Ur. 250 Erstes Erscheinl taglufj, nutzer Sonn- und Feiertags. vetlagen: Eietzer.erFoinil'.rndiLller Heimer im Dilo. Monkts-bezuerpreir: 2®olbmarh u. 20 Eold- pfenn-Q für Trägerlohn, auch Ui Nichterscheinen von einzelnen 9lummetn infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Ber- sag undGeschästsstelle51. Anschrift für Drni-inach- richten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Kranlsatt a. M. 11686. ölatt U4. Jahrgang Donnerstag, 50. Sttober |924 GietzenerAilzeiger General-Anzeiger für Gderhesfen VN'» Md vrrla,: vriihl'scht UnteerRtäts-Bu*: und $teinönians Beck, sämtlich in Gießen. Das englische Wahlergebnis. Sieg der Konservativen. — Völliger gusammenbruch der Liberalen. ' London, 30. Ott. (TU.) Um 4.30 Uhr baten die Wahlergebnisse wie folgt: Konservative 170, Arbeiter-Partei 83, Liberale 22. Ueberrafchend ist der große Erfolg der Konservativen nicht, auffallend aber der völlige Zusammenbruch der Liberalen, die einen großen Teil ihrer Eitze an die beiden anderen Parteien verloren haben. AIS der große Besiegte deS Tage- kann mit Recht Asquith gelle», der in dem schottischen Wahlbezirk PaiSlh dem Kandidaten der Labour-Parth Mitchell Unterlegen ist. Mitchell ist mit einer Mehrheit von 2400 Stimmen gewählt worden. ES ist anzu- «ehmen, daß die politische Laufbahn AsquithS nunmehr ihr Ende erreicht hat, da seine Gattin bekanntlich vor einigen Tagen öffentlich erklärte, bah et bet politischen Laufbahn den Rücken kehren würde, falls er nicht wieder gewählt würde. Ladh Asquith ist in Plymouth mit einer Mehrheit von 5000 Stimmen wiederge wäh 11 worden. Die ersten 7 Wahlergebnisse lauteten alle zugunsten der Konservativen, die Partei hatte sich kurz nach Mitternacht bereits 25 Sitze genommen. Den ersten Erfolg der Arbeiterpartei buchte der Innenminister Henderson, bet In Durlh gegen die Kandidaten der Liberalen und Konservativen wiedergewählt wurde. Der erste Erfolg der Liberalen war der Hauptmann EvanS. Die Wahlbeteiligung erreichte 70 Prozent. Unter den geschlagenen Sozialdemokraten befindet sich Margant Don - ftelb, daS einzige weibliche Mitglied deS Kabinetts. Im ganzen waren 1402 Kandidaten aufgestellt, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen: Konservative 531, Liberale 346, Sozialisten 510, andere Parteien 15. Der Verlauf der Wahlschlacht. Ungeheuere Beteiligung. London, 29. Oft. (WTD.) Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, zeigen die in den Hauptquartieren der einzelnen Parteien ein- gcgangencn Berichte, daß der Wahlkampf überall ungewöhnlich scharf ist. Sein Hauptmerkmal ist, daß sich die Frauen in einer bisher nie dagewesenen Zahl an der Wahl beteiligen. Troy der Erbitterung, mit der der Kampf geführt wird, ist die Ordnung im allgemeinen nicht gestört worden. Die Konservative Partei zeigt grolle Zuversicht. In fonfarintircn Kreisen wird erklärt, der- Strom der Wähler sei so stark, daß er Tausende zur Wahlurne fuhr, die nicht nur im letzten Jahre ihoe Stimmen nicht abgegeben haben, sondern sich niemals vorher die Müh: genommen hätten, zur Wahl zu schreiten. Dis in die Abendstunden hinein ist die Wahl- ffchlacht noch mit einer Heftigkeit geführt worden, wie sie die alte st en Wählerbishernicht -riebt haben. Die Partei-Hauptquartiere berichten, daß die Wahl überall wie unter einen schweren Druck ausgeübt wurde. Trotz des starken Andranges und der erregten Stimmung der De- völkerung ist es nach den bisherigen Meldungen nur an wenigen Stellen zu Ausschreitungen gekommen. So in der Gegend von Durham, wo der konservative Kandidat Hautmann Streatfield ait seiner Frau im Auto durch em Arbeiterviertel tarn, und das Auw von 100 Leuten umringt wurde. 'Frau Streatfield wurde von Frauen angegriffen. die ihr die Kleider zerfetzten, dem Manne wurden ebenfalls die Kleider vom Leibe gerissen. Das Auw wurde demoliert. Schließlich gelang es den Dedrohten, nach Durham 8u entkommen. Die britische Presse. Lv n d o n , 30. Oft. (WD. Funkspruch.) Der vishrrige Erfolg der Konservativen auf Konen der Arbeiterpartei, insbesondere oder ouf KoUe.r der Liberaün erregt große Sensation. Die Rieder» lage Asquiths macht tiefen Eindruck. »Daily Her alb" erklärt, bereits in de.i frühen Morgenstunden hätten alle Anseichefür einen konser- paliven -caieg bei den Wahlen bestanden. '-Lie liberale Partei ha-br eine vernichtende Niederlage erlitten. ..Dailv Rews" über chreib: ihre Aus- gäbe in Fettdruck: „Die Reaktion reiht das Land mit “ In einem Leitartikel schreiot dasselbe Blatt unter der Ueherfchrift: ..Antwort an Sinowjew . las bisherige Wah ergebnsi In T? keinen Zweifel über die Stimmung im Lande auffommex Die Stimmenzahl der Arbeilerpar et sei sclvst dort, wo hc ihre Sitze t?'Dielten, fast überall ganz beträchtlich vermindert worden. Die Li° beraleet lm'.ten alle ihre Sitze in Westminster verloren Wenn nicht irgendeine ganz besondere Der- änderung cinirctc. so mühte von einer r* o 11 ft ä n- digen 'Niederlage der Liberalen ge- fdrockner. wo: den Die Stimmem der Frauen seien diesmal ent Heidend in die Wagschale geworfen worden. Der einer .es Dries babe seine Arbeit ge- 1m:. De. W - ich ci:e. stabile.t Regierung habe über jede andere Bewegung triumphiert. Augen- Llidud; sähe es so aus, als ob die konservative Mehrheit im neuen Parlament nicht nur eine absolute sein werde, sondern daß fie auch stark genug sei, um die vereinigte Opposition überben Haufen z u werfen. Ein unglücklicher gwischenfall. London, 30. Oft. (TU.) Ein mit Kindern besetzter Frachtwagen der Konservativen brach während einer Rundfahrt durch die Stadt zusammen. Ein Kind wurde getötet und 10 verletzt, von denen 5 in das Krankenhaus gebracht werden muhten. Einigung in der Mossulsrage. Das Ergebnis der Brüsseler Völker' bnndsratssitzung. Brüssel, 30. Oft. (TU.) Dor englischtürfische Konflikt ist geregelt. Am Rachmittag Hal Granting dem Dölkerbundsrat einen Bericht unterbreitet, bah die englischen und türkischen ilnter- hündler grohe Versöhnlichkeit an den Tag gelegt hätten. Beide Parteien geben zu, bah b e r l m Vertrag von Lau sänne fe st gelegte Statusquo wieberhergestellt werden müsse. Branting beabsichtigt, bafür einzutreten, bah bic Grenzlinie ein wenig nach Westen ab- geänbert und eine neutrale Zone geschaffen wirb, um Zusammenstöhe zwischen englischen und türkischen Truppen zu vermeiden. Außerdem sotten die Vollmachten der am 30. September eingesetzten Grenzfestsetzungskommission erweitert werden. Roch in bei Rachtsihung bes Völkerbunds rat es haben sich beibc Parteien auf die Brantingsche Formel geeinigt. 3n bie Grenzfestsetzungsk>mmis- sion int Irak würben bann folgende Persönlichkeiten gewählt: ber.ehemalige ungarische Minister Graf To lock, ber ehemalige belgische Oberst Pauli unb der frühere schwedische Gesandte in Bukarest Wirsen. Der Wahaditenausstand in Arabien. Port Sudan 29. Oft. (WB) Ein Versuch hervorragender Bürger von Dschidda und Mekka, mit den Wahabiten zu einer Vereinbarung zu gelangen, ist gescheitert. Der Vertreter der Wahabilen in Mckfa erklärte, bah der Friede unmöglich sei, solange A1 i auf dem Thron bleibe. Dies scheint ein unüberwindliches Hindernis zu sein. Dschidda wurde jetzt in Verteidigungszustand versetzt Es werden militärisch? Do berei ungen get . ffe i, u n den drohmden Angriff ab-uwehren. Wei.ere Dcr- flärtungcn werden heute aus Akaba erwarte:. Tie Bevölkerung verläht in beträchtlicher Zahl die Stadt. Das französisch-russische Abkommen. Man hat in London von den drei haupt- beteiligtcn Regierungen damals gesagt, daß keine von ihnen einen Mißerfolg der Konferenz ausha l te n könnte. Macdonald muhte etwas Positives den Engländern zeigen können, um den Ansturm der Konservativen und Liberalen aushalten zu können. Her r i o t wäre beim Scheitern der Konferenz von den wiedererstar'.enden Poincaristen weggefegt worden unb das Kabinett Marx-Stresemann hätte vielleicht zunächst jubelnde Zustimmung gefunden, falls es seine Llnterschrift verweigerte, wäre aber bald über die politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Folgen gestürzt. In Deutschland und England hat inzwischen nur eine Auflösung ber V olf svertre tu ng die Kraft- probe vermeiden können, nur Herri o t sitzt vorläufig scheinbar noch unerschüttert, aber dochwot,! nur deshalb, well er durch die Vertagung des Parlaments bis zum Herbst die längste Atempause zugebittigl erhalten hatte. Auch er steht jetzt am Scheidewege, taktisch insofern in ber günstigsten Situation, als auch er an sich nur ber Vertreter einer Minderheitsregierung ist, aber boch durch bie Unter- stützungderSozialisten solange eine sichere Mehrheit hat, als diese nicht von ihm abfallen. Da er von den nationalen Gruppen nichts zu erhoffen hat, muh er sich also nach links ein- ftehen, wenn er sich halten will, und bie Zeit von der Londoner Konferenz bis Ende Oktober hat er denn auch dazu ausgenuyt. Er hatte um ber sozialistischen Unterstützung willen bereits in den ersten Tagen seiner Regierung sehr viel Ballast an Bord nehmen müssen durch den Bruch mit dem Vatikan, den er jetzt vollzogen hat, muhte bann aber während der Konferenz, um die Lou- cheur-Gruppe nicht zu verlieren, etwas mehr nach der Mitte herüberwechseln, scheint jetzt jedoch entschlossen zu fein, ganz stramm den linken Kurs zu segeln. Mit gutem Grande. Denn die Politik in London hat ihm doch bei den Sozialisten starke Sympathien gekostet. Er konnte verschiedentlich auf die Auffassung stoßen, bah er sich allzu sehr von Poincare nicht unterscheide und dah es deshalb eigentlich für die Sozialisten zwecklos sei, ihm die Stütze für seine Mehrheit zu liefern. Inwieweit diese Taktik richtig ist, wird jetzt in den verschieden Sitzungen der Departements entschieden. Allzu viel Sorten braucht aber § erriet deswegen kaum zu haben, die Entscheidung wird nach den bisherigen Stich- refultaten für ihn günstig ausfallen, allerdings mehr aus dem negativen Grunde, weil die Sozialisten klug genug sind, einzusehen, dah, wenn sie Herriot fallen taffen, sie unter der dann wieder erstehendem Rechts reg icrung zu vollkommener Ein- fhihlofigfeil verurteilt sind. Zudem ist Herriot auch dabei, den Sozialisten zu zeigen, wie gut fie es bei ihm haben. Der lange ausstehende Präfektenschub, die wichtigste inncrpvlitifche Konsequenz der Beseitigung der Pvincareschen Meh'.cheit, ist jetzt erfolgt unb dürfte mancherlei persönlichen Ehrgeiz befriedigt haben, auch gleichzeitig eine starke Sicherung für vielleicht notwendige neue Wahlen bedeuten, weil jetzt der amtliche Wahlapparat in der Hand der Linksmehrheit sich befindet. Auch das große diplomatische Change- ment ist endlich durchgeführt, das Herriot von der Bevormundung ber alten Ratgeber Poinca- reö befreit. Seine Vertrauensmänner fitzen am Quai d'Orsay, sitzen überall da im Auslande, wo er enge Fühlung braucht. Herrn Peretti della Rocca, ber ihm so gerne einen Knüppel zwischen die Beine werfen wollte, hat er nach Madrid abgeschoben, wo allzu viel Schaben nicht angerichtet werden kann. Er ist also nicht mehr der Gefangene des Poincarismus unb hat bar= aus sofort die erste Folgerung gezogen, indem er die Qlncr fennuna der S v wj e t - A egie» rung ausspvach. Auch bas ist in erster Linie eine Rotwendig- feit ber inneren Politik, bie aber boch ihre Rückwirkungen auf bie gesamte europäisch? Diplomatie in trgenbeiner Form zeigen muh. Für die ©nglänber ist es nicht gerade ein besonderes Geschenk, bah Herriot in diesem Augenblick Ruh- land gegenüber aktiv wird, wo Macdonald infolge des Sinvwjew-Briefes vermutlich den Wahlkampf verliert, wo jedenfalls die Annahme des englisch-rufiischen Vertrags durch bas -Unterhaus lehr unwahrscheinlich geworden ist. Die Russen haben dadurch ihre alte Politik befolgt, bah sie ben einen Staat gegen den an« beren ausspielen, bie Drohung ist ja zu beutlich, bah sie jetzt mit ber französischen Industrie bas Geschäft machen wollen, mit dem sie zunächst bie Engländer zu föbem hofften. Allerbings, allzu ernst wird man in Lonbon bjese Drohung nicht nehmen. Di? russischen Vorkriegsschulden si d ein Schatten, ber bie neue russisch-französische Freundschaft trübt. Bis sie nicht in irgendeiner Form gedeckt sind, wird ber französische Kapitalmarkt kaum bereit fein, den Russen Kredite zu geben. Ohne Kredit aber ist bie russische Wirtschaft nicht wieber in Gang zu bringen. Trotzdem ist die Anerkennung Rußlands durch Frankreich gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt ein sehr geschickter Zug auf dem europäischen Schachspiel, der bie französische Stellung stärkt unb gleichzeitig auch Herriot weiterhin di? Unterstützung der Sozialisten sichert. Wenn also nicht unerwartete Einflüsse von auhen her sich gcltenb machen, barf Herriot von sich sagen, bah er bie Pause bis zum nächsten Zusammentritt des Parlaments gut genug ausgefüllt hat, um sich auf eine large Regierungszeit ein richten zu können. Die Pariser Presse zur Anerkennung Ruhlands. Paris. 30. Oft. (WTD.) Die Blatter beschäftigen sich ausführlich mit der Frag? ber französisch-russischen Beziehungen. Der „Temps" schreibt jetzt, da die Geste vollzogen fei und ba die de jure Anerkennung der Sowjetmacht geschehen sei, habe di? Diskufiion von Tendenz- r.rb Zweckmähigkeitsfragm nur noch theoretisches Interesse. Man steh? vor einer Tatsache aus cer man bas Beste herausholen müffe, jnb?m man sich dort ohnmächtig zeige, wo man während sieben Jahren nützlicherwerfe die Interessen Frankreichs in Rußland geschützt habe. Da bie revolutionäre Richtung sich kategorisch toetgere, die vorerst im Rn men des russischen Volkes abgeschlossenen Verb ndlichknten anzuerke men, fei die einzige Möglichkeit, Frankreichs u n - verjä hrbare Rechte zu wahren, gewesen, die Sowjets durch freiwillig ein« gegangene Verpflichtungen z u b i n- en und so zu interessieren, ihren Verpflicht ragen nachzukommen, wenn s e wirklich wollen, bah Ruhland wieder seinen Platz in der Staatengemeinschaft einnehme unb bah die zivilisierten Rationen tätig an feinem Wiederaufbau Mitarbeiten. Das .Journal des Debats" hebt besonders hervor, bah durch bie Forme*, die Ministerpräsident Herriot in feiner Depesche an Tschitscherin gewählt hat. fcftgeftellt werde, dah die Anerkennung sich nicht auf die ehemals russischen Gebiete, die in unabhängige und von den Sowjet selbst anerkannte Staaten umgewandelt worden seien, noch auf Georgien beziehe oder auf Bessarabien, dessen Eingliederung in Rumänien offiziell von Frankreich anerkannt werde. Frankreichs Beziehungen zu Polen, Finnland. Esthland. Litauen und Rumänien würden also durch die Anerkennung in keiner Weise geändert. Im übrigen aber drückt das Blatt fein nur beschränktes Vertrauen zu den Sowjet- auS und ist der Ansicht, bah trotz der bestehenden allgemeinen Regelung bie Lage oon dem französischen Standpunkt aus nicht sehi klar fei. Die Pariser Bankiers gegen die Anerkennung Sowjetruhlands. P a r iS, 30. Oft. (T. 11.) In hiestgea xinanv freifen wird die Anerkennung SoivretrEstlands fkeplisch beurteilt. Bezeichnend ist. bah btt rufsischen Werte, die gestern an bei Börse 21 70 notierten, heute 21.20 im Kurse stehen Auch in russischen @migianlcn( reifen l.xil die Anerkennung großeDestürzung :)vrr>orgciu- fen. 2Ra flat off, der 1917 alS G fanbtev i> r provisorischen russischen Regierung nach irnrrs kam. Hal im Auftrage des Ausschusses russischer (Emigranten bei dem Mimsterpräfid nien He^iot gcgci die Anerkennung der ©omjetf regle rung böte ft i e r t. Eine Aeuherung Rykoffs. Moskau, 29. Oft. (W)lfs.) In einer Unterredung mit einem Vertreter ber Russischen Tele- graphen-Agentur crflärte ber Profit e des Rates der Volkskommissare, Rytosf «der Rahmiger Lenins), bah er in ber Anerk ' ung der Sowjetunion durch Frarrkreich vor allen Dingen das Streben Europas nach Frieden erblicke. Die Regierung Herriots, die an die Stelle des Ministeriums Poincarö g'treten, versuche, dieses Streben zu befriedigen. Wenn in d. nächsten Zeit auch mit Japan eine Verständigung erzielt werbe, bleibe in allen Ländern, bie füi Ruf land wirtschaftlich von Bedeutung seien, ntr noch Amerika übrig, bah der Sowjetregierung bie Anerkennung versage. Die Sabotage des Londoner Abkommens. Fortgesetzte Unterstützuirder Separatisten durch die Bcsaüunfis- behördeu. Kaiserslautern. 29 Oki (Wolss.) Var einiger Zeit haben in Lauterecken einige junge Leute bas Firmens child des Separa- tistentührers unb Rechtsanwalts Lang, ber sich nach fortgesetztem provozi.- enden Verhalten sehr unliebsam bemerkbar machte, nächtlichrrweise entfernt Aus Beschwerde des Lang bei ber französischen Defat- zungsbehörde erhielt SZautcreden am 6. Oktober eine marokkanische Strasbefayung. Weiterhin hat jetzt bic ftanzösisch. Oenbarmeric eine älntersuchung veranstaltet, obwohl die deutsche Staatsanwalilch,».! bic Sach? beiei's in Händen hatte unb die städtische Pol'nei in Lauterecken mit der Vernehmung de. Beschuldigten beauftragt war. Die Devölferung ist ü(xr i>as Vorgehen der ftanzöfischen Kriminalpofi,ei sehr beunruhigt, da sie berurdjtet, bah die jungen Leute vor e'n Kriegsgericht gestellt ü-erixn, obwohl ein französisches Gericht in keiner Weise für diese Angelegenheit zuständig ist Der Fall ist ein typisches Beispiel dafür, wie einige Befahltngs- deHörden immer wieder versuchen, s i ch zugunsten ihrer separatistischen Freunde in innerdeutsche Derha.tnisse einzu mischen und ihnen durch Eingrisse in du deutsch^ Staatshoheit d?i. Rücken zu stärken Die Tat der jungen Leute ist um so eher zu entschuldigen. als Lauterecken während der Scparati''ten- herrschaft auherorbentlia; schwe? unter dem Terror ber Separatisten zu (eiben hatte Der Abbau der Regie. Trier, 30. Oft. (TU.) 3in Eisenbahnbetrieb sind in den letzten Tagen verschiedene Aende- rungen eingetreten. Die Regie arbeitet nicht mehr für Repa rat ionskonto, sondern für Rechnung der neuen I Reichseifcnbahnqesell- schäft. Der Trierer H a u p t b r. h n h o s hat bereits einen deutschen Vorsteher. Dis zum 15. Rovernber werden von ber Eisenbahn nur Franken in Zahlung genommen, bann jedoch nur -deutsches Geld. In der Rächt vom 15. zum 16. Rovember von 12 Uhr ab toerben wieder deutsche Fahrkarten nuSgegeben. Die Kölner gone. Düffeldorf. 30. Oft. (TU.) Die Der- Handlungen der alliierten Mächte über die Kölle Zone sind für den 10. Dezember in Brüssel anberaumt. Die Micum will nun Düsseldorf endgültig den Rücken lehren. Sie versteigerte K' m ihren Autopark und den Restdesch ihrer üien. Die Steuerreform. Eine Finanzkonferenz in Berit». Berlin, 30. Oft. (Prid^Tel. des WTD.) Wie mehrere Blätter melden, hat Reichsfinanzminister Dr. Luther die Vertreter der Länder zu einer gemeinsamen Besprechung für Freitag nach Berlin geladen. In dieser Sitzung werde der Reichsfinanzminister das Resultat der Erwägungen, die seit einiger Zeit innerhalb des Reichssinanzministeriumö über die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit einer Umformung der Steuern schweben, mitteilen. 3n der Hauptsache soll es sich bei der geplanten Reform um eine Vereinfachung b et ©teuer- erhebung handeln. Die A m s a h ft e u e r soll herabgesetzt werden. Auch d-e Umformung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden sott in der Besprechung eine Rolle spielen. Es toetb* bamit der Post oder bei — die periodische Wasserkatastrophen verursachen, -eben. Katastrophe, die Ende September 20 Häuser unter Schutt und Geröll begrub und ein Dutzend sehr der Tessin der Hilfe bedürftig ift. Aus eigener Kraft wird es ihm nie gelingen, die zum Wettervoraussage. Meist bedeckt. Regenfälle allmählich nach« lassend, rechtsdre^ende Winde, Temperaturen zunächst wenig geändert. Der Faszistentag in Rom. Rom, 29. Ott. (TU.) Heute vormittag fand In Rom die angekündigte große Faszistentagung statt. Extrazüge hatten etwa 20 000 Fristen aus der Provinz nach der Hauptstadt gebracht. Der Aufmarsch begann bereits gegen 7 Uhr morgens. Auf dem Aventin hatte ein aus allen Truppengattungen zusammengestelltes Regiment Aufstellung genommen, das zusammen mit den faszistrschen Verbänden ein weites Viereck bildete. Punkt 11 Uhr verkündete tm Beisein des diplomatischen Korps und der geladenen Gäste sowie der Vertreter des Hoeres, der Marine und der Behörden der General der Miliz, Warini, den TagcsbefM. Mussolini erschien und die Fahnen und Banner senkten sich. F a ra, der Kommandeur der Dersaglieri, verlas die Eidesformel, die die einzelnen Crnturiea mit: „Wir 'chwören" beantworteten. Unter den Klängen des Köiiigsmarsches und der Faszistcnhymne defilierten dann die Legionäre vor den Offizieiea des Generalstabes des Heeres und der Miliz. Segen 12 Uhr mittags war die Feier beendet In Mailand, Florenz, Reapel und anderen grötz- heren Städten sowie in Rom hat nun die ge- gesamte Milizia Rationale von über 400000 Mann dem König den Treueid geleistet. einzuvämmen, die wilden Dergbäche zu verbauen, die Ebenen zu entsumpfen und so der einheunl- schen Bevölkerung ein ruhiges und wirtschaftlich sicheres Dasein zu ermöglichen. Eidgenössische Ausgabe ist es, der begonnenen Entvölkerung des Landes, dessen Bewohner auswandern, ent- gegenzuwirken, soll nicht der Tessin zu einem trostlosen, langsamen Sterben verurteilt werden. Don diesem Problem wissen freilich die Fremden, die unser Land besuchen und gerne einige Ferienwochen jenseits des Gotthards öie südliche Sonne im Tessin, dem Vorhof des eigentlichen Italiens, geniesten, sehr wenig. Man kann solches Wissen von ihnen auch nicht verlangen; Wohl aber wird eine andere, den -Lessm und speziell Lugano angehende Frage ihre Aufmerksamkeit wecken. Es handelt sich um die Frage der Strahe von Gandri a, jenes wundervollen Dörfchens, das jeder Besucher Luganos kennt und dessen Poesie Antonio F o - gazzarro in sein bekanntes Werk „Piccolo mondo antico" eingesponnen hat Das Kleinod des lauschigen, weltverlorenen Weges, der von Eastagnola nach Gandria fährt, ist nämlich durch Hmcmffetzung des Wahlatters. Was in Preuhen und im Reich schon längst hätte Wirklichkeit werden müssen, nämlich die Hinaufsehung des Wahlalters, ist jetzt in München in Angriff genommen worden. Der Ver- fassungsausschntz des Landtages hat einen Antrag des Bayerischen Bauernbundes gebilligt, der das Wahlalter auf 25 beziehungsweise 30 Jahre festgesetzt sehen will. Daß der Bayerische Landtag diesem Antrag zustimmen wird, darüber dürste kein Zweifel bestehen, zumal man auch in Bayern allerlei böse Erfahrungen mit den extremen Flügelparteien gemacht hat, die ihre Existenz doch lediglich einer jugendlichen und unreifen Wählerschaft verdanken. Aber auch der Reichstag und der Preuhische Landtag, die während der letzten Jahre manch unerquickliches Schauspiel besonders von kommunistischer Seite inszeniert sahen, werden nach den Reuwahlen um diese Verfassungsänderung nicht herum kommen. Zu bedauern ist, dast der Reichstag während seiner kurzen Somm-^rtagung keine Gelegenheit fand, den unreifen Elementen durch Hinaufsehung des Wahlalters das Wahlrecht und das Recht der Wählbarkeit zu entziehen. So wird also auch der neue Reichstag mit einer stattlichen Anzahl Kommunisten gesegnet fein, deren Wählerschaft nachgewiesenerma,hLN doch nur irt> un6 geschrieben. Ommer wieder zeigt sich, dah in der Bevölkerung die Kenntnis noch wenig verbreitet ist, dah die moderne Orthopädie auch die schwersten Fälle von Wachstumsstörungen und Verkrüppelungen mit Erfolg behandelt hat. Aus Grund der großen Fortschritte, die die Orthopädie in den letzten Jahren machte, ist auch in Hessen, wie in andern Ländern, eine systematische Fürsorge sür Krüppelrinder mit allen Kräften aufgenommen worden. Zu diesem Zwecke wurden für die Bevölkerung unentgeltliche Beratungsstellen (für Oberhessen in Gießen, Poliklinik) errichtet, die von Fachärzten der Orthopädie geleitet werden. Aufgabe dieser Beratungsstellen ist, insbesondere den Eltern gefährdeter Kinder Ratschläge zur Vermeidung von Wachs- tumSstörungen (Rückgratverkrümmungen und rachitische Verbiegungen) zu geben und angeborene Mißbildungen (Klumpfuß und ähnliche-) soweit irgend möglich zu bessern und die Folgen von Kinderlähmung, Tuberkulose der Gelenke möglichst weitgehend zu beseitigen. Wesentlich bei der Behandlung ist. dah die Kinder möglichst frühzeitig zur Beratung geführt werden, da einerseits schon durch vorbeugende Mahnahmen eine Verkrüppelung zu verhüten ist und anderseits die frühzeitige Behandlung die besten Erfolge erzielt. Die letzten Jahresberichte der Deratungs- steNen zeigen, wie segensreich sie gewirkt haben und in wie zahlreichen Fällen Kindern jeden AlterS geholfen werden konnte. Es sollten daher alle Persönlichkeiten, die Gelegenheit haben, mit Kindern znsammei^ukommen und sie zu beobachten, ihr Augenmerk auf Wachstumsstörungen, die ja leider infolge der schlechten Ernährung unserer Jugend viel häufiger sind alS früher, richten und mithelfen, dah diese Kinder rechtzeitig der Beratungsstelle zugeführt werden. Kein Kind in Deutschland dürfte heute, nachdem die Wissenschaft die Wege gewiesen hat, alS bedauernswerter Krüppel sein Leben vollenden müssen. Wietzener Wochenmarltpreise am 30. Oktober 1924 (Händlerpreise). GS kosteten auf dem heut'.gen Wochenmack: Butter 190 biS 200, Matte 35. Käse 75, Wirsmg 8, Weihkraut 6 Rotkraut 10, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8, Spinat 30 biS 40, Römischkohl 5, Llnterkohlrabi 5, Rosenkohl 60, Feldsalat 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35, Schwarzwurzeln 45 KürbiS 6, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 15, Rüste 60 Pf. das Pfund, Eier 18, Blumenkohl 20 b:S 120, Endivien 10 bis 20. Ober- kvhlrabi 8, Lauch 5 bis 15, Rettich 10, Sellerie 10 biS 30 Ps. das Stück, junge Hahnen 100, Gänse 100 Pf. das Pfund. * •• Die Beibehaltung des ununterbrochenen Rachtsernsprechdienstes gesichert. Rachdem die für diese Maßnahme erforderliche Zahl von Unterschriften der An- fchlußteilnehmer vorhmrden ist, kann man damit rechnen, dah der ununterbrochene Rachtfernspoech- bienft auch für die Zukunft sichergestellt ist. Die Zuschlagsgebühr für jeden Hauptanschluß wird voraussichtlich wesentlich niedriger sein, als ursprünglich veranschlagt war, und wahrscheinlich 60 Pf. vierteljährlich zunächst nicht übersteigen. •• Die Anmeldung möblierter Zimmer für die Studenten hat die 6tu- dentenHilfe in unserem gestrigen Anzeigenteil erbeten. Hoffentlich wird dieser Ditto schnell unb in umfangreichem Maße entsprochen. Ausserordentlich wichtige Belange unserer Landesun.ver- sität und des städtischen Wirtschaftslebens machm eS dringend notwendig, alle Kräfte zur Unterbringung der Studenten anzuspannen, da andernfalls unter Umständen mit dem Abwandorn eines Teiles der Studierenden an benachbarte Universitäten gerechnet werden müßte, selbstverständl.ch zum wirtschaftlichen Rachteil unserer 6tabL •• Eine neue bayerische Banknote überöO Reichsmark. Auf Grund des Bank- notengesetzeS tnm 30. August 1924 hat tue Bayerische Rotenbank mit der Ausgabe einer Rons im Werte von 50 Reichsmark begonnen. Die Banknote, welche in der gleichen Größe wie b;e in letzter Zeit erschienene Reichsbanknote mit 50 Mark zur Ausgabe gelangt, ist in grünem Ton gehalten. Sie wird von allen öffentlichen Kassen in Zahlung genommen. •• Der Pvlizeib ericht meldet: Zu dem UcbctfaH auf einen Studenten in der Rächt vom 19. zum 20. Oktober in der Südanlage ist mitzuteilen, dah der Täter ermittelt wurde. — Festgenvmmen wurde eine hiesige Person wegen Diebstahls und eine Person von auswärts wegen hier begangener Sachbeschädigung. — Am 6. Oktober wurde eine Person festgenommen, die sich nicht genügend ausweisen konnte und sich fälschlich Heinrich Zimmermann aus Siegburg nannte. Am anderen Tage gab der Verhaftete seinen richtigen Ramen, Barthel Hausweiler aus Rheydt, - an. Wie sich herausgestellt hat, ist er ein mehrfach vorbestrafter Mensch und wird von verschiedenen rheinischen Behörden wegen Diebstahls und sonstiger Straftaten gesucht. — In der Rächt zum Sonntag wurde aus einem Hose in der Sandgasse eine fette Gans entwendet und an Ort und Stelle abgeschlachtet. Personen, die entsprechende Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Rachricht zu geben. *• Personalte. Der Präsident des Ver- wallungsgerichtshofes Dr. jur. Dr.-Jng. August Carl Weber tritt am 1. Rvvember 1924 auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten in den Ruhestand. *• Der Turnverein Gießen von 1 846 hielt am Samstag seine Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht mar. Mit großer Be- ftiebigung kann der Verein auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Der 1. Sprecher, Universitäts-Oberinspektor Erle, gab einen umfassenden Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes, der Mitgliederbewegung usw. und dankte allen Vorstandsmitgliedern und Turnern für ihre selbstlose und uneigennützige Arbeit. Er ermahnte zu treuem Zusammenhalten im Interesse der großen deutschen Turnsache. Obcrturntoart Karl Erb berichtete über die turnerische Tätigkeit: Fraiu Sauer über die Tätigkeit der Schwimmabteilung: K. Hergenröther über die der Fechtabteilung und P. Grimm über die Erfolge der Spieler. Im ganzen wurden 192 Siege errungen, darunter vrele erste. Vereitrsrechner et- ning erstattete den Rechnungsbericht. Der Verein hat im abgelaufenen Geschäftsjahr gut gewirtschaftet. Von den nach den Satzungen auszuscheidenden Vorstandsmitgliedern wurden wiedergewählt: Als 1. Sprecher: W. Erle, als 1. Schriftführer: Ludw. Schneider, als Turn- Wart: K. Müller, als 3. Schriftführer: H. Salzmann, als Turnälteste: Gg. Saum, K. Strack und G. Freitag, als Zeugwart: K. H o r e h s e ck. Reugewählt wurden: Ernst Jung und L. Depler Der 2 Sprecher Pieper berichtete hierauf in eingehender Weise über die bereits getroffenen 0$örtereirungen zum nächstjährigen Mittelrheinischen Kreisturnfest. daS vom 2. August ab in unseren Mauern stattfindet. " Deutsche Volks Partei. Man berichtet unS: Am Montag fand eine sehr gut besuchte Versammlung der Frauen der D. D. P. im großen Saale deS „S)mbcnbürg ' statt. In Vertretung der Vorsitzenden leitete Sri. M Birnbaum, M. d. L., die Versammlung. In warmen Worten gedachte sie deS verstorbenen Abgeordneten Dr Osann, dessen besonderes Interesse für alle Frauenfragen sie hervorhvb. Daraus erstattete Zrl. Clara Birnbaum Bericht über den Parteitag in Darmstadt In kurzer Fassung gab sie den Inhalt der wichtigsten Reden wieder und zeigte dabei, a>ie die verschi«ä>enen Redner in hervorragender Weise zum Ausdruck brachten, daß die D. D. P. alle Berufsgrappen umfasse und ihnen auf Grund ihrer liberalen Weltanschauung gerecht zu werden fäh'g sei. Frl. Maria Birnbaum berichtete alsdann über die Äulturtagung der D. D. P. in Berlin. Dort wurden von berufenen Rednern alle aktuellen Fragen auf kulturellem und sittlichem Gebiet behandel t. Alle Dorträge basierten auf dem AuS- spruche unseres Führers Stresemann, daß nicht die Wirtschaft das Schicksal eines Dolles bestimme, sondern letzten Endes seine Einstellung zu den großen Ideen. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 6s/< ülhr .Polenblut". — Deutschnationale Dolkspartei: 81 < Hfrr im Ge- werbehaus Mitgliederversammlung. — Literarische Gesellschaft Gießen: S1'* Alf>r in der neuen Aula Herbert Eulmberg liest aus eigenen Dichtungen. — Rundfunkhaus: 8,30 Uhr „Der Barbier von Sevilla", ilebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Erstaufführung von Herbert Eulenbergs Schauspiel „Rl u n ch h a u s e n" am morgigen Freitag wird der Derfasser, der bekanntlich am heutigen Donnerstag einen Dort rag in der „Literarischen Gesellschaft" hält, selbst bet- wohnen. In bem Werk, das der Verfasser ein „Deutsches Schauspiel in 5 Auszügen (8 Bildern)" nennt, sind in Hauptrollen beschäftigt dre Herren Juhnke, Goll, Schubert, Baum und Vvlck, und die Damm Jüngling, Marcks und D a ch f e l d. Die Regie führt Herr T e l e k h. — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Rächsten Sonntag, am 2. Rvvember, beginnt der Konzertverein am bekannten Orte, in der Reuen Llniversitäts-Aala — wie üblich — nachmittags um 5 Uhr seine dieswinterliche Spielzeit. Wie aus den verschiedenen Anzeigen ersichtlich, sind auch für diesen Winter die herkömmlichen 10 Konzerte vorgesehen. Das erste ist ein Liederabend der bekannten und in aller Welt gefeierten Sängerin Frau Maria P os - C ar lv f or t i. Die Künstlerin hat in Gießen schon vor 5 Jahren mit solch außerordentlichem Erfolge gesungen, daß eine Wiederholung stürmisch begehrt wurde. Diesem Wunsche konnte allerdings erst jetzt entsprochen werden, weil Frau Carloforti auf ihren Reisen inS Ausland und nach überseeischen Staaten als eine Sängerin, die in ihrem Fach ferne Rivalin hat, dort verpflichtet wurde. Frau Ear- lofvrti ist ein Stimmphänomen und eine Vertreterin des „bei canto" und italienischer Stimmbildung, die diese Italienerin bei deutschen Gesanglehrern erworben hat. Wie bei allen Musikfreunden hat die Künstlerin auch bei sehr gestrengen Kritikern ungeteilte Anerkennung gc’un- den: in ebner Hamburger Besprechung wird von maßgebender Seite von ihr gesagt, daß sie er- ? Sängerin sei. die au» dem Doller, 'chör'l und mit sich stetS gleidbbteibenben fünftimtciK'' @rnhc ft» vvrzutvagen tvrftebt. daß ein Konzer " -n ihr — Deutsche Demokratische Partei. Morgen abend in bei Turnhalle ‘1 . . r: erfarnm- lung. RähereS in der heutigen Ar — DerErsteGießenei Di 11ardklnb veranstaltet am Samsr.rg und Sonn: .3 im Amend ein Billard-Wettspiel. Rüderes im Anzeigenteil. Hochschulnachrichten. Frodenius an die Frankfurter Universität berufen. S. Frankfurt a. M., 29 Oki. Dem bekannten Afrikaforsche', ße ' Fr0bentu » ist auf Antrag der philos-»phifcßcn Fakulrü ter Untberfttä t Frankfurt ein V 1 1 t - \ für Völkerkunde vom Kultusinini um. c t -ilt worden Derbandlungen. die die Stadt Franksu t mit dem Afrikas orscher weg ' d Museums in München gepflogen hatte Rlan hofft, die bedeutende Sammlung v)n Oe.» 5 »• benius dem biefigen Dölkermuseum anglieö rn zu können Kirchliche Nachrichten. Jsr. Religionsgemeinde. Gotteäd.l. d. Snnu - » (Südanl.s. GamStag, den 1. Rvvember. Dorabd. 4.45, morg. 9.00, abdS. 5.10 u. 5.50. Jsr. ReligionSgesellschaft. Sabbatfeier 1 0 0". Freitag abd. 4.35, Samstag vvrm. 8.30, nackiu. 3 30, Sabbatausgang 5.50, Wochengottesdienst moi-gciu 6.45, abends 4.30. gur Klarstellung: Die Gesellschaften, in die der frübeve Slllgemeine Deutsche Berstchertinnsnereitt a w. nii'?einaiibc’ w fallen ist. darunter die (Ztuttnart-yübcrt vcber.ovex sicheruttgS-Aktiettgesellschaft tu Stuttgart, treten neuerdiugS unter der Be-eichunrg , Stuttgarter Storficrn" oder „Stuttg.irtcv BerficheruNa^ kontern" aus. Da dadurch vielfach unlienfaim- utunr)au6. texlkon gegen Rückporto. !♦ A FFEE in nur la reinfchmeckender Qualität Haushaltmischung I . Mk 3.20 Haushaltmijchung II . Mk. 3.60 Spezialmischung .... Mk. 4.- Gesellschaftsmischung . Mk. 4.80 Edelmischung ..... Mk. S. - icucimijujuiiy ..... jjih. a. — Tee ».Kakao diverse bekannte Marken zu Originalpreisen und auch lose ausgewogen in la rein» schmeckender Qualität zu billigsten Preisen. Emil Fischbach jetzt Neuenweg 18 früher Seltcrsroeg 24. 8479c Bestellungen frei Haus. Fernsprecher 1667. 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Mitwirkung bewährter hiesiger Kräfte Eintrittskarten und Programme 024619 bei Crnst Challter und abends an der Kasse Mk. 1.50. 024660 gesucht. Näheres zu erfragen nachmittags zwischen 6 u. 8 Uhr Südanlage 11p. Ein Wurf neun Wochen alte zu verkaufen, own Lieh Hintergasse 45. 8Wochen alte, weihe Malteser Hündchen sZwergvndel», allerliebste Tierchen, zu oerkau en 024667 Plockstr. 5 p. Gut erhaltensS Mrlllcoitt zu verkaufen. Zu crimen in der Geschäftsstelle desGieh. Anzetgers. [8472D SSW« Broslan E. 498. [77WA Fleißiges oiw» UWN f. tagsüber gesucht grau obsr-Negie- rnngsrat Broun Franks. Str. 33 !. [Stellengesuche} Für ehr!., sleihiges SSU8 vom Lande noch nicht gedient, wird Stelle in gutem Hause gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 024645 a. d.Gieh.Anz. Junges Mädchen üom Lande hier schon In Stellung gewesen, sucht in besserem Hause f. tagsüber Beschäs- tigung. Näh. ImjjD Eoctdestr. 23 p. älterer, verheir., zuverläss. Mann, für dauernde Stellung gesucht. ,432d (tzcbr. Kahl, Kohlenhaudlung. 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Don । seiner poovisorischen Ruhestätte zu seinem prunk- । vollen Ewigkeitsgrabe Ein Legendenkranz hatte । sich bereits um diese immer wieder hinausge- - sl^bene feierliche Bestattung gerankt. Leo XIII. war der letzte bauende Papst. Wie I sich die Kaiser bemühten, als Mehrer des Rei- I ches in der Geschichte fortzuleben. so wollte es die Tradition der Päpste, daß jeder die schon un- 1 endliche Zahl herrlicher Bauwerke in der ewigen , Stadt nach Kräften vermehrte. Aber Leo, der ein l Dichter war und als Diplomat den preußischen Kulturkampf beenden konnte, stieh als Bauherr an die politischen Schranken, die ihm sein Vorgänger vererbt hatte. Als Pius IX., der frühere Graf Mastai-Feretti, vor dem Volksaufstand nach Gaeta geflohen, dann Stück für Stück des Kirchen- ljaates verlierend, schließlich auch Rom selber, nach einem bewegten politischen Leben 1878 starb, gingen die Wogen nicht nur in der kirchlichen und antikirchlichen Welt — hatte er doch die beiden umstrittensten Dogmen, das von der unbefleckten Empfängnis Mariä und das von der Unfehlbarkeit des Papstes aufgestellt l — noch hoch, sondern auch im politischen Italien, das xm päpstlichen Vorrechten nicht wissen wollte und keinerlei Anstrengungen machte, den Statthalter Christi zu einer Ausgabe der freiwillig übernommenen Rolle des „Gefangenen im Vatikan" zu bewegen. Lev, obwohl persönlich sehr friedliwend, konnte aus diesem offenkundigen Protest deS unversöhnlich zürnenden Pius nicht mehr heraus, es flarm bereits das mißverständliche Wort In Umlauf, der Papst dürfe den Boden der apostolischen Paläste nicht mehr verlassen, wo nun sollte er seine baufreudige Hand anlegen? Er fand einen Ausweg durch den Lateran, der zweifellos ein päpstlicher Palast war, der bis zur Auswanderung nach Frankreich den Päpsten vis Residenz gedient Hatte. An seiner Basilika, der Johanniskirche, „aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises Mutter und Haupt", setzte er den Meißel an, nachdem an der Peterskirche nicht gut mehr zu verbessern war. Leo verdanken wir die prunkvolle Apsis, in deren Rausch von Gold und Marmor, in deren Ricsengemälden und Wappen er sich selber verherrlicht. Hier lieh er auch dem großen Keherwerfolger Jnnocenz III. — vielleicht in dessen Eigenschaft als Wiederhersteller des Kirchenstaates — ein Denkmal setzen, hier wollte er selber begraben sein. Roch zu Lebzeiten beauftragte er Giulio Tadolini mit der Ruhestätte. die den Papst in monumentaler segnender Haltung zeigt, zu seiner- Linken einen knienden Cßilger, zur Rechten das Symbol der Kirche. Grün schimmert der Sarkophag, geduldig harrend seit Jahrzehnten. Warum nur bettete man den Erbauer nicht 6nrcin, warum wurde fein letzter Wille erst jetzt ausgeführt? Warum muhte der einbalfamierte Leichnam bis heute warten in der Vorkammer zu St. Peter? Der 13. 3uii 1881 gibt daraus die Antwort. On jener Rocht sollte der Leichnam des letzten Kirchenstaatsfürsten, der den tLinzug der italienischen Truppen durch die Porta Pia in Rom verflucht hatte, sollte der Vorgänger Leos von^der Peterskirche nach San Lorenzo überführt werden. Aber die antikleri- fclen Elemente rotteten sich zusammen, drangen aus die nicht gerade zahlreichen Equipagen der Kardinäle und Bischöfe, auf das betende Trauer- yesolge ein und gefährdeten be der Engelsbrücke koqar die Gebeine des Kirchenfürsten. Und unter solchen Anpöbelungen, unter fortgesetzten Dor- sroßen und Schmähungen mutzte der Zug den endlosen Ibeg fort setzen. Daher sprach man während des ganzen Pontifikats Pius X„ der zu Anfang des Weltkrieges starb, und auch unter dem Kriegspapst Benedikt XV. kaum mehr von einer Uebersührung der sterblichen Reste Leos. 2km wollte bessere Zeiten abwarten. Sind wir nun soweit? Ganz ohne Zweifel. Seit der jetzige Papst auf dem Heiligen Stuhle sitzt, seit er am Krönungstage das Fenster zur äußeren Loggia der Peterskirche öffnen lieh und ?um erstenmal wieder, gegen den Qulrinal, gegen Italien gewendet, den großen Segen erteilte urbis et orbis, über Stadt und Erd- lreis, seither wissen wir. datz die Aussöhnung mit dem weltlichen Italien zu dbersl auf seinem Programme steht. Unter seinem Pontifikat konnten zum erstenmal wieder fremde Souveräne gleichzeitig im Quirinal wie im Vatikan Besuche machen, königliche und päpstliche Soldaten geben einander aus dem Pe- tersplatze die ©frre; um Konflikte mit der Regierung zu vermeiden, erlieft der Papst soeben erst eine Enzyklika, die dem gesamten Klerus die E i n- Mischung in die Politik und insbesondere die Mitarbeit an politischen Zeitungen verbietet Und aus der anderen Seite lieft ein Mussolini drH von den Sozialisten tzinaus- geworfene Kruzifix wieder in den Schulen aufrich ten. Aber warum die Ueberführung während der Rächt? In halber Heimlichkeit? Ohne Prunk und Pracht, wie sie der Pontifex zu feinen Lebzeiten doch so liebte? Das ist nun eben das mögliche Politische. In diesen 'Tagen feiert der Faszismus zum zweitenmal den Marsch auf Rom und lodernd wird das Bekenntnis zum Liktorenbündel zum Himmel schlagen. Faszisten aber, fo erzählen uns ihre Gegner, haben es erst kürzlich fertiggebracht, während der Messe in eine Kirche einzudringen und auf heiligem Boden das Spielen ihrer Sturmhymne zu erzwingen. Mussolini hat nicht mehr alle radikalen Elemente in der Hand. Er müßte mit Karabinieri und Soldaten den päpstlichen Trauerzug schützen lassen. ©ieften und Wieseck. Weitere Antworten auf unsere Rundfrage.') Bürgermeister Schomber, Wieseck: Auf Ihre Einladung fühle ich mich veranlaßt, auch meine Stellungnahme bezüglich des Themas Gießen und Wieseck zu unterbreiten. Mit guten Worten haben die beiden Berichterstatter die Vorzüge der elektrischen Dahn sowie die Eingemeindung überhaupt geschildert. Woran die damalige Erbauung der Dahn hauptsächlich scheiterte, will ich heute nicht erörtern, sondern ich will die Aufmerksamkeit darauf lenken, was die Verbindung einer Dahn, wenn es auch nur eine Elektrische ist, für einen Ort und die in Frage kommende Stadt bedeutet. Wit Leichtigkeit können wir das Zentrum der Stadt erreichen und ebenso leicht ist es umgekehrt, daft die von drauften zu uns kommen fönnen. Zu diesen allgemeinen, ich möchte sagen, mehr idealen Vorzügen gesellen sich eine Reihe wirtschaftlicher Vorteile von allergröftter Bedeutung. Mein Hauptaugenmerk ist, daraus zu achten, daft ein lebhafter, lohnender Güteraustausch für die Folge zu erwirken ist. Wie und in welchem Rahmen ein solcher Verkehr sich bewegen muh, dürften die späteren Verhandlungen ergeben. Um die Frage tnieber ins Rollen zu bringen, bedarf cs neuer Fühlungnahme der her in Betracht kommenden Vertreter der Stadt und der Gemeinde. Bei den wiederaufzunehmenden Verhandlungen darf die Linienführung nicht zu viel in den Vordergrund treten, um so mehr, da diele bereits im Iahte 1914 in einer Stadtverordneten- sitzung fest gelegt wurde. Die Hauptsache ist die, daft wir eine gegenseitige Verbindung bekommen, wobei das Interesse der Gesamtheit ausschlaggebend sein muft, was dann von der gesamten Bürgerschaft als ein Fortschritt in der Entwicklung der Gemeinde freudig begrüßt werden wird. Daft die Errichtung der geplanten Dahn für unseren Ort sowie für die Stadt von größtem Vorteil sein wird, davon bin ich völlig überzeugt. Welcher Ruhen allen Schichten der Bevölkerung beiderseitig erwachsen würde, öas läftt sich heute noch gar nicht übersehen, datz aber alle Vorteile haben würden, des bin ich sicher. -Ich -hege die zuversicytliche (Sraxirtung, daß Verhandlungen wieder in Gang gebracht werden und der Plan sich nunmehr verwirklichen möge. Bezüglich der Eingemeindung enthalte ich mich jeder Aeutzerung. da diese Angelegenheit erst nach Erbauung der Bahn in den Vordergrund treten kann. Bei einer etwaigen Eingemeindung kann es für mich nur D ie Frage geben: Welchen Ruhen darf unsere Gemeinde bei einer solchen erwarten, und umgekehrt, wie wird es bei der Stadt sein. Rektor Dr. Nein, Wieseck: Ihrer Aufforderung, meine Airsicht zu Lüftern zu dem komnmnalpolitiichen Thema „Rieften und Wieseck', komme ich gerne nach. Ich hoffe, mit meinen Ausführungen die beioen Hauptfragen — elektrische 'Bahn und Eingemeindung — weiter klären zu helfen. Wieseck schreitet mit Riel -nfchritten dem 4. Tausend an Einwohnern zu Es beherbergt also so viel Menschen als 10 Dogelsbe/gdörfchen. Und diese gröftle dörfliche Siedlung der Provinz hat keinerlei Bahnverbindung. Da; ist sicher eine grobe Seltenheit im Jahre 1924. Die fleiftige und äufterst betriebsame Bevölkerung bef efr: fast ♦) Dergl. Rr. 246 vom 18. Oktober. Lin Jahr Rundfunk. Von F. ©ün ft ermann. (Rachdruck verboten.) Der Oktober ist der Geburtsmonat Les Deutschen Unterhaltu.rgsiund unks. Vor ei-tem Jahre begann der erste deutsche Sender seine Tätigleit, '■inb zwar im Vorhause in Berlin Dieser Sender toar auf Veranlas ung Les Staatssekretärs Bredow von der Reichspostbehörde eingerichtet worden. Auf Welle 400 gingen 12 Konzertstücke Don 8—9 Uhr abends zu der staunenden Hörern. Bescheiden war der Anfang. Skeptiker und Kritiker sanden reichlich Gelegenheit zum Rörgeln. Vias ist im Laufe des Jahres aus dem Rundfunk geworden? Man mag zum Unterho-iungsrundfutri stehen die man will. Das eine steht fest: der Rundfunk hat eine Bewegung entfacht, die weiteste Sch ch en unseres Volles umfaßt. Im Salon der elega.r er Srau läftt man sich zum ö-Uhr-Tee die Weifen eines fernen Orchesters gefallen; und in der ctube des Handwerkers, des kleiner Manes, her- chnmell sich abends jung und alt, um eine Opern- Übertragung anzuhören oder einem guten Vorzug zu lauschen. Gerade aus den Krerfen, d e festen oder gar nicht erschwingen könn en, ein ’juteä Konzert zu besuchen, hat man _ sich mit Scgeifterung auf den Rundfunk gestürzt. Es dürfte auch ernsthaften Krittlern enrleuch.'en. Letz dieser Hinsicht dem Rundfunk ein Volks tum- -sicher Wert innewvhnt. sofern nur die Sen. er Xeben schmackhafter auch nähr af e Kost d.e en. Staatssekretär Dr. h. c. Bredow, der der eigentliche Schöpfer des Rundfunkes in Deutschland ist, gab vor wenigen T»grn dir Zah! der angemeldeten Teilnehmer au, 350 000 an, dazu kommen die Familienntt g'.ieder, so datz täglich etwa 1 Million Volksgenossen durch den Rund- sunt •erbaut, erfreut oder — hin und wieder — geärgert werden. Diese Zahl, die eher zu niedrig als zu hoch gegriffen fein dürfte, umfaßt nur bie angemclbctcn Teilnehmer Es ist jedoch offenes Geheimnis, daß es eine sehr große Zahl von sogenannten Schwarzhörern gibt, die nich allein die Postbetzord- um den gewiß nicht uncr chwing- lichen Monatsbeitrag von 2 Mark bring m so i° bern die durch felbftg;baute, un achgemLße Apparate oft die Ursache unangenehmer 6törun.;en sind. Der Kampf gegen öie'e Schwarzhörer ist lebhaft im Gange; es ist zu wünschen, daß er Wandel schafft Das eigentliche Funkwesen — das erst allgemeine Bedeutung erlangte, als es der großen Malfe zugänglich gemacht wurde — ist natürlich erheblich älter als der ülnterhaltungsrund- funk. Vorher diente das Funkwesen lediglich nrili- tärischen Zwecken. Marconi, der die elettro- maanetischen Wellen zuerst in ihrer Auswertbar- keit erkannte, hatte keinen geringeren spian aI3 alten Enden der Erde seine Stationen zur Ter bin» bunq mit dem gesamten Schiffsverkehr zu errichten und so ein Monopol in die Hände zu bekom- men Beinahe wäre ihm das auch gelungerr Er hatte Anweisung erlassen, keinem Schrfte Mtt- teüung zu geben, das nicht mit seinen 3rrftru- austchließlich auS Industriearbeitern Die vorhandenen Kleinbauern stellen beinah: aus jeder Familie ebensalls der Industrie oder dem Verkehr Kräfte zur Verfügung, weil sie zum Teil auf dem durch fortge'etzte Teilung verlleii«rten Besitz ihr volles Auskommen nicht mehr haben. Damit will ich sagen, daß Wieseck nicht zu vergleichen ist mit einer gleichgroßen Siedlung etwa im Vogelsberg oder in der Wetterau, wo ein hoher Prozentsatz der Devöllerung an Ort und Stelle sestfthi und im Heimatdorfe selbst den Unterhalt verdient. Aus unter;m Dorfe find Tag für Tag mit absoluter Gewißheit (und daS ist bei einer RentabilitätSberechnu ig von ausschlaggebender Bedeutung» rund 2000 Men'chen un c - wegs zur Stadt und zurück. Und trenn von diesen 2000 nur ein kleiner Bruchteil die elektirche Bahn benutzt, so ist nach meinem Dafürhalten ein Fehl schlag von voncherein ausge ch offen. Es ist bei dem Bau der Bahn hierher doch keinerlei technische Schwierigkeit zu überwinden, keine Uebersührung über andere Bahnanlagen, kein Brückenbau, feine Straßen Verlegung, keine Erweiterung des Kraftwerkes, kein Kauf neuer Wagen, keine Einstellung ‘neuen Personals, rein gar nichts, als der einfache Sireckenbau auf der Strafte. Mich wundert nur. datz die Stadt Gieften die geschäftliche Gewinnmvglichkeit, die in einer konkurrenzlosen Straßenbahn hierher liegt, nicht schon längst ausgenutzt hat. Anders wäre es, wenn auch die Staatsbahn an unserem Dorfe vorbei- liefe. Dann würden vielleicht die sehr zahlreichen @ifcnbafrnangcftclltcn, die hier wohnen, diese benutzen, um sofort zum Dahihof Gießen zu gelangen. Die Verlegung der beiden 'Bahnstrecken nach Fulda und Gelnhausen, die ja sicher mit der Steigerung des Automobilverkehrs lommen muft, wird unserem Dorf auch eine Eisenbahn bringen. Ich habe den festen Glauben, daft wir trotz aller Hemmungen von außen einem neuen Ausstieg entgegensetzen. Es ist nicht abzustreiten, datz wir bei alter Kapital- und Wirilchaftsnot soeben eine rasche Aufwärtsentwicklung des Automobilverkehrs erleben. Sie wird bei Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse sicher bald noch ein viel schnelleres Tempo annehmen. Das ist etwas, was mit Sicherheit für uns in der Luft liegt. Vor 20 Jahren hätte niemand von uns zu hoffen gewagt, daß 1924 fast jedes Dorf unseres Vaterlandes TBafferkitung und elektrisches Lich'. hätte. Heute ist es Tat ach:. Und so werden wir heute in 10 Jahren eine ganz andere Zahl von Autornobllen in Deutschland haben. Dann aber wird der hemmende Bahnübergang an der katholischen Kirche eine Verkehrs technische ilnmcg- lichkell werden. Dann bekommen wir Wiesecker auch die Eisenbahn. Aber darüber brauchen wir uns heute den Kopf noch nicht zu zerbrechen. Viel wichtiger und von viel höherer Bedeutung für unser Dors ist im Augenblick die elektrische Stratzenbahn, denn sie führt urS sofort ins Herz der Stadt und unsere Arbeiterschaft zu ih.en Arbeitsstätten, und zwar viel besser, als Has die Staatsbahn tun würde. So wie eben die Straßenbahn m Gieften liegt und läuft, ist ihr Akttonsradius zu flein. Hauptlebenszentren der Stadt wie Kliniken und Universität sowie volkreiche Vororte erfaftt sie ja gar nicht. Ich erinnere hier an das Vorgehen anderer Städte, z. D. Darmstadts, das eben im Begriffe ist. die chemische Groftindustrie Merck mit ihren über 2000 Arbeitern dem Retze der städttschen Straßenbahn anzufchließen. Eberstadt ist bereits verbunden, und die Stadt plant schon lange eine Erweiterung nach Süden, die Bergstraße entlang. Ich bin fest überzeugt, daft diese elektrische Linie an der Bergstraße den gesamten Lokalverkehr von der Staatsbahn ablenken wird. Die Einwohner von Wieseck firtt> sich über den Wert einer elektrischen Bahn friert er alle im klaren. Der Arbriter würde am Morgen zur Arbeitsstätte und am Abend von ihr zurück je eine halbe Stunde, also eine dolle Stunde Zeit des Tages gewinnen. Die stellt für ihn einen wirtschaftlichen Wert dar, der nicht zu unterschätzen ist Das Schuhwert würde geschont, und die Gefahr einer Erkrankung durch no'feä und kaltes Wetter würde wesentlich reduziert werden. Wenn die Stadt einen wirtschaftlich möglichen Fahrpreis anseht, dann werden nach meiner festen Ueber- zeugung beide Teile — Gieften und Wieseck — auf ihre Kosten kommen. Vor einem Jahr verbot sich die Ausführung eines solchen Projektes von selbst. Die Gemeinden bekamen nur entwertete Steuern und waren finanziell in schlimmster Lage. Run hat sich aber das Blatt vollkommen gewendet. Jetzt haben die Einzelindividuen ihr Vermögen, die Gemeinden und Städte ifrre Schulden verloren. An den Kommunen ist es jetzt, die richtige wirtschaftliche Einstellung zu beweisen. Städte und Gemeinden dürfen nach meiner Ansicht eben keine Kapitalien an- lammeln. D e verfügbaren Gelder müssen hinein in die Wirtschaft, um sie zu befruchten. Das Bauen aller Art muft ermöglicht werden, um so mtt diesem Schlüssel allen anderen Industrien und Gewerben neue Entwicklung zu bringen. Der einzelne ist jetzt nicht oder nur selten in der Lage, für größeres aufzunedmendes Kapital die notwendige Sicherheit zu bieten. Die Gemeinden und Städte aber können es fast alle auf Grund ihres 'übalb- besitzes Und hier liegt eine moralische und wirtschaftliche Verpflichtung für sie vor. Wenn der einzelne eben nicht bauen lann. so sollen es wenigstens Gemeinden und Städte tun Der Bau der elektrischen Bahn nach Wie eck wäre ein kleiner, aber immerhin wertvolle'. Anstoß für die Wirtschaft des Gießener Bezirkes, eine gröbere Anzahl Arbeitsloser könnte eine längere Zeitspanne lohnende Beschäftigung haben. Der Dau der elektrischen Straßenbahn hierher würde auch rasch die zweite aufgeworfene Frage der Eingemeindung beantworten. Eine normale Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft vorausgesetzt. nehme ich bestimmt an. daß die zwischen Gießen und Wiefeck liegende unbebaute Strecke rasch sich mit Wohnbauten schließen würde, denn gerade das zwischen den beiden Siedlungen Itc- gende Gelände gehört zum schönsten und günstigsten Bauterrain, über das die Stadt verfugt. Es ist sehr guter, stets hochwasserfreier Boden, der zum großen Te 1 mit Dränage versehen ist. DaS ganze mächtige Geländestück neigt im größten Teil leicht nach Süden. Ich sehe gerade in diesem Gelände eine ideale Stelle für die Anlage einer Gartenvorstadt mit Einzelwehn fra ufern. Die Straße nach Wiefeck hat bereits Wasserleitung. Die An- läge von Querstraßen zwischen der Straße nach Wieseck und der Marburger Straße stieße nirgends auf die geringste Schwierigkeit Diese Wohnlage hätte den Blick aus das schöne Wiesecktal mit dem einzigartigen Wiesengrund. Mit ein paar Schritten wären die Anwohner nach Rorden auf der Marburger Straße, um kKts Lahntal mit seiner schönen Berg- und Durge.isilhoiuitte zu genießen, oder nach Süden brauchten sie wenige Schritte zum Philosophenwald. Für eine Eingemeindung von Wiefeck sehe ich keinen einzigen zwingenden Hinderungsgrund. Wieseck ist zwar freute noch vollk)mmen dörflichen Charakters. Das ist an sich kein Schaden und würde sich dazu rasch ändern. Alle kommunalen Anlagen find für dörfliche Derhälttafse genommen in guter Verfassung. Die Straßen sind nun alle ausgebaut. Die Gebäude, die sich im Besitze der Gemeinde befinden, sind alle in gutem baulichen Zustande, ilnferc Feldmark wird soeben bereinigt. Die Schule ist nahezu ausgebaut und erfordert für die nächsten Jahre keine hohen Aufwendungen. Ja, wir sind sogar in der glücklichen Luge, in einem guten ehemaligen Fabrikgebäude ein verfügbares Reservoir für weitere sechs Schulsäle zu besitzen. Unfcr immerhin nicht zu verachtender Waldbesitz schließt sich hinter dem Trieb sowohl wie am Hangelstein unmittelbar an den Wald- besih der Stadt an. Gießen würde alsdann zu den hessischen Gemeinden mit dem höchsten Waldbesitz zählen. Der große Vorteil, der in einer möglichst frühen Eingemeindung von Wieseck läge, wäre der, daß alle Maßnahmen von da ab getroffen würden mit dem Ausblick auf größere und weitere Derhältnisfe, und daft wir dabei stets in allen Dingen fachmännische Beratung hätten, die wir eben in unseren dörflichen Verhältnissen schle^er- dings nicht haben können. 3 Mk. 37 Pfg. kostet ein selbstgebackener MM-Wen nach folgendem Oetker-Rezept: 500 g Weizenmehl.......ca. M. 0.24 250 g Korinthen.......ca. ,, 0.50 50 g Zitronat (Sukkade) . . . . ca. ,, 0.40 100 g Rosinen........ca. ,, 0.25 250 g Margarine, Pfd. ca. 0.90 ... „ 0.45 200 g Zucker, Ptd. ca. 0.45 .... „ 0.18 » 6 Eier, St. ca. 0.19....... 1.14 1 Tasse Milch........ca. ,, 0.08 2 Teelöffel voll Zimt.....ca. „ 0.05 1 Päckchen Dr. Oetker'» „Backm" . . ,. 0.08 TI5f Ziihoroi+iinri- Die butter rühre schaumig, gib uoereiTung. Zucker> Ligeld Mehl, dieses mit dem Backin gemischt, Milch hinzu und zuletzt die Korinthen, Zitronat, Rosinen, Zimt und den Eierschnee. Fülle die Masse in die gefettete borm und backe den Kuchen ui etwa l'/i Stunden. 1832ss Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Setter, WrnMelNrlk. Blelelelö • Eingetretene Preisschwankungen sind zu berücksichtigen. I\________—--------/ menten ausgerüstet war. Das Funkwesen wäre völlig in die Hände Englarrds, geraten. Auch deutsche Schiffahrtsgesellschaften wären schon in den Ring eingeschlossen. Hier setzte die Arbeit Bredows ein. Mit Hilfe der Hamburg-Süd- amerika-Linie gelang es, Bresche zu schlagen. Rach wenigen Jahren war es möglich, eine den t- s ch e Organisation zu schäften, die sich über die ganze Erde erstreckte. Das war besonders wichtig, da Englartd es verstanden hatte, den Erdball mit einem Kabel- netz zu umspannen. Die Säulen Englarrds waren tatsächlich seine Flotte urrd das K a fr e l n e h. Deutschland begann zwar auch, Kabel zu bauen, und schuf die Verbindung mit Südamerika, mit dem Osten. Aber der Anteil Deutschlands am Weltkabel betrug doch nur 8,3 vom Hundert, der Anteil Englands dagegen 54 vom Hundert. Trotz dieser Sachlage wurde es in Deutschland vor dem Kriege versäumt, das Funkwesen genügend auszubauen. Welche Bedeutung die Gegner Deutschlands den wenigen Stationen des Deutschen Reiches beimatzen, geht daraus hervor, daß sie bei Ausbruch des Weltkrieges die erdenklichste Mühe darauf verwandten, die deutschen Funkverbindungen in ileberfee mit großem Aufwand von Streitkräften zu zerstören. 1919 ging man in Deutschland daran, Funkverbindungen mit den wichtigsten Ländern herzu stell en Heute ist das Funkwesen bereits stärker ausgebaut als vor dem Kriege. Verbindungen be* ftefjen mit fast allen Ländern Europas, aufter- dem zwei mit den Veretmgten Staaten, eme mit Südamerika, eine mit China, eine mit Togo Aber nicht nur dem Fernhören. auch dem Fernfprechen ohne Draht wendet man besondere Aufmerksamkeit zu. ilnö da ist gerade dieser Tage ein Ersolg zu verzeichnen gewesen, der bahnbrechend sein dürfte. Wie Staatssekietär Dredcw in einem Vortrage nrittrilte, ist es am 14. Ottcbcr 1924 gelungen, ein Gespräch zu führen mit einem Dampfer auf See, nämlich mit dem von Bremen ausgefahrenen Dampfer „Sierra Morena". Don Berlin aus wurde er drahtlos angerufen und zur Antwort aufgefordert. Deutlich vernehmbar konnten die in Berlin in der Reichspost versammelten Gäste durch Lautsprecher die Antwort frören: .Hier Sierra Morena". Der Ausbau dieser Erttndung ist — nach Bredows Aeußerung — lediglich nur mefrr eine Geldfrage. Auch Versuche mit l)-Zügen sind im Gange. Wir sehen, der Llnterhaltungsrundfunk ist nut ein Zweig des weit verästelten Funkwesens. Wer noch vor einem Jahre, als von Berlin aus die ersten Konzerte auf unvollkommenen Sendern, unvollkommenen Empfangsapparaten mitgeteilt wurden, die heutige Entwicklung propheze.! hätte, wäre ungläubigen Hörern begegnet Obgleich das Furrkwesen bereits ein Viri:t:ljahrhundert alt ist, haben wir doch alle das Gefühl, als stecke es noch in den Kinderschuhen. Die technischen Mögllch- fetten lind längst nicht erschöpft. Was freute mit dem fahrenden Dampfer gelungen ist. fann morgen mit dem O-Zug. übermorgen mit dem Luftschiff geschehen. Die eleltromagiletiia-en Wellen smd noch längst nicht all ihrer Geheimnisse beraubt Aus Der Provinz. Landkreis Gießen. V Watzenborn-Steinberg 29. Oft. 2lm Sonntag wurde hier und inGarbenteich das Erntedankfest gefeiert. Die Gottesdienste waren in beiden Gemeinden sehr gut besucht. In Watzenborn zogen die Kinder mit dem Pfarrer in die Kirche, jedes Früchte, Blumen und Evntegaben tragend. Die Kollekte für kirchliche Nothilfe ergab in Watzenborn-Steinberg 38 NA-, in Garbenteich 30,10 Mk. Kreis Friedberg. 4 Dad-Nauheirn, 29. Oft Daß man beim Umgang mit Gas nicht vorsichtig genug fern kann, beweist folgender Vorfall, der sich gestern hier zutrug. Eine hiesige Installationsfirma war in einer Villa mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Em Lehrjunge erhielt den 2Iuftrag. AU prüfen, ob die Gasleitung zum Badeofen dicht sei. Er zündete ein Streichholz an, um die Leitung abzuleuchten. Da schon Gas ausgeströmt war, entstand eine heftige Explosion, deren Wirkung zum Glück dadurch abgeschwächt wurde, daß das Fenster geöffnet war. Eine starke Flamme schlug aus dem Fenster ins Freie. Der Lehrling erlitt st arke D r an dwu n de n im Gesicht und an den Händen und muhte ins städtische Krankenhaus verbracht werden. _ Bad-Nauheim, 30. Oft. Auf Veranlassung der hiesigen Abteilung der.Deutschen Koftonialgesellschaft sprach gestern abend einer der größten deutschen Kolonialhelden und -forscher, Reichsarchivrat Major a. D. Dr. h. c. Dehner, über seine Erlebnisse in Neu-Gui- nea während des Weltkrieges. Die Veranstaltung war sehr stark besucht, auch aus der Umgebung. Die Zuhörer verfolgten die durch Karten und Lichtbilder erläuterten Ausführungen mit größter Spannung. Das Gefühl für die Notwendigkeit deutschen Kolonialbesitzes tat sich in regem Beifall kund. Oberamtsrichter Dr. Fuhr, der Vorsitzende der hiesigen Abteilung, dankte in herzlichen Worten und rief die Anwesenden auf. die deutschen Kolonien, die uns durch den Schmachfrieden von Versailles ohne Grund und Recht geraubt, nicht zu vergessen. Der koloniale Gedanke müsse wach bleiben im deutschen Volke, vor allem unter der Jugend. sf. Friedberg, 28. Oft Die Direktionen ter beiden höheren hiesigen Lehranstalten, der Au gu st ine r s chu l e (Gymnasium und Ober- realschule) und der Schillerschule (höhere Mädchenschule), erlassen eine gemeinsame Bekanntmachung, wonach sie im Laufe des Winters eine Reihe von Veranstaltungen allgemeinbildender Art veranstalten werden, um dadurch die Beziehungen und das freundliche Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus zu kräftigen. Geplant sind: Vorträge, musikalische Aufführungen, ein Theaterabend und ein Weihnachtsspiel. Eröffnet wurden die Veranstaltungen gefiern abend durch einen Vortrag des Ober- studiendirektors Altendorf „3n die Eiswelt des Berner Oberlandes und Zermitts". Der Vortrag, der in der Aula ter Augustinerschule stattfand, war gut besucht und fand beifällige Aufnahme: unterstützt wurde die Wirkung noch durch prachtvolle Lichtbilder nach wahrhaft künstlerischen Aufnahmen seines Reisegefährten Prof. M-olz. Auch ter Ges ch ichts - und Altertum s - verein kündigt an, daß er im Lause des Win- 'ters ungefähr sechs Vorträge veranstalten wird. Er wird schon Mittwoch mit einem Vortrag des Geheimerats Pros. Dr. Dehag h e I über „Deutsche ■ Personennamen" beginnen. Dem Dortrage kann man mit um so größerer Spannung entgegensehen, als ter hochgeschätzte Gelehrte sich erst vor kurzem im hiesigen Volksbildungsverein mit einem Vertrage über „Deutsche Scheltworte" so vorteilhaft eingeführt hat. Da auch das Polytechnikum wieder wie in früheren Jahren eine Reihe von Vorträgen allgemeinbildender Art bringen wird (mir nennen u. a. nur „Der Roman des 19. Jahrhunderts", Prof. Collin-Gießen: „Die Kunst Ser Gegenwart", Prof. Keller: „Deutsche Wirtschaftstunte", Privatdozent Dr. Grande r e t - Gießen ufax), so wird es ter Bevölkerung Friedbergs in der nächsten Zeit an geistiger Anregung nicht fehlen. 4 Friedberg, 29. Oft. Das Interesse: für das Radio nimmt auch auf dem Lande ständig zu. Es gibt in der We tterau kein Dors mehr, das nicht seine Radioanlagen hat. So sind beispielsweise in Okarben allein 28, In Klein-Karben nahezu 50 Anschlüsse. Kreis Schotten. -4- Schotten, 29. Oft. In der Nachkriegszeit ist auf dem flachen Lande, wo früher kaum ein Schachbrett heimisch tourte, ein sehr erfreulicher Aufschwung des schachlichen Lebens zu verzeichnen, an dem unsere Heranwachsende Jugend hervorragend Anteil hat. Auch in unserer Stadt ist die Zahl der Schachfreunte so groß geworden, daß man die Gründung eines Schach klubs ins Auge faßt, von dessen Wirken man weitgehendste Anregung und Forderung erhofft. % Eichelsdorf, 29. Okt. Das Landeskirchenamt hat angeordnet, daß für die während der Inflationszeit verpachteten ® r unb» stücke ter Pfarrei in diesem Jahre der Pachtpreis 1913/14 zuzüglich 20 Prozent für Abgeltung ter Steuern und Abgaben zu erheben sei. In Anbetracht ter Mißernte ermäßigte der Kirchenvorstand den Preis auf die reine Friedenspacht, was manchem, den es angeht, immer noch recht hoch erscheinen will '-4- Ober-Schmitten, 29. Oft. Der seitherige Auslandkorrespondent der Moufangschen Papierfabrik, E. Schuster, tritt in ten ersten Dezdmbertagen die Reise nach China an, um sich geschäftlich in Scha nghai n i e der zu - lassen. Der Auswandernte, ter sich in dec Vorkriegszeit längere Zeit in England und Afrika aufhielt, kehrte zurück, als das Vaterland seine Sohne rief, wurde mehrmals als Offizier verwundet und geriet in Gefangenschaft. Jetzt will er sich im fernen Osten eine Existenz grünten. Kreis Alsfeld. -er. H o m b e r g a. ö. Ohm, 29. Oft. 2n der jüngsten Gemeinderatssihung wurde die Anstellung zweier Nachtwächter sowie die Aufstellung von '4 Minimax-Appa- raten zur Bekämpfung der Feuersgefahr beschlossen. Auch unterhielt man sich eingehend über die Gründung resp. Umtoanölungi der Spar- und Kreditkasse in eine Bezirksspa r t a s s e. — Gelegentlich der am Sonntag abgehaltensn Kirchweihe wurde in die Wohnung des Bäckers und Wirts Karl Schepp von zwei Kerlen nachts ein gebrochen. Schepp war an diesem Sage Pächter ter Stadthalle und mit seinen Angehörigen darin beschäftigt. Es gelang, die Eindringlinge zu verhaften und ins hiesige Gefängnis ab^u fußren. Der eine derselben war ein früherer Knecht Schepps und sonach mit den Oertlichkeiten vertraut. . j * Alsfeld, 29. Oft. Die hiesigen wirt- schaftliche n Vereinigungen (Kaaftn. Verein, Einzelhandelsvereinigung, Ortsgewerbeverein, Hausdffiherverein, Hypothetenglaabiger- undSpararschuhverband, Rentnerbund) nahmen am Sonntag in einer öffentlichen Versammlung in der Turnhalle Stellung zur Landtags- Wahl. Nach eingehenden Referaten verschiedener Redner wurden, der „Oberhess. Ztg." zufolge, die Forderungen der Versammlung tote folgt einstimmig gebilligt: 1. Ersparung in der Verwaltung: a) Abbau des Arbeits- unb Wirtschaftsministeriums, b) Zurückführung der minifterialen Vorstände, Ministerial- und Staatsräte und sonstiger Minisl erialbeamten auf den Stand der Vorkriegszeit, c) Revision des Minister-Pensionsgesetzes. d) Vereinfachung des Steuerwesens in Veranlagung und Verwaltung. 2. Entpolitisierung des De amtenstan d e s. a) Besetzung ter Stellen lediglich nach Vorbildung unb Fähigkeiten, b) Keine Bevorzugung bzw. Benachteiligung auf Grund der politischen Einstellung. 3. Berücksichtigung der Belange der Erwerbsstände bei Schaffung von Gesetz en und Verordnungen. a) Schutz der nationalen Wirtschaft. b) Vereinfachung des Steuer Wesens m Veranlagung und Erhebung, c) Größeres Entgegenkommen bei Stundungen tm Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten, d) Beseitigung aller jetzigen unb künftig geplanten Sondersteuern, c) Belebung ter Bautätigkeit, Hinwirkung auf zeitgemäße Aenderung, möglichst gänzliche Aufhebung des Reichsmietengesetzes, f) Aufhebung der 3. Steuernotv-erordnung unb Ersatz durch ein entsprechendes Gesetz auf gerechter Grundlage. 4. Völlige Wiederher stellung der Selbstverwaltung ter Gemeinden einschl. Steuerhoheit. Soweit diesbezügliche Gesetze und Verordnungen der Regierung des Reiches unterliegen, ist von feiten der hessischen Regierung auf die restlose Erfüllung unserer Forderungen hinzuwirken. Starkenburg unb Rheinhessen. * Darmstadt, 29. Oft. (Eig. Bericht.) Die Gemeinde Griesheim hat mit der Allgemeinen Gas- undElektrizitätsge- s e l l s ch a f t in Bremen, welcher gemäß einem vor mehreren Jahren abgeschlossenen Vertrag die Versorgung der Gemeinde mit Gas und Elektrizität zusteht, neue Verhandlungen ausgenommen, daß dieser Vertrag um 10 Jahre verlängert wird. Die Allgemeine Gas- und Eleftrizi- tätsgesellschaft muß sich dafür. verpflichten, kostenlos das Ortsnetz zur Elektrizitätsversorgung anzulegen. Der Vertrag wird voraussichtlich angenommen. Bemerkenswert ist, daß Griesheim eine sozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderat und einen sozialdemokratischen Bürgermeister hat, es aber doch vorzieht, mit einem Privatbetrieb zu arbeiten, anstatt Gas unb Elektrizität öffentlich zu bewirtschaften. — Ein Manfarden- bieb schlich sich in eine Dachkammer ter Studentischen Wirtschaftshilfe in der Aleanderstraße ein unb schloß, als jemand die Kammer betreten wollte, die Tür von innen ab. Als man Werkzeug holte und die Tür gewaltsam öffnete, hatte sich der Dieb inzwischen ajn einer C© aschleine aus 16 N! eter Höhe auf die Straße ßerab gelaufen unter Mitnahme mehrerer Kleidungsstücke. Heffen-Nafsan. S. Frankfurt a. M., 29. Okt. Hier ist ter Nassau ifche Derkehrsverbanb wieder aufgelebt ter schon im Jahre 1914 gegrünt et wurde, aber durch die Krtegsjahie wenig Geltung hatte. Es waren alle in Frage kommenden Orte vertreten, unb es soll eine großzügige Ver- kehrspolitik begonnen werden, die sich auf das Siedlungswesen, die Nutzbarmachung ter Wasserläufe unb die Verbesserung des Zugverkehrs erstreckt. In Frankfurt soll eine Zentralstelle geschaffen werden. — Die Angelegenheit ter beschlagnahmten Sportkasse der „Eintracht" wird weitere Kreise ziehen. Für die nächste Stadtverordnetenversammlung liegen fast von sämtlichen Fraktionen Anträge vor, die fordern daß die Steuerschuld bis zur Entscheidung in dem Verwaltungsgerichtsverfahren cmsgff^t werden. — Zur Erweiterung des Woh- nungsbauprogramms hat der ^Magistrat beschlossen, Hauszinssteuerhypotheken für weitere 260 Wohnungen im (Betrage von 1 500 000 Mk. zur Verfügung zu stellen. Zur Unterbringung von Obdachlosen wurde ter Ankauf von zwei weiteren Baracken zum Preise von 40 000 Mk. beschlossen. bl Dillenburg, 29. Oft. Nachdem unser Kreis in ter- letzten Zeit von Viehseuchen ziemlich verschont geblieben war, ist neuerdings die Maul- unb Klauenseuche wieter in Gehöften der Gemeinten Herborn, Erdbach unb Eibelshausen festgestellt Worten. Man vermutet in einem Falle, baß bie Seuche durch bur chzie- henbe Schafherden eingeschleppt tourte. Strafkammer. * G ießen, 28. Oft. Dem früheren Lehrer einer hiesigen Privatschule, Peter Scheid, war zur Last gelegt, in ten Jahren 1922 und 1923 mit drei noch nicht 14 Jahre allen Schülerinnen unzüchtige Handlungen vorgenornmew zu haben. Das Schöffengericht Gießen hatte ihn am 20. August 1924 freigesprochen: in zwei Fällen, weil es die Aussagen der beiden Schülerinnen, gegen deren Glaubwürdigkeit die Beweisaufnahme viel Belastungsmateiial hervorgebracht hatte, für eine Verurteilung nicht ausreichend erachtete: in dem dritten Falke, weil es nicht für erwiesen annahm, baß auch in subjektiver Beziehung eine unzüchtige Hrrdlung Vortag. In dem letzten Falle hatte die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt. Die Strafkammer verwarf sie: sie konnte, da die Hauptbclastungszeugin ihre früheren Angaben ganz erheblich abschwächte, nicht feststellen, baß schon objektiv eine unzüchtige Handlung vorlag. Kleines Schöffengericht. * Gießen, 27. Ott. Unter Ausschluß ter Öffentlichkeit wurde gegen den Schafhirt Johann Schneider von Maar und zwei seiner Töchter wegen ter schweren Beschuldigung, Blutschande miteinander getrieben zu haben, verhandelt. Trotz großen Verdachts, daß ein jahrelanger verbotener Verkehr zwischen Sch. und seinen Töchtern ftattgef unten hat, konnten nur zwei Fälle ter Blutschande festgestellt wecken. Sch wurde zu zwei Jahren drei Monate Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, die Töchter kamen mit Gefängnis st rasen von drei unb vier Monaten davon. Der Arbeiter Konrad Klaar von Ebsdorf hat als Kassierer des Deutschen Fabrik- arbeiterverbandes, Ortsgruppe Mainzlar, tLZO Mark Krankengeld, die er an einen Arbeitskollegen abzuführen hatte, unterschlagen, ihm bzw. dessen Sohn auch eine Arbeits schürze und ein Paar Schuhe entwendet. Die Schürze befand sich in einem Spind, ten K. gewaltsam öffnete. Gesamtstrafe: drei Monate zwei Wochen Gefängnis. Aus Straf haft vorgeführt tourte ter frühere Wirt unb Anstreicher Friedrich Schneider aus Gießen. Er ist angeklagt, einem Büfett fräulein, bad bei ihm bedienstet war, 2500 Mk. aus einem in ihrem Zimmer stehenden Koffer gestohlen und ten Koffer zu diesem Zweck erbrochen zu haben, letzteres konnte in ter Hauptverhandlung nicht festgestellt werben, wohl aber, daß Sch. bas Geld genommen hat. Trotz seiner lebhaften Proteste und der (Beteuerung seiner älnschuld tourte ihm mit Rücksicht auf seine Vorstrafen ein Jahr Gesängn is zudiktiert. (Bet seiner Abführung toar er sehr laut, wollte alle Gießener Richter ein für allemal ablehnen und sprach von einer ungeheuerlichen Strafe, obwohl das Gericht mit Rücksicht auf seine geistige Minderwertigkeit große Milte walten ließ. Eine längere Verhandlung beanspruchte die Anklage gegen den Weißbinder Otto Dr. von (Bettenhausen wegen Verrats milltSrffchev Geheimnisse. Er war Schupvbsamter in Darmstadt, entfernte sich aber von seiner Truppe unb begab sich in das französische Lager nach Griesheim, angeblich, um in bie Fremdenlegion einzutreten. Hier blieb er mehrere Monate lang unb tourte von Zeugen in öfterem vertraulichen Verkehr mit dem Leiter ber französischen Spionage-Abteilung beobachtet. Gelegentlich einer Reise in seine Heimat wurde er verhaftet unb unter Anklage gestellt. Trotz bestehenben Verdachts, baß Br. den Franzosen Spitzeldienste geleistet hat, konnte das Gericht zu einer Verurteilung nicht gelangen, da ter Hauptbelastungszeuge seine früheren belastenden Angaben unter Eid nicht aufrecht erhielt. Gerichtssaal. e Darmstadt, 29. Okt. (Eigener Bericht.) Das Schwurgericht verurteilte den 31jährigen Portefeuiller Johann Martin Loh aus Büdesheim, wohnhaft in Offenbach, wegen Totschlags zueinemIahr sechs Monaten Gefängnis. Er hatte im JuliIs. in der Wohnung seiner Schwiegereltern in Offenbach den Arbeiter Friedrich Siegel erschossen. Der Grund zur Tat war Eifersucht. Lieber die Beziehungen Siegels zu seiner Frau war keine Klarheit zu erlangen, da die Mutter und der Bruder der Frau in der Verhandlung von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machten. Nach gerichtsärztlichem Gutachten ist Lotz ein hysterisch veranlagter und leicht erregbarer Mensch. Wirtschaft. Die notleidende Vörse. Selbst diejenigen, die im Kampfe gegen die Auswüchse ber Valutaspekulation und ter Inflationshausse in vorderster Reihe gestanden haben, geben heute zu, daß die gegenwärtige Lage ber • Börse unb ter an ter Börse tätigen Geschäfts- unb Personengruppen durchaus keine beneidenswerte ist. Cs war zwar vorauszusehen, daß eine endgültige Stabilisierung unserer Währung krisenhafte Erscheinungen in ter Wirtschaft und besonders auch am Wertpapiermärkte auslösen würde. Wenn man aber aus allen Gebieten Abbau ter Infüationspreffe unb In- flationSgebräuche forderte, so mußte man konsequente rweise auch ter Börse diejenigen äußeren Lebensbedingungen wiedergeben, die sie vor dem Kriege teseffen hat. Es gib hier nur zwei Möglichkeiten. Entweder stellt man sich auf ten Standpunkt extremer Sozialisten unb Kommunisten,_ di, in der Börse nur eins der vielen Mittel zu mühelosem Gelderwerb und zur Ausbeutung ter arbeitenden Menschheit sehen — dann möge man ruhig die Börsen schließen. Sieht man ater ein, baß in einem Staate, ter sich auf ter Grundlage ter Privatwirtschaft aufbaut, Märkte nicht nur für Kartoffeln, Eier, Butter und sonstige Waren, sondern auch für Wertpapiere, in-- und ausländisches Geld usw. vorhanden sein müssen, um überhaupt ein wirtschaftliches Leben unb einen Güteraustausch zu ermöglichen, so muß man auch bie Zirkulation dieser Güter so leicht wie möglich gestalten. Hemmungen gibt es für die Wirtschaft in unserer schwierigen Zeit ohnehin genug. Gegenwärtig ist bei ter Beurteilung ber Hohr der (Börfenfteuern als wichtigster Gesichtspunkt die Frage ber Heranziehung ausländischer Kapitalien für die deutsche Wirtschaft in Yen Vordergrund zu rücken. Das Auslarll) torrb und kann sich an deutschen industriellen Unternehmungen nur dann finanziell beteiligen, wenn es bie Gewißheit hat, baß für die Aktien der deutschen Industrie ein gut funktionierender Markt besteht. Vor dem Kriege betrug ber Amfatzstempel für Börsengeschäfte privater Kunden 0,30 Mk. pro Tausend vom ausmachenden Betrage. Heute werden 15 Mark erhoben. Das ist eine Steigerung auf das Fünfzigfache. Es hat sich erwiesen, daß diese Belastung für die Börse um so weniger tragbar ist, als daß tei ten unsicheren politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Verlustgeschäfte an der Börse doch mindestens ebenso zahlreich find tote die gewinnbringenden. Wenn die Börse ihre volkswirtschaftliche Ausgabe, die in ber Beschaffung von Betriebskapitalien für die Wirtschaft und in der Erleichterung des Kapitalumlaufs überhaupt steht, erfüllen soll, so muß das ganze Gebiet ter Börsenfteuern schleunigst einer gründlichen Revision unterzogen werten. 'Die amtliche G r Osthandel spn dex-- zifser am 2 8. Oktober. Die auf den 28. Oktober berechnete Großhandelsintexziffer des Statistischen Reichsamtes ergibt gegenüber dem Stand vom 21. Oktober (131,1) einen weiteren Rückgang um 2 Proz. auf 128,5. * Damag-M eguin A.-G. Aus Verwal- tungskreifen Horen wir, daß Generaldirektor Dr. Grifft Schlapper, nachdem die Fusion ber beiden Konzerne durchgeführt ist, sich nunmehr aus ten Dorstandsgeschäften zurückziehen toirb; er bleibt aber weiterhin im Interesse ter Gesellschaft tätig. ii mi pnw—i——■■— Seltsame Mierwochen. Roman von Arnold Fredericks. 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er wollte eben das Haus verlassen, als ihn ter Bankier, der offenbar noch etwas auf dem Herzen hatte, zurückhielt. „Herr Duvall," sagte er eifrig, „ich würde sehr gerne wissen, was Sie zu tun gedenken." „Ich will versuchen, bie Burschen, wenn irgend möglich, zu fassen," erwiderte ter Detektiv ernst. „Wie wollen Sie das anstellen?" „Noch kann ich es nicht genau sagen. Warum fragen Sie?" „Das will ich Ihnen erllären. Der Wann, ter heute abend hier war — ter mit dem schwarzen Bart — kommt morgen abend um acht ITßr zu mir. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen: ich wollte Ihnen das nicht einmal sagen, aber ich bin gezwungen dazu." „Gezwungen? Wieso?" „Well ich Ihr Versprechen will, daß Sie Nichts versuchen, um ihn festzunehmen. Hätte ich nichts gesagt, so hätten Sie vielleicht das Haus bewacht. Sie hätten ihn als ten erkannt, der heute hier war. und ter haftet. Ich wünsche, daß Eie auf leine Art sein Kommen und Gehen verhindern. Hat er einmal ten Triumphbogen im Auto verlassen, bann ist er frei." „Aber die Polizei?" „Sie kennt das ilebereinfonimen nicht. Fräulein Goncourt hat mir ihr Wort daraus gegeben, daß sie Stillschweigen bewahrt. Sie war damit einverstanden, die Leute, bie das Haus bewachen, zu entfernen. Wenn mein ileberernfonrmen mit dem Manne erledigt ist, können Sie unb die Polizei Ihr Möglichstes tun, um ihn zu fangen, aber bis dahin wünsche ich, daß Sie die Hände davon lassen." Duvall schwieg eine Weile. „Gut, Herr Stapleton, ich will tun, was Sie wünschen. Um Sie tatsächlich davon zu überzeugen, werte ich den Abend bei Ihnen tm Hause zubringen." „Gut, ich erwarte Sie. Gute Nacht!" „Gute Nacht!" Duvall verließ das Haus unb ging sofort nach seinem Hotel. Hier setzte er sich etwas später in einen bequemen Stuhl, entnahm die Zigarette aus dem Zimmer des Chauffeurs seiner Brieftasche und betrachtete sie kritisch. Dann nahm er ein Zündholz aus ber Schachtel, bie auf dem Tisch tag, steckte die Zigarette zwischen die Lippen und setzte sie sorgfältig in Brand. Er zog den Rauch in die Lungen, sog ihn tief ein. Einmal — zwei — dreimal toieterßolte er es, bann lehnte er sich in den Stuhl zurück, schloß die Augen unb versank in Gedanken. Datei entglitt der Rest ter Zigarette unbemerkt seinen Fingern und siel zu Boten. Nach einigen Minuten öffnete er die Augen wieder unb raffte sich auf. „Ich Hab s!" rief er, hob die halbverbrannte Zigarette vom Boden auf und warf sie achtlos in ten Kamin. Tann faß er an dem Tisch, zog ein Blatt Papier unb den Plan ter Stecht Paris hsrvvL und begann zu zeichnen und zu berechnen. Diese Arbeit hielt ihn bis spät in die Nacht hinein beschäftigt. Dreizehntes Kapitel. Es war nahezu zehn Lihr abends, als der Wagen mit Grace Duvall am Straßenrand an einem Punkt hielt, der etwa vier Mellen außer ber Stadt gegen Versailles zu lag. Sie hatte dem Kutscher den Ort, an den sie zu fahren wünschte, nicht genau bezeichnen können: sie hatte ihm aufgetragen, darauf los zu faßten, bis sie ihm sagen würde, er solle halten. Infolge ihres' Aufenthaltes vom Tage vorher, als sie mit ihren Gehilfen die Nachbarschaft abgesucht hatte, fannte sie ten Fleck ziemlich genau. Der Rosselenker schien ziemlich überrascht, sie an dem etwas abgelegenen Ort aussteigen zu seihen, zuckte aber mit richtiger Pariser Gleichgültigkeit bie Achseln, steckte das Fahrgeld, das sie ihm Lab, in die Tasche und fuhr rasch in die Dunkelheit hinein. Als Grace so am Straßenrand sich selbst überlasten war, fürchtete sie fast, etwas ziemlich Tolles unternommen zu haben Jetzt, da sie hie? toar, wußte sie nicht recht, was sie beginnen sollte. Rund um sich sah sie die dunklen älmrisse der Häuschen zwischen den Bäumen, hier und da ein vereinzeltes Licht, das einen Haushalt bezeichnete, der spät zu Bett ging. Die Landleute in dieser (Sege.ib, zum größten Teil Blumen- unb @emürejärtner oder Melker. legten sich mit den Hühnern schlafen, wenn man in Paris zu tafeln begann. Manchmal wurde die Stille vom klagenden Geheul eines Hundes unterbrochen, aber sonst war alles ruhig. Die Nacht war wolkenlos und am Verblass« ber Sterne gegen Osten sah sie, daß bald ber Monb hinter den Bäumen aufgehen würde. Neben ber Straße fand sie eine kleine ländliche Bank, auf der sie sich nieberließ, um au überlegen. Das Hundegeheul hatte in ihr den Gedaillen erregt, daß sie vielleicht das Hans ausfindig machen konnte, in dem Stapletons Knabe, wenigstens einige Zeitlang, gefangen gehalten wurde. Säe konnte sich an nichts im Garten unb nur an wenig im Zimmer erinnern, in dem sie ein* gesperrt gewesen toar; aber der Hund, mit dem das Kind im Gras gespielt hatte, hatte sich ihrem Gedächtnis eingeprägt. Sie erinnerte sich genau, daß es ein Pudel war; größtenteils schwarz, mit feinem gekräuseltem Haar, wie eh • Astrachan pelz, und spitzer Nase. Es gab viele solche Hund?, was sie wohl wußte; aber doch hatte jener etwas Besonderes. ' bas ihr ausgefallen war und sie bsstimmt fen Stand setzte, diesen selben Hund wieder zu erkennen, sollte sie ihn je toterer zu Gesicht bekommen. Sein langer, buschiger Schwanz, schwarz wie der übrige Körper, endigte in einem Büschel weißer Haare. Dies war an einem französischen Pudel et« was ganz älngewöhnliches. Sie Halle es vorher; nie gesehen trotzdem sie große Hundeliebhaberin war unb bie Rasse gut kannte. Daburch war ihr das Tier vermutlich zu einer Zeit ausgefallen,» da ihre Gedanken mit viel wichtigeren Singen beschäftigt waren. (Fortsetzung folgt> ZZ fe M ti um Wftief ff*68’ seinen- * Bobifäe äriltii Lbrmiche Mag ßolbtomlbt. ßritiUmtr 5 yolzvertohlW Hlütgert ipirft kcheibeanftalt flflg. Slekirizt Utramaun.. RainfraftWerl kchuckttt ... kiimenS A (h flbltrtorte , die Rechte vor, die die fränkischen Staalotz 'er au# den von Rußland und dessen den vorauSgegang.nen gegangenen Verpfii Ortungen er. al Giehener Fleischhalle 024661 32 Walltorstrake 32. Aiühtltzey au8 loiatti, tn drr "’M ■ len Jex ;ble De.' «intÄiat»! Drudri *?em 3tufl. tren. 1 " bystrrl'ch ensch. liefere ich erprobtes, vollständiges ““D Futter -rnchk darf, so heistt eS in der Snlschliesnmg wettzkr. in sinnloser Weise bk Lustfchifsbaudalle in Friedrichshafen zerstört incrbcn, in der L. Z. 126 erstand, dessen Leistungen bic ganze Welt bewundert hat Rlcht bünen länger die Bestimmungen des Versailler Vertrags b:n IKiu von wirklich leistungsfähigen B.u setzt ^-Luftschiffen und Derkchrs-Flugzeuge, für die kulturellen wecke des Verkehrs l>cmmen. 3 m freien Wettbewerb bei Graste ooUca w.r Ge'c.enhelt haben, den Lustfahrz.ugbau und de' Luftvertehr in der hiltuicllon likli voranzubringen, zum Legen späterer Geschlechter .Luftfahrt i st n o t“. Die Anerkennung Nutzlands. Paris, 29 Oft. (WTD vruch.) Ohl dem Anerfennungetrlegramm H e : i o t 3 an die Sowietregierung hei* c_- u. a : ? 2\ verjag der französischen Republik erkenn: n.xt b:::L' ab die ©otri.'ircgiciung de jure alt- a .. nng d.-e ehemaligen Ru,fischen Rei.x. an .. nAofl- sich heute die etwas freundlichere Stimmung. Zwar war das Geschäft am Anleihemarkt nicht so stürmisch wie gestern, doch fanden immerhin erhebliche Umfätye bei sehr anziehenden dürfen statt. Vernachlässigt blieben nur K.-Schatzanweisungen. Ganz besonders reges 3nteivssc bestand auch heute wieder für Stadtanleihen. ES kommt hinzu, dast nach sicheren Berich en aus London in der bortlgen Cßanftoelt ganz besondere Geneigtheit besteht. Darlehen an den t sche Kommunalverwaltungen und an die Landwirts cha s t auf Grundlage einer Sicherung durch Hypotheken usw zu geben. Die Börse glaubt, dast angesichts bicfeS vorteilhaften Angebotes die Zahl der Gemeinden, die sich zu einer Wiederaufnahme des Zinsendienstes für ihre eigenen Anleihen entschließen, noch wachsen wird, zumal immerhin die finanzielle Lage des gröhlen Teils der deutschen Kommunen ukw. keine ungünstige ist. Am Markt der 3ndustriepa- piere war das Geschäft nicht sonderftch lebhaft, die Tendenz aber im Grunde freundlich. Die Kaufneigung ist anscheinend bei der Börse selbst und auch bei den Banken im Wachsen begriffen. Einen gröberen Markt hatten Südiee-Phvsphate. die in der Aufwärcsbewegung grobe Fortschritte gemacht haben und im FrsiDerSchr mit 21 gehandelt wurden. Der Geld- und Devisenmarkt lag unverändert. Am Mrmtanmarkt waren zum Teil recht erhebliche Kursgewinne zu verzeichnen. Gelsenkirchen plus 1,4, Deutsch- Luxemburg plus 1. Kaliwerte lagen ebenfalls anziehend. Chemische Werte wenig verändert. Gleltrowerte befestigt. Die Aktien der Metall- unb Maschinenbauonstaften verkehrten zum größtem Teil auf gestrigem Stande. Textilwerte un- zu den höchsten Tagespreisen Tausche dasselbe unter äußerst günstigen Bedingungen gegen Strickgarne, Stoffe, Beiderwand, Kleiderdruck usw. Empfehle meine prima Strick- nod Jactaolle in 100 Farben end 20 ßnalilalen stets vorrätig Strickwolle das Lot von 8 Pfennig an 34700 Damen- und Herrenwesten nach Maß und Wunsch angefertigt dem die Sowjetregierung über i1 en Standpunkt nach (Srorfnunq der Verbanden se i allfl; meiner und wirtsch .sllichei Art sich gcäuheri habe, sei man geneigt. Delegierte in Paris zu empfangen. Aber schon jetzt dürfe darauf bin gewiesen werden, da st Frankreich eine (Sinin ischuna 3tu6(anb< li die tnner cn franzöft sche n Angelegen beiten nich ' dulden werde. Die von Kalenin, Rhk)w und Tschitscheri» unterzeichnete Antwort der russischen Regierung besagt u. a.: Die Sowjetregierung nimmt mit grober Befriedigung den Derschlag der französischen Regierung an. Die regelmäbl^rn diplomatischen Deckelungen wieder herzustell.n und gegenseitig Botschafter zu ernennen, austerde n auch ben Vorschlag, s )fort Verhandlungen einzuleiten. Genau wie die französische Regierung, glaube auch die Sowjetregierung, dast die gegenseitige Richteinmi'chting in di e Inneren An gelegenheiten eine unerlä bliche Bedingung guter Beziehungen nut jedem Staate im allgemeinen und mit Frankr«'nch im besonderen sei. Henkt ■ . ____ Freitag und Samstag 5 Pfund Zltifch 1 Mark sowie Fohlenrnaftsteisch. Empfehle meine prima Wurstwaren und guten Mittagstisch. e. pflegen die! 6 ter 3n. I ftemöen ha- * artige Lage i tätigen He- | ui leine be- I wuSzusehen I feer Mh I r Dichtza't I nxrrfte jui-1 i allen Se-1 r und In.» man ftu*- 7 gen dufteren | sie vor dm ß 1 M Mg> I i den €tantb I mmisten, di | !el zu müh-1 ung der ar-1 i möge man| m aber ein, I r «Anmdldne I $ nicht nur! ii ze Daren, I und auÄläfi'l müssen, um j n und einen | uft man autfc. t wie nrnqlii. )ie Mrtschrh j jmug (Segen er Höhr der» chtspunlt btt’ ’ er Kapitalien» Joiöerymndk kam! stch ar -1 pn nur tanil ewiftheit Hai.« JMstrie Ctrl t, Dor deinl für Q30rier.gr | pro Tausend I tc weiden I nmg aus Ml dch dich Tek Niger trdflto» ivlitischen unöj Secktslgeschaiitl enso phliE lernt die M te in »er 3» ür die Wirt. Z Mitatzimck , so muft daik hleunigst eineir erden. delsind"i e auf den £3 einen ,5gu3 Jetval- ^re^ST ssumnehr am ,ehen vZ sie der Gc'ell , spart Seife und Seifenpulver! I W § Mitverwendung vonHenko bei der Sitft45obo^ Wäfche verbilligt das Wafchen. j Vtnzäglidses Eiiwekbwäd 8451c Die Lieferungen erfolgen in nur verändert, ^ktrttermafhnx an-ieyeno ‘JXWTten eher fester. Schiffahrtswerte (ttlL 2lusländische (Renten lagen fast geschäftslos Märtte. Arankforlcr Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des .Giehener Anzeiger^.) Frankfurt a. M, 29 Okt. SS hm eben notiert: IDeiAcn 22,50 biS 23,50^ Roggen, inlänb. 22 biS 23. Sommergerste für Brauzwocke 24 bis 27,50, ^)afcr, inlänb. 19 bis 22. Mais, gelb 20,25 bis 20.75, Weizenmehl, inlänb.. Speziell 0, 34 bi- 37, Rogaenmehl 3050 bis 34. Weizenkleie 11,50, RoggenNeie 11,25. Tendenz: Unverändert. Schweinew.lirkt in Diesten. h. Giesten, 29. Ott Der heutige Schwerne« marft war mit 126 Ferkeln und Einlegern beschickt Es wurden folgende Preise bezahlt: Ferkel, 6 bis 3 Wochen. 12 biS 14 Mk. 8 bis 12 Wochen. 15 bi6 18 Mk., älter wie 12 Wochen. 20 bis 25 Mk.; Einleger 60 bis 70 Mk. das Stück. Büchertisch. - Einen seltsamen Schah uralten magischen Wei-tums, die magischen Lln terweis un- gen deS Paracelsus, des g rosten Meisters mittelalterlicher Hcilftmst, hzt F anz S p u n d a, selbst ein ernster Sucher und Forscher im Reiche des Wunderbaren, in der Handschriftensamm- lung des österreichischen Staatsarchivs entdeckt und ans Licht gezogen. Gin eigenartiger Zauber geht von diesen oft buntel geheimnisvollen alchemistischen Rezepten auS, die weit über das sinnlich Greisbare in daS Symbolische werfen. Der Wolken wanderer-Verlag in Leipzig hat es sich angelegen fern lassen, den mystisch erhabenen Eindruck biejeä Buchet noch durch die wrmdervoll einfühlende Ausstattung zu txr- Kaufe laufend jedes Quantum Schafwolle । u. Stricklumpen I Erste Gietzener villardklub. ttlubheim: dafe Amend. 6ilM-Ms[iel-Selm|ii8l Barm$MI-6iib Samstag, 1. Nov., nachm. 4 Uhr onntag, 2. Nov., Dorrn. 11 Uhr, nachm. 3 Uhr. Eintritt frei. Ter Vorstand. Alle Verehrer des Billardsviels herzlich 8466c willkomuien! t»6 «’l Heu vuro- | _ gerne tan»| sZ «” I in Ö*" J m| fk zu ,-chD.« Devtsenmartt Berlitt-Frankfurt ZL iS11"1™ iöutb» K lerne islchl h. hnefrüj; ^cht auf, /^/Z/ZZ/z/ Z//z/ — 3n einem reizvollen Essaybuch „Derma- gis che Dichter" (Wolkenwanderer-Berlag, Leipzig), gibt Franz Spunda Antwort auf eine Fülle brennender Gegenwartsfragen aus dem Gebiet der Kunst und unserer Einstellung zu ihr. Die Kunst als Wegweiserin zur sittlichen Reinheit, darin sieht Spunda die Aufgabe der Kunst in der Erziehung der Menschheit. 408 — Hermann Sinsheimer, Peter Wildangers E o hn. R)mcm. 2 Aufl. Gunther Langes Verlag, München. (Geh. 4 Mk., geb. 5 Mk ) — Das Werk Hermann SinSheimers Übt aus einem mit bitterm Humor geschilderten engen Milieu heraus den Gegensatz zwischen Vater und Sohn sich auswirken. Die Auswirkung gipfelt aber in einem, wenn auch durch zweifachen Tod besiegelten Zusammen klang und in der Schicksalsgemeinschaft der beiden Generationen. Ein rein geistiges Problem, der Kampf des Geistes mit der Materie, der Zdee mit der Realität, gewinnt, ins Bäuerliche getragen, an Tiefe, Plastik und Wahrheit, was es in dieser Umtoett an Kompliziertheit verliert. 1217 — (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Freiheit der Lüste! Berlin, 29 Oft. (WTB. Funkspruch.) 3n einer soeben angenommenen Entschließung fordert die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt sämtliche politischen Parteien Deutschlands auf, bei den bevorstehenden Wahlen in ihr Wahlprogramm die Forderung auf- zun^hmen auf eine Befreiung des deutschen Lufts ahrzeugbaueS von ihren augenblicklichen Fesseln, um damit der Welt zu beweisen, dast das deutsche Voll einmütig der Ansicht ist, das» Luftschiffe und Flugzeuge für Deutschland in Zukunft nicht mehr die Bedeutung von Kriegswafsen haben, sondern einzig und allein den friedlichen Zwecken des völkerverbindenden Verkehrs dienen können und sollen. Für N. Oftbr. Ch r. Ttepari. "8.129 flnulKte Viortrrmn ötlb tfnef Vaiii i |: Xonrr t • dkl 3 dnel ■mit-Wort BrN..?iniw (Ebriftbmia . «ooenl etfctholm . brllinaforS. ijtaUtn . . . Lcnbon. . . •tleuhorf .. TariS. . . . e<6n*U .. Svanirn . SBIeit Ctft. abgefl Trog - . . ®uba»rft . . Bn,n fllrel yulnarien ftapon . . . •Wiobt ffan Selirab . . L'llabon . 1M.99 ies,81 ro,17 20,2 69,M) 9 80 71,72 7^06 111,47 .2,03 19,11 10, 7 'S." 18,24 18371 4.1i 4,21 11,0? 12,0? 80,55 £0,95 66,31 16, 9 8,91 k34 12,49 12/5 5,485 6315 1,62 138 9,04 8.06 1,(15 1^25 1^46 1.47 6,09 6,12b 16,16 ‘6,54 1L5,00 20,15 69,50 72,32 111,47 10/3 18,17 *,83 4,14 $1,93 8-,65 66,11 5,915 12,4 5 »,485 1325 136 8.065 16,46 1 iS.Si 2035 59,83 72, 8 112,03 10, 9 11,' 3 18,97 4,21 12, ö 81,05 i€,39 F,?94 11,55 5,515 6/0: ‘-6,54 Mfiibon ICH02U L’OJ Voll roll rs: voll roll voll volstvoll l'OlI|DOll voll voll oll voll vou voll C 011 voll voll voll ffranffurtn. M Berktn gn VNNonen Prozent Schluh. Schlubb. Abend- Schlah. SAIuhk. Mittag- bdrje borft T-ihrm: 28. 13. 29 0. 28.10. 29.10, ^/, DeoNch« Rtt 10,01 — 10,1 10,20 Deutsche VerrinSdank .... Dlscvtuo tommanbl, .... — — — 11,75 16,80 Metalldank........... Mittelbeatsch« Lrrbtlbank . . 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