teipe f' ßil T" tiQdjltt 177c .. VeMüdm Hnoet ern »reite« ^nfmann. cm-baus statt. II । _Le9,lmi6tgen llnterdöjtsflöenöp vegmneii wieder Montag, d^K. d-. riutm flügel- Laut niftdit , gebt t W .nach nft- r be- 025537 rlL Etede» AKK SSS'Sffi MAUDS la«. «S™ MsgeMM 1 ®K «l'b f 9eP". -Der ntfud)* iorban' LS erbele^ strf»Ä snm^fl6'v‘, VM-. S°°-M J . MG Ss?l int Hotel Köhler. Neuwahl deS M' itattöeB. Um rahl Kesk« .abends 8-'Li°?. ichej ne- !■ f le f Labil- L-blü- tf-J loee*. lJOss enesj je« > von ■ Lchr. 5534$ k, von gegen beU d" it, ©ffli- ün Zwetter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zrettag, 2. Januar 192& EHSH Die Deutschnationalen, die bisher in Frattionsgcmeinschast mit dem Hessischen Bauernbund standen, haben jetzt eine eigene Fraktion gebildet und den Abgeordneten Werner zum Borsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Abgeordneter Kindt. Die Reichswehr im Jahre 1924. Bon Oberstleutnant K. v. Oertzen. 1924 war für die deutsche Wehrmacht ein schweres Jahr. Sern Anfang sah den militärischen Ausnahmezustand. Die vollziehende Gewalt im Reiche lag bei dem Chef der Heeresleitung und die Wehrkreiskommandos waren mit einer Fülle von DerwaltungSange- legenheiten überhäuft, für die sie und die Militärbehörden nicht vorbereitet waren. Auch politische Dinge spielten naturgemäß hinein und brachten die Gefahr mit sich, daß das mühsame Werk der Herausnahme der Wehrmacht aus der Politik in Frage gestellt wurde. Immerhin lohnte sich das Opfer, das die Reichswehr für das Vaterland bringen mußte. Die Einheit des Reiches blieb erhalten, nicht zuletzt, weil die bewaffnete Macht sich für sie einsetzte. Als eine üble Belastung übernahm das Reichsheer aus dem alten Jahre die ungeklärte Haltung der 7. bayerischen Division. Dadurch, daß die bayrische Regierung hier einen in der Verfassung und im Wehr- geseh nicht begründeten Streit um die Kommandogewalt heraufbeschworen hatte, waren die Führer der bayrischen Truppen in eine unhaltbare Stellung gedrängt worden. Nachdem die Festtgung der Währung ihre wohltättge Wirkung geltend gemacht harre, kehrte Ruhe nach Deutschland zurück und so wurde es möglich, daß der militärische Ausnahmezustand aufgehoben werden konnte. Die Kommandobehörd^r konnten sich nun wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen und die Truppenteile in ihre Standorte zurückkehren. Die Tättgkeit der Reichswehr während des Ausnahmezustandes, die besonders auch auf das charitattve Gebiet lebhaft Übergriff, hat ihr viel Freunde im Volke erworben und ihre Stellung in ihm wesentlich verbessert. Die wohlgeordnete Truppe, die sicher in der Hand ihrer Führer und ein zuverlässiges und scharfes Instrument für die verfassungsmäßigen Gewalten der deutschen Republik war, flößte überall Vertrauen ein und gab nach so viel Anruhe und gegenüber der auf die Straße drängenden politischen Leidenschaft ein lang entbehrtes Gefühl der Sicherheit. Daß die WehrmachtSpolittk der letzten Jahre richttg ge- teien, während die Demokraten $ur Sozialdemokratie hielten. D ese zweyelle, weil nur wenige Stimmen der Mehrheit den Ausichlag gaben, zunächst das ErgebnL an, und es muhte die Gegenprobe gemacht werden. Politische Zeichendeuter verkündeten nach dieser Abstimmung sogleich, das Zentrum werde aus der bisherigen Koalition austreten und sich den Rechtsparteien anschliehen. Dies ist ein voreiliger Schluß: denn das Zentrum hatte früher auch schon mehrfach gegen die anderen Koalitionsparteien gestimmt und wechselte deshalb seine Stellung nicht. Sehr wahrscheinlich wird es diesmal auch jo sein. Alles, was bisher über die Derhondlungen zur Regierungsbildung in die Oesfentlichkeit gelangt ist, beruht aus sehr unsicheren Quellen: die Tatsachen haben auch bis jetzt gegen diese Rachrichten gesprochen, denn es ist noch kein Derhandlungsergebnis gezeitigt worden. In vielen Kreisen glaubt man, daß die alten Koalitionsparteien sich wieder zusammen finden werden, daß auch die alte Regierung wiederkehrt. Die Bemühungen des Zentrums gehen offensichtlich nur darauf hinaus, für sich noch einige Vorteile aus der Lage herauszuholen. Vielleicht war die Abstimmung im Landtag nur ein Druckmittel, um die Sozialdemokratie etwas gefügiger zu machen. AIS nach dem DeihnachtSgruß an die In Ferien gehende Kammer Mustottni plötzlich aufstand und ihr eine Wahlreform unter den Baum legte, das heißt mit anderen Dorten die Rückkehr zum ancien rdgime ankündigte, da war dtefeS fafzi- stifche Rumpfparlament derart perplex, daß es. immer Ja ageautornat gewesen, mechanisch Beifall klatschte. Hm am nächsten Morgen fürchterlich zu erwachen. Bereits am 3. Januar soll es nun mietet 3a sagen. Mussolini ist von einer nie frage» toefenen Brutalität. Gr verlangt von seinen Getreuen den Selbstmord. Werden sie den gewohntermahen blinden Gehorsam gegen den Duce auch so weit treiben? Fürchtet der Tyrann nicht die Schatten der Geschichte, den Ausstand seiner Prätorianer? Die aus dem Aventin versammelte Opposition behauptete noch am gleichen Abend, die Bombe fei in seinen eigenen Händen geplatzt. Neuwahlen, ja. aber niemals unter einem Mussolini! 2iic wurde sich auch der König dazu hergeben dürfen, ihn mit der Regierungsbildung zu betrauen, ©iolitti lächelt ... Die alten Spieler, die Orlando und Salan- dra und Giolitti, griffen schon nach der er*?en Riederlage des Fa'z.smus die alten Fäd^n toicixr aus. Fühlte das Mussolini? Ist cs so, wie die abtrünnigen Zalzisten sagen, daß es, den eisernen Reifen um seine Brust zu sprengen. Öen eigenen Kopf zu retten, zu einem Verzweiflungsmittcl griff? Ein Tellsprung des starten ManneS an das rettende Ufer? Roch einmal, liest man, habe er einen Beweis für seinen maßlosen und kalten Egoismus erbracht. Seine zynllche Berechnung lei klar: die Verantwortung von den eigenen Schultern auf die Partei abwälzen, sie schuldbeladen ihrem Schicksal überlassen, Anschluß suchen bei Giolitti und den kommenden Männern und so nicht nur seine Person aus dem großen Zkladde- radatfch herausziehen, sondern auch sein Prestige. Den Moralspruch auf den Lippen: Ich (feile eben das Vaterland über die Partei! Wie dem nun auch sei, der Sprung inö Dunkel ist getan. Wie er ausgeht, werden schon die nächsten Tage zeigen. Schon vor einigen Wochen schrieb ich unter Kennzeichnung Der veränderten Lage: Alle Möglichkeiten stehen offen. Der Möglichkeiten aber sind so viele, die Unsicherheit ist Derart groß, daß man sich sogar fragt, ob Mussolini nicht manövriert, ob es wirklich auf Reuwahlen abgesehen ist oder die Kapitulation vor dem Aventin nicht nur eine Finte fei" soll. Die Opposition zeigt sich recht mißtrauisch, sie hat daS unerbetene Weihnachtsgeschenk inftinl- tiv zurückgestohen, wie eine Höllenmaschine. Die amtlichen Auslassungen sind sibyllinisch, lassen eine Hinausschiebung des Wahltermins auf unbestimmte Zeit zu. wobei nötigenfalls das Anno Santo zur Begründung herangezogen toerfren kann. In diesem Falle hätte also Mussolini den Willen zur „Normalisierung" bewiesen und die Situation wenigstens für ein Jahr gerettet. Dies auch gegenüber Der Drohung des radikalen Flügels, Der Satrapen. Für Die Rechtsliberalen gibt es nur eine Lösung: öalanöra. Die Popolari haben keine Meinung, Die Demofozialen erwarten das Zeichen vom Quirinal, Die Kommunisten wittern Morgenluft. Giolitti ist seines Sieges gewiß. Ob Mussolini' nicht, auch diese Anschauung läßt sich hören, Den Sturm heraufbeschworen hat, um klarer zu sehen? Mm Die zweckmäßigste Taste, die es anzuschlagen gilt, wählen zu können? Er hatte zu viele unsichtbare Gegner. Soweit wäre alle- immer noch barlamen- tarisch, eS fragt sich nur, ob sich Die bisherigen Nutznießer DeS saszistischen Staates mit einer gemäßigten. für sie in leDem Falle katastrophalen Lösung zufrieDen geben. Schon im Frühling Wahlen, bei Denen man Amt unD Würden verlieren wird? Mussolini wird sich hüten müssen vor Den Ideen des März. Das Reichsbewsrtungsgesetz. oBerlin, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, hat der letzte vorläufige Referentenent- tourf eines Reichsbewertungsgesetzes Die Länder außerordentlich überrascht. Zuerst war nur von gemeinsamen Richtlinien für die Bewertung des landwirtschaftlichen Grundvermögens Die Rede. Der letzte Entwurf geht nun weit über Diesen ursprünglichen Plan hinaus, sucht nicht nur Die Bewertung des landwirtschaftlichen wesen mar, zeigte sich deutlich während Der beiden erbitterten Wahllämpfe, die das Jahr 1924 dem deutschen Volke brachte. Die Reichswehr blieb aus dem Spiel. Niemals, seitdem das deutsche Heer besteht, ist so wenig von ihm die Rede gewesen, wie in diesen Wahlschlachten. Das Ziel, die Reichswehr aus dem Parteistreit herauszuziehen, scheint erreicht. Die Manneszucht ist gefestigt; Verstöße gegen das Verbot, sich politisch zu betätigen, sind immer seltener geworden, so daß Strafen aus diesem Grunde kaum noch verhängt zu werden brauchten. Aber noch eine andere, viel schwerere Probe auf ihre Manneszucht mußte das deutsche Heer bestehen. Die gegen uns verbündeten Mächte erzwangen, daß Deutschland die Wiederaufnahme der Militarkontrolle gestattete. Das deutsche Heer wurde einer sogen. Generalinspektion unterworfen. Der schon mehrfach zurückgelegte Leidensweg mußte von neuem beschritten werden. Wieder strömten Scharen von Kon troll Offizieren ins Land und in uitzähligen Besuchen wurde alles von neuem durchspürt und sogar unnennbare Orte nicht geschont. Mit einer gewissen (Genugtuung stellte die deutsche Regierung von Zeit zu Zeit fest, daß die Konttollhandlungen „reibungslos" verliefen, d. h. die Offiziere und Mannschaften der Wehrmacht haben mit zusammengebissenen Zahnen die Konttollschmach erduldet. Ans dünkt, daß darin iein schlechtes Zeichen für ihre Matmeszucht liegt. Zur Zeit ist nicht abzusehen, ob und wie diese Generalinspeltion enöen wird. Nicht unmöglich ist, daß Frankreich von neuem versuchen wird, gegen den Zusammenhalt Der Reichswehr vorzugehen. Erhebliche Teile des Reichsheeres konnten im September Feldübungen auch außerhalb der Hebungsplätze abhailen. Vorzüglich war überall die Aufnahme und mit Freuden ist von allen Seiten festgeftellt worden, daß die junge Wehrmacht des Reiches sich günstig entwickelt; leider ttat aber natürlich auch an die Oeffentlichkeit. wie unsäglich schwach sie ist und noch mehr, tote mangelhaft sie nach dem Willen Frankreichs ausgerüstet ist. Den Einheiten unserer Flotte war es möglich, sich auch außerhalb der heimischen Gewässer zu zeigen; auch ihr ist wohlverdiente Anerkennung zuteil geworden Sie hat die deutschen Farben würdig bertreten. Der Kreuzer A, der erste Neubau seit dem Zusammenbruch, soll Anfang Januar 1925 vom Stapel laufen. So schließt das Jahr 1924 besser, als es angefangen hat. Hoffen wir, daß das kommende Jahr die deutsche Wehrmacht weiter festigt und sie endlich von denen befreit, die ihr und dem deutschen Volle das Blut ab- zuzapf.en 's ich bemühen. Verräter Mussolini? Von unserem römischen L-Korrespondenten. Sturm von den Alpen bis Sizilien! Das ganze Land wankt in seinen Grundfesten. Die Front in Auflösung, die Regierung zwischen zwei Feuern, das Parlament in Fetzen und Ferien, Mussolini als Verräter! Was ist geschehen? Nicht mehr und nicht weniger, als daß der Schöpfer des saszistischen Staates mit eigener Hand die Bombe ins eigene Haus schleuderte. Saturn, der seine eigenen Kinder frißt. Warum und wozu? Die Ratlosigkeit in allen politischen Schichten ist grenzenlos. Cs gibt mehr Diagnosen als Aerzte. Niemand weiß Sicheres. Wahrscheinlich Mussolini auch nicht. Nur das fühlte ja jeder seit geraumer Zeit, es lag etwas in Der Luft, irgend etwas mußte geschehen. Aber gerade das, was nun wirklich geschah, das hatte niemand er- wartet, niemand. Eine fröhliche Weihnachten! von der Regierungrbildung in Hessen. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Die Landtagsverhandlungen am Montag haben eine gewisse Enttäuschung gebracht: man hatte vielfach erwartet, daß in dieser Sitzung das Ergebnis der bisherigen Besprechung über die Regierungsbildung in Hessen bekannt- gegeben und diese selbst vorgenommen würde. Aber bereits vor Beginn der Sitzung, Die erst nach 12 Ubr begann, wurDe bekannt, daß Die Regierungsbildung bis zum Januar vertagt sei. Die Tribünenbesucher, Die in überaus großer Zahl erschienen waren, hatten freilich davon noch keine Kenntnis, und sie harrten geduldig aus in der Erwartung, daß sich das Geheimnis Der Verhandlungen entschleiern werde. Die Formalitäten der Bildung des Landtagspräsidiums durch den Alterspräsidenten, die Wahl des eigentlichen Präsidenten sowie Der Vizepräsidenten Durch Stimmzettel unD Deren Auszählung waren alles andere als interessant für Das Publikum, gleich- rvohl wartete es in Geduld. Die Spannung legte sich indessen, als der LandtagspräsiDent ein Schreiben des Staatspräsidenten verlas, worin dieser den Rücktritt der Regierung anzeigte und miUcilte, daß diese bis zur Neubildung Des Kabinetts im Amt bleiben toerDe. Das Haus nahm von diesem Akt, Der Den Bestimmungen Der Verfassung entspricht, stillschweigend Kenntnis. Die Präsidentenwahl bot keinerlei Heber- raschung. Die stärkste Partei ftelli bekanntlich Den Präsidenten: und daß Die Sozialdemokratie wieder Den Abgeordneten Adel ung präsentieren würde, w-ar selbstverständlich. Der nun wcedergewählte Landtagspräsident genießt bei allen Parteien wegen der Hnparteilichkeit ferner Amtsführung hohes Ansehen. Die Wiederwahl wäre einstimmig erfolgt, wenn nicht die vier Kommunisten Zettel mit dem Namen Dr. Greiner abgegeben hätten. Die Kommunisten stehen im Landtag überhaupt abseits von allen übrigen Parteien, und sie stimmen unentwegt gegen alle Vorschläge, mögen sie von bürgerlicher, oder sozialdemokratischer Seite kommen. Hm nicht m Den Verdacht zu geraten, daß sie sich bei den Abstimmungen einer dieser Gruppen anschliehen, rechtfertigen sie hinterher durch Erklärungen ihr Verhalten. Wie starr sie auf diesem Verfahren bestehen, zeigte sich deutlich auch bei Der Präsidentenwahl, indem sogar Dr. Greiner, den Die Kommunisten aufgestellt hatten, nach Ausweis Det Stimmzettel f i ch selbst gewählt hat. Mit einer scharfen Opposition der Kommunisten ist also bestimmt im neuen Landtag zu rechnen. Von den übrigen 2tbftimmungen beanspruchte eigentlich nur eine ein erhöhtes Interesse, well sich Dabei gewisse Gegensätze offenbarten. Die Deutsche Volkspartei und der Hess,sch" Bauernbund hatten beantragt, Die Zahl Der M tgliefrer des Finanzausschusses und d s Gesetz- gebungsausschusses von b.sher 11 auf 1-1 zu erhöhen. Die Absicht ist hierbei gewesen. Den bürgerlichen Parteien einen stärkeren Einfluß in diesen Ausschüssen zu sichern. In den letzten Jahren sind nämlich die Ausschuhbera- tungen oftmals viel wicht ger gewesen, als manche Vollversammlung des Landtags, wcsfratb Die stärkere Besetzung Der Ausschüsse gerechtfertigt ist. Als der Abg. Din gelb ey (Deutsche Dolks- partei) in seiner Degriindimg des Antrags aus- sührle. daß die Ausschußberatungen gründlicher sein möchten und Dafür Die Verhandlungen des Plenums abgekürzt werden könnten, wurde er andau-rnd durch laute Zwischenrufe Der Linken des Hauses unterbrochen. Der Präsident mußte daher schon in der ersten Sitzung des SanfrtagsS von seiner Glocke recht ausgiebig Gebrauch machen; möglicherweise ist dies tein gutes Vorzeichen, daß sich die künftigen Landtagsverhandlungen ohne Reibungen gestalten. Eine Erklärung deö 2lbg. Hoff m a n n-- Darmstadt, daß s'.ch das Zentrum Dem Anträge auf Vergrößerung der Ausschüsse anschließen werde, war in der Unruhe des Hauses untergegangen, oder kaum verstanden worden. Darum sah man gespannt der Abstimmung entgegen; vor allem, wie sich das Zentrum verhalten würde. Das Zentrum stimmte mit den übrigen bürgerlichen Par- Die rote Kafchgar. Roman von Fedvr von Zobeltitz. 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Gert schlug ihm lachend auf die Schulter. „Sie kommen mir grade zurecht, Verehrtester , entgegnete er. „Ich habe den Kopf optier Ärgernisse unD möchte sie loswerden. Erzählen Sie mir von Ihren Reisenplänen — das wird mich auf andere Gedanken bringen!" Er faßte Herrn Murray unter den Arm und geleitete ihn in sein Haus. — Die Schutztruppe für Die ©efanDtf;e suggestive Einschüchterung der europü scheaMächte ränge vorhalten w.rd. Macht erzeugt Macht und Frankreichs Rachbarn werden n cht gew Ci fein, eine demütigende und gefahrvolle Lage dauernd im Jahre 1925 . fliegern und 100 Reserveskugzeuge besitzen. Man ist jedoch in Zweifel, ob es g lingen wird, die für den aktiven Dienst erforderlichen 500 Flugzeug- Harren. Schon bei deut Vertrage mit England hat Deutschland den Beweis erhalten, daß « mit der Gleichberechtigung der Kontrahenten noch schlecht bestellt ist. Die 26prozentige ReparatlonS- abgabc ist ein schwerer Klotz am Dein für Deutsche land, ganz abgesehen davon, daß sie der Transfer- Regelung direkt entgegenarbeitet und im Laufe der Zeit, wenn sic nicht abgebaut wird, den TranSser-Agenle« noch manches Kopfzerbrechen verursachen wird. Die Verhandlungen mit den übrigen Ländern haben teils begonnen, ohne bisher Grundlegendes für eine Einigung geschaffen zu haben, teils fällt ihr- Beginn eist in das neue Jahr. Die wichtigsten Verhandlungen, die jenigen mit Frankreich und Belgien, sind noch nicht weit gediehen, und eS besteht keine Aussicht. sie bis zum 10. Januar zu einem Sgebnis zu führen. Deutschland sitzt hierbei entschieden am längeren Hebel, und es isl nur zu hoffen, daß die deutschen Delegierten diesem Umstande genügend Rechnung tragen. Für Frankreich handelt es sich in der Hauptsache darum, ein Dentil für seine ihm durch den Versailler Vertrag bescherten großen Erzeugungsmöglichkeiten in Esten zu schal len, deren natürliche Abnehmer in Tc ul schlau ö sitzen. Deutschland seinerseits hat alles Interesse daran, nicht mit dieser srairzösischen lleberprodul tion überschwemm« zu werden, zumal Frankreich findet sich ein Torpedoflugzeug mit 180 Kilometer in der Stunde, von dem man samt seiner Valutacntwertung und and rer q stiger Unrstande in der Lage ist. bedeutend bilfigct als Deutschland zu arbeiten. Außerdem isl es gerade Frankreich, das sich noch nicht an den Gedanken. Deutschland als gleichberechtigten Kontrahenten zu betrachten, gewöhnen kann, nachdem es fünf Jahre lang Deutschland seinen Dillen aufoltreieit hat. Schon aus diesem Grunde sind die privaten wirtschaftlichen Verhandlungen, die zur Zeit zwischen deutschen und französische" In- dustrievertrelern gepflogen werden, zu begrüßen. Hier kommen in erster Linie btc wirtschastlichMr Rotwendigkeiten zu ihrem Rechte hier werden die deutschen Sachverständigen zunächst ihren französischen Kollegen und wenn, was zu erwarten ist. sich auch die Interessenten der anderen eisenschaffenden Länder an den Bei Handlungen beteiligen werden, diesen die deutschen wirt sch ast l ich en Verhältnisse klarlegen und vielleicht mer Verständnis sinden. als bei den Verhandlun gen von Regierung zu Regierung zu erwarten ist. Hier wird dann auch der Boden geebnet werden für eine allgemeine Regelung der handelSpoliti schen Beziehungen, die allein Deutschland in den Stand setzen kann, den durch das Londoner 2lb kommen bedingten Ausfuhrüberschuß auch tatsäch lich zu schassen. Rotwendig hierfür ist aber auch, daß wir eine Regierung erhalten, die Verständnis für die Bestrebungen unserer Industrie hat, die sie unterstütz« imb ihr Rückhalt gibt. lieber den Dünsche«, zu einem starlen Export zu kommen, dürsen auch nicht die Bestrebungen leiden, die auf eine Gesundung des inneren Marktes sich richten. Mit anderen Dorten Der freie Weg für unsere Export Industrie daN nicht durch Bedingungen erlauft werden, die bem AuS- lande Tür und Tor für eine üleberschwemmung mit feinen Daren öffnet. Dir bedürfen in erster Linie zur Schaffung einer sorgenfreien Existenz für untere Bevölkerung und zur Ermöglichung neuer Kapitalbildung eines gefunden Inland- marktes. Der laßt sich aber nicht durch Propagierung deS F c Hand ls, während um uns herum der Hochschuh blüht, erreichen. Zur inneren Gesundung bedürsen wir weiter einer völligen Reform unseres Steuersystems. Dir wissen alle, daß wir hohe Steuern zahlen müssen, diese bedinge aber eine genau differenzierte ßaftenberteitung, die uns davor schützt, daß weiter wie bisher in rohester Form in die Vermögenssubstanz ein- gegriffen wird. Dir brauchen daher auch hier eine Regierung von Kopsen, die f ich frei zu machen weiß von allen Schlagworten und parteipolitischen Einflüsterungen. Hat das Jahr 1924 uns erst die Anfänge eines Wiederaufbaues gebracht, so muh das Jahr 1925 das Jahr des W ederaufbaues werden. Das ganze Volk muß mehr als bisher durchdrungen werden von seiner schweren Aufgabe, Deutsch" land wieder an den Platz zu sehen, der ihm gc-= bührt. Erfüllen können wir diese Aufgabe nur, wenn wir versuchen, alle inneren Gegensätze zu überbrücken, wenn wir alle Sonderinteralsen hinter daS Allgemeinwohl zurückstclien und beryf sind, auch die größten Opfer, vor allem in Abstammung und Charakter grundversch eben, bestand seit Jahrhunderten F hde zw schen beiden Völkern und doch reichten sie einander freundschaftlich die Hönde, um Deutschland zu Der" Nichten. Frankreich waren wir verhaßt als Sieger von 1870/71, den Engländern ersch en unsere Wirtschastskrast gefährlich. Run, da sie das gemeinsame Ziel erreicht haben, rücken Welsche und Angelsachsen mehr und mehr voneinander ab. freilich mit großer Vorsicht- denn noch besteht keine Sicherheit, ob man den alten Fe und nicht doch noch benötigt. Verschieden ist hierbei das Gebühren. Frankreich tritt herrisch, unbeugsam, säst drohend aus: England zaghaft, unsicher und ängstlich. In England mag allmählich die Erkenntnis gekommen sein, daß man sich den Bundesgenossen über den Kops wachsen lieh und nun nicht in der Lage ist, den eigenen Willen du.ch Wassengewalt zu stützen. Frankreichs Heer und Flotte fürchtet man nicht, wohl aber feine Luftflotte. Lange Zeit ließ man das Anwachsen der französischen Luftflotte unbeachtet: je mehr s ch aber bie politischen Gegensätze zuspihten, desto schärfer trat als ernster Mahner die Frage in den Vordergrund- Wem gilt Fr ankreichS starke Luftflotte? Dem entwaffneten Deuts chland? Rein: denn zur Ried rkämp- fung Deutschlands genügt das m.t allen schweren Kampfmitteln ausgestartete französische Landheer. Sn gland? 3a, denn mit dem Landheer ist ihm nicht beizukommen, wohl aber mit leistungsfähigen Bombengeschwadern. Schon im Mai 1923 bemerkte der englische Luftflottenminister Samuel Hoare auf ein m FefllommcrS: ..Die Luft muh ebenso tief und allgemein wie das Meer Allgemeingut unserer Rat.cm werden." Am 26. Juni 1923 erklärte dann ber Premierminister Baldwin im Unterbau*: „Die Regierung habe beschlossen, eine Lustvcrteidi-- gungSmacht zu schaffen, dic genügend stark fei, um Großbritannien gegen Angriffe der größten Luftmacht zu schützen, die innerhalb der erreichbaren Zone liegt." Run war es heraus: die Verstärkung der englischen Luftflotte galt der Abwehr gegen Frankreich. Das Wettrüsten in der Luft begann. Dem nüchternen Rechenmeister England mag eS nicht leicht geworden fein, mit F.antrcich an den Start zu treten, aber die Sicherheit des Landes gebot es. Frankreich antwortete prompt. Am 28. Juni trat die Kammer zu einer Sitzung zusammen, die bis in die Rächt dauerte. Der Kriegsminister Maginot bean1 ragte Erhöhung des Lustflottenkredits von 75 M.llionen Franks auf 112 Millionen. Mit 490 Stimmen gegen 79 wurde der Antrag angenommen. In der Begründung sprach man natürlich nicht von England, sondern nur von den heimtückischen Deutschen, die ihre Luftflotte in aller Stille ausbauen. England indessen kennt diese französische Taktik und weih sie rich ig zu bewerten. Frankreich besah am Ende des Weltkrieges 3300 Flugzeuge. Es behauptete im Juni 1924 nur 1260 Kampfflugzeuge zu besitzen. Möglich, dah diese geringe Zahl damals in den älebungsdienst gestellt war, dem F.UZzeugbestand hat sie jedenfalls nicht entsprochen. Cs ist notwendig. den Stand der französ schen Luftflotte ein wenig unter die Lrrpe zu nehmen. 3m Weltkriege hatten wir Deutsche d c Aeberzeugung, daß Frankreichs Flugzeugbestand den unseren wesentlich überstieg. Gelegentlich der Entwasmu g lieferte Deutschland 14 014 Flugzeuge und 23711 Äugzeugmotoren ab. Die französ sche Angabe, daß er am Ende des Krieges 3300 Flugzeuge besessen habe, muh demnach an gezweifelt werden, und daS gleiche gilt bezüglich der offiziellen Angaben über den gegenwärtigen Bestand, der im Juni 1924 1260 betragen haben soll. Kirche und Schule. Geheimer Cbcrfonfiftorialrat D. Petersen. Arn gestrigen 1. Januar ist der Geh. 06er» konsistorialrat D. Waldemar Petersen in Darmstadt auf fein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen ausgezeichneten Dienste in den Ruhestand getreten. Geh. Oberwnslstorialrat v. P e t e r s e n, der Superintendent der Superintendentur ©leben, wurde am 22. Juni 1850 zu Rorder-Brarup in Schleswig-Holstein geboren. Rach dem Besuch des Ghmnaflums Chrlstianum in Altona studierte er in Kiel und Jena. Vom 1. Januar 1876 bis zum Herbst dieses Jahres war er Erzieher des Prinzen Albert von Schleswig-Holstein-Glücksburg, vom 7. Dezember 1876 bis 10. Oktober 1891 Hof- predlger des Königs der Hellenen in Athen, vom 20. Oktober 1891 bis 30. September 1892 Pfarrer der Landpfarrei Mainz, vom 1. Oktober 1892 bis 31. Mai 1902 Pfarrer in Darmstadt. Am 1. Juni 1902 wurde er in das Oberkonsistorium berufen und übernahm die Superintendentur Dießen, Am 25. Rovember 1909 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Oberkonsistorialrat. Etat eines Geschwaders mit 10 Flugzeugen, so ergibt sich ein Bestand von 1320 Flugzeugen, d. h. 1320 Flugzeuge der in Dienst gestellten 1. Linie. Die erforderliche Kriegsbereitschaft und der im Kriegsfall eintretende! starke Verbrauch machen die Bereithaltung großer Flugzeugrcserven unbedingt notwendig. Legt man bie Etatzahl von 132 Geschwadern zugrunde, so wird folgende Berechnung ein annähernd richtiges D.ld des französischen Flugzeugbestandes ergeben: 132 Geschwader zu je 10 F ug zeugen = 1320 Flugzeuge. Mat rialrj rve für j des Geschwader 2 Fl. -- 261 Flugzeuge. Mo' 132 Flu,'.zeuge, H .res- reserve 1000 Flugzeuge: Flugzeugbestanb 3904 Flugzeuge. Aus französischen Berichte« erfahren toir, daß die Vermehrung der Luftstreitmacht Ende 1924 mit 200 und 1925 mit 220 Geschwadern abschliehen soll Hiernach ist 1924 mit einem Bestand von 5400 und 1925 mit einem solchen von rund 6000 Flugzeugen zu rechnen. Im Kriegsfall treten zum Heeresdienst alle im Flugpostverkehr und bei Sportvereinen vorhandenen Flugzeuge, gewissermahen als Territorial! eserve. Ihre Zahl ift mit 6000 Flugzeugen nicht zu hoch bemessen, so dah Frankreich schon im Juni 1924 über rund 1 1 4 0 0 verwendungsfähige Flugzeuge verfügt haben mag. Der Kammer- beschluh vom 28. Juni 1923 brachte eine Verstärkung der Luftflotte, über deren Umfang be- grelslicherweife Stillschweigen beobachtet wird. Die steht es mit Englands Luftflotte? England besah im Juni 1923 6 Geschwader zu je 12 Flugzeugen in Indien: 72 Flugzeuge, 12 Geschwader zu je 12 Flugzeugen in den Kolonien: 144 Flugzeuge, 18 Geschwader sür die Heimatsverteidigung: 216 Flugzeuge, 18 Geschwader sind seit Januar 1923 in Ausstellung für Kolonien und Heimat, mit denen jetzt wohl gerechnet werden kann. Der RegierungsbZchluß vom Ium 1923 forderte die Aufstellung von 34 neuen Geschwadern. Demnach kann die englische Luftflotte mit 83 Geschwadern eingeschätzt werden, von denen 52 Ge- Flugzeugc« noch hinter Frankreich zurück. Man sprich: aber davon, dah eine erneute Verstärkung der Luftslvtte bereits in Ausführung b gr ffen ist. Der Flugzeugbau wird weder Frankreich noch England Schwierigkeiten bereiten, wohl aber die Aufbringung von aus gebildeten Flugzeugführern und Mechanikern. Die taffen sich nicht in wenigen Wochen sicherstellen. sie müssen vielmehr in mehrmonatlichen Lehrgängen auf Flugschulen herangeb ldet werden. Frankreich kann dies auf dem Wege durch seine allgemeine Wehrps11cht bewert- stell gen. England muh sich durch freiwillige Anwerbung helfen, wobei ihm die wörtliche Regsamkeit zunutze kommt. Reben der P rsvnal- fragj sind von wesentlicher D deutung Flugzeug- konstruktivn und Bomb nw rkunq. D e L hcen des Krieges sind in die Werkstatt der Gelehrten und Meister gewandert und haben ber e ts bemerkenswerte Verbesserungen und ReugBilde zutage ge- sörder«. In nicht ferner Zeit werden kleine Kampfflieger auf den Flugplätzen erschc nen, die senkrecht aussteigen und wie ein Sperber über ihrem Opser schweben können. Sie werden Bomben werfen, die an Zerstöcungs- und Sr- ftidungch eine '-' Man tröstete ^^er Teil der von den zuständi tes.- Ste ML k LÄ?-° dez As»s, 4&*“ b btrih,._.9Vch auch Dörsenburle. Ulepart 19,870 voll 19.43 Da n t n öten. 12.1 c 13, gelb 15 bis 16, 16 bis 17, Raps- 17,50, Lupinen, blau 11,50 bis 13, Seradelle, alt 10 bis 12, neu 17,50 19,75 10 156 6,62 13,1 12,75 17,45 19,3 9,80 6,6? 13,15 23 12,63 26,1 3,8 6.8 12,90 32,9 23,25 27 27,90 20,40 33,13 29,13 27 2 28,13 10,1 11,75 19,6 62 71,25 2,6 3,4 8,25 voll voll voll voll uou jou uU voll voll voll voll voll UOU voll 21,63 12,13 18,73 1,7 tuchen 17,70 bis 18, Leinkuchen 26, Trvcken- schnitzel 9.40 bis 9,50, Torfmelasse 9,20 bis 9,40, Karfoffelflocken 19 bis 19,30. 5,73 s.oSI 1,c)13 170,09 20.99 13,32 ; 4,2i 154 6,75 13,25 12,62 17,4 S 9.75 0,325 86 40 2.,2 12.10 86 £0/0 125/0 19 23.7) 6,40 13, 0 67,6 54.9 48 .70,21 n.ou 63, 3 14,19 *.L,3< 10,585 17,77 19,86 4,20 $2,77 81,7. i8.52 8,91? 12,71 5,7 1/74 8,6 b 1,614 6,4 6 t,57 19,4b 169 6,75 13,30 12,90 17,50 2 9,75 0,325 88,50 22,13 12,50 83 92 25 127,7) '.9/5 24 6 80 13 40 59,13 55 46/0 128 19,12 21,75 6,5 87,75 45 3 l70,o 1 21,0 . 63,48 . 4,39 113,^9 10,586 17,70 1S 3?7 4,205 12,8) 81,8 1.8.82 5,92 12,732 6,49 1/83 8,175 1,620 1,493 6, 7 19,72 169,79 20,..4 63,17 74,01 113,08 10,545 17,73 19,81 61, 7 58,38 Bue n.-ÄlreS Suluarien davon . . . wo de gan Belzrad . - Lissabon • 12 19,85 62,90 74 75 2,62 3/0 8,5 5,5 12,75 31/5 22 50 25,25 ; 6,5 9,13 ZurRotiz: Die Berliner Wertpapierbörse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Anteile, a) die noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Gold- mark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark"; 81,65 48.68 6,96 12,672 5,47 1,6.9 8,06 > 1,616 1,491 1,45 19.68 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, den 3. Januar: 11,55 ilf>r: Zeitangabe. 12 Ufa: Nachrichtendienst. 4,30—6 HTjr: Rundfunknachmittag in Musv und Wort. 6 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 llffr: Die Lesestunde (An die Jugend): Aus dem Roman „Wenn die Ratur ruft" von 3ad London. 7—7,30 Llhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Studienrat Dr. Majer-Leonhard: „Medea", eine Tragödie von Euripides. Griechische Sprechchöre aus der „Antigone" von Sophokles, gesprochen von Primanern des Lessing-Ghmnasiums. 7,30 ilfjr: Funkhvchschule, Vortrag von Prof. Dr. Rau- mann: „Mittelalterliche Kunstprosa". 8—8,30 LIchr: Vortrag von Ingenieur Streit: „Deutsche Arbeit in den Kolonien IV (Plantagen und Landwirtschaft, Allgemeines)". 8.30 Ähr: Kammer- musik-Trio-Abend, 1. Streichtrio Rr. 1 in Es »Sm von Beethoven. 2. Streichtrio in 8-Dur von Schubert. Ausführende: Frau Schwarz-Maher- Hofer (Klavier), Frau Steiger-Betzack (Violine), Herr Schützer (Cello). 9,30 ^Ihr: Rach richtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 9,40 Llhr: Die Spätankündigung: „Sichel an die Dank!". 9,55 Llhr: Zeitvorbereitung. 9,56 Llhr: Drei QJttnuten der Hausfrau. 10 llf>r: Zeitangabe. 10—11 STEyr Chorkonzert des Frankfurter Soloquartetts 1924. 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit stH nach der bisherigen RotierungSart über 15 Mll-> liarden Prozent notierten, in „Reichsmark fftc 100 Papiermark", b) foweit sie bis 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen RotierungSart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier- mark", c) 8—15 Prozent Reichsfchatzanweifmtgrn „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark"; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Gold» mark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark"; Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeiger*.) Frankfurt a. M., 31. Dez. (Cig. Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Es wurden notiert. Weizen. Wetterauer 21 bis 24, Roggen, inländischer 21,75 bis 24, -Sommergerste für Brau- zwecke 25,50 bis 31, Hafer, inländischer 18 bis 22,50, Mais (gelb) 21,50 bis 22,25, Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 38,75 bis 41, Roggenmehl 34 bis 38, Weizenkleie 13,75 bis 14, Roggenkleie 12,75 bis 13. Tendenz etwas geschwächt. tonit; Stott. Brss.'Antw Ehristiania. flopeiibagen Stockholm . HclsingforS. dtalicn. . . London. . . Neuyork . . Doris.. . . Schweiz . . Svanicn . . Wien in D-» Ocst. abgest Korvulenz macht alt, wirkt auch unschön und ist ungesund I Sind sie korpulent oder besitzen Sie Neigung hierzu, fo müssen Sie gerade letzt im Winter, wo der Körper besonders Neigung zum Fettansatz besitzt, eine Zehrkur vornehmem Wir taten Ihnen, in Ihrer Apotheke echte Toluba- Kerne, 3 > oder 60 Gramm, zu taufen, die völlig unschädliche Stoffe von settzebrender Wirkung ent-- halten. Berlangen Sie ausdrücklich in den Apotheken Toluba! Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher Univ.-Avotheke zum gold. Engel. 53ss Verkohlung 10,10. Elettrvaktien: AEG. 12,10, Elektrische Lieferung 96,50, Licht und Kraft 8,70, Reiniger, Gebbert und Schall 3,20. Sonstige 3n* dnstrieaktien: Kleyer 2,70. Karlsruher Maschinen 3,45. Dyckerhoss und Widmann 4,25, Inag 1,65, Gebt. Iunghans 12,60, Metallgesellschaft 19, Rhcinmetall 10,25, Julius Sichel 3,10. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billtonen Mark au-gedrückt- Bueno8-Atr«-, London, Neu« York, Japan. Rio b? duueiro für eine Einheit. Wien anb Budapest ftir 1QOOOO Einheiten, alles übrige für 100 Ein Helten.) Telegraphische Auszahlung. Derltner HandclSacsellfchaft Eommerz. und Privat-Bonk Darmst. und Naiionalbauk - Deutsche Dank......... Deutsche BerecnSbank .... Diseonto Commandit . - . MctaUbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichtsche Ereditanstall Westbank............ Bochumer GuS ...... Buderus Karo ........ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenttrchener Bergwerke. . ßarpenet Bergbau...... Kaliwerke 'Aschersleben. . . . Kaltwert Westeregel» Laurahutre Cbcrbcbarf Phöiiii Bergbau ...... Rheinitabl........... Ricbeck '.Montan........ Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Eberamische Werke Albi» . Zementwerk Heidelberg . . Pbilipp Holzmann..... Vnglo-Eont Guano . . .. Badische Anilin....... Ebemische Mayer LlapKr . . Goldschmidt Gries eimer Electrou .... Höchster dnrbtoerte...... Holzverkohlung . . ..... RülgerSiverke Echeideanstalt Alla. ElektrizttätS-Sefellfchaft Bergmann .......... Mainkraftwerke ....... Schuckert . . . ......... Siemens - meldete Bevorzugung einzelner Spezialpapiere hielt auch heute an. Sowohl Erdöl, wie auch Petroleum wurden heute auf den Markt geworfen. Man hält jedoch einen Zusammenhang zwischen der Kursgestaltung beider Papiere nicht für richtig. Dagegen verlautet von Angliede- rungsgedanken eines großen Indu- striekonzerns in Bezug auf Buderus. Der Aufwärtsbewegung in Erdöl schlossen sich auch Petroleum an, und im Zusammenhänge hiermit zeigte sich Interesse für die Werte des Rütgers-Konzems. Am Kalimarkt hat das Interesse für die Werte des Fr ei Verkehrs erneut eingesetzt und an Ausdehnung zugenommen. Besonders gesucht waren Heldburg bei 52 und Krügershall bei 9,25. Montan- und Elektrowerte formten die Kursabschwächungen der letzten 'Tage zum größten Teil wieder einholen. Dagegen flauten am Markt der heimischen Renten das Geschäft wiederum mehr ab und die Kurse zeigten weichende Tendenz. Gegen mittag handelte man Kriegsanleihe mit 0,86. Der Geldmarkt blieb unverändert, ebenso der Devisenmarkt. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 31. Dez. Die Börse schloß das alte Jahr in fester Haltung, wobei die politischen Fragen vollkommen unbeachtet blieben. Das Geschäft war auf allen Gebieten recht klein, da nur wenig Umsätze zustande kamen. Rennenswerte Veränderungen s.nd nicht zu verzeichnen: nur vereinzelt kam es zu neuen größeren Kurssteigerungen. Sv für Buderus und Elektrische Lieserungsgrsellschast. S:r Anle.hemarkt war ohne nennenswertes Geschäft und vollkommen ruhig. Heimische Anleihen: 5proz. Kriegsanleihen 865 bis 859, ^/»stroz. Reichsanleihe 980 bis 995. Ausländische' Renten: Zolltürken 10,30. Bankaktien: Kommerzbank 6,62, Darmstädter Dank 13,15, Diskontogesellschast 17,50, Metallbank 19,75, Mitteldeutsche 2. Oesterreich sche Kreditaktien 10. Montanaktcen: Buderus 22,40 bis 23, Caro 12.50, Rheinische Braunkohlen 46,25, Kali Aschersleben 20. Chemische Aktien: Badische Anllin 33,12, Chemische Griesheim 27,25, Elberfelder F'.rben 27,75 bis 28, Th. Goldschmidt 23,12, Höchster Farbwerte 28,12, Holz- 31. Dez'ir. AinkN.V: -'iotier 111 Äeld ! Briet Fern* 31. Dezvr. Amerikanische Not« . . . . . Gelgische Noten Dänische Noten . ..... Englische Noten........ Frninviische Note« ..... hollänvische Noten ..... dtoHcnikbe Noten ..... Norwegische Noten Deutsch Testerr , A100 Krone« Rumänische Noten .... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten ....... Lschcchosiowakische Rote« . . Unaarische 'Jloten . . . 30. Dezbr. Ärmlich« Notierung Geld i Brief drantfurtfi. M. Berlin fturs | börse Sckluhk. Mi^ttag. ltura börse Damm: 30. 12. J1. 12. □0. 12. 31 12. 67o Deutsche RetchSoulctbr . <% Deutsche RcichSanleide . 0,8t7 0,8.9 0 83 0,99. 0,85 0,98 Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche RetchSanletbe . Deutsche Svarprämrenanlethe 0,995 0,99- 0,97 ** •* 1,33 0,47 1,36 0,b5 4°/o Preußische KonsolS . . . 6% Hessen . . ..... 1,21 1,2 > 1,24 1 31 3‘/.e/< Hessen......... — 1,27 1,2 1,35 1 3 Deutsche Wrrtb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz«An»retsng. — — 94,75 94.75 •— 89,6 89,6 <°/o Hontüritn......... — 10,so 10 10,13 4C 6% Goldmeri?an« ..... — - 40,75 Gelb Brle' stepaet °/, 4,17 2 4,192 toll 20,35 : 0,9' voll 73 7? 74,08 voll 19,78 19.8c voll ;?,6 12,7 voll H9 33 70,17 voll 7, 8 17,78 voll 63,06 18,38 voll 5,87 5,3 5 voll 2,15 2,17 voll 112,77 113,3> voll 81,'0 81,60 voll 68,23 <8,50 voll 1k, 12,71 voll b,69 0,71 voll TVe-rten lies Montag i Inventur- anuar usverkauf I krmumM & froibhtim Zentrale: Frankfurt a.M. Gießen: Dahnhosste.14 mit Ihren . Einkäufen!, Um unserer werten Kundschaft etwas ganz Besonderes zu bieten, ' beginnen wir erst am 5. Januar 1915 mit unserem