Nr. 178 Erstes Lischetnl täglich, außer Sonn« und Feiettagr. Beilagen: G iefeenerffamllienb lätter Heimat im Dlld. Monatt-Sezu-rpreit: 2 Goldmark il 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fe r n s p r e ch-Anschlüsse: schriftleitung 112, Der» lagundGeschäftsftelle51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hieße«. Postscheckkonto: Krankfutt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Samstag, k. August 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnlck und Verlag: SrLhl'sche UniverfitätL-vuch- und Zteindruckerei R, Lange in Sieben. Zchriftleirung und Geschäftsstelle: Zchlllstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örUichS, auswart» 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen o.70mm Breite 35 Goldpfennig, 'Plcrhvorschrift 20°. Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik il Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Um die deutsche Saar. An der Brück' an der Saar — Deutsche Waldoöaelein! Wenn ihr singt hell und klar Im freien Sonnenschein. — Denkt, daß von eurer Schar Eins trauern mutz allein An der Brück' an der Saar! So fana einst Friedrich Rückert, als nach den napoleonischen Kriegen der Wiener Kongreß Teile der deutschen Grafschaft Saarbrücken zu Frankreich schlug. So rufen uns heute die mehr als tausend Turner zu, die aus dem Saargebiet zum Mittelrheinischen Kreisturnfest herbeigeeilt sind und gestern von der Gießener Bevölkerung mit einer Herzlichkeit ganz besonderer Art begrüßt wurden. Gewiß, nicht leichten Herzens werden sie ihre Heimat verlassen haben, in einem Augenblick, der Tausende ihrer Volksgenossen in einem erbitterten Wirtfchastskarnpf um ihre Existenz sieht. Der Streik der saarländischen Grubenarbeiter wendet von neuem aller Augen auf bie Not des Saargebietes. Gewiß ist der Lohnkampf in den Saargruben nur ein Ausschnitt aus der ungeheuren Kohlenkrisis, in die ganz Europa verstrickt ist: in England, im Ruhrgebiet, in Frankreich, Polen und der Tschechei bereiten sich ähnliche Dinge vor, ohne daß man wüßte, wie dieser internationalen Krisis im Bergbau beizukommen wäre. Der Streik im Saargebiet jedoch hat neben dieser wirtschaftlichen Seite eine eminent politische Bedeutung. Als „Ersaß für die Zerstörung der Kohlengruben in Nordsrnnkreich" und eine „Anzahlung auf den Betrag der von Deutschland geschuldeten Wiedergutmachung der Kriegsschaden" mußte Deutschland int Versailler Vertrag „das volle und unbeschränkte, völlig schulden- und lastenfreie Eigen- tum an den Kohlengruben im Saargebiet mit dem ausschließlichen Ausbeutungsrecht an Frankreich a b l r e t e n". Von diesem Eckpfeiler Iran- zösischer Herrschaft aus begann Frankreichs Feldzug gegen deutsche Sprache und Kultur, deutsches Staats-' und Volksbewußtsein im Saarbecken. Denn keineswegs übereignete der Friedensvertrag das aus preußischen und bayerischen Gebietsteilen willkürlich zusammengefügle Saargebiet an Frankreich. Am 11. Januar 1935 fällt erst die Entscheidung über die Zugehörigkeit des Saargebiets. Bis dahin mußte Deutschland auf die Regierung verzichten „zugunsten des Völkerbundes, der somit als Treuhänder gilt". 3n welch einseitiger Weise der Völkerbund seine Pflichten als Treuhänder des Saargebiets aufgefaßt hat und ausübt, haben wir alle in den legten Jahren mit Schaudern und Empörung erlebt. Die Eingliederung des Saarbeckens in das französische Zollsystem und die Klausel des Versailler Vertrages, daß „der Umlauf französischen Geldes keinem Verbot und keiner Be- - schränkung unterliegt", boten Frankreich weitere Möglichkeiten, unter den Fittichen des Völkerbunds sich heute schon die tatsächliche Herrschaft im Saar- decken anzueignen. Mit einer Rücksichtslosigkeit ohnegleichen suchten die französischen Machthaber die deutsche Währung zugunsten des Franken zu verdrängen, trog ständiger Einsprüche der örtlichen Verwaltungsbehörden und Volksvertretungen. Arbeiter und Angestellte der Staatsbetriebe und der Kohlenzechen erhielten ihre Lohnzahlungen in Franken, die durch französisches Kapital stark überfremdete Großindustrie vermochte sich dem ebenfalls nicht zu entziehen, kurz, fast das gesamte Wirtschaftsleben des Saarbeckens wurde in den katastrophalen Strudel der Frankeninflation hin- tinaeriffen. Hier erwuchs die bittere Wirtschafks- not, die in diesen Tagen zum Streik der Grubenarbeiter, zum Kampf um ihre nackte Existenz führte. Frankreich scheint nicht gesonnen, den berechtigten Forderungen der Bergarbeiter entgeaenzukommen. Unverrichteter Sache sind die deutschen Unterhändler aus Paris zurückgekebrt. Mit Hilfe der bewaffneten Macht gedentt der französische Fiskus und die französischen ©ruben^erren den Streik zu beenden. Unter Bruch des Versailler Vertrags hat Frankreich f*on seit Jahren eine Militärdiktatur im Saargebiet errichtet, gegen die die zahllosen Proteste der Saarländer beim Völkerbund in Genf vergebens Sturm laufen. Unter ihrem Schutz werden die Saargruben einem Ausbeutungssystem unterworfen, das in seiner Skrupellosigkeit keine soziale Pflicht gegenüber den Bergarbeitern kennt. Unter dem Schutz französischer Waffen gehen ober auch die kulturpolitischen Maßnahmen, die auf eine Verwelschung des Saarbeckens abzielen, um es für die 1935 vorgesehene Abstimmung reif zu machen. In erster Linie ist hierbei die Gründung einer französischen Presse durch französisches Kapital in allen Teilen des Landes zu rechnen. Dem parallel gingen zahlreiche Versuche, auf dem Umwege über die Grubenverwaltungen französischen Sprachuntericht einzuführen und fron» -ösische Schulen zu gründen. Schließlich machen diese Bestrebungen auch vor der Kirche nicht halt. Während des Konflikts zwischen dem Kabinett Herriot und dem Vatikan versuchte ersteres eine kirchliche Einheit zwischen Elsaß-Lochrmgen und dem Saargebiet zu konstruieren, sand aber in Rom damit keine Gegenliebe. Der Vatikan wies vielmehr darauf hin, daß das Saargebiet nach wie vor zum Deutschen Reich und zur Diözese Trier gehöre. Die Saarländer sind dieser „Penetration paci- fique" gegenüber nicht untätig geblieben. Zwar schug- und wehrlos waren sie dem französischen Terror ausgeliefert, kein Finger rührte sich im Kreise des Völkerbundes zur Verteidigung ihrer Rechte, aber stetig und treu in zähem Kampf um ihr Deutschtum wuchsen sie heran zu glühenden Verteidigers der deutschen Westmark. Leicht wird ihnen bfe Erhaltung ihres Volkstums wahrnch nicht Entspannung im englischen Bergbaukonflikt. Staatsunterstützung für den Kohlenbergbau. — Rücknahme der Kündigungen. Kein Vergarbeiterstreik. Bei den Verhandlungen, die in E n g l a n d zwischen den Grubenbesitzern und den Bergarbeiter- Vertretern mit und ohne Vermittlung der Regierung stattgesunden haben, herrschte ausgesprochenes Aprilweter: einmal strömte der Regen des Pessimismus hernieder, und wenige Stunden darauf lädjelte wieder die Sonne des Optimismus. EL muß jedoch fcftgefteUt werden, daß es sich diesmal wirklich nicht um einen Bluff gehandelt hat. Die Zechenbesitzer bestanden darauf, daß das Lohnniveau ermäßigt und die Arbeitszeit erhöht werden müßten, da auf andere Weise die für britische Kohle gewonnenen Absatzmärkte nicht zu behaupten seien. Die Bergarbeiter sträubten sich hiergegen mit Händen und Füßen. Sie appellierten an die fairneß der Gegenseite, die es eigentlich hätte verhindern sollen, daß man den Bergleuten just in einer Zeit steigender Lebensmittelpreise einen Verzicht auf einen erheblichen Teil der bisherigen Bezüge zumutete. Die Delegierten der Bergleute hatten einen wichtigen Trumpf im Hintergründe: sie beantworteten die Erklärung der Zechenbesitzer, daß bei allem Bemühen aus dem britischen Kohlenbergbau nicht mehr herauszuholen sei, mit dem Vorschläge, man möchte einmal versuchen, ob es bet einer Nationalisierung des Bergbaues besser ginge. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag stand der Pessimismus in höchster Blüte. Die Vertreter des Bergbaus hatten sich der Mitwirkung anderer großen Gewerkschaften vergewissert, in erster Linie der Transportarbeiter, die es allerdings in der Hand haben, eine etwaige Not- standsaktion der Regierung (Verteilung der noch vorhandenen Kohlenvorräte) zu hintertreiben. Sogar die Gewerkschaftsinternattonale ist in dieser Angelegenheit becküht worden. Baldwin, dem man nachsagt, daß er von der Finanz- und Wirtschaftspolitik mehr verstehe als von der hohen Politik, hat persönlich keine Mühe gescheut, um zwischen den beiden Parteien ein Kompromiß zustande zu bringen. Er hat, nachdem er sich vom Mißerfolg seiner Bemühungen überzeugt hatte, einen M i n i st e r r a t zusammenberufen und es durchgeseht, daß die Regierung den Grubenbesitzern bis zum nächsten Frühjahr finanzielle Hilfe gewährt. Dis dahin soll eine große Bergbau-Enquete feststellen, ob und wie die britische Kohlenförderung rentabler gestaltet werden kann, lieber die Art der finanziellen Hilfe werden noch eingehende Derhandlungen stattfinden. Damit nicht doch noch der Streik losbricht und eine gefährliche Erhitzung der Gemüter cintritt, hat Baldwin die Zechenbesitzer veranlaßt, den Beschluß auf Entlassung der Belegschaft für vierzehn Sage auszusetzen. Die Vertreter der Bergarbeiter haben es durchgesetzt, daß ihre Vertrauensmänner an der Bergbau-Enquete teilnehmen dürfen. Der günstige Stand der britischen Finanzen ermöglicht es in der Tat, einem lebenswichtigen Wirtschaftszweige behmiäre Tlnterstühung zu gewähren, ohne daß dadurch der Staatshaushalt in Einordnung gerät. Wenn es dem Kabinett Baldwin durch dies Opfer gelingt, die drohende Katastrophe im Kohlenbergbau abzuwenden, so kann die britische Regierung mit viel größerem Nachdruck, als es sonst möglich gewesen wäre, die schwebenden außenpolitischen Fragen: das fernöstliche Problem, die europäische Paktfrage und nicht zuletzt die Auseinanderrechnung mit dem französischen Schuldner betreiben. Wie nicht anders zu ermatten war, sind die engli s ch-französi s ch en Schuldenverhandlungen wieder einmal ins Stocken geraten. Die beiderjeitigen Sachverständigen kämpfen um die Höhe der Annuität und um die Art der Bezahlung. Frankreich hat 140 Millionen Mark jährlich angebo- ten, England aber will 400 Millionen Mark haben. Die Differenz von 260 Millionen Mark erscheint nicht allzu groß: es muß jedoch bedacht werden, daß der amerikanische Gläubiger die zwischen Frankreich und England getroffenen Vereinbarungen als Norm für seine eigenen Forderungen gegenüber Frankreich nehmen wird. Von besonderem Reiz für uns ist die Berner- tung, welche dabei etwaige Markzahlungen Frankreichs finden sollen. Frankreich möchte nämlich mehr als die Hälfte der an England zu zahlenden Annuität durch Anweisungen auf den An- teil Frankreichs am Re parati on sf o n ds begleichen. Vor zweieinhalb Jahren hat das Kabinett Cuno in Washington den Vorschlag gemacht, Deutschland wolle die Abtragung der alliierten Schulden gegenüber Amerika übernehmen. Der amerikanische Staatssekretär Hughes hat das Anerbieten damals abgelehnt. Es war zu erwarten, daß dieser Vorschlag damit nicht ein für allemal erledigt sein würde. Wenn sich England daraus ein- läßt, statt der französischen Barzahlungen zum Teil beim deutschen Reparationsfonds kreditiert au werden, so muß sich Englands Interesse an der künftigen Finanz- und Wirt- fchaftsentwlcklung Deutschlands steigern. Deutsche Gutschriften will man aber nur zu vierzig, höchstens fünfzig Prozent ihres Nennwertes auf Frankreichs Annnuität gegenüber England in Anrechnung bringen. S o wenig günstig beurteilt man also im Lager unserer beiden größten Reparationsgläubiger die deutsche Leistungsfähigkeit! Baldwin hat mit der Zusicherung finanzieller Unterstützung an die britischen Zechenbesitzer Zeit gewinnen wollen, um für die britische Kohle noch weitere Absatzmärkte zu gewinnen. Wie hoch werden wohl die britischen und französi- schen Politiker den Wert der deutschen Markbeträge auf Reparationskonto veranschlagen, wenn Baldwins Kohlenpolitik erfolgreich ist und der deutschen Kohle der Absatz auf dem Weltmärkte noch weiter eingeengt fein wird? Baldwins Vermittlung Beseitigung der Streikgefahr im britischen Bergbau. London. 31. Juli. (111.) In später Nachtstunde ist in der englischen Kohlenkrise eine Überraschende Wendung eingetreten, so dah die unmittelbare Gefahr eines Streiks i m Augenblick beseitigt zu fein scheint. Nach der gestrigen K a b i n e t t s s i ß u n g , an der fast alle Kabinettsmitgleider teilnahmen, halte Baldwin gemacht. Auch nur der Anschein eines Mitbestimmungsrechts an ihren Geschicken wurde durch die Regierungskommission und den von Frankreich gegängelten Völkerbund der Bevölkerung versagt. Statt des geforderten Saarparlaments speiste man das Saargebiet mit der famosen Einrichtung des „ß a n b e s r a t s" ab, dem nur beratende Befugnisse eingeräumt wurden. Düstere Tage der Not und Sorge durchlebt das Saarland, mühsam und steinig liegt der Weg vor ihm zu jenem 11. Januar 1935, der die Wiedervereinigung mit dem Reiche bedeutet. Lichtblicke auf den Weg sollen auch diese Gießener Festtage fein. Tage innigen Verbundenseins mit unseren deutschen Brüdern im Saarland, Tage ernster Erkenntnis unserer Volkseinheit, Tage freudigen Bekennens unserer Schicksalsgemeinschaft. Glaube und Zuversicht sollen die saarländischen Turner mit in ihre schwergeprüfte Heimat zurücknehmen, daß wir ihrer in Treue gedenken, mit ihr kämpfen und harren, bis auch der Saar die Stunde der Freiheit schlägt. ____ Der Berqarbeilerstreik im Saargebiet. Saarbrücken. 31. 3ull (WB.) Samstag findet die Beschlußfassung der Revierkon- ferenzen der am Bergarbeiterstreik teilnehmenden Organisationen statt, die zum Ergebnis der beengen Verhandlungen Stellung nehmen. Das genaue Ergebnis derPariser Verhandlungen. das in den Verhandlungen der letzten Tage mit der Dergwerksdirektton noch Verbesserungen erfuhr, wird den Delegierten der Revierkonseren-en vorgetragen werden. Wie wir hören, ist neben der eigentlichen Lohnerhöhung eine Verbesserung Hauermin- destgedinglohnes erreicht worden, die bekanntlich ehre bedeutungsvolle Forderung der Bergleute bildete. Die Konferenzen werden von großer Bedeutung fein. Von ihrer Entscheidung hängt es ab, ob die Arbeit im Saarbergbau ausgenommen wird oder nicht. Drohender Eisenbahnerstreik im Saargebiet. ■ Saarbrücken, 31 Juli. (TU.) Wie die „Saarbrücker Zeitung" mitteilt, hat die Regierungskommission die Lohnforderungen der Eisenbahner abgelehnt. Eine Der- fammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat daher beschlossen, der Bahnarbeiterschaft den Streik zu empfehlen. Die Bezirksleitung wurde beauftragt, eine Urabstimmung unter den Mitgliedern vorzunebmen. Auch die anderen Eisen- bahnergewettschaften werden zu der Lage Stellung nehmen. Das Ruhrgebiet frei. Die letzten Truppen aus lassen und Mülheim abgezogen. Essen, 31. 3uli. (SIL) Heute früh 7Uhr verliehen die Bataillone des Infanterie-Regiments Rr. 171 das Essener Stadtinnere. Sie marschieMrn, die Kompagnien reichlich schwach (nur 50 bis 60 Mann stark) auf Mülheim. Um 8 Uhr vormittags haben die letzten französischen Truppen und zwar Teile des Ins.-Regts. 161 Mülheim a. d. Ruhr verlassen und sind in der Richtung Landau und Germersheim (Pfalz) berlaben worden. Damit ist das Ruhrgebiet mit Ausnahme der Sanktionsstädte vollständig geräumt. Vor Verhandlungen im Ruhrbergbau. Essen, 31. Juli. (IDB.) Die Bergarbeiter- oetbänbe haben bie bestehende Lohnorbnung zum 31. August gefünbigt Gleichzeitig wirb eine Lohnerhöhung ab 1. September beantragt, beren Be- grünbung demnächst mündlich vorgetragen werden weitere Besprechungen mit Bertrelern der Grubenbesitzer und der Bergarbeiter. Die Vertreter der Bergarbeiter erklärten, daß sie an der von Baldwin vorgefchlagenen Untersuchung über bie INethoben zur Besserung b e r Wirtschaft- Iichheit ber englischen kohleninbustrie und zur Vermehrung bes Wettbewerbs auf bem Weltmarkt teilzunehmen wünschten. Balbroln erklärte, bie Regierung sei gewillt, ber Jnbusttte bis zum Frühjahr nächsten Jahres eine staatliche Subvention zu gewähren. Wan hoffe, daß biefe Zelt genüge, bie Untersuchungen zu Lnbe zu führen. Der wlnisierpräsibent bat barauf bie Grubenbesitzer. Ihre fiünbigungen, bie heute um Mitternacht in Kraft treten sollten, zurückzuziehen, damit bie Besprechungen fortgesetzt werben könnten. Balbroln konnte bann im Unterhause mitteilen, bah bie Grubenbesitzer bie Kündigungen zurück- genommen hätten, unb bah bamit Zeit ; u weiteren verhanblungen über bie staatliche Unterstützung bes Bergbaus gewonnen sei. wenn über bie Reglerungsmaßnahmen zur Unterstützung bes Bergbaus eine Einigung erzielt wirb, soll bas bisherige Lohnabkommen bis zum nächsten Frühjahr verlängert werben. Im Namen ber Arbeiterpartei brückte EIeynes seine B ef riebigung über bas tatkräftige (Eintreten Balbrolns zur Berfjinberung des Streiks aus. Auch Lloyb George flimmle für bie Liberalen ber Politik Balbrolns zu. Nach bet Debatte teilte Balbroln mit, bah bie Regierung über bie Lage bes Kohlenbergbaus eine Denkschrift veröffentlichen werbe. 3n ber nächsten Woche soll eine große Aussprache über die Bergbaufrage statt finden. Die Staatssubvention. 3n einer offiziellen Erklärung des Schatzamtes heißt es: Die Unterstützung, welche seitens der britischen Regierung der Kohlenbergwerksindustrie bewilligt worden ist. soll i n Form einer Subvention zwecks Sicher st ellung der Lohnzahlungen während neun Monaten vom 1. August 1925 bis zum 1. Mai 1926 erfolgen. Während dieser Zeit sollen die Löhne auf Grund des Abkommens vom Jahre 19z4 gezahlt werden: aber, falls die Löhne, welche nach dem anerkannten Verteilungsschlüssel zwi'chen Lohn und Prosit berechnet werden sollen, ir» irgend einem Monat dieser Zeitspanne in einem Bezirk niedriger sein würden als die Mindestlöhne, öle in dem! Vertrag vorgesehen find, so wird die Differenz vom Schatzamt bezahlt werden. Somit sollen die gleichen Richtlinien verfolgt werden, wie bei der Lohnsubventionierung im Jahre 1921. Jedoch sollen im vorliegenden Falle, falls der monatliche Durchschnittsprofit in einem Distrikt, in welchem Subventionszahlungen geleistet werden, 1 Schilling 3 Pence (1,25 Schilling) für die Tonne übersteigt, die Überschüsse zur Verringerung der Subvention benutzt werden. Zur Zeit ist es unmöglich, im voraus zu kalkulieren, wieviel diese staatliche Subvention das Schatzamt kosten wird, denn das ist gänzlich abhängig von dem Umfang des Kohlenhandels. soll. Ls roirb um balblge Festlegung bes ver- hanblungstermlns gebeten. Schwere Niederlagen der Franzosen. (Kngllsche des Marokkokrieges. London, 31. Juli. (Reuter.) Zuverlässigen Informationen aus Fez zufolge sind die Iran- zösischen Streitkräfte in Marokko bisher überhaupt noch nicht regulären Truppen Abd e t Krims gegenübergetreten. Sie haben vielmehr bisher lediglich von Abd el Krim organisierte Aufstände von Rif stäm- men zu unterdrücken versucht. Denselben Informationen zufolge sott Abd el Krim über mindestens 25 0C0 gut bewaffnete wohldisziplinierte Truppen verfügen. Cs wird ferner angenommen, dah Abd el Krim versuchen wird bis Oktober durch lokale Aus st ä n. d e von Ris- stämmen die Franzosen zu beschäftigen, da bann bie Regenperiode beginnt, während welcher eine französische Offensive s o aut wie unmöglich ist. Wie verlautet, beabsichtigt Abd el Krim dann seine Hauptmacht einzusetzen. Augenblicklich sollen sich nur 49 französische Bataillone in Marokko befinden, einschl. der Sicherungsposten für die Verbind,ingslinien. Schätzungsweise würden die Franzosen etwa 00 000 Mann europäischer Truppen benötigen, um der Lage mit irgendwelcher sicheren Aussicht auf Befolg Herr zu werden. Die Spanier bleiben so gut tote untätig. Spanische Meldungen aus Marokko besagen, daß sich die Lage weiter zu Ungun ft en der Franzosen verschlechtert habe. In den letzten lagen fei die französische Front an verschiedenen Stellen durchbrochen worden. Bei den Rifleuten zeige sich erhöhte ftampftätig« feit, besonders in ber Gegend von Uouk-el-Araba. Rifttupen haben verschiedene erfolgreiche Vor- Sofioter Kathedrale Ford in Konstantinopel. mobilen zu versorgen. Aus Stadt und Land Eine zahnärztliche Ausstellung in Karlsruhe. In der Technischen Hochschule wurde die von der den Beamten nicht leicht fällt; aber auch sie werden einsehen, das, es jetzt die wichtigste Aufgabe ist, erst einmal wieder eine ordnungsgemäheEtats- wirtschaft durchzuführen. (Beifall bei der Mehr- Exemplare bekannt sind, dem Geburtslande bzw. der engeren Heimat Gutenbergs zu erhalten, waren vergeblich. Gießen, den 1. August 1925. Merksätze für den Straßenverkehr. fabelt einzurichten. Ford beabsichtigt, von Konstantinopel aus Griechenland, Rumänien, den Kaukasus, Persien und Afghanistan mit Auto* 1. Fußgänger. Auch auf den Fußsteigen rechts gehen und rechts ausweichen. Den Fahrdanrm senkrecht (kürzeste Strecke) überschreiten. Auf die Straßenbahn an den Haltestellen nicht auf dem Fahrdamm, sondern auf dem Bürgersteig warten. Richt vor einem herankommenden Fahrzeug (oder Fahrrad) hin- und herlaufen. Denn keine Zeit mehr zum Ausweichen ist, dann ftehen- bleiben, damit das Fahrzeug sicher seinen Weg an dem Fußgänger vorbeinehmen kann. Richt dicht hinter einem haltenden Straßenbahnwagen vorübergehen, um nicht vielleicht durch ein hinter ihm in entgegengesetzter Richtung kommendes Fahrzeug gefährdet zu werden. 2. Führer von Fahrzeugen, Aad- und Kraftradsahrer. Stets nur mit solcher Geschwindigkeit fahren, daß jederzeit die obliegenden Pflichten erfüllt Werden können. Auf der Insel 21 n a ft a ft i a in der Nähe von m'ittl'ung ' einer^ bekannten G I W. auf tr 73 politische Gefangen, unter. a ... . ~ " I wnrhon fmh bie IN Verbindung mit dem Reichshauptstelle für Kultur und Wirtschaftspropa- Henry Ford soll bei dem türkischen Wirt- ganda mit dem Reichsverband der Zahnärzte ver- fchaftsminister um die Erlaubnis nachgesucht anstaltete Ausstellung für Schulzahnpflege und so- haben, in Konstantinopel eine Automobil» ziale Hygiene „Der Zahnarzt" eröffnet. Der Bor- - - - - ~ *....." ' sitzende des Verbandes süddeutscher Zahnärzte Dr. Gärtner begrüßte die Spitzen der Behörden und die Vertreter der sozialhygienischen Fachgesellschaften. Staatspräsident Hellpach wies in seiner Eröffnungsrede auf die große soziale Bedeutung der Ausstellung hin, die vor allem ihre Zusammenhänge mit der Gesamtmedizin zum Ausdruck bringt. Ein Rundgang durch die Ausstellung, mit der ein großer zahnärztlicher Kongreß verbunden ist, zeigte die Reichhaltigkeit der Veranstaltung, die mit Sammlungen fast sämtlicher deutscher Universi- in englischen Besitz übergegangen, gebracht worden sind. Die Verhandlungen, die sich über mehrere Monate Attentat aus Die hinaus erstreckten, und die das Ziel hatten, diesen festgenomm^n worden waren, uberfielen fünf wertvollen Druck, von dem nur 13 vollständige Gefangene d « Wache und brachten darauf d t e -------r.-v s— »I. I ganze Insel IN ihren Besitz. Darauf ver- ließen 43 Gefangene die Insel. Die übrigen weigerten sich, an der Flucht teilzunehmen. Von den Flüchtlingen fehlt jede Spur. 3n der 8. Runde des Meisterturniers gewann Becker gegen Dlümisch. Riemzowitsch, welcher gegen Bogoljubow eine Remisstellung erreicht hatte. : ß e gegen französische V e r p s le in n g s k o l o n n e n unternommen. Die französi- chen Truppen befinden sich augenblicklich in der Umgruppierung. Gestern sei es den Kabylen gelungen, die Eisenbahnlinie nach Taza an verschiedenen Stellen unbrauchbar zu machen. Nach französischen Meldungen sollen verschiedene Stämme bei dem französischen Ooerkommando an- gefragt haben, unter welchen Bedingungen ihre Unterwerfung angenommen würde. Tankgeschwader haben nördlich von Uozzan verschiedene Abteilungen der Djeballas wirksam beschossen. In der westlichen Zone der spanischen Front entfalten die Rifleute seit einigen Tagen rege Tätigkeit. Nach dem Kriegsbericht des „Matin" besteht der Eindruck, daß die Offensive Abd el Krims bei Uezzan um einige Tage verschoben ist. Die Stämme der Benia Ouriaghl und der Djeballas arbeiten fieberhaft an der Auswerfung von Schützengräben. Das große Munitionslager von Larache ist in die Lust geflogen. täten beschickt ist. Berliner Studenten in Bulgarien. Auf dem Donauweg ist eine Gruppe von Studenten aus der Berliner Universität unter Führung des Professors Dr. Möller un» terwegs nach Bulgarien. Eine besondere Organisation von bulgarischen Professoren und Studenten begab sich nach dem bulgarischen Donauhafen Lorn, um dort persönlich die deutschen akademischen Gäste zu empfangen und zu begrüßen. Der ganze bul- ga rische Touri st enbund mit allen seinen Filialen beendete seine Vorbereitungen für einen herzlichen Empfang der 150 deutschen Akademiker unter Führung des Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Wanderoogelbundes, Dr. B u e ß k e. Die deutschen Studenten treffen am 15, August in Bulgarien ein und bleiben 14 Tage im Lande. Aus aller Welt. Der Breslauer Schachkongreß. nahm, gelang es Rett, noch Remis zu erreichen. Sn der 9. Runde des Dorkämpferturniers gewann -IßtC tu) ClttCttt Kaltheuner gegen Urbach. Gilg brachte es als (Etttitlltenbfctt ? einziger fertig, von Holzhausen in einer stark . _ „ _ gespielten Partie eine Riederlage beizubringen. Wrr stehen inmitten der Bade- und Schwimm- Ferner gewann Hussong gegen Schmidt, Müller zeit, die Gefahr des Ertrinkens ist da stets vor- gcgen Orbadx welcher ein Remisangebot Müllers Händen. Zunächst, wie rettet man einen ©rtruuen- abgelehnt hatte. Mit Remis endeten die Par- den aus dem Wasser? Steht man am ilfer und tien Schönmann-Kühn und Fuch-Bergmann. befindet sich der Ertrinkende in der Rahe des- 3n der 10. Runde gewann v. Holzhausen selben, hält man ihm eine Stange oder einen Stock gegen Schönmann, welchem damit der 1. Preis hin. Sm schlimmsten Falle zieht man seinen Rock nicht mehr strittig zu machen ist. aus und läßt den Gefährdeten an einen Aermel Ein äleberraschungssieg war derjenige Fuchs' fassen, wahrend man den anderen festhalt. Be- gegen Gilg. Müller gewann gegen Kaltheuner, findet sich der Ertrinkende zu weit vom Afer Kühn gegen Schmidt. Die Partien Bergmann oder ist er bereits besimmngslss, um nach der- gegen llrbach und Hussong gegen Orbach wurden artigen Rettungsmitteln greifen zu können, so abgebrochen nruß der Rettende unverzüglich selbst ins Wasser. n-f■Akrioi Er wirft den Rock ab; wenn genügend Zeit, auch Der Laacher See gefährdet. . die Stiefel. Schnürschuhe schneidet er mit dem Das Sahrtausende alte rheinische Raturdenk- besser auf: Ein Menschenleben ist ein paar mal des Laachersees bei dem Kloster Maria neue Schnürsenkel wert! Dann schwimmt er von Laach in der Eifel, soll von einem rheinisch° hinten an den Ertrinkenden heran; zuerst lana- westfälischen Elektrizitätswerk in fam, dann mit ein paar raschen Stößen. Er faßt ein riesiges Ra t u r st au b e ck e n ver- ben um f^n Leben Kämpfenden von hinten an wandelt werden. Es sind B^trebungen rm ben Haaren, am Kopf oder in den Oberarmen. Gange, um dies zu verhindern, besonders seitens besten ist es dann, durch Schwimmen auf der Rheinstrombauverwaltung, die eine Abnahme bem Lücken den Derunglückten ans Ufer zu des Wasserzuflusses nach der Mosel und dem bringen. Benimmt sich derselbe bei der Rettung Rhein befürchtet. Der Abt von Maria Laach ,u ^ild, ist es vorteilhaft, ihn noch einmal hat in einer Erklärung Stellung gegen den Plan unter-utauchen. genommen. Wie Hilst man einem beinahe Ertrunkenen Beginn der Ahö» gelegt, dann wird fest auf die unteren Rippen heit.) Abg. Dietrich- Baden (Dem.) lehnt die vom Ausschuß beantragte Verlängerung desBudgetsbis zum 30. Rovember ab. Eine Ermächtigung auf so lange Zeit könne das Parlament einer Regierung nicht geben, wenn es nicht sein wichtigstes Kontrollrecht, das E t a t - recht, preisgeben wolle. Die Demokraten wurden nötigenfalls einer Verlängerung des Rotetats bis zum 15. August zustlmmen. Abg. Graf v. Reventlow (Völk.) wendet sich gegen die Ausführungen des Finanzministers. Als er auf die Barmataffäre zu sprechen kommt, ruft Abg. Bernstein (Soz.) m großer Erregung: „Unverschämter Lügner! Abg. Bernstein erhält einen Ordnungsruf und wird dringend zur Ruhe ermahnt, als er nochmals erregt ruft: „Die ganze Barmat- , r. . . r । affäre ist eine politische Mache!" Durch die Explosion sei großer wchaden entstan- 5)er Redner empfiehlt eine Entschließung, die den. Sn der Bevölkerung entstand eine große ^e Regierung ersucht. Dafür Sorge zu tragen, Panik. Man glaubt, daß ein Anschlag der bafi öer -Außenminister alle weiteren Besprechun- R i f I e u t e vorliegt. Auch sonst haben die dran- unb Verhandlungen wegen des Sicher- zosen nach anderen Meldungen aus erden kann. Rett-Tarrasch, welche 14 Stunden in Anspruch ♦ Die Vertriebenen unterzubringen und weiterzu» Dermögenssteuer leiten. Hunderte von Optanten treffen täglich in 6cgrünöet der Abg. Ströbel (Soz.) zusammen ! Schneldemühl ein. Don den 20 000 Deutschen die mit öen Demokraten und Kommunisten die 2lb- ' Polen bis zum 1. August verlassen haben muffen änderungsanträge Der Linken. haben bereits 7000 die Grenze überschritten. Es Der Antrag der Frau Abg. Leder (Dem.) handelt sich zumeist um Landarbeiter. Die preuß. ,u § g öer Vorlage will die Vermögenssteuer Staatsregierung hat alle Anordnungen getroffen, erheben, sofern bei einem Vermögen von ’ um ihnen UnterkunftSmöglichkeiten zu verschaffen, höchstens 30 000 Mark und einem jährlichen Ein- < Eine große Summe ist als finanzielle Rothilfe ^mmen von höchstens 4000 Mark Der Ehemann । nach Schneidemühl von der 6taat8regterung ab- über 3a^re a[t oder erwerbsunfähig ist. Frau , gesandt worden. Es ist kein Zweifel, daß die Pol- ^Ibg Leder beantragt, diese Vergünstigung auch Nische Regierung von ihrem aus der Wiener ber Ehefrau zuzusprechen, wenn diese regel- Konvention hergeleiteten Recht, die Optanten ^hlg erwerbstätig oder haupterwerbstätig ist. a'aszuweisen, in der brutalsten Weise 5)er Antrag wird angenommen. Sm übrigen Gebrauch macht. I vttrd die Vermögenssteuer unter Ablehnung aller 1 < I Aenderungsanträge in Der Ausschuhfassung an* Deutscher Reichstag. | Es folgt Die zweite Beratung Der Berlin, 1. Aug. Der Haushaltsausschutz Erbschaftssteuer. beantragt, Den Rotetat für 1925, Der schon bis Abg. Saupel (Soz.) tritt für Die Anträge zum 8. August verlängert werden soll, eventuell I seiner Partei ein, Die eine wesentlich stärkere bis zum 30. Rovember zu verlängern, wenn steuerliche Erfassung Der Erbschaften verlangen, bis dahin der normale d) r-tC r 1 nirfif ent^pre^^e, begrüße er. Einige Fehler müßten Zur Zelt lassen es aber Die Verhältnisse nicht zu, 1 - 5.p_ n7nrrnnf. fnrriniert toerDcn. eine Milderung Der ^er Staatssekretär Popitz erklärt, die Finanzoer- Beamten emtreten zu lassen. Die augenblickliche G e- ma[tung merbe bie DOn Dem Vorredner angeführten ft a 11 ung Des R e i chs 11^a ts laftt eme Mehr ^äIIc „gchprüfen. Die Regierung werde sich bei der belaftung nicht zu. Die lleberschusse des letzten Ausführung der Vorlage bemühen, einen Wert her- 3a^re5 können unmöglich zu laufenden Mehraus- guszubekornmen, der ben allgemeinen Anschauun- gaben benuöt tt)erben/ meil mir ^cht wlssen. ob gefi entfprid)t werde eine spezielle Bewertung bieje lleberschusse wreberkehre n werden. (Abg. vorgenornrnen, die bann auch in vielen Fällen zu Stemkopf iSo-,1- Dann gewahren S.e ein?r höheren'Bewertung führen werde. ° eine einmalige Beihilfe.) Eine „salche Bei Damit schließt die Aussprache. — Präsident Hilfe wird allgemein als sehr unerwünscht be- teilt bemAaufe mit daß in der Presse Mitzeichnet. Wir müssen auch Rücklicht nehmen auf ble Llungen erschienen ei7n, Die die Mehrheit be- s-hr Ichw,-r,g-g>n°nzl°g° d-r ü° nber u nd G°- fti^mfer ^eien d-- übertriebenen AI. meinten, Die zum Teil gar nicht in der koholgenusses bezichtigt hätte. Die nam- Lage waren, eine vom Reich verfugte allgemeine . 9 0 II Abgeordneten würden Straf- Erhöhung der Beamtenbezuge mitzumachen. a n t r a g stellen (Bestall rechts.) Er, Der Präsident, Mit größter Sorge erfüllt uns d.e ^ätte Die fBfliAt: im Sntereffe Der 2Bürbe Des 57au- ßage ber Reichs b«h n.^ Mr wurden da bei der flegen bie unglaublichen Uebertreibungen in der ci"»uk=ln- (5Seift,U rCd’*5 U"b 3u= d°Ichwi>r°n di- tto ta ,.t«H d°- hau- bie ffieiterbera. edjaben »ufügen wurde. Wenn wir aber die Wirt- beg ^emertungsgefeSes auf Samstag, schäft nicht wieder m Die Hohe kommen lassen, so ö ______ heißt es: „Finis Germaniae". Im Augenblick ift x es leider zu meinem eigenen großen Bebauern .ÖCUtMÖ^Tl nicht möglich, für die Beamtenschaft etwas zu tun, ' durch eine allgemeine Gehaltserhöhung. Ich hoffe aber, daß sich die finanziellen Verhältnisse des Rei- ” . , ches, Der Länder und Gemeinden so entwickeln, daß Berlin, 31. Sult (WB.) Mit einer fest- in nicht allzu langer Zeit die Lage der Beamten ver- lichen Veranstaltung Der StuDentenfchaft Der 'Verbessert werden kann. llner älnlversttät in Der Staatsoper Am Könlgs- Es handett sich also Darum, daß wir noch platz wurDe heute abenD Der infolge Des Verbots einige Zeit aush alten. Ich weiß, daß das | Der RheinlanDkommisslvn von Bonn nach Berlin verlegte 8. Deutsche StuDententag eröffnet. Rach I Raubmord an einer Schülerin des Gretheareum-, einer Begrüßungsansprache Des ftuD. Phil. Ger- Bel Dörnach fanD man Die Lriche Dee harD Suling als Vertreter Der Studenten- 26jährigen amerikanischen Mary Lewilt schäft wies Der Rektor Der LI n i v e r s i t a t, wen aus Lukelley. Mit Hilfe von Polizeihunden! Geheimrat Professor Dr. Roll, in ein Dringlichen gelang es, den Mörder in der Person Des 16jäh« Worten auf Die RotwenDigkeit der Pflege des rigen Sohannes Hanneschläger zu ermittelt Gemeingefühls der Studentenschaft und des and festzunehmen. Der Mörder gestand, daß eü Vaterlandsgefühls hin. Er betonte, daß die De- I Der Schülerin Die HanDtasche rauben wollte, je* wegung konkrete Ziele haben müsse, wenn fu Doch auf ihre Hilferufe geflüchtet sei. Mary nicht erlahmen solle. Der Redner verbreitete sich Lewilt Löwen war zur Teilnahme an Den Kursen Dann Insbesondere über das Werkstudenten- Der Anthroposophischen Gesellschaft nach Dörnach tum. Cs habe sich gezeigt, dah ein großer Teil gekommen. Der Werkstudenten unter der er doppelten Last 5fhmpr„ körperlich zusammengebrochen fei und daß auDer- Sdjroeres Autounglück. Dem Das Werkstudententum häufig zu einer Ver- Ein mit vier jungen Leuten besetztes Auto fuhr längenmg und Beelnttächtigung des Studiums in Der Nähe des Schmelztales bei Honnef gegen geführt habe Die Beseitigung Der Kluft einen Baum und wurde vollständig zertrümmert, zwischen den Hand- und ©elftedar» Gin junger Mann aus Köln-Klettenberg wurde töd- beiter n könne und müsse daher auf einem lich verletzt, ein Fräulein aus Röndorf sowie ein anderen Wege erreicht merDen. Der Student anderer siebzehnjähriger junger Mann liegen hoff- müsse auch vor allem das Vorurteil überwinden, nungslos im Krankenhaus. daß d-r M-Nsch -rst anfansi' Sr-i SobeSobfet eines Gewitters. Rat Die Leitung^d^DeuWn^Studententages, I 3n Dem niedeEerreichlschen Bezirk Mit- y \ .^ ry A „ rx j . Rflnmhor ennb rer telbach ging ein schweres Gewitter mit Hagel- stv-ckef. schl-g niebTrSSie ®?nte ist völlig ver^?ch. Münct^n und canö 'iur K l?i n - Berlin, emp- t e t. Drei Personen, Die unter einer Eisenbahn- Agm CanD. Ing.' HilgeAtock überbrachte bSn Unterführung Schuh gesucht hatten würben von ReuhsprästDenten die Grüße und das Treu- den Wassermassen Die plötzlich, in den gelöbnis der Deutschen Studenten- Tunnel emDrangen, mitgerissen undertranken. schäft. Der Reichspräsident dankte und Dootsunglück auf dem Rhein. bat Die Abordnung, der deutschen en Säckinaen SuH IW^B) CBei einer ’Ä’Ä ÄfS fUr $ a bbÄ't f «h t°U ton® “S Den Erfolg ihrer Tagung zu übermitteln. Ahein abwärts ist ein mit Drei Personen besetztes Paddelboot bei Schwörstadt zum Sinken gekorn- UHÖ lülelOilflCi/Ugt» men. Dabei sind zwei Personen ertrunken, und ... M . < < « . cm k zwar Der Sustizrat Gottlieb Lüttg ers aus ■ Eme Gutenbergbibel in Auslanv Derlin-LichterfelDe und ein etwa 20jähriger verkauft: Studierender Der Universität Freiburg. , ^aln3* 31- 3ulL (WB.) Die 42;ellige G u - Massenflucht polittscher Gefangener in Bulgarien, tcnbergbibel, die sich Im Besitze des Stifts • " 1 Melk in Riederöfterreich befand, ist durch ver- «« Ä"< !« utinopel. ™ türkischen Dirt« laubm's nachgesucht ne Automobil, «bsichtigt, von Äon- 'd, Rumänien, Sen ianiftan mit Auto« nd Land. kn 1. August 1925. ätze mverkehr. ger. gen rechts gefeit id)t (tiityRe Sttidt) an den Haltestellen nm, sondern aus dm rkvmmenden Fahrzeug ^erlaufen. Denn leine n ist, dann stehen- S sicher seinen men kann. n haltenden 6* m nicht vielleicht durch gengesehter W«8 je bei zu weiden. xahrzellgen, radfahrer. Geschwindigkeit sahM. ten Pslichtcn «füllt und vor Ttrahenein« ichtig Wen. n oder zu halten- m wenden- Sttahenecken halten -astenbahnsahrgasie ruv WM ft ich einem »nden? nkens 'st ^FZnkcn. !t man einen un6 eht «“"Afije W- ßftc,R Stange öder em rbeten fr anderen.eM y|et ung^odl ^formen. fD greifen JJ -„z Gasser- ügliH M 1mit ** . fchn^-st ein • A^c-oen 'n . .. M S) k 5 L"°! Ä ?"» Ä "WnNMt. *a 'n der Dlabt Mn 91 ?elQn9ent "niei. -Verbindung mit dem ° " Kathedrale überfielen fünf 'rächten daraus bie -bes'd- Daraus ver. e>- Dw übrigen mei. 'Ijuneljmen. Don den Hirch ^Täft »u 'M» ..-SZ aus W E IlM “ /TJluTtflc «ajK* ÄÄS ä‘;S”- am Bauschheim bei Mainz, Worms a. Rh. Gießen, den 1. August 1925. 06421 Die Beerdigung findet Dienstag den 4. August, nachm. 3 Uhr statt Großen-Linden (Kaiserstraße), Gießen (Schulstraße 10), den 31. Juli 1925. 7362 D Annerod, den 1. August 1925. 06409 Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. August, nachmittags 2l/t Uhr, statt. Dreihausen bei Marburg. A. Kneipp und ramme. 7331D Gießen, den 1. August 1925 06396 06404 Die Beerdigung findet Montag, den 3. August, nachmittags 3*/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Frau Mana Bong und Kmder. Gießen, im Juli 1925 Leist L Petri, 6hrt*enOt. 7 Tel. 1313 * Die Beerdigung findet in Darmstadt in aller Stille statt. Erstklassige Prismengläser c u mahnt Mbcn uir «hr und und Schul- Wettervoraussage. Wolkig, westliche biS nördliche Winde, mäßig warm, mit Regenschauern ist zu rechnen. Gestrige Tages-Temperaturen: Maximum 19,4 Grad Celsius, Minimum 16 Grad TelsiuS. Niederschlagsmenge: 13,2 Millimeter. Gießener Wochenmarktpreise. am 1. August. (Händlerpreise.' SS kostete das Pfund: 'Butter 190 biS 210, Malte 40, Käse 65, Wirsing 30, Weißkraut 25, Notkraut 25. gelbe Rüben 30, rote Rüben 20, Spinat 40, Römischkohl 15, Dohnen 25 biS 30, Srbsen 30, Mischgemüse 15, Tomaten 40, Zwiebeln 20. Kartoffeln 8, Frühäpfel 25, Falläpsel 6 biS8, (Birnen 40 bis 50, Dörrobst 35, Kirschen 80, Heidelbeeren 60, Stachelbeeren 30, Johannisbeeren 40, Himbeeren 60, Pflaumen 50, Zwetschen 80, Psirsid-e 130, Mirabellen 50 bis 90, Reineclauden 60. Honig 40, junge Hahnen 100, Eup- Joh. Pitz. Gießen, den 30. Juli 1925. •* Die Stadtkasse G ie in einer Bekanntmachung die Q Grundbesih-Sondcrsteuer. Kauolg Müllabfuhr. Pachtgeld, HeugraLZeel | K0J1- Eier• / , Anthrazit 1 cn Unionbriketts Dachen- | Brenn Fichten■ ( holz Anmachholz liefert bilL frei Haus. Carl Haas /r Frankfurter Str. 59. Telephon 1682. ,„,c Gestern entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden mein guter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Ph i 1 i ppSch äferXI 11 im vollendeten 56. Lebensjahre. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Margarete Schäfer geb. Volk. la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau IMa NM O. kg sage ich herzlichen Dank. Dr. med. Ernst Kockerbeck. 7326D Heute entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Fra» Cbrisline Pilz K Ml im 61. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; »ellMMll» irewöhnlicheWsua» bäder uoit 8 llbc uenu. bi6 I) Uhr avendS sowie Lonn- too6 von 8 bis 1 Nhr vormittags. r»lD Aug. Bues staatl.nev^tterHeil« Walltorstr. 38 uart. WW1WVW ms Wem W SM. In Stenographie, Schreibmaschine, Buchhaltung sowie allen vorkommenden Bureauarkeiten durchaus bewandert. Schriftliche Angebote unter 06369 an den Gießener Anzeiger erbeten. Motore allerbvMe Fnbrtka- te, in allen Grrtßen allorblmuat- 1605c Carl Schunck. Karierte ßtÄM äußerst preiswert, in vielen Farben. <**»•' L Bernard, Bismarckstr. 6. Büchertisch. — 2lm undsenS Heldenfahrt nach den unerforschten Regionen und Wundern der nördlichsten 21rttv8 ist immer noch in aller Munde. Die letzte Kummer der Illustrierten Zeitung „3. 3“ Scigr die Begeisterung, die sich in RorwegenS Hartptstadt nau) AmundfenS Ankunft elementar Dahn brach Ein Dmginal- artifcl von Knud Rasmussen mit eigenartigen Photos ans dem hohen Rorden wirst wie ein instruktives Pendant zu AmundfenS Flug mm Pol, zumal RaSmussen .ilS der beste Kenner deS SSkimolandes und seiner Bewohner gilt. Ausserdem bietet das Blatt noch eine weitere, grobe Auswahl von Sehens- und Lesenswertem. (Verlag Ringier & C-o., Stuttgart.) penhühner 90 biS 100; für das Stück: Eier 14 biS 15, Blumenkohl 10 biS 120. Salat 5 bt4 15, Salat gurken 25 biS 50, Ginmachgurken 3 bis 5, Ober-Kohlrabi 15, Rettich 10 bis 20: das Bund: Radieschen 20 Pf. Bornotizen. — Tagcskalender für SamStag. 32. Mittelrheinisches Kreisturnfest. 8- , übt abends Begrüßungsfeier in der Festhalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .. Fridericus Rex" 1- und 2. Teil. — Astoria-Lichtspiele: »Hyänen des Meeres". ' Auswertungstechnisches. Aach § 43 des Anleihe-Ablös ungsgeseyes werden Gemeindeanleihen. die Altbesitz sind, mit dem fünf- lachen Betrage ihres Rennwertes. also bei 1000 Mark mit 5 mal 25 — 125 Mk. cingelöst. Ter Einlösungsbetrag ist auf Antrag bei vorhandener Lcistunassähigkeit der Gemeinde auf daS Zehn- facheveS Rennweris zu erhöhen. Antrags- berc w den EhMMWM m öee Tierwstt. Aufbewahren i 6. §ortsehung folgt! Der MüÄenelefsnt. Dem bekannten Afrikaforscher Knatterbull ist ev gelungen, in der Nähe -es wende- freifeo -er Bananen in -en Gebieten -er Uegerftämme -er Dämelacks un» -er Ranaphagen ein bisher unbekanntes Tier zu ent-ccken un- eo leben- nach Europa zu bringen: -en Mückenelefanten (elephas müccensis Knatterbullii). Dfefta Tier, so berichtet Knatterbull, -essen bizarre Können -em entzückten Forscher» äuge so manchen Liebreiz bieten, scheint seine Entstehung -em Llmstan-e zu ver-anken, daß -ie Ranaphagen -ie Dämelacks unterjocht haben un- bestrebt stn-, ihnen -ao recht fühlbar zu machen. Ohre Me-izinmänner verwan-eln deshalb je-en Mückenschwarm, -en ste im Bereiche -er Dämelacks entdecken, durch sogenannten faulen Zauber in eine Äefanten- herde und verlangen davon neue Tribute. Durch die oftmalige Wiederholung hat sich dann eine Zwischenform von Mücke un- Glefant hcrausgebll-et, deren Konstruktion allerdings, was das Untergestell betrifft, noch nicht als wohlgelungcn bezeichnet werden kann. hagenbcck in tzamburg, bei dem das Tier einstweilen verpflegt wird, hat sich deshalb sofort die gesamte Literatur über Kukirvl bestellt, und im Elefantengehege, wo es untergebracht ist, ein Plakat anschlagen lassen: Kukirolen Sie! Er hofft, es damit viel besser auf die Beine zu bringen, denn es slbt nichts Besseres für überanstrengte und leidende Füße als die Kukirol-Zußpflcge, kurz als »Kuktrolen bezeichnet. Das wohltuende, herrlich erfrischende Kukirol-Fußbad (Doppelpackung 50 Pffl.) kräftigt Nerven und Sehnen, wer an nächtlichen Zehen- und Wadenkrampfen leidet, kann sich -avvn leicht überzeugen, denn ein möglichst warmes Kukirol-Fußbad DOr ^em Schlafengehen verhütet diese auf Aeberanstrengungen beruhenden Anfälle. Der Kukirol-Streupuder (Blechdose 1 Mark) verhütet lästigen Kußschweiß und beseittgt den Schweißgeruch. . w . Beide Präparate, regelmäßig angewandt, ßhutzen gegen Brennen und Wundlaufen. Das vielmillionenfach bewährte Kukirol-Huhneraugen-Pfla.ter (Packung 75 Pfg.) beseitigt auch das hartnäckigste Hühnerauge in wenigen Tagen schmerzlos, unblutig un- gefahrlos. Co verursacht keinen Druck, wie die veralteten, mit einem Züzring un- hcst- pflasterstrelfen versehenen Binden. Letztere rollen flch stets zusammen, Neben am Strumpfe fest und bringen Nervöse zur Verzweiflung. Dos Gesamtergebnis des Kukirolens ist eine viel größere Ausdauer, ein federnder, selbstbewußter Gang, Ersparnis an Schuhen und Strümpfen (denn es werden deren mehr üurch Schweiß vernichtet, als auf andere weife) un- Behebung aller Beschwerden, die vom vielen Gehen und Stehen herrühren. $nt Touristen und Sportoleute gibt es nichts Besseres un- Zweckmäßigeres l tDeOen Sie ein Kukirol-Präparat zunächst mit der geringsten Ausgabe versuchen, so kaufen Sie eine Prvbepackung Kukirol-Zußbad für 30 Pfg. Am vorteilhaftesten aber kaufen Sie gleich die ganze Kuklrvl-Kur-packung, die alle 3 Präparate enthält und nur 2 Mark kostet. Sie sparen beim Einkauf der Kukirvl-Kur-packung 25 Pfg. und erhalten außerdem noch einen Kukirol-Zederhalter gratis. /ede Apotheke und Drogerie führt die Kukirvl-präparate. Hat fle eine zufällig nicht, -am, die nächste. 3m anderen Kalle veranlassen wir -ie Zusendung Lurch eine hiesige Apotheke oder Drogerie. , Die Norwendlskett -er Zußpflege wird heute allgemein anerkannt, wichttge Aufklärungen über die Notwendigkeit der Fußpflege ertelU ^Ihnen unsere neue Druckschrift, «e wir Ihnen auf Verlangen kostenlos un- pvrwfrei zusenden. Kukirvl-Fabrik Kurl Krisv. GroßEM bei Masbeburg. 5T Kaufe Haus bei 3000 ML Anzahlung. Schr. Ang. u. 06366 an ben G. Anz. | Empfehiungän] Für Mmio MM-BÄ la helle^Edelroare ME dünne und starke Qualität empfiehlt 7364V SamenhE hch. Hahn Babnbofflrafre Telephon 1403. das auch kochens kann, geg. hohen! Lohn. Näheres ’B Liebißstr. 31. [Stellengesuche) Ziveitmsdihkli fuckt Stelle in gutem Haufe ». 15. August. Schrift!. Angebote unter 06339 an den Gieff. Anz. erbeten. Hersoj Plockstrahe 5. Sflufe ein AnftmliMauS mit Garten bei 5000 Mk. Anzahlung, im Oktober mehr, ob. gebe 3 bis 4000 Mk. 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(78 Swettes Statt GietzenerAnzeiger (tvenecat-Anze^er jur (Dverheyen) Samstag, V August 1925 Das 32. Mittelrheinische Kreisturnfest. Herzlichster Empfang der Turnerinnen und Turner aus dem besetzten Gebiet. — Lin glanzender Begrühungsabend zahlreicher Weise von der Laar hiechergetom- mcn sind, nicht allein um mit uns Giehnern gemeinsam das 32. Mittelrheinische Kreisturniest zu begehen, um hier ihre Kräfte in friedlichen Wettlampfen zu messen, sondern auch, um zu bekunden, daß sie mit uns eines Herzens und eines Sinnes sind. (Bravo.) Wir alle kennen ihre Sorgen und Tlöte; wir wissen, wie sie unter dem Druck einer feindlichen Besatzung zu leiden, was sie zu erdulden haben, und wir nehmen lebhaften Anteil an der wirtschaft- lichen Rot. die so sehr unsere Schwestern und Brüder im Saargebiet bedrückt. Aber es ist hoch- erfreulich. zu sehen, wie sie. allen Gewalten zum Trotz, Treue halten zur Deutschen Turnerschaft, deren Ziel Ausdruck findet in unserem Wahl» sprach: Frisch, Fromm. Fröhlich. Frei. Unsere turnerische Bewegung stützt sich auf alle Schichten des deutschen Dolles. Wir kennen nur ein Ziel, durch körperliche Liebungen unser deutsches Bolk, besonders aber unsere deutsche Jugend, zu kräftigen und zu ft ä r - f e n, unser deutsches Bolk zur Einigkeit aufzu- rusen unb diese Einigkeit zu beleben. In diesem Sinne arbeiten wir in unserem Mittelrheintreis, der ja nur ein Glied ist in der groben Kette, die unsere Turnerschaft umschlingt. Daß unsere Brüder und Schwestern aus dem besetzten Gebiet diesem Ziel nachgestrebt und nachgelebt haben und sich durch nichts beirren lassen in ihrer Treue zur deutschen Lurnsache, das erfüllt uns mit großer Freude Aber wir richten an sie die Ditte und zugleich die Mahnung, pflegt diesen guten Turn- geist so wie seither. Haltet fest an dem, das ihr für gut und richtig befunden, die Treue zur deutschen Lurnsache. Seid versichert, wir hier im unbesetzten Gebiet werden diese Treue mit gleicher Treue vergelten. Lind nun darf ich wohl namens aller, die heute abend hier in Gießen aus dem unbesetzten Gebiet zusammengekommen sind, nochmals unserer Freude Ausdruck geben über den überaus zahlreichen Besuch aus dem besetzten Gebiet. Lassen sie unseren Dank diesen Schwestern und Turnbrüdern drüben vom Rhein, von der Saar und der Mosel dadurch Ausdruck geben, daß wir ihnen unser erstes Gut Heil! widmen. Ich bitte sie, sich zu erheben und mit mir zu rufen: Unteren lieben Turnschwestern und Turnbrüdern aus dem besetzten Gebiet, ihnen gilt unfer „Gut Heil. Gut Heil, Gut Heil!'^ Die Vereinigten Gießener Gesangvereine ' unter der Leitung des Chormeisters G örlach erfreuten sodann durch die vortreffliche Wiedergabe des prächtigen Chores „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", und ernteten verdientermaßen lebhaften Beifall. Hierauf sprach Oberbürgermeister Keller: Hochgeehrte Turner und Turnerinnen aus dem besetzten Gebiet! 3m Damen der Stadt Gießen und ihrer Bürgerschaft und im Auftrage der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen heiße ich Sie herzlich willkommen. Es war für die Gießener Turnerschaft und die Gießener Bürgerschast eine besondere Freude und Ehre, den Turnern aus dem besetzten Gebiet diesen Ehrenabend zu bereiten. Mit aufrichtigem Dank und mit echter, deutscher Bruderliebe strecken wir Ihnen die Hand entgegen, mit heißem Dank für Ihre treudeutsche Gesinnung, Hingabe und Ausdauer, mit echter deutscher Bruderliebe in dem Gedanken, daß wir alle eines Dolkes sind und alle e i n Vaterland haben, das wir lieben mit aller Glut unserer Herzen. Turner vom Rhein, von der Saar und von der Mosel! Vor kurzem schallte bei Ihren 3ahr- tausendfeiern durch alle Ihre Städte und Dörfer flammende Begeisterung und unverbrüchliches TreuegelobniH zum deutschen Vaterlande. Wenn heute der Geist des Turnvaters 3 a h n her- niederstiege, er würde die Turner aus dem besetzten Gebiet segnen und preisen, daß sie gelitten und gestrebt haben für das einige, freie deutsche Vaterland — wie er! (Bravo.) Verehrte Anwesende! An Festtagen, wie diesen, lebt die Liebe auf, die im Alltag ihr Lied nicht so laut hören läßt, an Festtagen, wie diesen, fallen die Schranken, die sonst Stand, Glaube und Partei nach leidiger, deutscher Gewohnheit aufrichken, an Festtagen, wie diesen, schlägt das Herz des deutschen Turners den rascheren Schlag reiner, glühender Liebe zum deutschen Vaterland e. Verehrte Anwesende! Linser deutsches Vaterland ist in Rot, und die Rot ist am größten da, wo feindliche Mächte die Desehung ausüben. Wollen wir darum verzagen? Wollen wir darum den Glauben aufgeben an die deutsche Zukunft? Wollen wir darum die Hoffnung schwinden lassen, daß die Kraft des deutschen Geistes uns dereinst wieder freimachen werde? Wir fingen im Deutschlandlied: „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Llnterpfand." Rur die Einigkeit gibt uns das Recht und die Gewähr, die Freiheit zu erlangen, die allein des deutschen Dolkes würdig ist! (Bravo.) Dur das Zusammenwirken aller zu einem einzigen, hohen Ziele kann uns aufwärts führen, nur das Bewußtsein unzertrennlicher Volksgemeinschaft kann uns das erhalten, was durch allen Wechsel und Wandel der Zeiten uns geblieben ist: das Deutsche Reich, das deutsche Vaterland. Darum muß es unsere Aufgabe fein, den Glauben zu bewahren an die deutsche Zukunft, den Glauben, daß aus dunkeln Tälern der Weg wieder emporführen wird zu lichten Höhen, den Glauben an den Sommertag des deutschen Volles, an die Zeit, da wir dereinst wieder fingen und sagen werden: „Vaterland ich muß versinken, hier in deiner Herrlichkeit". (Bravo.) Die Grundlagen für diesen deutschen Zukunftsglauben finden wir bei I dem Dichter der Freiheit und der Einigkeit: ' Gießen, 31. 3uli 1925. Die obcrhesslsche Prooinzialhauptstadt Gießen, bte sich bei den Turnern als lumerfefiffaöt des besten ‘Rufes erfreut, hat sich Aum 3 2. Mittel- rheinischen Slreisturnfeft in würdigster Weise geschmückt. Ein Fcchncnmccr von reicher Viel farbigteit flattert von den Häusern oller Straßen, Wimpel in großer Zahl dazwischen, frisches Tannen- grün als Hausschmuck und Girlanden und viel sonstige Zier bringen die freudige Anteilnahme aller Kreise und Stände der Bürgerschaft an diesem großen Turnfest äußerlich zum Ausdruck. Daß aber auch die Herzen Mitschwingen, beweisen die vielfachen festsroh geftimmten Gespräche, in deren Mittelpunkt tius Hrcistumfefl steht. So ist die ganze Einwohnerschaft Gießens in Wirklichkeit eine Fest- gemeinde im Bonne der edlen lumerei. Der erste Tag. Der heutige Auftakt des Kreisturnfestes war trotz des regnerischen Wetters glänzend und rief allenthalben große Begeisterung hervor. Als die fünfte Nachmittagsstnnde herannahte, in der der Sonder- zug mit den Saarturnern hier eintreffen sollte, setzte eine wahre Völkerwanderung zum Bahnhof ein. Bald hatten sich auf dem weiten Platz und feinen Zugangsstrahen Tausende von Einwohnern ein- gefunden, und viele, die nicht schnell genug zur Stelle waren, mußten wieder Kehrt machen und schleunigst Aufstellung in den Marschstraßen des Zuges nehmen. Eine dichtgedrängte Menge bildete aus diese Weise vom Bahnhof bis zum Xianbgraf- Philipp-Platz, wo der Saarttirner-Einzug fein Ende erreichte, Spalier Der Empfang der Saardeutschen. Gegen 41 Uhr nachmittags füllte sich der Bahn- steig 1 unseres Bahnhofs in ständig anwachsendem Maße mit einer festsroh gestimmten Menge. Die Mitglieder des Geschästssührenden Ausschusses für das Äreisturnfeft, Vertreter der Gießener Turner- schost mit den Fahnen der beiden Vereine, die Kapelle des 1. Bataillons Jnf.-Regts. 15 unter Leitung von Dbcrmufitmeifter 2 ö b c r, Angehörige des hiesigen Saarvereins und viele andere Interessenten blickten vom Bahnsteig erwartungsvoll dem Zug entgegen, der auf feiner weiten Fahrt Verspätung erlitten. Endlich um 5.15 Uhr wurde bie“Iange Wogen- schlcmge sichtbar, und losort setzte die Kapelle mit dem Spiel des Deutschlandliedes ein, unter dessen begeisternden Klängen der Zug mit seinen jubelnden Insassen in die Halle rollte, ebenso begeistert und mit jubelnden Hochrufen begrüßt von der Menge. Auf dem Bahnsteig gab es herzliche Wiedersehens- und Derbrüderungsszenen. Angesichts der großen Zahl der angekommenen Gäste — etwa 1200 — mußte der Bahnsteig jedoch schnell geräumt werden, und so aing es denn in flottem Tempo hinaus auf den in brettern Umfang nbgefperrten Bahn- Hofsplatz, wo die Gäste in Marschformation gegliedert in weitem Kreis Aufstellung nahmen, andauernd durch die Zurufe der Menge herzlichst begrüßt. Ein kurzer Willkommensgruß des Vorsitzenden des Empfangsausschusses Jean Weisel, brausendes Gut Heil, und nun setzte sich die Militärkapelle an die Spitze des Zuges, gefolgt von den Abordnungen der Gießener Turnerschaft mit den Fahnen, den Mitgliedern des Gefchaftsführenden Ausschusses, die ihren Gästen das Ehrengeleite gaben, und nun die lange, lange Reihe der Turner und Turnerinnen von der Saar, voran ein großes Schild mit der Aufichrift: „Deutsch die Saar, Deutsch immerdar!" -Auf feinem ganzen Wege vom Bahnhof durch den Seltersweg bis zum Landgraf- Philipp-Platz wurde der Zug der Gäste andauernd mit freundlichen Zurufen der Kopf an Kopf gedrängt stehenden Menge begrüßt, ebenso herzlich kamen die Kundgebungen des Dankes aus dem Munde unserer Saarbrüder und -schwestern. Dieser Einzug gestaltete ich zu einem nationalen Erlebnis, dessen Eindruck ür; alle Zeit unverwischbar sein wird. Aus dem randgraf-Philipp-Platz wurde "halt gemacht: von hier aus begaben sich die Gaste unter der wegkun- digen Fühnmg zahlreicher jugendlicher Fremden- sichrer zum Quartier. Der Begrühungsabend in der Festhalle z a Ehren der Turner und Turnerinnen aus dem besetzten Gebiet ging unter Beteiligung einer Menschenmenge vor sich, wie man sie in unserer Stadt in so gewaltiger Fülle wohl noch nie beisammen gesehen hat. Hier zeigte sich in überzeugender Weise, wie gut es fit, daß wir diese große Festhalle besitzen. Die Sitzplätze reichten nicht aus zur Aufnahme aller Besucher, viele, sehr viele mußten sich mH einem Stehplatz begnügen, der fast überall nur in drangvoller (Enge au finden war. Aber trotz alledem harrte man stundenlang aus in dem Bewußtsein, hier eine Feier müerleben zu können, die für unsere Heimatgeschichte von befon- derer Denkwürdigkeit ist. Die Zahl der Erschienenen wird man mit rund 3500 wohl nicht zu hoch schätzen. Erfreulich ist, daß bei den vielen Zugängen und Treppen der Halle der ganze Verkehr sich reibungslos abwickeln konnte, und daß die vortreffliche Akustik der Halle es allen Teilnehmern ermöglichte, die Redner zu verstehen und den Darbietungen der Kapelle und der Gesangvereine mit Genuß zu lauschen. Die Kapelle Topp leitete den Wend mit mehreren musikalischen Darbietungen ein, hierauf sprach als erster der Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses Lehrer Gg. Kling: Sin herzlicher, treubeutscher Willlommengruß sei namens Der Gießener Turnerschaft all den lieben Turnschwestern und Turnbrüdern sowie Miseren verehrten Gästen entboten, die heute abend uns die Ehre ihres Besuches schenken. Ein ganz besonderer Gruß aber gilt unseren Turn- brüdem und Turnschwestern, die vom Rhein, von der Mosel, besonders aber in fo überaus „Wir wollen fein ein einzig Volk von Brüdern, 3n keiner Rot uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren." (Bravo.) 3n dieser Gesinnung, meine Damen und Herren, wollen wir unser 32. MittelrheinischeS Kreisturnfest und dielen Ehrenabend für die Turner des besetzten Gebietes eröffnen und untere Gedanken vor allem richten aus das. waS uns allen gemeinsam ist:unserliebeSdeut- sches Vaterland! ..Es geh', durch Tugenden bewundert, Geliebt durch Redlichkeit und Recht. Stolz von 3ahrhundert zu Iahrhundert, An Kraft und Ehren ungeschwächt!' Verehrte Anwesende! Ich bitte Sie, erheben Sie sich von Ihren Plätzen und stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: „Unfer liebes deutsches Vaterland, lebe hoch!" Der 1. Gauvertreter des Gaues Hessen, Pfeisfer-Wetzlar: Frauen und Männer vom Rhein und der Mosel und der Saar, Ihr alle aus dem besetzten Gebiet, ich will zu Euch sprechen nicht als Festredner, ich komme, um Euch zu sagen, was der Gau Hessen, was unsere Turner aus dem Gau Hessen Euch bringen wollen. Wir wollen Euch bringen unsere Hand, unser Herz, unser Willkommen. IDravo.) Das soll das kurze Wort sein, welches ich Euch zu sagen habe. Wenn Ihr, liebe Turnschwestern und Tum- brüder, aus dem Westen kommt, von den sonnigen Hügeln der Mosel, von dem majestätischen Rhein, von der schwarzdiamantbesäten Saar, dann kommt Ihr aus den westlichen Provinzen als die, die die Wächter des Deutschtums heute sind und fein müssen noch viele Iahre. Dessen sind wir uns bewußt. Ihr kommt zu uns als dem östlichen Gau des Mittelrheinkreises, zu dem Gau, der wohl so recht eigentlich sich darstellt als das, was das deutsche Volk fein soll: eine Gemeinschaft von Stämmen. Denn aus dem Mittelrheingebiet find hier zu- sammengeströmt die Rheinländer und Hessen, die Rassauer und die Bayern, alle stehen wir hier zusammen, und wollen wir zusammenstehen wie ein einig Volk. Als Hessen heißen wir Euch herzlich willkommen. (Bravo.) Wir wissen, liebe Turnschwestern und -brüder, was Euch da drüben beschert ist. Wir beobachten es nicht, nein, w i r fühlen mit Euch, und wir wollen fest halten mit Euch an dem, was uns alle bewegt, an unserer deutschen Turnfache, an unserem deutschen Vaterland. Die körperliche Ertüchtigung der deutschen Turner, die körperliche Ertüchtigung des ganzen deutschen Dolkes ist die Aufgabe, die uns in großer Zeit geworden ist. Dieser Aufgabe wollen wir stets eingedenk fein, und deswegen fühlen wir mit Euch, und deswegen will ich auch heute nicht von Euren Schmerzen reden. Wir kennen sie alle wohl. Ich will Euch heute nicht das Herz schwer machen. Ihr seid zu uns gekommen in ruhige Gefilde. Wir wissen, daß wir es Euch zu danken haben, wenn wir heute hier ruhig sitzen dürfen, und wir werden es Euch nicht vergessen. Liebe Turnschwestern und Turnbrüder! Wir befinden uns am Mittelrhein insgesamt auf historischem Boden. Wir wissen, daß wir immer fein muhten und noch viele Iahre fein müssen die Wacht gegen Böller, d i e uns nicht Wohlwollen. Wir wissen daß wir so gut wie die Wacht im Osten eine Wacht i m HD e ft e n haben müssen, und Ihr von der Saar, vom Rhein und von der Mosel, Ihr seid diejenigen, die die D o r p o st e n zu dieser Wacht sind. Was Ihr getan habt, das habt Ihr für das Deutschtum, für die deutsche Turnfache getan. Lind das werden wir Euch nicht vergessen und dafür wollen wir Euch danken mit ganzem, offenem Herzen, mit Herz und Hand. Wir möchten jeden von Euch an die Brust drücken. Lind damit genug. Seid herzlich willkommen, nochmals herzlich willkommen. Wir drücken Euch die Hande und sehen Euch in die Augen, liebe deutsche Turner, liebe Deutsche. (Bravo.) In diesem Sinne fordere ich unsere Turner aus dem Gau Hessen auf: Unteren Turnerinnen und Turnern vom Rhein, von der Mosel und Saar und aus dem besetzten Gebiet, ihnen unser dreifaches Gut Heil! Prolog eines Saartnrners. Deutsch bleibt die Saar! Wo man von deutscher Treue spricht, Volk an der Saar, da fehlst du nicht! Lind wo man deutsche Treue hält, Da stehst du fest vor aller Welt. Wie prüfte oft dich Gottes Hand, Wenn man begehrte deinen Strand — Doch hast du stets nach deutscher Art Dir rein das deutsche Herz bewahrt. Deutsch ist dein Blut, Deutsch ist dein Mark, Deutsch deine Fäuste treu und stark. Deutsch ist dein Herz. Deutsch ist dein Geist, Der dir den Weg zum Himmel weist. Deutsch ist dein blutgeweihter Grund. Deutsch deiner Wälder ragend Rund. Deutsch ist dein Fluß. Lind deutsch und traut Ist deiner Sprache süßer Laut. Ob Glück, ob LInglück bei dir haust. Ob Sonne lacht, ob Sturmwind braust. Du willst, du kannst nicht anders fein In Herz und Sinn als deutsch allein! Lind wenn die Treue in der Welt Einst doch den letzten Sieg behält. Dann muh der Treue Kröne bein, Volk an der Saar, zuletzt doch sein. So hebt denn heut die Hand zum Schwur Den Brudern gleich cm Rhein und Ruhr, Lind schwört ferr heut und immerdar. Wir bleiben derüfch! Deutsch bleibt die Saar! Gin Vertreter des Saarvereins Bietzen: Werte Landsleute von der Saar! Verehrte Festversammlung! Der Bund der Saarvereine sowie unsere Ortsgruppe Gießen haben mich beauftragt, allen zum 32. Mittel rheinischen Kreis- tumfeft Erschienenen als Landsleute unser herzlichstes Willkommen zu entbieten. Gern erfülle ich diese Ehrenpflicht, um fo mehr es sich darum handelt, nur gleichgesinnte und vom Geist des alten Turnvaters Iahn beseelte Landsleute zu begrüßen. Ganz besonders gebe ich unserer Freude darüber Ausdruck, daß trotz der sehr schlechten und momentan sehr kritischen Lage, in welcher sich unser Heimatland befindet, so viele Landsleute nach der schönen Lahn- und Llnkveriität-- ftabt Gießen gekommen find, um mit den Turnerinnen und Turnern aus den übrigen Gebieten das diesjährige Kreisturnfest zu begehen. Daß dies für viele unserer Landsleute ein großes Opfer bedeutet, liegt klar auf der Hand. Aber wir wissen auch, daß diese Opfer gern gebracht werden. um einige Tage der Fremdherrschaft zu entrinnen, um diesen Sag mit den Turnerinnen und Turnern der unbesetzten Gebiete zu feiern, und um za beweisen, daß trotz der Fremdherrschaft der Geist des allen Turnvaters Iahn noch lebt und sich stets weiter entwickell. Wir Saarländer, welche, nachdem unsere Heimat die angeblichen Sieger hat aufnehmen müssen, in das große Deutschland gewandert sind, können unsere Heimat nicht vergessen and haben un3 deshalb zu einem Bund zusammengcfchlosfen, der es sich zur Ausgabe gestellt hat. im ganzen Lande aufklärend zu wirken und die Gewissen aufzustacheln. Denn noch gibt es viele in unserem großen Deutschland, welche nicht wissen, welch schwere Tage das kerndeutsche Saarland schon seit beinahe 7 Iahren durchgemacht hat und noch durchzumachen hat. Wir wissen auch, daß unfer Saarland, wie es anläßlich der Icchrtausend- feier bewiesen hat, kerndeutsch ist und kerndeutsch bleibt, daß unjer Saarland die Treue zu unserem Vaterland Mrs bewahrt. Wir sind aber auch verpflichtet, unserem Saarvolk die Treue mit Treue zu vergelten. (Bravo.) Rehmen Sie. meine geehrten Landsleute, die Gewißheit mit nach Hause, daß alle in unserem Saarbund zufammengeschlosfenen Mit- glieder ihre Heimat nicht oergeffen. Wir wollen ihr jederzeit zur Seite stehen. Ich schließe mU den Worten: Bleib deutsch, du Saar immer bar! und bitte Sie, mit mir einzustimmen in den Rus: ■Unfer kerndeutsches Saarland Gut Heil! Ein Vertreter der Saarturner: Deutsche Schwestern, deutsche Brüder! Im Ramen der Saarturner begrüße ich Sie auf daS allerherzlichste. Zugleich danke ich für den ungemein herzlichen Empfang. Ich danke für die freundliche Begrüßung seitens der Regierung, feilend der Gemeinde, seitens deS Gaues Hcflen und seitens des Turnvereins. Ich danke den Gießener Turnern dafür, daß sie diesen Abend und ganz besonders geschenkt haben «Bravo.) Wollten sie doch damit zeigen, daß sie mit uns fühlen. Seid versichert, dteses Mitsühlen tut uns ganz besonders wohl. Und wenn wir Turner von der Saar trotz der wirtschaftlichen Rot in fo stattlicher Zahl gekommen find, fo taten wir es nicht nur, um hier das Kreisturnfest mitzu- machen, sondern ganz etwas anderes, noch vielmehr hat und hierher gezogen, nämlich das Bedürfnis, einmal frei z u fein von dem Druck (Bravo), einige Tage einmal a l s freie Deutsche im freien Deutsch lan b bei freien Brüdern au leben (Bravo) und in Gedanken und all das Elend mit allen unseren Röten vom Herzen herunterzusprechen und neue Kraft zu sammeln zum Aushalten. Denn der Kampf, den wir führen, ist schwer. Ich brauche es nicht näher zu schildern. Turner, Ihr kennt die Rot, küe und bedrückt. Jahrhunderte- lanMieht der Feind begierig nach unserer Heimat, unb jetzt glaubt er, die Zeit wäre gekommen, um unser Heimatland einzustecken. Alle Mittel wendet er an, um sein Ziel zu erreichen, aber ed gelingt ihm nie. (Lebhafter Beifall.) Das weiß er, darum will er es durch die Rot erreichen, durch die Rot will er und gefügig machen. Er will vielleicht, wenn er unser Saarland nicht erlangen kann, wiederum eine Wüste hinterlassen wie Melac. Aber mit allen Mitteln kämpfen wir dagegen. Er wird sein Ziel nie und nimmer erreichen, denn beutfeb toaren toir immer an der Saar und deutsch wollen wir bleiben, (öang- anbauember Beifall.) Als vor 100 Iahren im ersten Pariser Stieben der größte Teil des Saargebiets bei Frankreich blieb, da ruhten die Saarbrüder nicht, bis endllch die Saar wieder deutsch war. Lind da schrieb der Berichterstatter der „Saarbrückener Zeitung": Das war der schönste Sag meines Lebens. Lind als 1866 unsere Kraft durch den Bruderkrieg gefesselt war, da schauten sie wiederum begierig nach dem Rheinland, nach der Saar, und da wandten sich die Wahlmänner der Kreise Saarbrücken und Ottweiler in einer Kundgebung an das französische Volk. In der heißt es, daß bei freier Abstimmung sich in der Grenzmark niemand finden würde, der einen Anschluß an Frankreich begehren würde (lebhafter Beifall), denn, so heißt es darin weiter, „wir sind durch und durch deutsch". Wir halten fest an unserer deutschen Eigenart, wir hängen mit ganzem Herzen an unserem deutschen Vaterland. (Bravo.) In den Leiden der Gegenwart und in den Hoffnungen auf die Zukunft und unter allen Sorgen des Augenblicks ist die Sorge die größte, losgerifsen zu werde- Q3aterlaube. Wie unsere Väter fühlten, so füllen auch wir heute 3a, die Rot in der wir leben, ha unser Vaterland noch meh über alles, über alles ii (Lebhafter Beifall.) Denn, Tu Guten, das man zu verlieren hängt man am meisten, Wit v Saarländer |inö o e u i । d;. Dor» jaben wir bewiesen bei der Abstimmung zum ^andesrat. Lieber 99 % haben deutsch gestimmt. (Lebhafter Beifall.) Lind glänzend hat es bewiesen die lZahrtausendfeier. Ach, was war das für eine erhebende Feier, eine Feier, nicht von oben herab befohlen, sondern aus den Tiefen des Volkes kommend, eine Feier, an der sich alle Schichten der Bevölkerung beteiligten, eine Feier so erhebend, wie wir noch nichts erlebt haben. Aber, so herrlich diese Lage auch waren, sie werden nur ein schwacher Abglanz des Tages sein, der uns wiederum mit Euch, 3hr Brüder, vereinigt. (Lebhafter Beifall.) Aber bis dieser Tag kommt, da heißt es noch die Zähne zusammengebissen und auShalten und wachbleiben. Wir stehen auf Vorposten, das wissen wir. Aber sollen wir nicht auf verlorenem Posten stehen, dann bedürfen wir Eurer Hilfe. Wir müssen wissen auf dem gefährdeten Posten, daß deutsche Brüder einig un d , geschlossen hinter uns stehen. (Beifall.) Lind da ist es, Brüder, oft niederdrückend für uns, wenn wir lesen und Horen müssen, wie die Zwietracht noch herrscht trotz der völkischen Rot. Wir können es nicht verstehen, wie das deutsche Volk immer noch zerrissen ist, zerrissen in Klassen, Parteien und Konfessionen. Wir sind Deutsche, ob katholisch oder evangelisch, (sehr richtig), ob Arbeiter oder Beamter, ob hoch oder niedrig, ob reich oder arm, wir sind Deutsche und in diesem Gedanken können und inüs- sen wir uns finden. (Lebhafter Beifall.) Llnd uns Turnern ist die Aufgabe ganz besonders heilig, zu arbeiten und zu wirken für eine Gedanken - und Herzensgemeinschaft des ganzen Volkes. Wir wollen wirken, daß es einmal heißt, wir sind ein einig Volk von Brüdern Llnd daß es so kommt, Brüder, diesen Glauben haben wir, und nur weil wir diesen Glauben haben, können wir auch aushalten. Wir vertrauen Euch, Brüder, und ich bitte die Saarturner: Erhebt Euch von Euren Plätzen und ruft mit mir aus: Den lieben deutschen Brüdern ein dreifaches Gut Heil! tLanganhaltender, rauschender Beifall.) Ein Redner der Kreisleitung: Hochverehrte Versammlung! Liebe Turnschwestern und Turnbrüder! Es ist heute abend von so vielen Seiten in herzlichen und warmen Worten unserer deutschen Turnsache gedacht worden, daß es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit wäre, wenn nicht auch die Kreisvertretung zum Schluß sich bedanken würde für diese Worte der Anerkennung, und das sei hiermit namens der Kreisleitung zum Ausdruck gebracht. Der heutige Abend gilt in ganz besonderer Weise den Turnern aus dem besetzten Gebiete. Daß wir am Rhein und an der Saar Deutschland die Treue halten, ist selbstver- si ä n d l i ch e Pflicht, die keines besonderen Dankes bedarf. Es ist unsere Pflicht, Deutschland die Treue zu halten: denn Deutschland hat uns in guten Togen so manches Schöne gegeben, daß es eine «chmach und eine Schande wäre, wenn wir in Stunden der Not die Treue brechen würden. (Lebhafter Beifall.) Und gerade wir Turner wissen das ganz besonders, denn wir Turner haben ja allezeit das schöne Lied gesungen: „D Deutschland hoch in Ehren" und als Schluß „Haltet aus im Sturmaebraus". Dieser Sturrr.esbraus ist über Deutschland hinweggegangen, und er hat manche schöne Hoffnung, die wir hatten, geknickt und zuschanden gemacht. Aber eines hat er nicht fertig gebracht, daß wir in .unserer Treue, in unserer Pflicht wanken würden. So soll diese Treue, die wir in diesem Liede zum Ausdruck gebracht haben, allezeit uns deutsche Turner nicht nur im besetzten Gebiete, sondern überhaupt in unserer ganzen deutschen Turnerschaft als ^Richtschnur, als Leitstern dienen, der dazu beitragen -möge, daß durch die arbeitende deutsche ^Turnerschaft einmal unser Vaterland -wieder zur Gesundung geführt werden möge. Und wenn vorhin ein Redner jo schön gesagt hat, daß durch die Not, die wir drüben haben, wir, Deutsche aller Schichten unserer Bevölkerung, zusammengeschweißt worden sind, so möge das auch für das übrige Deutschland einmal Wahrheit, Tatsache werden. (Lebhafter Beifall.) Wöge man nicht daran deuteln und klügeln, ob man schwarz-weiß-rot oder schwar^-rot-gold hier bei unserem Kreisturnfest slagaen solle, das ist nicht so wichtig, viel wichtiger ist, oaß wir das, was tu i r । u r u n । e r Deutschland fühlen, in in unserem Herzen tragen, daß wir das nach außen hin in jeder Weise zum Ausdruck bringen wollen. Ich will Euch nicht langer aufhalten, denn unser verehrter Festvorsitzender hat vorhin schon schwere Bedenken gehabt wegen der Durchführung der von ihm wunderschön entworfenen Festfolge, und deshalb, liebe Freunde, will ich heute abend von Euch scheiden mit dem Wunsch, daß der Auftakt, den das Fest in so herrlicher Weise gefunden hat, daß diese Stimmung und diese Begeisterung während des ganzen Festes anhalten, und daß unser Herrrgott uns ein Wetter bescheren möge, daß Gießen und die ganze Turnerschaft immer gern zurückdenken möge an das schon verlaufene Kreisturnfest in Gießen. Gut Heil! (Lang anhaltender Beifall.) Das Deutschlandlied, das Saarlied. .,O Deutschland hoch in Ehren" bildeten den Ausllang der Hauptreden. Die gesellige Ausgestaltung des Abends. Flotte und ansprechende Darbietungen der Kapelle Topp, ein weiterer Massenchor der vereinigten Gießener Männergesangvereine unter der Leitung von Chormeister G ö r l a ch und turnerische Darbietungen der Gauriege des Saar-Blies-Gaues und der Frauenabteilung des T. V. Mainz von 1817 bereiteten den Zuschauermassen außerordentlich genußreiche Stunden. Die turnerischen Leistungen rissen zu höchster Bewunderung dieser Männer und Frauen hin, die am Darren, am Reck und am Pferd Llebun- gen von geradezu virtuoser Vollendung zeigten. Stürmische Beifallskundgebungen brachten den herzlichen Dank der Zuschauer zum Ausdruck. Leider konnte man von der vorderen Empore aus die in dunklen Trikot gekleideten Mainzer Turnerinnen nur außerordentlich schwer bei den Llebungen verfolgen, da der dunlle Hintergrund der Bühne recht ungünstig war. Könnte hiev nicht noch schnell Abhilfe geschaffen werden durch eine rüokto ärts an der Bühne anzubringende Lampe? Ein beklagenswerter Unfall ereignete sich leider bei dem Turnen der Saarriege. Bei einer Llebung am Hochreck stürzte der 24jährige Turner Ludwig Ditz aus Völklingen an der Saar unglücklich ab und erlitt eine Gehirnerschütterung, die seine Verbringung zur Chirurgischen Klinik notwendig machte. Rach einer Anfrage heute früh ist das Befinden des Mannes unverändert, doch gibt sein Zustand erfreulicherweise zu ernfterenDesvrgnissenfeinenAnlaß. Die Anteilnahme an dem betrüblichen Llnfall dieses Gastes war allgemein. Herzliche Wünsche der Gießener für baldige völlige Wiedergenesung sind dem jungen Manne sicher. Erst nach Mitternacht fand der denkwürdige Eröffnungsabend des Kreisturnfestes seinen Abschluß. Dank dem verstärtten Verkehr der Straßenbahn war den Mässen bet dem unfreundlichen Wetter ein schnelles Hinkommen zur Festhalle und eine ebenso rasche Heimkehr möglich. * * * Der zweite Tag. • Gießen, 1. August 1925. Heute früh trafen mit den fahrplanmäßigen Zügen aus allen Richtungen des Mittelrheinkreises weitere große Turnerscharen hier ein. Sie wurden am Bahnhof in feierlicher Weise und mit Musik empfangen und alsdann von Mitgliedern des Empfangsausschusses und von jugendlichen Fremdenführern in die Stadt geleitet. Rach 10 Llhr lief einSonderzugvon Frankfurt a. M. ein. der die Frankfurter Tu rner und eine große Zahl weiterer Turn- gäste aus der Aschaffenburger Gegend brachte. Auch hier fand feierlicher Empfang statt. 3m Laufe des Tages werden zu den fahrplanmäßigen Zügen Vor- und Rachzüge fahren, die erforderlich sind zur Bewältigung des Turner- Reiseverkehrs. 3n der Müllerschen Badeanstalt begannen heute früh die Wettkämpfe im Schwimmen. auf dem Festplatze (Trieb) nahmen die Wettkämpfe im Fechten und Spielen ihren Anfang. Magdalenenlage in Nymphenburg. 3m Nymphenburger Park, diesem goldumflosse- nen, smaragdgrünen Rokokokleinod, das Kurfürst Max Emanuel von Bayern sich einst zu Lust und Freude des Daseins anlegen ließ, steht das Magda- lenenkirchlein, eine eigenartige romantische Kapelle, die innen ganz aus Tuffstein und in allen Farben des Meeres schillernden Muscheln besteht. 3n einer dunklen Grotte, durch die ein Brünnlein seine Silberfäden zieht, erhebt sich aus weißem Marmor die Gestalt der stillen Büßerin, deren Tränen die Augen der Kranken und Weinenden heilt. Der ihr geweihte Tag der in das Klingen und Jauchzen des Hochsommers fällt, wird nach echt Münchner Art nicht nur mit Buß- und Bittgebeten, Exvotis und Tränen gefeiert, sondern mit einer regelrechten, ausgiebigen Dult, mit fröhlichen Karussells, Schaubuden, Luftballons, zärlltchen Heiligenbildern und kleinen Weihwasserkesfeln. Der alternde Kurfürst hatte sich in Singst und Sorge um fein Seelenheil die Kapelle mit wenigen schlichten, als Klause gedachten Zimmern bauen lassen, um hier feinen Lebensabend zu beschließen, aber der Tod rief ihn ab, ehe er sein Work vollenden konnte, und die ganze, auf reumütige Entsagung gestimmte Eremitage, die sich noch heute wie ein „Pater peccavi" mitten im Blühen und Flimmern des Parkes erhebt, wurde nie bezogen. Derselbe Max Emanuel hatte in den Jahren der Jugend und Tatkraft das köstliche, gau- kelnde, keine Hemmungen kennende Leben bis zur Neige genossen; er war ein kunstsinniger Fürst, der Vollender des Nymphenburger Schloßes, der Schöpfer des Parkes mit feinen entzückenden, aus dem. Grün schimmernden „Burgen". Er war es, s Cuvilliss, diesen Meister des Rokoko, die Diisieldo.u r g, eines der schönsten und reim —---------»eie der Welt, für feine Gemahlin Eden schriftliche Jägerin, als kleines rbauen ließ. Es ist eine Symphonie ilber, Gelb und Silber, wie man duftiger, traumhafter nicht denken Derfamer Harmonie in Linien und Ausstattung ist der Spiegelsaal in Form einer Rotunde, umrahmt von mit blauem Damast bezogenen Wänden, mit (Spiegeln und Lüstern aus venezianischem Glas, in dem das Licht der Sonne, das durch die Glastüren bringt, sich tausendfach bricht. Entlang den Wandpanneaux ranken sich Blumen und Blattgewinde in reinstem Rokoko empor, ein silberflimmernder Frühling von unerhörtem, herzbetörendem Reichtum. Im Deckenfries und als Sürporten Szenen aus dem Jagd und Fifcherleben, Vögel, im Fluge erhascht, Tiere, so plastisch, daß sie eben aus dem blauen und weißen Hintergrund keroorzutreten scheinen, hier ein zierlicher Fasan, der sich von der Decke löst, dort frei herabhängende Netze, duftig unterbrochen, wie Spitzengewebe, schillernd im Silherglanz. Die Figuren nicht angeklebt, sondern alle aus dem Holzwerk der Wände herausgeschnitzt. Ein Raunen der Bewunderung geht durch die Reihen der Besucher, während der Führer mit mythisch gedämpfter Stimme und liebevollem Einfühlen auf die besonderen Schönheiten aufmerksam macht. Zärtliche, etwas verblichene Bilder zeigen die Hofgesellschaft bei der Jagd entzückend auch hier der Farbenklang von Blau und Silber; die kleinen, wie Wandkästchen eingebauten Kojen im Empfangsraum waren für die Hunde bestimmt, während die umgitterte Terrasse auf dem Doch als Hochstand bet der Fasanenjagd diente. Auch in der Badenburg, mit ihrem vom See gespeisten Badebassin, ihren kostbaren alten Delfter- platten, in der an allerhand Chinoiserien reichen Pagodenburg zeigt sich der erlesene Geschmack dieser auf Schönheit und Genuß eingestellten Menschen. Diese ganze zärtliche Welt der Menschen und Tiere, in der würdevolle Gottheiten harmlose, lachende Putten wurden, leben in den alten Modellen des Nymphenburger Porzellans weiter, die uns bis auf den heutigen Tag erhalten blieben. Bezaubernd ist der Park mit seinen breiten Alleen, blumendurchwirkten Anlagen, aus denen Götter und Göttinnen weiß leuajten, mit einem träumerisch dahingleitenden Kanal und einem spiegelnden See. Das Hauptschloß schimmert wie Schnee durch das Grüst der Bäume; kreisförmig setzt es sich mit allerhand Nebenbauten und einer hohen Mauer ^ewegungsryeraple. Don Prof. Dr. Hu niemüller-Gießen. Die fortschreitende Zivilisation treibt immer größere Teile unserer Bevölkerung in die Städte und zwingt sie zu einer mehr oder minder sitzenden Lebensweise. Daß Stubenhockerel für die Gesundheit wenig förderlich ist. darüber ist sich wohl jedermann klar, aber es fehlt meist Oie nötige Entschlußkraft, ulm sich als Gegengewicht die notwendige Bewegung in frischer Luft zu schassen. Besonders schädigend wirkt die dauernde Sihhaltung bei unseren im Wachstum begriffenen Kindern. Der Ruf nach der täglichen Turnstunde erschallt daher immer dringlicher, und es ist zu hoffen, daß mit ihrer Einführung, die von der Reichsschulkonferenz schon 1920 empfohlen wurde, endlich Ernst gemacht wird. Die von Groh und Klein langersehnten Ferien leeren Bureaus und Schulstuben und bieten die Gelegenheit, die steifen Glieder wieder geschmeidig zu machen und Herz und Lungen. Rerven und Sinne in Feld und Wald, in den Bergen und an der See zu erholen und zu kräftigen. Der günsttge Einfluß von Ferienwanderungen ist allbekannt. Die Furcht, Den Anstrengungen derartiger Wanderungen nicht gewachsen zu fein, ist meist unbegründet. Unter ärztlicher Kontrolle durchgeführte mehrtägige Schülerwanderungen haben zu ausgezeichneten Erfolgen hinsichtlich der Kräftigung und Gesundung geführt. Besonders haben die blutarmen und muskelschwachen, skrofulösen Grohstadtkinder auf diesen kräftigen Dewegungsreiz und den dauernden Aufenthalt in frischer Luft ausgezeichnet reagiert und an Gewicht, Gröhe und Brustumfang ganz bedeutend zugenommen. Selbstverständlich müssen Kinder mit ernsteren Krankheitserscheinungen von den Wanderungen ausgeschlossen werden, dagegen gelten Blutarmut, allgemeine Körperschwäche. Skrofulose, Reur- asthenie, Pulsbeschleunigung, Herzgeräusche und ausgeglichene Herzfehler bei sonst guter Konstitution usw. nicht als Hinderungsgrund für die Teilnahme an den Wanderungen. Heute wird von den Fachärzten bei der Behandlung der Tubertulose, unserer verbreitetsten Volksseuche, auf die Vereinigung von Sonnenbädern und Leibesübungen der größte Wert gelegt. Bei der Knochentuberkulose ist die Heilgymnastik (Gymnastir--Racktübung) besonders durch A. Bier, den berühmten Berliner Chirurgen und Rektor der Hochschule für Leibesübungen, Allgemeingut der ärztlichen Behandlung geworden. Aber auch bei der Lun- .gentuberkulose sind, tote neuerdings G. Simon berichtet, sportliche Llebungen häufig von ausgezeichneter Wirkung. Daß diese Llebungen nur auf Anordnung und unter dauernder ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden müssen, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Bei der modernen Behandlung der Tuberkulose dürfen die Leibesübungen daher nicht fehlen. So ist denn auch von Prof. 3 e s i o n e k bei der Erweiterung des hiesigen Lupusheimes, das der Bekämpfung der Hauttuberkulose dient, neben Sonnenbädern eine Sportplatzanlage geschaffen worden. Weit energischer als bet uns int Tieflande ist die Wirkung von Licht, Luft und Sport auf Lunge, Herz und Gemüt im Hochgebirge. Das Hochgebirgsklima wurde zuerst von Dr. R o l - Her in Leysin mit bestem Erfolge als Heil- faktor in die Behandlung der Tuberkulose eingeführt. Er erkannte auch frühzeitig den günstigen Einfluß der Leibesübungen auf tuberkulöse Prozesse und ließ seine Patienten Gymnastik und besonders Atemgymnastik auf dem Turnplätze treiben und sie auch nackend dem Skisport huldigen. Durch Körperbewegung wird die Wirkung des HochgedirgSklimas ganz bedeutend verstärkt, denn die Leibesübungen wirken im gleichen Sinne tote dieses. Die Organe werden daher zu erhöhter Tätigkeit gezwungen. Dieselbe Körperarbeit erfordert im Hochlande statt im Tieflande ausgeführt eine bedeutend größere Energieleistung. Dementsprechend konnte durch vielfache Versuche nachgewiesen werden, daß der gesamte Energieverbrauch int Hochgebirge gegenüber dem imTieflande bei derselbenMuskelleistung um 25 bis 30 Prozent und mehr vermehrt war. Die Wirkung des Hochgebirgsklimas auf den Menschen ist im Laufe der letzten 3ahrzehnte besonders Im 3nstitut für Hochgebirgsphh- siologie in Davos hinreichend erforscht. Wtr wissen daher, daß sich der menschliche Körper bei planmäßig geleitetem Training im Hochgebirge viel rascher an die erhöhten Leistungen anzupassen vermag, und daß der Energiever- fort, während in der Mitte dieses einst von der rnisera plebs streng abgefperrten Platzes eine Fontäne in die blaue (Sommerluft steigt und ihre lichtfunkelnden Kaskaden spielen läßt. Ströme von Besuchern fluten durch die Tore ein und aus; in das Plätschern der Silberstrahlen fallen die fröhlichen Klänge der nahen Magdalenendult, und wehmütige Walzermelodien wiegen sich auf den glitzernden, leise fallenden Wassern. H. Schede. Der Besitzstreit um die Pole. Mit der Neubelebung der Polarforschung durch die Flugkunst ist auch die Frage nach dem politischen Besitz der Polargebiete in ein neues Stadium eingetreten. Seit langem war es Brauch unter den Forschern, die Landesfahne auf dem von ihnen entdeckten Gebiet zu hissen, ja, sogar auf der zugefrorenen Oberfläche der Ozeane. Aber das war mehr ein Zeichen des Stolzes als eine politische Handlung. Heute aber streiten sich ein halbes Dutzend Staaten um die Hoheitsrechte über das Land rings um beide Pole, und selbst die eisbedeckte Oberfläche der Arktis wird mit Beschlag belegt, wie z. B. aus Amundsens Bericht hervorgeht, demzufolge er in dem „norwegischen Sektor" des Nord- polarbecfens kein Land gefunden hat. Die Nationen, die sich hauptsächlich an dem Streit um die Pole beteiligen, sind im Norden Kanada, die Vereinigten Staaten, Norwegen, Dänemark und Rußland, im Süden Neuseeland, Australien, Großbritannien und Frankreich. Der Wettbewerb ist im übrigen nicht so bedeutungslos, wie man nach dem unwirtlichen Charakter dieser Gegenden annehmen mochte. Spitzbergen mit seinen großen Kohlenschätzen ist nicht das einzige Polargebiet, das große Bodenreichtümer aufweist, sondern Grönland und die arktischen Inseln gewähren mit ihrem reichen Pflanzen- und Tierleben Möglichkeiten der Besiedelung, und in den Gewässern findet sich ein großer Reichtum an Walfischen, Robben usw., der den Aufbau von Industrien gestatten könnte. In den Südpolarmeeren bietet die Fischerei ebenfalls große Möglichkeiten, wie die kürzlich dorthin zum LiLitud) daselbst unter obiger Voraussetzung feQM bald auf den Rormalumsah ftnft Das aber für den Betreffenden eine ganz bedeutend- Erhöhung der Leistungsfähigkeit seiner Organ- die zu einer Allgemeingesundung und Kräftigung des Gesamtorganismus führt. Der größtmöglichste Nutzeffekt wird also catiB dem Hochgebirgsaufenthalt gezogen bei fory fällig gewählten, dem einzelnen angepaßten, dosierten Leibesübungen, die von kleinen Leistungen allmählich zu größeren überleiten. .Wird diese Anpassungskur gar noch verbunden mit einer gesundheitsmäßigen Regelung der gesamten übrigen Lebensweise, in Diät, Schlaf. Aufenthalt in frischer Lust In Form von Luft- und Sonnenliegekuren, verbunden mit den verschiedenen Formen der Hydrotherapie, alles wenn möglich durchgesührt in einer naturwarmen und ruhigen Hochgebirgslandschaft, dann muß daraus die erhoffte Gesundung und Kräftigung des Gesamtmenschen mit fast logischer Selbstverständlichkeit und in der denkbar höchstmöglichen Form erreicht werden." Alle diese Lieberlegungen veranlaßten schon im 3ahre 1913 Prof. Erb in Heidelberg, die Anregung zur Errichtung zweckentspve^nder Hochgebirgssanatorien zu geben, wo schwächliche, anämische, nervosbelastete Kinder und 3ugenb- liche, solche mit Haltungsfehlern infolge muskulärer oder allgemeiner Schwäche, pder infolge überstandener Rachitis, Jugendliche mft ungünstig entwickelter Thorarform, mit asthenisch- physischem Habitus, Asthmatiker mit großem Vorteil behandelt werden können. Bei Erwachsenen kommen besonders Fälle von reinen Funktionsstörungen in Betracht, schwere anatomische Organveränderungen scheiden auS. Es handelt sich hier vorzüglich um die zahlreichen Gruppen der Kranken und Erholungsbedürftigen mit sogenannter allgemeiner Körperschwäche, mit mehr oder weniger ausgesprochener Anämie, darniederliegendem Appetit und schlechter Verdauung nach schweren akuten Krankheiten. Hierher gehören auch die eigentlich »Richt- kranken", aber der Erholung und Kräftigung und des Ausruhens Bedürftigen, die durch angestrengte Berufsarbeit, durch Entbehrung der frischen Luft rnd Bewegung, durch geistige Lieberanstrengung, Aufregung, Sorgen, Kummer tit ihrer Ernährung und Leistungsfähigkeit Geschädigten. Die Hochgebirgs- und Dewegungskur in Verbindung mit zweckentsprechender Diät wird ferner, wie kaum ein zweites Mittel, geeignet sein, den Gesamtstosswechsel, den Eiweißansatz und den Abbau der Kohlehydrate (Bekämpfung der Fettleibigkeit) günffig zu beeinflussen, und endlich werden die ungemein zahlreichen Zustände von nervöser Schwäche und Reizbarkeit, Arbeitsunfähigkeit, Schlaflosigkeit, Verstimmungs-, Depressions- Zustände, Energielosigkeit usw. hier Besserung finden können. Auf die Anregung von Prof. Erb wurde noch im 3ahre 1913 von Hermann Gilli, einem geborenen Cngadiner, das Kurhaus Castell in Zuos erbaut, denn das Oberengadin stand nach der Meinung von Prof. Erb hinsichtlich seiner klimatischen Vorzüge an der Spitze aller Hvch- gebirgstäler Europas, ein Urteil, das von Prof. Hueppe, dem allbekannten Vorkämpfer für gesunde Leibesübungen, schon früher (1906) gefällt war. Auch erfüllte Zuos eine weitere Forderung, es liegt fernab von den modernen, luxuriös ausgestatteten Kurorten. Zuos ist talwärts die dritte Bahnstation von Devers; der Ort zählt 700 Einwohner und liegt 100 Meter über dem 3nnfluß auf einem sonnigen Hochplateau inmitten prächtiger Wiesen, die sich in herrlichen Lärchenwäldern verlieren. Das Kurhaus Castell liegt etwa 1000 Meter vom Dorfe entfernt, 130 Meter über der Talsohle und 1810 Meter über dem Meere auf einer Anhöhe, in der Rähe eines herrlichen, lichtdurchfluteten, einem Raturparke ähnlichen Lärchenwaldes mit herrlicher Aussicht in die Täler und auf die Berge des Ober- und Unter» engodins. Es ist eins der modernsten Kurhäuser der Schweiz und enthält im Hause und seiner nächsten Umgebung alle Einrichtungen und Mög- llchkeiten, welche zu einer modernen HochgebirgS- und Bewegungstherapie gehören. Reben den örtlichen Verhältnissen ist aber vor allem die Leitung einer berartigen Anstalt ausschlaggebend für den Erfolg der Kur. Auch in dieser Beziehung finden wir in ZuoS die günstigsten Vorbedingungen. Die ärztliche Leitung liegt in der Hand deS schweizerischen, auch in Deutschland approbierten Studium entsandte Expedition der „Discooery" gezeigt hat. Das Hauvtland der Antarktis ist im Gegensatz zu dem „freundlicheren Norden" ohne Vegetation und folglich auch ohne Leben, mit Ausnahme von Rooben und Pinguinen an den Küsten. In den Polargebieten hat nur ein einziger (Staat ein altes Recht der-Besitzergreifung, nämlich Dänemark, das feit Jahrhunderten an Der Westküste Grönlands Ansiedlungen besitzt. Als aber Dänemark vor zwei oder drei Jahren die Oberherrschaft über die ganze Insel anerkannt wißen wollte, erhob Norwegen Einspruch, und es er- hielt Fischereigerechtsame an den Küsten. Wie Dänemark das Hinterland dieser größten Insel der Welt für sich forderte, so verlangt Kanada nach derselben Theorie alles Land nördlich von dem Haupt- land des Dominions bis zum Pol. Nach Osten hin wird eine Grenze beansprucht, die mitten zwischen Grönland auf der einen Seite und der Bassin-, Devon- und Elismereinsel bis zum 60. Längengrad und an diesem entlang bis zum Pol geht. Im Westen fordert Kanada alles Land, das durch den 141. Meridian begrenzt wird. Telle dieses Riesengebietes sind noch unerforscht; es umschließt auch den Weg, auf dem Peary den Pol erreichte und das geheimnisvolle „Crokerland" sah, nach dem jetzt eine neue Expedition unter Donald Mac Millan forscht. Kanada hat wegen dieser amerikanischen Expeditton eine Note nach Washington gesandt, in der es seine Hoheitsrechte festlegt. Unter britischer Oberhoheit stehen große Teile des Südpolargebietes, und ein Sektor davon zwischen dem 160. Grad östlich und 150. Grad westlich um das Roßmeer wird von Neuseeland verwaltet. Andere Teile, wie Wilkes-Land und der Viktoria- Quadrant, die südlich von Australien liegen, sind hauptsächlich durch den australischen Polarforscher (Sir Douglas Mawson erforscht worden, so daß die australischen Ansprüche unbestritten sind. Sonst erheben im Südpolarkreis nur die Franzosen Ansprüche auf das Adelieland, das von dem französischen Forscher Dumont d'Urville entdeckt wurde. Dieses Gebiet ist aber so unwirtlich, daß es Mawson die „Heimat der Schneestürme" getauft hat. turarjte« Dr. Oettlt. her nach gründlich« Ausbildung in der inneren Medizin mehrere Jahre Attlstent deS bekannten Psychiaters und Nervenarztes Prof. Aschaffenburg war und sich auch als Assistent von Dr. No Hier in Lehsin mit den Problemen der HochgebirgSphyslologi^ und besorcherS der Heliotherapie vertraut gemacht hat. Der Leiter der Bewegungstherapie ist der bekannte Vorkämpfer auf dem Gebiete der Körpererziehung Dr. Pbll S. Matthias, der Hd> als erster für dieses Spezialgebiet an einer Universität (Zürich) habilitierte. Seine grundlegenden Untersuchungen an Schweizer Turnern konnten den Einsluft der Leibesübungen auf Gröfte. Gewicht und Brustumfang beweisend dar- legcn. Insonderheit hat er sich auch mit den biologischen Grundlagen des Frauenturnens vielfach beschäftigt. Seine kürzlich erfolgte Berufung nach München wird ihn nichts hindern, ferne Tätigleit in Zuos weiter auSzuüben. Außer den Kurgästen In Castell ist auch den Gästen deS im Dorf gelegenen Hotels Konkordia, da» im Jahre 1876 erbaut wurde und modern eingerichtet ist. Gelegenheit geboten, an der De- wcgungskur teilzunehmerr. Endlich bietet Zuos mit seinen beiden Schulen Dellaria und dem Lyzeum Alpinum die Möglichkeit, daft Kinder und jüngere Leute jeden Alters und Geschlechts die Kur lungere Zeil gebrauchen. Die Dellaria ist eine Schule für Kinder biS zum 14. Lebensjahre und ebenfalls eine Gründung deS Herrn Dilli. Das Lyzeum hat eiaene Maturitätsberechtigung. Zuos will für jedes Alter, für die Kinder und Erwachsenen beiderlei Geschlechts, für die Angehörigen jedes Standes die Möglichkeit schaffen, an einem reizvoll ruhig gelegenen Ort des einzigartigen Oberengadins eine Hochgebirgs- und De- wegungSkur durchführen zu können, bei welchem alle Faktoren Sonne, Licht, Bewegung, Diät, Wasser und Ruhe, inmitten einer sonnendurch- slutcten Hochgebirgslandschaft sich zu einer einzigartigen Einheit vereinigen, die imstande ist, allen Menschen neuen Lebensmut, Kraft und frohe Gesundheit zu spenden. Die Deutsche Oberschule. Die der „Amtliche Preußische Pressedienst" einer Bekanntmachung deS Preußischen Minister- für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung entnimmt, haben die Regierungen der Länder mit Ausnahme Bayerns folgendes Ueberein- kommen getroffen: Als neue, zur Hochschulreife führende höhere Schule wird die Deutsche Oberschule versuchsweise zugelassen. Die Dauer des Lehrgang« Oer Deutschen Oberschule, die auch in der Form der Aufbauschulen zugelassen ist. ist die gleiche, wie bei den übrigen höheren Schulen. Allgemein verbindliche Lehrfächer sind: Religion, Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Raturwissenschaften. Zeichnen und Musik, ferner Staatsbürgerkunde. Kunstbetrachtung und philosophische Propädeutik als gesonderte Lehrfächer oder im Anschluß an andere Lehrfächer, außerdem zwei fremde Sprachen, von denen eine in der untersten Klasse beginnt und bis zum Abschluß, die zweite mit mindestens drei Wochenstunden während der letzten 4 Jahre durchgeführt werden muh. Die Aufstellung der Lehrpläne bleibt den Unterrichtsverwaltungen der Länder überlassen, die sich, gegebenenfalls durch Vermittlung deS Ausschusses für daS Unterrichtswesen, über deren Angleichung verständigen. Schüler solcher Oberschulen, die nur eine verbindliche fremde Sprache eingeführt haben, im übrigen aber den Anforderungen entsprechen, können die Berechtigungen der Deutschen Oberschule nur dann erwerben, wenn an der bisher von ihnen besuchten Schule eine zweite fremde Sprache als unverbindliches Fach mit mindestens 3 Wochenstunden während der letzten 4 Jahre betrieben wurde und wenn sie die Teilnahme am Unterricht der zweiten fremden Sprache in ihrem Reifezeugnis nachweisen. Diese Leistungen sind bei Versetzungen und auf dem Reifezeugnis wie bei einem ordentlichen Lehrfach zu werten. Der Unterricht an der Deutschen Oberschule wird, unvermeidliche vorübergehende Vertretungen ausgenommen, nur von Lehrern erteilt, die sich über ihre Befähigung für die ihnen gestellte Lehraufgabe ordnungsmäßig ausgewiesen haben. Die Einbeziehung der Deutschen Oberschule in die Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse der höheren Schulen vom 19. Dezember 1922 bleibt Vorbehalten. Rach Mitteilung deS ReichSmintsters deS Innern hat die badische Regierung ihre Zustimmung zu dem Uebereinkommen mit der Maßgabe erklärt, biS einschließlich Ostern 1931 versuchsweise die Reifezeugnisse der Deutschen Oberschulen mit zwei Fremdsprachen als ausreichend für die Zulassung zum Studium und zu den akademischen Prüfungen an den badischen Hochschulen anzuerkennen. Eine allgemeine Anerkennung der Reifezeugnisse der Deutschen Oberschulen für die Zulassung zu staatlichen Prüfungen ist jedoch damit nicht ausgesprochen. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Don Sonntag, den 2. bis einschließlich Samstag, den 8. August bleibt das Opernhaus geschlossen. Sonntag, 9. Aug.: Aida. — Schauspielhaus. Von Sonntag. 2. Aug. biS Sonntag, 9. Aug. einschließlich. Der Hampelmann, Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Es hat den Anschein, als wenn die Daisse- Spekulation zur Zeit nicht mehr übermäßig viel Engagement- laufen hätte, jedenfalls waren cd verschiedene Umstände, die sie im Laufe der vergangenen Woche zu Deckungen veranlaßt hat. Damit soll aber nicht gesagt fein, daß nunmehr der Weg für eine allgemeine Besserung frei wäre, denn angesichts unterer trostlosen Wirtschaftslage haben sich bisher keinerlei außenstehende Käuferschichten eingefunden, und daS dürfte auch kaum so bald zu erwarten fein. Dem Inland fehlen jede Mittel zu irgendeiner Dörsen- betätigung, und diejenigen, die vielleicht frei werden, zieht man vor in festverzinslichen, ertragreichen Werten anzulegen, und das letztere trifft für unsere Aktien zur Zeit nur zu wenig zu. DaS Ausland ober, das mit seinen früheren Käufen so schlechte Erfahrungen gemacht hat, hält naturgemäß trotz der billigen Kurse zurück. In hohem Maße ist die Dörfenstimmung von der Abwicklung der Stinneswerte abhängig; so reagierte sie stark auf die Bekanntgabe deS Verkaufs der Deutich-Luxemburg« Aktien in das Ausland. Es hat jedoch den Anschein, als wenn das von der interessierten Bank herausgegebene Kommu- niquK eine gewisse DeruhigungSfärbung bekommen hat, die nach den neuerlichen Mitteilungen nicht ganz berechtigt zu sein scheint, denn wenn die Meldung, daß dieses Paket ohne irgendwelche Bindung zu 52 Proz. an das Ausland abgestoßen ist, zutrifft, so liegt bei dem jetzigen Kurs die Gefahr doppelt vor, daß Teile diese- Pakete- an der Börse angeboten werden und einen neuerlichen Kursdruck Hervorrufen, es sei denn, daß lediglich der Stinnes-Konzern die 52 Proz. erhalten hat, während der Kur-, den das Ausland bezahlt, höher liegt und die Differenz einen Zwischengewinn der beteiligten Danken darstellt, wie es überhaupt den Anschein hat, als wenn die Zwangslage des Stinnes-Konzerns von den Danken weidlich auSgenuht wird, um große Gewinne einzustreichen. Der bisherige Verlauf der Besprechungen über Maßnahmen zur Linderung der WirtschaftSnot in der Schwerindustrie bietet eine wenig versprechende Perspektive, denn die Stellungnahme der Arbeitgeberkreise zeugt nicht von allzu großem Verständnis für die tatsächliche Lage. Diese Auffassung kommt auch in der Entwicklung der Kurse für Montanwerte der letzten Tage zum Ausdruck. Der nahende Ultimo macht sich am G^dmarkt bereits kräftig bemerkbar, namentlich in der starken Spanne zwischen täglichem und Monatsgeld, und eS ist nicht zu erwarten, daß der diesmalige Ultimo wesentlich leichter wird als der vorherige, zumal sich bereits Ansprüche für die Erntebewegung bemerkbar machen. Am Devisenmarkt ist daS große Ereignis der Sturz des Zloty, handelt es sich doch hier um die Entwertung einer neuen Währung, die nach der Versicherung ihrer Schöpfer unbedingt wertbeständig sein sollte. Ob die Polen je zur Einsicht kommen, daß Schläge, die sie au-teilen, immer wieder auf sie selbst zurückfallen? • Die Reich-Indexziffer für Lebenshaltungskosten (Ernährung, Woh- nung, Heizung, Beleuchtung. Bekleidung und sonstiger Bedarf) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt im Juli auf 143,3 gegen 138,3 im Vormonat. Sie hat sich sonach um 3,6 v. H. erhöht Rach der alten Methode würde sich die Index- ziffer für den Durchschnitt im Juli auf 133,7, sonach um 4,2 v. H. höher als im Juni (128,2) stellen. Die Steigerung ist auf die teilweise Berücksichtigung von Kartoffeln neuer Ernte, sodann aber auch auf Preiserhöhungen der übrigen Lebensmittel, namentlich von Gemüse, Fleisch, Eiern, Milch und Milcherzeunissen, zurückzuführen. • DerDerkaufdesDeutsch-Luxem- burg-Patete- durch den Stinnes- Konzern. Wie der DHD. von zuverläsfiger Seite erfährt, sind die 21 Mill. Aktien der Deutsch-Luxemburgifchen Bergwerk- und Hütten- A G. zum Kurse von 52 Proz., also etwa 10 Proz. unter dem derzeitigen Börsenkurse an die Firmen Henry Schroeder LCo., London, und Dillon, Rerd & Co., Reuhork verkauft worden, und zwar ohne irgendeine Bindung betreffs Stimmrechts. Weiterverkauf usw., so daß also ein börsenmähiger Weiterverkauf nicht außerhalb des Bereichs der Möglichkeit liegt. * Reugründungen von Industrien in Polen. Mit polnischem und tschechosiowa- kischem Kapital (hinter letzterem stecken die Skodawerke in Pilsen) werden neue Fabriken zur Erzeugung von Aeroplanen und Automobilbestandteilen in Polen errichtet werden. Auch soll; laut DHD., ein Ausbau der Reparaturwerkstätte der Laurin-Gesellschaft in Polen vorgenommen werden. Frankfurter Abendborse. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die heutige Abendbörfe lieh in Stimmung und Geschäft keine merkliche Aenderung erkennen. Die Kurse bewegten sich auf dem Stande der Mittagsnotierungen und das Geschäft war belanglos. Für chemische Werte bestand geringe Rachfrage, ohne indes auf die Kursgestaltung einzuwirken. Am Dankaktienmarkt waren Darmstädter und Deutsche Dank leicht erhöht. Montanaktien dernachlässigt. Arn deutschen Rentenmarkt waren die Umsätze bescheiden. Kriegsanleihe notierten 0,230. Die Dörte schloß die Woche unter starker Zurückhaltung zu behaupteten Kursen. Dankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 129, Commerzbank 95, Darmstädter Dank 115, Deutsche Dank 116,25, DiScontogefellschaft 105, Dresdner Dank 100, Metallbau! 80,50, Mitteldeutsche Credilbank 95, Rheinische Ärcbitban! 89, Oesterreichische Kreditaktien 7.62. Montanaktien: Ilse Dergbau 92. Kali Aschersleben 124,50. Kali Westeregeln 139. Chemische Aktien: Dadifche Anilin 122.50. Elberfelder Farben 113.25, Höchster 113,25, Holzverkohlung 5.75. Jndustrieaktien. AEG 96.12, Fuchs Waggon 0.65, Licht und Kraft 93,50, Siemens u. Halske 74,25, Voigt und Haffner 65, Zucker Heilbronn 58,62, Offfteinzucker 58,62. Tfthmtt ZeSnd iban taü nno (ElettrUttäü-aefeUfMt dt Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) prvlie Motorenwerk Mannheim inner Krmalnrtn SBtftbanf ...... Bochumer <8uh ...... BudernS - . ....... Sara ........ • DomichLurrmburg ... ©«ttarnrttjeacr er«werk ?/, DeuNchr Nelch»antewe «•/, Deutsche RcichSauleihe 8'/,'/. Deurschk %-id)tanktbt J•/, Dunfch« Sie, ^»anleide Dr wiche epareremimanleibi CI, t’rtoVi'dM Louiols ....... adert . . . . . Siemens & HalSk, «dlerwerte Kleyer Daimler Mvtorcs. •7, Hellen.......... T-mddx Wett- Dollar-Ant. dio Doll -etbaB*ßnttnlnc-,l Cf, Beatärfcn........ 6•/. Goldmenlaner ■ • • • Berliner Handelsgesellschaft. Lommcr». und Privat Bank Zanrtfl und 'Jiarionalbant Deutsche Bank . . . Deutsche tkretalbant ■ • • • Mcsbm Cawunanbü Mrlolldank ...... -amdllrg-Amerlla Paket. Norddeutscher Llovd S-heramilche Werte Albin Stntenttoerr Heid-lbera . Pdilivv Holtmann . . . . ttnglo Lsul.-Kuan» . . , Badisch' AnNtn...... Chemische Mover Hta*ta tLoldichmidt...... Griesheimer Electron . . Höchster Farbwerke . . . . .x-UveriodUmg ...... K «Ui werk Weile regeln ^tero bette .... Dberbebarf ..... Phönii Bergb« . . . ftranffnrt a.M Berlin 54)1^! Hur» 1 Sftuhk BbenS» SttluV Hure S-fruM TUttai blTl« 30. 7. n 7. 30.7. | 81 7 0.230 0.23 0 235 0.2325 — 1 — 0/25 0.325 0,250 0.255 0.185 0,275 0 42>i 0.41 0.42 0.46 0,130 0,13 1.1425 1,1325 0,250 — 0.2745 0,2725 0.27 — 0,29 0,29 0,24 0,22 — — 0.24 0.24 0,25 0,27 88.75 89.75 91.75 91.75 93,9 04 94 94.3 6,8 6.65 6,25 6,62 31.5 — 34 — 128.2.' 129 127.50 128.75 95 95 95.25 95 114.5 115 LI 4 50 114 40 lio Li 116.25 117 116.5 60 61 J05 105 105.25 105.5 80.25 SO.5 — 95 5 95 15,25 95 7.70 7.62 7.87 7.75 0.07 0,07 0.10 0,1 — 62.75 63,75 62 K 45 50 46.50 46.1 — 40 39 39 62 60 62 61.75 — 51 51,6 51.7 100 99,5 101 99.62 123 124.5 124.5 125 136,5 139 20.87 21.18 40.25 40 40.13 39,5 44.75 45 45,5 —• 76,75 74.75 75 74,75 59.25 59,5 59,60 59 75.75 73 75,75 73 50 71 — —> 62 51.5 — 61 53 52.25 53 52,25 — _ 70 70,25 — — 58 58 57,75 59.25 — — 91,1 91.1 122,50 122,50 122,6 122 0.45 0,45 — 75,75 77 4 77 <6 112,75 113,25 113,40 113 118,25 113,25 113,25 113,75 5.60 5.75 — 65 65.5 46,75 66 90.13 100 — —- 96,75 96,13 97.25 96 72.25 72.3 72 83.25 82,75 — — 58,75 58 58 57,62 75 74.25 74,5 74,4 55 55.5 55.13 55 <9.5 48 48,75 48 36 37,75 ■— —- 45 45 44 — — 62,5 62,6 0.425 0.425 0.755 0.75 — —- 100 100 — — 71.5 71 64.25 70,5 40 40 38 38 24 22,25 28 23 9,55 9,55 9.60 9.6 69 70 — 60.75 60,75 62 ' 60,25 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 31. Juli. Noten...... grMieo Jtrraea Schwedische Noten Sch»Zxr Noten . eptmwbt Noten . TscheLottuwatifche Ungarische Noten . Amerikanische Note» BelgUche Noten . . Tauilche Noten . . . Englische Olsten . . . Framöfische Noten . Holländische Noten . (deld 4.176 19,31 95.81 30,332 19.88 168,08 15,44 77,41 59,17 112,57 81,61 60.46 12,39 Brief 4.196 19,41 6/29 20,4.3- 19.98 168.92 15,52 77,79 59,47 '-0.75 12,45 Berliner Produktenbörse. Berlin, 31. Juli. Der Prvduktemnarkt erfuhr heute eine kleine Abschwächung, da überraschend reichliches Angebot in Weizen und Roggen vorhanden war. In Gerste nur vereinzelte Umsätze, alter Hafer stellte sich zu teuer. MHl blieb lustlos und Futterartikel waren behaupt^. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 245 bis 248, do. Juli 270 bis 266,50, do. September 252,50, do. Oktober 255, Roggen, märt 187 biS 192, do. Juli 203 bis 198, do. September 199,50, do. Oktober 205,25 bis 205, Futtergerste, neue 198 bis 212, Wintergerste, neue 187 bis 195, Hafer, Juli IN, do. Oktober 197, Mais (loko Berlin) 214 bis 216, do. Juli 208, Raps 350 bis 360; für je 100 Kilo. Weizenmehl 33 bis 35. Roaaenmehl 27 bis 29, Weiz«tkleie 13,80, Äog- genfleie 13,80 bis 13,90, Viktoriaerbsen 27 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 27. Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25. Wicken 26 bis 28. Lupinen, blau 11.75 biS 13,25, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,80 biS 17, Leinkuchen 23.60 Buntes Allerlei. Zwei hiftonsche Tchlösser dem eoglichen Volke. Der verstorbene hervorragende Staatsmann Lord Curzon, besten Testamenl loebcn in cnglifthen Blättern verbstentlicht wird, bat darin eine ganze Reihe wohltätiger Stiftungen gemacht, darunter auch bedeutende Zuwendungen für die Universität Orford und daS Britische Museum. Die reichste Gabe feines BermächtnisteS ist aber das Geschenk zweier berühmter geschichtlicher Schlößer an das britische Volk. .Überzeugt davon/ heißt eS in dem Testament, .daß schöne uud alte Bauwerke, die da- Leben um) Die Sitten der Vergangenheit vor uns wachrufen, nicht nur von unvergleichlichem geschichtlich«! Wert sind, sondern auch ein Teil de» geistigen und künsttoersäten Erbes einer Ration, in dem sie Chrftircht Hervorrufen und den Geschmack «ziehen, vermache ich zum Rutzen des Voltes einige Desitzunaen, die ich zu dem besonderen Zweck «worben habe, sie ber Allgemeinheit zu «halten. .Es sind dies Schloß Tattershall in Lincolnshire und Schloß Dodiam bei HasiingS in ©uflej. Da- Tatt«shall-Schioh. eines der schönsten Denkmäl« mittelalterlicher Baukunst in England, war eine viereckige Anlage mit mächtigen achteckigen Türmen an jeder Ecke. Don den Ruinen steht heute nur noch unversehrt der mächtige Tortur, i aufrecht. In der Eingangshalle, die er enthält, befinden sich aber vi« herrliche Kamine, die von gröfttem, arebäo- logifchem Intereste sind. Als diese herrlichen Kamine 1911 nach Amerika überführt werden sollten, da erwarb Curzon die Schlvftruine und erhielt sie so seinem Volke, dem « sie jetzt als Eigentum hlnlcr- lasten hat. Schloß Dodiam, da« 1386 erbaut wurde, ist dagegen vortrestlich erhalten und von einem breiten Festung-graben umgeben. GS ist das schönste Beispiel ein« von Mauern und Gräben umgebenen Wasserburg de« Mittelalter«, das in England noch zu finden ist. Die Steinlawinen des Matterhorns. Zum erstenmal, solange die Geschichte deS Matterhorns reicht, sind jetzt schwere Felsstürze von diesem Dergriesen auSgegangen, die eine Anzahl Dörfer und Siedlungen zu vernichten drohen, die in einer Höhe von mehr als 2000 Meter auf der italienischen Seite in dem Val Tournanche liegen. Vor einem Monat gingen in diesem Gebiet einige kleinere Lawinen nieder, ohne daß die Bewohner davon Rotiz nahmen. Dann aber wurden breite Spalten am Abhange des BergeS sichtbar und riesige Felsstücke stürzten auf da- Tal nieder, knickten große Bäum« wie Streichhölzer und richteten so großes Unheil an, daft sich die Dörfler um Hilfe nach Turin wandten. Die Bewohner von Usstn, dem größten Dorf in diesem Alpenlal, und von zwöls kleineren Dörfern, die dicht an dem Wege der Steinlawinen liegen, mutzten nach Dreuil geschickt werden, weil man für ihr Leben fürchtete. Herzzerreißende Szenen spielten sich ab, als die Bewohne^ meistens arme Dauern, abtranSporttert wurden. Sie weigerten sich, ihre Häu-chen zu verlassen, und erklärten, sie wollten lieber sterben, als ihre Heimat auf geben. Die Soldaten mutzten fie mit Gewalt nebst ihrem Vieh und ihrer Habe aus der Gesahrzone wegbringen. Alpentruppen bewachen nun untet der Leitung von Ingenieuren die gefährliche Stelle, deren Vernichtung zu befürchten ist. Die starke Schneeschmelze diese- JahreS und die schweren Regengüsse in den Alpen sind die Ursachen dieser gewaltigen Steinlawinen. Gegründet 1876 Bahnhofstr. 65 b Gießen Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lieh (Oberhessen), Butzbacher Str. 12 Pianohaus Pianos zur CARL STÜCKRATH Asterweg47,^^[^'!, Möbelfabrik Steinstr. 56, 58 u. 60 Speisezimmer-, Schlafzimmer-, Herrenzimmer-, Küchen- Einrichtungen in geschmackvollen Modellen und gediegener Ausführung in reichster Auswahl vorrätig Einzelmöbel, Matratzen, Sofas Klubmöbel in Stoff und Leder 7344c Zeitgemäße, günstige Preise neue* 'rerrna. mi. CK5TEIN Sk.l Automobile 12/45 P.S. und von anerkannt erstklassiger Qualität 7372a Kaiserallee 45 Telephon 1248 REPARATURWERKSTÄTTEN TANKSTELLE GARAGEN Ahl#» Liebigshöhe Während der Turn tage konzertiert Sepp’l Weib Verein der Einzelhändler e. 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August, die Läden geschlossen gehalten werden müssen» richten wir hiermit an das kaufende Publikum die Bitte, seinen Bedarf an Waren und Lebensmitteln für das bevorstehende Fest noch MeSMSlUMMSM einzudecken, und zwar mit Rücksicht auf den voraussichtlich größeren Andrang in den Abendstunden möglichst schon am Nachmittag. Gebrüder Nolting, Herford Schokoladen- und KakaotoMken Ak sich Av-Li Mr. 1.30 tnkl. Weinsteuer Glanzheller prima Aep fei wein Dtverse Weiß-, Hot- n. Südweine Liköre. Spirituosen zu billigen Preisen 06386 „Hausrat“ Gießen Undenpieta 1 Möbel auf Teilzahlung Mtei| - Eiellifa MsdUkiÄMmit-k. Frankfurt am Main. _______________________________________8477 D land. ■ 8 H btt Aus und^ v Um ■&i SltSMßkMliheShMWll. MSKuiSßMlWWMkS V M WM «. Die Ortsgruppe Gießen des Hypothekengläubiger-- und Sparer» schutzvsrbandes wird im Anschluß an eine zwischen dem Landesverband und dem zuständigen Referenten bei dem Ministerium des Innern getroffenen Dsreiiünnmng einen Antrag bei der zuständigen Stelle auf Bestellung eines Treuhänders für Städte-, Gemeinde-, Kreis- und Provmzial-Anleihen stellen. Es sind hierzu Unterschriften einer Anzahl von Gläubigern erforderlich, die der Hypothekengläubiger- und Sparer- schutzverband entgegennimmt. Die Mitglieder des Verbandes, ober solche, die dem Verband beitreten wollen, werden ausgefordert, Anträge auf Bestellung eines Treuhänders für die Städte-, Gemeinde-, Kreis- unb Provinziolanleihen bei dem unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Die kurze Frist erfordert eine umgehende (Einreibung der Anträge. Der Vorsitzende: Rechtsanwalt Luley, Gießen, Wolhengasse 27. 73270 GENERAL-VERTRETER für die Kreise GieBen, Marburg, Kirchhain, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Wetzlar, Oberlahnkreis 3 Aßmann & Schneider •®o LugenVürrLLo.,Gehen MWS.M int