flr. 230 Erstes Blast irq. Jahrgang Dienstag, 30. SeptembCt |92^ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesten t>niah es eine ganze Reihe von Wirtschaftszweigen gibt, die ihre Unkosten nicht her- auswtrtschaften können; ich weih aber auch, dah für andere Teile der Wirtschaft die Forderung nach Preisabbau durchaus berechtigt ist. Cs werden heute noch in nicht unerheblichem Mähe von Verbänden Preise vorgeschrieben, die die hohen Kosten der auf einem erweiterten Produkt ionsumsang eingestellten Er- zeugung, selbst bei weiter zurückgehendem Umfang, hereinbringen sollen, und dadurch die Ab- sahverbältnisse, statt sie zu heben, nur vollends verkümmern lassen. Ich halte durchaus an meinem Worte fest, dah, wenn sich die Tarifermähigungen, Steuerermähi- gungen usw., die jetzt eingetreten sind, nicht auf die ganze Preisgestaltung auswirken, die Folgen schwer sein werden. Ich hätte deshalb ausrichtigt begrübt, wenn die Gesichtspunkte, für die die Privatwirtschaft die volle Verantwortung trägt, neben den Forderungen auf Steuerermähigung von den betreffenden Wirtschaftskreisen eingehend gewürdigt worden wären. Vielfach stellt man es aber so dar, als wenn alles allein von den Steuern abhinge; denn dies ist eine wirlliche Täuschung für die Oeffent- lichkeit und darüber hinaus eine Enttäuschung. Ich sagte nie, dah die Umänderung der Steuern beendet sei, ich bin umgekehrt bereit, auf diesem Gebiet in planvoller Entwicklung das Meine mit aller Kraft zu tun; die Wirtschaft aber muh ich ebenso dringend bitten, das Ihre zu tun.“ Regierungsmahncchmen gegen die Teuerung. Aendernnq der Kreditpolitik der Länder. —Umstellung derStenerpolitik. Berlin, 30. Sept. (Drahtmeld.) Aus Kreisen bet Verbraucher sind an die Reichsregierung unb bie Lanbesregierungen mannigfache Klagen gerichtet worben, bah die Pre i s- abbaumahnahmen bisher keinerlei Ergebnisse gezeitigt haben, vielmehr gerabe bie Preise her notwendigen Lebens- m i 11 e I in sortwährenbem Steigen begriffen ftnb. Die preußische Regierung hat barauf bei ber Reichsregierung angeregt, bemnächst in einer Besprechung bet beteiligten Ressorts über neue burchgreisenbe Maßnahmen gegen bie Teuerung zu beraten. Die Vorarbeiten ju biefer Besprechung sind noch nicht abges losten. Iebvch verlautet bereits aus unter . :; reisen. daß bie Reichsregierung beabs.chkigi ben fianbetn vvrzuschlagen, eine fM c nbe tu ng ihrer Krebitpolitik in bet Weise Vv'.'zunehmen, baß die ReichSbankttebite mehr als bisher denjenigen Kreisen zugewandt werden sollen, -ie in erster Linie für die E r z e u g u n g in Stage kommen. Weiterhin sind im RcichSs.nanzmini- sterlum Vorarbeiten über eine Umstellung der Steuerpolitik im Gange, die ebenfalls die Erzeugung entlasten und damit zur Erleichterung des LebcnSmittelmarkte« beitragen soll. Don preußischer Seite wird insbesondere darauf hingewiescn werden, daß es unbedingt nötig sei, dieSpannezwischen dem Erzeugerpreis und bem Äleinban- delspreiszuvermindern und Mitel ausfindig zu machen, um insbesondere der n h. st ä d t i s ch e n Bevölkerung bie notwcnd ecn Erzeugnisse unter Ausschaltung der zahlreichen Zwi- schenhanbelsgewinne zugänglich zu machen. Der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern, Gemeinden Auslassungen des preußischen Ainanzmiuisters. München, 29. Sept. (WB.) Dec preuhpche Finanzminister von Richter, der in München weilt, c.npfing heute den Leiter des Süddeutschen Korrespondenzbureaus zu einer Unterredung, in der er u. a. erklärte, es sei ün Interest e des Reiches wünschenswert, dah die beiden größten Länder des Reiches und das Reich keine gegensätzlichen Interessen hätten. Cs sei daher besonders erfreulich, dah diese beiden Länder trotz starker Bedenken das Dawes- Gutachten angenommen hätten. Aufgabe der Länder sei es nunmehr, die Durchführung nicht zu erschweren. Doch fei es zugleich Pflicht des Reiches, auch die Existenz Möglichkeit der einzelnen Länder zu berücksich- ttgen. Eine reinliche Scheidung in der Verteilung der Steuerg uellen zwischen Reich und Ländern müsse erfolgen, indem gewisse Gebiete ausschliehlich dem Reiche, andere aus- schliehlich den Ländern und Gemeinden zugewiesen werden. Die Einkommensteuer könne feiner Meinung nach nicht verschiedenartiger Behand- lung durch die Gesetzgebung der Länder unterstellt werden. Andererseits könnten Regierung unb Bevölkerung mehr als bisher bei der Durchführung der Cinkommensteuergesehgebung beteiligt werden, um bei Wahrung gleichmäßiger Gesetzgebung und Veranlagung den Interessen der einzelnen Länder mehr gerecht zu werden. Dies fei um so notwendiger, da schon jetzt 90 Prozent der Einkommensteuer den Ländern und Gemeinden zufliehen. Auch sei es notwendig, den Gemeinden das Recht auf die Erhöhung des Zuschlags zu gewähren. Doch sei hierzu erforderlich, dah vom Reich die Steuersätze nicht zu hoch seien, dah sie weitere Zuschläge unmöglich machten. Die gewerbliche Steuerbelastung Essen, 29. Sept. (WB) Die Bollvecsamm- lung der Bereinigung von Industrie- und Handelskammern des Rie^errhrinisch w:stjulisch-iüd- westfälischen Industriegebietes te chäftigtt si h erneut mit den Fragen der Gewerbesteuern und der Finanzgebarung der Gern in- den. Die Versammlung nahm ine Ent'-tlehung an, in der zum Ausdruck gebracht wird, d . Möglichkeit, die Wirtschaft des Westens wiede.- in Gang zu bringen, sei nur gegeben, wen i die auf ihr ruhenden Lasten w sentlich vermindert werden. Dazu bedürfe es in erster Linie einer toirEfamen Beschränkung der ge e bl chen Steuer belastung. des Reichskabinetts zur Frage des deutschen Eintritts in den Völkerbund unterbreitet und in Form eines Memorandums schriftlich überreicht. Di? Reichsvegierung hat die beteiligten fremden Regierungen gebeten, um durch eine öffentliche Erörterung von vornherein den Gang der Besprechungen nicht zu stören, von einer Bekanntgabe der deutschen Darlegungen zunächst abzusehen Deschalb wird auch deutscherseits der Inhalt dieser Instr.ik- tivnen nicht veröftentllcht. Ministerpräsident He r r i v t wird das ^Memorandum am kommenden Donnerstag dem Ministerrat, dec unter dem M>rsitz des Präsidenten der Republik zusammentreten wird, zur Prüfung unterbreiten. Der Inhalt des Memo.andums ist heute nachmittag wähcend des Kabinettsrates den Ministern mitgeteilt worden. Wie wir von unterrichteter auhenpolltischer Seite erfahren, hat sich Herriot be. der II.6er= reichung des Olkmoranbums bereit erklärt, in einen Meinungsaustausch mit der deutschen Regierung einzutrelen. Es werden demnach zunächst d utsch-französische Besprech-!7-ge'. statt- firden, wiih.eid die übrigen Völker: uadsmach e den Verlauf dieser Vorverhandlungen abwa.tten werden. 'Ser „Petit Parisien" glaubt über den Inhalt des deutschen Memorandums, fragendes mitteilen zu können. Das Memorandum sei nicht in der Form einer Aufzählung von Bedingungen abgefaht, die die deutsche Regierung bei ihrer Zulassung stellen werde, noch handle es sich um einen trockenen Fragebogen. Cs stelle vielmehr ein allgemeines Expose der Fragen dar, übe; die Deutschland Klarh« i twünsche, hauptsächlich über die Stellung, die der Versailler Verttag Deutschland auferlegt habe. Das Memorandum verlange in erster Linie, dah Deutschland aus dem Boden absoluter Gleichberechtigung milden Grohmächten zu- gelassen werde, das heiht, dah es einen ft ä n = big en S i h im Völkerbundsrate erhalte. Werde dieses Versprechen gemacht, werde Deutschland von den interetfierten Mächten verlangen, zu wissen, ob es hoffen könne, dah die Lösung gewisser Probleme, wie die oberschlesische Frage und die Frage des Saargebiets, und die Frage der militärischen Kontrolle bei dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund leichter durchgesührt werden könnte. Es scheine außerdem, dah die deutsche Regierung die Versicherung haben wolle, dah Deutschlands Eintritt in den Völkerbund es nicht zwinge, evll. Mahnahmen zu ergreifen, die i m Widerspruch sieben mit den Verpflichtungen, die Deutschland im Vertrag von Rapallo gegenüber Ruhland übernommen habe. Schliehlich drücke das Memorandum den Wunsch aus, dah auch Ruhland so bald wie möglich in ben Völkerbund ausgenommen werde. Das Memorandum enthalte ferner eine Stelle, in der die Frage aufgeworfen werde, ob Deutschland im Falle eines Konfliktes an militärischen Sanktionen teilnehmen müsse. Die Verewigung der Militär- Kontrolle. (Eigener Informationsdienst., Berlin, 30. Sept. (Drahtmeldung.- Die nunmehrige offizielle Bestätigung der Vach richten, w-onach im Völkerbundsrate die Militärkon- trolle in der Weis« geregelt trarben ist, dah Deutschland von der aktiven Teilnahme daran auch nach feinem Eintritt in den Völkerbund au sgeschlos- f e n bleibt, hat in Berliner politischen Kreisen tiefe Verstimmung erregt. Don Seiten^ der Reichs reg erung wird darauf hingewiesen dah sie schon feit langc-m einen solchen Veschluh befürchtet und sich beäb-atb in dem Memorandum übet die Frage des Eintritts von vornherein dagegen, perv-ab' » bohr, weiterhin re b 1 g- lich Objett erner Ulilttärtontrölle durch den Völkerbund zu fern. Diese OferiDabrung bleibe naiürlich auch gegenüber dem neuerlichen Deschins, in Kraft, nnd es werde von einem Eintritt Deutschlands nur dann die Rede sein können, wenn diese Frage in zufriedenstellender Weise ge- regel, werde. Allerdings lauten die bisherigen Nachrichten aus Genf ziemlich pessimistisch, und cs ist mit groben Schwierigkeiten zu rechnen, bevor daran gedacht werden kann, die Hindernisse zu beseitigen, die bisher einer gleich- berechtigten Teilnahme Deutschlands an der Mi- litärkontrvlle im Wege stehen. Die Schweiz und das Abrüstungsprotokoll. Basel, 29. Sept. (Tel-Hn.) Der schweizerische Bundesrat hat sich in seiner Sondersitzung mit dem Abrüstungsprodokoll des Böller- bundes beschäftigt und die Stellungnahme, der schweizerischer Völkerbundsdelegativn in btefer Frage einstimmig festgelegt. Cs heißt, daß die Schweizer Regierung zwar mit der ausdrücklichen Feststellung in dem Bericht Beneschs sehr zufrieden sei, wonach sie infolge ihrer Reutralität nicht gezwungen werden könne, an militärischen Sanktionen teilzunehmen, dab sie ober trotzdem Las Protokoll nicht unterzeichnen werd:. Die Nichtunterzeichnung solle aber nur besagen, dah die Schweiz ihre im Staatssystem einzigartige! Stellung unveränd^t zu bewahren wünsche. Die Rückkehr der letzten Ausgewiesenen. Be r l in, 30. Sept. (Drahtmeldung.) Nachdem Dr. H ö f l e, der Minister für die besetzten Gebiete, am Montagmorgen aus Wien zurückgekehct ist, werden aus dem Ministerium für die besetzten Gebiete sofort neue Instruktionen an die deutscheDelegation in Koblenz gehen. Es besteht noch ein Rest von 74 Ausgewiesenen, für die bisher eine Amnestie und Rückkeh.eriaub« nis nicht zu erlangen war. Das Ministerium für die besetzten Gebiete wird in den nächsten Tagen alle Anstrengungen machen, um durch seine Vertreter in Koblenz auch die Rückkehr für dies* letzten Ausgewiesenen zu erlangen. Cs wird von dem Ministerium bestritten, dab in der letzten Zeit von französisch-belgischer Seite der Versuch gemacht worden sei, als Kompensation für die Zurücknahme der Ausweisungen Zugeständnisse auf dem Gebiete der Handelsverträge zu erlangen. Dagegen wird zugegeben, datz den französischen und belgischen Delegierten gewisse deutsche Zugeständnisse in rein technischen und Verwaltu ngs- fragen des besetzten Gebietes meinem gewissen Zusammenhang mit der Frage der Ausgewiesenen gemacht worden sind. Jedoch smd auch diese Dinge im groben und ganzen zur Zufriedenheit geregelt worden und man hofft, die Rückkehr für die letzten Ausgewiesenen baldmöglichst erreichen zu können, E -------- Auch die Belgier wollen sparen. Paris, 29. Sept. (WTB.) Der Brüsseler Berichterstattei des „Temps" meldet, dab die . belgische Regierung sich aktiv mit der Frage be- 1 schuftige, welche Ersparnisse bei den verschiedenen, x-durch den Versailler Vertrag und den Dawesplan eingesetzten Kommissionen, -.erzielt werden können. Grundsätzlich habe man sich dahin geeinigt, dah die Reparationskvmmis- sion und die neuen Organismen, die der Dawes- plan vorsehe, nicht mehr Ausgaben verursachen solleii, als die Reparativnskommission bisher verursachte. Aber die neuen Organismen würden viele Kosten verursachen, da ihre Mitglie- dxr aus G o l d b a s i s bezahlt werden uni> der Lebensunterhalt in Berlin sehr teuer sei. Rach belgischer Ansicht sollten in der Reparationskommission die Delegierten der ein= zelnen Länder kein ständiges Mandat mehr haben- sie sollten grundsätzlich nur einmal i m M o n a 1 zusammentreten und nur Tage- gelder erhalten. Die zweiten Delegierten sol- »n nach einem Iahre vollkommen beseitigt werden, da man annehme, dah bis dahin der Dawesplan vollständig funktioniere. Das Generalsetretariat, die Personalabteilung, der Finanzdienst, die juristische Kommission und die Nachrichtenabteilung sowie das Garantiekomitee seien a u f z u l ö s e n. In Zukunft werde nur noch ein interalliiertes Sekretariat mit 10 Beamten unterhalten werden, und im ganzen werde jede Delegation nur etwa drei bis vier ständige Beamte unterhalten. Dadurch würden die Kosten für die Reparations- kommission um 60 bis 70 Prozent herabgesetzt. Auch bei der Rheinlandkommission könnten Ersparnisse erzielt werden. Ein Ausschuß beschästige sich mit der Frage der Verminderung des Personals und der Unterhaltungskosten um 50 Prozent. Belgischerseits glaube man auch, daß die interalliierte Militärkontrollkommission zissernmäbig herabgesetzt werden könnte. Es müsse übrigens auch die Frage der Llnterhal- tunqskosten derBesahungstrupPen geprüft werden. Auf Grund des Abkommens vom März 1922 unterhalten die Franzosen 90 400 Mann, die Belgier 19 500 Mann und die Engländer 15 000 Mann in den Rheinlanden. Vielleicht könne man hier eine Reduzier u n g um 10 bis 12 Prozent ins Auge fassen, sowie ferner eine Verminderung der den englischen Soldaten gewährten Zulagen von zwei aus eine Goldmark, wenn diese Zulage nicht überhaupt völlig aufgehoben werden könne. Deutschnationale und Regierungserweiterung. Die ^ieichslagssraktron stellt sich dem Kabinett zu Verhandlungen zur Verfügung. Berlin, 29. Sept. (T.Tl.) Die Reichstags- fraltion der Deutschnationalen Bollspartei nahm In ihrer heutigen Dormittagssihung. Ine um 1/212 Uhr begann, die Erklärungen des Parteivorsitzenden Erz. Hergt über die politische Lage und die Mitteilungen entgegen, die der politische Be° rustragte der Partei, v. Lindeiner-Wildau Iber die Fühlungnahme mit den Nachbarpartcien m der Frage de r Regie rungserwei- ' c r i: n g machte. Die Sitzung endete mit dem Söc- chluß, dah die Fraktion sich Verhandlungen über me ^Regierungsbildung, die gemäß oen tsmamn» gen des Reichskanzlers von der Reichsregierung an sie heanttettn könnten, nichtverschliehen werde. Dir für etwaige Verhandlungen in Betracht kommenden Personen sind, wie verlautet, Gr af Westarp, Hergt, Schiele mrd Behren s. Für Dienstag lind zur Parteikonferenz die Vorsitzenden der Landes- und Provinzialverbände zusammenberufen worden. Don unterrichteter Seite verlautet, dah neben den Anträgen der Parteileitung und den vielfach entgegengesetzten Anträgen des rechten Flügels bereits eine gan;e Reihe von Kompromiß-Anträgen angebracht worden sind, die sich bemühen, zwischen den beiderseitigen Standpunkten zu vermittesir. Im übrigen will man bereits eine Stimmung fest- gestellt haben, die der bisherigen Parteileitung erheblich günftigcr ist als noch vor wenigen Tagen vorauszufehen war. Eine Kundgebung für die vaterländische und religiöse Einigung Deutschlands Berlin, 29. Sept. (Telunion.) Die Vereinigung der Vaterländischen Verbände Deutschlands hatte die Führer und Der- tretet der Verbände zu einer außerordentlichen Reichsvertreterversammlung nach Berlin emberu- fen. Der ernste Wille zur Einigung und zu einer ittlich-religiösen Arbeit sand einen packenden Ausdruck in dem Gottesdienst in der Potsdamer Garnisonkirche am Grabe Friedrichs des Großen, zu dem das Präsidvim die Vertreter und Führer der Vaterländischen Verbände Deutschlands aufgerufen hatte. Bei der Feier war jeder äußere Prunk vermieden worden. In der überfüllten Garnisonkirche sprach Domprediger Martin aus Magdeburg. Tiefe Ergriffenheit faßte die Versammlung, als Pfarrer Martin vom Altar aus der Gefallenen gedachte, während die Orgel leise das Soldatenlied ,^Ich ljatt’ einen Kameraden" spielte. Nach dem „Vater unser" schloß die eindrucksvolle Feier mit dem Liede: „Ich hab' mich ergeben“. Unter den Tausenden von Andächtigen sah man mehrere ältere und jüngere Mitglieder des Hohenzollemhauses und anderer ehemaliger regierender Fürstenhäuser. Auch die Generalität in Potsdam und Berlin war sehr zahlreich vertreten, u. a. durch Generaloberst von Plessen. Nach der kirchlichen Feier gerammelten sich mehrere hundert Vertreter der Vaterländischen Verbände Deutschlands mit ihren Angehörigen zu einem Beisammensein. Reichs, tagsabgeordneter Geißler hielt eine längere Rede, deren Ausführungen er dahin zusammenfahte, daß die Arbeit der Vaterländischen Verbände unter dem Zeichen des Kreuzes und des Stahlhelms zu leisten sei. Die deutsche Arbeiterschaft und das deutsche Unternehmertum rief der Vorsitzende des Vaterländischen Arbeitervereins Potsdam, Stadtverordneter S ch ö n f e l d , zu einer neuen Arbeitsgemeinschaft, zur Werkgemeinschaft und nationaler Bolksgemeinschast auf. Hitler und der „Frontbann". Aussetzung der Bewährungsfrist auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft. München, 29. Sept. (Tel.-Un.) Das Iu- stizministerium teilt amtlich mit: Das Dolksge- richt München hat Hitler, Kriebel und Dr. Weber die Bewährungsfrist nach Verbüßung von weiteren sechs Monaten ihrer aus fünf Iahre bemessenen ab:r durch Anrechnung der meh monatigen Untersuchungshaft verkürzten Festungshaft in Aussicht gestellt. Das Amtsgericht München I hat mit dem Beschluß vom 25. Sep'embrr Hitler und Krft-bel ab 1. Oktober 1924 die Bewährungsfrist zugebilligt. Gegrn desen Be.ch uß hat die StaUsanw-iltfchasi Beschwerde eingelegt. Maßgebend hierfür war ausschließlich das Der halten der De ru r t e i l t e n nach ihrer Derur teilung. Ermittlungen der Polizeidircktivn rechtfertigen die Annahme, daß die dem früheren Kampsbund angeschlossenen drei Verbände Sturmabteilung der Rat onal'i za- listischen deutschen Arbeiterpartei, Reichskriegs- flagge und Oberland dem Derbot des friihe.en bahr. Generalstaatskommissars vom 9. Nov. 1923 zuwider sortgeführt werden, und in dem „ 5 r o n t b a n n" eine neue unter die Stras- vorschristen des Gesetzes zum Schuh der Republik fallende Kampsorganisation geschaffen wurde. Das Amtsgericht München I hat reshÄb von Mitte ds. Mts. gegen mehrere Beschuldigte Haftbefehl erlassen. Tie Entscheidung des Staatsgerichts Hofes zum Schutze der Republik über die Beschwerden gegen die Haftbefehle steht noch aus. Inzwischen ist weiteres belastendes Material ein gelaufen. Schriftstücke, die unter Umgebung der vorgeschriebenen Briefkontrolle aus der F.'stungs- Haftanstalt in Landsberg herausgeschmuggelt wurden, begründen den dringenden Verdacht, daß außer Dr. Weber auch Hitler und Kriebel ian der Sache erheblich beteiligt sind. Unter dieftn Umständen sah sich die Staatsanwaltschaft verpflichtet, b c Entscheidung des Obersten Land.sgerichtes anzurusen und za. beantragen daß zur Zeit den Verurteilten eine Bewährungsfrist verwehrt wird, oder die Entsche dnng über die Bewilligung einer Bewährungsfrist bei Hitler, Kriebel und Dr. Weber bis zur weiteren Klärung der Sachlage in dem Strasverfah.eir ausgesetzt wird. Eme Haftentlassung Hitlers und Kriebels am 1. Oktober kommt noch nicht in Frage, da die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat. Wann ias Oberste Landesgericht seine endgültige Entscheidung fällen wird, steht noch nicht fest. Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat die bayerische Regierung aus den Beschluß der Staatsanwaltschaft, den Beschwerdeweg zu beschreiten, keinen Einfluß genommen. Die bayerische Regierung wird jetzt, wenn der- endgültige Spruch des Obersten Landrsger chtes vorl.ogt, Veranlassung haben, ihrerseits Stellung zu nehmen. Die Untersuchung gegen den Frontbann. München, 29. Sept. (WB) Der „Völkische Kurier" brachte unterm 26. 9. einen Aufsatz des Landtagsabgevrdneten Straßer, der u. a. fol- 1 gende Sätze entbhält. Noch nie ist ein vaterländischer Derbano so avsotul royal 0 rgan 1 - iert worden wie der Frontbann. Seine Ziele und seine Organisation wurden von dem Gründer, Herrn Hauptmann Roehn, dem bayerischen Minister des Innern klargelegt. Zu diesen Zeilen wird in einer halbamtlichen Verlautbarung geäufiert: Was insbesondere die Offenheit betrifft, mit der Hauptmann Roehn dem Minister des Innern die 3ick- und Organisation des Frontbanns dargelegt haben will, so scheint man darüber in den führenden Kreisen des Frvntbanns selb st wesentlich anders gedacht zu haben, als die Behauptungen Straßers glaubhaft machen wollen. Zum Beweise ollen die folgenden Auszüge aus Vorgefundenen Driefdurchschlägen dienern „Roehn war bei dem Minister des Innern Stützet und will nun noch zum Reichsminister des Innern gehen. Gben- 0 sind Verhandlungen mit See ck t im Gange, um die ganze Geschichte in aller Oefsent- lichkeit aufziehen zu können. Die Aussichten betreffs Gestattung sind nicht gerade schlecht, weil wir die ganze Sache als Abwehr Maßnahme gegen d i e Kommunisten Hinte l l e n. Auch ist iber Presseaufruf so staats - treu abgef aßt, daß der Minister des Innern ganzer st au nt war, uns anscheinend ver- k a n n t zu haben." In einem zweiten Briefe heißt es u. a.: „Gestern war ich beim Minister des Innern und habe mich in empfehlende Erinnerung gebracht. Nun, so hat man eben seine Sorgen mit dem Frontbann. Die Schweinebande wollte gleich die ganze Geschichte verbieten. Nun setze ich sie aber doch durch." Die in der Angelegenheit des Jrontbanns sich gegen Hitler und Kriebel unmittelbar ergebenden Delastungsmomente sind bereits durch die Minister Matt Gürtner und Stützet dem in Reichen hall zur Kur weilenden Ministerpräsidenten Held unterbreitet worden. Da man Demonstrationen von völkischer Seite befürchtet, wurde gestern abend die Polizei in Alarmbereitschaft gesetzt. Die bayerische Staatsregierung wird nötigenfalls von allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln Gebrauch machen, um einer Wiederkehr der November-Ereignisse vvrzubeugen und die ordnungsgemäße Durchführung des De- chwerdeverfahrens in Sachen Hitler und Kriebel zu sichern. Heftige Kämpfe vor Schanghai. London, 29. Sept. (WTB.) Die „Morning Post" meldet aus Schanghai, daß die st a r k e Offensive der Tfchekiangtruppen, die im Schanghai-Sektor am 27. September begonnen habe, noch andauere. Die Kiangsu-Ti'appen wurden drei Meilen zurückgedrängt. — Der Führer der- Tschekiang-Truppen, Lu-Bang-Hsiang leitet persönlich die Offensive feiner Truppen westlich von Schanghai. Die scharfen Kämpfe haben während des ganzen Tages am 27. September angedauert. Beide Seiten haben schwere Verluste erlitten. Chinesische Truppen haben em Gelände berührt, das der Standard-Oil^ Compagnie gehört. Daraufhin ist eine amerikanische Marineabteilung gelandet, um die Konzessionen zu schützen. Die amerikanischen Soldaten haben, um zu dem Gelände za gelangen, chinesischen Boden betreten. Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" in W ukde n betont, daß das etwa in sechs Wochen einsetzende äußerst fialte Wetter die Kämpfe sehr erschweren müßte. Die japanische Presse unternehme einen starken england- und a m e r i k a f e i nd l i ch e n Press es eldzug in der Mandschurei. Zahlreiche Amerikaner wurden als Spione denunziert. Gin hoher Beamter im Auswärtigen Amt Tschangsvlins erklärte, er befürchte, dies würde gegen die Ausländer gerichtete Unruhen zur Folge haben. Tschangtsolin hat deshalb die Pvlizeistreitkräfte verdreifacht, damit diese in der Lage sind, alle gegen die Ausländer gerichteten Ausschreitungen zu verhindern. Aus aller Welt. Fünf Jahre Technische Nothilfe. Der Reichskanzler sandte an die Hauptstelle der Technischen Nothilfe folgendes Schreiben: Am 30. September vollendet die Technische Nothilse das fünfte Iahr ihres Bestehens. Ich benutze diese Gelegenheit gern, anzuerkennen, dah diese freiwillige Arbeitsgemeinschaft deutscher Manner und Frauen unter zielbewußter Leitung Mbeirrt Und unermüdlich der schwierigen Aufgabe, praktische Hilfe in Bolksnot zu leisten, gerecht wurde. Sie leistete durch ihre Sätigfeit in vielen und mannigfaltigen Einsätzen während schwerer Zeit dem Staat, der Gesamtbevölkerung und der deutschen Dollswirtschaft außerordentlich wertvolle Dienste durch die aufopfernde und selbstlose Bereitschaft der ihr angeschlossenen Männer und Frauen. Zur Abw.hr allgemeiner Not und Gefahr wurde ein vorbildliches Beispiel für die sittliche Verantwortung und Verpflichtung jedes einzelnen Volksgenossen gegen - überder Allgemeinheit gegeben. Ich sehe in den Leistungen der Technischen Nothilfe ein tröstliches Zeichen, dah auch in schlimmster Zeit das deutsche Voll aus sich heraus die Kraft zur Selbstbesinnung und zum Schuh seiner gemeinsamen Lebensgrundlagen aufzubringen vermag. Möge der von der Technischen Nothilfe betätigte Geist, die Hingabe des einzelnen an das Ganze, Gemeingut aller Deutschen werden! Die DeamtenratSwahlen dec Reichsbahn. Die BeamtenratSwahlen bei der Reichsbahn ergaben für den H a u p t b e a m t e n r a t sechs Sitze der Reichsgetverkschaft deutscher Eisenbahner, zwei des Deutschen Eisenb.rhnerverbandes, vier für tzie Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, vier für die Gewerkjchast der Reichsbahnbeamten und einen für die Gewerkschaft technischer Eisenbahn- beamten. Schnelligkeitsrekord ein-« deutschen Schiffes. Hamburg, 29. Sept. (WTB.) Der am Samstag in Rio de Janeiro eingetroffend Damvser „Ca p P olon'v" der Hamburg - s ü da m e r i k a ni s ch e n D am Pfschiffahrtsgesellschaft hat mit einer Durchschnittsgeschwind akeit von 18,13 Seemeilen die Strecke von Lissabon bis Rio de Ianeiro in 9 Tagen und 17 Stunden zurückgelegt und damit einen Schnelligkeitsrekord aufgestellt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Sept, 1924. Die Herstellung von Apfelwein. Daß zur Bekämpfung des gesundheitsschädlichen Branntwei genusses der Apfelwein als billiges Vvlksgetränk nördlich >er Mainlinie sich noch nicht überall durchzusehen vermochte, dürste zum großen Teil an der fehlerhaften Herstellung liegen. Es fehl: ntch: an geeignetem Obst, besonders in die em (liahr beste hi ein äleberangcbvi1. Was aber fehlt, ist die nötige Erfahrung im Keltern und Vergären. Es soll daher in möglichster Kürze das Notwendigste übe diesen Pu.ttt gesagt werden. Bei der Auswahl des Obstes ist fcaixML u achten, daß es vollkommen reif fein muß darf jedenfalls nicht vor Ende^Septem'aer geerntet fein. Angefaulte und faule Früchte sind ou5zu- lesen. Den bester Apfelwein ergibt eine Mi chung verschiedener Sorten, süße uno saur^durch inan der. Ein Zusatz herber, gerbstvffreicher Birnen, sogenannter Blostbirnen, Zieräpfel und Ou'ttcn verbessern den Geschmack, doch sind süße Brr c 1 ungeeignet. Da diesem Obst eine Menge Schmu) anhaftet, muh es vor der Verwendung sola-.i c gewaschen werden, bis das Wa chwa ser volllo.m men klar bleibt, weil andernfalls Schmutz teile in den Wein gelangen, welche die Körung ersch'.r^ ren. Ie seiner das Obst in einer Obstmühle gemahlen wird, um so besser. Dickwurzmühlen, wie sie hier und da bisweilen verwendet werden, fin? ungeeignet. Nach dem Mahlen läßt man d.e Maischt in hölzernen Zubern, die wie alle Geräte vor der Verwendung mit kochendem Wasser gereinigt worden sind, 2—3 Tage nur mit ci..e.u sauberen, feuchten Tuch stehen, toobei man mi e'.s eines hölzernen Gegenstandes die Masse täglich ein- ober zweimal dui-cheinandei rührt. Maa erhält auf diese Weise mehr Most von wurzigw Beschaffenheit. Ieder Zusatz von W^fec re.- schlechtert das Getränk, macht es fa-de und schadet der Hcrltdarkeit. Die Gärung muß bei gleichmäßiger Zunmer- temperatur vo.i etwa 12—16 Grad vor sich geb n. Das Gärgefäß ist nur zu r.cun Zehntel zu füllen und mit einem fruchten, sauberen Lappen zu be decken. Der Most darf bei der bald einsehenden stürmischen Gärung nicht überfliehen. Nach 5—6 Tagen ist ein Gäripund aufzusLitzen, aus welcher die austretende Kohlensäure zwar entweichen, der aber der Luft jeden Zutritt immöglich macht. Wird diese Vorsicht ober das vorherige Reinigen des Gärgefäßes mit nachfolgendem Schwefeln rer säumt, so tritt leicht EssigAch auf, bei jnan an dem eigentümlichen, stechenden Geruch erkennt. Sobald die stürmische Gärung beendet ist, etwa nach 4—5 Wochen, wenn durch den Gär- spund leine Äiobleniäuivblaien mehr austretew muß der Apfelwein von der ck>efe nbgela'sen und in andere gut gereinigte Gefäße, kleine Fässer, Ballonflafchen usw. gefüllt werden, die ma > mi1 einem Gärspund verschließt. Hier klärt sich re. eWin leichter, als wenn er aus der Hefe vleot. Im Frühjahr füllt man ihn auf Flascheir. R. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Deutschnational.- VvllspEi: Mitgliederversamm lung 81/4 11 br im Postteller. - G.D.A. : Monats- Versammlung 8 Uhr im Hessischen Hof — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Hermannsschlacht . — Hessische Bilderbühne: .Das Llbenteuer von Sajvssa". — Astoria - Lichtspiele: „Ivette, b < Mode-Prinzessin". , — Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor veranstaltet am Sonntag, 5 Oft ober, nachm. 4 Uhr, in der Neuen Aula bei Ilniversität sein alljährliches Herbstkonzeri. Der Verein, durch seine Darbietung guter vollstnm- sicher Musik allgemein bekannt und beliebt, hat auch zu seinem diesjährigen Herbsttonzert wieder ein ebenso umfangrriches als vielversprechendes Programm aufgestellt. S. heutige Anzeige. Wettervoraussage. Vorwiegend wollig, ansteigende Temperaku ren, südliche Winde mit Regenfällen. * * * Der Bilderwettbewerb deS „Gießener Anzeiger" hat eine so überraschend große Beteiligung gefunden, dah die Ergebnisse des Preisausschreibens erst Ende der Woche veröffentlicht werden können. * * Die städtische Fremden st euer ist mit Wirkung vom 1. Oktober ab aufgehoben worden. Der Förderung des Fremdenverkehrs in unserer Stadt wird diese Maßnahme zweifellos sehr dienlich fein. • • Eine große Alarmübung unserer Feuerwehren fand gestern abend statt. Als ülebungsobjekt hatte das Feuerwehrkommando das Stadttheater ausgewählt. Dori war nach der Amiahme — die aber wohl fautrti jemals Wirklichkeit werden dürfte — während der Vorstellung im Bühnenhaus Grvßfeuer entstanden, durch welches, da der eiserne Vorhang nicht ganz dicht hielt, eine starke Verqualmung des Theatersaals und der Gänge eingetreten war. Die Aufgabe bestand nun darin, die noch in den oberen Rängen weilenden Menschen schleunigst durch die Fenster über die Leitern zu retten und zugleich das Feuer zu bekämpfen. 11 ^nuten vor 7 äckhr ertönten die Sirenen und schon 3 Minuten später war die ständige Feuerwache an der „Brandstelle", in schneller Folge — nur 7 Minuten nach dem ersten Alarmzeichen — marschierten auch die beiden freiwilligen Wehren mit den meisten Geräten rund um den Brandherd" auf. Hinsichtlich der Schnelligkeit des Anrückens hatten also sämtliche Wehren ganz hervorragendes geleistri, und ebenso ausgezeichnet war dann auch ihre eifrige Tätigkeit an dem Uebungsvbjekt, die Zeugnis ablegte von der guten Vertrautheit der Mannschaften mit den Geräten und von der erforderlichen Schnelligkett und Ilm» sicht des Handelns. Branddirektor Braubach, der die absichtlich kompliziert gestaltete Hebung mit Tatkraft, Klar heck und Zielsicherheit leitete, formte bei der Kritik fernen Unterführern und den Mannschaften beim auch volles Lob für ihre erefflichen Leistungen aus sprechen, eine wohlverdiente Anerkennung, der sich der unparteiische, kritische Beobachter nur voll anschließen kann. — Der «Sirenenruf galt gleichzeitig auch als Alarm für die Mitglieder der F r e i w l l l i g e n S a n - täts-Kolonne. In kurzer Zeit war eine größere Anzahl «SanilätSmänner im Gerätehaus, Sonnenstraße 2, eingetroffen, in Bereitschaft zu einer evtl. Benötigung an der ihnen unbekannten Brandstelle. Unerwartet lief 7.05 äckhr die Meldung eines angenommenen Autvunfalles em: „Gin aus der Richtung Wieseck kommendes Auto fuhr bei der Einbiegung in die Qltarburger Straße in einen Trupp zur Brandstätte eilender Kinder, ist sparsamtmSebraach und von susgeroidmeter Walchwirkimg! i!) Land. 'L*** «Weltoein. «ll an b»>. i 1*1 „J? kfc. stet «üi? ■ '*■9'2; eint '’ii; x " -»LLÄx.'. ^wfsreiche^?^ •™äfc TÄ*® co:!!-’; alL” ^chmh'^l i >5 Km-ung er!»:.- . Obhmifrc v ^Mrainubien ix sendet wer^. iin) ^ca läht nun t:e । ’• die to.c alle x\ lochendem ' Wmr mit dem \ 5 W man mittels S bu >ü« täglich Wi r JKö|t vm toiniaer 1b von DHu ?l\ >> essKx und jtfoM kichinäbiger 3imme;- 1 Gcad vor sich g h n eun Zehntel $u lullen iberen Lappen zu k der bald einlebentei «tllicbcn. Qlad) 5-t sulchen, aui welcher zwr entireichei, der riN unmöglich mchi. 18 v)ch>riae Peiniger \ sendem SchDe'eln der ' tich aui, bei man an । -en Genich erkennt. Gärung beendet i’t, nenn durch den Gär- i lien mehr au-treter» i : Skfe abgJaffen und ( dejähe, kleine Zöller, treten, die nw' mV . tz'm tläii irch tc c mii der tzese bleut. au| Wchär A. zen. r für DienStag. 'i: UitglieberverlaiM ' _ ® $. 21: Dnais- ellischm M ; Ar HemannSIchlacht. Ais Abenteuer tw tfpiefe: „Jtetie, b < I schr 3^^» Mto E Sonntag, a der Heuen AuU dr' >rs tzerbsttmzert. Tx etung Brr vvlME tarnt und beliebt ii Acrbltionserttoi^ 3y vielversprechender heutig- Anzeige. anssage. Zeigende Sempcrah. Regenlalm. Bctti«®”,6. L hat eine lo u -M«- DZ »Ä Tätiget gutm ä ablegte D2?$räiCIi WsA LS' E^ll'Se"5 :r«llr Zeit ■»”& &*SfcW’S Ä-ES-O I en Der TJtlansjrTTern, welche aller Dtngfl im Vergleich zu den Zahlen der Dorkriegszeit als bescheiden zu bezeichnen sind Die aus scheidenden AusfichtSvatsmllglteder Karl 6e im und Karl 3ö de I VIII wurden rmeder und 'RochtsanwaU Lind neu tn den Auftichtsrat gewähtt t Grünberg. 29. Sept. Aus der heutigen 6t$ung des Gemeinderats ist folgendes zu berichten: Frau Rösch ist mit dem ihr zugewiesenen Mieter nicht zufrieden. Deig. Fuldat soll mit der Frau Rücksprache nehmen. — Herr Buh teilt mit, daß die von ihm seither bewohnte Didelsmühle unbewohnbar sei. er legt gleichmütig ein ärztliches Attest vor. Da die Wiederherstellung des Gebäudes zu teuer ist. wird Buß dringeich auf die WohnungSliste gesetzt. — Die Herren Müller und König haben Vaupläne vorgelegt für die von der Stadt genehmigten Bauplätze an der neu zu bauenden Verbindungsstraße zwischen der Lrmdorfer und der (Siebener Strohe. Deig Fuldat soll sich mit der De zi rks s Pa r kaf fe zweds Abtretung eines Stückchen Gartens tn Verbindung sehen, damit die zu bauenden Häuser und Ströhen etwa- zurüdgelegt werden können Die Daupläne werden genehmigt. — Die Berufung, die die Stadt im Prozeß Christ eingelegt hat. ist verworfen worden. Es handelt sich bei dem Prozeß um den sog. Reumühlsbach. Der Gemeinderat nimmt Kenntnis. — Zwecks Anpflanzung von 50 Obstbäumen seitens der Stadt soll von hiesigen Geschäftsleuten diesbezügliche Offerte eingehvlt werden, jedoch soll deswegen auch bei einer auswärtigen Firma angefragt werden. — Man wendet sich nun der Beratung der Dürgermeisterfrage zu. Berg. Fuldat legt hierbei den Vorsitz nieder, da seine Person mit dieser Sache in Verbindung steht. Stadtrat Schmidt II. leitet die Verhandlungen, die Stadträte Keller und 3 öckel erstatten Bericht über ihre Verhandlungen mit dem Bürgermeister Ranft zweds dessen Rücktritts. Stadtrat Schweißguth als Vorsitzender des Dürgervererns betont dessen Beschluß tn der letzten Mitgliederversammlung, der dahingehl, daß die Stadt die finanzielle Ueberlaftung durch die Zahlung von zwei Burgermeistergehaltern nicht übernehmen tonne, und er bat im Auftrags des Vereins dringend, daß man sich mit dem Bürgermeister Ranft zweds dessen Rücktritts in Verbindung sehe. Deig Fuldat hat einen Antrag gestellt, daß er vom 1. Oktober ab mit 220 Mk. monatlich zufrieden ist, wenn die Angelegenheit der Stadt mit Ranft friedlich geregelt ward. Bürgermeister Ranft Hot beantragt, ihm bis zur Entscheidung des Kreisamts monatlich 230 Mk. zu bewilligen. Dem Stadtrat Schweiß- g u t h hat Bürgermeister Ranft erklärt, daß er am 1. Rovember vom Amt zurüdtritt, wenn er 64 Proz. Pension bekommt: sollte er aber nach- w-eisen können, daß er sich sein Leiden infolge Lieberarbeit während des Krieges zugezogen habe, so solle die Stadt die Differenz zwischen den 43 Proz. Fürsorge und den 64 Proz. bezahlen. Der Antrag Ranft wird ab gelehnt. Ein anderer Antrag, dem Bürgermeister Ranft, wenn er am 1. Rovember zurüdtritt, monatlich 50 Mk. zu seiner Fürsorge von 43 Proz. bis zum Ende feiner Wahlperiode (Ende Dezember 1925) zu bezahlen, wird mit 8 gegen 2 Stimmen angenommen und soll dem Bürgermeister vvrgcfchlagen werden. Stadtrat 3 ödet gibt zu Protokoll, daß er gegen diesen Antrag ist, und zwar weil der Sohn des Bürgermeisters sich dahingehend geäußert hat, er wünsche keinesfalls, daß sein Vater von der Stadt irgendwelche llnterstühung bekomme. Der gewährte Zuschuß von 50 Mk. fällt jedoch weg, wenn Ranft nachweist, daß er sich das Leiden durch iteberarbeitung im Kriege geholt hat. Es wird demgemäß die erhöhte Fürsorge bewilligt. Die weitere Behandlung der Angelegenheit wird dem Stadtrat Schweißguth übertragen. t Grünberg, 30. Sept. Die Gemeinde E t- tings Haufen ist der Bez ir ks spa r kas s ej Grünberg als Mitglied beigetreten. Die hiesige Bezirkssparkasse hat numnehr einschl. Grünberg 49 Ortschaften als Mitglieder. Kreis Friedberg. Aus dem unteren Wettertal, 29. Sept. Rachdem in der Woche vom 14. bis 20. September bei gutem Wetter Me Grummeternte einen guten Anfang genommen, hat die vergangene regnerische Woche die Arbeiten wieder stark behindert und die Grummetcrnte vor allem beschädigt und erschwert. Vielfach stehen die Wiesen unter Wasser- oder sind stark versumpft, so daß mit der Maschine nur wenig gearbeitet werden konnte. Das Gras war stellenweise völlig verschlammt und infolge davon mit Fäulnis- cnegern behaftet, so daß das auf solche Weise geerntete Grummet nur mit Vorsicht zar Fütterung gebraucht werden kann. — Die Obsternte ist zum größten Teil beendet, man benutzte die Regentage der vorigen Woche dazu. Aepfel und Dirnen sind vor der Ernte schon stark gefallen und waren vielfach am Daum bereits angefault. 3n besonders starkem Maße konnte man das zwischen Steinfurth und Ri^>er-Weisel beobachten, wo ein Landstrich im Sommer von einem Hagelwetter heimgesucht worden ist. Die Hagelkörner haben Eindrüde auf den Früchten hinterlassen, und diese beschädigten Stellen bildeten den Ausgangspunkt der 3nfektion and Fäulnis. 3m allgemeinen glaubt man nicht an eine gute Haltbarkeit des Obstes. Für Falläpfel zum Keltern wurden vor der Ernte 1 bis 2 Mk. bezahlt. 3etzt kostet gutes Schüttel- und Kellerobst aber 3 Mi. pro Zentner. Di: Preise scheinen weiter anzuziehen. 3n Sch walheim wurden er- zu haben. G451L Eta üofpihl HlksWWH 023776 liefert wieder Kinzenbacher Mühle b. Gietzen. Reflektanten werden gebeten sich baldigst per Post, oder Telephon Rr. 770 zu melden. no* u oünftiflcn Preisen und Zahlungsbedingungen abzugeben Albert Wagner Krofdorfer Straße 37. 023812 (Badenia) 54er, zu verkaufen. Derselbe kann z. 3- im Betrieb besichtigt werden. 3u erfragen in der Geschäftsstelle des Giefs- Anzeigers. 023816 Menz & Schlierbach G. m. b. H., Dillenburg Abteilung Kalk werk Bieber** Fernsprecher: Düleabttrfl IBS. Bodhe 1 m a. d. Bisher 16. Deute von Händlern berettS 4 dis 5 Mk. für Den Zentner geboten. Schlecht ist die Z welsche a- crnlc ausgefallen Die Früchte sind dazu noch schrumpfelig und wrrmsttchig, das Fleisch löst sich nur schwer vom Kern. — Sell heute ist die Kartoffelernte allerorts im Gange. Auf schweren Böden war daS Aus machen heute aber noch eine mühevolle Arbeit Kreis Schotten. e Schotten , 29 Sept. AmSamS'-agnachm b tag wurde die Obstschau für Ulfa und Stvrnfels hn Dbllschen Saale in Ulfa tn Anwesenhell zahlreiche Gäste und Aussteller vom Vorsitzenden des KreisobltbauVereins, Geh. Ral D ö d m a n n eröffnet, ©r begrüßte besonders den Vertreter des Landwirtschaftskammer-AuSschasscS Oberhefsen, Herrn Bä hr-Rohrbach-, die Ausstellung ist ein gemeinsames Unternehmen des Obstbauverems und dieses Kammera nsschu sses. Das in 16 Klassen der Schcruordnung AuSgestellie verdient das höchste Lob Die Zahl der Aussteller übertraf alle Erwartungen Die PreiSnchier, Kreisvbstbauinfpektor Metternich - Büdingen und Landwirt Fischer-Hos Zwiefalten konnten sehr viele Preise vergeben. Schon der äußere Rahmen war ein außerordentlich schöner- Die langen Tische waren mit zahlreichen Blumensträußen, blühenden Stauden, Topfblumen und Grün geschmückt. Herrlich leuchteten die ansgedreiteien 2lepfel und Dirnen tn roten, gelben und grauen Farben, wie man sie nach diesem Regenso.nmer nicht erwartet hätte. Erne Tafel mit Obst' und Beerenweinen und Obstkvnferven winkte verheißungsvoll. Auch Trauben und Rüste waren da. Großartiges Gemüse zeigte die Gärtnerei der Haubenmühle. Das Ganze bot einen prächtigen Anblick in dem schönen, hellen Saal Am Sonntag war der Besuch stark und dis Tombola mit ihren praktischen Gewinnen hatte Hochbetrieb. Die ^uci*tannten Preise werden in einer Versammlung an Winter ausgeteilt werden. -4- Schotten, 30. Sept. Der von Ober- Schmitten gebürtige Bäcker Adolf Diehl, der unlängst feine Meisterprüfung bestand, ist ein wackerer Vorkämpfer im Dienst der Gabelsberger Stenographie. ObivoW er diese Kunst beruflich kaum verwerten lann, betreibt er sie mit einem Eifer, daß ihm beim Wettschreiben schon t>ide erste Preise zufielen Gleichzeitig ist er der Leiter der stenographischen Kurse. -i- Ulfa, 30. Sept. Pfarrer Römer, dem die 2. Pfarrstelle in Schot ten übertragen wurde, wird sich beim Gv'.teSb.e-ist am nächsten Sonntag von seinen beiden. Gemnn?en Ulfa uni) Stornfels verabschieden. Während ei ner lan® übrigen, vorbildlichen Wirksamt ei i hll es der Schadende verstanden, starkes, fhxbii es Leben zu cnttoideln und die Atmosphäre ge,jenseitigen Vertrauens zu schaffen, die für ersprießliche» se:lsvrgeiÄches Wirker Vorbed.ngung Ist Der Schule war er ein treuer Freund and Förderer. Seine beiden Gemeinden sehen ihr schweren Herzens scheiden. Kreis AlSscld. -er. Homberg a. d. O h m , 29. Sept Dieser Tage mürbe in einem Z itums irtl el „S chm e e t> schorsch" behauptet, daß das alte Gewerbe der .Dippemacher" in unterem Städtchen so nach und nach einschliese. Dem ist aber nicht so Wohl ist der alte Ellermann gestorben uni die Töpferei Senn im Kriege eingegangen. Abei der junge Eltermann erzeugt bedeutend mehr Dippe, als alle Töpfer tn früheren 3ahren zusammen. Demnächst wirb sein Brennofen umgebaut und der ganze Betrieb bedeutend erweitert und modern hergerichtet. Höchst erfreulich ist, daß in die Werkstatt Ellermanns moderne Kunst eingrzogen ist. 3cber Käufen und B.facher wird über die höchst geschmackvollen Kaffee- und Teeservice entzückt fein, llnb jeder Apfelweinbrauer kauft sicher ein prachtvoll glasiertes „Henkeldöppche", aus dem sichs noch einmal so gut trinkt. Ist stets frisch gebrannt abnnseran Werk am Bahnhoi In Bieber oder per Waggon, Lastenzug und Fuhrwerk frei Baustelle flaOBei eS etre Auzapk Verletzte gab.“ Ein Teil ter Ärformc blieb in Reserve zurüd, wahrend t2 Mcum mtt zwei fahrbaren Krankentragen und tem nötigen Verbandmaterial im Eilrnar'ch zur älnfallstelle eilten, woselbst bis 7.25 Ubr die Derletzten mit den nötigen Verbänden versehen waren und sodann abtransportiert wurden. Die tadellose Ausführung der Hebung bewies, daß bte Freiwillige SanitätskolvTme in jeder Lage sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigen wird. •• Hess ischer Sparkassen- und Gi- roverband. Man schreibt uns: Dor einiger Hell ist nach dem Dorbild anderer Lände.' auch tn Helsen ein selbständiger Verband gegründet Uwrden, dem von den bestehenden 34 öf entlichen Sparkassen bereits 30 Koffer beigeLrcten finik Mitglieder formen neben den Sparkassen auch Gemeinden und Gemeindeverbände iKreise und Provinzen) werden. Die Provinz Obmhrssen. sowie eine Anzahl Städte hoben ihre Mitgliedschaft bereits angemeldet. Der Verband, dem die Rechte einer Körperschaft des öffentliche i Rechts iva der hessischen Regierung verliehei wurden, b-firedt die Förderung des kommunalei Geld- und Kreditwesens, die Vertretung der gemeinsamen Inter.ssen der öffentlichen Sp.irkas e i, sv- totc die Ausb ldung und Hebung der Stellung ter Spaikns^eiibeamten. Ferner ist auf ihn von l ern früher besteh.nden Revisionsverband die fort- lausc d' Prüfung des Rechnungs - und Ka s^we- se.'s de.- Verbandssporknissen übe gegangen. Der Verband steh', unter Staatsaufsicht, dir durch einen d.-m Eescl)äftsbereich des MinisteciumZ des Innern angchörmden Siaatskommissar ausgeabt Wird. Die Dank des VerbandeS ist bi; im Februar 1921 ins Leben getretene Hessische G i r v- zent rale in Darmstadt, dte bekanntlich eine günstige Entwidelung genommen hat und die schon im 3uni 1921 zur Anlegung von Mündelgeld für geeignet erklärt worden ist. Mit dem Badischen Sparkassen- und Giroveröand besteht ein Abkommen, auf Grund dessen die Hessische Girozentrale seinerzeit zunächst als Zweigstelle der Badischen Girozentrale Mannheim gegründet wurde. Diese Vereinbarung ist dahin geändert worden, daß nunmehr für die Verbindlich "eiten der Hessischen Girozentvale nicht mehr der badische Verband allein, sondern zusammen mit dem neu gegründeten Verband haftet, und zwar haften beide Verbäichs je zur Hälfte. Aus dem vorjährigen Anteil am Reingewinn der Hessischen Girozentrale hat der Hessische Sparkassen- und GiroveiBand 52 000 Gvldmark für Sparprä- mien zur Verfügung gestellt, die noch vor Weihnachten ds. 3s. an die Spareinleger bei den öffentlichen hessischen Sparkassen zur Verteilung vonnnen. Zweck dieser Maßnahme ist, dem Spürsinn der Bevölkerung einen neuen Antrieb zu geben. Dir Auslosung ter Prämien findet zwischen dem 15. und 20. Dezember statt. 3m günstigsten Falle kann eine Prämie von 2000 Gvldmark gewonnen toerften. 3m ganzen gelangen LnitkWenMW VerouM?en Wartung Mein u. preiswert OieWW liulo.-DcadereL B. caage, Stegen, Slßvisir. 7. Generalvertreter | leistungsfähiger Nbein, Pfnl'. und Moielweiufirmen vergibt prooi'ionsw. Alleinvertretung für Gienen und Um gebung. Angebote mit Angabe über bisherige Tältgteil unt. F. T. 5135 an 2lla- Haafentteiu^ Doaler, Frankfurt a. L't. der Versorgung und Fürsorge der Kriegsopfer erstattete der Gau-G«4chSftssührer, H H e ck e r (Frankfurt a. M.), die Berichte. Die Dorstandswahl ergab Einstimmigkeit; als Landesverbands- Dorsihrnder wurde Friedrich S ch eer er - Offenbach wiedergewählt. Beschlossen wurde, den Tiani en des Landesverbandes abzuändern; er erhält für die Zukunft den Hamen „Starkenburg-Rheinhessen". Zur Frage der Dersorguna und Fürsorge wurde nachstehende Entschließung angenommen : „Der Land^verbandstag des 3entral- vei bandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterblieb.'ner 3. D. (Sitz Berlin NO 18), Landesverband „Starkenburg-Rheinhessen", erhebt mit aller Schärfe die Forderung nach einer ausreichenden Versorgung und Fürsorge der Kriegsopfer als Rechtsanspruch. Der LandesverbanoS- tag legt Verwahrung ein gegen die Unterstellung der Kriegsopfer unter die Fürsorgepflicht-Der- ordnung und damit llnterstsllung der Kriegsopfer unter die allgemeine Armenpflege. Dor wie nach verlangt der Landesverbandstag eine besondere Fürsorge für die Kriegsopfer, unabhängig von der sonstigen Wohlfahrtspslege. Ganz besonders verlangt der Landesverbandstag einen ausreichenden Arbeite schuh der Schwerbeschädigten und der erwerbstätigen Kriegerhinterbliebenen. Die Der- schlechterung in der Versorgungs-Rechtsprechung verlangt der Landesverbandstag so bald wie möglich beseitigt." "• Vorsicht bei Stellenangeboten aus dem Ausland. 3n den letzten 3ahren ist es wiederholt vorgekommen, daß im Ausland ansässige Arbeiter bei der Beschaffung und Einstellung von Hilfskräften aus Deutschland Anstellungsrechte bekanntgegeben, die sie späterhin nicht gewährten. Erft kürzlich wurde in einem der osteuropäischen Staaten ein Deutscher, entgegen der allerdings nur mündlich getroffenen Ilebereinfunft bei seiner Verpflichtung, fristlos entlasien und dadurch in die größte Rotlage verseht. Auf Grund derartiger Vorfälle sollte sich jeder, ehe er auf ein Stellungsangebot aus dem Ausland eingeht, vorher bei einer vertrauenswürdigen Stelle, z. D. dem Deutschen Ausland- 3nstttut in Stuttgart, über die Zuverlässigkeit des in Frage kommenden Arbellgebers erkundigen. Abmachungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten in allen Fällen, schon um Mißverständnissen vorzubeugen, schriftlich in Form eines Anstellungsverlrages niedergelegt werden. ** Der Landesparteitag der Deutschnativnalen lHess.) Volks- Partei findet am 25. /26. Oktober in Darmstadt statt. Er war ursprünglich für den 14. Oktober vorgesehen. " Geschäftsjubiläum. Die Firma S. 3 o s e p h , Lederhandlung, begeht morgen, 1. Oktober, ihr 25jähriges Bestehen. Landkreis Gießen. ri. L i ch, 29. Sept. Das Kirchenkonzert, das gestern in der Marienstiftssirche stattfand, hätte einen besseren Besuch wohl verdient. Das Programm wurde beherrscht von dem unerschöpflichen Altmeister evangelischer Kirchenmusik, 3oh. Seb. Dach. Die Mitwirkenden brachten seine Präludien, Arien und Molinkonzerte mit Meisterschaft zu Gehör. An der Orgel saß Prof. Dr. Carl Schmidt von Friedberg. Die Diollne spielte Frih Emmel vom staatlichen Kurvrchester Bad- Rau heim. Oratorienfänger Georg Eichhvlz von Frankfurt ließ mit seiner ausgebildeten Te- nvrsttnnne außer Bach auch Meistet Schuberts Töne erklingen. Gin würdiger Schluß des Konzertes war das immer wieder gern gehörte Largo von Handel. f Grün berg, 28. Sept. Am Samstagabend fand in dec Wirtschaft von Friedrich Schmitz eine Mitgliederversammlung des Bürgervereins statt. Es kam zunächst nochmals die Frag eher Einlegungeines Theater- zugs abends 10.45 llhr von Gießen nach Grünberg zur Sprache. Die Stadt und die Orte, die an der Eisenbahn strecke liegen, sowie die Gießener Theaterverwaltung haben Eingaben an die Eisenbahnbehörde gemacht. Man hofft nun, daß dieser wichtige Spätzug bald wieder; verkehren wird. — Rechtskonsulent K 35 del erstattete sodann Bericht über die mit Ober» pvstsekretär Keller gemeinschaftlich stall gehabte Unterredung mit Bürgermeister Ranft. Daraus war zu entnehmen, daß Bürgermeister Ranft es a b l e h n t, auf das Ansinnen des ®e- meinderatS bin freiwillig zurüdzu- Heffcn-Raffau. # Königsberg (Kr. Biedenkopf), 29.c t>t. Gestern hielt der hiesige Turnverein fein diesjähriges Abturnen ab, verbunden mit der sonst üblichen Kirchweih. Die gut? Witterung gestattete die Vorführungen im Freien. Alle Siebungen wurden sehr slott und frisch geturnt und gaben Beweis von dem tüchtigen Firtfchritt deS Turnens im letzten 3ahr. Als letztes s.rnden einige gemeinsame Freiübungen besonderen Bei- falb — 3m benachbarten Erda wird am nächsten Sonntag die Sing- undTurnhalle beide t De reine eingeweiht. Die geräumige Halle, welche ca. 600 Personen faßt, wurde zum Teil von Stiftungen auswärtiger Mitglieder erbaut. ][ Marburg, 29. Sept. Der langjährige Geistliche der Reformierten Gemeinde, Pfarrer a. D. Reinhard Scheffer, ist gestern, kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres, gestorben. — Gestern früh wurde auf der Vahn- ftrede zwischen dem Haupt- und Südbahnhof der etwa 30 3ahre alte Rottenarbeiter Johannes Kutsch aus Cölbe vom Zuge erfaßt unt getötet. fpd. Fran kfurta. M., 29. Sept. 3m Monat September sind von der Schutzpolizei 8174 Anzeigen vorgelegt worden, und zwar entfallen 2336 auf ilcbertretungen, 816 auf Verbrechen und Vergehen, 13 auf Brände, 144 auf Fundsachen, 37 auf Vermißte und 235 auf Unfälle. Ferner sind durch die Schutzpolizei in diesem Monat 986 endgültige und 1273 vorläufige Festnahmen erfolgt. treten. Der Bürgerverein war der Meinung, Bürgermeister Ranft nochmals schriftlich zu ersuchen, seinen Rüdtrilt einzureichen und bei weiterer Weigerung, freiwillig zurüdzutreken, den Rüdtrllt durch die Verwoltungsbehöiche zu erzwingen. Allgemein herrschte die Ansicht, daß die Stimmung sowohl im Gemeinderat, als auch in der Bürgerschaft dem Bürgermeister vom Beigeordneten nicht richtig übermittelt worden sei. — Die ordentliche Generalversammlung des Dor sä, uß-Dereins zuGrünberg wurde gleichfalls am Samstagabend crbgehalten. Das Dorstandsmllglied Möller berichtete über die Ereignisse des Geschäftsfahres 1923, der Genosien- schäft, sowie über die Goldmarkrechiung und die Umstellung des gesamten Verkehrs auf Grund der Beschlüsse der außerordentlichen Generalversammlung vom 22. März 1924 Die Papiermark-Abschlußbilanz zum 31.12.23, sowie die Goldina rber- öfsnungsbilanz zum 1. 1 24 wurden genehmigt. 5er Rechnungsüberschuß wurde auf tie neue Rsh- nung vorgetragen. Wie überall, so zeigt auch die Goldmarkbilan; eine Verarmung der Genossenschaft. Der Geschäftsbetrieb im neuen Jahre zeigt wieder ein l a n g s a mes Anwach- ♦* D i e Brombeeren. Vielfach und wohlbekannt ist im Haushalt der Ruhen urrd Gebrauch der 'Brombeeren, die und jetzt der Herbst beschert. Sie ergeben, tn feinem geklärten Zucker eingekocht, ein köstliches Kompott, ober eine schwärzliche, süße Marmelade, wenn man es nicht trorgcAoqen hat, sie, sorgfältig gepflückt und nur mit Milch versüßt, roh zu essen, und manche kundige Hausfrau der alten Schule, der viele Brombeeren zu (Stebote stehen, weiß diese dunklen Beeren in einen klaren, etwas schweren und würzigen Wein zu verwandeln. Es gibt auch d.-nebelte Brombeersorten, die in untern Gärten gut gedeihen, besonders eine auS Rordamerika cingefüfrrte zottige Art, die durch Zdreuzung mit andern eine MischlingSform hervorgebracht hat, die sehr ertragfähig ist und riesige Früchte trägt. Sie brauchen einen warmen, sonnigen Standort, am besten an südlicher Mauerwand oder an Spalieren, und müssen in gutgedüngtem Boden sorglich auf gebunden und jedes 3ahr beschnitten imb ai.sgelichtet werden. Dann aber gedeihen •fte prächtig, ranken sich willig an Hauswänden und Veranden empor, bringen fchöngefvrmte, saftige Blätter und (affen uns im Spätherbst ihre ost kirschgroßen, pechschwarzen Früchte durchs Fenster herein fast in den Mund wachsen. "Besichtigung der Ausgrabungen bei Treis a. d. Lda. Auf Deranlasiung des hiesigen Kulturbauamtes fand dieser Tage eine Besichtigung der Ausgrabungen im Quarzitgelände zu Treis a. d. Lda. statt. Außer den dienstlich nicht in Anspruch genommenen Beamten dieser Behörde hatten sich noch eine Anzahl andere Angehörige der technischen Berufe dazu eingefunden. 3m Quarzitbruch, am Fuße des Totenbergs, übernahm der dort die Ausgrabungen leitende Geologe Dr. Richter die Führung, dessen geschichtliche Darlegungen und ßrläuterun- (gen der Funde allseitig mit stärkstem 3nteresse entgegengenommen wurden. Regierungsbaurat Mangold dankte im Ramen der Besucher dem schon seit April unermüdlich an den Ausgrabungen tätigen Geologen für seine fesselnden Ausführungen, und hochbefriedigt kehrten die Besucher der für Deutschlands Vorgeschichte so wichtigen Siedlungsstätte wieder nach Gießen zurüd. ** Tagung der Kriegsopfer in Hessen. Der Zentralverband deutscher KriegS- befchädigter und Kriegshinterlüiebener E. D. (Sitz Berlln NO 18), Landesverband Freistaat Heften, hielt in Darmstadt feinen Landesverbandstag ab. Den Geschäfts- und Kassenbericht erstattete der Vorsitzende, Derwaltungsinfpektor und Stadtverordneter Friedrich Scheer er (Offenbach am Main), lleber Organisationsfragen und Fragen Junger «rlleinsteh. Kaufmann sucht 2tig*8MMnmer in nur gutem Hause per 1 November. Schriftliche Angebote unter 75330 an den Gießener Anzeiger erbeten. Betitel Dixin Henkel "$ Seifenpylver .. Ab 1. 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Die Probefahrten des Amerika-Luftschiffes sind zur größten Zufriedenheit beendet, die Besatzung hat auf denselben vollstes Zutrauen zu dem schönen Schiss gefasst und Lausende von Deutschen haben auf den Fahlsten, die sich über ipanz Deutschland erstreckten, dieses letzte deutsche Luftschiff gesehen, ehe es seine Reise über den O^ean an tritt, um als Reparationsleistung in den Besitz der amerikanischen Marine überzugehen. Rumnehr konzentriert sich das Interesse nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt auf diese Lieberführungsfahrt und neben der Frage „mann wird die Fahrt a n- aetreten?" wird die Frage „wird das Schiff auch sicher drüben ankommen?" aufs lebhafteste ventiliert. Für uns, die wir feit langem die Vorbereitungen für die Fahrt getroffen haben und nun in den nächsten Tagen durchführen werden, existieren diese beiden Fragen nicht, sondern nur die eine: „Wie lange werden wir zur Lieber quer ung des Ozeans brauchen?" Es ist ja nicht das erstemal, dcch ein Luftschiff aus eine mehrtägige lange Reise geht, schon im Sommer 1917 machte 'das Luftschiff L. Z. 120 eine über lOOstündige Aus- klärungsfahrt in der östlichen Ostsee und auf Grund dieses Erfolges wurde im Herbst desselben Jahres das Luftschiff L. 59 zu einer Fahrt nach Ostafrika ausgesandt, um den deutschen Streitkräften unter Lettow-Vorbeck Munition und Medikamente zu bringen. Auch die Fahrt über den Ozean ist bereits ausgeführt durch das englische Luftschiff R. 34, welches im Juli/August 1919 von England nach Reuyork und nach kurzer Zwischenlantmng wieder zurückfuhr. Auch die Franzosen haben mit dem früheren L. 72 (Dixmuiden) mehrere lange Maybach-Motorenwerke erseht. 5 Motoren von je 420 P. S. find in 4 Einzelgondeln zu beiden Seiten und in einer 5. Gondel unter dem Heek untergebracht. Bei der Konstruktion ist grösster Wert auf Dauerleistung und gering st en Brennstoffverbrauch gelegt; alle Neuerungen: Anlassen mit P res-luft, Rollenlager ufo. haben sich gut bewährt und m einjähriger Erprobung auf dem Brems st and ist die Maschine so durchgebildet, dah die größtmöglichste Gewähr für ein sicheres Arbeiten bei der Lieberführungsfahrt geboten ist. Der Hauptvorteil der Rlotoren meteorologischen Bedingungen abhängig ist. Fallender Luftdruck verringert ebenso wie steigende Lufttem- p e r a t u r die Tragkraft ziemlich erheblich. Das Steigen der Lufttemperatur um 10 ergib: einen Lraglroftverlust von ca. 280 Kilogramm, was dem Gewicht von 3 Fahrgästen entspricht, da man durchschnittlich das Gewicht des Passagiers mit 80 Kilogramm anseyt. Das Fallen des. Da» rometers um 1 Millimeter ergibt 115 Kilogramm weniger Tragkraft, im entgegengesehten Falle ergeben sich dieselben Aenderungen als Gewinn bei sinkender Temperatur und steigendem Barometerstand, so dast als günstiges Olbfahrwetter ein recht kühler Herb st- morgen mit hohem Barometer st and erwünscht ist. Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, ist die, welchen Weg wir zu nehmen gedenken. In der Presse sind wiederholt genaue Angaben über die Reiseroute aufgetaucht, die alle möglicherweise richtig fein können. Drei Eine Mark für öen halben Monat nebst 10 Pfennig Trägerlohn (monatlich 2 Mark 20 Pfennig) ist öer Sezugspreis für öen Gießener Anzeiger einschließlich öer Dienstags unö Samstags erscheineuöea Fahrten, darunter eine von 118 Stunden im Mittelmeergebiet gemacht, bis das Schift im Dezember letzten Jahres auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise verschollen blieb. Die bemerkenswerteste von allen erwähnten Fahrten ist die des L. 59 von Jamboli in Bulgarien nach Afrika, weil sie an die Schiffsführung die schärfsten OfarforSerungen stellte. Die Fahrt ging über ein Gebiet, auf welchem dauernd mit feindlichen Gegenmaßnahmen zu rechnen war, die meteorologischen 03erhältnifte auf dem Fahrtwege waren fast unbekannt und boten durch große Temperaturschwankungen erhebliche Schwierigkeiten, nicht zuletzt ober standen der Schiffsführung nicht die ausgezeichneten navigatorischen Hilfsmittel zur 03er» fügung, mit denen heute der L. Z. 126 ausgerüstet ist. Es war dem Führer nicht möglich, mit seinen Funkenempfangsapparaten Wettermeldungen in dem Matze aufzunehmen, wie wir es heute zu tun vermögen, um sich ein DUd der Wetterlage auf der Fahrtstrecke zu machen. Am 4. Rovember war das Schift vom Bau Hafen Staaten noch Jamboli überführt worden und ging am 21. Rovember morgens mit einer großen Ruh ladun g an Maschinengewehren, Gewehrmunition und Medikamenten auf die grobe Reife. Rach schneller Fahrt über Kleinasien tauchte am 22. Rovember in der Morgendämme- nmg die afrikanische Küste auf, und in 1000 Meter Fahrthvhe wurde dieReiseüberdieWüste fortgesetzt. Westlich von C h a r t u m , auf der Hälfte des Weges, wurde das Schiff fünfen» telegraphisch zu r ü ck ge ru fen , da das Schutzgebiet angeblich vom Feinde beseht war, und traf nach 95stündiger Fahrt am 25. wieder im Ausgangshafen Jamboli ein, nach Zurücklegung einer Strecke von 6800 Kilometern, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71 Kilometern. Die Erfahrungen aller dieser Fahrten sind mm beim Dau des L. Z. 126 berücksichtigt. Wäh- rend die Kriegsschiffe in erster Linie für ein- bis zweitägige Kriegs-Hochfahrten gebaut waren und eine hohe Ruhlast gebrauchten, um der feindlichen Olbwehr durch Fahren in grober Höhe a>us§uweichen, ist bei diesem Schift der Hauptwert auf Dauerleistung und Dequemlichkei t der Passagiere und Besatzung gelegt. Die Motoren, welche bei den letzten Kriegsschiffen nur je 260 P. S. leisteten und für eine Dauerhöchstleistung von zwei bis drei Tagen gebaut toarciT, s ind durch eine Reukonstruktion der Gießener Zamilienbläller unö öer Donnerstags beigefügten oberheßisthenöilöbeilage Heimat im öilö wer öen Gießener Anzeiger seither nicht gehalten hat, bestelle ihn sofort in öer Staöt bei öer Geschäftsstelle oöer bei öen Trägerinnen, auswärts bei öen Aweigstelleniuhaberu oöer bei öer nächsten Postanstalt ist, bafj fie direkt auf Rü ck wä rtsgang um- st e u e r b a r sind, sonnt die Monovrierfahigkeit des Schisses ganz beträchtlich erhöhen. Die Marschgeschwindigkeit des Schisses mit allen Maschinen beträgt 116 Kilometer, bei Doll» leiftung 130 Kilometer. Die notwendigen Vorbereitungen für die Liebersührungsfahrt sind schon von langer Hand getroffen. Proviant für die 28 Kopf starke Besatzung und die 3 oder 4 als Gäste milfahren- den Amerikaner ist unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen einer so langen Lustreise sorgfältig ausgewählt und ebenso für das mitzunehmende G e p ä ck ein besonderer Lastenverteilungsplan aufgestellt. Den wesentlichsten Teil der Ruhlast von normal 46 Tonnen verbraucht das Benzin, wcüches in Aluminiumfässern zu beiden Seiten des im Innern liegenden Lauf ganges untergebracht ist. Diese Fässer sind durch eine Rohrleitung untereinander verbunden, so daß es möglich ist, wahlweise an verschiedenen Stellen Benzin entnehmen zu können. Dies ist sehr wesentlich, da man dadurch in der Lage ist, die G l e.i ch- gewichtslage durch Entnahme vor oder hinter der Mitte zu beeinsluften. Es besteht hie Möglichkeit, ca. 33 000 Kilogr. Benzin mitzunehmen, welches für ca. 110 Stunden Marschfahrt ausreichen würde. Ob diese Menge mitgenommen werden fänn, läbt sich mit Sicherheit noch nicht sagen, da die Tragkraft des Schiffes in hohem I Maste von dem am Abfahrtstage herrschenden Wege kommen für die Fahrt über den Atlantik in Frage: 1. der kürzeste über den gröstten Kreis, der nahe an Grönland vorbei über Reufundland führt. Das Fehlen von Wet» terffatirmen auf Grönland macht diesen Weg zur Zeit unmöglich da man sich während der Fahrt gar lein Bild von den Wetterbedingungen auf dem Reiseweg, deren Kenntnis für die schnelle und sichere Durchführung der Fahrt aber unbe» Dingt erforderlich ist, machen kann. Der zweite Weg folgt der Route des Dampfe rver- k e h r s zwischen Amerika und Europa. Er geht vom Englischen Kanal auf den gröstten Kreis nach einem Punkte ca. 40° nördlicher Breite und 47° westliche Länge und von dort wieder auf den gröstten Kreis an die amerikanische Küste. Dieser Weg bietet im allgemeinen die gröstten Vorteile, da er der Schiffsleitung ermöglicht, von den Dampfern jederzeit Meldungen über die Wetterlage zu bekommen und bei Heran» nahen von Tiefdruckgebieten evtl, stürmischen Winden auszuweichen Im Sommer dürfte dieser Weg für Luftschiffe der Gegebene sein, da die Minima im allgemeinen nördlich von dieser Route bleiben und auch keine stürmischen Winde mit sich bringen. Zum OB i n t er nehmen die Winde mehr und mehr stürmischen Charakter an und erstrecken sich weiter nach Süden, so dast es dann ratsamer erscheint, auf den dritten Weg zu gehen, der erhebllch länger ist, ’bafür aber auch die Gefahr stürmischer Westwinde fast ganz aus- 100 Jahre Eisenbahn. Gerade in den Tagen, in denen das Luftschiff sich anschickt, einen regelmähigen Dienst über den Atlantischen Ozean zu eröffnen und damit eine neue Epoche in der Entwicklung des Verkehrs einzuleiten, hätte man ein Jubiläum feiern können, das so recht vor Augen führt, wie autzer- ordentlich schnell die Entwicklung der neuzeitlichen Transportmittel vor sich gegangen ist. Am 7. September waren es hundert Jahre, dast Kaiser Franz I. von Oesterreich ein „a-usschliehen- des Privilegium zum Dau einer zwischen Maathausen und Dudweis die Donau mit der Wvldnu verbindenden Holz- und Eisenbahn" unterzeichnete; dieser Tag war also der 103. Geburtstag des festländischen Cisenbnhiwcfcns, term es handelte sich hier um die erste iür den öffentlichen Verkehr bestinnnte Eisenbahn auf dem ganzen europäischen Zestlande. und nur in England war schon früher ein solcher Bau unternommen worden. Die Eisenbahi wurde gebaut, um die Veförderung des Salzes zu verbilligen, das Böhmen aus dem Salzkammergut bezog: es kam auf bem Traunflub zur Donau und dort wurde es bei Mauthausen auf Strastenfuhrwerke umgeladen und über ein 700 Meter hohes Gebirge nach Dudweis gebracht. Die Aufgabe, diesen Transport zu erleichtern, wurde dem Professor des Polytechnischen Instituts in Wen Ritter von Gerstner übertragen, der -.unächst in England das junge Eisenbahnwesen studierte und dann mit auberordentlichcr Tackraft ans 'Derk ging. Er überliest sein Privilegium einer Gesellschaft, die ihn zum Bauleiter bestellte. Olm 28. Juli 1825 fand der erste Spatenstich statt. Gerstner übersah Die künftige Entwicklung mit klarem Blick und entwarf eine Lineiführung mit sanften Steigungen und groben Vogenhalbmessern, während die Engländer, Daran festhielten, dast man Eisenbahnen möglichst wagerecht an fegen und gröbere Höhenunterschiede mittels der den Schleusen der Schiftahrstskanäfe entsprechenden schiefen Ebenen überwinden mässe. Er hatte die Baukosten für Die ganze 'Bahn auf 800 000 fl. Konventionsmünze (1 440 000 Mk.) veranschlagt, aber bald zeigte sich, Dast der Dau mehr kosten würde. Es fehlte an geschulten Olrbeitern und fachkundiger Aufsicht, und überdies erschwerte die Devöllerung, vor allem die Wirte und Die Fuhrleute, das Unternehmen nach Möglichkeit, bedrohte Gerstner sogar wiederholl mit dem Tode. Ani 7. September 1827 aber brachten zwei Pferde — denn um einen Pferdeeisenbahnbe- trieb handelte es sich zunächst — sieben schwerbeladene Wagen von der böhmischen Grenze 28 Kilometer weit bis Hallau, zum Staunen der Zuschauer, die von weit und breit zusammengeströmt waren. Ende 1828 war die Hälfte Der Bahnlinie in Betrieb, aber man hatte schon fast eine Diertelmillion mehr ausgegeben, als Gerstner ursprünglich für den ganzen Dau an- gesetzt hatte. Er richtete seinen Dllck auf Die Zukunft und trug sich mit Dem Gedanken, val- digst Dampfbetrieb einzuführen, aber in Dem Kampf, der sich um Die sparsamste 'Bauführung entspann, siegte ein Mitarbeiter und Schüler Gerstners, Der junge Ingenieur Schönerer, der 1829 an seine Stelle trat und Den Bau bis an Die Donau zu Ende führte. Am 21. Juli 1832 bereifte K a i s e r F r a n z I o s e v h mit Der Kaiserin die eben vollendete Dahn Im ganzen wurden zu dem Betrieb zeitweise bis 800 Pferde verwendet. 1842 umfahte Der dahr-- park 762 Güterwagen und 69 Personenwagen. Die Leistungen waren anfänglich recht bescheiden. Im ersten Jahre des vollen Betriebs beförderte sie 14 882 Tonnen Salz, 7820 Tonnen Guter. 18106 Kubikmeter Brennholz und 2379 Personen Meh- rere Jahrzehnte wurde sie als Pferde-Eisen bahn betrieben; 1869 begann Der Umbau für Dampfbetrieb, wobei Die Gerstnersche Strecke gröhten- teiI-8 benutzt werden konnte, während die Strecke Schönerers vollständig neu gebaut werden muhte. Am 12. Dezember 1872 verkehrte der letzte Personenwagen Der Pferdebahn. * Der Kampf gegen die Seekrankheit. Lins wird geschrieben: Ollle Forftchntte Der Technik unD der Medizin haben unser glorreiches Jahr wieder in einem Punkte nicht um einen Schritt weiter gebracht im Vergleich zum Altertum. Das „6e eg i a u f en“, vor Den die me^erfahr enden Völler dcs Oll tert ums sich fürchteten, ist dasselbe Gespenst geblieben, das sich auch heute noch auf Dem vollkommensten Luxusd-ampser einnistet, der Den Oz an überquert Selbstverständlich waren alle Epochen der Geschichte mit Dem Kampf gegen die Seekrankfe t beschäftigt. Immer wieder erfand irgend jemand das absolut zuverlässige Mlltel, am den Opfern an Reptun zu steuern, die unter so grasten and groteslen Qualen gebracht toerDrn Aber alle Anspannung erfinderischen Geistes wurde in diesem Kamp? zuschanden, und die Verstiegenheit Der Erfinder wird nur noch durch die Un» Wirksamkeit ihrer Entdeckungen übertroffen. Die Zahl Der kuriosen Rezepte aegen die Seekrankheit ist Legion — geheilt oder befreit von Dem Liebel wurde noch niemand durch irgendeines dieser als unfehlbar gepriesenen Mittel. Sine Zeitlang glaubte man durch Petroleum jedes Svmplom Der Krankheit sofort vertreiben zu kö rnen, ja man ging so weit Petroleum in Pulverform herzustellen, so dast Der am Seegrausen Leidende nicht erst mit dem Widerwillen zu kämpfen hatte, das beiden De Oel hin» unterzuschlucken. Ein französischer Olrzt wieder will durch Experimente festgestellt haben, dast die Seekrankheit auf einen Mangel an reiner Luft beruhe und empsiehll. Sauerstoff einzuatmen. Da aber Der Kranke sich mindestens zwanzig bis drerhig Liter reinen Sauerstoffs m schliesst. Rui das fetzte Drittel des Wagens kann durch die in Den westindischen Gewässern entstehenden. über den Golf von Mexiko ziehenden und an Der Küste von Florida auf Den Atlantischen Ozean tretenden tropischen Wirbelstürme gefährdet werden. Welcher von diesen beiden fetzten Wegen benutzt wird, liegt z. Z noch nicht fest. Die Entscheidung Darüber wird erst fura vor Qlirtritt Der Reise auf Grund Der allgemeinen Wetterlage über Dem Atlantischen Ozean getroffen. lieber Die vorausiichtliche Entwicklung Dc£ Wellers kamt man sich ein ziemlich einwand- freies Bild machen, wenn man die von den europäischen und amerikanischen Wetterstationen durch Funkentelegraphie verbre idcn Wetternachrichten in die „Wetterkarte" einzeichnet. Die Deobachtun- gen Der Can Dotationen werden durch Dampfermeldungen aus dem Atlantik ergänzt und geben ein gutes Bild von Der Lage der Hoch- und T i c s d r u ck g eb i e t c und der dadurch bedingten Windrichtung und -stärke. Der Führer von Luftschiffen im Transozeanverkehr must in erster Linie ein guter Meteorologe sein, dann aber muh et auch über gute Kenntnisse in Der Ravigation De fugen, um fein Schiff auf dem kürzesten und schntlisten Wege über Den Ozean bringen zu können. Dis Führen eines Luftschiffes bedingt Kenntnisse, Di' sich von jedem erlernen lassen, genau wie das Fahren eineS Olutomobife. Aber zum guten Führen gehört eine langjährige Erfahrung, genau wie zur Führung eines grosten Seeschiffes, Da5 man auch nur Kapitänen in Die Hand gibt. Die in langjähriger Praxis diese Erfahrungen gefummelt haben. Die Ravigation des Luftschiffes gleicht Der Des Seeschiffes und dieselben Hilfsmittel: Seekarten, Krei- sellompast, Sextant usw. werden auf beiden in gleicher Weise gebraucht. Die Ortsbestimmung nach Sonne, Mond oder Sternen geschieht in derselben Art und auch die Funkpeilung wird auf diesem Schiffe zum ersten Male als rtavigatorisches Hilfsmittel verwendet. Die bisherigen diesbezüglichen Versuche lassen erwarten, dast gleich gute Erfolge auch auf den großen für Die Luftschisfahrt in Frage kommenden Entfernungen gezeigt werden, wir es bei der Seeschiffahrt auf kürzere Entfernung gelingt. Dast das Schiff heil und sicher nach Amerika kommt, Daran besteht bei allen Mitfnhrenden kein Zweifel, wie lange es zu der Fahrt braucht, hängt von Den Wellerverhältnissen ab. Rur eins steht sicher fest, dast es kein Geschwindig- keitsrekord wird. Lim das „blaue Baud des Ozeans" werden später Luftschtsse zu kämpfen haben. Die speziell für diese Fahrten gebaut sind, aber dast wir bei Dec Entwicklung dieser 03er» kehrsschifte eine Rolle mitspielen müssen, das wird Die Fahrt des L. Z. 126 beweisen Denn während Die Ententestaaten in Der Entwicklung Der Luftschiffe" freie Dahn haben, ist uns Durch die De- Dingungen des Friedens Vertrages die Möglich» keit zum Bau großer Schifte genommen. Dir Fahrt des Schiftes wird zeigen, dast es den femD- lichen Ländern trotz aller Knebelungen nicht möglich gewesen ist, uns Die führende Stellung in Der Luftschiftahri zu entreißen. Elsast-Lothringen. Don Georg M a h a u x -Dicsteseld Es gab eine Zeit, da ein oberflächlicher Beobachter meinen konnte, eine elsatz-lothringische Frage — jene Frage, die während 43 Jahren das politische Krebsgeschwür im Körper Europas war — bestehe nicht mehr. Das war damals, als nach Dem deutschen Zusammenbruch des Jahres 1918 Die ehemaligen deutschen Reichs lande, ohne dast ein nennenswerter Widersprach aus der Mitte ihrer alteingesessenen Beoöllerung heraus laut geworden wäre, mit flie.^enDen Fahnen — allerdings mit Einschränkung, denn es war mcl Thcafermache. dabei sich Dem Lande Der blau-weist-roten Grenzpfähle zuwandten, während man für das sprach- und stammverwrndte deutsche Volk nur Hohn und Verachtung, im besten Falle nur noch Mitleid zu empfinden schien Damals nrvchte man in der Tat glauben, Die elsatz-lothringische Frage sei gewesen und aus Zeit und Ewigkeit begraben. Dem genauen Kenner Der Verhältnisse aber konnte es nicht entgehm, dast man eine kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung, wie sie Eisatz- Lothringen in engster Verbindung mit Deutschland leit 1871 bis zum Kriegs.nde durchgemacht hatte, nicht mit einem QHale g c toa 11 f a m unterbrechen kann, ohne dadurch dem gröberen Wirtschafts- und Kulturkörper, cesonders aber die Lungen einpumpen müh'.e, wlrd er sich beinahe lieber Dem Schnecken Der Seekrankheit als dieser Prozedur ausliefern. Sehr einfach löst ein italienischer Gesandter das Problem. Er hängt einfach einen Spiegel über sein Bett und blickt, sobald er das furchtbare Rahen fühlt, un* verwandt in Den Spi.gel, — und schon fühlt ec sich wohl. Er hat sich eben einfach durch Autosuggestion geheilt. Es ist ja überhaupt Die Frage, ob Die Leiden Der Seelra.rkheit nicht aaS» schließlich die Folgen einer Autosuggestion srnd, und Dec Teufel daher am besten durch Brelzebab auszutreiben wäre. Der eine predigt in diesem Zusammenhänge als unfehlbares Mittel, man müise sich nur s e st vornehmen, nicht an das Meer und die Krankh.itet zu D.nten und Die Augen fest schliesten Festlich wird es nicht jedermanns Sache fein, sich so einfach D rch bloße Intensität des Willens über die peinliche Lag« hinwcgzuseycn. Immerhin hängt soviel vom Willen und von Der Einbildungskraft ab. dah andere, zumal Ä.rzte De t Rat geben, auf dem Schisse durchaus so weit, zu Leben, wie man es gewohnt ist, und ganz b.s nderS cribrenb Der Reise reichlich Rührung zu sich za nehmen. Etwa auf ders stben Lini bewegt sich das Spülmittel ein s Anh ängers einer amerilani» schen Gesundbetersektt. Er sagte sich unaufhörlich folgende Formel vo . „Es g'b. l i c Seelrankheit unD nichts dem ähnliches. Scckrankhril ist nur eine Einbildung. Ich möchte wissen, was eS heute zu essen gibt.“ Ein Arzt, der als Grund Dcx Seekrankheit Mangel an Blutzufuhr i in Gehirn festgestellt haben will, empsirhlt, heiftenTeezu trinken unö eine r c t e Drille zu tragen. Dadurch soll das CDIj in Den Kops getrieben werden. In Wahrheit sind all dies nur gut gemeinte, aus Der Verzwstflang geobrenM Ratschläge. Seek-anlhstt beruht vermutlich feötg- lich auf einer St rangdesGleichgewicht- sinnes. Dag g aber ist noch fein probates Mittel gefunden worden. 1 Der t Karl Pfeil, Verein beide Mehl, vom 1913 1924 Die hier errechnete wichtige Gewerbe- Für einige besonders zweige haben Berechnungen folgendes ergeben: 3n der Eisenindustrie beträgt die steuer- Vorzüge - MAGGr Würze 7553c „ MAG Gis gute, sparsame Küche". belastung von mehr als 71/4 keine Rede' sein kann. 0,45 Prvz. 7,22 Proz. Ziffer, die eine 16fache liche Belastung je Lonne Rohstahl, die vor dem Kriege 2,10 Mk. ausmachte, jetzt 10 bis 11 Mk. von einem Hüttenwerk wird sie sogar auf 15 Proz. des Preises ferner Produktion berechnet. Während ein großes rheinisch-westfälisches Hüttenwerk im letzten Friedensgeschäftsjahr 1,32 Mill. Marl an Steuern zahlen muhte, hat es jetzt eine Delastimg gegenüber dem Jahre 1913 ergibt, gewinnt ihre volle Dedeutung erst bei der Ueber- legung, daß der Umsatz 1924 bedeutend geringer ist als derjenige von 1913, so daß die steuerliche Belastung sich noch stärker bemerkbar machen muh. Weiter ist nicht zu vergessen, daß Größte Wurzekraft, deshalb Seht*ausgiebig und im Gebrauch ® die billigste! Lollar, Wilhelm Jung, Verein Großen-Linden, Anni Storto, G. G., Karl List, G. V. 120 Silben: 1. und Ehrenpreis Käthe Altvater, G. G„ Karl Schneider, G. D. 1 Preise Lucie Melcher, G. D., Dora Nickel, G. G., Willi Goffelineyer, G. V., Hilde Sparing, G.G. 2. Preise Käthe Ziegler, G. D., Georg Schneider, G. G. 3. Preise Minna Frutig, G. G., Marie Ritz, G. G. 100 Silben: 1. u. Ehrenpreis Gertrude Reich, G. G>_, Willy Bock. G.G. 1. Preise Dora Heh, G. G., Lucie Weicker, G. G., Lotte Rathenow, G. Hugo Göbel, G. V., Ernst Degen und Heinrich Winner, Verein Großen-Linden, August Frank, Verein Wieseck,- Else Stinn, G. G., Gertrude Vol- pert, G. G., Erna Wolf, G. G., Cläre Müller, G. G.. Erna Fuchs, G. G., Dora Schild, G. G., Else Rohrbach, Verein Lollar, Hertha Müller, Verein Lollar, Ludwig Jlgner, G. G., Hilde Volk- n. .,nn, G. D., Emilie Schweitzer, G. G., Elisabeth ZUingelhöfser, G. G., Martha Bingmer, G. Dj. 2. Preise Marne Schmidt, Verein Wieseck, Emilie Rösser, Verein Wieseck, Otto Loh, Verein Wieseck, Minna Günther, G. G., Marie Breuer, G. G„ Otto Wahl, G. G., Karl Schreiner, G. G. 8 0 Silben: 1. u. Ehrenpreis Hermann Bomhardt, G. G., Theodor Schwarz, G. G., von Dülhings- löwen, Schülerverein am Gymnasium zu Giehen, Hildegard Kuhl, G.G. 1. Preise Ernst Schneider, Verein Wieseck, Fritz Stern, Verein Großen- Liuden, Erwin Röhrig, Schülerverein am Gym- ncsium zu Giehen, Ludwig Wagner, Verein Wieseck, Heinrich Geißler, G. G., Roly Jung, G. SL Erna WeigÄ, G. G., Math. Hamel, G. G., Emmy Schüler, G. G., Else Fuchs, G. G., Marie Braun, G. G., Meline Schmidt, G. D., Hilde Roll, G. D., Wilh. Simmer, G. D., Arthur Wagner, Verein Wieseck, Curt Moosdorf, G. G., Ernst Hanfult, Verein Wieseck, Minna Eise, G. D., Helene Euler, G.G., Karl Bi-ll, G. V. Wilhelm Riest, G. V„ Erna Eckhardt, G. D, Jakob Steiger, G. G., Hch. 1. und Schöffengericht. * Giesten. 29. Sept. Die Sophie Riest don Wölfersheim hat Ende 1923 versucht, durch heiße Salzwasserbäder und Trinken von starkem Kaffee und Seisenwasser ihre Schwangerschaft zu beseitigen. (Strafe: 2 Monate Ge- fänani s. Der Metzger und Gastwirt Franz Friedrich zu Friedberg hatte Ende Juni 1921 an einen Kaufmann Berger einen Laden gegen Mietzins und ein Abstandsgeld von 5000 Mk. vermietet. Als Sicherheit für letzteres gab Berger dem Friedrich 20 3-Monatsakzeptc, vierteljährlich fällig. Die ersten Wechsel wurden eingelöst, später zufolge der riesigen Geldentwertung nicht mehr. Im Sommer 1924 gab es Streit zwischen Friedrich und Berger. Friedrich wollte nun das am 1. 7. 24 fällige Akzept über 250 Mk. begeben: die Dank nahm es aber nicht an, da die Sa die Ausfuhr d« noch immer sich wir, er Werquelb Im 2b somtem Te des Dvrm Einfuhr Während nmg auftt über dem eine leicht gegenüber die Gtatift Wuguft eii. Solomark a dem Dormo stosse und k ©olbmartj Eolömach. Getränken i dem Werte suhr an leb gesteigert. 2 sind alle ®i Summe nicht auf Rendemnark lautete. Deshalb machte Friedrich aus „250 Mk." „250 Rentenmark eftÄttv" und begab den Wechsel, bei dem er auch noch das Datum geändert hatte. Strafe: Woche Gefängnis (Mindeststrafe). Wirtschaft. Die derzeitige steuerliche Belastung in Deutschland. Genauere Berechnungen haben ergeben, dast in Preußen und im Reich das Gewerbe durch Dorairszahlungen für (Änkommen-, Korper- schafts-, Vermögens-, Gewerbesteuern usw. mit Summen belastet ist, die zwischen 45 Prvz. und 75 Proz. des Ertrages liegen. Die nachfolgende Gegenüberstellung der Steuern von 1913 und von 1924 zeigt, wie sehr auf den Umsatz bezogen, die Lasten gestiegen sind: ' Dor mfenverl Leichsregicr: ovi, die die wung der W nach W mehr fr Steh Dorant 2>ves-Teset Dillionen-Ä N bcunrut MÄrirten Fleche ^schastsmi frst sehen, dtt Einher Kr, getver Mibanken, Men, aber J Und« K: % ? «uz feto ff« beM" fei St* sinnen Y" im^f iM M rj( ®äbTcnöJ,c 'S» ;‘n Lusland u Metülliadu IDO ®. t» »wil-r oü (üen von IM Md Gelchsheimer, Verein Grohen-Linden, Minna Deibel, Verein Wieseck, Ottilie LuH, .Verein Grohen- Lirden 2. Preise Elisabeth Gladigow, G. Dl, Martha CHlüHer, G. D., Ria Schmal!, ®. 5)., Martha Rau, G. D., Emma Sominerlad, Verein Wieseck, Margarethe Decker, G. G., Karl Lotz, Verein Wieseck, Georg Haas, G. V., Friedr. Stopp, G. G. 3 Preis Karl Simon, G. D. 6 0 Silben: 1. u. Ehrenpreis Edith Birnbaum, G. G., Elise Abert, G. D., Georg Kreigl, Lollar. 1. Preise Erna Velten und Theo Fischer, Verein Grosten- Lirden, Herbert Schneider, G. G., Anna Loh, Verein Wieseck, Gustav Kahl, G. V, Friedrich Zubrod, G. G., Heinrich Schupp, Verein Lollar, Oskar Winzer, G. G., Fritz Möller, G. G., Anni Moos, Verein Lollar, Luise Schnell, Verein Lollar, Alwine Hardt, G. G., Fritz Koch, G. B., Emma Ostwald und Karola Fischer, Verein Lollar. 2. Preise Frieda Hildebrandt, G. G., Willi Druchschmidt, G. D., Marie Gelchsheimer, Verein Gvoßen-Linden, Hildegard Schlüter, G. G., Karl Jung, Verein Grosten-Linden, Wilhelm Mom- berger, G. V, Willi Zölzer, G. G., Karl Reih, G. G., Willy Vogel, G. D., Marie Volkmann, G. G., Erich Dender, G. D., Elisabeth Keller, Verein Wieseck, Lina Böhm, G. G., Minna Philipp, G. D. 3. Preise Anni Kolb, Verein Wieseck, Ludwig Weigand, Heinrich Backes und Albert Volk, Verein Grosten-Linden, Gertrude Ziegler, G. D., Walter Schorge, Verein Grosten-Linden, Paul Metz, G. V. Preis-, Schön- u n d Richtigsch reiben 1. u. Ehrenpreis Fidel Dc.lken, G.G. 1. Preise Walter don Dülhings- löwen, Schülerverein am Gymnasium zu Giehen, Erwin Röhrich, Schülerverein am Gymnasium zu Giehen, Dora Rickel, G. G. 2. Preise Adolf Kling, Verein Wieseck, Karl Hartmann, Verein Lollar, Minna Frutig, G. G., Georg Wahl, G. G., Ottilie Treser, G. G., Heinrich Geihler, G. G„ Karl Schreiner, G. G., Jakob Steiger, G. G^, Wilhelm Jung, Verein Grosten-Linden. 3. Preise Hilde Vollmann, G. D., Roly Jung, G. D. preis Fidel Dalken, G.G. 2 00 Silben: 1. u. Ehrenpreis Lina Wahl, G. D. 1. Preis Ottilie Dieser, G.G. 180 (Silben: 1. u. Ehrenpreis Karl Dingel, G.G. 1. Preise Heinrich Konrad, G. V., Johanna Flamme, G. G., Therese Schmatl, G.D. 2. Preis Heinrich Joedt, G. G. 16 0 «Silben: 1. u. Ehrenpreis Luise Rohrbach, G. Df,, Albrecht Osterfeld. G. D. 1. Preise Else Ebert, G.D., Andreas Merle, G.G. 140 Silben: Ehrenprers Heinrich Graf, G. G., G. G., Elfriede Faber, Anna ■wixyi, wwv vom Verein Grosten-Linden, 1. Preise Anna Sommer, G. G., Richard Schäfer, Verein Drohen Linden, Karl Hartmann, Verein Butzbach-Licher Bahn. Der neue F a h r p l a n^tritt nicht, wie bei der Reichsbahn, am 5. Oktober, sondern bereits morgen, 1. Oktober, In Kraft. Die Zuge verkehren nach folgendem Fahrplan: Butzbach — Lich — Grünberg: 6.15 Uhr früh ab Lich, 7.07 an Grünberg, nur Werktags, 7.35 Uhr früh ab Butzbach West, an Me- guin 7.44, nur Werktags: 8.04 Ubr vorm ab Butzbach West, an Lich 9.02, von hier Werktags ab 9.25 Uhr, an Grünberg 10.50 Uhr: 1.20 Uhr nachm. ab Butzhach West, an Lich 2.36 Uhrf 6.20 Uhr abends ab Butzbach West, an Ettingshausen 8.00 Uhr, nur Werktags: 9.22 Uhr abends ab Butzbach West, an Lich F0.23 Uhr, nur Mittwochs, Samstags und Sonntags. Grünberg — Lich — Butzbach: 5.20 Uhr früh ab Ettingshausen, bis Lich nur Werktags an 5.55 Uhr, ab Lich täglich 6.10 Uhr, an Butzbach West 7.09 Uhr: 7.25 Uhr früh ab ®run- berg bis Lich nur Werktags an 8.33 Uhr, ab Lich'täglich 11.15 Uhr, an Butzbach West 12.40 Uhr 1.15 Uhr nachm. ab Grünberg, an Lrch 2.33 Uhr,' ab Lich 3.40 Uhr, an Butzbach West 5.05, nur Werktags: 5.44 Uhr nachm. ab Meguin, an Butzbach West 5.56 Uhr, nur Werktags: 7.30 Uhr abends ab Lich, an Butzbach QDeft 8.30 Uhr, nur Mittwochs, Samstags und Sonntags. Bad-Rauheim — Butzbach — Ober- kl e e n : 5.55 Uhr früh ab Butzbach Ost, 6.18 Uhr an Oberkleen, nur Werktags: 7.15 Uhr früh ab Rockenberg, 8.04 Uhr an Oberkleen, nur Werktags: 7.47 Uhr früh ab Bad-Rauheim, 8.30 Uhr an Butzbach Ost: 1.08 Uhr nachm. ab Dad-Rau- heim, 1.52 Uhr an Butzbach Ost: 4.35 Uhr nachm. ab Butzbach Ost, 4.59 Uhr an Oberkleen, nur Werktags: 6.05 Uhr nachm. ab Bad-Rauheim, 7.18 Uhr an Oberkleen, nur Werktags: 9.05 Uhr abends ab Bad Rauheim, 9.51 Uhr abends an Butzbach Ost, nur Mittwochs, Samstags und Sonntags. w „ Oberkleen — Butzbach — Dad-Rau- heim: 6.21 Uhr früh ab Oberkleen, an Butzbach Ost 6.44 Uhr, nur Werktags, weiter täglich ab Butzbach 6.45 Uhr, an Bad-Rauheim 7.26 Uhr: 8.15 Uhr früh ab Oberkleen, an Butzbach Ost 8.40 Uhr, nur Werktags: 12.12 Uhr nachm. ab Butzbach Ost, 12.53 Uhr an Bad-Rauheim: 4.40 Uhr ab Butzbach Ost, 5.23 Uhr an Dad-Rauheim, nur Werktags: 5.25 Uhr nachm. ab Oberkleen, 6.16 Uhr an Rockenberg, nur Werktags: 7.20 Uhr abends ab Oberkleen, 7.45 Uhr an Butzbach Ost, nur Werktags: 8.04 Uhr abends ab Butzbach Ost. 8.46 Uhr abends an Bad-Rauheim, nur Mittwochs, Samstags und Sonntags. Vom Gießener Bezirkstag Gevelsberger Stenographen. Bei dem Wettschreiben anläßlich der Herbsttagung des Bezirks Gießen Gabelsbergerscher Stenographen in Grohen-Linden wurden folgende Preisträger aus Gießen und Umgegend festgestellt (es bedeuten: G.G. = Gesellschaft Giehen, G. V. c Verein Gießen von 1861, G. D. — Damenverein Giehen): 260 Silben: 1. u. Ghren- Rosenbecker, 147 P. Schuler-Unrerftn feit 1. Sieger O. Türmer, 96 P. Mädchen» Ober» stufe: 1. Rosa Wolf, 98 P. Mädchen-Unter stufe: .1. Christel Hartmann, 96 P. Wett- fechten (Florett, 13 Teilnehmer): 1. Sieger K. Hahn. Dereinsmeister in den volkstümlichen Hebungen wurden: Hochsp ru n g: R. Wiener, 1,52 Meter. Weitsprung: W. Altendorf, 5,68 Meter. Dreisprung: K. May, 11,75 Meter. Stabhochsprung: K. Dlatz, 2,80 Meter. Kugelstoßen (7V, Kilo): A. LangSdorf, 10,50 Meter. Kugelstoßen (10 Kilo): A. Langsdorf, 9,74 Meter. Stein stoßen (15 Kilo): A. Langsdorf, 6,86 Qlteter. Schleuder ball: A. Langsdorf, 44,50 Meter. Diskus: A. Langsdorf, 30,32 Meier. Dal lwei t Wurf: R. Wie- ne, 70,10 Meter. Speerwurf: R. Wiener, 42,80 Meier. 100-Meter- Lauf: St. Daumblatt, 11,3 Sek. 1 500-Meter-Laus: K. May, 4 Min. 37 Sek. 3 000 - Meter-Lau s K. May, 10 Min. 12 Sek. Schöner Sieg deS Fußballklubs 'Dkktvria-Ridda. Ridda, 27. Sept. Mit seinem «Sieg über den Verein für Rasensport Büdingen mit 3:1 errang der hiesige Fußballklub Viktoria die Pokalmeisterschaft des Bezirks Oberhessen. Der hftmkehrenden Sie-germann- schaft wurden besondere Ehrenbezeugungen zuteil. Deutscher Lustmettbewerb 1924. (Eigener Bericht des G. A.) 1. Kurvenflug mit Ziellandung. (Gestern bereits mitgeteilt.) Zu bemerken ist, daß Hoppe Wohl dem Ziel näher kam, aber Dotsch besser geflogen ist. • 2. Schnelligkeitsflug. (Berichtigtes Ergebnis.) Klasse A, Hoppe 9 Minuten 47 Sekunden, Botsch 8 Min. 32 Sek. Klasse B, Billik 7 Min. 10 Sek. Klasse C, Weiche! 8 Min. 21 Sek., Kahenstein 6 Min. 31 Sek., Heinze 6 Min. 43 E., Heck 6 Min. 20 Sek. 3. Höhenflug mit Kurvengleitflug. Bei Klasse A höchste erreichte Höhe 1200 Meter, bei Klasse B 2050 Meter, bei Klasse C 1900—2000 Meter. (Die Preiszuteilung kann erst nach Feststellung der Gewichte erfolgen.) 4. Geschicklichkeitsflug. Wird wegen Protestes morgen noch einmal ausgetragen. 5. Stafettenflug. Stafette 1, Flugzeug Albatrvswerke, 50 Min. 7 Sek., Stafette 2, Bremer Luftverkehr, 42 Min. 10 Sek., Stafette 3, Dietrich-Gobiet, 41 Minuten 9 Sekunden. Darmstadt, 29. Sept. Der Fünf-Länder-Flug, der anläßlich des Deutschen Luftwettbewerbs in Darmstadt über Frankfurt, Würzburg, Fürth, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und wieder zurück nach Darmstadt ausgeflogen wird, hat vier Flieger am Start gefunden, und zwar Bot sch-Dahn- bedarf, H e ck, Hein z e und Ka tze n st ei n. Der Start erfolgte heute um 4 Uhr: als letztes Flugzeug ftieg um 4.30 Uhr die Junkersverkehrslimvu- sine D 409 mit dem Piloten L i e b am Steuer und dem Vorsitzenden des Vereins, Emil Schwarz, an Bord, auf. Der Flug ging über Aschaffen barg, Miltenberg, Wertheim, Marktheidenfeld nach Würzburg, wo das Führerflugzeug um 5.47 Uhr eintraf. Zwanzig Minuten später landete als Erster der Wettbewerbsteilnehmer Heck: kurz darauf tauchte auch Botsch auf, dessen Landung aber nicht abgewartet wurde, da die beiden anderen Flugzeuge noch um 5.47 Uhr unds 6 Uhr zum Flug nach Fürth starteten, wo sie wohlbehalten um 6.40 Uhr auf dem Flugplatz landeten. Botsch wird mit den Übrigen Teilnehmern am Dienstagvvrmittag in Würzburg starten, wahrend die beiden anderen Flugzeuge am gleichen Tage nach Stuttgart weiter starten. Jem kleineren und schwächeren Gliede diese« Körpers erheblichen Schaden zuzufugen Run ist die Wirtschaft Elsaß-Lothringens von Matur aus nach O st e n gerichtet, d. h. nach Deutschland Im Osten lagen vor dem Kriege und während desselben die Absatzmärkte für die wichtigsten Erzeugnisse des Landes. Das gilt vom Weine, der im Elsaß als auch in Lothringen gezogen wurde, für den der Wettbewerb mit den erstklassigen französischen oder gar den überaus billigen französischen Südweinen auf keinen Fall in Frage kam. Nichts anderes war eS mit dem lothringischen Eisenerz, der sogenannten „Minette", deren Verhüttung sich am leichtesten und mit den wenigsten Unkosten vermittelst deS Ruhrkokses bewerkstelligen ließ: und die Vermutung ist des öfteren ausgesprochen worden, daß es vor allem lothringische Großindustrielle waren, auf die der Gedanke des Einbruchs ins Ruhrgebiet zurückzufühven ist. Der dritte Hauptausfuhvartikel waren die elsässischen Textilwaren, die bis zum Kriege sehr leicht nach Deutschland Absatz fanden. Das änderte sich mit dem Augenblicke, da die deutsche Währung in der Rachkriegszeit in das Bodenlose zu versinken begann. Damals begann sich für die elsässische Textilindustrie das Tor nach Osten, das ihr nach dem Friedensvertrag eigentlich offen stehen mußte, von selbst zu schließen, sie wurde vvir ihrem natürlichen Absatzgebiete, das im Osten liegt, „ber Rot gehorchend, nicht dem eigenen Triebe", nach Westen abgedrängt und begann auf die französische Textilindustrie in der Gegend von Lille und Roubaix und des DogesendepartementS unangenehm zu drücken. Die ftanzösischen Politiker und Wirtschaftler sind, als Frankreich die ehemaligen Reichslande wieder an sich riß, diesen Zusammenhängen gegenüber nicht blind gewesen. Sie haben darum, als man an die Abfassung des Versailler Tertrages ging, in diesen Vertrag eine Klausel eingeschoten, wonach die elsaß-lothringischen Erzeugnisse noch während einer Dauer ton fünf Jahren nach Abschluß des Vertrages zollfrei nach Deutschland eingeführt toerben mußten. Diese Bestimmung läuft am 10. Januar kommenden Lahres ab. Don diesem Tage ab steht es Deutschland frei, seine Grenzen gegenüber elsaß-lothringischen Erzeugnissen durch Erhebung eines entsprechend hohen Zolles abzusperren. Entscheidet sich Deutschland zu dieser Maßnahme, Dann zieht mit ihr die schwerste Wirtschaftskrise über Elsaß- £t>t bringen herauf, die dieses Land seit 1918 je zu bestehen hatte. Und nicht ohne Sorgen sehen die Eingeweihten in Frankreich der zukünftigen Entwicklung Der Dinge entgegen. Elsah-Lothringen ist toterer — auch für Frankreich — ein sorgenerregendes Problem, das ohne Deutschlands gutwillige Mitwirkung nicht zu lösen ist: Es gibt wieder eine elsaß-lothringische Frage. Richt umsonst macht sich gerade in letzter Zeit allent- halbcn in Frankreich d?r Ruf nach Abschluß eines günstigen deutsch-französischen Handelsvertrages immer lauter bemerfbar. Deutschland hat, trenn es diesen Vertrag abschließen will, den Vorteil 4ür sich, daß feine Rkacht der Welt eS zwingen -Dann, ihn sich durch Diktat aufzwingen zu lassen: -vielmehr kann es die Entscheidung i'chor Zustimmung oder Ablehnung dem eigenen Ermessen anheimstellen. । Wenn Frankreich von unS wirtschaftliche Zu- * Geständnisse eingeräumt erhalten will — und es jftnub sic, allein aus Rücksicht auf Elsaß-Lothrin- gen, durchsetzen, wo augenblicklich neben der Wirt» *sthaftskrise auch noch eine Art Kulturkampf infolge der Einführung der Laiengosetzgebung durch Herriot einh rgeht so muh es diese to.chl oder übel durch Z u g e st ä n d n i s s e a u f politischem Gebiete bezahlen. Die Lösung kann nur heißen: Günstige Handelsbedingungen für Frankreich gegen politische Freiheit Deutschlands am Rhein in festumrissener Frist. Von einem wirtschaftlichen Zusammengehen Frankreichs und Deutschlands kömwn beide Völker schließlich nur Vorteil haben. Diese Tatsache wird durch nichts besser beleuchtet als durch den Widerstand, der sich in den industriellen Kreisen Englands und auch in der englischen Arbeiterschaft gegen den Abschluß des in Aussicht genommenen deutsch-französischen Hindelsvertra-ges bemerkbar macht. Sie wirtschaftliche deutsch-sran- zösische Verständigung ist geeignet, dem Übergewicht der angelsächsischen Wirtfchast Paroli zu bieten. Das sollte man bei unseren tvestlichen Nachbarn bedenken. Auch dieser englische Widerstand ist ein Trumps, den wir in unserem Spiele gegen Frankreich haben. Dieses Spiel wird durchgeführt nach der Formel: wirtschaftliche Konzessionen an Frankreich gegen politische Konzessionen an Deutschland. Es kann sich um so leichter abtoicfcln, als Frankreich sich in seiner Bewegungsfreiheit durch bi? elsaß-lothringische Frage gebunden fühlt. Turnen, Sport und Spiel. Fr. T. Wieseck I. — Fr. T. Alsfeld 1. Roch in letzter Stunde gelang es, den Wiesecker Sportplatz „Philosophenwald", der gegenwärtig einer durchgreifenden „Renovierung" unterzogen wird, spielsähig zu machen. Alsfeld, eine äußerst sympathische Mannschaft, weilte hier, um das fällige Serienspiel auszutragen, und mußte mit einer empfindlichen Niederlage heimkehren. Wieseck spielte in seiner neuen Aufstellung komplett, während Alsfeld mit zwei Ersatzleuten antrat. 3n den ersten zwei Minuten erzielte Wieseck in ungestümem Drang nach vorn zwei überraschende Tore, dem in der ersten Halbzeit ein weiteres, durch einen Prachtschuh des Rechtsaußen, folgte. Die aufopfernden Versuche der Alsfelder, aufzuholen, scheiterten an der Verteidigung, oder wurden eine Beute des Tormanns. Rach Seitenwechsel erhöhte Wieseck die Torzahl auf 5, auch jetzt gelang es Alsfeld nicht, zum Erfolg zu kommen. Gegen Schluß erlahmte das Spiel beiderseits, das Eckenverhältnis war 6:4 für Wieseck. Auch die zweite Mannschaft der Wiesecker war erfolgreich, indem sie die gleiche Mannschaft der Alsfelder mit 6:1 abfertigte. Hier entschied der stärkere Siegerwille und das planvollere Zusammenspiel. Zu dem hohen Sieg hat der yor- züglich arbeitende Wiesecker Tormann ein großes Teil beigetragen. Erfolgreich« Turner. £ Bei dem in Darm st adt im Hess. Lanbes- tfjeater stattgefundenen Meisterfchaftsturnen des 9. Kreises des Arbeiter-Turnerbundes nahmen von dem hiesigen 3. Bezirk eine Anzahl Turner und Turnerinnen teil. Bei der äußerst starken Konkurrenz gelang es, folgende Plätze einzunehmen: 1. Turner: Ernst Mandler, Heuchelheim an 10. Stelle, Friedrich Bender, Krofdorf, an 14. Stelle, Otto Spuck, Wieseck, an 17., Otto Kreiling, Wieseck, an 18., Ferdinand Würtz, Krofdorf, an 20. Stelle. 2. Turnerinnen: Emma Kröck, Heuchelheim, an 7., Anna Balser, Gießen, an 9.» Anna Füll, Herborn, an 12., Elise Mandler, Heuchelheim, an 13., und Anna Peukert, Herborn, an 17. Stelle. Bei der Gesamtwertung der Bezirke gelang es den Teilnehmern, den von ihnen vertretenen 3. Bezirk bei den Turnern sowohl, als auch bei den Turnerinnen jeweils an die 4. Stelle zu sehen. Turnerische DereinSmeisterschasten. 4 Bad-Rauheim, 29.Sept. Der Turnverein 1 860 veranstaltete gestern sein diesjähriges Vereins wett urnen, an dem zusammen 128 Turner, Turnerinnen. Fechter und Schüler teiliuifymen. In den volkstümlichen Uebun- gen wurden gleichzeitig dieDereinsmeister- schäften ausgetragen. Mit der Siegerverkün- bigung war ein Un terha 1 tu nasaben d verbunden, den der 2. Dvrsitzeick>e. Lehrer O h w a l d, mit einer Ansprache eröffnete. Gin Vortrag von Reallehrer S t a u b a ch über „Eindrücke vom Jugendtreffen der D. T. in Marburg" war umrahmt von turnerischen und gesanglichen Darbietungen. Der Andreas- Schilds der zum Andenken an den Erbauer unserer Turnhalle im vergangenen Jähre von einem Turnfreund gestiftet worden ist, wurde im volkstümlichen Zehnkampf von Richard Wiener errungen, seitheriger Inhaber war der als Bolls- turner im Gau Hessen bekannte Turner A. Langsdorf. Aus der Siegerliste geben wir nachfolgend in jeder Stufe den ersten oieger an. Akti de Turner (12°Kampf): 1. Sieger D. Müller und K. Langer, 208 Punkte. Jugend- Oberstuse (9°Kampf): 1. Sieger V. Wald- schmidt, 172 P. Jugend-Unterstufe (8- Stampf): 1. Sieger W. Roth, 130 P. Turnerinnen-Oberstufe (6-Kcrmpf): 1. Siegerin Else F-aatz, HO P. Lu r ne rinnen-Unterstufe (5-Kampf): 1. Siegerin Frieda Jacobi, 88 P. Schüler-Oberstufe: 1. Sieger H. im Frieden ein Reingewinn von 10 Proz. des Umsatzes als sehr hoch galt; daraus ergibt sich ohne weiteres, daß bei einer jetzigen Umsatz- von einem Gewinn entfielen bet an Steuern ober 16,90 tarnen frühe rofioocmt Steuern ge W in in der 2k Gckcmmen Vermöge bedeutet, M |am, aber I mit dem mlische 2ei (eit und der iar ist mir «ogöngen ju spüren t Steuemhebi ber übrig! gering ist. Einkommensteuer 0,23 Proz. 1,92 Proz. Gewerbesteuer 0.12 ,, 2,02 „ Grund- und Gebä adeste^aer 0,08 „ Entwässerungs-, Kanal- u. Strahenrernigungs- 0,37 „ gebühren 0,02 „ 0,07 „ Hauszinssteuer — 0,34 „ Umsatzsteuer — 2,50 w tinq ^tusu6® ölatz, 2«,? 2^ter. T StoSMr. 'M0«10-53 ?&«n ns%?>• Heuba6^: 1 Wu®^ 2. ‘UbirfÄ* E2*«* “&e22LtU "^«unMn X. 'ewerb 1924 *®. 2L) ).. ^llavbung. ^bemerken ist. ■*fan, oBetCBotl^ ■ « «tauten 47 Se. W- Mt B, Billil ei^el 8 lin, 21 gef He'nze 6 X 436” lt SutBenghU. -erreichte Höhe 1200 Meter, bei Klasse C Zuteilung kam erst >e erfolgen.) l u g. Wird tvegen il auggetragen. Stafette 1, Sek, Stafette J/SJ 10 Sek, Stafette 3 n 9 Sekunden. mstadt, 29. Sept. ° Flug, der anMch rbs in Damstadt über th, Stuttgart, KarlS- er zurück nach Sann» vier Flieger am vor Dotsch-Ächn- Kahenstein. 5er Ibr; als letztes Flug- Zunkersverkhrsünwu- Lieb am Steuer und ins, Emll Schtoarz, ng über Aschaffenburg, Marktheidenfeld nach Flugzeug um 5.47 Uhr m später landete als nlnehmer Heck: tun ch auf, dessen Landung -de, da die beiden an- 5.47 Ähr und 6 Uhr ?ten, wo sie wvhlbehal- z Ifagphi) landeten jen Leilnchmern an. charg starten, wührend uge am g$Men Tage .en. hast. 007 . 0,34 , 2,50 , 1924 1Z2M 2,02 .. 0,37 . 1913 0,23 W 0,12 rr 0,08 ° u. 0,02 . erliche Belastung chlaud. en haben agM “0 ch das Severbe dach Sinkommen-, .^besteuern M «J Achen 45 Umsatz bezogen, di- Ä« «ng w *L,tai» 9C’ loi^^z^geben- •Ms a desha'b U"d im ;» plyrstlye ‘Bdaftimg von über 3 TttLi. start zu trugen. 3m ‘Bergbau betrag, auf die Tom« Förderung umgerechnet, in dem letzten Friedens- jaßre die steuerliche 'Befaftung rmö 22 Pf. oder 1,8 Prvz. vorn Umfaß. 3n den letzten Monaten bÄief sie sich auf 8,5 Prvz. vom Ulms ah, ober beinahe aus das Fünffache der letzten FriedenS- Dahre. Mein die Gewerbesteuer ist von 0,6 Prvz. aus 2 Prvz. gestiegen. Bei bedeutenden Firmen des Großhandels betrug die Gesamtsten er- betafhmg im Jahre 1913 0,45 Proz., 1924 dagegen 3L Prvz. vom Ulmsatz. Mein die Belastung an Einkommen- und Gewerbesteuer wird hier a if rund 65 Prvz. vom Reingewinn errechnet. Eine Nachprüfung bei altangesehenen Lebensmittel- firmen hat ergeben, daß die steuerliche Belastung im LebenSnrittelhandel im Iahoe 1913 0,40 Proz., im Sabre 1924 dagegen 4,35 Proz. auSmachte; während sich 1913 eine Belastung des Gewinnes von 17 Proz. ergab, kann man jetzt eine solche von 330 Proz. errechnen. 3n der Elekt r iz i- tätSindustrie betrugen die Summen 15 bts 20 Prvz. des Strompreises; die steuerliche Belastung beträgt daS drei- bis fünffache deS im Ausland üblichen. Bei bedeutenden Werken der Metallindustrie betrugen in den letzten Friedens- jahren die steuerliche Lasten 3,43 Ml. auf je 100 Mt. der ausg»ahlten Löhne, 1924 aber nicht weniger alS 25,90 Mt. 3n der Vorkriegszeit entfielen von dem auSgeworfenen Gewinn auf 100 Mk. durchschnittlich 13,27 Mk. an Steuern, jetzt ergeben sich — die gleiche Rentabilität vorausgesetzt, was aber vermutlich nicht eintreffen, wird — 94,40 Mk Bei der Landwirtschaft entfielen bet gut geleiteten Gütern vor dem Kriege an Steuern auf 100 Mk. Ulmsatz 4,20 Mk., jetzt aber 16,90 Mk.: auf je 100 Mk. Arbeitslohn tarnen früher 20 Proz. Steuern, jetzt aber 121 Mk.: auf 100 Mk. Reinertrag entfielen früher 24,60 Mk. Steuern gegen 121 Mk. jetzt. Alle diese Beispiele zeigen, daß die Steuern in der Mehrzahl der Fälle nicht mehr vom ftnfontniCT gezahlt werden können, fonbern vom QJermögen genommen werden müssen. Das bedeutet, daß die Vermögen in Deutschland langsam. aber sicher weggesteuert werden, und das) mtt dem Fortschreiten dieses Prozesses eine automatische Verringerung der Veschäftigungsmöglich- tett und der Steuereingänge sich ergibt. Sonderbar ist nur, baft von ben enormen steuerlichen Gingängen in ben öffentlichen Kassen nicht viel gu spüren ist. Dieser Umstand beweist, baff bte Steuererhebung so große Mittel verschlingt, baß 6er übrigbleibende Betrag verhältnismäßig gering ist. * Der deutsche Außenhandel im August 1924. Da die statistische Erfassung der Ein- und Ausfuhr des besetzten Gebietes im Monat August noch immer nur in unvollkommener Waise möglich war, enthält die Handelsstatistik die gleichen .Fehlerquellen wie in den Vormonaten. 3m August hat sich, wenn auch in verlangsamtem Tempo, im Außenhandel die Bewegung des Vormonats fortgesetzt: Rückgang der Einfuhr und Belebung der Ausfuhr. Während die Einfuhr eine erhebliche Verminderung aufweist (um rund 108 Mill. Gin. gegenüber dem Vormonat), zeigt die Ausfuhr nur eine leichte Steigerung (um runb 16 Mill. Gm. gegenüber dem Vormonat). Die Bilanz der durch die Slatifht erfaßten Ein- und Ausfuhr weist im August eine Aktivität von rund 140 Mill. Gold mark auf. Der Einfuhr rückgang gegenüber dem Vormonat erstreckt sich hauptsächlich auf Rohstoffe und halbfertige Waren (um rund 55 Mill. Goldmark, und fertige Waren (um rund 52 MM. Goldmark-. Die Einfuhr von Lebensrnitteln und Getränken ist mengenmäßig auch zurückgegangen, dem Werte nach jedoch leicht geftiegen. Die Einfuhr an lebenden Tieren hat sich ebenfalls etwas gesteigert. An der geringen Ausfuhr fteigevung find alle Gruppen beteiligt. * Dor der Beseitig ung der De - disenverkehrsbeschränkungen. Dte Reichsregrerung kann sich den gewichtigen Gründen, die die Wirtschaft feit langem für die Aufhebung der Devisenverkehrsbeschränkungen vorbringt, nach der Annahme der Dawes-Gesetze nicht mehr verschließen. Die Aufhebung kann aber nicht eher erfolgen, als bis auch die wesentliche Voraussetzung für bas Inkrafttreten ben Dawes-Gesetze, das Zustandekommen der 800- Millionen-Mleihe, gesichert ist, da inzwischen noch beunruhigende Momente auf ditz Währung zurückwirken können. Sobald die Verttäge über die Anleihe unterzeichnet sind, wird der Reichs- wirtfchaflsminister die Devisengesetzgebung außer Kraft sehen. Aufrechterhatten bleiben vvrläusig der Einheitskurs und diejenigen Bestimmungen mehr gewerbepolizeilicher Ratur, die die Devisenbanken, Wechselstuben und Devisenmakler betreffen, aber auch diese Desttmnrungen werden« den veränderten 1 Ulmständen angepatzt werden. Der Abbau des Kommissars für die Devisenerfassung war bereits feit langem für den 30. September vorgesehen; da eine Verlängerung feiner Tätigkeit für bte Ulebergangszeit nicht mehr erforderlich erscheint, wird an diesem Zeitpunkt festgehalten: seine Geschäfte werden bis zum Außerkrafttreten der Devisengesetzgebung vom Reichswirtschaftsministerium erledigt. * Industrie, Ha ndel und Gewerbe erhalten Rachlaß für Zahlung der Rentenbankzinscn. Vom Reichsfinanzministerium wird amtlich mrtgeteilt: Wie kürzlich bekanntgegeben worden ist. hat die Landwirtschaft zum 1. Oktober 1924 einstweilen nur die Hälfte bei- aus ben Rentenbairkbescheiden ersichtlichen Halbjahrszinsen zu entrichten, während der Rest er-st später entrichtet zu werden braucht. Die mcßgc6cnben Stellen haben sich nunrnehr entschlossen, auch ben industriellen, gewerblichen and ■■—MMM—CMt. I. ILI ■■—EMM—tIM ■[■■WB— £)anDecrocmeben ernfchkteßkch wer Santen nachzulassen, die btS zum 8. Oktober 1924 yi leistenden Halbjahrs zinsen bis zu diesem Zeitpunkt nur zur Häufte $i entrichten die zweite Hälfte ist ohne weitere Zahlungsaufforderung bis zum 15. Januar 1925 zu zahlen. • Frankfurter Gasgesellschaft 2L- G., Frankfurt. Die Gesellschaft, an der bekanntlich neuerdings die R.E.W. Einfluß gvrroturn en haben, teilt mit, daß in diesem Jahre ein Geschäftsbericht nicht torgelegt werben wirb. Die G.-D. wird nur über die Papiermarkbilanz Beschluß fasten. Börsenkurse. 9n Billionen Prozent Tahmr Berliner Börse. Anzeiger") Banknoten. (Ohne Gewähr.) (Eigener Drahtbericht des „Gießener Berlin, 29. Sept. Die Börse war heute in Anbettacht des hohen jüdischen Feiertages nur sehr schwach besucht. Trotzdem entwickelte sich auf allen Märkten ein wesentlich lebhafteres Geschäft, als an den vergangenen -Lagen. Am Anleihemarkt ergab sich unter dem Em- Wo Deutsche RetchScmlethe . <% Deutsche RetchSanlelh« . 6'/,'/° Deutsche Reichsanleihe 8®/o Teuffche RetchSanletde . Deutsche Suaivraimenaalelh« 4®jo Preußische Äonfoll . . . ••••••■••• 8% Hessen........... Deuttche Strtb. Dollar-Anl. bto. Doll-Schatz-Anwetiag.') **/» Zolltürken.........| 5°/o «oldmerikauer I Berliner HandelSaesellfchaft Commerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Nartonalbaak . Deutsche Bank......... Deurs«e BereinSbank .... TtSconto Lommandit .... Mrtallbank........... Mitteldeutsche Treditbank. - cesieereichtsche ttrtbftanflatt Westbank............ Lochumer Guß ..... Buder. Harvcner Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . flalltofrf Westeregeln..... Laurahütte..... Oberbedarf...... ,«. . Phöust Bergbau Rhetnitabl......... Niebe-l ‘JJ/ontan........ TelluS Bergbau . Homburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llohd..... Theramische Werke Albt» . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Tont -Guano .... Badische Anilin........ Cbcmische Mayer Slapd» . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron . . .. Höchster Farbwerke Holzverkovlung..... . . SiüwcrS merke......... Echcideanstalt......... All«. ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann........... Maiukraftwerke ........ Schubert...... SienrcnS <6 Halske ...... Adlerwerke K le per ...... Daimler Motoren. ..... Hcyliaenstacdt Meguin........ Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz . . . . . . . Sichel ......... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wogbäusel . . . •) Dom Rückzahlungswert. Devisenmarkt Derlku—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. Buenor-Atre-, London. Nea» York, Japan, 01 lo de Janeiro für eine Ttnhett, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.« Telegraphische Auszahlung, Frankfurt a. M. Berlin Schluß. Schluß Schluh. Schluß flute I flute flute flu-e 26. . 29.9. 26.9. 29.9, 0,490 0,e8C 0,485 0,56i 0,560 1 0,725 0.9 0,525 0,81 0.660 0,825 1.30 1,65 1,225 1,450 0,425 0,426 0,3 0.4 0,71 0.9 0,6 0,9 — 1 1,5 1.41 o,e 1,1 1 1.2 0,6 1,1 1 1.25 4,2 4,2 4,2 4.2 85,5 85,25 85,5 85 25 10,62 11 10,5 10,75 -I 38,5 - 1 42,25 25.5 — 26 25,?0 4,75 4 5 4,75 4,75 9 9,25 9,40 9,40 10,5 10 62 10,60 10,50 0,33 0,305 —■ -■ 12,25 12, 5 12,1 12,25 12,5 13 —■ — 1,06 1.65 1,70 1,621 0,310 0,315 0,3 0.3 0,275 0,28 — 0.425 _ — 40,25 47,25 10,40 10,50 10,40 10.SC 10,25 10,76 11 11.'0 49 51,5 482« 61.25 d9 64 49.25 '3,5 71 73,25 78,25 14,5 14,76 15 16.90 17,26 18,75 16,00 17,50 6,10 6,1 6.90 6,26 9,90 10,3 10,30 39,bO 41,90 38,5 41,50 34,5 35 32,50 34.75 33 35,76 35.50 36,60 1,75 U — — 26,C0 27 26,50 27,60 4,75 4,85 4,90 4,8 ■■ •* 14,625 14.76 — — 5 5,25 6 5 — — 11,25 11 169 18,25 18,65 18 1,2 11,2 11,75 11.6 12,40 14,5 16 13,90 15,50 14,25 16 14 15 6,10 6,26 — —— 16,25 16,62 16,30 16,25 13,4 14,60 — — 8,13 8,35 8,13 8,20 12,125 12,80 11,90 12,75 8 8 87 37 36,75 39 42 41 — 46,76 1,9 1,8 1.9 2,20 2,7 2,80 2,75 2,90 2,1 2,45 — — 9,62 9,75 9^ 9,1 0,58 0,63 — — 1 1 1,4 1,5 11,9 12,25 — 1,2 1.30 1,4 1.4 — 39 3,1 3,12 3,50 3,6 8,6 9 9,25 9,1 9 3,20 9,6 — —• 2,70 2,78 — — 26. Septbr. 29. Septbr. Repart. % 26. 129. ttmtUcbe lliotteruna Amtliche ’Jtotteruni Geld | Brief Geld Brief JJmfl.-'Jtott 161,99 162,81 161,99 122,81 voll^voll Brss -l'l n tw 20,30 20,40 20,20 20,30 vollivoll Gbriflinnla . 68,35 68.65 68,60 58,90 73,038 volffvoll Kovcubagen 72,07 72,43 73, 2 volljvoll Skoclbolm . 111,37 111,93 111,37 111,93 voll voll Hclnnafor«. 10,49 10,55 13,45 10,49 10,55 volljvoll Italien. . . 18,35 18,40 18,50 voUIvoll London. . . 18,746 18.835 18,765 18,836 voll voll 'J?eiit)ort . . 4,1 J 4,21 4,1 i 4,21 voll^voll Part«. . . . 22,12 22,24 22,0? $2,14 voll voll Schwei» - . 79,99 80,30 79,95 80,35 voll voll Spanten . . Wien in D.» 63,26 66,54 65,25 65,54 voll voll Ceft. abgest 6,92 6,94 8,92 6,94 voll voll Praa - . 12.65 12,81 12,52 12/8 voll voll Budap'st. . 6,46 6,47 8,45 0,47 voll voll Buen.-AireS 1,475 1/85 1,485 1,495 DOÜiüOlI Buloarien 3,075 3,095 8,06 3,08 UDU|öoU Japan . . . 1,676 1,666 1,675 1.685 DOll|ooH Wo de Jan 0,395 1,405 0,395 0,405 DCU|DOLl Belzrad . • -.89 6,91 5.85 6,87 voUfvoll Lissabon - ■ 12,22 12.28 12,22 12,28 voll voll Berlin, 29. Sept. Geld 1 Repan. Briet | W. Amerikanische Note» ..... 4,1 J 4,21 £0,25 voll 20,16 voll Dänische Noten . . . . e e . ♦ 72,72 73,08 voll 91ntrn ........ 18,68 22,02 161,80 18 78 voll Französische Note» ...... . Holländische Noten ...... 22,14 162,62 voll voll Italienische Noten ...... 18,46 18,55 68,90 voll (»orwcgische Noten...... 18,60 voll Teuksch festere.,i 100 Krvnm 5,92 6,94 voll Niiuiänilche Noten ...... 2,145 111,32 79,80 2,165 111,78 80,20 voll Schwedische Noten ...... voll Schweizer Noten....... voll PpnnHrfii" Noten ....... 55,76 66,04 12,535 voll TschttLoslowakische Note» . . Unaartsche Note»...... 12,4TB voll 6,40 5,43 voll stutz von DsckangStSufen der Baistespekulattvn eint mäßige Erhöhung des KurSmvvaüs Die gesamte Börse verfolgt die Vorgänge am Anleihemarkt mtt lebhaftem Interesse Die Börse ton flattert mit Genügt u ung. daß der Anlethe- st u r z bei vergangenen Woche bisher keine Zahlungsschwierigkeiten nach sich gezogen hat und erblich darin em beruhigendes Zeichen für die innere Gesundung des Wertpapiermarktes. Oluf Mark! der Industriepapiere gestaltete sich daS Geschäft ziemlich lebhaft. Die Hoffnung, baß die Repara- livnSanlei he in allernächster Zett zur Auslegung kommt, und auch die Aussicht, daß die privaten Anleiheverhandlungen mit dem Ausland sehr bald günstige Ergebnisse zeigen werden, regte die Kauslust erheblich an. Es lagen auch beachtenswerte Kaufaufträge a-i8 Industriekreisen vor; dieS machte sich besonders am Mon- tanmaiti bemerkbar, wo sich das Kursniveau der Industriewerte zum Teil sehr beachtenswert verbesserte. Die Geldmarktlage axir etwaS leichter. Die Lage am Devisen markt war unverändert. Franksurler Börse. (Eigener Drahtbericht deS .Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 29. Sept. Tendenz: Gut erholt. — Die Börse war zu Wochenbeginn infolge der hohen jüdischen Feiertage recht schwach besucht, der Verkehr nahm einen ruhigen Verlaus. Die Stimmung auf dem An leihemark t hat einen vollständigen Umschwung erfaßten, indem sie wieder wesentlich zuversichtlicher geworden ist und man auch in der Aufwertungsfrage einen neuen Optimismus zeigt. Man nimmt allgemein an, daß in der Aufwertungsfrage doch noch etwas geschehen müsse. Auch für Aktien- toerte macht sich eine günftigerc Stimmung bemerkbar, namentlich im Hinblick auf die stetige bessere Beuiceilirng der Wirtschaftslage. Besonders Montan- und Chemische Offnen waren lebhafter gefragt, und es ließen sich hier Kursbesserungen bis zu 1V2 Billionen Prozent beobachten. Bankaktien waren vernachlässigt. Maschinenaktien dagegen ziemlich fest. Dec Einheitsmarkt der In- dustriepapiere hatte sehr ruhiges Geschäft, aber feste Haltung. Der f r e i e M a r l t litt unter starker Umsatzlosigkeit. Api 2%, Decker-Stahl 0,95, Denz 31/g, Krügershall 73/4, Ufa 11, Growag 0,170. Olm Geldmarkt blieb Monatsgeld mit IV16 bis P/e Prozent eher flüssig. Olm Devisenmarkt hatte der Usancenverkehr geringen Umfang. Das englische Pfund wurde etwas niedriger genannt, gegenüber Kabelauszahlung Reuyork mit 4.87 Stollar umgesetzt. Der Pariser Frank wird in Pfundparität mit 84,95 und in Dollarparität mit 19,02 umgefetzt. Im weiteren Derlauf schrumpfte das Geschäft weiter zusammen. Die Stimmung blieb aber sest. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht deS .Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 29. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wettevauer 24,50 bis 25,50. Roggen, inländ. 23 bis 23,75 Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 27 50, Hafer, inländ. 22,50 bis 23,50 Mais (gelb) 19,75 bi« 20, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36 50 Jn« 37.25. Roggenmehl 32 25 bis 33. Weizenklete 12,75 bis 13, Roggen- kleie 12,50 bis 12,75 Mk. Tendenz unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Sept. Auftrieb: 2857 Schweine. Es wurden notiert: Schweine, vollfleischige, von 80—100 Kilogramm 80—84, vollfleischige, unter 80 Kilogr. 65—80, vollfleischige, von 100—120 Kilogr., 85—87, vollfleischige, von 120—150 Kilogr., 84—86; Fettschweine über 150 Kilogr., 84—86; unreine Sauen und geschnittene Eber 70—78. Marktverlauf: bei lebhaftem Handel nahezu geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 29. Sept. 0kn Pvoduktenmartt war auf höhere amerikanische Meldungen "Roggen wieder 3—4 Mk. gesteigert. DaS Geschäft blieb ruhig. Cs wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt 229 bis 237, Roggen, märf. 223 bis 228, Gerste, märt. 225 bis 250, neue 200 bis 210, Hafer, märt. 183 bis 191, Raps 345 bis 350, Leinsaat 440 bis 450; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,50 bis 35,50, Roggenmehl 31,50 bis 34,25, Weizen- tleie 14,40 bis 14,75, Roggenkleie 12,80 bis 13, Diktoriaerbsen 32 bis 36, kleine Erbsen 22 bis 26, Sattererbfen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 17 bis 18, Lupinen, blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle, alt 15 bis 18 Rapskuchen 14,80, Leinkuchen 25 bis 26, Trockenschnitzel 13,60 bis 13,80, Torf- melaste 9, Kartoffelflocken 18,50. Buntes Allerlei. Ausdehnung des parlamentarischen Boxsportes. • Jetzt hat auch Dresden seine parlamentarische Ilias. Im Stadtverordnetenkollo- gium saßen die Marrnen, und aus dem Gehege der Zähne des Sozialdemokraten Rötsch entfloh zu einem Kommunisten das Schmähwort „Gfältger Pinsel". — „Kassensttolchl", war die renn- niszenzenreiche Antwort. Runmehr begann der Kampf. Rötsch bewegte seine Fäuste mitsamt den ihm eben noch vorgeworsenen langen Fingern auf der Disäge des Klassen bewußten. Mehrere mifch- ten .sich ein; die Frauen kreischten auf. Dann wurde der Laden geschlossen, und schön „verbunden" zog 'man von barmen. Dazu sind wir gut genug. • Im Jahre 1920 ist beim Sekretariat des Völkerbundes eine besondere Abteilung für hygienische Fragen eingerichtet worden, der sog. Gesundheitsrat- Seine Arbeit hat sich besonders auf Vereinhettlichung und Ausgestaltung der Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung erstreckt. Wie Prvtestvr ötetitfixg (Hautdurgf w der Deutschen Medizinischen Wochenschrift berichtet, ist dabei auch Deutschland der ihm gebührende Platz eingeräumt worden. Bei Kursen für Aerzte, die in Warschau. Moskau und Charkow abgehalten werderi, waren deutsche Aerzte alS Lehrer hervorragend beteiligt. — Echt Völkerbund: Wo man von uns profitiert, da sind wir 's Schätzchen, aber wenn wir auf Vorteile rechnen, bann kennt man uns nicht jedenfalls nicht anders als solche, deren Kriegsschuld causa judicata feil Biichcrtisch. • Die Französischen Dokumente zur SicherheitSsrage 1919 — 192 3. (, Urkunden über die Verhandlungen bett Sieber» heitSbürgschaften gegen einen deutschen Angrisf".) Amtliches Gelbbuch des französischen Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten. Deutsch« Ausgabe, mit einer Einführung von Hermann Oncken. Ladenpreis: In Pappe gebunden 10 Goldmark. Deutsche VerlagSgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H. in Berlin W 8. Unter den Linden 17/18. DaS deutsche Volk erhält in diesem Buch Einblick in eine Publikation des sranzösifchen Ministeriums der Auswättigen Angelegenheiten. die zugleich alS historisches Dokument wie als tagespolitische Erfchetnuna von größter Bedeutung ist. Die sranzösische Regierung hat die Attensammlung, in der sie die Verhandlungen der letzten fünf Jahre über die ihr zustehenden SicherbeiiSgarantten gegen einen deutschen Angriff zufammengestellt hat. mit der bekannten Denkschrift des Marschalls Foch> eingeleitet, die den Rhein alS militärische West grenze deS deutschen Volkes for- bert: „Deutschland muß am linken Rhein iser jede Angriffsmöglichkeit, jeder Wassenplatz, d. h. lebe Landeshoheit genommen werden." Dieses von Fixtnkreich in Versailles nicht erreichte, aber seitdem unausgesetzt angestrebte Endziel ist der Grundgedanke aller politischen Aktionen, über die das Gelbbuch berichtet. So ist eS das amtliche Bekenntnis zu jenem Grobe- rungswillen geworden, der seit Jahrhunderten die elementare Trieb kraft und große Tradition der französischen Polittk bildet; so läßt es den Deutschen die Gefahr, die deutschem Lande und deutschem Volkstum droht, in ihrer ganzen Größe und Furchtbarkeit erlernten. Das defensiv klingende Schlagwort von der „Sicherheit" soll in fast paradoxer Weife beputzt werden, um einen rein offensiven polittschen Gelenken, die gewaltsame Enteignung deutschen Landes der Welt plausibel zu machen und mit dem harmlosen Schein des Rechts zu umgeben. Damit errichtet Frankreich einen aggressiven MtlttanS- mus, ber nur verstümmelte und wehrlose Nachbarn zu ertragen bereit ist. — In Verbindung mit der Einführung, die Geheimrat Oncken zu der Aktenfammlung schrieb, wirkt der Band als eine Selbstenthüllung dieser französischen Croberungsmethode, für die Deutschland dem französischen Außenministerium geradezu dankbar sein muß. — James Drhce, Ame rfka alÄ Staat und Gesellschaft, übers von Pros. Tr. I. Singer erixrr — so schrecklich," jammerte sie. „Die arme Mary. Sie tcrraoen sie nicht sehen, ich fürchte, sie ist zu krank. Sch wollte, sie hätte Ihnen den Hergang selbst erzählen können!" „Zu krank?" fragte Grace, die lieber das Mädchen, als Frau Stapleton ausgefragt hätte. „Was ist denn mit ihr?" „Alan wollte sie vorigen Freitag vergiften." „Man? Wer?" „Sch werb es nicht. <5$ ging aus, um Luft zu schnappen. Das arme Mädel war halb tot vor nervöser Erschöpfung und Schlaflosigkeit. Wir sie erzählte, wollte sie in einem Cafe der Rue St. Honore eine Tasse Schokolade trinken. Hierauf ging sie zu den Champs Elhsees zurück und sah aüf einer Bank. Plötzlich wurde ihr sterbenselend, sie nahm einen Wagen ünd lieh sich heimführen. Als sie hier ankam, war sie bewußtlos und muhte von den Dienstboten in ihr Simmer getragen werden. Seither hütet sie das Bett. Zum Glück geht es ihr jedoch besser, hoffentlich können <5ie sie morgen sehen." Als Grace das Haus Stapleton verlieh, war sie ein wenig verwirrt. 3e mehr sie von der sonderbaren Geschichte hörte, desto unerklärlicher kam sie ihr vor. Sie hatte den Tatort in Begleitung der Wärterin besichtigen wollen. Sie sah ein, dah dies erst am folgenden Tag möglich wäre. Sie spazierte, über die Sache nachdenkend, gegen den Arc de Trromphe, als ein junger Mann, offenbar ein Franzose von gutem Aussehen und mit einem freundlichen Gesicht, sie ein- holte, sich verbeugte und sich in tadellosem Englisch nach Mary Lana Han erkundigte. „Geht es N^ih Lanahcm besser?" fragte er. Aus seinem Ton klang grohe Anteilnahme. „Wer frno Sie, mein Herr?" anttDonete sie in der Hoffnung, vielleicht etwas von Wert zu erfahren. Seine Frage bewies Garre, dah er nrit wenigstens einem Mitglied des Stapleton- scheu Hauses bekannt war. „Sch bin mit Mih Lanahan befreundet," erwiderte der Mann. „Sch hörte, sie sei krank. Sch sah Sie das Haus betreten und es verlassen und erlaubte mir, Sie anzusprechen, um zu er- fahven, ob es ihr besser geht." „Man sagte mir, es gehe besser. Gesehen habe ich sie-nicht." äleber das Gesicht des jungen Mannes ging eine plötzliche Bewegung, doch Grace konnte — so flüchtig war diese — nicht erkennen, ob es Freude oder Enttäuschung war. Sie gingen stillschweigend weiter und waren bc8 zum Triumphbogen gekommen, als ein zerlumpter kleiner Kerl, dec waschechte Pariser Gassenbub, herzusprang und Graces Begleiter ein kleingefaltetes Stück Papier in die Hand drückte: dann rannte er weiter. Ser Mann sah ihm einen Augenblick nach, dann las er das Briefchen. Was es auch enthielt jedenfalls machte es auf ihn einen starken Eindruck. Er sah ängstlich um sich, verbeugte sich rasch gegen Grace mit kurzem „Guten Abend" und ging eiligen Schrittes in entgegengesetzter Richtung davon. Zugleich griff er in die Brusttasche seines Rocks, wie wenn er etwas suchen wollte. Hierbei entfielen ihm einige Papiere. Grace beobachtete, wie er sie hastig aufhob und in der Dämmerung verschwand. Es schien ihr, als ob er eines der Papiere hätte liegen lassen: sie ging zurück und sah, dah sie sich nicht geirrt hatte. Ein Briefumschlag lag auf dem Gehweg. Sie hob ihn aus und las im Wertergehen die Aufschrift Der Empfänger war Alphonse Valentin, Boulevard St. Michel. Grace versorgte das Papier in ihrem Täsch- dien. Der Name des Mannes sagte ihr nichts — sie nahm an, es sei ein Freund Miß Lcmahans aus früheren Zeiten. Doch warum erkundigte er sich nicht auf dem gewöhnlichen Wege nach ihr, indem er einfach im Hause anfrag'e.' And warum hatte die Mitteilung, die ihm ic Gassenjunge übergeben, ihn so sichtlich beunruhigt? Eie blickte nach der Ahr und ab, dah es beinahe sieben Ahr war. Sie ha/c d.e Absicht, zum Abendessen bei Ldfevres zu sei i, aber einer plötzlichen Eingebung folgend und um mehr übet diesen Valentin zu erfahren, ging sie in ein Gasthaus nahe beim Louvre, wo sie allein speiste. Eine Stunde später stieg sie auf dem Boule» vard St. Michel vor dem Hause, dessen Nummer auf Alphonse Valentins Briefumschlag verzeich net war, aus einem Wagen. Es war ein schmutziges, altes Gebäude, im Erdgeschvh befand sich eine Käs«Handlung. Ein schmaler Gang nebenan führte zur Treppe. Grace läutete Klopfenden Herzens. Dieses Suchen bei Nacht in Paris war ihr doch etwas ungewohnt. Sie gedachte der stillen Freuden ihres Landlebens und bereute einen Augenblick, nicht zu Hause geblieben zu sein. Das unvermittelte Aufgehen der Türe unterbrach ihren Gedankengang Eine Frau stand im Gang und fragte sie gleichgültig nach ihrem Begehr. „Sch wünsche Herrn Valentin zu sprechen," sagte Grace. „Er ist nicht hier." „Dann warte ich, ich muh ihn sprechen. Er erwartet mich" (Fortsetzung folgt.) Wollin Sie sparen? Damast 160 cm..............Mk. 2.80 Bettzeug..................Mk. 1.20 Bettbarchent 130 cm.......Mk. 3.75 Handtücher Halbleinen......Mk. 1.40 Handtuchstoff............Mk. 0.60 Kleiderzeug gar. waschecht .. . Mk. 1.65 Oberhemden mit 2 Kragen. . . Mk. 7.50 Einsatzhemden Mk. 2.85, 2.75, 2.65, 2.35 Unterhosen..............Mk. 2.70 Unterhosen f.Kinder, Mk.2.40,2.25,2.00,1.85 usw. 7541a Textil - Verkauf Gustav Gutenstein Kein Laden Plockstr. 1211 Kein Laden Vogtsche Handelsschule Metzen Goetheftraße 32 Stundenplan: Montag: 1. Handelskunde 2. Kaufm. Rechnen Dienstag: 3.Franz.Handelskorresp. 4. Plakatschrift Mittwoch: 5. (Engi. Handelskorresp. 6. Spanisch Donnerstag: 7. Buchführung 8. Stenographie Freitag: 9. Italienisch 10. Maschinenschreiben (30Unterrichtsmaschinen der versch. Systeme zur Verfügung). Dauer eines jeden Kursus 20 Unterrichtswochen. Unterrichtszeit: 6.30 bis 8.15 Uhr abends. Schulgeld: Gmk. 8.- für jeden Kursus. Aenderungen im Stundenplan können berücksichtigt werden. Anmeldungen an die Schulleitung der Dogtfchen Handelsschule D r. Reukauf erbeten. 7543a Voranzeige 7550c Hessische Bilderbühne Lindenplatz 1 * Fernruf 997 • Lindenplatz 1 Anfang 4 Uhr = Letzte Vorstellung 8.20 Uhr. —— ab Mittwoch, den 1. Oktober der große amerikanische Griffith-Film Mädchenlos In der Hauptrolle: Lillian Gish. Nur heute noch das einzigartige Schauspiel in 6 Akten Das Abenteuer von Sagossa Dieser Film spielt an dem Fürstenhofe eines kleinen Balkanstaates; er ist das Gegenstück zu dem Film »Die Finanzen des Großherzogs", der hier in Gießen mit größtem Erfolg gelaufen ist. Rahm MARGARINE y buttemle KM Die beite Sparhilfe im Haushalt In Jeder Verwendungsari wie beste Butler. Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco“. Statt Karten Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emmi Moos Karl Bender Krofdorf, den 30. September 1924 -..... .MU— Otto Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt eines kräftigen zweiten Jungen zeigen hocherfreut an Prof. Dr. Alfred Brüggemann u. Frau Lissa geb. Haagmann Gießen, Sonntag, 28. Sept. 24 ... Stephanstraße 4. 31 3t Umo.-Frauenklmrk 03M06 GerntiarilMdita- u. NandolMor (E.V.) 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