ar. 506 Erster Erscheint täglich, außer 5omu und Feiertags. Beilagen: Meßen er Familienblätter Heimat ini Bild. ttonats-Beiugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, c-uch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. fBrttnfpte ch-Anschlüsfe: 5d)ri‘tleitung 112, Der» iag undGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnach» r-chtenAnzeiaerOtehe«. Postscheckkonto: Frankfurt o. Hl. U6M. Blatt K4- Jahrgang Dienstag, 30. Vezember 1924 General-Anzeiger für Gberhesfen vnick «nd Verlag: vrW'sche riniverffiStrGnch- und SteindruS-rei R. tätige in Siehrn. Srfjriftleitung und Seschästsftelle: Schulitraii« 7. In nmM—__ _____ Zunahme von 2t,.,. »u für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichlreit preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen o 70mm Brette 35 Goldpfennig, Pluhoorschrift20 .Aufschlag. - 'verantwortlich für Politik u. Feuilletons Dr. Fricdr. Wilh Lange, für den übrigen Teil. Ernst Blumschcin;für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Handelsvertrag und Kölner Frage. 3m letzten Lage deS Jahres wird die D o t - 'chafterlonferenz erneut zusammentreten, mit den Wortlaut der Note an Deutschland zu -rufen. Rach den Informationen der Pariser presse über den vermutlichen Inhalt dieses Schriftstücke- handelt es sich dabei um eine Antwort auf den deutschen Protest gegen das ver- 'ragswidrige Fortbestehen der Besetzung Kölns, der mit der Begründung zurückgewiesen werden soll, daß die bisherigen Ergebnisse der Mlitärkontrolle ergeben hätten, daß Deutschland den Vorschriften des Versailler Vertrages über die Abrüstung noch nicht vollständig nachge- lommen wäre. Es soll aber gleichzeitig darauf Angewiesen werden, daß keineswegs damit jede Verhandlung-Möglichkeit abgeschnttten werden lolle, besonders dann nicht, wenn die nächsten Untersuchungen ein für Deutschland günstiges Ergebnis hätten. Eine endgültige Mitteilung darüber werde nach Abschluß der Kontrolle an Deutschland erfolgen. Nachdem sich die Kontrolloffizicre auf höhere Anweisung hin bemüht haben, lügenhafte Gerichte über den Stand der deutschen Abrüstung in die Welt zu sehen, um den Beschluß der Botschafterkonferen?, zu ermöglichen, werden die letzten Konlrcllbesuche. selbst wenn fi- ergebnislos verlaufen sollten, die vertragsmäßige Räumung Kölns nicht mehr veranlassen. Sie Verden im günstigsten Falle lediglich auf die Formulierung der Begründung einigen Einfluß laben. über die jetzt schon zwischen Paris und London ein eifriger Meinungsaustausch statt- finbet. 3n welcher Weise deutscherseits der Vertragsbruch der Ententemächte beant- trortet wird, läßt sich natürlich vorläufig noch nicht mit Bestimmtheit sagen, da die Regierung erst den Eingang der Rote der Botschafterkonfe- rett) abwarten wird, ehe sie mit einer Kundgebung hervortritt. So viel steht aber fest, daß fle mit aller Entschiedenheit den Vertragsbruch der Ententemächte zurückweisen wird, da sie ja in jedem einzelnen Falle die Lügenhaftigkeit der Gerichte der Kontrollkommission mchweisen kann. Ob dieser Protest allerdings noch von der jetzigen Regierung erfolgen wird, ist mindestens fraglich, da sicher der Samstag- bclchluh der Dotschafterkonferenz das Ende der deutschen Regierungskrise wesentlich beschleunigen wird unb insofern wenigstens für die deutsche Innenpolitik einen Dor- teil mit sich bringt. Zudem kann wohl darauf hingewiesen werden, daß Deutschland dem Der- lragsbruch nicht so machtlos gegenübersteht, wie v auf den ersten Blick erscheinen möchte. Deutschsmd ist jetzt noch in der Lage, Frankreich zu Iigen, daß es mit seinen elsaß-lothringischen auptindustrien stark auf Deutschland angew esen Die jetzt wieder beginnenden deutsch- sranzösischen Wirtschaftsverhand- h n g c» werden, da bis jetzt noch kein greif» latzeS Resultat erzielt wurde, genügend Gelegenhüt geben, Frankreich auf dieses Deutschland ivch immer verbliebene Machtmittel hinzuw.isen. D:e Reichsregierung wartet noch ab. Berlin, 30. Dez. (TU.) Die Reichste g i e r u n g hat bisher keine offizielle oder vscziöse Mitteilung erhalten, daß die Räumung ter Kölner Zone am 10. Januar nicht erfolgt. In bm Communique der Boischafterkonferenz ist nicht ausdrücklich gesagt, daß die Dotschafter- huserenz beschlossen habe, die Räumung der fölncr Zone nicht vorzunehmen. Man darf an» Snnen, daß über die Begründung der Richt- imung immer noch Meinungsverschiedenheiten tbestchen trotz der betonten Einmütigkeit der tschafterkonferenz. Aus die Begründung rRichträumung kommt aber s o g u t w i e les an. In jedem Falle aber wird die »ichsregierung an ihrem Stand- nft festhalten. daß die Richträu» in g der Kölner Zone am 10. Iannar einen rrtragsbruch darstellt, gegen den sie aufs logischste protestieren wird. Die fal° 1) en Behauptungen über Waffenfunde in ! i 'schland sind von deutscher Seite zum größten t bereits widerlegt worden. Es scheint aber, :P> die ausländische Presse unbelehrbar ist und f alle Fälle die Vorwände für eine Richt- luuung der Kölner Zone am 10. Ianuar zu :itren sucht. So ist auch das Interview des ' ! i^swehrministers Dr. G e ß l e r im „Berliner : LjL5'c'.t" von französischen Blattern r ' c - lscht worden. Die sranzös.schrn Diät- ‘ :i le' ...Jen, daß die Funde von Rohlingen '" ü . • i auf Rechnung und Bestellung einer • u ö l c i ‘ c n Macht zurückgingen. Da- : ):t ist niaz: t. l geringsten die Rede gewesen, und i: Versuch, 5 e.rtschland einen T^rtragsbruch i . Lieferung von Waffen an das Ausland »)L|d)tL .'Cn, muß mit aller Entschiedenheit zu- tiifgetoiefen werden. I Wie die „Telegraphen-llnion" erfährt, fand ifliftcrn unter dem Vorsitz des Vizekanzlers Dr. -earres ein Hl ini ft errat statt der sich tri: der außenpolitischen Lage b.-schästigte, wobei ibt Zrage der Räumung von Köln im Vvrder- Ifiiuitbe stand. •Gin Telegramm an Slresemann. Köln, 30. Dez. CSU.) Rach einer Mel» U.ing der „Kölnischen Zeitung" hat der Volks» r^rtetliche Reichstagsabgeordneke Professor Dr. Koldenhauer an den Reichsauhenminister Stresemann folgendes Telegramm ge- : „Das Rheinland erwartet schärfsten Widerspruch der Reichsregierung und des ganzen deutschen Dolles gegen oie verweigerte Räumung der nördlichen Zone." Morgen VOlichasLersitzung. L o n d o n, 29. Dez. (WTD.) Das Rentersche Bureau teilt mit: Die Botschafterkonferenz wird in ihrer Sitzung am Mittwoch den Inhalt der Mittellung erörtern, die Deutschland über die Räumung der Kölner Zone gemacht werden soll. Der Wortlaut der Rote sei jetzt von den alliierten Regierungen aufgesetzt worden. Die Grundlage der Mittellung wird selbstverständlich die Tatsache bilden, daß die Alliierten noch nicht den endgültigen Bericht der Kontrollkommission erhalten haben, und daß unter den gegenwärtigen Umftänbca, soweit es die augenblicklichen Anzeigen vermuten lassen, die Räumung dieser Zone am 10. Ianuar nicht zu rechtfertigen sein dürfte. In der Rote werde ferner bemerkt werden, daß ^ie Besetzung des linken Rheinufers die Hauptsicherheit für die völlige Ausführung des Dersailler Dertrages durch die deutsche Regierung darstelle und daß die Alliierten in diesem Punkte als Treuhänder für die artöercn Unterzeichner des Friedensvertrages zusammenwirken mühten. Empfang bei Herriot. Paris, 29. Dez. (WB.) Ministerpräsident Herriot hat heute vormittag Kriegsminister General Rollet, den französischen Oberkommandierenden der Rheinarmee, General Guil - l a u nt a t, und den französischen Delegierten der Rheinlandkommission, T i r a r d , empfangen. Die „Information" glaubt zu wissen, daß im Der»» laufe dieser Beratung die Frage der Besät- zungskosten in den Rheinlanben, die von den Annuitäten des Dawesplanes abgezogen werden müssen, besprochen wurde. Die deutsch-sranzöfischen Wirlschaftsverhandt ^rgen. Paris, 30. Dez. (TU.) Die deutsche Wirtschafts-Delegation wird heute nachrnttlag zurückerwartet. DaS französische Handelsministerium hat bereits alle Vorkehrungen getroffen, damit die S.hungen morgen nachm ttag beginnen können. Der Erfolg oder Richterfolg der Besprechungen vor dem 10. Ianuar. me nt „Cxcelsivr", werde als sicheres Anzeichen für die definitive Orientierung der deutschen Politik gegenüber den Verbündeten und besonders F anlreich gedeutet werden können. Don den anderen Blättern äußert sich nur „Petit Iournal" zur Wiederaufnahme der Derhandlungen mit großem Optimismus. 2?us der französischen Kammer. Paris, 30. Dez. (TU.) Die Kammer hat gestern einstimmig mit 302 Stimmen bei Stimmenthaltung der Opposition die Interpellation Ibarnah über die Derfolgung des „Eclair" ohne Festsetzung des Datums vertagt. Ibarnah legte den Standpunkt der Opposition in einer längeren Ansprache dar, in der er sagte, daß das Gerichtsverfahren gegen „Liberte" und „Eclair" eine Verletzung der Pressefreiheit bedeute. Das erstgenannte Blatt ziehe man zur Verantwortung, weil es auf die kommunistische Gefahr hingewiesen habe. Die Regierung könne aber doch nicht in Abrede stellen, daß bei der Ueberführung von Iaurös ins Pantheon eine Armee von 80 000 Kommunisten aufgeboten wurde. Anderseits aber könne der vom „Eclair" veröffentlichte Kontrollbericht des Generals Rollet an Marschall F o ch vom letzten April nicht als ein Staatsverbrechen bezeichnet werden. Der Veröffentlichung liege vielmehr im Interesse der öffentlichen Meinung Frankreichs, die über den Stand der deutschen Rüstungen aufgeklärt werden müsse. Der Siegelbewahrer erwiderte, daß Herriot auf -sämtliche Fragen Rede und Antwort stehen werde. Darauf ergriff der Kriegsmmister General Rollet das Wort, um festzustellen, daß die Veröffentlichung des betreffenden Berichts die französische Regierung in große Verlegenheit sehe, da es sich um ein internationales Dokument handle. Die Veröffentlichung entspreche nicht den internationalen Gebräuchen und könne von den alliierten Mächten als eine Unhöflichkeit verstanden werden. Rollet ging bann aus den Stand der deutschen Abrüstung ein. Ende 1922 seien von der Kommission bemerkenswerte Ergebnisse erzielt worden. 33 000 Kanonen, 114 Millionen Granaten und ebenso eine große Zahl von Minenwerfern seien zerstört worden. 1923 habe die deutsche Obstruktion eingesetzt und die Kontrolltätigkeit sei während 18 Monaten gelähmt gewesen. Im Oktober 1924 sei die Kontrolle wieder aufgenommen und bei dieser Gelegenheit die letzten aufsehenerregenden Waffenfunde gemacht worden. Im weiteren Derlause seiner Rede erklärte Rollet, er nehme für sich die Ehre in Anspruch, als Kriegsminister das Werk fort- zuseh en. das er als Vorsitzender der Militärkontrollkommission begonnen habe. Der Augenblick, die Regierung anzugreifen, sei schlecht gewählt, da die Kontrolle zu Entdeckungen geführt habe, die die jüngste Entscheidung der Dolschasterkonferenz notwendig gemacht habe. Er wolle die Erfahrungen, d'e er in Deutschland gemacht habe, in den Dienst Frankreichs stellen. Indiskretionen, wie die des „Eclair", gestatteten es dem deutschen Generalstab, sich auf die Abwehr einzurichten. Es handle sich hier um Dokumente, die auf eine auswärtige Macht Bezug hätten und die äußere Sicherheit des Staates beträfen, also nicht um die Meinungsäußerung einer Zeitung. Daraufhin zogen alle drei Interpellanten, die der Opposition an» gehören, darunter der Abg. Öbarncgaran. ihre Interpellation zurück, so daß nur noch die im Verlaufe der Debatte eingebrachte Interpellation des regierungsfreundlichen Abg. Borel bestehen blieb. Deren Beratung wurde gemäß den Regierungsvorschlägen mit 300 Stimmen vertagt. Weiter kam es zu einer größeren Aussprache über die französisch - deutschen Wirtschafts - Verhandlungen, die Kölner Zone und das Abrüstungs- Problem. Auf der Tribüne stand der Abg. Marin, der bezweifelte, daß die Kontroll- Kommission während der französischen Parlamentsserien ihre Tätigkeit abschliehen könnte, andererseits dürfte das Parlament nach seinem Wiedcrzusarnmcntritt von der Regierung nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Er wünschte zu erfahren, worauf sich die Einstimmigkeit beziehe, von der in dem Bericht der Botschafterkonferenz die Rede sei. Ferner beanspruche er für Frankrei ch das Recht, die Kölner Zone nach einem Abzug der Engländer zu übernehmen. Die Räumungsfristen seien noch nicht in Kraft getreten, da Amerika und England den Garantie- patt nicht unterzeichnet hätten und andererseits der Völkerbund außer Stande sei, die Sicherheitsfrage zu garantieren. Die Aufhebung der wirtschaftlichen Klauseln des Versailler Vertrages, die am 10. Ianuar automatisch in Kraft trete, sei bei dem schlechten Willen der deutschen Wirtschaftsdelegierten (?) mehr als fraglich. Marin bedauerte weiter, daß die elsaß- lothringische Zollfreiheit im vergangenen Iahre nicht rechtzeitig verlängert wurde und gab der Befürchtung Ausdruck, daß Deutschland eine Erpresftrng Frankreich ausüben werde! Ferner warf er der deutschen Regierung Der- schleppungsmanöver vor. Es sei vielsagend, daß der deutsche Reichspräsident erst nach dem 10. Ianuar 1925 fein Kabinett bilden wolle. Schließlich forderte er die Regierung auf. in der Konferenz der interalliierten Finanzminister, die am 6. Ianuar zusammentritt, keine bindenden Abmachungen ohne vorherige Benachrichtigung des Parlaments einzugehen, namentlich soweit es sich um Vereinbarungen über die interalliierte Schuldenfrage handelt. Der Redner sprach sich im Prinzip gegen eine Berücksichtigung der amerikanischen Ansprüche auf die Jahresleistungen des Dawesplanes aus. Finanzminister Clemente! sagte in seiner Erwiderung, Herriot werde sich ausschließlich zur Kölner Frage äußern. Die französisch - deutschen Wirtschaftsverhandlung entoürben fortgesetzt. G-^o sse Schwierigkeiten hätten sich selbstverständlich in Verlaufe der Besprechungen herausgeb ldet. Wenn die Verhandlungen nur auf die elsaß-lothringische Frage beschränkt worden wären, so wurde Frankreich feinen Standpunkt schon längst durchgeseht haben. Die Besprechungen hätten aber einen das gesamte Problem der deutsch- französischen Wirtschaftsbeziehungen u^falienbcn Charakter, lieber die interalliierte Finanzkonferenz am 6. Ianuar sagte Clemmlel. daß Frankreich die amerikanischen Ansprüche auf Berücksichtigung bei der Verteilung der Iahres» leiftungen des Sachverständ g nber.cht s weniger aus juristischen, als aus freundschaftlichen Rück» sichten anerkenne. Weiter deutete Clementel an, daß die interalliierte Schulden- frage wch ffcheinlich zur Sprache kommen werde. Ferner führte Clementel aus, es fei von P o i n- car 6 im vergangenen Iahre der Versuch gemacht worden, beim Völkerbund die Verlängerung der Klausel des Versailler Vertrag's über die Zollfreiheit elsaß-lothringischer Ausfuhrpro- dukte zu erlangen. D.ese Bemühungen fe ea aber an dem W Verstand vcrsch eb ner Mächte, besonders an der Ablehnung Englands, gescheitert. Der englische Standpunkt in der Rär m mgsfrage. London, 30. De'. (T. 11) Die Blätter veröffentlichen eine offiziöse Rote, die den Standpunkt der englischen Regierung über die Aufrechterhaltung der Besetzung der Kölner Zone barlegt. England wünsche aufrichtig, so heißt es darin, daß Köln so schnell wie möglich geräumt werde. In London bestände keinerlei Reigung. gegen die Interessen Deutschlands zu handeln. Immerhin müßte Deutschland England und seine *23er' mbeten überzeugen, bah es die Abrüftungsklausel bes Vertrages bem Buchstaben und dem Geiste nach erfüllt habe. Zu dieser lleberzeugung hätten bie alliierten Mächte infolge ber letzten Waffen- f u n be noch nicht gelangen können. Der Entwurf ber Rote, bie am 10. Ianuar Deutschland zugehen soll, bildet zur Zeit Gegenstand von Besprechungen ber Sachverständigen bes Foreign Office. In offiziösen Kreisen sei man ber Ansicht, baß diese erste Rotifizierung nur einen vorläufigen Charakter haben unb besagen müsse, bah infolge ber Obstruktion bie Ent - fcheibung über die Räumung Kölns auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde. Eine I zweite Rote werde später an Deutschland gerichtet Werben, in der auf Grund des Schlußberichtes | der Kontrollkommission bie verschiedenen Verstöße Deutschlands gegen die Vertrags- beftinnnungen aufgezählt werden fallen. In enq- lifchen Kreisen erklärt man weiter, daß der D a w c S p l a n mit ber Räumung Kölns nich» zu tun habe. England will sehr vorsichtig frf24. London. 29. Dez. (WTB.) Der d-Land- tische Berichterstatter b es ,.D aily m * grab h" schreibt, bie Ro'e der Bots 9m lonserenz werde vielleicht nicht -xfctoimm- ber nächsten Woche nach Berlin üoerr® ßebaebt. französische Regierung fei' "Besucher, bestrebt, baraus hinzuwacken. daß die -onsbetrieb, narnote bereits formell eine >9 eingerich- Verletzung Deutschlands ! Zuschauertri- Aber bie Folgerungen eine-er, 1000 Sitz- bruckes müßten sorgfältig in Lr gewährt einen werben. Der Berichterstatter Schwimmbahn, bie britische Regierun rm und daS fich stchtig sein werbe, um nid)!-*^0^- Zuschauer- Stadium ihr eventuelles UrtJ durch Barrieren gültigen Bericht der' der „Gesahrzone" zu präjudizieren, indem sie e! hinzuzusügen, daß den Erklärung auf der Grunfvrtarztes, üchieds- berichten zustimme, während b^ud Photographen los verschieben gewürdigt Waffen sind. Sport- andere Seite ber Präliminar^elucher auf ben glaube, erwogen werden müHe prüfte Masseure lehu ngen ber militärischen dieser Schwimm- Versailler Vertrages, die bishc Vnlage hanbclt, ben seien, insgesamt oderUlmmbecken neun gezählt werben sollen. Ein so^ußt, daß seine könne zu einer längeren Erörter-Leitung neun bie britische Tendenz dahin gchemperierte Lei- auf bie sogenannten fünf tp u n'Hr drin- trieren solle. Was früher geklart wert. Eine na- sei bie Frage, ob die den deutschen Q^rmög- zugeschriebenen Obstruktionen bis zur"^- riobe bei Ruhrbesehuna zurückdatiert werk? sollen, ober sich nur auf Verstöße beziehen sollen, bie sich von neuem seit der Wiederaufnahme der Inspektionen im September gezeigt hätten. Bevor jedoch die endgültige alliierte Rote in Berlin vorgelegt werde, werde wahrscheinlich eine Konferenz zwischen den alliierten Premierministern ober Auhenmi n i ft e r n stattsinben, damit der gesamte 5zagen* lomple? offen und gründlich im Zusammenhang mit dem endgültigen Bericht der Militärkontroll fommtffion geprüft werden könne. Hughes dementiert. Berlin. 29. Dez. ($11.) Die Abendblätter berichten aus Reuyork: Rach einer Meldung der „Reuyort Times" aus Washington hat das Staatsdepartement die Ermächtigung erteil*, bie Gerüchte zu dementieren, wonach Staatssekretär Hughes bie amerikanischen Do schäft er in Europa angewiesen haben soll, ben alliierten Regierungen mitzuteilen, daß das Schicksal bes Dawesplanes von einer friedlichen Regelung ber Frage ber Kölner Zone abhinge. In amtlichen Kreisen werbe erklärt, die Regierung fei nicht ber Ansicht, baß sie ein offizielles Recht habe, in dieser Frage Vorstellung zu erheben, obgleich sie selbstoerständlicl' an allen Angelegenheiten, die bie Wohlfahn Europas beträfen, interessiert sei. Die Pariser und Londoner Presse stimmt dem Vertragsbruch der französischen und englischen Machthaber natürlich fast ausnahmslos zu, wobei fle sich derselben Lügen befleißigt, die von einem Herriot, Rollet unb Chamberlain so meisterhaft unb in allen Ton-* arten erzählt werben. Soweit in beiben Haupt- ftäbten ber Westmächte objektive Stimmen sich zum Worte melben, vermögen sie bie Lage in keiner Weise zu beeinflussen. Wir verzichten herauf, unseren Lesern die faustdicken Lügen unb Verleumbungen ber feindlichen Presse gegen das Deutsche Reich auch noch zu übermitteln. Die deutsche Döikerbundsnote. Genf, 29. Dez. (WB.) Wie das Völkerbundssekretariat mitteilt, bestätigte der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Erik Drummond, ben Empfang ber beut schen Rote über die Frage seines Beitritts zum Völkerbund in einem Schreiben, in dem ct zugleich mitteilt, daß er die Rote dem Völker- bundsrat unb ben Mitgliedsstaaten des Völkerbundes übermittelt habe, damit ber in dem letzten Satze der deutschen Rote ausgesprochenen Aufforderung zu gegebener Zett Folge geleistet werden könne. In dem Satz, auf ben sich Drummond hier bezieht, war der Generalsekretär gebeten worden, mit ber Angelegenheit bes Artikels 16 bie zuständigen Instanzen des Döllerbundes zu befassen. Amerika unb die Kriegs schulden Frankreichs. Washington, 29. Dez. (WB. Funt- spruch.) Während der Senatsdebatte über die französischen Kriegsschulden er- fHärte der republikanische Senator Roed, Frankreich möge ernstlich begreifen, daß es bezahlen müsse. Cr sei veranlaßt worden, diese Meinung auszuspre- chen, well der französische Ausgabenvoranschlag die Schulden an Amerika nicht berück- sichttge. Aoed betonte, es sei sein^persönlich( Meinung, daß der französische Finanzminister nicht beabsichtige, irgendwelche Schulden abzuzahlen. Er glaube aber nicht, daß eine solche Politik die Ansicht des französischen Volkes wiedergäbe. Der Senator sagte weiter, es sei an der Zeit, daß ein Freund Frankreichs ihm klar mache, daß der gegenwärtige Kurs ein Fehler sei, selbst vom eigenen selbstsüchtigen Standpunkre aus. Degen Frankreichs Rü° stungsausgaben gegen eine Invasion sei nichts einzuwenden. 2wer wenn die Invasion kommen sollte, brauche Frankreich auch Geld. Es würde aber unmöglich Kredit erhalten, wenn es seine Verpflichtungen nicht erfülle. Der Völkerbund eine Farce. Kapstadt, 29. Dez. (WTD.) Sir Wey Bailey, der lange Zeit ein entschlossener Anhänger des Generals 6 m u t S war und eine führende politische Rolle spielte, sagte in einer öffentlichen Erklärung, der Völkerbund sei eme Farce, solange Amerika und Deutschland nicht eingelchlossen seien. Bailey erklärte sich weiter gegen die Annahme des Genfer Pro- tottills, wobei er betonte, daß es nur Sache des südafrikanischen Parlamentes sei, zu entscheiden, b Südafrika Krieg führen solle oder nicht. ehemalige Wrangelarmee. Belgrad, 29. Dez. (WTD.) Die 3 meldet: Auf der letzten Konferenz ihnnhto, Pafchitsch und Rint- ^■»5 wurde beschlossen, die ehemalige larmee zu reorganisieren und ————1 i g zu machen. Zu diesem Zweck o'Z’S «l3 Mobilisierung der in Dul» 3 5 Züdslawien befindlichen Kosaken und Bussen angeordnet. Slftl-f'^rung des Hessischen ^A^^^Zrandtages. 7)-»LZ 29. Dez. (SM.) Die Mit- -schen Landtages traten Z | § § - ,<^"0. ZiU.hr unter dem Vorsitz des 3-^5£3-3- 2. lrich zusammen. Der bis- S's 3 5 2 8" cf"ol 1 elung wurde mit 65 Stim- 2, <03;'s 3 g. 3 ** Die 4 Kommunisten stimm- o 0^2 2-0-5 ^Dr. Greiner. Zu Vizepräsi- - Abg. Ruh (Ztr.) un>> Dr. 'Nbunb) gewählt. Präsident «T c 3'35 52-1 den Vorsitz und verlas nach £5 g = q-3-Schreiben des Staatspräsi- Z 3 rZ^crch das die Mitglieder des G 2'ro 2.“ium« ihre Aemter in die Hände irücklegen, aber die Geschäfte bis cö « 33 weiter führen werden. Die Re- § wurde auf bie nächste Sitzung Termin aber noch nicht vor- " 2.: Öo’ - .....■ ceLne ReichsmitLel für unsere Lustfahrt. O Berlin, 29. Dez. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, können mit Rücksicht auf die verfügbaren geringen Reichsmittel DerkehrSbeihilfen an innerdeutsche Luftverkehrslinien . in absehbarer Zeit nicht gewährt werden. Die Gewährung von Beihilfen für diese ßtnien muh t dccher den Landesregierungen, Kommunalverbänden und Interessentengruppen überlassen bleiben. 7 Das internationale, mit Reichsbeihilfe unterstützte Luftverkehrsnetz verteilt sich zur Zeit auf die zwei bereits bestehenden arohen Konzerne (Aero-Lloyd und Junkers). Aus aller Welt. Schnee im Schwarzwald. Freiburg i. Br.. 29. Dez. (WTD.) Rach wochenlanger Trockenheit ist nunmehr bei Regen in der Ebene auf den Schwarzwaldhöhen zwar nicht der erste Schnee, wohl aber der erste reichlichere Schn ee fall niedergegangen, der das Ingangkommen des Wintersportbetriebs ermöglichen wird. Aus dem F e l d b e r g beträgt die Schneehöhe neun Zentimeter. Der Schnee ist Licht und satt. Die Kälte liegt bei 4—5 Grad. 105 000 Mark geraubt. Köln, 29. Dez. (WB.) Zwei junge Burschen haben heute mittag einen Kassenb 0 - tenderEhemischenFabrikKalk, der Lohngelder von der Bank geholt hatte, Überfällen. Sie schlugen ihn zu Boden und raubten lOSOOOQRarL Die Täter sind unerkannt entkommen. Der Bote wurde ins Hospital übergeführt. Der Schaben der Preußischen Staatsbank. Berlin, 29. Dez. Die „BZ." meldet: Der Preußischen Seehandlung soll durch die .Untreue des Staatsbanldrcktors Dr. Ruehe ein Schaden von 15 M.ll.onen Mark erwachsen sein. Diese 15 Millionen seien Gelder, die Kulis k e r aus der Seehandlung auf Grund seiner zweifelhaften Wechsel zog. Der „Lokalanz." teilt zu dieser Angelegenheit K u t i s k e r mit, daß die Amtsführung des am 1. April in den Ruhestand getretenen Präsidenten der Preußischen Staatsbank, v. Dorn- b 0 i s, einer Rachprüfung unterzogen werden solle. Allerdings glaube man ihm höchstens Fahrlässigkeit vorwerfen zu i nnen. Rach einer weiteren Meldung des „Lokalanz." soll Finanzrat H a l l w i g, der bis vor einiger Zeit in der Preußischen Staatsbank in leitender Stellung tätig war, Kutiskers dunkle Machenschaften bei der Preußischen Staatsbank unterstützt haben. Rach dem Aufenthalt Hallwigs, der sich kurz vor Weihnachten auf Reifen begeben habe, werde von der Staatsanwaltschaft geforscht. Gin internationaler Falschmünzer verhaftet. Berlin, 28. Dez. lWTD.) Der von den Beamten der Reichsbankfalschgeldabteilung lang- gesuchte russischeFalschmünzer Mamonow wurde in Berlin verhaftet. Mamonow war nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten schon lange als Hersteller und Vertreiber falscher Banknoten bekannt. Aus der Schweiz und aus England lagen Steckbriefe gegen ihn vor. Mamonow ist ein Freund und Landsmann des vor einigen Wochen wegen Herstelli, > und Verbreitung falscher englischer B zu drei Jahren Zuchthaus üenirtcilten Falschmünzers Miassojodow, den er feiner?,? durch einen Brief an die Staatsanwaltscha». u .entlasten suchte, dem er aber letzt alle Schuld »«schiebt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Dezember 1924. Die nach uns. Ich fand dieser Tage unter einem Stoß von Ansichtspostkarten Schriftzüge, die mich an einen Sine Massendiebin verhaftet. Berlin, 29. ®ej. Fr-m Luise Reumann, die in den letzten fahren in,Groß Berlin, Hamburg, LerpAlg und D^sden und vermutlich noch in vielen anderen Sta^m stch unter falschem Ramen als Hausmädchen, Köchin oder Wirtschafterin vermietete und zahlreiche H aush altsdie b stähle verübte, wobei chr im Laufe der Zeit ungeheure Werte in die Hände fielen, wurde in einer Laubenkolonie bei Berlin fest genommen. Der schlesische Haarmann. Breslau. 29. Dez. (WTB.) Oberstaatsanwalt Blümel aus Glatz, der zur Unter- suchung der Münsterberger Morde am Tatort weilt, äußerte über das V rb.echen Den- kes folgendes: Die Oesientlichkeit steht den Polizeibehörden mit einem gewissen VorurteU. gegenüber. Sie wird es nicht verstehen können, daß in einem so kleinen Städtchen wie Munsterberg unerhörte Verbrech?n jahrelang unentdectt bleiben konnten. Soweit s.ch der Tatbestand überblicken läßt, trifft die Münsterberger Polizei ten e Schuld. Daß Denke s. in grausiges Werk drZh.ute ausüben konnte, hat verschiedene Grunde. Einmal stand er bei der Bevölkerung in dem denkbar besten Rufe. Zum andern konnte niemand in seine Lebensweise einen Einblick erhalten, da er von jeher ein zurück gezogenes Dasein führte. Die Hausbewohner erklärten sich Denkes großen Fleischverbrauch damit, daß er Hunde und Katzen schlachtete. Rach den weiteren Aeuße- rungen des Oberstaatsanwalts stehen, nach den vorgefundenen Papieren zu schließen, f ü n f Morde fest. Einige weitere können g:mutmaht werden. Denke begann vermutlich sein verbrecherisches Treiben erst in der Inflationszeit, da er bis dahin über genügend Geldmittel verfügte. Eine ganze Familie wahnsinnig. In P r e b e n d o w im Kreise Stolp in Pommern wurde eine ganze Familie von religiösem Wahnsinn br fallen. Ein Förster, fein Sohn, der Schwiegersohn und zwei erwachsene Töchter gaben auf die Einwohner des Dorfes 28 Gewehrschüsse ab, zum Glück, ohne jemand zu treffen. In einer Stube des Hauses hatten sie einen Scheiterhaufen errichtet, auf dem sie die Frau des Försters, die seit zwölf Jahren fast erblindet ist, verbrennen wollten. Auch ein zweijähriges Kind sollte geopfert werden. Die gesamte Familie wurde von einem Gendarmeriekommando fest- genommen und nach Lauenburg in die Landes- irrenanstalt gebracht. Don der engli'chen Luftsch'ffahrt. L o n b o n. 29. Dez. (WTB) Das britische Luftschiff R.33, das wiederhergestellt wurde, soll in drei Wochen aufsteigen. Das Luftschiff wird zunächst vom Flughafen Pulharn in Ror- fork aus Versuchsflüge ausführen. Diese werden die ersten englischen Luftschiffflüge seit 1921 sein, als die englische Regierung sich aus wirtschaftlichen Gründen entschloß, ihr Programm „leichter als Luft" aufzugeben. Dies bedeutet die ersten praktischen Schritte zur Aufnahme eines regulären Luftschiffdienstes zwischen England und Indien. Großer Bankraub in Italien. Rom, 28. Dez. (WTD.) In der hiesigen Filiale der Danca Eommerciale di Genua wurde am 27. Dezember ein großer Ginbruchsdiebstahl entdeckt, der während der Feiertage verübt wurde. Die Diebe waren durch das Kanalshstem in den Panzerkassensaal eingedrungen, hatten drei Reihen von Kassen gesprengt und den Inhalt von 25 Kassetten mit sich genommen, wobei sie alle Ramenspapiere liegen ließen und nur Barwerte Mitnahmen. Die liegen» gebliebenen Papiere befanden sich in einem Sack, der dem Gericht übergeben wurde. Der Wert des Raubes ist noch unabschähbar. Man glaubt, daß er mindestens 10 Millionen Lire beträgt, weil die erbrochenen Kassetten Firmen der Stadt gehören, welche, wie z. B. ein Wechselagent, unmittelbar vor den Feiertagen bedeutende Summen für das Monatsende hinterlegt hatten. Brand in einer Irrenanstalt. Reuyor k, 29. Dez. (WTB.) Durch Funkspruch. Wie aus Tokio gemeldet wird, sind bei einem Brande in der dortigen Privat- irrenanftalt, die 343 Geisteskranke beherbergte, viele Personen verbrannt. Bisher wurden 13 Leichen aufgefunden: 108 Insassen werden als vermißt gemeldet. Das Feuer griff auch auf die benachbarten Häuser über, von denen 50 eingeäschert wurden. stehen, und es wrro sich erweisen, daß sie recht bebalten, nur weil sie jung sind, wie wir recht behiellen, und weil wir jung waren, als wir es für eine Selbstverständlichkeit hielten, daß bas das Richtige war, was wir als solches erkannten. Es mag schön sein, im Kreise einer großen Familie, die sich immer mehr ausbreuet, an zu werden; aber man muß bann jene letzte Liebe haben, die immer größere Opfer brmge^ lernt und sich mit einem immer kleineren Winkel bescheidet. Richt, als ob es die anderen an Pietät fehlen ließen - Pietät ist eben schon ein Stück Mitleid! — sondern weil wir selbst unsere ■Unzulänglichkeit immer deutlicher einsehen lernen: das eherne Gesetz, daß die einen gehen, wo die andern kommen und wir nun an der Reche sind. Hier ist das Erdreich für alle tiefen fragen und Gedanken, hier beginnt der religiöse Mensch. Die Antworten, die dir der Weltweise gibt, genügen nicht, sie sind weise nach der Well Art, und Vergänglichkeit haftet ihnen an. Rach was du suchst, das ist Unvergängliches, das ein Menschenleben überlebt. Es ist schon richtig, daß man sich verlieren muh, um sich zu finden, daß man sich opfern muß, um sich zu gewinnen^ daß man sterben muh, um zu „leben“. So lehrt uns Alter und Todesahnung, so lehrt uns das Drängen derer, die nach uns kommen. Das Alter grüßt die Jugend! H. 21. Reichsbeamte und Einheitskurzschrift. Der Reichsminister ps Innern hat nach Verhandlung m.t den Sp tz norgan sationen folgende Richtlinien für bie Verpflichtung der Reichsbeamten zur Erlernung der Einheitskurzschrift bk n.it- gegeben- 1. Don den am 1. Oktober 1925 ober spattr in den Reichst) enst eintretenbzn Dramten, d e ihre E ngangsstesiung von D soldungsgruppe IV an aufwärts haben, ist bei E.ntrckl in ben Dor- bere.tun-'sdienst die Kenntn.s ber Einheitskurzschrift (Rr. 5) zu verlangen. 2. Für die am 1. Oktober 1925 vorhandenen Beamten gilt folgendes: a) Die Beamten, die eine Kurzschrift auf Grund e-ner bereits bestehenden dienstlichen Verpflichtung beherrschen, haben sich bis zum 1. Oktober 1925 die K nntnis der E nhe tskurzfchr ft (Rr. 5) cwzueign n. Trelen die Beamten nach dem 1. April 1925 in den Reichst) enst ein, so haben sie zur Erlernung eine halbjährige Frist, b) Die Beamten, die zur Beherrschung einer Kurzscheift bisher dienstl ch nicht verpflichtet sind, haben sich, sofern sie am 1. April 1926 das 30. ß bensjahr noch nicht vollendet haben, b s zu d 'fern Tage b e Kenntnis der Ei he Nlu zsck.r ft (R..5) a zungn n haben sie am 1. April 192o bas 30. Lebens, _h b reits vollendet, so ist ihnen b'e Erlernung der Ein» he.tskurzschrift anzuenps hl n. 3. Die Angestellt n, nsbesondere d e Kanzlei- räte, s.nd darauf aufmerksam zu machen, b.ß vom 1. Oltober 1925 ab im Behord nb tr eb die (Sin» heitskurzschrift verwendet und ihre Kenntnis (Rr. 5) insbesondere bei den Angestellten des Kanzleidienstes vorausgesetzt w rd. 4. Die obersten Reichsb Herden oder b'e von ihnen ermächtigten nachg.ordneten Behörden können Ausmhien und Erleichterungen von den Vorschriften zu 1 bis 3 zulasfen. S e können insbesondere Gruppen von Beamten und Angestellten, die nur wenig zu schreiben ober Ak en usw. zu lesen haben, von der Erlernung der E nheits- kurzschrist. befreien. Aus die Kriegsbeschädigten ist angemessene Rücksicht zu nehmen. 5. Unter „Kenntnis der E nheitSkur^schr'ft" ist die Fähigkeit zu verstehen,' in der Ginhnts- kurzfchrift gut l serlich zu sehre ben und in dieser Handschrift Geschriebenes zu les n; en? bestimmte Schreibgeschw ndigkejt wird nicht g forb.rt. 6. Soweit bie b enstllchen Bedürfnisse es er» forbern, bleibt es den obersten Rechsbehörden oder den von ihnen ermächtigten nachgeorbneten Behörden unbenommen, we tergehende Anforderungen in der Kenntnis der E nheitslurzschrist an bie Beamten unb Angestellten ihrer Geschäftsbereiche, insb sondere für Reueinstellungen im Kanzleidienst zu stellen. 7. Die Behörden haben die Bestrebungen der Beamten und Angestellten, d e E.nheitskurzschrift zu erlernen, möglichst zu fördern. Gießener Wockenmarktvreise am 30. Dezember 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Psd. 220 Pf., Matte 40, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben 12—15, rote Rüben 12—15, Spinat 30—50, Unter-Kohlrabi 6—8, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldsalat 100, Zwiebeln 15—18, Meerrettich 40—50, Schwarzwurzeln 60—70, Kartoffeln 5, Aepfel 10—20, Birnen 8—10, junge Hahnen 90, Gänse 100 bis 120, Russe 80, Sier Stück 18—20, Blumenkohl 120—200, Endivien Pfd. 80, ßauch Stück 10—20, Sellerie 10—40. Bornotizen. Menschen erinnerten, der mir ehedem nahestand. Wir famen auseinander: er ist bann gestorben, ohne bah ich es wußte. Ich erfuhr hernach nur, wo sein Grab ist. Wie seltsam mich nun dieser Gruß von ihm berührte, geschrieben in einer Zeit, wo unsere Herzen noch im gleichen Takt schlugen. Wie ein seiner Dust breitet sich Wehmut im Zimmer aus. Ich vergesse einen Augenblick die Menschen unb halte meinen Sonntag in Gemeinschaft mit einem Abgeschiedenen. Je länger unb je tiefer ich mich in das Frühere versenke, um so leichter wird es mir: als wären bie anderen Jahre nicht gewesen. Damals fühlten wir uns ganz als die Herren des Lebens, die nur mit sich unb ihrer Hoffnung beschäftigt waren, nichtachtenb der bunflen Zeichen, bie an Lebenswege aufgerichtet sind, und nicht empfänglich für bie Worte der anderen, daß alles Glück sein Ende finde. Heute denkt eine andere Generation diese Gedanken und kümmert sich nicht um das, was w i r sagen von der Vergänglichkeit, von ben Enttäuschungen unb von ben bunflen Zeichen, bie wir jetzt kennen, seit ims die Augen geöffnet sind. Es rücken andere nach. Wir werden herausgehoben aus dem Erdreich unb langsam von ben Rachwachsenden dahin gedrängt, wohin wir gar nicht wollen' in Einsamkeit unb Vergehen. Wenn ich in bie Augen eines der Kinder schaue, b-e zu meinen Füßen spielen, dann beschlich mich der Gedanke, daß diese Kinder, die mir so lieb sind Platz brauchen für sich und ihre anderen I Anschauungen Roch gehorchen sie meinem Wort I unb füg<*n sich meinem Willen, aber einmal 1 wir? Wott gegen Wort und Wille gegen Willo — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater 7Vs Uhr: „Mutterlegende". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Hellmuth Ungers „Mutterlegend e“, die am heutigen Dienstag im Abonnement wiederholt wird, begegnet erfreulicherweise stets steigendem Interesse, was für den tiefen Eindruck spricht, ben das Werk in den bisherigen Aufführungen gemacht hat. — Die Vorstellung des Mittwoch (Silvesterabend) bringt im Abonnement ben ausgelassenen Schwank „Mein Vetter Eduard", der mit seinem tollen Durcheinander an Eharleys Tante erinnert unb der Silvesterstimmung vorzüglich Rechnung trägt - Auch aus die beiden letzten Aufführungen des diesjährigen Märchens „Schnützelbu hhäusel oder die Abenteuer des Lachhannes und des Mucken schnappens" am 1. und 3. Januar Is nachmitlag« von 3V2-5-7, Uhr, fei noch: mal« ausdrücklich hingewiesen. Die dem Kinder- verständnis angepahte Handlung, die sehenswerte Ausstattung unb bie vorzügliche Darstellung durch unsere ersten Kräfte haben nicht nur das Entzücken von Groh unb Klein hervorgerufen Indern auch die Aufmerksamkeit auswärtig^ Theaterleiter erregt. ü Wettervoraussage. ^elli bewölkt, stärkere westliche b s südliche schlägt ** CC totcber IäUer- stellenweise Ried^- 7(V) Verein ehemaliger 116er. Landkreis Gießen Ochsen, 4 Bullen, 11 Färsen und Kühe. Kälber, 264 Schafe, 71 Schweine. Weihnachtsfeiern in Giesten. die Ehrengäste in den Räumen der Turnhalle, Den Abend leitete ein weihevoller Prolog ein. In seiner Begrüßungsansprache fand der Vor« sitzende tief empfundene Worte von Kamerad« Plandecken erfolgt, nicht g .nlgenb w d rstand«- fäh'p ist, oder dem Druck der an Bord über- einanberg l. gerten Paketsäcke nicht sta idhäli. Hauptsacyl.ch g hen solchr P rk.te b sch^d g: ein, die in Packpapier eing.schlagen sind, wahrend solche, die in Kisten verpackt sind, ausn hmslvs gut ankommen. Es ist hiernach den in Betracht komnienben Absrndern zu empfahlen, zur B.r- packung von Sendungen, die durch Druck, Dwtz oder Reibung leicht Sch.iden le.ben, nur Kisten zu verwenden. ** Auf dem Frankfurter Schlachl- viehmarkt waren heute aufgetrieben: 36 i kr Teilnehmer mit I I «letzt, während einen j gtl in den Oberarn Me ist aus Aab« dürste für die (Beteilig Hspiel haben. Kreis, Dad-Aauhi Thrisimette j -ii ersten Fnerkge lei Die Lieder der ÄMHnachtsweisen bei IWbrchors unter Le UnDechnachtsanst «O&toaU. anfe Nette g die v ÜS Greins wie U^ne.-Mich sch' •r ssora-DM, bie, WHviel ihren Utitglii !chr Unterhaltung e ^Turnverein : -n Platze, konnte seine e" Feiertag nur für ^d^e weiten Wume Nah füllten. 2 Srn$ a" Z-lang 6 pte Ifprtff' kur-k «hasten 6'^ unb d ^rbiet Wrr'E -räst-" Hbd) «,ni. J 6»n JAch'.bei fe“ Ärfe öie mjni u innen ö°lst. §§Lürkenkneg jricgs- und Pestis 8". Auherdem M Ablieferung und L «.gebrach °>er Erstellt wurde, ha ck« auch die ^w«> and Namen vch heute vohlbekar an wissen, leine Gb- iahnhosstroße hatte, U? abgelieferte Mall einer alten, -Ä46ar get»*en ^September 18o ei idtic mit der roten 211 r den Festtagen in 3 rn kommenden Jahre Ulken. Z Hungen, 28 Wen am ersten De »des Pfarrers in der Kirche 4 velches den Gottes «sOnte. - In juge ’jj balgten sich am Kvchbarten Dodhe^ I4en, bis Mich I die Keilerei entst -Ät!cl für K. dur F »ÖL’* ÜK •eig Z? t Grünberg, 29. Dez. Die Aufführungen des Turnvereins am zweiten F-iertage unb am gestrigen Sonntag waren, wie vornuszusehen, außerordentlich interessant. Der Besuch war recht gut, besonders am zweiten Feiertage. Die Musik stellte das Stadtvrchester. Die sehr exakten turnerischen Darbietungen der verschiedensten Art fanden bei den Zuschauern lebhaften Beifall In einer Ansprache wies der 1. Sprecher Lehrer Wenzel auf die Ziele der Deutschen Turnerschaft hin unb stellte hierbei die hohe Bedeutung der körperlichen und sitllichen Erziehung, der Erweckung unb Betätigung des Volksbewuhtfeins und der Vaterlandsl ebe lede- einzelnen gebührend in den Vordergrund. Er ermahnte, stets im Geiste Jahns zu wirken und schloß unter starken Zustimmungskundgebungen mit den besten Wünschen für bas weitere Wachsen und Gedeihen der deutschen Turnsache. Den' zweiten Teil der Dortragsfolge, der Au führung beS nationalen Dolksstückes in lebenden B ldcrn ,, S r i s ch a u f m e i n V 0 l k" folgte alles in feierlicher Ergriffenheit. Reicher Bsiflll belohnte die vortreffliche Darbietung. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandlieds fanden die dankens, werten Veranstaltungen ihren Mschluß. D L i ch, 29. Dez. Einen schönen Brauch fyv unser Bürgermeister Völker seit einige; Jahren hier eingeführt. Gegen Ende jeden Jahres, um die Weihnachtszeit, versammelt sich der Stadtvor stand zur Schlußsitzung. Ss wäre aber verfehlt, die Herren bei dieser Gelegenheit im Rathaus zu suchen. Au?nahm weise versammeln sie sich ganz im stillen iw Redenzrmmer irgendeines Gasthauses. Di« Satzung hat den Vorzug, dah sie keine T^g-soi'd nung hat unb baß ein Protokoll nicht geführt werben barf. Von dem wenigen, was über ein Derartige Sitzung an die Öffentlichkeit durch nckert, sei erwähnt, daß es eigentlich kein« Sitzung, sondern eine Feier ist: ein Dersöh' nun gsfest nach all dem Kamps des ver- Hoffcnen Jahres, so ganz der Stimmung dck Weihnachtsfestes entsprechend. Es to:rbca au” teme arohen Reden gehalten, Rur der Vorsitzen» ** Das Weihnachtsgeschäft tn auch in unserer Stadt fast durchweg so ausgefallen, dah unsere Geschäftswelt damit zufrieden ist. Alle Branchen, mit Ausnahme der Luxusartikelgeschäfte, hatten den erhojften Geschäftsgang zu verzeichnen. In den Luxuswarenhandlun^en er« streckte sich die Rachfrage der Käufer fast aus« schließlich nur auf die billigeren Sachen, bi< hinsichtlich des Ruheffekts für ben Geschäftsmann natürlich erheblich hinter den besieren Waren zurückblieben. In dieser Gestaltung bei Weihnachtsgeschäfts kam eben auch der weitverbreitete Geldmangel deutlich zum Ausdruck, ’* D i e Zahlung der Invaliden- und alnfallrenten. Das Postamt teilt uns mit, daß bie Zahlung bet Invaliden- unb .Unfallrenten am Freitag, 2. Januar 1925, erfolgt Amtliche (Beglaubigung der Quittungen ist erforderlich. Ein Autvunfall ereignete sich in bet Rächt zum Montag in der dritten Morgenstunde in der Ostanlage-Ecke Senckenbergstraße. Das Auto, das einem hiesigen Herrn gehört, war mit mehreren Personen beseht. Als es in die ©enden» bergstrahe einbog, versagte anscheinend die Steu« eiung und es rannte mit starker Wucht gegen einen Daum. Dabei wurde einer der Herren in die Schuhscheibe und weiter aus dem Auto her- ausgeschleudert, wobei er durch die berstende Glasscheibe schwere Schnittwunden am Kopf unb durch ben Sturz einen Bruch bes linken Unterschenkels erlitt. Die übrigen Insassen kamen mit leichten Hautabschürfungen, eine Dame mit einer Hand» Verstauchung davon. Rach der ersten ärztllchen Hilfe wurde der Schwerverunglückte von der rasch herbeigerufenen Freiwilligen Sanllätskolonne in die Klinik verbracht. Dort stellte sich heraus, dah die Verletzungen glücklicherweise nicht lebensgefährlich finb; das Befinden des Mannes ist den Umständen entsprechend gut. Das Auto trug bei der unsanften Anrempelei des standhafteren Baumes natürlich allerlei Beschädigungen davon. *• Bessere Verpackung der Postpakete nach Amerika. Rach R^chr chten aus Amerika mehren sich in letzter Zeit die Fälle, in denen Pakete mit D.ldern aus Deutschland in beschädigtem Zustand eing hen. Die Untersuchung hat erg?b?n. diß die D schädigun- gen meist darauf zurückzuführen finb, daß bie Verpackung für die Beförderung an und von Bord, die mit W.nden. Tauen oder Ketten unb fchaftlichkeit, Einigkeit und deutscher Treue. Auf den Ernst der Zeit wies hin ein Weihnachtsspiel: der heiteren Unterhaltung trug Rechnung ein „Weihnachts-Lebensbild" und eine Tanzvorfüh» »..1^ "" u-iuni rung. Die Mitwirkeirden verdienten für ihre Lei- ®ar°idungen ftungen uneingeschränktes Lob. Der starke Beifall - bewies dem verdienstvollen Dergnügungsausschuß, daß er auch diesmal das Rechte getroffen hat. Auch den Darbietungen der Kapelle Topv gebührt volle Anerkennung. Zur Verlosung stand eine hübsche Auswahl teilweise recht wertvoller Gegenstände bereit. Ein Tanzvergnügen beschloss den genußreichen Abend. * Grohen-Buseck, 30. Dez. Unsere gestrige Nachricht bett, dte g 01 d e n e H 0 ch - zeit Bonarius ist dahin richttg zu stellen, -llnx daß nicht dieses Ehepaar, sondern das Ehe- V'8 Ä paar Wilh. Rühl dieses seltene Fest be- ‘ 0| gehen konnte. Vch:nrat Dissje 1 ______ ______>t)V^ WMaft. Die Weihn> Man berichtet uns: Eine stimmungSvoM tiruZefln ^en Weihnachtsfeier vereinigte am Sonntag zahlreiche°Dlm oer Mitglieder des Vereins ehern. 116er und 8 *5 » wiOittn« w * fc 11 ('n*.. entworfene und ausgemalte Hintergrund samt Abend. Das sehr zahlreiche Publikum war recht Verkaufe 1025448 einzelnen Kulissen. Chorgesänge und andere recht unterhaltende Darbietungen verschönten den -ist wissen, seine Glockengießerei in der jetzigen Dahnhofstraße hatte, keine weitere Inschrift, litte abgelieferte Glocke war seinerzeit aus dem Ute all einer alten, durch einen Sprung un- heute wohlbekannten Glockengießers -ilo-Gicßen, der. wie ältere Gießener Dür- rt-Diederbefsingen ,29. Dez. 3n einer «»einsamen Sitzung des GemeinderatS und des MchenvrstandeS wurde gestern di« Anschaffung einer neuen dritten Glocke als In fr 5c: in v’ toat in ^dt> beifallsfreudig. — Der hiesige Raiffeisen- verein nahm in diesem Jahr eine glänzende Entwicklung. Dem Verein gehören fast 100 Mitglieder an, die fast alle hier wohnhaft sind. A Kohden, 27. Dez. Am 2 Weihnachtstage feierte der hiesige Kriegerderein sein 25jähriges Bestehen. Der Verein hat dank des guten Korpsgeistes der Mitglieder die schwere Zeit nach dem Kriege glücklich überstanden. Der Vorsitzende. Landwirt Heinr. Koch, eröffnete die Feier mit einer herzlichen Begrüßungsrede und einem geschichtlichen Rückblick über die Entwickelung des Vereins. Die Festrede hielt der Dezirksvorsteher des Krieger- ÄÄ 'uch bet J?1 langen jst * ^rah für die im Jahre 1917 an die Heeresver- ^»cl'ung abgelieferte endgültig beschlossen. Die ■tlc Glocke, die man etwa an Ostern einweihen jU können hofft, soll als Inschrift nicht eine von fier jetzt vielfach in Mode gekommenen Reime- aän erhalten, sondern den uralten, schon in der •-di der Türkenkriege üblichen und auch in der - rcg8- und Pestzeit des 17. Jahrhunderts oft gsbauchten VerS: .Verleih und Frieden gnädig- "4'- Außerdem sollen darauf die Jahreszahlen -3t Mlieserung und der Reuanschafsung 1917— AJ25 s«gebracht werden. Wie jetzt nachträglich teslzestsllt wurde, hatte die abgelieferte Glocke. 2 stauch die Atoei anderen, außer der Jahreszahl Ramen der Gemeinde und den Ramen des Wer gibt ein Äbk Zimmer mit Familien - Anschluß. Parterre ob. 1. Stock, in ober In der Nähe der Stabr an eine normale männliche ältere Perlon gegen gutes Honorar, monatliche Zahlung im voraus, einiache Kost und Logis mit Verpflegung? Nähere- Provinzial Pflege- anttalt, Männer- bau, 1. St.b. Heine. Die r fl ar bL__JoiM4i SlTäbemtfer, nach Gießen versetzt, verheiratet, ohne Zünder, sucht 2 bis 3 möblierte oder unmöblierte Zimmer evtl, mit Füchen- benutzung. Schristl. Llngeb unter 025464 a. d Gieß. Anz. erb. Junger Kaufmann sucht gut möbliert. Zimmer, mögt. sofort. Schr. Angeb. unter 0B461 a. b. Gieß. Anz. erb. Deneyr in der Stadt war nicht oevemend da altem Brauche gemäß ja We hnachten das traute Fest der Familie ist. Verschiedene Gaststätten hatten für die F.'iertage alle möglichen Vorbereitungen getrosten, größeren Zuspruch f^nd aber nur das KurhauS, wo das staatliche Kur- orchester mit dem Koedelfchen Tongemälde „Fröhliche Weihnacht" seinen sämtlichen Konzerten an beiden Feiertagen echte Wcih- nachtsstimmung gab. Die Geschäftswelt klagt über das schlechte Weihnachtsgeschäft vor den Frierlagen, was damit zusammenhängt, daß unsere Dadestaüt von den Landbewohnern der Umgebung, auf de Friedberg von jeher mehr Anzi, hungskraft ausübt, nut wenig zu Einkäufen ausgesucht wird. Sf. Friedberg, 28. Dez. Am 2. Weih- nachtsfeiertag veranstaltete Musikdirektor M ü l - ler in der Stadtkirche eine kirchenmusika» lischeWeihnachtSseier, welche gleichzeitig eine Ehrung des am 24. September 1824 zu Mainz geborenen Dichterkomponisten Peter Cornelius durch Vortrag seiner sechs WeihnachtS- lieder bilden sollte. Mitwirkende waren außer dem Veranstalter Frau Müller-Armendinger (Sopran) auS Frankfurt a. M. und Frau Marie Pfuhl-Flöring (Violine) aus Darmstadt. — Das Weihnachtsgeschäft, das anfangs etwas schleppend war. hat sich in den letzten Tagen des Festes noch ziemlich belebt, so daß die Geschäftsleute im allgemeinen zufrieden waren. Man muß eS der Friedberger Geschäftswelt zur Ehre anrechnen, daß sie bemüht ist, durch geschmackvolles Ausstellen und reiche- Lager der früher sehr drückenden Konkurrenz der benachbarten Großstadt Frankfurt zu begegnen, und man kann nicht leugnen, daß ein Dang durch die beleuchteten Straßen ein erfreuliches Bild dieses Strebens bietet. — Bei der zu Darmstadt stattgefundenen Prämienverlosung fiel der erste Preis (2000 Ml.) auf das hiesige Mathil- denstift: der glückliche Gewinner wohnt in Bad- Rauheim. Außerdem fielen noch auf den Anteil dieser Kasse 6 Prämien zu je 1000 Mk., 31 Prämien zu je 40 Mk., 24 Prämien zu je 20 Mk., im ganzen also 62 Prämien. Kreis Büdingen. nb. Ridda, 29. Dez. Die Beteiligung bei der gestrigen Bürgermeister-Stichwahl, über deren Ausgang schon berichtet wurde, war außerordentlich rege. Von 1430 Stimmberechtigten gaben 93 Proz. ihre Stimmen ab. Abends brachte die Feuerwehrkapelle dem neugewählten Ortsoberhaupt, Bürgermeister Ringshausen, einen Fackelzug und ein Ständchen. Aus dem Riddatal, 29. Dez. Die Hohe der staatlichen und kommunalen Hundesteuer ist jetzt an der Jahreswende vieler Hunde Tod. In der Rachkriegszeit wuchs die Zahl der Hunde auf dem Lande ungeheuerlich und in manchen Dörfern gab es fast kein Haus, wo nicht einer gehalten wurde. Die Hundesteuer war immer leicht erschwinglich, wie hoch auch die Jnslationszahlen waren. Jetzt überlegt sich mancher, ob er sich den LuxuS erlauben Farm, seinen Hund zu behalten, wie sehr er ihm auch ans Herz gewachsen sein mag. Ein großer Teil der Hunde ist bereits abgeschafft, und bis zum 1. Januar, dem Stichtage, werden noch weitere sterben müssen, weil die Hundesteuer nicht aufgebracht werden kann. — Der 2. Weihnachtsfeiertag stand allgemein im Zeichen der VereinSsestlichke iten. ilebcrall Bälle oder Abendunterhaltungen, die reibungslos verliefen. Dem aufmerksamen Beobachter konnte aber die merkliche Zurückhaltung im GeldauSgeben nicht entgehen. Auch ein Zeichen der Zeit, die der ländlichen Bevölkerung Entbehrung auferlegt. )( Ortenberg, 27. Dez. Einen schönen älnterhaltungsabenb bot gestern abend im Saal des Herrn Hirzel der Gesangverein Frohsinn der Gemeinde. Der Abend wurde durch den Chor „Sonntag ist heut" von K. Hirsch und durch ein kurzes Begrützungs- und Dankwort des Dirigenten, Lehrer Roß, eröffnet. Cs folgte dann die Aufführung der bekannten Lokalposse Riebergalls „Ser Datterich", die die Darsteller, soweit das unter den raumbeschränkten Verhältnissen möglich war, gut und wirkungsvoll herausbrachten. Sehr ansprechend wirkte die neue Bühne, besonders der von Kunstmaler Fries bm* w mit te.fytn !Lj* w fl* arzllik « Mn bet tuij n.tatdlolonne t Ich heraus, 'NW leben» „ ----------- Cannes ist Iteall einer alten, durch einen Sprung un- $ Auto trug k »rauchbar gewordenen Glocke gegossen und am ndhaiteren Ja» 2Ä.6^»tember 1875 eingeweiht worden, gleich- mgen batxm. i eitig mit der roten Altarbekleidung, die noch jetzt ig bet Dy,, am den Festtagen in Gebrauch ist: sie wäre also -ach H Arth!* 1,1 kommenden Jahre gerade 50 Jahre alt ge- lchter k ,üothcn- imau6 5eutf4I„r Z Hungen. 28. Dez Etwa 60 Kinder eina bm. am ersten Weihnachtsfeiertag unter der )te 2 '2rilung des Pfarrers Göckel und des Lehrers t finö jL9* -4a 0 in der Kirche ein Ch r i st f e st s p i e l an' M welches den Gottesdienst in f-ierlichster We se )der ri ^^önte. — In jugend'ichem Liebermut neckten nd tu b balgten sich am ersten Weihnachtstage im an^Ä^wd^rten Rodheim einige junge Dur- nitfit bis plötzlich der Scherz ausartete und , Seilerei entstand. Dabei wurde einer ' Teilnehmer mit dem Messer im Gesicht h « 4 während einem Llnbste ligten eine K u - Lu ln den Oberarm geschossen wurde. Der out tn BäratzZ Phe ist aus Rabertshausen. De Sache rW eÄMMe?CteiIi8t'n Cin umi,«Mef>mea ben, nur We Kreis Friedberq. er Schlacht £ Dad-Dauheim, 28 Dez. E-ne we'he- tfnetriebeir Thristmette in der D nkeskirche leitete ersten Feiertage die Weihnachtsfeier uw AWjt. Qieber der Gemeinde wechselten mit ML. Weihnachtsweisen dcS Mädchmchors und dcS . L irtföaft Die Weihnachtsfe ern der Vereine ' .Hauten sich großen Zuspruchs. Am zweiten ptmmun«!W;ag holen der Männerturnverein rntag zaMt-te . §lora-Dalast, die „Concordi a“ im Spru- 5 ihren Mitgliedern und Freunden bei belmUtn*a gurtet Unterhaltung ein frohes WrihnachtSfest. et Turnverein 1860, der größte Verein fand der -DoNm^laQe, konnte feine Weihnachtsfeier am zwei- von Äamtrai-ee geiCrtag nur für Mitglieder veranstalten, her Treue. b.e weiten Räume der Turnhalle bis zum ISeifaaqjtai^ füllten. Auch hier war ein reiches Rechnung 0))»ogramm an gesanglichen, theatral'fchen und ne 2an|MrMimBcrcn Darbietungen g boten, d e s ch an die en für 4« ^ärg.te Weihnachtsanspnachr d^s 2. Vorsitzenden, er starke ^!^e-hnr' Oßwald, anschlossm. Der Gesungver in ügungsausichr, H^hs j n n" f ierte gestern abend W ihnach en e getroffen b" , btr Turnhalle, die von M tglieber.i und Verweile Topp £1- em des Vereins wieder bis zum letzten Platz Verlosung si^n'Mt war. Im Vordergrund der Unterhaltung recht toerWtmb ber deutsche Gesang. Drr Chor bot unter rgnügen bt'irj<>-.tang seines bewährten Dirigenten, Lehrer § »ch to l s h e i m e r, P rl n deu schen Männer- »«ft in 'vnche. nachdem er die -Jkrfammlimg willkommen 0 VhÄhen hat, in kurzen Worten von der Bedeu- tiefen? des Tages und dann gibt man sich einer un- L^Utuiac- Die Knaben- imb die Mädchen'.bte lung des »nöern M ■‘'Kcr.nt zeigten durch turnerische Vorführungen, seltene Fest Ile im Laufe des Jahres unter Leitung yri» Turnwarte gelernt; für ihren Fle'h wurden _ nt,.MnüO^Mrauf durch eine We hnachtsb.scyerung ubn* auJdagt 2eder der etwa 103 kl stnen Tumerslcute itpl , ^-rM'i eine reiche Gabe. Freunde und Gönner Greins hatten durch hochherzige Spenden r 2Mittel für die Bescherung zur Verfügung iertage- 2in£>cre Vereine haben We hnachtsfeiern sehr 2t Reuj^hr und den Sonntag nach R ujahr Allies in allem ist das Weihnachtssest lcbhast, -nreÄn »lerer Stadt schön und still verlaufen. Der » ______i i _ --- « SefteUungen auf die gesetzlich Michen ^oik^schriebenen W toKhiirüdiir StSptW 02.5455 « -Toidan,Neustadt 78. SfM' R? mü me ejfa£'Si- r Bon Silvester ab täglich frische berliner Pfannkuchen und Kreppe!« in bebannterGüte. Ferner halte ich mich bei Gesellschaften bestens empfohlen Konditorei Anton Geißner, plockstr. 9 Desitz -ß I«« kenn-, das tyr Verden kann: fr Senn je 6 einen desto grd Erinnerung ein. weiche Sentimer Wehmut, sie ist ein Bewußtsein Leben, der uns ms bewahrt ha Sinne E w i g k e sein weih Di Werl der Srinr Freundin zu fd grohe Glück, fr Enlreihbare, lie der gewissen De zwar ein große doch die 'Bmi< mb Schmerz, fr der wahre und Ansicht versinkt heit nicht in < gangene Freude dem verschling welche das Gen Lo ist es in welchen mein Vergangenheit Wehmut beglei sicheres, von C abhängiges Gli zu entreißen, : mag." - 3it einem I nzert Silvestergedanken. Don Marie Dousfet. HaS Jahr geht zu Ende. Da halten die ®c- danlen, sonst von den Pflichten, Sorgen und Freuden der fordernden Gegenwart rastlos bedrängt, einen Augenblick inne; wir richten unS auf, Im Strome dec Zeit dahintreibend, mit der ernsten Frage nach Sinn und Ziel der Fahrt. Vorwärts ist der Blick der Jugend gerichtet in die goldene Ferne, wo die Erfüllung winkt. Aber der ältere, der gereifte Mensch schaut sinnend zurück, denn hinter ihm liegt bereits die größere Hälfte seines Lebens mit ihrer Lieberfülle an Erlebnissen und Erfahrungen, an Glück, Schmerz und Enttäuschung, an äußeren und inneren Kämpfen. Da bricht wohl bei den aufquellenden Erinnerungen an vergangene Seligkeiten übermächtig der Wunsch hervor: „®ib meine Jugend mir zurück" — doch nein, im Grunde ist er's wvhlzufrieden, daß diesem Sehnen keine Erfüllung werden kann. Er hat s erfahren und ausgewstet, „das schmerzvolle Glück" der Jugend: ihr ruheloses Stürmen, ihren ungestümen Tatwillen, ihre zerspengende Gesühlskraft — jetzt hat er anderes, vielleicht besseres dafür eingetauscht: Die innere Sicherheit, die heitere Gelassenheit, die Reife. Lind ein unveräußerlicher Besitz ist sein eigen, den die Jugend nicht kennt, das Paradies. aus dem er vertrieben werden kann: die Erinnerung. Denn je weiter wir im Leben schreiten, einen desto größeren Platz nimmt in ihm die Erinnerung ein. Lind sie ist ja nicht — wie weiche Sentimentalität meint — nur lähmende Wehmut, sie ist vielmehr unerschöpfliche Kraft, ein Bewußtsein um den Schatz von wirklichem Leben, der uns geschenkt wurde, und den wir uns bewahrt haben, Erinnerung ist in gewissem Sinne Ewigkeit in der Zeit. Wie wunderfein weiß Wilhelm von Humboldt den Wert der Erinnerung in seinen Briefen an eine Freundin zu schildern: „Der große Genuß, das große Glück, das wahrhaft durch keine Macht Cntreißbare, liegt in der Vergangenhell und in der gewissen Betrachtung, daß das käuher") G'ück zwar ein großes, schätzenswertes Gut, aber daß doch die Bereicherung der Seele durch Freue und Schmerz, die Erhöhung aller edeln Gefühle der wahre und letzte Zweck ist.... Durch diese Ansicht versinkt das Leben in der Vergangenheit nicht in ein dumpfes Brüten über vergangene Freuden oder empfundene Leiden, sondern verschlingt sich in die innere Tätigkeit, welche das Gemüt in der Gegenwart beschäftigt. So ist es in mir, und da die Gefühle, auf welchen mein Leben beruht, jetzt alle in die Vergangenheit entrückt sind, auf eine zwar von Wehmut beglellete. aber ein so süßes und so sicheres, von Menschen und Schicksalen so unabhängiges Glück gebende Weise, daß nichts es zu entreißen, ja selbst nur zu schwächen vermag." — In einem anderen Briefe schreibt er, wie die guten Erwartungen, die ec in früheren Lebensepochen von dem Alter gehest hat, noch übertroffen seien, da er eS selbst kennen gelernt. „Die Ruhe des Geistes, die Freiheit von allem, was die Seele unangenehm spannt und aufreizt, die Llnabhäng gkeit fast von allem, was man sich nicht selbst durch innerliche Stimmung und Beschäftigung geben kann: diese Dinge sind alle in früheren Jahren schwerer zu erreichen.... Dennoch sind sie es vorzüglich, welche ein innerlich glückliches Leben geben und sichern.... So stirbt zwar in höheren Jahren eine gewisse Lebendigkeit mehr ab; aber es ist dies nur eine äußere, oft sogar fälschlich geschätzte. Die viel wohllätigere, schönere, edlere, die sich immer in fruchtbarer Klarheit entfaltet, gehört vielmehr erst recht eigentlich dem wahren Alter an.“ Lin Rezept für die Einsamkeit. W ♦ r it e e *c Don Ella Roesing. Diele Menschen sind einsam und tragen schwer daran. Auch ich bin einsam. Jahrelang Halle ich mit me.ner herzensguten Mutter zusammen gelebt. Wir waren ein Herz und eine Seele. Infolge eines Schlaganfalls starb sie, und ich war allein, einsam. Die Mullerliebe fehlle iS 1.30 A 4 E seivEu MD ri 9 , irlibr* J xSK > $6*5; < nd Gästen ; Neujahr Frau » Wie soll ich Heizen? Don Prof. Dr. Kvrff-Petersen. In der jetzigen Winterszeit wird wohl mancher sich die Frage vorlegen: Wie heize ich, mn den Anforderungen der Gesundhellspflege zu genügen und dabei doch mit dem Heizmaterial möglichst zu sparen! Zunächst wird zu entscheiden sein, welche Temperaturen am zuträglichsten für das Wohlbefinden und damit auch für die Gesundheit sind, ^n manchen Kreisen war es vor dem Kriege üblich, die Zimmer stark zu überheizen. Diesem Mißbrauche wird man in Wohnungen aus naheliegenden Gründen jetzt weit weniger begegnen; ist aber vielleicht doch nicht ganz nutzlos, darauf hinzuweisen, daß ein Lleberhitzen der Räume der Gesundheit sehr unzuträglich ist. Wird der menschliche Körper durch die hohe Lufttemperatur gehindert, die in seinem Innern entstehende Wärme auf dem Wege der Wärmeleitung an die Luft abzugeben, so versucht er rieä durch gesteigerte Wasserverdunstung von der Haut zu erreichen. Die Blutgefäße der Haut erweitern sich stark, und es tritt eine mäßige Schweißabsonderung ein. Das ist ein Zustand, in welchem der Körper gegen jede stärkere Abkühlung außerordentlich empfindlich ist. Treten wir daher aus einem überhitzten Raum ins Freie, so setzen wir uns damit in hohem Grade der Gefahr der Erkältung aus. Ratürlich darf man auch nicht in den entgegengesetzten Fehler verfallen. die Aufenthaltsräume so wenig zu heizen, daß dauernd eine zu starke Wärmeentziehung vom Körper eintritt Auch dies kann zu Erkältungskrankheiten und bei schwächlichen und blutarmen Personen zum Auflleten von Frostbeulen an Händen und Füßen führen. Als zuträgliche Temperaturen. Hat die Erfahrung erwiesen: Sür Wohnzimmer 17 bis 18 Grad Celsius. Aiedrigere Wärmegrade rufen Lin- hehagen hervor. überall, der Gedankenaustausch, die gegenseitige Hllfe. das Leben zu zweien. Sonst, wenn ich nach Haufe kam. empfing mich die Mutter schon an der Tür mit ihrem lieben, gütigen Blick in Öen treuen Augen, jetzt war mir beim Heimkommen alles so öde, kahl und liebeleer — o, wie fühlte ich mich verlassen I Ich sann darüber nach, wie ich meine Einsamkeit weniger empfinden möchte, und da erhellte mich der Gedanke: „QLmm dich anderer Menschen an." Gleich ging ich ans Werk. Ich besuchte eine kranke Dame, eine F eundin meiner Mutter, tat ihr kleine Hilfeleistungen und erheiterte sie. Sie war mir dankbar, und ich war nicht mehr ganz einsam. Dann versuchte ich, arme Kinder zu erfreuen, ein glückliches Kinder- gcsicht macht bas eigne Herz we ch und fröhlich. Jeden Montag lud ich mir unsere alte Räh rin ein. die viele Jahre bei uns genäht hatte, jetzt aber kränklich geworden war und nicht mehr arbeiten konnte. Die Alte freute sich, und ich war wieder nicht allein. Auch kamen sonst noch manche zu mir. die sich Rat, Trost und Hilfe bei mir holen wollten, und ich ward Trösterin für betrübte Seelen. Jahrelang war ich selbst krank gewesen, angewiesen auf die Hilfe anderer, nun war ich glücklich, daß ich wiederum anderen d enen konnte. In diesem Tun fühlte ich die Verbundenheit mit meiner teuren, entschlafenen Mutter besonders innig, die ein so warmes, gütiges Verständnis für Einsame gehabt hatte. So lud sie alljährlich zu Sllvester alle einsamen Mensch enknder aus chrem Bekanntenkreise zu sich ein. Sie sollten nicht allein ins neue Jahr hmeingeh.n, und sie waren so dankbar. Der Weihnachtsb rum brannte dann zum letzten Male im alten Jahr, und w.r waren alle fröhlich miteinander. Ich nannte diesen Abend „Einsamer Seelen Abend." Als ich kürzlich einer alleinstehenden Dame mein Rezept für die Einsamkeit, andern F.eude zu machen, mitteilte, meinte sie, dazu gehörten größere Mittel, und die hätte sie nicht. Aber sie irrte sich, größerer Mittel bedarf es in vielen Fällen durchaus nicht. Sv sprach ich kürzlich mit einer Leidenden, deren Arzt ihr ve.ordre, möglichst viel in die frische Lust zu gehen, l Iber könne sie aber nicht allem g hen ihres Fußleidens wegen, und sie habe niemanden zur Begleitung. Wie mancher, der sich einsam fühlt und Zeil hat, könnte dieser Dame den ersehnten L ebesdienst erzeigen und würbe innere Freude und Befriedigung d durch haben! Auch Erblindeten konnte man helfen: ihnen vorlesen, Briefe für sie schreiben. für sie stopfen und flicken und andere kleine Dienste verrichten. Allerdings erfordert der Dienst für andere auch zuü eilen kleine Mühen und Opfer, aber wie reich wird man entschädigt durch die innere Glückseligkeit und Fröhlichkeit! Wenn ich jetzt allein bin. fühle ich keine Einsamkeit, ich empfinde Gottes Liebe und Rähe. Ich habe die Wahrheit des alten Spruches erfahren: „Willst du glücklich sein im Leben. Trage bei zu andrer Glück, Denn die Freude, die wir geben, Kehrt ins eigne Herz zurück." Neujahrserinnerungen. Don Florentine Gebhardt. Silvester und Reujahr ist ebenso wie Weihnachten das Fest der Erinnerungen. Wer älter ward und noch — buchstäblich — aus dem vorigen Jahrhundert stammt, der kommt immer wieder in die Dersuchung. einmal den Erinnerungen nachzuhängen, und am allerliebsten tut er das um die Jahreswende. Lind, da es wieder so weit ist, tauchen unter den übrigen Erinnerungsbildern aus Kindertagen, in der Kleinstadt verlebt. auch die an unsere Sllvester- und Reujahrsfeier daheim im Elternhause auf. Silvester, Reujahr, welch wichtige Tage für unsere Kinderleben! Wenn sie auch in Bedeutung naturgemäß ein wenig hinter dem Heiligabend zurückstehen muhten, so bedurfte ihre würdige Feier doch ebensogut der heimlichen Dorbereitungen, wie jener, von den offiziellen gar nicht erst zu reden! Schon vor Weihnachten, m den letzten Schultagen, erbat man sich, wenn man über kein eigenes Taschengeld verfügte, einen „Sechser" Die zweite wichtige Frage ist nun: Wie kann die zuträgliche Temperatur bei möglichst großer Dreonstv'fersparais erreicht w rden? Dies ist nicht nur privatwirtschaftlich außerordentlich bedeutsam, sondern auch die Rücksicht auf das Interesse der Allgemeinheit erfordert größte Sparsamkeit beim Derbrauch von Kohlen. Bisher ist eine gewaltige Verschwendung von Wärme getrieben worden. Man schätzt die Kohle, die durch unsachgemäßen Verbrauch der nutzbringenden Verwertung entzogen wird, auf 20 bis 25 Millionen Tonnen jährlich. An dieser unsachgemäßen Verwertung ist der Hausbrand in starkem Maße beteiligt. Zunächst kann, wenn vielleicht auch nur in bescheidenem Maße, dadurch an Wärme gespart werden, daß ihr Absiuß aus dem Zimmer in die Außenlust möglichst vermindert wird. Man hat darauf zu achten, daß alle ins Freie führenden Türen und besonders die Fenster gut schließen. Wo keine Doppelfenster vorhanden sind, die eine sehr beträchtliche Wärmeersparnis bewirken und bei Reubauten stets angebracht werden sollten, ist es zweckmäßig, den unteren Tell der Fenster mit Tüchern. Friesdecken oder dgl. zu verhängen. An den Wänden selbst angebrachte Decken machen das Zimmer sehr viel leichter anheizbar, so daß bei geringerem Brennstoffverbrauch viel schneller die Behaglichkeit erreicht wird. Ratürlich soll auch das Lüften nicht vernachlässigt werden. Wie wir ein zu schnelles Entweichen der Wärme aus dem Wohnraume selbst zu verhindern suchen müssen, so haben wir auch darauf zu achten, daß nicht mehr Wärme als durchaus nötig durch den Schornstein entweicht. Wir müssen den Zug in unserem Ofen beobachten. Wird eine an den Spalt der Aschentür gehaltene Kerzen- flamme rechtwinklig abgelenkt, so ist der Zug günstig, erlischt sie, so ist der Zug au stark. Das Rauchrohr muß dann verlängert oder verändert werden. Wird die Flamme nur wenig abgelenkt, so ist der Zug zu schwach, und eS kommt -u einer oder „Groschen" zu einem verborgenen Zwecke. Daß man dafür den „Reujahrswunsch" erstehen wollte, einen sauberen, weißen Bogen mit einem wunderschönen bunten Bilde auf der Stirnseite, das ahnten natürlich die wohlgezogenen Elteim nicht im mindesten. In der Deutsch- oder Schreib- stunde erblühte dann dem betreffenden Klassenlehrer, bzw. dem , 5räulein“ die angenehme Pflicht, das Schreiben dieser ReujahrSwünsche zu überwachen. „Schön" geschrieben mußten ja doch alle 40—50 in der Klasse werden, und das „Linienziehen" erforderte gewiß eine nicht unbeträchtliche Kraflleistung von dem geplagten Klassenleiter. Die Schreiber aber schwitzten nicht weniger in ihrem Eifer, das kostbare Blatt durch ihre „Schönschrift" nicht allzusehr zu verunglimpf fen. Sorgsam wurde dann der Reujahrswunsch in den Tiefen des Schubfachs die Feiertage über aufbewahrl, um nur zum Zweck des „Lernens" wieder hervorgeholl zu werden. Die allerwichtigsten Vorbereitungen gab es am Morgen des Silvestertages. Mutter brühte zuerst den Mohn, die Kinder halfen beim Mandelhäuten und Hacken und beim Rosinenlesen oder Semmelschneiden, und wenn bann die Mohnpielen fertig waren, gab eS einen Kampf um das Vorrecht, wer den „Reibenapf auslecken" durfte. Roch vor dem Mittagessen. wurden die abendlichen „Pfannkuchen" eingeteigt und die Schüssel mit dem Teig in den Ofenwinkel zum Gehen gestellt und sorgsam eine Decke als Vorhang angebracht, den Teig vor „Zug" zu schützen. Das Formen und Füllen geschah erst am Rachmittag gegen drei oder vier Llhr, und das feierliche Backen, eine der wichtigsten Aktionen, ging in der Abendstunde vor sich. Weil es nun noch galt, für den Abend des Reujahrstages den obligaten Heringssalat zu mischen, damit er tüchtig „durchziehn" konnte, und vielleicht auch noch ein Häslein für den Reujahrsbraten zu spicken, hatte Mutter wirllich ihre Arbeit. Für den Heringssalat fteilich betätigte sich Jung und Alt. Was kam da nicht alles mit hinein! 2lepsel und Kartoffeln, Hering und Dratenreste, Zwiebeln und allerlei Eingemachtes, wie Kürbis und grüne Dohnen, Gurken, Kirschen und Pflaumen, dazu Zucker, Essig, Del und Pfeffer! Er war immer ein Gedicht. Wir Kinder hatten übrigens auch genug Dorbereitungsarbeiten für den Abend. Da muhten bleierne Knöpfe, Flaschenkapseln, und derlei Dinge zusammengekramt werden für das abendliche Dleigiehen. Rußschalen wurden zurecht gemacht, mit Heinen Stücken dünnen Wachsstocks versehen, damit sie als Zukunftskünder, auf einer wassergefüllten Schüssel schwimmend und im Glanze jenes Lebenslichtchens leuchtend, dienen konnten, sobald die Mitternacht sich nahte. Mutter legte auch die Spielkarten zurecht, denn auch sie wurden stets am Silvesterabend befragt. Dater aber sorgte für den Punsch. Ehe jene Fragen an das Schicksal, ehe Punsch und Pfannkuchen an die Reihe kam, gab es erst noch das Abendessen mit den Mohnpielen, und hinterher das große Christbaumplündem — einen für uns Kinder sehr wichtigen, mit großer Llngedulo erwarteten Akt. Derrn wenn auch die hübschen Zuckerfiguren, des OnkÄls Geschenk, für das nächste Jahr sorgfältig beiseite gelegt wurden, etwas Süßes, Frisches siel doch immer ab. Raschen beim Plündern galt nicht, erst nachher wurde eingeteilt, und wir sahen mit leuchtenden Augen auf die Schätze, die wir meist nur wenig verringert, ins neue Jahr mit hlnein- nahmen. — Zwischen Zehn und zwölf war bann die Frage an das Schicksal das Wichtigste! Was wurde da aus dem gegossenen Blei alles herausgeraten, worauf mußten die Karten, die gegriffenen Bibelstellen alles Antwort geben! Llnd Die Apfelschalen, in einem Stück vom Fruchtfleisch getrennt, mit bet Rechten über die linke Schulter geworfen, nannten den Anfangsbuchstaben vom Ramen derjenigen Person, die für bas Geben des einzelnen im neuen Jahre von Bedeutung werden sollte. — Zwischendrein der leibliche Genuß. Das letzte Glas Punsch aber ward erst geleert, wenn die Glocken den Beginn des neuen Jahres einläuteten, nachdem Mutter während des Zwölfschlagens eifrig mit „dem Besen von außen her über die Stubenschwelle das Glück hereingefegt" hatte. Hatten die Glocken ausgeläutet und wir uns „Prosit Reujahr" zugerufen, so gingen wir alle schlafen. Denn damals und in der Kleinstadt war cm Reujahr-- lärmen wie etwa in Berlin nicht Sitte. Gewöhnlich begrüßten wir den Reujahrs- morgen etwas später, als das Licht der anderen Tage. Zuerst nun das Lieberreichen der Reu- jahrswünsche an die feierlich aufs Sofa genötigten Eltern, und die schwungvolle Dikta matlon der dort niedergeschriel>cnen Verse. Elterliche Rührung. Kuh, Umarmung. Dann begann der Tageslauf, indem die Wohnungsklingel un- verdrosfen hintereinander sich hören lieh, die Reujahrsgratulanten meldend Schornstein reger. Zeitungsbote, Rachtwächter. Aufwartefrau usw. ufw. Der Briefträger kam an diesem Tage - anders, ganz anders als heute viel öfter, als gewöhnlich; meist war es jebesmal ein anderer. der als Hiffsdote von der Post angenommen war. Wenn die „Betglocke' anschlug, zum Zeichen, daß der Gottesdienst vorüber war. bann kam etwas, bas mir noch heute in höchst unangenehmer Erinnerung ist, die Reujahrsbesuche bei ben Paten. Sie waren örtliche Sitte, und obwohl es dabei immer Wein und Kuchen gab, so fanden wir Kinder sie langweilig und schauderhaft. Dater ging mit uns ich glaube Mutter war froh, uns einmal alle los und bei ihrer Küchenarbcit ungestört zu sein — von einem Paten zum andern. Fünf oder sechs Parteien galt es zu besuchen, unb es wurde ein oder gar einhalb zwei Llhr, ehe man herumkam unb Mutter schalt, daß wir so lange blieben, weil der Braten doch längst fertig war! Rachmittag war es zu Reujahr immer hübsch. Wenn nicht die beste unserer Paten die kinderlose Witwe, Tante Stüblng, die wir alle liebten, bei uns war. so gingen wir wohl spazieren, und gegen Abend kamen unsere Freundinnen, und wir durften mit der Puppenstube spielen ober auch gar auf ber Heinen Muschlne mit richtigem Feuer kochen! — Llnb bann, abenbs Tee unb Heringssalat. Lind Dater unb Mutter spielten mit uns „Schwarzer Peter" unb „Lotto' unb „Post- und Reisesplel", ober auch Schreib- unb Ratespiele, bis Vater zu feinem Stammtisch ging, und wir die Weihnachtsgeschenke noch einmal musterten, ehe sie endgültig beiseite geräumt wurden und der Alltag toieber in fein R«ht trat. Praktische Ratschläge für Haus unb Küche. Gebrannter Kaffee, der sch n läng re Zeit liegt, schmeckt wieder wie frisch gcröitct, wenn man das jeweilige nötige Quantum lurz vor dem Gebrauch auf einer Gasflamme in einem Dlechbeckel unter Rühren heiß werden läßt. So-> bald die Bohnen anfangen $u knistern, nehme man sie vorn Feuer, was vielleicht schon nach zwei Minuten nötig ist. Eine M sserspitze feinen Zuckers gibt eine schöne glänzende braune 5 rbe. W i e reinigt man Silberzeug? Das Reinigen unb Aufbewahren von Ta'elgerät tolrb oft sehr erleichtert, wenn man sich bie Dori eile ber Erfahrung unb der Wissenschaft zunutze macht. Besonbers wichtig Ist bles b i dem kostbaren Silberzeug. Silbernes Tafelgeschirr wäscht man nach jebesrnaligern Gebrauch in heißem Loba- unb Ceifenwasser. Ist baS Silber gerippt oder nicht glatt gearbeitet, so b b ent man sich beim Abtraschen einer Weichen Bärste. Rach bem Abwaschen spült man es in heißem Wasser unb trocknet es ab. solange es noch warm ist. Besonders bet Silb.-.g sch rr muß man es sorffältls: vermeiden, es in gesäuerten Spe sen ober Salz liegen zu lassen, weil bei ber Enff-rnung ber baburd) entftanbenen F! den burch spacf: M t cl bas Sild r sehr ang g sfen w rb. Ze gen sich auf Silber schwarze Flecken, so enff rne man sie zunächst burch Reiben mit Puhdul er ober Kreibe unb wäscht bann bie ®eg- n länb: in der obin angegebenen Welse. Beim Ab trockn en verwende man nur trockene Tüch r. die man häufig wechseln muß, wenn man einen schön m Glanz erzielen will. Schließlich legt man das Silbergerät auf ein trockenes Luch, um eS mit ein m Wild- lederlappen nachzupolieren, unb v rschl eßt es bann an einem sicheren Aufbewahru gjort Silberne Kaffee- unb Teekannen wäscht man mW einer Bürste innen unb außen sorgfältig ab trocknet unb reibt sie mit Tüchern blank, um sic schließlich mit einem Wlldleberlappen nachzupolieren. übermäßigen Rauch- und Rußbilbung unb bamit zu schlechter Ausnutzung ber Heizstoffe. Meist ist zu schwacher Zug auf Llndichtlgkeilen im Ofen ober im Schornstein zurückzuführen. Wo zu starker ober zu schwacher Zug beobachtet wirb, ziehe man am besten einen Fachmann zu Rate. Große Sorgfalt ist bem Ofenroste zuzuwenben. Damit bie Luft zum Brennmaterial ungehinbert zutreten kann, muß ber Rost stets vor bem Anheizen gut gesäubert werden. Die Feuertür muß nach bem Anheizen geschlossen werben, bamit bie Luft gezwungen ist, durch ben Rost zu treten. Eine an der Feuertür vorhandene Regulierscheibe läßt man solange ein wenig geöffnet, als Flammen vorhanden sind; wenn nur noch Glut auf bem Roste liegt, so wirb sie geschlossen. Für eine gute Ausnutzung der Brennstoffe ist es von größter Debeutung, bah der Rost ganz mit dem Heizmaterial bedeckt ist. Zu diesem Zwecke muh bas Brennmaterial genügend zer- Heinert werden, sonst tritt zu biel Luft hinzu. Kohlen zerlleineri man bis Eigröhe, Holz unb Torf wird am besten in Faustgröße verbrannt. Oft sind die Roste zu groh und müssen burch teilweises Dbdecken mit Ziegelsteinen verkleinert werden. — Wenn die Glut zu dunkeln beginnt, muh der Ofen dicht abgeschlossen werden, da sonst die eintretende kalte Luft zu viel Wärme in den Schornstein führt. Ein paar Worte mögen noch über Gasheizung angefügt werden. Diese an sich so gut regulierbare Heizung wird dadurch oft viel teurer, als sie zu fein brauchte, dah das richtige Regulieren durch die Rauminsasfen vernachlässigt wirb. Man heizt mit völlig geöffnetem Gashahn an, vergißt aber zu leicht, den Hahn kleiner zu stellen, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, und bequemt sich erst dazu, wenn das Zimmer überheizt ist. Traut man es sich nicht zu, diesen zu großer Gasverschwen- bung führenden Fehler selbst zu vermeiden, so sollte man einen selbsttätigen Wärmeregler einbauen lassen, von denen es eine ganze Reihe in zuverlässiger Ausführung gibt. Schließlich möge die Frage kurz erörtert werden, ob es nötig sei, während des Heizens die Zlnnnerluft künstlich zu befeuchten. Immer wieder werden alle möglichen unangenehmen Erscheinungen auf bie angeblich beim Heizen ent- stehende zu große Trockenheit zurückgeführt. Besonders die Zentralheizungen sollen sich dadurch unangenehm bemerkbar machen. Es ist nun auch richtig und unvermeidbar, dah beim Erwärmen von Luft, ganz gleich ob durch Oefen oder Zentralheizungen bie relative Feuchtigkeit abnimmt. Das ist aber in den weitaus meisten Fällen gänzlich unbedenllich. Im allgemeinen befinden wir uns im Sommer wie im Winter in trockener Luft Wohler als in feuchter. Rur bei der in Wohnungen allerdings selten anzutreffenden Luftheizung kann es zu einer so weitgehenden Austrocknung kommen, daß Reihen des Holzes eintreten kann. Hier wäre daher eine Luftbefeuchtung in Erwägung zu ziehen. In allen anderen Fällen ist dies jedoch unnötig. Die unangenehmen Erscheinungen, die man in geheizten Räumen gelegentlich wahmimmt und die meist in einem unangenehmen kratzenden Gefühle im Halse bestehen, beruhen nämlich gar nicht auf zu groher Lufttrockenheit. Sie sind vielm^r bedingt durch Derschwählen von Staub an über 80 Grad heißen Heizflächen. Rotwendig ist es daher, die Oefen und Heizkörper sorgfältig von Staubablagerung zu reinigen und eine zu starke Erhitzung der Heizflächen möglichst zu vermeiden. Bei Kachelöfen ist die Gefahr ber Staub- verschwählung sehr gering, dagegen tritt sie bei den einfachen eisernen Oefen verhältnismäßig leicht ein. Den Dorzug verdienen daher die auch in anderer Hinsicht zweckmäßigen guten Dauerbrandöfen, und die Technik sollte es sich angelegen fein laffen, Dauerbrandofen zu konstruieren, die auch mit billigem Brennstoff heizbar sind. t 0,74 0,875 0,93 I 0,97 o.äoa 0,8:6 19,99 19,5 27 1 4.2 l 63 2.7 3,25 18,1 3 3,50 ,Reichsmark für ICO steigenden Kursen zustanüelamen. Qlian rechnet Godma-rk" warn lNachdruck verboten.) 29 Fortsetzung. Gi * t Yap fte girr- 17 22,75 20 24 5 12,4 19 64,2 76,50 Tei' Bli 2,70 3,70 roll roll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 0,91 > 1.2)5 0.43 1,645 1,15 13 33,50 ?4 20 27.30 -8L 8.5 sagte selbst 88,50 54 46 3 )r?M ic Brüh'1 13,39 12,75 17.50 2 9,7 a 0,32 i 87 20,62 12.20 87, 0 90.50 125,5 'S 90 24,40 6.75 13,25 58.4 54 46,25 27 Gl Di-' na 5,90 13,10 32,73 22,82 23 27,90 890 1,7 3,1 199 0,50 13,10 12,7 17,40 20 1.95 9.9 4,172 20,77 74 21 19,80 <2,61 119,6 19,87 63,04 6,9)2 2,15 112.77 31,42 58,37 12,66 o,70 „Rehmen Sie Platz. Herr Graf," sagte er. „ ich habe eine ernsthafte, eine — recht unangenehme Angelegenheit mit Ihnen zu besprechen." Gert wußte sofort, um was es sich handelte. Er lieh sich in dem großen, mit behaglicher Kostbarkeit ausgestatteten Raum auf einem Sessel nieder. »Hoffentlich bin ich in der Lage, die Unart» nehmlichkelt ausklären zu können, Herr Minister", erwiderte er. »Sie sind mit Fräulein Savarh bekannt, der Erzieherin der Kinder des Vicomte Kodama und Jugendfreundin der Gräfin?" „Jawohl. Sie verkehrt ja in den meisten Gesandtschaften." »Rur nicht bei uns. And ich kann Ihnen heute auch sagen, weshalb ich sie hier nicht zu sehen wünschte. Weil mir initgcfcei.it worden war. daß Sie ein Verhältnis mit ihr unterhielten." Gert biß sich auf die Lippen. ..Ich muß widersprechen. Herr Minister", entgegnete er. „Ich kenne Fräulein Savart) von Berlin her. habe aber nie anders als gesellschaftlich mit ihr verkehrt." 143,5 13,12 12, eo 'Ä 1.85 9,6 tr< S< F Sii 6'/f H-'l .Ich will er und füllte hier damit, bah bet den noch ausstehenden Werten die Llmstellungen nicht lo scharf öor= genommen werden, wie bei Deutsche Kali. Markt der heimischen Renten blieb fest in Erwartung des baldigen Zustandekommens der neuen Regierung. Auch tragen Deckungskaufe zu der festen Haltung bei. Der G e l d m a r k t blieb unverändert leicht bei stillem Geschäft. Tägliches Geld war zu 9 bis 12 Prozent und Monatsgeld zu 11 bis 14 Prozent p. a. angeboten. 2lm internationalen Devisenmarkt schwächten sich die europäischen Nielvaluten leicht ab. Börsenkurse. 12 19 9b 62,75 73,62 2,62 3,40 16,5 ’Z 1,62 2,5 3,1 i 11,62 1,73 32,13 22,25 25.75 27,3 9.C2 22,45 11,9 48,25 3 27,6 Mercedes Welatjrannaralen Fehrbach-Stuttgart. Vertreter: Lösch 25 90,25 93,5 126.75 16, 0 22,75 6.70 12,90 60 57 48 0,9> 1,5 2,5 2,85 11 Unö Ol habe noch Die rote Kaschgar. i Roman von Fedor von Zabeltitz 4,132 /6,b7 74 9 13.902 >2,7' 70,-8 19,97 13,3S 5,')22 2,17 113,33 61,82 18,6 12.72 b,72 Zur Rotiz: Die Berliner Wertpapierbörse notiert noch folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Anteile, a) die noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in »Reichsmark für 100 Papiermark". b) die bereits auf Gold- mark umgestellt sind, in ---' ““ Alls Elektrtzttäl6-Se1ells(-ast Bergmann . . . . Matnkraft werke ...... Schuckert............ Siemens & HalSke ..... Adlerwerte Klever ..... Daimler Motor«. ..... Heyltgenstaedt. . ...... Megmu- ..... Frankfurter Armaturen , , . Äonservenfabrik Braun . . . MetaNgesell chaft Fraotfl«. Pe» Union A.-Ä........ Vchubtadrik Herz ...... Sichel ......... Zellstoff Dal-hof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Raabäufel • ■ . Kirche und Schule. • Kirchliche Di enstnachr icht. Am 22. Dezember I. Is. wurde Superintendent Geh. Oberkonsistorialrat D. Waldemar P ete rsen zu Darmstadt auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1925 in den Ruhestand verseht. »Ich verstehe, daß Sie den Rus der Dame zu schützen suchen. Aber man hat sie eines Rachts Goldmorr'; 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rotierungsart über 15 Milliorden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Popiermark", b) soweit sie bis 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papiermark", c) 8—15 Prozent Reichsichatzanweisungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Popiermark"; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Gold» mark' notiert wurden, in „Reichsmark für 120 Frankfurter Getreidebörse. lEigener Drahtbericht des „Gietzener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 29. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wettcrauer 21,50 bis 24.50, Roggen, inläud. 22 bis 24,25, Sommergerste für Drau- zwecke 25 bis 29,50, Hafer, inländ. 18 bis 22,50, Mais (gelb) 21.50 bis 22,50, Weizenmehl, inländ.. (Spezial 0) 39,50 bis 42, Roggenmehl 34,50 bis 38,50, Weizenkleie 13,75 bis 14, Roggenkleie 12,75 bis 13, Erbsen 30 bis 38, Linsen 45 bis 50, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10, Weizen und Roggenstroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 21,25 bis 21,50. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*.! Frankfurt a. M., 29. Dez. Auftrieb: 1276 Rinder, darunter 346 Ochsen. 45 Bullen. 885 Färsen und Kühe, 648 Kälber, 381 Schafe, 2943 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht' Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 50 bis 56, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 40; Dullen, vollsl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, vollst, jüngere 37 bis 42; Färsen und Kühe, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 55, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerfcs bis zu 7 Jahren 38 bis 46, wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 46, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 37, mäßig genährte Kühe und Färsen 20 bis 28, gering genährte Kühe und Färsen 10 bis 18. Kälbe r, feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 72, geringere Mast- und gute Saugkälber 56 bis 64, geringe Saugkälber 48 bis 54. Schaf e: Mastlämmer und Mast- hämmel 35 bis 40, geringere Masthämmel und Schafe 26 bis 34, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 20 bis 25. Schweine: vollsl. von 80 bis 100 Kg. 80 bis 82. vollst »unter 80 Kg. 75 bis 80, von 100 bis 120 Kg. |81 bis 83, von 120 bis 150 Kg. 80 b.s 82, F ttschweine über 150 Kg. 80 bis 82, unreine Sauen und g schnittene | Eber 70 bis 80 Mk. Marktverlauf.' Rinder bei Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-älmschau".) Mittwoch, 31. Dezember. 11.55 Uhr Zeitangabe. 12 älhr Rachrichten- dienst. 4.30 bis 6 älhr Rundsunknachmittag in Musik und Wort. 6 Ülhr Wirtschastsmeldungen. 6 bis 7 Ahr Märchenstunde für große und Heine Kinder. 7 älhr Stenograph scher Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 Ähr Vortragszyklus des <5tin. ist nämlich gestern abend toegen Spionage verhaftet worden, und man hat bi? fremden Gesandtschaften unverzüglich über die Einzelheiten des Vorgangs unterricht. Fräulein Savarh aber hat zugestanden, daß sie die fraglichen Blätter von Ihnen erhalten habe." (Fortsetzung folgt.) Wo $enrtä)e RelchSauIeyo <•/, Deutsche Neichranleih« . Deutsche Reich »an leih« 3°/r Dcuffch« Reichsauleide . Deutsche svarprauneuau leihe <°/0 Preußische ÄouiolS ■ . . Hessen sVee/i Äffe«.......... 8% Hellen........... Deutsche Dertb. Dollar-Ant dtv. Doll.-Schatz-Anrretsna- <•/, Hoatürien......... 6% Äoldmerffan« .... Berliner Handel-qeseMchaft Commerz und Prrvat-Baut $armft und Naltonalbank - Deutsche Bank......... Deutsche BerelnSbank . • . . DiLconro üommanbit .... Metallban!........... Mitteldeutsche Lredtthank. . Oe stelle ich ische Eredtlaustall Westbani ....... Bochumer Sb8 ....... BuderuS........ . .. Caro • * S Lurembur« ..... trchener Bergwerk« . . Harpener Bergbau..... Zralnverke Aschersleben. . . . Kaltwerk Westeregeln. .. . . Laurahülte...... Oderbedarf . . Phönix Bergbau ....... Roeitmabl...... . • .. Rtrbeck RiorUan...... Lellus Bergbau ....... Hamburg-Amerika Pake». .. Norddeutscher Llovd..... Theramlsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philivv Holzmann ...... Nnglo-Tom -Guano . ... Badische Aitilin . . Chemische Malier Alaptu . . Goldschmidt . . Gri-«i eimer Electron . ... Höchster Farbwerke ir noch Reisegeld geben", nen Scheck aus. „Ich sitze aber ich kann mir schon 6 Gert zuckte mit den Achseln. „Es regt mich nicht auf. Ich begreife nur nicht . . .“ Er riß das Schreibtischfach auf und nahm das Manuskript Sho-hins heraus . . . „Er war am Rachmittag noch hier und hat Li seine letzte Arbeit für mich übergeben." „Die Verhaftung soll gegen Abend erfolgt sein, und zwar auf direkte Veranlassung des alten Ching Shan." „Vielleicht ist er unvorsichtig gewesen. Mich kann er nicht kompromittieren, denn er hat nichts von mir in der Hand." „Aber von mir, Gert . . ." Sie richtete sich auf und faltete die Hände im Schoß. In dem Blick, den sie Gert zuwarf, lag weniger Furcht als ein eigentümlicher träger Schmerz . . . „Liebster, ich tat ja alles nur für dich", fuhr sie sanft und klagend fort. „Ich tat es, weil ich dich liebe —" „ilnb weil es dir klingenden Lohn brachte", fiel er ein. Der Ton kam hart von seinen Lippen. Sie neigte den Kopf. „Gewiß," sagte sie, „du hast dich immer freigebig erwiesen — und ich nahm an, was du mir gabst. Denn ich mußte an meine Zukunft denken. Ich spare für meine alten Tage. Gect mein Leib ist noch jung, aber das Herz ist schon alt geworden. Es sehnt sich nach Ruhe. Ich erzählte dir zuweilen von meinen Hoffnungen. Ich habe in den letzten fünf Jahren mehr erlebt als eine brave Bürgersfrau in fünfzig. Es toar eine aufregende Komödie, doch das Ende soll ein Idyll sein. Ich habe das kleine Haus in Asni^res geerbt —" „Das Haus deiner Tante, ich weih. Dein Lieblingswunsch und dein Gebet. Ich gratuliere, ilnb nun möchtest du nach Frankreich zurück." „Ja — und ich muß die Reise beschleunigen. Vielleicht sehen wir uns heute zum letzten Male." Aus den ummaltcn Augen traf ihn wieder ein Wirbel von Gefühlen. Aber Gert blieb kalt. Er suchte nach Lieblosigkeit. Es sollte eine Trennung ohne Empfindelet werden. 4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, in Prozenten, ^nslichM Pfandbriefe und Schuldverschreibungen knsber m Billionen notiert wurden, m „Reichsmark. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. lyn B-'.tonen Mark au^edmckr Buen°6.^S. 8on^vw York. Japan, Rio de Janeiro für tint rtett. wren mw tzudavest für 100000 Lindenen, alle» übrige für iw ^moeiren.) Telegraphische Auszahlung. Wirtschaft. * Die ReichSindexziffer für die Lebenshaltungskosten — Ernährung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung, Bekleidung — beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den 23. Dezember auf 122,8. Sie ist gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. gestiegen. — • Die Krupp- Anleihe in Amerika. Wie das Bankhaus Goldmann, Sachs & Co. in Reuyort mit teilt, wurde die 7proz. Zehnmil» livnen-Anleihe für die Firma Krupp, die zum Kurse von 99', Prvz. angeboten war, überzeichnet. * Kündigung des Arbeitszeit- abkommens im Ruhrgebiet. Einer Blättermeldung aus Ellen zufolge haben die vier Bergarbeiterverbände beschlossen, das Arbeitszeitabkommen vom 28. Februar 1924 zu kündigen. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M, 29. Dez. Die Abendbörse zeigte gegenüber dem Mittagsverkehr ein unverändertes Bild. Das Geschäft vertief still und die Zurückhaltung trat im Hinblick auf die Kölner Räumungsfrage noch schärfer hervor, so daß die Umsätze sehr bescheiden blieben. Im allgemeinen setzten sich die Rückgänge weiter fort. Dagegen hatten deutsche Anleihen einen angeregten Markt. Das Interesse verstärkte sich aus neue Auswertungshoffnungen. 5prvzentige Kriegsanleihen konnten auf 0,900 ansteigen. Die Börse schloß in stiller und lustloser Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozentige Kriegsanleihe 0,9, Z.öprozentige Preußische Konsols 1362, Iprvzen- tige Preußische Konsols 1200, Zwangsanleche 0,130, 1923er K-Schätze 0,28, 1924er K-Schätze 0,41. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 159, Kommerzbank 6,50, Deutsche Bank 12,70, Darmstädter Dank 13,10, Diskontogesellschaft 17,50 bis 17.37, Dresdner Bank 8,75, Metallbank 20, Mitteldeutsche Kreditbank 1,95, Oesterreichische Kreditaktien 9,90, Reichsbank 62,37. Montanaktien: Buderus 19,90, Mannesmann 65, Phönix 58,5 bis 57,75. Rheinstahl 54, Stinnes-Riebeck 46, Dellus 3, Kali Aschersleben 20, Westeregeln 24,5. Chemische Aktien: Badische Anilin 32,12, Chemische Griesheim 26—25,75, Scheide,.ustalt 22,45, Elberfelder Farben 27,37—27.12, Th. Goldschmidt 22,25, Höchster Farbwerke 27,6—27,3, Holzverkohlung 9,62. Elektrowerte: AEG. 11,9, Reiniger Gebbert & Schall 2,7, Schnckert 63. Sonstige Industriewerte: Kleher 2,7, Cement Heidelberg 24, Dyckerhoff & Widmann 4,12. Holzmann 5,75, Lechwerke 18,25, Gebr. Iunghans 12, Peters Union 1,675—1,7, Rheinmetall 9,8, Julius Sichel 3.1, Wayß & Frehtag 3,25, Zucker Heilbronn 3,5, Zucker Rheingau 3,25. Berliner Börse. .(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger" ) 1 Berlin, 29. Dez. Die Zuspitzung der außenpolitischen Lage wurde an der heutigen Vöcse eifrig besprochen. Sie löste Bedenken in- jofern aus, als man damit rechnet, daß nicht nur die seitherigen Auslandskäufe aufhören, sondern daß auch das Aus land zu Verkäufen übergehen könnte, namentlich mit Rücksicht darauf, daß nicht nur Käufe zu Anlagezwecken, sondern auch vielfach Kaufe der Auslandöspekulation getätigt worden sind. Die Börse wurde in ihrer pessimistischen Haltung dadurch bestärkt, daß in Reuhork Verkäufe sowohl in deutscher Reparationsanleihe wie auch in französischer Anleihe getätigt wurden. Die Tendenz gestaltete sich daher auf nahezu allen Märkten heule recht matt, bei teilweise nicht unerheblichen Kursrückgängen. So gingen beispielsweise Harpener um nahezu 5 Prozent zurück. Eine Ausnahme machten Kaiiwer e wo namentlich im Freiverkehr recht lebhafte Umsätze zu leicht Rmerttantfdje SRoten . . ... Belgische Noten..«.««•« Dänische Noten. ..... Englische Noten ....... Französische Note» ..... Holländische Noten Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Denisch-Ocsterr-, ä 100 Jtrottea Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweizer Noten , Spanische Noten Tschechoslowakische Note» . . Ungarische Roten Die Uhr auf dem Schreibtisch zeigte auf Wenige Minuten vor zwn. Mit einem leisen Fluch erhob sich Gert, nahm den Schlüssel zu der kleinen Pforte an sich und trat ohne Kopfbedeckung in den Garten. Der Lichtschein in der Eingangshalle des Hauptgebäudes war längst erloschen. es toar ganz Dunkel. Gert spürte ein ärgerliches Herzklopfen, aus ülnbewutztem kam ihm das Gefühl einer verbrecherischen Dummheit. 3m Wachhause flimmerte hinter einem Fenster ein gelblicher Schein. Geräuschlos öffnete er die kleinste der Mauertüren, und sofort huschte eine schattenhafte Gestalt an ihm vorüber, duckte sich flog vorwärts und verschwand. Erst in seinem Arbeitszimmer fand er sie wieder. Cl'mence hatte sich in einen fußlangen Mantel gehüllt, den sie nun fallen lieh, wahrend sie sich selbst erschöpft auf den Diwan warf. „Herrgott," rief er, sie erstaunt musternd, „toic sieh'» du aus! Kommst du von einer verspäteten Maskerade?" Sie trug den Anzug einer mandschurischen Dame mit fächerförmigem Haarputz und sah mit dem weiß angestcichnen Gesicht, den rotgefärb» ten Wangen, den schwarzen Augenstrichen und den Kirl f .nlippen in der Tat toic eine jener kleinen Sa, neu aus, die man überall in den Straßen Pekings trifft. „Gib mir einen Likör", bat sie mit matter Stimme. Er tat es. Ihre Leidenschaft für gebrantuen Süßwein kannte er. „Ich bin entsetzlich abgehetzt", sagte sie. „Do- ,ort nach dem Rout habe ich mich um gekleidet unb geschminkt und bin davongerutscht." „Wohin und weshalb?" „Wohin kann ich dir sagen. Zu den Singsangmädchen am Hataman." „6a. aber um Himmelswillen —" „£afj mich aussprechen. Ems der Mädel ist bte Bevorzuate Sho-hins. Er ist jeden Abend : und soupiert mit ihr. Das erfordert die Sitte. Hnb ich mutzte ihn sprechen Frag md>t c.’ weshalb, frag überhaupt nicht. Ich mußte tim sprechen. Aber heut war et nicht da. Er ift ötr- haftefc worden." Er riß sich los und schlug den Vorhang am Fenster auf. „Es dämmert, Clemence. Sei verständig. Ich führ' dich hinaus." Er trat nebenan in das Schlafzimmer und griff nach einer Mütze. Als er zurückkehrte, hatte sich Clemence schon wieder in ihren Mantel gehüllt. Roch einen Augenblick hielt sie ihn zurück. „Vergiß mich", flüsterte sie. „Schaufle alle Erinnerungen an mich in ein Grab. Von nun ab bin ich tot für dich." Das waren ihre letzten Worte. Er führte sie wieder durch den Garten, mit einer sorgenvollen Fröhlichkeit: glücklich über das Ende dieser Episode und, darüber hinaus, doch beschwerten Herzens. Morgendämmer kroch in kotigem Dunkel- grau über Rasen und Buschwerk. In wenigen Minuten konnte es hell sein. Aber es waren nur ein paar hundert Schritt über die Straße zur japanischen Gesandtschaft — und sie hatte den Pförtner bestochen. Sie hatte auch immer Glück. Die kleine Tür schloß sich hinter ihr. Er lauschte noch einen Augenblick und kehrte sodann zurück, bIic-5 wieder stehen, weil er über einer Bastion der Riesenmauer, die sich südlich des Gartens um die Tatarenstadt zog, zwei große Vögel im Kampfe sah, und trat endlich in sein Arbeitszimmer. Jetzt spürte er Müdigkeit in den Gliedern, auch eine Erschlaffung im Hirn. Es war Zeit, das Bett aufzusuchen. Das Scheckbuch lag noch auf seinem Schreibtisch. Er warf es in das Schubfach Aber wo toar das letzte Manuskript Sho- Yins? Er stöberte nach und wurde unruhig. Er überlegte. Er hatte es Clemence gezeigt. Hatte er es dann auf der Schreibtischplatte liegen lassen oder wieder verschlossen? Er suchte. Seine Rerven gerieten in Aufruhr. Unb jäh schoß brr Gedanke ihm durch den Kopf: konnte Clemence es entwendet haben? Vielleicht in dem Augenblick da er in das Rebenzimmer gegangen war. um sich eine Mütze zu holen? Sic hätte das Schriftstück leicht unter ihrem Mantel verbergen können. Aber welchen Zw:ck konnte sie mit dem Diebstahl P-< „äL'n gabelt- - und seine Finger sich langsam zu Fäusten . . i . l^lgenden Mittag wurde er zu ! i*tncm Gesandten befohlen. Das toar ein sehr I klrÄ'Eaus altem westfälischem De- !$•«&*. schlank und elegant, mit gewinnenden I Ingen. 91,75 89,75 10 40 1146,75 6,62 tOvne neivaor.) 33 De;br. 29 ®Ci*’ r. ______ Rcvart. vuiilichr 'Dotierung 6>eld Briei 2hiitli.ö: J: voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll roi- voll voll voll voll voll voll, voll voll voll voll voll voll voll voll voll uouivoU voll voll .olllvoll Frr^*». 29. Dezvr. Geld Friel Nepal t. cl. ^ranffitrt i. M. Ferfln cMuk Sdjlufelt Ab-nd- ^ur» | börR c... Schlurft. S5?”6' Mittag, nu.» b6rle ^«hrnt: 3-1?-i J' '• 3.11. ( 29 12. S 3 2 8 * > MH s' 6 <» CO Sh 0 : c <- V c : FLD- attE = s $ ogaäy .Leb t: tirt L Paso u 5&et' htw <5811 » Q ate*2 o -’S® e1 £ a^o » .Oh v