Erster Blatt Kfe Jahrgang Mittwoch, Zy. April M- VniS mid Verlag- SrSHI sch« Uaii>trfitSU-8«ch- und SteindruSer«! N. Eonje in Siehe». Schriftleitnng und Sesch.istrftell«: Schulltratzi?. 2hif die Frage, ob die dem Transfer-Komitee übertragenen Aufgaben des Schuhes der deutschen Währung wirklich eine Sicherheit für das deutsche Volk bieten, erwiderte der Minister: Dor den Völkern und der Geschichte trägt dec Ausschuß die Verantwortung, daß die deutsche Währung durch die Reparationsleistungen nicht erschüttert wird. Dach der Gestaltung der ReparationSleistun- grn ist auch den Gläubigerregierungen die Erhaltung der deutschen Währung von höchster Wichtigkeit, denn die deutsche Regierung erfüllt ihre Leistungspflicht durch Einzahlung in Aeichswahrung an die Reparationskasse. Es hangt ausschließlich von der Aufrechterhaltung des deutschen Geldwertes ab, welchen Wert diese Beträge dann für die fremde Wirtschaft haben. 3n den Bestimmungen über die Reichsbahn und Reichsbank sieht der Minister schwere Belastungen, nämentich nach der seel.schm Seite, schwerer noch als in den ziffern- mäfegen Belastungen. Denn di.sen Ziffern gegenüber l:egt eine gewisse Sicherung in den Schuh- vorschriften. ®aiin liegt ein .Zug selbsttätiger Anpassung an die deutsche und internationale Wirtschaftslage. Aber was wir einmal den Gläubigern an Rechten auf die Reichsbahn und die Reichsbahn eingrräumt haben, bleibt bestehen. Wrrauf es ankommt, ist, in den Vorbereitungs- Verhandlungen möglichst stark die Reichsbahn und Reichsbank als Werkzeuge der nationalen Wirtschaft in deutscher Führung zu halten und maßgebliche fremde Einwirkung auf die Fälle nachweisbarer schuldhafter Verletzungzubeschränken. Auf die Frage, ob der Minister befürchte, daß die vorgesehenen Kontrollen die bishwigen Ablagen wesentlich verschlimmern, erklärte Hamm: Rachdem Deutschland den Versailler Vertrag, dessen sittliche Berechtigung wir niemals anerkennen können, eingegangen war, war es eine Verschärfung des älnglücks, daß Amerika nicht in der Re- parationseommission stimmberechtigt vertreten war. Daß nun Vertreter Amerikas gleichberechtigt in den verschiedenen Ausschüssen und Organen Mitwirken, ist ein bedeutsam er 5ortschritt. Ferner worden die Besorgnisse, daß die Kontrollen politisch ausgrnuht werden könnten, dadurch gehindert, daß z. D. bei der Goldnotew- bank und dem ülebertragungsausschuß nicht politische Vertreter der Regierungen, sondern unabhängige Sachkenner sitzen. Aber es bleibt natürlich für eine große nationale Wirt- schrst ungeheuer schwer, unter einer solchen Kontrolle zu arbeiten. Daß die deutsche Wirtschaft fcenrde Kontrollen aus sich nimmt, geschieht, um durch diese Bindung Freiheit in großzügigem Maße einzutauschen. Die Wiederherstellung der deutschen Staatseinheit und Staatshoheit am Rhein und Ruhr ist von den Sachverständigen selbst in klare» Worten als wichtigste Voraussetzung deutscher Leistungen bezeichnet worden. Wenn Frankreich heute noch über die offene Grenze im Westen ungemessene Mengen überflüssiger Waren unverzollt in unsere Wirtschaft hereinzwingt, wenn Micum oerträge und Kriegsgericht auf dec Wirtschaft lasten, so kann dabei die Wirtschaft weder im besetzten, noch im unbesetzten Gebiet gedeihen. Was die Sachverständigm als wirtschaftliche Voraussetzung aufstellen, ist dies also in höchstem Sinne und ist zugleich die seelische Voraussetzung für die deutsche Leistungsfähigkeit. In ihr erblickte die Reichsreg erung das politische Ziel und die sittliche Berechtigung, wenn sie sich bereit erklärte das Sachverständ gmgutachten als Grundlage der Repacationslösung anzunehmen. Der Monster betonte zum Schluß. daß dfe Reichsreg erung für ihren Entschluß die stärkste Anter st ühung durch die Politik und Wirtschaft gefunden habe. Der neue Reichstag werde aus der Gesam'beurtellung der außenpolitischen Lage, wie sie sich alsdann darstellen werde, dre Entscheidung über die Durchführung des Sachverständlgengutach ens zu treffen haben, für welche die gesetzgeberischen Vorarbeiten bereits im Gange seien. Das deutsche Volk dürfe nur ein Ziel kennen: seine F c e i h e i tl Dazu müsse ihm der Weg recht fein, den die Zeki ihm weise. m. M Erscheint räglich, außer Sonn- und 5eiertags, mit d. Samstagsbeilage: ®iefeentT3amilienblättet Monati-Lezvorprelr: 2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerloh«, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 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Zeitung" über die wirtschaftlichen Giundlag-m teS Sachv:rs1ändig .mgutachtens f hcte R.ichsw r.» schaftsministec Hamm u. a. aus: Die Sachverständigen haben den wirlschaft- ftchen Verhältnissen Deutschlands im Rahmen der Ur.en gefetzten Aufgabe nach bestem Wissen gerecht zu werden versucht. Darin schon liegt ein großer Fortschritt. In hoher Einsicht hat das Sachverst änd'.g mgutachten anerkannt, daß Deutschland nicht in Gold, sondern lediglich in Waren zahlen tarn: Rach meiner Hieberzeugung £>iben die Sachverständigen d i e innere deutsch e Leistungsfähigkeit überschätzt. Man darf nicht vergessen, daß Deutschland lln- geheures schon aus seiner Volkswirtschaft abge- Die interalliierten Besprechungen. Iugoslavien verlangt Sitz im Konvertierungsausschutz. — Dor einer belgisch-italienischen Zusammenkunft in Mailand. für drese Tatsache in den Umständen liege, daß dre Aufmerksamkeit der Sachverständigen naturgemäß auf diejenigen Staaten konzentriert gewesen fei, die in den beiden Komitees vertreten' waren, und daß die Vertretung der Interessen Südslawiens, die in dieser Angelegenheit auf dem Spiele stünden, auf diese Weise ihrer gerechten Würdigung entgangen j_i, die sie bei ihrer schwierigen und bemerkenswerten Arbeit durchweg bewiesen hätten. Die südslawische Regierung lege insbesondere den Kompetenzen und der Tätigkeit des Konvertierungsausschusses große Bedeutung bei; sie stehe auf dem Standpunkt, daß die Anwesenheit eines südslawischen Vertreters in diesem Ausschuß die Durchführung ferner Aufgaben nur erleichtern könne; deshalb würde dre südslawische Regierung es begrüßen, weim die Pläne der Sachverstän- bigen in diesem Punkte durch die Ernennung eines südslawischen Mitgliedes in dem Konvertierungsausschuß vervollständigt würden. Die japanische Regierung teilt mit, daß sie geneigt ist, im Grundsatz die Konklusionen in ihrer Gesamtheit anzunehmen. Die Mitarbeit Amerikas. Reuhork, 29. April. (Reuter.) Die Sachverständigen Poung und Robinson, die an Bord deS Dampfers „Leviathan" ur?e: Frankreichs Sanktionspol.tik und FcanlreichS Widerstand gegen die Sicherstellung dec künftigen Privatgläudi- fier Deutschlands vor politischen und wictschaft- ichen Erschütterungen der Lage dieses Landes ist das einzige Hindernis, das einer erfolgreichen Anleiheopecation und damit der Lösung der RcparationSfrage entgegensteht. Die Sicherheit. mit der damals dcü ganze Reparations- Problem und der Gedanke teZ weltwirtschaftlichen Wiederaufbaus gewissermasen in einem Satz? zu- sammcngefaßt wurde, machte das Schriftstück zu einem geschichtlichen Dokument. Di? internationalen Finanzfachleute erklärten sich damals bereit, sofort wieder zusammen- zukommen, wenn man sie rufe. Man hat nicht sie. sondern andere Sachverständige gerufen. Heber deren Gutachten, das von allen in Betracht kommenden Staaten einstimmig und feierlich als Grundlage der endgültigen Reparation angenommen worden ist. finden in dieser Woche dre entscheidenden Sitzungen der Repko und bereits eingelcitete Besprechungen zwischen den Ministerien von London. Paris, Rom und Brüssel statt. Was erwartet man aber von Morgan? Man erwartet diesmal bei seinem dritten Besuch lin Europa, nicht mehr nur einen guten Rat, Umbern feine Debingungen fürbieame* ittlanifche Anleihe an Deutschland. Morgan läßt bei allen Anfragen, mit denen er «jetzt bestürmt wird, keinen Zweifel darüber, daß ier seinen vor zwei Hahren als Vorsitzender des !Dankieikomitees eingenommenen Standpunkt nicht geändert hat. Der Schreiber dieser Zellen ver- nähm es vor zwei Jahren in Paris in eines Pressekonferenz aus dem eigenen Munde Morgans. daß in den Vereinigten Staaten „eigentlich und an sich" kein 3nteref|fe für eine deutsche Anleihe vorliege. Jedoch erkenne man in Amerika mehr und mehr, wie die eigene Blute in gewissem Grade von derjenigen dcr alliierten Länder abhänge, die ihrer, eits wiederum in hohem Grade von dec Wiederherstellung des deutschen Kredits abhängig fei. Dec amerikanische Kapitalmarkt könne eine deutsche Anleihe nicht aufnehmen, aber er, Morgan, werde alles tun, was er vermöge, um die Angelegenheit weiter? ul reiben. Heute ist Pierpont Morgan bereits einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Er halt die Anleihe nicht nur für notwendig, sondern auch für möglich Seine Bedingungen: Europa muß sich verständigen. Amerika verlangt eine Generalhypothek auf alle deutschen Einnahmequellen. Dic Alliierten müssen ein Clearing ihrer wechselselligen Schulden veranstalten. Morgan wünscht restlose sofortige Lurchführung dec Dawes- schen Vorschläge ohne politische ienbe'» rangen und Erklärungen. Es märe fälsch, zu sagen, daß jetzt alles vom Wimperzucken MorganS. von feiner guten oder schle hlen Laune abhänge. Auch die Allmacht die.es Finanzkaise s ist begrenzt, schon dadurch, daß er sellstt sich nicht von politisch.n. sondern nur von reingeschäft- kichen Erarägungen feiten läßt. Abe: was er durchsetzen will, was also fein dritter Beuch in Europa bedeutet, das wird man in den nächsten Tagen klar erkennen. führt hat, nach deutscher Berechnung bis Ende 1923 über 43 Milliarden Mark auf Reparations- kvnto. außerdem über 14 Milliarden Mark Leistungen, die auch in niedrigerer Berechnung nach Keynes immerhin 20—26 Milliarden, nach dem „3nflitute vf Economies" in Washington auf rund 26 Milliarden geschäht werden. Man darf ferner nicht vergessen, was Deutschland alles an Grund, Boden, Landwirtschaft, Bergbau und 3ndustrfe. an Schiffen and Kapital verloren hat. Hätten wir das alles noch, sowie unsere Kolonien, worauf wir ein Recht Haden wie nur irgendein anderes Doll, so wäre unsere Leistungsfähigfeit anders zu beurteüen. älnd wenn die Sachverständigen sage«, daß Deulsch- land infolge der Markentwertung seinen Pro- duktionSapparat ausbauen konnte, so Vars nicht überseßen werden, daß vieles von den Reu- aufwenduugen, Erweiferungeu und Reuanla- geu notwendig wurde als Ausgleich für die produktionshindernden Kriegsfolgen. Außerdem sind dir Aufwendungen vielfach nicht aus ge unben volkswirtschaftlichen Erwägungen heraus, sondern aus Angst vor ber rasen- denGelbentwertung gemacht toorben! Sie bedeuten vielfach keine Verbesserung des Apparates und belasten die Wirtschaft, statt sie zu befruchten. 3n manchen wichtigen Zweigen, fuhr der Minister fort, ist unsere 3nbuftrie offensichtlich von derjenigen anderer Lander technisch überlüg e l t und hat allen Anlaß, diesen Dor- Prung wieder cinzuholen. Denn mehr als je kommt es jetzt auf den Auslandsabsatz an und dafür aber auf Güte und Billigkeit der Produktion; denn trotz niedriger Löhne sind wir für ben Weltmarkt vielfach z u teuer, selbst wenn bfe anderen Lander uns wieder ihre Türen öffnen. Stoar verwerfen die Sachverständigen darauf, baß bfe d fettige Benachteiligung Deutschlands 1924 ablaufe. Das trifft indes nur für die Maßnah- men des Versailler Vertrages zu. nicht ober für bfe vielen zum Schutze gegen ein deutsches Valuta- Dumping getroffenen Maßnahmen, dir bis heute trotz Der feit einem halben Jahre stabilen deutschen Währung noch nicht gelindert sind. Hier mußten nun unsere Gläubiger vorangehen, daß uns die Türen aeöffnet toorfvra. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen 1 Ob bfealnterredwngmirDeneral Mangin stattgefunden hat und mit welchem -Ziel? 2. Ob diese Unterredung ohne Kenntnis der Reichsregierung zustande kam? 3. Ob die preußische Regierung vor» her nicht von der Absicht zu dieser Unterredung unterrichtet wurde? 4. Ob sich der Staatspräsident bewußt war. -daß General Mangin über diese Unterredung nach AJkuiS berichten würde und ob er sich bewußt war. daß er dadurch die französische Regierung unter Umgehung der zuständi- gen Reichsstellen um Wohlwollen -'undUnterstützungfürseinePlänean» Äing? 5. Ob der Staatspräsident von Herrn (Sie- menceau oder dessen Beauftragten die ablehnende Antwort bekommen hat, wie sie Siaatsminister Heine wiedergibt, oder ob diese Antwort an das Reich ging? Die Personalpolitlk des hessischen Landesamts sür das Bildunqsweseu. Darmstadt, 30. April. (®ig. Bericht.) Die Landtagsabg. Birnbaum von der Deutschen Bollspartei hat folgende Anfrage an die Regierung im Landtag eingebracht: Wie wir erfahren, sind soeben in Darmstadt unter 20 Kündigungen von Lehrkräften 13 Kündigungen an Lehrerinnen «-folgt. Dieses auffällig zahlenmäßige Mißverhältnis ist unbegreiflich und steht im Gegensatz zu den von uns im Sonderausschuß eingebrachten Anträgen. Die Angelegenheit bedarf um so mehr Lter Aufklärung, als behauptet wird, daß die Kündigungen sich zu 8 0 Prozent gegen Mitglieder der Bereinigung nationaler Lehrer und Lehrerinnen Hessens gerichtet sind. Wir fragen an. was ifann die Regierung zur Aufklärung des Tatbestandes und zur Begründung der verhängten Maßnahmen mitteilen? Die Darmstädter Jntendantensraqe. Darmstadt, 30. April. (E'gmer Bericht.) Der Landtagsabgevrdnete Dingeldey gibt einen Briefwechsel zwischen ihm und dem Finanz- minister Henrich bekannt, woraus hervorgeht, sxrß seit dem 5. März die Mitglieder des Theateruusschusses eine offizielle Mi.teilung über idie Inte-rdantenfrage nicht mehr erhalten haben. *3n einer Erwiderung teilt der Finanzminister Henrich mit, daß seitdem kein neuer Schritt von Erfolg in dieser Frage geschehen sei. Sonst bietet der Briefwechsel nur Däanntes. Die Arbeitszeit im Ruhrbergbau. ssev. 29. April. (WTB) Gestern abend wurde unter dem Vorsitz des Reichs- und Staats- ikommissars M e h l i ch und im Beisein desReichs- arbeltsministers über die Arbeitszcitfrage im rhemisch-westsälischrn Bergbau der Schiedsspruch gefällt. Darnach beträgt die Schichtdauer der Arbeiter unter Tag vom Beginn der Seilfahrt bis zum Wiederbeginn im allgemeinen 8 Stunden: an Arbeitspuinktcn mit Temperaturen von über 28 Grad Celsius 1 bis 7l/2 Stunden: die Arbeiter über Tage, die unmittelbar mit der Förderung zu tun Haden, arbeiten 9 Stunden. Die wöchentlich reine Arbeitszeit einschließlich der an den Koksöfen, tn den Nebenprodukten betrieben, den Stochkeffelhäusem pnd den Brrkettsabriken auch Sonntags beschäftigten Arbeiter beträgt 56 Stunden. Siefe Regelung güt ab 1. Juni 1924; brs dahin verbleibt es bei der bisherigen Arbeits- und Schichtzeit. 3n den übrigen durchgehenden Tages betrieben wird die reine Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich festgesetzt. Diese Regelung gilt bis 1. Oktober und kann von diesem Tagr an mit einmonatiger Frist zum Monatsfchluß gekündigt werden. Der | Manteltarif wird bis zum 1. Juni 1924 ter- i längert, sollten die Der Handlungen zwischen den Parteien zu keinem Ergebnis führen, muß das Schlichtungsvertahren vor dem obigen Zeitpunkt durEgeführt sein. Die Srklärungsfrist läuft bis zmtz, 5. Mai 1924. Gegen die Ardeitsruhe am 1. Mai. Berlin, 29. April. (Priv.-Tel.) Die im Nativnalverband Deutscher Berufs verbände O.reinigen vaterländischen Arbeit- nehmerv er bände erheben in einem Dvrstandsbc- schluß dieser Spitzcnorganisatwn Einspruch gegen das Vorhaben der Sozialdemrkrat'e, Kommani e> und „freien" Gewerkschaften, die Arbeit am 1. Ma durch Streik ruhen zu lassen. Die Maifeier war Jahrzehnte lang eine Demonstration für „internationale Verbrüderung", Völkerbund und Völ- kerfriede und gleichzeitig eine Vorübung zur Irevoiuti Die Folgen derseroen waren. Deutschlands uvehrlvsmachung, Berfklavung und Zerreißung, die Enteignung der breiten Massen um erhebliche Teile ihres Berdienstes und um ihre gesamten Spar- und Altersverforgungsvück-- lagen, während gleichzeitig häßlichste Auswüchse des Kapitul.smus üppige Trnumphe feiern konnten. Hetzt noch zur politischen Unterstützung der so für das deutsche Volk schädlich gewesenen Führer der Kommunisten. Sozialdemokratie und ihrer Gewerkschaften einen ganzen Tag.sarbeitsverdienst durch Streik am 1. Mai zu opfern, wäre eine Selbst Verhöhnung der de u ts che n Arbeiterschaft. Deshalb wird die gesam'e deutsche Arbeitnehmerschaft aufgerufen, am 1. Mai zu arbeiten und sich erforderlichenfalls den Eingang in die Betriebe gegen Streikposten m 11 Ge wa l t zu erzwingen. — Die Unternehmer werden aufgefordert, ihre Betriebe am 1. Mai geöffnet zu halten. .i.i — —---- Das britische Budget. London, 29. April. (WTB) Das Unterhaus war bei seinem Zusammentritt nach den Osterferien in Erwartung der Einbringung des ersten Budgets der Arbeiterregierung dicht besetzt. Schatzkanzler Snowden wurde beim Betreten des Hauses von feiner Partei lebhaft begrüßt. Snowden sagte, der äleberschuh für das vergangene Hahr betrage 48 329 000 Pfund Sterling, der zur Verminderung der Schuld verwandt worden sei. Was die Ausgaben betreffe, so erfordere der Dienst der Staatsschuld 347V2 Millionen, von denen 40 Millionen die Amortisation nach den Bestimmungen des Gesetzes vom letzten Hahre barft elfen. Verwandt wurden für das Hee r u n d die Slotte 521/s. für die Luftstreitkräfte 9y2 Millionen Pfund Sterling. Die Ersparnisse in diesen Kosten seien zurückzuführen auf die Verminderung des Programms im mittleren Osten und in Singapore. Die Schuldenlast sei schwer und er fürchte, sie werde es noch einige Jahre fein müssen. Hede Gelegenheit müsse ergriffen werden, um die verfügbaren Hilfsquellen zur Einlösung der Schuld zu verwenden. Angesichts des großen Konvertierungsplanes, der in nicht zu ferner Zukunft durchgesührl werden müsse, sei die Aufrechterhaltung und Verbesserung des britischen Kreits eine Angelegenheit von vitalster Bedeutung. Die einzige wirklich äußere Schuld sei die Schuld an die Vereinigten Staaten in Höhe von '940*/2 Millionen Pfund und gewisse Marktanleihen in Amerika in Hohe von etwa 45 Millionen. Die innere Schuld sei seit Dezember 1919 um fast 400 Millionen vermindert. Die Gesamtermähi- guna der inneren und äußeren Schuld seit Dezember 1919 betrage über 650 Millionen, d. h. etwa soviel wir der Betrag der Staatsschuld bei Ausbruch des Krieges. Dies sei ei.-72 wunderbare nationale Tat. Infolgedessen hätte sich die Zinsen- last um 40 Millionen vermindert. Snowden fuhr dann unter lautem Beifall fort: Außerdem würden England große Beträge geschuldet. Diese Anleihen seien vom englischen Volke selbst ausgenommen worden, um feinen Alliierten Geld zu leihen. England habe die Zinsen dafür zu zahlen, und die Bezahlung dieser Zinsen bedeute eine sehr schwere Last für die englischen Steuerzahler. Wenn England für einen Teil dieser Schulden Zinsen erhalte (Rufe: Wann?), so könne es hoffen, in der Lage zu fein, feine eigene Schuldenlast oder die Besteuerung weit rascher zu vermindern, als dies aus feinen eigenen Hilfsquellen möglich wäre. — Was die Vorfchläge jur Reichsvorzugsbehand- lung betreffe, so sei den Dominions und den Kolonien die Zusage gegeben worden, daß die Vorschläge der früheren Regierung dem Parlament unterbreitet werden sollten und die gegenwärtige Regierung beabsichtige, diese Zusage bis zum letzten Buchstaben zu erfüllen. Die Negierung sei jedoch nicht in der Lage, die Vorschläge ihrer Vorgängerin anzuneh- men. Keine Regierung dürfe nach Ansicht der Arbeiterregierung versuchen, das Parlament für einen Zeitraum von Jahren in einer so strittigen Frage wie der Tariffrage zu binden. Sie beabsichtige nicht, eine Art von Garantie Im Zusammenhang damit für einen Zeitraum von Jahren anzubieten. Solange sie im Amte bleibe, beabsichtige sie nicht, unter allen älmständen das Parlament zu ersuchen, die jetzt in Kraft befindliche Vorzuqsbehandlung abzuschaffen. Sie behalte sich volle Freiheit vor, dem Parlamente, wenn sie es im allgemeinen finanziellen Interesse für zweckdienlich halte, eine Ermäßigung ober Abschaffung der Abgaben für alle Artikel Voranschlägen, auf £4e die Dorzugsbehandlung Anwendung finde. Das Untergang yar Dann seine formelle Zustimmung zu dem Dudgetvorschlag erteilt. Asquith nannte das von Snowden ausgestellte Budget ein durchaus gesundes finanzielles Werk und sagte, in ihm scheine das enthalten zu sein, was alte Liberalen von ganzem Herren unterschreiben könnten, wenn sie sich auch ihr endgülligies ■Urteil Vorbehalten müßten. Asquith kennzeichnete das Budget als ein Freihandelsbudget. Bach Beendigung seiner Rede ging Asquith zusammen mit Lloyd George zum Sitze des Schatzkanzlers und beide schüttelten Snowden die Hand. Kleine politische Nachrichten. Dte Pressemeldung, daß General Luden- d 0 r f f, der Spitzenkandidat der deutschvölkischen Freiheitspartei, sofort nach feiner Wahl auf fein Reichstagsmanoat verzichten werde, wird laut „Lokalanz." von der Deutschvölkischen Freiheits- Partei entschieden dementiert. In einer Erklärung an die Partei hat Ludendorff die Annahm: des Mandats bestätigt. In Pößneck wurde der Textilarbei- lerausstand, bar vor drei Wochen wegen Verlängerung der Arbeitszeit von 46 auf 48 Stunden ausgebrochen war, in einer Versammlung der Streikende für beendet erklärt. Die Arbeit wurde wieder ausgenommen. * Die in den Ausstand getretenen Teile bar Zechenbelegschaften Wohlheim, Graf BiSmarck 1 bis 4 und Graf Bismarck 3 sind wieder zur Arbeit erschienen. In der Dienstag-Früh» schicht streikten auf Tiergardt 3 noch 98, auf Wilhelmine-Viktoria 373 Mann. Die Gesamtzahl der Ausständigen von 2520 ist auf 471 Mann zurückgegangen. * Der Generalrat des Verbandes der Roten- Kreuz-Gesellschaften, der aus den Delegierten der 51 dem Verbände angeschlossenen nationalen Rote-Kreuz-Gesellfchaften besteht, hat 5um Präsidenten den Vorsitzenden der amerikanischen Rote-Kreuz-Gesellschaft Richter Hohn Payne ernannt und zum stellvertretenden Präsidenten den Vorsitzenden der fraruösifchen Rote- Kreuz-Gesellschaft, Hebrard de Villeneuve. Der japanische Delegierte hat der Versammlung seinen Dank ausgesprochen für die tatkräftige Hilfe derRote-Kreuz-Gesellschaften anläßlich des großen Erdbebens in Japan im vergangenen Jahre. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. April 1924. Reichsfteuerfälliqkeiten im Mai. Lohnsteuer am 5. Mai für die Dom 21. bis Ende April einbehaltenen Lohnsteuerbeträge. Vermögenssteuer, soweit noch nicht gezahlt, letzter Zahltag 7. Mai. Insoweit Zahlungen freiwillig oder auf Anforderung hierauf geleistet sind, können diese in Anrechnung gebracht werden. llm sah st euer am 10. Mai (Schonfrist bis 17. Mai) von den Bruttoeinnahmen im Monat April. Einkommenfleuervvrauszahlun* gen am 4 0. Mai (Schonfrist bis 17. Mai). VorauSzah lung auf die Körper- schaftssteuer am 10. Mai (Schonfrist bis 17. Mai). Lohnsteuer am 15. Mai für die Zeit vom 1. vis 10. Mai. (Keine Schonfrist.) Lohnsteuer am 25. M a i für die Zeit vom 11. bis 20. Mai. (Keine Schonfrist.) •* Militärpersvnalien. Hauptmann Felber, bisher Regiments-Adjutant im 15. Infanterie-Regiment, ist durch Verfügung desReichs- wehrministers mit dem 1. Mai in den Generalstab des Infanterieführers VII (bayerisch) versetzt. Hauptmann Frhr. v. Aldermann, bisher Kom- pagnieches der 2. Kompagnie, ist zum Regiments- Adjutanten, Hauptmann H 0 ß f e l L zum Korn- pagniechef der 2. Kompagnie des 15. Infanterie- Regiments ernannt worden. ” Nuramtlich hergestellteStimm- zettel gelten bei derReichstagswahl. Vorn KreiSamt wird mitgeteilt: Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß bei der Reichstags- Wahl am 4. Mai nur mit amtlich her gestellt e n Stimmzetteln gewählt wird, die nurimAbstimmungsraumandie Stimmberechtigten aiu8gcgeb:n werden. Die nichtamtliche Herstellung von Stimmzetteln und deren Verwendung widerspricht den gesetzlichen Bestimmungen. Derartige Stimmzettel to t.en als nichtamtlich ergefteUt erkannt werden können und sind deshalb ungültig. -- ernannt tourüen die Stuvtenräte Dr. Georg H e u s s e l an der Oberrealschute zu Gießen und Dr. Eduard S t 0 h r an der Realschule zu Schotten zu Studienräten an dem Realgymnasium zu Gießen, der Studienrat an der Realschule und dem Prorealgymnasium in Laubach Dr. Karl Schnellbächer zum Studienrat an dem Etnst-Ludwig-Seminar in Bensheim, alle mit Wirkung vom 28. April 1924 ab; ferner wurden ernannt: der Polizeiwachtmeister auf Probe Karl Seng aus Aeinhardshain zum Polizei- Wachtmeister mit Wirkung vom 1. April 1924, der Schulamtsanwärter Gustav Hermann aus Alsfeld zum Lehrer an der Volksschule zu Lanzenhain (Kreis Lauterbach). * * Inden Ruhe st andverseht wurden auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten der Lehrer an der Volteschule zu Allen dorf a. d. L. (Kreis Gießen) Heinrich Adam, der Lehrer an der Volksschule zu Burkhards (Kreis Scholten) Konrad Ludwig, der Lehrer an der Volksschule zu Sandlofs (Kreis Lauterbach) Heinrich Stephan. * * Von der P 0 st. Vom 1. Mai ab sind die Pakelfrergebühren wieder tote früher durch Freimarken auf den Paketkarten zu verrechnen. Den Auflieferern von Paketen toirb dringend empfohlen, die Marien schon vor der Auflieferung auf die Paketkarten zu Heben. Auskunft über die in Frage kommenden Zonen wird an ben Postschaltem erteilt. * Der Völkisch-Soziale Block hatte auf gestern abend eine Wähler Versammlung Lt den Felsenkeller einberufen, die von Fveu.rden und Gegnern und zweifellos auch von vielen Neugierigen, die auf eine Sensation rechneten, so stark besucht war, daß in dem überfüllten Saale bei sprichwörtliche Apfel nicht zur Erde fallen konnte Der Kandidat Langula von Frankfurt sprach über die Ziele des Völkisch-Sozialen Blocks, der nicht etwa elne_ Partei, die ja alle nur spalteten, sondern eine überparteiliche Betoegung fei, bix? unser Volk auf völkischer ©runblage zusammenführen wolle. Don den alten Parteien sei keine Hilfe au erwarten. Der Redner sprach sich für die Beibehaltung des Achtstundentages, die Fortführung der soztalen Fürsorgegesetzgebung und gegen den jetzrgen Beamtenabbau aus, bei dem nur die erprobten Beamten der alten Schule entlaßen würden. Wetter brachte er feine schärfste Gegnerschaft gegen das Großkapital zum Ausdruck, das nach der Anstcht des Redners ausschließlich unter jüdischer Führung steht und unser Volk in eine furchtbare Zinsknechtschaft schlage, und deshalb müsse das Großkapital und feine jüdisch» Führung energisch bekämpft werden. Zu diesem Zwecke forderte der Redner die Verstaatlichung der Großbanken, die Schließung der Börsen, nach deutschen Gesichtspunkten eine Neuordnung unseres Rechts, insbesondere des Bodenrechts, und der Gesetzgebung, namentlich der Steuergesetzgebung. Die Völkischen wollten auch durchaus nicht etwa eine Monarchie, und für eine Dynastie hätten sie schon gar nichts übrig. Die Staatsform fei ihnen überhaupt Nebensache, sie seien auch mit einer nach ihren Ansichten gut geleiteten Republik zufrieden, dfe Hauptsache sei, daß es dem Dolle wieder besser gehe, und das erstrebe der Döllisch-Svgiale Block durch seinen Kampf gegen das Großkapital, dessen Fesseln um unser Volk er brechen wolle. Während der Rede gab es zahlreiche und lebhafte Zwischenrufe von feiten der Gegner, am Schlüsse überwog aber der Beifall doch die Mihfallens- äubtrungen. In der Aussprache kamen ein Kommunist und ein Zeatrumsmann zu Wort, danach sprach Langula fein Schlußwort. Bor,wt,;cn. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater: 6V2 Uhr „Alessandro Stradella". — Sozialdemokratische Partei: 8>/z llhr im Postkeller Beamten-Versammlung. — Rundfunkhaus: 7Vs älhr Dortrag, 8V2 älhr Konzert. — Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film. — Die Deutsche Dolkspartei häll Storni erätag, 1. Mai, 8V4 älhr im Gewerbehaas eine Mitgliederversammlung ab. .(Siehe Anzeige.) — Völkisch-Sozialer Block. Freitag abend auf der Liebigshöhe öffentliche Wählerversammlung. (Siehe Anzeige.) — Turnverein von 18 4 6. Samstag abend Dühnenschauturnen. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gic^rrr. • Wieseck, 30. April. Gestern abend kurz, nach 8 Ahr entstand in der Zigarren fabrik von Ioh. Balth. Noll auf bis jetzt nicht aufgeklärte We.se Feuer, das an den Vorräten reichlich Nahrung fand. Es gelang aber der sofort herbeigeeiltem Feuerwehr von Wiefeck, die als- halb mit drei Schlauchleitungen eingriff, und der später noch ein getroffenen Gießener Berufswehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Außer an einem Zwis chenbau und einigen Z i m- mern, in denen Tabake aufgestapelt waren. Vom Aufbau des Stoffs. Don Professor Dr. Paul Kirchberger. Betrachtet man ein Stück eines festen Körpers, r.D. i*yiuö, otvin oder Eisen, oder eine Flüssigkeit, wie Wasser oder Alkohot, so ist man geneigt, anzune'hmen, daß der Stoff den Raum vollkommen gleichmäßig, stetig erfülle. Die Wissenschaft hat längst erkannt, daß dieser Augenschein auf Täuschung beruht. Sie lehrt, daß alle Stosse aus einer ungeheuer großen, ab:r ganz bestimmten Anzahl kleinster Teilchen besteht, die durch kleinere oder größere Zwischenräume von einander getrennt sind. Man nennt diese Teilchen Mole-' Mn. Don ihrer ungeheuren Zahl kann folgendes einen Begriff geben: Man denke sich so feinen Staub, daß hundert Staubkörnchen auf einen Quadratmillimeter gehen. Denkt man sich nun ganz Deutschland mit solchem Staub bis zu reichlich einem Millimeter Höhe bestreut, so ist die Anzahl der Slaubt ilchen gleich re: Zahl der Molekel in einem einzigen Wassertropfen. Diese Zahl dingt erstaunlich: man hat fie aber auf den verschiedensten Wegen ermittelt und sie immer In genau derselben Größe gefunden: dies ist einer der besten Beweise für die Richtigkeit dec neuen Lehre. Die Molekeln befinden sich nicht in Rühr, fenbern sie bewegen sich. Ihre Geschwindigkeit können wir genau aus rechnen. Sie hängt von drr Temperatur ab, oder bester gesagt: die vermehrte Geschwindigkeit der Molelein ist eben das, was als erhöhte Temperatur empfunden toirb. Dte Luftteilchen un 3immer mögen bei der üblichen Temperatur etwa vierhundert bis fünfhundert Meter tn der Sekunde zurücklegen. Wre sllrrk dte hier toirffamen Vewegungskräfte sind, erkennt man daraus, daß auch die Geschosse nur durch den Anprall der Gasmolekeln vorwärts getrieben werden. Der starke Druck im Kanonen-- oder Gewehrlauf besagt nur, daß die Anzahl der sich in ihm bewegenden Gasmofekeln sehr viel größer ist, als die in freier Luft, und die erhöhte Temperatur, daß sich jede einzelne Molekel schneller bewegt. Es ist ganz unmöglich, daß eine Ceatehr- lugtl jemals schneller fl egen könnte als die Gas-- molrieln, deren Anprall sie ihre Geschwindigkeit verdankt. Nur in Gasen fliegen die Molekeln völlig frei durch.inander, lediglich gehemmt durch ihren allerdings sehr häufigen ge enfeitigm Zusammenprall. In festen Körpern ist die Bewegung nicht weniger lebhaft, aber f e findet um Gleichgewich's- lagen statt, von denen sich die Molekeln nie weit entfernen können, da sie durch bestimmte Kräfte, Kohäsionskräfte, festgehalten toe den. Die Flüssigkeiten nehmen eine getoije Mittelstellung ein. Ter älmstand daß feste Stoffe und Flüstiafeiten nicht feiten lebhaft riechen, beweist, daß sich auch von ihnen mitunter zahlreiche Molekeln in die freie Luft verirren: Darin bestehl also ein gewisser liebergang -um gasförmigen Zustand. Aber die Molekeln sind nicht d e letzten Be- standtelle der Stosse. Sie bestehen ihrerseits aus Atomen: wir nennen chemische OSorgänge, tote z. B. Derbrennungserscheinunge i, das Rosten der Metalle usw. die Dorgänge, bei denen sich die Atome aus ihrem Molekelverband lösen und zu neuen Molekeln zusammentreten. Die Grunde dafür, warum sich die ch-rmischen Stoffe mit so ungeheurer Kraft verbinden — man denke beispielsweise an den Zerknüll de8 Dynamits —, waren lange Iahrhunderte hindurch gänzlich unbekannt. Wan sprach wohl von „chemischer Verwandtschaft", aber das war schließlich nur ein Name. Gerade in diesem Punkt hat die Wissenschaft der letzten Hahre die erstaunlichsten Fortschritte gemacht. Sie setzten in dem Zeitpunkt ein, in dem man erkannte, daß das Atom, dieser eigentliche Sih der chemischen Kräfte, selbst nicht einfacher Natur, sondern zusammengesetzt ist. Und In der Tat, das Atom, dieser anscheinend letzte Baustein eines Stoffes, diese Wrfen'heit von fast unfaßbarer Kleinheit, zeigt in seinem Innern einen Wunderbau von manchmal erstaunllcher Kompliziertheit. Es bildet eine Welt im Klemen! Höchst zutreffend hat man das Atom mit einem ©annea- fystem verglichen. Wie sich bi dessen Zentrum die Sonne befindet, um die die Planeten kreisen, so sitzt im Innern des Atoms ein elektrisch positiv geladener Kern, um den elektrisch negativ geladene Teilchen, Elektronen genannt, mit rasender Geschwindigkeit frei en. Elektrische Kräfte sind es, die das Atom beherrschen! Auf elektrische Kräfte also, verbunden mit Bewegungserfcheinun- gen, müssen die chemischen Kräfte zurückgeführt werden. Am genauesten bekannt ist die Anzahl der umlaufenden Elektronen. Wir wissen, daß sie beim Wasserstoff gleich 1 ist und sich bei den Adomen anderer Elemente bis zu 92 steigert. Auch dir Entfernung der Elektronen vom Kern, die Geschwindigkeit ihrer Bewegung und die Zahl ihrer Umläufe ist wenigstens für einfache Falle genau bekannt. Bis zu 200 000 Kilometern in der Sekunde kann sich in einzelnen Fällen die Geschwindigkeit des Umlaufe steigern, und viele Billionen, ja, Tiillconen Umläufe erfolgen In der Sekunde, was frellich ohne weiteres Eiac ist, wenn solch ungeheuere Wegestrecken, tote fie sich aus der Sekundengeschtoinoigkeit ergeben, in dem winzigen zur Verfügung stehenden Raum zurück- gefegt werden sollen. Aber doch ist das Atom kein genaues Abbild des VlanetensystemS. Soviel wir wissen, tarnt in jeder beliebigen Entfernung von der Sonne ein Planet kreisen; je näher er der Sonne ist» desto schneller ist seine Bewegung, desto kürzer seine älmlaufszeit. Ganz anders im Atom: Nur in Bahnen mit ganz bestimmten Radien können Elektronen umlaufen; diee ausgezeichneten Dahnen werden durch die Tetrachiungen der Quantentheorie genau errechnet. Diese höchst merkwürdige Lehre ist von dem Berliner Physiker Max Planck zu einem ganz anderen Zweck, nämllch zur Erforschung Der Strahlungserscheinungen ersonnen, und alsdann von dem Dänen Niels Böhr auf die Atomkheorie angewendet worden. Der Erfolg dieser Anwendung war überraschend; durchs sie sind die oben erwähnten genauen Angaben über die Entfernung der Elektronen vom Atomkern, ihre Geschwindigkeit und die Zahl der Umläufe erst möglich geworden. Dchrrrscht werden die Elektronen vom Kern, durch dessen elektropositive Ladung sie ebenso fest gehalten werden, wie die Planeten durch die Anziehungskraft der Sonne. Der Kern hat eine Ausdehnung von höchstens ein Billionstel Millimeter, aber auch er ist zusammengesetzt, und höchst wahischeinlich sind es nur zwei Bestandteile, nämlich der Wasserstoffkern und das Elektron, aus denen sich alle übrigen Kerne aufbauen. Woher es kommt, daß der ganz überwiegend elektoo» prsitive Kern zusammenqeihalten, und nicht bei sonstigen gegenseitigen Abstoßung elektrisch gleichnamiger Teilchen folgend, auseinandergetr.eben wird, wissen wir zur Zeit noch nich^i. Vielleicht sind hier uns ganz unbekannte Kräfte tätig. Genug, im allgemeinen hält der Kern fest zusammen, nur in Ausnahmefällen zerfällt er, und zwar bei den sogenannten radioaktiven Erscheinungen, deren Bekanntweeden vor zwei Hohr- zehnten ein so ungeheures Aufsehen erregte, und Deren Erforschung der Wissenschaft fo unendliche Förderung brachte. nunuL SLuiicjen&ickn ] *ft€ 3ßrie/i VMWWW Mastin föattun' Möingpuluer Zukobcn mApoHielenii'Dro^erien Pascoe A.-G., chem. pharm. Produkte Gieden, G. 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Der Jüngling, der so plötzlich berühmt geworden ist. ist der ISjährige Mischa Nelson, der nach der Erzählung Moskauer Blätter von dem betannten Musitlehrer Ccfinumn in PeterS- barg für den „grö fiten Biolonisten der Welt- erklärt worden Ist. ßefimann entdeckte den jungen Mann vor farjem in einem tLeinen Nestaurant In Petersburg, wo er für wenige Kopeken dem Publikum Stücke vorspielte. Der Kenner war überrascht von der au fierordentlichen Schönhtil des Spiels: er nahm den zerlumpten und halb verhungerten jungen Mann zu sich und unterrichtete ihn weiter im Geigenspiel. Dann riet er ihm, nach Moskau zu gehen und sich dort vor einer Anzahl der bekanntesten Musitkenner hören zu lassen. Das Prvbespiel des jungen Virtuosen fand denn auch Im Moskauer 5tnnferDat>rtum vor einer erlesenen Gesellschaft statt, unter der sich auch der Kommissar für das Dildungswesen Lunarscharsky befand. Dieser war von der Kunst des Jünglings so entzückt, bafi er Befehl gab, ihm die beste Geige zu überlassen, die sich im Besitz deS Staates befände. Neifon erhielt daraufhin eine wundervolle Amati, eins ter drei besten Instrumente, die In der Geigensammlung des Zo>° ren sind. Mit diesem Instrument wird nun der über Nacht berühmt gewordene Künstler in öffentlichen Konzerten spielen und auch bald ter Musll- welt des Westens zeigen, was es mit diesem jungen Nuhm auf sich hat. ______________ Kreis Alsfeld. fchästtgtmg in der -lvoiheke und für etwas Gartenarbeit. Pelikan-Apotheke Krenzvlatz 2. Tüchtiges Sintntcrmüötfien fü soiort gesucht. Batzerifcher Hof, oitnu Bahnbofstr. 43. tailri bessere, zum sofortig Etntritt 3J06D gesucht. Mädchen vorhanden. Lleldungen zriedrichftr. 15. Sauberes, fleifiigeS, jüngeres gesucht. 01954 Moltkestratze 2 p. Dienstmädchen, Küchenmädchen, Wäscherin und Büglerin gesucht. 3:3166 Mcdiz. flliiil. 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MOTc Letzte Voretellnng 8'/, Uhr« Jugendliche haben nachm. ermäßigten Eintritt. „Haus und Schule^. DonuerStaa, den I.Mai.abds.SUbr pünktlich gttiniliena&cuö im Sodtuuttslaal. Elsaß--8 Lothringer. MonatSversamml. l.Mai.nbdS.8Ubr Hotel Köbler. Weit» anlage. Abschied beS 1. Vorsitzenden. Fortran Tr. Friedrich Stäatfl. Müsttvorrr. Ruderklub „Hassia". Mittw., 30. Avril, Iiiltin uu Bootshaus. 3389v Der Borvaad. Ml- WS Löberstrafie 12 7,30 Ubr Vortrag des Herrn W. Dmbel: Sie Jdialt iicr CkgtllMt. 8.30 Ubr: Köllzert, kesaiiz unb Rezitatiöll. 3400a I MM Das heutige Gastspiel der Frankfurter Oper beginnt bereits 6V2 Ufyt. 3415t Wieder eingetroffen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber, guter Mann 2000 Paar Gießen, Darmstadt, Wörrstadt, Alzey. Die Beerdigung findet Freitag 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt 3406e Serie 111 . 150 und 175 Pfg. | Reine Seide Tramai alle Farben 3.75 Mk. geb. Wallenstein sanft entschlafen. Gießen, Wilhelmstr. 10, 29. April 1924. 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Wesentlich für sie KL bah die Regierung nur solange ihres Amtes walten kann, als sie das Vertrauen der Parla- mentsmehrbeit hat. Der Parlamentarismus hat leinen Ursprung in der großen englischen Revolution des 17. Jahrhunderts, als deren endgültiges Ergebnis die Einschränkung der Re- Hierungsrechtr des Monarchen und die Mitherr- fcfrrft der Geburts- und Geldaristokratie anzu- sehen ist. Er kann deshalb in seinem Ursprünge als das Regierungssystem der englischen Aristokratie bezeichnet werden. Diese kannte nur zwei Parteien, die Torys und die Wighs, die Konservativen und die Liberalen, von denen jede einen der beiden Grundsätze vertrat, die jedem gesunden Staatswesen unentbehrlich smd, den Grundsatz fccr Erhaltung und den Grundsatz des Fortschrttts. «Wurde der erste Grundsatz zu stark betont, so siegten bei den Wahlen die Liberalen: war es -umgekehrt, so siegten die Konservativen. Dieser WÄsel verbürgte eine verhältnismäßig ruhige und stetige Entwicklung in einfachen wirtschaft- kichen und staatlichen Verhältnissen. Deshalb strählte viel Glanz von dem „freien" England über Europa, der' zur Nachahmung anreizte. Diese parlamentarische Glanzzeit Englands ist längst vorüber. Sie verblaßte um fo mehr, je demokratischer die Zeit wurde. \ Als tue französische Revolution die Macht des absoluten Königtums zerbrochen hatte, begann für den europäischen Kontinent die Entwicklung, an deren Ende wir nun angekommen sind. Nachdem überall Volksvertretungen zur Beschränkung königlicher Machtvollkommenheit geschaffen waren, vollzog sich unaufhaltsam eine langsame Entwicklung in der Richtung, daß die Parlamente einen ununterbrochenen Kampf um Erweiterung ihrer Rechte und Einschränkung der Rechte des Monarchen führten. Zuerst freilich mußten sie ihre Rechte gegen die Regierung vcr- letbrgen. Aber bald wandte sich das DlatL Die Regierungen wurden in die Verteidigung gedrängt. Sie wurden genötigt, die monarchischen Rechte gegen die Anmaßungen der Parlamente zu versnhten, bis schließlich überall das Parlament zur Regierung wurde. Charakteristisch für diesen Kampf ist die „Konfliktszeit", in der Bismarck um Königsrechte gegen Parlamentsrechte kämpfte und sein späterer ununterbrochener Kampf im Reichstag gegen dessen Bestrebungen auf Erweiterung seiner Macht. Diesem Drängen des Reichstags nach der Legierungsmacht lagen nicht nur Bestrebungen Ehrgeiziger Parteiführer zugrunde, sondern auch ehrliche, freilich gänzlich unhaltbare Anschauungen. So sagte der sozialdemokratische Abgeordnete David am 30. März 1917 im Reichstag: „3n unserem wirtschaftlichen Leben, in der Technik, in Kunst und Wissenschaft, in unserer allgemeinen Doltsbildung sind wir vornean. Ich glaube auch, daß unsere sozialen Organisationen, soviel wir noch an ihnen auszusehen haben, doch die ersten in der Wett sind. Aber In den politischen Einrichtungen sind wir weit zurück. Wenn wir ein wirklich modernes konstitutionell- demokratisches Staatswesen erlangen, dann wird das deutsche Volk an der Spitze marschieren." Das „wirkliche moderne konstitutionell- demokratische Staatswesen" haben wir inzwichen bekommen, aber niemand wird heute zu behaupten wagen, daß uns dieses an die Spitze der Kultur gebracht habe. Der Irrtum derer, die an die allgemeine üleberlegeäßeit des parlamentarischen Systems glaubten, lag nicht nur darin, daß sie meinten, es genüge die Übertragung der Form ohne gleichzeitige Übertragung der politischen und nationalen Grundlagen, sondern auch darin, daß der Parlamentarismus für so radikal demokratische Staaten, wie wir sie jetzt überall haben, überhaupt nicht eine taugliche Regierungsform ist. Dke Brauchbarkeit des Parlamentarismus ist begrenzt durch dir Eigenart der Volker. Der frühere englische Ministerpräsident Balfour sagte einmal: „Die britische Verfassung, wie sie in der Gegenwart gehandhabt wird, ist ihrem Wesen nach ein Parteishstem, aber ein solches kann nur bei wirklichgesunden politischen De r- h ä l t n i s s e n , überhaupt nur unter den denkbar besten Bedingungen arbeiten, wenn nämlich die Gegensätze zwischen den Parteien zwar real, aber doch nicht fundamental oder so revolutionären Charakters sind, daß sie die Klassen der Gesellschaft oder die verschiedenen Gruppen von Ansichten in gegenseitiger hoffnungsloser Entfremdung trennen." Diese Voraussetzungen lagen bis jetzt in England vor, oer- schlechtem sich aber mehr und mehr. Was den englischen Parlamentarismus bis jetzt lebenskräftig erhallen hat, war der nüchterneprak- tische Sinn des englischen Volkes, der geneigt ist, immer wieder bei eutgegenstehenden Auffassungen zu einem Ausgleich zu kommen. Es war die Vorliebe für die Aristokratie, die bis vor kurzer Zeit auch die englischen Arbeitermassen dazu bestimmt hat, zu einem großen Teil ihre Kandidaten aus der Aristokratie zu entnehmen. Es istderstolzenationaleSinn des englischen Volkes, die Einheitlichkeit seines n a t i o n a l en Geistes, die alle Klassen beherrschenden konservativen Neigungen und schließlich eine ungemein lebendige, bis jetzt durch nichts erschütterte oder unterbrochene politische Tradition. Das find die politischen und nationalen Voraussetzungen, von denen einer der besten Kenner des englischen Parlamentarismus, Redlich, sagt: „Darum findet man den letzten Grund und die eigentliche Erklärung für die den beiden Jahrhunderten d r parlamentarischen Reglerungsweise so charakteristische Erscheinung, daß gerade tn dem klassischen Lande der Parlciregierung und des Partcikanpfcs jederzeit die großen staatlichen Ge amlintercf en aus dem Bereich des Parteiwesens und der Partei- fetybe in ausdrücklichem oder stillem Einverständnis herausgehoben erscheinen " W:r möchte bestreiten, daß bei uns in Deutschland alle diese Voraussetzungen fehlen, daß im Gegenteil an ihrer Stelle die Neigung zu theoretischer Hartnäckigkeit zum Deranntsein in Ideen, zur Rechthaberei und Eigenbrötelei, zur Unterordnung der Gesamt interessen unter die Cinzelintevessen herrscht I Deshalb ist der Parlamentaris nu i ein für Deutschland ungeeigne es Regierungrshstem Aber der Parlamentarismus eignet sich für- völlig demokratische Staaten überhaupt nicht, auch nicht mrhr für England. Darauf haben erleuchte e Köpfe schon vor langer Zeit hingewie'en. So sagte schon vor Jahrzehnten Ernst Pierre, der beste Kenner des französischen Parlomentswe'ens: „Man findet überall eine rasche En: Wicklung; man kann die in ihrer Macht beschnittenen Regierungen beklagen! man kann s i ch fragen, in welchen Geschicken der Welt diese neuen F o rme n der Zivilisation enden werden die alle Bereiche der öffentlichen Gewalt den sorgfältigen Uebe.legungen der Staatsmänner en'ziehen und sie der plötzlichen Impu sm der Ma fen ausl efern." Und ein ande er Schriftsteller jagte vom panamentariscke r Sy tem voraus: „Mit der Kompliziertheit der modernen Gesellschaften w"mde es die schlechteste Einrichtung, wenn es versuchen würde — wozu es leider neigt — die engen Grenzen des Bereichs des Geeögebers zu überschreiten." Inzwischen hat der Parlamentarismus überall die volle Regierungsgewalt an sich gezogen. Die Massensuggestion, die nach dem Weltkriege den englischen Wahlen die Richtung gab, nollg'en den damaligen englischen Ministerpräsidenten Lloyd George zu Versprechungen, die khn in Versailles die Hände banden. Mit Recht ist deshalb den englischen Arbeitern einmal vorgehalten worden, die Erwerbslosigkeit in England sei die Quittung für ihre damaligen Wahlen. Versailles ist nicht das Werk von Staatsmännern, sondern von Dolkstribunen, die abhängig waren von Massensuggestionen, Wahlimpulsen, unkontrollle. baren Stimmungen. Unter der Herrschaft des Parlamentarismus be'timmen diese Dinge den Gang der Ereignisse in Europa und nicht die Weisheit der Jahrhunderte. Deshalb bezeichnen auch nur Ruinen den Weg des letzten Jahrzehnts. Und deshalb ist es auch kein Wunder, daß die Völker Europas sich m^hr und mehr Dom Parlamentarismus lossagen. In Rußland herrscht die „Diktatur des Proletariats", in Italien der Cäsarismus Mussolinis, in Spanien die Militärdiktatur. In England müht sich eine der Parteien nach der anderen feit fünf Jahren vergeblich damit ab, die Probleme der Zeit für England zu lösen Was ein bedeutender englischer Staatsmann, Lord Durleigh gesagt hat: „England wird nie untergehen, es sei denn durch sein Parlament", ist bedrohlicher Erfüllung nahegerückt. Die europäische Verwicklung nähert sich ihrem Höhepunkt. Bald wird sich zeigen, um mit dem obengenannten Emst Pierre zu sprechen, „in welcAn Geschicken der Welt diese neuen Formen ber Zivilisation enden werden". Die lebenskräftige Verfassung für den unsere Zeit beherr- schen^n Gedanken der sozialen Demokratie ist noch nicht gefunden. Sie gehört zu den Rätseln, deren Lösung unserer Zeit als Aufgabe gestellt ist Es ist wenig Aussicht vorhanden, daß sie ohne schwere Erschütterungen gelöst wird. AeHmöesWUs-Mii. Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 83. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zwar hatte man seit dem engeren Zusammenschluß Europas die militärische Ausbildung der Schwarzen eingeschränkt, aber ganz konnte man sie des Klimas toegen nie. Wohl war es seit Jahrzehnten ein Grundsatz, die schwarzen Hilfstruppen nicht mehr in der vorge- torittenften Kriegstechnik auszubilren, foiueai nur noch nach Art einer Polizeitruppe zu organisieren. Die furchtbaren Kämpfe im französisch-afrikanischen Kolonialreich hatten schon in der zwetten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zur Annahme dieses Prinzips geführt. Während das rassestolze England auch in seinen schwersten Nöten die Inferiorität der farbigen Rassen in Theorie und Praxis stets betonte und aufrechterhielt, hatte Frankreich ja die selbstmörder sche Politik des alten Imperium CRomanum übernommen. Es hatte die Farbigen seiner Kolonien den Weißen gleichgestellt und seine Rasse verdorben. Diese Fehler waren nie wieder ganz gut» zumachen, und jetzt besiegelte der allgemeine afrikanische Aufstand das Schicksal der europäischen Kolonien öort Wenn auch die in Afrika vorhandene schwarze Intelligenz und das dortige schwarze Kapital zunächst nicht ausreichten, alle bisher von Weihen geführten Betriebe zu übernehmen und selbst zu jetten, so gelang es doch, sehr schnell Kapital und Intelligenz aus Amercka herüberzuziehen, und zwar um so leichter, weil sie dort infolge des mißlingenden Aufstandes in ihrer Entwicklung gehemmt waren. In schnellem, unwiderstehlichem Sturmlauf hatten die schwarzen Heere in Afrika die geringfügigen weihen Streitträfte überrannt und sich zu Herren der Lage gemacht. Alles, was die schwarze Rasse einst in der Kriegsschule der Weihen gelernt hatte, kehrte sich jetzt gegen die Lehrer. Bemerkenswert war die Disziplin, die dabei auch Don schwarzer Seite gewahrt wurde. Zwar der instinlt.ve Blutdurst der Negerheere kam bei den Massakern voll zum Ausbruch und steigerte sich stellenweise bis zum Blutrausch. Aber die Plünderungen blieben in Grenzen, und weitere Zerstörungen, namentlich der grohen In» dustriewerke, wurden durch eine vielfach drakonische Manneszucht verhindert. Was in diesen Werken doch vernichtet wurde, ging zum überwiegenden Teile durch die Wirkung der Kampfmittel und bei den gerade in den Werken selbst stattfindenden Kämpfen zugrunde. Im Laufe weniger Tage war ganz Afrika in der Hand der Afrikaner. Und nun zeigte sich sofort die Notwendigkeit, dem schwarzen Industrieproletariat dort Brot und Arbeit zu schassen. Die neuen Machthaber muhten wirtschaftlich genau an derselben Stelle fortfahren, wo die früheren weihen Herren aufgehört hatten. Soweit die Werke bei den Kämpfen betriebsfähig geblieben waren, wurden sie von der schwarzen Industriebevölkerung aus Selbsterhaltungstrieb so gut es ging in Dang gehalten. Lowell sie -er- Wirlschast. Die neuen Micum-Lasten der rheinisch-weftfälischcn (Srostinduftrie. Sie Belastungen, die dem rheinisch- westfälischen Kohlenbergbau durch das neu? Micum- Ablommcen eit:eh n, kann man letzt oberflächlich berechnen. Insgesamt ruhen auf den Kohlc-Mrcumleistungen in Höhe von über 9 Goldmark bu Tonne, das sind ca. über 43 Prozent des »ur Zctt erzielbaren Verkaufspreises. Qöit. knapp dieser berechnet ist, geht daraus hervor, daß die deutsche Koiste je Tonne ab Werk 20,60 Goldinark kostet die englische dagegen 22 Mark; auch die geringste Preiserhöhung der Kohle bcLrobt deshalb infolge bei hcl.en deutschen Elscn- baynfrachttN, di? weit über denen des Auslandes liegen, den Absatz. Insgesamt ergibt sich auS einer Tonne Belastung eine Gesamtbelastung des gesamten Bergbaues von rund 650 bis 7 00 Millionen Mark auf das laufende Jahr 1924; In diesen Betrag ist die einmalige Köhlensteuer von 15 Mill. Dollar nicht eingerechnet: zu beachten ist dabei, daß außer diesen 15 Mill. Dollar vorn Köhlenbergbau noch welle e 2 Mill. Dollar gezahlt worden sind, deren Rückerstattung die Micum in dem neuen Vertrag jetzt bestimmt versprochen hat. Di. Großeisenindustrie ist in mehrfacher Beziehung durch die dem Kohlenbergbau auf erlegten Lasten indirekt mit betroffen. Zunächst deshalb, weil die meisten Zechen im Besitz von Hüttenwerken sind, die vom Kohlenbergbau zu tragenden Lasten also indirekt auch der Eisenindustrie zur Last fallen. Weitere Lasten entstehen daraus, daß die Eisenindustrie der größte Verbraucher von Köhlen und Koks ist. Zur Herstellung einer Tonne Stabeisen werden ca. 2,5 bis 3 Tonnen Brennstoffe gebraucht: aus dieser Ziffer lassen sich Rückschlüsse auf die Dordelastung ziehen. Dabei sind die Ellenpreise seit 1923 erheblich gefallen: Oktober 1923 kostete das Stab* eisen 24u Mark, jetzt 160 Mark. Dem Rückgang der Sisenpreise steht aber eine entsprechende Ermäßigung der Selbstkosten nicht gegenüber. S)- wöhl bic Löhne, als auch die Preise der wichtigsten Rohstoffe sind entweder gleich g:b leben, otcr haben sich nach vorübergehender Seniung erhöht. Don Dezember bis heute haben sich z D. die Preise für Schwedene.z gleichmäßig auf 23,5 Kronen je Tonne, und die für spanische Erze auf 21,6 Shilling im Durchschnitt gehalten. Die Schrottprcise haben sogar stark angezogen; im Anfang d.s Monats Dezember stand de. Preis für Stahlschrott auf 72 Goldmark die Tonne, heute ist er auf 85 bis 93 Goldmark gestiegen. Außer der Vorbelastung des Ei e is durch die Köhl? ist auf die Eisenausfuhr eine Ab - aa b c gelegt, die sich seit der Unterzeichnung des ersten Vertrages mit der Micum ebenfalls stark erhöht hat. Wie bekannt, sah das früh re Abkommen vor, daß die Höhe der ursprünglicher Ausfuhrzölle auf ein Achtel herabgesetzt werde, Monge die Werke unter 50 Prozent ihrer Erzeugung von 1922 herstellten. Dieser Stand der Beschäftigung, der keineswegs mit 53 Prozenll der eigentlich vorhandenen Leistungsfähigkeit gleich- gesetzt cverden kann, ist inzwischen erreicht. Die Micum hat infolgedessen verfügt, haß vom 1. März an 50 Prozent und vom 1. April an wieder 100 Prozent der alten Abgabensätze entrichtet werden müßten. Die Belastung der Eisenausfuhr nach dem unbesetzten Gebiet und nach dem Ausland war damit seit dem Abschluß des früheren Vertrages von l/t bis 3/< Prozent des Wertes auf 4 bis 6 Prozent, je nach dem Verarbeitungs- grab der Erzeugnisse, gestiegen. Das neue Mllum- abkommen sieht einen Nachlaß für bie diesem beigetretenen Werke von 4/= vor. Die Sätze erhöhen sich jedoch automatisch mit 10 Prozent, wenn der Beschäftigungsgrad der Werke zwischen 103 bis 110 Prozent desjenigen von 1922 beträgt, um 20 Prozent, wenn er zwischen 110 bis 120 Prozent beträgt usw. Der D.schäßizungsg.nd der Wecke hat sich gegenüber dem Stand von Dezember ge- ryiDcn, er bewegt sich zur Zeit auf durchschnittlich 80 bis 90 Prozent des I2h.es 1922. Leider berechtigt diese Tatsache keineswegs zu eine: hoß- nungsvcllcren Beurteilung de.- wirtschaftlichen Lage. Sell einigen Woche i stockt die begonnene Entwicklung wi.der, seitdem de.' ersah rungs mäßig im Frühjahr immer auftretende stärlere Bedarf wieder Deckung gefunden hat. Bezeichnend für bic Lage ist jedenfalls, daß die Ausfuhr nach dem Aus lande sich seit dem Wiederb nn der Arbeit nicht hat entwickeln können. Elli „ergleich der Eisenpreisentwicklung mit unserem Hauptwettbewerber auf dem Weltmarkt erElärt diese Erscheinung: Stabeisenpreise in Goldmark. Monat deutsches französisches Dezember 170,- — Januar 130,— — — Februar 130,— 122 50 März 150 — 122,50. stört waren, suchte man so schnell wie möglich und mit allen Mitteln Kapital und Intelligenz aus der schwarzen Bevöllerung Amerikas zu ihrer Wiedrrh rstellung h ranzu-iehen. Aber in Ermangelung einer einheitlichen Organisation war das Ganze reichlich chaotisch. Man muhte überall improvisieren, und es lieh sich micht Sicherhell voraussehen, daß die Entwickelung bis zu einer Wiederherstellung normaler Verhältnisse lange Zeit in Anspruch nehmen würde. Um so mehr, als die politischen Machtverhältnisse in Afrika durchaus ftrittig waren. Zwar die weißen Herren waren erschlagen oder Der- jagt 2Der die seit so vielen Jahren von Idealisten geplanten schwarzen Vereinigten Staaten von Afrika standen noch in weitem Felde. Einstweilen gab es verschiedene große Reiche, deren Herrscher sich napoleonischen Träumen Hingaben. Auch die grohen Rassenunterfchiede in Afrika selbst blldeten für die Einigung des ganzen Kontinents ein Hindernis. Die nordafrikanische semi- tische Devölkerung verspürte keine Neigung, mit der Hamit schen Negerbevöllerung zusammenzugehen. Im äußersten Süden des Erdteiles mit feiner starken und in Großstädten konzentrierten weihen Besiedlung gelang es der weihen Rasse sogar von diesen Städten aus die Herrschaft in te.a Bezirken der alten Durenrepubliken wiederzugewinnen. Nur das eine lieh sich mit untrüglicher Sicherhell Voraussagen, daß der schwarze Aufstand dem afrikanischen Kontinent auch für Öi2 Zukunft s chwere und blutige Kämpfe bringen wurde. Eigenartig wirkten sich die afrikanischen und arrerllanischen Verhältnisse csüebaonher nu* Nach wie vor beherrscht die französische Eisenindustrie den Eisenmarkt der Welt: sie bereitet den deutschen Werten sogar im Inlande einen äußerst scharfen Wet-bewe.b. Wöhren) Deutschland, nach „Stahl und S-iien", 1913 noch 6,5 Mill. Tonnen Eisen auszuführen in der Lag« war, konnte es 1922 nur noch 2,65 Mill. Tonnen exportieren , dagegen war in demselben Zeit gestiegen die Äseneinfuhr von 0,62 Mill. Tonnen auf 2,25 Mill. Tonnen. England hatte 1913 eine monalliche Einführ von lc590) coinen und eine monatliche Ausfuhr von 414 100 Tonnen, es bestand also ein Ausfuhrüberschuß von 228 200 Tonnen. Im Dezember 1923 konnte England seinen Ausfuhrüberschuß auf 246900 Tonnen steigern, während Frankreich, das im Monatsdurch- schnitt des Jahres 1913 nur 35 330 Tonnen Ausfuhrüberschuß hatte, ihn sogar auf 16^ 330 Tonnen bringen konnte. Dagegen hatte sich der monatliche Dorkriegsausfuhr-lleberschuß von 491 900 Tonnen für Deutschland verwandelt in einen Einfuhrüberschuß von 76 000 Tonnen für Dezember 1923. Zentralausschnstsitzung der Reichsbank 'Berlin, 29. April. (WB.) In der heutigen Zentralausschuß sihung der Reichsbank widmete der VvrPtzende, der Präsll)ent des Reichsbankbirektoriums, Dr. Schacht, dem so jäh ums Leben gekommenen Staatsminister H e l f f e r i ch ellren ehrenden Aufruf. Die Versammlung erhob sich zu Ehren des Dahingeschie- benen von den Plätzen. Sodann berichtete der Dorsihende über die für die drei Aprtl- Wochen vorliegenden Ausweise der ReichS- bank, wobei er hervorhob, daß die Inanipruch- nahme der Reichsdank seit den neuerlichen bekannten Kreditrestriktionen in den letzten Wochen, gemessen an der Entwicklung der Wechsel- und Lombardanlage einerseits und den fremden Geldern andererseits, eine befriedigende Entlastung aufwies. Der Gesamtumlauf an Zahlungsmitteln, der sich am 31. Dezember auf 2,7 Milliarden Goldmark gestellt und im ersten Quartal eine Vermehrung um rund 350 Millionen Goldmark erfahren hatte, tonnte bis zum 15. April um nahezu 200 Millionen Goldmark eingeschränkt werden. Sell- dem ist er rwch weiter zurückgegangen. Heber die deutsche Golddiskontbank teilte bei Vorsitzende mit, daß sie am 16. Apräl ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen und bis einschließlich heute Kredite in Höhe von rund 500 000 Pfund Sterling und 100 000 Dollar erteilt und nxitere Kredite von rund 1,1 Millionen bewilligt habe. Abgesehen von den bereits früher e.wähnten Rediskontkrediten sind ihr n.uer^ings seitens eines amerikanischen Danken- k o n s o r t i u m s noch solche Kredite In Höhe von 5 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Die Golddiskontbank wird In den nächsten Tagen ihren ersten Llusweis (Per llttimo April) veröffentlichen. Einzahlungefi auf das G.undka' pital von 16 Millionen Pfund sind bisher in Höhe von rund 62 Proz. erfolgt. Das eingezahlte Kapital besteht zum Heileren Teil in Gold und ausländischen Noten, zum größeren TeU in täglich fällig werdenden Forderungen auf das Ausland. Wettere Ausführungen des Präsidenten waren der Frage der in der Öffentlichkeit so viel umstrittenen Kreditpolitik der ReichS- b a n k gewidmet. Für das Relchsbankdirettortum steht tn erster Linie die Forderung, daß nicht Jlutti schmeckt der Kaffee fein! « Der kann nur ton Keuler sein. 1 Der ist doch der allerbest. Schau, ich liess kein bischen Pest! Kessler*5Kaffee -Essenz Fabrik KESSLER&CO.in Gelnhausen | 27710 Die feine Zigarette •SchloSAmerongeni I Großformat Stück 5 Pfg. 6 Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. g Amerika waren die Dinge anders gegangen als in Afrika Die Kunde von jener märchenhaften, kaum zu glaubenden Vernichtung der großetz gelben Armee hatte in Amerika dem an sich schon gut organ fierten Widerstand der we ßen Bevölkerung verstärkte Schlagkraft verliehen. Restlos, blutig und bitter war hier die Niederlage der aufständischen Schwarzen, für absehbare Zeit jede Hoffnung auf volle Gleichberechtigung mit der we tzen Rasse erstickt. Unter solchen Verhältnissen muhten aber die Aussichten und Möglichkeiten, sich in Afrika erfolgreich und vollkommen frei betätigen zu können, für die regeren Elemente der schwarzen amerikanischen Bevölkerung einen großen Anreiz zur Auswanderung bieten. Es war hauptsächlich Die jüngere Generation, die der Reiz der neuen Verhältnisse und des besseren Fortkommens nach Afrika lockte, während die Al en und Stumpfgewordenen in der Union blieben. Die so nach der Niederschlagung des amerikanischen Aufstandes sofort stark einsetzende Auswanderung versprach der amerikanischen Union in absehbarer Zeit eine Entlastung Dom Druck der schwarzen Bevölkerung. Freilich bedeutete d'ese Auswanderung auch einen starken Aderlaß an Kapttal und an billigen schwarzen Arbeitskräften. Eine Wirtschaftskrise für die Union war unvermeidlich. Doch ihr Ende lieh sich voraus- sehen, da die Iserrbrandtschen Erfindungen auch im Gebiete der amerikanischen Union neue und bessere Lebensmögllchkeiten für die weihe Rasse schaffen konnten. (Fortsetzung folgt) I GeN» Brief 1,7 1.4 6 rai Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 10 26.25 31,25 8 15 Revart. °/n Banknoten. (Ohne Gewähr.) 14,25 31,50 36,50 *6ß 12 8,1 : 13,1 21,65 23,85 32,25 19,75 •) Dom RückzahlungSwerL Berliner Börse. mit UelHc'e Rindeemefil &efit feine Uhittet fefjl. 2,6 8.67 M 12,37 T£i 19,9 22,75 31,8 19,1 25,50 4 6,2 8 1,87 17 19,25 9,7 9, 7 10,13 9,25 3,75 6,38 7,63 0,5 8,25 13,26 1.8 0,38 0,425 10,38 14,50 31 85,50 46,50 7,33 12,25 8 12. 0 21/0 22,50 30,50 1.7 19,38 4,5 35 8.5 2,05 16,2 18.13 1,3 10 9,75 10,13 7,7 8,50 14,5 7,65 10,25 4,5 28 30 1,95 2,9 2,8 15 1 12 1.4 3,3 5,75 6 2.6 8,25 25,5 4 6,2 8 8,25 1/3 0,4 0.5 9,63 6 7,63 0,6 7,9 18,25 1,75 0,370 0,100 9 13,50 29,5 9 ,8? 44,8 6,75 7,75 11 20,25 22,75 31,50 2,2 19,10 4,3 8,3 1,9 17 13 9,60 9 9.03 7 8,?8 IS 7,6 10 4,3 25 16,25 12,75 9J 9,25 9,5 8,6 7,5 9,8 23,6 L1.S 1,8 2,8 2,8 15,5 03 12,5 1,4 28 5,6 6,3 2,8 2,75 1,9 0,4 0,5 88? 13 63 30,73 34,6 • Weitere Oelb ohr u ngen in Hannover. Der bekannte Erfolg dec Dea-Sonde bei Nienhagen in Hannover hat ein lebhaftes Dohrfieber zur Folge gehabt. So soll jetzt auch bei Hameln und Se'hnde gebohrt werden. Bei Gartenbcrg sollen nach den „Täglichen Berichten über die Petroleumindustrie" schon Erfolge zu verzeichnen sein. * Dresdener Dank. In der gestrigen Sitzung des 2^uffichtsrats der Dresdener Dank wurden Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für 1923 vorgelegt. Das Geschäftsjahr schlieht mit einem Rohgewinn von 24 415 203 Dill. Mk. ab, wovon auf Wechsel-, Zinsen-, Sorten-, Zinsscheinkonto 13 643 712 Dill. QRL und auf Provisivns- konto 10 733 407 Dill. Mk. entfallen. Rach Abzug von 13 429 069 Dill. Mk. Handlungsunkosten und 1 577 200 Dill. Mk. für Steuern verbleibt einRein» gewinn von 9 408 934 Dill.Mk. Es wird vorgeschlagen. diesen auf neue Rechnung vorzutragen und von der Verteilung einer Dividende abzusehen. * Holländischer Auftrag für deutsche Waggonfabriken. Rach Meldungen holländischer Blatter hat die holländische Staats- bahn 100 Kohlenwagen ä 20 Tonnen nach Deutschland in Auftrag gegeben. 350 Wagen derselben Art sollen in Holland selbst hergesteM werden. * D i e W ä h r un g s än d e r un g in Polen. Die neuen Zlotynoten wurden jetzt in Polen in den Verkehr gebracht. Die polnische Mark hört mit dem 30. Juni auf, gesetzliches Zahlungsmittel zu sein. Der Austausch der Markbanknoten erfolgt im Verhällnis von 1 Zloty gleich 1800 000 polnische Mark. An der Dorfe wurden die Kurse gestern schon in Zloty notiert. Enameliiye " die moderne r OFEN POLITUR. Berlin, 29. April. (Wolff.) Die gestrige Kurserholung hat sich nur als eine GintagSerschei- nung erwiesen. Auf vielen Marktgebieten erfolgten heute wiederum Glattstellungen für angeblich in Zahlungsschwierigkeiten befindliche Firmen in Hannover und Düsseldorf. In der Hauptsache soll es sich aber um Verkäufe infolge der durch die Kursrückgänge aufgezehrten Effektendeckungen für gewährte Lombardkredite handeln. Aus diesem Grunde trat nahezu allgemein eine neue Senkung des Kursstandes ein, die aber nicht erheblich war. Rur bei einigen Montan- und Industriewerten ergaben sich Einbutzen bis zu 2 Dill. Im allgemeinen erwiesen sich die Kurse als verhältnismätzig widerstandsfähig und die weit verbreitete Stimmung über die unklaren Verhältnisse und das allgemeine Mihtrauen äuherten sich eher in starker Geschäftsenthaltung. Verschiedentlich sind auch Kurserholungen für einige Werte festzustellen. Am Geldmarkt ist eine gewisse Erleichterung bestehen geblieben: die Sätze sind aber noch unverändert hoch. Am Devisenmarkt ist die Rachfrage wieder geringer gewesen, so datz nur geringfügige Kursänderungen eintraten. Die Zuteilungen für Biichcrtissch. X Schule und Elternhaus nennt stch eine Halbmonatsschrift für Eltern und Erzieher, die von dem richtigen Gesichtspunkt aus, datz die Zukunftsfrage des deutschen Volles eine Erzie- hungsfraa? ist, an ihrem Teil dadurch Aufbauarbeit leisten will, datz sie die Hauptbeteiligten an der Erziehung unserer Jugend. Schule und Elternhaus in ein Verhältnis bringen will, in dem sie, Hand in Hand wirken können. Die häusliche Er- Eichung soll nicht gegen die Schule, sondern mit der Schule arbeiten. Die Zeitschrift sucht dies Zusammenwirken ber beiden Erziehungsfaktoren nicht durch wissenschaftliche Darlegungen, sondern durch Anschauung zu erreichen. Alle Beiträge sind hierauf eingestellt. Sowell wir nach den uns vorliegenden Heften des laufenden Jahrganges urteilen können, findet sich neben einer Reihe Beiträge namhafter Autoren doch auch recht viel ubeiflüffiger Ballast, der von t«m erstrebten hohen erzieherischen Ziel bedenklich ablentt, ja. dies Werk geradezu sabotiert, Dinge,die mit Schule und Elternhaus nicht das Geringste zu tun haben und in ihrer technisch höchst mangelhaften Aufmachung den Wert der Zeitschrift start herabsetzen. Auch der Preis von 50 Pfennig ist in anbetracht der erstaunlich minderwertigen Ausstattung bei aller Achtung vor dem daneben besteh-nden wirklich Guten, recht hoch bemessen, verglichen an anderen Zeitschriften mit einem gewitz kleineren Leserkreis. Die Zeitschrift sollte stch^allein auf das beschränken, worin sie wirken will und auch wirken kann, dann kann sie getrost allen Ballast über Bord werfen, der nur wieder neue Ober- flächlichkeit und geistige Indolenz fordert. — Der bekannte Breslauer Rechtslehrer Professor von Freytagh-Loringhoven gibt in einem Buch: „Die Weimarer Verfassung in Lehre und Wirklichkeif (I. F Lehmanns Verlag, München, geheftet 7,50 Mk.. fleb. 9 Mk. Die erste Darstellung der Weimarer Verfassung von einem ausgesprochen rechtsgerichteten und völkischen Standpunkt aus. GS ist zugleich die erste Darstellung, die bewutzt Staats- recht und Politik verbindet und die aufzeigt, was in der Wirklichkeit des staatlichen und insbesondere des parlamentarischen Lebens aus diesen Bestimmungen geworden ist. Die Mängel und Schwächen der Weimarer Verfassung werden schonungslos klargelegt. Es ist zugleich eine Schrift, die bei strenger Wissenschaftlichkeit auch dem Richtfachmann vollverständlich ist. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Stand der Gutachtenberatunge«. London, 29. April. (WTD ) Die „‘-Sinter schreibt: Die neue Bewegung in der Richtung auf die Reparationsregelung wachse an Stärbr. Der Sachverständigenplan lege alle in Betracht kommenden Opfer auf, aber er tue dies, damit alle gemeinsam dauernde und wachsende Bortelle ernten könnten. Die deutsche Regierung lege den grötzten Rachdruck auf die sofortige Wiederher st ellung der Deutschen Souveränität im gesamten deutschen Gebiet als Hauptbedingung für die Durchführung des Sach- verständigenplanes. Die französischs Regierung scheine Vorbehalte bezüglich dieses Punktes zu machen und zu wünschen, über hie Frage der Pfänder zu verhandeln und im mittelbaren Zusammenhang mit der Frage der deutschen Souveränität die Frage der französischen Sicher« heil aufzuwersem. Amerikanischer Kredit für Holland. Deuhvrk, 29. April. (Reuter.) Ein Dank- syndikat wird heute hier eine bprozentige Anleihe für das Königreich der Riederlande bis zu dem Betrage von 40 Mill. Dollar ausgeben. -u«y eine übermäßige ^cusocpmmg oer geroaorten Kredite die Stabilität der Währung erschüttert würde Die ReichSbanlleitung würdigt dabei voll- komme.i die Schwirr gketten, welche auf manchen Gebieten in folg 2 der ungeheu.e.i Kredit- und Kapitalnot be.lchm. Zu einer Diskonterhöhung zwecks Eindämmung der Kreditsorderungen könne die Reichsbank sich trotz vielfacher Anregung zur Zett n i ch t entschllehen. Du die Kredite der Reichsbank überwiegend für ledensnot- ,wendige Zwecke der Dolkswi.tschaft gewä!-rt werden, erscheine eine weitere Diskonterhöhung gegenüber den Interessen der Allgemeinheit nich. vertretbar, während auf der anderen Seite angesichts der gtoDen Kap.talnot manche Kreditanforoerung auch durch eine erhebliche Erhöhung der Zinssätze nicht abgewehrt werden könnte. Zum Schlutz erörterte der Vorsitzende vertraulich den von de.i Expertenkomitee der Reparations-ommistton vor- gelegten Plan einer deutschen Emissionsbank. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M. 29. April. Tendenz: Leicht befestigt. — Rach der wenn auch nicht ganz ohne Schwierigkeiten überwundenen Ultimjcegu» lierung hatte sich der Verkehr an der Börse ein wenig lebhafter gestaltet. Das zwar immer noch ziemlich grobe Angebot konnte kwch etwas leichter untergebracht werden, so datz ein weiteres Ab- gletten der Kurse verhindert werden konnte. Hier und da ist auch das Ausland wieder etwas mehr als Käufer auf dem Markt, so datz von einer gewissen Gihollmg gesprochen werden Tarrn. Die Kursgewinne find allerdings sehr gering und übersteigen nur in den allerseltensten Fäll«, eine Billion Prozent. Besonders im Vordergründe des Interesses standen Bankaktien, von denen Deutsche Dank zeitweise stark gefragt waren. Deutsche Dank 8, Darmstädter 6,25. Gelsenkirchener 35.88, Hcrrpener 46,5, Mannesmann 23.25, Rheins! ahl 23, Tellus 2.2, Scheideanstalt an geboten 13, Gitesheim 9.2, Badische Anilin 13 Lahmaher 7,2. 5prozentige Deutsche Reich-San- leihe 0,0790. Auf dem freien Aktienmarkt waren heute- Decker Stahl 4,88. Becker Kohle 5,38 sehr Mund dringend angeboten. Zurückzuführen ■ Erscheinung auf die in Düsseldorf gestern nachmittags stattgcfundene Versteigerung eines sehr großen Aktienpakets dieser beiden Werte, da- mtt 4,5 beatt». 5 zugefchlagen toorben ist. Sonst war daS Geschäft klein. Benz 3.5. Ufa 4,5 KrügerShall 7,63, Growag 0.180 Api 3.23. Berliner HandelSqesellschaf» Commtrj. und Prluat-Bank formst, und Waiionalbanl Dentiche Bant......... Drusche Bere in5dank . > . DiSconto Commaiibit tDlet.illbauf.......... Mitteldeutsche Treditdank . . Oeste. reichliche Lrebuanstalt West dank........... vochumer ®u8 . . . .... BuderuS............ Caro . . . Teutsch.Luxemburg...... Gklsemirchener Bergwerk» . Harveuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurohütt« .......... Oberbedarf . . Riebest wtonian Tellus Bergbau ....... Hambnrg-Smerika Pake». .. vtorddculschrr Llohd Lllcramische Werke Albiu .. Zementwerk Heidekbero . , Vdtttpp Holzmana...... Nngio-Cont.-tAuano Badische Anilin....... Chemische Mayex Alapin. . . Koldschmidt.......... GrieShcimcr Electron .... Höchster Farbwerke...... Lolzvcrfoyliing........ NütgerSwcrke Schcideanstalt......... vrr« Tirktryitätr^esellfchas» vergmnnn , Moinkraftwerk» ....... Echunerl Siemens A Halük»...... «dlerwerke Kley«, Daimler Motoren. ..... Sryligenstaedt. ........ ieguiu. ........... frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Mctallgescllschaft Frankfurt. Bet. Union Schuhfabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof ZnUersabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel ... einige ttteoenptoye tonnten etwas erhöbt werden. Bezüglich des Mai-Elearings für die unerledigten Franken-EngagcmentS verlautet, datz der Börsen- Vorstand den führenden Vereinigungen der Börse und dem War- nhandel nahegelegt hat, d.esbezüg- liche Erhebungen von sich aus vorzunehmen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mark ansacdriilk«. BuenoS-AireS, London, Neu« dort, Japan, Rio de Janeiro für eine Tinheit, Wien 1111b Budapest für 100000 Einheiten, alle» übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. gegen ___P'mim «■OMHnKmc.' ■■ III Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 29. April. Am Getreidemarkt hielt sich das Angebot vom Inlcmde nach wie vor in engen Greifen. Das Geschäft bleibt bei der wachsenden Geldknappheit und der täglich steigenden Schwierigkeit, selbst allerfemste Akzepte zu dis ontiecen, unveränderi klein. Der Preisstand unterlag im allgemeinen nur geringen Veränderungen. Roggen lag etwas schwächer. Von russischer Seite aus hat das Angebot zugenommen, und es sind gröbere Mengen an russischem Roggen fcinb auch m russischer Gerste gehandelt worden, sonst ist über die einzelnen Gebiete nichts von Belang zu berichten. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 172 bis 177 (ruhig), Roggen, mark. 130 bis 136, Braugerste 170 bis 190 (ruhig), Futtergerste 155 bis 170 (ruhig), Hafer, mark. 129 bts 136 (matter); für je 103 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,50 (ruhig), Roggenmehl 20 bis 22,50 (ruh-«); für je 50 Kilo: Weizenkleie 10,48 bis 10,50 (stetig), Roggenkleie 9 bis 9,33 (fest). Raps 310 (still), Leinsaat 410 (still). Diktonaerbsen 26 bis 27. Keine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 15 bis 17, Wicken 12 bis 14, Summen, blau 12 bis 13 Sevadella, alt 16 bis 17, neu 12 bis 14, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 22, Trocken schnitzel 9,80, Weizen- und Roggenstroh, dvahtged. 1,15 bis 1,35, Hafers, roh, drahtgepr. 1,00 bis 1,15, Gerstenstroh, 0,95 bis 1,15, Häcksel 1,50 bis 1 70, Wiesenheu, gutes 2 bis 2,25, handelsübliches Heu 1,50 bis 1,80, Mielitzheu 1,20 bis 1,50 Mark. Frankfurter Getreidebörse. granffurt a M., 29. April. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,15 bis 18,50, Roggen 16 bis 16,25, Braugerste 20 bis 21, Hafer, tnlänb. 15 613 15,40, Weizenmehl, südd. Spezial 0 27,50 bis 28,50, Roggemnchl 23.50 bis 24, Weizen- und Roggenkleie 9,25 bis 10,50 Mk. IPfrUn. 28. April WTorfirt Woten ......... rtaiiAörifffie Note« ...... Knilche Noten ......... Schwedische Note« ....... lonänbijaje Noten........ )eu»fch.L7rsterreich, i 100 Ärontn mrrilanische Note«....... üglische Noten....... ialirntsche Note«......... eloischt Noten ..... noarifHe Noten ....... schechollonakische Note». .... orwegifche Noten ........ omanische Noten. ..... . i»an(f<6# Noten .... . 3n Dillionen Prozent Frankfurt a M Berlin SchlUtj- fliir» Lcht-l. ,icheanlethe 0,2 0 0,210 0,240 0,240 £/* Deuksche ReichSanleiht 0,925 0. 00 0,920 0,930 »euijfte ^tzarprtinitenanleib« 0, 3 0,120 0,120 ^Vttuyische KoulolS . . 0,245 0,230 0,240 0,240 r . Hesirn......... . _ :::::::::: — - - — Tcmsche Wertb. Dollar^Ank 4,8 4,2 4,2 0,425 d»o.Toll.-Schatz. AnweÜung't bl 80,75 81 80,75 <*/« Sontürftn........ 4,25 4,25 4,23 4,25 P/. EvkdLlcrlkan« . . . «■ 61 49 47,5 2H. April 20 April Reparr. Amtliche Noticrnni iniUi ü.‘ •ehäniiler e. B. Litz Nürnberg. Geschäftsstelle: Schwabackerstr. 21. Telefon 11448. W* öffentlicher VMIWWV GinttiWen30 Pfennig an Oer llöenölnffe. ÄMM»IM88W Sühnen- schauturnen am 3. Mai, abends 8 Uhr in der Turnhalle Steinstrahe b Turnen sämtlicher Abteilungen (Geräteturnen, Volkstänze, Freiübungen usw. 2. Lichtbilder-Vortrag über das 15. Deutsche Turnfest in München. Eintrittspreise: 1. Platz 1 Mark, 2. Platz 50 Pfennig. Vorverkauf bei E. Jung, Seltersweg 33 und Thr. Spiest, Neustadt 8. Schülerkarten 30 Pfg. Dieser Vorverkauf findet Donnerstag abend 8 Uhr in der Turnhalle und an der Kasse statt. s3384v Der Vorstand. Herrenfriseurtoilette 3-teilig, Sptegelwand und Parfümerie, schranke, meiner Marmor, 3 Rasierstüble, Bietrohre, Hähne, alles komplett, fast neu, billig zu verkan en. 01962$ Gebr. Henkel Wetzlar, Silböfcrstraste 14. Versteigerung. 019627 Donnerstag, den 1. 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Schach- Ang.b°.. unter 3380D an den ÄÄSÄfe’S Gießener Anzeiger erbeten.an Rudolf Masse, Braunschweig. [33“ss Deutsche Demokratische Partei Donnerstag, 1. Mai, abends 8'/« Uhr Turnhalle (Oswaldsgarten) spricht Sttpräsitiiiliiiel in öffll. Herversaminliii Eintritt frei! Der Vorstand. Sendet/ Der f1 Die' in der w didaten v DeHlan md * guii) rie • W di- Nicht ’kampfes; gerungen daneben n Schn | und Sog' DeuWani Besitzes bu parfeien! der Revo krippen! Angl euere sozic gefährden Urb Freiheit! Zehntelang Mo fonftwo in öoziaPl vertrag euch, beul Habt der Sozia Arbi national gepredigte! euere Obe: eher Sozi „Mo Beai Landtag ji Abg gungsgc nach ber wegnah Gen die bervu^ Lan! wiederuni Zwangs ^nndtages ®e|ieuerun( Moh $ soziali iNb an d Sri Parkes iss st 1883 tllob ir&Co. rtilette d und $arfflmerl?‘ ntior, 3 Snfieritüble. Ie$ fomölettjoltneu, lerfau en. 0196$ Henkel öscrltrahe 1t jerung. 019621 jjlai von 2 Uhr ai IM Nr. 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Selbstredend sind auch die wirtschaftlichen Nöte breiter Kreise daneben wohl zu bedenken. Schwer leidende Volksgenossen des Mittelstandes! Klein- und Sozialrentner! Denkt an das Trümmerfeld des nachrevolutionären Deutschland! Denkt an die Enteignung auch eueres bescheidensten Besitzes durch die gegenwärtigen Zustände unter der Herrschaft der Koalittons- Parteien! Denkt an die sozialistisch-demokratischen Macher und Derherrlicher der Revolution! Denkt an die Revolutionsgewinnler, an die Futter- krippenwirtschaft der Nutznießer der Republik! Angestellte! Vergeßt nicht, daß die Revolution und ihre Folgen euere sozialen Errungenschaften zum Teil bereits vernichtet haben, zum Teil gefährden! Arbeiter! Denkt daran, wer euch mit Versprechungen über „Frieden! Freiheit! Brot!" und mit internationalem Schwindel aller Art jahrzehntelang an der Nase herumgeführt hat! .. Wo sind die Internationalen in England, Frankreich, Italien und sonstwo in der Welt? — Hat nicht auch der angeblich internationale Sozialistenführer Dandervelde, euer belgischer Genosse, den Schandvertrag von Versailles mitunterschrieben, der in erster Linie euch, deutsche Arbeiter, ins Elend stieß? - - Habt ihr immer noch nicht begriffen, daß euch die Internationale und der Sozialismus nur Steine statt Brot gaben? Arbeiter! Wacht auf und bekennt euch zu dem völkisch- nationalen Gedanken und laßt ab von dem euch durch Fremdraffige gepredigten, sinnlosen Klaffenkampfgedanken, von deffen Undurchführbarkeit euere Obergenvssen längst ebenso überzeugt sind wie von der Unmöglichkeit einer Sozialisierung, von der sie schon lange nicht mehr reden. „Mann der Arbeit, aufgewacht!" Wähle deutschnational! Beamte! Vergeßt nicht, daß die Sozialdemokraten im Reichstag und Landtag sich als Feinde des Berufsbeamtentums offen erklärt haben! Abgebaute Beamte! Denkt an die Parteien» die das Ermächtigungsgesetz schufen, das den Beamten wohlerworbene Rechte» die nach der Reichsverfassung unverletzlich sein sollten, mit einem Federstrich wegnahm. Gewerbetreibende! Handwerker und Kaufleute! Denkt an die bewußte Mittelstandsfeindlichkeit der politischen Linken. Landwirte! Erinnert euch an den trotz aller üblen Erfahrungen wiederum von den Sozialdemokraten eingebrachten Antrag, die Zwangswirtschaft abermals einzuführen und, wenn es nach ihnen ginge, diesen Zustand zu verewigen. Vergeßt nicht, daß im Sonderausschuß des Heff. Landtages Sozialdemokraten und Demokraten sich sogar für eine Besteuerung der Zugtiere eingesetzt haben!! Wohnungsuchende! Habt ihr noch immer nicht begriffen, daß die auf sozialistisches Betreiben zurückzuführende Wohnungszwangswiri schäft schuld an dem allgemeinen Wohnungsmangel ist? Kriegsteilnehmer, Kriegsverletzte, Kriegshinterbliebene! Ihr gabt eure ganze Kraft, gabt euer Liebstes dahin für ein einiges, starkes und freies Deutschland. Was hat die Revolution aus euch und derHeimat gemacht? Wir rufen euch alle auf, am 4. Mai die eindeutige Antwort zu geben, auf daß die alten, lieben Reichsfarben wieder wehen können über einem wehrhaften und sozial-befriedeten deutschen Vaterlands. Hessische Wähler und Wählerinnen! Gebt dem Zentrum die Antwort für seine Erzberger-FinanzpolLtiK und sein Bündnis mit den Parteien des Judentums! Beseitigt die kläglichen Reste der Frankfurter Ieitungsdemo- brätle im Heffenlcmde! Beweist auch der Deutschen Dolkspartei, daß ihr die Strefenunm- Politik ablehnt und weder die Zustimmung der Deutschen Dolkspartei zu dem Republikschutzgesetz noch zu Herrn Eberts künstlich t>er* längerter Reichspräsidentschaft verstehen könnt! Bedenket, daß nicht der Deutschen Volkspartei, sondern dem Derttfch* nationalen Dr. Helfferich die Befestigung der Währung durch die Rentenmark zu danken ist. Bedenket, daß die Deutsche Dolkspartei durch ihre Koalition mit der Sozialdemokratie dieser Partei es ermöglichte, ihre Parteigenossen an der Futtergrippe zu halten. Wendet euch ab von der verlogenen Demagogie der Soztal» demokratie, die im Reichstag das Ermächtigungsgesetz annahm und nun im Lande über ihr eigenstes Werk schimpft und zetert! Wähler und Wählerinnen! Wahltag sei Zahltag! Wir fordern: Wehrhaftmachung des deutschen Volkes! Freiheit für Rhein und Ruhr. Donau und Weichsel! Kampf gegen die schmachvolle Lüge von der deut» schen Kriegsschuld! Kampf gegen den Schandvertrag von Versailles, den gentrum und-Sozialdemokratie unterschrieben! Kamps gegen das Gesetz zum Schutz der Republik und gegen die juristische Ungeheuerlichkeit des Staatsgerichtshoss! Kampf gegen die religionsfeindliche und undeutsch« Beeinflussung der Schuljugend! 3n wirtschaftlicher Beziehung fordern wir: Steigerung der Produktion durch ausgiebige Unterstützung der landwirtschaftlichen und kleingewerblichen Derusskreise, Schutz der Verbraucher gegen Wucher- und Schiebertum. Ausreichende Besoldung und Sicherung der Grundrechte für unser Berufsbeamtentum. Gerechte Verteilung der Steuern, Entlastung der schaffenden Volksstände: Landwirtschaft, Handwerk, Kleingewerbe. Scharfe Heranziehung des steuerpflichtigen Spekulations» Kapitals. Wir wollen keine Knechte des internationalen mammonistischen Weltjudentums bleiben. Christentum, Vaterland uud Sozialreform ist unsere alte Losung. Wir wollen: Frei Deutschland nach innen und nach außen! Hessische Wähler und Wählerinnen! Auch in eurer Brust sind die Sterne deutschen Schicksals! Euer Weg ist klar: Nur durch völkisch-nationale Bahnen geht der deutsche Wiederaufstieg! Wählt Deutschnational! Wählt am 4. Mai die Liste mit dem Spitzenkandidaten: Professor vr. Werner-B utzbach Mitglied des Hessischen Landtages. «esmm der MWionolen (Wen) MM Ljrühttstde llnrverfiläts-Buch^ ün.> ctcti'.'niuacta R. Lang«. GteHeü.