Ur. 505 Elfter Erscheint täglich, außer Sonru und Feiertags. Beilagen: GießenerFcm'licnblStter Heimat Bild. monatsiBejagspteis: 2 Goldmark u.'2u Gold- Pfennig für Träg-rlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleilung 112, Verlag undGeschäftöstelleöl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiegen. psitschecNonro: Zranlfurt a. M. 11686. Blatt K4. Jahrgang Montag, 2). Dezember 1924 ilchenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prnrf un» Dtrldg: vrLHI'sche univtrfitälsGuch- und Skinörntfcrci «.Sangt in Siesten. Schnstlettun, und Seschüfiriteile: Lchn"ttaste 7. 2*nnai)mt von für dir lagesnummer ois zum D'adtmifldg vorher ohne ieue'Bcrbinblidjkftt Preis für l mm Ijölje strAnzeigen von 27 mm DreiicvrllichS, auswärts 10 (Bolöpfennig; für Ne- klamc-Anzeiger, v 70um Breite 35 woldpjcnnig, Pt..tzvorschrift2o Aus- fchlaq. - Verantwortlich . für Politik u. Feuilleton: Dr. Frietr. l^3,ll). Lange! für den übrigen Teil: Ernst Blums6)cin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gicgen. Der Vertragsbruch bestätigt. Pari«. 27. Dez. (WTD.) Ministerpräsident Herriot hat heute vormittag Marschall § o ch und seinen Generalstabschef D e st i g e t empfangen. Der deutsche Aotschaster von H o e s ch wurde heute vormittag von dem Vorsitzenden der Bot- schafterlonferenz. Jules C a m b o n, empfangen. Die Votschafterkonferenz ist danach unter dem Vorsitz von Jules Cambon zufam-- mengetrelen. Eie konnte, wie offiziell mitgeteilt wird, das einstimmige Einverständnis der französischen, englischen, belgischen, italienischen und japanischen Regierung in der Frage der Kölner Zone festftellen. Sie hat sich alsdann über das Verfahren geeinigt, das hinsichtlich der Notifizierung an die deutsche Regierung cingeschlagen werden soll. Die Botschafterkonferenz hat den Inhalt der Note besprochen, die die alliierten Negierungen nochvor dem 10. Januar an die beut» scheRegierung richten werden. Die Botschas- terkonfereuz wird noch einmal zusammentreten, um den endgültigen Text der Note festzulegen. Der Beratung der Dv^chafterkonferenz wohnten nicht nur Marschall Foch, sondern sämtliche militärische Sachverständige der in der Dotschafterkonferenz vertretenen Mächte bei. Das „Journal des DebatS" betont ausdrücklich, daß der Vorsitzende der Interalliierten Kon- irollkommission in Berlin, Grtteral Walch, an den Beratungen nicht teklgenommen hat. Die Beratungen haben um 11.45 Ahr begonnen und waren nm 12.35 Ahr zu Ende. Die Botschafterkonferenz hat also doch noch am Samstag getagt und bestätigt in dem Kommunique, das sie über den Verlauf ihrer Sitzung herausgibt, das „vollständige Einvernehmen der verbündeten Regierung in der Frage der Kölner Zone". In welcher Richtung aber sich dies Einvernehmen betätigt, darüber schweigt sie sich aus, man erfahrt nur, daß eine Note abgefaßt werden soll, die vor dem 10. Januar an die deutsche Regierung zu rieten ist. Allerdings diese Fristsetzung läßt wohl den Beschluß zu, daß man beschlossen hat, am 10. Januar Köln noch nicht zu räumen: wobei nebenbei bemerkt sein darf, baß Köln auf deutscher und hoffentlich auch auf französisch-englischer Seite nur herausgegriffen wird als der wesentliche Begriff der ersten Zone, benn tatsächlich handelt es sich ja nicht allein um die Stadt Köln, sondern um ein volles Drittel des besetzten Gebietes, das von englischen, französischen und belgischen Truppen beseht ist. Wir werden also zur Noti.; nehmen müssen, dah die hohe Entente nicht die Absicht hat, ihren Verpflichtungen nachzu- kommen und die erste Zone am 10. Januar zu räumen. In dieser Zielsetzung waren England und Frankreich schon seit langem einig. Die Absichten aber, die sie dabei verfolgten, gingen sehr weit auseinander, man könnte hier direkt von einer französischen und von einer englischen These sprechen. Die französische ging darauf hinaus, die Gelegenheit zu benutzen, um mit einem salto mortale über die Räu- mungsfrist überhaupt wegzukommen und die französischen Truppen weiterhin auf unbegrenzte Zeit an den Ufern des deutschen Rheins zu verankern, also lediglich in Form eines Diktats Deutschland mitzu- leilen, dah die Räumung der ersten Zone nicht möglich sei, weil Deutschland die Verpflichtungen der Entwaffnung nicht erfüllt habe. Punktum. Soweit wollten de Engländer nich gehem Sie haben zwar den fvanzös schen Einflüsterungen Gehör gegeben, dah Köln nicht geräumt werden kann, solange bfe Ruhrbes tzung dauert, gingen aber dabei immer von der Voraussetzung aus, dah sich eine mittlere Linie finden lassen würde, etwa um den Mai herum, wobei bann die erste Zone zusammen mit dem gesamten Ruhrgebiet uns zurück'eae'en werden solle. Herr Herriot, der vv. Wochen eine ähnliche Möglichkeit in Erwägung zog. ist inzwischen so stark der Gefangene des nationalen Blocks gewo den, daß er es schon rar nicht mehr wagt, solche Anregung zu erwägen. Er hat längst vergessen, daß die Frist von einem Jahr für die Räumung der Ruhr, die in London verabredet war, nur als Marimal- frtft gedacht wurde, daß auch ec selbst Zusagen gemacht Hit, aus denen man entnehmen muß e, bah er die französ schen Truppen wesentlich früher zuiückrufen würde. England dagegen war nur bereit, den Ze.tpunkt der Räumung etwas hinauszuschieben, bis der Bericht der Kont o l- Kommission vorlag, und darüber mit Deutschland zu verhandeln. W lche bicf?t beiden Anschauungen s ch schließ! ch durchgesetzt hi', darüb r t poen w r vorläufig noch im Dunkeln: vermutlich werd n als Erg bnis dieser G heimn s.rämerei die ver- schi den rt gsten Lesarten heraus o nmen, zumal da h:nt'r den Kul ssen bis zun l y ei 2tug n- blick noch e n sehr schiefer Ka.npf zw s hen Paris und London auSg fochten wurde, en Ktmp', de - uni so schärfere Formen annahm, als zu! yt auch Die Vereinigten Staaten in die öffentliche Diskussion eingiif n und von amtlicher Stelle laut und d utiich verkünden le en, d^ß für sie die Hinauszögerung b ' r 'S ä t! m u n g eine ernste Gefäh rdung d v G.undlage des Dawes-Gutach- tenb'be’.'.t te. Mit vollem Recht. Es ist unvermeidlich, daß in Deut schland das Verbleiben der Desatzungstruppen als eine Brüskierung empfunden wird, zumal wenn man etwa wirklich versuchen wollte, uns einfach die Tatsache mitzuteilen, und dah dadurch ganz automatisch der Kreis aller derer wachsen wird, die den Standpunkt vertreten, daß alles Entgegenkommen gegen die Wünsche der Entente zwecklos ist, weil man unsere Zahlungen gern entgegennahme, aber immer nur den Versuch machen wird, uns tiefer in die Knechtschaft Au verstricken. Deshalb wäre vielleicht auch er- wägensu-ert gewesen, ob nicht vielleicht der Reparationsagent von sich aus hätte eingreisen müssen, um Herrn Herr io t klar zu machen, daß er durch seine Politik dem Frieden Europas jede Grundlage entzieht. Immerhin ist die Warnung von Washington her auch nicht mihzuver- stehen. Wenn man sie in Paris und London nicht hören will, wird sich vermutlich auf der Diskussion der Ententeschulden in Amerika Gelegenheit geben, sie noch unmißverständlicher zu wiederholen. Reichswehrmini^er Getzöer gegen denseindlichen Schwindel. Berlin, 27. Dez. (WTB.) Reichswehrminister Dr. Gehler gewährte einem Mitarbeiter des „D. T." eine Unterrebung, worin er sich über den ganzen Komplex der Entwaffnung und Räumung der ersten Zone aussprach. Dr. Gehler führte aus: Die Frage der Räumung von Rhein und Ruhr ist eine Frage der hohen Politik. Frankreich sieht in dieser Besetzung die Grundlage seiner ganzen Rheinlandpolitik. Die Frage der Abrüstung soll jetzt für diese Politik nur den Vorwand bergeben. Poincare hätte seinerzeit die durch das Gutachten von Hurst und Fromageot schon in London ad absurdum geführte These aufgestellt, dah die im Vertrag von Versailles für die Räumung vorgesehenen Fristen überhaupt noch nicht zu laufen begonnen hätten. Die französische Politik hat angesichts des Widerstandes der ganzen Welt gegen eine solche Argumentierung einen anderen Weg eingeschlagen. Man sucht jetzt Stimmung dafür zu machen, dah Deutschland nicht abgerüstet habe. Dazu werden Tag für Tag Schauermärchen über deutsche Rüstungen in die Welt gesetzt, die stark an die Kriegs- greuelpropaganda erinnern, und denen gegenüber die jetzt maßgebenden Pariser politischen Kreise leider den nötigen Abstand zu verlieren scheinen. Dabei hofft man, alte Zwietracht in Deutschland zu säen und neue Helfershelfer zu gewinnen, denn man weih, wie leicht es ist, Deutsche gegen Deutsche zu hetzen und aus der Frage der auswärtigen Politik eine innere deutsche Frage zu machen. Die französische Presse gebärdet sich in den letzten Wochen, als ob tatsächlich eine Reihe ganz schwerer Verfehlungen von der Kommission festgestellt worden seien. Der Versuch, diese Verfehlungen zu präzisieren, kann uns nur angenehm fein, denn dadurch können wir den sogenannten Fällen nachgchen und sie auf ihren Tatsachentern zu ück ühren. Die e ft - ranz allgemeine Behauptung war die von einer Ob = struktionDeutschlands gegen die G ne a> Inspektion. Da nun fast 1 8 0 0 Kontroll- besuche meistens ohne Reibung durch- geiührt sind und ba die interalliierte Mi.i:är- kontrollkommission zugeben muß daß sie in jede Kaserne, jedes Gebäude, jede Fabrik und jeden Raum Zutritt gesunden hak, läßt sich diese Erfindung witk.ich nicht ausrech e h l en. Dann hat man ganz allgemein bel-auptet, es seien große heimliche Waffcnlager au'ge'un- den worden. Die Wahshei- ist. daß Äe Kommission keinen Fund von irgendwelcher Bedeutung gemacht hat. Daran ändern auch nichts die aller- neuesten Dehauptungen, die ich Fall für Fall mit Ihnen durchgehen möchte. Die erste große Sensation war die Nachmcht von einem großen Geschühfund auf dem großen Truppenübungsplatz Königsbrück. Es hakt sich hier herausgestellt, daß die angeblich verheimlichten Geschütze vierzehn alte Zielgeschütze waren, die seit langen Jahren als Zielscheiben dienten und auch Spuren dieses Gebrauchs zeigten. Die nächste große Nachricht war ein angeblicher Fund von Ausrüstungsmat e r'i a l für drei D i v i s i o n en. Den Kern dieser Sage bildete ein Fund von 20 alten Sätteln. 43 verrosteten Karabinern und Gewehren und 15 alten Maschinengewehrge st eilen ohne Gewehre und ei igem Zubehör bei einem Dresdener Reiterregiment. Merkwürdigerweise wurde ein Fund von 277 Seitengeweh en und 31 Laufen in Dessau wenig ausgeschlachtet: dagegen reizte es die Phantasie der französisch n Berichterstatter, dah in einem alten — man denke zugebauten! — Gang der Schießstänbe- in Ruh - leben ein Fund gemacht wurde. Es handelte sich allerdings nur um verrostete Wasser- kästen für Maschinengewehre, die nicht einmal mehr das Einschm l en lohnten. Daß sich an Namen w.e Krupp L g n'cn knüpfen wurden, wir zu erwarten. De •\::n= zös sch? Pre se berichtete denn auch in den etz en Tagen, baß dort 25 000 Gußstücke für G e - Wehrläuse ertb dl wurd n D ese Gere r- läufe sind tatfächl ch bei Krupp. Sie sind eine Bestellung der F.rma Simfon in Suhl, die | uns als Wafseulieferant selbst vorgeschrie« bcn wurde und die. ebenfalls nach den De» ft i m m u n g e n b e r Ä o n t r o IH o m m i f f i on, diese Halbfabrikate bei ber F rna Krupp zu bestellen hatte. 3m ubr gen ist es c ne phantastische Vorstellung, bah bet b n K uppschen Werken im b s yten Geb ei, in dem es von französischen Truppen Wimm It. uberh up c ne heimliche F br.fation von Kri gsma.erial möglich fei. Die Pariser Presse beschäftigt sich ferner mit bem Fund einer größeren Anzahl Stahl- fl a s ch e n bei Dorsig in Tegel. U.ber biese Angelegenheit schwebt zur Zeit ein Sch istwechsel zwischen ber Interalliierten Militärkontrolllom- Mission und ben zuständigen Stellen ber Reichsregierung. Eine Weihnachtsüberraschung bildete bann ein angeblicher Riesenfund von 40 000 Stahist ä b e n für bie Fabrikation von Gewehren unbMaschinengewehren. An biesem Fall ist bie Reichswehr überhaupt nicht beteiligt. Ich kann es ihnen aber sagen, um was es sich handelt. Am 23. Dezember fand die Kontrollkommission in den Berlin-Karlsruher Inbustriewerken in Wittenau in einem Lagerschuppen 40—50 000 sog. Rohlinge. Das sind Stahlstäbe, aus denen man Gewehrläufe machen kann. Nun fabriziert diese Fabrik aber Jagd- und Sportwaffen. Irgendein Indizium, dah geplant war. aus diesen Rohlingen Militärgewehre und nicht Jagd» und Sportwaffen zu machen, liegt nicht vor. Die Stäbe waren auch nicht etwa versteckt, sondern lagen feil 1919 ober vielleicht noch länger in Latten- und Holz- verschlägen, deren Türen nicht einmal verschließ- bar waren, und bie beshalb mit einem Nagel notdürftig Angeschlagen waren. Rund 10 020 von diesen Rohlingen haben ein etwas größeres Format. Mm diese Stäbe verwerten zu können, schickte die Firma schon vor längerer Zeit ber3nteral liierten Militärkontrollkommission einige Muster st ücke davon mit Vorschlägen übet eine Verarbeitung in doppelläufige Jagdflinten. Auch das spricht nicht gerade für die Heimlichkeit dieses Lagers. Das ist Der Tatsachenkern, ber den Sensationsmeldungen der französischen Presse zugrundeliegt. Nicht orientiert wurde aber bie französische Presse darüber, baß eine große Anzahl von Aeberraschungsbesuchen nicht eine einzige Waffe zutage gefordert hat. so Desuche in dem Fort Hahneberg und Küstrin, verschiedenen Potsdamer Äare nei. Dö- beritz, Ingo stabt. Laubenhof bei Astenstein usw. Geradezu unerfindlich ist es mir. baß bie Meldungen über das Fo ^bestehen einer organisierten geheimen Wasfenfabri at on in Deutsch a d nicht verstummen wollen. Die Interalliierte Militärkvntrvllkom Mission kennt jede Fabrik Deutschlands. Ich möchte sagen, sie kennt jede Drehbank und jeden Schaub- stock. Sie würde sich selbst fein glänzendes Desähigungszeugnis ausstellen, wenn sie behaupten würde, daß nach ihrer fünfjährigen Tätigkeit, wahrend welcher sie wahrhaftig jede nur denkbare Möglichkeit untersuchte, solche geheime Waffenfabrilat.vn in Deutschland noch möglich wäre. Ein Dementi Krupps. Essen, 28. Dez. (Wolff.) Von ber Firma Krupp wirb uns mitgeteilt: Die Pariser Meldung, baß 47 000 neue Gewehre bei Krupp ermittelt worben seien, ist vollst änbig aus ber Luft gegriffen. Krupp-Essen hat bekanntlich überhaupt nie Gewehre her gestellt. Das kleine Kruppsche Stahlwerk in Annen-Westfalen walzt von altcrsher Gew h.lau stäbe. namentlich für Iagdg w.hre, ist aber als Unterlieferant für ben D.darf b r Reichswehr zugelassen. Dementsprechend hat Annen 1924 etwa 25 000 rohe unaebohrde Laufstäbe für bie von ber Kontrollkommission zu- gclassenen Gewehrstäbe gewalzt. Dies ist auch ben Konttollbehvrben gegenüber niemals verheimlicht worben. Mitteilungen e nes englischen Generals. London, 29. Dez. (211.) General Morgan, der britische Vertreter in der Interalliierten Kontrollkommission, veröffentlicht in der Wochenschrift ,QuatcrIt) Reviewe" einen Artikel über den Stand der deutschen Rüstungen. Dec Versa: ser geht be anders ausführlich auf die Rolle des Generals v. S e e d t ein. Er nennt ihn einen zweiten Moltke, besten Silhouette in fünf ober zehn Jahren auf Europa vielleicht einen gigantischen Schatten werfen könnte. Wester behauptet General Morgan, daß von Deutschland seit Unterzeichnung des Friedensver- träges in jeder Wei e versucht würde, eine Revision der Militärklausel herbeizuführen. Hierzu seien die kommunistischen Unruhen und andere Punkte zum Verwand genommen worden. Die deutsche Frderung sei vollkommen un- gerccntfert gt, bc. ein ge r guläre Trup --en- bataillonc zur Nieb rw rfun; von lommu isti- schen Putschen Dell o ame.. u r ichten. Tro dem sei c-.ic Truppenausstellung bi: bie im Versailler V. rtrag festgesetzten Zi fern um bas Zweisache üb rst'ige, und e n General- ft a b für 20 D o s onm e nge achtet worden. Weiter erklär D r e gl sche Komm if ir, baß Gehe . m b ü n b e früherer Kriegsteilnehmer bie Divisionen zu Armeekorps zu ertoei evn hätten. Was bie Armierung b r deutschen Artillerie and lang . so habe bie deutsche Heeresleitung in einem Fort unter Befrist'oung auf ben Versailler V rtrag ver uchi, d n B b.irf für 20 Armeekorps zu deck n De Verbündeten durchschauten jedoch das Ziel und bc'ianbcn in Spa energ sch auf c n: gerechte Erfüllung der Vertra g f auf.'ln. Dartufh n änb rt. der d. ustche Generalstab seine Takt k. Die deutschen Militärbehörden verfuhren dabei in der Weise, dah sämtliche verbotene Ge- heimbünde in bestimmten Einheiten ben Kompagnien angeschlossen wurden. General Morgan führt weiter aus, bie deutschen Regierungen entstünden und vergingen, General von öeedt bliebe aber stets im Amte. Er sei gegen die Re publik loyal, weil die Republit sich ihm gegenüber loyal zeige, d. h. ihm jeden Dunsck) zur Verwirklichung seiner Pläne erfülle, die aus eine gewaltige Militärmacht nach dem Deispiele Moltkes abzielen. Weiter behauptet Morgan, daß Deutschland ein Jahr nach Aufhebung ber Kontrollkommission die Herstellung von Waffen auf ein Höchstmaß wie 1916 bringen werde. Das deutsche Oberkommando sei in ber Lage, allen Anforderungen innerhalb drei Monaten gerecht zu toerben. Der Gefahr ber deutschen Rüstungen könne nur begegnet werden, wenn nicht nur die Kontrollkommission im Amte bleibe, sondern auch die Desehung der Brückenköpfe am Rhein, besonders des Main-er Brückenkopfes. auf unbeftimmte Frist ausrechter h a 11 e n werde. Für den Fall, baß bie Kon- trole aufgelöst und bie Rheinarmee wesentlich verringert werde, könne der Fried:n in Europa für nicht länger als ein Jahr verbürgt werden. Ein neues Tikrat in Sicht? Paris, 28. Dez. (WD.) Das „Journal' will wissen, daß ber gestern abenb in einer Konferenz am Quai d'Orsay ausgearbeitete Entwurf der an Deutschland zu richtenden 9k v I c auf Artikel 249 des Versailler Derrrages Be..ug nimmt und erklärt, bie Räumung der Kölner Zone setze voraus, baß Deutschland alle Vertrags- Verpflichtungen erfüllt habe, daß man aber schon heute feststellen könne, daß sie bis 10. 1. nicht erfüllt werden könnten. Die Votschafterkonferenz habe bis jetzt zwar den endgültigen 'Bericht per Militärkontrolllommission noch nicht erhallen, der ohne Zweifel nicht vor dem 20. 1. vorliegen werbe, doch hätten die eingelaufenen provisorischen Berichte schon die einstimmige Feststellung ergeben, dahzahlreichesehrernste Verletzungen gegen die Dertragsvorsd>, i t:n Vorlagen und noch fortgesetzt begangen würden. Die Rote werde dann den 3eridv des Interalliierten Kontrollkomitees in Versailles über den Stand ber Generalinspektion, den Marschall F o ch gestern ben Botschaftern vorgelegt habe, resümieren unb schließlich zu der s e h r k u r z e nS ch 1 u ß° f olger ung kommen, daß bie Räumung der Kölner Zone nicht erfolgen könne, solange Deutsch- lanb sich nicht mit dem Versailler Vertrag in Regel gesetzt habe. Diese Feststellung, so folgert das Blatt, bestätigt, daß die wesentliche Frage ber Verlängerung der Besetzung noch nicht geregelt, sondern vertagt wurde. Auch bas „3ournal des Debats" bestätigt heute abend, daß hierüber Einigkeit zwischen London unb Paris noch nicht bestehe. Das, Blatt geht sogar weiter und erklärt, daß mam sich über bie Degrünbung unb bie Folgen, die die nicht getreue Erfüllung ber in Artikel 429 et* wähnten Bedingungen nach sich ziehen würden, noch nicht verständigt habe London würde es vorziehen, daß man die flagrante Verfehlung Deutschlands nicht betone, sondern vor allem die Behinderung in den Vordergrund stelle, die bie Kontrollkommission bei der Durchführung ihrer Aufgabe gesunden habe. Das Blatt hofft, daß bis Mittwoch die britische Regierung über die ernsten Ungelegenheiten einer derartigen Begründung nachdenke. , Der .SeinH“ dagegen will wissen, dah keine Meinungsverschiedenheit zwischen London und Paris besteht. Er schreibt: Wir glauben uns nicht zu täuschen, wenn wir erklären, daß sie nicht bestehen oder nicht mehr bestehen. Heber die Räumung der Kölner Zone kann es nur eine einzige Auffassung geben, weil es sich um nichts ander s handelt als darum, ob Deutschland feine Verpflichtungen erfüllt hat, oder ob es in Verzug ist. Man begreift sehr wohl, daß man die Konklusionen des Generalberichts ab- warten will, um endgültig die Verantwortung, bie das Deutsche Reich trifft, feftruftellen. Aber schon heute ist man über die Tatsache unterrichtet, daß Deutschland bie festgelegten Bedingungen nicht erfüllt hat, und daß infolgebeffen die Kölner Zone nicht zur vorgefchricdenen Zeit geräumt werden kann. Nach dem Blatt scheint hinsichtlich des Verfahrens, über das man sich verständigt habe, nichts zu befürchten zu fein. Wenn der Hintergedanke, eventuell mit der deutschen Regierung über ein Kompromiß z u verhandeln. in einigen Kreisen bestanden habe, so scheine jetzt alles zu bestätig?n, daß er keine Aussicht mehr habe, durch ubringen. Aut all F llef2inichtmeh"d'eRede davon das Komprom ßabztftzließen, durch bas b_d Problem ber verz g r en Räumung der Kölner Zone mit b rj n g. n der beschleunigten Räumung des R u h r g e b ' e t s verbunden werbe, *S> nid) Die seigischen und französischen Truppen am 15. 8. 1925 tei ausdrücklich abhängig von der loyalen Erfüllung des Versailler Vertrages und Des Dawesplan ä. die Räumung der Koln.r Zone Hauge ober ab von der Erfüllung allge-- meiner Vciri.agstlaus.ln. Cs handele sich also um zwei grundverschiedene Dinge, die man nicht miteinander verbinden könne, es sei denn, daß man rein politischen Rücksichten das ops rn wAle, was rechtens sei. Das sei aber keineswegs der Fall Sanktionen? London, 28. Dez. (WTB.) Der Beschluß der Alliierten, die Kölner Zone zum 10. Januar nicht zu räumen, w rd von der gesamten Sonn- togspresse eingehend erörtert. Der Pariser Berichterstatter des „S u n d a y E x P r e h" erfährt aus zuverlässiger Quelle, die gestrige Derein- barang der Botschnsterkonferenz sei nur vorläufiger Art. Man besürchte ernstliche Schwierigkeiten für die Zukunft, insbesondere über die Auslegung des Wortes .Verzug". Während Großbritannien, wie verlaute, eine milde Ansicht vertrete, bestehe Frankreich, wie angenommen werde, auf vollständiger Entwaffnung Deutschlands und auf Aufrechterhaltung der rni'.ilär schen Besetzung Kölns bis zur völligen Er üllung d eser Dedinaung. Ein ho' er Beamter im französ scheu A uswä rt gen Amt habe dem Berichterstatter des Blaues mitgeteilt. Frankreich werde sich mit zwei o'.'er drei Inspektionen nicht begnügen. Es vertre.e die Ansicht, daß ein ernster Verzug Deutschlands bestehe, der Sanktionen notwendig mache. Die Furcht vor der Verantwortung. Paris. 29. Dez. (T. A) Vor dem energischen Einspruch der deutschen Presse gegen die Verlängerung der Besetzung Kölns tritt „E r e Nouve 11e" heute früh kleinlaut den Rückzug an. Das Blatt stellt mit großem Nachdruck fest, daß im Grunde genommen die Engländer allein dieDeranttvortung für die Aufrechterhaltung der Seiner Okkupation übernehmen müßten. Tatsächlich liege aber keinerlei Grund vor. die Aeußerung des Anwillens der offi- ziellen deutschen Kreise sehr tragisch zu nehmen. Das Blatt schließt nach Mitteilungen von britischer Seite auf ein Kompromiß, wonach in der Notifizierung gesagt werden wird, daß die Kölner Zone nach Erfüllung Der fünf Bedingungen der Botschafterkonferenz zu einem relativ nahen Zeitpunkte geräumt werden solle. Weiter führt „Ere 2wuvelle" aus, was uns anbelangt, so begreifen wir nicht, welche Vorteile sich für Frankreich aus der unbestimmten Verlängerung der britischen Besetzung ergeben könnte. Wir haben in Köln nur geringsten Einfluß besessen. Die Einrichtung einer Handelskammer wurde uns strittig gemacht. Zur 3ei; der Sonderbündler-Bewegung und des passiven Widerstandes an der Ruhr wurde uns die Besetzung des Schienenstranges der Kölner Zone glatt verweigert. Die Engländer haben in Köln eine intensive Tätigleit entfaltet, die aber nicht immer unseren Interessen entsprach. Mögen daher die Engländer nach Gutdünken in Köln verfahren, wir wollen ihre Anwesenheit weder als einen Erfolg noch ihren Aufbruch als einen Mißerfolg aus- l legen. -Peinliche Veröffentlichungen in Paris. Paris, 27. Dez. (W'TB.) Wie das „Journal Les Debats" mitteilt, hat der Justiz- Minister gegen die nationalistische Zeitung .Eclair" Anllage erhoben, da sie Dokumente veröffentlicht hat, wodurch sie die äußere Sicherheit des Staates gefährde. Es handelt sich um das vor zwei Tagen veröffentlichte Protokoll der Verhandlungen, die Ministerpräsident Herriot mit dem ehemaligen englischen Premierminister Macdonald im Monat Juni in Chequers geführt hat. Ferner hat der Kriegsminister General N o l- let Strafantrag gegen den politischen Redakteur des „Eclair" Emile Büro gestellt wegen Veröffentlichung eines Berichtes, den General Nollet in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der interalliierten Kontrollkommission über die angebliche militärische Organisation Deutschlands im Monat April an «Die interalliierte militärische Kommission in Versailles erstattet hat. Diese Anklage bezieht sich ebensalls auf die Frage der Sicherheit Frankreichs. Am späten Abend hat in den Räumen der Redaktion des nationalistischen Blattes eine Haussuchung stattgefunden. Es sind, wie berichtet wird, einige wichtige Dokumente beschlagnahmt worden. Der Bericht umfaßt beinahe zwei Druckseiten und beschäftigt sich mit Den gesamten Dienststellen der Reichswehr. Der wesentlichste Teil besteht aus einem Anhang, in dem auf die militärischen Reserven, ihre Vorbereitungen und ihre Verwendung hingewiesen wird. Es handelt sich um die bekannten Organisationen, wie Den Grenzschutz, Den Heimatschuh, Den Selbstschutz usw. Das Echo in der Berliner Presse. Berlin. 29. Dez. (LU.) Der Beschluß Der Botschafterlonferenz. die K ö l n er Zo n e entgegen Den klaren Bestimmungen des Versa-Iler Vertrages am 10. Januar nicht zu räumen, erfährt in der gesamten Berliner Presse ohne Ausnahme schärf st e Verurteilung. Allgemein wird von einem neuen Rechtsbruch, von einem weltgeschichtlichen Betrug gelprochen und die Forderung art die deutsche Regierung gerichtet, öffentlich bekannt zu geben, daß die Verbündeten den Vertrag von Versailles zum zweitrnmal gebrochen haben. In den Rechtsbläitern wird von einem Zusammenbruch der deutschen Verständigungs- volitil gesprochen, während ein demokratisches Blatt schreibt, daß die Schwierigkeiten von England uu^getjen, das seinen alten Kriegszwect, Die deutsch. Konkurrenz niederzuschlagen, weiter verfolgt. Aber trotz schärfster Ablehnung tritt ' in 6en Blättern doch eine ruhige Auftai>'ng zutage, was Wohl auf den bei allen Parteien herrschenden Wunsch zurückzuführen ist. i.cutldjc Politik aus der noch immer tzerrtch. >>,. Wahlpsycvofe heraus in ein mehr realistisches Fahrwasser zu leiten. So werden bet ; 8 zwei Möglichkeiten für die Lösung des schwi. - rigen Problems in Erwägung gezogen: 1. Verland ! u n g e n zwischen Deutschland, Frankreich und Engtano mit dem Ziel, daß die MiiertM das Recht Deutschlands auf Räumung aner kennen, aber von deutscher ©eite das Zugeständnis erhalten, über den 10. Januar hinaus bis zum Lage der Ruhrraumung in Köln zu bleiben unter der Bedingung, daß diese Rau mung erheblich früher erfolgt als urwrunglich vorgesehen war. 2. Im Falle eines Scheiterns dieser Verhandlungen die Anwendung der wirtschaftspolitischen Waffe. Man weist darauf hin, daß Deutschland am 10 Januar seine handelspolitische Ar^lhelt zurückgewinnt und die französischen Eisen- und Lextilkontingente von tiefem Tage ab nicht mehr zollfrei nach Deutschland eingefuhrt werden können. Da Deutschland keine anderen Machtmittel besähe, müsse es, so meint man Die ihm zur Verfügung stehende wirtschallspollttsche Waffe anwenden, um sich gegen die dauernde Beunruhigung und Quälerei zu wehren. In der Tat wird auch als vorläufige A.ilwort aus das Ergebnis Der Datschasterkonferenz der sofortige Abbruch Der W i r t s ch a f t s Verhandlungen mit Frankreich und die Nichtratifizierung des de ulsch- englisch enVertrags von mehreren Blattern gefordert. An der Auffassung der deutschen Regie- rungskreise hat sich, wie Die Lelunwn erfahrt, seit dem kürzlichen Interview des Reichskanzlers, Der sich übrigens noch in Sigmarmgen befindet, nichts geändert. Eine etwaige weitere amtliche Kundgebung dürfte auch erst nach Eingang der angelündigten Note der Dotschafterkonferenz er» folgen. Das „Journal de Geneve" gegen Frankreich. Genf, 21. Dez. (WTB.) Das .Journal de Geneve" tonimentiert ausführlich die Aufschiebung der Räumung der Kölner gone. Der Grund für Die Aufschiebung sei nicht die Tatsache, daß Deutschland nicht alle Verpflicht tungen erfüllt habe: es sei selbstverständlich immer leicht, in einem Durcheinander von 440 Artikeln und zahlreichen Anlagen des Versailler Vertraas Bestimmungen zu finden, die von Deutschland nicht treu gehalten wurden, wie man auch eine große Zahl von Bestimmungen finden könne. Die Die Alliierten nicht inne hielten. Der Grund für Die Dichträumung fei in Wahr» heit das Interesse, das die Franzosen haben, daß Köln nicht geräumt wird, fo'angz das Ruhrgebiet nicht geräumt sei, und die Notwendigkeit für Frankreich, ans einem Gebiet nicht früher hinaus- zugehen als aus dem andern. Man möge dies offen erklären, oder, wie die Engländer es wollen. Die Wei- terbesehung als provisorisch bezeichnen, aber nicht mit technischen Schwierigkeiten rechtfertigen. Dann behalte man Die Freiheit, aus Der Zone in jedem Augenblick fortzugehen. Aber wenn man auf dem Versailler Vertrag herumreite, erkläre, daß Deutschland nicht treu seine Verpflichtungen erfülle und nicht hinreichend abrüste, Dann könne überhaupt Die Besetzung Der Kölner Zone solange Dauern, wie Das Bestehen Der Welt. Eine Derartige Politik, Durch Die Frankreich sich in die Zwangslage begebe, fei gerade Lei Herriot unverständlich, denn man könne nicht gleichzeitig entgegengefetzt politische Maßnahmen anwenden. Frankreich könne Die Politik Poin- careß machen, mit Gewalt unter Dem Risiko, Haß zu finden, Garantie und Sicherheit suchen, es könne aber auch eine entgegengesetzte Politik machen und feine Sicherheit in Annäherung und moralis (her Abrüstung finden. Aber man könne nicht gleichzeitig Brutalität und Annäherung der Geister erstreben. Dies hatte, wie Das Blatt behauptet. Der Deutsche Botschafter von Hoesch in diplomatischen Ausdrücken am Quai d'Orsay mitgeteilt. Die französischen Blätter hätten in diesem Schritt eine Erpressung zu sehen versucht. „Uns aber,' so schreibt das Blatt, „erscheint dieser Schritt im Gegenteil als Der einfache Ausdruck der Wahrheit. (Es erscheint angebracht, hierbei zu betonen. Daß Das ..Journal De Geneve" kein deutschfreundliches Blatt ist, sondern daß es während der Kriegsjahre und auch sonst bis heutigen Tages zu Frankreich gehalten hat. Umso bemerkenswerter ist fein Urteil in dieser Frage. D. Red.) Kundgebungen für Ebert. Berlin, 27. Dez. (WTD.) Dem Reichs- Präsidenten ist aus Anlaß des Urt ils im Magdeburger Prozeß eine große F Ne Kundgebungen zug g ingen. Außer den be e ts veröffentlichten Er.lärungen der R e i ch s r e g i e - rung und der preußischen Staatsregierung hat auch das hessische Staats- m i n i ft c c i u m sich dem D schluß d s R'ichs- kabinetts einmütig ang schloss:n und Dem Reichs- präsiDenten sein unerschüttert ches Vertrauen ausgesprochen. Ebenso ist Der Senat Der Freien und Hansestadt Hamburg Der Erklärung Der Reichsregierung in vollem Umfange beigetreten, inDcm er seiner Ueberzeugnng AusDruck gab, Daß Die Feststellungen Des Magd burger Prozesses erneut bewe fen, m t welch vorb Idlicher Treue der g 'gentoärt ge Reichäpräs den» jederzeit dem Vaterland gedient hat. Sehr zahlreich sind auch Die Kundgebungen von führenden Person! Echkeitcn des politischen und wirt- sch ftlichen nZbesvnd i" auch des ge s ig n Lebe s Deuts^rl nds. Auch Privatpersonen, die sich ausdrücklich als rechtsgerichtet bezeichnen, haben an den Reichspräs deuten Zuschriften gerichtet, die gegen Das Urteil Stellung nehmen und den Reichspräsidenten ihres Vertrauens versichern. Mussolinis neues Wahlgesetz. Rom, 28. Dez. (WTD.) Der .Gazetta del , r Jufolge sagte Mussolini einigen fafziftifchen Abgeordneten, Die neue Wah 1 - Vorlage sei keinerlei Kompromiß, fonDern feinet e genen Initiative entsprungen und bilde nur einen -e, c ■ ; des großen Programms, ^a» er im nächsten Jahr verw'rklichen wolle. Die .i ah!.Vorlage werde mit der Opposition, ^oer o' ne > e angenommen w den. E Mullo-- en w denke daher nestie zu unterbreiten. und noch viel weniger denke er Daran, eine solche Amnestie mit gewesen Pacteilrttem zu besprechen. Sieg der albanischen Aufständischen. R o rn, 27. Dez. (WB.) Dach Blättermeldungen sind F a n R o 1 i, der frühere a l b anis ch e Ministerpräsident, und andere Mitglieder seines Kabinetts mit ihren Familien in Brindisi eingetroffen. Das albanische Pcessebureau m Genf veröffentlicht eine Mitteilung, nach der Achmed Zogul ein neues Kabinett geodöet hat. Die Kräfte Fan Nolis sollen zum größten ^eil zu den Rebellen übergegangen sein. D:e Berliner .Mont gspost m Del aus Belgrad: Rach her c ng t of en en Meldungen ist Balo ii a in die Hände Der aufständischen Truppen Ahmed Zoguls gellen. Der Balkan gegen D e Sowjets. Belgrad, 27. Dez. (Wolff.) Der bulgarische Ministerpräsident Zankoff ist gestern hier eingetroffen. Er wurde vom bulgarischen GZandten und Beriretern der Regierung empfangen. Bald nach seiner Ankunft stattete er Pa fit sch, sowie dem Außenminister N i n t s ch i 1 s ch Besuche ab. Nach einer offiziellen Mitteilung wurde von Zankoff die kommunistische Gefahr erörtert u .d ra- ber fest gestellt, daß eine Verständigung zwischen Südjlaoren und Bulgarien bei gutem Willen leicht möglich sei. Wien, 26. Dez. (WB.) Wie die „Neue Freie Presse" au5 Belgrad mel et. sei cs anläßlich de4 Besuches von Zankoff zwischen der bulgarischen und der jugoslawischen Regierung zu ein.em v o l l e n C i n v e r n e h m e n gekommen. Auch seien g e h e i m e B e r t r a g e abgeschlossen wnrde.i. Alle Schwi rigkeiten, die bisher dem Abschluß eines a n t.i bolschewistischen Bündnisses wt eg nstanden, seien überwunden worden. Demgeg.nnver berichten andere Blutter aus Belgvud, man versichere sowohl von jugoslawischer als auch von bulgarischer Seite, daß an den Abschluß eines besonderen Vertrages nicht gedacht werde. Es sei lediglich eine erste Fühlungnahme erfolgt. Aus aller Welt. Hohe Beamte der Preußischen Staatsbank verhaft t. Berlin, 29. Dez. (TA.) Die „Montagspost" meldet: Unter dem Verdacht der -Untreue gegenüber der Preußischen Staatsbank ist gestern Geheimrat Rühe verhaftet worden, der gemeinsam mit Geheimrat Helwig bei der Staatsbank die Kreditgeschäfte mit K u t i s k e r bearbeitete und, wie gemeldet, für einen im Zusammenhang mit der Affäre Ku- üsker gefällten Schiedsspruch ebenso wie Helwig ein Honorar von etwa dreitzigtausend Mark erhalten hat. Allerdings hatten sich beide Beamte vorher der Zustimmung des früheren Präsidenten der Staatsbank, von Dombois, vergewissert. Weiter wurden in Untersuchungshaft genommen: Oberbankinspektor Dlodow, wegen des dringenden Verdachts der passiven Bestechung und das Vorstandsmitglied der aus der Dermögensverwaltungsstelle für Offiziere und Beamte hervorgegangenen Kredit- und Handelsbank A.-G. in Berlin, Dr. M. Feld wegen dringenden Verdachts der aktiven Bestechung. Ferner wurde der abgebaute Inspektor der Staatsbank, Erich Kersten aus Pankow, festgenommen, weil er der Beihilfe dringend verdächtigt ist. In der Nacht zum heutigen Montag wurde die Vernehmung von Beamten Der Staatsbank fortgesetzt. Es besteht Grund zu der Annahme, daß weitere Verhaftungen noch bevorstehen. Das Direktorium des im Zusammenhang mit Der Affäre Kutisker viel genannten alten unD früher sehr angesehenen Breslauer Bankhauses E. v. Stein hat beschlossen. Den Antrag auf Geschästsaufsicht zu stellen. Ueber diesen Antrag wird heute von dem zuständigen Amtsgericht entschieden werden. Der schlesische Haarrmmn. Breslau, 28. Dez. (WTD.) Ueber die Münsterberger Mordaffäre werden noch folgende amtliche Mitteilungen verbreitet: Da Lenke sich die Opfer anscheinend nur aus Kreisen wandernder Handwerksburschen gesucht hat, war es bisher schwer, eine restlose Aufklärung über das grauenvolle Treiben des Massenmörders zu bringen. Aus aufgefunbenen Driesen ist jedoch mit Sicherheit jetzt festgestellt, daß fünf Handwerksburschen ein Opfer von Denke geworden sind, "und zwar: Maschinenbauer Karl Seidel, geboren 1876 im Kreise Sprottau, Ackerkutscher Kaspar Hub al eck, geboren 1870 im Kreise Senftenberg, Konditor Artur S a 1 i s ch, geboren 1855 im Kreise Levb- schütz, Schlosser Herrn. Müller, ohne festen Wohnsitz, Tischlerg seile Heinr. Druch aus Dem Kreise Schönau (Schles.). Es wurden außerdem verschiedene Ausweispapiere gefunden, aus Denen Der Name herausgerissen war, so daß damit zu rechnen ist, daß außer Den fünf oben genannten noch weitere HanDwcr'sbiuschen dem Verbrecher zum Opfer fielen. Weiter wurden von der Po- llzel in der Wohnung des Mörders eine mit Mut besudelte (Säge, mehrere Aexte und ein Hammer beschlagnahmt, die ebenfalls als Mo d- werkzeuge gedient haben. Das Gerücht, daß auch etn 15iäl)r ged Mädchen, das aus Dem Kreise Munsterberg spurlos verschwunden ist, sich unter Öen Obfern befindet, hat sich bisher noch nicht bestätigt. 9 Auch ein Regierungsrat. Der l i n, 27. Dez. Wie die „B. Z." zu der Angelegenheit K u t i S k e r - H o l z m a n n mit- teilt, hat Der Dann verwickelte Helfer Holzmanns und frühere Leiter des Fremdenamts im Der- iner Polizeipräsidium, Regierungsrat Dar- ?1 f x 1 nuF ?lc von ihm angegebene Dank- Verbindung gehabt, sondern noch ein zweites Konto bei der Dank besessen, das in i k 13 000 £.r{ überzogen war. ohne daß von Der ™f Kontoinhaber die Aufforderung Ausgleich bmed Kontos ergangen wäre. IDetter meldet das 'Blatt, daß es bisher nicht gelungen sei, m den Personalakten Dar° tels ieine Ernennung zum Dergrat und zum 1 Konsul festzustellen 0 Schwere Anwetter im Kanal und über England. London, 27. Dez. (WD.) 3m ‘21ermelfanal und in einem großen Teil Großbritanniens tobt cm fürchterlicher Sturm. Mehrere Dampferlinien, Die Den Dienst nach Dem FestlanD versehen, und alle Lustschifffahrtslinien haben Den Berlehr eingestellt. Wo 1- tenbruchartige Regengülse haben be- sonders in Wales große Aeverschwemmungen herbeigeführt. 865 Behälter mit Dynamit explodiert. . Tokio, 27. Dez. (WTD.) Bei einer Ex» plosion, die sich auf einem Schiff im Hafer- von Ot a r u ereignete, kamen mehrer e hundert Personen zu Schaden. Infolge Der Explosion brach auf Dem Schiffe ein großer Brand aus. Die Explosion ist daraus zurückzuführen, daß auf dem Bahnhof ein Behälter mit Dynamit zu Boden fiel, wodurch .£65 Behälter mit Dynamit zur Explosion gebracht wurden. Der Bahnhof geriet in Braud. Mehrere Leichter find gesunken. Die in txr Nähe stehenden Gebäude wurden zum Einsturz gebracht. Nach den bisherigeii Feststellungen wurden 50 Personen getötet, 50 schwer und 280 'leicht verletzt. Sroßfeucr in Smyrna. Paris, 27. Dez. (WD.) Eine Nachrichtenagentur berichtet aus Konstantinopel, in Smyrna sei eine heftige Feuersbrunst ausgcbrochen, die viele Opfer gefordert habe, Einzelheiten fehlen noch. Aus Stadt und Land. Gießen, Den 29. Dezember 1924. fpd. Ein Meteor. In Der Nacht zum zweiten We h lach'sseiertage kurz vor 1 ‘/j Ahr ging in Der Nähe Des Dahnho.es Lauterbach unter blendenDen weihen Lich escheinungen und dumpfen Detonationen ein Meteor nieder. Der Himmelskörper hatte die Richtung vo.i Süden nach Norden. Die Erscheinung wurde auch in Gießen beobachtet. fpd. Wichtige Radioentscheidung. Ein Hausbesitzer hatte einem Mieter, der auf dem Hause eine Antenne angebracht hatte, diese durch- geschnitten, worauf der Mieter auf Herstellung Der Leitung klagte. Das Frankfurter Landgertcht prüfte die Frage, ob der Besitz eines Rundsunk- horers ein Ausfluß des Mietrechtes sei'und verneinte sie. Der Hausbesitzer erhielt also Recht, und zwar mit Dem bemerkenswerten Hinweis Darauf, Daß Die Handlungsweise des Mieters selbst bei bestem Schuh eine erhöhte Dlitzgefahr für das Haus bedeute. -"Neuerung beiderAuflieferung von telegraphifchen Postanweisungen und Zahlkarten. Dom 1. Jan. 1925 an tritt mit Der Ermäßigung Der Gebühren für telegraphische Aufträge des Geldoerkehrs auch eine Vereinfachung des Verfahrens bei der Auflieferung von telegraphischen Postanweisungen und Zahlkarten ein. Für diese SenDungen wird ein besonderer Vordruck eingeführt, der die Postanweisung oder Zahlkarte und das Aeberwei- fungstelegramm vereinigt und der in Den besonders gekennzeichneten Teilen vom Absender auszufüllen ist. Hierdurch fällt die zeitraubende Ausfertigung der Aeberweisungstelegramme Durch Den annehmenden Postbeamten fort. Erläuterungen und Muster für die Ausfertigung des Aeberweisungstelegramms beftnden sich au, der Rückseite des Vordrucks, der zum Preise von 1 Pf. für das Stück an Den Postfchaltern verkäuflich ist. Nicht amtlich hergestellte Vordrucke find unzulässig. ** Christ bäum und Explosionsgefahr. Wenn der Weihnachtsdust das Zimmer füllt, Der würzige, trauliche Tannenduft, der allein schon Weihnachtsfreude ist, dann Denkt wohl kaum jemand daran, Daß dieser süße Duft gleichbeDeutenD ist mit einer Gefahr, nämlich der Explosionsgefahr der trockenen TannennaDeln und Zweige. ®*: Dust, den Die NaDelzweige ausströmen, stammt von flüchtigen wohlriechenden Oelen, die in Form allerkleinster und nur bei mikroskopischer Vergrößerung wahrnehmbarer Tröpfchen in den Nadeln enthalten find. Werben Die NaDeln erhitzt, so sprengen Die Oel- tröpfchen alsbald ihre Zellwände und verbrennen sodann unter Heller Flamme und dem bekannten leisen Krachen, das uns Das Anbrennen eines Christbaumzweiges beim auch gewöhnlich rasch erkennen läßt. Sind aber die Nadeln recht trocken, so kann daS Verbrennen Der Zweige gelegentlich auch böse Explosionen zur Folge haben, nämlich Dann, wenn man, wie es so ost geschieht, Die trockenen Zweige des abgeleerten Christbaumes tm Ofen verbrennt. Denn in diesem Falle verbindet sich der aus Dem Nadelholz entweichende Kohlenwasserstofs mit Dem im Ofeninnern befinDlichen Sauerstoff, worauf Gase entstehen, die, wenn sie sich in größerer Menge bilden, feßr leicht und heftig explodieren. Man verbrenne daher immer nur kleinere Mengen Der trockenen Nadeln oder Zweige auf einmal und schiebe immer erst neues Astwerk nach, wenn Das alte bereits abgebrannt ist. Auch sorge man Dafür, daß beim Verbrennen fein zu starker Lustzug im Ofen herrscht, Da Durch Den Zustrom von Sauerstoff Die Bildung Des Cxplo- fionsgases vermehrt wird. ** Auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt waren aufg trieben: Ochsen 346, Bullen 45, Firsen uni) Kühe 885, Kälber 648, Schafe 381, Schweine 2943. Bornotizen. Tageskalender für Mo n t ag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Mutter, hilf mir". — Astoria-Lichtspiele: „Die Tochter Der Fidschi-Inseln". Wettervoraussage. Zunehmend bewölkt, milder, westliche Winde, regnerisch. Weihuachtsseieru i« Gießen. Die Elsaß-Lothringer. Man berichtet uns: Wie alljährlich, so versammelten sich auch in diesem Jahre wieder, am Sonntag, 20. Dezember, die in Gießen ansässigen Elsaß-Lothringer, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Der lichte Saal des Hotels „Prinz Carl" war von festlich gestimmten Menschen erfüllt; groß und klein war voller Erwartung. And in Der Tat, es war eine Reihie ernst-froher Stunden, die die Gemeinde der durch das gemeinsame Schictsal verbundenen Grenzland- 'eullchen aus Elsaß-Lothringen im Glanze des Eß.'istbaums verbrachte. Ihnen allen, die an öiefem Abend durch Mort. Gesang Musik und Itebefl »•Si 1° : 3 ’7, t Eft«?* s'3"- B'S“ Konen. So w 9ie Ansprach » Stei' am Heiligen söügch eine grcic l'ul Vorsitzenden ;ur Ausgabe Gönnern eine Abend -u ve mit dem Lick anadenbringen $ men und e. uachtsbaum vr Gesangs- und sowie von den voll vorgetrag führungen der fanöen grohen Klub verscho iischm Ausfühl Deihnachismai schenk zum 2Ii eit. ©roß Der goldene Schloßgärtner eu. Deue in unserer boll’ Deihnachli Schriftverlesuni gefangen des 1 grsaNgvereins alte Mibnach am wirkungsv: Schulkinder sei schloß die Fri> t Treis mungsbollen bereitete der Gießen, Innige w unse UnSbSn T über ZriedN?.' SZA 1,6 kÄ ö,e6en, 29u Ar Ve, 1 Hit Heil" unsere gelungenen F Äitgl.edern < Körner, „Der multechafter ' Den Darsteller Walter, um stellung erfteu durch allerhan Pferd, sowie d c Aus 2?. H Sn । Terror in Schultheiß über: „Deuis dein vor D Reinhards Vorträge tnui herein zu c ölten Iaht' ein F'cauenabend , bardshain soll; JO-lein teni der Gemein 'n Harbach hiel 'rag über die" Kindei ^besteht die 2 nrehr solcher ©Ci , Wirbei Md die dieDh Teoethmise ftati £ x-öihre £ ? Kinder evß; ein Büchlein, f o,Deller !?? 'n unserem o Beltershain, 27. Dez. Am 4. Advent 4. Advent । lens Kundiger aufgetrieben worden sein. (Was st v e s p e r I man doch für Schwierigkeiten überwinden muh, fand in unserem K.rchlein eine Chri Stellenangebote} Perfekter Innigen Dank für die warme Teilnahme an unserem großen Leid. Für die Hinterbliebenen: Ph. Brecht. für Rechtsanwalts- buxenu sofort ob. für L Februar gesucht. S chri st l. Angebote mit GebattS'orde- ruuQ unter 104181) an den (Lieh. Anz. losen geschenkt, jedoch weigerten sich die Metzger des Ortes, es zu schlachten. Inzwischen dürfte Wohl anderwärts ein des Schlach- Wir suchen für die hervorragenden Erzeugnisse uns. Jiährmittctf xbrif, die nur zum Teil als Markenartikel in den Handel bringen, tüchtigen Vertreter der nachweislich b. Kolonialwaren- Gronbandel, Einkaufs- Konsum, und Werkekonsnmue' einen bestens ein- geiührt irt. Angeboie mit Referenzen und Nachweis bisheriger Tätigkeit beföroen die Aun.-Exv. Georg Lllendorff, Breslau 1 unter O. Z. 114.[,U‘WD Gut heizb. möbl. Zimmer von Da Vermieter i?lfnbcmifexi sofort gesucht. Dchriftl Angebote inner 02543) an den Gieß. An». t s ch e i k> u n g. r, dec aus dem le. diese durch- Herstellung er LandgeM r» Rundsunk- s sei 'unb ver- 11 also Ml rien Hinweis i Llieterö selbst blihgesahr Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie auf der Kreisstratzc Landesgrenze nördlich Lollar über Gießen. Butzbach. Bad-Aauheim, Friedberg bis zur Landesgrenze südlich Vilbel liegt jt für den betreffenden Bereich bei den Postämtern in Lollar, Gießen, Butzbach,Bad-Aauheim,Friedberg,Aieder- Wöllstadt, Groß-Karben und Vilbel sowie dem Telegraphenamt in Dietzen von heute ab 4 Wochen aus. 10419D Dietzen, 29. Dezember 1924. Telegraphenbauamt. Jungere-intelligente Wagner die Lust haben, sich L Marofferiebnu ein zuarbeiten. stellt ein K irosseileiverk Fritz Römer Heuchelheim, Svezial-W rt ft litte s. modernen Zlarosscricbau. } Mietgesuche Mehrere möbl. Zimmer fof. gesucht. Angeb. unter 914", an Hcrio, Plockür. 5. 10407h Land. Mber 1924. r ^cht zM f» 1'.' 115r .aulerbach Innungen unb ’ niedec. Ser 9 toi LDen >utbe auch in Tüchtige MM s. Kalender fof. tief Näheres Herio, Plockstr. ö. 10395h {*.»'* .Win be. Hemmungen ^^Hlichlen- in ctöbtunh Ordert slleferung anveisun- l. Jan. 1925 an Gebühren für roerlehrs auch i bei der Ausostanweisungen endungen wird der die Post- )os steberwei« er in den be» vom Msenda 2 jcitraubenbt lyStclegrammc ten fort. Sv- MertiQung inben sich au r zum Preise i Postschaltern Mellte Avr° xplosions- duft das Zim' ^annendust. der ft, dann denn ieser sühe Dust chr, nämlich der nnennadeln und idelzweige aus- vohlncchenl«it >r und nur bei wahrnehn^arkr [ten sind.- engen die 0d ie und verbrV ie und dem de» bai 2lnbratM auch gewMstch )ie Nadeln recht !«t ft* so ost 9‘ i * h L» Ä einmal e,9/}ftmCrf nach. ,-ft Auch M- unb . 2943. •ft#** ■bbitti. s^'er Er. &UR = ^lvlge da ./^r"ier ^ruckzu- ^fallet mit ."5 JHyi®» e? 'n -Stiyib >4urz gc. fäp ten» " 'Mer unb Gieße"' gtk- , fcutf* SM uü- 7 >-i 9D ite ®flfl .ftitn®1?1 n 1^1 Sel? tötitiet ,«61,8 reiche Gäbe Freude zu erwecken verstanden haben, fei herzlich Dank gesagt, vor allem aber dem lieben Weihnachtsmann, der durch sein großes Goldlederbuch über alle Sünden unserer Kleinen so gut Bescheid wußte, und der doch keines von ihnen vhn^ Weihnachtsgabe ziehen lieh. In der Herberge zur Heimat. Am heiligen Abend hatten sich etwa 75 fremde Wanderer in der Herberge zur Heimat eingefunden, denen Dank des Entgegenkommens der Gießener Bürgerschaft, vor allem unserer Tabak-Industriellen, der Bäcker- und Metzger-Innung, eine reichliche Bescherung bereitet werden konnte. Heben Gaben verschiedener Art konnte allen eine reichliche Ber» pslegung verabreicht werden. Einige junge (Siebener Damen und Herren verschönten den Abend durch musikalische Darbietungen und Deklamationen. So verlies die Feier in schöner Weiser Die Ansprache hielt Hausvater Loh. Landkreis wichen. Steinbach, 27. Dez. Zum erstenmal am Heiligen Abend fand hier im Saale von Görlgch eine Kinderbescherung statt. Die Freie Turnerschast unter Leitung ihres Vorsitzenden Heinrich A h b a ch hatte es sich zur Ausgabe gemacht, den Eltern, Freunden und Gönnern einen eindrucksvollen und genussreichen Abend zu veranstalten. Die Einleitung begann Mit dem Liede „O, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit, das von vier ’-S men und e.nem Herrn in end unt.r dem Wrih- iwchtsbaum vorgetragen wurde. Es folgten dann Gesangs- und Gedicylvorträge, die von älteren, sowie von den kleinsten Mädchen sehr eindrucks- voll vorgetragen wurden. Die turnerischen Aufführungen der Schüler, sowie der aktiven Turner fanden groben Beifall. Gin Mandolinen- K l u b verschönte den Abend noch mit musikalischen Aufführung?n. Zum Schlüsse brachte der Weihnachtsmann jedem Kinde ein schönes Geschenk zum Andenken an den herrlichen Abend, cu. Großen-Duseck. 26. Dez. Dos Fest der goldenen Hochzeit beging der frühere Schlotzgärtner Christoph Donarius II. cu. Beuern, 26. Dez. A.n 1. F.-iertag fand in unserer vollbefttztcn Kirche eine liturgische Weihnachtsfeier statt, bestehend aus Schriftverlesung und Gesang. Von den Chorgesängen des Doppolquartetts d S Ev. Kirchengesangvereins und der 1. Schulllasse war das alte Weihnachtslied „Glitte Aacht" der Schüler am wirkungsvollsten. Eine Bescherung sämtlicher Schulkinder seitens des G e m e i n d e r a t s be- schloß die Feier. t Treis a. d. L d a, 27. Dez. Einen stimmungsvollen Abschluß der Weihnachtsfciertage bereitete der hiesige Turnverein „Gut Heil" unserer Gemeinde durch einen wohl- gelungenen F a m i l i e n a b e n d, bei dem von Mitgliedern zwei Theaterstücke von Theodor Körner, „Der Rachtwächter" und „Hedwig . in musterhafter Weise vorgeführt wurden. Rächst den Darstellern gebührt auch dem Leiter-, Lehrer Walter, uneingeschränkter Dank. Aach Der Vorstellung erfreute der Turnverein seine Gäste noch durch allerhand Hebungen an Reck, Barren und Pferd, sowie durch einige Reigen der Damenriege. Aus dem Kirchspiel W i r b e r g. 27. Dez. In der »ergangeneit Woche hielt der Pfarrer in Göbelnrod im Saale der Frau Schultheiß einen Lichtbildervortrag Über: „Deutsche Frömmigkeit nach Bildern vor Richter". Ebenso im Schulsal zu Reinhardshain. Im Anschluß an beide Vorträge wurde beschlossen, einen Frauen- verein z u gründen. Auch wurde noch im alten Iahr ein Abend bestimmt, an dem je ein Frauenabend gehalten werden soll. In Reinhardshain solls der 29. und in Göbelnrod der 30. d. Mts. sein. Die Abende werden in den Häusern der Gemeindeglieder abgehalten werden. Auch in Harbach hielt Der Pfarrer Den Lichtbildervor trag über die RichterbilDer im Schulsaale, zuerst vor Den Kindern und Dann vor Der Gemeinde. Es besteht die Absicht, im Laufe des Winters noch mehr solcher Gemeindeabende zu veranstalten. ö W i r b e r g , 27. Dez. Am heiligen Abend fand die diesjöhr gc Chri st vesper in unserem Gebethause statt. Ein Weihnachtsspiel Der Kinder unb ihre Lieder priesen das Christkindlein. Die Kinder erhielten wie alljährlich als Geschenk ein Büchlein. Gießen, den 29. Dezember 1924. 025433 ftatt. Der Gesangverein unter Leitung von Lehrer P e t r i und Die Schulkinder w.r.ten dabei mit Chöre waren gut eingeübt und fanden un- eingeschränkte Anerkennung der ganzen Gerne nbe. ®er Ortspfarrer zeigte am Schluß noch in einer Ltchtb.lderre.he einige Weihnachtsbil^er. Auch Dicfca Iahr soll am Altj ih.sabend in unserem Gottesdienste eine IahreSschlußfeier abgehalien werden. LÄar bach. 27.Dez. Ain 1. Friert-g-b nd fand in un'erer Kirche ein Weihnachtsgotte s d i e n st statt, den Lehrer D u n D t vorbereitet hatte. Unter seiner Leitung wirkte auch der Gesangverein bei der Feier mit. Das Weihnachtsspiel der Kinder, Die Chöre und die ganze Feier erfreuten die Zuhörer, die so zahlreich erschienen waren, daß das Gotteshaus säst zu klein war. Der Ortspsarrer suchte in feiner kurzen Ansprache zum Christkind zu führen. Die Kinder erhielten ein Büchlein als Weihnabtsgabe. * Münster, 27. Dez. Am 1. Feiertag fand hier, wie alljährlich, ein Abendgottesdienst statt. Im Mittelpunkt stand eia schönes, von Kindern aufg.f^hrtes Weihnachtsspiel, das von Gesängen verschiedener Chöre umrahmt war. Eine Bescherung der Kinder schloß sich an. f G rünberg, 27. Dez. Ober-Bessin- gen ist Dein VerbanD Der hiesigen Bezirks- sparkasse beigetreten. Zu Die em Verbände gehören jetzt 40 Ortschaften. — Bei Der Verlosung Der hessischen Sparprämien sinD auf Die Bc - zirkssparkasse Grünberg 21 Prämien entfallen, und zwar 5 zu 100 Mk., 7 ftu 40 Mk., 9 zu 20 Mk. Für Die betreffenden Sparer dürften Dicfc Prämien eine angenehme Weih- nachtsüberra^chung gewesen sein. Kreis ^rieddcrg. Butzbach, 25. Dez. (Wolff.) In Den M e -- guin-Werken fiel ein Stapel Schienen u m und zerschmetterte einem Arbeiter Drn Ar.n. Mrcid Buviiigcn. ]!| Aidda. 29. Dez. (Prw.-Tel) Bei der gestrigen Bürgermeister-Stichwahl erhielt B.g ordn ter Ringshaufen 7 0, se n Gegenkandidat Herrn, ©cum 459 Stimmen. D: - geordneter R i n g s h a u f e n ist alfo zum Bürgermeister uns r.r 6t bt gewählt. Mrctö (smottcn. I Ober-Lais, 27. Dez. Der hiesige Gesangverein „Liederfreund" veranstaltete am Abend des zweiten Weihnachtstages im üjer« füllten Tbeitzschen Saale einen Theaterabend unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Strößinger. Ausgeführt wurden zwei Lustspiele in Darmstädter bzw. Odenwälder Mundart (die z. T. vorzüglich in unseren heim schen Dialekt übertragen wurde), nämlich „Der Oelonomierat", von Iulius Otto Bäcker, eine sehr empfehlenswerte Aeuerscheinung, und „Die Brieftasche", von Räth- lein. Beide Einakter wurden vorzüglich wieder- gegeben und fanden reichen Beifall. Starkenburg unv Nheinhessen. “ Darmstadt, 27. Dez. (Eigener Bericht.) Dieser Tage fand in der Städtischen Akademie sür Tonkunst in Darmstadt die erste staatliche Prüfung für Musiklehrer und Musiklehrerinnen in Hessen statt. Als Staatskommissar führte Pros. Dr. Arnold Mendelssohn den Vorsitz in Der Prüfungskommission. Ihm st an Den zur Seite Musikdirektor W. Schmitt, als Fachvertreter Die Kapellmeister Fr. Rehbock unD W. Hutter, als Vertreter der wissenschaftlichen Fächer Dr. Bodo Wolf und Dr. F. R o a ck. Ss handelt sich hier darum, Privatmusikern Gelegenheit zu geben, Den Befähigungsnachweis für den Musikunterricht zu liefern. Es unterzogen sich Drei Bewerberinnen Der Prüfung für das Klaviersach und bestanden sie mit gutem Erfolg. — In Mörfelden (Kreis Groß-Gerau) wollte Die Gemeinde einen Fasel- eber, Der zur Zucht nicht mehr tauglich war, üerfteigern. Cs wurde aber, weil man nur 40 P f. für das Pfund bot, Der Zuschlag nicht erteilt. Bei einem zweiten Ausschreiben wurden gar nur 22 Pf. geboten. Run schenkte der Gemeinderat das Tier der Fürsorge k o m m i s s i o n, doch lehnte diese es ci b. Daraufhin wurde das Tier den A r b e i t s - Gut möbliertes Zimmer mit clcktr. Licht per sofort gesucht. Schrift!. Sinnetote unter 10401D an den Gieß. Anz. erbeten. Student sucht ab 1. od 15. Januar M. Amick mötil. mit feu. Eina. Off.u 9140änderto, Plockür. 3. [lU406h Fräulein sucht Auaebote unter Nr. 2 24 an Her io, Plockür. 5. [10108h Lehrling gesucht. Schrts liebe Angebote an Carl Pctri,Tabakwaren' aronbandlg. s,2^ Eins., tatkräftige Stütze aitv antcr Kam., Die kochen kann, in Geschäftshaus gesucht. Eintritt baldmöglichst. Schristl. Angebote unter 02543s an den Gien. Änz. erbeten. |Stelfengesuche| Fräulein aus guter Familie iWai-e' DJahrealt, febr finberltcbcnb, t. Naben u Ha «halt erfahr., sucht Stelle An Minbern oder in fleinem Haueihalt. Gutes Zeugnis. Bedingung: Häuslicher .vaiiiiltenauschlntz u. Taschengeld. Oierl. Sin geb. uni. 914s au S«r»o, Plockstr. 5.'^ Vermietungen | Söb" Zimmer eletir. Vicbt, Klavier, mit t oder 2 Betten zu vermieten l >, Nordanlage 1 II Seizb. Rum für Werkstatt oder dergl zu. verm. m!1:i Bergstraße 9 v. bis man solch ein Tierchen an den Mann gebracht hat!) — Bor einigen Wochen ist in Heppenheim an der Bergstraße von dem als gewalttätig bekannten 68jährigen Taglühner Philipp R o d e n h e b e r ein Arbeiter, der mit ihm im gleichen Hause wohnt iritb Baker mehrerer Kinder ist, ohne jcDen Anlaß im Hausflur überfallen und erstochen worden. Wie verlautet, hat die gerichtsärztliche Ülntersuchung ergeben, daß der Täter geisteskrank ist und D c Tat in u-zurechnung fähigem Zu land b g ng n hat. Mainz. 27. Dez. (Wolff.)Einc bayerische Musikkapelle, die unter Der Leitung des Kapellmeisters Heinrich Ahrens aus München im Aovember d. Is. in einem hiesigen Restaurant konzertierte, hatte an einem Aoend dasDeutsch- la n Dli cD gespielt. Der Kapellmeister wurde vom französischen Militärpolizeigericht, wie der „Mainzer Anzeiger" berichtet, wegen Spielens eineS verbotenen Liedes in Abw.s n eit zu drei Monaten Gefängnis und 1003 Mk. Geldstrafe. Der Wirt, weil er daS Spielen des Liedes geduldet hatte, zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Hciscn-Natz'au. -:'r Königsberg (Kr. Biedenkopf l. 26. Dez. Die obere Schulklasse veranstaltete als erste ihre Weihnachtsfeier mit Der Aufführung des Weihnachtsstückes „Die HimmcIS- tür wird offen stehen". Die Feier, Die Dreimal- wiederholt wurde, war jedesmal stark besucht. Dm letzten Abend waren mehrere Gäste von der Universität Gießen anwesend. Die Kinder spielten mit voller Hingebung, jedes mit großer Selbständigkeit und als selbst denkender Mensch. Dr. Spierhacke -Gießen dankte zum Schluß dem Lehrer T a m s ch i ck für den gebotenen Genuß und gab seiner Freude Darüber Ausdruck, daß er in den Kindern einen so guten Grund gelegt habe, der Stadt und Land näher bringt. — Die Klein-Kinderschule beging am ersten Weihnachtstag ihre Weihnachtsfeier in Der überfüllten Kirche. Gedichte wechselten mit Gesang, zuletzt wurde ein Spiel „Weihnachtstraum'' gespielt. Rach der Feier wurden die Kleinen mit Plätzchen und Büchern beschenlt. Die Firmen Rinn u. C l o o s und Mannesmann hakten hierzu einen Betrag gespendet. t Winnen b. Vordeck, 27. Dez. Heute nachmittag starb Dahier nach längerem Leiden im 47. Lebensjahre Pfarrer Balser, Der nur etwas über ein Iahr im hiesigen Kirchspiel gewirkt hat. nachdem er vorher viele Iahre in Münchbausen bei Marburg tätig gewesen war. bl. Aus dem Dill kreis, 27. D'z. Im Vergleich zu Den Vv'j hren, in welch.n Der Ob st bau m zücht nicht das Int'r- ssc ent- geger.g'bracht wurde, welches zur Entto'cklung unseres Kreises erforderlich getocen wäre, kann man hierin im Iahre 1924 einen erfreulichen Fortschr tt feststellen. D s Dilltal und Die Höhen des Westerwaldes s nd jetzt stark mit jung n, krä't gen B:umch n b b ut werden. Die Gründe mögen in D?m t'uren Bezug der W'.re von auswärts in Verb ndung mit Dem genügend vorhandenen Anbauland zu suchm fen Geber hat öAr Herbststurrn viel Schad n angerichlet. fpd. Frankfurt a. M., 28. Dez. Der Verkehr im Frankfurter Hauptbahn- h o f Toar während Der Weihnachtsfeiertagc ein außerordentlich starker und brachte den Eisenbahnkassen sehr erhebliche Einnahmen. Diese betrugen z. D. am Dienstag vor Dem Fest rund 74 000, am Mittwoch 85 000 Mk., sanken aber naturgemäß an Den eigentlichen Feiertagen. Auch Der Durchgangsverkehr wies Riesenziffern auf. Sehr stark hat Der Verkehr aus Dem Rorden nach Der Schweiz und Italien eingesetzt. — Die Drei größten hiesigen Sparkassen haben Die Vereinbarung getroffen, jedem in Frankfurt geborenen Kinde ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 3 Mark zu übergeben. Der Standesbeamte hänoigt Dem Die Geburtsanzeige Bewirkenden einen Gutschein für ein Buch ein, das bei einer der Drei Sparkassen in Empfang genommen werden kann. Bei Den großen Sparkassen werden feit geraumer Zeit wieder in wachsendem Maße Spareinlagen gemacht. Durchschnittlich werden an jedem Tage 25 neue Sparkassenbücher ausgestellt. Die Spareinlagen werden aus allen Kreisen Der Bürgerschaft gemacht, ein Beweis, Daß überall wieder der Sinn fürs Sparen im Erwachen ist. — Die Abwesenheit der Wohnungsinhaber — die herabgelassenen Rolläden gaben davon Kunde — benutzten in Der Rächt zum zweiten Feiertage Einbrecher zu zwei erfolgreichen Woh- nungSeinbrüchen. Die Spitzbuben plüitDci- ten eine Wohnung in der Oberlindau und an Der Bvckenhrimer Anlage nach allen Regeln neuzeitlicher Ginbrecherkunst aus und erbeuteten Dabei sämtliche Siibersachen. Die Kleider und Die Pehe. Der Schaden ist in beiden Fällen außerordentlich groß. Gießener Stadttheater. „Mein Vetter Eduard", Schwank In drei Akten von FriedmannM§rederlch und Robert-. Der es bisher noch nidbt gewußt hak. der hat es an Dem gestrigen Theaterabend lernen können: nämlich, daß eS Machte gibt, die stärker sind alS selbst die unbestechlichue Kritik. Man nehme Den trockensten Kritiker, der 'id* auf treiben läßt, man gebe ihm Die sauertöpfische Miene eines römischen Calo, man Pflanze in feia? Se le einen fanatischen Haß gegen Die leichtferii i:, moderne Schwankprodultion und dann schicke man Den so gepanzerten in Den ..Vetter Eduard' . — und Dann — - ja. wenn ec Dann nicht Doch rettungslos bereits nach hon ersten Szenen ob der altbezwingenden Komik dieses Stückes in ein vollkommen unkritisches, tolles CMäcLtcr auS- bricht. Dann ist er kein Mensch mit menschlichen Eigenschasken. 2llfo natürlich' Erklären wir eS zur Beruhigung unseres kritischen Gewissens laut und vernehmlich. Mit Literatur hat dieser Schwanl nicht Das geringste zu tun. Die Musen wenden sich entsetzt ab von Diesem Erzeugnis. Das eben nichts mehr unb nichts weniger ist als ein mit erstaunlicher Geschicklichkeit gemischtes Gebräu auS sämtlichen, nur irgend möglichen Schwankmotiven. -Sollen wir weiteres über die Handlung verraten? Ich glaube besser nicht. Denn hier würde das „Verraten" an Verrat grenzen. Es ist ja gerade Die Hauptsache. Daß Der Zuschauer, wenn Das Stück beginnt, völlig al: - nungslos über die Handlung ist und l:tl,Lo5 mit- gerissen wird in dieses Chaos von Venvicklung.'n. Rudolf Goll hatte für eine brillante Aufführung Sorge getragen, cs wurde mit allein nötigen Temperament und Feuer gespielt. Zunächst der He.D des Ganzen. Der Vetter Eduard. Dargeftdlt von Julius B a ft c. Dieser bereits sechzehnmal verlobte, mit allen Wassern gewaschene und von allen Hunden gehente Schwere nöter. Der das fabelhafte Talent bat, selbst inenit man e5 gar nicht mehr für möglich hält, doch immer wteder aus die Beine zu fallen, ließ in all seinen verschiedenen Znlarnationcn - als Vetter, als Amcrilaner Rr. 1 unD als Amerikaner Qlr.2 - nichts zu wünschen übrig. Um ihn gruppierter, sich Oie übriger: Der eifersüchtige Generaldirektor Karl Volcks. Der eigentlich an Dem ganzen Rummel schuld ist und Dem Doch endlich die Sache b'Dcnklich über den Kopf wächst: feine ein wenig kokette Frau Marianne lMauf Relf en). Der das Verdienst gebühtt. al» einzige wenigstens rciltr?ifc Die Schliche tf? teuren VctterS zu durchkchauen: Die „fürchi.rl.4- Taute Anita (L u i f e Jüngling) und i(p noch fürchterlicherer ehemaliger Herr Gemahl, de. Mae Hoffmann in einer glänzenden Maske gab; Die allerdings etwas farblose Sekretärin (Guda B a ch f e l D), Die Der Vetter als Lohn seiner edlen Taten zur Vraut erhält, der sormvollendete Standesbeamte Adolf Telekys und endlich last not least - - Der vornehme Diener Des Hauses kHans Kurzhoff). Der immer ahnt, daß „in Diesem Hause etwas nicht ftimmt“ und Der zuletzt auf so Derbe Art Die Bestätigung Diefcr An sicht erhält. Das leider nur mittelmäßig besetzte Ham dankte mit von Akt zu Akt sich steigcrnDem, ftür- Mischern Beifall. — tz Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne VerbinDlichkei'. Dc- Schriftleitung > K. L. Unter Berufung ans das- Redaktion^ geheimnis müssen wir Die Beantwortung Ihrer Frage ablehnen. * — 6nmi nelnncn^tcbieauv SIC fdlelnilüicnb. Mräntertt mit ■niaUeiirntt bereitet. Tufsiva-Vonbons. In eiootbefen und Troaerieu zu Haden. In Giehen oefrimmt erljältL: Pettkan Avotbeke, ß°«.LcWkn G.LA. Derhey Irrnsmiffionslager tötfe. Dell? unö Hienipoiöielöen zu vertan en (S4t>3D Schulftraße 7. MMMLffS AUGUST FÖRSTER Pianos Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründerw Ein neuer Einspännerwagen weil zu schwer auS- gciallen. steht zi>m Berkaus 025427 Annerod, Tiefenweg 31. Altes Blei üblriröbrctu kaust BrühlscheDrackerci •U,D Scvulütk. 7/9. Wärm flaschen ©eien, Herde 1 Sonerörenner. H. Schön Marburger 2träne Tel. 274. 025435 B-Klarirette zu kaufen gefucht. Lchrittl. Slngeboie unter 025422 an den Gieß. An* erbeten. Brieimiirkcii- Sammlung liegen bare raffe zu kaufen gesucht.'Ingebote m. Angabe des Inhalts, Ltückzabl und Preis erbeien.$lommec3t(. sofort zur Anncht. ErnstWenzel BrlefnarkeBhaiii! Frankfurt am M. Zchltterplatz 7. ee •*•******* Damen-Kopf- waschen mit elcftr. Trocken- avpar-neu. Frine- ten n. 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Ebenso fr 6cm einen Ein Ehrgefühl und gestürzten W lich dadurch zu feind zum ' man diesen Cßi man dem deu teiischen" Leit Träger des f' Franzose, bett materiell die Deutschlands schen verschärf Ueberwachung geheimnisvolle Darunter find die für alle E schen Deiches’ an der Destg Deutschland ei careschule frai stoß zur Eck zweckmäßig er bilen gleir ßdjlagiDoti fdji und Ruhrman Daß der Dölke betrifft, nicht adresse Fr die Abweisung bolitik im vaa französische Re Haupt hat die vundsrates in hüllt, und mai streut, der üoc Senf lag und in uunst benebelte Völkerbund, n Nordamerika Grundlage P Mcht? seh^. ovd, solange in?Milkl n Genf einen M das Rech K»-.«- idca N l« 'nicht bei Aussichten auf > Der Doller be.r Dvlke S«rt.JmA DZ KZ -ermenge echs, ,'b nach 'm LEuroLZ N„Ule.örere » 'hre S Ä£rl |3« Silvester empfehlen wir: Iw Steter-Feisr empfehle Weißweine Kotweine Schaumweine Punschessenzen faum Arrak Liköre Weinbrände Ferner alle möglichen Feinkostwaren in bekannter bester Qualität preiswert 10399a Heinrich Driesch Seitersweg 70. 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CS verlautete im Herbst 1924, daß gewisse Hindernisse. die Dem Eintritt des Deutschen Reiches in den Völkerbund bisher entgegenstanden, beseitigt seien. Man scheint Dee formalen Anerkennung unseres Großmachtrangs keine Schwierigkeiten^ machen und uns einen ständigen Rats- fitz einräumen zu wollen. Auch kommt eine erneute Anerkennung des vielfachen uns seit Versailles angetanen Llnrechts nicht in Frage; wir brauchen unsere Proteste nicht zurückzuziehen. Jedoch damit wäre erst der kleinere Teil der Bedenken gegen einen Beitritt zum Völkerbund weggeräumt. Durch unseren Beitritt wird dieses Rumps- varlament der Menschheit, dem immer noch nicht Rußland und die Vereinigten Staaten angehören, keineswegs aufhören, ein Machtinstrument der französischen und der britischen Politik zu sein, die ihre Kompromisse hinter geschlossenen Türen vereinbaren und die schwächeren Staaten dabei als Kompensations- nbjekte verwenden. Wir brauchen, um die hohnvolle Parteilichkeit des Genfer Intrigenzentrums zu beweisen, nicht bis in die Tage der oberschle- fischen Entscheidung zurückzuschweifen, die der ..mitverantwortliche" Lloyd George erst vor kurzem wieder ein »zum Himmel stinkendes Unrecht" genannt hat. Die allerletzten Wochen zeig- len die angebliche Menschheitsorganisation ihren gehässigen Ueberlieferungen treu. 3m Dezember 1924 ernannte der Völkerbund die Ausschüsse, die die Ohnmacht der besiegten Staaten durch Ueber- wachung ihrer militärischen Knebelung verewigen sollen. Man nahm Abstand davon, über die Bulgaren als Harrptkontrolleur einen Serben zu setzen und gab ihnen statt dessen einen neutralen Schweden. Ebenso den Ungarn keinen Rumänen, sondern einen Engländer. Man scheute sich also, das Ehrgefühl und den Lebenswillen der ins Unglück gestürzten Völker für unabsehbare Zeit unerträglich dadurch zu reizen, dah man ihnen den Erbfeind zum Oberaufseher gab. Aber was man diesen Völkern ersparte, gerade das mutete man dem deutschen Volk zu. Mit der ^unparteiischen" Leitung der Ueberwachung wurde ein Träger des feindlichen Vernichtungswillens, ein Franzose, betraut. Damit nicht genug, wurde auch materiell die A r t der Völkcrbundsüberwachung Deutschlands ganz nach den französischen Wünschen verschärft und insbesondere in die künftige Ueberwachung des Rheinlandes der Faktor der geheimnisvollen „stabilen Clemente" eingeführt. Darunter sind ständige Organe zu verstehen, die für alle Ewigkeit die Souveränität des Deutschen Reiches nicht nur zentral, sondern auch lokal, an der Westgrenze beschränken dürfen. Sollte sich Deutschland einmal so weit erholen, dah die Poin- careschule französischer Politiker einen neuen Vorstoß zur Schwächung des Rachbarlandes für zweckmäßig erachten, dann sollen wohl die „st a - bilen Elemente" (man muß sich dies neuste Schlagwort schon merkenI) für neue separatistische und Ruhrmanöver die Ausgangsfläche bieten. Dah der Völkerbund auch sonst, was Deutschland betrifft, nicht viel mehr ist als eine Deck- adresse Frankreichs, zeigte so nebenbei die Abweisung der Beschwerde über die Schulpolitik im Saarland, wo 5000 deutsche Kinder in französische Regierungsschulen gelockt sind. Ueber- haupt hat die winterliche Tagung des Völkerbundsrates in Rom die kahle Wirklichkeit enthüllt, und manchen goldenen Phrasennebel zerstreut, der über der Herbstvollversammlung in Genf lag und inanchem Deutschen die gesunde Vernunft benebelte. Das bestreitet niemand, dah dem Völkerbund, namentlich solange Rußland und Rordamerika draußen stehen, die elementare Grundlage eines Gleichgewichts der Mächte fehlt, und dah insbesondere Deutschland, solange es selbst ohnmächtig bleibt, nicht an eine erquickliche Stellung denken darf. Cs wird in Genf einen steten Kampf zu führen haben, um das Recht gegen d i e Macht durchzu- sehen. Die ideale Schönheit eines solchen Kampfes sei nicht bestritten, aber wie steht es mit den Aussichten auf Erfolg? Der Völkerbund wird die Entwicklungen der Dölkerwelt Widerspiegeln, solange er existiert. 3m Vordergrund wird immer der Kampf derjenigen Völker stehen, die sich zur Freiheit und Selbstregierung berufen, aber von fremden Beherrschern bedrückt fühlen. Das Ratio nalt- tätenprinzip , das im 19. Jahrhundert Europa umgestaltete, hat heute in verschiedenem Grad, aber überall zunehmend die gewaltige Völkermenge erfaßt, die von China und 3ndien bis nach Marokko herüber auf dem Weg zur Europäisierung steht. Aber der Weltkrieg hat auch mehrere europäische Völker in diese Klasse der um ihre Selbständigkeit ringenden Völker zurückgeschleudert, allen voran das deutsche D o l k s t u m , von dem fast ein Drittel außerhalb der heutigen Reichsgrenzen leben muh und dessen Mutterland in Fesseln liegt. Den Völkerbundsmitgliedern dieser Klasse bietet der Völkerbund unter ilmftänöcn die Platttarm für charaktervolle und mutige Proteste, wie die moralische Wirkung des Auftretens LI n g a r n s in der letzten Vollversammlung gezeigt hat. Freilich, als kürzlich Aegypten, „vollberechtigtes" Mitglied des Völkerbundes, seine Streitfrage mit England, die sich wie kaum eine zweite für ein überstaatliches Tribunal eignete, an den Völkerbund ziehen wollte, hat ein schroffes Rein Englands diesen Weg versperrt und das Diktat des Herrschers, der über die größere Kraft der Kanonen verfügt, an die Stelle des Schiedsspruchs gesetzt. Trotzdem Aehnliches immer wieder erwartet werden muß, dürfte Deutschland doch durch sein Schicksal berufen sein, schon als Anwalt seiner abgetrennten Volkstumssplitter, den Kampf im Rahmen des Völkerbundes aufzunehmen. Als größtes Kulturland in dieser benachteiligten Döl- kcrgruppe, welche die Mehrheit der Menschheit, wenn auch nicht der Machtmittel, umfaßt, muh bas deutsche Volk, wenn es seine Aufgabe richtig ersaßt, vorbildlich werden für die Teile der Menschheit, die im Schatten leben. Daneben hat Deutschland auch seinen Anspruch anzumelden, bei der Verwaltung jener dritten Kategorie von Erdgebieten, welche tropischeErzeugungs- gebiete mit unmündigen Bevölkerungen umfaßt, Bevölkerungen, die ntcht wie die asiattschcn und nordafrikanischen zur eigenen Staatlichkeit heranreisen, mitbeteiligt zu fein. lieber diese Gebiete soll ja der Völkerbund durch sein Mandatsystem zum Rutzen der verwaltenden wie der verwalteten Teile verfügen. Die Frage, ob Deutschland in den Völkerbund eintreten soll oder nicht, kann weder mit einem einfachen 3a noch einem einfachen Rein beantwortet werden. Cs hängt alles von dem Takt, von dem Gei st der Persönlichkeiten ab, welche Deutschland dort vertreten würden. Bei ungeschickter Vertretung würde der Völkerbund nur eine Fessel mehr für Deutschland als Beutegegenstand der We.'therrscher sein. Werden dagegen die richtigen Methoden gefunden. so bleiben zwar schwere, bittere Erfahrungen sicher nicht aus, und wir werden gleich den andern Völkern „unserer" Gruppe weit von dem ruhig gesicherten Dasein etwa Hollands oder der Schweiz abstehen. Aber es würde uns doch nicht unmöglich sein, den so viel mißbrauchten Idealen der Menschheitsorganisation und Menschheitssolidarität dann und wann zu einem bescheidenen Anfangserfolg zu verhelfen, ohne daß wir unser Hauptziel, die Wiedergesundung unseresDolkstums aus den Augen verlieren. Schwarz-rot-gold und blau-weiß-rot. Nachdem die Wogen des Wahlkampfes fich wieder geglättet haben und man von einer sachlich vorgetragenen Meinung auch erwarten darf, daß sie sachlich aufgefaßt wird, geben wir folgender Zuschrift aus unserem Leserkreis um so lieber Raum, als auch wir in der Politisierung der Jugend eine große Gefahr für die Eharakterisierung dieser Jugend selbst sehen. ES bedarf keiner besonderen Betonung, daß sich dieser ernste Appell an die Jugend und ihre Führer aller Parteien und aller Stände wendet und von a l l e n, die eS angeht, beherzigt werden sollte. D. Red. Es ist durchaus kein Druckfehler, ich meine bl au-weiß-rot, picht schwarz-weiß-rot! Zum Vergleich mit der alten Reichsfahne konnte das Banner schwarz-rot-gold der alten Burschenschaften schmerzlos herangezogen werden. Unsere neuen Reichsfarben haben mit den zwei alten Fahnen gleich wenig zu tun. Ich habe einen alten „Freischärler" gekannt, der zwischen 80 und 90 Jahren voll Stolz sein Konterfei in der Uniform des signifer manipuli der 48er Jahre an seine jungen Freunde verteilte. Am Sedanstag wehte von seinem Haus die alte schwarz-rot-goldene Fahne im schönen Verein mit den Farben des neuen Reiches. Wer würde heute die Geschmacklosigkeit begehen wollen, mit den Fahnen des alten und des neuen Deutschlands zugleich zu flaggen? In der Idee haben die alten Farben mit unserer neuen Fahne eben durchaus gar nicht das geringste mehr gemein. Auch wenn jede geschichtliche Einsicht uns fehlt, sollten wir dies ganz naiv erkennen. Viel näher verwandt ist nach Ursprung und Inhalt unserer republikanischen Flagge die französische Trikolore. Erhoben in bewußter Betonung des Gegensatzes zu allem Gewesenen, aus der Erkenntnis heraus, daß die alten Farben nicht willens und nicht fähig waren, das Reue, wie es im Chaos des Entstehens sich darbot, zu decken. Aus der gewollten Adder Sucht des Revolutionierenden heraus, alles, aber auch alles vor allem einmal „anders" zu machen. So hat die Trikolore die weiße Fahne der Monarchie überwältigt, wie bei uns das Schwarz-rot-gold die alten Reichsfarben. Die Trikolore hat sich durch alle Wandlungen der französischen inneren Politik hindurch behauptet, die französische Republik ist nach Kaiserreichen und Königreichen immer wieder neu erstanden und wir fragen uns heute, wie das begründet ist. Die Gegnerschaft gegen diese Republik, die im Gegensatz zu einer großen Zahl des französischen Volkes geschaffen und erhalten worden ist, sie war bitterer, leidenschaftlicher als alles, dessen wir deutschen Gemüter überhaupt fähig sind. Wodurch also ist sie am Leben erhalten worden? Durch den nationalen Stolz der Franzosen! Die französisch' R v"bllk war gerettet in dem Augenblick, da bas Ausland sich einzumischen und ,te zu vek^mp.en begann. Von diesem Augenblick an war diese Republik für jeden Franzosen eine französische Rationalangelegenheit, so bitter er sie vorher vielleicht bekämpft hatte. Das damalige Banner blau-weiß-rot hat sich nicht mit der dreifarbigen Kokarde begnügt: der wahre Pattiot trug blau-weiß-rote Hosen! Aber — und hier kommt der grundsätzliche Unterschied zu unserem Schutz der Republik — diese dreifarbigen Hosen setzten sich in geschlossener Front nach der Grenze zu in Bewegung und sicherten vor allem ihr Vaterland. Darum ist diese Republik am Leben geblieben, weil die ftanzösischen Machthaber jeder parteilichen Schattierung die eine große Linie zu bewahren wußten di? da heißt: nationale Verteidigung. Und weil ihre staatsmännische Einsicht einen Widerhall fand in der Seele eines jeden Franzosen, darum konnten sie, ttotz der fürchterlichen inneren Parteiungen, die neue Republik zu einer so festgefügten Einheit zusammenschweihen. daß nichts und niemand sie hat auf die Dauer zerstören können. In der klaren Erkenntnis, dah ein Staat nur dann sich behaupten kann, er nenne sich wie er wolle, wenn er fähig und gewillt ist. sich nach außen hin durchzusetzen, haben sie dem ftanzösischen Volle eine gemeinsame Idee gegeben, eine Idee, die heute noch so wirksam ist. daß wir die Trikolore am deutschen Rhein flattern sehen: Blcm-weiß-rot! Utrd nun zu uns. Auch wir haben es für nötig gefunden, innerhalb unseres StaalSge- bildes einen Stoßtrupp zum ganz besonderen Schutz unserer Republik zu begründen. Mit der ganzen politischen Einsicht des Deutschen haben wir damit unser Volk glücklich in zwei getrennte Hälften zerlegt: in Republikaner erster und zweiter Ordnung! Eine gemeinsame Idee vermögen wir nicht auszubringen. Die aus dem Gewesenen gebliebenen, noch lebensfähigen Kräfte glauben wir überwinden und niederhalten zu können, indem wir sie ablehnen. Wir haben nicht Zeit, abzuwarten, bis die Treue sich umgestellt hat, bis das „Vaterland" an sich all diese alte Treue aufgesogen hat. Bewußt wenden wir uns von jeder geschichtlichen Erkenntnis ab. Die republikanische Elite besteht aus Pazifisten, die jeden Gedanken an Verteidigungskämpfe nach außen ertränken in internationalem Idealismus. Was sie unter dem Schutz der Republik eigentlich verstehen — ich will eS nicht ahnen! Die Jugend aller Parteien, die noch alles zu lernen hat und die, im Krieg ohne väterliche Autorität aufgewachsen, so dringend der Erziehung bedarf, diese Jugend sehen wir zu einer Wich'.igtucrei erzogen, die nachgerade bcdenllich stimmt. Als wir achtzehn Jahre alt waren, hatten wir zu schweigen, wenn ältere Leute redeten. Jeder wußte und wir selber wußten, daß wir bei den Geschicken unseres Staates nicht mitzureden hatten. Der Gedanke allein, wir wollten uns in Wahlversammlungen einmischen, wäre lachhaft gewesen. Heute ist es die OugenD, die Beifall und Mißfallen gröhlt! Auf Kommando natürlich. Ich meine, es ist Zeil, daß wir damit aufräumen. Den Staat zu lenken, sind die Männer aller Parteien berufen, wenn die Jugend zuhören und lernen will, so ist sie willkommen — mitzureden hat sie nicht. S. Das Jahr 1924 in seiner Bedeutung für Deutschlands Flugwesen Don Hauptmann a. D. Schreiber. II. Hand in Hand mit unserer Luftfahrzeug- Industrie hat sich die nicht minder strebsame, opferfreudige und erfolgreiche Gruppe der Luftverkehrsunternehmungen weiter entwickelt. Rach wie vor teilten fich 1924 in den deutschen Luftpoftverkehr die beiden miteinander konkurrierenden Lu tverkchrs'onzer ie der Deutschen Aero-Lloyd A-G. und Junkers Luftverkehr A.-G. Mit staatlicher Unter» stühung wurden die großen Haüptlinien: London—Amsterdam—Hannover—Berlin und Rotier- dam—Amsterdam—Bremen-Hamburg — Kopenhagen und Malmö, sowie Berlin—Danzig- Königsberg—Moskau und außerdem Memel— Riga—Helsingfors beflogen. Für den Ferndienst auf diesen Strecken waren Dornier-, Fokker-, Junkers- und Udet-Derkehrs- bzw. Zubringer- Limousinen in den Dienst gestellt worden, von denen meist jede Maschine durchschnittlich fünf bis sechs Fluggäste zu befördern imstande ist und nach einem den wichtigsten Eisenbahn- Durchgangszügen angepaßien Anschluß-Flugplan verkehrte. Im Winter sind natürlich einige Linien, die nicht von besonderer Bedeutung sind, ausgefallen. Mit der in diesem Jahre von der von deutscher Seite gegründeten Trans-Europa-Union ins Leben gerufenen Fluglinie Berlin—München—Genf über Zürich und Berlin-Budapest über Wien hat somit zum ersten Male ein umfangreicher internationaler Luftverkehr über größere Strecken stattgefunden, dessen Wirtschaftlichkeit aussichtsvoller war. als die aller bisher beflogenen kurzen innerstaatlichen Linien. Daß sich Deutschland daran in so hohem Maße zu beteiligen vermochte, spricht in erfreulicher Weise für seine Leistungsfähigkeit und Eignung, wozu feine geographisch günstige Lage als ,.Herzstück Europas" selbstverständlich erheblich beiträgt. Aus diesem Grunde fürchtet man besonders jenseits der Dc>gesen die deutsche Konkurrenz, was schon daraus hervorgeht, daß man sich nicht scheute, kürzlich gerade diese Luftverkehrslinie als „deutsche Luftrüstung" zu bezeichnen, nur weil man wieder einmal Stoff nötig hatte, um die Forderungen nach französischer Luftrüstung als berechtig! hinzustellen und man außerdem dieses Unternehmen als lästigen Konkurrenten der Franco Roumaine. welche die Strecke Straßburg-Prag—Warschau betreibt, empfand. Vornehmlich zur Unterstützung dieser französischen Luftverkehrsgesellschaft, die seit längerem unter ständiger Verletzung unserer Lufthoheit einen regelmäßigen Luftdienst über deutschen Boden hinwegführt, macht sich wieder seit einiger Zeit in der Pariser Presse eine anmaßende Propaganda und Hetze gegen Deutschland bemerkbar, auf die wir nicht genug aufmerksam machen können. Ueber das Ansehen von Frankreichs Luftfahrt wachen eben mit eifersüchtigen Blicken seine militärische und zivile Fliegeret und deren Presse. Die Methoden allerdings, mit denen man sich unangenehmer Gegner und Wettbewerber zu entledigen sucht, lassen unverhüllt durchblicken, daß jedes Mittel recht ist, wenn es gilt, französische Luftsahrtinterefsen vor Rieder- lagen oder peinlichen Zuständeii zu bewahren. Erinnert sei hier nur an die plötzliche Abreise der französischen Teilnehmer anläßlich der Prager Interra io a c.i £uf saft lau. fiel u g ctt'gesu denen Flugveranstaltung. bei der iid) Die Franzosen durch die Leistungen der deutschen Flugzeugführer auf ihren ausgezeichneten Kleinflugzeugen in den Schatten gestellt sahen. Der im Jahre 1924 erstmalig eingerichtete R a ch t f l u g v e r k e h r auf der Strecke Berlin Warnemünde-Stockholm stellte lediglich einen Versuch dar und sollte dazu dienen, für 1925 die nötigen Erfahrungen zu sammeln, um einen planmäßigen Rachtverkehr cinrichten zu können. Die diesjährigen Rachtflugversuche auf dieser Linie befriedigten hinsichtlich der Wtrtschastlich' feit und Betriebssicherheit durchaus. D>e Aus sichten für die Entwicklung der Rachtfliegerei im nächsten Jähr sind daher denkbar günstig und es ist anzunehmen, daß Deutschland seine führende Stellung im internationalen Luftverkehr durch tatkräftige Weiterarbeit zu behaupten und befestigen weiß. 3m Interesse dieser Entwicklung liegt für Deutschland gleichzeitig die unumgängliche Rot- wendigkeit, seine Bodenorganisativnen und Flughäfen rechtzeitig den Erfordernissen entsprechend auszubauen: daß es hier auf dem besten Wege ist. beweisen die heute schon vorbildlichen Anlagen in Bremen, Stettin. München und vor allem die des Zentralflughafens Der- lin-Tempelhof. Zum Schluffe noch einige Worte über das Segelflugwesen. Die Weitersorderung dieses von Deutschland zuerst mit großen Erfolgen aufgenommenen Sportes zur wissenschaftlichen Erforschung des Flugwesens, zur Konstruktion von Kleinflugzeugen mit Leichtmotoren und nicht zuletzt zur Ertüchtigung unserer gereiften Jugend ist für nächstes Jahr durch die reich ausgestatte- ten Veranstaltungen der Rhön-Rossitten- Fluggesellschaft bereits sichergestellt. Deutschland kann wahrlich stolz fein auf die bisherigen Leistungen feiner Söhne gerade auf diesem Gebiete! Sie sind zu bekannt, als dah hier im einzelnen noch einmal zurückgelommen werden mühte. Auf Grund der angestellten Betrachtungen sind die Ausblicke für unsere Zivilluftfahrt keineswegs trüb. Die Kurve des Barogramms zeigt deutlich aufwärts. Hoffentlich kann der Staat auch in Zukunft seine Unterftütjung zuteil werden lassen, und hoffentlich wird von deutschem Unter- nehmergeist wenigstens ein Teil dessen erreicht, ws in all’ den technischen und lustpolitischen Anfängen und Plänen steckt. So kann man mit Recht auf den Verlauf des im nächsten Jahre im Vordergründe stehenden ..Deutschen Rund- flugs 1925", des ersten gröberen flugsportlichen Ereignisses mit Motorflugzeugen seit Kriegsbeginn. gespannt sein. Als besonders glück- verheihendes Zeichen erstrahlt am Hori ont immer wieder die erste transatlantische Zielfahrt des L. Z. 126, dieses herrlichen Werkes deutscher Technik. Möge sie den Anfang eines neuen Drrkehrs- zeitalters einleiten! Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im November. Seit nahezu zwei Jahren ist im Rovernber zum ersten Mal wieder, nachdem am 22. Oktober d. Is. sämtliche Zollstellen des besetzten Gebietes wieder in deutsche Verwaltung übernommen worden sind, aus dem getarnten deutschen Wirtschasts- gebiet statistisches Material angefallen und zur Verarbeitung gekommen. Soweit sich jedoch übersehen läßt, ist im Rovernber der Eingang des statistischen Materials, insbesondere der Ausfuhr- anmeldescheine. unregelmäßig und unvollständig gewesen. Dies dürste darauf zurückzuführen sein, dah sowohl die Zoll- als auch die Dahnstellen im besetzten Gebiet, die nach fast zweijähriger Zwischenpause neu beseht worden sind, sich noch nicht vollständig eingearbeitet haben. Es wird sich deshalb empfehlen, auch die nachstehenden Zahlen mit Vorbehalt aufzunehmen. Da Anlah zu der Annahme besteht, daß die E.nfuhr in das besetzte Gebiet verhältnismäßig vollständiger als die Ausfuhr aus dem besetzten Gebiet ersaht ist. dürften die Zahlen auch nicht gestatten, eine einwandfreie Mvnatsbilanz des Außenhartdels zu ziehen. Es betrug (nach Gegenwartswerten in 1000 Reichsmark) die Einfuhr im Rovernber 1048 317, die Ausfuhr 643461, gegenüber Oktober 855 606 bzw. 611 847. Bei der Einfuhr ist im Rovernber gegenüber dem Vormonat eine weitere erhebliche Steigerung (um 192,7 Millionen R.-M.) festzustellen. Auch die Ausfuhr zeigt eine Zunahme (um 31,6 Mill. R.-M). Die Einfuhr übersteigt im Rovernber nominal den Monatsdurchschnitt 1913 ( 933,8 Mill. R.-M): auf Grund der Dorkriegswerte beträgt sie 80,5 v. H. des Monatsdurchschnitts 1913, die Ausfuhr bat bei weitem noch nicht wieder diesen Stand erreicht. Sie beträgt aut Grund der Dorkriegs- werte 59,2 v. H. des Monatsdurchschnitts 1913. Die Cinfuhrsteigerung gegenüber dem Vormonat erstreckt sich hauptsächlich aut Lebensmittel und Getränke (um 84,6 Mill R.-M.I Rohstoffe und Halbfertigwaren (um 81.1 Mlll. R -M.) und Fertigwaren (um 21,5 Mill. R.-M ). D.e Ausfuhrsteigerung verteilt sich gleichmäßig auf Lebensmittel und Getränke, Rohstoffe und Fertigwaren. Vom Arbeitsmarkt. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat in den letzten Wochen zweifellos eine Erleichterung erfahren. Bei genauerem Zusehen findet man aber, daß die Besserung der Arbeitsmarktlage nicht ganz ohne Kritik betrachtet werden kann. So ergibt sich z. B bei fast allen Gewerben übereinstimmend. daß von der besseren Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt in der Hauptsache nur gelernte Facharbeiter haben Ruhen ziehen können, während das Angebot an ungelernten Arbeitskräften in der Regel die Rachfrage nach wie vor bei weitem übersteigt. Ebenso läßt sich feft- ftellen, daß von der besseren Beschäftigung in erster Linie die Saisonbetriebe Ruhen ziehen konnten. Besonders das Weihnachtsgeschäft hat fich bei vielen Gewerben günstig bemerkbar gemacht. So war z. D. die Rachlrage nach Verkäuferinnen sehr groß: ebenfalls wurden bis vor kurzem noch stark verlangt Arbeitskräfte aus der Rahrungsmittel-Induftrie, sowie aus manchen Luxusgewerben, die in der Hauptsache für Weihnachtsbedarf arbeiteten. In gewissem Grade kann man zu den Saisongewerben auch noch das Baugewerbe rechnen, dessen Beschäftigungsgrad von der milden Witterung günstig beeinflußt wird und bet dem der allgemeine Optimismus hinsichtlich einer kommenden Bau- konjunktur in der Rachfrage nach Acbeits- fräften jetzt schon zum Ausdruck kommt. Es läßt sich jedoch bereits jetzt erkennen, daß mit tem Weihnachtsfest manche Beschäftigungs.nög« lichkeit aufhören wird. So z. D. übertoieaen in T,Th"iÜ l1 li11111U!111111111111111II111e ausdauernde Bummelfahrt auf oft gefährlichen Wegen zu unternehmen. Er war nn 45uri)uon. dem .übriggebliebenen ©arten“ in ß ^tarenftabi und beim Pienisong im west- h*cn 66tneknvicrkt mit txm jüngevm H-rr-n Qu6 Dem Gesandtschaftsquartier Stammgast ac- • cn und hotte auch die kleinen Lasterhöhlen m ter Ratze des Wassertors nicht verschmäht. -V genug war er erst in der Frühe nach Hause gefommen und trotzdem frisch und pünktlich im --'icnHc getoeje. Er konnte mit seiner robusten Gesundheit prahlen- Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Montag, den 29. Dezember: 4.30 bis 6 Uhr: Rundfunknachmittag in Musik und Wort, 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen, 6 bis 6.30: Die Lesestunde „Die Novelle" von Goethe, 6.30 Uhr: Vortrag von Adolf Stahk „Weihnachten", 7 Uhr: Die Besprechung (literarischer Teil), 7.30 Uhr: Funkhochschule: Vortrag von Paul Bekker „Musikgeschichtliche Wandlungen" (ein Ueberblick über die Geschichte der Musik von den Anfängen bis zur Gegenwart). Dritter Vortrag: „Das erste christliche Jahrtausend". Musik und Sprache. 'Kultische und profane Musik. Der gregorianische Gesang. 8 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr: „Tatterich". Lokalposse von Fr. Niebergall (Darstellung einzelner- Szenen). Mitwirkende: Lene Obermeher, Hans Nerking, Theodor Volkmar. Karl Luleh (sämtlich vom Frankfurter Schauspielhaus). Alfred Mainzer (vorn Neuen Theater Frankfurt). - Das Hausorchester. 9.30 Uhr: Nachrichten, Wettermeldung. Sportbericht. 9.55 Uhr: Zeitvorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten Der Hausfrau. 10 Uhr: Zeitangabe. 10—11 Uhr: Romantiker-Abend des Hausorchesters. Dienstag, den 30. Dezember: 11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr: Rundfunknachmittag in Musik und Wort. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 Uhr: Der Briefkasten. 7 Uhr: Uebertragung aus Dem Frankfurter Opernhaus: „Der Troubadour", Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi. Text von Cammerano. Deutsch von H. Proch. Anschließend Nachrichten, Wettermeldung, Spvrtber. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 30. Dez., nachm. 21/y Uhr: Das Waldmännlein: abends 6 Uhr: Sie Frau ohne Schatten. Mittwoch, 31., 3 Uhr: Das Waldmännlein; abends 6' -Uhr: Die Fledermaus. 1. Ionuar, nachm. 3 Ühr: Das Waldmännlein: abeiids 6V2 Uhr: Tannhäuser. 2., abends 71/2 Uhr: Der Barbier von Sevilla. 3., nachm. 3 Uhr: Das Waldmännlein; abends 7 Uhr: Pique Dame. — Schauspielhaus. Dienstag, 30., abends 8 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor. 31., abends 7'I Uhr: Das Ekel. Donnerstag, 1. Ianuar, abends ZV2 Uhr: Die Frau Rat. 2., abends Z1/« Uhr: Das Apostel- spiel; hierauf: Er ist an allem schuld. 3., abends 71/.,: Der Kreidekreis. Büchertifch. — Iulius DerstI, „Da s Bild im Spiege l“. Geschichte einer Leidenschaft. In Ganzleinen 4.50 Gm. (Verlag Georg Westermann, Braunschweig.) — Iulius Berstl schlägt auch in feinem neuesten Werk ein erotisches Thema an. Freilich dürfen wir von ihm kein sinnlich-schwüles Buch erwarten, das auf die Sensationslust des Lesers spekuliert. Sein „Bild im Spiegel" leuchtet mit sachlichem Ernst in die Tiefen und Untiefen der Beziehungen Der Geschlechter hinein, es bringt psychoanalytisch in Die dämmrigen Grunde seelischer Zwischenreiche, und es rührt an das Unbegreifliche im Leben, „das nicht zu umgehen, nicht beiseitezuräumen ist, jenen ungeklärten Rest des unerrechenbaren Rechenexempels". Der Roman, in seiner stofflichen wie geistigen Gespanntheit, ist eine starke dichterische Kraftprobe. 1327 Krem-Drog. August Noll, P. J. Mül,,. 3roj. Georg __Wallenfels, Prag. 0. Wmterholl. __4146a KpankQQin7Nl)inl ®e9 Leber-U-Magenleid.,sclbstlangj. ül Quaut)!J. Ilullll hilft best. Uarlrsprndel virkirchen 14 Mer das vertraute Verhältnis mit Clemence Paßte ihm längst nicht mehr. Er hatte schon in ‘Serlirt damit Schluß machen wollen, doch in Peking hatte die schlaue kleine Abenteuerin ihn Dort neuem in ihre Netze gerissen, nicht mit Den 'Waffen des Serails, sondern mit der Verführungskunst ihrer Klugheit. Sie liebte ihn, weil ihre biegsame Sinnlichkeit sich mit seinem Temperament begegnete, und sie nützte ihn aus, weil er über seine wertvollen Eigenschaften und seine Fehler hinaus harmlos wie ein Kind sein konnte. ©0 trug sie ihm denn zuweilen politische Neuigkeiten zu, die sie in Erfahrung gebracht hatte und die man auf geraden Wegen nicht zu erreichen vermochte. Sie war nicht nur in der japanischen Gesandtschaft, sondern auch bei den Bussen und Amerikanern und besonders bei Den Franzosen lieb Kind im Hause und hörte hier manches, durch Türen und hinter Vorhängen, ü>as Gert wichtig genug erschien, sich darüber Notizen zu machen. Er sammelte das, uni es bei Passender Gelegenheit seinem Chef zu unterbreiten. @r war tein schlechter Beobachter, aber doch nur ein mittelmäßiger Menschenkenner. Er wußte, daß sein Gesandter ihn im allgemeinen recht gern hatte, von feiner diplomatischen Begabung jedoch m