Nr. 151 Erstes Blatt K5. Jahrgang Mittwoch. Juli 1925 run Seo Reichsvertehrsminister Kröhne wird zur Erörterung der Note der Dotschafterkonferenz, die neue Beschränkungen des deutschen Lustfahrzeugbaues fordert, den Beirat für Luftfahrtwesen in den nächsten Tagen einberufen. Abg. G a l m (Komm.) gibt eine längere Erklä- >g zu den Auseinandersetzungen am Freitag ab. Zum Schluß dieser Debatte gibt Präsident A d e- lung seiner Freude Ausdruck daß alle Fraktionen Der Wortlaut der Note. Berlin, 30. 3uni. (Wolff.) Die Note der Bof- fchafterkonferenz über die Beschränkungen des deutschen L u f t fa h r z e u g b a u e s, die am 24. Juni dem deutschen Botschafter in Paris übergeben wurde, lautet: Neuy ork, 30. 3uni. (Wolff.) Die „Associated Preß" meldet aus Washington, daß in Amtskreisen wenig Neigung bestehe, die Ansprache des Botschafters Schurman gelegentlich der Lieberreichung seines Beglaubigungsschreibens zu kommentieren, da man anscheinend annehme, daß die Welt die Worte des Botschafters als Wiederspiegelung der unbedingten Haltung der amerikanischen Regierung auffasse. Dor seiner Abreise nach Europa hätte Schurman Gelegenheit gehabt, mit Präsident Coolidge und dem Staatssekretär für Auswärtiges, Kellogg, die europäische Lage eingehend zu besprechen, und wäre somit in der Lage, mit größter Genauigkeit deren Ansichten über die europäische Lage wiederzugeben. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, PIatzvorschrist20" , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Ü. D.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein;für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Hindenburgs Beileid zum Ableben des Grasen Lerchenfeld Berlin, 30. Juni. (WTB.) Der Reichspräsident hat an den Ministerpräsidenten a. D. Graf Lerchenfeld.folgendes Telegramm gerichtet: „Zu dem schweren Berlust, der Sie durch das Ableben Ihres Onkels, Grafen Hugo Lerchenfeld, betroffen hat, spreche ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme aus. Ich werde dem Verstorbenen, dessen Name mit der Geschichte und der Entwicklung des Deutschen Reiches in hervorragender Weise verknüpft ist, stets ein ehrendes Gedenken bewahren." Das diplomatische Korps beim Reichspräsidenten. Berlin, 1. 3uli. (TLI.) Der Reichspräsident empfing gestern nachmittag zum Tee im Garten die Mitglieder des diplomatischen Korpö mit ihren Damen. An dem Cmpsang nahmen il a. der Reichskanzler, der Reichsminister des Auswärtigen, der Reichs- ernährungsminister, der Reichswirtschaftsminister, der Reichstagspräsident sowie die leitenden amten des Auswärtigen Amtes teil. Keine Kommentare zu Schurmans Rede. Die deutsch-türkischen Handelsvertraysverhand- lungen. Angora, 30. Juni. (WTB.) Unter dem Vorsitz des Handelsministers Ali Djenani Bey und des deutschen Botschafters R a d o l n y haben die türkischen und deutschen Abgesandten heute die Handelsvertragsoerhandlungen begonnen. Außenminister Tawfik Ruchdi Bey hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er ausführte, er sei glücklich, den Wunsch beider Parteien festzustcllen, einen Handelsvertrag zwischen der Türkei und Deutschland, einem der größten Industrieländer Europas, abzuschließen. Indem, er diese Konferenz eröffne, wünsche er ihr einen glücklichen Ausgang sowie den Delegierten vollen und schnellen Erfolg ihrer Arbeiten. Der polnische Zollkrieg. Berlin, 30. Juni Von der polnischen Grenze liegen den Blättern zufolge Nachrichten vor, die besagen, daß die polnische Regierung bereits begonnen habe, die angekündigten Einfuhrverbote durch- zusühren. Deutsche Gegenmahnahmen gegen Polen. Berlin, 30. Juni. Wie wir hören, steht die Bekanntgabe deutscher Gegenmaßnahmen zur Abwehr der gegen Deutschland gerichteten Zollverordnungen der polnischen Regierung unmittelbar bevor. Die Not der Ostmark. Preußischer Landtag. Berlin, 30. 3uni. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Beratung des LIr- antrages Ladendorff «Wirt.Part.) auf Annahme eines Entwurfes, der das Gesetz über den Verkehr mit Grund st ücken aufhebt, sowie ein weiterer Antrag derselben Fraktion über die Defreiuno von Abgaben bei Rück- Verständigung beim Handelsvertragsabschluh? Paris, 1. Juli. (TU.) Die Morgenblätter messen der auf heule seslgesehlen Unterredung Tren- delenburgs und Chaumets entscheidende Bedeutung bei Der französische Wirtschastsminister will, wenn möglich, sofort eine Verständigung her- beisühren, um den Vertragsentwurf dem Parlament noch vor dem 14. Juli unterbreiten zu können. Sollte die deutsche Antwort auf das äußerste französische Angebot unbefriedigt ausfallen, so wird Lhaumet, wie „Echo de Paris" mitteilt, die Vertagung der Verhandlungen auf einen andern Zeitpunkt Vorschlägen. Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiettags. Beilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monatr-Vezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGietzen. Postscheckkonto: Srantfurt a. M. 11686. Die Knebelung der deutschen Luftfahrt Eine Role der Botschafterkonferenz. Die Nachkriegszeit hat schon mancherlei Einrichtungen der ©ntente, die ihr Entstehen dem Versailler Diktatfrieden und der seinerzeit noch üppige Blüten treibenden Kriegs- und Angstpsychose verdankten, über den Haufen geworfen, llnerschüttert steht aber noch immer die Botschafterkonferenz in Paris dar, eine 3nstitution, der sich etliche unserer Feinde von gestern längst schon mit Freuden entledigt hätten, wenn nicht der leidige Friedensverttag wäre, die aber vermutlich ihre einzige und. vornehmste Aufgabe darin sieht, ängstlich das Alte zu hüten und sich jedem Neuen zu verschließen. So scheinen die Pariser Botschafter nicht bemerkt zu haben, daß sich die europäischen Regierungen krapfhaft bemühen, Europa endlich den von allen Völkern sehnsüchtig erwarteten Frieden zu geben. Die Dotschafterkonferenz glaubte auf diese Bestrebungen mit ihrer der längst veränderten gesamtpolitischen Lage nicht im geringsten Rechnung tragenden Entwaffnungsnote antworten zu müssen. Wir in Deutschland haben uns indessen bemüht, über diese Albernheiten hinweg zur Tagesordnung überzugehen. Darob allgemeines Sternrunzeln bei den auf das Versailler Werk schwörenden, schon durch und durch verkalkten Pariser Botschaftern und Absendung einer neuen Note, der sogenannten Luftfahrt-Note. Wenn wir nicht schon das 3ahr 1925 schreiben würden, möchte man anneh- rnen, daß wir ebenso wie die Botschafter in Paris beim Sommer 1919 stehen geblieben sind. Was in dieser Note verzapft worden ist, macht dem Pariser Gremium alle Ehre. Tins sträuben sich allerdings ob dieses 3rrsinns, dieser Persidi eigensinniger Menschenfeinde die Haare. Wie soll da wohl ein Sicherheitspakt, mag er auf noch so sichere Plattform gestellt werden, zustande- kommen, toemt von der Botschafterkonferenz dieser längst überalterten Einrichtung, immer wieder Zorn und Haß gesät wird. Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß das deutsche Volk angesichts dieser Fußtritte, Demütigungen, Quälereien und Knebelungsversuche jede S3uft verliert, das Seinige zum Besten des Friedens Europas „Herr Botschafter! Jn Beantwortung des Wunsches der deutschen Regierung hat der Ausschuß der Boischasterkonfe- ren; für die Begriffsbestimmungen die Einwände gehört, die die deutschen Sachverständigen über die etwaige Abänderung der Bestimmungen für die Unterscheidung ziviler und militärischer Luftfahrzeuge vorgebracht haben. heute habe ich die Ehre, Euerer Exzellenz mit- zuteilen, daß die Botschafterkonferen; im Verfolg dieser Anhörung die neue Fassung der Begriffsbestimmungen abschließend festgefeht hat; ich bitte Euere Exzellenz, den Wortlaut hierunter entnehmen zu wollen. Die alliierten Regierungen bleiben überzeugt, daß diese Regeln von der deutschen Regierung gewissenhaft befolgt werden. Genehmigen Sie ufro. gez. Briand. Die der Note beigefügten „Neuen Regeln zur Unterscheidung zwischen ziviler und militärischer Luftfahrzeuge^' lauten: tyhi^enqc schwerer als Lust. R e g e I 1: Jeder Einsitzer mit mehr all 60-?. S.« Motorleistung wird als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. _______________ Hessischer Landtag. Darmstadt, 30. Juni. (Gig. Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die oitjung um 10.45 Uhr. Arn Regierungstisch die Minister v. Brentano, Henrich und Raab. Die Tribünen sind stark besucht. Dor Eintritt in die Tagesordnung werden Kleine Anfragen gcstelli. Abg. Galin (Komin), fragt an, ob die hessische Regierung an den Verhandlungen zur Herbeiführung einer Reichsamnestie teilgcnommen hat und ob sie bereit sei, an einer Amnestie brr Länder teilzunehmen. — Die Regierung erwidert darauf in bejahendem Sinne. Abg. Scholz (D. Vp.) verliest eine Kleine Anfrage des Abg. Freiherrn v. Heyl, die sich auf die Verunreinigung der Weschnitz durch Fabrikabwässer bezieht. Die Regierungsantwort besagt u. a., daß die hessische Regierung mit der badischen Regierung wegen dieser Angelegenheit in Verbindung steht. Abg. Dr. Greiner (Komm.) wirst dem Präsidenten Nuß Bruch der Geschäftsordnung vor und wird deshalb von dem Präsidenten Adelung zur Ordnung gerufen. Caillaux Finanznöte. Das provisorische Zwölftel für Juli niiflciioimneti. Paris, 1. Juli. (IUJ Der Senat hat einstimmig das provisorische Zwölftel für Juli angenommen und zahlreiche kleinere Kreditvorlagen erledigt. Der Berichterstatter der Finanzkommission verlas einen Bericht, nach dem das Vertrauen des Publikums, wie aus den Zeichnungen der nationalen Bons hervorgehe, nicht nachgelassen habe. Es liege aller Grund zu der Annahme vor, daß die neuen Zeichnungen Ende Juni die Rückerstattungen übertreffen würden. Wenn Deutschland seinen Reparationsverpflichtungen gegenüber Frankreich nachgekommen wäre, würde das Budget Frankreichs für 1925 statt eines Defizits von 3t Milliarden einen Ueberfchuß von 3,6 Milliarden aufweisen. Der Senat vertagte sich auf Donnerstag, wo die Interpellation des Senators Bluyssen über die diplomatische Lage in Marokko zur Sprache gebracht wird. Die Kammer hat gestern die Aussprache über die Finanzgesetze wieder ausgenommen und die Einsetzung eines Sachoerständigenausschus- ses. der mit der Schlichtung von Streitfragen zwischen Fiskus und Steuerzahler beauftragt wird, beschlossen. Sparmaßnahmen. ., 's, . 30. -3>mL (WTB) Fin-nzministcr c u 111 u u ; Hai gestern eine neue Sparsam- keitsm atz nähme getroffen. Er kündigt an, daß außer den 134 Steuereinnahmebureaus, die auf Grund der Anordnung des Budgetentwurfs für 1925 eingehen sollen, weiter 100 Slemter ihre Tätigkeit am 1. Juli 1925 einstellen werden. Die französischen Schulden. Paris, 1. 3uli. (Sil.) Wie „Petit 3our- nal“ meldet, will die französische Regierung die offiziellen Verhandlungen über die Schuldenfund ie rung mit Amerika eröffnen, den Washingtoner französischen Botschafter Kellogg ofiziell von der Entsendung einer französischen Schuldenfundierungskommision in Kenntnis sehen und die französische Schuldverpflichtung offiziell anerfennen. Amerika gegen die Steigerung des französischen Notenumlaufs Berlin, 30. 3uni. Zuverlässig verlautet, daß die amerikanische Regierung die französische auf nicht diplomatischem Wege, aber doch inoffiziell wissen lieh, eine Steigerung des Papiergeldumlaufes könne schwerlich zur Besserung der französischen Finanzlage führen. Nicht Papiergeld, sondern Steuern feien das einzige Mittel das helfen könne. Luftschiffe, deren Gasraum die folgenden Zahlen überschreitet, werden als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. f I. Starrluftschiffe 30 000 m3, II. Halbstarre Luftschiffe 25 000 m3, v IlL nnftcrr'’ Luftschiffe 20 "00 jr?. Regel 8: a) lieber die Fabriken, die Luslfahr- gerät irgendwelcher Art Herstellen, sind Listen zu führen; die deutsche Regierung hat dem Garantiekomitee Nachweise der Einfuhr (einschl. der Durchgangseinfuhr) und der Ausfuhr für alle Flugzeuge und alles Luftfahrtgerät mit allen Einzelheiten, die das Komitee verlangt, zu beschaffen b) lieber alle Flugzeugführer und Flugschüler und alle Flugzeuge (einschl. der zur Ausfuhr gebauten), fertiggestellten ober im Bau, sind Listen zu führen. c) Alle Listen sind in der Form zu führen, die das Garantiekomitee verlangen kann; sie werden von der deutschen Regierung vierteljährlich dem Komitee übergeben. d) Um zu vermeiden, daß das (Sarantiefomitee ein neues Luftfahrzeug- oder Motormuster nach dem Bau zerstören muß, sind ihm die Unterlagen zur Festlegung der Merkmale dieses Gerätes vor Baubeginn einzureichen. Regel 9: Die Zahl der Flugzeuge und Motoren und die Menge des Luftfahrtgeräts einerseits die Zahl der Flugzeugführer und Flugschüler andererseits darf den angemessenen Bedarf der Zivilluftfahrt in Deutschland, wie er vom Garantiekomitee festgesetzt ist, nicht übersteigen. GietzemrAnzeign General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: Brühl'sche Univerfiläls-Vuch- und Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Der WeftpakL des Eisens. Paris, 30. 3imi. (WTB.) Zu den in der deutschen und französischen Presse in den letzten Tagen umlaufenben Nachrichten über die Verhandlungen der deutschen und französischen Schwerindustriellen erfahren wir von unterrichteter Seite: Die Annahme, daß das m den schwerindustriellen Verhandlungen in Aussicht genommene Abkommen üb er di e Annahme von französischem Eisen innerhalb des Rahmens eines deutsch-französischen Handelsabkommens verwirklicht werden könnte, trifft nicht zu. Das privatwirtschastliche Abkommen sieht auf deütscher Seite Konzessionen vor, die nur durch französische Konzessionen in dem deutsch - französischen Handelsabkommen ihren Ausgleich finden können. Es bedarf keiner Hervorhebung, daß die in den privatwirtschaft- lichen Verhandlungen vereinbarte Airnahme von großen Eisenmengen aus drin lothringischen Produktionsgebiet sich nur dann volkswirtschaftlich rechtfertigen läßt, wenn gleichzeitig der deutschen eisenverarbeitenden 3ndustvie ausreichende A u s- f uh r Möglichkeiten nach Frankreich eröffnet werden. Dieser enge Zusammenhang zwischen den privatwirtschaftlichen Vereinbarungen und den oftiziellen Verhandlungen zum Abschluß eines deutsch-französischen Handelsabkommens ist sowohl von den Regierungävertretern als auch von den bei den privatwirtschaftlichen Verhandlungen beteiligten Wirtschaftlern immer betont worden. Regel 2: Jedes Flugzeug, das ohne Führer fliegen kann, wird als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. Regel 3: Jedes Flugzeug, das gepanzert oder irgendwie geschützt oder zur Aufnahme irgendwelcher Bewaffnung. Geschütz, Torpedo oder Bomben eingerichtet ist, wird als Militärflugzeug und deshalb als Kriegsgerät angesehen. Jede Ueberladeoorrichtung, die gestattet, die Motorleistung zu erhöhen, oder jede Anordnung, die die Anpassung ziviler Flugzeuge an militärische Zwecke erleichtert, und jedes Flugzeug oder jeder Motor, die mit einer derartigen Vorichtung ober Anorbnung versehen sind, werben als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. Folgenbes finb bie Höchstgrenzen für alle Flugzeuge schwerer als Luft; alle, bie biefe Grenzen überschreiten, werben als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. Regel 4: Gipfelhöhe voll belaben 4 Kilometer. Regel 5: Geschwinbigkeit voll beloben in zwei Kilometer Flughöhe 180 km/h (wenn bie Motoren mit Vollgas laufen unb somit bie Höchstleistung ab- geben). Regel 6: Die mitnehmbare Höchstmenge an Del unb Brennstoff (beste Sorte Fliegerbenzin) barf 0,818o/V kg/P.S. nicht überschreiten; babei betreutet V — bie Geschwinbigkeit bes Flugzeuges voll belaben unb mit Vollgas in 2 Kilometer Höhe. Regel 7: Jebes Flugzeug, bas eine Labung von mehr als 900 Kilogramm einschl. Führer, Mc>- torwart unb Instrumenten zu tragen vermag, wirb, wen bie Grenzen ber Regel 4, 5 unb 6 erreicht finb, als militärisch, somit als Kriegsgerät angesehen. gewillt seien, bie Geschäftsorbnung bes Parlaments zu wahren. Das Haus tritt hierauf in bie Tages- orbnung ein. Es steht eine Abänderungen der Geschäftsordnung bes ßanbtags zur Beratung. Abg. Kaul (Soz.) teilt als Berichterstatter mit, baß in bie Geschäftsorbnung Bestimmungen eingefügt werben, um ein Ausschlußrccht herbeizuführen, entsprechenb ben anberen Parlamenten. Bei fortbauernbem ungebührlichen Benehmen soll ein Mgeorbneter ausgesorbert werben, ben Saal zu verlassen; wenn er sich weigert, kann er bann von vier Sitzungen ausgeschlossen werben. An Ausschußsitzungen barf ein solcher Abgeorbneter währenb bie- ser Zeit nicht tcilachmen. Der Rebner erläutert noch eine Reihe weiterer Bestimmungen, deren Zweck es ist, zu verhindern, daß ein einzelnes Mit- glied die Arbeiten des Landtags lahmlegen kann. Andere deutsche unb ausländische Parlamente hät- Icn ähnliche Maßnahmen ge*aoffen. Abg. (Salm (Komm.) wendet sich in längeren Ausführungen gegen die Vorlage, die Sozialdemokratie, die hessische Regierung und die Zollvorlage. Die Vorlage wird gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Es wird hierauf eine Regierungsvorlage beraten, in ber Abänderung der Eanbgemeinbeorbnung vorgesehen sind. Die Wahlzeit wird enger begrenzt, je kleiner ber Ort ist, unb für bie Wahl eines Be- russoürgermeisters auf bem Lanbe wirb bestimmt, baß sie durch oen Gemeinderat und nicht mehr durch die (Sefamtfjeit der Wähler erfolgen soll. Die Aussprache vollzieht sich nur in Auseinandersetzungen, zum Teil sehr persönllch zugespitzten, zwischen dem Abg. R i tz e l (Soz.) und (Salm (Komm.). Die Vorlage wird von der Mehrheit des Hauses angenommen, auch in der zweiten Lesung,doch stimmen dann gegen die Neuregelung der Bürgermeisterwahl außer den Kommunist, n noch die Bauernbündler und die Deutschnationalen. Nunmehr werden die Beratungen des Staats- Voranschlags ausgenommen, und zwar bei Kap. 27 „Ministerium bes Jnnern“. Abg. (Salm (Komm.) polemisiert gegen die Minister, die ganz gut 50 Proz. ihres Gehalts von 19 000 Mk. zu sozialen Zwecken abgeben könnten. Weiter wendet er sich gegen die Polizei; hier könnte viel gespart werden, sowohl an Kriminalbeamten, die heute in großer Zahl im Landtag wären, wie an Geldern zur Bespitzelung der kommunistischen Partei. Abg. Haury (D. Vp.) kommt auf kritische Steuerungen zu sprechen, die Abg. Kindt am Frei- tag gegen die Darmstädter Stadtverwaltung richtete und bezieht sich auf eine Erklärung des Oberbürger, meisters von Darmstadt, worin die Angaben über ben Fehlbetrag richtig gestellt unb erläutert werben. Die Stabt Darmstadt habe keinen Beamten über ber Gruppe XII; bar über wären nur Mitglieber ber Verwaltung. Die Verdächtigungen gegen die Leitung ber Hessischen Eisenbahn-Aktiengesellschaft wegen Steuerhinterziehung entbehrten jeder (Srunblage. Abg. Dr. Werner (Dschn.) bringt eine Reibe von Wünschen unb Beschwerben zur Sprache. Er wenbet sich u. a. gegen unsittliche Filme, ferner gegen bas Ueberhandnehmen ber Vergnügungssucht unb gegen bie Unterbrüdung von politischen Rechts- orgamfationen Diese hätten bie Republik vor den Spartakisten gerettet. Der Redner setzt sich bann mit verschiedenen Abgeordneten anderer Parteien auseinander. Da Abg. Schreiber gerügt hatte daß in Hessen noch der Exz e 11 en ,3 ti t e l gebraucht werde, müsse man darauf Hinweisen, daß noch viele Demokraten ihn führten, wie Exzellenz von Payer, der erst geadelt worden sei, ferner die Exzellenzen Graf Bernstorfs, Dernburg und viele andere. — Um 1 Uhr werden bie Verhanblungen abgebrochen. teuf von Grundstücken, die in den Jahren 1922 bis 1924 veräußert worden sind. Dec Ausschuß hat die Annahme der Anträge empfohlen und eine Fassung vorgeschlagen, wonach den Wünschen der sriiheren Eigentümer Rechnung getragen wird, die ihre Häuser während der Inflationszeit aus Rot usw. verkauft nnd Rachtcile erlitten haben. — Die Vorlage wird in zweiter Lesung nach den Ausschußbeschlüssen angenommen. Das Haus geht dann über zur dritten Beratung des Entwurfes betreffend den a usländischen Kommunalkredit. Rach dem Ausschußantrag soll das Staatsministerium ermächtigt Derben, dieses Gesek außer Kraft zu sehen. Das G e s e h. das die Aufnahme ausländischer Kommunalkredite grundsätzlich an die Genehmigung der Aufsichtsbehörden knüpft, wird unverändert in der Ausschußfassung angc- n o m m e n. Das Haus gehl sodann über zur gemeinsamen Beratung einer großen Anzahl von Anfragen und Anträgen, die sich mit den östlichen Grenz- oerhältnissen beschäftigen. In ihnen werden u. a. Maßnahmen gefordert zur Milderung der Wohnungsnot in Obcrschlesien. zur Unerbringung der oberschlesischen Flüchllingsbeamten, ;ur Regelung ihrer Sach- und Personenschäden, zur Linderung der Arbeitslosigkeit in den schlesischen Zndustriegebieten sowie zur Steuerung der Woh- rungsnot in der Grenzmark Posen und Westpreußen. Zur Beantwortung der hierzu eingebrachten sechs Großen Anfragen erklärt sich das Staatsministerium bereit. Abg. F r an z - Oberschlesien (Soz.): Das Mor- chrium, unter dem die oberschlesische Bevölkerung leit Jahren zu leiden hat, tritt besonders erschütternd in dem Wohnungselend zutage. Das furcht- rare Elend der Flüchtlinge ist hier schon im Jahre 1922 geschildert worden. Die grauenvollenZu- 'Lande, die damals in dem preußisch gebliebenen Teil einrissen, haben sich seitdem nur sehr wenig gebessert, weil es an Mitteln zur Abhilfe gefehlt hat. Nach amtlicher Berechnung seien )0 000 Flüchtlinge vorhanden. Besonders in den größeren Städten sei die W o h n u n g s n o t fürchte r l i ch und bis 15 000 der Unglücklichen müßten in Schuppen und Ställen wohnen. Das habe die Ausbreitung der Tuberkulose und die Herbeiführung entsetzlicher Zustände zur Folge. 75 Prozent der Kinder seien dort unterernährt. Der Rebner fordert Einleitung einer großzügigen R o tst a n d s a k t i o n. In der Bewertung der Schulen darf man Oberschlesien nicht rein deut- ichen Gebieten glcichstel^n. Mit der Lehrerent- Fassung 'muß dort äußerster Vorsicht Vorlegungen werden. Cs ist nicht bloß bei Versprechungen geblieben, es sind auch Taten erfolgt. Die Staatsregierung hat nach Kräften für Abhilfe gesorgt. Im Jahre 1924 wurden nach Oberschlesien Staatsmittel in höherem Betrage als nach irgendeinem anderen Teil des preußischen Staatsgebietes hingegeben: im ganzen aus den Staatsund Gemeindemitteln etwa 121/2 Millionen. Im Jahre 1925 werden diese Leistungen noch wesentlich überschritten werden. Das Reich hat auch seinerseits 4 Millionen für Wohnungszwecke überwiesen. Für die unterzubringenden Arbeiter ist in Schneidemühl eine besondere Arbeitsvermittlungsstelle eingerichtet worden. Die Auflösung der Flüchtlingslager ist im Gange. Schwieriger liegen die Dinge hinsichtlich der Hinterbringung der 2 500 Optantenfamilien. Die Hinterbringung der Lehrkräfte ist sehr schwierig. Gegen 8000 Anter gebrachte stehen 3560, die noch der Unterbringung harren. Abg. Garnier (Dschn.): In Deutschland scheint man vergessen zu haben, daß es in Rußland nicht nur ein bolschewistisches, sondern auch ein nationales Rußland gibt. Wir müssen an der Ostgrenze eine starke Ostmark aufrichten. (Unruhe links.) Die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen sind nicht vorwärtsgekommen. Unsere Handelsbilanz mit Polen ist rein passiv. W i r müssen Feierschichten einlegen, damit in Polnisch Oberschlesien gearbeitet werden kann. Da Linmol die Ostgrenzenfrage liquide geworden ist, habe ich zu erklären, daß ein V e r z i ch t a u f die Revision der Grenze aus wirtschaftlichen Gründen nationaler Selb ft mord wäre. (Zustimung.) Der Reichskommissar hat gewisse Bestimmungen aufgehoben, aber die ganze Entschädigungsaktion ist leider in die schlimmste Inflationszeit gefallen, und tatsächlich sind die geschädigten deutschen Besitzer fast leer ausgegangen. Die Wohnungsfrage kann ohne Subventionierung der städtischen Finanzen nicht gelöst werden. In der Unterbringung der Lehrkräfte hat man unverantwortlich verfahren. Weshalb hat man die Provinz Schlesien auch in der Verwaltung auseinandergerissen? Ober- und Niederschlesien waren doch geschichtlich durch Blut und Eisen fest zusammengekittet. — Der Redner macht der Schulverwaltung noch den Vorwurf, daß sie die polnische Schulpropaganda durch Schulbücher mit polnischer Tendenz unterstütze. Die Not in Oberschlesien sei auch durch die Taktik der Reichs- bahnverwaltung mit ihrem Abbau verstärkt worden. Die Zahl der Arbeitslosen habe sich so um Tausende vermehrt. Dazu komme der Strom der O st j u d e n. QTbg. Dr. Grzimek (Dem.) bemerkt, daß es mit dem Schulwesen in Oberschlesien besonders schlecht stehe. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden. Ein geregelter Grenzverkehr mit Rußland und Polen müsse trotz aller Schwierigkeiten zur Durchführung kommen. Der polnische Handelsvertrag müßte das Riederlassungsrecht für Deutsche in Polen enthalten, damit das barbarische Aus- Weisungsrecht verschwinde. Teilweise Aufhebung des sowjetrusfischen Außenhandels - Kommissariats ? Paris, 30. Juni. (TU.) Aus Riga wird gemeldet, daß die Sowjetregierung die Absicht habe, das Außenhandels - Kommissariat teilweise auszuheben. Es sollen dem privaten Handel zur Ausfuhr ins Ausland verschiedene Produkte der russischen Industrie und landwirtschaftliche Artikel in Webstoffen freigegeben werden. Die Regierungsbildung in Griechenland. Paris, 1. Juli. (TA.) General P a n g a - los hat seinen Freunden erklärt, daß er glaube, 150 bis 200 Stimmen Majorität zu erzielen. Falls das Kabinett in die Minderheit verseht würde, werde er nicht zögern, zur Auflösung des Parlaments zu schreiten. Es werden außerdem Schritte unternommen, um zu veranlassen, daß einige Antiveneselisten in das Kabinett eintreten unb die verfassunggebenden Körperschaften im September wieder einzuberufen. Die chinesische Freiheitsaktion. Die Entwickelung der chinesischen Freiheitsbewegung macht den in China interessierten Mächten mehr Schwierigkeiten, als sie der Oeffentlichkeit gegenüber zugeben möchten. Ihre darauf eingerichtete Berichterstattung ist deshalb eifrig beniüht, die ganzen Verhältnisse in einem für China ungünstigen Lichte erscheinen zu lassen und vor allen Dingen den Verdacht zu nähren, als wenn die ganze Bewegung vollständig ins bolschewistische Fahrwasser geraten wäre. Daß die aus dem Streik geborene Bewegung rein nationaler Ratur ist, ist den Mächten und besonders England natürlich sehr unangenehm, für das ja von der Lösung des Konfliktes in China unter Umftänöen eine Rückwirkung auf Indien liicht ausgeschlossen ist. Besonders nachteilig für England ist trotz aller Dertuschungsversuche die Tatsache, daß sich die Mächte selbst über ihr weiteres Verhalten nicht einig sind. Das weiß natürlich die chinesische Zentralregierung. Ihr dauerndes Ausweichen vor Verhandlungen und die brüske Beantwortung der Roten des diplomatischen Korps sind eine Folge davon. Zurückzuführen ist die Uneinigkeit darauf, daß Japan, um eine weitere Verschärfung der Lage zu vermeiden, seinem Botschafter möglichste Zurückhaltung auferlegt hat. Praktisch genommen handelt es sich nur noch darum, daß die Mächte jede Einmischung in innerchinesische Verhältnisse unterlassen und die Vorrechte aufgeben sollen, die sie durch die angemaßte Exterritorialität genießen. Die Chinesen wollen endlich Herren in ihrem eigenen Lande sein, was natürlich nicht ausschließt, daß sie weiter wirtschaftliche Beziehungen mit allen Mächten aufrechterhalten und pflegen. In diesem Sinne ist auch die chinesische Regierung in Washington vor st eilig geworden und hat um eine Dermittlungsaktion nachgesucht. Für die Mächte beginnt sich jetzt das Verhalten gegenüber Deutschland und Oesterreich zu rächen. Sie sehen ein, daß sie damit, daß sie Deutschland und Oesterreich nach dem Kriege das Vorrecht der Exterrialität genommen haben, den schwersten Fehler begangen und ihr eigenes Ansehen vollständig untergraben haben. Die Mächte werden also, wenn es ihnen auch sehr unangenehm ist, irgendein Abkommen mit der chinesischen Regierung treffen müssen, das den chinesischen Wünschen weitgehendst entgegen- kommt. Anders wird es Wohl kaum gelingen, eine Beruhigung eintreten zu lassen, die schließlich im Interesse der wirtschaftlichen Beziehungen liegt. Die Schwierigkeiten dadurch vertuschen zu wollen, daß man sie bolschewistischen Agenten zur Last legt, bedeutet ein völlig abwegiges Manöver der Engländer. Die Träger der nationalen Bewegung in China, vor allen die Kuomungtang-Partei, haben durchaus nichts mit Bolschewismus zu tun. Unö die Kenner des jetzigen Chinas betonen auch einmütig, daß das Land durchaus kein geeigneter Boden für derartige radikale Bestrebungen ist. Daß man russische Hilfe nicht von der Hand weist, ist selbstverständlich, weil sie eine wertvolle Stühe im Kampfe gegen den Imperialismus bedeutet. Welchen weiteren Verlauf die ganze Bewegung nehmen wird, ist natürlich nicht vorauszusagen. Eines aber kann mit Bestimmtheit festgestellt werden, daß Hie Freiheitsbewe-^ gung von viel breiteren Massen getragen wird, als daß es den Mächten möglich wäre, sie durch verschärfte militärische Maßnahmen leicht nieder- zuringen. Voraussetzung wäre dann immer noch vollkommene Einigkeit unter den Mächten. Die Lage in China. London, 30. Juni. (WTB.f Reuter meldet aus Peking, daß die britenfeindlichen Gefühle des sogen, christlichen Generals Feng- V u - H s i a n g sich immer deutlicher äußerten. Der General verbreitete in ganz China Telegramme, in denen er die Abschaffung der ungerechten Verträge fordert. Reuter berichtet weiter, der General verfüge, obwohl seine Truppen besser diszipliniert seien als die anderen chinesischen Soldaten, nicht über genügend Gewehre, um alle seine Leute zu bewaffnen. In dem von ihm beherrschten Gebiet finde sich kein Arsenal von Bedeutung vor. Aus Kanton berichtet Reuter, daß die Verteidigung der dortigen britischen Konzession beträchtlich verstärkt wurde. In Hongkong würden Vorbereitungen getroffen, ha für morgen in Kanton eine Chinesendemonstration angesagt worden sei. Man habe jedoch dafür gesorgt, daß diese Demonstration das Europäerviertel Schämten nicht berühre. Es seien Listen ausgelegt worden, in die sich Freiwillige zur Aufrechterhaltung der notwendigen Dienste eintragen sollten. In diese Listen hätten sich nahezu die gesamte Bevölkerung der Kolonie, die 24 Rationalitäten umfasse, eintragen lassen. Eine Ausnahme hätten nur die Chinesen gemacht, obgleich auch einige von diesen ihren Ramen auf die Listen hätten setzen lassen. Chinesische Forderungen. Paris, 30. Juni. (WTB.) Haoas berichtet aus Kanwn: Ein durch den chinesischen Kommissar für auswärtige Angelegenheiten auf Anweisung des chinesischen Außenministers und des Zivilgouver- ncurs aufgestellte Note ist an den englischen und französischen Konsul in Kanton gerichtet worden. Sie fordern von dem englischen Konsul Ent- s ch u l d i u n g und B e st r a f u n g der Offiziere, die das Feuer auf die Menge in Schameen in der vergangenen Woche hätten eröffnen lassen, Z u - rückziehung aller Kriegsschiffe aus den Gewässern von Tiutung mit Ausnahme von zwei Avisos, Schadenersatz für die Verluste an Leben und Besitz. Die Note gibt zu, daß die Franzosen nicht zuerst gefeuert haben, daß sie aber das Feuer eröffnet hätten, nachdem sie die Engländer hätten schießen sehen. Eine weitere Note fordere, daß man nicht mehr auf das chinesische Volk schieße. Kriegsrüstungen in Kanton. Paris, 30. Juni. (Wolff.) Havas berichtet aus Kanwn: Die Maßnahmen zur Verteidigung der fremden Konzessionszone sind vermehrt worden. An wichtigen Punkten sind Laufgräben aufgeworfen worden. Der italienische Generalkonsul ist von Hongkong an Bord des französischen Avisos „Marne" eingetroffen. Eine weitere Abteilung englischerSol- daten ist eingetroffen. Ein portugiesischer Kreuzer nach China. Paris, 30. Juni. (Wolff.) Havas berichtet aus Lissabon: Ein portugiesischer Kreuzer wird baldigst nach dem fernen Osten abgehen und Truppen dorthin befördern. Er soll außerdem in den chinesischen Gewässern bleiben, um die zahlreichen Portugiesen, die in Schanghai wohnen, zu schützen. Gegen die bolschewistische Propaganda. Paris, 1. Juli. (TA.) Aus Tientsin wird gemeldet, daß dort die schärfsten Maßnahmen gegen die bolschewistische Propaganda ergriffen worden sind. General King Lung hat in den früheren deutschen und russischen Riederlassungen über 100 Verhaftungen vorgenommen. Unter den Festgenommenen befanden sich fünf Personen, die. mit dem russischen Konsulat in Beziehung stehen. Ein chinesisches Vermittlungsgesuch an Amerika. Paris, 30. Juni. (TU.) Wie dem „Oeuvre" aus Washington gemeldet wird, hat der chinesische Gesandte T s z e dem Staatssekretär eine Note Überreicht, in dem die amerikanische Regierung ersucht wird, Maßnahmen zur Regelung der zwischen China und den verschiedenen Großmächten bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu ergreifen. Und Italien? Paris, 1. Juli. (TU.) Aus Peking wird gemeldet, daß die Botfchafter-oKnferenz beschlossen hat, an die italienische Regierung telegraphisch das Ersuchen zu richten, ihre Stellungnahme zu den Vorgängen in Schanghai belanntzagebcn, da man den Eindruck habe, der italienische Gesandte in Peking stehe auf Seiten Englands. Ein englisches Blaubuch über China. London, 30. Juni. (TU.) Die britische Regierung hat ein umfangreiches B l a u b u ch über China veröffentlicht, das auf Grund der Berichte der britischen Konsulate in China über die Arbeitsbedingungen im Lande zusammengestellt worden ist. BaronHayaschi bei Chamberlain London, 30. Juni. (WTB.) Der japanische Botschafter in London, Hahaschi, ist nach einer Reutermeldung heute bei Chamberlain im Auswärtigen Amt erschienen. Reuter seht hinzu, daß, obgleich Besprechungen zwischen den Diplomaten in den verschiedenen Hauptstädten im Gange seien, augenblicklich eine Aktion nicht in Frage komme, abgesehen natürlich von den Schritten, die an Ort und Stelle unternommen würden, um die Lage zu erleichtern. Belgiens Programm. Die Aussprache über die Regierungserklärung. Brüssel, 1. Juli. (TU.) Bei der' Aussprache über die Regierungserklärung äußerte sich der Premierminister u. a. über die Schulden an Amerika. Er erklärte, Belgien müsse grundsätzlich seine Schulden anerkennen. Amerika verpflichte sich dafür, auf die Finanz- und Wirtschaftslage des Landes Rücksicht zu nehmen. Vanderfelde wies besonders darauf hin, daß die Anerkennung Sowjet-Rußlands nicht im Programm des Kabinetts stehe. Er halte es nicht für möglich, zu der Frage Stellung zu nehmen. Weiter erklärte der Premierminister, die Regierung sei entschlossen, die R u h r im Einverständnis mit dem französischen Kabinett vor dem 15. August z u räumen. Die Räumung Kölns erfolge an einem Tage, an dem Deutschland die Abrüstungsklauseln erfüllt habe. Die Lage in Marokko. Paris, 30. Juni. (WTB.) Rach einem Havasbericht aus Rabat hat A b d e l Krim den Versuch gemacht, im südwestlichen Bezirk von Ued el Kebir, 15 Kilometer nördlich von Dab Rorumj vorzudringen. Er sei aber auf den Widerstand der auf den nördlichen Höhen stehenden Truppen gestoßen. Der Kampf dauere noch an. Im östlichen Abschnitt hätten bedeutende Einbrüche in der Gegend von Dahar, 12 Kilometer nordwestlich von Dab Murdj, statt- • gefunden. Rückkehr der parlamentarischen Kommission. Paris, 30. Juni. (WTB.) Die parlamentarische Kommission, die die Ma- rolkofrvnt im Auftrage des Heeresausschusses der Kammer besucht hatte, ist heute vormittag in Marseille an gekommen. Ein Mitglied der Mission erklärte dem Havasvertreter, die Lage fei keinen Augenblick kritisch gewesen, bleibe aber ernst. Eine rasche und kühne Offensive sei notwendig, denn die Treue der Stämme hänge davon ab, ob man ihnen einen Beweis der Stärke Frankreichs geben könne. Das Prestige Abd el Krims dürfe man nicht noch weiter sich steigern lassen. Der Pascha von Fez habe gesagt: Die Stämme seien das Opfer Abd el Krims: sobald die Franzosen sie aber befreit hätten, würden sie sie auf den Schultern tragen. Aus aller Welt. Die Katastrophe von Santa Barbara. Paris, 1. Juli. (TA.) Aus Los Angeles wird gemeldet, daß über Santa Barbara der Belagerungszustand verhängt worden ist, da Ausschreitungen und Plünderungen vorgekommen sind. Bis zur Zeit wurden 13 Leichen identifiziert. Man bestätigt, daß über 300 Personen verletzt wurden. Es wurde ein Ausschuß gebildet, der bereits mehr als 500 000 Dollar zusammenbrachte, die zur ersten Hilfe verwendet werden sollen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Juli 1925. Z5 Zähre „Mainzer AnZeig'r". In diesen Tagen konnte der „M ainzell Anzeiger" auf fein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Auf eine weite Spanne Zeit schweift bei dieser Gelegenheit der Blick nicht nur der Leiter des Jubilars, sondern aller Männer des öffentlichen Lebens zurück. And da bietet sich ihrer rückschauenden Betrachtung eine große Fülle von segensreicher Arbeit dar, die dieser hervorragende publizistische Führer Rheinhessens und der angrenzenden preußischen Gebiete zum Segen der engeren Heimat und zum Wohle des ganzen deutschen Vaterlandes geleistet hat. Waren schon die hohen geistigen und kulturellen Werte seines Wirkens in der Vorkriegszeit Anlaß, dem „Mainzer Anzeiger" die Hochschätzung der deutschen Oeffentlichkeit zu sichern, so ist das heute ganz besonders zu betonen, wenn man sich daran erinnert, unter welch außerordentlich schwierigen Verhältnissen das Blatt und seine Leiter nach dem unglücklichen Kriege ihre schwere Aufgabe erfüllten. Der „Mainzer Anzeiger" hat unter dem Druck der Franzosen vielerlei erdulden müssen, ganz besonders aber während der Zeit des Rhein- und Ruhrkampfes. Trotz aller Bedrückungen und Verfolgungen hat der „Mainzer Anzeiger" sich stets zum aufrechten Verfechter der deutschen Belange gemacht, und er hat damit die journaüstifche Vorwacht W Deutschen Reiches in erfolgreichster Meise versehen. Auch auf dem Gebiete der Hei- matpflege i|t fein Wirken als vorbildlich zu bezeichnen, und was er für Kunst und Wissenschaft in der langen Zeit seines Bestehens an aufbauen» den Werten geschaffen hat, verdient nicht minder mit Auszeichnung genannt zu werden. Angesichts einer so segensreichen Arbeit im Dienste t>.: Allgemeinheit ist es verständlich, daß dem Jubilar bei dieser denkwürdigen Feier Glückwünsche in reicher Zahl dargebracht werden. Auch uns ist es ein Bedürfnis, dem wackeren Mitstreiter für das Wohl unseres Vaterlandes, dem lieben Kollegen und journalistischen Führer der rheinischen Schwester Provinz unsere herzlichsten Glückwünsche zum 75jährigen Jubiläum auszusprechen und ihm zugleich ein arbeitsfreudiges „Glückauf!" zum hundertjährigen zuzurufen. Aus Anlaß des Jubelfestes haben Verlag und Redaktion des „Mainzer Anzeigers" eine Jubiläums-Ausgabe und eine Festschrift heraus- gegeben, die eine Fülle von bedeutsamen Abhandlungen aus den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens enthalten. Beide Druckwerke sind auf Grund ihres vortrefflichen Gehalts als Denkwürdigkeiten besonderer Art anzusprechen. Das Wirken des Mainzer Kollegen fand seine verdiente öffentliche Anerkennung in einer Feier im Kasinohof zum Gutenberg, an der als Ehrengäste u. a. teilnahmen der Finanzminister Henrich, Provinzialdirektor il f i n g e r, der Rektor der Landes-Aniversttät Gießen Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger und der Rektor der Technischen Hochschule in Darmstadt Prof. Dr. S ch 1 i n ck e. Der erfolgreiche Letter des „Mainzer Anzeigers", Direktor Will, wurde von der Landesuniversität Gießen zum Ehrensenator, der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Anternehrnens, Dr. jur. Rothe, zum Ehrensenator der Technischen Hochschule in Darm»- stadt ernannt. Ausdehnung der Unfallversicherung aus gewerbliche Berufskrankheiten t. Viele Jahre hindurch wurde von den beteiligten Kreisen die Einbeziehung der Berufskrankheiten in die Unfallversicherung erstrebt, ohne daß diesen Wünschen seitens der gesetzgebenden Körperschaften seither Rechnung getragen wurde. Erst unterm 12. Mai l. I. wurde eine Verordnung erlassen, welche Bestimmungen über die Ausdehnung auf gewerbliche Berufskrankheiten trifft. Als gewerbliche Berufskrankheiten werden insbesondere angesehen: Erkrankungen durch Blei oder seine Verbindungen, Erkrankungen durch Phosphor, Quecksilber oder seine Verbindungen, Erkrankungen durch Arsen oder seine Verbindungen, durch Benzol ober seine Homologen, burch Schwefelkohlenstoff, Erkrankungen an Hautkrebs burch Ruß, Paraffin, leer, Anthrazen, Pech unb verwanbte Stoffe, Grauer Star bei Glasmachern, Erkrankungen burch Röntgenstrahlen unb anbere strahlenbe Energie (in Betrieben, in benen Versicherte burch ihre Tätigkeit der Einwirkung von Röntgenstrahlen ober anberer strahlenber Energie ausgesetzt finb), Wurmkrankheit ber Bergleute unb Schneeberger Lungenkrankheit (Betriebe bes Erzbergbaues im Gebiete von Schneeberg im Freistaat Sachsen). Die Vorschriften über bis Unfallanzeige unb bie Unfalluntersuchung finb bie gleichen wie bei sonstigen Betriebsunfällen, mit ber Abweichung, baß bie Funktionen ber Ortspoli- zeibehörben ben Versicherungsämtern übertragen finb. Ein Arzt, ber einen Versicherten wegen einer Berufskrankheit behanbelt, ist verpflichtet, bem Ver- ficherungsamt unverzüglich Anzeige zu erstatten. Bezüglich bes Streitverfahrens ist bemerkenswert, baß bei ber Frage, ob ein Krankheitszustanb ganz ober teilweise Berufskrankheit im Sinne biefer Verarb- nung ist, bie Möglichkeit für ben Verletzten besteht, bie Angelegenheit bis zum Reichsversicherungsamt burchzuführen. Die Verorbnung tritt am 1. Juli 1925 in Kraft. ** D ie Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Juni auf 138,3 gegen 135,5 im Vormonat. Sie hat sich sonach unt 2,1 Proz. erhöht. ♦* Rückkehr unserer Garnison. Rach mehrwöchiger Abwesenheit auf dem Truppenübungsplatz Senne kehrt unsere Garnison mit Ausnahme der 2. Kompagnie, die noch in Berlin weilt, am morgigen Donnerstag, 7.30 llfjr norm., nach Gießen zurück. An einem der letzten äle- bungstage hat der Chef der Heeresleitung den Aebungen des 15. Infanterie-Regiments beige- wohnt. ** Oeffen11 iche Bücherhalle. Im Juni wurden 1211 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 755, Zeitschriften 55, Jugendschriften 71, Literaturgeschichte 6, Gedichte und Dramen 27, Länder- und Völkerkunde 62, Kulturgeschichte 26, Geschichte und Biographien 61, Kunstgeschichte 2, Raturwissenschaft und Technologie 57, Heer- und Seewesen 6, Hausund Landwirtschaft 17, Gesundheitslehre 9, Reli- bekehren. Bornotizen. 45 Jahre) vollständig: 1. Sieg Georg Dickhaut, Tv. 5. He Alsfeld, 2. Gg. Thierolf, Tgde. Friedberg, 3. Ernst Hordt, Jung, Tv. 1846 Gießen, 4. Willi Schmandt, Tv. I Gieße Gießen. Speerwerfen), in welchem dem Sieger ein wertvolles Bild als Ehrenpreis winkte, waren die 1900er Gießen-Land geben aus diesem Auszug. Nach der hessischen für 1924 genehmigt. Dir Bericht den nachstehenden D. Red. Walther, Tv. Nidda. Preisfechten der Jungmannen im Florett: 1. Sieg Karl Kühn, Tgde. Friedberg, 5. Hermann Hennig, Mtv. Gießen, 8. Ludwig Ger- t, Tv. 1846 Gießen, 9. Ludwig Deibel, Tv. 1846 der von Schwerkriegsbeschädigten, 30 Erholungskuren, 36 Solbadekuren bewilligt. Der auf den B> durch Seipp vertreten. Nach wechselvoll geführtem Kampfe — ein Darmstädter A. S. C.-Mann Die soziale Fürsorge im Kreise Gießen Aus dem Tätigkeitsbericht des Bezirksfürsorgeverbands des Landkreises Gießen für 1924. eine harte Nuß zu knacken, gewan auch, nachdem er alle Ueberholungsverfuche der Gegner erfolgreich abgeschlagen hatte, die 1500-Tlcler, seine Spexial- strecke, in 4,21 Min., während er sich über 800 Me- ..... Ausführungsverordnung zur Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 31. März 1924 bildet der Landkreis Gießen einen Bezirksfürsorgeoerband. Die Stadt Gießen bildet einen selbständigen Bezirksfürsorgeoerband. Im Rechnungsjahr 1924 sind von dem B e - z i r k s f ü r s o r g e v e r b a n d des Landkrei- e s Gießen folgende Fürsorgemaßnahmen getroffen worden: 1. Fürsorge f ü r Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. a) allgemeine Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinlerbliebe- nenfürsorge: Es wurden betreut Kriegsbeschädigte in 133 Fällen und Kriegerhinterbliebene in 425 Fällen mit einem Gesamtkostenaufwand von 12 632,75 Ml., wovon der Bezirksfürsorgeoerband die Hälfte mit 6 316,38 Mk. endgültig zu tragen hat. Die andere Hälfte mit 6 316,37 Mk. entfällt auf den Landesfürsorgeverband. — b) besondere Jugendfürsorge. In 15 Fällen sind an Kriegerwaisen Berufsausbildungsbeihilfen gewährt worden, die einen Kostenaufwand von 813,10 Mk. (Anteil des Bezirksfürsorgeoerbandes 406,55 Mk.) verursacht haben. Ferner wurden an Kriegerwaisen und Kin- 3n der Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen am vorigen Montag wurde der Jahresbericht der Dezirksfürsorgestelle aion und Philosophie 14, Staatswissenschaft 12, Sprachwissenschaft 11, Fremdsprachliches 20 Bände. Bach auswärts kamen 11 Bande. •• Evangelische Auswandererfür- sorg?. Noch immer ist die Auswanderungsbewegung in unserem Bolk groß; sind doch im Iahre 1924 insgesamt 58 637 Personen aus Deutschland nach Liebersee ausgewandert, äanon 1348 aus Hessen: es ist indessen hierbei gegenüber dem Jahre 1923 ein starker Rückgang sestzustellen. Die Berichte dieser Auswanderer aus ihren neuen Heimatländern lassen freilich zumeist erkennen, daß die Hoffnungen, die man an die Auswanderung geknüpft hatte, nicht in Erfüllung gegangen sind, wirtschaftliche Röte gehen durch die ganze Welt. Auf jeden Fall sollte niemand sem Bater- land verlassen, ehe er sich durch zuverlässige Auskunft über die Verhältnisse in dem Auswanderungsland unterrichtet hat. 3um Dienst hierbei bietet sich die Evangelische Auswandererfursorge an, die in dem Evangelischen Hauhtver^m für deutsche Auswanderer und Ansiedler in Wlhen- hausen an der Werra eine großzügige Dera- tungsstelle mit guten Verbindungen nach allen in Frage kommenden Landern geschaffen hat. Da- rreben wird durch die Auswanderermissionen m Hamburg und in Bremen jede notwendig werdende Hilfe im Einschiffungshafen geleistet und für Benachrichtigung der Evangelischen Einwanderungsorganisation in Amerika Sorge getragen. Zu näherer Auskunft über die Arbeit der Evangelischen Auswandererfürsorge ist der Hessische Landesverein für Innere Mission, Darmstadt, Bismarckstraße 58, gern bereit. " Das Fest der Goldenen Hochzeit feiern morgen (2. Iuli) der Rentner Iohannes Häuser und Frau, geb. Schneider, Ludwig- strahe 8, in voller Rüstigkeit. ** Ihren 80. Geburtstag begeht morgen, 2. Iuli, in seltener geistiger Frische Frau Witwe Anna E a e s a r, Bahnhofstraße 8. * Die Kapelle Topp veranstaltet morgen abend auf der Liebigshöhe ihr drittes Abonnementskonzert. Wie man uns mitteilt, wird die Straßenbahn nach dem Konzert noch ver- — Tageskalender für Mittwoch. Verein ehem. Unteroffiziere und Vorschüler 8fc Uhr „Postkeller" Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Csardasfürstin". — Astorm-Licht- spiele: „Die geheimnisvolle Dame". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Erfreulicherweise zeigt sich für das Gastspiel der Frankfurter Oper mit „Carmen" am kommenden Freitag reges Interesse. Doch sei ausdrücklich festgestellt, daß noch gute Plätze im Vorverkauf zu haben sind. Täglich Vorverkauf von 10 bis 1 Llhr. TScttervoraussage. Heiter bis wolkig, wechselnde Winde, warm, noch vorwiegend trocken. Das Hochdruckgebiet liegt heute über Skandinavien, während im Westen ein langgestrecktes Tiefdruckgebiet lagert, das an Stärke etwas verloren hat. Die Wetterlage wird vermutlich erst übermorgen kleine Störungen durch das herankommende Tief erleiden. Turnen, Sport und Spiel. Vom Turngau Hessen (D.T.) —0.— Am 3. Arbeitstag des 5 2. G a u t u r n ° festes zu Friedberg traten um 8 Uhr früh die Altersturner an. Unsere allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse lassen es ohne weiteres verständlich erscheinen, daß sich nur eine verhältnismäßig kleine Schar zusammengefunden hatte: um so mehr ist die auch über die Jugendzeit hinaus tätige Hingabe an die Turnsache anzuerkennen und sollte bei unserer Turnerjugend werbend weiterwirken. Gleichzeitig standen die Fechter (Jungmannen) unter Leitung des Fechtwarts des Mittelrheinkreises und der D. T., Ludwig Stassen (Hanau) auf dem Boden, um das Preisfechten im Florett durchzuführen. Wenn auch der volle Genuß dessen, was da bei dem klirrenden Waffenspiel in Sekunden alles geschieht, nicht jedem einzelnen beschieden ist, so hatte doch die Tatsache, daß es sich dabei, wenn auch unter Schutzmaßnahmen, um einen wirklichen Kampf Mann gegen Mann handelt, sehr viele Zuschauer angelockt. Wesentlich lebhafter ging es vom frühen Morgen an in der städtischen Schwimmhalle zu, wo unter Leitung des Gauschwimmwartes Franz Sauer (Gießen) die verschiedenen Stufen und Gruppen der Schwimmer und Schwimmerinnen Kraft und Ge- wandheit maßen. Wenn vom deutschen Turnen überhaupt gesagt wird, daß es eine „Arbeit im Gewände der Freude" sei, so gilt dies ganz besonders vom „Wasserturnen", diesem körperlich so umfassenden Nacktturnen im nassen Element. Die spannenden Wettkämpfe der 120 Teilnehmer in 320 Wettbewerben und 27 Staffeln spielten sich unter der regsten Anteilnahme aller Mitkämpfer und der vollbesetzten Galerie ab und endeten erst gegen 2 Uhr nachmittags. Um 3 Uhr ordnete sich auf der Bahnhofstraße die Friedberger Turnjugend zu ihrem Festzug, der über die Haagstraße und Kaiserstraße führte. Die turnerische Unterhaltung auf dem Festplatz wurde in der Hauptsache von der Turngemeinde bestritten, und gleich die erste Vorführung von 8—11jährigen Knaben in Freiübungen durch den 1. Sprecher, Studienrat Gg. Thierolf, zeigte den vortrefflichen Geist, i-i dem das Turnen dort betrieben wird und der die Jugend rasch gewinnt. Geselliges Zusammensein bei Konzert und Tmiz bildete den Schluß des nach jeder Richtung wohlgelungenen Gauturnfestes, das sich auch einer umfassenden Förderung durch die Lokalpresse erfreuen durfte. Nachstehend folgt em entsprechender Auszug aus der Siegerliste. Das Altersturnen umfaßte einen Neunkampf an Reck, Barren, Pferd nebst Kugelstoßen, Laufen und Freiübung. 1. Altersklasse (bis 45 Jahre): 1. Sieg Martin Textor, T. u. Sp. V. Marburg, 3. Hch. Hamel, Tv. 1846 Gießen, 6. Christian Zimmer, Tv. Lich. — 2. Altersklasse (über Säuglingswäsche wurden 500 Mk. im abgelaufenen Jahre verausgabt. Infolge der Notlage vieler Familien, zum größten Teil veranlaßt durch Arbeitslosigkeit und Krankheit, war die Abgabe von Säuglingswäsche durch die Kreisfürsorgerinnen dringend erforderlich. — f) Schulgesundheitspflege. Die Behandlung von Schulkindern burch Zahnärzte verursachte einen Kostenaufwand von 796 Mk. Von den Ettern wurde etwa die Hälfte dieses Betrages als Beiträge eingezogen. Die Heranziehung der Eltern erfolgt je nach ihrer Leistungsfähigkeit. Die Entlastung der Schulkinder erforderte geringe Kosten. 77 Schulkinder wurden von Kopfungeziefer gereinigt. Es ist beabsichtigt, in den Fällen, in denen die Ungezieferplage nicht nachläßt, mit schärferen Maßnahmen gegen die Eltern der verlausten Kinder vorzugehen. — g) Aufwendungen allgemeiner Art. An Weihnachten 1924 wurden 91 arme Familien mit Weihnachtsgaben (Hemden- und Kleiderstoff, Wäsche, Wolle usw.) bedacht, wofür 500 Mk. verausgabt wurden. 6. Ko st en für Aufenthaltslose (früher Landarme). Im abgelaufenen Jahre wurden hierfür 14 233,25 Mk. aufgewendet, wovon der Landesfürsorgeverband die Hälfte ersetzt. Wettschwimmen: Die Siege des Tv. 1846 Gießen. — 4 Bahnen Brust: 1. Sieg Christian Ziegler. l.Sieg Gustav Lindenstruch, 2. Lina Haubach, 3. Gretel Hamel. — 4 Bahnen Rücken l.Sieg Chr. Ziegler, 2. Lina Haubach. — 2 Bahnen Brust, Altersturner: l.Sieg Ludwig Vogt. — Streckentauchen: 4. Sieg Karl Schmidt, 30 Meter. 2. Elfriede Münnich, 22,3 Meter. — 4 Bahnen Brust, Jugendturner: ter trotz blendender Zeit (2,07 Min.) mit dem zwei- ten Platz deanügen mußte. Beim Fünfkampf (100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und 4. Sieg Willi Reitz, 4. Elfriede Münnich, 5. Karl Reitz. — 2 Bahnen Brust, Schüler: 3. Sieg Kurt Horeyseck. — l.Sieg Amalie Weeg, 5. Anni Fund, 6. Emmi Münnich. — Hauptspringen der Altersturner: 1. Sieg Adolf Mangold. — 2 Bahnen Rücken, Jugendturner: 4. Sieg Willi Reitz. l.Sieg Elfriede Münnich. — Springen der Jugendturnerinnen: 2. Sieg Elfriede Münnich. — Springen der Schüler: 1. Sieg Fritz Werner, 4. Kurt Horeyseck. 2. Sieg Anni Fund und Elli Zipp. — Druststaffel der Schülerinnen (viermal 2 Bahnen): 1. Sieg Tv. 1846 Gießen, 2:06. — Mehrkampf der Turner: 2. Sieg Emil Geismar, 3. Christian Ziegler. (Erneute Leichtathletikerfolge des S. C. 1900. Am Sonntag weilten die 1900er Leichtathleten in dem schönen Lahnstädtchen E l z. Auch hier gelang es ihnen wieder, die Gießener Farben in der denkbar besten Weise zu vertreten. 9 erste, 6 zweite und 2 dritte Preise waren die Ausbeute des Tages. Am Start war beste nassauische und rheinisch« Klasse, zu der sich noch als äußerst gefährlicher Kon- kurrent der Akademische Sportclub Darmstadt mit einigen finnischen Leichtathleten hinzugesellte, lieber 100 Meter zeigte sich Bachmann in konstanter Form und gewann den Endlauf in UL Sek. Brust- breüe zurück folgte als 2. sein Klubkamerad Lang- lotz. Rohrbach hatte über 800 und 1500 Meter zirksfürsorgeverband Gießen - Land entfallende Kostenanteil beträgt einschließlich der Transportkosten 3311,86 Mk. Zu diesen Kosten haben die Eltern der Kinder Beiträge in Höhe von 1738,56 Mk. geleistet, so daß der Bezirksfürsorgeoerband durch die Kuren mit 1573,30 Mk. endgültig belastet ist. An Zusatzrenten wurden im Rj. 1924 an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene 249 596,40 Mk. gezahlt. An Vorschüssen aus Reichsmitteln zur Beschaffung von Winterbedarf wurden an Zusatzrentenempfänger 15 000 Mk. bewilligt. — c) Altrentnerfürsorge. Für diesen Zweck sind Mittel nicht aufgewendet worden, weil Anträge nicht gestellt wurden. 2. Fürsorge für Sozialrentner. Zahl der unterstützten Sozialrentner: 203 Jnva- lidenrentenempsänger, 21 Witwenrentenempfängerinnen, 45 Waisenrentenempfänger, zusammen 269. Im ganzen wurden an Unterstützungen gezahlt 30 363,41 Mk., wovon nach Abzug der auf den Lan- desfürsorgeverband und die Gemeinden entfallenden Anteile 9868,11 Mk. von dem Bezirksfürsorgever- banb endgültig zu tragen sind. In 189 Fällen sind Winterbeihilfen bewilligt worden, die einen Gesamtkostenaufwand von 3991 Mk. verursacht haben. Don diesem Betrag trägt der Bezirsfürsorgeverband endgültig 997,75 Mk. 3. Fürsorge für Kleinrentner. Zahl der unterstützten Kleinrentner 148. Für Unterstützungen an Kleinrentner wurden insgesamt auf- aewendet 21018,04 Mk. Von diesem Betrag entfallen nach Abzug der von dem Landesfürsorgeoer- banb unb ben Gemeinben zu tragenden Anteile auf den Bezirksfürsorgeoerband 6830,87 Mk. In 73 Fällen wurden an Winterbeihilfen 1620 Mk. gezahlt, wovon 405 Mk. den Bezirksfürsorgeoerband endgültig belasten. 4. Wochenfürsorge. Die Zahl der unterstützten Wöchnerinnen beträgt 13. Auf einen Fall kommen bei einem Gesamtkostenaufwand von 968 Mark rund 75 Mk. Der Bezirksfürsorgeoerband wird nach Abzug der auf den Landessürsorgever- banb unb bie Gemeinben entfallenden Anteile mit 314,60 Mk. endgültig belastet. 5. Fürsorge für h i 1 f s b e d ü r t i g e Minderjährige, a) Blinde, Taubstumme, Epileptische, Schwachsinnige und andere Kranke. Es wurden im abgelaufenen Jahre in Anstalten verbracht: 2 blinde Kinder, 1 schwachsinniges und ein epileptisches. Ende des Rj. befanden sich folgende Minderjährige in Anstalten: 5 Blinde, 4 Taubstumme, 3 Epileptische, 3 Schwachsinnige, 1 Siecher. Der Aufwand hierfür beläuft sich auf 11644 Mk., wovon auf die betreffenden Gemeinden die Hälfte (5822 Mk.) entfällt. — b) Vollverwaiste, uneheliche und getrennt von beiden Eltern untergebrachte eheliche hilfsbedürftige Minderjährige. Für 12 uneheliche Kinder und für ein eheliches, von den Eltern getrennt untergebrachtes Kind wurden insgesamt 2763,70 Mk. Pflegegelder gezahlt. Es befanden sich 9 Kinder in Anstalten und 3 in Familien. — c) Krüppelfürsorge. Betreut wurden 20 Krüppel, von denen 7 in Behandlung waren. Der Bezirksfürsorgeoerband hat in 5 Füllen die Kosten für Behandlung und Ausbildung sowie für Beschaffung der notwendigen Apparate mit 674 Mk. übernommen. Die Hälfte dieser Kosten wurde von den betreffenden Gemeinden zurückerhoben. — d) Solbad- und Erholungskuren. Rund 50 Kinder haben im abgelaufenen Jahre Kuren in Bad-Nauheim genossen. Die Kosten betragen rund 3000 Mk., wovon die Hälfte auf den Bezirksfur-' forgeoerbanb entfällt. Die zur Kur entfanbten Kriegswaisen unb Kinder von Schwerkriegsbeschädigten, zusammen 66, sind hierbei nicht berücksichtigt. — e) Säuglinqsfürforge. Aus überwiesenen Reichsmitteln (900 Mk.) konnte 272 Familien ein Zuschuß zur Beschaffung bzw. Verbilligung der Milch für Säuglinge gewährt werden. Nachdem das Reich die Zahlung dieser Zuschüsse eingestellt hat, müssen aus Mitteln des Kreises in bedürftigen Fäl- len Zuschüsse gewährt werden. Für notwendige Alsfeld, 5. Bernhard Pfeffer, Tv. 1860 Bad-Nau- heim, 6. Hch. Henes, Mtv. Bad-Nauheim, 7. Karl aus in der Luftleere gedarrten, nicht abgeschlijfenen Haferkernen, enthalten alle natürlichen Kalk- und Phosphorverbindungen, sowie die Vitamine (Ergänzungsnährstoffe) des unversehrten Haferkems. Tägliche Verarbeitung bis 600 Zentner Hafer. 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Außerordentliche Armenpflege, a) Geisteskranke: Für die in den Landes-Heil- und Pflegeanstatten Gießen, Heppenheim und Philipps- hospital b. Goddelau untergebrachten Geisteskranken, deren Zahl rund 50 betrug — ohne die landarmen Geisteskranken (19) — wurden 55 586 Mark auf- gewendet, wovon 26 677,89 Mark von den Gemeinden zurückerhoben wurden. — b) Schwachsinnige, Blinde, Taube, Epileptische und Krüppel. , , ■ ( , .• _ tzür 2 Epileptisch-, 3 Schwachsinnige und 1 Krüppel »«ebenfalls em l-hr -rns -r L-werber - behielt - famtlich noll ährig - wurden insgefamt 3832 der Siebener schlreßl-ch mit 5 Punkten Varfprung Marl verausgabt. Sie Hälfte des Betrags belastet die Oberhand Besonders »u erwähnen sind wieder den Bezirkssürfargeaerband endgültig. Ie.,ne Gprungletflungen, die ihm einen ersten und n ° L „ , t c •• t tv.. n- l _ einen 2. Preis einbrachten. Seipp sprang trotz 81 T? b e r f u I o f e f u r s o r g e. Die T e - schlechter Anlaufverhältnisse 6,16 Meter weitund kulose ist m unserem Kreise sehr verbreitet. D e Be- murbc mit dieser Leistung Erster. Im Hochsprung ratungss elle für Lungenkranke befindet sich m der ü |eine 1/65 Mete? zu einem zweiten Platz med.zm.schen Klinik m Greßen die vom Kreis einen (ber Erste sprang 1,70 Meter). Dem jungen Frey lausenden Zuschuß von sahrttch 100 Mark zur Be- roQr diesmal das Diskuswerfen mit 30,55 Meter strettung der verwattungstechnlschen Ausgaben er- „ehmen. Auch sein dritter Platz im Kugel- Halt. Die Fam.ttenfursorge liegt m den Händen der ^^ßen mit 10,04 Meter ist recht ansprechend und K^!?fursorger.nnen. Im abgelaufenen Jahre wurden lä&t Quf eine „ute Entwicklung schließen. Wenn ein rund 1100 Mark für 8 Heilstattenkuren für Crroad)- Wettbewerb überzeugend gewonnen wurde, so war sene für 4 Kuren für Kinder und kur Behandlung es bie 4 maI ioo-Meter-Stasel, durch den S. C. von 6 Lupuskranken gezahlt. Die Hälfte des Auf- 1900er Mit nicht weniger als 40 Meter wurden ruanbes wurde v°n den betreffenden Gemeinden bie Darmstädter abgefertigt. Der Besetzung Lang- eingezogen. An Weihnachten 1924 erhielten 114 iatz, Wallenfels, Seipp und Bachmann tuberkulöse Familien Lebensmlttelvakete kos enlos. mertte man das Fehlen von Fischer und Birken- Weiter wurden ,m Laufe des Jahres für kleinere ftotf faum an. yud) die Jugend schlug sich recht Fürsorgemaßnahmen für die iVatnihen Lungen- tapfer. Die 75 Meter 09/10 sahen Völker in 9,5 ^anIer«n.^61 .. Reichsanleihen 0,420, ch^tz^euictsan.eihc 5500. Ausländische Renten: Zolltürken 7,30. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 121,25, Commerzbank 98,25, Discontogesellschaft 108, Dresdner Bank 102,50, Mitteldeutsche Creditbank 97,75, Oester- reichische Kreditaktien 7,25. Montanaktien: Har- pener 118, Mansfelder 62. Otavi 26, Rheinstahl 75,75, Kali Aschersleben 16,12, Kali Westeregeln 126. Chemische Aktien: Badische Anilin 124, Chemische Griesheim 116, Scheideanstalt 109,50, Elberfelder Farben 116,75, Th. Goldschmidt 87. Höchster Farben 116,75. Industrieakt ien: Adlerwerke Kleyer 65,25, AEG. 96,75, Gßlinger Maschinen 62. Fuchs Waggon 0,75, 3nag 0,62, Karstadt 101,75, Aeckanverke 73. Rheinisches Metall 37, Boigt & Häffner 74.87. Wayh & Freytag 74,75. Badischer Zucker 67.75, Heilbronn- zucker 64. Stuttgartzucker 2,70. Dörfenkurte. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) B e r l i n , 30. 3uni. Die Börse erlebte heute sofort bei Beginn des Verkehrs eine allgemeine Hausse. Wahrend der letzten Tage, als der Geldmarkt noch verhältnismäßig flüssig y/„ DcuNche NelchSanlelde • 4% Deutsche NelchSanleihe - 8’/*% Deutsche Reichsanleihe S°/o Deutsche ReichSauletbe . Deutsche Sparvramienauleth« 4e/e Prcuhische Äoafot» • • • 4% Hessen VfiPIo, Hess«......... 8*lt Hessen ....... Deutsche Wertb- Dollar-Anl. dto- Doll-Schatz-LMveifug.') <•/» Boatnrtai......... 6e/o Goldmexikaner ... - Berliner Vroduktend -le- Berlin, 30. Juni. Der Produktenmarkt war für Lokoware fest, dagegen im Termin etwas niedriger. Sonst verlief der Markt ruhig. Es no- tierten für je 1000 Kg.. Weizen (märk.) 265 bis 268, Roggen (märk.) 220 bis 223, Futtergerste 204 bis 218, Hafer, märk. 231 bis 239, Raps 350 bis 365; für je 100 Kilogramm: Weizenmehl 33.50 bis 36.00, Roggenmehl 29.75 bis 31.25, Weizenkleie 13.00, Roggenkleie 13.90 bis 14.00, Diktociaerbsen 26.00 bis 31.50, kleine Erbsen 25.00 bis 26.50, Futtererbsen 21.00 bis 24 00 Peluschken 21.00 bis 23.00, Ackerbohnen 2100 bis 22.00, Wicken 24.00 bis 26.00, Lupinen (blau) 11.00 bis 12.00, Lupinen (gelb) 14.25 bis 15.50, Rapskuchen 15.50 bis 15.60, Leinkuchen 22.20 bis 22.80, Trvckenschnihel 10.20 bis 10.80, Kartoffelflocken 21.70 bis 22.10. dieser Indwiduali|ierung gleichzeitig ein ösfent» liches Urteil über die Kreditwürdigkett der em« ieinen Gemeinde gefällt würde, das auf ihre zukünftige Kreditpolitik von schädlicher Rückwirkung sein können. 3m übrigen ist den ausländischen Kreditgesuchen der Gemeinden durch reichsgesetzliche Bestimmungen ja sowieso schon ein starker Hemm- chuh vorgelegt worden. Die Gutachterkommission des Reichssinanzministeriums wacht bekanntlich scharf darüber, daß nur solche Anleihen im Ausland zur Auflage gelangen, die ausgesprochen produktiven Zwecken nutzbar gemacht werden sollen. An sich mag es ja im Interesse der Erhaltung unserer Zahlungsbllanz sicher gerechtfertigt sein, die Aufnahme von reinen Konsumptivkrediten im Ausland zu unterbinden. Immerhin ist aber der Begriff „werbende Anlagen" so eng begrenzt worden, daß beispielsweise der Dau von Wohnungen und Straßen nicht darunter fällt, obwohl doch grade die Behebung der Wohnungsnot und die Derbesserung bzw. Reuanlegung von Berkehrsstraßen zu den dringendsten und im weiteren Sinne werbenden kommunalwirtschaftlichen und kommunalpolitischen Aufgaben gerechnet werden muß. Um das eingangs Gesagte nochmals zu wiederholen, sind also die Aussichten auf dem kommunalen Anleihemarkt alles andere als rosig. Das gilt noch in verstärktem Maße für Gemeinden mittleren und kleineren Llmfangs. Für diese dürfte es sich ohnehin empfehlen, in ihrer Kreditpolitik möglichste Zurückhaltung zu beobachten, ehe sie als Geldsucher auf in- oder ausländischen Märkten auftreten. Zum mindesten ist Reserve geboten, solange sie nicht genau übersehen können, welchen Umfang die ihnen aus der Aufwertung ihrer alten Verbindlichkeiten erwachsenden Verpflichtungen annehmen werden. Auch wenn der ausländische Markt sich in absehbarer Zeit dem Kreditbedürfnis deutscher Gemeinden wieder offnen sollte, ist doch auch hier mit einer Zinsenlast von mindestens 8 Prozent, einschließlich aller Unkosten aber wahrscheinlich nicht unter 10 Proz. pro anno zu rechnen, ungeachtet der Tatsache, daß ohne Verpfändung bzw. Hypothekenbeleihung städtischen Besitzes kaum eine Auslandanleihe Zustandekommen dürste. Aber auch dann wird es noch zweifelhaft sein, ob Gemeinden mittleren Ranges überhaupt Aussicht haben, vom Ausland Geld zu erhalten. Für den Fall, daß sie unbedingt für werbende Anlagen Kredit suchen müssen, werden sie noch am sichersten gehen, wenn sie jedes selbständige Vorgehen unterlassen und sich auf die Beteiligung an einer Sammelanleihe eines größeren Verbandes, beispielsweise der deutschen Girozentrale, beschränken. war, lagen die Markte stabil, dagegen setzte ausgerechnet heute mit einer gleichzeitigen bedeutenden Versteifung des DörsengeldeS eine allgemeine Aufwärtsbewegung ein. Die Erklärung hierfür liegt nur in der Tatsache, daß der Ultimo für überwunden gehalten wird und an mehreren Märlten ein größeres Decouvert besteht, da vielfach Leihftücke gekündigt worden sind. Die hierauf einsehenden Deckungskäuse veranlaßten das Hervortreten einer günstigen Stimmung, auch aus den hiervon betroffenen Gebieten. Beachtenswert ist ferner, daß erstmallg wieder aus Publikumskreisen zahlreiche Kaufanträge eingelaufen waren. Der Montanmarkt war gut befestigt. Die lange vermißten Pluszeichen tauchten selbst bei Rebenwerten wieder auf. Der Geldmarkt zeigte, wie schon eingangs erwähnt, eine beträchtliche Versteifung, nachdem schon gestern die Privatdiskontsätze eine wesentliche Erhöhung erfahren hatten. Tägliches Geld war stark gesucht und nicht unter 10 Prozent zu haben. Monatsgeld nominell 10 bis UV«, Prozent. An internationalen Devisen- i markt lagen Franken und Lire im Angebot. Rordische Devisen dagegen anhaltend befestigt. Heutige Marknotierungen: London 20,43, Pari- 5,27, Zürich 122,55, Amsterdam 59,37*/«.. Seaihnütarrt Ve l-n—Frankfurt a. 1 (Sn Billionen Mart auScedrückt- BuenoS-SlirrS, London, Neu- Dor! (Voran, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien anbl Bvdaveü für 100000 Einheiten, alle» übrige kür 100 Einheit«.» Tele graphische Auszahlung. Berlin, 30. Juni. Amerikanische Rote» ».,.. Belgische Noten .*.•••• Dänische Noten ....... Englische Noten. ...... Franjösifchr Note« ..... Holländische Noten...... Italienische Noten ..... Norwegische Noten Dcutsch-Qefterr., ä 100 Kron« Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schwei,» Noten...... Spanische Noten Tschechoslowakische Note» •. Ungarische Noten ... . .. Antrag des Staatsanwalts, der au; Freisprechung angetragen hatte — auf wei- I tere zehn Monate Gefängnis erkannt wurde. ; Hiergegen verfolgte der Angeklagte Deru- j funa Rach eingehender Verhandlung, die unter Ausschluß der Oesfentlichkeit stattfand, wurde das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. Mit tem Staatsanwalt war das Gericht der Anllcht, daß die, wenn auch beeidigte, Aussage der Zeugin we-en ihrer inneren Widersprüche und Einstimmigkeiten als Grundlage zu einem verurteilenden Erkenntnis nicht ausreichte. Wirtschaft. Dis Lage des kommunalen Anleihemarktes. Die derzeitigen Aussichten auf Unterbringung langfristiger kommunaler Anleihen im In und Auslande sind durchaus ungünstige. Die D.. kung VA Geldbedürfnisses '-'er Gemeinden aus dem inländischen Markt wäre natürlich aus Volks- wirtschaftlichen Gründen vorzuziehen. Angesichts der anvrnialen Wirtschaftslage ist aber feine Aufnahmefähigkeit leider eine sehr begrenzte. Zur Befriedigung der kommunalen Kreditnote, namentlich hinsichtlich des Wohnungs- und Straßen- baues, reichen jedenfalls die verfügbaren Mittel der inländischen geldgebenden Anstalten (Staats- und Hyvothekenbanken, Sparkassen, staatliche und private Dersicherungsinstitute) nicht entfernt aus, ganz abgesehen davon, daß die Aufnahme feder größeren Anleihe angesichts der hohen Zinssätze heutzutage eine unverhältnismäßig starke Belastung des Kredttsuchenden zur Folge hat, eme Belastung, von der es unter Umstanden doch zweifelhaft erscheinen kann, ob sie auf die Dauer tragbar iÄ. Langfristige Anleihen fordern einschließlich aller Unkosten doch immerhin eine jährliche Verzinsung von mindestens 11 Prozent, ganz gleichgültig, ob sie auf Grund hypothekarischer Beleihung des städtischen Grundbesitzes oder auf der Basis von Kommunalpfandbriesen zustande- kommen, während kurzfristige Kredite sich bezüglich der Verzinsung von 15 Prozent an aut wärts Wohl auch nicht ungern prolongiert werden. Kommunale Schuldverschreibungen aber haben zur Zeit gar keine Absatzmöglichkeiten an der ^^Än^sicht?°dieser trüben Perspektive jft eS nicht weiter verwunderlich, wenn sich die Blicke der kreditbedürftigen Gemeinden namentlich nach Abschluß des Dawes-Paktes — in verstärktem Maße dem geldgebenden Auslande, in erster Linie den 11. S. A. zuwandten, Und in der Tat vermochten ja auch einige großstädtische Kommunen drüben größere Kredite hereinzuhvlen. Seit mehreren Monaten aber ist auch diese Kreditquelle völlig versiegt. Man darf deshalb au9 einige Zweifel hegen, ob die amertfanW Bankwelt zugunsten der gegentoarüg im Drenn punkt der Erörterung stehenden Berliner Stadt anleihe ihre prinzipielle Kreditsperre^^ausnahmsweise durchbrechen wird. Die Grunde für diese Strangulation dürften in der das Ausland tief verstimmenden Lösung des A uf to er tu ntnlipn . - 11 86 14.90 14.76 14 86 London. . 20,391 20,433 20.393 20,445 Neuvork . . 4,195 4.205 4.195 4.205 Parts... 19.26 19.30 18.99 19.03 St,47 »1.67 81 46 81,66 Spauicn. . 60.92 61.08 60.87 61,13 1,703 1,707 1.715 1,719 | Rio bc Jan. 0.457 0.459 0.452 1.454 Wien in D - ICeft. abgest 59,057 59,19, 12.474 59.057 59.197 12.434 12.43 12.47 | Belgrad .. 7,32 7,34 7.345 7.365 1 Budapest - . | Bulgarien. 5,tf5 5,915 □ .895 5,915 3.04 3.05 d,03 3.04 1 Lissabon 20.425 20,475 20 4 75 20,525 flon&ti» 80,98 81.18 80 90 61.10 2.2.55 2,265 2.255 2,265 Atben. . 6.84 6.86 6 94 1 6.96 4.178 4,198 18,75 18.85 84,41 84.86 20.358 20,4.38 18,91 19,01 167,63 168,47 14.81 14,9-2 74,96 75,34 59,14 59.44 — — 112,29 112,85 81,62 82,04 60,65 60,95 12,45 12,46 5.84 6.88 Vom 1. bis 10. Juli findet mein Saison-Ausverkauf 6455V statt. 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TclxcS 35. Tel —cl 36. Tel-c5! 37. Dd2 - c2! 38. Tc5xc6 39. Dc2xf5+ und 23. Df3-c3 24. Sb3-c5 25. Dc3xc5 Man sie! jetzt gespielt I 26. Lc2-b3 27. Tdl-cl 20. e4-e5 21. Lb3-c2 10. h7-h6 11. Ta8Xa7? »«schwunsten. 6. d2-d3 7. La4-b3 8. c2-c3 34. Se7xc8 35. Te7-c6 36. Sc8-b6? 37. Sb6-c4? 38. Dd7xc6 Weih gewann im 46. Zuge. 9. Lcl-e3! 10. Sbl-d2 11. Le3Xa7 Der liebe Gott aber hörte sie alle, den Doktor und den Vater, die Mutter und die Tante, den Onkel und Helene. Und sagte nichts. Vicht ich sagte er und nicht wir, sondern lieh einem jedem seinen Glauben. Denn in den großen Kuren, die er in der Welt macht, kann «r auch den Irrtum brauchen. luitgen, Losungen usw. sind zu richten an Schachredaktion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. IS. Don Dalentia Hierin in Barcelona. Schwarz: 24. Se6xc5 25. Ta7-b7 ibt, welche traurige Rolle der Ta7 bis hat. 26. Tb7-b6 27. Tb6-c6? Zu dieser Schwächung ist Schwarz gezwungen. 22. Sd2-b3 22. Sh7-g5 30. 31. 32. 33. 1. e2-e4 2. Sgl - f3 3. Lfl-b5 4. Lb5-a4 5. 0-0 Dieser Zug wu^e früher viel angewandt, ist aber au» der modernen Meisteq-raxll völlig Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. [, Ld5+H- gewann sofort. 28. Tc6-g6 29. c7-c6 Schwarz: Orth- Harmstadl. 1. e7-e5 Orth ist in dieser Partie nicht wiederzu- erkennen- eS war doch hier selbstverständlich, nehmen muhte: was soll dar Weih: Matt in drei Zügen. Weih: 7 Steine. Ke3, Dh7, Tb7, Lbl, Sd6, Bb2, Öh5. Schwarz: 8 Steine. Kc5, Th6, Lh8, Ba7, Bb3, Bc6, Be5, Bh5. Partie Nr. v Die Kur. Don Fritz Müller-Partenkirchen. Als Helene krank wurde, traf es alle wie rin D