Dienstag, September 1925 175. Jahrgang Nr. 204 Erstes Matt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnltk und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästsftelle: Schulstrahe 7. Erscheine täglich, aufeer Sonn- und Feiertags Beilagen: GiebenerFamiliendUitter Heimat hn Bild Monat,'Bezvgspreis: 2 (Bolbmark u 20 Gold- Pfennig für TrSgerlohn, nach bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge HSHerer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: schriftleituna 112, Der- lagundGeschäftsftelleSl. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeiaerSietzea. psßfche " e. eine größere*partie Spielwaren, als : ?a npfspielmajchinen jeder Art, eine , .cntriiche Eisenbahn komplett, 2 eleh- tciiche Kinderherbe, eine Partie Kreisel, Puppenhöpfe, Stein* und Architektur. Saukaften, Schiestfpiele, eine Pattie Bürsten, ein Delmefoapparat für Ladenverkauf. Alles neu, BmtEigetung tieiilmmi. Weiter kommt noch zur Versteigerung ein Flügel. Zu besichtigen im Hess Hof. Zusammenkunft der Steigerer EcdeSchlog-. unb Kafernenfttaße. 8139l) •) Pneumette, die weltbekannte pneumatische Fußstütze, ist die beste Schuhein- läge gegen Heb er m Übung und Senkfuß. Unsere Leser seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Pneumette cm jeder- mann 8 Tage zur Probe und mit halb- jähriger Garantie abgegeben wird bet bet Fttma Schuhhaus Metropol Seltersweg 19. 2029A Aussage- m aturanve f 2 Geschäftliches. WaS ein einziges 3ahr vermag'. Am 1. September 1924 begann die Ginführungsarbeit für die neue Feinkostmargarine »Schwan im Blauband", welche sich infolge ihrer vorzüglichen Qualität, ihre« herrlichen Aromas und des billigen Preise« die Gunst der Hausfrauen im Sturm eroberte und bei ihnen begeisterte Ausnahme fand. Längst war sie regelmäßig in den meisten Haushaltungen verbraucht — ein Beweis, welch dringendes Bedürfnis für einen wirklich guten und doch billigen Butterersatz bestand! — ziehen Der Hase wird auf dem Felde unruhig, da die Deckung immer weniger wird. Kartosfel- und Rübenschläge bieten für den letzten Sah noch einmal die Kinderstube. Mit Eröffnung der 3agd in her zweiten Hälfte des Monats sucht Mümmelmann bald feine Herbstquarttere. In allem Grummet. Sturzacker. Lupinen. Feldgehölzen wird das Lager gewählt. Bei Ausgang der Iagd beschranke man sich auf den Abschuß non Iunghasen für den Küchenbedarf. Viele noch innehabende Häsinnen liegen fast immer sehr lest In pfleglich behandelten Revieren unterläßt man deshalb auch frühzeitige Treib- und Kesseljagden. Das Revier ist vor wildernden Hunden und Füchsen zu schützen. An den Austengärten spüre man auf Drahtschlingen und sprach: nut ben kompetenten Stellen soll auch eine ganze Reihe von Ärwtgcrtat und Aufführungen in oerfdx ebenen Städten Oberhessens statttinden Auch die Stadt Lust em bürg ist in Verhandlungen mit der Generaldirektion über donige Geiamtgastspiele getreten. Das neue Versuchsgut des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gietzen. Am 9. Oktober 1924 wurde da« neue Universität«-Versuchsgut von der Stadt Gießen durch die Hessische Lande«Universität gepachtet Das Gut umfaßt einschl. Wiesen und Weiden 600 Vormalmorgen. Die Fläche verteilt sich auf 115 Hektar Ackerland. 12 Hektar Wiesen, 14 Hektar Weide. 4 Hektar Wald. 4.5 Hektar Garten und die Hofreite einschl. Park mit 4 Hektar Die Gebäude de« unteren Hofe« sind in recht guter Verfassung und sämtliche Abteilungen der lanb- winschaftlichen Betriebszweige können nach dem erforderlichen weiteren Ausbau für die an fie gestellten wissenschaftlichen Zwecke verwendet werden. Von ganz besonderer Wichtigkeit ist die« für den Pt tanzen bau und da« Maschinenwesen. Um auch die Viehzucht au fördern, wurde der obere Hardthof htnzugepachtct. dem gleichzeitig ein Tierzucht-Institut angeschlossen ist. Beide Abteilungen. sowohl Acker- und Pflanzenbau, als auch Tierzucht tverden ron je einem eigenen Direktor in eigener Regie geleitet. Wa« die Bodenverhältnisse anbelangt. so Haden wir im unteren Lahntal einen Schwemmlandboden, der es ermöglicht, bei sachgemäßer Bodenbearbeitung und Di'ngung Höchsternten zu erzielen. Auf den oberen Höhen des HardthofeS haben wir flachgründigen. leichten Lehmboden. Durch die Extremen in den Bodenarten ist die Möglichkeit gegeben, solche Kulturpflanzen anzubauen, die für die betreffenden Verhältnisse bedingt sind. DaS ganze Gelände im Lahntal ist drainiert und liegt in unmittelbarer Vähe des Hose«. Zu den größeren Parzellen führt eine Feldba h n, die daS Düngerfahren zu den Aeckern und im Herbst das Einfahren von Rüben und Kartoffeln wesentlich erleichtert. An den Hof angeschlossen ist eine Gärtnerei. die über ein Gewächshaus und reichliche Mistbeetfenster verfügt. Don ganz besonderer Wichtigkeit ist die stationäre Derieselungs- anlage. die für den Desamtbetried außerordentlich wertvoll ist. denn unsere sämtlichen Garten- und Gemüsepflanzen stellen hinsichtlich des Wassers die höchsten Ansprüche. Direkt an die Gärtnerei angegliedert ist ein terrassenförmig angelegter Obstgarten, in dem der größte Teil unserer Beerensträucher und Obstsorten vertreten ist. Da e« nun Ausgabe des Versuchsgutes ist. sämtliche Steuerungen in der Landwirtschaft zu prüfen, so spielt daS Versuchs wes en eine große Rolle. Man unterscheidet mehrere Arten von Versuchen: 1. Sortenversuche. 2. DüngungS- versuche. 3. DearbeitungSversuche. 4. Feldversuche. 5. Demonstrationsversuche. Da es bekanntlich alljährlich Veuzüchtungen bei unseren verschiedenen Feldfrüchten gibt, und e« dem praktischen Landwirt unmöglich ist, überall diese Versuche anzu- stelleg, müssen die wissenschaftlichen Instttute frier bahnbrechend vorgehen. Durch die Sorten- versuche soll die ertragreichste Sorte unter Berücksichtigung der örtlichen unb klimatischer Bodenverhältnisse festgelegt werden. Weiter soll durch die Sortenvers uche typische Eigenschaften, ganz bestimmter Sorten festgestellt werden, um sie dorthin verpflanzen zu können, wo ein sichere« und gutes Gedeihen gegeben ist. Die einzelnen Züchter stellen kostenlos das Saatgut ihrer betreffenden Veuzüchtung dem Institut zur Verfügung Die einzelnen Sorten werden in drei aufeinanderfolgenden Iahven angebaut und da« Durchschnittsmittel der drei Iahre dient als Grundnorm. Vach der sogenannten Verjährung gelangen die ertragreichen Sorten in die Praxis und werden den Landwirten zugänglich. ‘Sr *' b qai ' -'(t . 3*4$* Sf* L'AL )" tos Kranken. Mhte, würben noch . vrrirht. Dar M, Iiununet trug, touibc ■< ein junger Aann 3a« Unglück ist traft« r ‘Sremlc des 2ul?z dem Grummet, welches überall eine gute Ernte verspricht, näherzutreten. Die Kartoffeln geben infolge des anhaltenden Regenwetter« Anlaß zur Besorgnis Von überall werden Klagen über das Faulen der Kartoffeln laut. Die Obsternte wird nur gering fein: wohl hängen einzelne Bäume sehr voll, doch find die meisten nur wenig oder gar nicht behangen — Die Preise des Drummetgrafes sind in Grünberg sehr zurückgegangen, es ist sogar vorgekommen. daß kein Gebot erfolgt ist. Diefe« Vorkommnis läßt fich nut auf die schlechte Witterung uirürffübrer. denn von '.her find die Grasvrcife febr hoch gewesen. — D e vorgestrige Mitgliederversammlung der Deutschen Dolks- Dartci in örünberg hätte etwas besser besucht fein können Vach Besprechung von Dereins- angelegenhetten erhielt Gefchäftssührer Weißer aus Gtehen das Wort. Er legte in seiner ein- stündigen Rede die Gründe. tvelche die Regierung veranlaßte, überhaupt ein Sicherheitsangebot zu machen, dar: sprach über die übernommenen Garantien seitens der Garanten, über das Verhältnis zum Völkerbund, verbreitete sich eingehend über die Polensrage und über unsere ehemaligen Kolonien Dankbar und voller Interesse wurde dem Redner zugehört und noch viele Fragen an ihn gestellt. Daß die Anwesenden mit den Ausführungen des Redners sehr zufrieden waren, geht daraus hervor, daß beschlossen wurde, ähnliche Vorträge im Laufe des Winter« zu hören, und zwar soll der nächste Samstag, den 3. Oktober, durch den bekannten Landtagsabgeordneten Haury au« Darmstadt stattfinden. Kreis Büvingcn. , Dauernheim. 31 Aug. Bei der B e i- geordneten wähl Hegte der Landwirt Hein» rich Kraft IV. mit 137 Stimmen. In Dorsdors wurde Louis Möbus mit 130 Stimmen gewäh^. Sein Gegner Heinrich Hirzinger II. erhielt 110 Stimmen. 3n Fauerbach bei Vidda siegte der Landwirt Otto Heulheck mit 114 Stimmen. Der seitherige Beigeordnete Seum erhielt 100 Stimmen. 3n sinter-Schmitten wuide der seitherige 'Beigeordnete Zimmermeister Ullrich wiedergewählt. Kreis Schotten. Ig. Schotten. 29. Aug. Die Schülerfahrt an den Rhein für die Schüler des Kreises Schotten ist nunmehr gesichert. Die Fahrt findet am Mittwoch, dem 2. September, statt. Ein von Station Mücke ausgehender und die Stationen Laubach. Vidda und Stockheim berührender Extra - ug wird unterwegs die Teilnehmer. worunter sich auch zahlreiche Erwachsene befinden, an den Rhein bringen, so daß schon um 8 Uhr 45 Minuten vormittags Mainz-Kaste! erreicht sein wird. Die ganze Zeit zwischen der Ankunft und der um 6.30 Uhr in Kastel erfolgenden Rückfahrt des Sonderzuges wird von der Rheinfahrt in Anspruch genommen werden. In kaum 2—3ftünöigcr Fahrt wird er die Teilnehmer wieder an ihren Ausgangspunkt zurückbringen. Kreis Alsfeld. Lelbgardisten 8’ , Uhr Verein-lokal Mvnats- Versammlung. Landkreis Gießen. !e! Großen- Linden. 30. Aug. Eine große Lokal-Geflügel- und Sanin- chenaus Heilung hielt heute der hiesige Geflügel- und Kaninchenzuchtverein ab. Die Ausstellung war gut beschickt und umfaßte 97 Hummern. Als Preisrichter waren Meier. Wieseck. und Ebert. Gelnhausen, tätig. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis. I. Geflügel. 1. Tauben Ehrenpreise Hch Wagner und 3anz. 1. Preis: Hch. Wagner und Ph. Pirr. 2. Preis: Pb. Pirr und Hch. Wagner: 3. Preis: 3anz unb Ph Pirr. 2. Hühner. Ehrenpreise Hch. Wagner. G. Schrader-Leihgestern. Frau Spruck. Ph. Zimmermann. Hch. Schaum-Hochelheim. 1 Preis L. Sommeriad Ph. Zimmermann. Frau Spruck: 2. Preis Frau Spruck. ® Schrader-Leihgestern. K. Arz: 3. Preis: G Schrader-Leihgestern. Frau Spruck. Ph. Zimmermann 3. Enten u. ®än le. Ehrenpreise Frau Spruck und Schrader-Leihgestern. II. Kaninchen. 1. A 1 t t ie re. Ehrenpreise. Ph. Zimmermann. Gatzmann. L. Sommer- lab. Hch. Stein. 1. Preis: Gahmann. Hch. Stein. 2. Preis: H. «George, Gahmann. K. Heß, 3.Prei«: K. Artz. Ph Vaumann. Ph. Zimmermann. 2- I u n g t i c r c. Ehrenpreise: L. KlingeIhöfer. Hch. Stein. H. George, W. Weinandt. Ph. Zimmermann. 1. Preis: K. Artz, Hch. Würz. Ph. Zimmermann: 2. Preis: H. Zach, H. George. K. Heß. Ph. Zimmermann: 3. Preis: Hch Segen, Hch. Würz, Zimmermann, Hch. Stein, K. Heß, Ioh. Dietz. H. (Sfeorgc. III. Produkte. Ehrenpreise: L. Sommeriad und Ph. Zimmermann. ü. Alten-Duseck. 30. Aug. In den nächsten Tagen wird dem Vernehmen nach der neu- gewählte Bürgermeister, unser seitheriger Beigeordneter Heinrich B e ck e r. in sein Amt ein- geführt werden. Die Bestätigung bzw. Einführung als Bürgermeister konnte noch nicht früher erfolgen. weil Becker als Werkmeister bei der Firma B o ck zu Gießen tätig war. und er erst das bestehende Dertragsverhältnis mit der Firma lösen mußte. — Die Einwohnerschaft von Alten- Bufeck gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der neugewählte Bürgermeister Decker während seiner Amtszeit mit dem Beigeordneten Fink und sämtlichen Gemeinderatsmitgliedern im besten Verhältnis leben und für das Wohl der Gemeinde wirken wird. ü. Londorf. 30 August. Seit «Sröffnung der Strecke Lollar-Londorf—Grünberg wurde der größte Teil der auf dieser Strecke verkehrenden Personenzüge von Personalen der Per- sonalstation Londorf begleitet. Die hier beheimateten Zugpersonale versahen ihren Dienst zur größten Zufriedenheit der ganzen Rabenau und waren auf die Verhältnisse einer Vebenbahn, wie die Londorfer Strecke in eisenbahnbetrieblichem Sinne angesehen wird, gut eingearbeitet. Das reisende Publikum kannte das Zugpersonal mit Vamen, und umgekehrt das Personal fast sämtliche Reisende persönlich. Es bestand ein gediegenes Verhältnis. — Mit Anfang September hört aber die Begleitung der Londorfer Züge durch Londorfer Personale auf. Die Reichs- bahn-Gesellfchast soll dem Vernehmen nach au- wirtschaftlichen Gründen gezwungen gewesen sein, die Zücke dieser Strecke den Gießener Personalen zuv Begleitung zu übertragen. f Beltershain. 30. Aug. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl wurde als alleiniger Kandidat fierr Ioh. Reitz mit 113 Stimmen gewählt. Dieser jedoch lehnt die Wahl ab und will lieber seinen seitherigen Flurfchützendienst beibebalten. — Großen Vorteil bringt den hiesigen Landwirten der Tlnkaus einer neuen mit allen technischen Neuheiten versehene Dreschmaschine. Ueber die Reihenfolge der Benutzung entscheidet das Los. — Wie schon mehrere Dereimgungen von Grünberg in letzter Zeit Rheinreisen unternommen haben, so hat auch am gestrigen läge der landwirtschaftliche Iugendbund von Grünberg, Lauter unb Göbelnrod eine solche ausgeführt. f Grünberg. 29. Aug In Grünberg haben einzelne Landwirte trotz des schlechten Wetter« bereits mit dem Grummetmachen begonnen. Das Gras ist in den letzten Wochen so bedeutend gewachsen, daß man auch hier mit der Quantität recht zufrieden fein kann. Leider liegt und steht auf Hauken im Grünberger Feld noch ziemlich viel Frucht. Dahingegen sind die Felder der Ortschaften in der Umgegend vollständig geräumt, und man beginnt auch hier " Da« Wandergewerbe in Hessen. Wandergewerbesteuer im Iahre 1924: Zahl der Betriebe in Starkenburg 5384 (3611). Oberhefsen 3234 (2530). Rheinhessen 3373 (1581). Hessen insgesamt 11 991 (7722). Betrag der Steuer zusammen 116 426.35 Rm. Wander lagersteuer: Zahl der Betriebe in Starkenburg 9 (49), Oberhessen 28 (47). Rheinhessen 11 (10). Hessen insgesamt 48 (106). Don den Betrieben dauerten eine Woche und weniger 45 (101). mehr als eine Woche 3 (5). Betrag der Steuer zusammen 5284 Rm. (Die in Klammern beigefügten Zahlen sind bic des Iahres 1923.) •• Lustiger Grohmann-Abe n d. Wer zwei Stunden lang herzlich lachen und die All» tag6,argen vergessen will, versäume nicht den Lustigen Llbend" am Freitag zu besuchen. Eine Wiederholung findet nicht statt. (Siehe Inserat.) " Ueber den großen 116er-Tag, die DorverkaufSstellen der Festabzeichen and Dauerkarten, über die Preise demselben sowie über sämtliches übrige Wissenswerte unterrichtet die Anzeige im heutigen Inseratenteil. !'! Die S ch ü l e r f ah r t e n an den Rhecn stehen jetzt auf der Tagesordnung. In verflossener Woche haben die höheren Schulen Rheinfahrten ausgeführt, so u. a. die Ober» realschule. Ein Sonderzug brachte die Lehrer und Schüler von hier nach Mainz. Hier wurde der Dampfer „Albertus Magnus" bestiegen. der die Ausflügler bis zum Lorelehfelfen und wieder zurück nach Mainz fuhr, von wo der Sonderzug die Reisegesellfchaft wieder nach Hause brachte. Auch der Oberhessische Landesjugendbund unternahm eine Rheinfahrt. Die Reise ging von hier nach Mainz, wo ein Schiff die Ausflügler aufnahm und sie bi« Koblenz den Rhein abwärts an den fchönen Städten und Burgen vorbei führte. Don Koblenz aus fuhren sie mit einem Sonderzug nach Gießen zurück. •• Fxedy Lux, da« okkulte Phänomen, zeigte am Samstag und Sonntag im Konzert- te Strom" bekannten schweift j tzleegeinann 6o 3ntoffridli|icrung M j die alte Generalien zwischen beiden hin- reines Mädchen um ist ein großer Muri, ch Kcchiieln von tiefer > Kraß- September. -SH- ,eniger schwarze S «SB «■yS im schlagens 3en &n Me irge H ,2 6?rrld)t or leöcrf nut Mn M öxtberu len ö-Me W- «treten i Mr der sich-^arwfstfn n. iu * irfchr rolt V t fist fojal|d) wie die andere. Rußland sieht zwar d.e Schwierigkeiten, in welche die europäischen Mächte in Ehma geraten sind, sicher nicht ungern und fordert sie. soviel es rann, zumal an einen, starken Echo der chinesischen Wirren in 3nbicn nicht gezweifelt werden kann, aber mH bolschewist.fcher Verstiegenheit haben die Ereignisse in China auch nicht die leiseste Berührung. wie schon allein baran zu erkennen ist. daß in China vor allem die «tudenten als Trager der Bewegung in Betracht kommen, also die 3n- teUigenz des Londes, der man in keinem Lande der hielt eine besondere Empfänglichkeit für bolschewistische Umsturzgelüste nachsagen kann. Gerade das überaus starke Heroortreten des Studententums beweist zur Genüge, daß es sich um rein nationale, um nicht zu sagen natio- nalistische Motive bei den chinesischen Unruhen der letzten Monate handette. Aber man täte der durch- aus gesunden und gerade für uns Deutsche vielfach sympathischen Bewegung bitter Unrecht, wenn man (io einfach unter das attbcltebte Rubrum der tfrem- denfeindlichkeil einreihte und demgemäß mit einem Achselzucken darüber hinwegginge. Vielmehr hat sich vielleicht noch nie zuvor eine sremdenfeindttche Bewegung in irgendeinem Lande so ausgesprochen nur gegen einzelne Nationen — vornehmlich Engländer und 3apaner — gerichtet, während andere ( durchaus unberührt davon bleiben. Es war überaus charakteristisch, daß vor kurzem in einem ber chinesischen Häfen, bic von ber Bewegung erfaßt waren, in Schanghai, ein Streik der Hafenarbeiter ausbrach, besser gesagt, ein Boykott, der gnmbsatz- lich bk Entlobung ber antommenben fremben Schiffe ablehnte, daß aber ein ankornmenbes beut- (dies Schiss glatt unb ohne ben geringsten Wider- ftanb von irgendeiner Seite bedient wurde, weil eben Deutschland nicht zu bcnicnigen Landern gehört, gegen die sich der chinesische Rationalismus ausbäumi. Deutschland hot nämlich gemäß Art. 128 des Versailler Diktats aus alle ihm in China zu- siehenden Sonderrechte bereits verzichtet. Dasselbe hat die russische Sorojctregieruug freiwillig getan. Eben diesen Sonderrechten der Fremden gilt aber der Kamps Chinas in allererster Linie. Genau wie die Souveränitätsrechte der Türkei durch die oietge- nannten Kapitulationen der Großmächte beschrankt waren, ist es mit den Souveränitätsrechten Chinas der Fall. Die Chinesen wollen reftlos Herr im eigenen Hause fein. Die türkische Angora-Regierung hol dieses Ziel vor wenigen Fahren in Lausanne crreidit. Sie war Gegner der Ententemächte und hat dennoch diesen bedeutsamen Schritt zur Freiheit tun können. China war Bundesgenosse der Entente, unb ihm verweigert man dieselbe Ver- chinsttgung! Dabei hat sich der Prasibent Tuan Aih 3ui durchaus gegen den Willen des chinesischen Volkes, das ausgesprochene Sympathien für Deutschland hegt, nur deshalb 1917 auf die Seite der (fntente geschlagen, weil ihm ausdrücklich für diesen Fall der Verzicht auf die sremden Sonderrechte ver- ivrochen wordeii war. Der Mohr will nun nicht einfach gehen, nachdem er seine Schuldigkeit getan hat: vielmehr fordert er seinen verheißenen Lohn und fühlt sich elend betrogen, weil man ihn ihm vorenthätt. Das allein ist die letzte Ursache ber chinesischen Wirren! China hat bereits bie Deutsch- lanb in Versailles aufgelegten Fesseln nicht gut- geheißen, hat als einziges Lanb bie Unterzeichnung des Versailler Dokuments verweigert! Nun fordert es auch für sich unbebingte Zollautonomie, unbeschränkte Finanz- unb 3ustizhoheit und Abzug aller fremden Truppen aus dem Lande. (3n die Überboten sich in der Verfassung kleiner Dialekt- gedichte, bie bei ben oerschiebenen Gelegenheiten die Dorfkinder dem Reichspräsidenten vortrugen. Die kleine Presse der Umgebung wetteifert in aus- iührlicksen „Hofberichten", und es herrschte eine große Aufregung, als der „Tölzer Kurier" plötzlich konsequent schrieb „Dietramszell bei Tötz", während doch Dietramszell zum Bezirksamt Wolfrats- Haufen gehört. Der Ort selbst bietet herrliche Gelegenheiten zu zahlreichen Ausflügen in die Umgebung. Hindenburg ist Frühaufsteher. Auch heute ist er schon (eit früher Morgenstunde unterwegs, nur begleitet von seinem Sohne. Besondere, Schutzmaßnahmen, die die bayerische Regierung auch zu Ehren seiner Per- son vornahm, Hot er dankend abgelehnt. Hinter ber Schloßschenke führt ein steiler Weg, teilweise in Treppen, hinauf auf bie Höhe, von wo man von einer prachtvollen Allee nach ber Wallfahrtskapelle von „Maria Elenb" unb von bort auf einem ab- wechjlungsreichen Waldpfad nach Kloster Reutberg gelangt. Die Klosterbrauerei braut angeblich bas beste Bier in Bayern: unten am Fuße bes mit einer bitten Mauer umgebenen Klosterberges liegt ber moorige Kirchsee, unb nach Süden hat man den herrlichsten Blick auf die Bergkette, vom W.l- den Kaiser im Osten an gefangen übers Karwendel hinweg bis zum Wetterstein. Hier schweift Hindenburg mit besonderer Vorliebe umher. Wenn ihn auch seine Amtsgeschäfte selbst hier nicht ganz zur Ruhe kommen lasten, so hat er sich doch offensichtlich in der ersten Haltte seines Urlaubs gut erholt. Jenseits des Schlostes ist eine Poststelle eingebettet sowie ein Kurierdienst, der den Reichspräsidenten in ständiger Fühlung mit Berlin hält. Als vor zwei Jahren Bruno Taut daS bflnte Magdeburg schuf, fuhren wir hinüber, von Leipzig damals und Halle, und mancher von uns tchütteltc den ÄopL Einige freuten sich der Bunt he es waren die Jüngsten und nicht die fchlechtesten non uns. Und sie hatten recht: denn cs war zukunftsträchtig, was da geschafsen wurde und cs ist lebensstark noch heute und gerade heute, wo eS endlich und schliesslich auch biS in die Provinz gedrungen ist. Dal bunte HauS ist leine Spielerei für Leute, die nichts Besseres zu ‘un wissen, es ist keine Angelegenheit eines Steuerdrückebergers, der seine Ueberschüsse zweckdienlich anlegen will — bas bunte Haus i st eine Motwendigkeit geworden. Gerade wir in Hessen — Frankfurt ist uns mit gutem Beifptel vorangegangen — haben eine Unmenge von Schätzen zu heben, die grau und verstaubt im toten Gleichllang der Straße stehen. Untere Fachwerkhäuser, die so lebendig aus ihrem Fundament ruhen und sich, von Stockwerk zu Stockwerk ausladend, bis zu dem spielerisch-prächtigen oder cinsach-schlichtcn Giebel emporbauen, sie heben laut ihre Stimme nach neuem Leben. Wir kennen heute den Wert der Farbe als wichtigen Faktor in feiner Wirkung aus die Spannkraft der Merven und die Einstellung des Gemütszustandes. Graue Umgebung macht müde und missgestimmt, weiss regt rasch auf, aber er- ludet schnell und wird auf die Dauer unerträglich, grün beruhigt, rot reiht mit, blau dämpft. So sind auch mit dem heurigen Sommer die bunten Farben nach Gießen gekommen. Die Stadt bekam ein anderes Gesicht. Ich glaube, sie lächelte. Hat man ihr doch die Spinnweben abgekehrt und die Munzeln geglättet, als die Maurer und Maler auf ihren Gerüsten an den Häuserfronten entlangliefen und mit Farbtopf und Pinsel zu arbeiten begannen. Frau Gießen bekam ein neues Kleid — und welche Frau lächelte da wohl nicht? Moch stehen die Häuser vereinzelt, die Pionierarbeit taten. Aber sie stehen da, sinnvoll in ihrem Aufbau erkennbar: der Mythmus ihres Berechtigung dieser Wünsche können gerade wir Deutschen uns ja gut hincinbenken!) 3n China weiß man, baß bas Reich ber Mitte, wenn nicht ber Weltkrieg bazwifchen gekommen wäre, heute wahrscheinlich als Koloniallanb unter bic europäischen Großmächte, 3apaii unb Amerika ungeteilt wäre. Der Wieberkehr ähnlicher Gefahren will man em für allemal vorbeugen, inbem man auch bie bebroh- Uchen Anfänge einer Kolonisierung mit Stumpf unb Stil ausrottet, wie sie bie fremben Vorrechte unb .Kapitulationen, bie Unerreichbarkeit ber meisten Auslänber für bic chinesische Gerichtsbarkeit unb vor allem bie fremben Truppen barftellen, beren Anwesenheit im 3uni bie blutigen Ereignisse in Schanghai unb Kanton verschulbet hat. Ob bic von Amerika geplante Chino-Konferenz bic Erregung beschwichtigen kann — wer weiß es? Eines ist jebenfalls sicher: Mit bloßen beruhigcnben Fiebermitteln ist bie Krankheit nicht mehr zu bannen! Nur eine verhängnisvolle Selbsttäuschung fann heute noch barüber hinwegtäufchen, baß bie Ereignisse in Ehina unb in Marokko, ebenso an- jchcincnb bereits in Syrien unb in bem (schon frei geworbenen) Arabien nur Teilerscheinungen, nur Anfänge einer riesenhaften Bewegung finb, bie Europa wohl noch viele 3ohrc unb vielleicht 3ahr- zehnte in Atem halten wirb. Die Lehre vom Selbst- bestimmungsrechi ber Völker beginnt sich auszu- wirken! Man Hot sie in Asien unb Afrika — ach! — nur allzu gut verstauben. „Asien ben Asiaten!" unb „Afrika ben Afrikanern!" heißen bie „mobernen" polittschen Schlagworte. Die (verkleinerte) Türkei unb Arabien haben sich schon sehr nachbrücklich auf eigene Füße gestellt, bie Rifkabylen finb braus unb dran, bas gleiche zu tun: China ruht nicht mehr, bis es bosselbe Ziel erreicht hat, vermutlich auch 3nbien, Aegypten usw. Der Brandherb greift weiter um sich — bie Nachrichten aus Tibet zeigen es an. bie Dberlänber Bauern auszogen zur Senblmger Schlacht, unb in ber Morbweihenocht von 1705 verlor bie Gemeinbe Diettamszell allein 26 ihrer Söhne im Befreiungskampf um ihre Heimat. Nicht wenig stolz ist man flhrauf, baß Hinbenburg auch nach feiner Wahl zum Reichspräsibenten wieber nach Dietramszell zurückgekehrt ist. Don weit unb breit bis hinüber nach bem Chiemgau strömt in bunter Folge bic Bevölkerung herbei, um ihrem Hinbenburg ihre Anhänglichkeit zu bezeugen. Die Wallfahrten zu seinem Erholungssitz nahmen einen berartigen Umfang an, boß bie Presse ber Umgebung aus einem gefunben Empfinben heraus ber Bevölkerung ben Rat gab, inan möge bock; in bem an sich löblichen Eifer, feine Anhänglichkeit zu bofumenticrcn, nicht allzuhäufig bic Ruhe unb bic Erholung Hinbenburgs stören. Hinbenburg selbst bewegt sich unter bem bayerischen Lanbvott in ber benfbar ungezwungensten Weise. 3m schlichten grünen Lobenonzuo, einen derben Knotenstock in ber Hanb, einen Iägerhut auf bem Kopfe, so streift er in ben Wölbern umher, spricht mit biesem unb jenem, ber ihm gerabc begegnet, unb ber Barbier von Schänegg ist nicht wenig stolz barauf, baß ber Reichspräsibent ver- schiebentlich auf seinen Spaziergängen bei chm ein» kehrte, um von seiner Kunst Gebrauch zu machen unb dem Barbier ben Weg zum Schloß zu ersparen. 3n ben Dorf kneipen sprechen bie Bauern von fast nichts anberem, als baß es ihrem Hinbenburg innerhalb acht Tagen gelungen fei, auf ber 3agb zwei Böcke unb ein Wildschwein zur Strecke zu bringen. 3eber einzelne weiß bis ins kleinste bie verschic- beney Vorkommnisse bei ber 3agb noch besonbers auszuschmücken und berichtet darüber mit solchem Stol3, als ob er selbst dabei gewesen fei. Zweimal bereits hat Hinbenburg für zwei Tage Dietrams. zell verlassen unb sich in bie Jachenau nach Fall Wachstums ist gehoben, fic g ruhen einander mit ihren Erkern unb wmken sich zu mit ihren Giebeln. Die geschossttagenden Ballen lagern sich schwer quer zwüchen den Fensterreihen, die bunllen Dächer greifen schützend über die FrvM die in holzgcsahrcn Rechtecken nach oben streb:. Zensierreihen werden erkennbar als in einer Linie sichend, fentrecht und wagerecht gegliedert. Wände vertan geteilt oder iufammengefafit, je nabtem die Zarte es bestimmt. Das Giessener Stadtbauamt Hal sich in dieser Erkenntnis fördernd um die Buntheit ter Straffen bemüh:. Ein städtisches Gebäude am Meuenweg. das etwa im Jahre 1750 entstanden sein mag. ist jetzt nach den Plänen des Stadtbauamtes renoviert. Es gilt mit Recht als eines ter schönsten Häuser ter Stadt. Sines ter ältesten Häuser ist das Lagerhaus ter Firma Geisse in ter Kaplansgasse. dessen Alter auf etwa 300 3ahrc geschäht wird. Beim Abschlagen des Putzes, ter vor etwa 50 Jahren angebracht worden war. fand man das sehr alte Fachwerk, das in feiner Holzkonsirullion die Form des sogenannten ..wilden Mannes" zeigt. Das älteste Haus ist das Gebäude von 3oh. Weisel in ter Sonnenstrasse, das um 1610 erbaut wurde und in feinen Formen. Schnitzereien und Farben dem crstgcschildcrtcn ftädti« schen Gebäude ähnelt, aber einen noch grösseren Wohlstand des einstigen Besitzers schliessen lässt. Besonders interessant ist hier noch der 3nncn- hof mit seinen reich verzierten Galerien und Gängen. Es ist das Geburtshaus des verdienten Bvllsschriftstellers Rudolf Oeser^Slaubrecht. Las find nur einige Perlen aus dem Schatzkästlein unserer Stadt. Schöne Ausgaben sind schon gelöst, schönere und reichere harren noch ter Lösung. Jetzt kommt ter Herbst und ter Winter, wo an langen Abenden bei ter Lampe Pläne gemacht werden können, die mit Dem jungen Jahre 1926 lebendig aufstehen müssen, auf das Die Stadt, wenn sie aus ihrem Winterschlaf erwacht, froh zu lächeln-beginne, wie wir selbst, wenn wir an den bunten Häusern entlang schauen und Freute auf uns herablacht von unseren Wohnungen: Eine frohe Stadt ... Wo wirb bas nächste Feuer cmporlobern? Aber fönnen wir in Deutschland nach unseren eigenen Erfahrungen diese Bewegungen fabeln? ^Regenbogenfarben der Meere. Reisende, die in diesen warmen Sommertagen zum ersten Male das Meer ausfuchen. sind manch- mal enttäuscht, wenn sie nicht die schöne blaue Farbe finden, die sic erwartet haben. Die Meere bet ein» seinen Erbteile sind fehr verfchieden gefärbt und können in allen Farben des Rcgcnbogens strahlen, sie nehmen fast jede Tinte an vom Gelb bis zum tiefen Purpur. Die blaue Farbe, bte die Dichter so oft am Meer preisen, wird durch den Salzgehalt des Wassers hervorgerufen, Denn die unzähligen kleinen Salzteilchen im Wasser werfen das blaue Licht der Sonnenstrahlen zurück. Meere mit einem grossen Salzgehalt haben das tiefste Blau. So z. B. das sehr salzreiche Mittelländische Meer. Die Färbung des stillen Ozeans ist meist so dunkel, daß man sie indigoblau nennen muss. 3n der Mähe der Küste wandelt sich ost die Meeresfärbung in Grün. Der weisse Sand auf dem Grund flachen Wassers ruft dieses Lichtgrün hervor, während der dunkelgelbe Sand, mit bem 'Blau des Wassers vereinigt, ein tieferes Grün hervor- ruft. In der Loangv-Bai erfcheint das Wasser tiefrot infolge des roten Meeresgrundes. Eine andere Ursache für Wasserfärbungen ist Die grosse Anzahl von winzigen Organismen, Die Darin leben. 3n einigen Salzseen Tibets unD ebenso in einigen Seen MiDfrankrcichs besinDen sich gewisse rote Tierchen, Die dem Wasser eine lebhafte karmoisin- rote Färbung berieten. An manchen Stellen des Kanals in Der Mähe der grohbrilanifchen Küste leuchtet Das Wasser tatiächlich in jeder Farbe des Regenbogens, eine Erscheinung die durch die eigenartige Sonnenstrahlung hervorgerusen wird.______ Insgesamt Hot also Deutschland den Lön- derkampf mit 43:21 Punkten gewonnen. Houben läuft wieder 10,6. Mannheim, 30. Aug. An den lcicht- athletischen Wettkänrpfen der Mannheimer Turn- gesellschaft nahmsn auch die Krefelder Preußen mit dem wieder genesenen Houben teil. Hauben lief über 100 Meter ein großes Rennen und gewann in 10,6 Sekunden. — 3n der 3mal-200- Meter-Stasfel liefen die Preußen mit 1:06,5 einen neuen deutschen Rekord. Den alten Rekord hielt der Sportklub Charlottenburg mit 1:06,7. Zum leichtathletischen Länderkampf Deutschland — Schweiz. Die gestrige Meldung über den leichtathletischen Länderkampf zwischen Deutschland und der Schweiz ist dahin zu berichtigen, daß in der viermal 100-Meter-Stofette Deutschland mit 42,2 Sekunden Erster wurde. Die Meldung von einem neuen Weltrekord war irrig. Aus der Provinz. Kreis Friedberg. ss. Friedberg. 30 Aug. Der hiesige Verein ehcm. 116er beging gestern abend im Saale des Ratskellers die Feier der lieber- reichung und Weihe seiner neuen Fahne. Es ist selbstverständlich, daß sich der Verein der geschlossen an der großen 116er-Dagung am 5., 6. und 7. September in Gießen beteiligen wird, um nun bei dieser Feier auch in würdiger Weise auftreten zu können, wurde der schon lange gehegte Wunsch des Besitzes einer Fahne zur Ausführung gebracht. In Anbetracht der vielen Feste, die im Laufe des Jahres hier schon stattfanden, hatte man von einer.größeren öffentlichen Festlichkeit abgesehen, aber vielleicht gerade deshalb nahm die Feier einen um so erhebenderen und würdigeren Verlauf. Sämtliche hiesige militärischen und sonstigen Vereine Friedbergs sowie eine Anzahl auswärtiger Vereine waren durch Abordnungen vertreten, der Saal war bis zum letzten Platze gefüllt. Die vorzüglich? Weiherede hielt Professor Dr. Keller, der ein Bild der ruhmreichen Geschichte des Regiments während eines Zeitraums von 150 Jahren entwarf und der Hoffnung Ausdruck gab. daß das stolze Regiment auch wieder in alter Pracht erstehen möge. Bürgermeister Dr. Sehd sprach im Ramen der Stadt Friedberg seine Glückwünsche aus und brach!? ein Hoch auf die Kameradschaft aus. Dann fand die Enthüllung und Hebergabe der Fahne statt. Das kunstvoll ausgeführte Banner trägt auf der einen Seite auf schwarzweihrotsm Grunde dos Regimentszeichen und das Friedberger und deutsche Wappen, auf der andern Seite aus rotweißem Grund« das hessische Wappen ; angesertigt ist sie in der Bonner Fahnen- fabrik. An die Tiebergabe schlossen sich die Glückwünsche der Vereine an. sämtliche hiesige Vereine ließen durch ihre Vertreter Glückwünsche und Fahnennägel überreichen, von außerhalb waren auch die Vereine der 116er von Gießen und Bad-Rauheim vertreten. Zahlreiche Redner schlossen sich an. von denen besonders die Ansprache des Generalleutnants v. Hartmann (früherer Kommandeur der 49. Brigade, zu der das Regiment zeitweise gehört«) auf das Regiment und die Ansprache von Oberst Soldan auf den Reichspräsidenten Hindenburg jubelnden Beifall fanden. Ein ausgewähltes musikalisches Programm. welches von dem Doppelguartett Friedberg-Fauerbach und dem Salonorchester bestritten wurde, trug durch seine vorzüglichen Leistungen viel zur Hebung der Stimmung bei, gemeinsame Gesänge und Vorträge hielten die Anwesenden auch nach Beendigung des Programms noch lange in angeregter Stimmung zusammen. Die ganze Feier war überaus erhebend und bildete einen schönen Auftakt zu der großen Tagung und Denkmalsenthüllung der 116er in Gießen. Bad-Rauheim. 30. Aug. 3m reichen Unterhaltungsprogramm dieses Sommers bot das Konzert, das der Gesangverein ..Liederkranz" aus Biedenkopf gemeinsam mit dem Kurorchester beute aus der Terrasse veranstaltete, eine erfrischende Ab^echsluno. Der gut geschulte Männerchor, von Lehrer Wilh. Thome geleitet, fand mit seinen Darbietungen wohlver- Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 3m geisterhaften Rebel schob sich das mächtige Schi), langsam vorwärts, Milchfarben stand die unendliche Schicht in weicher, schwebender Fülle rings um die Bordwände. Es war weder Tag noch Rächt. „Wenn Finsternis weih wäre, könnte man von weißer Finsternis sprechen," sagte Gheude und zog den Gummimantel dichter zusa nnen. Hanns Ingold gab keine Antwort. Plötzlich brüllte die Sirene markerschütternd. „Man bekommt Rerven," sprach der Belgier lachend, und Gheude legte die Hand auf Ingolds Arm und fuhr fort: „Genug der blassen Aussicht. Wir wollen hinuntergehen und eine Flasche ausstechen. Heute hat unser Zusammensein doch ein Ende." „Wissen Sie, was das ist?" fragte Ingold, ohne die Aufforderung zu beachten. Er zeigte über die Reling in die Dunstschicht. Der Rebel war jetzt von der sanften Leuchtkraft eines Opals. Doch er blieb für das Auge undurchdringlich, und die dunklen Wogen des Aermelkanals waren nicht einmal hart am Kiel zu erblicken. Im Innern des Schiffes wurden die Lichtet eingeschaltet, und nun färbten goldrote und rosige Töne die Rebelhülle, in der die „Dille de Bruxelles" wie auf der Fahrt ins Geisterland dahinglitt. Wieder brüllte das Rebelhorn, und der mächtige Schrei wurde abermals von den schweigenden Dunstmassen aufgeschlürft und erstickt. Gheude folgte Ingolds ausgestreckter Hand, die fest und bestimmt ins Rebelbräu deutete. „Ich sehe überhaupt nichts . Fürchten Sie einen Zusammenstoß?" „Das da, die weihe Finsternis, wie Sie so schön sagten, das ist die Zukunft," erwiderte Hanns und fügte nach einem tiefen Atemzug hinzu: „ilnb dah sie so weiß, so geheimnisvoll, so gefahrdrohend und doch so lockend ist, das ist das Schönste an ihr. Die Zukunft! Wir fahren hinein, mitten hinein." „Wir sind sogar mitten drin. Sie Phantast! Wenn ich Ihr Stichffammentemperament nicht diente Anerkennung, die sich bei einigen Chören in stürmischem Beifall des- zahlreich anwesenden Publikums lundtar.^ Dem Beispiele vieler anderer hessischer Schulen folgend, unternimmt die Volksschule gemeinsam mit der Fortbildungsschule am 11. September eine Rheinfahrt mit dein Dampfer Albertus Magnus. Es nehmen 650 Schüler und Schülerinnen daran teil. Die Gesamtkosten betragen kaum 5 Mark pro Schüler. — Im Kurbesuch ist in den letzten Wochen ein kleiner Rückgang eingetreten, doch verspricht man sich vom 1. September ab, wo die Ermäßigung der Kurtare in Kraft tritt, wieder ein Anwachsen der Besucherzahl. 3m ganzen bringt das Kur- jahr 1925 einen bedeutend stärkeren Besuch als die Vorjahre. Bis zum 27. August sind insgesamt 29 777 Kurgäste angekonNnen, wovon am genannten Tage noch 3802 anwesend waren. Vom 1. Januar bis einschließlich 27. August wurden 300 574 Bäder gefertigt, darunter 10 712 Freibäder. Bad-Rauheim, 31. Aug. Zum vierten- mal während dieser Saison weilten Mitglieder des Aerztlichen Vereins, diesmal 100 an der Zahl, gcftern zu Studicnzwcckcn in unserer Stadt. Unter sachkundiger Führung lernten die Gäste das Bad und seine Einrichtungen kennen, nachdem vorher Prof. Weber und Oberbaurat B e r ck einführende Vorträge gehalten hatten. — Die von der Stadt zum Preise von 27 000 Mark erworbene Automobildrehleiter ist angekommen und von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen war- den. — Der hiesige Geflügel- und Kaninchen z u ch t v e r e'i n besteht jetzt 25 Jahre. Er gehört zu den rührigsten und leistungsfähigsten Vereinen derart in Oberhessen. Mit seiner Jubiläumsfeier am 12. und 13. September verbindet er eine große Geflügel- und Kaninchenaus- st e l l u n g in der Turnhalle. Auch auswärtige Züchter werden die Ausstellung beschicken. O Aus der Wette rau, 30 August. Die Frühobsternte hat in diesem Jahre nicht das eingebracht, was sie anfänglich versprochen. Die Mirabellen zeigten zwar durchweg guten Behang, die Früchte waren zumeist aber von einem Pilz befallen, der ihnen ein fast schwarzes Aussehen gab. Die von dem kohlenstaubähnlichen lleberzug befallenen Früchte sind in ihrer Entwicklung sehr zurückgeblieben. Wollte man sie zum Einmachen benutzen, mußte man sie vorerst förmlich abbürsten. Der Marktpreis für die beliebte Einmachfrucht betrug 40 bis 60 Pfg. Sehr schlecht fällt, wie andererorts, auch hier die Birnen ernte aus. Rur einige Frühbirnen, wie Gellerts Butterbirne und Amanlis Butterbirne, machen eine Ausnahme. Für die ersten Frühbirnen, die auf den Markt kamen, mußten Preise bis zu 1 Mk. pro Pfund angelegt werden. Auch jetzt werden noch 50 und 60 Pfg. für das Pfund bezahlt. Dahingegen wurde Amanlis Butterbirne dieser Tage an die Hotels in Dad- Rauheim für 25 bis 30 Mk. pro Zentner im großen geliefert. Der Staat und die Gemeinden haben schon mit der Versteigerung der Früh- birnenernte begonnen. So kamen gestern in Bad- Ra u h e i m an der Hochwaldstraße seitens der Stadt die Frühbirnen zum öffentlichen Verkauf. Trotzdem zahlreiche Käufer zur Stelle waren, wurden doch annehmbare Preise eingehalten. Der Zentner Birnen stellte sich am Baum nicht höher als durchschnittlich 5 Mk. Der Preis bewegte sich zwischen 3 und 8 Mk. pro Zentner. Einen reichen Segen wird, wenn nichts Tlnvorhergesehenes mehr dazwischenkommt, die Apfelernte über unsere Gegend schütten. Das Apfel-Fallobst, das in den zurückliegenden Jahren um diese Zeit für Einkochzwecke, vor allem zur Herstellung von Gelee schon sehr begehrt war, ist Heuer kaum an den Mann zu bringen. Es liegt förmlich auf der Straße, kaum jemand fragt danach. Es ist damit zu rechnen, dah die Aepfel auch im Herbste preiswürdig auf den Markt kommen. — Die Frühkartoffelernte fällt besser aus, als man in den trockenen Zeiten des Vorsommers erwartete. Allerdings machen sich infolge der häufigen Riederschläge der letzten Wochen in nassen Lagen schon Fäulniserscheinungen bemerkbar. Der ursprüngliche Marktpreis von 8 bis 10 Pfg. pro Pfund ist bereits stark gefallen, er beträgt heute nur noch 4 bis 5 Pfg. Wie man hört, bieten die Händler bei Massen- auffauf nur 2 bis 3 Mk. für den Zentner, «in Preis, bei dem die Landwirtschaft kaum bestehen können dürfte. Vielverfprechend ist die Spätkartoffelernte, vorausgesetzt, daß wir bis zur Ernte trockene Witterung behalten. kennte, so müßte ich Sie für einen rechten deutschen Träumer halten. Man merkt Ihnen das Heimweh täglich mehr an. Kommen Sie in den Salon!" Hanns Ingold folgte ihm willig. Sie gingen das verödete Deck entlang und stiegen in den lichterfunkelnden Bau, in dem die Maschinen summten und ein Streichorchester spielte, während draußen der Rebel braute. Rach einigem Schwanken gingen sie in den Rauchsalon und setzten sich zu einer Flasche Wein. „Also noch einmal, Ingold, auf unsere Zukunft! Stoßen Sie an! Drei Jahre haben wir zusammen am Vater der Ströme Dämme gebaut und Turbinen gepflanzt, drei Jahre guter Kameradschaft! Das ist ein Wort, lieber Freund! Stoßen Sie an!“ Der lebhafte Schwung, mit dem Gheude das Glas hob, wärmte Ingow das Herz. Ein helles Leuchte-n trat in sein gebräuntes, bartloses Gesicht, und der eigenwillige Mund zuckte ein wenig, als er antwortete: „Wir haben uns immer gut vertragen, und die schweren Tage, als der Mississippi uns mit dem acht Meter hohen Hochwasser über den Hals kam und die Drücken eindrückte, dah das Werk beinahe auf Zeit und Ewigkeit ersäuft worden wäre, die haben uns recht zu Freunden gemacht. Auf unser Wohl Gheude, und auf eine neue Zunkunft." Die Gläser klangen. Dann sahen sie still und blickten sinnend in den Rauch der Zigarre. Die Maschinen dröhnten, die Geigen fangen, rostgelb stand der Rebel vor den Fenstern. Das Schiff lief langsam und lag stampfend in einer unruhig gewordenen See, die mit kurzen, drängenden Wellen heftig an die Wände klatschte. Die Sirene heulte ihr wildes Klagelied. „Wie lange waren Sie nicht mehr zu Hause, Ingold?" fragte Gheude. „Sieben Jahre, eine Ewigkeit," antwortete Ingold. „Und wie lange bleiben Sie jetzt zu Hause?" „Wie lange ich bleibe? Das weih ich selbst nicht." „Geben Sie mir auf jeden Fall Ihre Adresse. Wenn ich nach China gehe für die Societe miniere Kreis Wetzlar. g. Krofdorf-Gleiberg, 31. Aug. Der Bezirksvercin Gießen des Deutschen Werkmeisterverbandcs hielt gestern mit seinen Bundesvereinen der Provinz Oberhessen fein diesjähriges Iahresfest auf der Burg Gleiberg ab. Der große Kaisersaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Biele Mitglieder aus der näheren und weiteren Umgebung waren erschienen, so aus Butzbach, Lollar. Wetzlar, Friedberg u. a. Orten. Rachdem die übliche Be- grüßungsanfprache gehalten, vergnügten sich jung und alt bei Bier, Wein und Tanz, bis gegen 7 Uljr der Heimgang angetreten wurde. Wohl die meisten Teilnehmer waren, obwohl der Weg bis zur nächsten Bahnstation weit war, doch des Lobes voll über die schön gelungene Feier. Um auch die Geselligkeit weiterhin zu pflegen, ist für das nächste Jahr eine gleiche Feier in Friedberg geplant. rtr. Dorlar, 31. Aug. Die (Brummet- ernte hat schon ihren Anfang genommen, die Landwirte sind mit dem Mähen der Wiesen beschäftigt. Der Stand der Wiesen ist im allgemeinen gut und man kann bei trockener Witterung auf eine schöne Ernte rechnen. XX Wetzlar, 30. Aug. Das Getreide ist im hiesigen Kreise vor dem Regen säst ohne Ausnahme gut unter Dach gebracht worden und der Maschinendrusch ist in vielen Orten bereits beendet. Im Gegensatz zu dem abnormen Vorjahr befriedigt der Körnerausfall, besonders trifft dies auf den am meisten angebauten Roggen zu. Soweit erfahrene Landwirte fcftftellen konnten, gibt es diesmal von einem Morgen durchschnittlich 8 Zentner Roggen und in besseren Lagen ebensoviel Weizen. Auch di« Haferernte ist qualitativ und quantitativ gut. Starkenburg und Rheinhessen. Q Darmstadt, 31 Aug. Der Provinzial- Ausschuß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zum Wiederaufbau der Ruine „Starkenburg" einen einmaligen Betrag von 5000 Mk. zur Verfügung zü stellen. * Darmstadt, 31. Aug. In der Garten» bauausstellung tagte gestern der Verband hessischer Gartenbaubetriebe. Den Hauptvortrag hielt Direktor Fachmann- Berlin über die Lage des Gartenbaues. Die Schwierigkeiten der Gartenbaubetriebe find in der Einfuhr aus dem Ausland zu suchen. Der Gartenbau leide durch Kreditmangel und durch die Erhöhung der Preise der Betriebsmittel. Der Redner forderte eine stärkere Beeinflussung der Marktlage und ein Zurückdäminen der Einfuhr von Gartenerzeugnissen. — Die Ortsgruppe Darmstadt des Deutschen Iugendherbergs- Verbandes veranstaltete am Samstag und Sonntag einen Iugendherbergstag. Bemerkenswert von den vielen Veranstaltungen waren alte Tanzspiele sowie die Aufführung des mittelalterlichen Legendenspiels „Theophilus" durch die Mainzer Ortsgruppe des Verbandes. Im Schloß war eine Ausstellung „Wandern und Bleiben". Der finanzielle Ertrag der Veranstaltung wird zur Ausstattung von Jugendherbergen verwandt. Hessrn-Nassau. T Waldgirmes, 29 Aug. Rachdem wegen Geldknappheit die Arbeiten an unserer Wasserleitung seit Frühjahr geruht haben, wird nunmehr zur Herstellung des Bassins geschritten. Dasselbe umfaßt 300 Kubikmeter in zwei Kammern. Rach Fertigstellung kann die Gemeinde Dorlar ihren Abzweig durch unsere Gemarkung legen, was ihr von den Eigentümern ohne Entschädigung gestattet ist. XX Herborn, 31. Aug. In der ab- gelausenen Woche wurde hier der erste Kreiskirchentag auf Grund der neuen nassauischen Kirchenverfassung abgehalten. Prof. Dr. Hau- s e n scheidet aus dem Pfarramt und an seiner Stelle ist Pfarrer Brandenhurger, Dillenburg, als Dekan der Synode gewählt worden. XX Driedorf, 31. Aug. Der älteste Bienenzüchter Rassaus, welcher die weite Reise zur Wanderausstellung in Cronberg nicht gescheut hatte, um die Erzeugnisse seiner Bienenzucht auszustellen, ist der Landwirt Wilhelm Peter aus dem benachbarten Haiern. Er betreibt selbst schon 60 Jahre lang die Imkerei und behauptet, daß die Bienenzucht über 100 Jahre in seiner Familie üblich sei. franco-beige, schreibe ich Ihnen. Sie halten es ja doch nicht lange aus in den kleinen stillen Verhältnissen. Und in den großen Werken und Baugesellschaften, die in Deutschland und Belgien selbst arbeiten, ist für uns lleberfeer vorläufig doch kein Platz. Wir sind auch an einen größeren Zuschnitt gewöhnt." Hanns Ingold hörte nur mit halbem Ohr, was der lebhafte Freund erzählte. Eine weiche träumerische Stimmung war unversehens im Rebel herangeschlichen, der den Kanal und das Schiff einhüllte, und nährte sich jetzt noch zum lleberfluß von dem Wein, den er nach langer Entwöhnung wie erstes Grüßen der Heimat in sich trank. Sieben Jahre war er fortgewesen, zwei davon in Aegypten und fünf in Amerika. Und jetzt lag alles weit, weit hinter ihm. Vor sechs Wochen hatte er noch vor Hugh L. Cooper gestanden und von dem Erbauer der Riagara- werke einen hir.cn Handdruck empfangen. „Good dhe, Mr. Ingold, Sie können wiederkommen," hatte der Ches kurz und knapp gesagt. Dann war er mit dem letzten Scheck in der Tasche ins Kontor gegangen, und zum letztenmal hatte et die graugrünen Fluten des Mississippi in mächtigem Drang zwischen den gewaltigen Steinmauern hindurch in die Schächte gleiten und mit heftigem Schwung zehn Meter tief auf die Turbinen stürzen sehen. Er ging noch einmal auf die Drehbrücke hinaus, die unter dem Anprall der Wasser erzitterte, und überblickte das Riesenwerk, die gesprengten Schnellen, die keine Wirbel mehr erzeugten, das turmhohe Maschinenhaus, das im blauen Kalkstein des Strombettes verankert war, und hörte im Geist noch einmal die Pumpen rauschen, die Eisen- karren dröhnen, die Krane ächzen, die Bohrer surren und die Sprengladungen knattern. Da hatte er zum erstenmal Heimweh empfunden. Solange er in seiner Arbeit lebte und mit den Elementen kämpfte, war es feiner nicht Herr geworden. Dem Abgelohnten, der fein Werk getan hatte, schlug es rasch und leicht die Hand auf die Schulter. fpd. Frankfurt a. M„ 31. Aug. In einem Bureau der Goethestraße entstand Sonntag abend ein Brand, dessen Bekämpfung mehr als zwei Stunden erforderte. Der Schaden ist recht erheblich. Zu gleicher Zeit wurde die Feuerwehr nach dem Liebfräuenberg alarmiert, wo sie einen Brand in einer Konditorei löschen mußte. Hanau, 31. Aug. Die hiesige Thphus- e p i d e m i e hat am Samstag zwei weiter« Todesopfer gefordert, so daß die Zahl der Todesfälle sich auf vierzehn erhöht hat. Reuerkran- lungen werden nicht gemeldet. Der Darmstädter Leichenfund. fpd. Darmstadt, 31. Aug. Rach polizeilichen Mitteilungen handelt es sich bei der bei Darmstadt aufgefundenen M ä dchenl eiche um die dreißigjäbrige Stütze Anna Gillmann aus Frankfurt, geb. in Idar. Die Leiche wurde von hier wohnenden Verwandten nach dem Bild und der Kleidung erkannt. In den letzten Tagen machen sich übrigens, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, Zweifel geltend, ob die Gill- mamt wirklich einem Mord zum Opfer gefallen ist oder ob sie in der Wohnung des Meon nicht einem Herzschlag erlag. Dahingehende Tlntersuchungen sind jetzt eingeleitet. Man nimmt an, daß Meon aus einer gewissen Scham heraus, dah das Mädchen bei ihm in der Wohnung verstarb, die Sache verheimlichen wollte, und die Leiche dann fortschaffte. Von Meon selbst fehlt bis zur Stunde jede Spur. Buntes Allerlei. Elefanten als Räuber. Wenn man jetzt auch über das Aussterben des Elefanten in Südafrika klagt und wenigstens die einzige dort noch vorhandene Herde geschützt wißen will, so ist doch in Afrika an Elefanten kein Mangel. Man schätzt sie allein im Kenja-und Tanganjikagebiet auf über eine halbe Million, und die riesigen Dickhäuter stellen hier für den Landmann eine schwere Plage und ständige Gefahr dar. Wie ein Forschungsreisender erzählt, richten diese Herden alljährlich auf den Farmen Schäden an, die in die Hunder t tausende gehen. Die wilden Elefanten, die zunächst schüchtern und ängstlich sind, verwandeln sich nämlich mit zunehmendem Alter in gierige Räuber, die ebenso listig wie ungebärdig sind und keine Furcht vor Menschen mehr haben. In Rudeln von 10 bis 100 Stück rücken sie in pechschwarzen Rächten langsam heran und bewegen sich lautlos auf ihr Ziel zu. Wenn sie aber erst einmal in den Pflanzungen sind, dann beginnt ein wildes Wüten Fruchtbäume werden zu Dutzenden zerstört und umgetiffen; weite Grntefelder verwandeln sich in eine zertretene Maffe. Die Bullen trompeten stolz bei diesen Taten; die weiblichen Tiere quieken herausfordernd. Wollte der erbitterte Farmer in diese Durcheinander riesiger Tiermaflen hinein- schießen, so würde das für ihn fast sicheren Tod bedeuten- Denn beim geringsten Laut stürmen die Tiere nach der Richtung, aus der er kommt, und da sie sehr schnell sind, würde er bald von ihnen zertrampelt sein. Andererseits bedeutet das Ucber- laffen der Pflanzungen an die Elefanten bis zum Morgengrauen völlige Vernichtung der wertvollen Anlagen. „Solch eine Elefantenn-Raubherde", erzählt der Verfasser, „lebt in dem älmtondea-Dusch in der Rähe von Mombasa. Jedes Jahr Überfällen die mächtigen Tiere die Pflanzungen und entwurzeln die wertvollen Palmbäume. Die Herde ist von der Regierung „geächtet" und jedem Jäger preisgegeben worden. Aber die Elefanten sind so schlau, dah bisher kaum ein Dutzend von ihnen erlegt werden konnte. Eine andere wilde Elefantenherde versetzte kürzlich den Rusigi-Dezirk im Tanganjika-Gebiet in regelrechten Bel<^erungszustand. In wenigen Rächten waren die Ernten über ein weites Gebiet zerstört, und indem sie sich auf die niederen Hütten der Eingeborenen hielten, brachen sie die Wände durch und töteten Dutzende oon Bewohnern. Ein Jäger erlegte schließlich gegen 50. Aber die überlebenden Tiere wanderten nach dem Victoria Rhanza aus und verwüsteten dort die Kartoffelgärten, wobei freilich viele in die von den Eingeborenen gelegten Fallgruben geraten. Wären die Elefanten nicht so große Räuber, so würden sie für Ostafrika einen großen Wert haben. Denn ein Paar guter Stohzähne gibt 200 Pfund Elfenbein, das Pfund zu 30 Mark. Die Erlaubnis, 2 Elefanten zu schießen, kostet 900 Mark, und bäi solchen Jagdgesellschaften erhalten viele Eingeborene Beschäftigung, die sich sonst nichts verdienen können. „Das letzte Glas, Ingold! Auf die Heimat und die uns dort erwarten!" Ein ironisches Zucken hob Gheudes Mundwinkel bei diesem letzten Trinkspruch, aber die Augen blickten ernst und warm hinter dem Kneifer, als er das Glas erhob. Ingold spürte, wie er errötete; In einer heißen Welle stieg ihm das Blut aus dem Herzen in die Wangen. Ein lauter Glücksjubel schrie plötzlich in seinem Innern, ein unbändiges Heimverlangen brannte in seinen Adern. „Her mit dem Glas, Gheude," stieß er leidenschaftlich hervor, und das Kommersbuch, die Hochschule, deutsches Wesen, die Jugend, die Liebe, alles, alles stieg in kreisendem Schwall aus den Schächten der Erinnerung, dah die Augen tropften und die Lippen riefen: „Heim! Heim! Wo der junge wilde Rhein unter dem Schwarzwald rauscht und der Vater die Rehwage in den Lachswirbel schwenkt! Herrgott im Himmel; ist das schön! Daheim in den Bergen am jungen Rhein! Herzbruder, eS gilt die Liebste mein!“ Die Kelche klangen, hintenüber bog Hanns den Racken und leerte fein Glas bis auf die Ragelprobe. Da hämmerten plötzlich die Maschinen, schrie die Sirene und dröhnte der ganze Schiffsleib von einem ungeheuren Stoß, der die Gläser aus den Rahmen und die Stühle aus ihrem Stand warf und den gewaltigen Bau weit nach Backbord schleuderte. Schreien, Klirren, wildes Hetzen und Rennen, Lichttulpen springen und erloschen, rückwärts schlagen die Kolben, und aus dem Zwischendeck quillt in heulendem Gedränge eine Flut geängstigter Menschen und erfüllt das unsicher schwankende Schiff mit wahnwitzigem Lärm. „Ein Zusammenstoß, kommen Siel" sagte Ingold, und seine Stimme hatte den harten, metallischen Klang, der Gheude von der Arbeit im Flußbett des Mississippi noch im Ohr lag. „Allons voir," erwiderte er gelassen, und sie tasteten und schoben sich durch die Winkel und Gänge die überhängenden Treppen hinauf auf das Verdeck. (Fortsetzung folgt.) Sttrcibebörfe. Frankfurter wurden 127 126,75 UbenbDorie. (Nachdruck verboten.) 9. Fortsetzung. 67 62 64 36.5 15 10,13 56.9 i 65.25 127 25 über dem Freitag eine Er höhu ng. dic ober nicht von einer gesteigerten Nachfrage, sondern von einem vorsichtigeren Angebot der Geldgeber herruhrt. Gelder bi» morgen und tägliches Geld kosten 91 bis IP', Pro-, Monatsgeld unverändert 10* $ bi» 1P/j Proz. Im Devisen- verkehr traten nun unwesentliche Kursschwankungen ein. Amsterdam, Kopenhagen und Oslo waren gegen London leicht erholt, dagegen Brüssel. Paris und Mailand erheblich abge- schwacht. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in Paris 5.07. London 20,40. In Amsterdam war heute die Börse wegen Feiertag» geschlossen. •Böden In rle 67 ; 63 Frei geworden Erzählung von Klara Prieß. 72.12 122.5 . 124,75 60 । 64.25 98,25 98.6 73 5 76 60.75 82 50.>5 41.5 28 36 0,4 0.815 99,75 64 34.2 14 9.75 9.1 57 0,815 100.5 64.5 39.5 13,75 10.12 61 56.5 64.5 36.5 11.5 10.25 55.5 60.5 125.5 ;s 121,25 122.25 64,9 97,9 74 122,5 125,14 63 65.1 98.5 75.25 63 82,5 52 9 46 30 39 60 81.5 51 41 37 52.5 122.5 123,5 66,3 98.9 74 5 63.5 \ M 53 46.9 36,75 50 Frankfurt a. M., 31. Aug. D» notiert: Weizen.Wettcrauer.LZ bis23,25,Roggen, inländ. 18.25 bis 18.50, Sommergerste für Drau- zwecke 25.50 bis 27, Hafer, inländ. 19,50 bis 20 50 Mais (gelb) 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39 bi« 39.25, Roggenmehl 27,50, Weizenkleie 11 bis 11,25. Roggenklete 11,50, Erbsen 30 bis 38, Heu. südd.. gut, trocken8,5O, Weizen- und Roggenstroh 4,50, Treber, getrocknet 18.50 bis 19. Tendenz schwach. Merkt, s Räuber, ÄS“ lit nÄÄEN diese Hns«, n6'ute zurück. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 215 bis 221. do per Sept. 236 bi» 235.50, do. per Oft 243 bi« 242.50. do. per De» 251 bi» 250. Roggen, märt. 165 bis 173, do. per Sept 181. do per Oft. 190.50 bis 191, do. per Dc^ 198 bi» 197. Gerste, märt. 220 bi« 250. Futtergerste 180 bi» 185. Hafer, märt. 173 bi» 181. do. per Sept. 172 bi» 170. do per Oft. 181. do. per Dez. 189 bi» 190. Mcn» )La Plata) 214 bi» 218. Rap» 355 bis 360: für je 100 Kilo: Weizenmehl 31 bis 34, Roggenmehl 24 bi» 26, Weizentleie 12.50. Roggenkleie 12.20, Biktoria- erbfen 25 bi» 31. Futtererbsen 21 bi» 23. Wicken 26 bis 29. Lupinen, blau 12,50 bi» 14. Rapskuchen 15.80 bis 16. Leinkuchen 22.20 bis 22.80, Trockenschnitzcl 8.80 bi» 9. Kartoffel flocken 19, Zucker 21.25 bi» 21,50 Mk Die Operation gelang. Es kamen doch zunächst wieder leichtere Tage, und die grobe Gute der Kranken leuchtete siegreich auch durch die schwachen, bangen Stunden. öd war es für Anna ein schönes Pstegen. Denn zu ihrem Glück blieb auch in der Klinik die Pflege der Mutter in ihren fänden. Doktor Rohde erlaubte gern, das; sie bei der Kranken blieb, und die Dielbe,djäftigten Schwestern überließen ihr die Pflege halb allein. Und diese äußerlich so traurigen schweren läge und Wochen wurden Anna innerlich leichter und besser als die stillen Tage vorher. Sie halte nun Arbeit — Arbeit, die ihr Heb und leicht wurde, die sie interessierte, ablenkie und körperlich und seelisch ganz m Anspruch nahm. Mit Verwunderung merkte sie^ daß in diesem Hause trotz all der Kranken eine oüUe von Leven, von kräftigem, gesundem Leben war. Der Doktor steckte bis obenhin voll Leben und voll Glauben ans Leben, bereit, in jedem neuen Fall aufs neue mit dem Tode zu kämpfen. Und eine Fülle von Leben steckte auch in der Oberschwester, die alles sah und merkte, was im Hause vorging, und eins von jenen echten Menschenherzen hatte, die gar nicht umzubringen sind. Ein Stuck von diesem Kerzen eroberte sich Anna, und damit einen Platz und Anteil im Hause. Ganz langsam streckte sie ihre Fühlfäden aus, über der Mutter Krankenzimmer hinaus in das Getriebe der Klinik hinein. Allmäh- lich begriff sie, wie unendlich viel hier auf engem Raum erlebt, gelitten und erfahren wurde. Sie (ernte ihr Scherflein dabei aufsammeln und hin und wieder ein wenig mithelfen, mitsorgen, trösten. Und als die Mutter endlich, endlich des Lebens und Leidens herzlich müde, ihren langen, letzten Schlaf schlief, da wußte Anna, baß mit der Mutter Tod ein großes Stück Leben und eine unendliche Liebe für sie zu Ende war, sie wußte aber auch, wo sie wieder anfangen konnte, wo Arbeit und Liebe, Pflicht und neue Kraft für sie zu finden waren. — Wieder waren sieben Jahre ins Land gegangen, sieben Iahre feit jenem Abend, an dem Anna den "stand Ci?« MZz Frankfurter Schlachtviehmarkt. , (ßigcner Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'.) Frankfurt a. M.. 31. Aug. Auftrieb: 1692 Rinder (darunter 451 Ochsen, 64 Butten. 1117 Färsen und Kühe). 424 Kälber, l06 Schafe, 4596 Schweine. Rinder: Ochsen: DoUfletschtge ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 68, junge, fleischige, nicht auSgemastete und ältere ausgemästete 54 bis 61, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 53; Bullen: tioll- fleischige ausgemästele Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 61, vollfleifchige jüngere 49 bis 55; Färsen und Kühe voNfleischige ausgemastete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 65, voll- fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Iahren 52 61» 60, wenig gut entwickelte Färsen 48 bis 57, ältere ausgemastete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 51, gering genährte Kühe und Färsen 17 bis 25. Kälber: feinste Mastkälber 80 bis 86, mittlere Mast- und beste Saugkälber 72 bis 79, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 70, geringe Saugkälber 45 bis 48. Schafe: Weide- rnaslschafe: Mastlärnmer und Masthärnmel 52 bis 56, geringere Masthärnmel und Schafe 39 bis 48; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 24 bi» 36. Schweine: vollfleifchige von 80 bi» 100 Kilogramm 90 bis 92, voNfleischige unter 80 Kilogramm 82 bis 89. vollfleifchige von 100 bis 120 Kilogramm 90 bis 92, vollfleifchige von 120 bis 150 Kilogramm 90 bis 93, Fettfchwem« über 150 Kilogramm 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 85. Marktverlauf: Langsamer Handel, Aeberstand. grauen Gespenster, und es schwiegen die zeit-^ und mutraubenben Fragen nach dem „Warum all dieses Menschenleides. Später kamen »dann noch ein paaar freundliche Hilfsgeister: die Gewohnheit, die alles milder macht, und das Interesse am wissenschasttichen Teil ihrer Arbeit, an den Operationen und kunstreichen Verbänden, wozu Doktor Rohde Anna bald heranzog — denn sie hatte eine geschickte, sichere Hand und fand Freude daran, diese so schulen und gebrauchen zu dürfen. Als dann vor nun drei Iahren Schwester Ger- trüb krank wurde und ihre Kräfte nicht wiederkommenwollten, hatte Doktor Rohde Anna das Amt der Oberschwester in seiner Klinik anvertraut. Wenn nickiis anderes i.i diesem Leben voll Mühe und Arbeit köstlich gewesen wäre — und es war da noch viel anderes Schöne —, so hätte sich alles schon gelohnt, allein um der köstlichen, kurzen Mußestunden willen, die so wohlverdient und willkommen kamen. Und auf eine solche Ruhestunde freute sich Anna jetzt, als sie Tante Lottes helle Fenster über den Stifts- Hof leuchten sah. , Ä Drinnen war noch alles beim alten. Der Fenstertritt mit Nähtisch und Lehnstuhl stand an der alten Stelle, und viele Erinnerungen wurden hier leben- big unb banden die beiden Frauen zusammen. Tante Lotte war alt geworden, alt und scharf; bie Leute nannten sie nicht ganz mit Unrecht bissig unb boshaft. Aber Anna fühlte immer ben reichen Unterton an Liebe unb Güte, ber unter bieser äußeren Härte verborgen lag und für Anna nie versiegte. Ä Heute abend saß Tante Lotte auf dem roten Sofa der ©artenftube am behaglich gedeckten Teetisch, beim Licht der blank geputzten Petroleum- lampe. „Du kommst ja wieder schön spät." sagte sie. ,Hch habe schon angefangen, kann bas Hungern nun einmal nicht vertragen. — Nein, ich erlasse bir bie üblichen Entschuldigungen, schäle dich nur aus und itz mal tüchtig. Unb Grafensteiner Aepsek habe ich nachher auch noch für bich. Weißt du, es gab biesmal nicht viele, unb die Poppendorf war eifrig da hinterher, aber ich habe mein Teil doch gerettet Unb einen ftorb voll kannst du auch gern mit in die Klinik nehmen." m . Anna legte den wetten, schwarzen Mantel unb den schlichten, kleinen Kapottehut ab. Sie trug ein ttberamildit Wette 211 bin . . I ^.emcnttvett Heidelberg . . . Philivv Holzmann......I Ylnaio Gont -ffluano . . ... Badische Anilin........ lüxmilche Mavcr Alavül . . (Goldschmidt . . Ktte» detmer Electron .... Höchster Farbwerke .polzverloolung ...... 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(eigener Drahtbertchi des ..Gießener Anzeiger»".) Berlin, 31. Aug Die s e st e T e n d e n z hat den letzten Wochenschluß überdauert. Wie zu erwarten war. eröffnete dic heutige Börse wesentlich über den letzten ossiziellen Kursen vom Freitag. die nach dem Verkehr von Bureau zu Durcaa am Samstag bei beachtenswerten Umsätzen erheblich überschritten wurden. Wenn auch in der Hauptsache börsentechnische Gründe hierfür Vorlagen^ also die Deckungs käuse der Geld- spekulation ihren Fortgang nahmen, so lagen doch andererseits in den Bankbureaus auch Kauforders des Publikums vor, das die noch günstigen Kurse ausnutzt, soweit es bei den heutigen Geldvcrhältniffen in Deutschland möglich ist. Die g ü n st i g e E n t w i ck l u ng ber Arbeit des Stinncs-Stützungs-Kon» sortium S macht auf die Börse einen guten Eindruck. Gegenüber diesen Momenten kann sich die Anspannung am Geldmärkte nicht auswirken. da der Ultimo bereits als überwunden gelten kann. Die ZinSsä tze erfuhren gegen- Vücherlisch. — Das Hermannsde'ckmal. diese» Wahrzeichen deutscher öinigleit und Heldenkraft, ist anläßlich seiner 50-Iahrfeier in den Mittelpunkt deS allgemeinen Interesse» getreten, und so wird auch dic Aufmerksamkeit de» Lesers in bet neuesten Rümmer der.311 uflritten 3ci- tung iDerlag 3 3. Weber. Leipzig) auf bie historisch bedeutungsvolle Schlacht im Teutoburger Wawe gelenkt. Sin zweite» Ehrenmal, zwar anderer Art. aber auch echt deutsch, da» Ehrenmal deS Deutschen Weine» auf der Reicks- auSstcllung .Deutscher Wein" in Koblenz wird bis ins einzelne geschildert. 3n dem reich illustrierten Artikel ..Wir reden vom Zucker" gewährt unS der bekannte Schulmann Paul Georg Münch einen Einbick in die moderne Arbeitsschule. Die Rotenbeilage ..Ging da nicht da» Glück vorbei?" ein volk»tümliche» Lied von Franz Lehür, wird allgemein Anklang finden. — Der Kleine Brockhaus. Handbuch des Wissens, bereinigt in einem Band, da» Weltwissen in sich: ein Grift und man hat. was man wissen will. Der Kleine BrockhauS ist das reine Weltauskunftsbureau, daS unparteiisch jedem dient, der es befragt. Um jedem die Anschaffung zu erleichtern, läßt der Derlag da» Werk in zehn Lieferungen erscheinen, von denen dic sechste vorliegt. Während des Erscheinen» der Lieferungen ist die Möglichkeit geboten, den Kleinen BrockhauS zu einem billigeren Subskription-Preis (jede Lieserung 1.90 Mk.) zu beziehen. — Hans Müller, „Der Tokaier Ko- möbte in drei Akten. (I. G. Cottasche Buchhand- lung Nachfolger, Stuttgart unb Berlin.) Dieses reiz- volle Lustspiel, das im letzten Winter mit starkem Erfolg über bie Bühnen ging, hat hier in gutem Druck ein geschmackvolles Gewanb gesunden Inhalt und Wert des Stückes ist in hundert Kritiken zu lesen. Man lese sie. 1’9 Rundfunk^Programm deS Frankfurter Tenders. (AuS ber .Radio-Umschau".) Mittwoch, 2. September. 3Ahr: WirtschastSmeldungen. 4Uhr: Wetttr- bericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: WirtschaftSmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.25 Ahr: Wirtschaft-Meldungen. 4.30 bis 6 Uhr: RachmittagSkonzert deS HauSvrckcsters: Amerikanische Tanzmusik. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 7 Uhr Kinderstunde, veranstaltet von Derdi von Hirfchheydt unter Mitwirkung des HauSorchesterS. 7 Uhr: Hebertra- gung aus dem Frankfurter Opernhaus: Der Waffenschmied, komische Oper in drei Akten von Lortzing. — Anschließend: Rachrichtendienst, Der- kehrsnachrichten der Hapag, Wettermeldung, Sportfunkdienst. 4-VS m» dar. Die pJ2m«nn vondlen nfl*tLtou* «eilend ^ 5"rich- I 9 erlag I 1der S derau». j 28 Hnau'1 3t. tlngufl «mmche Ron runa »imliche Rvtiernna (Selb <^eld «riei flntft.-!Kon Bori IfiO.ol ttt.4» 169.*5 4.195 4.205 l 19,;o <2eni jW« Schl.h- Rur» SttuM IRitiai b5rt« Tatn m: 28.8. | 31 8. | 28. & | 31 8 5% Ternsche «richSanleide . 4* 0 leuif»e Reichsanleide . 0.2075 0 220 0.300 0.315 J.3I o.31 3', Teutlche SieichSanleide 0,300 0 3UU 0.3.0 1,3225 :t , TenddK :8rtd)Mnletbt . Ü.5W U.621) 0.575 5*75 Deutsche £ oarvräm>e.iaule,be 4' „ preutzische Son 41 4 i .4 74.25 60 72.4 72,4 58.5 72.9 60.5 75.2- 46 | 76,12 76 TefliiS Bergbau........ Hamburg-Smenka Paket. . . Norddeutscher Llotid..... 1 57 59.5 57 59.25 1 68,5 60 58,25 i 59.75 (Bit v $ * (Uor0ahitesfnsl^ Stz W I £ h T 4 Tel. 240 auch nachts ZU geben. 07151 KV zu 2254 12 5. Strenger Verweis. in des 246 210 tiu II drS ter auf der, Rentnerbund. Mitglieder! Meldet sofort alle Industrieobligationen zur Aufwertung beim Schuldner an. Frist beträgt nur 4 Wochen. Soweit dieselben in den Händen des Wohlfahrtsamtes oder im Depot einer Bank sich befinden, geschieht es von dort aus. Wir empfehlen unfern Mitgliedern, Wertpapiere, die sie selbst noch im Besitz haben, an eine Dank in Depot Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Dühfeld sollen Dienstag, den 8. September 1925, vormittags 10'/, Llhr, auf der Bürgermeisterei zu Büßfeld Fuhrleistungen, veranschlagt zu 339 Mk. Darfst niemals nach dem Messer greifen, Nimm Lebewohl* den Pflasterstrelfen ! K erst 5or Täglich frischer Aepfelmost und Zwetschenkuchen 8158D wurde die neue Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“ eingeführt. Was sie versprach, hat sie gehalten! Dank ihrer vorzüglichen Eigenschaften hat sie in Hunderttausenden deutscher Haushaltungen Eingang und Anerkennung gefunden! Im zweiten Jahre wird sie ihren alten Ruf befestigen und den grossen Kreis ihrer Anhänger erweitern1 Wer sie noch nicht kennt, mache sofort einen Versuch; er wird sich lohnen! fogu Zirka 100 Rm. Kurzgrubenholz von 5 bis 8 Ztm. Zopf 4seitig gestreift. Zirka 100 Rm- Kurzgrubenholz von 8 bis 10 Ztm. Zopf geschält. Die Länge wird nach Wunsch des Käufers ausgehalten. Mehr- oder Minderlieferung bis zu 50% werden Vorbehalten. Schriftliche Angebote mit der Aufschrift „Holzsubmisston" getrennt nach den Zopfstärken bis Montag, den 14. September 1925. Eröffnung der Gebote vormittags 10% Uhr. Schotten, den 28. August 1925. Hessisches Fvrstomt Schotten. 8130V 2® Pf6' dud tttjf unifi 1921 5trh Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Wetzel Georg & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Der seitherige Geschäftsführer Kaufmann Otto Georg in Gießen ist abberufen. Zum alleinigen Geschäftsführer ist nunmehr der Kaufmann Wilhelm Petri in Gießen bestellt. DerWilhelm Petri Eheftau, Hannie geb. Kranz in Offenbach a. M., ist Pro- kura erteilt. Gießen, den 24. August 1925. [8146c Hessisches Amts"-- _______ Drainagearbeiten in 2 Losen , Lieferung von 216- steckpfählen „ Lieferung von 10 und 15 cm l. W. Zementrohren Maurerarbeiten vergeben werden. Die Berdingungsunlerla, Vorverkauf von Fichlenkurzgrubenho lz den bei der Hessischen Staatsforstver- waltung üblichen Bedingungen. IBIeiD-ScimiUe alle Größen ‘ lagernd im 846a Modehaus Salomon. MW empfiehlt sich in Neuarbeiten, Umpressen und Umarbeiten von Hüten und 0,1» Pelzen zu billigsten Preisen. Weferstr. 18 IL Stundenplan für die am 7. September in der Stadtknabenschule, Aordanlage, beginnenden Kurse der Stenographen - Gesellschaft Gabelsberger und Damenabteilung e. 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Juli 1920 erworben haben, oder für die § 38 des Aufwer- tungsgesetzeszutrifft und die bis zur Anmeldung Obligationsgläubiger geblieben sind, aus,' ihre Schuldverschreibungen, für die die Vor rechte des Altbesitzes in Anspruch genommen werden, zur Vermeidung des Verlustes des Ge- nutzrechtes bis zum 30. September 1925 bei und oder bei dem Bankhausc Baruch Strauss, Marburg a/Laim Barueh Strauss, Frankfurt a. M. Dlrection der Dis* conto - Gesellschaft , Zweigstelle Gießen Dresdner Bank,Filiale Cassel anzumelden. Die er- sorderlichenBeweis- mittel für die Anerkennung derEigem schast als Allbesitz sind der Anmeldung beizufügen oder binnen einer weiteren Frist von einem Monat nachzureichen. Gießen, den 3L August 1925. 6WD HeyUgenstaedt & Comp., Werkzeug* Maschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft. Der Vorstand: Ai au. Fahlenkamp. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse 12. Oktober. 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