Nr. 257 Erstes Erschein» taglid), au fort Soinu und ^tirrtags. Beil«atn: (BiefoenerSamilienMölter Heimat in Bild. Mova>z^vr;a2krreir: LVoldmack u. 20 Gold- pfmrrg für Trägerlohn, auch bei tttiafterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern'prech-Anschlüsse: schrifrleitung 112, Versag undGeschästsstellebl. Anschrift für Drahrnach« rlchlkn:AvzeigerSiehen. P)|H*edfonto: granfl.'Tt a. M. 11688. Blatt 17<. Jahrgang zrenag, 3f. vttober 1924 General-Anzeiger für Oberhessen vniS iind Verlag! vrLhl'Iche llniverNStt-v»ch- und Stttnörudcrei R. Lange in Sietzen. Schrifileitung und Seschäftrftelle: Schuliiratze 7. ?t»»ay»e oo* Änjciacn ftr die lagesnumeer blt zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichbeit. Preis für 1 mm YSde für Slnzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, aurwärt» 10 (Bolbpfcnnig; für ')'«» Irlame-Anzeigen v 70mm Breite 35 tBclbpfcrnig, PIatzoorfchrift20- .Aufschlag. - Beraulwortlich für Politik u. Feuilleton: Ilr.Friedr. 2vilh Longe; für den übrigen Teil. Ernst Dlumlchc'n;flirbtn Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giefoen. Der konservative Wahlsieg. Der grobe Wahlsieg der englischen Konservativen tarn in diesem AuSmah für die meisten unerwartet Als Macdonald am Dorabend der Wahl feinen Parteifreunden zuredete, sie möchten sich auch durch eine etwaige Diederlage nicht in ihrer Zukunstsgewifrlxsit irre machen lasien, hat er die Momente, die gegen die Fortdauer ferner Herrschaft sprechen, richtig bewertet. Es wurde die Bedeutung des konservativen Sieges auch nicht sehr verringern, wenn sich natürlich Herausstellen sollte, dah die Konservativen nicht die volle Mehrheit der Wahlberechtigten oder auch nur der Wühler aus sich vereinigt haben. Die Lesart, dah die Tories einen Teil ihrer Stimmgewinne der Wahlmüdigkeit des englischen Dolles, welches nur. erst einmal einige Jahre mit Neuwahlen verschont bleiben wolle, verdanken, ist ziemlich einleuchtend. Jedenfalls ist damit zu rechnen, dah diesmal das Hinterhaus die verfassungs- mähigen vier Jahre durchhalten wrrd, wenn nicht etwas AuhergewöhnlichcÄ sich ereignen sollte. Gin Oppositionsführer wird es sich indessen dreimal überlegen, ob er eine Frage zweiten oder dritten Danges zum Anlab einer Parlamentskrise machen wird, da bei abermaligen vorzeitigen (Neuwahlen die Wählerschaft dem Störer ihrer Ruhe nicht allzuviel Sympathie entgegenbrrngen bürste. Wenn Worte Taten wären, f> hätte Mac- donald gvohe Derdienste um das deutsche D)lk. Gr begarm seine Tätigkeit Anfang dieses Jahres mit Briefen an seinen „Heben Freund Poin - carä". Wenn diese Betitelung vielleicht auch dem Diplomaten zugute gehalten werden muh, so hat Macdonald dxh mit diesen fernen ersten auhenpolitischen Taten das Verhältnis der britischen Regierung zu der französischen Regierung in einer für Englands Interessen wenig günstigen Weise festgelegt. Als dann Poincarä in den Wahlen vom 11. Mai unterlag, setzte Macdonald gegenüber dem neuen französischen Kabinettschef die Politik der Selbstentäuhe- runfl fort. Seine deutschen Freunde behaupteten, er tonne nicht anders handeln, weil sonst Her- riot gestürzt werden und die so n>t- wendige Ernüchterung des französischen Dol- keS ein vorzeitiges Ende finden würde. Macdonald schluckte schliehkich s)gar die Ruhr- besehung und gab seine Zustimmung zu einer Rcparationsentscheidung, welche Deutschland zu fortgesetzter Beunruhigung deS Weltmarktes treiben und der britischen, Wirtschaft das Dasein erschweren muhte. Der Mandaksverlust, den die Arbeiterpartei za beklagen hat, rührt zweifellos hauptsächlich davon her, dah ein Teil der früheren Anhänger Macdonalds den von der Arbeiterpartei versprochenen wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung vermibie. Debenbei hat natürlich auch der Sinowjcw-Bries eine Rolle gespielt, der manchem britischen Wähler die Augen darüber öffnete, dab unter der Aera Macdonalds fremde Parolen in das britische Staats- und Wirtschaftsleben hin eingetragen wurde.!. Pazifistische» Internationalismus und nationaler Imperialismus schlieben sich aus. England hat am Weltkriege nicht teilgenommen, um die Gesittung und das Wohlbehagen der Menschheit zu erhöhen, sondern um zu gewinnen und um seine Lebensbedingungen zu sichern. Der Sieg der englischen Konservativen ist der Sieg des Imperiums. Baldwin hat im Wahlkamps darauf verzichtet, die Schuhzollidee in seiner Partei in den Vordergrund zu schieben: er hat sich sogar verpflichtet, die Lebenshaltungskosten nicht durch irgendwelche gesetzgeberischen Maßnahmen zu erhöhen. In politischen Kreisen Englands gilt Baldwin mehr als ein W i r ts ch a f t s - und F i n a n z f a ch- m a n n und weniger als ein politischer Führer groben Stils. Baldwin ist der Schöpfer des britisch-amerikanischen Finanzausgleichs. Er ist ein guter Kenner des internationalen Schuldenproblems und geniebt in Amerika persönliches Vertrauen. Als Dachfolger Bonar Laws in der britischen Ministers: räsidentschast Anfang vorigen Jahres hat er keine sehr glänzende Rolle gespielt. Unter ihm erstatteten die britischen Kron- juriften ihren Bericht über die Unrecht- Mäßigkeit der Ruhrbesetzung: unter ihm wurde auch die aufsehenerregende Cur - zon-Dote erlassen, in welcher schärfer, als cs seit Jahren geschehen war, der britische imperialistische Staondpunft gegenüber den politischen Methoden der französischen Staatsmänner geltend gemacht wurde. Unter ihm erfolgte aber auch der Umfall. Die britischen Konservativen, die nach wenigen Wochen die neue Regierung bilden werden, sind keine Freunde Deutschlands. Im Wahlkampf warf Baldwin seinem Gegner Macdonald vor, er betreibe die Interessen der Deutschen und der Rusten. Lagesschlagworte und Wahlparolen sollte man jedoch nicht allzu ernst nehmen. So wenig Baldwins künftige Politik von einer (nicht vorhandenen) Liebe zu Deutschland dikttert sein wird, so wenig wird er die Schaukelpolitik des Schwätzers Lloyd George und die etwas rudmeife sich vollziehenden staatsmännischen Er- zerzitien Macdonalds nachabmen. Da wir Deutschen vorläufig keine Aussicht haben, daß man unsere Interessen aus Freundschaft und Wohlwollerc fördert, so müssen und können wir uns damit begnügen, dah man uns aus egoistischen Beweggründen gewisse Daseinsmöglichkeiten offen hält. Dab sich der Wunsch und die Hoffnung der Anhänger Poincares erfüllen wird, dah der in England zutage getretene Ruck nach rechts sich bald auch in Frankreich einstellen wird, muh entschieden bezweifelt werden. Die Auswirkung -er Wahlen. London, 30. Oh. (WTD. Funkspruch.) Macdonald ist gestern nach Downing-Street zurückgekehrt. Dach dem „Daily Chrv- nicle“ hatte er gestern eine Besprechung mit mehreren seiner Kollegen, insbesondere mit C Ihn es und Henderson. Heute wird eine Kabinetts-Sitzung stattfinden, in der über die nächsten Schritte der Regierung beraten werden soll. „Daily Chroniclc" will wissen, dah Macdonald fürdensofortigen Rücktritt ein* treten werde. In diesem Falle dürste er um eine Audienz beim König nachsuchen und seinen Rücktrttt einreichen. Der König dürfte dann den Konservativen D a l d w i n, als den Führer der größten Partei, zu sich bitten. Baldwin würde dann mit der Bildung deS neuen Kabinetts beauftragt werden. Dies dürfte sich ohne besondere Schwierigkeiten vollziehen. Es ist anzunehmen, dah eine Reihe früherer Mitarbeiter von Lloyd George in das uni* onistifche Kabinett Eintreten, in erster Linie Austen Chamberlain, Sir Robert Horne und Lord Birkenhead. Don Lord Balfour fei gleichfalls die Rede, doch wird Balfour wegen feines hohen Alters wahrscheinlich nicht aktiv an der Kabinettsbildung mitwirken können. Chamberlain hat die größten Chancen, Anter st aatssekretär im Fore i g n Office zu werden. Als Schahkanz* l e r wird allgemein Sir Robert Horne genannt. * Auch das neue Kabinett unter Baldwin wird sich vor eine Reihe verwickelter Probleme g e ft e II t sehen. Es ist noch ungewiß, ob und wann die Kvnfervattven die heutige Ar- beitdlofenfrage und die Frage des heimischen Jndustrieschuhes vor dem Parlament auf rollen werden. Auch der Vertrag mit Sowjetruhland dürfte der neuen Regierung Schwierigkeiten bereiten, da die Opposition immerhin stark genug bleibt und Macdonald nach wie vor auf dem Standpunkt steht, dah die Ratifikation deS Vertrags für England von ausschlaggebender Bedeutung sei. Baldwin wird gezwungen fern, entgegen feiner Ueberzeugung eine Verständigung mit Ruhland zu suchen, die sich möglicherweise nur auf das wirtschaftli ch e Gebiet erstrecken wird. Man darf gespannt fein, welche Stellung die Konservativen zum Völkerbund einnehmen werden. Die für das Imperium von Baldwins Anhängern erstrebte Anabhängigkeit dürfte mit der Dölkerbundsidse schwer in Einklang zu bringen fern. Das bisherige amtliche Wahlergebnis. London, 30. Oft. (WTD.) Am 9 Ahr abends waren folgende Dahlresultate bekannt: Konservative 393, Arbeiterpartei* I c r 149, Liberale 40, Wilde 13 Sitze, darunter 1 Kommunist. Damit fehlen noch 20 Ergebnisse von insgesamt 615 Mandaten. Die reinen Gewinne der Konservativen betragen 149, die reinen Verluste der Arbetterpartei 40, der Liberalen 110. Die Konservativen haben jetzt d i e u n - geheure Mehrheit von 191 Mandaten über alle anderen Parteien zusammen. Eine derartige Mehrheit ist feit dem großen liberalen Wahlsiege des Jahres 1906, wo 376 Liberale gewählt wurden, nicht mehr dagewesen. Kein Mitglied des Arbeiterkabinetts ist bei der Wahl uy< terlegen. Asquith und Macdonald über das Wahlergebnis. London, 31. Oft. (TA.) Asquith bezeichnet sämtliche Gerüchte, dah er wegen seiner Wahlniederlage aus dem poli i'chen Leben aus- zuscheiden gedenke, als erfunden Die Liberalen, so fügte er hinzu, sind keineswegs entmutigt. Sie nehmen das Urteil der Ration in sportlichem Geiste und als wahre Drien hin. Macdonald erklärte, seine Partei habe es mit einer reaktionären Beweg ung zu tun gehabt, die gegenwärtig ihren Höhepunkt erreicht habe. Er fügte hinzu: Aber wir erwarten die Feinde festen Fuhes. Mögen sie kommen. Er wurde bei seiner Abreise aus seinem Wahlkreis nach London von einer groben Menschenmenge stürmisch begrüht. Auf wiederholte Aufforderung hielt er eine kurze Ansprache, in der er sehr bedauerte, dah die Arbeiterpartei einen Sitz in Cardiff verloren habe und dah die Eroberung zweier anderer Sitze nicht gelungen fei. Wenn man jedoch die Tatsache betrachte, dah im ganzen Lande die Arbeiterpartei 5 Millionen Stimmen erhallen habe, w bebaute dies ein Zeichen für die Macht der Arbeiterpartei. Er beneide die konservative Partei nicht um die großen Ausgaben, die sie in Anbetracht der Gage des Landes und der allgemeinen politischen und wrrtschaftlichen Derhältnisie zu lösen haben werde. Das Schicksal der Liberalen. Paris, 30. Oft. (WD.) Zu dem (Srgebniä der englischen Wahlen schreibt der „Temps : Was besonders btt dem Ergebnis die er Wah'en überrascht, ist die Diederlage der Liberalen: die liberale Pariei ist das Opfer ihrer eigenen Fehler geworden. Dach- Dem sie allzu entgegenkommend die Arbeiier» regicrung unterstützte und es ihr erm.g.l j)tc, sich wählend 10 Monaten zu halten, sind Die Liberalen nun augenscheinlich durch den Wahl- feldzug überrascht worden. Auf jeden Fall wird die liberale Partei im engli chen Parlament nur noch eine Minder he itspar» t e i sein, die keine Hoffnung mehr hat, aus eigener Kraft von nun ix.i zu regieren. Atzter sich gespalten, da die von Asquith folgen, wahrend die anderen Lloyd George und feiner Entwicklung nach einem verjüngten Unionismus nachgehen, andre sich mit Winston Churchill, dem Dertte er der gemähig en Konservativen berbüntet Huben, haben die Li c- ralen sich ihr Glück an dem Tag verscherzt, an dem sie ihre Einheit verloren hader In den gegenwärtigen sozialen Kämpfen läuft die liberale Partei Gesah., sich zu verflüchtigen und zu verschwinden, wenn sie sich nicht enjajei- bet, offen Stellung zu nehmen zw sehen denen, die die bestehende Ordnung verteidigen wollen und denen, die sie durch einen Reformismus zerstören wollen, der durch seine Methoden und durch seine Wirkung ebenso gefährlich ist wie die Gewalt selbst. Die Konservativen über ihren Sieg. London, 31. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die konservative Presse feiert den unerwartet großen Wahlerfolg der Konservativen als Sieg über den Sozialismus, betont jedoch, baf) die Gefahr angesichts der Zunahme der sozialistischen Stimmen keineswegs beseitigt fei. „Time s" schreibt, der konservative Sieg fei für den Augenblick wohl entscheidend, es würde aber ein großer Irrtum fein, wenn die Sieger sich einbildeten, dah die Gefahr gänzlich beseitigt fei oder daß sie etwa auf lange Zeit von dem Sozialismus und seinen Gegnern und Anhängern im Auslande nicht mehr behelligt werden würden. Die Arbeiterpartei bleibe nicht nur die nächststärkste im Unterhaus, sie habe auch ihre Anhänger im Lande zusammengehalten. Die Abstimmung zeige, dah die Diederlage der Arbeiterpartei nicht auf ein Dachlassen ihrer Energie und ihrer Disziplin zurüchuführen fei. Sie sei rächt geschlagen worden, weil sie es weniger gut gemacht hätte, wie bei den letzten Wahlen, sondern weil es die Konservativen viel besser getan hätten, als sie. Der Energie und der Organisation auf feiten des Sozialismus müsse entgegengetreten werden, und zwar mit nicht geringerer Energie und Organisation von feilen ferner Gegner. Für Deutrale gäbe es in diesem Kampfe keinen Platz. „Times" erklärt Wetter, die Wahlen seien unter Umständen abgehalten worden, die für die Liberalen besonders ungünstig gewesen seien. Aufnahme des Wahlergebnisses in Frankreich. Paris, 31. Oft. (TU.) 5kr überwältigende Sieg der englischen Konservativen, die, wie nunmehr feststeht, im neuen Parlament die absolute Mehrheit haben, bildet hier das Gespräch des Tages. Während die Opposition aus ihrer Genugtuung über den Erfolg der Unionifle.t keinen Hehl macht und bereits alle Anstalten trifft, die neuentstandene Situation politisch aus- zunuhen, verraten die den Linkskartellen nahestehenden Kreise unverkennbar Bedrücktheit. Es ist bezeichnend, dah in politischen Kreisen heute die Möglichkeit erörtert wird, dah das Kabinett Herriot im Lause der nächsten Monate angesichts der Ereignisse in Großbritannien einem anderen Kabinett Platz machen wird, das gleichfalls der radikalen Partei entnommen, aber ein wenig nach rechts orientiert sein würde. — Eine politisch dem Quai d'Orsay nahestehende Per- sönl.chkeit vertrat den Standpunft, dah die englischen Wahlen, insbesondere im Zusammenhang mit den amerikanischen Präsidentschaftswahlen, aller Wahrscheinlichkeit nach den amerikanischen Republikanern einen qrohe.-r Erfolg bringen werden, der einschneidende Folgen auf dem gesamten Gebiet der internationalen Politik nach sich ziehen dürfte. Die betreffende Persönlichkeit meint, dah es zur Bildung einer gemeinsamen englisch-amerikanischen Front gegen die Sowjets kommen werde. Was die Wiederanknüpfung der französisch-russischen Beziehungen anbefangt, so erklärt man in offiziösen Kreisen, dah der Ausgang des englischen Wahlkampfes an dem Faktum der Anerkennung nichts ändern könne. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dah. wenn eine neue Regirrung in Frankreich ans Ruder kommt, sie sich tret) ihrer radikal- sozialistischen Einstellung von der Deuirientie-- nmg in der britischen Politik beeinflussen lasien wird. Allgemein wird angenommen, dah de unio» nistische Regierung so schnell wie möglich zur Einführung der Schutzzölle schreien wird. ,2'OeuDre" unterstreicht die Erfahr, die sich hieraus für den französisch, n Ausfuh handel ergibt. Weiter rechnet man mit der e^-er tischen Durchführung einer grohzrg gen Reichspolitik. Dir meisten Blätter verhehlen sich nicht, dah das Genfer Abkommen grohe Gefahr läutt. Daß Londoner Abkommen wird daq ge i als gesichert aufgesaht. ^L'Oeuvre drucke «n ausfallender Stelle die Grflävu g ei c; un c a inten Konservativen ab. die folgen)aim.> c i l. u et: »Poincarö Hal die ReparationSpläne De .H ? \* servativen Donor Law leichte., Herzens abge- lehnt. Er hat mit Grohbrilan sie t -n de ' F »;e :<-r Ruhrbesetzung eine Gntzw iung he b- f Wenn sie nicht vollständig war, so ist bad nur unser Verdienst getreten.“ Der „I n t ra n s i g ea n t" schveibt, die Vernichtung der Liberalen werde es Baldwin und seinen Freunden erlauben, mit einem weit klareren Programm zu regieren, das durch die egoistischen Interessen der Industriellen und Finanzlcute veriündet und inspiriert würde, die dem französisch englischen WirtfchaftS- oerttag wenig günstig gesinnt seien. Diese Leute könnten übrigens die Eile, die Horriol bei der Anerkennung der Sowjelregieruna zur Schau getragen habe, nur so verstehen, dah er denen um Macdonald habe unter die Arme greifen wollen. Man sehe voraus, dah die erste Fühlungnahme zwischen den betden Entente- rnächkn nicht besonders herzlich sein werde. Dic Partie stehe sür He^riot von nun an nicht leicht. Er werde es erleben, dah die Mitarbeit der Engländer bei dem Londoner Patt sich verflüchtige und nach dieser Richtung foabe Macdonald die Form gewahrt, aber Macdonald werde seine Weigerung mit wenig Zeremonie aussprechen. Die Anerkennung Rufolanbs. Frankreich, Russland und — der „deutsche Militarismus". Moskau, 31.0«. (TU.) Gestern ist in Moskau ein Bericht Rakowskys aus London leingetroffen, i nbem er seine Ansichten über die Anerkennung Sowjet ruh la nds durch Frankreich äuheri. Ein Hauptgrund für die Anerkennung Sowjetruhlands durch Frankreich sei die lieber- zeugung massgebender Kreise Frankreichs, dah es bei der kleinen Entente nur eine ungenügende Stütze gegenüber dem deutschen Militarismus finde. Die Periode des Pazifismus, die durch die neue Politik der französischen Regierung ein gefettet worden ist, müsse vor allem mit Sowjetruhland rechnen, dessen Stärke von Frankreich anerkannt worden sei. Diese Erkenntnis würde am besten dadurch gekennzeichnet, dah Frankreich gerade in dem Augenblick Ruhland anerkenne, in dem die ^Regierung Macdonald gestürzt sei. Rakowsky erklärt weiter, dah Ruhland in erster Linie Kr edit e gebrauche. Er hoffe, dah es unter günstigeren Bedingungen wie bisher Kredite erhalten werde: jedoch würden die Verhandlungen langwierig und äuherst schwierig sein. Trotz der schwierigen Finanzlage Frankreichs glaubt er, von ihm langfristige Kredite zu günstigen Bedingungen zu erhalten. Der amerikanische Wahlkamps. Wahlmüdigkeit. Deuyork, 31. Oft. (211.) Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten vollrieht sich sehr ruhig. Auch in der sonst so lebhaften letzten Woche vor den Wahlen herrscht nur geringe Wahlpropagand a. Die Straften zeigen daS gewohnte Bild und man merkt nur wenig von der Wahlagitation. Die zahlreichen Redner haben nur wenig Zulaus, so dah im allgemeinen m i t geringer CffiablBeteiligung gerechnet wird. Die politische Stimmung wird durch den Ausgang der englischen Wahlen stark beeinflußt. Man hält die Wahlaussichten für Coolidge, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. für äuherst günstig. Der Progressist Lafollette hat im-Laufe der letzten Tage immer mehr Anhänger verloren, zumal er über keine starke Presse verfügt und auch durch fein Zusammengehen mit den völlig unpopulären Sozialdem - traten von seinen Wahlaussichten stark emgebüht hat. Die Demokraten haben nur in Den Sübst a a t e n starken Anhang. In Deuyork ist der Ausgang des Wahlkampfes durchaus zweifelhaft, dcch glaubt man, dah die Republikaner hier einen groben Sieg erringen werden, weil der demokratische Gouverneur Smith viele Gegner hat Die auhenpolitischen Fragen spielen in dem Wahlkampf eine völlig nebensächliche Rolle, so dah auch das Verhältnis zu Deutschland und zum Völkerbund kaum Erwähnung gefunden hat. Der Streit der Parteien Dreht sich lediglich um inner p olilis che Fragen. Türkische Innenpolitik. Starke Opposition gegen Mustapha ftemaf Pascha. London, 31. Oft (211.) Bei der letzten Tagung der groben türkischen Dationalveriamm- lang hat sich eine sehr stärkt Opposition gegen die Regierung Kemal Paschas bemerfbar gemacht. Die Führer der Opposition sind hauptsächlich der ehemalige Ministerpräsident Rouf Dey, General G e f o t Pascha, der frühere Ober’ kommandierende der 2ruppen in Thrazien, se nrr der ehemalige Gesandte in London und der türkische Gesandte in Moskau Sämtlich gehören sie zu den führenden Persönlichkeiten bei politsick-en Lebens. Der jetzigen Regierung wird zur Last gelegt, sie habe in der Frage des Wiederauf^ baue» der Türkei und auch in Der Auhen- Politik versagt. Alle Maßnahmen der Regierung zur Hebung des wirtschaftlichen Lstens tes l^rntes seien unzulänglich. Besonders ter jHnup Handelsplatz der Türkei, Konstantinopel, befinde sich in ständigem Rückgang. Saloniki würde sinmer mehr ter iKonkurrei^platz Konstantinopels und Hute dieses bereits überflügelt. Ein Sieg Tschangsolins. Der Zusammenbruch der Tschili- Armee. London, 30. Oft. Die Armee Tschangsolins hat gestern eine Flankenbewegung ausgeführt und damit einen groben Teil der Armee Wupeifus abgeschnitten. Der Korrespondent der „Times" berichtet aus Peking, dah die Mukdenstreitkräfte die große Mauer nördlich von Junpingfu überschritten haben und ohne bemerkenswerten Widerstand in Langtschou, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, etwa 125 englische Meilen östlich Peking, ein.ge rück t sind. Diese Tatsache bedeutet, daß etwa 70 000 Mann der Armee Wupeifus isoliert sind. Reuter meldet aus Peking, dab es den Tschili-Streitkräften allerdings nteh im letzten Augenblick gelungen sei. 20 000 Mann vor ter Besetzung des erwähnten Eisenbahnknotenpunktes in Richtung von Tientsin abzutransportieren. Der Zusammenbruch ist das Resultat der üblen Zustände im Zentrum und auf dem linken Flügel der Armee Wupeifus. Sie haben es Tsch^rngsvlin ermöglicht, ohne einen ernsten Widerstand zu sinden, vorzurücken und den rechten Flügel Wupeifus zu umgehen. General Li- tschinglin, der Befehlshaber ter Muktentruppen, ist auf dem Wege, General Feng zu Hilfe zu eilen. Er befindet sich im Anmarsch auf Peking mit mehreren Divisionen und ist nur mehr drei Tagemärsche von Peking entfernt. - Die auf dem Rückzug befindlichen T s ch i l i - truppen sind in Schinwangdau auf Dampfern e i n g e s ch i f f t worden, da die Mandschurei- kräste diesen Hafen noch nicht erreicht hatten. 20 000 Mann der Wupeifu-Armee sind zu schift in lllngkau eingetroffen. Fengyuhsiang wirft Truppen gegen Langfang und beabsichtigt, diese Rächt zum Generalangriff gegen die Tschiliarmee vvrzugehen. Fengyuhsiang hat für die Gefangennahme Wupeifus eine Belohnung von 100 000 Dollar und seine Tötung 50 000 Dollar ausgesetzt. Der deutschnationale Wahlaufruf. Berlin, 28. Oft. (TLl.) Die Deutschnationale Volks Partei erläßt einen Wahlaufruf, in dem es u. a. heißt: Es gilt so stark zu werden, daß wir uns unseren Eintritt in die Regierung mit dem unserer Stärke und Bedeutung entsprechenden Einfluß erzwingen. Auch in diesem Kampf bleibt unsere, Parole:' Christlich, völkisch, nationalsozial. Die Volksgemeinschaft wollen wir, die auf christlichen Boten aufbaut, den Klassenkampf verhindert und die Arbeiter vom Terror befreit. Eine Teilung des Volkes in Besitzende und Besitzlose ist mit dem Gedanken jeder Volksgemeinschaft unvereinbar. Wir erstreben eine Verfassung, tee ter deutschen Eigenart entspricht. Die beste Staats form ist für das deutsche Volk die konstitutionelle Erbmonarchie. Der Volkswille wird zu gegebener Zeit aufgesehlichem Wege über d.e Staatssorm entscheiden. Als nächstes Ziel erstreben wir die Wiederherstellung eines gesunden Föderalismus und Beseitigung ter Allcircherrschast des Parlaments. Der Volkswille darf nicht durch Schiebungen ausgeschaltet werten. Entgegen ter Verfassung ist derReichsp r ä s i - d e n t noch immer nicht vom Volk gewählt. Wir verlangen baldigste Anberaumung dieser Wahl. Das Verleugnen der großen deutschen Vergangenheit, das ängstliche Hinhorchen auf jedes Wort des Auslandes, das pazifistische Gewinsel inmitten einer wasfenstairenden Welt, das kritiklose Hindrängen auf den Völkerbund, das unermüdliche Anbietern Unberufener mit unseren ehemaligen Feinten, sind und bleiben mit ter Würde wie auch mit den Zukunftsinteressen unseres Volkes unvereinbar. Die Dawesgcsetze sind jetzt bindendes Recht. Ihre Ausführung, die die Rotwendigkett einer Milderung unserer Lasten erweisen wird, verlangt wachsame mannhafte Vertreter des deutschen Standpunktes, damit Reich unb Voll nicht in wirts z im Zeichen der Frage, ob die grofjen Fu hball- sPie le als Sport oder als Vergnügen anzusehen sind. Da die Wa-H'eu noch etwas in der Ferne liegen, hat man Zeit, sich mit dienern Problem zu beschäftigen, und Ar ikel von h .ben und drüben füllen die Spaltet der Tageszeilun- gen. Es handelt sich um den schm berichteten Fall der „Eintrach t", die ouf dem Spielplatz von Beamten des Magistrates gepfändet wurde. Die .Eintracht" scheint in die'em Falle Im Unrecht zu sein, da der QEa^iftra: nur für zwei Spiele gegen Beruf ss vieler die Steuer verlangte und die »Eintracht' auch ein: ratenweise Zahlung der Steuer ablebnte, toe.l sic im Recht zu sein glaubte Andererseits hätte der Magistrat besser den Ausgang des einmal beschrittenen Rechtsweges abwarten sollen. Jedenfalls sind die Gemüter erregt, und dazu kommt gerade jetzt eine Entscheidung eines Frankfurter Gerichts, die sich allerdings mit einen früheren Fall cbesafU. Hier Lärm das Gericht zu einer Verurteilung der Sportvereine, da die groben Spiele mehr der Schau' tost, als dem Sport dienten. Den Sport konnten bie 22 Spieler auch ohne die Zuschauer treibst, und aus der Reklame gehe ebenso wie aas ien hohen Eintrittspreisen he vor, bah man mit diesen Veoanstal ungen Geld verdienen wolle Wir lönnen u:s diesem Standpunkt de» Gerüchts nicht ganz anschlieben, denn wenn mit die en Spielen auch von den Vereinen Geld verdient werden soll und verdient wirb so darf nun doch nicht Der* gessen, dab dies Geld wieder für s p örtliche Zwecke auSgegeben wird und damit doch der Ertüchtigung der Jugend dient. Lede falls find die Frankfuner Vorgang.' für die fpor.- treibende Bevölkerung deS ganze, Reiches von Bedeutung. Don Hessen nach Berlin in 3’ . Stunden. • Darmstadt, 30. Oft elt gewidmeten Aussatz. „Die'e Ausnahme war ein Rabe, und er starb in einem erfolgreichen Kampf, den er zum Schutze seiner Gefährtin, des Restes und der Eier unternahm. Sonst sind es stets Weibchen, deren Heldenmut man bewundert Ich ging einstmals an einer Ei en bah, strecke entlang, als ich ein weibliches Draunkehlch.m in grösster Erregung schreien hörte. Ich eilte zu der Stelle, wo biete Schreie herkamen, und fand die kleine Mutter be. dem verzweifelten und vergeblichen Versuch, die Flammen anszu treten. die infolge eines von ber vorbei fahrenden Maschine bernib- renben Funkens ihr Rest ergriffen hatten. Das Mänrrchen flog um das Feuer Horum, ohne zu triffAi, was zu tun fei. und hielt sich einige Meter von den Flammen fern. Das Weibchen aber wich nicht von der Stelle unb bitte schon einige Brandwunden, alS ich das Feuer auslöschtc. Ein Rott, hlchonpaar. mit denttr^M^ auf freundschaftlichen Fast: stand, baute sem Rest in dem Loch eines abflt(iorbcnen Baumsnirnpses. Die Jungen waren bereits ausgeb Üte», axr noch nicht imstande ihr Heim zu v.-rlaisen Als ich mich dem Rest näh.rte, fand ich das Weibchen im Zustande gröst.er Erregung unb sah, dast ein Wiefel um das Rest berumstrich Ich ver- 'ch.mchte das gefrdflige D'er. aber ich befürchetc, hab eS spater wieder l.-mmcn würde, beim ba» Wiesel gib! nicht Io lucht ein Mahlzeit aus. die es einmal gewittert hat Al» ich am anderen Morgen wieder zu dem Baumstumpf kam. konnte ich mir bie Tragödie vor gegenwärtigen, die sich wahrend der Nacht er eignet ha.te ^er sch! mme Jäger war zuruckgekehri. und ein verzweifelter Kampf Ixitte sta'tgefunden. Als das Wie el feinen Angriff machte, muhte die Muller sich am Eingang des Loches ausgestellt und mit ihem Schnabel unb Flügeln veracht baden, den Feind zu verscheuchen. Das Rotkeh chen wuhte, da st es bem übermächtigen Gegner gegenüber aus einem verlorenen Posten stand. Abe: statt fortzusl.eee!'. kämpfte eS bis zum bitteren Ende, und daS Wiefel fand den Zugang zu den Jungen nur über seine Leiche." Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde«. Gießen. Freitag, 31. Oktbr. 4", und 7 Beichte 8 Andacht m. Segen Samstag, den 1. November Allerheiligenfest. 6' , Deichte, 7 Messe. 8 Korn.. 9 Hochamt m. Pr^ 11 QHefTe m. Pr., 5'/, Rosenkranzandacht m. Segen. 47, u. 7 Deichte. Von 4‘ ,-6' , und von 7-8 wird ein fremder Priester Deichte hören ü Tabletten fcsrasai für langer, Redner/ Raucher Kranksein? Kein! * prima Zenhir öeaen-OOeröesiöeii mit 1 8.93 weichen unb 1 steifen Kragen j Heilbronner "r* X1 t . 3.90 . 4.50 7.75 0.50 Somen-öemöen Boaengarn. 1.75 gute» Hemdemuch m. Stickerei 2.45 fetne Qualität in. 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November, nachmitt. 4 Uhr, im Amtszimmer der Bürgermeisterei Langgöns abgegeben werden, woselbst anschließend die Oeffnung der Angebote stattstndet. BuOcnanfauf. Fernerhin beabsichtigt die Gemeinde Langgöns einen Vogelsberger Bullen zu erwerben. Besitzer von solchen Tieren wollen ihre Angebot, bis zu dem oben angegebenen Termine im Amtszimmer der Bürgermeisterei Langgöns abgeben. Langgöns, den 30. Oktober 1924. Hessische Bürgermeisterei. ___________Müller.8484V Drucksachen aller Art 503D I. A. Becker, Pfarrer. »lMSMM. Am Sonntag, den 2. November, nachmittags 2 Ubr halten mir eine 4?»eia6eleitr in der Turnhalle anr OswaldSgarteit ab. Vorirag von Frau Professor Frick über „Luther und die Familie" Musikalische Darbietungen des Posaunenchors Grosren-Buseck, kleine Aufführungen der Jugend. Der Frauenverein verkauft bei der Feier Kaffee und Kuchen; anher* dem von 11 Ubr vormittags an, ebenfalls in der Turnhalle, Verkauf von brauchbaren Handarbeiten iKindersachen ufro.) jur Weihnachtshilfe. — Zu der Feier und dem Berkans sind alle Gemeinde- ,lieber herzlich eingeladen. Gesangbücher mitbringen. BM-M. Anläfrlich der Wiederherstellung unseres TurmeS und zur Erinnerung an seine vor 25 Jahren erfolgte Errichtung findet am Sonntag, dem 2. November, eine gemeinsame Veranstaltung auf dem DünSberg statt. Beginn 12 Uhr, wozu wir unsere Mitglieder, alle Wandervereine und Freunde deS Dunsberges herzlichst einladen. Gemeinsamer Abmarsch 8 Uhr von der Labnbrücke. Fahrgelegenheit nach Bieber 8.20 Uhr, Rück» fahrt ab Bieber 5.20 Uhr.84000 fatal Weller SWrenMMMrWenSik I wenn Sie Ihren Bedarf in la Herren - Harald bei mir decken. Durch billigen Einkauf, groben S Umsatz und kleinen Nutzen bin ? ■ Umsatz und kleinen Nutzen bin ich in der Lage, Sie billigst zu bedienen. 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Samstag. 16.Nov., abdS.8Uhr: 291ährlgo Grtindungs- feler i. Vereinslokal. Ilm zahlreiches Erscheinen bittet [8,Mc der Vorstand. Amieitia! Samstag, 1. Nov.: Offiz. Kneipe. Sonntag, 2. Nov., nachmittags 4 Uhr: Ansflns auf die Karlsrnb zum Ge- sangver. Konkordia. Zahlr. Beteil, erbttt. 024*07 der Vorstand. Genüg, zoch!- Vere:n i. Gießen ii. Dmg. 1897. Sonntag, 2. Nov., 3»/, Ubr pünkilich: Aukcrordentl. Generalversammlung bei Mitglied Rabne- feld, Schanzenstr. T.-O.: Ausstellung, Verschiedenes. Der Vorstand. Ruder-Klub Itaia W8 e. V Unfern Mitgliedern zur gefl. Kenntnis, daß das Bootshaus im Winterhalbjahr jeden Mittwoch- u. Santstagabend sowie Sonntags den ganzen Tag eröffnet ist. SamStagnurfür Herren. Andenbetr.Tagen Hallentraining für sännliche Ruderer. Um regen Besuch bittet 8492v der Vorstand. § Rundhinkbaiis Löberstr. 12 ä Heute abend 7 ü. Uebertragung aus dem Frankfurt Opernhaus Der Barbier von Sevilla Stenograph. - Gesellschaft Gabelsberger undDamenabteilung(E. V.) SamStag, 1. Nov. Betelnsntienö „Stadt Dich“. Sorg. abd. 8.30 ü, Allerseelen 8379a MlMiM Die nächste Monatsversammlung findet am SamStag, dem 8. Nov.» abds. 8'/« Ubr, im Hotcl Köhler statt. til0!,v Nr. 251 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)8retto.g, 31. GNoder |92> Der Panthersprung. Mtz Tirpitzdokumente zur Marokkoaffäre. Dor, Dr. Fritz Kern, o. Professor der Geschichte an der Universität Donn. Tirpitz, der so manche Gestalt aus der Zeit i Wilhelms I. anhänglich verehrt, glaubt ein Ab- finken deS Persönlichteitsnwcaus in der Zeit Wil- * Helms II. beobachten zu müssen. Daß darin ein Schlüssel zu unserem Unglück liegt, wird glaubhaft, wenn man in den Dokumenten die Arbeitsweise Dethmanns und seiner Mitarbeiter kennen lernt. Etwa des Schahsekretärs Wermuth „robuste Diktatur" bis zu seinem von Tirpih lla'rge- legten, wenig rühmlichen Abgang: des Kriegs- Minister- Heeringen mangelnde Energie: seines Nachfolgers Falkenhayn zu spät bereute Fehler. Die peinlichsten Mistgrifse unserer auswärtigen Politik machen die derbe Hand K i d e r - len-Wächters sichtbar. Nachdem kürzlich die drastischen Aeuhcrungen Kiderlens, der dem Groß- admiral die Abneigung kräftig zurückgab, über Tirpitz veröffentlicht worden sind, wird man Tir- pih daS Necht zubilligen, Kiderlens Bild ohne Berschönerungen so zu zeichnen, wie er es sieht. Er erwähnt, wie 1909. als die bosnische Krisis ihrer Lösung schon nahe war, Bülow sich durch Kiderlen verleiten lieh, dem Zaren unnötig die Zaust vorS Gesicht zu halten. Er deutet an, daß Bethmanns unglückliche Berkennung von Lloyd Georges Derständigungssormel auf den Englands unkundigen Kiderlen zurückgehe. Er zeigt selbst Kiderlens eigentliches Fach, die Balkanpolitik, in bedenklichem Licht. Aber vor allem sein Haupt- ttxrf, Agadir. Nötig war im Sommer 1911, die verfahrene Marokkopolitik so zu liquidieren, dah wir uns mit Anstand gegen einige koloniale Entschädigungen aus Marokko endgültig zurückziehen konnten. Aber welche plumpe und saloppe Geschäftsführung, welche unheilvollen Folgen für unsere Stellung unter den Mächten, für das Aufwecken des französischen Chauvinismus, die Festigung der Entente, die Minderung unseres Prestiges ergaben sich aus dieser Angelegenheit. Man fragt, wie denn überhaupt Kiderlen der deutschen Politik seinen Stempel so sehr aufprägen konnte, da doch der Kanzler für sie verantwortlich zeichnete. Erklärung bietet Bülows und Deth- manns Wesensart. Schon 1910 schreibt der kaiserliche Kabinetts- chef v. Müller an Tirpih: „Es war für mich interessant, mit dem Oberleiter und dem Leiter unserer Politik (Dethmann und Kiderlen) zusammen zu sein, aber erfreulich war es nicht. Die Beziehungen beider zu dem Monarchen sind ziemlich lau. Nun ist es zwar für das Geschäft ganz gut, wenn man sich bei dem Allerhöchsten Herrn im Zustande leichter Ungnade befindet, aber das seht doch voraus, daß man sich aus diesem Zustand nichts macht und seine Meinung so gerade heraussagt, als ob man sich alles leisten könnte. Das ist nun bei uns höchstens bei Offizieren der Fall. Bei Beamten habe ich es noch nie erlebt, und ich fürchte, dah sich der Reichskanzler schwer dazu entschliessen wird, mit Bismarckscher Brutalität (ohne die es auf die Dauer nicht geht) * 1 etwas durchzusehen. Biel eher glaube ich das von Kiderlen. Er ist ein Zyniker vom reinsten Wasser." Tirpitz war schon von Kiderlens Amtsvorgänger Marokko betrefsend gefragt worden, ob er C r - werb von Flottenstützpunkten wünsche, und hatte daraus erwidert: „So sehr ich auch der Ansicht bin, dah wir zur Sicherung einer Weltmachtstellung keine Gelegenheit vorübergehen lassen sollen, gute Stützpunkte für die Seekriegsführung zu erwerben, so vermag ich doch keine im französischen Besitz befindlichen Plätze zu nennen, die für sich allein als hinreichende Kompensation (für unfern Rückzug aus Marokko) angesehen werden können. Die Kompensation wird in der Hauptsache m. E. durch Forderung eines großen Teils von Französisch-Kongo zu suchen sein. Daneben würde vom Standpunkt der Marineinteressen aus der Erwerb in erster Linie von Mogador mit genügendem Hinterland, in zweiter Linie von Französisch-Ozeanien, in dritter Linie von Französisch-Somali in Frage kommen." Durch die Entsendung des „P a n t h e r" nach Agadir wurde Tirpitz Anfang Juli im Urlaub überrascht. Einer seiner Offiziere meldete ihm am 8. August, Kiderlen, der zur Demonstration der kolonialen Kompensationsobjekt veraltete Karten mit unrichtigen Grenzangaben verwende, mache einen Neinlauten Eindruck und beschäftige sich doch sehr mit der Frage, ob England kriegslustig sei oder ob es bei einem ernstlichen deutsch-französischen Konflikt neutral bleiben werde. Am 17. August meldete Admiral Capelle: „Zur Zeit wird die Art unseres Borgehens wohl von allen verständigen Leuten verurteilt. Für den Kaiser ist die Angelegenheit das rote Tuch. Ich rate dringend, sich darüber auszuschweigen . . . Wir sind entschlossen, es nicht zum Krieg kommen zu lassen, und daher bereit, sehr weit nachzugeben. Kiderlen bemüht sich, den Eindruck zu erwecken, daß auf unsere Plusseite noch eine Lockerung der englisch-französischen Entente käme. Tatsächlich scheint mir das Gegenteil richtig." „Im Frühjahr des Iahres," so berichtete der Admiral- stab, „war die Stimmung in England deutschfreundlicher als seit Jahren. In politischen wie in Handelskreisen gewann damals der Gedanke an Boden, daß die Ententepolitik Eduards VII. ein Fehler gewesen, mehr persönlicher Eifersucht gegen den Kaiser entsprungen sei als sachlichen Gesichtspunkten. Der Minister Winston Chur- ch i l l äußerte sich noch im Mai dahin, daß wirkliche Gründe für die Antagonie zwischen England und Deutschland nicht vorhanden seien, das Wettrüsten sei zwar für England unbequem, Churchill glaube aber, daß es trotz der Flottenbauten weder in 1 noch in 10, noch in 20 Jahren zum Krieg kommen würde. Biel eher würde sich mit der Zeit ein Arrangement finden lassen. Das Erscheinen des Panther vor Agadir hat in der englischen Regierung überrascht, insofern man eine vorherige Verständigung mit England erwartet hatte. Trotzdem blieb die Stimmung im Kabinett zunächst friedlich. Dann kamen der Pariser Botschafter Sir Francis Bertie, intimer Freund von Delcass 6 , und Cort- wright nach London und verhandelten mit Sir Arthur Nicholson. Alle drei sind ausgesprochene Deutschfeinde. Diesen drei gelang es, Sir Edward Grey und später das Gesamtkabinett zu überzeugen, dah eine Unter st ützuna Frankreichs unbedingt nötig, ein Festhalten an der Entente Ehrensache sei. Die Folge waren die Reden von Lloyd George und Asquith, eine Note nach Berlin, dah eine Festsetzung an der atlantischen Küste Marokkos Kriegsgrund fei, sowie ein fast momentanes Aufwallen der Kriegsstimmung." Kiderlen wollte in Agadir nur den marokkanischen Streitfall durch gütlichen Kompromiß endgültig aus der Welt schassen. Aber seine Geste war unglücklich. Er verstimmte das englische Kabinett und erweckte dann den Eindruck, als ob er, der zuerst gedroht und geblufft habe, hinterher vor der englischen Warnung z u ■ rückwiche. Das drängte England und Frankreich enger aneinander und verhalf Poincare zur Macht. Tirpih' Auffassung, dah Agadir eine schwere diplomatische Schlappe für das deutsche Ansehen geworden sei, wurde ihm von B e t h m a n n Hollweg sehr übel genommen. Beihmann klagte zwar über die Eigenmächtigkeit Kiderlens,^ war aber gegen Kritik nur um so empfindlicher. So gerieten Tirpitz und Bethmann über die Frage, wie der „Echec" von Agadir gutzumachen fei, in jenen bitteren Streit, der den Anfang der Zerklüftung der Reichsleitung bildet, die bis zu Tirpih' Abschied 1916 dauerte und einen so großen Teil an unserem Schicksal trägt. Zwei Jahre Fafzismus. Don unserem römischen S-Kor. bei der Schlauheit eines Mussolini alS großer Fehler, denn er lieh sich zwar bereit# am 17. November mit überwältigen ter Mehrheit ter K ainnrer (in der damals nur ein verschwindendes Häuslein von Faszisteir saß) das Dertrauen aussprechen. am 25 November diktatorisch e Doll in achten erteilen und im Hinblick auf deren Ablauf ein Wahlgesetz billigen, daS feiuer Partei die Zweidrittelmehrheit sicherte, aber di- fiel ihm nicht im Traume ein, danach ten Parlamentär smus auS seinem grotesken Selbstmord zu erwecken. 2lun blieb den Parteien nichts- anderes übrig, alS ter Regierung einfach den Nvten unter ten Füllen wegzu- ziehen. Furchtbar einfach' 3m vorigen Herbst unternahm bin bis dahin mächtige 3entrinto- partei der P opolari — b9 rote Linke lag bereits in Trümmern — den ersten Ansturm Mit dem Sc-folg. daß sie an dem harter Schädel Mussolinis in Stücke zerbrach In biefem Herbst liefen die vereinigten Liberalen an Mil dem nämliche,, Ersoig. Aus Sämtlich: oppositto- ncllen Parte den liegen nun am Boden 3b ne Ücberrcftc 6eiben s.ch auf den Aventin z irütf- qczrgen und planen die 2LifftelInng einer Art Dcgenrcgierur rg. ines Gegenparlaments Cs to.rb ich« »erlich dazu kommen. Denn Masio» lini kann es diesmal wirklich furchtbar ein- fach verhaften lassen. Er hat die Macht, gestützt auf sein: Prätorianergarde. die mit fast zweihrindertt aufenb Bajonetten am 23. Oktober, Dem Erinner ungstag an ten 'Beginn d.s Marsches auf Rom. auf ten König vereidigt warte Damit kehren wir zum Ausgangspanit zurück. Die Augen der gesamten Opposition sind jetzt auf ten Q'uirinal gerichtet, und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, unter diesen Sier.r- gudern vielfach tenfeltem Leuten zu begegnen, die früher für ihr: republikanisch: Heber-eugung ihr Blut ,verspritzt hatten, wie f'.c sagten Der 5. ö n i g. bad ist etwa der Getenve bei neuen Bewegung, kann den Fisjis.nus ebenso zu Fall bringen, ir>ie er ihn in te.i Sattel gehoben hat Und cs ist etwas Wad. s in dies:: Berechnung Denn die rücksichtslos: faszistifche Diktatur hat dem monc.rchisckten Gedanken, be öfters nach ten Enthüllungen der Matte otti-Afsä re. einen neuen Jmchuls gegeben. Wo te. König sich zeigt. [- .anbei ihm ter 3ub:l teS Dolles entgegen, bet Aasdi-uck seiner Macht, bas Heer, w.rd täglich mehr Auni »ergött.ric i Symbol alle, v tte. lön i- schen Tugenden, es scheint bie Inkarnat! >n tei Dollsgenuemschast gegenüber ter faszistifche" Parteitrichpe Wie. wird Mussolini terauf reagieren ? Süll wurde g, rächtet, rächte sich furchtbar durch Prv^ skriptiontn, legte aber schließlich seine Macht nieder, 'am der Nation die Möglichkeit einer Weiter«,twicklung nicht zu rauben Aach Mussolini ist sterblich, er ist schon schwach gegen die ras. ter willst', sich hausenden Provinztyrannen, was arrb der nächste Tag bringen? Nochmals die Kird rensteuerveranlagung 1924. Don Rechtsanwalt W. Luleh. D-e Ausführungen des Herrn Psaroer Bech» toUbeimer in Nr. 250 des „Gieß. Anz" veranlassen mich, folgendes festzustellen 1. Es war nicht unbedingt erforderlich, ge rate i>ie Deranlngung 1922 als Grundlage zur diesjährigen Kirch/nsteue -txraiiLaginig zu lEi-men. In Pt .-eußen wird ein Prozent'atz der laufenden Reichs einkemmensteuervorauszah.ung als Kirchensteuer erhoben Da sich dieser Satz von vornherein nutzt übersehen lieh, hat man ihn da, wo er: sich als zu nichtig erwies, erhöht. Ungleich Mäßigkeiten, wie sie in Hessen entstanden sind, sind in Preußen vermieten Worten. I . Wenn man schon bie CBeranlagung 1922 als Ivrundlage nehmen wollte, so gab ein Blick auf toie Entwicklung ter Mark im >^ahre 1922 Dero.nlassung, in ter gleichen Weise, wie dies im Iiahre 1923 bei der ebenfalls auf ter Beran- lagwig 1922 auf gebauten Rcichsei il mmensteue.- vornuszahlung geschah, einen Multiplikator zu fchasfen der Ui den nötigen Ausgleich sorgte. 3. fein solcher Ausgleich hätte es vermieten, daß Beträge auf den Stcuerzetteln standen, b;e unmöglid) waren. Daß erf Igcllch reklamiert worden ist, ist mir bekannt, ich bin jedoch ter Meinung, dah jeder Steuer pf.ich.ige einen Anspruch daraus hat, daß von ihm von vornherein eine tragbare Steuer verlangt wird und er nicht auf bei; Weg eines Bilsigkeüserla ses verwiesen wird, gairz abgesehen von den Steuerpflichtigen, die nid>t reklamierI haben und dadurch eine üter- ma big höh: Steuerlast auf sich tehÄlen haben. 4. Ein Ausgleich durch Einführung eines Multiplikators wäre aber auch geeignet, eine 2ö- smyg der Frage mit her bei führen zu helfen, tote ter durch die Erlässe entstandene Auslall zu tecken ist. Es ist getoiß anzuerkennen, daß die Seltsame Flitterwochen. Roman von Arnold Fredericks. 34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie hatte gelegenttich. ter vorhergehenden Suche sorgsam nach einem solchen Hunde gefvrsa>t. hatte ihn ater nicht gefunden. Die Erzahluirg von der flüchtigen Cobra hatte die La adieu te veranlaßt ihre Lieblinge sofort ins Haas zu ne.;« men. ahm hoffte sie. diesen Hund zu finden und durch ihn die Lage des Hauses zu entbeden, m dem sie festgehalten toorben war. Nachtec nun ja, sic würde dann ihr Bestes tun. ES fiel ihr ein, dah sie den schwarzen Pudel nicht finden konnte. wenn sie auf ter Bank sitzen blieb; doch tonnte sie nicht Vorgehen, tetwr ter Mond hoch genug ftanb, um ihr ten Steg S» erhellen Rach etwa einer Suille zeigte sich der Rand der sllbernen Scheite hinter ten Daum- toibfeln, und etwas später wurden die grauen Schatten um sie herum nach und n«h Heller, am sich in weiße Hauschert. Hecken und andere G«' bilde verschiedener Art aufzullären. Ein enger Weg zweigte von ter Hauptstraße ab mit Linden- unb Pappelreihen zu betten «Seiten. Längs tes Weges lagen dte Hauser tes kleinen Weilers, teils nahe daran, teils weiter darU€ie stand auf und fparierte langsam ten Weg entlang. Wie sie erwartet hotte, sch argen, ten Stimmen .noch zu urteilen. Hande aller Arten und Größen an, sobald sie gegen das erste Haus £em kleinen Gitter gegenüber, ragte ein Gebaute zu kam. Ein kleiner Foxterrier rannte laut kläffend gegen das Tor eines Gartens. Das lang;etehue Geheul eines Hundes ertönte die Straße weiter aufwärts. Ein kleiner weißer und ein schwarzer Pudel von gleicher Gröhe ranntet einem Zaun entlang, als sie vorteiging und schienen zum Spielen aufgelegt. Der Gesuchte jedoch war nirgends zu sehen. Der Weg führte einen Hügel hinan, auf dessen höchstem Punkt ein Haus stand, mit ten Nebengebäuden etwas breiter als die anderen. Diese unb die Weiten ließen auf eine Milchwirtschaft schließen. Der Straßenseite entlang zog sich eine Rosenhecke und ein kleiner Holzzaun. Grace horte im Dorbeigche.n scharfes Bellen jenseits tes Gitters, blieb stehen und ah hinüter. Im Schatten stand ein ichwarzer Pute : i: Lnn:e jedoch infolge ter Dunkelheit nicht erZen/.en, ob sein Schwanz das gesuchte Kennzeichn aufwies. Sie gab dem Tor einen leichten Stoß, und es ging langsam auf. Der Hund sprang auf ten Weg heraus. Ms er einen vom Mond erleuch.e.en Fleck kreuzte, erkannte sie. dah sie am Ziele war. Dies war, dessen war sie .sicher, der Hund — unb das Haus. Die ttächste Frage war, wie sie in das Hnus gelangen könnte. Eie luchte nach einer Ausrede, die als Grund für ihre Anwesenheit an dem abgelegenen Orte zur Nachtzeit die,.en könnte, fand jedoch keine. Dah die Bewohner tes Haases sich schon lange zur Ruhe begeben hatten, war aus ten dunklen Fenstern und ter Stille zu entnehmen die über dem ganzen Anween lag. Sie sah sich um Gerade über dem Weg, formlos in eine schattendunkle Baumgrupp? hinein. Sic ging hinüber und fand, daß es ein kleiner Schuppen war. Die Tür stand auf. Innen stand ein baufälliger, alter Wagen, staubbedeckt und offenbar schon lang? außer Gebrauch. Die Unterkunft in dem Schuppen kam ihr so gelegen, als ob sie am Ziele angekommen und nicht ein suchender Wanderer in ter dunklen Nacht wäre. Es war nichts zu tun, als das aagesllcht abzuwarten. Sie kletterte auf den ächzenden Wogen und lieh sich auf tem Sitz nieder. Er hatte eine Rückenlehne, die üxc ter Sitz mit al em, zerrissenem Sammet biogen war. Sie lehnte sich in den Schatten zurück und schloß die Augen. Ihr Spaziergang und die Nachtluft hatten sie ermüdet. In ter Ferne härte sie nach langer Zeit das Bellen eines Hundes. Sie sah nach der Uhr. Es war Mitternacht. Das Nächste, woran sich Grace erinnerte, war das lau:e Gebell eines Huntes. St? stand auf war steif und hatte kall Der Nacken und die'linke Schulter schmerzten sie empfindlich. 5m Blick durch die offene Türe des Schuppens zetg e ihr. daß es noch Nacht war. ater es lag e.n grauer Schimmer in ter Luft — ein schwaches, bleiches Licht kündigte ten Tagesanbruch an. Cteif kletterte sie vom Wagen und sah wiederum au' die Uhr, die auf die vierte Stunde zeigte Durch ein flaubiges Fenster auf de. Seite tes Schuppens sah sie den östlichen Himmel, von den ter Sonne voranellenten Strahlen röt* sich gestreift und klar. Als das Licht stärker wurde, sah sie tej i Hund, ter ihren Schlaf gestört hatte, im Grq s tn>r dem gegenüber (iegmL'e i Hau'e herumsprin- g«m. Tas Hnis schien bet Tag Glicht viel näher, als bet Nacht. Sie betrachte.e ten Hund aufmerksam. Der weihe Büschel seines Schwanzes, d er im Morgenlicht fröhlich wedelte, bewies ihr daß es ter Gesuchte war. Sie versteckte sich im dunklen Schatten der 1 talboffenen Türe und beobachtete, tooi vor ihren ' Äugen vorging Dort zwi'che.t den m^e en Ge- I.müden rechts bewegte sich ein Matrn Sie h'Zrte ihr iprechen, konnte aber zu rächst nichts verslehe-t. Ploflich gab ihr das Brüllen von Dieh. das Rasseln eines Eimers, der an einer kreischenden Winde hochgezogen wurde, zu verstehen, dah der Mann seine Kühe besorgte. Kaum eine halte Stunde späte: sa- sie ihn dem Hause zugehen, einen wohlge üllten Eimer in jeder Hand. Dann folgte wieder längere, völlige Ruhe Dcr gckräu'elle Rauch, der vom Kamin des Landhau?s aufftieg, mah ite an das Frühstück, und jetzt erst temerfte Grace, daß sie fröstelte und hungrig war. Zum ersten Male in ihrem Leden wurde es ihr klar, wie wichtig das Frühstück bei Tages- beginn ist Da erschien ter Mann wieder und ging auf ein kleines Gebäude zu, das Grace mr die Scheune hielt. Sie konnte ihr jetzt genau sehen, da die Sonne über ten Baumen sta rd und die ganze Szene glänzend bcleuchtetr Es war ein kleiner, runzeliger Mann mit weihen Ha-r: unb einem leichten Buckel. Sir war ganz sicher, daß he ihn vorher nie gesehen hatte. (Fortsetzung folgt). 5\irc?4rnyvm?inCe Gießen ihre 2ti (foröerung — urro ihren Etat - in eftvem mäfri^im Rahmen ge- Ijtiltcn f;at (nicht überall ist btu# geschehen). Die Methode der ^.raniagung bringt es aber mit sich, das) eine Anzahl. Steuer pilichtiger, deren Bilanz Anfangs unO Mite 1922 ausgestellt ist. außerordentlich begünstigt ist. 5. Wenn nun die Kirchensmeinde Gießen bei dem Finanzministerium b.aLi.ro erden, von den bisher steuerlich Begünstigten etrH*. Nachsteuer zu erheben, die es ihr erleichtern wirp^ in das nächste Steuerjahr hinüb.-rzuk.mmen. Die 11 nebenbei.en, dir bei der diesjährigen Steuervcnanlagu g vor- irche dazu berufen ist, wenn in »hrem Bereich sich Unzuträglichkeiten ereignen, die beseitigt werden können, die zuständige Behörde anzugehen. Pfarrer Bechtolsheiimer, : ':.x wir diese Ausführungen zur Stellungnahme üb v.mittelten, bemerkt dazu folgenDes: Die vorstehenden Bemerkungen, des Herrn '^.egrerilngsrates a. D. und Rechtsaavwaltes Luley .yruqen von großer Sachkenntnis ui'.b sind sehr c^n'enswert, ich werde nicht verfehlen, sie als ' e.'aterial dem Landeslirchenamte vor zulegen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, toarusu man bei Festsetzung der Kirchensteuer nicht den Weg b schritten hat, den der Herr Einsendei' vorfchlägt. Die von der Hessischen Handwerkskaimner herauf» ..t^uLene Zeitschrift ^Hessisches Handwerk und Oa-Werbe" schreibt in ihrer 3animimm< r: „Wegen S-Hebung der Kirchensteuer wurden bae Berhvnü- lnngen mit dem hessischen Finanzministzerium, dem Landesfinanzamt und den Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche bereits fim Februar ds. 3s. geführt. Es ist feinerzeit angrrregt worben, die Kirchensteuer als Zuschläge zu den Cin- tmnmenstsuervorauszahlungen zu erheben, was indessen insofern Schwierigkeiten ergab, als solche Vorauszahlungen nur von den Gewerbetreibenden und nicht von den Lohn» und Gehaltsempfängern geleistet werden, für letztere also ein besonderes E: hebungsverfahren hätte eingeführt' werden n; affen. Die Einkommensteuervoraui'^ahlungen waren überdies wie alle durch die zweite Steuer- '.wtverordnung erlassenen Steuern im besetzten Gebiete nicht zugelassen. Das Lcmdesstmanzamt erklärte weiterhin, eine Erhebung der Kirchen« s!>mer zugleich mit der Einkommensteuer Wegen der eigenen Ueberlastung ablehnen zu müssen, so daß die Erhebung selbständig seitens der Kiochr hätte etfolgen müssen. So blieb als einzige Möglichkeit ein Rückgriff auf die zuletzt vevanbante Einkommensteuer übrig, d. h. auf die Eftttommen- steuer für 1922. Es mußte unter diesen Umständen mit in Kauf genommen werden, daß dieser Rückgriff eine Fülle von ungerechten Struersest- setzungen mit sich bringen werde. Deshalb ist von vornherein vorgesehen unb durch Aufdruck cur den Anforderungszetteln und Bekanntmachung in den Zeitungen zuan Ausdruck gebrach,t, daß ui allen Fällen, in denen der Pflichtige fitd> beschwert fichlt, Abhilfe geschaffen wird durch» Nach- lässe oder Stundungen." Wein in Rr. 250 des „Gieß. Ar»." abgeh-ouckter Artikel sollte keine Entgegnung auf die Beijöffent- üchung des Herrn Regierungsrates a. D und Rechtsanwaltes Luley sein, sondern war als Ergänzung seiner Ausführungen gedacht. Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, doch die tzrchlichen Instanzen die Art der diesjährigen Besteuerung nicht vorgeschlagen haben irrta* daß die Kirche dadurch in eine schwierige Situation geraten ist. Insbesondere ist auch zu berücksichtigen, daß die Vorsitzenden der städtischen Kiz-chen- vorstände durch die große Zahl der Reklainativ» nen in einer Weise mit Arbeit belastet werden, die nicht zu tragen wäre, wenn sich Iahe für Jahr der gleiche Ansturm einstellen sollte. Wil dem Abdruck dieser beiden Erklärungen schließen wir die öffentliche Aussprache über diese Angelegenheit. D. Red. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. m. Hausen, 29. Oft. Nachdem am 19. d.. W. die feierliche Einholung unserer neuen, von Sinder in Sinn gegossenen Glücke unter M itwirkung unserer beiden Gesangvereine stattgefam- den hatte, wurde sie am Sonntag einge we i sht. Der Gottesdienst, in dem ber Ortsgeistliiche, Pfarrer Dittmar, über die auf der Glocke stehende Mahnung Jesu „Habt Glauben an Gotp!" (Mark. 11, 22) predigte, wurde durch zwei Ge- sänge der Schulkinder unter Geigenbegleitung, sowie durch ein Geigensolo verschönt. In der C©eib> rede wurde der verschiedenen Spender gedacht, durch deren Hilfe es uns gelungen ist, wieder ein volles Geläute zu besitzen, sowie all der fdit Verlust der Glocken verstorbenen Gemeindeglieder, besonders unserer 22 Kriegsopfer. Als dann zipn ersten Male wieder drei Glocken zusammen ea>= tonten, ging eine starke Bewegung durch die zahk- reich versammelte Gemeinde, und manchem ber Qinen traten die Tränen in die Augen. Erst m8 dem gewohnten Glockenklang fühlt man sich dxij> in der Heimat wirklich zu Hause. Die Gemütswerte sind nun einmal für uns Deutsche die hirchi- sten, trotz allen Materialismus. ,l. Hu ngen, 30. Ott. Aus der jüngsten ©<>” m e i n deratssihungist zu berichten: Die von verschiedenen Seiten eingereichten Gesuche um M e 5 e rlaffung von Bauplätzen wurden genehmigt. Der Preis wurde auf 2 Mark pro Quadratmeter festgesetzt. — Infolge verschiedener Beschwerden wegen nächt l icher Ruhest ö - Eine Mliche Entdeckung. Meine Freundin wollte mit ihrem Manne eine längere Reise machen und bat mich, da Diebstähle in der Reisezeit jetzt an der Tagesordnung sind, in ihrer Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Natürlich war ich riesig froh, auf diese Weise für längere Zeit nach Berlin zu kommen und sagte mit Freuden zu. Als ich meine Freundin vor ihrer Abreise in Berlin sah, staunte ich, wie frisch und blühend sie aussah. Sie erschien mir gar nicht so erholungs- und reisebedürftig. Früher, als sie noch in meiner Heimat wohnte, war ihr Gesicht lange nicht rung sollen die Nachtwächter angewiesen werden, die .Urheber von solchen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. — Das Gefallenendenkmal soll aus dem Platz vor der Kirche errichtet werden. Mit Bezug auf die Ausführung entschied man sich für den Entwurf, der einen niedergebrochenen Krieger darslellt, der aber die Kraft und den Willen zur Ausrichtung erkennen läßt. — Im Lause dieses Jahres wurden dahier vierneue Wohnhäuser erb au t. Für das nächste Jahr stehen bereits drei weitere Neubauten in Aussicht, was für eine Behebung des Wohnungsmangels sehr zu begrüßen ist. Kreis Schotten. <> Schotten, 30. Oft. Gestern fand im Dergwrrtshaus in Gedern eine Bürger- meisterverfammlung des Kreises Schotten unter dem Vorsttz des Geh. Rats Boeckmann statt. Es nahmen noch teil die Direktoren der Dezirkssparkaifen Schocken, Oau- bach und Ortenberg, sowie K. eisschulrat Kinkel. Der Vorsitzende und die Di.ektoren führten u a. aus: Die dringendste Not ist die Kredit not; es fehlt an Geld und Betriebskapital. Die Bezirkssparkassen bedürfen großer Einlagen und Kontobeträge, um dem Kreditbedarf nis zu genügen. Die Bevölkerung ist noch bestimmt über den Verlust srühner Spareinlagen usw. und hat sich noch nicht wieder an den bargeldlosen Ueber- weisungsverkehr gewöhnt. Es ist jedoch Pflicht aller behördlichen Stellen und jedes Einzelnen, hier wieder Wandel zu schaffen. Die Spa kas en waren an der Entwertung nicht schuld. Es sollen auch wieder die Pfennigsparkaissen und Schulsparkaffen eingerichtet werden. Dr. H e l f e r t, Direktor des Landwirtschaftsamts Schotten, sprach über die Bedeutung und Aufg übender Landwirtschaftsämter und ersuch.te die Bürgermeister um Un ersti tzung der Arbeiten, die auf die Hebung der landwirt--- schaftlichen Produktion abzielen. Alsdann tourte nach reger Aussprache über die Anforderungen der Finanzämter an die Bürgermeistereien wegen Hilfe betr. steuerpflichtiger Umsätze beschlossen, daß Vorstellungen bei dem Landessinanzamt erhoben werden sollen, da die Anforderungen über den § 191 des Reichsabgabengesehes hinausgetzen. Rsgierungsrat Weber referierte eing hend über die Drandhilfe und das dabei cinzuhaltende Verfahren seitens des Bürgermeisters und des Fcuerwehrkommandanten. Weiter wurde verhandelt über die Tagegelderfrage. Die 11 n» terbrtngung mittelloser Wände rer führt zu £tner regen Aussprache. In einigen Orten wird seit einigen Wochen eine starke Zunahme dieser Wanderer beobachtet. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Versammlung einverstanden. Gegen den Vorschlag, bem Antrag der Franksur.er Versicherungsgesellschaft auf Vorauszahlung der Prämien zur Haftpflichtvers icherung der Gemeinden aus 10 Jahre gegen Gewährung von 2Vr Freijahre zu entsprechen, wurden keine Einwendungen erhoben. Anschließend an die Verhandlungen sand ein einfaches Mittagessen im Aergwirtshaus statt. Alsdann wurden die Sehenswürdigkeiten von Gedern unter Führung des Bürgermeisters Müller besichtigt. Die nächste ^rgermeisterversannnlung soll in Ulrichstein stattfinden. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 30. Oft. Gin weit über die Grenzen des Kreises Lauterbach, ja Wohl tn den meisten Gemeinden Oberhefsens, bekannter Mann, der Kolporteur Konrad Oech- ler aus Ilbeshausen, ist aus diesem Leben abgerufen worden. Jahrzehntelang stand der Verstorbene im Dienste des früheren nassauischen Kolportagevereins zu Herborn. Wirklich gute Bücher und Schriften von bleibendem sittlichen und religiösen Werte in die Häuser zu bringen, hatte er stets als feine Ausgabe betrachtet. So zog er viele Jahre oft bei Wind und Wetter mit feinem schweren Dücherranzen von Gemeinde zu Gemeinde und von Haus zu Haus. Ein langes, schweres Leiden hatte ihn aufs Krankenlager gelegt. Viele, denen er in feiner Weise gedient hatte, werden in Trauer seiner gedenken. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 30. Oft. (Gig. Bericht.) Der in Speiersdorf bei Neustadt a. d. H. wohnhafte Jak. 'Hartmann, der auf der Darmstädter Straße bei Groß-Gerau eine Dampfwalze führte, sah einen Bekannten und nickte ihm zu. In demselben Augenblick verlor er das Gleichgewicht und geriet unter die Walze. Dom Verunglückten wurde der Brustkorb eingedrückt: man brachte ihn ins Darmstädter Krankenhaus, wo er bald nach seiner Einlieferung gestorben ist. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M„ 30. Oft. Auf dem Wege nach dem alten Sachsenhäuser Friedhof stieß heute früh gegen 1 Uhr ein aus der Richtung der Mörfelder Landstraße kommender Lastkraftwagen der Gerberei May an der Ecke Textvr- straße und Druchstrahe mit einem Strahen- ba hnzuge der Linie 19 zusammen. Der An- prall war derart stark, daß der Straßenbahn- Wagenaus den Gleisen gerissen wurde. Bei dem Zusammenstoß trug der Strahenbahn- führer eine Gehirnerschütterung davon und mußte dem Heiliggeist-Hospital zugeführt werden. Die Fahrgäste kämen, außer einem Herrn, der anscheinend verletzt wurde, mit dem Schrecken davon. Der Sttaßenbahnwagen wurde sehr schwer beschädigt, das Auto blieb betriebsfähig. — In der Niddastraße kam es in der vergangenen Nacht infolge zu reichlichen Alkoholgemisses zwi- schvn mehreren Personen zu einer Rauferei, die schließlich in eine Messerstecherei ausartete. Hierbei wurde der Schneider Karl Becker durch zahlreiche Stiche derart verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustande dem städtischen so jugendlich reizvoll wie jetzt. Ich konnte es nicht begreifen, wie sie in den Jahren, wo ich sie nicht gesehen hatte, jünger geworden sein könnte. Ich fragte, ob sie etwa ein Schönheitsmittel anwende? Sie verneinte! Als meine Freundin und ihr Mann abgereift tonten und ich in allen Zimmern Ordnung schaffte, interessierte ich mich natürlich besonders für ihr Toilettezimmer. Was fand ich da? Ein Töpflein Marylan-Creme! Also doch! Ich suchte weiter und sand ein dazugehöten- des Büchlein über neue Schönheitspflege. Dieses r ich und nun wurde mir mit einem jUlalc klar, wo meine Freundin ihre Frische und tzhr verjüngtes Aussehen her hatte. Was ich in Öem Büchlein las, waren mir neue Dinge, zumal Kranken hause zugeführt werden mußte. Mn Schlosser Franz Rupp kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon, mußte aber ins Krankenhaus verbracht werden. — Bei einem Villeneinbruch ui der Myliusstraße fielen den Dieben viele Altertümer in die Hände, besonders Teppiche. Die Täter sind bts jetzt nicht ermittelt. Gerichtssaal. * Da rmstadt, 30. Oft. (Eigener Bericht.) Das Schwurgericht verurteilte den am 17. August 1900 in §amm in Rheinhessen geborenen, in Darmstadt wohnhaften, Jakob Dörr wegen Anstiftung zum Meineid zu 2 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 2 Jahren. Im Zusammenhang mit dieser Verhandlung wurde die Margarete Stephan aus Darmstadr zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Die strafbare Handlung kam in einem Ehescheidungsprozeß zur Sprache. Die Schwurgerichtsverhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Ministersohn als Dieb. München, 30. Oft. Der Sohn des bayerischen Sozialministers Oswald ist wegen Diebstahls von Aktien und Pfandbriefen, den er als Angestellter der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank im Dezember vorigen Jahres begangen hatte, zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt worden. Der junge Mann hatte schon einmal vom Schöffengericht Freising eine Strafe wegen Diebstahls erhalten. Auch gegen die Tochter des Ministers schwebt ein Verfahren, weil sie im Verdacht steht, aus einem Damensalon eine Reihe von Waren entwendet zu haben. Wirtschaft. Sünden wider die Produktion. Von Dr. W. M. Fr hr. von Biss in g. Die deutsche Anleihe ist glücklich überzeichnet und Gegenstand einer starken Nachfrage in den kapitalstaiken Ländern geworden. Auch die private Kreditgewährung des Auslandes für die deutsche Industrie beginnt langsam in Fluß zu kommen. Man spricht davon, daß von dieser Seite der deutschen Wirtschaft e'.wa 2 Milliarden Goldmark darlehnsweise zur Verfügung gestellt worden seien. Diese Kredite können zweifellos vorübergehend zur Belebung der Wirtschaft beitragen, aber bei alledem bleibt doch die Hauptsache, daß die deutsche Produktion mit lohnenden Aufträgen versehen wird, damit der bisherige Leerlauf aushören und damit während der durch das Dawes-Ablommen gewährten Schonzeit die deutsche Kapitalbildung allmählich so in Fluh kommen kann, daß auch eine Vermehrung des deutschen Realkapitals ftattfinbet. Hierzu ist unbedingt erforderlich, daß man endlich damit aufhört, wider die Produktion zu sündigen. Die erste Sünde wider eine rentierende Produktion ist das deutsche Steuersystem. Der Ertrag der industriellen Unternehmen wird zum größten Teil durch die übermäßig hohe Besteuerung aufgefogen. Als zweite Sünde treten dis gegenüber dem Frieden vermehrten sozialen Lasten hinzu. Dabei leidet das Herz unseren Irdiistrieerzeugung, das Ruhrrevrer, unter den Schulden, die nach Abbruch des passiven Widerstandes aufgenommen wurden, um den Verpflichtungen aus den MieumverträgeN entsprechen zu können. Sv muß auch der Rührbergbau einen erheblichen Teil der V/2 Millionen Dollar, die ihm als Kredit von amerikanischer Seite zur Verfügung gestellt worden sind, zur Abtragung dieser Schulden benutzen. Produktionshemmend müssen schließlich die hohen Frachten wirken, die weit über der entsprechenden Sätzen des Auslandes stehen, so daß die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie, sowie die Hereinnahme lohnender Auf- träge ernstlich gefährdet wird. Die überspannten Gütertarife sind somit die dritte Sünde wider die Produktion. Bei der Landwirtschaft sieht die Lage ebenso trostlos aus: denn zu den hohen Lasten, welche die Industrie zu tragen hat, kommen noch die Kapitalverluste hinzu, welche durch Auswinterung und Mißernte verursacht worden sind. Da bereits während der Depressionszeit tm Sommer die Landwirtschaft einen erheblichen Teil der Ernte auf dem Halm verpfänden muhte, hat sie von der gegenwärtigen Preissteigerung der Agrarprodukte kaum Vorteil. Dieser dürfte vielmehr restlos dem Handel in den Schoß fallen und der Landwirt selbst hat sicher vielerorts von deo Preissteigerung den Nachteil, daß er fein Saatgut zu außerordentlich hohen Preisen beschaffen muß, die ihm beim Absatz der Produktion im nächsten Jahre kaum ersetzt werden dürsten. Man sieht, unsere gesamte Prvduktton bedarf der pfleglichsten Fürsorge. In Regierungskreisen wird man sich daher jetzt bereits damit zu beschäftigen haben, wie die Steuergesetzgebung im neuen Haushaltsjahr, also ab 1. 2Q>riI 1925, ausgestaltet werden soll. Wenn man sich in der bisherigen Art der Besteuerung bewußt gegen die Produktion versündigt hat, um Währung und Haushalt nicht wieder in uferlose Tiefen stürzen zu lassen, so wird man das Version körnen und der Regierung darin beipflichten müssen Aber die Ausweise des Reichsfinanzmini- sterrums über die Entwicklung der Reichsfinan.;en ergeben ein wider Erwarten derart erfreuliches Bild, daß das Reich das neue Gtatsjahr wahrscheinlich mit einem äleberschuß beginnen kann. Man wird daher die Steuerlast der Wirtschaft zum mindesten vorübergehend erleichtern können und vor allen Dingen bei Abfassung der Steuer- gesohe das Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit und der steuerlichen Gleich- ich bisher allen angepriesenen Schönheitsmitteln zweifelnd gegenüberstand. Ich mühte keine Cvas-Tochter sein, wenn ich die Wirkung der Marylan-Creme nicht sofort an mir erprobt hätte. Ich war nicht wenig erstaunt über die sanfte Wirkung dieser wundervollen Creme. Tag für Tag freute ich mich vor dem Spiegel, wie meine unreine Haut sich glättete und verschönte, wie meine Runzeln und scharfen Züge zusehends verschwanden. Als meine Freundin von ihrer Reise zurück- kam, waren ihre ersten Worte: ,,Emrny, wie bist du schön geworden!" ftnd ihr Mann sagte: „Tatsache, fällt mir direkt auf!“ Ich lächelte und sagte gar nichts. Aber meine Freundin schien mir von Stunöe an so etwas wie Eifersucht zu empfindci. Mäßigkeit toteoer in ven aroroergnmo rucren müssen. Es dürste höchste Zett sein, mit der Bearbeitung der entsprechenden Gesetze bereits jetzt zu beginnen, damit die Durchpeitschung der RegeerurgsvorlagLN im Parlament und in dessen Ausschüssen endl.ch aufhört, und die produzierenden Wrrtschaftskceise in der Lage sind, zu den Vorschlägen der Regierung kritisch Stellung zu nehmen. Cs wird durchaus nichts schaden, a>en,r man sich der gesetzgeberischen Praxis der Vorkriegszeit in dieser Beziehung wieder nähert. Während eine Erleichterung der steuerlichen Lasten im Interesse von 'Währung und Reichs- Haushalt erst nach Abschluß des Etatsjahres möglich sein wird, kann dagegen eine Einschränkung der sozialen Lasten schon jetzt in Angriff genommen werden. Dieses ist sogar erforbeckich, denn der Reichsetat wird durch die Ausgaben für Erwerbslosenfürsorge mit 500 Millionen Mark belastet. Das ist für ein verarmtes Volk, wie wir es nun einmal unter den Auswirkungen des Friedensvertrages geworden sind, viel zu viel. Cs nird vielleicht sogar zu erwägen fein, ob nicht die Frage der ErwerbslofenuritSrstütz.ing grundsätzlich anders dahin zu regeln ist, daß man die Füriorge den Gewerkschaften überträgt, denen dann auch Gelegenheit zu positiver Arbeit gegeben wäre. Es gilt jetzt jedenfalls, mit dem Prinzip endgültig zu brechen, daß die Prodal- tion mit Lasten beschwert wird, die unprodal- tiben Zwecken dienen. Wenn man die dafür erhobenen Summen der Produktion beließe, würde wahrscheinlich das erstrebte sozialpolitische Ziel besser erreicht werden. Gleichfalls kann die Reichsregierung jetzt bereits ihren Einfluß auf die neue Reichsbahngesollschast dahin geltend machen daß diese im Interesse der Entwicklung der dea:- scheu Wirtschaft an die Ermäßigung ihrer Tarif« herangeht. Verfehlt wäre es dagegen, wollte man der Industrie dadurch helfen, daß man die Lebenshaltungskosten durch staatliche Eingriffe in die Preisbildung der Agrarprodukte verbillig e. Auch dies wäre eine Sunde wider die Produktion, wenn man jetzt gegen die Landwirtschaft mit Kieditrestriktionen und mit Aufhebung der gewährten Steuerstundungen Vorgehen würde. Derartige Maßnahmen würden, wie bereits einmal angebeutet, nur älnschuldige treffen und die Sen fung der Getreidepreise eher hinauszögern, als beschleunigen da dem Landwirt dadurch das fü den Ausdrufch der Ernte notwendige Bettiebs kapital genommen werden müßte. Die Regierunc: darf die Getreidepreise nur dadurch beeinflussen daß sie auch hier wieder bestrebt ist, die über mäßig hohen Frachten zu erniedrigen. Ein Ein griff in die Preisbildung selbst wurde die sozial- ökonomiiche, regulierende Funktion des Preises unmöglich machen. Hohe Preise sind in bei Knappheit der betreffenden Ware begründet und tragen dafür Sorge, daß der Verbrauch sich entsprechend einschränkt. Wenn die Preise künstlich niedrig gehalten werden, wird nicht mehr Ware geschaffLn, sondern höchstens den Viel zu Vielen, die sich als Zwischenhändler zwischen Produzenten und Konsumenten drangen, das Leben erleichtert und ihnen die Möglichkeit gegeben, auf dem Rücken von Konsumenten und Produzenten aus der angespannten Marktlage Vorteil zu ziehen. Die Geschichte der Kriegswirtschaft! bietet dafür warnende Beispiele zur Genüge. Nicht durch Zwang, sondern nur durch Freiheit kann eine Wiederbelebung der Produktion erfolgen. ♦ Die scheinbare Ermäßigung der Gütertarife. Die Hefs. Landwirtschaftskam- mer hat ein Ersuchen an das Reichser- nährungsministerium gerichtet, in dem es heißt: „Mit Wirkung vom 18. September sind die Frachten im allgemeinen um 10 Prozent herabgesetzt worden. Bei den N o 11 a r i f e n ist dagegen eine Kürzung der seitherigen Ermäßigung von 20 auf 10 Prozent erfolgt, ebenso sind die Kürzungsbeträge bei den Ausnahmetarifen für Kalk, Düngemit- t e l usw. geändert werden. Diese Herabsetzung der Frachtsätze haben die 10 Prozent Frachtermäßigung wieder aufgehoben. Durch die in allen Zeitungen durch die Regierung erfolgte Bekanntgabe der Herabsetzung der Frachten ist in den Verbraucherkreisen die Hoffnung erweckt worden, daß nunmehr die Preise der landwirtschaftlichen Produkte sich ebenfalls senken werden. Dies ist natürlich auf Grund der Auswirkung der neuen Tarifbestimmungen vollständig ausgeschlossen. Wir bitten daher ergebenft, die zuständigen Stellen auf diese Widersprüche hinzuweisen und erwirken zu wollen, daß die seitherigen Frachtermäßigungen für die Nottarife bestehen bleiben. Die Geltungsdauer der Ausnahmetarife ist bis zum 30. November 1924 verlängert worden. Wir bitten, sich für eine weitere Verlängerung einzusehen." e * Deutsche Vereinsbank, Fra nk- furt a. M. Die Deutsche Dereinsbank in Frankfurt a. M. schließt mit Ende dieses Monats ihre Filiale in Gießen und die Depositenkasse in Lauterbach. Das Gießener Geschäft wird ab 1. November von der früheren Dankiiimia Jos. Herz unter der Firma HerzLCo. wieder übernommen und in unveränderter Weise fortgeführt. ’ Konkurs. Heber das Vermögen deo offenen Handelsgesellschaft Lut terma nn & Edinger in Darmstadt sowie deren beide Inhaber Karl Luttermann, Kaufmann, und Karl Edinger, Kaufmann, beide in Darmstadt, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Forderungen sind bis zum 1. Dezember beim Amtsgericht I tn Darmstadt anzumelden. * Hirsch, Kupfer- und Messing, werke A. G., Berlin. Der Aufsichtsratsfit- zung lag die Goldmaickbilanz vor. Es wurde beschlossen, den äleberschuh der Aktiva über die Passiva in Höhe von 16 Millionen Goldmark derartig zu verwenden, daß davon 12 Mill. Gm. das Wie froh und zufrieden bin ich, durch diese glückliche Entdeckung „Marylan-Creme" kennen- gelernt zu haben. Jetzt möchte ich sie um keinen Preis mehr entbehren, nicht um alles in der Welt. Da ich aber keineswegs so engherzig bin wie meine liebe Freundin, teile ich allen Damen (auch der Herrenwelt, die ein hübsches, jugendfrisches Aussehen haben möchte) meine Entdeckung mit, und wünsche, daß jeder dies einzigartige Mittel kostenlos probiert. Schreibt alle an den Marylan-Vertrieb, Ber« lin 248, Friedrichstr. 18. Sogleich bekommt ihr eine Probe Marylan-Creme nebst hochinteressantem Büchlein über Schönheitspflege, beides kostenkoS und portofrei. Ich weiß, daß ihr mir im stillen danken werdet. 8485D Ripon 8 >um TÄl 7,85 1,6 3 2,75 F ■) Dom 2tüdiüßrung5tixrL Bank- und Wechsel-Geschäft Telephon 1303 und 1304 Telephon 1303 und 1304 Verschiedenes AuS den Waldungen der Gemeinde 2 Zentner Verkäufe ISST SWskl il Häubchen t. Minb • • au verkaufen. Näb. 8488D Gans. 8 8 12.5 16,4 3 8,10 18,50 13,10 16,40 16,59 >5 9,25 18,40 12,75 '6 16,76 15,23 voll toll voll voll voll voll doll doll voll voll voll voll voll voll voll 7,75 10,9) 36,10 42,50 4,21 20,20 72,84 19.0 5 .2,12 15 ,80 18,'9 60,05 5,125 2,38 111,90 61,00 66.-9 12,53 5,50 i das Geschäft auf allen marftcd an. Die Kurse erheblich in die Hohe. 18,90 12,75 IE,10 16,75 6,25 15,25 2,90 3 8.2 in der Geschäfte stelle d. Giest Anz. sS 2,35 111,3t 80,60 66,31 12,47 6,48 8 11,25 36,1 43 1,80 2.8J 8,1 0^9 Fraulein empfiehlt sich im üD5öeflern nnö üeaanferngen oon Dofche in und außer dem Hanse. Zu crfr. in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 024573 Am 1. November eröffnen wir in unserem Bankgebäude Neuen Bäue 23 (seither Deutsche Vereinsbank, Filiale Gießen) unter Fortführung der von 1901-1920 betriebenen Bankfirma Joseph Herz, Gießen ein Versteigerung. Montag, den 3. November, nach mittags 2'/, Uhr, sollen in Bellersheim am Bahnhof zwei saft neue (Transformatoren Stärke 10 und 75 Kilowatt ein Gelschalter zwei Neffe! (Lxtraktoren) zu je 2500 Liter zwangsweise öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. Mori ms7d Gerichtsvollzieher m Lich Gegen Mittag handelte man Kriegsanleihe mit 525, die mit 490 eröffnet hatte. Auch Stadtonu- leihen verkehrten wieder in etwas freundlicherer Haltung. SS fanden fortgesetzt Käufe der Provinz-Kundschaft der Banken statt. Für den 3 n- dustrieaktienmarkt wirkte besonders anregend die Aussicht auf daS Zustandekommen des Rohstahl Verbandes, sowie die Hoffnung, dah die in Aussicht stehenden Beratungen zwilchen dem SrWMn aller All SemlinfSlS *üa~:'aJTLng ihlrein u.oreiswen öl? örW'ichr BniD.-Srudetei. R. £ange. Gledea. SLolM. ?. Wir empfehlen uns zur Besorgung aller ins Bankfach einschlagenden Geschäfte bei individueller sorgfältigster Bedienung Mit Informationen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung Herz & Co., Bankgeschäft, Gießen ' Schreib- z mMcblnei ' Re parateren Frui Veit * Co. ' Gießen, Ooethestr. 32 V Tel. 264 \ Eigene Spezial- \ werk»litte Grohen-Bufeck soll nachstehendes Rutz- holz im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 20 St. Fichtenstammholz 3. JtL= 25.90 3(hn. 43 . 4. . =44,41 , 58 , 5a. , = 57,44 , Dos Holz ist im Winter 1923 gefällt, entrindet, jedoch mit Rinde gemessen. An- geböte sind in Goldmark nach Klaffen getrennt pro Festmeter bis zum DienSlag, dem 4. Rovember d. I., mittags 1 Ahr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei ein- ureichen, wo anschlietzend die Eröffnung stattfindet. DieDerkaufsbedingungen liegen auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen und werden vor dem Termin bekannt- gegeben. Auf Verlangen wird das Holz durch Förster Wagner vorgezeigt. Grohen-Duseck, den 29. Oktober 1924. Hessische Bürgermeisterei. von 3—5 Jahren zu verkaufen. Näheres in d. AeschäflSit. detz OlteR. An-». 024683 Rodheim a. d. Horloff sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Eichenstämme 2. Kl. ----- 1,54 Fstm. 3. „ = 12,51 „ ” 4. . =39,81 . 2 5. „ = 8,96 , Das Holz wurde im Winter 1923 24 gefällt und mit Rinde gemessen. Es wird erwünscht, das Holz vorher einzusehen, da spätere Einwendungen wegen der Güte oder dem Vermessen des Holzes nicht berücksichtigt werden. , Angebote sind in Goldmark und nach Klaffen getrennt mit der Aufschrift „Holz- submission" bis spätestens 10. November 1924, nachmittags 2 Uhr, bei unter- zeichnetet Stelle einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. Rodheim a. d. Horloff. 29. Oft 1924. Hessische Bürgermeisterei Rodheim. Hofmann. 8489D Finanz Minister des Reiches uno bar Fknanznn- , niftern der Länder zu einem raschen Abbau allerwirtschaftsfeindlichenSteuern führen werde Lluch die allgemeine Geldmarktlage und die Tatsache dah der Ultimo reibungslos überwunden wurde wirkte anregend Allerdings zeigten sich d:e Be.ebungrn mir auf einigen Lpczialgeb e en. so besonders am Montanmark l unb für Ka iwette. Selbst am Markt der unnotierten Kaliaktien fanden gröbere Um- sähe statt Bemerkenswert fest liegen immer nrch Südsee-Phosphate, die gegen Mittag mit 25 gehandelt wurden 3m Devisenverkehr ist keine wesentliche Aendenrng zu verzeichnen Heute wurde das zweite Goldpapter. nämlich Reu- Guinea, notiert, allerdings imihte die erste rx> ilable Rotierung wegen zu starken Andranges ausgesetzt werden. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Vedisenmarkk Berlin—Frankfurt a. TL (In mart anSaebrSck». thmto*-etrr4. 8ew>en. fha- dort. Japan. Ri, br 3o rtro t6r elnr ftnlxtt, Wta an» tiubaetfi tUr lüOiOO (Hnbrttm. all»« Sdrtoe *nr ICO ttnbrittBj Telegraphische Auszahlung. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht deS ,®lc6ener Anzeiger" ) Frankfurt a. OK, 30. Oft. Gs wurden notiert: Welzen 22,50 bis 23,5a Roggen, inland. 22 bis 23 Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 27,50, Hafer, inland. 19 bis 22, )llais, gelb 20 25 bis 20 75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 34’ bis 37, Roggenmehl 30,50 bis 34, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 11,25. Tendenz: Anverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger" ) Frankfurt a M, 30. Oft. Auftrieb: 42 Rinder: darunter 21 Ochsen, 1 Dulle, 5 Kühe und Färsen, 15 greifet, 765 Kälber. 1070 Schafe, 1108 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber: feinste Rkastkälber 70 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 64 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 53 bis 63, geringe Saugkälber 40 bis 50. Schafe: Mastlämmer und V.la'thämmel 40 bis 45, geringere Masthämmel und Schafe 32 bis 38, mässig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. Schweine: tn:>nfkiidnge von 80—100 Äilo 65 bis 73, unter 80 Kilo 55 bis 65, von 100—120 Kilo 68 bis 74, von 120—150 Kilo 68 bis 74. Marktverkauf: Kleinvieh bei langsamem Ha 'M geräumt, am Schweinemarkt bei später abftauendem Geschäft Äeberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 30. Ott. Die Getreidebörse war aus die höheren amerikanischen Meldungen fester gestimmt, aber die Umsätze blieben klein. Weizen und Roggen sind in feiner Qualität nicht an geboten, für die geringen Sorten Inlandge- treide aus der neuen Ernte hat sich ein reguläres Geschäft noch nicht entwickeln können. Die Rotierungen sind unverändert. Es wurden für 1000 Kilo notiert: Weizen, märt. 207—210, Rog- Hng(o-Coni «®uano . . . . . «adifcke «iiilin........ Lbcnillche Mayer Alaptn . . Voldschmidt.......... ®rit- tlmtr Electron . . . . Höchster ffiirbwerke...... 6oIjUtrfo6luna - . ...... Rütgrrswerke Schetdeanstalt ..... fing. ElektrtziiLtL-Gestllschafl vrrainann........... Mainkraftwerk ...... Schulten.......... . . Siemens * Haltke Udlerwerk« Klever ...... Daimler Motor«. ...... Heylig«ftaedt...... wiegmn......... . . . Frankfurter Armaturen . . . KonservenfabNk Braun . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-Ä..... . , Schu^abrtk Heri Ze§sto'sf'»öN)bof ******* Zulkeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . tlmerikar.Nche Roke» .... Belaislve Noten ...... Tätliche Noten Englische Noten ....... straniüsitche Noten ...... holländische Noten...... Norwegische Noten D^ui'ch TrOftr .1100 ffron« fliumomiche Noten...... Schwroiich,' Noten...... Schwei,er Noten Spanische Noten...... Tschechoslowakische Not« . . Ungarische Note» . . . . . gen, nVht 202-208. »erffe, märt. 2D-2«. ©crflc, neue 208—215. Hafer, tnärf. 175—195» Hafer, pcnmn. 188-178, 390—400, Leinsaat 390 400. — Äs wurden pro 100 Kilo notiert: Weizenmehl 29—32, Roggenmehl 28,50 bis 31.50, Weiten st ric 1250-12,90. Roggenffete 12.50 12,80, Viktoria erbten 33-38, kleine Erbsen 23—26, Futtererbsen 19—21, Peluschken 17 bi» 19, Ackerbobnen 20-22, Wtcken 18-20. Lu- pinen, blau 14—15, Lupinen, gelb 16—18, Serradelle, alt 14—15, Serradelle, neu 20—24. Rapskuchen 15,50- 15,80. Leinkuchen 25. Trocken- schnitzel 10, Torfmrtasse 9—9,20, Kartoffelstöcken flocken 19—19,40 Vüchertisch. — Die neue« Gesetze und das Qolt« honet Protokoll mit R-Ienwechsel, Denkschrift und Begründungen der Reichsregierang. Berichten der Organff ationSkonnteeS und den Satzungen der neuen Gesellschaften. Frankfurter Societäts-Druckerei G mbH. Abteffung Dtch- vertag. Frankfurt a. 1 Preis: 3,50 AU. — Oloch nie ist in solcher Schnell igfeil ein so gdixilligc4 Material an Gesetzen von höchster 'Bedeutung vor dem deutschen Volke auSgebreitet worden tote jetzt nach der Londoner Konferenz. Die Durchführung des Gutachtens der Sachverständigen bedingte diese grobe gesetzgeberische und vertragliche Arbeit. Die Reuregelung deS deutschen Geld- und Eisenbahnwesens und die Belastung der deutschen Industrie bilden die Hauptthemen der neuen Gesetze und Gesellschastssatzungm. Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis erleichtert den Gebrauch des über 350 Seiten starken Buches auch alS Nachschlagewerk. Seine Kenntnis ist für feben politisch und wirtschaftlich interessierten Deutschen eine Rotwendigfert. 1221 - Der Heger (BreSlau I, Heger-Berlag Wilh. Gottl. Korn. Preis vierteljährlich 3,60 Mk., Probeheft gegen Drucksachen Porto) — Richt >ft genug kann in diesem Jahre die Hege unserer stark zurückgsgangenen Wildbestände gepredigt werden. Der Heger trägt dieser Forderung im vorliegenden Heft 22 mlSgiebig in drei Artikeln über das so viel umstrittene Thema .Die Hege mit der Büchse" Rechnung. Zur ausgehenden Hasenjagd kommen die ausgezeichneten Auffähe .Hasenjagd" von Fritz QKatbtcu und .Rammler und Häsin", letzterer mit reichhaltigem, sorgfältig zusammen getragenem Material über Ergebnisse auf Treibjagd und Suchen aus den Fahren 1882 bis 1906, sehr gelegen. Weidmänner von Ruf, Eberhard v Rtesenthal und Baron Krüdener, bringen Interessantes auS dem Vogelleben. Erwähnt seien noch die Beiträge .DaS Zielfernrohr mit einmaliger Dergröheruna" vm Konrad EUerS und „Hxhwild und Schweivhund" von Earl Kahle. 1223 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Ein römisches Kirchenjubilänm. R 0 m , 30. Oft (WB. Funffpruch.) Der Kar* dinal-Vikar von Rom ordnete an, dah am Sonntag, dem 9. Rovemder, sämtliche Kirchenglocken Roms um 11 Uhr vormittags eine halbe Stunde läuten sollen aus Anlatz der 16. Hundertjahrfeier der Lateran-Kirche. Am Vormiltt»g findet auch in dieser Kirche eine sog. päpstliche Kapelle statt in Anwesenheit des Papstes, der alle in Rom anwesenden Kardinäle und viele Bischöfe beiwohnen werden Die Revolution in Brasilien. Reuh0rk, 30. Oft. (WB. Funffpruch.) AuS Buenos Aires wird gemeldet, dah die brasilianischen Aufständischen im Staate Rio Grande d 0 Sul die Städte Uru-Guayanv, Sambvrsa und 3taut besetzt haben. Die brasilianischen Häfen am Uruguay im Staate Rio Grande do Sul wurden gesperrt. SM-U.SMMW f* 9m, blich. SM liefert in (ZBaggonlabungen zu den billigsten Tagespreisen unter günstigen Iahlungsbedingungen Alb. Kuczynski Landesprodukten- und Karioffelverfand- Grohhandlung Marburg (£af)n), Roserstr. 25a Fernsprecher 133. 84860 neue AMenrapttal darsieffen, und 4 TTTn. Dm. zur Errichtung einer offenen Rrierve Verwendung finden. Auherdem wurden 500 000 Mk. zur Errichtung eines WohlfahrtS-FondS verwandt. Die 80 000 Stück Papiermark-Aktien werden auf solche von 150 ®m. abgestempelt. • 15prozentige Spareinlagen» auftoertung einer rheinischen Bank. Einen bemerkenswerten Schritt hat die Rheinische DolkSbank in Geisenheim a. Rh zu der im Vordergründe aller Interessen stehenden Auswer- tungSnoge in ihrer ao. G -B. brichl)ssen Es f>l- len alle vis 1. 3anuar 1918 geleisteten, und heute noch bestehenden Spareinzahlungcn nach und nach auf 15 Prozent ausgewerlet werden. Diele Auswertung erfolgt sofort mit fünf Prozent, wofür auS dem bisherigen Reingewinn 30 000 Mark zur Verfügung gestellt werden. Frankfurter Abendbörse. Frankfu r t a. M., 30 Olt; (TU.) Die Börse nahm einen lustlosen Verlaut mit Reigung zum Rachgeben. DaS Geschäft litt wieder statt unter einer sich breit machenden Unsicherheit, infolgedessen kam es zu feinen nennenswerten Umsätzen. Für heffnische Renten setzten sich die an der Rachbörse eingetretenen Gewi.mabgabcn fort; die Rückgänge waren aber gering. 5prrz. Kriegsanlekhe notierten 505 bis 501, gaben als) um 21 Vs Milliarden Prozent nach 3prv^. Reichsanleihe unverändert (1390), 3‘ zproz. Preuhische KonsolS 1237 minus 25 Milliarden, 3> -pr>zentige Bayern 1400 minus 25 Milliarden, 1914er Preich. Schätze 845 pluS 15 Milliarden Prozent. Preuhen» kali notierten 4 pluS 10 Milliarden. An den Industriemärkten war die Haltung im allgemeinen unverändert. Deoeinzelt fern es zu leichten Rückgängen. Montanwerke lagen nicht einheitlich. Unverändert blieben Ilse Bergbau mit 15,5, ManS- felder waren um 0,1 auf 3,6 gesteigert. Rombacher Hütte I6V4 plus 1/4. niedriger notierten Rheinische Dlounkohlen 26Vi minuS »/,, Kali Westeregeln 16 minus 0,4 Billionen Prozent. Am chemischen Markte kamen zur Rottz: Anilin Berlin 153/< unverändert. Elberfelder Farben 163/r minus 0,1, Th. Goldschmidt 12V, minus 1/4. Höchster Farb- Wette 16,4. Don Glcktrowerien toaren AEG. um 0,1 auf 8 gebessert. Licht und Kraft 7. Dankwerte wiesen feine Veränderungen auf. Kommerzbank 4,6, Darmstädter Dank 8, Metallbank 13, Reichs- bank 523/<, Rheinische Kreditbank 2,1 pluS 0,1, Dresdner Dank 7,1 plus 0,1, Oesterreichische Kreditaktien setzten ihre Steigerung auf 0,355 fort. Auslandwerte vernachlässigt. Ungarffche Gold- vente 8v4 bis 6/e- Sonst gingen noch um: Rordd. Lloyd 4,45, Reckarsulmer 5,6, Aschasfenburger Zellstoff 17V, minuS 0,4, Zement Heidelberg 19Vb plus Vs. Hoch- intb Tiefbau 2, Holzmatm 5 plus 0,1, Gebr Iunghans 9L, Miag 1,58, Union-Peter 1,5, RheimneliaÜ V/a pluS 6/r. Chemische Mainz 9 minus 0,9, Frankenthal Zucker 2,75, Heilbronm- zucker 2,45. Der Markt der Städteanleihen war nahezu umsatzlos. Man hörte Stuttgarter 78/s, Frankfurter Stadtanleihe 5,1. Die Abendbörse schloh in lustloser Haltung. Berliner Dorfe. (Eigener Drahkbericht deS .Gietzener Anzeiger" ) Berlin, 30. Oft Dte Börse trug heute im ganzen ein recht freundliches Gepräge Einen Kaufgesuche | Altes Blei «Bleiräürem kaust BrühlscheTruckerei •UTD Schulltr. 7/a Iraö5mtfflon5lager völke, Delle uno Blpmenfdieiöea 8U verkai, en (S4X3D echulstrahe 7. Ein Herren- Ueberzieher verschied. Oerren- Anzüge, Schube. Hüte. 1 Kinder- Strickjacke und dergleichen mehr, alles sehr preiswert, zu verkaufen 85021) Hofmannstr. 4 v. WkNslüNWM - SMWN. Holzsnbmission Aus den Waldungen der Gemeinde j" * * “ i. Chte. ». Ch r. Amilild, ^'ottrru i vf.D yn:' NwniHr -.Vortcrjti 'M» r'tf NmN Non FHT In kW (Fbriftt rfa . Äop;nboota ©fpf' pim . Odfinaforl stw'Irn. . . London. . . Neunock . . Tart». . . . Schwr«, . . Sra >irn . Bkn in D - Crft. nbQtft Traq . . . . Fubaprfl . . ■J*nrn. Nirr» Bnlaarien Oepan . . . 'M 10 de Ian Belirad . . L'tzodon fFf • MH 20,11 6»,i0 ir,2 111,47 16,-.3 1I.V 1d^8 4.U n,93 8 ,63 W.11 5,915 11.4.S 8.485 ',52 S 14« 6.C85 16.46 1<5,9i 20,25 59.80 r,s 18,19 U,'3 16,97 4^1 12,03 81,05 »6,39 5,f 94 12,655 6,515 1,535 Ä! €,47 6,CSS 16.54 Ban kn 185,09 70,15 59,75 72,52 111,47 1C.5J 18,19 22,00 80,74 66,46 Mi 8,50 1,635 3,04 1,62 -Al 16,46 ot ea «5,91 20,25 60,0 72,88 ' -2/ 3 10,9 S» & 81,04 68,74 B,94 »,* 6 6,52 1^3 1,46 6*95 16,54 roll voll roll voll pcü voll voll voll voll voll oll voll voll voll vollDoll 1ci von voU voll voll voll 1 on voll voll voll voll voll voll,voll voll voll voll voll voll voll 0011 voll voll voll Frrftn, 30. Cttbr. Geld 1 Prit! Nk^ar«. 9n Billionen Prozent ffronrtnrt n M. Berlin Schlaft. Hut« bajufek. Abend- hSrfc Sd)1n6- Au.» öchlvhk. rölhog. b»rl# T-ihrnc 29. Ich | 30. 0. 23.10. 31.10 y/e DrmKLe Reick)»onletd, . <•/, Deutsche Wrftt»aiilri6e . — 0,101 0,401 , 0,525 — — 0,88> 0,945 B1/?/» Dtaifdx :>!, ichvonlrthe »*/- Deutsche Neich^nlkihe . * — .860 0,9 0 — 1,390 1.1 5 :,39Ü Deutiche Soorpromienanlethe — — 0.4 0,41 «*1» Preuhische Äontolfc . . . 4% Hetzen ..... _ 1.1 1,025 1/25 1.1 1.2 8'/,e/t vesfeo....... 9»4 Hessen ........... — 1,19« 1.C6 1,193 1,115 Ternsche 7?ertb. Dollar 91nL — ■— 4,2 bto. 2>oa. 6»a6.Änirdlng.e) — — — 87,8 «'/- ZollNirt«.........| 9,13 9,40 9,875 6*/e Sotomtritanct.....I - 40,1 — Berliner HandelSqcselllchaft -- <4,25 24,?S Commerz- und Privat-Bank 4.5 4,6 4.6 4,5 larnift und Naiioualbank . Deutsche Pank........ 8,26 8 8,2 i 8,30 10,25 la,20 Teulschc vereinSbank . —— —- — — Di-conto Lommandit — 16,80 11,9 Metallbau!........... •• —- — Miiteldrutlche Treditbank 1.63 — 1,65 1,625 Oefterrrschiiche Sreditanstalt 0,2675 0,335 0,330 0,35 Weltbank............ — —- C,3 0,35 Vochumer Gotz....... — — 47,9 40,75 BuderuS............ 9,40 — 9 J 9 Taro ............. 9,71 — — 9,51’ DeotIL-Lnremburg...... «-«lienktrchcner nergweckr. . 52 51,90 53,75 53,13 53,6' harvener Vergbau...... Kaluverke ÄichcrSleben. . . . 82 — 82 82 13 13 13.7 Kaliwerk Mesteregelo..... — 16 6 5 16 üamabüite........... 5 — 4,90 b,4 Cbfrbeharf......... . — — 9 68 Phoiitr Bergbau ...... Ryetnilahl........... 37,5 37,6'. '8' > 34 — 33,7 ^3 7. Niebcck 'iVonlan........ — — — 53,23 Tellus Bergbau........ — •— —- —> Hamburg-Aineri'a Paket. . . Norddeutlchcr Llovd..... 25 4.6C 4,45 24,7 1,40 25,1 4,40 Cberamifche Werke Slbto . . — — — Zementwerk Heidelberg . . 19,2° 19,13 — — Philipp Holjniann..... 4,9 5 4,9 6 Z Meine Kleider- 4k Z Stoff-Abteilung ist d? / in ihrer Reichhaltigkeit Z' Z sehenswert. - Decken Sie Z Ihren Herbst- und Winterbedarf in Kleider-, Biesen-, KosWnh Mantelstoffen bei 8496c \ J. Pfeffer / MARKTPLATZ Schöne Auswahl I / 's * Billige Preise! Z69 Deutsche volkpartei. Wir fordern unsere Mitglieder auf, an dem Vorträge des Gouverneurs a. D. von Deutschostafrika Herrn Dr. Schnee Mitglied unserer Reichstagsfraktion am Samstag, 1. November, 8 Uhr, in der Univerfitcitsaula vollzählig teilzunehmen. 8509v Der Vorstand. Geschäfts 1. November 1. November Zum großen Schlachtefeft! Jehl ist 's Lokal schön neu gemacht, Ihr Leut', das ist c wahre Pracht, Drinn Metzelsuvp' zu halte Für Junge und für Alte. Bemerkt sei noch so nebenbei Die stimmungsvolle Maleret 024700 In Giehen einzig ihrer Art, Ward ausgeftthrt von Rix und Schnrdt. Die Sau, sie stammt aus meinem Stall, I’.t gut gemäst, das roiht Ihr all, E fettig Maul, das gibt's dabei, Drum kommt bis Samstag all' herbei. Und e neu Kavell kinimt aach die Tag, E Streichmusik, das iS e Staat, Spielt aach so schee, rote im Bier-Palast, So kommt hierher und seid mein Gast. 8MW8W.M« Samstag, den 1. November 1924 r.MSWWW MORITZ KÖHLER GIESSEN Neustadt 79 024696 Am Oswaldsgarten Ab 1. November führe ich neben meiner Lederhandlung te-.iikWtara Durch günstigen Einkauf bin ich in der Lage, meine verehrl. Kundschaft außergewöhnlich vorteilhaft zu bedienen. Ich bitte Sie, bei Bedarf in vorstehenden Artikeln meine Schaufensterpreise zu beachten. FEINSTE MASS-ABTEILUNG unter Verwendung erstklassigster Stoffe Preiswerte färbst* und Tß/interkleidung finden Sie in der reichhaltigsten Auswahl in allen Abteilungen. 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