s her rke M W 1er irte >». On 0 Ä30Ht. ottcrie- ten er- 35S7s$ hrte Fabrikate jßtcr Auswahl 're, Plattet .Packfilms »er 3596D I* I itrdit teten irell löstet. ligem das eben. gen .00 h! »i- o 0^ so 89 Rr. 101 Erstes Blatt 115. Jahrgang Zrettag, (. Mai 1925 Erschein: täglich, sicher Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerFamtlienbläller Heimat im Bild. monatiiBeiagipreis: 2Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schristleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: MnjelgerÄiefjen. postschecklonto: Kranfsurt o. M. 11886. GWnerAnjriger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: Vrühl'sche Unioerfitätr-vuch- und Zleindruckerei H. Lanze in Gietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm KSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich^, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- klame-?lnzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20" ,Auf- chlaq. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r.Friedr.Wilh Gange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Sicherheitsfrage des Ostens. Wie im Westen, so legt sich auch im Offen um das Deutsche Reich ein Staatenring, dessen Zusammenwirken der einzelnen Teile die Mission der Abschnürung Deutschlands von der übrigen Welt besorgen soll. Rur daß dieser Ring sich nach zwei Seiten hin auswirkt, dank den, Ilmstande, daß wir mit Rußland verbunden lind, dessen Interessen ebenso wohl nach Europa wie nach Asien hin laufen. Durch das in Rapallo begründete deutsch-russische Zusammengehen, dcs'en Ausbau auch unter veränderten russischen Verhältnissen ein Hauptsatz jeder weitschauenden deutschen Außenpolitik sein wird, verknüpfen sich die politischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der beiden Staaten in ausgedehnterem Maße, als dies im Alltag der aktuellen Politik berücksichtigt werden kann. Diese Möglichkeiten sind nicht nur im Baltikum und auf dem Balkan verankert, sondern auch in Borderasien und im fernen Osten, wo ja eigentlich die Berührungsflächen der russischen, angelsächsischen und französischen Politik ruhen oder nicht ruhen. Die uns nächste Seite des uns umgebenden Ringes im Osten hat in der letzten Zeit verschiedentlich durch politische Intensionen llein- ententistischer und baltischer Kreise eine Trübung erfahren. Der Besuch Beneschs in Warschau ist darin nicht ohne Bedeutung gewesen. Dor allem insofern, als sein politischer Sinn einmal der Engerschliehung der tschechisch-polnischen Beziehungen dienen sollte, dann aber auch als Vorbereitung des Zusammengehens der Kleinen Entente mit den baltischen S t a a t e n gedacht war. Der von den beiden Außenminislern unterzeichnete Schiedsvertrag ist für die tfchechisch-polnischen Angelegenheiten ein Fortschritt in der Richtung, daß künftig Konfliktfragen zwischen Polen und der Tscheche, nicht durch Wasfeirgewalt arrsgetragen werden. Des weiteren ist die österreichische Frage sicher nicht ohne Kommentar und ohne Stellungnahme der beiden Minister geblieben. Die Elle, mit der Herr B e n e s ch sich jetzt in Wien anmelden läßt, ist kaum nur in der Besorgnis Prags bcg ündet. Oesterreich könne allmählich ganz in das italienische Fahrwasser kommen. Gewichtiger scheinen uns da seine Bemühungen um die Verkoppelung der ominösen mitteleuropäischen Wirtschaflspro- b l e m e gerade mit der Kleinen Entente, auf diese Weise mit Polen und mit dem Baltikum zu fein. Die in Warschau zustandegekommene Vereinbarung über die Durchfuhr von Munition durch b it Lschechei nach Polen und die Ergebnisse der kürzlich in Riga statt- achavten Militär ko nserenz sind zum mindestens Andeutungen der Kanalrichtungen, in denen machtpolitische Gedanken des östlichen Ringes um uns künftig weit mehr Bedeutung haben werden als bisher. Der deutsche Vorschlag bezüglich unserer Grenzen mit Polen, soweit er in der Sicherheitsfrage eine Rolle spielt, bietet da sicher Lie Möglichkeit, zu gegebener Stunde dem deutschen Recht die Geltung zu verschaffen, die ihm ja auch England zuerkennt iltiferc Initiative ist jedoch schon wieder überholt, und zwar durch Lie Bemühungen Rußlands, mit den dal- tischen Staaten den schon einmal gescheiterten Sicherheitsgedanken im Osten zu erörtern. Hub da Rußland gleichzeitig auch aus den Wegen Les nahen und fernen Ostens seine Einwirkung auf die in der Weltpolitik mitsprechenden Staaten vorbereitet, so taucht die Gefahr auf, daß Rußland sich eines Tages gewissermaßen h i n t en herum das holt, was es vom Westen braucht. Hierbei scheint uns weniger das Tempo von Wichtigkeit zu fein, als das Prinzip oder die Tendenz. Es ist in den letzten Tagen von zuverlässigen ^Kennern der Politik Kemal Paschas gelegentlich mit allem Emst auf die Bedeutung der türkisch-französischen Annäh e r u n hingewiesen worden Betont wurde dabei ausdrücklich, daß, soweit die Außenpolitik Angoras im Einvernehmen mit Moskau arbeitet, zweifellos auch Einwirkungen des Kreml derlieg en. Ist schon hinsichtlich Englands Vorsicht geboten, das jederzeit nur englisch beiden wird, wieviel mehr gegenüber Frankreich, dem an einem Weiterbestehen der guten deutsch-russischen Beziehungen ganz und gar nichts gelegen ist. Roch weiter im Osten tritt in den letzten Wochen d asentscheidende Ringen zwischen Sowjetismus und angloamerikanischem Kapital konkreter in Erscheinung. Die Hinzuziehung englischen Kapitals zur Ausbeutung der nordpersischen Oelfelder entgegen den russisch-persischen Verträgen treibt Moskau auch auf diesem Gebiet zur Entscheidung entweder es verschlechtert seine Beziehungen zu den Westmächten oder es verzichtet auf das Spiel mit Krirgsgedanken und findet sich zu Kompromissen bereit. Rach wie vor bleiben die russischen Geldsorgen eine treibende Kraft, die nach dem russisch-japanischen Bündnis vom Januar b. I. gleicherweise für England wie für AmerikcOaktriell geworden sind. In der russisch-französischen Schuldenfrage ist eine Verständigung heute schon nicht Mehr soweit über den Bergen, wie im vorigen Jahr. Als der eigentliche Puffer zwischen drm Westen und Osten sind w i r demnach nicht so sehr mehr als Land bedroht, übet das ein etwaiger künftiger Krieg dahinfluten würde, denn als politisches Objekt der großen Welt- Die Etatrede des Neichsfinanzminifters. Die neuen Steuern. — Die Aufwertung. Berlin, 30. April. (WLB.) An erster Stelle der Tagesordnung stand die erste Lesung der neuen Steuer- und Aufwertung s- g e s e h e. ReichSsiuanzmiuister v. Schlicken erflärte bei Begründung der Gesetze, daß auf Jahre hinaus die Entwicklung der Staats- und Volkswirtschaft von der Gestaltung dieser Entwürfe abhänge. Es solle versucht werden, die steuerliche Belastung in Ueberein- st i m mu ng mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zu bringen sowie mit der durch die Reparationslasten gekennzeichneten besonderen Finanzlage des Reiches. Die in der Inflationszeit verwischte Grenze zwischen Reich, Ländern und Gemeinden solle wieder klar gezogen werben in einer Weise, die allen Teilen Bewegungsfreiheit lasse. Die in den Steuergesehen zutreffende Regelung wirke unmittelbar auf den Finanzausgleich und die endgültige Gestaltung ein Die Finanzlage des Reiches spiegele sich in den Augen der Oeffent- lichkeit als eine außerordentlich günstige, da es gelungen sei, nicht nur die Ausgaben durch die Einnahmen zu decken, sondern darüber hinaus nicht un erhebliche äleberschüsse zu erzielen. Trotzdem sei er aber nicht in der Lage, den allgemeinen Optimismus zu teilen. Man könne nicht von der augenblicklichen Kassenlage des Reiches auf feine dauernde Leistungsfähigkeit schließen. Der Minister gibt dann einen ileberblid über das Finanzjahr 1924 Der Etat für 1924 sah an Einnahmen aus Zöllen und Steuern 5244 Mill. Mark vor, nach Abzug der Kleber- Weisungen an Cänber und Gemeinden. Tatsächlich seien von April 1924 bis März 1925 7312 Mill. Mark, nach Abzug der llebertocifungen an Länder und Gemeinden 4567 Mill. Mk., aufgekommen, so daß sich gegenüber dem Haushaltsentwurf ein Mehr von 1185 Mill. Mk. ergibt. ilnter Hinzunahme der außerordentlichen Einnahmen stellt sich der Gefamtüberschuh des Reichs auf 1922 Millionen Mark. Rach Deckung der außerordentlichen Ausgaben aus äleberschüssen des ordentlichen Etats sowie des ungedeckten Fehlbetrages für den Haushaltsentwurf für 1924 in Höhe von 348 Mill. Mk. blieb schließlich ein Reinüberschuß von 1574 Mill. Mk. Dieser Lieberschuß ist verwendet worden teilweise zur Abdeckung dringender Schuldverpflichtungen, teils zur Rückstellung für noch bevorstehende einmalige unvermeik bare Ausgaben. Zur Abtragung der dem Reiche noch aus der Zeit des passiven Widerstandes und der Inflation noch obliegenden Verpflichtungen sind neben den bekannten Barentschäd gungen in Höhe von 577 Mill. Ml. für den Rückkauf von Goldanleihen 136 Mlll. Mk. verwendet worden; außerdem sind vorgesehen für eine orige- meffene Entschädigung der Gewalt- und Liquidationsschäden 270 Mill. Mk., ferner eine weitere Entschädigung der Länder aus Anlaß der H o l z w e g n a h m e in den Wäldern des besetzten Gebietes. Der Gesamtbetrag der nachgeforderten Ausgaben beträgt 527 MilkMk. Ferner muß dafür gesorgt werden, daß die für die Aufwertung vorgesehenen 150 Mill. Mark kastenmäßig vorhanden sind. Da a'le diese Ausgaben sicher vorhanden sind, müssen die entsprechenden Rückstellungen vorgenommen werden. Für nicht vermeidbare Ausgaben sei dann nicht einmal ein bescheidener Betriebsfonds vorhanden, wenn nicht Ersparnisse gemacht worden wären. Diese stehen jedoch zur Zeit noch nicht fest. Ohne einen solchen Detriebs- mittelfonds ist aber eine geordnete Verwaltung des Reiches auf die Dauer nicht möglich. Im Frieden betrug der Betriebsmittelfond 600 000 Mark; heute müßte er e gentlich weithöher sein. Wenn die bis jetzt noch vorhandenen Mittel im Laufe des Jahres 1925 verbraucht fein werden, fo entsteht ein Loch, das ausgefüllt werden must, wenn nicht die ReichSberwaltung zum Stillstand kommen soll. Der Finanzminister behandelt dann des Haus- hallsvoranfchlag für 1 9 2 5 und verweist dabei aus die großen Ausgaben, die dem Reiche bevorstehen. Rach der Schätzung des Voranschlages besitzt das Reich an Besitz- und Verbrauchssteuern rund 5 Milliarden Mk., an Zöllen und Verbrauchssteuern 1,5 Milliarden Mk., so daß sich insgesamt an Steuern und Zöllen eine Einnahme von 6,5 Milliarden Mk. ergibt. Rach Abzug der llebertocifungen an Länder und Gemeinden verbleibt dem Reiche aus Steuern und Zöllen ein Rettobetrag von rund 4,2 Milliarden Mark. Die Gesamteinnahmen des Reiches einschl eßlich dec Reichsbahneinnahmen belaufen sich Mif 4652 Millionen Mk. Rechnerisch ergibt sich also bereits für 1925 ein beträchtlicher Fehlbetrag Um diesen Fehlbetrag teilweise zu deck.'n. ist eine Erhöhung bet Zölle und der Bier - und Tabaksteuer erforderlich. Bedenkt man die außerordentliche Steigerung der Ausgaben des Reiches, die besonders durch die Uebernahme der F i - nanzvcrwaltung auf das Reich erheblich gestiegen sind, so kann angesichts der allgemeinen Preissteigerung bei einer Erhöhung der Aus- gaben um 30 Prozent gegenüber der Friedenszeit nicht auf eine Verschwendung in der Reichs- Verwaltung geschlossen werden. Im Jahre 1926 beginnen aber die Reparationslasten mit 495 Millionen Mark, die sich im Jahre 1927 auf 675 Millionen Mark, 1928 auf 1230 Millionen Mark und ab 1929 auf 1540 Millionen Mark steigern werden. (Lebhaftes hört, hört!) Selbst bei einer günstigen (Snttoi^ctung der Einnahmen muß schon für 1926 mit einem nicht unerheblichen Fehlbetrag gerechnet werden. Das Bild der Zukunft ist also ein ernstes und zwingt die Regierung, sich in der Uebernahme neuer finanzieller Verpflichtungen außerordentliche Beschränkungen aufzuerlegen. Der Finanzminister bespricht dann im einzelnen die Finanzvorlagen und hebt hervor, daß es sich bei den Vorlagen um ein geschlossenes Ganzes handelt, und daß es für die deutsche Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist. ihr ein genaues Bild zu geben. Der Finanzminister hält an der Regierungsvorlage fest. Die Selbstderantwortung der öffentlichen Körperschaften müsse wiederhergestellt und ein Ansporn zur Sparsamkeit gegeben werden. Die Aufwertungsfrage habe dieOeffent- lichkeit bereits lebhaft beschäftigt. Es wird versucht werden, die Frage der Ablösung der öjfent- lichen Anleihen einheitlich, endgültig und in sozia ler Weise zu regeln. Aber auch dabei müßte die Finanzlage des Reiches und die Rotwendigkeit zur Sparsamkeit berücksichtigt werden. Der Zwang dieser Lage hat zu der Unterscheidung zwischen altem und neuem Besitz geführt. Der Minister warnt vor einer etwaigen Erhöhung der Sähe der Aufwertungsvorlage, wodurch das finanzielle Gleichgewicht des Reiches erschüttert werden tonne. Die Gefahr ein er neuen Inflation, die zur Zeit in keiner Weise besteht, müsse unter allen Umständen auch in späteren Zeiten vermieden werden. Darum dürften auch das Jahr 1925 und die folgenden Jahre mit keinem Fehlbetrag abschliehen. Der Minister bittet den Reichstag dringend, durch Verabschiedung der sorgsam abgewogeivn Gesetzentwürfe dem Reiche, den Ländern un) den Gemeinden das Aut geben, was sie brauchen. Im einzelnen soll durch eine endgültige Regelung der Aufwertungsfrage den Bo- troffenen eine wirtschaftliche H l|C zuteil werden, die jedoch keinesfalls über den Rahmen hinausgehen darf, welchen unsere arme Volksgemeinschaft ohne Gefährdung ihres Bestandes zu ertragen vermag. Die Beschlüsse des Reichstags sollen eine dauernde Grundlage schassen zum Wiederaufbau unser sVaterlandes. (Beifall.) Neichsjustizmiuifter Freuten erörtert dann die Rechtsgrundsähe, die für das Ministerium zum Aufwertungsgesey bestimmend waren. Die Reichsregierung betrachte die Auswertungsfrage weder als eine Rechts- noch als eine Wirtschaftsfrage. Sie strebe nach höchster Gerechtigkeit, da sie die Verantwortung für den wirtschaftlichen Fortbestand und den wirtschaftlichen Aufstieg unseres Vaterlandes trage. Die Austo.'rtungssrage ist auch vorwiegend eine soziale F.age. Sie würde zu einer Schicksalsfrage des D utfchen Reiches werden, wenn bei ihrer Lösung nicht auch individuelle Gesichtspunkte be- rückfichtigt würden. Die Vorlage dürfte sich nur auf reine Vermögen Sanlagen beschränken. Der Minister geht dann auf die vom Reichsrat bei der Hypothekenaufwertung vorgeschlagenen Aen- berungen ein. Eine Aufwertung der Industrieobligationen und der Bankguthaben erscheine der Reichsregierung finanziell nicht tragbar. Der Minister schließt mit dem Wunsche, daß jetzt eine endgültige Lösung des Aufwertungsproblems erreicht werden müsse zur Beruhigung der Wirtschaft und zum Segen für das Reich. Die Beratung der Vorlage wird hierauf auf Montag vertagt, um den Abgeordneten die Möglichkeit zu geben, inzwischen die Stenogramme der Ministerreden ,u studieren. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Reichs- wirtschaftsministers. Abg. Rodert Schmidt (Soz.) bezeichnet die Zusammenballung und Vertrustung !| r o 6 e r Unternehmungen als eine Zeiter- cheinung, die nicht im Sinne einer gesunden wirt- chaftlichen Entwicklung liege, sondern im heutigen Deutschland die Nachwirkung der Inflationszeit und die Frucht gewaltiger Börsenspekulationen sei. Der deutsche Auslandabsatz ist immer erschwert. Wir können mit dem Ausland nur konkurrieren, wenn wir uns auf die Herstellung von Waren konzentrieren, die qualifizierte Arbeitskräfte erfordern. Die Löhne müßen erhöht werden, um durch eine Hebung der Kaufkraft unseres Volkes der deutschen Produktion einen besseren Absatz auf dem inländischen Markt zu verschaffen. Abg. Lejeune-Jung (Dtntl.) sieht in der Vertiefung der Gegensätze zwischen A r b c i t g e be r n und Arbeitnehmern und zwischen Groß- und Kleinbetrieben eine Gefährdung der deutschen Wirtschaft. Deutschland empfinde erst jetzt nach der Markstabrlisierung die schwere 2(mpu» tation, die der Versailler Vertrag an seinem Wirtschaftsgebiet vorgenommen hat. Eine sehr bedenkliche Erscheinung sei die große Passivität in der deutschen Handelsbilanz. Die E i n f u h r v o n Fertig w a r e n , besonders von lertilroaren, sei in einer Weise gediegen, die höchst ungünstig auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft wirke. Durch eine Steigerung d e r deutschen 2k u 5 f u t) r allein sei die deutsche Handelsbilanz nicht auszugleichen. Man müsse vielmehr zu einer Einschränkung der Einfuhr kommen und Schutz- und Ausgleichszölle elnführen. Weiterberatung Samstag. Politik, das eines Tages aus diesem oder j men Grunde vom Westen und Osten kurzerhand ebtnfo wie seine Rheinfrage verschachert werden kann. ^anzlerrede und Sicherheitspakt. Die Antwort der Alliierten auf den deutschen Garanticvorschlag. London. 1. Mai. (WTB. Funkspruch.) In eineni Leitartikel über die deutsche Politik sagt „Daily Telegraph" u. a., wenn der Sieg eines Hindenburg ein Gefühl des Mißtrauens hervor- gerufen habe, so habe Dr. Luther das beste getan, um diese Besorgnisse zu beseitigen und eine ruhigere Atmosphäre geschaffen. Zu der Beschwerde Dr. Luthers in Bezug auf die Räumung der Kölner Zone unter Hinweis auf inner- politische Schwierigkeiten sagt das Blatt, die britische Regierung wünsche ebenfo dringend wie Dr. Luther eine baldige Lösung der Kölner Frage. Rach wie vor sei man der Ansicht, daß der deutsche Sicherheitsvorschlag mindestens eine Grundlage für eine Regelung darstelle, das neue französische Ministerium könne aber keineswegs infolge des plötzlichen Hervortretens Hindenburgs die Politik seiner Vorgänger in dieser Frage in vollkommen gleichem Geiste wieder aufnehmen und fortsetzen. Es müsse sehr vorsichtig vorgehen und man werde mif einer Verschärfung der von Herriot aufgestellten Bedingungen hinsichtlich des deutschen Sicherheitsplanes zu rechnen haben. »Daily Rews" sagt in einem Leitartikel, die ersten Tage der Präsidentschaft Hindenburgs hätten keinen plötzlichen Ausbruch aggressiver Politik gebracht. Dr. Luthers Rede sei beruhigend gewesen. Der Widerstand des Kanzlers gegen die Fortdauer der Besetzung Kölns dürfe nicht unbeachtet bleiben. Entweder müßten öie Vorwürfe gegen Deutschland klargestellt ober Köln geräumt werden. Der Londoner Berichterstatter der Havas- agentu r glaubt mitteilen zu können, daß die diplomatischen Verhandlungen zwischen London und Paris über die deutschen Sicherheitsvorschläge kaum vor Mitte Juni in eine entscheidende Phase treten können. Die erste Frage, die zwischen der französischen und der englischen Regierung erörtert werde, betreffe die Antwort auf den deutschen Paktvorschlag. Hierfür werde die französische Regierung einen Antwortmtwurf liefern, der aber jedenfalls erst in etwa zehn Tagen überreicht werden tonne. Wenn die französische, die englische, die belgische und die italienische Regierung sich geeinigt hätten, würden sie am gleichen Tage, aber individuell, der deutschen Regierung eine Antwort erteilen. Das wäre alsdann der Ausgangspunkt für Verhandlungen größeren Amfanges. Rebenher könnten die französische und die englische Regierung die Mitteilungen des Marschalls F o ch an die Dotschafterkonfevenz prüfen. Des Reichspräsidenten Amtsantritt. Der Reichsinnenminister bei Hindenburg. Hannover, 1. Mai. lLU.) Reichsminister des Innern Schiele, der gestern nachmlltag in Begleitung des Herrn von Keudell nach Hannover gekommen ist. wurde abends gegen 61/2 vom Reichspräsidenten von Hindenburg empfangen und zur Abendtafel geladen. Gegen 10 Hf>r kehrte der Minister ins Hotel zurück, um heute vormittag wieder nach Berlin zu reifen 3n einer Unterredung mit dem Vertreter der Telunion erklärte der Reichsministcr. daß Generalfeldmarschall von Hindenburg bei den Besprechungen in Hannover immer wieder das Moment der ^leberparteilich- k e i t betont habe, mit dem er sein Amt als Reichspräsident an treten und führen werde. Die von gewisser Seite in der letzten Zeit ausgespielten und konstruierten Gegensätze und Schärfen zwischen den beiden großen Parteien des bisherigen Reichsblocks kennzeichnet Minister Schiele als tendenziöse Bestrebungen, die jeder realen Grundlage entbehren. Die Parteien, die die Kandidatur Hindenburgs gepsllgt und gefördert hätten zeigten eine sichere, fest gefügte Tendenz, die sich auch in der innerpolitischen Entwicklung der allernächsten Zeit abzeichnen werde. Der Reichsminister ljatte eine mehrstündige älnterredung mit dem Reichspräsidenten, in der die Einzelheiten für die Einführung des Reichspräsidenten in fein Amt sestgelegt wurden. Hindenburg legte den größten Wert darauf, die Feierlichkeit der Anrts- übernahme so einfach wie möglich zu ge- gest alten. Der Feldmarschall betonte bei der Beratung der einzelnen Programmpunkte immer wieder, bah er keine besondere Ehrung für sich wünsche und vor allem den völlig überparteilichen Charakter der Feier streng gewahrt wissen wollte Das Programm der Feier wird etwa folgendes fein: Bor dem Reichstagsgebäude wird eine Reichswehrkompagnie beim Eintreffen des Reichspräsidenten die militärische Ehrenbezeigung erweisen. Ruf besonderen. Wunsch des Feldmarschalls wird hierzu die traditionelle Kompagnie des 3. Garde-Regiments zu Fuß bestimmt werden, bei dem Hindenburg seine militärische Laufbahn begonnen hat. Rach der Eidesleistung im Reichstag wird der Reichspräsident im Reichsprasidentengebäude durch ben stellvertretenden Reichspräsidenten Dr. Simons begrüßt werden, worauf der Reichspräsident den Reichskanzler und die Mitglieds» des Reichskabinetts empfangen wird. Für ben nächsten Lag ist eine Reihe von weiteren Empfängen vorgesehen. Dr. Marx an den Reichspräsidenten Berlin, 30. April. ($S1.) Reichs.anzier a. D. Marx hat von Sigmaringen aus an den ® c • nrralfeldmarschall von Hindenburg folgendes Schreiben gerichtet: „Las deutsche Dolk hat Ew. Exzellenz zum Reichspräsidrntrn gewählt. Es entspricht dem Geiste, wahrer Demokratie, daß nunmehr jeder, der sich zu ih? bekennt, zur Entscheidung der verfassungsmäßigen Mehrheit des Dolles steht. Darum ist es mir ein Bedürfnis, Ew. Exzellenz meinen aufrichtigen Wunsch und die Hoffnung auszu- sprechen, daß unter Ihrer Präsidentschaft das deutsche Doll die inne re Ruhe und den äußeren Frieden finden möge, wonach unser aller Streben geht. Möge der ringe- leitete wirtschaftlich« Gesundungs- Prozeß zum Segen von Doll und Deich rng stört f?r f 'reiten. Möge d e Durchdringung tn eeS ganzen öffentlichen Lebens mit wahrhaft dLmo.ratifchem und sozialem Geiste alle Krankheitsers ^e'nurgen heilen und die sittliche Reinigung und Erneuerung unseres Dolles beschleunigen. Möge es unserem deutschen Bolle vergönnt sein, auf dem eingeschlagenen Wege der i n t e r n a t i o - n 3 l c n Verständigung in Frieden und Wohlfahrt recht bald wieder die Stellung ein» zunehmen, auf die eS dank seiner Fähigkeiten und seiner Leistungen Anspruch hat. Mit der Dersicherung meiner besonderen Hochachtung bin ich Euer Exzellenz ergebener Marx, Reichskanzler a.D." Unter der Lieberschrift „Einigung" schreibt die Germania: Der neu gewählte Präsident der Republik v. Hindenburg hat fid> nach .seiner Wahl dahin geäußert, daß es für ihn Hetzt keinen ReichSblock mehr gebe, sondern nur och ein deuts ches Volk in seiner Gesamtheit, also der Ruf zur Sammlung ergeht. -Der Präsident kann sicher sein, daß dieser Rus nicht ungehört verhallen wrd. Hindenburg w.rd, wenn er sich für die Einigung Deutschlands einsetzt, aus keiner Seite sympathischere Zustimmung finden als bei der parteipolitischen Mitte. Dr. Marx an seine Wähler. Berlin, 30. A r l. (TU.) Reichs aezler a. D. M a r x hat an die Parte.en und Wähler des Dollsöloctes eine Kundgebung erlassen, in dec es heißt: „Es ist mir ein tief empfundenes' Bedürfnis, den über 13Vs Ill.onen deutschm Rimmern und Frauen, die mit mir am Wahllage ein aufrich- t'.aes Bekenntnis zum repüb.icani ch-demokraä- schen Staat abgelegt haben, herzlichsten Dank zu sagen. Die (3 ttscheidung ist gegen uns gefallen. Generalleldmarschall von Hindenburg ist zwar nicht mit absoluter Mehrheit zum Reichspräsidenten gewählt, aber infolge der staats- unb arbeiterfeurdltchen Ha.tung brr Kommunisti- scheir Partei hat sich noch eine relative Mehrheit für den Kandidaten des Reichsblockes ergeben. Es ist für uns jedoch ein stolzes Bewußtsein, daß die Wähler des Bolksblockes sich von klarer, politischer Erkenntnis leiten liehen. Wir als die Schützer der Verfassung haben die hcilgr Pflicht, in dem verfassungsmäßig gewählten Reichspräsidenten den Repräsentanten des deutschen Dolles und der deutschen Republü zu achten. Wir dürfen nicht in den Fallen unserer Gegner herfallen, die ehedem vor keiner Verunglimpfung und Verdächt'gung des Vorgängers des jetzigen Reichspräsidenten zurückschreckten unb da- mit stch gegen die Gebote der Staatsautorität schwer versündigt haben. Wir schämen uns nicht unserer Riederlage, denn wir haben als aufrechte Männer und Frauen ehrenvoll und nicht ohne Erfolg gekämpft. Lins eint die klare Er- kenntnis der harten Rotwendigkeiten unserer Außenpolitik. Uns eint das Bewußtsein, daß ein unzweideutiges Bekenntnis zur deutschen Re- publik die notwendige Voraussetzung einer starken Staatsautorität ist. Lins eint dec Wille unser ganzes öffentliches Leben mit sozialem ’ Geilte zu durchdringen." Kein Wechsel im Bureau des Re ^Präsidenten. Berlin, 1. Mai. (T. U.) Bei dem vorgestrigen Bestich des St a at s s e k r e t ä r s D r. Meißner bei dem Reichspräsidenten von Hindenburg ist die Frage des Staalssetretärs beim Reichspräsidenten endgültig geklärt worden. Der Reichspräsident hat, wie der „Lokalanzeiger" Höri, den Staat-.. sekretär Dr. Meißner gebeten, sein Amt bei. zubehalten. Infolgedessen wird weder aus diesem Posten, noch in den sonstigen A e m - t e r n im Bureau des Reichspräsidenten e-ne Aen- derung cintretcn. Die politische Aussprache im Landtag. Um das Vertrauensvotum für Braun. Berlin, 30. April. Das Haus setzt die allgemeine politische Aussprache über die Regierungserklärung fort. Ministerpräsident Braun: Die Behauptung des Äbg. Lubick«, er hätte sich zur Schuldlüge bekannt, sei ebenso falsch und ebenso eine Lüge wie die. daß Deutschland und seine Verbündete die Alleinschulbigen am Kriege seien. Die Richtlinien der großen Koalition erachte er auch jetzt noch für das Kabinett als richtig. Er bedaure. daß gerade Herr v. Campe, der 3- .> Jahre mit ihm auf Grund dieser Richtllnien Politik gemacht habe, jetzt diese Richtlinien nicht mehr anerkennen will. Szenen wie die, die von der Rechten hier aufgeführt worden seien, können nicht arbeitsfördemd wirken. Ein jeder Abgeordneter unb jeder Regierungsver- tretcr müsse für sich das Recht in Anspruch nehmen können, hier gehört zu werden. Eine Volksgemeinschaft, bon der die Sozialdemokratie von vornherein ausgeschlossen werden soll, sei keine Votksgenreinschast. W.il das Zentrum sich weigert, eine derartige Politik mitzumachen, schiebt man dem Zentrum die Schuld für das Mißlingen eines arbeitsfähigen Kabinetts in die Schuhe. (Lärm rechts.) Es muß möglich sein, auf dem von uns eingeschlagenen Wege eine arbeitsfähige Regierung zustandezubringen. (Lärm rechts.) Ich habe die Hoffnung, daß sich das Haus dieser Staatsnotwenbigkeit nicht ver- schlieAm wird. Unter allen Amständen sei eS seine Pflicht, eine arbeitsfähige Regierung zustande zu bringen. Gelingt das nicht, so bleibt nichts anderes übrig als die A u f k v f u u g. ES liege aber im Interesse des Dolles, ihm eine neue Wahl zu ersparen: denn im Bolle bestehe eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe. Deshalb hosfe er, daß der Landtag sein Verhalten so einrichtet, um dem Doll eine. Reuwahl zu ersparen. Der Ministerpräsident schließt: Meine Herren von der D-utschm Volkspartei! Kehren Sie zu der bewährten Koalitionspolitik zurück, und wir werden Ruhe im Volke haben. (Lärm rechts, Beifall links und in der Mitte.) Abg. Meyer (bn.): Eine Volksgemeinschaft einschließlich der Sozialdemokratie ist n chl möglich, denn die Sozialdemokraten können keine aufbauende Arbeit leisten. (Lärm links.) Abg. Wilder in ann (Ztr.): Wenn das Zentrum mit den Sozialdemokraten nicht zusammen arbeite, so gebe es bmuit einen seiner Grundsätze auf. (Lärm und Wide spruch rechts.) Eine Gesinnungsgemeinschaft zwischen rechts und links sei möglich: sie müsse sich aber gründen auf die gemeinsame Liebe zum Vaterland. Wir stoßen keine Partei zurück, die sich auf den Toden der Verfassung stell' und gewillt ist. am Wohle des Vaterlan- :5 mi’-uavbeiten. 2Ibg. von Richte tivführer und der Heizer sind unverletzt, La sie kurz vor der Entgleisung ab- sprangen. Die Toten befanden sich fast sämtlich in einem Wagen 3. Klasse, ber sich in ben ersten Wagen hineingeschvben hatte. Die Loten find bis auf einen polnischen Zollbeamten deutscher Rationalität. Anscheinend liegt etn Verbrechen vor, da eine Schiene gelöst war. Ein anderer mitfahrender Reisender, ein Oberingenieur aus Danzig, gibt folgenden Bericht über das Unglück: Ich sah in einem Wagen 3. Klasse. Kurz vor dem Einfahrtfignal vor Preußisch-Dkargard, wo sich eine Böschung von sechs Meter Höhe befindet, spürte ich einen kräftigen Ruck. Ich war in dem Glauben, daß die Lokomotive unseres Zuges auf einen Güterzug aufgefahren sei. Der Wagen, in dem ich mich befand und der voll besetzt war, geriet ins Schwanken unb stürzte bie Böschung hinab. Die anderen Wagen standen kreuz unb quer durcheinander in einer Reigung von 45 Grad. In einem zersplitterten Wagen waren viele Personen eingesperrt, die mittels Stahlfägen befreit werden mußten. Im ersten Augenblick des furchtbaren Anpralls waren uns allen die Sinne geschwunden. Rachdem ich das Bewußtsein wiedererlanat hatte, kletterte ich über sechs bi s acht Tote hinweg und ging zur Lokomotive. Sie lag umgekehrt nach dem Böschungswinkel zu mit den Rädern nach oben. Bedauerlicherweise war J, t Stunde nach dem Unglück noch fein Rettungskommando zur Stelle. Es waren nur zwei Lampen vorhanden, die aber bald ausbrannten. Die Un- glücksslätte war bann vollständig in Dunkelheit gehüllt. Wir fuhren mit einem Hi 1 fszug nach Preuß.-Stargard und gelangten von dort mit dem Ost-Expreß nach Schneidemühl. Mord im Tegeler Forst. Im Tegeler Forst wurde der Bankbeamte Schwenke aus Weidmannslust von spielenden Kindern ermordet aufgesunden. Der Tote lag in einer großen Blutlache neben feinem Rade. Die Kriminalpolizei erkannte sofort, daß es sich um ein Kapitalverbrechen handelte. Die vorläufige ärztliche Besichtigung ergab, daß die Leiche eine Schußwunde im Rücken hat und daß das Geschoß die Lunge durchbohrt haben muß. Dem Täter ist man bereits auf der Spur. Die Stabt Berlin zahlt Schadenersatz. In dem Prozeß des Arztes Arndt, der gegen die Stadt Berlin Hagle, weil er im Krankenhause Friedrichshain infolge m a n-- gelljafter sanitärer Einrichtungen dec" Tuberkulosestation eine lebensgefährliche Infektion davvnaetragen hat, ging das Kammergericht als zweite Instanz über bas Urteil des ersten Gerichts noch hinaus unb erweiterte den Spruch dahin, bah die Stadt Berlin vsm 1 März an dem A.zt monatlich 6 0 0 M a c k zu zahlen habe, um ihm einen Kuraufenthalt im Süden zu ermöglichen. Nordpolslrg nächste Woche. Wie wir hören, sind Oie Vorbereitungen für ben Rordpvlflug Amunbsens soweit sortgeschritten, daß die Fahrt Ende nächster Woche angetreten werden kann, wenn es das Wetter erlaubt. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 1. Mai 1925. Das Recht auf die Dachantenne. Verschisdene Berliner Landgerichts hatten ein Recht der Wohnungsrnieter auf Errichtung einer Dachantenne nicht anerkannt Einen entgegengesetzten Standpunkt hat jetzt das Landgericht Bautzen eingenommen. Es stützt sich in seinem Erkenntnis auf § 535 BGB., demzufolge ber Vermieter dem Mieter „den Gebrauch" ber Mietsache zu gewähren hat, unb führt im Anschluß baran folgendes aus: Soweit sich der Umfang des Gebrauchs nicht unmittelbar aus dem Vertrage ergibt, ist für ihn Bie Verkehrssitte maßgebend, und nach dieser hat beispielsweise ber Vermieter regelmäßig die Einrichtung einer Fernsprechanlage dem Mietrr zu gestatten. Reben bem Fernsprecher ist aber ’n ben letzten Jahren immer mehr bie drahtlose Uebermittlung von Rachrichten aufgekommen, und in absehbarer Zeit ist mit ber weitesten Verbreitung des Rundfunks zu rechnen. Obgleich der Ausbau der (Srfinfcung noch keineswegs abgeschlossen ist, fo herrscht doch im geschäftlichen wie im Privatversehr schon das eifrigste Bestreben, sich dieses Hilfsmittels, dessen Betrieb verhältnismäßig geringe Vorkehrungen erfordert, zu bedienen, sei es zu geschäftlichen Zwecken, wie zur Entgegennahme von Wirtfchaftsberichten, sei es zu Unterhaltungszwecken, wie zum Anhören von Vorträgen. Reden, Musitstücten ufw Es wäre nun , Ni höchsten Grade rückschrittlich, wollte man dem Rundsunk nur deshalb, well er nicht schon jetzt Gemeingut des öffentlichen Verkehrs ist. bie Anerkennung als Verkehrsmittel versagen. Dieselbe Verkehrssitte. bie bem Vermieter ziiinutet, ben Fernsprec^nast zu bulben. fordert von ihm auch, daß er die Anbringung eines Mastes für die Runbfunkanlage seines Mieters gestattet. Dabei ist die Frage, ob eine wirtschaftliche Rotwenbigkeit vorliegt, nicht aus- fchlaggebenb. Es sinb freilich auch Ausnahmen bentbar, von benen jedoch im vorliegenden Falle keine Rebe sein kann. Der Dlitzgefahr läßt sich, wie bet ber Fernsprechleitung, durch sachverständige Erdung begegnen, und auch eine Verunstaltung des Hauses ist durch die Antenne nicht zu befürchten. Wenn der Kläger, tote ber beklagte Eigentümer geltend gemacht hatte, seinen Runbfunk zu geschäftlichen Vorführungsztoecken gebrauchen wollte, so würbe barin allerdings ein vertragswibriger Gebrauch ber Wohnung liegen, bie bem Kläger ja nur zu Wohn- und nicht zu Geschäftszwecken überlassen ist. Der Kläger hat aber eine btefen Verbacht ausschlie- ßenbe Erllärung abgegeben; es könnte ihm baher die Anbringung der Antenne nicht verwehrt werben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Deutsche Bolkspartei: Uhr Gewerbehaus (Saal In) Mitgliederversamlung. — V. 5). C.: Mvnatsver- sammlung. — Zirkus Straßburger: 3$ Uhr und 74 Uhr Festvorstellungen. — Deutsche Volkspartei. Heute, 5reitag, abend SV? Uhr im Gewerbehaus Mitgliederversammlung mit Vortrag des Generalsekretärs K o l l b a ch - Darmstadt. (Siehe gestrige Anzeige.) Wetten ^ranssaqc. Unruhig, bei wechselltder Bewölkung Stegen- fälle in Form von Schauern, später kühler (in höheren Lagen nachts Temperaturen nahe Rull). Ein Teiltief ist mit seinem Kern über Süb- cnglcmd schnell nach Westdeutschland gezogen. Sein Durchgmtg durch unser Gebiet steht bevor. Im Rorbmeer kündigen sich weitere Störungen an, so bah die Llussicht auf eine längere Periode trockenen beständigen Wetters iwch nicht gegeben ist. ßU, Von der Landesuniversität. Die erste feierliche Immatrikulation findet am Samstag, 12 Uhr pünktlich, im großen Hörsaal der Universilät statt. - Zur Festsetzung ber Mai-Miete teilt bas Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft mit, baß in bem Mietsatz von 80 v. H. ber Friebensmiete. wie er zur Zeit bestehl, 14 v. H für laufenbe Instanbsehungskosten enthalten sinb. •* Die erste biesjährige Schlußprüfung ber Kanbibaten ber evangelischen Theologie hat gestern vormittag in ben Ämtsräumen bes Landeskirchenamts ihren Anfang genommen. Cs beteiligen sich daran sieben Examinanden, von denen sechs aus Starkenburg unb einer aus Oberhessen sinb. ** Fernschnellzüge. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Mit dem Inkrafttreten des Smünterfahrplans werden auf einigen Haupnchneüzugslinien wieder Fernschnellzüge mit 1. und -2. Klasse einaeführt. Der Mehrpreis für die Benutzung dieser Fernschnellzüge beträgt in erster Klasse sechs Mark und in zweiter Klasse drei Mark, ist also gleich dem Preise der betreffende« Schnellzugszuschlagkarten für die dritte Zone. " Der Gießener Tierschutzoerein hielt vor einigen Tagen rm Kaufmännischen Dereinshaus seine Hauptversammllung ab. Stersitzender Fritzel eröffnete die Versammlung mit deren Begrüßung. Aus dem Jahresbericht 1924 25 (April Marz) ist zu entnehmen, daß die wirtschaftliche Not unseres Volkes auch schwer auf bem Verein lastete. Sie hemmte seine Tätigkeit fast völlig. Zum Verlust der 400 Mark Zinsen aus der Berta-Worms-Stiftung trat der jeenes gesamten Vereinsvermögens sowie der starke Rückgang seiner Mitgliederzahl durch Tod, Wegzug oder Austritt. Dieser wurde vielfach zu Recht begründet mit persönlicher Notlage, zuweilen erfolgte er aber auch ohne jegliche Ursache, will man (Gleichmut oder auch völlige Unkenntnis des gemeinnützigen Tuns des Vereins als solche nicht anerkennen. Die Mitgliederzchl des Vereins steht zur Zeit noch nicht endgültig fest. Nickt unerwähnt bleibe, daß die Stadt Gießen mit jährlich 20 Mark dem Verein beitrat. Um zu sparen, wagte der Verein den Versuch, die Beiträge durch zuverlässige Schulkinder erheben zu lassen. Er mißglückte indessen nahezu. Nunmehr betraute ber Verein seinen ehemaligen Verein-diener Ernst mit dieser mühseligen Ausaabe. Nachdem der Vereinsbeitrag für 1925 auf 2 Mark erhöht worden war, weil jedes Mitglied die allgemeine Tierschußteit- schrift vom 1. Januar ab wieder kostenlos erhält, übernahm Ernst aufs neue das Amt des Vereinsdieners. Im verflossenen Jahre hatte der Verein den Tod seines langjährigen sniheren Rechners, des Prokuristen Wolff, zu , beklagen. Vorsitzender Fritzel gedachte bewegten Wortes des treuen Mannes und seiner selbstlosen Arbeit im Dienste des Ver eins, der dem teueren Entschlafenen ein ehrendes Gedenken bewahren wird. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder tuurben durch Zurni einstimmig wiedergewählt. An Stelle von Frl. M. F e d c r , dic wegen übergroßer Berufsarbeit aus dem Vorstand ousaeschieden ist, trat Frk. Klara Wolff, an Stelle des Regierungsrats von Ge m m i n g c n Bäckermeister Schreiner. Rechner Leitner regte an, die Futterkasten und -breiter in den städti- fchen Anlagen ausbeffern oder, wenn sie allzusehr beschädigt seien, durch neue ersetzen zu lassen. Dieser Slusgabe enthob den Verein in dankenswerter Weise die Stadtverwaltung, indem sie selbst die Herstellung dieser Futterstellen übernahm. Auch von der Sorge, woher das Geld kommen solle, damit er in ,en Tagen der Not die hungernden Vögel sättigen könne, sollte er bald befreit werden. Erbot sich doch Kaufmann Ludwia D ö l l, Mitglied des Vorstandes, im kommenden Winter wiederum das orforderliche Vogelfutter zu spenden. Dankbar sei das hochherzige Verhalten dieses wahren Tierfreundes an dieser Stelle hervorgehoben. Da für Höhlenbrüter nicht nur Wohnungsnot besteht, sondern diese auch noch im Wachsen begriffen ist, weil jeder hohle Baum gefällt wird, so wurde der Vorsitzende ermächtigt ' Nist kosten für Stare, Meisen, Baumläufer, Rotschwänze und Fliegenschnäpper zu beziehen. Aus Wunsch werden sie den Mitgliedern gegen Erstattung des Selbstkostenbetrages Überlassen. ' Wiederholt 'liefen Klagen über Tierquälereien ein. Um Abhilfe zu schaffen, wandte sich der Vorsitzende an das Polizei amt Bietzen. Nach längerer Unterbrechung — einer »lofge her Inflation — konnte der Verein jedem Cr’nesw> g^der den Deutschen Tierschutzkalender als Weihnachtsgabe wieder überreichen. Gern hätte Cl-. * o'-t $cn ®d)uliugenb die gleiche Freude be- reitet Leider nötigte ihn seine Mittellosigkeit, ihnen den Kalender nur gegen ein Entgelt von 10 Pt. zu ubettaften Am 30. März 1925 legte Rechner Leit- !V rr , chnung vor. Hiernach betrug der lieber fcyuß 440,8'> Mark. Die Rechnung mürbe für richtig befunden. Namens der Hauptversanimlung wurde daraufhin dem Rechner Entlastung erteilt. Der Mai ist gekommen und mit ihm die billigen Preise! Ein Posten Wollkoverkoat 140 cm breit........mr. 9.50 Ein Posten Popeline in allen färben............Mk. 3.60 Ein Posten Waschseide 80 cm breit moderne Streifen Mk. 3.20 Ein Posten Lodenjoppen mit falten..........MR. 9.00 Ein Posten Leinenjoppen mit und ohne Falten von MR. 5.80 a" Ein Posten Hosen in lang und Breeches weit unter Preis Ein Posten Musseline Mk. 0.95 »»-Ein Schlager in Tischdecken-*« in modernen bunten Farben, 160 cm lang...........von MR. 4.90 an großer Posten Resten«: aus sämtlichen Abteilungen meines Lagers kommt vom 1. bis 5. Mai weit unter Preis zum Verkauf und bitte um Besichtigung. 4509a 30 Marktstraße 30 SCHNEIDER I 30 Marktstraße 30 Die Kanalisierung der Lahn. Die bisherige Vorbereitung. Unter sehr starker ‘Beteiligung hessischer und preussischer floate- unD Kommunalbehörden, der Wirkschaftslrcife im ganzen Lahngebiet, der Angehörigen öffentlicher Körperschaften und dar BereinSmitglieder hielt der Fulda—Lahn- fanalüercin e. V. mit dem Sitz in Limburg gestern nachmittag im Saale des Arbeitgeberverbandes in Gießen seine ordentliche Hauptversammlung ab. Der große Saal konnte die Masse der Erschienenen, deren besonderes Interesse dem Bericht und Vortrag über den Stand des Lahnkanalprojektes galt kaum fassen. Der Vereinsvorsitzende, der nassauische Landeshauptmann Dr. W oell, betonte in seiner Eröffnungsansprache, die Vereinssache sei jetjt tn ein entscheidendes Stadium eingetreten SS handle sich nun um die Schiffbarmachung der Lahn als Zubringerweg zu» Rhein Durch die Konzentration der VereinsbeslreAungen auf die Lahn sei für die beteiligten Behörden die Grundlage gefunden worden, sich an der Der- einsfache als Mitträger zu beteiligen. Die Behörden hatten die hohe Bedeutung der Vereins- fache für das Wirtschaftsleben erkannt und wollten dem Projekt des Vereins eine wesentliche finanzielle Stühe sein. Ms erster habe der Kommunallandtag für Rassau den Kostenanteil einmütig bewilligt, als nächstes müsse nun die Industrie zu der Finanzierung heran-- gezogen werden Die Frage drr Slektrizitätsgewinnung aus der Lahnwasserkraft habe gleichfalls einen neuen Impuls erfahren. Die Ausnutzung der Lahnkraft unterhalb von Diez fei bereits gesichert. Dadurch würdm nicht unwesentliche Bauanlagen von dem Tlek- trizitätSunternehmeu bezahlt und andererseits würden die ticberfdjüffc aus der Slektrizitäts- gewinnung den Betrieb deS ganzen Unternehmens mittragen. Der Redner dankte schließlich allen bisherigen Mithelfern, insbesondere aber dem Reichsverkehrsminister. der besonders lebhaftes Interefse für die Sache bekundet habe und der anerkenne, daß die Erbauung solcher Kanalstraßen durch die heutigen Zeitverhältnisft geradezu geboten fei. Hoffentlich trage die Kot der Zeit dazu bei, daß der Fortschritt der ganzen Arbeit deS Vereins beschleunigt werde. Die Hauptarbeit bleibe jetzt zu tun, die Stunde entscheidenden Handelns sei gekommen. Hieraus erstattete der Geschäftsführer deS VereinS, Direktor B a n f a, Limburg, den Bericht Über die Jahre 1922—1924, dem die nachstehenden bedeutsamen Angaben zu entnehmen sind: Unter dem überwältigenden Einfluß der Inflation war jede Regung im Jahre 1923 für unsere eigentlichen Iwecke unterbunden oder zwecklos. Rur bei den für uns ja auch förderlichen Plänen zum Ausbau der Lahn - Wasserkräfte konnten wir hilfreiche Hand leisten. Inzwischen ist ja für die meistver- sprechende Lahnkraftanlage bei Cramberg seitens des Reiches zugunsten einer gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft der Gnteignungsan- trag gestellt, und der Bau wird jedenfalls noch in oi'fern Jahr begonnen werden. Die cingctrctene ötabilifi'rung rief den Verein wieder auf den Plan. Da aber alle Verhüll.isse, namentlich aber auch die Ausbaumög- lidjleitcn der Wasserstraßen, sich verschoben hatten, wurden zunächst in einer Sitzung des engeren Ausschusses am 29. April 1924 in Gießen die Richtlinien lüi die vom Verein einzuschla- gende Politik festgelegt. Das Ergebnis der da- malign Aussprache war: Alle drei großen Projekte zur Verbindung von Weser und Main I. über die Werra nach Bamberg. 2. über die Kinzig nach Hanau 3. über Gießen nach Frankfurt a. M. oaben augenblicklich wenig Aussicht auf Ausführung a) wegen der Schwierigkeit, bei der Geldknapphntz die großen Kapitalien zu beschaffen, b) weil keine großen Wasserkräfte gewonnen, sondern sogar Wasser in die Scheitelhaltungen gepumpt werden muß, c) well mangels eines Ertrages von Wasserkräften und bei dem augenblicks geltenden Zinsfuß die Schiffahrtsabgaben zu hoch bemessen werden müßten, d) weil der nationale Gesichtspunkt der Ableitung deS Verkehrs von Rotterdam nach den deutschen Rordseehäfen sich gegenüber der Macht der Ziffern nur sehr beschränkt verwirklichen läßt. Im übrigen ist nach Ansicht der maßgebenden Stellen in Berlin usw., wenn eS doch noch einmal zu einer Verbindung zwischen Weser und Main kommen sollte, diejenige über di e Werra, von den Rordseehäfen nach den Donau- 1 ändern auf alle Fälle zu schaffen, und nur für die Verbindung von Frankfurt ist die Frage, ob man die Linie über die Kinzig oder übet Gießen nehmen soll. Da die letztere Linie die geringeren technis chen Schwierigkeiten und die weitaus gröberen wirtschaftlichen Vorteile bietet, würde nach Ansicht deS engeren Ausschusses die Dahl ziemlich zweifellos auf die Linie Frankfurt -Gießen—Weser fallen. Deshalb ist auch die Stellung von Kur- Hef sen heute eine ganz andere, der Gießener 1. Mannschaft), mll Punkten 2. Sieger Tv Hirzenbain mit 21 3 Si ger Tv. 1859 Ridda (2. Mannschaft), mit 25 Punkten Von den Siegern tm Herbstlauf 1924 konnten Becker. Tv. Ridda <2500), und Fark. Ridda (5000), ihren Sieg erfolgreich verteidigen. Während Schneider, Ridda (1000), auf den zweiten Platz verwiesen wurde, kam W. BI c u c t, Ortenberg (2500), die-mäl ganllcht zur Geltung Betrachtet man »roch die Zahl der Teilnehmer. so weisen die Turnverein? Hirzenhain Geiß-Ridda. Ridda und tinter-Schmitten die beste Beteiligung auf, die mit folgenden Zahlen ein Bild ihrer turnerischen Arbeit geben: Geiß- Ridda. 18 Teilnehmer. 14 Einzelsieger, 0 Mannschaftssiege tinter-Schmitten, 14 Teilnehmer Q Einzelsieger, 3 Mannschaftssiege. Hirzenhain 13 Teilnehmer, 11 Einzelsieger, 3 Mannschaftssiege. Ridda. 23 Teilnehmer, 22 Sinzelsiegrr. 5 Mannschaftssiege (3 erste). Tv. 1 85 9 Ridda hat auch diesmal seinen alten Stand behauptet gut gefohlt von Hirzenhain, und, wie im Bezirks-Geräteturnen in Schotten, so auch heute im Streckenlauf über ein Drittel aller Einzelsieger und f ast bte Hälfte der Mannschaftssiege gestellt Buntes Allerlei. Die größten Lternc. Unter den vielen erstaunlichen Leistungen der modernen Wissenschaft erregen zwei besonders unsere Verwunderung und Bewunderung. Sie liegen in den größten Gegensätzen des Denkens: dem unendlich Kleinen und dem unendlich Großen. Es ist die Messung der Atome und die Messung der Sterne. Es übersteigt unsere Vorstellungskraft, die unge beuren Räume des Weltalls uns zu oergegen roärtigcn. Wir wißen nur verstandesgemäß, daß sich dasWeltall unendlich ausdehnt, und daß die leuchten den Punkte, die wir am nächtlichen Himmel sehen. Millionen flammender Sonnen sind. Die Fernrohr Kamera hat uns Bericht von 15 OOOMilkionen solcher winziger Punkte gegeben, von denen jeder eine Sonne darstellt, außerordentlich viel größer als die Erde, aus der wir leben. Neue Stern Messungen, die soeben von dem amerikanischen Astronomen Dr. Francis Pease auf dem Mount- Wilson-Obscroatorium in Kalifornien beendet worden sind, helfen uns ein wenig, uns eine Vorstellung von der Ausdehnung der größten dieser Himmelskörper zu machen. Seit langem gilt in der Astronomie für den größten Stern des Universums der Antares, der rote Stern mit einem grünen Satelliten, der zu der Konstellation des Skorpions gehört. Auch die jüngsten Messungen bestätigen ihn in diesem Vorränge. Seine Größe ist allerdings fo ungeheuer, daß die Zahlen, die sie bestimmen, fast bedeutungslos erscheinen. Der Durchmesser der Erde beträgt bekanntlich 12 756 Kilometer, der der Sonne etwa 1 400 000 Km. Der Durchmesser des Antare-. aber wird mit über 600 Millionen Kilometer be rechnet, ist also etwa 4jmal so groß, als die Ent fenuing zwischen Erde und Sonne beträgt. Für den zweitgrößten Stern hielt man bisher Betelgeuse, den gelben Stern im Orion, aber nach den Tieffun gen von Dr. Pease hat als zweitgrößter Stern Mira zu gelten, der „wundervolle" Stern in der Konstellation Eetus, der 1596 von David Fabricius entdeckt wurde. Mira leuchtet wie Anr tures in einem tiefen Rot, aber fein Glanz erleidet eine merkwürdige Reihe von Veränderungen, deren Ursache lange ein Geheimnis war, bis man vor zwei Jahren entdeckte, daß es sich hier um einen Doppel ftern handelt, und daß die Veränderungen durch die Bewegung des zweiten Sternes um den eilten her oorgerufen werden. Mit dem sog. „Interferometer" ist nun festgestellt worden, daß der Durchmesser von Mira gegen 300 Millionen Kilometer be trägt, also etwa 25 Proz. größer ist als der von Betelgeuse. Wenn wir die (Entfernung der Sonne von der Erde mit einem Zoll annehmen, dann würde der nächste aller Sterne gegen 8 Kilometer von uns entfernt sein. Mira aber ist so weit ent fernt daß. wenn wir diesen Stern am Rachthiminel erblicken, wir das Licht sehen, das vor fast 160 Iah ren von ihm ausgegangen ist, und dabei ist dieses Licht etwa 26 Millionen mal größer als das unserer eigenen Sonne. Aber auch Mira ist im Verhältnis zu anderen Himmelskörpern noch nicht sehr weit von uns entfernt, denn nach neuesten Berechnungen be trägt die Entfernung des Andromeda-Nebels von der (Erbe 950 000 Lichtjahre, so daß das Licht, das unser Auge sieht, von diesem Nebel vor etwa einer Million Jahren ausgegangen ist. Schlank sein heißt jung fein! tiebermähige Körperfülle macht alt und setzt ba» Wohlbefinden herab. 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SinM' 4 Er. IO| Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)Zreitag, (, Mai 1925 Ein Staatssekretariat für das Handwerk? Aon Syndikus Dr. Hans Höhlbaum. Am 19. Februar d. I. Hot sich der 8. (Volkswirt- (chajUicüe) Ausschuß des Reichstags mit der Frage der Schaffung eines Staatssekretariats für das Handwerk befaßt und sich schließlich in ablehnenden Sinne geäußert, lieber den gleichen Gegenstand haben dann am folgenden Tag Besprechungen zwischen dem Reichskanzler, Reichswirt - fchaftsminister und Reichssinonzminister einerseits und dem geschäftsführenden Präsidium bes Reichs- verbandes des Deutschen Handwerks andererseits stattgesunden. Die Frage wird die beteiligten Stellen und den Reichstag, dem mehrere diesbezügliche Anträge oorliegen, noch weiter beschäftigen und soll hier einer kurzen Kritik unterzogen werden. Gegenwärtig ist das Handwerk nur in einem einzigen Ministerium, dem Reichswirtschaftsministc- rium, durch einen Referenten vertreten. Das Fehlen weiterer Referenten macht sich insbesondere im Tätigkeitsgebiet des Reichsarbeiks- und des Reichsfinanzministeriums sehr zum Nachteil des Handwerkerstandes fühlbar. Die ungenügende Vertretung in den leitenden Reichsbehörden hat nun dazu geführt, daß die wirtschaftlichen Interessen des Handwerks bei den wichtigsten Entscheidungen der Wirt- schosts- und Finanzpolitik keine Berücksichtigung gefunden haben. Und dabei umfaßt das Handwerk doch immerhin fast ein Sechstel der Gesamtbevölkerung und hat sowohl durch seine Herrschaft über Produktionsmittel und Arbeitskraft als auch durch feine Eigenschaft als letztes Glied im volkswirtschaftlichen Aertellungsprozeß wesentliche Bedeutung für die Gesamtwirtschoft. Um nur einige Beispiele schwerer Benachteiligung zu nennen: Bis in den Herbst 1923 hinein war dem Handwerk die Preisbildung untersagt, als Industrie und Großhandel schon längst zur Gvldmarkkalkulation übergegangen waren. Die Folae ist die erschreckende Verarmung des Handwerks, die sich wiederum durch Rückständigkeit der Produktionsmittel und dadurch hervorgerufene Verschlechterung in der Bedürfnisbefriedigung des Publikums auswirkt. Ein weiteres Beispiel: Das Handwerk wird zwar zu den L a st e n der Rente n ba n k herangezogen, hat aber im Gegensatz zu den anderen Wirtschafsständen keinen Sitz in deren Aufsichtsrat. Ferner hat das Handwerk bei der Gewährung von Staatskrediten unverhältnismäßig schlecht abgeschnitten. Schließlich werden auch in der Zoll- und Handelsvertrags- Politik des Reiches die Interessen des Handwerks nicht in genügendem Maße beachtet. * Diese und andere Schädigungen hoben dazu geführt, daß das Handwerk durch den Reichsverband des Deutschen Handwerks mit dem Antrag auf Schaffung eines eigenen Staatssekretariats hervorgetreten ist. Es knüpft damit nur an Bestrebungen an, die bereits lange Jahre vor dem Krieg bestanden und in der Bildung eines Handwerksmini st eriums gipfelten. Die Aufgabe des Staatssekretärs wird die fein, alle das Handwerk betreffenden Angelegenheiten zusammenzufassen und sowohl im Reichs- wirtfchaftsministerium, dem er eingegliedert werden muß, wie gegenüber den anderen Ministerien zu vertreten. Er wird sich hierbei der Referenten in den einzelnen Ministerien, soweit solche bereits bestehen oder noch geschossen werden, bedienen und dadurch eine einheitliche, von der bisherigen Zersplitterung nicht mehr bedrohte Handwerkerpoli- t i k ermöglichen. Er wird sich zum Ziel setzen müssen, die organische Einreihung des Handwerks in den gesamten volkswirtschaftlichen Erzeugungs- unb Verteilungsvorgang, die jetzt noch nicht vorhanden ist, zu bewirken und das Verständnis der maßgebenden Regierungsfaktoren und der Öffentlichkeit für die hindwerkerlichen Belange, das jetzt noch fehlt zu wecken. Es ist allerdings nicht zu leugnen, daß manche Grunde gegen die Schaffung eines Staatssekretariats für das Handwerk zu sprechen scheinen. Do ist zunächst das finanzielle Bedenken: Im ge- fni'iic i Beamten!örper wird abgebaut, und do soll ein neues Staalsselletariat gebildet werden? Wir glauben aber, daß das fiskalische Interesse hier nicht den Ausschlag geben darf. Wir hoffen zuversichtlich, daß die Ausgaben für.dos Staatsfekretariot in anderer Form vielfältig wieder in den Reichssäckel zu- rückftießen werden, wenn es dem Staatssekretär gelungen ist die wirtschaftliche Lage des Handwerkerstandes zu heben. Andere Bedenken sind ressortmäßiger Natur: Die Eingliederung des Staatssekretariats in das 9 ciar^w'Nschaftsminislenum wird den Geschäftsbereich der enberen Ministerien ein wenig verkleinern und daher auf den Widerstand dieser Ministerien stoßen. Derartige unsachliche Widerstände müssen aber unter ollen Umständen überwunden werden. So tleiben als einzige sachliche Bedenken die auf oerfassungs- und verwoltungs- rechtlichem @e bi et liegenden bestehen. Aber auch sie sind bei einigem guten Willen mit Hilfe des Art. 164 der Reichsverfassung, der die Förderung des selbständigen Mittelstandes durch Gesetzgebung und Verwaltung sicherstellen soll, zu überwinden. Dos Handwerk hoifi darauf, daß dieser gute Wille vorhanden und stark genug ist, sich auch gegenüber d en Parteien, welche alle Maßnahmen zugunsten trr;- Handwerks er officio bekämpfen, und gegenüber bet. Gewerkschaften durchzufetzen. Hofinungs- rcU erinnert es sich der Versicherungen, die der Reichskanzler dem selbständigen Mittelstand, insbefonbeie dem Handwerk, bei seinem Amtsantritt gegeben hat, und der Versprechungen ber bürgerlichen Parteien vor den Dezemberwahlen. Die fiskalische Hinanzpolitik. Mit der Veröffentlichung der Reichseinnahmen und -ausgaben für den Monat März liegt jetzt das Ergebnis des ganzen Etatsjahres (1. April 1924 bis 31. März 1925) vor. In ihm wurden 7,3 Milliarden Mark Einnahmen erzielt; der Voranschlag von 5,24 Milliarden Mark wurde damit um mehr als zwei Milliarden Mark übertroffen. Fast sämtliche Positionen zeigen gegenüber den veranschlagten Beträgen Mehreinkünfte. Besitz- und Verkehrssteuern, die 4,144 Milliarden Reichsmark ergeben sollten, haben 5,76 Milliarden erbracht. Die Einkommensteuer ergab 2,21 Milliarden statt 1,34, die Körperschaftssteuer 0,31 statt 0,14, die Vermögenssteuer 0,50 statt 0,38, die Umsatzsteuer brachte trotz der mehrfachen Herabsetzungen 1.79 statt 1,26 Milliarden Mark, während die erhöhte Umsatzsteuer (die sogenannte Luxussteuer) mit einem Aufkommen von 119 Millionen Mark hinter dem Voranschlag von 180 Millionen Mark zurückblieb. Zölle lieferten mit 356 Millionen Mark mehr als das Doppelte des Solls (160 Mill. Mark). Die Tabaksteuer erbrachte 513 statt 360 Mill., die Biersteuer 196 statt 126, die Zuckersteuer 218 statt 231, das Branntweinmonopol 141 statt 140, die Weinsteuer 94 statt 48 Millionen Mark usw. Insgesamt kamen an indirekten Steuern und Zöllen 1,55 Milliarden Mark auf gegenüber einem Voranschlag von 1,1 Milliarden Mark. Zusammenfassend läßt sich also Jagen, daß die Einnahmen oeinahe um 40 Prozent über den Haushaltsplan hinausgehen: schon in den ersten zehn Monaten des Etatsjahres war ein Ueberschuß gegenüber dem Voranschlag der Einnahmen für das ganze Jahr in Höhe von über 20 Prozent zu verzeichnen. Für Preußen ergibt sich ein ähnliches Bild. Zwar liegen die Ergebnisse für März noch nicht vor: nach den bisher bekanntgemachten Ziffern läßt sich jedoch annehmen, daß in Preußen für das Etatsjahr 1924—25 ungefähr 1000 Millionen Mark steuerliche Einnahmen zu erwarten sind: da diese im Jahre 1914 nur 538 Milliarden Mark betrugen, wäre also eine Zunahme von ungefähr 85 Prozent zu verzeichnen. Auf den Kopf der Bevölkerung umgelegt ergibt sich ungefähr eine Verdoppelung von 14,40 Mark auf 26,60 Mark. Für die Gemeinden kann man annehmen, daß die Belastung an kommunalen Steuern mindestens so groß ist wie die an Landessteuern. Insgesamt kann man demnach die gesamte jährliche Steuerleistung Deutschlands zur Zeit auf zirka 10 Goldmilliarden veranschlagen. Da das jährliche Volkseinkommen auf 25 Goldmilliarden berechnet werden kann, ergibt sich bei einer Bevölkerungszahl von 63,5 Millionen eine ft e ue r l i d) e Gefamtbelastunb von über 150 Goldmark jährlich je Kopf bei einem Einkommen von knapp 400 Mark je Kopf, so daß nur ein freies Einkommen von 250 Mark verbleibt, das natürlich bei den Lohn- und Gehaltsempfängern wegen der auf ihnen ruhenden relativ niedrigeren Besteuerung sich erhöht. Eine derartige Belastung ist auf die Dauer vollkommen untragbar. Es ist mit allem Nachdruck dahin zu streben, daß die Ausgaben des Reiches, der Länder und der Gemeinden auf das aller» notwendigste beschränkt werden, damit auf diese Weise eine Herabsetzung der Steuern vorgenommen werden kann. Von sehr großer praktischer Wichtigkeit ist die Vornahme einer nachträglichen ordnungsmäßigen Veranlagung für das Jahr 1924; nur auf diese Weise können die Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden, die durch das System der Vorauszahlungen entstanden sind und die sich in verschärftem Maße bei seiner Beibehaltung wie- I verholen müßen. Nur bei einer ordnungsmäßigen j Veranlagung läßt sich auch ersehen, wie stark die tatsächliche Steuerfrei! des Landes ist. Anderenfalls ist eine Ueberfchätzung ganz unausbleiblich, ein Umstand, der nicht nur innenpolitisch sehr bedenklich ist, sondern der vor allem auch dem Ausland Vorstellungen über die deutsche Wirt 1Hafts- und Finanzkraft suggeriert, die mit ber ta t > sachlichen Lage in keinem Einklang stehen. Anstellung von versorgungsanwättern in Hessen Auf dem letzten Landesverbandstag der Zivildienstberech.ig en wurde unter Schilderung der mißlichen Anstellungsverhältnisse in Hessen insbesondere darüber Klage geführt, daß die gesetzlichen Bestimmungen für die Anstellung von Versorgungsanwärtern in Hessen nicht befolgt werden. Durch diese Bestimmungen (Anstellungs- grundsähe vom 26. Juli 1922) wird den Dersor- gungsanwärtern die Zusicherung ge nacht, daß sie nach einer bestimmten Reihe von Jahren dadurch entschädigt werden sollen, daß man ihnen nicht nur das Recht einräumt, im Zivil versorgt zu werden, sondern auch ein Anrecht auf gewisse Stellen gibt, welche in den Anstellungs- grundsähen aufaefüfjrt sind D e Reichsregierung hat dieses Recht gesetzlich festgelegt in dem § 18 des Mannsckastsverio gungsge e;es vom 31. Mai 1906 und den Anstellungsgrundsätzen, we'.che als eine verbindliche reichsge etzliche Beiordnung und nicht lediglich als eine Berwaltungsinstruktion anzusehen find (siehe Entscheidung des Reichsgerichts 3. Zivilsenat vom 25. Rovember 1897 und 26. März 1901). Auch enthalten sie keineswegs nur Anweisungen an die Behörden, sondern gewähren den Bersorgungsanwärtern auch subjektive Rechte. Desgleichen ist dieses Recht verbrieft in dem Zivilversorg.mgssckeine. Letzterer ist mithin als ein Vertrag zwischen Staatsregierung und dem Besitzer des Zivilversorgungsscheines anzusehen Die'er Schein gibt dem Inhcll>er zwar nicht das Recht auf bestimmte Stellen, der Anwärter kann sich aber nach Maßgabe feiner Fähigkeiten um d e'enigen ©.‘eilen bewerben, die ihm nach den Anstellungsgrundsätzen zugängig sind und sein müqcn. Aus Zrc'en angeführten klaren Bestimmungen geht zwelfel'os hervor, daß die hessische Regierung gehalten ist, die Anstel- lungsgrundsähe genau einzuhalten, weil sie ihre Zustimmung zu denselben ausdrücklich erklärt hat, denn der Reichsrat hat, um eine gleichmäßige Beteiligung der Slaa'en an der Zivilversorgung zu erreichen, in den Anstellungsgrundsähen ein einheitliches Mindestmaß in der Verpflichtung der Behörden zur Anstellung von Bersorgungs- antoärtetn festgesetzt. Wie ist es nun zu erklären, daß in Hessen die Bersorgungsanwärter mit anderem Maße gemessen werden als im Reiche und in anderen Bundesstaaten? Daß dadurch in den Kreisen der hessischen Bersorgungsanwärter eine große Unzufriedenheit Platz gegriffen hat, und der Glaube an Gerechtigkeit immer mehr schwindet, darf deshalb nicht mehr Wunder nehmen. Man fragt sich vergebens, warum gerade die Bersorgungsanwärter zurückgesetzt werden und wofür sie denn zwölf Jahre und länger dem Staate gedient haben. Wie wäre es denn, wenn einem anderen Stande feine wohlve-d enten Rechte geschmälert würden, die gesamte öf'entliche Meinung wurde dagegen Einspruch erheben und Partei für den betreffenden Stand nehmen. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volks- Partei hat in Würdigung dieser Sachlage in einem Antrag im Landtage die hessische Regierung ersucht, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Staats- und Kommunalbehörden mit weit größerem Umfange wie bisher den zivildienstberechtigten Angehörigen der Wehrmacht die Möglichkeit bieten, in Beamtenstellen einzurücken. Die hessische Regierung wird um möglichst baldige Borlage einer Statistik ersucht, aus der hervorgeht, wieviel Zivildienstberechtigte seit dem 1. April 1923 in den öffentlichen Dienst übernommen sind und welche Stellen vom 1. April 1925 ab den Zivildienstberechtigten, getrennt nach Staats- und Kommunalbehörden, zur Verfügung stehen. Es wäre zu wünschen, daß die Regierung dem Antrag stattgibt und das statistische Material vorlcgt. Vom provinzialaurschuh. In der jüngsten öffentlichen Sitzung de s Provinzi alausfchufses standen zur Ber Handlung: Klage der Oberhesfifchen Dafaltwerke Ignatz Seipel in Mühlheim a. M. gegen daS Ä r< i s- amt Büdingen auf Aufheoung des Pv'.izei- lefehlS vom 15. Dezember 1924. Der Kläger bat einen der Gemeinde Lißberg gehörenden Basaltbruch zur Ausbeutung in Pacht. Vertraglich darf er den Steinbruch nicht weiter als bis zu einer Entfernung von 8 Metern von ber Friedhofsmauer in Lißberg und von der Frankfurter Straße aus beuten. Er ist aber schon an einer Stelle bis zu einer Entfernung von etwa 5 Metern zur Friebhvfsmauer vorgedrungen. Das Kreisamt Tübingen hat auf Grund des Artikel 66 der Kreis- und Provinzialordnung gegen Seipel einen Polizeibe ehl erlassen, wonach ihm im öffentlichen Interesfe zur D feitigung eines gefahrbringenden Zustandes bei Me düng einer Ordnungsstrafe von 90 Mk. unter Androhung der sofortigen Schließung des Steinbruchs aufgegeben werde, das Brech.n von Steinen höchstens bis zu einer Entfernung von acht Metern von der Friedhofsmauer und von dem am Friedhof vo.überziehenden öffentlich n Weg vorzunehmen. Seipel hat hiergegen King erhoben und bestreitet die Rotwendigleit Erlasses des Polizeibefehls, weil durch daS Bechen von Steinen bis zu einer Entfernung von fünf Metern weder die Fri.dhv smauer noch der Weg gefährdet erscheinen. In der mündlichen Verhandlung wurde Beweis durch Vernehmung des * zuständigen Kreisbauinspektors von Odenbcrg erhoben. Das Gericht erließ zur weiteren Klärung der Sache einen Beweisbeschluß, wonach zunächst noch ein Gutachten der geologischen Landesanstalt einzuholen ist. Antrag der Firma Gebrüder Stein in Alsfeld auf Erteilung der Genehmigutzg zum Betrieb einer Anstalt zum Trocknen und Einsätzen von Fellen: hier: Berufung der Firma Gebrüder Stein gegen das Urteil des Kreis- ausschusscs des Kreises Alsfeld vom 29. Dezember 1924. — Die Firma Gebrüder Stein in Alsfeld unterhält in dem Stadtteil „Auf der Hofstadt" in Alsfeld in einer Scheune ein Häute- und Darmlager, in dem auch daS Cinsalz-n und Trocknen ungegerbter Ti.'rf.'ll? gewerbsmäßig vorgenommen wird. Eine Genehmigung g mäß § 16 der Reichsgewerbeordnung besitzt die Firma nicht. Das Kreisamt Alsfeld hat sie deshalb ausgefordert, um die Genehmigung einzukvmmen. Die Firma hält die besondere Genehmigungspflicht nicht fü - erforderlich. In dem eingeleiteten Konzessionsverfahren haben das Amtsgericht Alsfeld wie auch einige in der Umgebung des Lagers wohnende Brwohncr der Hofstadt Einspruch erhoben, weil sie sich durch den infolge der Anlage entstehenden Aas- und Raphtalingeruch und ferner auch durch das äußerst starke Auftreten von Ratten belästigt fühlen. Der KreiSausschuh zu Alsfeld hat die beantragte Genehmigung versagt. In der Verhandlung vor dem Berufungsgericht wurde Beweis erhoben durch Vernehmung eineS Arbeiters der Firma Stein und einer Bewohnerin der Hofstadt als Zeugen und durch Anhörung des Kreisveterinärrates von Alsfeld und des Vorstandes des Gewerbe- und Aufsichtsamts zu Gießen als Sachverständige. Der Vertreter der Berufungsklägerin hielt nach dem Verlaus der Verhandlung die besondere Genehmigrmgspslicht nach § 16 der Gewerbeordnung nicht epot u.Niederlaaef. Gießen : Refor'iihaur Pnul Scholz.Gießo-i, Kreuzpl.■> D Maibockfreuden. Don H. S chade Der alte große Fridericus hatte Recht, es soll* jeder Erdenbürger nach feiner Fasson selig werden und sich seinen Himmel selber mit eigenen Farben ausmalen. Der Münchner ist fein Asket. Seine Heiligen wandeln nicht mit frommen Blicken über paradiesischen Gef.lden, von dem Gesang der Engel und Seraphine begleitet. Ach nein, es sind alles tüchtige, trinkfeste Männer, die einen guten, würzigen Tropfen zu schätzen wissen und darum im voraus allen denen, die sich im Hofbräuhaus und den vielen Kellern und Dräuen zu viel des Guten zurnuten, Absolution erteilen. Ja. diese He.ligen scheinen gerade dazu auserkoren zu sein, das köstliche Bier in himmlischen Tönen zu Preisen und jeden zu fleißigem Genuß aufzumuntern. Den Rrcht-Münchner mag es ganz sonderbar anmuten, wenn er in diesen Tagen in allen Straßen der Heben Isarstadt den Heiligen T homa s. den unverbesserlichen Skeptiker, mit Glorienschein und Dieickrug in Begleitung eines alten, bärtigen, gehörnten Bockes abgebildet sieht. Das findet man hiex ganz in der Ordnung, und es würde feinem einfallen, zu lächeln ober ein paar verfängliche Fragen an den Heiligen zu stellen. Die -Hauptsache ist doch, daß wieder einmal ein Spezialbier, und zwar der starke, würzige, als wirksamste Frühlingskur zu gebrauchende Maibock fließt und man über diesem dickflüssigen Getränk die Sorgen und Lasten des Alltags vergessen kann. Seltsam genug ist die Geschichte d eses Bieres und seines Ramens. Ein braunschweigischer Ritter soll vor bald vier Jahrhunderten mit einem bayrischen Herzog, an dessen Tafel er als Geladener saß. eine Wette abgeschlossen haben. Dem Braunschweiger sollte bayrische Bier, dem Mu-d- schenk des Herzogs Braunschweiger ^u in nie" vorgesetzt werden. Beides muhte in einem Zuge getrunken werden, und wer danach noch fähig war, auf dem linken Fuß stehend, einen dicken Seidensaden durch eine Radel mit feinem Oehr zu ziehen, sollte die Wette — ein Faß echten Tokayers — gewonnen haben. Ein Jahr wurde in München nach geheimnisvollen, bisher unbekannten Rezepten gebraut und geprobt, bis der erste Mai und mit ihm der Braunschweigische Ritter durch die Stadttore mit jubelndem Frühlinggefolge einritt. Die Chronik erzählt, daß der Mundschenk seinen mächtigen braunschweiger Bier- Humpen bezwungen und feinen Faden durchs Oehr gezogen habe, der Ritter aber sei plötzlich verschwunden und kopfüber in den Hof gefallen. Lallend habe er dem teilnehmend fragenden Herzog geantwortet, „ein Bock" habe ihn zu Fall gebracht. .Unter gewaltigem Lachen und derben Scherzen wurde das Bier mit diesem Romen getauft. der Mundschenk erhielt ein Faß besten Weines, und Münchens Ruhm galt, jetzt auch in Braunschweig, als unbestritten und unbesiegbar. Seither wurde am ersten Mai zum Andenken an diesen glorreichen Tag der Maibock getrunken; er durste bis zu Fronleichnam aus geschenkt werden. Es war ein Fest, zu dem ganz München, hoch und niedrig. Edle und Gemeine, Radiweiber, Mamsellen. Künstler, Dienstboten geladen waren. Zum Präsidenten wurde der gewählt, dem es, kraft einwandfreier Zeugen aussag en.^im vorigen Dockjahr gelungen war. binnen zwei Tagen „neun und neunzig halbe Maß ohne Brand" (Rausch) getrunken zu haben. Don morgens 6 bis abends 11 wurde Tag für Tag wacker getrunken und auch der letzte tiefe Rachtzug „zum Zudecken" nicht vergessen, bis Fronleichnam heran- rüdte und der edle Dock ordnungsgemäh mit einer schönen Leichenrede auf ein Jahr zu Grab getragen wurde. Heute haben diese Docktrünke manches von ihrer Ursprünglichkeit eingebüßt; möglicherweise gab cs dabei ju viel Schlägereien und Raufereien und mußte die weltliche Obrigkeit einschreiten. Aber die Heiligen haben noch immer ein Einsehen, und ein Heiner Bockrausch ist noch lange keine Sünde und zählt unbedingt in München zu den begehrtesten und schönsten Freuden, die einem der Frühling beschert. Sonnenfinsternis und drahtlose Wellen Die letzte Sonnenfinsternis veränderte die Bedingungen für die Ausbreitung der elektrischen Wellen in einer Weise, wie sie bei anderen Ratureinflüsfen niemals festgestellt wurde. 'Beobachtungen hierüber fanden in der Empfangs- stelle Geltow statt, die dem Amerikaempfang dient. Man verglich die Empfangslautst ärken, die,von den no^amerikanischen Stationen Iocky Point und Rew Brunswick eingehenden Zeichen während der Sonnenfinsternis mit den normalen, und es ergab sich, daß bei beiden Stationen die Lautstärke auf den vier- bis fünffachen Betrag gestiegen war. Ein Ansteigen der Lautstärke tritt zwar regelmäßig zur Rachtzeit ein, aber es handelt sich hier niemals um solch» erheblichen Unterschiede, wie sie die Sonnenfinsternis hervorbrachte. Die Erscheinung wird allgemein darauf zu rückgeführt, daß in den Stunden der Dunkelheit die Absorption von Energie durch das Sonnenlicht wegfällt, so daß sie weniger geschwächt zur Empfangsstelle gelangt Man muh also annehmen, daß während der Sonnenfinsternis die Absorption noch geringer war als zur Rachtzeit Die Ursache hierfür läßt sich allerdings noch nicht angeben; ihre Erforschung muh der Wissenschaft anheimgestellt werden. Auch auf die im Empfänger bemerkbaren atmosphärischen Störungen war die Sonnenfinsternis von Einfluß. Sie traten ebenfalls mit größc—r Stärke auf als gewöhnlich. Ihre Zunahme überflieg auch das zur Rachtzeit gewohnte Maß. Roch eine eigenartige Erscheinung sei erwähnt. Die Richtung, aus der die erwähnten Störungen lamen, erfuhr während der Sonnenfinsternis eine Drehung. Kamen sie vorher aus Südwesten, so gingen sie während der Finsternis nach Süden über, wichen also in östlicher Richtung aus. Der Einfluß der Sonnenfinsternis war nicht in allen Ländern von gleicher Art. Günstig war er in Südamerika und besonders in Europa. In Rordamerika dagegen wurde die gegenteilig; Wirkung fest gestellt. Der Wissenschaft bietet sich somit eine eigenartige und neue Aufgabe dar, deren Lösung vermutlich wertvolle Erkenntnisse zutage fördern wird. Kinowagen in Schnellzügen. Es ist geplant, auf gewissen Strecken der tschechoslowakischen Republik den Schnellzügen als angenehme und nützliche Beigabe Kinowagen anzuhängen. Diese Einrichtung wird wohl nicht vor 1927 ins Leben treten. In Amerika ist sie nichts Neues, die Universal Pictures Corporation hat für alle längeren Eisenbahnstrecken Biowagen errichtet und veranstaltet in ihnen täalidj Kinovorführungen. Auch in Schweden laufen solche Wagen, Deutschland hat sie auf zwei Hauptstrecken ein» geführt. Dasselbe ist bei den englischen Bahnen Der Fall. Die Expreßzüge auf der Strecke London— -Schottland haben einen Salonwagen mit Kinoeinrichtung. Der Vorstellung während der Fahrt können 25 Personen beiwohnen. In der Tschechof 1 o - w a k e i sollen oierachsige Wagen von 21,5 Meter Länge für je 72 Zuschauer eingerichtet werden. In den Wagen soll auch eine Kabine für Radiotelephonie Platz finden. Vorerst sollen die Wagen den Schnellzügen auf den Strecken Tetschen—@*itinb— Wien und Eger—Prag Slowakei beigegeben werden. * Darmstädter Theater. Ontenbant Ernst Legal hat soeben die Reu- bearbritung von Webers einaktiger Svieloper „Abu Hassan" von Willy Werner (Sättig zur Uraufführung am hessischen Landestheater in DarmstadI angenommen. gegeben Sic Gemeind« hat entsprechend dem Gutachten der Lokalkommission beS Kreises Friedberg mit Rücksicht darauf. daß der Grundstückseigentümer durch die Abtretung des Geländes einen verhältnismäßig hohen Schaden hat. dem Grundstückseigentümer eine Gesamtentschadigung von 479 Am. zu zahlen. Aus der Provinz. Landkreis Girften. !*I Klein-Linden, 30. April. (Lin großer G e sangswettstreit, verbunden mit dem 6 0 ° jährigen Jubiläum des Gesangvereins ,,E i n tr a d) t", findet am 4., 5. und 6. Juli hier statt. Es haben sich 19 wettstreitende Vereine mit etwa 1000 Sangern angemeldet, lieber 30 Gesangvereine aus der Umgebung haben ihren Besuch als Gastvereine zugesagt, so daß man mit einer Gesamtbeteiligung von 3000 Sangern rechnen kann. K Friedberg. sf. Friedberg. 30. April. In dem hiesigen Zweigverein des Roten Kreuzes sprach gestern abend Dr. med. Gabriel-Bsd- Aauheinr in einer gut besuchten Versammlung über das Thema „Krüppelfürsorge" In einer einleitenden Veg üßungsaasprache des Vorsitzenden, Professor Kloos, wies dieser in passenden Worten auf die Wichtigkeit der Bestrebungen des Roten Kreuzes hin, welch? auch in Friedenszeiten durchaus nicht an Bedeutung verloren. Der Redner des Abends verstand es in vor- -trefflicher Weise, das Thema durch seine lebhafte Darstellungsweise so anziehend zu gestalten, daß man seinen 2Iussührungcn mit lebhafter An- leilnahnre folgte. Ausgehend von den verschis- - denen Krankheitsformen, wie z. B die Hüftgelenkverrenkung, die Ahachitis, Die Knochentuberkulose, zeigte er, wie die moderne Medizin und Orthopädie es dahin gebracht habe, selbst in schweren und verzweifelten Fällen wesentliche Besserung und selbst Heilung zu bringen. So mancher arme Verkrüppelte, der sonst nur sich und feinen Mitmenschen zur Last gefallen wäre, wird durch geeignete Behandlung, welche selbst vor chirurgischen Eingriffen nicht Halt macht, wieder zu einem nützlichen Glieds der menschlichen Gesellschaft, und ist in der Lage, einen Beruf aus?uüben und für sich selbst zu sorgen. Unter- stültt wurde der Vortrag durch eine große Anzahl vortrefflicher Lichtbilder und Röntgenaufnahmen. zu Welchen der Redner die nötigen Erläuterungen gab. Kreis Lchot * Ober-Seemen, 30. April. Mit Beginn des Schuljahres wurde das von der Gemeinde im vorigen Herbst angekaufte, für die zweite Schule (Saal und Lehrerwohnung) neu hergerichtete ehemaligs Gasthaus zur E i s en-- bahn unter allgemeiner Beteiligung seiner Bestimmung übergeben. Lehrer Westrupp weihte das schmucke, inmitten schöner, hoheitsdoller Ratur gelegene Haus als Heimstatt des Wahren, Schonen, Guten, und die Jugend pries in Wort und Lied die wiedererwochende Ratur und ihren Schöpfer. Bürgermeister Herröder und Lehr« Keller sprachen über den zweckdienlichen Bau, der eine gute Kapitalanlage für die Gemeinde bedeute, auch toenn später unter besseren Verhältnissen zu einem Schulneubau geschritteit werden müsse. Kreis Lauters . L Lauterbach, 30. April. Wie wir schon berichteten, will man hier mit der baldigen Errichtung einer Kriegergedächtnishalle für dis Jm Weltkriege gefallenen Söhne unserer Stadt beginnen. Der Entwurf hierzu stammt von Kreisbou- ,rät Pfeiffer, Hierselbst. Nicht ein emporstehen- rbes Denkmal im Geschmack unserer Vorfahren, sondern eine geschlossene Gedächtnishalle soll hier in dankbarer Erinnerung unseren toten Helden gewidmet werden. Die Grundform ist eine regelmäßig achteckige und lehnt sich mit einer Wand an die Friedhofsmauer an; sie zeigt an der Frontstelle zwei Eingänge, um bei besonderen Feierlichkeiten, die naturgemäß einen starken Besuch mit sich bringen, ein störendes Gedränge zu vermeiden. Die aus Steinen massiv gebaute Halle bedeckt ein achteckig, kuppelartige» Dach. Der Jnnenraum ist, wie der Schnitt anbeutet, mit Gewölben gefront, die auf etwas vorgestellten Säulchen in den Ecken ruhen. Die halbkreisförmigen Fenster sind knapp unter die Decke verlegt, um das Licht möglichst hoch einfallen zu lassen; darunter sind funftnoUe Gedenktafeln angebracht, die die Namen der Gefallenen tragen sollen. An der Wand zwischen den Türen wird ein Altar Aufstellung finden. '*! Lauterbach, 30. April. Der Landwirt- schaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen hielt hier unter Leitung des Oekonomierats Breidenbach- Dorheim und des Generalsekretärs Dr. Wagner- Gießen eine Bullenauktion der Simmentaler Rinderrasse ob. Etwa 50 wertvolle Zuchtbullen standen zum Verkauf. Es hotten sich viele Käufer eingefunben, so daß das Geschäft ziemlich flott ging. Ein Tier kostete durchschnittlich 600—650 Mark. Den höchsten Kaufpreis erzielte Heinrich Rahn-Angersbach mit 1090 Mark für einen einjährigen Bullen, der von der Gemeinde Ulfa gekauft wurde. Starker rg un? Rheinhessen. Darmstadt, 30. Ap-il. (Wolff.) Ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang spielte sich heute nachmittag in dem um diese Zeit stark belebten Darmstädter Herren- gar ten ab. Der etwa 21jährige Kaufmann Christoph Ettling brachte nach kurzem Wortwechsel einem jungen Mädchen einen Schuß durch den Kopf bei und tötete sich hierauf selbst durch einen Schuh in die Schläfe. Das Mädchen wurde ms Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist nicht besorgniserregend. * Darmstadt, 30. April. In Baben- Hausen fand eine Besprechung von Vertretern der iniereffierenben Gemeinden zur Schaffung einer P 0 st a u t o l i n i e von Babenhausen—Schaafheim— Radheim—Mosbach--Groß-Ostheim statt. Die Ein- nchtuna dieser Linie wurde beschlossen. fpd. Offenbach 30 Apkil. Bei G koh- W e l s h e i m stürzte sich di» Tochter des dor- Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine freien Verkehr auf 0,5427 bis 0,545 ab. Von Lot al werten fanden Äoigt & Häffner etwas größere Be achtung (plus 3 Proz.) auf günstige Dividendenaus sichten. Die Börse schloß still und zurückhaltend. Deutsche Anleihen: äproz. Reichsanleihen 0,549, 4proz. Bayern 0,825. Ausländische Renten: 5proz. Goldmexikaner 38,25. Bankaktien: Commerzbank 103, Darmstädter Bank 126,25, Deutsche Bank 125, Dis- contogesellschaft 115,62, Deutsche Vereinsbank 86,50, Dresdner Bank 106,25, Mitteldeutsche Kreditbank 99,87, Oesterreichische Kreditaktien 8,05. Montan- akiien: Rheinstahl 49,62, Kali Westeregeln 21. Che mische Aktien. Badische Anilin 138,25, Th. Goldschmidt 107,75, Höchster Farbwerke 130,62. Industrieaktien: Adlerwerke Kleyer 3,30, A. E. G. HOL Aschaffenburger Zellstoff 100, Dyckerhoff 4,15, Holz- mann 85, Inag 1,18, Gebr. Iunghans 84, Neckarwerke Stammaktien 83,87, Meinmetall 57,50, Jul. Sichel 58, Voigt & Haffner 82. Berliner Börse. Berlin. 30. April. Die Börse eröffnete am letzten Tage im Monat in außerordentlich stiller Haltung. Man rechnet-L^mit, daß das Kohlensyndikat heute zustande kommt, doch liegt hierin keine Anregung für die Börse. Auf der andern Seite wirkte die weitere Versteifung des Geldmarktes hemmend; obwohl der Ultimo beendet sein sollte, ist doch der Bedarf heute recht groß. Bei allgemein u n v e r -- änderten Kursen kam anfangs nur weniges Geschäft zustande. Auf einzelnen Märkten zeigte sich eine leichte Abschwächung, so am Chemie markt. Am Marit der heimischen Rente n hält die schwache Haltung an. der Markt fällt auf die Dauer der völligen Verödung anheim. Tägliches Geld war zu 8Vs bis 10 Proz. gesucht, Monatsgeld zu 10 bis 12 Proz. Der internationale Devifenverkehr zeigte keine wesentlichen Veränderungen, das englische Pfund blieb weiter fest, ohne jedoch den Parikurs erreicht zu haben. Die Mark notierte im Auslande fast unverändert. Amsterdam 59,31, Zürich 122,275. London 20,35. Frankfurter Schkrickttdiehmarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Auftrieb: Rinder 4, Färsen und Kühe 4, Kälber 1149, Schafe 306, Schweine 497 Stück. Feinste Mastkälber 72 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 64 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 62, geringe Saugkälber 40 bis 53. Mastlämmer und Masthämmel 48 bis 52, geringere Masthammel und Schafe 38 bis 47, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 35. Schweine von 80 bis 100 Kilogramm 58 bis 60, vollfleischige unter 80 Kg. 55 bis 58, vollfleischige von 100 bis 120 Kg. 58 bis 60, vollfleischige von 120 bis 150 Kg. 58 bis 60. Marktverkauf: Kleinvieh bei langsamem, Schweine bei regem Handel ausoerkaust. Zrantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 30. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21 bis 23,50. Roggen inländ. 19 bis 22,50, Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 25, Hafer, inländ. 17,50 Vis 22, Mais (gelb) 21 bis 21,25. Weizenmehl, inländ., Spezial 0 35,75 bis 37,75. Roggenmehl 30 bis 31,50, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 14,50. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse. Berlin. 30. April. Der Produktenmarkt blieb recht gespannt wegen der bevorstehenden Maiablieferungen. Die Preistendenz war schwächer. Rur Mairoggen, der einen Anfangs-iurs von 200 hatte, schloß mit 202, also etwas fester. Gerste, Hafer, Mehl und Futterartikel unverändert. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mär!. 245 bis 248, do. Mai 254 bis 253, do. Juli 252 bis 251, Roggen, mär!. 215 bis 219, do. Avril 200, do. Mai 200 bis 202, do. Juli 210 bis 209.50, Gerste, märk. 220 bis 238. Futtergerste 197 bis 208, Hafer, märt'. 202 bis 211, do. Mai 183 bis 184. Mais, Mai 184 bis 185, Raps 395. Leinsaat 385; für je 100 Kilo: We'zenmehl 31.50 bis 34, Roggenmehl 23 25 bis 29 50, Weizenkleie 15, Roggenkleis 15,80 bis 10, Biktoriaerbsen 22 b's 27, kle'ne Erbsen 20 bis 22. FuttererbseN 19 bis 20, Peluschken 19 bis 21, Ackerbohnen 19 bis 20, W'cken 19 bis 21, Luvinen, blau 10 bis 12, do. gelb 11,50 bis 14.50. Serradelle 14 bis 16, Rapskuchen 15 bis 15 30 Lemkuchen 22,20 bis 22,50, Trockenschnitzel 1040 bis 10,60, Tvrfinelasfe 9 50. Kartosfelfkocken 19,30 bis 19,70, Zucker 17,50 bis 18,50 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Au "7 'dio-Umschau* 4 Samstag, 2. Mai: 12 Llhr Rachrichten üenst, 3 und 4 ^Ihr Wirt- fchaftsmeldungen, 4.20 Tihr Nachrichtendienst, 4 30 bis 6 U^r Rachmittagslonz rt des Hausorchestrrs (italienische Opern), 6 bis 6 30 Ahr Jugendstunde (aus dem Roman „Der Schatz im Silbersee" von Karl May), 6.30 bis 7 Uhr Der Briefkasten, 7 bis 7.30 Ahr Aus Historie und Phantasie lAnekdoten und Rätsel), 7.30 bis 8 Ahr Funk- Hochschule (Vortrag von Pros. Dr. Schultz „Schiller und die Rachwelt"), 8 bis 8.30 älhr Stunde des Franffurter Bundes für Volksbildung (Vortag von R ktor Wehrhahn „Maifeiern und Maibrauche"), 8.30 bis 9.30 Uhr Eabaret-Llbend, 9.30 älhr Rachrichtenöienst, Sportbericht, Wettermeldung, 10 bis 11 Uhr Tanzmusik der Haus- Jazzband und Abschiedsabend von Alfred Strauß vom Reuen Operettentheat.'r. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Jsr. ReliglonSgemelnde. Gottesd. l. d.Synagoge (Eüdanlagei. Samstag, den 2. Mai. Äorabd. 7.30 morg. 8.30, abds. 8.00 u. 8.40. Universitäts-Restaurant Ml GW um BUtumuiismus Befiele hören gern, daß der echte Uroga ° Extrakt die Schmerzen schnell lindert und die Harnsäuren Salze aus dem Körper schafft. Wir roten Ihnen, 60 Gramm echten Ilroga-Extrakt zu kaufen, von dem Sie mehrmals täglich 3 Kaffeelöffel voll nehmen. Sicher erhältlich : Universttäts-Apothe „ Zum goldenen Engel". Die Bestandteile Nnd auf der Backuna anaegeb. *96'K Vor und nach dem tigen Einwohners Winter, weil sie nicht wieder in den Dienst zurückkehren wollte, in den Main und wurde sofort von der scharfen Strömung fortgeriffen. Der Vater sprang feinem Kinde nach, um es zu retten. Beide ertran -- k e n jedoch, obwohl sofort ausreichende Hilfe herbeieilte. Kreis Wetzlar. r. W e tz l a r, 30. April. Seit einigen Lagen ist die große B a g g e r m a s ch i u e der Strom bauverwaltung, die den ganzen Winter über still im Kanal in der Rahe der Schleusen verankert lag, wieder im Betrieb. Sn der Rähe der Einmündung der Dill in die Lahn holt sie täglich von morgens bis mittags große Mengen Sand vom Fluhboden, den sie in bereit- stehende große Kähne befördert. Von kräftigen Leuten, meist aber mit einem Pferde, das am ilfcr geht, werden die schwerbeladenen Kähne bis an den Haarplah gezogen, wo sie in eine dem Bagger ähnliche Einrichtung der Baufirma Schneider von hier entleert werden, die den Sand dem älfer hinaus hoch in die Lust befördert und dann durch Llmkippen der Kasten aus- schüttet. Ein Lastkahn trägt 6 bis 7 Kubikmeter Sand. Da ein Kubikmeter Sand 35 Zentner wiegt, so ruht auf dem Kahn die stattliche Last bis zu 350 Zentner Ein Kubikmeter Sand kann hier auf der Ausladestelle des Haarplatzes für 4.50 Mk. in Empfang genommen werden. An der „Starken Weid" liegt heute noch an beträchtlicher Haufen Sand, der von der Strombauverwaltung hier aus der Lahn gefördert wurde. Durch das Sieben erhält man feinen Sand für die Herstellung von Eisenbeton, der in heutiger Zeit mit besonderer Vorliebe zum Bauen größerer Gebäude verwandt wird, während der grobe Sand für die Errichtung der Grundmauern dient. Der Lahnsand scheint nach dem Urteil von Fachleuten ganz besonders zu Bauzwecken geeignet zu sein. RVen der Gewinnung von Sand wird die Lahn gleichzeitig in ihrer Schiffbarkeit gefördert. Hc' bl. Dillenburg, 30. April Die Stadtverordneten Versammlung befaßte sich in ihrer jüngsten Sitzung in der Hauptsache mit dem Haushaltsplan für 1 925 und brachte ihn unter Dach und Fach. Bürgermeister Dr. Schmidler gab zu Beginn der Beratungen erläuternde Einführungen zu dem Plan. Ein Vergleich mit dem Plan des Jahres 1918 ergibt, daß die Mehrausgaben eine wesentliche Steigerung erfahren haben. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 868 900 Mk. ab. Man beschloß, künftig, wie bislang, die Gewerbesteuer nach Kapital und Ertrag zu erheben. Bei dem Kapitel Steuerwesen wurde beschlossen, die Grundvermögenssleuer von 140 auf 160 Proz. zu erhöhen. Als Zuschläge zu der Gewerbesteuer wurden 350 Proz. angenommen und an Filialsteuern 400 Proz. festgesetzt. Der Etat wurde mit einigen kleinen Abäiivcrungen angenommen. fpd. Fran kfuri a. M., 30. April. Mittwoch vormittag wurde aus dem Main an der Niederräder Schleuse die Leiche einer etwa 40—50jäh- rtgen F r a u g e l ä n d e t. Die Tote hatte erst einige Tage tm Wasser gelegen, war etwa 1 64 Meter groß und von kräftiger Gestalt, lieber ihre Persönlichkeit konnte noch nichts festgestellt werden. spd. Höchst a. M, 30 Avril."Bei der Be° triebsratswahl in Den Höchster Farbwerken, an denen sich 4556 Arbeiter beteiligten — rund 57 Prozent der Belegschaft — erhielten die Ch'rt stlichen Gewerkschaften zwei Stimmen gegen eine seither. fpd. Bad Homburg v. d. H., 30 April. Der Evangelische Verein für Innere Mission in Rassau (Sitz Wiesbaden) erwarb das frühere Privathotel Quellenhof. In dem Hause soll gemeinsam mit dem Homburger Verein der Freundinnen junger Mädchen ein Mädchenheim mit Stellenvermittlung und ein christliches Hospiz für Kurgäste und Passanten eingerichtet werden. Der Betr eb wurde bereits eröffnet. fpd. Königstein, 30. April. In der M o r ds ach e an Dem Gastwirt Ba rtsch konnte jetzt ermittelt werden, daß am Donnerstag, dem 23. April, nachmittags gegen 5,30 Tlhr, zwei junge Leute von dem Hubertus-Restaurant eiligen Schrittes h?rkamen und einem Radfahrer, der ihnen begegnete, zuriefen, er solle nicht so neugierig fein. Ferner wurde fest gestellt, daß um die gleiche Zeit ein Auto vor der Wirtschaft hielt, und daß der Begleiter des Wagens scharf nach der Wirtschaft hinüber sah. Die beiden Leute, die von der Wirtschaft herkamen, waren etwa 23 bis 27 Jahre alt. Es scheint sich bei der Bluttat um eine E i f e r s u ch t s a n g e l e g e n- 6 eit zu handeln. Vermißt wurde bisher noch gar nichts. Auf die Ermittlung der Täter setzte die Wiesbadener Regierung eine Belohnung von 500 R ichsmark aus. Man ist jetzt eifrig bemüht, öre beiden Burschen ausfindig zu machen, aber auch den Besitzer des Kraftwagens zu ermitteln. Wirtschaft. Q Zunahme der deutschen Kohl en ein fuhr nach Italien. Die italie- Msche Kohlenemfuhr beläuft sich laut .Znduftrie- wuricr im Jahre 1924 auf 11 Millionen 200 000 Rannen, zirka 50 000 Tonnen mehr als im Jahre 1023. Die Hauptlieferanten waren Deutschland, Eng- '£nÖ.'r,7re ^reinigten Staaten und Frankreich. Aus Deutschland wurden auf Reparationskontö 3 650 000 -tonnen, im freien Verhältnis 760 000 Tonnen cin= gerüprt, das bedeutet gegenüber dem Jahre 1923 in be^ug aus den Freioerkehr sine Zunahme Don 54,7 . Ä *ni neucn Hahrs sind große Export- avschlusie in Deutschland getätigt worden, so dach sich die deutsche Einfuhr wieder heben wird. " Chemische Werke norm. H. E. A l - b e rt, Amönebur g. Der Aufsichtsrat beschloß, für das Geschäftsjahr 1924 eine Dividende von 6 Proz. zum Vorschlag zu bringen. '■ Hansa-Lloyd Werke A.-G. in Gesellschaft beruft auf den 01 $ zwecks Vorlage des Geschäftsabschlusses 1924 nach Bremen ein. Gleich- ü&er eine Kapitalerhöhung um bls *u 2.4 Millionen Rm. beschlossen werden. Norddeutscher Lloyd, Bremen. In der ordentlichen Hauptversammlung betonte eingangs der Vorsitzende, Präsident D.-Jng. h. c. Hei- necke, daß die Verwaltung gern positive Dividendenpolitik getrieben hätte, daß aber die hohen Zinsen die Beschaffung aller Mittel derart erschwerten, daß nur große Vorsicht den Wiederaufbau der deutschen Flotic sichern könne. Das Amerika-Passagiergeschäst habe fia; erheblich gebessert, es bestünden in dieser Hinsicht gute Aussichten, wenn auch die schwere Schädigung infolge des amerikanischen Einwanderer- gesetzes nicht vergeßen werden darf. Das Frachtgeschäft liege noch immer sehr darnieder. Hervor- zuheben sei, daß die deutschen Schiffahrtsgesellschaften keine Subventionen wie die ausländischen erhielten und außerdem hohe Steuerlasten au tragen hätten. Die Hauptversammlung genehmigte darauf einstimmig den bekannten Jahresabschluß 1924 und erteilte Aufsichtsrat und Vorstand Entlastung. Börsenkurse S rilut ■ SihIUh- l örie l *M 5 fr-rh Saturn: 29.4. | 30.4, Frankfurt a.M.sBerkin Ä. 4. ! 30 4. 1115,30 109,75 I 109,75 21 84,50 83,875 86.25 85 0,71 Der! n ^-Eani'tiEt a. Ai. Bantnören 110,60 87.13 8 ,75 136 139,40 73,5 78,7 0.549 0,61 0,63 > 139,40 0,45 108 130,75 131,12 7,50 15,1 128,75 110,9 0.340 0,625 0.5x5 0,(5 0134 0,645 8,9 115,4 49,55 100,50 3,65 75 77,8 8,25 '15.3 49.62 99,90 8,05 0,11 10S, 130,75 131,4 15,3 I 141,5 103 120.75 ISA 0,79 0,75 94,75 92,15 10,1 79,75 82 98,75 78.75 132 100 8,13 0,225 77,75 79.76 79,5 99,25 77.40 133,2. 17,1 21,12 0,66 1,15 i 137 4,05 3,7 59,5 12,6 ! 4,12 3,275 ! 100 8,25 0,2 77 80 79,5 100,5 78,4 134,4 16,70 21,12 72,62 9,1 117.25 50,60 103 87,5 70,5 3,30 5,50 0,0773 . 0,69 । ,348 ' 0,69 i 1,75 । 143,5 100 126,50 125,95 91,5 I 87,5 70.25 5,40 3,49 2,895 7,6 127 •> J2 3,3 58 12.63 4,175' 3,275 2,12 3,5 3,3 12,75 (110,30 । 80,5 825 99,9 8,1 Ul 86,90 TO 3,3 5,6 7.9 104 0,34 0,635 0,75 0,73 0,69 94,75 92 10 38,25 144 103 126,25 125 86,5 11-7,62 0,7 । 94,75 I 92 ! 10,05 | 36.25 | 143 103 . 126,5 125.25 86,5 I 116 | 138,2 > 0.45 107,75 130 (30,62 7,5 14,9 129 110.50 87 90,5 87 71,75 I 0,79-5 0,7 i 94,75 92,15 1 10 I 85 I 137 1138,13 107,70 i 130,5 1130,75 5"/o ®tntrd)e fftet(09, 81 1 100 78,75 I 134,75 1 16,90 21,13 1 72,25 j 8,5 I 117| 50 i 100,75 | 3.675 I 75,23 I 78 ! 3,12 3,5 3,25 12,6 0,.i8ö 0,65 0,61 0,77 0,35 0,69 •9 p । 1p Amtliche <»eld Noti runct i Brie ?bi'*frrfie Notierung üelb i ’ rief Amu.-Ron 168 29 iii^.zi 168.45 168,86 Unen -Aires 1.608 1.61? 1,613 1,617 Brss-AnSv dl 29 21.35 21.20 31,32 Cbrisii.iiiia 1-8.66 1 68.74 68, H) 69,02 Kop-nbagen 77.70 77.90 78,10 78.13 Ctockbolin 112.46 , 112,74 112,31 112.59 pelsingforS 19 562 10,602 10,557 10,597 Italien. . 17 20 17.2'4 17.19 17,23 London. .91 305 20,373 20.337 30.387 Neuyork . Poris. Schweiz . 4 195 4,205 4,195 4.24k3 41 975 r’,035 21.87 ■31,93 81 265 | 81,46;’ 81.285 81,485 Spa. i len. Java» . . Mo de Han Dien in D-- 60.32 60,48 60,67 60,8' 1.753 1.757 1,763 1,767 0 446 9,448 0,44' 0,450 Cf ft. cbgeit 59 07 59,-21 69,0a 59,19 Prag ‘2,13 12,47 12,4*5 12,465 Bel j rad . . 6.7« 6,78 6.79 6,81 vudov.st. 3ut arien 5 8? 5,89 6,8«i 6,9 H ) 3,08 3,06 3,07 V'iTabon 20 475 20,525 20,275 30,325 Danjig. . 8O Sl 80.40 «0,675 SO. 875 fionH ntin. i 205 , 2,215 '^27 7.89 2 337 Atben 7 89 7.91 7,91 Berlin, 30 ’pril. 7Ittterikant1che Note» . . ,,. belgische Noten ...... Daniiche Noten ...... Englische Noten ...... Fran;ösische Noten ..... polländische Noten . . . . . Atalienifche Noten ..... Norwegische Noten . . . . Deutsch' Ccilerr. ä 100 Krone» Rumänische Noten...... Schwedische Roten Schwerer Noten....... Spanische Noten Tschechwlowak.'sch- Note» - . Ungarifaje Noten . « * Frankfurter Abendvörse. F r a n ff 11 r t a.M.AY. April. Der Abendbörfe fehlte es wieder an lebet Anregung. Mullofigkeit und eine weitgehendeUnsicherheit gab dem Verkehr ioie- berum das Gepräge, was sich in einer außerordent- l'ch geringen Umfatztatigkeit widerspiegelte. Die Kurie sich zumeift auf miltngsffa,,»,. Jmm- - l)in tft die Stimmung als etwas freundlicher xu be- Werten, ta I» hi, SiiMgänqc nicht fortFe^te,.3 butschen Anleihen waren 5proz. Reichsanleihen an- fangs etwas gebessert, schwächten sich aber sväier im Geld 4,185 77,90 20..312 21,86 168,08 17.19 68.68 98.98 112,07 81,185 60,43 12,445 ',86 Briet 4,20-5 21,385 78.28 20,412 21,9»; 168.94 17,2? 69,02 59.28 113,60 81,585 60,73 12,605 5,88 Plockstraße 5 Inh.: F. C. Günther Fernsprecher 198 Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Theater kalte und warme Platten _____I f Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der ©egenroort Don Karl-August eon SafferL 30 ijorileßung. (Nochdruck verboten.) 5. Lindo, Ltratois und Liebhard standen in der Fernsprechzentrale. Immer wieder schickte der Fun- keringenieur seinen Anruf in die Weite; stets auss neue horchte er mit mit Anspannung aller Rerven in den Hörer. Manchmal vernahm er Morsezeichen, die aber völlig unverständlich blieben. „Eie versuchen, mit uns zu strecken, dos ist klar ' sagte er. „Also muh die Funkspruchanlage noch intakt lein. Aber die Zeichen bleiben immer in gleicher (Entfernung." ,,3d) schließe daraus, baß der „Stößer" wegen einer Maschinendefektes landen mußte", sagte Liebhard. „Sonstigen Schaden scheint er nicht genommen 3ii haben; denn dann würde auch die Fun- fenuniofle nicht mehr arbeiten." ..Es befindet sich doch genügend Material an Bord, um etwaige Schäden ausbessern zu können?" fragte Stratoff. „Falls die Havarie nicht zu groß ist." Stratoff zog seine Uhr. „Es ist bereits 3 Uhr 30 Min. nachmittags", sagte er. „Damit Ist die von uns gefetzte Zeit schon überschritten. Wenn wir noch länger warten, erreichen wir den Dampfer nicht mehr. Ueberlegen wir doch einmal kurz die Lage. Sehr wahrscheinlich befindet sich der „Stößer" in viel größerer Entfernung als 200 Kilometer von hier. Dann vermögen wir ihm keine Hilfe zu bringen; denn wir haben nur für etwas über 400 Kilometer Brennstoff und müssen die Hälfte davon für die Rückfahrt rechnen. Außerdem sitzen wir vier unrettbar fest und können die nächsten neun Monate in einer Eskimohütte zubringen, wobei uns Im günstigsten Falle einige Gliedmaßen abfrieren. Für den „Stößer" gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder gelingt es her Besatzung, den Schaden selber zu beheben. Dann werden sie noch einiger Zeit hier ankommen. Wir hinterlassen ihnen bei Den Eskimos Nachricht, daß wir den Versuch machen, den Dampfer zu erreichen, um mit ihm zurückzukehren. Ober die Havarie des »Stößers" ist zu groß. Dann werden sie versuchen, sich mit Hilfe des alten, erfahrenen Nordpolsahrers Mr. Cook bis an das offene Meer durchzufchlagen, wohin wir ihnen mit dem Dampfer entgegenfayren. Das scheint mir vernünftiger und sicherer zu fefn, als wenn wir ihnen nachfliegen. Treffen wir sie nicht, dann ist (ehe Möglichkeit einer weiteren Rettungsaktion für die Schiffbrüchigen vorbei, und auch wir werden hier Im arktischen Winter wahrscheinlich unseren Tod finden." „Ich laste die Kameraden nicht im Stich", fugte Linda einfach; aber ihr Herz klopfte in rat Iben Schlägen. „Bravo, Frau Fürstin!" rief Liebhard. ..Dos ist gesprochen wie ein tapferer Mann." „Ober wie eine unverständige Frau", sagte der Russe. Während er Linda weiter zu überzeugen versuchte, rief Liebhard die beiden anderen Ingenieure durch das Teleohon herbei. Als alle versammelt waren, setzte er ihnen mit kurzen Worten die Lage auseinander. Schweigend blickten die deutschen Manner sich an. Dann fragte Liebhard. „Wollen wir dem „Stößer" zu Hilfe eilen?" Ein gemeinsames „Ja" ertönte, in das auch Lindos Helle Stimme einfiel. „Ich protestiere gegen diesen Wahnsinn!" rief Stratos?. „Das wird Ihnen wenig helfen, armer Freund", sagte Linda. „Wir sind in der Ueberlegenheit. Sie haben sich freiwillig in diese Gefahr begeben und müssen nun auch die Folgen tragen." „Ich lasse mich nicht zwingen.' „An die Posten", kommandierte Liebhard. „Motoren anlasten." „4)alt!" schrie Stratoff. „Ich steige aus. Glauben Sie, ich habe Lust, in dieser Ciswüste umzukommen, nachdem ich glücklich durch die Fährnisse des Bolschewismus gelangt bin?" Liebhard winkte den Männern zu. Dann sagte er: „Liebe Kameraden! Natürlich erfüllen mir den Wunsch S rrn Stratofss. Ich habe dann aber die Bitte, ba,} noch zwei von euch ebenfalls Zurückbleiben. Drei Personen weniger entlasten das Flugzeug bereits um einiges, und außerdem find die Zurückbleibenden zu brlit eher in der Lage, uns mit Hilfe der Eskimos eine Rettungserpedinon dis an den Rand des Eismeeres entqegenijufenben." Da keiner von den jungen Männern bleib/n maßte, entschied das Los. Die zwei dazu Bestimm» ten booteten sich mit Stratoff zusammen ein. Warme Kleidung, Gewehre und Proviant erhielten sie ausgehändigt. Beim Abschied von Linda war Strnloff doch etwas gerührt. Leben Sie wohl, Fürstin", sagt-' er, ihr die Hand küstend. „Wenn wir uns am heutigen Tage nicht wiedersehen, bann sind Sie verloren, und ich werde ewig den Verlust der einzigen 5rau betrauern, die ich je wirklich geliebt habe." „Aus frohes Wiedersehen", sagte Linda leise und bemühte sich, ein unwillkürlich aufsteigendes Grauen zu unterdrücken. „Ich vertraue aus unseren Stern." Als dos kleine Boot mR den drei Männern losmachte, surrten die Propeller an. Leicht erhob sich die „Schwalbe" in die strahlende Sonne des wundervollen Polarnachmittags. Nach einer Stunde war der Rand des ewigen Eises wieder erreicht. Lor ihnen dehnte sich die leere unermeßliche Schneewüste. „Wie lange reicht unser Benzinvorrat noch?" fragte Littba besorgt. „In einer halben Stunde müssen wir wenden, sonst kommen wir nicht zurück." Der Ingenieur am Funkenapparat meldete, daß verstärkte Morlezeichen hörbar würden, die aber noch unverständlich blieben. Linda schickte ein heißes Flehen zum ewigen Gott, aw den sie bislang kaum mehr geglaubt hatte Zu sprechen wagte sie nicht. Auch Liebhard hielt dic Lippen krampfhaft aufeinandergepreßt und musterte schweigend mit seinem Olafe den Horizont. Von ^eit zu Zeil maß er den Slano der Sonne und kontrollierte, ob die „Schwalbe" auch genau auf der geographischen Länge von 150 Grad und 67 Minuten bliebe. Die Magnetnadel funktionierte, da sie gleich weit vom magnetischen wie vom wirklichen Nordpol entfernt waren, noch völlig uh- zuverlässig und wies augenblicklich noch Osten. Rasch verging die kurze Spanne, dann sagte Liebhard tonlos: „Wir milsten wenden." Linda rief zur Zentrale »Hören Sie Morte Zeichen?" „Trotz der heftigen magnetischen Störungen vermag ich deutlich einzelne Zeichen vom „Stößer" her aufzunehmen. Er kann nicht mehr allzufern fein." „Und da wollen Sie kehrt machen?" fragte Linda vorwurfsvoll den jungen Ingenieur, der mit verzweifeltem Gestchtsausdruck vor ihr stand. „Sie ber wollen wir mit unseren verunglückten Gefährten zusammen untergehen, als daß wir sie vergebens um fiilfe rufen lassen." Liebhard entgegnete kein Wort, aber unbe irrt raste die „Schwalbe" weiter gen Norden. Jetzt gab es kein Zurück mehr, jetzt hieß es den „Stößer' finden ober den Untergang in schauriger Erseinfam feit. Und immer noch weit und breit nichts zu fehen. Wenn nun der fSunferingenieur nicht genau aufge nommen hatte und die Angabe des Längengrades falsch war? Ein versehen um einiae Graorninuteu genügte, den „Stößer" unauffindbar zu machen „Wie stark sind die Morsezeichen?" rief Lieb Hard. „Unverändert." „Lassen Sie mich selber einmal hören." Der Apparat im Führerstande wurde mit bei Antenne verbunden. Doch Liebhard vermochte nicht das geringste zu unterscheiden Das unheimliche Brausen, Singen, Knacken und Knistern des immer noch andauernden magnetischen Gewiters übertönte für fein ungeübtes Ohr die schwachen Hilferufe brr kleinen Funkenanlage des „Stößers". Und weiter ging es in den weißen Tod hinein. Jetzt, wo es hieß, finden ober sterben, schien jede Furcht von ihnen gewichen, die unwillkürlich In ber Kehle Hochgestikgen war, so lange sie die Ent scheidung nod) in der Hand hielten. Der Würfel rollte, ein Rückwärts gab es nicht mehr, und mit sehnenden Blicken, aber ohne Zittern durchmufter' ten die schöne, tapfere Frau und der junge In genieur den unermeßlichen Horizont. Immer bot sich ber gleiche Blick Schneefeldei. dazwischen einmal lange Wasserriste, Eisberge — und die weite, weite Ebene. (Fortjetzung folgt.) Bekannt, begehrt Im ganzen Reich, Mit feinster Frischmilch hergestellt. Zu haben schon fUr wenig Geld: Die beste Butterkost . der Welt! . ,t, ■« w PreisVzMnurSOjl ■ . ■ . , • ■ Kinderzeitung „Der kleine Coco" gratis ■ VT‘ Mittelweftdeut cher Stenographenound.Stolze-Schrey' niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiHiiiiiiiiimniiiuiimiiuiiimiiiiiiitiiiiiimimmmmfmnnHmiiitiii 36. Jahres-Hauptversammlung vom 2. bis 4. Mai 1925 in Giehen Sonntag, den 3. Mai 1925, vormittags 11 , Ubr, in der Neuen Nnla der tlniversttät 4493c Oeffentiiche Festversammlung mit Dortrag des Herrn Univ.-Prof. Dr. Merk-Marburg, fibet. „Beim und Banölnngen Ser vevlW« Su Mrtll". Der geschäftssührelde Ausschuß. 3. A.i Stanoer.-Aerei» .Ttolse Librey" e. V.. Giehen,gegr. 1895. M.G.V.Liederiafel Werte Mitglieder! Anläßlich unseres 12jährigen Bestehens findet Lamötag, den it. Mai, ab 9 Ubr abends, im BerelnSlokal (Stadt Castell Herrenkommers md am Sonntag, den 3. Mai, ab 4 Ubr nachm. auf der Karlsruhe Familienzusammenkunft statt. Zahlreiche Beteiligung der Mitglieder erwünscht. 490D Der Vorstand. Tel. 249 auch nackt« bUslein-Schnille alle Größen la-1 sremd im 846a Modehaus Salomon. Alter Blei iBleirShrew laust Bnihlsche Druckerei U,D Lchulstr. 71 Msil- initrumenie und Zubehör taufen Sie gut und billig bei Helmut Kirchner mufllalientonölüne Lchissenberg.Wenl6 i»mischen Berg- und Guienberg tr.» rf?D Preisliste grrniS. Kur 60 pfg. kostet ', Pfd. vananen- Katao wohlschmeckend und gesund. Reformkaue Kreuzvlatz 5. Für SchnMIöge! Kinder- Rucksäcke Ledersport> gürtel Baer & Bamberger Walltorfkr. 12 m*D Hanl itatt innerung. K. 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