Ar. 282 Erstes Erscheint täglich, auher Soiuu und Feiertag«. Beilagen: GleßenerFamiltenblLtter Heimat im Bild. Blonati-BejHfsprtls: 2 (BolOmarh u. 20 Goldpfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Setn|pte ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGefchästestelle S>. Anschrift für Drahlnach- richten: An, eigerSiehe«. Postscheckkonto: Kranksvtt a. Ul. 11686. Blatt VI. Jahrgang Samstag, 29. Noveinver 1921 General-Anzeiger für Oberhessen vnftk vnd Verlag: vrLhl'sche Unioerfilätt-Vilch- und Stdnörudcrei R. Lange in Sieben. Zchrlftleltnng und Seschästrftelle: Schnfstraße 7. lieeNee mo für b\t Tage»nummer dil jum Nachmittag vorhei ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichü, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re- klame»21n,cigeno 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plutzvorfchrift20o.Auf chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: Dr Fnedr Wilh Lange: ür den übrigen Teil. krnstBlumschcin;fürdrn Anzeigentetl. Hans Beck sämtlich ln «hießen. Auhenpolitische Umschau. Don Prof. Dr. Otto Hoetzsch Oesterreich unb die Türkei haben schwere 5legxrur.ß5‘T .le i durchs macht und stehen noch mitten drin 3n Oester-reich hat der Dund.s- kanzler Seipel den Eisen buhnerstreik benutzt, um seinen Rücktritt zu erzwingen, um wie)er vorn veranttvortlchen Staatsmann, der auch in der ergenen Partei auf Gegner und Schwierigkeiten stteh, -um Parteiführer zu werden, der diese Partei, die Christlichsozinle, wieder t e- wissermahen -uk annnena b iten w ll, und zcvar im Hinblick auf Neuwahlen, die immerhin möglich werden und sowohl d-e ChrislliHsoftllen wie die Grohdeutschen vor nicht leich e Situa.tonen stellen. Weniger duS Genfer Werk und die Völk.r- bundSsanieruTtg als der Streit zwischen Bund und Ländern (d.eser kleine lebensunfähige Staat leistet sich ja wir.lich einen schwerfälligen söderaltven M«han smus) ist der innere ®run£> für bicfc Krise, in der ein -weisellos sehr bedeutsamer und für sein Land nützlicher Staatsmann, wie es Dr. Seipel ist, zunächst von der Dahn ab tritt. Niemand glaubt, dah der Nachfolger, der durchaus unb.veutend ist, der Schwie- rigkeiten in der AuSeinanders.-hung zwilchen Staat und Ländern und der Schwerigkriten arS dem Genfer Werk Herr we.den würde D.mck ist Oesterreich in eine s ch la ichen de Krise eingetreten, de vermutlich über kurz oder lang Neuwahlen emsach erzw ngen wird. Was noch intevessEter ist, sind die Vorgänge in der T ü r k e i, wo das Kabinett I s m e d durch ein Kabinett Fe t h y. bisher Präsidntt der Natto- ,mlversammlung, ersetzt wurde. Auch Die neue Negierung ist eine reine Negierung der „Republikanischen VolkSpartei". der Pattei des Diktators Mustapho Kemal. Warum also der Wechsel? Auch er ist der Ausdruck einer tiefgreifenden Krise, einer wachsenden Opposition eben gegen den Diktator. 3n seiner eigenen Partei hat sich eine Opposition gebildet unb neben ihr regt sich auch eine Opposttions gruppe, die für sich schon die De-eichnung „republikanisch" autnefrmen wollte, mit deutlicher Spitze gegen den Diktator. Diefe wurde abgebogen, indem die Partei Musta- phas selbst sich republikanisch nannte. Mit einem Wott: das Parlament erzwingt auch hier eine stärkere Deteiligung und Mitwirkung alS bisher. Die Grürche dafür sind einfach: niemand macht Mustapha Kemal seine Bedeutung und seinen Nuhm strittig, er ist überall populär, aber man verlangt hier wie überall von dem Diktator nun auch die Erfolge im Frieden und diese Erfolge hat Mustapha so wenig wie Mussolini oder Nivera erzlelen^nnen Man hat ihm in Angora vorgehalten den Mangel an Aerzten und Lehrern, den Rückgang ber Anbaufläche, den trostlosen Zustand des Landes, ülnd dazu kommt die Unaufrieben freit, der Aerger und die Verstimmung aus Konstantinopel, das als Hauptstadt entthront ist und in dem doch noch eine gar^e Menge von positiven Kräften oder jeben- falls lebhaften agitatorischen Kräften des frube- Ten Jung türken tu ms sitzt. Auch das eine schleichende Krise, die genau wie in Spanien oder in Italien den Staat, wenn nicht erschüttert, so doch in große Unruhen setzen kann. Der kriegerische oder militärische Bürger genügt nicht allein für den Diktator in den unendlichen verwickelten und schwierigen Derl>ältnissen. di>: die Notwendigkeit deS Wiederaufb au- mit sich bringt. Das gift sowohl für die besiegte Türkei, wie für den Siegerstaat Italien, wie für das neutral gebliebene Spanien. _ . , . .. Das sind Vorgänge an der Perrphene, die für Europa im ganzen nicht allzu viel bedeuten, jedenfalls .nicht für uns. in unseren gegen- wärtigeii Sorgen. Wichtiger dafür sind die Vorgänge in Frankrei ch und England. Zwei sehr wichtige Momente aus Frankreich sind anzuführen. Am 18. hat der Senat die Minister M a l v t) und vor allem C a i l l a u r amnestiert. Sobald die Kammer diese Gesetze angenommen hat, wird Caillaur nach Paris zurücklehren und in die Kammer eintreten, und man erwartet sehr wichtiges und bedeutendes von ihm für die radikale Pattei. Das andere ist die Bereit- stelluna einer 100-Millionen-Dollar°A n l c t h e an Frankreich (Annahme des Defttzentwurfes im Parlament am 2. 11.). Die Anleihe wird zu 7 Proz. aufgelegt, in 25 Jahren rückzahlbar und ist vom Hause Mergan ivrnutttft. 9crmt toirb die Summe von 100 Millionen Dollar aus dem Anfang des Jahres zur Stützung des ^anken- kurses in eine dauernde Anleihe ^"-^^.1, die Bank von Frankreich erhält eine erhebliche und ihr recht notwendige Valutareserve, vo- Wohl für die französische Finanzlage wie für Den ganzen durch den Dawes-Plan bezeichneten Zu- sMmnenhang ist dieser zweite Anleihe-Entschluh aus Amerika von sehr grober Bedeutung. 3n England Hit das reue Kabinett aunen- polititch die Hände voll zu tun. Es W zunächst Fen Vertragsentwurf mit Ru h land annulliert und das bedeutet nicht, bist auch die Anerk-nmr g Sowjetruh.onds durch ©nj'a d fürüdflenommen sei, an Lev wohl nichts geänte t Witt». Ader man will unter günstigeren Voraussetzungen mit Moskau verhan em, als M a c d o n a ID sie sich schi ef; ich auo Vor Urteil Uebereilu-g und Unkiont aeschaf eu haue Ferner bat Ehamberlain auch die Entscheidung über das Genfer Protokoll vertagt. Er Ixu einfach geboten, die Rali ika ion au f s ch i e be n zu dürfei-, bi r cs» Zeck g'reu; ce- bnbt hat sich mit den Seldsw ttoaltun-iskolonim zu beraten. Das läßt die 'Ab ichi cre-vien, die Ablehnung, zu Ler das tvirservative Kabi eti voi- oussichtlich kommen wird, auf die Kolonien zu schieben und sie sich dadurch vor den Genossen d«ö Völkerbundes zu erleichtern. Das wiwtlaü^ Die Auszehrung der deutschen Volkswirtschaft. Trotz des groben statistischen Aufwandes, der hx bet modernen Wirtschaft getrieben wird, ist es schwerer als je, ein genaues Bild darüber zu gewinnen, ob der Volkswohlstand wächst oder einschrumpft. Die vom StatistischenReichs- anit veröffentlichten Zahlen über den deutschen Auhenhandel sind anerkannter Masten ungenau. Es ist unmöglich, auch nur ungefähr anzugeben, welche Warenwerte durch das bisherige Loch im Westen hinaus- bzw. herein- geflossen sind. Die Handelsvertragsverfrank^un- gen, die Deutschland gegenwärtig mit einer groben Anzahl fremder Staaten zu führen hat, bezwecken bekanntlich eine Besserung und Sicherung der deutschen Warenausfuhr. Wie notwendig dies ist, bestätigen auch die neuesten Zahlen über die deutsche Ausfuhr und Einfuhr im Oktober d. Js. Infolge des etwas gemilderten Kapitalmang ls sind die Einfuhren gegenüber dem Vormonat gestiegen. Eine Zunahme von über 60 Proz. erfuhr der Import von Lebensmitteln, es kann kein Zweifel darüber bestehen, dah dies eine Folge der ungünstigen deutschen Getreideernte war. Richt ganz um 25 Proz. stieg die R o h st o f f e i n f u fr r. Der Wtztt der gesamten Wareneinfuhr im Oktober 1924 lag mit rund 856 Millionen Goldmark weit über dem Monatsdurchschnitt Januar Oktober (6900 Millionen Gcldmark). Die Zunahme der Ausfuhr war erheblich geringer; sie betrug nicht einmal 10 Prozent. Nun ist es an sich ja einleuchtend, das; die verhältniSmahig geringe Steigerung der Warenausfuhr im Oftober eine Folge der stark eingeschränkten Rohstosfeinfuhren wahrend der Vor- nrvn-ate gewesen ist. Man wird daher, wenn man eine Lenden; in der Entwicklung des deutschen Auhenhondels feststellen will, mit seinem Urteil noch einige OKonote warten müssen. Immerhin sind die Gesamtziffern für die ersten zehn Monate des laufenden Jahres von grundsätzlicher Bedeutung. Die Ge- samtenrfuhr halte einen Wert von fast 7 Milliarden Dvldmai k, die Gesamtausfuhr da zogen einen Wert von nicht einmal 5,2 Milliarden Goldmark. Unsere Handelsbilanz war also in den ersten zehn Monaten 1924 um rund 1,8 Milliarden passiv. Der im Sommer d. Js beobachtete — übrigens nur geringe — Aktiv-Saldo hat sich wieder in einen Passiv-Saldo verwandelt; im Oktober war nämlich unser Auhenfrandel in Höhe von 244 Millionen Goldmark passiv. Es wäre verfehlt, tvenn man unter Hinweis auf die in der Statistik enthaltenen Fehler die Bedeutung der genannten Ziffern in Abrede stellen wollte. Schließlich waren die Fehler während der ganzen letzten Zeit ziemlich gl ich bleibend, so dah man die Ziffern der einzelnen Monate durchaus miteinander vergleichen und aus ihnen sehr wohl allgemeine volkswirtschaftliche Schlüsse ziehen kann. Das Ziel der deutschen Handelsvertragspolitik muh es sein, einen jährlichen Fehlbetrag von rund zwei Milliarden Goldmark zu decken. Dies kann nur durch eine entsprechende Steigerung der Ausfuhr geschehen. Die Steigerung der deutschen Warenausfuhr muh aber mehr als zwei Milliarden Goldmark betragen, weil ein Teil dieses Ueberschusfes durch eine gesteigerte Rohstoffeinfuhr aufge^efrrt wird. Dis Problem muh also lauten: Wie erhöhen wir die deutsche Warenausfuhr um monatlich mindestens 200 Millionen Goldmark? Durch die deutsche Presse gehen Notizen, dah sich die Ausfuhr Frankreichs nach tem Deutschen Reich während der letzten Monate beträchtlich gehoben habe. Alle Staaten, die mit uns in Handelsvertragsverfrandlungen stehen, sind bemüht, einen größeren Teil am innerdeutschen Warenabsatz für sich zu erwerben. Es liegt auf der Hand, dah uns der Abbau des Passiv- Saldos unserer Handelsbilanz selbst bei erfolgreicher Belebung unseres Ausfuhrgeschäfts nicht gelingen kann, wenn annähernd im gleichen Mähe d i e Einfuhrausländischer Fertigerzeugnisse zunimmt. Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, dah wir schon während der ersten Monate des kommenden Jahres einen erheblichen Teil des Passiv-Saldos abbauen, den die deutsche Handelsbilanz feit Jahr und Tag aufweist. Gelingt uns dies aber nicht, so werden wir die mit dem zweiten Reparationsjahr beginnenden erhöhten Tribute nur aus unserem Nationalvermögen zahlen können. Die Vertreter des R iches be> den Handels- vettrcgsvei Handlung m ml E.g and haben sch die größte Mühe gegebm, die 2Vp.o>r itige Aus- fufrrabgabe aus der Welt yi schäften. L e s.nd dem Dernchmen nach sogar soweit gegangen. England eine pauschale Abfindungssumme anzub.ettn. Die englischen Vertreter haben dagegen emgewanbt, Da)) dies dem Geist des Londoner Abkommens w.dersprechen würde, welches ausdrücklich vorsehe, baß dem Reiche gegenüber feinen Gläubig:in naher den übernommenen Reparationsralen keine ©eiteren A u f toje nbungcn entstehen dürften. Wenn d c Vertreter- dos Re ch.s von diese.- Belimmang, de ja doch einen Schuh für Deutsa>land bedeuten sollte, abwcichen zu müssen glauben, so zeigen sie dem t, dah ohne den Wegfall der 26prozen'i.,en Ausfuhrubgabe keine Aussicht für eine starke Beb.bring des deutschen Ausfuhrhandels besteht. In Dm Verhandlungen mit Grgland hat die Reichsregierung ihre Ueborcigung dahin ausgesprochen, dah der kommende D.ut che Reichstag dem jetzt zu vereinbarenden Handeiseeetrag die Zustimmung verweigern werde, wenn die Aussuhr.ibgabe in ihrer bisherigen Form bestehen bleibe. Leider habet andere Stellen in Deutschland, die von der Möglichkeit einer baldigen Wiederhers e l nz n rm.ler Wirtschaf s- bezttfrui.gen zu den Allliett n ger.iiieza berauscht s.nd, d:e Bedeutung der A-sfuhr.:bgabe herab, a- setzen versucht. Es ist dringend zu wünschen, dah der neue Re.chstag in der Frage der Ausfuhr- abgabe f e st bf.ibt. Täte er dies nicht, so würde er damit indirekt seine Zustimmung dazu geben, dah die Abzehrung der deutschen Wirtschaft fort» | dauert. Gegen die Ausfuhrabgabe. Chem-nih. 28. Rov. (WB.) Der HauptauS- schuh der Handelskammer zu Chemnitz gab bei der Reichsregierung gegen die 26prvzentige Abgabe folgende Erklärung ab: Die durch die Auslassungen des Repr.xttivnsagenten ü^er die Rückerstattung der nach dem Reooverh Act von England einbehaltenen 26 PtDzent des deutschen Ausfuhrwertes in die deutsche Wirtschaft frinemgetragene Beunruhigung und die C.nführung einer solchen Abgabe durch Frankreich ve.anlassen die Handels- fammer Chemnitz, die Reichrr .gierung erneut d.in- gendst zu ersuchen, auf ein Zustandekommen von Handelsverträgen mit all n Siaaten, welche die 26prvzentige Abga'.e auch lü ft.ig noch erheben werden, zu verzichten. Die Aogabe bedeutet eine auf die Dauer unerträgliche Belastung des deutschen Exports und eine grobe Gefahr für die Aufrechterhaltung der deutschenWährung welche selbst durch einen günstigen Handelsvertrag kaum tzemildert bzw. beseitigt werden können. Eine ha.idelsvettragllch erlangte Meistbegünstigu»g unter Beibehaltung der 26prozenttgen Abgabe würde für Deutschland nur eine formelle Bedeutung haben, da die Reparationsabgabe als Sonder- b e l a st u n g mit dem Geiste der Meistbegünstigung in schroffem Widerspruch steht. Die Durchführung des Londoner Abkommens. Gilbert bei der Reparationskotnmissiott. Paris, 29 .Rov. (Täl.) Die Reparationskommission hat gestern vormittag den Generalagenten für die Reparationszahlungen gefrört. Laut einer offiziellen Mitteilung berichtete Gilbert über seine Arbeiten in Berlin und gab Aufschlüsse über die Buchführung. Daran schloh sich ein Meinungsaustausch zwischen der Kommission und Gilbert über verschiedene Fragen, zu deren Lösung eine Zusammenarbeit zwischen der Repko und den Generalagenten unbedingt erforderlich ist. Weiter hat die Repara ionskommiftion einem Antrag zugestimmt, der die Einfuhr von 2 3 0 0 Tonnen Sticfftoff und 30Q Sonnen Schwefelammoniak nach Frankreich aufRe- p a r a t i o n s k o n t o für die Monate November und Dezember 1924 Vorsicht. — Später hat die Re» arationskommiftion laufende Angelegenheiten erledigt. Nach Auskünften, die der Vertreter der Telunion erhalten hat, betonte Gilbertden guten Willen Der deutschen Regie- rung. Die Ausführung deS Sachverständigen« bericht« sei planmähig, und die Monatsleistungen laufen pünktlich ein. Gilbert hat sogar Beträge zu seiner Vev fügung, deren Verwendung ihm nicht ofrife weiteres möglich ist. ES wird die Ausgabe der interalliierten Finanzmini st er fein, hn Verlauf ihrer Besprechungen Ende nächsten Monats die genaue Verteilung der einzelnen Beträge zu regeln. Dis dahin beabsichtigt de» Generalagent, aus diesen Beträgen u. a. die Rucker st attung der 26proz. Abgabe zu bestreiten, die er künftig direkt an die deutschen Kaufleute leisten werde. Weiter bat sich der Generalagent ausführlich übet komplizierte Buchsührungsfragen geäuhett Wegen der Frage derKohlenlieferung er bestehen noch Schwierigkeiten. Er Deutete dic Möglichkeit an, dah gewisse Nationen m e fr r a l s ihnen zu st ehe, an Kohlen erhalten hätten Auch in dieser Frage werde die Konferenz der Intel alliierten Finanzminister Klarheit schassen müssen. Parker Gilbert wird wahrscheinlich heute nach Berlin zurückreisen. Da er komnumden Sonntag an der Sitzung deS GebertragungSausschuf- ses in Berlin teilzunehmen beabsichtigt. Die Rentenbankkreditanstalt. Berlin, 29. Rov. (Wolfs.) Zur Frage der ilmtnanMung der Rentenbank in ein landwirtschaftliches Kreditinstitut will die .Voss. Ztg." erfahren frohen, das) die Neichsvegierung zwar die alsbaldige Errichtung Der Rentenbankkreditanstalt für sehr dringend halte, dost aber dafür der Weg der Verordnung nicht im Vordergründe der Erwägungen stehe Es werde vielmehr zur Zeit die Frage geprüft, ob die Rentenbankkreditanstalt nicht zunächst In der Form einer privaten Aktiengesellschaft konstituiert werden' könnte, wobei die endplliige Regelung auf gesetzlichem Wege Vorbehalten bliebe Eine Sitzung des ReichSratS werde sich zu Beginn der nächsten Woche mit der $ixige beschäftigen. Mehrere Blätter melden, dah daS preußische Kabinett nach wie vor der Auffassung sei, dah der Entscheidung des neuen Reichstags nicht durch eine Verordnung vorgegriffen werden dürfe, unb dah sich wirtschaftlich? und ftnanzpolitische Mah- ,rahmen von einet solchen wett! caganden Bedeutung nicht aus dem VerordTnrngswege durch- füfr.-en liehen. Die Zuführung von Krediten an die Landwirtschaft sei auf anderem von der pvruhi- schen Regierung bereits vorgeschlagenen durchaus gangbaren Wege möglich. General von Nathnsius über seine Haftzeit. Kassel, 28. Rov. (vokalanz ) General von Ratfrusius erzählte in leidenschastSloser Weise von seiner Verhaftung und ülntersuchuygszeit. Als er in Forbach eintraf, wurde er schon an der Dafrnhofssper>re von einem Beamten ungehalten und bald daraus von einem ftanzösischen Offizier verhaftet Man brachte ihn ins MilitärgefängniS nach Metz Hier wies man ihm ein sehr schlechtes Zimmer an. Man entschuldigte sich damit, dah Infolae der groben üleberschwennnung durch die Mosel es nicht möglich gewesen sei. ihm einen besseren UntedunftSraum anzuweisen. Die Verpflegung war gut. Indessen konnte er infolge der Auf regung über die ihm angetane Kränkung nichts geniesten. In Lille wurde er in das Zivilgefängnis gebracht und hier erhielt er ein grohes Zimmer, in dem er sich ergehen formte. Auch durfte er nach Belieben den Gesängnishos zu einer Neinen Spaziergang auftuchen. Der neben seinem Zimmer schllftende Sotdat begleitete ihn dann. Auch hier war die Verpflegung reichlich unv gut, doch konnte der General selten etwas zu sich nehmen. Durch diese Unterernährung und den Mangel an Schlaf kam er körperlich sehr zurück. Von den zahlreichen Leumundszeugen, die er aus For'oa-ch-Di. ir Sorgen um den äg?pti chen €txit s b t aber -es ist schi-r u-möglih. das so zu machen, dah gleichwohl tu trif) gc ft rate- gifefre Position, al-o vor allem MÖu-j- tonal un> die Herrschaft im Sudan ii E-a'ands Hand bi.ibt. Schon de. indischen Frone steh' man in Eng'.and riem'.ich ratlos aeaenüber. 20»?r bei der ägyvt sch-n weih man. mX Ena'and lebhaft de letz'en Jahre hinduoch ae^eiat ha' vo lends n eiten aus dem Sudan glatt vollzogen wird. Aegyptens Prote't angenommen P a r i s. 23. Rov. („CB. Z.") Das Sekretariat des Völkerbundes bat ich «rtichl-ssen, den Protest der ägyptischen Äanmer zur Kenntnis des Prä i enten des Völker >u dsvoteZ Hymans zu bringen. In Conlon wird a ge-om- men, dah dieser Entschluß auf der all r.ä ck en französisch-italienischen Druck zu ück tum im Auslande wurde eine Reihe von Beschlüssen g facht, dir eine noch ausgedehntere Unter ft Übung ter schwr bedrängten aus- lards eullchen Studierenden, die Auswa?.-- teiu.gssvage, die Iu gendwanderu a g e n in ©re und nuherdeutschen Gebiet, iii? Schafs ung eines WanterfcnDs und die Aüsteh ung der S t pendieng.Währung an gieifinete rusaads eut» sche Ha n dwe rker und Kaufleute, um ihren eine deutsche Fortdildu g in der deutschen Heimat bieten zu können, betreffen. Schwerer Unfall eines Abgeordneten. Rach Dl"'ttermolSungen auS Köngbrg e* litt der frühere sozialdemokratische Rvici-s'ags- abgeorbnete und j-tz ge Reichst gs andidat M i tt- wo ch aus Kon.gLberg in Marienw.rter einen schweren Unfall. Er geriet unter ein durchgehen de s Gespann. Besinnungslos wurde er in ein Kranbrnhaus gebracht, wo ein Schä - dc lbruch festgcstellt würbe. Sein Befinden ist ernst. Aus aller Welt. Ein Vortrag Dr. (Eäteners beim Neichsverband der deutschen Presse. (Berlin, 29. Rov. (TA.) Im Marmorsaal des Zoo fand gestern abend in Gegenwart des Reichspräsidenten, zahlreicher Vertreter der Reichsregierung, der Länder, zahlreicher Behörden. der Wirtschaft, Kunst und Presse eine Ehrung für Dr. Eckener statt. Dem Vortrag Dr. Eckeners gingen künstlerische Darbietungen des Philharmonischen Orchesters voraus. Rach dem „Meistersinger"-Vorspiel begrüß tc der Direktor des Reichsverba n- des der Deutschen Presse Herrn Dr. Eckener und lieh ihm unter dem Jubel und Beifall, der Zuhörerschaft einen Lorbeerkranz mit den Farben der Stadt Flensburg überreichen. Vizekanzler Dr. Jarres entbot dem Führer des Z.R. lll im Ramen des Reichspräsidenten und der Reichsregierung den Gruh des deutschen Volles. „Ihre Tat", sagte er, „war ein Lichtblick im düstern deutschen Tal, auch wenn die vertragsmähige Ablieferung des deutschen Luftschiffes bittere Gedanken in jedem Deutschen erwecken muhten. Aus dieser Tat schöpfen wir und das vernünftig denkende Ausland die Zuversicht, dah die Fesseln fallen werden, die der Friedensvertrag und vielmehr noch seine Auslegung unserer Luftschiffahrt auf- erlegt haben. Die Mitarbeit am friedlichen Fort(Siebener Stadttheater. Jlgenstrin: Liebfrauenmilch (Erstausführung). Es ist erfreulich, dah der neue „Ilgenstem" dach der Bremer Uraufführung vor knapp zwei Monaten so schnell den Weg zu uns nach (Ziehen gefunden hat. Wir sind nicht reich an guter Lust- fpielliteratur, und das meiste, was man von modernen Verfassern unter d.eser anspruchZ^s'en Firmierung vorgesetzt bekommt, ist Schwank, Burleske, Komödie, nur kein Lustspiel. Ilgenstein bringt dazu das nötige Zeug mit: Geschmack und Witz. Sein „Spiel um die Ehe in vier Stationen“ sagt nicht allzuviel Reues. aber wie es gesagt wird, macht das Stück reizvoll und amüsant. Die Suche nach ihrem „Typ" bringt vier sympathische Leutchen in einen strudelnden Wirr- Darr Fibr kvircktor Seger und Frau D>do snd sich imTrott dcSAlltags c.e e fertig etnarber m ; geworden, sie brauche t E.h lang von der^h Freundin Hella gibt ihnen das Rezept: Getrennte . Sommerreife. Ausspannuna, andere Men'ch DaS Herne Frauchen will heraus auS öen „5)<_' ' pietanftanb“ ihrer Ehe. verlangt stürmisch nach | dem wahren Glück, dem „Unnennbaren“, dem geheimnisvollen Etwas, das sie ..Dust" nennt. In Baden-Baden erwartet sie Erfüllung ihrer Sehnsucht — ihren „Typ". Der Gatte macht es sich bequemer. Seit Hella, die einst begehrte und schnell wieder begehrenswerte Jugendfreundin, sein Haus betreten, bedarf es bei ihm keiner Seereise mehr. Er findet alles daheim in seinen vier Wänden, die ersehnte Ruhe, ein trauliches Beieinander bei Wein, Rosenduft und Rachtigallenflöten in linder Sommernacht und schließlich —- seinen „Typ". Aber die Mißverständnisse bleiben auch in diesem Idyll nicht aus. zur Ehe ist ihm fein Hellachen „zu schade", und Hella wiederum Habet sich tum Flirt zu schade. Ueberraschend erscheint die Gattin wieder auf der Bildfläche, begeistert, so schnell ihren „TYP" entdeckt zu haben. Das Ehepaar ist zur Scheidung schnell entschlossen, jedes glaubt den reckten Lebensgefährten gefui-bcn Dte Sitaatbn wird prekär, au in dem herbeizitierten Rechtsanwalt Frau Dodo ihren „Typ von der -ächtentaler Allee entdeckt und Hella den Freund, dem sie sich telegraphisch ver» .....chtecne Ehetheoretcker, Verfasser !n „D-. "rnecums für Ehemänner“, Ziger des männlichen Geschlechts. findet sich unsagbar hilflos gleich zwei Frauen gegenüber, die ihn für sich beanspruchen. Der arme Gatte dagegen scheint „zwischen“ beide ge- raten zu sein und teer ausgehen zu sollen. Dw kluge Hella rettet die Situation, sie hält an dem Verlobten fest, und ihre Freundin Dodo findet ohne Diel Schwierigkeiten zu ihrem Manne und in den Hafen der Ehe zurück. Der ruhende Pol in diesen Irrfahrten der Eheleutchen ^unö derer die es werden wollen" ist der Diener Friedrich dank der Lebensfchulung seines verstorbenen Herrn, des in Ehewirrnissen erfahrenen Grafen Plomberg. Er überträgt die vier Stationen der £ * x o" - !etne Sprache und kredenzt entbrechend Liebfrauenmilch. Sekt. Wermut oder Burgunder. . Das luftige Eheintermezzo wirkt lediglich durch den fein pointierten Dialog, der auch ohne : x'* Jet??r allzu beliebten Anzüglichkeiten allein durch feinen besinnlich-heiteren Humor das 9rsch und faßte die Sache von der Seil > des Gefühls und der Phantasie. Könige haben im Vorstellangstreis der Rleitschen immer eine große Rolle gespielt. Wenn das Kind Sagen und Märchen liest, so macht eS sich gern ein Bild von dem Könige, der die KronE trägt und mit Purpur und Hermelin angetan auf dem Throne sitzt. Wächst der M-enfch heran, so kann er sich nicht leicht in den Ged an.en finden, daß Könige in diel einfacherer Farm in dte Oeffentlichteit treten. Aber auch der Erwachsen» liebt es, sich einen König vorzustellen, der mtt großer Macht ausgerüstet Rocht und Gerechtigkeit in einem Lande handhabt und Güte und Milde walten läßt. Auch im religiösen Leben Tarrn btete Id« nicht entbehrt werden. Die Christ-eilheit bezeichnet Jesus als ihren König und denkt besonders in der Adv.rttszett an sein Königtum Uralte Vorstellungen Legen hier zugrunde. Als Jesus auf Erden lebte, war se n Volk politisch sehr gedrückt. Gern schwe.ften da die Gebauten der Besten und Treuesten in die Vergangenhett zurück, da David kraftvoll über dem Volte waltete, man träum Le von einem kommenden König, der die Macht der Feinde brechen und die geplagten Gatten, der „seine Ruhe" haben will, der gegebene Mann. Ein unerschütterliches Phlegma, eine behagliche Heiterkeit, die von ihm auf das ganze Spiel ausstrahlte, und schließlich die gewinnend liebenswürdige Art der Unterhaltung wußte der Künstler ausgezeichnet zu treffen. Dodo, das enttäuschte, nach Harmonie, nach der Poesie der Ehe suchende kleine Frauchen, spielte Fil. Relien anfangs vielloicht etwas zu k ab- belg, doch bald fand auch sie den rechten Ton und brachte dann ihre frisch gebackenen, oft recht krausen Eheweisheiten sehr niedlich kunterbunt aufs Tapet. Der klugen Hella, die weih, was sie will und sich fest in der Hand bat, wurde Rita Andre b sondrs im ztve.ten Ast mit viel Anmut und graziösem Geplauder vollauf gerecht. Auch Max Hoffmann brachte als der In der Praxis gänzlich unerfahrene Q3erfarfer des „Dade- mecums für Ehemänner" die komische Ruance des Stückes gut zum Ausdruck. Mit sehr drolliger Gravitesse gab der Diener des Herrn Baste die vielerlei Erfahrungen seines gräflichen Herrn zum besten, zu Rutz und Frommen seiner neuen Herrschaft. Fräulein Rohr war ein niedliches Zöschen. Das gut besuchte Haus folgte dem lustigen Ehesdiel mtt herzlicher Anteilnahme. —e. unter uni Öen Köm 8^ des ZurukA Ä Achter üb Snendl^ Ä til®* tert, dunt entfP* sich mit £* Med'ck die W streMch"« ChiOeichei! ojot getann viele seiw mütigkil, d Selig sb den Dau Kinder V könnt nicht im Sering treu; und auch im® öiejen Di ihn ange wert, S Adnigstt tLI 0i an Ss Leich stvckm, t Die tue Inseln ni(fit groß läge auH Ste dal Sei na< sch $01 ins SMt »ng :tlelonbers J W Spröde und rote liaut svnft Cafe ULC-]|r* Möbel jeijichi mit Heute Samstag: Kreditgewährung ■ Ki erhalten Gewerbetreibende. Beamte und Angestellte zu unglnub Alle Arten 160 230 cm Teppiche Mk. 88.— Stores, Felle, Steppdecken, Betten, Federn Mk. 8.90 9.50 14.50, 19.-, 28.-, 3.-, 4.50 25.— 35.— p. Pfd. 150.— 95.-, 130.— ML 75.—, 95 — 68- Reelle Bedienung Billige Preise. Teilzahlung gestattet. Möbelhaus J. Jttmann schlafen ist Familie Karl Balser Buchdruck 9611a Wieseck, den 28. November 1924. 9526D eeseaesaceesseHiee Achtung! 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Mit Wirk.ng vom 1 Dezember 1924 wF. dea die Be tr i e jur Grwe.bSlosensü s rge in St idt und Kreis Grchrn und in den Kreil m AiSield, Lauterbach und Schotten von 3 auf 2 Prvz. herabg f hl. •* 11 Prozent Rentenerhöhung für Kriegsbeschädigte und Krieget - Hinterbliebene. Wie der Reichst nd der Kriegsbelchädlgtzn mittvilt, tritt mit Wirkung rvm 16. Rovember Aich bei den Renten nach dem Reichsversorgung^gesey eine Rente« h Hang um II Proz. ein. Inf,lge der Kürze der Zeit taim bei der Dezemberzahlung Ausgang Rodemder die Erhöhung nicht mehr berücksichtig' werden, die bei der Ianuarzahlung nachg holt cvird. ” Hessische Sparprämien. Der kürzlich schon mitgcbe.L'e ginhe Erfolg ter diesjährigen Spa-rptamiLnoerte.lung hat den Hessischen Sparkassen- und Giro verband Dcionfaftt, eine Wee^erh luig E De 192' stattfinden zu tollen. Für alle dieie-rigen Sparer, n>elche sich schon in diesen 3c$jiLe die Auwurl- schcift aus eine Pränrir erworben Hütter ir.b das Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute nacht 2 Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Pate und Onkel Herr Ph.Müller Bäcker und Landwirt im 75. Lebensjahre sanft entschlafen ist Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 29. November 1924. Die Beerdigung findet Montag, den 1. Dezember, 2 Uhr nachm., vom Sterbehause Kirchstraße aus statt Möglichst 2 oder 1 gröberes mobl.Zirnmer mit Küche oder st chenbenutzung von kinderlosem jungen lkh--pnar (Kaufmann) gesucht, Schrift! Angebote u. 017379 an den Eichener Anzeiger. Zuru sofortigen Eintritt wird eine perfekte Stenotypistin abend im Saal bau Sauer. — Q3et(rl-3ln 5-7 und 8—10 Uhr Stadtk rche. — Li Hit oielbaus, Duhnh^fstrahe: .Der Gefangene auf Saft ll d Is". — Hess. B IderbÜhne: ,Lung lebe de. st nig". — 2lstvrra«Lichtspttle: »Die sspanisch- MaSle". — Tageskalender für Sonntag. Giehener Konsertverein, 4'/, tlhr, in der ilni- versitäts-Aula: Ämucrt. — R. I R. 222, 4 tlhr: Gemütl. Beisammensein hn Saalbau Sauer. — Stadttheater, 3V- ^thr: Ali-Heidelberg. 7' , tlhr: .Der Meisterbo?er". — Reichsbanner Schwarz» Rot-Gvld, 3l/< ilbr, Turnhalle: Protest-Kundgebung. — Bienenzüchter-Verein, 3 tlhr: Ver- sannnlung bei Kraft Frankfurter Strabe 81. — Bund erblindeter Krieg -r, Gruppe Giesten, 4 Uhr: Weihnachtsfeier hn Saale der Liebighöhe. — Lichtspielhäuser: wie Samstag — Aus dein Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es wird noch einmal darauf hingewicsen, dast die am Sonntag. 30. Rovember, um 3‘A Ähr, stattfindende Vorstellung von .Alt-Heide'lberg" die unwiderruflich letzte in dieser Spielzeit ist. Am Abend, V/{ Ahr, geht der überaus lustige Schwank „Der Meister- borer" in Szene, der in den vorhergehenden beiden Auflührungen seltene Stürme von Heiterkeit hervorgerufen hat. Am Dienstag, 2 Dezember, wird .Der Zigeunerbaron" von 2oh. Sttauh gegeben. Die Qluffübrung hat neulich einen tiefgehenden Eindruck hinterlallen und allgemein groben Beifall gefunden. Es ist zu hoffen, dast es am Dienstag ein ausverkauftes Haus gibt, zumal die Aufwendungen gerade beim .Zigeunerbaron" recht hohe sind bis 1. Jyymbcr 1924 geforderte 2inndestguNxwen von 80 All. stehen toll«, sind bcfonöcic Ver- günst.gungen vorgesehen. Die Bed.n.un^en für die kurz vor Wei buchten 1925 ftaitnnöenbc zweite Sp^rprämi nv^rte lung lagert aU Beib g - der gestrigen Aull ige unteres Blattes bei D e Prämien bewegen sich zw.schen 20—J030 Wart. Zedern 19.—20. Slxrrbuch, das die nicht allzu schux ren Bedingungen erfüllt, wird er c Prüm c verbürgt. Die alten Spa er welche sich sch n n diesem 3obrc die Anwartschaft auf eine Prämie erworben hatten, werden mit 12 Grtraprämien vo i 1C0J bott> 500 Alk. begünftigt Ucbcrflüffifl ist weht, zu sagen, dah der Hessische Sparkallen- und Giroveroand mit feiner Veranstaltung nicht c ax» der frpLlleiucnfdxift Vorjchud leitet w u. Seine Ab ichi ift, den so dringend nvtwenlll en Sparttnn zu neuem Leden zu erwecken. 3m September, d. h. b i n ^ev.mnahen d 25 000 icue löin^lLebücher au.^gcg beit, das ist mehr als in den vorhergehenden b Jllcna e.i zrv>.unmcngenonrmen. TDetn die Wiede, holung von bem gleichen Ers.llg bg eitet ist, ta rn uerden die Sparlass en (£m>e nächsten 3ahreS we er über recht nenne: swerte Sparta Pi'.alle i verttgen, die sie h ffentlich in bie Lcrge setzen, sich, wie von Reichsb »ukprä i en. Dr Schacht n ul^ch empfohlen. wieder « Um. h.ich icr Tegelmng von HvPo - thekengeldern zusuwen^en. Wer spart, u ter früh t somit earH t. Ehern sche Produkte, jccht Export-Eompagnie , Hrania" Wallenburg (Limburg, Hollands, erläht in den Tageszeitungen Anzeigen, in denen der R^chweis einer groOat Derdienstmöglchkeit angebokn wird. D e Finna wechselt öfters ihren Wimen und nennt sich Export-Eompagnie Wallenburg und auch Versandhaus Alag. Der Inhaber der Firma ist (Srnft Lamperty. am 24. Ianuar 1834 in Altenburg geboren, er hält sich hauptsächlich unangemeldet in Deuflchland auf und läht seine wertlosen Wai-en von dem Spediteur Albin Bennewitz in Oschatz i. Sa. vertreiben. Personen. die ich auf Grund der Zeitungsanzeigen an die Firma wenden, erhalten auher sonstigen Rek'omezetteln einen D:stellschein zugesandt und norden gebeten, 100 Kartons Gumm.lysin gegen Einsendung von 25 Mark zu bestellen. In ähnlicher Weise bat Lamperiv früher Eemartol, Dul- h>3. O.iollntoUetten, Ind gv Paper und Schuhcreme den Interessenten zum Alleinverkauf angeboten. In vielen Fällen erhalten die Einsender der Geldbeträge entweder keine Antwort mehr, oder es wird ihnen wertloses Zeug zu- geschickt. So besteht z. D. Gummilysin, welches die Eigenschait haben soll, Gummischläuche zu dichten, a.eü gemahlenem Ton. Es wird hiermit vor dieser Firma dringend gewarnt. •• Oberhefsischer GeschichtSver- etn. Am Donnerstag sprach in sehr gut besuchter Versammlung Prof. Delbrück über „den Ornat des altchristlichen Kaisers". Die Anschaulichkeit des Vortrags wurde durch gute Lichtbilder noch wesentlich erhöht. Wir werden darüber noch berichten. Rach dem Vortrag hielt der Verein seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende gab einen kurzen Lieberblick über das verflossene Iahr. Von einer RechnungSab- läge für die Inflationszeit wurde entsprechend den staatlichen Vorbildes abgesehen. Der bis- ©einen um ötege Ntyren w«ve. In Iesus sah man diese Erwartungen erfüllt Das bezeugen d e Berichte her (Soang-l^en, dte in so stimmungsvoller Wefe erzählen, wie IesuS un er dem Zuruf des Volles, daS ihm Palmen auf den Weg streut, in Jerusalem einzieht Daneben steht bie Vorstellung, dah er der König auch der Aichter über bie Lebendigen und d.e Toten ist. älnendlich oft hat bie Kunst daS grof>e Weltgericht ba rgeftelU. SS ist Bar, bat> 3efu Xönigttnn nur geistig gefakt werden kann, er ist der König, der über Die Seelen der Menschen hen-schen will Würd n bie Menschen unserer Tag: d.e ej Königtum mehr anerterm». so stünde eS bester um s e. Wir sind ein schwer gepriifd-s Geschlecht. Verarmt, verbittert. durch TodSllnd gebeugt, taus.-ndfacher Rot preisgog.ben, so erscheint heute nicht nur daS beutiche Voll Die sthl.mmsten Röte unserer Zeit finb bte Arbeit-losi^k.it und d»e W haungsnol. Ha» bet Wenlch e.ne A.be:t, die seine » Anlag-m entspricht, so weih er, duh er Werte schafft, und ist zusrieb«!. Unb hat er ein Heim, in dem er sch mit den önnen wohl fühlt, so hat er auch Freude, ohne die eme Seele nicht aede hen kann Alle diese Umftänbe tragen dazu o.d. datz heute die Menschen so reichar und msolgebeflen auch streitsüchtig flnd Der Äonig. von dem die Christei.heit tn diesen Tagen spHcht, hat alle diese Rot gekannt und toollte ihr steuern Das beeugrn v.ele seiner Worte .Selig find die Sanftmütigen, denn fte werden das Grdrerch besitzet. Selig find die Barmherzigen, denn fle werden Bai m Herzigkeit erlangen. Selig sind die Frieds-enigen, denn sie werden GotteS Kinder hei hei». Liebet eure Feinde! Ihr könnt qicht GvU bienen und dem Mumm-N. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch l.n Groben treu; und wer im D-ringtten unrecht ist, der ist auch cm Groben unrecht Würden wir alle nach diesen Worten unser Leben einrich en. so wären otme Zweistt F rede, Freude und Gerechtigkeit unter uns. und wir tömuen auch in dieser Zeit Öen König des Himmelreiches mit den Wonen grüben, die einst mitten tn den Wirren dcS Dreibiglähi igeu Krieges ein deutscher Dich'.er auf ihn angewandt hat Gr ist gerecht, ein Helfer wert. Sanftmütigkeit ift fein Gefährt, fein Kdirigstron ist Heck gkeit. fetn Szepter ist Dorm- berz'gknt all unsre Rot zu @n0 er bringt, der- falben jauchet, rn 1 Freud^'N singt: Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! H. D. Gießener Wochcnmarttprcise r. Diesen Tarif bat die Bahn iitzwischen aufgehoben imb trotz Beschwerden und Verhandlu!n;c r n.cht wieder cingefübit. GrN kürzlich wurde in einer in Di Warburg abgebaltenen Protestversannnlnng unter 'Beteiligung von Vertretern der Bergwervotodustrie und der Arbeiterschaft die Rottoge der Gruf»w- befitzer und der Bergarbeiterschast eingelx-nd besprochen. In der dort gefaxten Resolutim wurde bekanntlich zum Ausdruck gebracht, das) nur durch Wiedereinführung eines Rotstandsta. iss für die Verfrachtung der Grze und der benötigten Brennst ofle, sowie durch Grmätzigung des Stromhr^tas seilens der Provinz die Wiederaufnahme des Betriebes in den oberhrssischen G.uben mögllch und damit gleichzeitig die Schaffung einer Derdienst- quelle für die zahlreichen arbeitslosen Bergarbeiter gegeben sei. Wie wir hören, sind ent* sprechende Schritte bereits eingclciict. t'j I ferner: *: | MaliMniartit, Leist«, ßunnni-«. c. ] •i i cdjiDämmr, hatt-«. ZahiimM «sw. J or kaufen Cie out und billig im ”WZ Bürsten- u. pin|el-5pezialhalls L. 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Novemver 1921 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tverhefsen) Nr. 282 Zweites Blatt di« gruppe der für die Landtagswahl als Kandidat ausgestellt ist. sprach zuerst, ihm folgte als zweiter Redner Landtagsabgeordneter Ehr Scholz, der einzelnen I i in @r- | Für den Weihnachts-Verkauf 98.- 115.- usw. Goethes tra^e 9-11. Frankfurt a. M. 395 65.- .- 185- 79.- usw. 89- 98- toCT$^r rtl« Freihandels d« 2-f-itt- gunfl j-d-S SotltouDrf für 3n6uftae Wirtschaft wird ernstlich awhl^ nur von einzelnen Gelehrten und ungelehrten xfrcoretifern_______ Weihnachts-Ausstellung am Sonntag, den 30, November. Erstes Specialhaus für Damenbekleidung Wagener & Schlöte! schluh fest. — Auf cm Gesuch deS Vereins für Volksbildung dahier wurde diesem zum Zwecke der Instandsetzung seiner umfangreichen Bücherei ein einmaliger Beitrag von 150 Ml. bewilligt. — Der Gemeinderat erklärte seine Be- reilwilligkeit. im Falle der Errichtung einer Eichniederlage in unserer Stadt unentgeltlich einen geeigneten Raum zur Aufbewahrung der Gewichte zur Verfügung zu stellen. — Die Firma Hugo Stinnes-Riebeck in Frankfurt a. M. beabsichtigt die Errichtung einer Strahentankstelle für Dcnzin aus dem Dorgartengelände des Karl Heller 111. in der Vraugasse 9. Der Gemeinderat beschloh. die Genehmigung in widerruflicher Weise gegen Revers und Zahlung einer Anerkennungsgebühr von jährlich 30 Mk. und unter dem Vorbehalt zu erteilen. hast die Schlauchleitung nach der Stratze in geeigneter Weise in den Fußsteig zu verlegen ist. damit der Fußgängerverkehr an dieler Stelle nicht gehindert wird. Der Mitteldeutschen An - noncen-Expeditivn ^Hers o" in Giesten wurde die stets toibertui liebe Erlaubnis zur Anbringung einer weiteren Retlametafel gegen Revers und Zahlung einer jährlichen 'Abgabe von 10 Mk. erteilt. Für die Ausstellung wurde ba2? Gelände am Schwanenfee in Aussicht genommen. Dem weiteren Wunsche der Firma auf Erlast einer Polizeiverordnung gegen den wilden Anschlag ist nicht entsprochen worden, da ein Bedürfnis hierzu nicht anerkannt werden konnte. — Ein Baugesuch und versch'edene kleinere Vorlagen sanden weiterhin ihre Erledigung. * Hungen, 28. Vor» Die von der D e u t sch- demo kral ische >' Partei in ter ,Traube" veronstnl'etc Wahlversammlung war sehr fiotf be ucht. Es sprachen Pfar-rcr Ä o r e 11 und Amlsgerichtsva'. De. Andrae. Ortenderg Sachlich wurden alle Fragen der Politik behandelt. Auch die Aussprache wurde ruhig zu Ende ge- stlhct. V Kesfelbach, 28. Rov. Gestern abend sand in der Wirtschaft Schomber dahier eine demokratische Versammlung statt, welche gut b sucht war M.nisterialdirektor Urft a d t legte in fast, zweistündigen Darlegungen die Ziele und Politil seiner Partei im Reiche sowie in Hess n dar. Seine sch.- fachlichen Ausführungen f nidrn ft arten De fall. Emc Diskussion fand Nicht statt. wir in allen Abteilungen Sonder-Angebote zusammengestellt, weld>e wir zu ausserordentlich vorteilhaften Preisen in den Verkauf bringen Wägung gezogen. Praktisch must mit bei Aufrechterhaltung eines starken Zollschuyes für die deutsche Industrie gerechnet werten. Der alt- Manchester! chr Standpunkt, die Industrie fei auch unter Vernichtung der Landwirtschaft durch billige Lebensmitlc-lrreise unbedingt kvnk nrench .hig zu machen, findet in Deutschland schon eher Anhänger. In einem verarmten und übervölkerten Lande ist dieser Standpunkt aber besonders gefährlich. und die grohe Mehrheit der Sachkundigen bis einschliehlich zu den mehr wirtschaftlich als agitatorisch denkenden sozialdemokratischen Agrarpolitikern, fordert Parität zwischen Industrie und Landwirtschaft. also einen genügenden Schuh auch der landwirtschaftlichen Erzeugung gegen zuwertg'hendm Preisdruck durch das b lliger pioduzierende Ausland. Auch der früher oft vertretene StanHnm't. dast nur der ©robbe t r i e E* an den Preisen der Ackererzeugniste wesentlich interessiert sei. während für den Kleinbetrieb fast ausschliestlich die Preise für Vieherzeugnisse Bedeutung hätten, spielt heule wohl nur in der auf die Zersplitterung der Landwirte gerichteten Qlgitation eine Rrl e Der Sachkenner weih, dast alle Agrarprei'g in engstem Zufamnrmhange zr.e.n ander sie en er weist auch, dast weder- unsere Landwirtschaft noch unsere VollswÄtschaft eine starte Serri ngerung unserer- Getreideerzeugung ertragen wär Le. Srmstere Zweifel bestehen über d'e Art des Schuhes. Feste, womöglich dem Ausland gege.i- über gebundene Zölle sind n ich vor lehenke i Darlegungen ungeeignet. Gleitende Zölle d-rart, dast die Regieurnq den Zoll bei übermästig steigendem Weltmarktpreis zeitweilig ganz oder teilweise auster Kraft setzen kann, würden das Risiko des Importeurs so sehr erhöhen, dast eine geordnete Importtätigkeit zumal in Zmten unruhiger Markt Verhältnisse unmöglich würde.. Als Ausweg blecht nur die eingangs erwähnte Einfuhrregelung im Sinne doS alten Antrages Kanih. Der Import wäre im wesentlichen dem Handel zu überlassen. Zölle würden nicht erhoben. Der Importeur wäre zu verpflichten, die eingeführte Ware der Reichsstelle für Einfuhrgetreide zu einem sich aus der Weltmarltla'e ergebenden, ihm einen angemessenen Ruhen lösenden Preise anzubieten. Die Reichs!el!e würde nur soviel selbst erwerben, als sie zur Schaffung einer im Bedarfsfälle preisausgleichend wi. lenden Reserve gebrauchte. Im übr gen würde dem Importeur der Verkauf überlas en. von dessen Käufern aber eins Gebühr in solcher Höhe geordert werden, dast sich daraus ein angemessener, möglichst lange gleichb'eibender und nur bei wesentl chm dauernden Aenderu-ngen der Preislage if dem Weltmärkte abzuändernder Inland- preis ergäbe. Auch die von der Reichsstelle erworbene Reserve würde nvnnalerweise zu einem entsprechend erhöhten Preise verkauft tveiden. In normalen Fäll«i würde die Reichskasse also etwa dieselben Einnahmen wie aus entsprechenden festen Einfuhrzöllen haben. Starke Preisschwankungen im Inlande, die für Erzeuger und Der- brauchei gleich schädlich sind, und die. wie dargelegt, unter den heutigen Verhältnis en besonders gefährlichen Umfang annehmen können, toäven ausge'chl ffm Dast dieser Weg e.heb- liche technische Schwierigkeiten bie:et, liegt auf der Hand. Unüberwindlich sind sie aber kein.^- n>egS und sie müssen in den Kauf genommen tuerben, wenn sich ein anderer, sicher gangbarer Weg zur Erreichung stabiler für den Erzeugei wie für den Verbraucher erträglicher Preise für Agrarerzeugnisse nicht bietet Theater 'Ä flöeiöeti ÄS S#r ?HS 1 Sirauh. ."JWlbr •flüBIjj. ’JJ. I Bfi MM ,^'«^.llhi kOWlvM. v>kl um tic .♦Stationen N enftein. a„, 5. tu ‘1D8<;Ä fieffteröoieV "kln^rlkien •dJTOfltB und iathern. a«, 7. Tez. HUbt: ober KM74< wiener öes mnesDiiööes Mlillvvkks. en In 6 Bit ’on ©ermann tingoeiter. W.nbt: ’BOiitier. rsvlel In fflnj von Ltliler. 'ge jngleubeni, schfinknnt gprol stai. j preundeo, j Verehrert [-Fabrik, wo gang von Rot bei unS oder die ebenso plötzliche AuSfahr gewaltiger ®etrelbcmaf!en zu weit unter den Pro- dEonSkvsten liegenden Preisen zur Erschütterung der deutschen landwirtschaftlichen ..kapttalistt- schen" Erzeugung und zugleich zrr Gewinnung urteilSlofer Derbraucherkreise für den russischen Kommunismus zu geeigneter Zeit keineswegs scheuen können. Mtt festen Zollsätzen, bet denen überdies Rustiand verlragsgemäste Meistbegünstigung zusteht, wäre gegen em solche» Vorgehen unsererseits nichts zu erreichen, wie überhaupt bei der ganzen Regelung der Handelsbeziehungen zu Rustland nie vergessen werden darf, dast der vertragSgegenerische Staat zugleich der einige Exporteur und Importeur ist, und dast seine Einstellung zur Wirtschaft von der unfrigen grundsätzlich völlig verschieden ist. Feste Getreidezölle, die in den bevorftechm- den Handelsverträgen überdies vorausfichllich gebunden und jedenfalls wie gegenüber Rustland mich gegenüber anderen wichtigen Staaten un er die Meistch günstigungSbestimmung fallen werden, bedeuten unter solchen älmstanden c ne entweder stumpfe oder zwe.schneidige Walfe. Must man bei den Industriezöllen mit Rustland so gut es gebt, einen moduS vivendi finden, so geht das gegenüber der Getreideeinfuhr, an der unter Umstanden ba« Leben des deutschen Dolles hängt. md>t ohne wirksame Gegenmittel an. Bei den Handels-« tragS Verhandlung en darf deswegen un^er keinen Almflänten ine Wögttch»' flaatli^en &n- fubnegelunfl für 2Igrarpn>butte brfchiünkl Pclzbesotzte Mäntel und Kostüme Mk. 49.- 58.- 79.- 89.- Pelz-Mäniel und Jacken jeder Art Mk. 675.- *95.- Nachmittags-Kleider, flotte Formen Mk. 29- ^'48- 59' Vornehme Abendkleider, schwarz und farbig Mk 56.- 69.- 7» Tanzstunden - Kleider, mod. Lichtfarben Mk. 39.- 49.- 69.- 78.- 89.- usw. 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Der Dienstknecht Karl Schneider von Melnau hatte im November 1923 einen 11jährigen Jungen in die Scheuer seiner Dienstherrschaft zu Lollar gelockt und sich dort unsittlich an ihm vergangen. Das Schöffengericht hatte ihn deshalb zu lOMonatenGe- fängnis verurteilt. Seine Berufung wurde verworfen. Dec Landwirt Karl Ewald Lehmann von Meder-Crlenbach hatte sich im Herbst 1922 einem noch nicht 14 Jahre alten Mädchen.gegenüber strafbar benommen und im Frühjahr 1924 in zwei Fällen öffentliches Aergernis erregt. Das Schöffengericht hatte auf eine Gesamtstrafe von 6 Monaten 2 Wochen Gefängnis er- formt. Die Berufung des Angeklagten war er» folglvs. Der stud. ing. Rudolf Lös ebrink von Lüdenscheid war Ende April d. Is. in das Zimmer eines Hausmädchens einer Dad-Acmheimer Bar ein gedrungen und hatte sich an dem Mädchen vergangen. Das Schöffengericht hatte ihn freigesprochen, weil es nicht für ausreichend nachgewiesen hielt, daß er bei seiner Ange- truntenheit und dem Verhalten des Mädchens sich der Gewaltanwendung bewußt war. Di« Strafkammer billigte diesm Standpunkt, ver- 1 urteilte aber den Angeklagten wegen tätliche Beleidigung zu 300 Mark Geldstrafe. Alle Derhairdlungen fanden unter Ausschluß Liewer guder Zeidungsonire?. Dadder hob ich zu metm richdige Dabba gesagp, Heer emol zu, es werd bahld winder. Woher weißte dos, Hot er gesr^gd uwi d) h)d aesaqd: Dabba uff dem eisfevrin rß schon wasser unn do Hot er gesogd, dummer bub h)t er ges )gd, tot e por jahr- Hot uff dem eisfevern de g«nse winder des wasser geschdanne unn es Hot oocy fei eis net gewwe unn ward's erscht emol av unn dann kannste immer noch net laafe, denn der eisferein kosd geld unn deß hawwe mer net. Ihm da hob ich gesagd: Babba, ich hab ter awwer e par schlidtschuh um, de host ja en schdadtrath aem freund unn ze den seggst de: tietoer schdadtrath seggste. unher Witzig Hot doch zwaa ufer, ans forn eihferein unn ans for die, ote nach gern schl'dischuh laafe dähde. Kosd daß siel- fielleichd di weid, wa.n mec for di schdact,chulklir. er newig dem annere wihiaufer aach noch e 'Samrndx uff Werse ließ unn es vrauchd jo gar net so hoch sei tot beim eißferein unn dähd netotg di toitzeschdroh de Ingang mache unn bei Freund, der schdadtrath, der doch e sehr femintdiger mann ist, dähds befierworde unn deß geb tes^ scheu ns d Chriskinnche for uns ftnner autz alle gaf)e unn unf’er leever brauchd sich net mehr mit karde- verteile ze blaage mm es toär gesunt vor unß firmer unn mir däh e 'net dehaanr in untzec eng schdubb hocke. Cs iß jo noch genu.rgk zeid biß iveiirachde unn die por mack, wos kosde »uhd, toerm aach noch uffzebringe sei, unn se komme doch nor de artoeiber ze gud unn uns ftnner, uim mer laafe aach net mehr dsne große Lsud ztoische de Baa herum unn so werd auch fors fadoctland gesorgd. Do Hot awwer, liewer guter Zeidungsonkel, mei Dadder, mei richdiger D>dder gesagd, fors Dadterland werd gesorgd, awwer frag mich nor net — wie. Ja, dähde se nor all uff e richdig weis fors Dadderkrnd sorge unn for allem emol for die lieb einigteiD dodrinn. 3elj g-Iatoe se schon, se mißte zweierlei Dode mache, kennt mer meine, tarn schdadt am grawesrand di hoffmma uffzepflanse, doß es bahld emol bei un5 bester werd — ach, du liewer godt, deß larvafte gegedeil iß der fall. Knilche, Hot er zu mer gesogd, es iß e sind unn e schänd bei unß. Dor etliche Dag Hot wider emol unßer großer dichter Schiller sein geburdsdog gefeierd unn es sinn schon weit iw wer 150 jeßr her, doß er geborn toom iß. Unn an seim 150le geburdsdog do hawwe se en all meminner im deutsche Dad- tevland gefeierd — von de schwarze bis zu de rote. Denn for jed pardei Hot unstet gr)tzer Dichder wos ze söge geholt, denn er war e treu deutsch Seel unn holt er de ne, wo die dode verehr d hoivwe, net allminaMer zugerufe: Ans vadberlond ans teure schließ dich an, dord sinn di schdarke wurzeln deiner kraft unn Hot er unß allminanner net zugerufe: seid einig, einig, einig? Ann wann alleweil so e .vahlfersammelung ist, do mechde sich se am liebsde immer hange und striegele unn wann forher bei der intoiirtg ge- schdanne Hot: der saal iß gebeizt, so sinn di mensche noch mehr ingeheizt unn kreische unn mache en vadau for nix unn Widder nix unn wanns nutzer dvter dichder mit aHorn dähd in seim grab — ach-, do dähd er sich fielleichd drinn erum drehe unn dähd denke, nixwirdig iß die nazion, di net ihr alles sehd an ire ehre. .Unn es geherd doch dazu aach, deß mer net im volidische gegrrer imer de pevseherSche Feind erblicke duhn unn di Bildung, di wo e jeder deudfcher Hot, solid aym doch so weid geferderd howive, doß mer dt r^dner, wer se aach sein meege, hibsch ausreddo läßd unn dann kann jo jeder denke wob er will, denn di gedankefreiheid kost jv nix. Unn do hob ich ze metm richdige Dadder gesogd, Dadder so leud toi dich nützte se all wähle. Do Hot mei Dadder Widder gesogd, es will net jeder mit faule äppel beworste tcerrrt älnd do hob ich gesagd: älnhern leerer sogd immer: seid a'schdännig ihr buwwe unn do mein ich, es solide doch aach die große mensche a'schdännig sei unn solide sich mid gube worde unn mit feminfdige wurde, wann se do de fv hawwe, bekam.«. Do Hot meid Dadder gesagd ich Hofs, doß es doch noch e mol onnersch werd unn dann Hot er noch gesagd, bub, de bihd jo noch jung, loß dich fo der bolidick, unn dan.« hob ich zu em gesagd, vadte? denk mer an de kinnereißlaufblah, es iß noch zeid dezu, in fierzch dag kennd er ferdig sei. ilnn wann ich emol groß sei dann wähl ich immer nur so ein bei dems om a schdännigfde in de ferlornmelunge her gehst. Wir tinner ferschstehnix fon ter bolidick uam wann mer di große Leid zum mü der nenrme solle, jv müße se aach denoch sei. älnn neulich Hot aner aach noch in ere fersamlttng gesagd: ich dhu rächst nun dhu urächst, unn scheu niemarm. Deß toor en richdiaer kandidahd, Hot mei stadster gesagd, unn ich glast ölst, der werd aach gewählt). Liewer guder Zeidungsonkel, wählsd de aach so aner? Dei Kallche aus der Zozzelsgaß. Schöffengericht. * Gießen, 24. Nov. Der wegen Diebstahls schon häufig vorbestrafte, noch nicht 19 Jahre alle Arbeiter Wilhelm Zahrt aus Deckenbach hat schon eine beträchtliche Zeit im Gefängnis zugebracht. Auch die letzte Strafe von einem Jahr hatte nichts genützt. Er verlieh im Herbst b. I grundlos seine Arbeitsstelle in Deckönbach, um sich in Gießen und Umgebung herumzu- treiben. In Heuchelheim wollte er in einem Haus betteln. Die Bewohner waren auswärts. Z. durchsuchte zwei Wohnungen. Den Bewohnern, einem Landwirt, entwendete er 100 Rentemncrrk und einem Arbeiter 10 Rentenmark, eine goldene Herrenuhrkette, eine Brieftasche, sowie eine silberne Damenüyr mit goltenerKette In Wieseck nahm er einem Wirt 2 Mark aus der Kasse, ein Fahrrad, das ein Schüler in eine Hofreite gestellt hatte, lieh er gleichfalls mitgehen. Die dazu noch, fehlende Laterne verschaffte er sich in Bieder- Ohmen durch einen Betrug. Er gab bei einem dortigen Sattlermeister an, er sei von dessen Sohn beauftragt, die Laterne abzuholrn. Dur mit Rücksicht auf seine Jugend sah das Gericht trotz des Rückfalls noch einmal von einer Zuchthausstrafe ab. Es erkannte auf eine Ge° fängn isst rase von zwei Jahren und 6 C-'-to na t en, außerdem auf 1 Woche Hast wegen Bettelns. Ein Arbeiter H, v. D. aus Peile. toetE hatte eine Wochenkarte für bahnamtliche Fahr- radaufbewahcung gefälscht und benutzt. Ec hatte sich somit der Fälschung einer öffentlichen ilr* künde in Drteinheit mit Betrug schuldig gemacht. Die gesetzliche Mindest st rase hierfür sind 3 Monate Gefängnis. Das Gericht muhte hierauf erkennen, obgleich der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist und sich seither gut geführt hatte. Dem Angeklagten wurde anhermgegeben, ein Gnadengesuch einzureichen. Ein Abtreibungsfall wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. ^eS (RÄmer: Leuchtgens), der Deutschen Dolkspartei (Redner: Scholz und Frl. Birnbaum), der Sozialdemokraten (Redner: Staatspräsident Ulrich, Wittich, Kroner), der Demokratischen Partei (Redner: FrnanzmiTÜster Henrich) statt. Alle waren recht St besucht und hatten einen interessanten Derrs. was wohl darauf zurückzuführen ist, datz zahlreiche Diskussionsredner austraten. Wie man hört, werden die Deutschnationalen und die Rationalsozialisten den Reigen beschließen. tog. Gedern, 28. Rvv. Die hiesigen kirchlichen Gemeindevereine Ziele und die Parole „Deutschland den Deutschen" verwirklicht sehen will, der muß tmoMOMei Nähmaschinen Btoewer, Viktoria und Junker & Ruh. die beeten Fabrikate, empfiehlt au äußeret billigen Preisen undgtinitigen Zahlungebeding. J. P. Mono Weeenweg 4 Reparaturen sämtlicher Systeme werden schnellstens und fachge- Wahlrecht ist Wahlpflicht! Ooutechnatlonale Volkspartei Zimmeröfen m reichhaltiger Auswahl stets vorrätig Rudolf Rodiger, Walltorstr. 35 nnö NM-SsM WS. Dienstag, den 2. Dezember 1924 in der Turnhalle am Oswaldsgarten Oeffentliche Wählerversammlung Redner: LW.MvlWlmd. 6iw.-.r.M kW.cmMWMMMlM.Wl Freie Aussprache. (M93D (Eintritt 50 Pfg. Erklärung ODic stellen fest, bah eine offizielle Anweisung in die Wernersche Versammlung Mi neben nicht gegeben wurde. Hätten wir unter Leitung die Versammlung geschloffen besucht wäre es Werner nie gelungen, die Versammlung zu sprengen, um Die republikanischen Gegenredner nicht zu Wort kommen zu laffen- Das ist der Kern. Wir hatten doch kein Interesse daran, die Versammlung zu sprengen, da doch dadurch untere Redner nicht zu Worte kamen. , Sin Gröhes aber zeigte die Versammlung: Die Republikaner laffen die Reichs, färben nicht beschimpfe», am allerwenigsten von einem „republikanischen Beamten, der sich als nationaler Kämpfer aufspielt und im Kriege reklamiert war Wir rufen mit Ulrich von Hutten: Die Geister werden wach: es ist eine Lust zu leben. nnserGlaube an die schwarz-rvt-goldeneZutunft wirdBergeversehen.Werneru.Genoffen mögen - pygmäenhaft - in den Müllkästen der polittschen Vergangenheit weiterwuhlen. Frei Heil dem mündigen Grotzdeutfchen Staatsbürger. Der Vorstand. Erklärung Zur „Erklärung" der Deutschnationalen in Nr. 279 des „Gieß. Anz." oben wir folgendes zu sagen: 1. Wir weisen den Vorwurf, die Versammlung der Deutschnationalen vom 20. November d. I. absichtlich gestört und gesprengt zu haben, Drittes Konzert Amar-Quartett nnnimvmnnnnnnniininnTnnmnRiniitiiniiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiuiiiiiHiiiiiiimiii Streichquartette: Hindemith op. 22 — Schubert 125 Nr. 1 — Debussy op. 10 Eintrittskarten: Mk. k-, 4.-, 3- nnd 2. - bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk 1.— beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. fwmmnimmnninimmmnwnnmmmimimirmuiiHiinrnnnmnmmm Samstag, d. 6. Dezember, 8 Uhr Nikolaus- Gesellschafts-Abend Mitwirkende Mitglieder d. Stadttheaters: Rita Andre Mauf Nelsen Kurt Joachim Baum Felix Norfolk Kurt Richter „c Tfsdibestenungen können nicht angen. werden MW WMIW MI. Montag, den 1. Dezember, abends 8 7* Uhr im Saale der Turnhalle am Oswaldsgarten Oeffentliche WlllAMlW Lichtspielhaus w .......... Sahnhofstrasae Nur noch heute und morgen: Oer Befangene auf Castell d’lf in 10 Akten nach dem bekannten Abenteuer-Roman von Alexander Dumas. Dumas lebt auf. Die romantische Geschichte des Grafen Monte Christo, die Gemeingut aller Gebildeten geworden ist, umfängt uns mit dem ganzen phantastischen Reiz des Originals. Wir erleben aufs Neue das grausame Schicksal, das den jungen Matronen Dantes in die unterirdische Kerkerwelt des Castell d’lf verbannt, sowie seine Heimkehr als Graf von Monte Christo. Märchenhafte Ausstattung kommt zu prächtiger Bildwirkung und erhebt den Film zu einem Werk ersten Ranges. - Jugendliche haben Zutritt Anfang: Samstag 4 Uhr, Sonntag 3 Uhr. Ästoria-Lichtspiele Der spannende Detektiv- und Abenteurerfilm Die japanische Maske Ab Montag: 9535c Die Insel der verlorenen Schiffe. Marktplatz 9—10 9549a in Seide von Mk. 19,— an . 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Den Daterland nicht wie 5 eigenen W es nur in als ein 61 mit den c hältnis zu i ganzen am wenigsten f mStaatSge ming?n M Serben die Jt dos rechte forgen, mi den anbei Auch von Die Kunst Der darf Hier hilft 2lub mar w Wir M de enterten Q etolige Lag« Grftounen in doh ein gc W W « Welch Lmnatzung selbst natur scheu Urteil landsiiebe. überein, ix sprechen ü Wesen ein meinsames ich atme." ist fk' dem liche Sich-t an deutsche Wer 1 diese oft nu sollte sich trachten, - dechrn uni oder die dem dunle sich im 2 wirkliche ■ Staates t allzu bcqi ?ben" nto< H1* : Mt. Die ff ^rde D ( git bR K, hier Sb schon ii’ S S edles s*« dos er vnj€ leslor Der. S^nen Ar ^kvstbau Lbedrnhre ttaurigey ; W nut s ES W JTIcaft vielsocheu^ hätte äußere dies allein m und Jaleüa gab. Lluch es Hal, DvilsporM Samstag, 29. November 1924 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 282 Drittes Blatt Strecke Sitzunstsbericht. 36 Sladtvev» der Drup big 6 werden. // LI KORE STUCK LIKÖRE Hungen) 1.21, Strecke hen: P. (von P. 6.12. ordnete. Beihilfe an die Beamten pen 1 bis 6. Anwesend: Oberbürgermeister Keller, Dür- oermeister Krenzien, die Beigeordneten Dr. Seid, Dr. Frey. Kommerzienrat Ä [ i n_g sp or. Justizrat Dr. Rosenberg und c. Sitzung der Stadtverordneten. Dietzen, 28. Rov. 1924. Die heutige Sitzung deS HauseS befchäftigte sich nur mit kleinen Bor lagen, die ohne toc tcicn Aufenthalt passierten, so datz schon nach halbstünd ger Decatang ter ganze Stofi erledigt war. Einige soziale Angelegenheiten tourten, rv.-e immer, in einmütiger Groft.üg'gkest dem Vorschläge der Dertoa.tung entspreche.ro behandelt. Die interessante ten Dinge der Sitzung kamen ganz am Schluh unter „Mitteilungen" zum Vorschein. Da horte man von manchen schönen Plänen, z. D. Gaspreis-Abbau, Vereinheitlichung der Strahenbahn- f a h r p r e i s e. dei«n Verwirt ichung die Bürger- schäft sehr gern sehen würde. Hinsichtlich des Gaspreises z. B. ist es ja auch gar nicht notwendig, daft wir so ehrgeizig fein sollten, foglr Siantfurt üb.-rflügeln zu woll.n. w.r wollen eS doch lesser u n t e r flügelnl Don besonderem Interesse war e.n Antrag der demokratischen Fraktion, der die Wiederaufnahme des ZinsendiensteS für die städtischen Anleihen fordert. Unf-reS Wissens hat de Deutsche Dol'spartei be?e ts vor einigen Wochen eine dis gleiche Ziel verfolgend« QLiregung an die Stadtverwaltung gerichtet. Der ho-stige Antrag ter Demokrat schen Fraktion wind also die Plattform zug'anslen ter flöht schen Anleiho- glädb.qer, rnsdcsontere ter Kleinrento« noch verb i eitern. Hoffentlich gelingt es nun im F n n -r ausschuh, ten Anrg mg n tei beiten Fr ktionen zum Erfolg zu verh Len. W r würden e.n? solche Lösung im Interesse unserer Kleinrentner mit Genugtaang begrüben. Dah wir natürlich auch dem SchulhauSbauprojekt die alle.beste Lösung wünschen, die sich unter den heutigen Verhältnissen erreichen läht. brauchen wir wohl nicht noch besonders zu te grünten. Den Deamten ter Gruppen 1 soweit sie bedürftig sird. dieselben Beihilfen gewährt wie sie ter hessische Staat seinen Deamten ausgezahlt hat. Statev. Mann verwahrt sich bei dieser Gelegercheft gegen «n Geschwätz in ter S-adt wonach er im Finanzausschuh gegen diese Beihilfe gestimmt habe. Dieses Gerede beruhe auf Drünberg — Lollar — Dle- Londorf) 5^9, P W. 726, P. 2.37, Absahreate Züge. Dietzen — 5 ranffurt. P Vaterlandsliebe und Staatsgesinnung. Sin Wort an die Frauen von Marie Do asset. „Mein Vaterland!" — wie schön ist das Wort schon' in leinem nutzeren Klang und Rhythmus, welch edles Pathos spricht daraus! Lind der Deutsche sollte das hohe Gut nicht lieben, für das er in seiner Sprache ein so herrliches Symbol geschaffen? Wie ccht ist in thefen Jahren die Bete gefallen: Die Deutschen haben kein Rationalgefühl. — Die so sprechen, haben wohl die heroischen Leistungen des Volkes während ter Kctegs;ahre vergesst n Welche Heldentaten haben unsere Soldaten vollbracht, so dah sie „die Enden der Welt haben erschüttern machen". Richt im furzen Rausch ter Begeisterung, sondern durch vier lange Jahre hindurch haben sie mit stet- erneuter Kraft die Feinte nietergehalten, biS die vielfache Llebermach: sie endlich niederzwang. Rie hätte äutzere D.sziplin, anerzogenes Pflichtgefühl dies allein vollbracht, es war die Liebe zu Heimat und Vaterland, die ten inneren Impuls dazu gab. Auch das Heimatheer ist nicht zurückgeblieben in ausdauernder Kraft und Opfersiun, es hat, wie ein bekannter Führer ter deutschen DolkSpartei erst kürzlich noch hervorhob. List- geheuerlicheS an körperlichen und seelischen Entbehrungen erLtten. Lind ter englische Erna hrungSminister hat nach Einsicht in die damalige Lage Deutfchlands öffentlich sein hohes Erstaunen und seine Dewunterung ausgesprochen, dah ein ganzes Volk solche Leiden so lange Zeit hat ertragen können. Welch lieblose Kurzsichtigkeit, welche kalte Anmahung — denn ter Betreffende nimmt sich selbst natürlich aus — spricht aus dem summarischen Urteil: Das deutsche Doll kennt keine Dater- ton beliebe. — Wir wollen es lieber mit unferm arotzen Dichter Gerhard Hauptmann halten, ter Mrzlich erklärt hat: „Ich stimme mit niemand überein, ter dem Deutschen Ra'llonalgesühl absprechen will. Ich glaube, datz im deutschen Wesen eine unzerstörbare Kraft alS letztes Ge- meinsanres lebt, und will das glauben, solange ich atme." — Und d.ese unzerstörbare Kraft, was ist sie denn sch'.iehlich auderes als das unauflösliche dkb-gebauten-iüi)len an die deutsche Erde, an deutsche Art, deutschen Geist! 2ö>er es gilt nun, dieses instinktive Gefühl, diese oft nur dunkel empfundene Dindung herauszuheben aus ter Sphäre des Unbewussten, in unser Denken und Wollen aufzunehmen, Gefühl und vernünftige Einsicht miteinander zu verbinden. Es gilt, die Vaterlandsliebe mit der Staatsgesinnung zu vermäh° len. Denn wir besitzen unser heitzgeliebtes Vaterland ja nicht unmittelbar, es gehört uns nicht wie Haus und Hof, die wir nach unteren eigenen Wünschen gestalten können. Wir haben es nur in ter Form des Staates, urrd zwar als ein Staat unter anteren Staaten. Ständig gilt es, für ihn auf ter Hut zu sein — auch in Friedenszeiten, Gefahren von auhen abzuwehren, mit ten anderen Staaten in dasjenige Verhältnis zu kommen, das dem Interesse des Volksganzen am meisten dient, beziehungsweise am wenigsten schadet. Rur die Zusammenfassung nn ©taatSgcbäute sichert dem einzelnen die Segnungen teS Daterlandsbes.tzes. Der deutsche DuichfchnlstSbÜrger — besonders auch die Frau — aber hat zu dem Staat nicht daS rechte Verhältnis: er betrachtet ihn als etwas Fremdes, abseits Stehendes, ja sogar alS etwas Feindliches, als drückende Belastung: er sollte sich vielmehr als Teil des Staates betrachten, als mitverantwortlich für sein Gedeihen und Ansehen. Der reife Staatsbürger) »ter die Staatsbürgerin wird sich nicht allein dem dunlel tappenden Ge.ühl überlassen, sondern sich im Bewusstsein seiner Verantwortung um wirkliche Einsicht in die jeweilige Lage fernes Staates bemühen, er wird sich nicht mit ter allzu bequemen Kritik über das, was „die da oben" machen, begnüaen, noch unmögliche Forderungen stellen, sondern an seinem Teil mitsorgen, mittenken. mit auf Auswege sinnen tn den äuheren und inneren Röten des Volkes. Auch von der Politik gilt daS Wort Goethes: Die Kunst bleibt Kunst, wer sie nicht durchgedacht. Der darf sich keinen Künstler nennen. Hier Hilst daS Tappen nicht! eh man was Gutes schafft, Mutz man eS erst recht sicher kennen. Strecke Gelnhausen — Dietzen: P. W. (von Hungen) 6 23. P 7.26, P 9 40, P. (von - - P. W. 3.10, P. 7.55, P. W. 9.36. Die Deut sche DolkSpartei hat (WJ«1 ten hohen GaSpreis Stellung genommen und hier um Abbau ersucht: nachdem in Frankfurt das Gas 18 Pf. je Kubikmeter koste, könne Stehen nicht auf 22 Pf- stehen bleiten. Der Oberbürgermeister b merkt, nachdem die Betriebs- devutativn sch mit der Angelegenheit beschädigt habe, werte am Montag im Finanzausschuh darüber beraten. Eine weitere Frage nach der Emfuhrung von Schülerkarten auf der Strahenbahn wird dahin beantwortet, dah diese Mahnahme nicht ins Auge gefatzt, dagegen die Dereinheit- lichung ter Fahrpreise geplant wird. Auf eine Frage der Fraktion ter Freien Vereinig ung nach ter Stellungnahme zu dem Schulhausbau-Projekt wird geantwortet, datz in der nächsten Woche die Schuldeputation da über beraten werte. Der Dau zweier Schul- Häuser würde nach einer inzwischen aufgestellten Berechnung etwa 1 Million Mark kosten, cs solle geprüft werden, ob em oder zwei Schulhäuser zu bauen seien. Zur Vermeidung von Irrtümern betont Stadtv. Prof. Dr. Kraus- müller, dah ein Dewerb. hauS-Reubau bzw. die Erweiterung des Gewerbe Hauses in keinerlei Konkurrenz zu der Dolksschulbaufrage stehe, welch letzterer seine Befürwortung zu geben er bereit fest 4 Einer Anregung ter Kommunisten, die Turnhallen in ten Schulen ten spvrt- tre i ben den Vereinen im Winter umsonst zu überlassen, konnte die Verwaltung nicht entsprechen. die Mietpreise sollen ober auf die Hälfte ermässigt werten. Dieselbe Regelung soll für die Denutzung ter Singsäle durch die Gesangvereine gelten. Die Preise für Brausebäder im Volks bad werten von 30 auf 20 Pf, für Erwerbs iose auf 10 Pf. herabgesetzt. Das Dolls- bob muh sich noch Einrrahmeauellen Vorbehalten, da es noch eine Reihe von Verbesserungen vor- zunehmen hat. Denn diese erledigt sind, sollen auch die Däderprerse nachgeprüft und neu festgesetzt werden. Die Demokratische Fraktion beantragt tei ter Stadtverwaltung, doch zu erwägen, dah ten Zeichnern der städtischen Anleihen toteter ein Zinsendienst gewährt werte, etwa 2 Prozent. Der Antrag geht an ten Finanz- ausschrtt- , „ Schluh der öffentlichen Sitzung Die Reichs-Teuerungszisfer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stellt sich für den 26. Rovember auf 122,2 und ist demnach gegenüber der Vor- tovche nahezu unverändert geblieben. Wir müssen uns eingestehen, datz dieser Drozetz ter Vereinigung, ter nur Im Gefühl verankerten Vaterlandsliebe mit bewusster Staats- aesinnung bei und Deutschen noch in ten Anfängen steckt. Letter hat ter französische Pro- feffor Verrnil in Strabburg mit fernem kürzlich getanen Ausspruch recht: Es fehlt ten Deutschen der kostbare Mörtel, ten totr glücklicherweise uns äu bewahren gewuftt haben, trotz un ever politischen Verschieden heiter: Das Staatsgefuhl. — Dieser Mangel ist ja der tiefste Grund ter traurigen Zerklüftung in unfern Ok>Ite. Jeter folgt nur seinen gefühlsmatztg tefhmmten Anschauungen. zu gering ist noch das alte txrbin» tente. über allär Versch.etenheiten stehende gemeinsame Interesse für die nationale Gemein, schäft Wie weit find wir noch von der Erfüllung jener Forderung entfernt: .Staatsburgerl che Se- sinnrrng ist Gemeinschaft mit A.ttersdenkenten und Anderswollenten." , Aber es scheint, als ob in ter letzten Zeit ein Erwachen durch weitere Krmse gehb Sharaft teristisch sind die kürzlicy in die Oeffentlichk.st gedrungenen Aeutzerungen v.eler. wie ste erst nach innerer Erschütterung ihre Zustimmung zu dem Londoner Abtonnnen gegeben haben. Alan spürte hier fast hörbar ten Prozeh. wie sich Die Einsicht in die Staatsnotwendigkeit im Kampfe mit dem ursprünglichen, aber einstig bestimmten Gefühl durchgerungen hat. Immer mehr setzt sich auch die Er-kenntnis durch, datz es nur vergeudete Kraft und Energie betenten würde, ten Streit um die etaatiform fortzusehen. Innere Llmstellungen. Als wesentlichste Aentevui^Mi Boomet bei dieser UmfleLLung bn Tenxxbt: 3) Stiecke G lL tze n—F ron Ue r t: Wegfall teS Rächt chl'elMrgs Köln— Franken—Basel, in ©leben ob 2 52 X and teS Gegenzug.-S 'Saftel— Köln, in (Sieben öb 3.45 V. Wglaü des beschleunigten P. 1401/1402 Lrnvbucg-Fraiikfurt über Sieben. Rach Frankfurt tn Sieben ab 8.45 D., nach Limburg in Greben ab 9.20 V. Dafür verkehrt ein beschleunigter P. Kasel— Frankfurt, in Sieben ab 9 34 V.. tn ter Gegenrichtung 9 10 R. Der Schnellzug Frankfurt-Köln, bisher Stehen ob 855 D fällt weg. dafür Der- kehrt ein Schnellzug Fvanksuit—Hagen-Efft-n- M.-Gladbach, in Sieben ab 8.42 V., in Siegen besteht Arrschluh durch Limiteigen tn einen Eilzug nach Köln. Der (Segen^ug fährt in Stehen iurch Rich'uiig Frankfurt um 9 58 R und Hal in Siegen wieder Eilzugsanschluh auS Richtung Köln. D. 57/58 fallen weg. Reu D. 175/176 siehe Strecke Dietzen—Dillenburg. b) Strecke G iehen— Limburg: Der beschleunigte P. 402, bisher (Sieben ab 8.30 V., fährt jetzt 8.52 D.. P. 426, bisher (Sieben ab 1,46 R, fährt um 2.00 TL c) St recke G ie hen—Dillen bu r g: P. 1633 bisher (Sieben ob 3 48 R.. fährt 3.40 D., D 57 mxb Hagen und Köln fällt fort, (Sieben bisher ab 6.43 QL D. 58 Köln—Hagen nach Frankfurt fällt fort, (Sieben ab Iw Ä. Reu D. 175 (Sieben ab 1.46 R. nach Hagen, in Siegen 2b» schluh mit Stlzug nach Köln. Reu D. 176 von Hagen nach Frankfurt, Giehen ab 1.09 2L, in Siegen Anschluh von Äbln. d) Strecke G ic tze n—G eln hau f en P. 508, bisher (Sieben ab 1.35 R., fährt 1.43 R. e) Strecke Gründer g—L o l l a r—G i» ben: P. 2553, bisher Grünte g ab 6 10 V.. fährt 610 V. P. 2563 bisher Gran berg ab 5 10 QL, fährt 4.55 QL, P. 2560. bisher (Sieben ab 3 03 Ql., fährt 3.06 QL, P. 2568, bisher (Sieben ab 6.50 D fährt 6.45 QL W 4 05,'P.'6.42, v- 7.31, D.’8.05. B. P 9 34. P. 9.55, P 12.32, P. 2 45, B P 3 28. P. 5 36, P. 7.39, D P. 8.31, Ellzug 8.58, D. 9.49. D. 9ch8. PmM-§°ddciitsl-k Slifftnlotttrit: am Freitag, dem 5. Dezember 1924 bis abends 6 116r, muh die Erneuerung der Vofe jur 3. fitaffe 24./250. Vo terie bet dem zuständigen Votterle-Einnebmer erfolgen. Andernfnlls verliert der ?vieler fein Anrecht auf das Voß 3. Klaffe und in Anbetrnch, deS Aianaelö an Voten die Möglichkeit zum Weiterfoief tn .-iefer Votierte. Die p.lcbung beginnt am Freitag, dem 12. De- xember 1!»24. ES kommen 9000 (9eiulnne im Getarnt- betrage von 1 411000 Goldmark zur AuStvielung. Der Höchngewtnn beträgt 10)000 Goldmark. Wfcid Llnwohrheit, was Oterbürgermcifter Kell er und Stadtv. Pros. Dr. KrauSmüller bestätigen. Kleine R otst andsarbei ten. z Für die Einrichtung von kleinen OlotstMidS- atteücn wird ter erforderliche Kredit in Hohe von 1750 Ml. bewilligt Verbilligte BrotauSgabe an Minderbemittelte. Für die Fortsetzung ter bisher auS Reichsmitteln bewirkten Drotverbilligung Mitte- mittelte für die Zett vom 1. Rovern ter 1924 M »um 31. Marz 1.125 wird ein Qtetrag von 10000 Mark tew lligt. Die Bezugsterechtuften werten Bonds erhalten, die ihnrn die MögllchLeit geben, das Brot bei einem beliebigen Bäcker zu beziehen Zur Herstellung des Brotes wird die Stadt Mehl kaufen und es an die Bäcker abgeben. Sin Brot soll 25 Pfg. kosten. Mädchen- und Knabenhort. Der im Voranschlag für 1924 bierför vorgesehene Kledit wird bei ten sachlichen Kosten des Knatenhorts von 500 auf 950 Ml. und tei den sachlichen Kosten des Onätetenbovto tx>n 200 auf 500 Mark derart erhöht, dab aus dieser Erhöhung jeder Zögling des Hortes täglich V* ßiter Vollmilch itnd einen Wafserweck, wie tn ten CBor- kriegsjahreii, erhält. Es hantelt sich hierbei vurch- toeg um Kinder in schlechtem Ernährungszustand. Arbeitsvergebungen und Olmschaf- f u n g e n. Der 'chaffung von Musfenvohren für das Gas- und Wasserwmck (Kosten 2888 Mk.) und ter Beschaffung von 50 Patent-Gasautomaten (Kasten 2556 Mk.) wird nachträglich zugestimmt. Die Liefeiung einer Ersatz-Arkumulato^n- batterie für das Elektrizitätswerk soll dem Mindest fordernk'en übertragen werden. Em Kredit von 15 000 ORk. wird zur CBerfügung gestellt. Der Firma Faber in Düren Wwd die Lieferung von Rosistäb^n zugesptwchen. Kredtttewilli- gung 1450 Mark. _ . . „ Don ten Siemens-Schuckert-Werksn sollen vier Katelkästen für das Slektrizitä^werk bezogen werden. Kreditbcwilligung 1400 OKI. Dau fachen. Für die Llmwandlung ter Cbuveaanäume im Seitenbau Asterweg 9 zu einer Wohnung Wird ein Kredit von 600 QM. bewillig. Der erforderliche Kredit für die Anpflanzung von Obirfenbäumen am 2ll:en Rödgerweg wird in Höhe von 350 Mk. gewährt. Ein Daugesuch des L. Ovehrum, Credner- strafte 20. und die Anbringung eines 5irmeiT- schildes der Frau Minna Brauer, Marktstrafte 21, werden genehmigt. Deut scher Städtetag. Die Leistung eines einmaligen Beitrags an den Deutschen Slädtelag in Höhe von 510 Mk. wird beschlossen. Schankkonzessionsgesuche. Die Schankkonzessionsgesuche von Karl Doller, Bahn hoi strafte 53, Heinrich Raaf, Wall- torstratze 34, und den WasserhäuScheninhatern Frau H. Lehrmund, Georg Burk, Frau Gl-.se Dietz und Karl Gerstenberg werten befürwortet. Mitteilungen. gewaltsamc Olenterungen ter jetzigen StaatSform bringen nur Unfrieten, Llnruhe, Zerrüttung, wir aber brauchen Frieden, Ruhe, Stetigkeit Aufbau. Das ist zunächst nur auf ter bisherigm Grundlage zu erreichen. Llnsere Wünsche für die Zukunft müssen ft'ir ruhigere Zeiten zurückgesdellt werten. Es mag uns schwer werten, uns in die veränderten Verhältnisse zu finden, und wir wollen die Erinneiung an unsere stolze Qtergangenbeit pflegen und heilig halten, aber zugleich wollen wrr unfeiem OZaterland auch in seiner jetzigen Staatsform mit Herz und Hand dienen, unsere subjektiven Empfindungen tem Wohle des DolkS- ganzen unterordnend. Das ist Q3aterlandssiete und Slaatsgesinnung. So find die ersten Ansätze des äuberen Wiederaufstiegs von hosfnungsvollen innerp)litischon A.ftängen begleitet. Politisches Denken, polliifche Einsicht ist unverkerrnbar im Vbachsen. Es ist ja nur eine halbe Wahrheit, was in allzu grobem Pessimismus so.oft gesagt wird: Die Deutschen sind nun einmal ein mrpolilifches Volk. — Dewitz, der politische Sinn ter Deutschen ist erst im Erwachen. Die Franzosen, die Engländer sind uns in dieser Hinsicht weit voraus, denn sie blicken auf eine ^ahrhuntertlange Geschichte ihres geeinten Landes zurück. Wir aber sind zuletzt auf- gefianten unter ten groben Rationen, erst spat haben wir uns die äuftere Einheit errungen. Doch vor u ns liegt die Zukunft. Wie sollte ein so h)ch- begabtes, arbeitsames, tenkstaries Volk, wie das deutsche, bis in alle Ewigkeit untaugltch sein Aur Politik? Wir haben die anteren Völker in der Technik überholt, ter Aufschwung unserer Industrie, unseres Handels hat uns ten Reid ter ganzen Welt zugezogen, wir haben die groben geistigen Zeitströmungen ter Ve ganaenteu und Gegenwart in ter Tiefe ersaht und gi-ündl,ch verarbeitet, wie keines der anteren Völker es getan, man denke an die Aufklärung, die soziale De we gung, die Frauenbewegung — wir werten auch ten spröden St oft ter Politik meistern lernen.» , . ... Dizu ist ater nötig, datz jeter einzelne sich bewusst in ten Dienst des Reiches stellt: wir haben jetzt ten Volksstaat, ter alle Schichten an ter Gestaltung tes Staatslebens teie.ligt we- nigstenS ter Form nach. Jetzt gilt es, diese sorm mit tem rechten Geist zu durchdringen, das (SX> fühl innerster Verantwortung für ten Staat und die nationale Gemeinschaft zur vollen Lebendigkeit zu erwecken. Vielleicht wird sich dann einst das Prophetenwort unseres Schiller erfüllen: „Das langsamste Volk wird alle die schnellen, flüchtigen einholen." _ t Wenn die deutschen Frauen sich mit dieser Hellen Hoffnung erfüllen, dann werten Lauheit, IDahlmüdigkeit und Llnentschlossenheit in ihren Reihen keinen Platz finden. Sie. deren Zahl die ter wahlberechtigten Männer übersteigt, werden sich ihrer groben OZerantwortung gegenüber Vaterland und Volk tetoubt fein, denn ob und wie sic von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, wird für die Zusammensetzung ter neuen gesetzgebenden Körperschaften von ausschlaggebender Bs- Darum" deutsche Frau, erfülle deine Pflicht an dem Entschcidungstage und wähle so. wie es tem Wohle von Vaterland und Staat entspricht! Strecke Dietzen — Kassel: P W. 527 P. (nach Londorf) 6.13. P 6.42, P 8.24, D 816, D. P. 10.19. P. 12.32, D (nach Lvii- dorf) 3.08, P. 3.40, P 6.20, P (noch Londorf) 6 45, P. (biS Marburg) 8.00, D. P- 9.10, ü. 11.32, D. 12.09. Strecke Dietzen — Koblenz: P. (Sonntags) 5.14, P W 5 37, D. 8.11. B. P 8 52, P. 10.21, P 12.32, P. 2.00, P. 3.58, P. 6.15, P. (biS Limburg) 10.14. Strecke Dietzen — Köln: P. W. 5.14, P. 6.30, P W (bi« Oveylar) 6 58. D. 8 42, P. 11.25, D. 1.46; D P. (biS Hagen) 3.15, P. 3.40, P. (biS 'Veydvrf) 525, P. (bi« Estorf) 823, P (bi« Haiger) 10.23. Strecke Diehen — Fulda: Duterzug W. 7.13. P. 8.16, P 12 30, P- W. 3.40, W. (autzer Sonntag, bl« Grünberg) 5.35, P. W. (biS Dg-Qld.-Denrunden) 6.46, P. 7.38. Strecke Dietzen — Gelnhausen: P, W. 5.34, P 8.16, P. 1.43, B W 4 34. P W. (bis Hungen) 5.30, P. 6.42, P. W. (biS Hungen) 8.43. Strecke Dietz en —Loklar-D r ün- b er g: P 6.13, P 3.08. P 6 45 (Werktag« bi« Geilshausen, Sonntag« bl« Londorf). Der neue Fahrplan. Olb 30. Rovember tritt ein «feuer Fahrplan tn Kraft, ter auf tem OJabnbol ®lfr Den folgende Reuordnung ter Zugsolge bringt Ank»m«eabe Züge. Strecke Frankfurt - Dietzen: PW. 6.25, P. 8.03. D. 8.07, D. 8 34, D P. 10.13, P 12 24, P W. (von Friedberg) 2.03, D. 1.38 P 3 30. D. P 3 03, P. 6 09, P 6 37, P W 7.50, D. P. 9.03, P. 9 46, D. 1122, D. 11.55. Strecke Kaffel — Dietzen: P (oo* Londorf) 5.29, P 6.24, P W. (von Londorf) 7 26 P. W. 7.44, D. 7.17, D. 8.00. B. P 9 26, P. 9.50, P 12 25, P 221, P (von Londorf) 2.37, P 5.15, P (von Londorf) 6.17, D. P. 8.25. P. 8.58. D. 9.44, D. 9.48. Strecke Koblenz — Dietzen: P (von CimbuTfl) 5.57, P W (von Limburg) 7.27, P. 9.43, P (von Limburg) 2 13, Sonn- und Feiertags 2 28. P. 4.26, P. (von Limburg) 5.56, P. (von Limburg) 8.25, P 9 33. D. 1122. Strecke Köln — Dietzen: P. (von Dillenburg) 6.35, P (von Betzdorf) 7.44. P W. 9 24 P. 1221. D. 12.58, B P. (von Hagen) 3.20, P 5 24 P W. (von Wetzlar) 6.38, P. W. (von Betzdorf) 7.33, D. 9 48. P. 10.24. Strecke Fulda — Dietzen: P. W. (von Grünberg) 6.20, P 7L8, P. 11^7. P. W. 4.27, P. 7.34. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Gestaltung der Börse In der letzten Doche zeigt, daß sie auf dem Wege ist, sich unter den allerdings äußerst erschwerenden Hemmungen aller Art zu einer gesunden, organischen Form durchzuarbeiten. Don dem irreführenden Ziel der Spekulation auf dem Rentenmarkte, wandte sich das Interesse recht lebhaft den Industrie- aktienmärkten zu. Boran gingen die ©roß- banken, die mit Aufkäufen größeren Stiles dem Publikum Anregungen geben wollten. Daß dieser anfängliche Hausseangriff nicht voll und ganz gehalten werden konnte, liegt weniger daran, daß die führenden Banken die Gewinne sofort realisieren wollten, als vielmehr daran, daß eine Wiedeiausnahnne dos Terminhandels in Effektn bei den derzeitigen Steuersätzen noch immer eine -Unmöglichkeit ist. Trotzdem hat sich die feste Tendenz für schwere Papiere fast durchweg behauptet, und es ist nur ratsam, auch weiterhin diese Spezialitäten zu begünstigen, da schließlich doch in absehbarer Frist der Börsenkurs wieder der Gradmesser für den wirklichen Wert eines Unternehmens fein wird. In diesem Zusammenhang ist die Frage der Umstellung brzw. der Zusammenlegung der strittige Punkt. Das Umstellungsverhältnis der Deutschen Dank z. B. hat in weiten Kreisen die vvrausgehenden Erwartungen getäuscht. Das Beispiel eines solchen führenden Unternehmens ist freilich nicht dazu angetan, für di« noch unbekannten Umstellungen Günstiges zu erhoffen. Es ist dies jedoch eine durch und durch abwegige Ginsteslung. Mit der Dilanzierungspvlttik der früheren Jahre und der Inflat onsepoche muh gründlicher aufgeräumt werden. Die Goldbilanz soll weder verschleiern, noch unter Bildung stiller und stillster R f.-rvm der Dorsichts- und Mach!» Politik der Verwaltungen dienen, sondern die Goldbilanz soll klipp und klar den Aktionären dartun, wozu die Gesellschaft imstande ist und in welchem Ausmaß der Status erhalten werden konnte. Erfreulicherweise haben nicht wenige Gesellschaften sich zu des.-m Standpunkt bekannt: merkwürdig für das Dörfenbild bl.ibt nun freilich eine mannigfache Divergenz zwischen den einzelnen Werten. Die so vorsichtigen Gesellschaften müssen doch in absehbarer Frist ihre Fehler korrigieren. Der Geldma.rkt ist nach wie vor leicht angespannt: langfristige Kredite sind kaum zu haben. Aus dem Ausland mehren sich die ©tim- «men, die vor der deutschen Pilgerfahrt nach Krediten wa-men. Man schlägt ■ vor, von den großen Indust ie- und Ba.-ikengruppen Sammel- kredite aufzunehmen, was für beide Teile von grobem Vorteil fein würde. ♦ * Bekanntmachung des Berliner Börsen vor standest Vom 1. Dezember ab werden sämtliche Devisenkurse in Spannung von 0,25 Prozent zw schen Geld- und Briefkurs, sämtliche Dan knot enru ifte in Spannung von 0,5 Prozent zw schen Geld- unZ> Briefkurs an hiesiger Börse gehandelt und notiert. Soweit die Spannung Bruchteile von Pfennigen ausmacht, ist sie auf 0,1 Pfennig abzurunden. Vom 1. Dezember 1924 ab werden Oesterreich sche Kreditanstalt-Aktien, Wiener Bankverein-Aktien und Wteeer äinrmibank-Attien in Mark pro Stück an hiesiger Börse gehandelt und notiert. * Mannesmann-Mulag (W o t o r e n- und Lastwagen A. -©.), Aachen. Die in Aachen abgehaltene Generalversammlung genehmigte ohne Erörterung den Rechnungsabschluß für 1923 und die vorgefchlagene Verwendung des Reingewinns von rund 18 344 Bill. Mk. kn der GoldTnarkeröftnungsbilanz. Der Verwaltung wurde Entlastung erteilt. Weiter stimmte di« Hauptversammlung der Goldmarkerössnungsbilanz per 1. Januar 1924 zu, die einen älebeifchuß des Vermögens über die Verbindlichkeiten in Höhe von 5 702110 Gm. ausweist. Dieser äleberschuh gestattet die älmstellung des Stammattienkapitals im Verhältnis von 5:1 auf 5 Mill. Gm., so daß nach erfolgter Abstempelung die bisherigen 1000- Mark-Staminaklien auf 200 Goldmark lauten. * Deutsche Werke 21.=©., Berlin. In der außcrordentl chen G meralversammlung wurde die Goldmarkerö.fnungsörlanz per 1. Januar 1924 genehmigt, und damit auch die Hmftellung des Aktienkapitals von 750 Millionen Papiermark auf 29 Millionen Goldmark, und zwar in der Weise, daß jede 2Iitie über bisher nom. 1000 Mark Lit. A auf den Betrag von 40 Goldmark und Lit. B auf 20 ©oldmark herabgesetzt wird. Frankfurter Mendbörse. Frankfurt a. M., 28. Rov Die Abendbörse war weiter fest für Industrieattien, di« lebhatz umgefeht wurden. In den Vordergrund gerückt waren namentlich Chemie- u 2> Bankaktie t. Reue Rachfrage nach diesen Wer.eir bewirften weitere ansehnliche Kurs>te:ge ung-rn. Am Banke markt stanken Rciä)sba.kanteile an der Spitze, dos Papier machte ei en neuen Kurs'pvung von 60,75 aus 63,50. Auch am Anleihemartte kam das Geschäft wieder e was in Fluß. Kriegsanleihen eröffne ei zu weiter gebessertem Kurs mit 875 und schlossen mit 880. 3prozemige Reichs- aileihe 1475, 3Vrprozcntige Preußische Konfv'S 1400, 3prozentige do. 1200, Pari-Schätze 720, 4'/st>rosentige Preußische Schätze 475. Der Mon° tonrnarft hat an feiner Lebhaftigkeit wesentlich eingebüßt. Die Kurse konnten sich zumeist nur behaupten. Buderus 16 Deutsch-Lupembuvg 76,50. 2Ho mesmann 53, Mansfeld 4. Phönix 49 RHeini che Dvmnkdhlen 35,90, Rh-ft.stahl 44, Rieneck Montan 40,75. Tellu? 2,6. Von oberschlesischen Werten hatten Laura eine neue Kursavame (8,13). Von Kaliweiften ncti-r en A chersleoen 14,40, Westeregeln 17,50. Chemische Werte weiter befestigt. Maische Anilin 24/0, Chemische ©re * heim 22, Sch ft eanstalt 19. Elbersel er Farben 22, Th. Goldichmidt 19, Höchster Farbwerte 22,13, Holzveek hlu g 7 9 Rütgerswerke 16 90 bi; 16,75. Der Clektr markt lag ru :>ig bei kaum veränderten Kursen. Devgma-nn 17,50. Licht u ch K aft 7.50, LaHmeyer 12X> bis 13. Schlickert 57 und Mainkraft 9,75. Von Danken tour en umge etzt Komin :rz bank 5,95. Darmstädter Dank 11.75, Deutsche Da ft 11,75 bis 11,90 bis ft 1.8. D utsche Verein-- bank 0,3, Diskonwkommandit 15.50. Dresdner Dank 7.9, Metallbank 16.2 ', Mit eldeutsche Kreditbank 1,85. Rheinische Kreditbank 3.1, Oester- reichische Kreditak.ien 0 33, Schis,ahrtsaktien unverändert, Hapag 26,50, Rorbd. Lloyd 3 6, Baltimore gingen zu 54,50 Billionen Prozent um. Sonst wurden noch notiert: Kleyer 2,3, Daimler 3,1. wvrorny wrv Wittekind 6.13. Aschaffenburger Zellst oft 23,50. Waidhof 9,40. Badischer Zucker 2,8, Holzmann 4.9, Hoch- und Tiefbau 1.75. Dtzcker- h.-ft und Widmann 4.65, Heddernheimer Kupfer 6. LechwerLe 17,9, Hämmeren 18,50, Jung Hans 12,25, Meiallgftellschaft 16, Rhei^ftsche Metall 9,1. Ehe- mitche Mainz 9,50, Dingwerke 3.75. Börsenkurse. ftranffurtit M TflHentn Prozent Sdjlufoh. U,öo 1,476 2,20 56,5 3,80 23,13 4.95 1,48 1,112 17p 9,75 57 16 1,63 24 4,9J 131 6 118 12 21,50 7,76 27 17 40 9,25 8 8 56,60 24.4 19 92 22,13 1 9 16, 6 19 23,60 13 16 76,50 120t) 11.65 12,20 15,96 18,76 0,185 2,3 3,1 24,65 3,< 0 9,40 17,13 65,75 64 75 2,3 3 6.96 11 7 11,73 15,50 16,? 1,65 0,830 4,8 11.80 ’3,4C 18 30 0,75 21,30 16,75 0.85 16 2.625 2.73 9,13 15,63 14.9j 80 102 11.4 16.81 7,5 15,4 48,?6 42,25 40,5 u 8i 1 010 J 975 l.ltO 0 51 . ,120 1,23 1,25 1,16 4, 88,5 9,26 40,5 125.6 6 11,50 12 •) Vom Rückzahlungswert. t) Goldkurs. 15,50 1,9 0,37 C,28 70,13 15,9 13,25 7 ,75 78 5 U2 75 14 17,40 7.82 15,20 48 62 43 41 4,9 11,76 24,13 18,70 21,40 21,90 16,62 14,4 17 50 8.» 49 <4 40,7 2.6 26,50 3,6 16,62 1,76 V,"7 0,3 i 69,75 16,30 12,30 75 79,25 .01,76 '4 16,6- 7 14,13 47 40.60 9,40 2,8 0,8 1,5 2., 2.9 92 24,50 3,50 9,IC 16,8 66 84,5 2,2 2,9 8,1 5% Deutsche Wcid)«an(e1ftt NrichSmileiht . iHcichoanktbe s*'- Deutsche ReichSanIkihe Deutsche Svarpramtenan leiht <% Preuhische ÄonfoU . . . 4* o Hessen . . . »*/.•/« Hessen x/- Hessen........... <•/» HoOhtrten ........ 6% öolbmerltanet Berliner Handelsgesellschaft Sommer», und Prtvat°Bank Darm ft- und Naitonaldaut . Deutsche Bank........ Deutsche BeremSbank . . . DiSconko Lommandit . . . Mekalldank Mitteldeutsche Treditbank. Ocsttl reichische Sredtianftalt Deslbank Bochumer Oai ...... BuderuS....... , ttaro Teutsch-Lnrembarg...... Gelsenkirchener Bergwerke, . Harvener Bergbau ...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütte Clxtbeharf tHkb^if Montan....... ItHuÜ Bergbau. ...... Hamburg-Amertka Paket. .. Norddeutscher Lloyd Tyeramische Werke «Iht» , Zementwerk Heidclbera .. Pdiltvv Holzmann ....... Anglo-Tont -Guano . . - , , Badische Anilin..... , . Chemische Mayer «lavtn . . Goldschmidt . . . ... , , Gries «imer Electron .... Softer Rarbtoerte ...... Holzverkohlung . . ...... Nütgerswerke ........ kcheideanssal» SJOfl. TlektriitiatS-Sefellschasl Bergmann Mainkraftwerf«....... Schubert . . . ........ Lumen- 4 HakSkk...... ONtrroerft .gleyer ..... Daimler Motoren. ...... beyliaenftacdt. ........ Meguin......... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . 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Lissabon - ■ *rt~* i " ■ ■■ 110,Uk 20,47a 62,21 73,68 11?,18 10,^6 18,-0 19,12 4,21 £2,37 31,27 *».59 8.WS », 63 ‘th ä 6,12) 18^6 Santa 1»3,2d 20 49 61,94 73,ö2 112,62 10, 3 18.20 19,425 4,11 42,40 8-1,39 07. 6 6,906 12,57 6,64 $ ’üi 6.1U 18.41 oteau 176,07 20..9 62,26 73,96 11-,16 10, 9 16,30 19,525 4,21 22,52 81,2.» «7,3) 8,936 1i,63 6,6 VO -«,67 1^2: 6.« 6.13 18*5- voKa eil voll uollDod loupoll 1 oitvoll loh doll voll voll voll voll voll Voll l ol. voll voll voll voll voll voll voll voll voll uoU voll uou voll uoU oll vOU voll voll voll vvU voll Frrn«. 98. Novbr. OfP) 1 •Htpdtu °i. Amrrlkantiche Rota , Belgische Noten ........ Dänische Noten..... . Tnglische Noten. ....... g-rnntöfiMK Note» ...... Holländische Noten ...... Atnlienische Noten ...... Norwegische Noten ..... Schwedische NotL ...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Note» . . Ungarische Norc» . . * 4," 20,3'. 12,19 183,6 13,19 W 2,16*1 112,42 80,75 57.G6 12t>4 5 6.60 4,21 10,41 3,63 19.52» K.51 U9.92 W,2» et. io 6,915 2,18 1'2,98 61,1 67,34 12,60 0,62 roll roll voll doll 1 voll voll voll voll voll Frankfurter Gelreideböxse. (Eigener Drahtberichl des „Si- fkmer Anzeiger^.) Frankfurt a. M., 28. Rov. ES wurden notiert: Weizen 21 bis 23, Roggen, inländ. 21 bis 22, € ommergerfte für Drauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländ. 17.50 bis 2150, Mais, gelb 21 bis 21,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 35 biS 38,25, Roggen mehl 31,25 bis 34,50, Weizenkll-ie 12,50 bis 12,75, Roggenkleie 11,75 bis 12. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Rov. Der Prvduktenmarkt verkehrte ruhig und die Preise waren unverändert. Es notierten je 1000 Kg: Weizen (märt) 218 bis 223, Weizen (pomm ) 214, Roggen (mark) 207 bis 211, Gerste (märt) 220 bts 246, ©erste (neue) 190 bis 200, Hafer (märt) 162 bis 175, Hafer (pomm.) 159 bis 166, Mais (1000 Bln.) 206 bis 208, Raps 400, Leinsaat 410 bis 420; für je 100 Kg : Weizenmehl 29 50 bis 32.50, Roggenmehl 28.50 bis 31.50, Weizenkleie 13 80 bis 14, Roggenkleie 12.20 bis 12.40, Viktoriaerbsen 30 bis 32, kleine Erbsen 21 bis 22.50, Futtererbsen 18.50 bis 22, Peluschken 16 bis 16.50, Ackerbvhnen 61 bis 61.50, Wicken 17 biS 18, Lupinen (blau) 12 bis 14, Lupinen (gelb) 15 bis 17, Serradelle (all) 11 bis 12, Serradelle (neue) 16 bis 17, Rapskuchen 16 50 bis 16.60, Leinkuchen 65.50 bis 66, Trvckenschnitzel 8.70 kns 9, Torfmelasse 8.30 bis 8.50, Karlos seif locken 18.30 bis 18.70. Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf. ipi.—----------- SCI^ENfrULVE« I 4877D Billhtii- nn) Mckmliihch Anmchhilz liefert 5836a Carl Haas jr. 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November 1921 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheflen) Lr. 282 viettes Blatt Landwirtschaft und Gartenbau und han- genau R. zu kennen. oder von zu txrbon ten- G- HAMELN / VV E 5 E R 7 7 kann und ahl nach einer ganz be- lenken. Währeiw sich die lockerte Baumscheibe belegt man vorteilhaft mit verrottetem Mist. Das AuSpuhen und Aus- lichten der Bäume, das Ab kratzen der Stämme und Bestreichen derselben mit Kalkmilch wird fortgesetzt. Dabei ist fleißig Umschau nach allerlei Eiern und Larven von Obstbaumschädlingen zu Richtung, nur nach jener Empfangsstation. füt die es bestimmt ist. Der Philosoph gilt nichts in seinem Daterlande! Auch auf dem Gebiete der Technik scheint es ähnlich zu sein. Heber den Fortschritten, die das drahtlose Gebiet Marcom verdankt, vergib! man das, was in jüngster Zeit in Deutschland geleistet wurde. Unter Der- Wendung kurzer Wellen von 90 und 103 Meter Länge ist es Marconi gelungen, vom Mittelmeer nach England und von England nach Amerika zu telegraphieren. Das sind ja sehr schöne Erfolge, sie werden aber durch die deutschen erheblich übertroffen. Don Rauen ans verkehrt man nunmehr mit einer noch kürzeren, nämlich mit der 70-Meter-Welle, nicht nur versuchsweise mit der Station Monte Grande in Argentinien, sondern man hat bereits den regel- mähigen telegraphischen Verkehr auf dieser Grundlage ausgenommen. Die Entfernung zwischen Rauen unb Monte Grande beträgt aber rund 12 000 Kilometer. Sie ist also beträchtlich Mit Interesse und Bewunderung verfolgt die Welt augenblicklich die neuesten Erfolge Mar- cvnis, dem es gelungen ist, elektrische Wellen von sehr geringer Länge durch Der- wendung von Reflektoren in einen einzigen Wellen strahl zusammenzufassen und diesen Strahl nach einer stimmten Richtungzu I“*“ - elektrischen Wellen bisher vom cenbebraßt aus nach allen R chtungen hin verbreiteten, flutet bas gerichtete Bündel kurzer Wellen nur nach jener Die Lagerbehandlung des Obstes (Rachdruck verboten.) Kompostdüngung. Bon Dr. K ö n e k a m p , Hess. Grünlandverein. (Rachdruck verboten.)« Der kluge Landwirt wird stets bestrebt sein, üe in seiner Wirtschaft erzeugten Dungstofse mög- ichst verlustlos zu gewinnen, um sie nach sorg- älliger Aufbewahrung wieder seinem Acker oder einer Wiese zuzuführen. Diel zu wenig Sorgfalt vird selbst heule in der Rot, die fast auf jedem >eulschen Wirtschaftshose herrscht, auf die Dün- lerwirkschaft verwendet. Unendlich viel Werte lehen unS verloren, steigen zum Himmel oder liehen in die Meere! Einzelne weitblickende Män- ter nehmen den Kamps gegen diese Mihwirtschaft n Stadt und Land aus, man staunt einen Augen- 'lick über die erdrückenden Tatsachen — und denkt '«trübt Aurüd an die vergangenen Zeiten, in denen nan nicht nötig hatte, sich mit solchen .Kleinig- eiten" abzugeben. Die wirtschastSeigenen Düngemittel, als die Präger deS DakterienlebenS, sind und bleiben die Grundlage unserer Düngerwirtschaft und die HAARWASSER » HAUT-CREME Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit der fünft» .------ ichen Düngung. Wenn der Landwirt dafür Sorge lehmigen ^den ist T^streu^mger vorteilest Winterobst entwickelt bekanntlich seine Güte nicht am Daum, sondern erst auf dem Lager. Wie dieser Raum beschaffen ist, kann darum nicht gleichoültig sein, weil Luft, Temperatur, Llcht und Feuchtigkeit rn gleicher Weise aus die Umbildung der Säure in Zucker und die Ausbildung des Aromas einwirken. Wird das Obstlager nicht genügend gelüftet, so nehmen die Früchte bald einen muffigen Geschmack an. Kartoffeln und Sauerkraut dürfen mit Obst nicht im gleichen I Raum zusammen sein. Ie gleichmäßiger die Temperatur im Obstkeller, oder Obsthause ist, um so länger wird sich das Obst frisch erhalten. Am besten ist eine Wärme von 3—5 Grad. Lichtzutritt beschleunigt die Reife. Lille Fenster sollten darum, wenn nicht gelüstet wird, verdunkelt gehalten werden. Besonder« wrchtrg in der Feuchtigkeitszustaich des RatEs. Ist er zu trocken, dann wird das Obst welk, schrumpft und verliert fein schönes Aussehen. In diesem Falle wird man den Fußboden bisweilen besprengen, oder nah aufwischen. In einem zu feuchtem Raum bleibt das Obst wässerig und neigt zur Fäulnis und Schimmelblldung. Hier muh durch fleißiges Auslesen aller angefaulten Früchte, Reinlichkeit und Durchlüften für Beseitigung der Fäulniskeime Sorge getragen werden Außerdem stelle man ein wasserdichtes Gesas) mit etwas Chlorkalzium aus, das die übermäßige Feuchtigkeit auftaugt. Ist es zu einem dünnen Brei zerflossen, so trockne man es an einem Ofen zur abermaligen Verwendung. Großen Einfluß auf lange Haltbarkeit vop Winterobst hat die I Erntezeit. Zu früh abgenvmmenes Obst halt sich schlecht. Zu spät geerntetes ist minderwenig im Geschmack. Es ist Sache des Obstzüchters, seine Sorten und die Baumreife ihrer Früchte tagS festgesetzt. (Siehe Anzeige in der gcftrjcn Ausgabe.) ** Nätsel-Ecke. Entzifferungsaufgabe. 3 5 16 15 6 10 3 — 12 2 13 13 3 14 - 3 5 16 15 6 10 3 - 8 14 15 3 18 - 1 5 8 8 5 14 — 14 3 4 € 10 15 — 16 1 9 15 eine kleine Maschine, also z. D. ein Elektromotor von geringer Leistung. Der Vergleich mit dem Hahn unserer Wasserleitung liegt nahe: die schwache Kraft einer Kinderhand reicht an, um ihn aufzudrehen und einen dicken Wasserstrahl von hohem Druck hervorschießen zu lassen. Auch wenn kein Wind weht, läßt sich durch die Umdrehungen des Zylinders ein Luststvom erzeugen, der zur Gewinnung von Kraft verwertet werden kann. ES gibt also prakiischüberhaupt keine Windstille mehr. Die ersten Vorbereitungen zur Schäftung von Wind kni! twerken sind bereits in die Wege ge- leitet Unter Mitarbeit führender Firmen Deutschlands wird ein solches Winbkraftweri vor den Toren Berlins erstehen. Ein Sum aus Eisengitterwerk, der die höchsten Gebäude der Reichshauptstadt überragt, wird es tragen, ©eine Einrichtung wird eine sehr einfache sein rmd in der Hauptsache aus zwei rotierenden Zy-, lindern bestehen, die in der eben geschilderten Weise als Krafterzeuger wirken. Die gewonnene Kraft wird in elektrischen Strom umgewandelt, der dann in der üblichen Weise ^die Zwecke der Beleuchtung, zum Antrieb elektrischer Bahnen usw. ausgenutzt werden toll. Technische Rundschau. Don Dr. Franz Kittler. Die Erfolge der Luftschiffahrt und des Flug- Wesens haben uns gar stolz gemacht: Wir fühlen uns als die Beherrscher des Luftmeeres, llnUr Stolz muß ober eine kleine Deeintrachtigung erfahren, sobald uns die Frage vorgelegt wird bis zu welchem Grade es uns gelungen ist, die gewaltigen Mengen von Energie auSzunuhen, Lie uns in Form bewegter Luft - vom sanften Zephir ongefangen bis zum brausenden Orban L so unermeßlicher FÜlle darge^ten w^den. Wir. die so stolzen Beherrscher Lusdneeres wiften eigentlich so gut rote garnußtS mf toete Frage zu antworten. ES bleibt uns nichts übrig, als^mit einer gewissen Dertoaenhett auf emtoe Windmühlen zu deuten, d'.e ou: ßoren 8“ arbeite , sobald der Wind abftaut und auf einige Wind- turbinen, die in Gärten oder auf Feldern Wasto Gebirge und auch das wege.schttf fahrt nur ba günstigem Wind. Damit durfte in der Haupt fache Io ziemlich alles aufgezählt sein, was bie Menschheit in fahr tausende langem Demü^n der strömenden Luft abzuringen vermochte. Es ist, wie man liebt, nicht gerade allzuviel. Kmcbc scheint jedoch endlich der Wendepunkt eingetreten zu sein, der den Vegrnn einer neuen Entwicklung kennzeichnen durfte. Wohl nur die nxnigften, die in jüngster Zett einen der so^ zahlreiches Berichte über das Flettnersche Turmschifs lasen, mochten geahnt haben, daß dem bei Lesern Schiff angewendeten Pnnzch eine über das Gebiet der Seefahrt hmaus- SfcLnbe Bedeutung zulomm:. Dieses Prinzip er- ÄS? die M^lichkeit. Wmdströmun- gen aller Art, ja sogar ruhende Lust für die Auflösungen. Zahlenrätsel Dr. 3 auS Ar. 278. 1. Donati, 2 Erman, 3. Meibom. 4 TuS- caiora, 5. Reval, 6 Agyrodit, 7. tingpar, 8. Eguipcige, 9. Renfchateau, 10. Isole, 11. Edarww. 12. Dipsektor, f3. Echidna, 4. Radtc, 15. Er- gograph. Die Anfangs- und Endbuchstaben ergeben: „Sem traue nie, der einmal Treue brach.' Silbenrätsel Rr. 3 aus Ar. 276. 1 Rjemen, 2 Ode, 3 Bremen, 4. Ingo, 5. Klärchen, 6. Anden. 7. Peru 8. Risotto, 9. Atelier, 10. Winde, 11. Heine, 12. Anschovis, Iekwr Engländer ist eine Insel. (RovaliS.) halten, die man nach Möglichkeit vernichtet. Empfindliche Spalierbäume sind mit Strohmatten zu bedecken. Iunge Stämme schützt man gegen Wildverbiß durch ilmbinben von Domengezweig. Drahtgitter oder dgl. Im Obstkeller ist häufiges Rachschauen geboten. Iede Frucht, die auch nur die kleinste Stelle von Fäulnisbefall zeigt, ist auszulesen. Man achte darauf, daß im Keller stets ftische. reine Luft herrscht. Bei milder Witterung ist darum zu lüften. Sonnenlicht wie auch Helles TaaeSlicht ist von den Früchten fernzuhalten: selbstverändlich dürfen sie auch nicht vom Frost erreicht werden. Im Gemüsegarten ist da« Umwerfen der Beete in grober Scholle zu beenden Dabei ist der Dünger unterzugraben. Bei leichtem Boden ist Abortdünger besonders zu empfehlen, da dieser den Boden mehr bin big macht Für schweren. größer als die vom Mittelmeer nach England oder von hier nach Rordamerika. Aber Damit nicht genug! Zur Erzeugung kurzer Wellen war bislang eine ziemlich umfangreiche Einrichtung nötig, die sich aus einer beträchtlichen Anzahl von Einzelteilen zusammenseht. In Deutschland wurden vor kurzem erfolgreiche Versuche durch- geführt. kurze Wellen unmittelbar au« der Maschine, also auf e ne Weise zu erzeugen, die in Bezug auf Einfachheit nicht mehr übertroffen werden kann. Mit Hilke dieser Wellen gelang es. sowohl zu telegraphieren wie zu tek- phonieien. Wenn a.so die kurze Welle in der Zukunft unseres drahtlosen Derk hrs eine wich tige Rolle spielen wird, so ist dies nicht nur den Arbeiten Marronis, sondern zu nicht unwesentlichem Teil auch denen deuftcher Techniker und wenn die auS dem Wurzelstvck kommenden Triebe sich zeihen, Heller gestellt werden, damit sie nicht oergeden. 3m April pflanzt man sie dann auf sonnige, gut gedüngte Beete und läßt von den zahlreichen Trieben nur die stärksten sich entwickeln. Die ganze Behandlung ist aber so umständlich. daß sie sich meist wicht lohnt. Wohl setzen die Pflanzen im Herbst zahlreiche Knospen an, doch tritt die Blüte in der Regel erst so späh ein, daß sie unter Rachtsrösten leidet, wenn man nicht besondere Schutzvorrichtungen anwendet. Wir empfehlen Ihnen daher, die abgeblühten Pflanzen wegzuwerfen und sich im nächsten Iahr neue zu kaufen. Wer aber Winterhärte Winterastern m seinem Garten haben möchte, lasse sich solche kommen oder halte Umschau in den Dorfgärten, wo man bisweilen überraschend schone Sorten findet. Frage 63. Ich habe Gelegenheit zum Bezug von Rhenania-Phosphat. Kann mir Auskunft gegeben werden über die Herstellung, den Wert und die Anwendung dieses Düngemittels? Zu welchen Kulturpflanzen streue ich es am vorteilhaftesten? Antwort: Das Rhenania-PhoSphat wird von der chemischen Fabrik Rhenania Ä.G. in Aachen aus Kreidephosphat und Phonolith her- gestellt, indem die beiden Bestandteile bei Weißglut gebrannt werden. Das gewonnene Produkt wird sodann gemahlen in den Handel gebracht- und soll einen Feinmehlgehalt von 90 Prozent i aufweifen. Das Rhenania-Phosphat enthält gewöhnlich 12 bis 14 Prozent Phosphorsäure, kann aber auch hoher Prozentisch sein, 3—4 Prozent Kali und etwa 20—30 Prozent Kalk. Die Gesamtphosphorsäure soll mit wenigstens 70—75 Prozent Zitronensäure löslich sein. Die Wirkung des Rhe- nania-Phosphats ist ähnlich der des Thomasmehls, auch wird es ebenso angewandt, wobei natürlich auf den Prozentgehalt Rücksicht genommen | werden muß, da das Thomasmehl gewöhnlich etwas höher prozentisch ist und die Menge des auszustreuenden Rbenania-PhosphatS deshalb entsprechend zu erhöhen ist. Das Ausstreuen findet gewöhnlich im Herbst oder im zeitigen Frühjahr statt, jedenfalls einige Zeit vor der Saat. Auf Wiesen und Kleefeldern wird es besonders auch wegen seines Kalkgehalts gute Erfolge zeitigen, sowie auch bei Getreidearten, die ja für Phosphorsaure sehr dankbar sind. Die Kartoffel ist toc4 Niger phosphorsäurebedürftig, die Rübe dagegen sehr empfänglich für die leichtere und wasserlösliche Phosphorsäure des Superphosphats. Eine Mischung des Rhenania-Phosphats darf nicht I stattfinden mit schwefelsaurem Ammoniak und allen ammoniakhaltigen Düngemitteln, wie Kali- Ammonsalpeter, Leuna- oder Ammonsulfatsalpeter und salzsaurem Ammoniak, da der Kalkgehalt das Ammoniak austreibt und letzteres in die Luft geht und für die Pslanzenernährung bann verloren ist. Aus demselben Grunde vermeide man auch, das Rhenania-Phosphat auf Stalldünger zu streuen. Dagegen kann das Rhenania-Phosphat mit Kalisal^n kurz vor dem Ausstreuen gemischt werden, man lasse jedoch die Mischung nicht länger stehen, sondern streue bald aus, damit die Masse zu verwenden, weil dieser den Boden lockert. Wo es nötig erscheint bzw. gewifte Kulturen efl verlangen. ist bei trockenem Wetter au rigolen. In Furchen gepflanzte Setzlinge sowie die verschiedenen in Gruben untergebrachten Wintergemüse find bei Frvstwetter zu bedecken. Für den Küchengebrauch kann man im warmen Fenster Schnittlauch. Petersilie und andere Küchenkräuter treiben. Der Gemüsekeller ist einer öfteren Durchsicht zu unterziehen. Angcfaulte Stücke und faulige Blätter sind dabei zu entfernen. Alle Gartengeräte, soweit sie nicht mehr benützt werden, sind gründlich zu reinigen. Eisen- teile einzufetten und an geeignetem Platz für den Beginn neuer Tätigkeit aufzubewahren. Tierarztes anoertrauen. Turnen, Sport und Spiel. Ein interessantes Fußballwettspiel findet am morgigen Sonntag auf dem D. f. B.- Spor tplah Trieb statt. Die Verbandsspiele um die Bezirksmeisterschaft tm 9. KreiS, 3. Bezirk des Arbeitertum- und Sportbundes find soweit gediehen, daß bereits das Endspiel um dieMeisterschaft stattftnden kann. Es stehen sich die 1 Mannschaften Gießens und Wiesecks gegenüber, zwei Mannschaften, die Gewähr dafür bieten, coß ein hochinteressantes Treffen gezeigt wird. Wieseck, der vorjährige Meister, tritt als Verteidiger auf. Gießen ist im vergangenen Iahr auf eine anerkennenswerte sportliche Hohe gelangt. Der Spielbeginn ist auf 3 ^Ihr nachmit- Fragekasten. Frage 67. Was fängt man mit den abgefeimten Chrysanthemum an? Kann man sie jetzt in den Garten sehen, und blühen sie dann im nächsten Iahre wieder? Antwort: Don Chrysanthemum oder Winterastern gibt es eine Anzahl schöner Sorten, die unter leichter Decke unsere Winter überdauern. Sie blühen reichlich mit kleinen Blüten in Gelb, (Braun, Rosa und Weiß. Die großblumigen Arten dagegen, wie man sie im Herbst allgemein bei den Gärtnern und in Blumenläden sieht, sind nicht winterhart, sondern müssen frostfrei durchwintert werden. Wer sie erhalten will, schneide die abqeblüfeten Stengel an der Erde ab und stelle sie in den Keller. Hier müssen sie oster begossen, Farbflecken aus weifler Wäsche Obst-, Kaffee-, Kakao-, Wein-, Rost- u. dergl. Flecken entfernt farbige Stoffe entfärbt Heitmaniti Entfärbet Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung Man achte auf die Marke „Fuchskopf im Stern“. Erhältlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften Zwecke de rKrafterzeugung auszunutzen. Den großen Wasserkraftwerken sowie den Dampf- Elektrizitätswerken wird sich in Zukunft eine neue Art von Kraftwerk, es wird sich ihnen das Windlraf twerk von votauss chtlich außerordentlich großer Leistung hinzu gesellen. Die Grundlage für die Arbeit dieses Wrnd- kraftwerkes ist eine sehr einfache, sie beruht tauf einer Erkenntnis, die bereits tm Iahre 1833 von dem Berliner Physiker Dr. Magnus geschaffen wurde, die aber ziemlich in Vergessenheit geriet und aus der wir vor aUem veifäumten, die notwendigen technischen Folgerungen zu ziehen. Man denke sich euren hohen senkrecht stehenden Zylinder, der von entern schwachen Wrnd getroffen wird. Was wird geschehen? Solange der Zylinder in Ruhe txt- barrt wird sich die Luft an ihm teilen. Die eine Hälfte strömt rechts, die andere hnti vorbei. dann vereinigen sich die beiden Hälften wieder. Seh' man jedoch den Zylinder in rasche Llmdrehungen, so daß er um seine Längsachse rotiert, dann ändert sich das Bild sofort. Auf der einen Seite des Zylinders, die sich mit dem Wind dreht, entsteht keinerlei Reibung. Dagegen bildet sich auf der gegen den Wind sich drehen- £>cn Seite ein starker Reibungswiderstand. Der Wind wählt den bequemeren Weg. Er wird fast vollständig nach der Sette abgelenkt, wo die Reibung gering ist. Er wird dorthui ab- ae saugt. Wir erhalten also auf der einen Hälfte des Zylinders eine sehr starke Saug- wirkung und damit eine beträchtliche Verftar- kuna des W.ndes, auf der anderen eine Art nm WindstilIe Das wunderimre liegt nun darin, daß zur Erznigung d.eser starken Wind- kraft fast fein Kraftaufwand notig ist. Denn um einen hohen Dlechzylinder in die notigen rafeßen Llmdrehungen zu versetzen, genügt irgend- Tabletten tn alkn «pet^tten n. Drofl«kn erhölllich für länger, Reöner, Raucher Vie gequälte Hausfrau die ihre Lieben gut und dock billig ernähren soll, verwendet nur ba» seit 124 Jahren be wähne Kaffee-Surrogat von Werner Breuer, weil eS dem Kaffee, Malz-, Korn- raffet ob. sonstigem Kaffee-Ersatz scköne, bunkle Jarbe, kräftigen, aromanscken Geschmack verleiht unb man biS zur Hälfte Kaffee ober Kaffee-Ersatz sparen kann. Erhältlich in ben Koloniaiwarengefchästen. 9014E jetragen hat, daß sein Düngerhaufen ordentlich tepflegt wird und daß die Iauche nicht mehr die DorfftDaße hinabfließt, dann muß er seine Auf- nerksainkeit her Bewahrung der sog. Abfallstosfe uwenden. Abfälle der Wirtschaft, Asche, Schutt, Ruß, Kehricht, Laufe, Torf, Straßen-, Graben- inö Hoferde, Geflügelmist, Kartoffelkraut, Spreu tsw.,.alle diese Stoffe werden verarbeitet zu Kommst, der schon Immer die „Sparbüchse" des LLnd- virtS genannt wurde. Heber die Zubereitung des Kompostes hat *r .Gießener Anzeiger" in seiner Ausgabe vom 'origen SamStag eingehende Auffiärung gebracht. Heute seien noch einige Hinweise über den Dert der Kompostdüngung gegeben. Der Kompost ist der wertvollste Dünger für Dielen unb Weiden. Ieder Landwirt, auch wenn r nur zehn Ar Wiesen besitzt, sollte und kann ich einen Komposthaufen anlegen. Wie eine Gärtierei ohne Kompostierung nicht denkbar ist, so läßt ich mit einer richtigen Grünlandwirtschaft nicht leceinbaren, daß ihr daS Rüdgrat, der Kompost- mnger, fehlt. Künstliche Düngung auf Wiesen und Deiden wird sich erst dann in vollem Umfange ohneii, wenn durch regelmäßige Versorgung mit latürikßen Dungstossen, Kompost und Stallmist, ,cr Boden in Jenen Zustand versetzt wird, den wir .Gare" nennen. Das Grünland sollte in Zwischenräumen von 1—4 Jahren mit Kompost überfahren werden. Datei ist zunächst der Zeitpunkt der Anwendung von größter Wichtigkeit. Im allgemeinen wird diese Arbeit mit Rücksicht auf die Arbeits- und Zeitver- 'ältniffe in den späten Winter oder gar ins Frühahr verlegt, Zeiten, in denen die Kompostdüna jung nicht mehr zur vollen Wirkung gelangt. Ie rüßer, desto belferI Die Zeit vor Weihnachten st dem Frühjahr unbedingt vorzuziehen. Bei allerem müssen wir unS darüber Ilar sein, daß der Hauptzweck der Kompostierung, Anregung und Vermehrung der Kleinlebewesen im Boden, zu feiler Zeit so gut erfüllt wird, wie gerade im Som- ner! Wenn die heißen Sonnenstrahlen auf dis 'ahl geweidete Koppel oder auf die gemähte Wiese ikDerbrennen, ist eine Erhaltung deS Bakterien- ebens durch Auflegen einer Decke mit Kompost ,der gut verrottetem Stalldünger besonders toert- doIL Wer einmal die Wirkung der Kompostierung )cr Wiesen nach dem ersten Schnitt oder dcv Deidekoppeln im Sommer erkannt hat, wird auch | einen Weg zum AuSfahren im Sommer zu füllen wissen. Run gilt es auch, die Komposterde unmittelbar nach dem Ausstreuen innig in die Rarbe etnjureiben. Das erreicht man durch mehrmalige Bearbeitung mit der Ackerschleppe oder der Strauchegge. Solchermaßen gepflegtes Grünland erhält eine geschlossene Rarbe und zeigt üppiges Wachstum. Im V i e h st a 11 wird darüber Freude herrschen, nicht minder aber dankt eS der Acker! Schrebergärtners Arbeiten im Dezember. Erfahrungsgemäß ist auf leichteren, durch- käffigen Boden die Herbstpflanzung von Bäumen und Sttäuchern der Frühjahrspflanzung vor- zuziehen. Solange der Frost es nicht verhindert, können jetzt noch Pfianzungen vorgenonnnen werden Ratürlich tut Eile not, denn jeder Tag kann einen Witterungsumschlag bringen, der jede weitere Arbeit für längere Zeit verbietet. Alle Obstarten sind, soweit solches noch nicht geschehen gut zu düngen und zu jauchen. Die ge° 17 1 10 11! _ . Schlüssel: 2 14 1 14 öffentliches Der- mögen. 3 4 6 10 3 Tmm 8 5 9 3 Zonftüd 9 17 3 dänischer Komponist. 11 5 13 18 3 13 15 Stadt an der Zwickauer Mulkvr, 12 5 15 3 13 Göttinnen der schönen Äünfte und Wissenschaften. 17 4 13 1b 3 14 Iahveszeit. Silben'Auszich Rätsel. Werner, HerodeS, Besenstiel, Bregenz, Buchenwald, Willfahrung. Dedctrs. Rormarwie, Dorpat, Ardennen. Tunichtgut, Fürchtegott, vei- 1CT1? 3ti>em der vorstehenden 13 Wörter entnehme man eine Silbe Aus diesen Silben sind dann neue Wörter zu bilden, die, zu einem Satz verbunden, ein Sprichwort ergeben. Silbcn-Rütsel (Nr. 4). au-cho-deS — e-ga-ge-gen- ; — ka — kv — la — lam — lan — laufe — le - leib - 1er — lt — lid — M — tot — mach - neß - ni - pe - rat - ri - rund - se — ter — un — ur — vil — trxtl — ze- Daraus sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort ergeben. Die i Wörter bedeuten: I 1. Astronom, 2. Beleuchtungsgegenstand, 3 ör holungSzeit. 4 Heidepflanze, 5. geistlicher ®e- sang, 6. Mineral, 7. Körperteil, 8. deutsche, Opernkomponist. 9. Filmschauspielerin, 10. Woh- nungsraum, 11. Held der ArtuSsage. 12. Teil De« AugeS, 13. Stadt in Spanien, 14. Kanton. nicht verhärtet. . Frage 69. Meine Hühner leiden feit kurzem an einer Krankheit, toetdje sich durch Anschwellen des Kopfes unb meist durch dauerndes Schließen eines oder auch beider Augen zeigt. Ich habe schon einige Tiere abgeschlachtet in der Annahme, daß sie eingeben würden. Die Krankheit sck-eint aber ansteckend zu sein - sämtliche Hühner ergreifen zu wollen. Wie ich das weitere Umfichgreisen verhindern die Krankheit überhaupt heilen? Antwort: Rach Ihrer Schilderung , bett es sich mit Sicherheit um Diphtherie. Sie können der Krankheit zweckmäßig entgegenrotrfen, wenn Sie vor allem die gesunden Tiere von den Kranken trennen, die gesunden Tiere in einen gut gereinigten, desinfizierten Raum bringen und die kranken Tiere der Pflege eines Die rote Kafchgar. Roman von Febvr von Zvbsltitz. 5. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.) Der C-Hinc>reisen!«e toi so, als fei er «r der Verbotenen Stabt so gut wie zu H-aru.se. Er erzählte viel von Peking, es fei ein riesiges Sctzloeinenest, aber im öxffonbtfdyaftSvier tel lebe es sich ganz famos, u«d wenn man einmal bummeln wolle, sei es auch in der Satareniffabt nicht so übel. Ünb seine Stimme wurde wrspernder, als er von zwei Änetjx-n berichtete, dem „Schwebenden Garten jenseitti der Drücke" unb dem „Weihen Lnntpenlicht" — aha und oho, bre konnten schon die verbotenen Dlumenschiffe auf dem Peiho ersehen! . . . Es wurde Gert nücht ganz leicht, sich von der vergnügten Dus.-lrunde freizumachen. 3n der Entreerür traf er auf noch einen Dekanaten, einen Gutsnachbar, den Sohn .des dicken Barons Kempten auf Vonnendrch!icht»n. Der junge Kempten, der in Berlin studierte, strahlte über das ganze mit Darben und Hiebstrichen bedeckte Rundgei icht, pm den Mund flog eir.r Lächeln. bosh.ift und klatsch luftig, er breitete die Arme weit aus und hielt Gern auf. „Hrergeblleben," rief -er. „Liebster Graf, das ist ein glücklicher Zufall! Das kostet eine Lage Schampus. Gestatten 6i*L dah ich lohnen die biedere Rechte drücke. Dacybarlichste Glückwünsche zu Ohrer Te -lcburg!" Ein rascher Schatten strich über die Züge Gerts „Was soll der Unfar.no?“ fragte er ärgerlich „Ra, hören Sie mal," kvähte Herr von Kempten, „der ganze Kreis ist doch schon voll von der Geschichte I Sündhaft interessant. Eine Tye von Gegenwert. So waS war s-bft der VblkerwÄnderung nicht dal" Gert wurde sehr ernst. „Wovon reden Sie eigentlich, Kempten?" fragte er wieder. Er steckte die rechte Hand in die Hosentasche. Die Sjanb „Stab -T „Hnb da können Sie sich doch denken, wie das die geehrten Gemüter erregt! Sie sind ja sowieso dec Mittelpunkt der Lllustik im Harz. Keimen Sie Ohren Spitznamen? Den „Wirbelsturm" nennt man Sie. Trifft auch Hora, ich beneide Sie. Och mochte auch so durchs Leben wirbeln wie Sie." „Genieren Sie sich nicht. Wirbeln Sie los. Aber jetzt lassen Sie mich durch." „Wollen Sie wirklich schon fort?“ „Och muh. Für heute nach HauS und nächster Tage nach China." „Herrjeh," rief Herr von Kempten, nach — wohin? — nach China? Och denke. Sie heiraten!" Gert schob ihn on der Tür zur Seite. „Ein letztes Wort, liehrr.Kempten," sagie er. „Sie sind guter Laune. Da rann man manches verzeihm. Aber es gibt Grenzlinien auch für einen gutmütigen IMF. Bespötteln last ich mich nicht. Dann werde ich rabiat. Adjis." Er schritt an ihm vorüber. „Richts für ungut," rief Kempten ihm nach Om Klub geriet er in eine gehobene Sektstimmung hinein. Da hatte man schon, auf die Versetzung Homs eine Kaltschale geleert. Unb nun dämmerte ein sachtes Degmifen in dem Dickchädel Kemptens auf. Der Kstrt'ch führt eine müh l e Sprache D.n einem Herren hause zum a^i^ern war dah-im die Mär von der bevvrst chm en Verlobung Ete h->rts m t der armen kleinen Thern geflogen. Klüge re Lcu e lösten leicht die verbindenden Fäden Man hatte auch schon gehört: zu einer richtig gehenden Ehe sollte und konnte es vorläufig nicht fommen — dazu war Theda Geisbach zu leidend. Man liest sich trauen, und dann sagte man sich adieu, und Gert reifte rrach China. Bloh biS nach China, ölnd solo. Hol's der Deubel, das gab der Einbildungskraft Raum! Was da nicht inzwischen alles passieren konnte! — Bei dem Gelage überschlug sich die Stimmung Kemptens. Die ganze Dtfante Angele e heit wurde noch einmal durchgehochelt. VLan fand neue Zusammenhänge, und da man die Tragik unbeachtet liest und nur die komische Absonderlichkeit der Sache in qulrfenbert Worten auf die Spitze dec Zunge trieb, so blieb die Aimvsphä'te voll gestäubter Laune. Der Spitzname „Wirbel- starm- für Gerl war etn Tprmt*r Damenscherz, war man bissiger urcd taufte ihn in „Graf eman“ izm und fand das prachtvoll. . . . . . Gerhart hatte indessen seine Wohnung erreicht. Er f LLOYD BREMEN tmd seine Vertretung =t Radio-Gesellschaft Dipl.-Ing. W. Brinkmann & Tomp. ■-rTTTnKiiiiiniiiiirnmiinijmzuniiiiiMiiiiiiiinmrnnrnniiiiiiiiiinTiiiiiriiiiiiiinuniiiiiiiiiiiiiiiiniimiini Beachten Sie bitte unseren Stand in der Ausstellung im Kath. Dereinshaus ab 2. Dezember • Wir führen Ihnen Radio-Anlagen im Betriebe vor 9F iuwuiiifiifmmiiuuu..unriiiinimuuiwxuuuuiimiuimiiiiii.il.........„,........... 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Aus pol mnisnius zi durch die r< Bischen Leh ften seien da 1 01 Auch ■ fieibende" J- ZS ist 1 «Wnderlöter den und v noch immer DderM ll russischen ® jui und c Perlun tum seit feh lium getoel bis aus den Ein Mri Petersb Otoboi, let altslavischer Gott und o teils aber J Mit moimij umgeben ß Göhendiens!^ irgendeines beiten ober • sich nächtens Wälder, vo Mi von Ch.isten land ist dis doch selbst ( hierzulande 1 und Jsgina i Insbesondere revolulion h Mieuropäei Lehren Hera- trat im am russischer D Wandrrredn in MsMro Nr. 282 Münster Blatt vfehener Anzeiger (General-Anzeiger für Tbnhefsen) Samstag, 2^. Ilovemver Kirchen, Sekten und Wundertäter. Aus dem religiösen Leben Rußlands. Don unterem L. A.-Korrespontenten (Tta^brud, aud> mit Quellenangab-, verboten.) Moskau, Mitte (November 1924. Auch wer nichts oder mir toenig für Kirchen- fvagen unb Dinge des Glaubens übrig Hit verschließt sich nicht des Eindruckes, baf) e t n e t i e f- grctfenbe relig löse Läuterung daZ russische Doll durcl^ieht. Unb nicht nur den russischen Teil dieses durch politische Ein- u-nd Mitzgrisie seit nun lieben 3af)ren aufgestachelten und zerfleischten 120-Millione-,.-S aaies. sonoern «auch seine ungezählten nationalen Minterhei en. christlichen und nichtchrchtlichea, ja hi eichen Völkerschaften. Sie sind rn Wahrheit ungezählt Glaubt man heute, es seien 67, so liest man mor, en in den Zeitungen, Professor 3E oder V^crbe aus seiner Studienreise durch diesen oder jenen Teil dec sibirischen Tundra einen neuen, freilich misst eiben den DollSstamm entdeckt. GS ist in Rußland, wo christliche Mystiker, Wundertäter und Gofuirbbeer rebei Hexen, Heiden und Schamanen etnhe^lvanbeln, eigentlich rrrch immer so geblieben, wie es vor neun Jahrhunderten war, zu Zeiten bei ersten christli ten russischen Großfürsten Wladimir von Kiew, der S-lavenapostel Methodius unb Cyrillus unb des gefürchtetsten aller C-lavengöiter Perkun. Dicht nur, tast bas russische Christentum seit jeher ein einziges tränenreiches ONarty- rhrm qewcsten ist, auch tetd Heidentum ist bis auf den heutigen Sag noch nicht auSgerottet. Gin Beispiel nur von vielen: Dicht weit von Petersburg, dem Eur p.senster Pet ri be? Groben leben Hute noch heidnische Aachkcmrneir oltilavifcher Heiden, die eineste.ls kein chrsttlstchrn Gott und der russisch-orlhodoren Kirche, ar.itenv teils ober auch ihren heidnischen Göttern die en. Mit mannigfachen geheimnisvoller Zeemonei umgeben sie ihren von der Kirche verfolgten Götzendienst: sie opfern noch heule bei D.ut irgendeines Tieres auf einem Stein, wenn K^ik- hjiten ober We'.ter'chäden herernbrechrn, schiechen sich nächtens in Schrien aus dem Dorf in die Wälder wo ihre Opfn^stätten verborg»»» l e en. Man staunt -u Recht über die Verbindung von ChristentÄm und Kirchendienst. Für Duh- Lmb ist das aber nichts il.b r ascyendes, streifen doch selbst christliche Wundertäter, ke.en man hierzulande wie Sand am Meere hat, in Lehre unb Dogma oftmals die Grenz-e des Heidentums. Insbesondere seit Ausbruch der Bolschewisten-- revolution hnben sich neue Formen solcher dem Westeuropäer als" Zwiespältigkeit ersäeinende Lehren temusgWltet. 3m ycutieen Le-nn'.g ab trat im Sommer dieses 3ah.es ein ehrwürdiger russisä)er Barte en führ er und Wundertäter als Wanberredner auf, wie sie seit D a s p u t i n auch in Westeuropa bekannt geworden sind. Zu Tausenden strömten Leute aus den verschiedensten Bevölkern ngsschichten zu seinen Dorträgen, dis xrr in einem der größten Säle der ehemaligen Zarenresidenz veranstaltete. Seine Lehre ist ebmso einfach wie überraschend: 3n ter heut ge i kirchlichen ober sektantischen Ausmachur.g, spricht er, kann kein Christ Gott gefällig sein. Cs müftten, sagt er, quasi neue Fassons gefunden werden. Die Devolution der Arbeiter und Bauern zstge sie Auf politischem Wege das Volk dem Kommunismus zuzuführen, ist, was er übcreu e d darzulegen verstand, ein Ding der älmnegl.chk it. Man könne dies Ziel aber erreichen unb zwar durch die religiöse Eir.lleieung der kommunistischen Lchrc. Die Apostel und die ersten 6btriften seien darin als.Vorgänger zu betrachten. Die Vereinigung also des Alter mit den Aeuen, de Synthese des christlichen Glr-ubens mit dem Staatsrecht der Arbeiter und Dauern —, das sei her einzige Weg. Für den gebildeten Mensch:n ist solche De.v.isfuh.u g wenig uberz ugcab, bat russische Volk aber hi .g b?m Wander, r biger zu Zeh itausenden an, und als Sowjetsourna isten den Alten in feiner Woh ung interviewten, da erzählte er ihnen von seinen zahllosen Heilerfolgen bei Kranken, erzielt durch blostes Gebet oder Hänteau siegen. Vermutlich blicket die 3ourna- listen recht ungläubig drein, da wies er ihnen 40 Krücken, die von ihn sozusagen im Handumdrehen geheilte Lahme „al» Andenken" hinterlassen hatten. Mm einen übrigen Beweis seiner Wunderkräfte zu liefern, zeigte er ihnen den K a k en schein sei er Wirtschafteiin die vor eitern halben 3ahc, b. hastet mit einer unhellba e.n Frauenkrankheit, zu ihm g k rnme.i war. Er hatte die Frau seitdem regelmäh g von Aerzte t untersuchen lassen unb zuletzt befand sich auf dem Papier der Vermerk, von der Krankheit sei keine Spur mehr zu entdecken. Vor einem hlben 3ahr ober hatten die Aer> e die Frau anfgegeben. Die Schil^eru gen der Be samm'-U igeei, ge Weis eil ter Leitung ter Völker verleihen, u n die Prinzipien von Fre heil und Gerechttg.'e t durchfüh c.i zu können. Wir li’ib überz ugt. bah G -tt i r l i- ncr Vorsehung dar Herz u i eres unixrgebl d en Lenin gelenkt irrb ihm sowe .einen nächste' Mitarbeitern Weishit zur Schaffung bes einzig in ter Welt dastehenden frrtschrittiiche.r unb zeitgemäßen Staatsapparates gogeten hat." Man wird über solche w.i^gel» nte Anerkennung ter Sowjets verwundert sein, um so mehr, als hier ein direkter Druck von feile t ter Behörden kaum vopgrlegen hat. Doch brache man, bah die russische Ocf entlichkeii immer sch r- fer auf die Anerkennung der Sowjets von auf en reagiert, und so entstehen hier Formen und Bekenntnisse. die mir im Rahmen ter russischen Wirklichkeit zu begr.ifcn sind unb bie gerecht zu beurteilen überaus schwer ist. W.nrn je ein Land, so find die russischen Cbmer das Land ter tin- beg-engten und u verständlicher M glrchkeiten Oft doch auch ber Aberglaube her noch innrer eine Macht, gegen die selbst Göller verg-blich ankämpfen und die auch ein Bolschewisten schwert nicht niederzus'äbeln vermag. Zwei bstnrde.s ch.r- rakterrstische Fälle dieses Oahres schweben mir da vor Augen. Bor wenig:n Wochm entstand im westliä)en Mittelrublano unwstt einer kl.inen Stadt fin Erdrutsch, rurch te.t sich da leb miger Sumpf bildete. 3rgenb jemmb v rb e te e nun die Mär. ter Lehm besitze Heilkraft, unb d.e Folge b ssen war das Herbeiströmen von vielen 3-bnt3u'en<'en Kranken, so datz shlieblich behördlich eing gr f en wwten muh e Ai ht anders ist es vor kurzem im Gcuvernement Woroi e h ergangen, wo ein .Heiliger Quell" e.rtieckt worden war, zu dem sogie.ch wiederum Zehn- taufente nicht nur des Lesens und Schreitens unkundige Dauern pilgerten, sondern auch solche mit Schulbildung. Diese Erscheinungen können gedoch nrch. nur auf das Konto des Aberglaub'.us geschr eoen werten sondern auch ber stl n be f r iebig t he i t des' russischen Dolles in Dingen ber Kirche selbst. Der Russe hatte von jeher mehr Ehrfurcht vor seinem Priester als vor ter Kirche, die kirchlichen Zeremonien beetnf[übten ihr mehr als die alt- slav.schen Altarlektion n, von denen er doch nur daS allerwenigstc versteht Das ist darauf zu- rüdsutübten, bah ber russische Staat bie Kirche schon immer als Mittel zum Zweck gebrauch! hast eine Tatsache, die insbesondere seit Peter -dem Groben in bie Er'chdnrc.g tritt, der das Pot i- archat seit 1703 unbesetzt lieb und an ferner ©.eile tert trf;igigen Heiligen Synod einführte. Aach dem Sturz ter Zarenh-rrschaft 1917 tourte das Patriarchat toieter pr flamiert, das re ttem ter auA tm AuSloird vielgenannte frühere Metropolit Tichost inneh.ll. Ei er sei Lr e.-ften 21 te toar die Erklärung ber Sowjets auber Gesetz: Die neuen Herrscher wurden in Bann getan. Derwaltungsf ragen. Ob nun die ausdrückliche Anerkennung ter Sowjets ober die stillfchweigente Hinnahme ter Tatsachen bas richtige ist, wird die Zukunft lehren. Heute jedenfalls lavieren Kirxhen und Sekten, heute lauert auch ter Staat, dieser freilich mit dem Schwert in der Hand Form und 3nhalt ringen um einen neuen Ausl)ruck Versammlungen unb in den Sst le' Aber auch bie neue Friedl chkeit Hit ih betenNichcm Seiten. Einem Aund'chre'.b.n Volkskommissariats für Vvllostil u g u olg? müs ReichsHurzschnft Taget- nnd Abendkurse Besinn 1. Dezember *^a OFho Handelsschule ftUVley Gie9en,Goethestr.32 Lohnende Reise nach Biegen gur Beachtung! Auf vielseitigen Wunsch ist der^ Massen-Verkauf von Emaille-Waren noch auf einige Tage verlängert worden Neue Sendung wieder eingetroffenk!! ßS- Jur Aufklärung betreffs Emaillewaren-Massenverkaufs D'e von vielen tausend Hausftauen anerkannte Billigkeit meiner Emaille- waren liegt einzig in dem Niesenumsatz u. direkten Bezug lohne Zwischenhandel') aus den größten und leistungsfähigsten Emaille-Werken Deutschlands Da es für mich in Bezug auf Billigkeit und Haltbarkeit (nur gestanzte Kochgeschirre) sowie Auswahl, keine Konkurrenz am Platze gibt, tit ber sich täglich steigernde Andrang zu meinem Verkauf. Dis zum Schluß stets neue Sendungen mit vielen bisher fehlenden Artikeln Alles zum Aussuchen! Billig! Kein Kaufzwang! 3nzwischen hatte sich jedoch unter Leitung teS Bi chosS Krasnibki eine lefv.mrstiitefonne i rwv strebte Trotz aktiver Förderung von fei en ter Regierung brach die Lebendig.' Kirche ate zusammen. verschiedene ihr aiZg Schlot c e B s ö c unb Metropol.ten ver.ieten lie kur erh»rd, als sie ihre 3solierung vorn Dol e a en un? 5ara • nitzki vereinigt..' sich mit fanu sei « i Oltih i 'ii m ' Tichon und crfamite ihr als allda inubge.cinc Oberhaupt ter russischen Kirche' an. Tie Tragödie ter Lebe b gen Kirche hti im Sommer dS 3S ihren Ab ch u i g ojn.cn, nab- bem Don bet Kommuni ti ch n j Parole im Lvampf gegen die Tvd.g ?'.i betau 3 < geten worden war Schon vor ei .e n ?ab polemisierten Sinowjew unb Centn g c > 'ic Auswüchse ter a ititellgiölen u r. all r- gsauben („Plassen und Schauipi le aetr ib11 a > gleiche Gewcrb.', Bühne und '21 tar sind rnc c & v er wandt") auf „friedlichem" Q: eg' geführt, au Sotojetitee gewonnen wertet. Die Äeligions reiheit »ist somit in Xuhlanb noch immer n cht gelunten, obwoh' gewisse sel i tische Della allo ten davon fhred) - ■ Immer wie- der stobt nttin auf eine gerat»? ,u sin r.^ervi reute Vielgestaltigkeit, mit der die ci.ij m.n Kircl-en unb Sekteit, ebenso aber auch bie Volksmasse auf die Belig-onsPolitik ter SowielS reagieren. Auch ber Patr-iarch Tichvn hat sich in ter Haft im Sommer b. 3s. zu einer restlosen Ane f .nnung ter Sowjets entschlossen, allerdings gegen bad Pfand seiner Freilassung unb, wie man faqt auf besonderen höheren Druck hin. Einen eigenen Standpunkt hat im Kreise ter Kirchen im 3uw die lutherische Kirche Stuf)laute eingenommen, deren Generasshnote eine unabhängige „Freikirche" prvllamiert hat. Bei gröbter Lo yalität den Sowjets gegenüber tourten Beschlüsse gefasst, die jedes Uebergteiten in untere Formen als bie von ber zentralen Kiochmleitung vorgeschriebenen von vornherein unmöglich machen. Freilich (ollen auch in ter lutherischen Kirche verschieden geartete Strömungen vorhanden leist', dich hantelt eS sich hier offenkundig mehr um fen in diesem Schulj.ch e alle Heiligenbiller nur ten Schul räumen cnfer.it toei en. ?e i Geben ist der Beuch von Gotttsdienten verbo e.i. wer den sie auf dem Kirchgang ge.r?sfen, so drost. ihnen bie fristlose Gntla lung D,e Dolksmaf! selbst wird ,3l5 „boch schon verloren" (füi ben K-rnmunismus nämlich) b tindjrtet un > lo ilr s Glaubens wegen nicht mehr frrq’’lieft, balür sollen in birstm Win er die S-^'tt der u ä» einen besonderen antirel;gi:Ve t Feldzug fü die MVWMMkMMeWllkN von MK. 1.40 Wischtücher, la Halbleinen. ... von MK. 0.80 I iL WMi ilflos 9471a 1.35 1.30 1.45 an an an an an an an an (Etamine, 150 cm breit Zirka 25000 Taschentücher Damentücher, g.f«*, 3 Stück MK. 0.70 Damentücher 3 Stück MK.0.7L. 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Vorteilhaft kaufen Sie daher « nur in Uhren-Spezialgeschästen, wo Sie durch Z fachmännische Beratung gewissenhaft bedient werden ü Uhrmacherverein Gießen u. Umg. Anstelle des beute so teuren Bohnenkaffees nur Kathreiners Malzkaffee! Er schmeckt vorzüglich, ist gesund und außerordentlich billig! (Gin Liter tostet kaum 4 Pfennige.) Oer Gehalt macht'si r- 8 <5 €