Nr. 255 Erster Blatt V4- Jahrgang Mittwoch. 29. Vttob« 1924 Erscheint täglich, außer Soiau und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamilienblötter Heimat im Bild. ®on< Gruppe unter Der stimmkräftigen Führung von Theodor Wolff und Max Weber wrfangte das Rocht der Erstgeburt für sich und die Freisinnigen waren bang genug, um sich diesem Diktat, hinter dem keine Macht stand, zu beugen. Sie zogen auch einen Teil der Rational- T (beraten mit sich, mit dem Ergebnis, bah bas liberale Bürgertum wieder in zwei Gruppen zer- isrel, die sich heftig befehden. Zunächst schien es, als ob die Demokraten sich durchsetzen würden, sie zogen als eine der stärksten Parteien in die Ratvonalversamm- hmg, während die Deutsche Dolkspartei nur ein kleines §äuffein war, aber die Linkstendenzen innerhalb ber Demokraten waren von Anfang an so stark, bah sie darüber ihren liberalen Ausgang verleugneten. Bon Jahr zu Jahr ist bie derno- lratische Partei aurutfgegangen, bie Reichstagsauslösung und ihre Ursache haben den endgültigen Beweis erbracht, bah bie bemokratische Partei nach dem Willen ihrer Führer keine Partei der Mitte, sondern eine Linkspartei sein will. Daraus haben die letzten Reste des bürgerlichen Liberalismus'in der Partei die Folgerung gezogen und sinb ausgeschi«ä>en. Es sind beachtenswerte Ramen, die unter dem Aufruf stehen, unter Fühlung des Herrn v. Siemens, der vor wenigen Wochen erst sein Reichstagsmandat niederlegte bis zu dem Leipziger Demokraten Zöphel. der als eine ber Hoffnungen ber Demokraten in die Rationalversammlung einzog, aber bald sich verstimmt zurückzog. Die Gründung der Liberalen Vereinigung bedeutet, daran ist nicht zu zweifeln, den Abmarsch aller derjenigen Kreise der Wirtschaft, bie bisher noch in der Demokratie ihre Vertretung zu sehen glaubten. Die Vereinigung will keine Partei sein, sie will deshalb auch nicht fdbftänbig in den Wahlkampf eintreten, sondern stellt ihren Mitgliedern ihre politische Betätigung in anberen Parteien frei Aus der ganzen Entstehungsgeschichte ergibt .sich, dah bie meisten ihrer Mitglieder Anschluß cj Wohn- und Aufenthaltsortes melden. Bei der Meldung ist unter Vorlage der Optionen ftund^ anzugeben, bei welcher Behörde die Option erfolgt ist; des weiteren find unter genauer Angabe von Beruf und Adresse sowie etwaigen Grundbesitzes die FamilienMigehörigen namhaft zu machen, auf welche sich die Option erstreckt Hai. **DerTurnausschuhderDeutscheri Turnerschaft tritt am 15./16. Rov. in Fulda zu einer Sitzung zusammen. Die Tagesordnung be- schäfti,gt sich mit der Vorbereitung der Me i st e r» schasts kämpfe in Frei-, Handgerät- und Geräteübungen am 15. März in Frankfurt a. M. und den übrigen Veranstaltungen des kommenden 3ahres, mit der Kamps- richlerausbildung, der Volkstumsprüfung, der Einführung eines Leistungsbuches, Lehrgängen im Frauenturnen, .Schwimmen und Fechten, der Fuh- ballmeisterschaff der D.T., mit den Deutschen Kampfspielen 1926 und den Olympischen Spielen und einer Reihe von Punkten geringerer Bedeutung. ** Männer-Turnverein. 3n der am Samstag abgehobenen Mitgliederversammlung c - statteten der 1. Sprecher, wie der Oberturnwart, über die Vereinstätigkeit Bericht, w.r.rus he.vorging, »dah das abgolaufene Vereinshalb,aho in atlgemeiner wie in turnerischer Beziehung ein sehr arbeitsreiches gewesen ist. Don den Turnern wurden im Sommer 35 Siege errungen. Ein frisches Aufblühen zeigt die Fech'erriege, die in stetem Wachsen begriffen ist. Auch die Sftelab- teilung hat gut gearbeitet. An den Bericht über die Vorarbeiten zu dem nächstjährigen Kreis- turirfeft in Giehen schloß sich eine längere Aussprache an. in der mancherlei Anregun,7en für die Ausgestaltung dieses Festes gegeben wurden. Rach dem noch verschiedene Veveinsangelegenheiteii behanöelt und u. a. die Turner Peters und Meyer mit der Leitung der neu gegründeten Schwimmriege betraut wurden, schloff der erste Sprecher die besonders von älteren Mitgliedern sehr gut besuchte Versammlung. ** Der Verband hess. Gewerbe-^ schulmänner, Provinzgruppe Oberhessen hielt am Samstag in der hiesigen Gewerbeschule die diesjährige Herbstversammlung ab. Rach einem Vortrag dos Gewerbolehrers L e i ch u m - Giehen über ..Zeichenunterricht in der gewerblichen Fortbildungsschule" an den sich eine rege einftünbige Aussprache a,nschloff. wurden Berufs- und Schulsragen erörtert. 3m Verlaufe der Erörterungen kam man allgemein zu der Ansicht, dah nicht nur grobe Teile der breitere:1 Öffentlichkeit, sondern auch einzelne Teile des Handwerkes und Gewerbes den hohen Wert aller technischen und Berufsschulen immer noch nicht erkannt haben, und die im 3ntereffe eines gut ausgebildeten Rachwuchses arboitendon Anstalten in ihren Desttebungen noch zu wenig Fördenmg erfahren. *’■ Die Sozialdemokratische Par- teiGiehens eröffnete am Montagabend in der von Zuhörern vollbesetzten Turnhalle am Os- woldsgarten den Wahlkampf. Reichsminister o. D. Dr. David, der Redner des Abends, sprach tr etwa anderthalbstündiger Rede über die Frage „Warum wurde der Reichstag aufgelöst?" Für diese Mahnahme bei- Reichsregiorung machte er die Kommunisten und die Deutschnationalen verantwortlich, die als erklärte Feinde des Parla- rnentarismus in den Reichstag eingezogen seien und alles getan hätten, um ihn lahmzulegen und auffliegen zu lassen. Der weitaus gröhte Teil der Rede enthielt eine scharfe Polemik gegen diese beiden Parteien, deren gemeinsames Ziel die Vernichtung der Republik sei, während nach Erreichung dieses Zieles die eine Seite, die Kommunisten, das Rätesystem nach russischem Muster, die andere, die Deutschnattonalen, die Monarchie aufrichten wollten. Gegen beide mache die Demokratie Front. 3nnenpoliftfch könne das Heil unseres Vaterlandes nur in der Demokratie, im parlamentarischen System liegen, außenpolitisch nur in einer Versöhnungs- und Verständigungspolitik. Dringend zu fordern sei der alsbaldige Beitritt Deutschlands zum Völkerbund, von dessen Einfluß der Redner Erleichterungen für uns, insbesondere eine Revision des Versailler Vertrages erwartet. Mit der Aufforderung, am 7. Dezember für die Demokratie einzutreten, schloß der Vortragende seine Ausführungen, bi: von lebhaftem Beifall gefolgt waren. Die Aussprache benutzte vor allem ein Kommunist zur längeren Darlegung seiner Meinung, auf die der Referent im Schlußwort eingehend unter starkem Beifall anttoartete. ** Der Evangelische Arbeiterverein feierte am Sonntag sein Stiftungsfest Vormittags fand in der Stadtkirche ein Fest- gotlesdienst statt, bei welchem Pfarrer Decker die Festpredigt hielt und der durch die Mitwir» lung des Evangelischen Kircheachors und eines Dläserquartetts besonders eindrucksvoll war. Abends sanden sich die Mitglieder und Freunle des Vereins zu einem Familienabend in außerordentlich großer Zahl ein. Die Festansprache des Abends hatte Landtagsabg. Laufer-Darm- stadt übernommen, der für seine packenden Ausführungen reichen Beifall fand. canb. med. C re- bcr cm Ma e» urmn, B he.wr- [b'jaj): in hung ein t $umem gen. Lin 93, bic In : fl'ie'ab* -rM üb:r n Kreir- er;. Lus- ijei für genauen ers uni) Mnbetrn bcr erste itglietan llärz in eranftal= Äampb ifl. der Ingen im X'r Fuh- deutschen epiden rer De° Kftttn itlD^s Arbeit fc :?tkn Derbe»' : Ober» figen Tc ciammlung richt in W j.i sich cire nii-be.i 2c Miaute u der D» bititenel Te ile des Mrl aller noch iM eines gut B Walte" jörber’jng "gen Kr i*. Ar. <2 ach ii gen^ 51^i! i) lend. ’ Ein- >ie'c. W fref i ^en. ührrei Pol. ch Op- er?c leibung )vem» ih « k: bcr urtunb? ton er- ter An- Mi^i narnyit! rt(fl ha ltichen Fulda zu amg bc- eister» ,$ nur 0IM Mie. Ilattet, inbin. & lann ’otbtn «llärt 8>tVx* ibend ntbr le am ** inMraS- ; sprach v die Frage ßfir Für machte et nalen ver° «s Paria' alegen^ ‘Seil der egen Lk 'd *T- : £** SemE L Heil un* im SS> *äüt r.E ’6 8^ )n,, benuOtc ?Äh, ^eder «reun« und ^h-r- >10 jU’L. 21^ f2>* Sri. Mimmi Roma aus zu Schweinen bzw. F< falls bedeutend. Di stral besitzt iltcn; zugleich feierte der Verein sein 25jäbr. ehen. Gegenwärtig zähll der Verein 200 Hirt- ta^altcn bestehen ierleln am Dienstag war eben» >ie Wagen mit Schweinen fton- rauschenden Beifall die Sängerin des Abends, i n • Kassel In form- bandeln Insbesondere gelinfll ihr in geradezu überraschender Weise iXrr klare Ausdruck des Wechsels der Stimmung Mit hoher technischer Vewandlbcit und Sicherheit geht sie über von Dur nach Moll. Die vorgesübrten Tänze waren ihre eigene Erfindung. 6ie erötfnele ihre Vorführungen mit einer Gavotte und einer Polonaise von I S. Vach. Hierauf folgten ein Largo und cm Prelude von Ehvpin. Daneben waren noch vertreten Grieg. Roger und Schumann. Hervor- ragend war die Darstetlung von .Anitvas Lanz". Alle Vorführungen gefielen in ungewöhnlichem Mähe. Allgemein war der Wunsch die Dame in unterer Stadl bald wiederzusehen iSbcnto errang eines BauplLtzes angeboten. Als Bauplatz ist ein Gelände an der Sicher Straste in Aussicht genommen. — Wie wir bereits meldeten, wurde Geh. Sanitätsrat Dr. Vogel, der nach 38j< hriger segensreicher Wirksamkeit unsere Stadt verlassen hat, zum Ehrenbürger ernannt. Eine weitere Ehrung wurde dem hochverdienten Arzt von der Verwaltung des Johann- Friedrich-Stifts zuteil. Er hat durch den Ausbau und die Dergrösterung dieses Spitals und Altersheims die Bevölkerung zu besonderem Dank verpflichtet. In Qlnerbennung dieser Verdienste wurde ihm ein prächtiges Oe l - gemälde überreicht. Es stellt die Stadt Laubach von der Südseite, vom »Roten Berg" aus. dar. in Hellem Sonnenschein, in herbstlicher Abendstimmung. und ist von der Meisterhand des hiesigen Kunstmalers Varnas ausg-eführl. Am Samstag wurde das Kunstwerk Herrn Geh. Sani- täsrat Vogel, der noch zur Kur in Rau heim sich aushält, überreicht. • We11erfeld, 27. Ott. Hier wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die junge Wehr zählt bereits 51 Mitglieder. Kreis Alsfeld. * Alsfeld. 21. Ott. Wie der Rhein entstand, davon hat uns Prof. Dr. Harra s I o w i h. der Geologe an unserer Giestsner Landesuniversttät. in zweistündigem Vortrag am Freitag abend im Dürerbund ein überaus klares und fesselndes Dild entworfen. Dankbaren und aufmerksamen Zuhörern toarben alle Etappen im Werden unseres vielbesungenen, sagenumwobenen und reden bekränzten Rheinstroms in flüssiger Rede, an trefflichen Bildern und mit erfrischender Begeisterung für seine schöne Wissenschaft vom Vortragenden zur Darstellung gebracht. Man würde es sehr dankbar begrüsten, wenn der geschätzte Gelehrte uns bald wieder mit einem Vortrage erfreuen würde. • Alsfeld. 28. Ott. (Eigener Bericht.) Die Mitgliederversammlung des hiesigen Oberreal- schulvereins hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, mit Rücksicht auf die Festigung unserer Währungsverhältnisse den Deschlust vom 26. Febr. 1923, durch den die Errichtung eines Ehrenmals für die im Weltkri-ege gefallenen Lehrer und Schüler der Oberrealschule grundsätzlich gutgeheisten wurde, nunmehr zur Aus ührung zu bringen. Es wurde ein siebengliedriger Ausschuh eingesetzt, welcher der Mitgliederversammlung möglichst bald über die Art des zu errichtenden Ehrenmals geeignete Vorschläge machen soll. Die anwesenden Mitglieder waren darüber einig, dast einem Ehrenmal mit lebendigem Charakter (Monumentalbrunnen usw.) der Vorzug zu geben sei. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, dast auch die auswärts wohnenden ehemall gen Schüler brr Oberrealschule es als ihre Ehrenpflicht betrachten, nach bestem Können zur Schaffung eines würdigen Ehrenmals beizutragen. Kreis Büdingen. -T- Aidda. 21. Oft. Am Samstag rissen sich auf dem Bahnhof 5 mit Holz beladene Wagen, die wohl leicht gebremst, aber nicht tnnxf) den Dorlegebalken gesichert waren, los und rasten mit ungeheu rer Geschwindigkeit auf dem stark abschüssigen Anschlust- geleise in das Himmelsbachsche Sägewerk zurück. Der Anprall auf den im Werk be- Obersörsterei ein eigenes H errichten. Der bisherige staatliche Forstt ein eigenes Haus, die früheren Oberförster wohnten in Mietwohnungen. Jetzt ist beim hiesigen Wohnungsmangel der Bau einer eigenen Ober- förfterei nötig geworden. Auf Anfrage aus Darmstadt wegen der Leistungen der Stadt hat der Ge- meinberat die Lieferung von Bruchsteinen und sten beim Auftrieb bis an die neue Brücke. Die Neuerung, auch das Rindvieh am Schulhaus aufzutreiben, schien sich nicht zu bewähren, eine längere und unerwüntchte Verkehrsstockung war zu beobachten, die besser vermieden worden wäre und den Auftrieb, der so bis etwa 10 11 br dauerte, früher beendet hüte. Heber die Preise war In solgedessen bei Abfassung des Berichtes noch nichts sicheres zu erfahren. Am ÄrammarH halten etwa 50- 70 Stände Ausstellung gefunden. Waren aller Art kamen hier, z. T. in feinster Aufmachung und bei billigsten Preisen, zum Verkauf. Mit zunehmendem Tag strömten, zumal das Wetter in diesem Jahr sehr günstig war, immer mehr Menschenmassen in das Städtchen und bevölkerten den Marktplatz, die Straften, Geschäftshäuser und Wirtschaften. Auf dem Marktplatz sorgten ein Zir kus, Schiehbuden, Karussell Raffael, der Mund- maler, eine grobe Gewinnbude und viele andere Duden für die nötige Unterhaltung, die Gasthäu fer boten aus Küche und Keller die besten Genüsse. die Geschäftshäuser konnten durch ' reiche liche Eindeckung auch den höchstgestellten Ansprüchen genügen, die Landwirtschaft sand bei bei: Handwerkern und in besonderen Ausstellungen verschiedener Firmen Maschinen, Geräte und sonstige betriebswichtige Sachen: Kino und Tanzboden hatten Übervolle Besetzung. Wenn auch der morgige Tag noch einigermaßen hält, waS er verspricht, so dürsten wohl alle mit dem Verlauf des Marktes in diesem Jahr ganz besonders zufrieden fein. Der Markt selbst findet mit einer Verlosung am Donnerstag sein Ende. Hcsfcn-Nasfau. bl. Dillenburg, 28. Oft. Eine hiesige Dame, die etliche Wochen verreist war, fand bei ihrer Rückkehr die Wohnung von verschiedenen Lebensmitteln und Stoffen, sowie Schuhwaren usw. geleert. Es stellte sich heraus, bah ihre Dienstmagd während der Abwesenheit der Herrin mit einem auswärtigen jungen Burschen ein Verhältnis in der Wohnung begonnen hatte, woselbst man sich die eingelegten Lebensmittel gut schmecken lieft und der junge Mann eS für gut hielt, bei seinem Abschied noch etliche Wäschestücke usw. verschwinden zu lassen. — 3n einer der letzten Rächte wurde im hiesigen Ralf feifenlager versucht, den Geldschrank aufzubrechen. Mittels eines Sauerstoffapparates schmolzen die Einbrecher eine Stelle heraus, doch war sie nicht so grob, bah die Kerle an das Geld gelangen konnten. In dem Schrank befanden sich überdies nur 20 Mk. /er trug mit wrwm nangöolten Dämon, unter her feinsinnigen Klavierbegleitung von Julius Hahn. Lieder von Gmerich und Schüben vor und remitierte Goethes „Zauberlehrling", wofür chrn nur volles Lod ausgesprochen werden muh Ma, Büttner setzte mit seinen netten Zaude» blnststückchen die Lachmuskeln deS Publillams feäf- tifl in Bewegung, und alle folgten aufmerksam leinen mit bewundernswerter Technik ausgefüh.- ten Experimenten Das von Hugo M o h l e.n- ftabterte, von Frl. Daum und Frll Henrich getanzte Kostümduett fand, ebenso wie Frl. Gr si gas seins Kostümvortrag .Der arme De.telbua", groben Anklang. Die neu gegründete Mandvliren- abteilung deS Vereins trat an diesem Abend zum ersten Male erfolgreich auf. Die übrige muff- kalische Ausgestaltung des AbendS lag in Händen eine- unter Leitung von Rudolf Taste in stehenden Orchesters, das tadello'e ßeifluiden bot. Der flotte Schwank „Diana" bildete den Abschluß des schön verlaufenen AbendS •• Personalien Durch Entschliehung des LandeSanttes für das Dildungswesen wurden dje Studienreferendare Theodor Duseberg zu Gid- ften, Kurt Schollmaher zu Mainz, Dr. Heinrich Fuhr zu Lich, HanS Kurz zu Gieften, Wilhelm H a ch zu Gehen, Dr. Joseph G i e h l e r zu Gieften mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 zu Studienassessoren ernannt. ' ArbeitSjubiläum. Der Heizer Friedlich Schupp, Ederstrahe 4 wohnhaft, feiert morgen fein 25 jähriges 2trbeit8jubiläum als Hei^r deS Gaswerks. Don seinen Arbeitskollegen wurden ihm mit freundlichen Worten IubiläumS- geschercke überreicht. ,e Der Verein Hessischer Dentisten, der jetzt den Ramen .Groftbezirk Hessen" ^ührt, hat in Darmstadt eine Fachtagung ab- glieder. Er ernannte Herrn Gehrke, der 20 Jahre den Vorsitz führte, zum Ehrenvorsitzenden. AuS den Fachvorträgen ist von Interesse, dast Drreklor Kürnmisch - Karlsruhe eine gediege, e praktssche Ausbildung des Dentisten forderte. Eine systematische InstitutSauSbildung sei zu er- ftreben. Dentist Echetter-Giehen hielt einen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema „Der Dentist und die kleine Chirurgie'. Dentist Maurer führte einen von ihm erfundene,i/ Apparat vor, der die Goldfüllung eines Zahnes am Patienten selbst auf elektrischem Wege schweitzt Dentist Kalische k zeigte Änen Apparat, der em elektrisches Emaillierverfahren auSführt zur Herstellung von künstlichem Zahnfleisch. start, worin fte dem Stadtrat den Dank für öte ihr bewiesene Teilnahme arlläftlich des Todes ihre- Mannes und für die Benennung der neuen Strafte als „The o d^r - Ko ch-S t ra fte" auS- spricht. — Ferner wird ein Schreiben deS KreiS- direktorS aus Gieften verlesen, wrrin zu dem Rücktritt deS Dürgermelsters das Bedauern ausgesprochen und für die langjährigen Dienste gedankt wird. Der Stadtrat nimmt hiervon Kenntnis. — Zu einem weiteren Schreiben des KreisamteS, nach dessen Inhalt geruchtweil: die Stadt Grünberg einen Fach-Bürgermeister einem ehrenamtlichen vorziehen sollte, soll Stellung genDrmnen werden Geinemderat Schweiftgut als Vorsitzender deS Bürgerver- eins erklärt die schon bekannten Wünsche dieses Vereins Rach Darlegung verschiedener Ansich- ten wird der Deschluy gesaftt. daft die Bürgermeisterei sich über die bestehenden Desrimmungen über Fachbürgermeister in den Städten Lich, Schlitz und Lauterbach erkundigen soll. In der nächsten Sitzung soll über diesen Punkt weiter verhandelt werden. — Der Dezirks-Lehrer- Verein hält am 1. Rovember in der hiesigen Turtchalle eine Festlichkeit ab, wozu der Stadtvorstand eingeladen ist. Soweit möglich, will man sich an der Veranstaltung beteiligen. — Für das noch zu verkaufende Sichen Holtz (Dau- und Schnittholz 3 Klasse) liegen auswärtige Gebote über 35, 36 und 40 Mark vor. Diese Preise werden als zu gering angesehen und die Gebote daher abgelehnt. Das noch vorhandene Kiefern- Stammholz 3., 4. und 5. Klasse, ungefähr 100 Meter, wird zu 21 Mark pro Meter abgegeben. — Rach Rücksprache des Beigeordneten mit den Persönlichkeiten, die Gemeindezuchtvieh halten, sind diese unter denselben Bedingungen, wie bisher, bereit, die Tiere für weitere 3 Jahre zu übernehmen. Die Angelegenheit wird der zuständigen Kommission überwiesen, die sich Darüber äuhern soll. — W-ohnungssachen: Die Wohnung bei Michel ist für einen Finanzbeamten vorgesehen. Die Wohnungen bei Kessel, Kirsch, Frl Kullmann und Karl Hermann Ioeckel werden nochmals zur Begutachtung der Wohnungskommission überwiesen. — Verschiedenes: Die Landwirtschaftliche Schule bittet um Anbringung von zwei Lampen nebst den dazu gehörigen Leitungen im Lehrerzimmer. Wird genehmigt und gleichzeitig beantrag!, dah auch die Lampe in der Bismarckstrahe verlegt wird. — Die Stadt wird durch den Staat ersucht, die Grundfläche, auf der die Gendarmeriewohnungen erbaut sind, mit 2,50 Mk. pro Quadratmeter zu veranschlagen. Es wird dabei erwähnt, dah der geforderte Preis von 4 Mark zu hoch sei. Die Angelegenheit wird zurückgestellt. — Decker, Setzer und Bauer sind an die Stadt mit der Ditte herangetreten, vor ihren Dauten in der Theodor-Koch-Strafte je einen Vorgarten von 3Vs Meter Herstellen tzu dürfen. Der Stadtrat wird an Ort und Stelle hierüber die Entscheidung treffen. — Konrad Dieden köpf bittet um die Erlaubnis, auf dem Gebäude der Volksschule eine Antenne anbringen zu dürfen. Wird erlaubt. — Der Vorsitzende des Vereins zur Drschäftigung von Arbeitslosen in Hessen-Darmstadt und Hessen- Rassau bittet die Stadt um einen einmaligen Beitrag, oder jährliche Beiträge. Er weist in einem längeren Schreiben auf die Rotwendigveit und Rühlichkeit dieses Vereins hin. Es wird beschlossen, in der nächsten Sitzung darüber zu verhandeln. — Der Frankfurter Kunstverein hat der Stadt die Anschaffung eines Weickes „Beschreibung des hessischen Landes seit 1646" empfohlen. Der Preis beträgt 20 Mark. Die Anschaffung dieses Werkes für das Archiv wird mit 6 gegen 4 Stimmen beschlossen. — Dem Stadtrat liegen zwei Anträge über Anbringung von Benzin-Tankanlagen vor. Die Angelegenheit wird an Dau Inspektor Seim überwiesen. — Ferner gingen zwei Gesuche um pachtweise Lleberlasfung von Grabstücken am Gal- lusmarkt ein. Der Stadtrat will an Ort und Stelle seine Entscheidung treffen. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 21. Oft. Mit Heinrich Schweins berg früherem langjährigen Päch'er der hiesigen Bahnhofswirtschaft, ist gestern wiederum einer aus dem nur noch kleinen Häuslein der tapferen Mitstreiter der Jahre 18 7 0 u. 18 7 1 zur letzten Ruhe bestattet worden. Er bat im Hess. Jäger-Bataillon Rr. 11 (Marburg) den Feldzug in ehrenvoller Weise nut- gernacht. Dor einigen Jahren veröffentlichte er bei der Jubelfeier dieses Bataillons unter dem Titel „3m grünen Rock' ein Werkchen, welches Kriegs- und Friedenserinnerungen von ihm selbst und anderen Angehörigen dieses Truppenteils brachte und dessen Erlös für wohltätige Zwecke bestimmt wap. Das Werkchen fand beifällige Aufnahme und guten Absatz. Kreis Schotten. 0 Laubach, 27. Oft. Samstag abend fand im groben Saale des „Solmser Hofes" die zweite Veranstaltung des Dereinsjahres 1924/25 der Saubacher Konzert- und Dortrags- vereinigung statt, die sehr gut besucht war. Die Veranstaltung wurde ausgekührt von Frau Erna Schumann aus Gieften (Tanz) und Frl. Mimmi Romain-Kassel (Sopran), am Uü- ac( war Frl. Elisabeth Volp-Laubach. Frau Schumann, die in Leipzig ausgebildet wurde und in Gieften eine Schule für Körperkultur errichtet hat, versteht in unübertrefflicher Weise, den Tanz als Ausdruck der musikalischen Empfindung zu be- vollendeter Weise trug ihr voller, sympathischer Sopran Lieder von Mozart, DrahmS. Reger. Taubeil, Schumann und Hugo Wols vor. Besonders Schumann und DrahmS scheinen der tempe- lamenwotten Sängerin zu liegen. Frl. V o l p, aus der Akademie in München auSgebildet, begleitete mit vollendeter Technik- und feinem Verständnis sämtliche Lieder und Tänze. Besonderer Dank gebührt den Veranstaltern des Konzerts, in erster Linie Äammerbirettor Birnbaum, der für die Anordnung der Aufführungen und die Belebung des musikalischen IntcreskS unermüdlich wirkt. — Die Jagd ist in diesem Jahr so schlecht wie nur je. Die Böcke haben schlecht .ausgesetzt", die Hasen sind gering an Zahl und mager an Leib, die Hühner knapp und schlecht entwickelt. Zudem findet man die Zeichen, dah immer noch diel gewildert wird und dah diese Folgeerscheinung des Krieges noch nicht überwunden ist. - Der Staat hat in Absicht, für die hiesige Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. 6tabttbeater, Zi/2 Uhr: „Der Fremde": hierauf: .Der zerbrochene Krug". — Rundfunkhaus Cöber» strafte, 8.30 blhr: Italienische Ouvertüren. — Licht» ffptelhaus, Bahnhofs!rahe: „Auferstehung" und „Oftert ist Westen". — Hessische Bilder bühne: , Wüstenrausch". — GieftenerKvnzertverein. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird das erste 5donzert am nächsten Sonntag nachmittag 5 älhr angekündigt. Die Abonnements können abgeholl werden. Man beachte die Anzeige. — Die Vortrags-Bereinigung, zu der sich bekanntlich der Goethe-Bund, Äaufmänn. Verein und OrtSgewerbe-Verein zusammenge- schlossen haben, nimmt am Samstag, 1. Rovember. ihre Vortragstätigkeit, die schon seit vielen Jahren bei den Mitgliedern und auch bei unserer übrigen Gieftmer Bürgerschaft nachhaltigen Anllang ge- funben hat. wieder auf. Der erste Abend wird ein besonderes Ereignis werden, indem es der Vortrag»-Vereinigung gelungen ist. den frühere.! Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Di-. Schnee, zu einem Lichtbildervortrag über das Thema „M eine Erlebnisse in Deutschlands Kolonien" gewinnen zi können. Dr. Schnee hat sich ja gerade in letzter Zeit alS Führer des deutschen Kolonialgedantens durch Wort inb Schrift tatkräftig betätigt, so dah man seinem Vortrag, der seine Erlebnisse und Grinnerungen an feine Tätigkeit in Deutsch-Ost- afrffa, Reu-Guinea, Samoa und in anderen Kolonien schildern wird, mit grohem Interesse entgegensehen darf. Zahlreick^ Lichtbilder werden seine Ausführungen illustneren. (Räheres tm heutigen Anzeigenteil.) — D i e Deutschnationale Volks- Partei hält morgen (Donnerstag) abend 8> , Uhr im Gewerbe Haus eine M i tgliedervers ammst mg ab. (Siehe gestrige Anzeige.) Landkreis Gießen. t Allendorf a. Lda.. 26. Oft. Die Lokal- veslügelauSstellungdes hiesigen De f Iü- gelzüchtervereins ist in der heute dahier im Gasthof zum Bahnhof stattgefundenen Mitgliederversammlung auf den 6. und 7. Dezember b. Is. festgelegt worden. Der Verein, der ncchczu 60 Mitglieder zählt, hat 100 neue Aus- stellungstafige angeschafst und hofft auf zahlreiche Beteiligung bei der Ausstellung, mit der eine öffentliche Verlosung verbunden fern wird. — Aufter dem Pfarrhaus wird auch der hiesige Kirchturm z. Zt. einer gründlichen Reparatur unterworfen. f ® r ü n b e r g, 27. Oft AuS der heutigen Gemeinde ratssitzung ist zu berichten: Beigeordneter Fuldat verliest zunächst ein Schreiben der Frau Prof. Dr. Koch aus'Statt- Hochschulnachrichten. 10 Jahre frankfurter Universität. S. Frankfurt a. M., 28. Oft. Gleichzeitig mit dem R ekt o ra ts wechse l von Prof. Dr. Durchard an Prof. Gelzer beging die Franks urter Universität bte Feier ihres zehnjährigen Bestehens. Aus Anlaft dieser F.'ier wurden zu Ehrenbürgern der Universität Frankfurt ernannt: Professor Dr Darmstädter- Berlin unb die F anssurlcr Herren: Fritz Hallgarten, Iustizrat Dr. Heilbrunn, Dr. Richard Merton, G hrim- rat Groedel und Geheimrat Arthur v. Weinberg. Auherdem wurde eine Dame, Frau Johanna Stern, Ehrenbürgerin der ILnoer» fität Frankfurt Den Männern, die sich vor zehn Jahren für die Gründung der Universität besonders eingesetzt hatten, wurde die Würde eines Ehrensenators verliehen. Es sind dies Geheimrat Leo Gans unb Geheimer Iustizrat H. OSwalt. ftndttchen Prellbock war so Hart, datz D* Oberteile der Wagen von dem eisernen MntergefteU buchstäbllch uxvmeschleudert imirbcn. Der Materialschaden ist bebcutenb. Menschenleben waren nicht gefährdet L *31 i bba. 27 Oft Die Pilzernte ist ht diesem Herbst lehr gering Offenbar war die Witterung zu ungünftig für tue Ln:Wicklung )( Ortenberg. 28. Olt. Der weithin bc« kannte Kalte Markt zeigte in diesem Jahr wieder etwas ton seiner alten Prach' und Her« - lichleit. Alle Vorzeichen deuteten darauf hin Du Rachfrage nach Unterkünften für Menschen und Tiere war so groft, daft die Wunsche kaum all befriedigt werden konnten. Die Zuge brachten mit steigender Verspätung immer neue Tiere, Wagen und Waren. Die letzten Hindernisse, die einige Dierfüftler mit ihren verseuchten Mäulern und Klauen in den Weg legen wollren. wurden auf radikalste Weise mit dem Schlachtmesser beseitigt, die Opferwilligkeit der Geschäftsleute sorgte dem Besitzer für Entschädigung. Schon der Sonntag zeigte einen Verkehr, wie er im letzten Jahrzehnt nicht mehr beobachtet wurde Wirtlchasten, Geschäftshäuser und Schaubuden halten volla»..' zu tun, in den Ställen wurden die bereits untergebrachten Tiere einer lebhaften Besichtigung unterzogen. Der Montag brachte dann einen loi" gewaltigen Auftrieb an Pferden, dast die ältesten Einwohner behaupten, einen solchen noch nicht gesehen zu haben. Sofort setzte ein lebhafter Handel ein, da die Zahl der Käufer ebenfalls sehr groft war. doch legten Geldknappheit und hone Preise dem Handel immer noch unerwünschte Fesseln an. Für Fohlen und Pferde wurden 25C bis 1500 Mk. gefordert und befahlt, je nachG>il. noch mehr. Der Auftrieb von Rindvieh und 8420a Merke: Telephon 240 f. Autofahrten. 7707D Lastauto- Fuhren werd, jederzeit übernommen. Tel. 1546. «417« Bihnholetr. 46». Link Wiese 1 — 2 Morgen groft, auf mehrere Jahre zu pachten gesucht. Lchr. Ang. u. 024622 an den Gieft. Anz. Arbeitsvergebung. Die Ausführung vonPfiasterarbeiten bei den Fachwerks Wohngebäuden in der Kaiserallee sollen Freitag, den 31. Oktober dS. IS., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns offen und sind Angebote rechtzeitig abzugeben. ZufchlagSfrist 14 Tage. Gieften, den 23. Oktober 1924. Stadtbauamt. Braubach. 8338 Singer-Nähmaschinen für Haushalt und Gewerbe. Kleine Anzahlung, kleine Monatsraten Alleinverkauf: Otto Kelte. Gießen, A»terwef 44 Telephon 1250. 84160 Mathematik diachhilie aef. f. 15- jähr. Schill. Lchr. Angeb. mitHonorar- ,'ord. unt 0 4614 an den Gieft. Anz. erb. ZmherbftdüWNg Ammoniak Kalkstickstoff Thomasmehl Kali 22% und 40% fiänbifl auf Vaner 8144D Fritz Allendörfer Lützellinden Telephon Amt Groften-Linden 54 Arbeitsvergebung. Für Waffergenoffenschaft Dreiteich zu Steinbach sollen Wontag, den 3. Do- vember 1924, vormittags 9<. Uhr auf dem Rathaus zu Steinbach Fuhrleistungcn veranschlagt zu 470 M. Drainagearbeiten . - 2840 . Maurerarbeiten „ - *ö • in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlages, mit entsprechender Aufschrift versehen, post- frei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. , ....n Zuschlagsfrist 3 Wochen. 8440V Gieften, den 28. Ottober 1924. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Reg.-Daurat. FT 1 J. 1 Ein Extra-Angebot von r~l emnpn rlirtlE^ besonderer außer- 1 1 v// L VL- V/■ ul'U/V'l l'\s ordentl.Preiswürdigkeit Wir bieten an a) Kretonne, starkfädig durchweg n O/lflfl b) Chiffon, feinfädig 10 Meter für SJO U OxJxJxJ c) Renforce, unappretiert Q) Mk. Meter, und zwar d) Haustuch, Starkfädig Der reguläre Wert dieser Qualitäten ist bis zu 1.40 Mark das Meter. Der Hausherr fagt: Ganz Vorzüglich fehmedet der Kaffee, feit meine Frau nur noch den guten Quiefo Verwendet. Trinke Quieta! Ob 3 Gewandter, nicht zu junger, evang. 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Kammermusik-Abend des Amor-Quartetts 8379a Für die beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme und für die vielen Kranzspenden sagen wir allen Bekannten und Freunden, besonders dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe und der Schwester für die liebevolle Pflege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Ludwig Freund und Kind Familie Ludwig Binz II. Reh. Kalbfleisch $e 1.1685, Liebigstr.71 Wilhelm Röhrig (Sieben Muhlslratze 29. Telephon 1495. Alteingeführter, bedeutender Versicherungs-Konzern sucht für Gießen und Umgebung einen bei Industrie und Handel gut eingeführten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Seipp III. fjdferWn m.22 WMl'AeM. leicht verdaulich und nahrhaft, besonders für Kinder u. Kranke zu empfehlen 76 1-Pfd.-Oria.-Pak. JÖ Dackel schmarzrot, mit la Stammbaum, innnr gute Hände preiswert zu verk. 024»» Mäuöburg 17,Lad. Aliceschulverein Freitag, den 31. 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Schube z.verk.W.Schmidt, Gießen, Kirchen vl.15 Danksagung Für die liebevolle Teilnahme bei dem Heimgänge unserer teueren Entschlafenen Frau Susanna Seipp geb. Bender sagen wir allen unseren innigsten Dank. Desgleichen danken wir für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, ebenso danken wir Herrn Dr. med. A. Speck für die liebevolle Behänd- - lung und der Gemeinde-Krankenschwester für ihre unermüdliche Pflege, ganz besonders Herrn Pfarrer J äger sei herzlich gedankt für die trostreichen Worte am Grabe. Haushälterin ob eins Stütze für Kochen und Hausarbeit zu ält. Ehepaar gesucht, [yüv grobe Arbeit Hilfe Prima Empfehlung Bedingung. £n‘ert. 11. F. B. E. 658 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. 8436ss axoamwmrKTTnzxxxxm 5&HHI8 Garantiert rein... 80 Grtrnieine Qualitäten w. 1.80,1.44,1.08 WWeeren- Sompoli Pfund 60 Aepsel-Gelee 1 ,n 2-Pfund-Eimer l.fcU *----------"k Handels-Schule Hermes Gießen Bahnhofstraße 60 Abend-Kurse in Buchführung Handelskunde m. Schriftverkehr Franz, u. 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Tiele F auen ahnen gar nicht, welche Möglichkeiten ihnen hier gegeben sind Sie meinen, daß die Schönheit unb Behaglichkeit des Heims vor allem vom Geldbeutel, vom Werte bec Einrichtung abhängig sei Bet näherem Rachdeitten werden sie selbst finden, dah die Rechnung nicht stimmt. Gewiß, der Geldwert der Aussteuer, der Geschmack des Dekorateurs oder Innen-Archi'.e'- ten können sehr fühlbar sein, aber je mehr sie vorherrschen, um so mehr wird man auf Mangel an Eigenart im Geschmack und auf selbständigen Schönheitssinn bei der Frau des Hauses schließen müssen — ihre Seele muh arm sein, wenn sie sich nicht selbständig äußern kann Man denke an ein anderes Heim — an eine landläufige, bescheidene Mobiliar-Ausstattung. 11 nb doch lann's uns beim Eintreten in d.e Zimmer wie Armut und Eigenart entgegen uneben. Sauberkeit, gefällige Ordnung, die d.ch vom Behagen und Bewohntheit der Räume spricht — gepflegte Blumen, Bücher, bi? gelegen werden, Decken und Kissen, die eine persönliche Rote geben, gute, wenn auch iricht kostbare Bilder, ilebenein- stimnrung der Farben ein Unwägbares an Leben, das den toten Gegenständen eüigehaucht ist, karn stark von der Seele der- Frau dieses Hauses sprechen. Wer zu lesen versteht, wird mancherlei Eintzeltzüge richtig batten. Pietät, die alte Fami- lienandenken und liebe Tote ehrt, die geistige Art und Beschäftigung der Bewohner, das Streben nach Sauberkeit, Ordnung und Fleiß und vieles andere können wir aus dem Eindruck erfahren, den ein Heim auf uns macht. Und verantwortlich dafür ist uns vor allem die Seele der Hausfrau. Gerade heute, wo das eigene Heim eine Kostbarkeit und für viele unendlich schwer zu erringen ist, sollten wir Frauen uns dieser Berantwortung bewuht fein. In den reichlichen Jahren vor dem Krieg ist auch hier viel zu viel Luxus erstrebt worden, jeher schielte nach oben und wollte möglichst „erstklassig" und „modern" eingerichtet fein. Harte ist vieles aus dem Erstrebten und Errungenen weder schön noch den Zeitverhäl kniffen, den Einkünften, den Rärunen, der Arbeitskraft entsprechend, vieles wird verkauft, vieles als eine Art Belastung weiter geschleppt. Dabei tar.rt kZtch dann schwer die FreLhoit und Anmut in der seelischen Einwirkung der Frau auf ihr Heim auÄrürten. ES gilt auch hier, unser Anngewordensein ehrlich einzugeftehen, sich nach den Einkünften und Räumen richten, auch hier nicht über unsere Kraft hinaus zu wollen. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister — das Wort kann gerade hier und heute feine Wahrheit zeigen. In dem bescheidener gett>?rb?nen Heim, das nicht mehr „dekoriert" und auf Ge'elligkeit und Eleganz hin eingerichtet wird, in dem jedes Glück wirklich wertvoller ist als früher, wird die Serie der Hausfrau sich mehr zeigen können, als in den nach berühmtem Muster übernommenen Ln xusei n rkfvtu ngen der Dorkriegsjahre Wir Frauen müssen uns nur bewußt werden, welche schöne Pflicht und Freude hier für uns liegt. Mehr wie je sind Mann und Kinder aufs Haus angetotefen. viel mehr als früher brauchen die Freunde des Hauses nicht die so teuer gewordenen materiellen, aber die seelischen und geiftigen Gaben. Ihre ilcbermittlerin ist vor allem die Hausfrau möge ihre Seele wachten, damit sie ihrem Heim viel sein und geben sann. In wie einfacher Umgebung höchste geistige Werte gedeihen können, sehen wir in Weimar an G oethes Gartenhaus, Schillers Wohnhaus. Dor mehr als hundert Jahren während und mich der napoleonischen Zeit, war äußerlich ein ganz einfacher, ärmlicher Zu'chnitt. Bei eine? Kerze sah man in dem einzigen Wohnzimmer und hatte trotzdem Raum und Herz für seine Freunde. Wir wissen, dah gerade in dieser Zeit Frauen wie die Rahel, Bettina von Arnim, Caroline Schlegel, Henriette Herz, ihr Heim zu einer Wohltat für viele. Herbstmodenfiir die reifere Frau Roch immer ist die Mod? der reiferen Frau nicht gHnstig gesinnt. Sie nimmt auch feine Rück- sich: daraus dah die erleichterte Ernährungswelse dem Schtan'kblc.benwollen oft ziemlich rasch ein Ende bereitet. Dennoch kann sich auch die reifere Frau völlig modegerecht kleiden, wenn sie unter den Modeneuheiten ablehnt, was ihre Fülle noch besonders betonen würde. Sv sollte sie am modernen Herbstlleid immer dem langen tzlermel vor dem halblangen oder gar kurzen den Dorzug geben. Auch der runde Halsausschnitt daran, der sich vielfach mit dem kurzen Aermel eint, sollte von ihr immer verworfen werden. da er einem Doppelkinn ober starkem Halsansay keinesfalls günstig ist. Aeuherst kleidsam ist aber neben dem langen Aermel ein kleiner, 1 förmig?r Ausschnitt, von feinem <5pit3c.rt.agen aus S*let°j Klöppel- ober ferner Strickspfee umrahmt, bet üppigem Halle auch noch durch ein fernes Spitzen-, Seiden- oder Trikotlätzchei oder Einsäychen aus- gefüllt. Die reifere Frau mit vollen Formen tollte auch den vorderen oder seitlichen Knop'- fchluh, senkrecht laufmbe Diesen- oder Stuften- gamituren am Leibchen, oder ebensolche Blenden oder Stickereibordenbesätze, vor allem quer an- geordnete 'Gam.turen bciroinugen, zumal auch die ersteren völlig modegerecht sind. 'Weiter sollten quer- oder sehr breit senkrecht gestreifte sowie alle lebhaft getönten, wie gemusterten Stoffe von ihr gemieden werden, da alle diele Modeneii- h-iten leicht das 2luge auf sich lenken und rach fcur Kritik der Figur ihrer Trägerin Veranlassung einer Bereicherung des geistigen Lebens jener Jahre machten Jeder nach feiner Art, nach feiner Kraft — möchten viele Frauen so viel Seele haben. so viel Anmut und Eigenart, dah sie ihrem He.m diesen Eigenstempel geben, dah für die 2läch ten und darüber hinaus für viele, ine kein Heim in b e cm Sinne hoben, hier Werte geschaffen werden, die kostbarer find als alle käuflichen. Zwei Rezepte zum „Glücklichwerden"! Don Marie Reuter. Da habe ich mal „die Kleinsten" um mich versammelt und versuche ihnen das Sprüchlein zu erklären: „Glücklich sein, ist glücklich machen!" finde aber schließlich, dah das für sie doch wohl zu hoch und unverständlich gewesen ist. Ein wenig später gehe ich in den Garten, um die ersten reifen Kirschen zu holen. EinÄ der kleinen sechsjährigen Bürschlein steht noch am Gartenzaun „Äomm herein, ich schenk' dir etwas!" Mit strahlenden Augen empfängt er einige der fußen Früchte, — sucht sich aber ein Blatt und — wickelt sie ein. „Run," frage ich, „warum ißt du sie denn nicht?" „Die bring' ich nach Haus", erklärt er mir, — und als ich ihn verwundert ansehe, sagt er behutsam: „Weiht du nicht? Du hast doch gesagt: Glücklich sein, ist glücklich machen!" — Der liebe kleine Kerl, — ich mußte ihn umarmen! — Möchte er das Mittel zum „Glücklichwerden" nie mehr vergessen! Und nun das zweite. In meiner Großmutter Raritäten sand ich als Mädchen eine Kreidezeichnung, einen Hasen, der eifrig an einem Kohlblatt nagt, — und darunter die Worte geschrieben: „Glücklich, wer sich mit Kohlblättern begnügen kann." Da wurde mir plötzlich meiner geliebten, so über die Maßen anspruchslosen Großmutter Sinn und Wesen verständlich! Ich habe ihren Wahlspruch auch zu dem meinen gemacht und danke ihr heute nach 50 Jahren noch herzlich dafür. Der Wahlspruch aber lautet: „Richt her ist glücklich, ber viel hat, sondern der wenig braucht!" Vie Zrauenbewegung in ihren modernen Problemen. Don GertrudWittstock. Dor uns liegt die dritte, von der Derfasserin Dr. Helene Lange neu umgearbeitete Auflage dieses Buches, das im Derlage von Quelle u. Meyer, Leipzig, erschienen ist. (Preis Mk. 1.60.) Die gesamte Frauenbewegung — worunter wir alle die Frauen verstanden wissen möchten, die sich der 2lufgaben ihrer Zeit und der Forderung, dah sic gehört loecben müsse, bewußt sind, — wird mit besonderer Freude und tiefem Dank dieses neue Werk Helene Langes entgegennehmen. Immer wieder hört man beglückte Aeuheiangen über die fortgesetzte neue Stellungnahme dieser allseitig verehrten, betagten Dorkämpferin und Führerin der deutschen Frauenbewegung zu den Problernen unserer Zeit. Jede Zeit flellt ihre Aufgaben, die irgendwie fast immer eine Fortentwicklung des Vorauf» gegangenen sind. Die verhängnisvolle Frage und das wesentlich Entscheidende für eine erfolgreiche Fortentwicklung ist dabei, ob die neue Generation die Ausgaben ihrer Zeit erkennt, ob sie die Kraft hat, das Errungene festzuhalten und entsprechend ihrer Zeit nicht nur for^uführen, sondern um- und neuzugestalten. — In dieser umgearbeiteten Reuauslage ihres Buches gibt Dr. Helene Lange uns allen, den jüngeren und älteren der Frauenbewegung, ein Musterbeispiel, wie man die Entwicklung seiner Zeit zu verfolgen und mit ihr mitzugehen hat! Soviel und von wem wir auch über die Frauenbewegung gelesen und gehört haben mögen, keine Ausführung erreicht die Klarheit und Uebersichtlichkeit der Darstellung wie in diesem Buch. Der Inhalt des Buches in acht Kapiteln und einem Anhang gegliedert, behandelt folgende Probleme: 1. „Die wirtschaftlichen Ursachen der Frauenbewegung": 2. „Die geistigen Triebkräfte der Frauenbewegung": 3. „Die Wirkung des Krieges": 4. „Probleme der Frauenbildung": 5. „Die Stellung der Frauenbewegung zu Ehe und Familie": 6. „Beruf und Mutterschaft": 7. „Die Konkurrenz der Geschlechter": 8. „Die Stellung der Frau in Gesellschaft und Staat": und im Anhang: „Die Declaration of Sentiments von 1848". Ein reiches Literaturverzeichnis erhöht noch den Wert des Buches. Wir können es uns nicht versagen, wenigstens eine Stelle, und zwar den Schluß des letzten Ka- geben. Dennoch bleibt für die reifere Frau von den jetzt bevorzugten Farben eine reiche Anzahl zur Auswahl übrig. Erlaubt ist ihr vor aLLm das immer schlank machende ncküvarz, ferner Braun, vorn Rost- bis zum Kaffeebraun, Grün in allen stumpfen, aber dennoch kräftigen Farbtönen bis zum Flaschen-, Oliv- und Dunkelgrün. Alle roten Töne mit violettem Einsch'ag, vom Buchen- bis .zum Burgunderrvt oder tiefen satten Rotbraun. Don den Tönen steht ihr ein dunkles Tüten-, Marine-, Dunitl- und ein dunstes Graublau in weichem Pastellton und weichem, stiebenden Stoff w:e Tuch, D?lour de Iain? und Trepe Maroein zu Gebote. Dafür sollte fie öde anfallenden Garnituren, namentlich am Halle, m.iden, da sie in starkem Gegensatz zu ihrem bfe.chen Teint stehen. E. M. Pelz und Pelzbehandlung. Daß in diesem Winter noch mehr als bisher Pelz zur Garnierung von Mänteln u.ti> Jacken verarbeitet wird — ganz abgesehen von den Pelzkragen, Krawatten und Schals — zeigt jeder Dll-ck in die Schaufenster der Modehäuser. Wirklich — wer sich keinen Pelz an schaff en kann, w rd sich ganz unangezogen vorkommen. Zum Glück ist die Kunst fertigleit unserer Kürschner im Grade der Rachfrage gestiegen, und sie verstehen es heute sehr gut, aus den bescheiden Irin Fellen unserer bescheidensten Haustiere — Kanllr, Z-ege usw. - sehr schone kleidsame, in Haar- bchandlung und Farbe wb.rstandsfähig. Pelzwaren herzustellen. Ratürlich bleibt aber ein pitelS zu zitieren: „Wo die Maste der Frauen durch das Stimmrecht auf die Gesetzgebung Einfluß gewinnt, da sind eben doch die Mütter in der Majorität, und die großen allgemeinen Fraucnintereffen, nicht etwa die der einzelnen Derufsgruppen, stehen im Vordergrund. Und zwar setzt das Frauenstimmrecht das Mutter- und Haussraueninteresfe nicht nur direkt und unmittelbar in politisch? ?lLnd>t um, auch in einem mittelbaren und weiteren Sinne ist die selbständige Staatsbürgerin die Dertreterin des Mütterlichen in der Gesetzgebung Denn die Frauen sind die eigentlichen Vertreterinnen doS sozialen Gedankens und aller Forderungen, die sich daraus entwickeln. Der soziale Mittlerdienst aller Bildungssragen und der Sozialpolitik ist das. was ihnen am nächsten liegt, denn beides dient unmittelbar der Pflege des Menschen, nicht der bloßen Sache, der Güteranhäufung und Derwaltung. Dielleicht kann man geradezu sagen: die große Bestimmung, die allerletzte und zentralste Mission des weiblichen Etaatsbürgertums ist es. jenen Grundsatz zur Geltung zu bringen, den Ruskin in das Wort faßt: „Es gibt keinen größeren Reichtum als das Leben." Und man kann sagen: Keine Zeit hat das Gegengewicht dieses Gedankens nötiger gehabt als die unsere. Keine ist so sehr in Gefahr gewesen, die objektiven Mächte: den Staat, den Handel, die Technik, den Derkehr zum Selbstzweck zu machen, bem die Menschen als Mittel und Werkzeuge untergeordnet werden. Keine 3eit hat es nötiger, die großartige Frage der Bibel: ob nicht das Leben mehr sei als seine Mittel, wieder besser zu beherzigen. Wenn ein politischer Frauen Wille entsteht, wirklich aus dem Wesen der Frauen selbst heraus als selbständige Kraft, so wird er der Träger dieses Gedankens fein." Möchte daS Buch von jeder Frau, die überhaupt bewußt in und mit ihrer Zeit lebt, gelesen werden! Die elektrische Hausgehilfin. In einem der vornehmsten Möbel- und Aus» stattungsgeschäste, Londons war kürzlich eine Musterwohnung ausgestellt, die zeigen feilte, wieviel Arbeit erspart, wieviel Schmutz vermieden, wieviel Behaglichkeit Derbreitet werden könnte, wenn die Elektrizität ordentlich ausgenützt würde. Es war eine Zweizimmerwohnung mit Badezimmer und Küche. Im Speisezimnier stand der Tisch zum Frühstück gedeckt. Da war der elektrische Tee- und Kaffeelocher. Der eine war ein einfaches Aluminiumtöpfchen, in dnn man auf dem Tisch das Wasser rasch zum Sieden bringen konnte. Die elektrische Kaffeemaschine hatte eine Dorrichtung, durch die bewirkt wurde, dah daS heiße Wasser in regelmäßigen Abständen auf den gemahlenen Kaffee tröpfelte; auf der anderen Seite floh der starke schwarze Kaffee heraus. In ein paar Minuten war er fertig, ohne daß die Mutter vor dem Herd stehen muhte, um ewig nachzugießen. Auf dem Anrichtetisch stand eine elektrisch betriebene Pfanne für Spiegeleier, die zu jedem englischen Frühstück gehören. Sie war gleichfalls aus Aluminium und hatte einen automatischen Ausschalter, der betätigt wurde, wenn die Eier fertig waren. Ratürlich ronnte man auch die Pfanne für alle möglichen Bäckereien verwenden und die Ausschaltung dann erst später wirken lassen. Im Kamin war ein Kohlenfeuer täuschend nachgeahmt: ein elektrischer Ofen, der je nach der Källe verschieden reguliert werden konnte. Oberhalb davon war ein elektrischer Fächer angebracht, der im Sommer Kühlung zu- wcht. Dor dem Kamin stand ber Apparat für drahtlose Telephonie, der bald in feinem englischen Haus mehr fehlen wird. Wenn die Familie abends gemütlich zu Hause sitzt, wird er eingeschaltet, und man kann Konzerte, Opern, Dorträge, Predigten hören. Im Schlafzimmer war auf dem Rachitisch die Stehlampe. Unter dem Polster lag an der Schnur der Ein- und Ausschalter, so dah der Liegende nicht einmal die Hand von der Decke heben muhte, um auf- unb abzudrehen. Eine elektrisch beleuchtete Uhr zeigte während ber ganzen Rächt die Zeit. Auf dem Antte.detisch lag ein Apparat für elektrische Gesichtsmassage, der jeden Morgen fünf Minuten ange wendet werden soll, um das Gesicht jung und frisch zu erhalten. Ein Aluminiumkamm, der mit der Leitung in Verbindung ist, massiert und erwärmt während des Frisierens die Kopfhaut und verhindert so vorzeitigen Haarausfalll An den Seiten der Betten war eine Vorrichtung, mit der der elektrische Ofen vom Bett aus ein- und ausgeschattet werden konnte. Das Badezimmer hatte elektrisch erwärmtes fliehendes Wasser: ein elektrischer Handtuchtrockner and etter Pelz dadurch in seinem Wert ungeschmälert, und er ist und bleibt ein Wertobjett aus sich heraus, das über die Mode hinaus seine Kostbarkeit bewahrt. Diesen, den echten Pelzen gegenüber den gewissermaßen „künstlichen" Fellen eigenen Vorzug ins rechte Licht zu rücken, unternahm kürzlich eine große, pelzverarbeitende Fabrik in Amerika mit einer praktischen Vorführung. Es wird unsere Leserinnen imercitiercn. über das Prüfungsverfahren und ferne Erg-bnisse etwas zu erfahren, um für sich eine Ruhanwendung daraus zu ziehen. Die Prüfung in der amerikanischen Fabrik erstreckte sich auf die Dauerhaftigkeit der verschiedenen Pelzsorten beim Tragen, und zwar wurde diese Prüfung mit einer kleinen neuem Cpezialmaschine vollzogen, die folgendermaßen arbeitet: . . Gin elektrisch betriebener Puffer wird in entsprechender Enge an das zu prüfende Pelzwerk angelegt, und ber Puffer wird über eine Fläche von brei Zoll mit ber Bewegungsschnelligkelt von 150 Zügen per Minute hin und her bewegt. Die Prüfung eines jeden einzelnen Pelzmusters wurde dann in der Dauer von zwei Stunden untemrnnnen, aber nach je fünfzehn Minuten wurde eine Paule gemacht und das Reibungsergebnis dieser Zeiträume ver^ichnet. Rach zwei Stunden wurden sämtliche Pelz stücke sorgfältig geklopft, durchgi-kämml und gebürstet und so gut als megi ch wieder instand gesetzt. Die sachkundigen Prü-'er fanden nun, dah gewöhnlicher Fisch- ottar:>,'U. sich mit 100 Prozent als am bauer- zeigte, da dieses Pelzwerk nach ber -wärmer sorgte dafür, daß die Badetücher und •mäntcl immer trocken und gut durchwärmt waren. In einer Viertelstunde ist man gereinigt und erfrisch: für dm ginyn Tag In einer Ecke stand ein elektrischer Staub'augeapparat. Kein mühseliges Klopfen der Teppiche im Hof. fein gefapiliebes Einatmen von Äranf bei t•?errsgem, kein atemloses Hinauslchleppen über viel« Treppen. Jeden Tag fährt die -Hausfrau mit der befenartigen Vorrichtung über den Fußboden. in die Ecken, über die Teppiche und reinigt so gründlicher die Wobn. ng, alS es daS beste Klcpfen lonnte Die Küche war zierlich Nein, aber so praktisch in der R an maus Nutzung, dah sie gleichzeitig Koch-, Wasch- und Bügel- raum unb zur Rot auch Eßzimmer sein könnte In der einen Ecke war der elektrisch« Herd untergebracht, ter kocht, brät und backt unb dessen Heizung bis auf einen Grad genau reguliert werden kann. Daneben an der Wand ein kleiner elektrischer Wärmer, darüber ein elektrischer Teller- und Schüsselwärmer. In der anbern Ecke stand die elektrische Waschmaschine, die durch einen Vorhang vom andern Raum abgetrennt war Sie kocht und schwemmt bie Wasche. Gin abschließender Rebenraum. dessen Wände lauter eingebaute Wirtschastskästen waren, komtte elektrisch durchwärmt werden und dient« als Trockenkammer. Reben der Waschmaschine war das Bügelbrett, das zusammengelegt al3 Siegelogenheit benutzt werden kann, und die elettri- schen Bügeleisen in drei Größen. Eine Vorrichtung an der Wand, ähnlich dem Teller- wärmer, nur etwa dreimal so groß, diente zum Trocknen des Geschirrs. Praktische Ratschläge für Haus und Küche. Weiße ungestrichene Küchentischplatten zu behandeln. Die un gestrichenen weißen und glatten Tischplatten, der Stolz so mancher HauSsrau, verlieren meist schon nach kurzer Zeit ihr schneeiges Weiß. Man sollte auf ihnen keine Hantierung ohne Auflegen eines Schuhbrettes vornehmen, um Rinne von heiß aufgeftcUlcn Topfen, Schüsseln, Ruyränder usw. zu vermeiden. DaS übliche Scheuern mit Sodaoder Seisenwasser macht sie mit der Zeit unansehnlich grau und beraubt sie ihrer Weiße. Man sollte daher zu ihrer Reinigung nur laues, llaoeS Wasser nehmen und mit einer alten Strumpfsocke oder Lufahlappen scheuern, die man mit Ata (Drogerie) bestreute. Rachwaschen mit klarem Wasser und Rachtrocknen, erhält sie jahrelang in ihrem unverändert guten Aussehen. Schn ell fertiges Pfannen-Toma- tengemüse.2 Scheiben m Würfel geschnittenem Speck werben zusammen mit einer walnußgroßen, ebenfalls würflig geschnittenen Zwiebel goldbraun angebrnten unb darin 1—IV, Pfund Tomaten in Scheiben oder Viertel geschnitten gedünstet. Run läßt man es noch 15 Minuten zugedeckt dämpfen, worauf man es mit Salz und Paprika, einige» Tropfen Zitronensaft und einer Messerspitze Butter pikant abschmeckt. Der Saft wird mit V$ Teelöffel Kartoffelmehl verdickt. SHefefi Tomatengemüse schmeckt sehr gut za Pellkartoffeln al« Abendgericht. Falsche Ochsenschwanzsuppe. (Für vier Personen.) Pfund in Stifte zerschnittene Möhren, eigroß Sellerie, Porree, Kohlrabi und eine nußgrohe Zwiebel röstet man mit Speck von allen Seiten kräftig braun an, fügt ein Liter Wasser, etwas Salz und eine Prise Pfeffer bet läßt alles völlig weich kochen, treibt das Gemüse durch ein Haarsieb, gibt in 40 Gramm zerlassenes Fett 25 Gramm frische Hefe, verrührt beides, fügt zwei Löffel Mehl bei, läßt die Einbrenne hellbraun werden, verkocht fie nun mtl der Suppe recht sämig und fügt zum Schluß einen EUöfsel voll Kochwein bei, ehe man tte Suppe an richtet. Speisezettel. SamStag: Linsensuppe mit Rvtwurst. Ap felauflauf. Sonntag: Fleischbrühe mit ReiS, Hammelbraten, Kartoffelnudeln, Estdiviensalat. Karamel- kreme. Montag: Brotsuppe, falscher Hase, Schwarzwurzelgemüse. Dienstag: Kartoffelluppe, HammelreiS (vom Srnntagsoraten) mit Tomatensalat. Mittwoch: Apfelsuppe, gebackene fieber, Kartoffelsalat. Donnerstag: Grießsuppe, Kartoffeln und Aepfel mit Speck und Zwiebeln, Düchsenfleisch. Freitag: Getnüsesuppe, Schellfisch mit Senftunke. Prüfung keinerlei Reibungsspuren zeigte. Am wenigsten widerstandsfähig erwies sich das bekannte Chinchilla, besten Haarbestand schon nach einer Prüfung von einer Viertelstunde fast gänzlich verschwunden war. Bemerkenswert ist, dah Waschbärpelz, der allgemein als ungemein dauerhaft gilt, sich bei der Prüfung als weit weniger dauerhaft zeigte, als zum Beispiel Alaska-Seais- fin und Hudson-Sealskin und aobere weiche, samtartige Felle, die sonst als minder haltbar im Tragen gelten. Die Prüfungskommission, bie biefe Ergebnisse veröffentlicht, klärt das pelztragende Publikum auch über die Bedeutung und den Wert des regelmäßigen Klopfens von Pelzen im Hinblick auf die Erhaltung der Dauerhaftigkeit auf. Richts erhält den Pelz besser als tüchtiges Klopsen. Das Kleidungsstück muß flach auf einer Tischplatte ausgebreitet und mit einem biegsamen, elastischen Städhen gründlich unb lange geklopft werden. Rur bie zarten Pelzsorten leiden unter dieser Prozedur: für alle anderen bedeutet das Klopfen fiebensverlängerung. Auch das Kämmen mit Kämmen, wie sie von Pelzaibeitertt benutzt werden, ist zur Erhaltung des Pelzes unentbehrlich. Auch vor Mottengefahr schützt das Klopsen. Dies sollt? wöchentlich regelmäßig zweimal geschehen Wenn auch viel? Pelzsorten freute nur Modeartikel find, dessen Anschaffungspreis nicht mit einer langen Lebensdauer rechnet, so sollten doch die Trägerinnen etter Pelze um so bedachter auf Schrnung unb Erhaltung ihres wertvollen Materials fein Die Hamburger Wahlen. Erne Probe für öte kommenden Reichstags - Wahlen sollten nach der Auffassung der Linken die Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft sein, die am ÖOTurtafl v)rgenvmmen sind. Soweit es ii^der Eile möglich war, haben die Herren denn auch alle nur erdenklichen Borbereitungen getraften. Sie haben «in ganzes Heer von Abgeordneten nach Hamburg entsandt und damit den Wettbewerb der übrigen Parteien weit geschlagen, verliehen sich wohl auch daraus, daß gerade die Hamburger Verhältnisse mit ihrer alten Reigung zur Republik den linksstehenden Parteien besonders günstig wären. Im Innern ihres Herzens werden sie mtt dem Ergebnis nutzt sonderlich zufrieden sein. Will man die Hamburger Wahlen richtig auswerten, dann stehen da>u zwei Vergleichs Momente zur Verfügung. Der absolute Vergleich gegen die letzten BürgerschaftSwahlen vom Jahre 1921 und der relative gegen die Zahlen der Rcnchstags- wahten vom 4. Mai. Dom ersten Gesichtspunkt aus ist zunächst als Hauptsache sestzustellen, daß die soztaldem okratisch -de mo krati- s che Mehrheit, die seit 1918 di« Geschicke Ham- burgs bestimmte, zerschlagen worden ist. Sie verfügte über 92 von 160 Sttzen und kommt nur mit 75 zurück, hat also 17 Mandate verloren, von denen 16 aus die Sozialdemokraten und 1 Mandat aus die Demokraten fallen. Auch in Hamburg ist also eineinnereReugruppierung der Parteien notwendig, die freilich Wohl auch erst im nächsten Jahre erfolgen wird, weil alle Parteien den Aus gang der Reichstagswahlen und die neuen Kombinationen im Reich obwarten wollen, ehe sie sich binden. Eine bürgerliche Mehrheit wäre in Hamburg sehr wohl möglich. Die Sozialdemokraten mit 53, die Kommunisten mit 24 Stimmen bilden nur eine allerdings sehr starke Minderheit, und wenn man die kleinen Splitter der Gewerbetreibenden, des Mieterverbandes und der Wohnungssuchenden mit den Demokraten in einen großen Block zusammen- fchliehen könnte, wären die Voraussetzungen für eine vollkommeneAenderungdesbis- herigen Kurses in Hamburg gegeben. Wir glauben allerdings, daß es sich dabei nur um eine theoretische Möglichkeit handelt, weil die Hamburger Demokraten vorläufig wenigstens nicht bereit sind, die Sozialdemokraten im Stich zu lassen. Aktueller aber ist doch noch der errechnete Dergleich mit den Reichstagswahlen vom 4. Mai, weil er Anhaltspunkte für den Ausfall der kommenden R e i ch s t a g s wählen gibt. Da ist zunächst festzustellen, daß die radikalen Flügelparteien auf der äußersten Rechten und auf der äußersten Linken sehr starke Verluste zu tragen haben, die Dcutschvölkischen verloren mehr als die Hälfte Stimmen, die Kommunisten prozentual nicht ganz soviel, immerhin aber doch 35 000 Stimmen: auch die Deutschnationalen, die gegenüber 1921 einen starken Gewinn buchen, haben gegenüber dem 4. Mai erheblich verloren, während die Deutsche Dollspartei einen Teil ihres Verlustes, den sie im Mai verzeichnete, wieder ausgleichen konnte. Auch die Sozialdemokraten, die, verglichen mit 1921 eine schwere Riederlage erlitten, stellen befriedigend fest, daß sie seit dem Mai zugenommen haben. Eine bedauerliche Erscheinung ist die allgemeine Wahlmüdigkeit, und zumal die bürgerlichen Parteien mühten sich bemühen, die , Reserve mobil zu machen, die am Sonntag zu V Hause blieb, dann würde sich am 7. Dezember das - Ergebnis für sie noch sehr viel günstiger gestalten. Turnen, Sport und Spiel. Vom Arbciter-Turn- und Sportbund. £ Auf dem Sportplatz „Trieb" der Fr. T. Gießen fand am Sonntag das fällige Serienspiel der Gießener 1. Mamrfchaft gegen die gleiche des T.u.Spv. Herborn statt. Beide Marm- schaften sind bekannt, über gutes spielerisches Können zu verfügen. Man durfte also auf guten Sport hoffen. Wenn nicht alle Erwartungen erfüllt wurden, so bewies dieser Umstand eben, Daß auch Fußballspieler „Stimmungen" unterworfen sind und daß manchmal eben nichts klappt! In der ersten Halbzett spielte Gießen vorzüglich, in dem von ihnen in letzter Zeit gewohnten, eleganten Stil zwangen sie den (Säften 3 Tore aus. sich dadurch einen mächtigen Vorsprung sichernd. In zweiter Halbzeit wurden sie aber von der Rervosität der Herborner scheinbar angesteckt, auch ihr Spiel wurde zerfahren und im Zuspiel, besonders im Schlußeffekt, im Torschuß, ingenau. Selbst die sichersten Gelegenheiten, das Resultat zu erhöhen, wurden entweder verpaßt oder ins Blaue vcrschoss-en. Mit Herborn verhielt ?s sich umgekehrt. Wenn hier der Versager in erster Halbzeit feftzustellen war, so wurde das Spiel nach der Pause im allgemeinen besser und durchgreifender. Zu einem Erfolg kamen sie aller-, dings nicht, da die Gießener Hintermannschaft litten Anforderungen und Gefahren gewachsen toar. Es blieb also bei dem von Gießen bis Halbzeit geschaffenen Stande. Das Eckenverhältnis war ein recht niedriges: 1:0 zugunsten Vießens. Die 3. Mannschaft Gießens weilte in Wetzlar, um gegen die dortige 3. Mannschaft des T.u.Spv. Wetzlar um die Punkte zu spielen. Auch der Rachwuchs hatte Glück (oder waren sie die Besseren?) und kehrte mit einem 2:0-Sieg uird einem Eckenverhältnis 2:0 zu ihren Dunsten heim. W i e s e ck, der Spitzenairwärter der zweiten Gruppe, fuhr nach Weidenhausen. Auch hier sollte es nicht ohne Störung abgehen. Bei äußerst ungünstigen Pbatzverhältnissen (der Platz war viel zu schmal und teilweise völlig versumpft) konnte es Wieseck das seinen eigenen vorzüg- llchen Platz gewöhnt ist, nur zu einem 1:l-Re° sultat bringen, trotzdem es mtt 2 Ersatzleuten antreten muMe uird das Sptel völlig Werkegen durchführte. In der zweiten Halbzeit mußte der, wie besonders festgestellt werden muß, einwandfreie Schiedsrichter eine scharfe Entscheidung gegen 2 Spieler von Weidenhausen treffen, die sich einen groben Verstoß zuschulden kommen itetten, worauf von Weidenhcrusen das Spiel abgebrochen wurde. Weidenhausen ist noch Reuland in unserer Sportbewegung, es muß noch sehr viel lernen, wenn es sich in den von uns gezogenen Rahmen einpassen will. Sport ohne Disziplin ist ein älnding, da gerade die Unterordnung unter die selbstgewählte Autorität, und zwar eine^ bedingungslose Unterordnung, mit zu den so schöne.r Erfolgen zählt, die der Sport an seinen Anhängern zeitigt. In diesem Zusammenhang: £>arf auch gesagt werden, daß es mit Aufgabe der sporttreibenden Vereine ist, das Publikum sportlich zu erziehen, d. h. soweit zu bringen, daß es die äleberlegenheit eines Gegners ihres heimatlichen Vereins anerkennt und sich nicht bom (manchmal nützlichen) Lokalpatriotismus mitreißen läßt. Wie es in Weiden Hausen der Fall war! Die Folge hiervon ist nämlich meistens die, daß Vereine, die out ihren sportlichen Ruf Wert legen, SpiÄle mit solchen Gegnern zunächst nach Möglichkeit vermeiden — die weiteren Folgen zu erörtern, ist hier nicht der gegebene Platz! Deutsch-französischer Fußballkampf in Berlin. Paris 28. Oft. (WB. Funkspruch.) Der Fußball-Club „Francaise" ter kürzlich in Paris durch die deutsche Fußballmannschaft des Club Tennis-Borussia geschlagen worden war, ist von dem Berliner Club für den 9. Rovember zu einem Gegenspiel nach Berlin eingeladen worden. Wirtschaft. Born Weltgetreidemarkt. Die bereits vor acht Tagen erwähnten großen Vorrcrtskäuse vm deutscher Seite, die für den Monat Oktober lauteten und in der Berichtswoche zum Teil abgedvckt tzmrden, führten auf dem Markt eine starke ttebersüllung mtt amerikanischer Abladungsware herbei, die zum Tell nicht sofort untergebracht werden konnte. Da hierbei eine ganze Reihe von Partien in schwachen Händen waren, schrttt die zweite Hand teilweise zum Verkauf zu Preisen, die sich unter den direkten Cifforderuirgen bewegten. Allerdings war es trotzdem schwer, mtt der Ware anzukommen, weil das Mehlgeschäft eine immer stärkere Stockung verzeichnete. Die inländischen Mühlen, besonders solche der Pr>vinz, hatten schon vorher ihre Verkäufe von Mehl aus ausländischem Getteide ver- schiedeittlich durch direkt eingeführtes Mehl erledigt, da sie die entsprechende Rohware nicht immer zur rechten Zeit erhielten. Das nunmehr in Sicht kommende Getreide Amerikas gelangte gerade zu einer Zett hierher, in der auch auf das Ingangkommen der inländischen AbLeferungen gerechnet werden konnte. Während daher einerseits die Inlandmühlen frühere Oktoberkonttakte wieder abstießen, hielt die Derkaufsneigirng Amerikas für Brotgetreide an. Die feste Tendenz der amerikanischen Preise führt man auf eine möglicherweise beabsichtigte Beeinflussung der Farmer mit Rücksicht auf die bevorstehenden Präsidentenwahlen zurück, doch scheint durchaus nicht klar, ob diese Vermutung in der Tat zutrifft. Sie wär« allerdings zur Beurteilung des kommenden nächst- wöchigen Geschäftes in einem gewissen Grade von Wichtigkeit. Im übrigen lauten die vom Weltmarkt vorliegenden neueren Rachrichten durchaus nicht alle für die Preisgestaltung günstig, ist doch z. D. in Kanada das Wetter für die Drescharbeiten in der Berichts zeit günstiger geworden, während auch aus Argentinisn allgemern befriedigende Rachrichten über die Ernteaussichten eintreffen. Die Schätzungen aus diesem Lande lauten für Weizen daher wieder etwas höher. Was das Maisgeschäft anbetrifft, so ist bisher immer noch keine Belebung der ftüher außerordentlich lebhaften älmsatztättgkett eingetreten. Von Einfluß dürfte nach den inzwischen herausgekommenen Bestimmungen für die Spirituspvo- dukfton die Tatsache sein, daß bei der Bramtt- weinproduktton dieses Jahres die Verwendung von Mais wieder eine im Grunde genommen kleine Rolle spielen dürfte. Gerste ist in der letzten Woche ebenfalls nicht besonders reichlich gehandelt worden. Mittelqualitäten waren reichlicher offeriert, doch schwierig abzusetzen. Hafer wurde infolge vorhandener größerer Warenbestände, dte an sich für den Export bestimmt waren, etwas unter Druck gehalten. Das Geschäft war daher auch in diesem Artikel ^minimal. "DieLagederwestlichen Fahrrad- industrie. In der Fahrradindustrie liegt das Auslandgeschäst sehr ungünstig. Die ausländische Konkurrenz, welche unter günstigeren Dsdingungan hinsichtlich Steuern und sozialer Abgaben arbeitet, unterbietet die deutschen Fabriken immer mehr. Bor allem macht sich aber der Wettbewerb der französischen Fahrvadsabrtken bemerttxrr, welche infolge des Frankenkurses unter dem Preise liefern, der die Herstellungskosten der deutschen darstellt. Wenn trotzdem Geschäfte mtt Auslandkunden abgeschlossen werden, so geschieht das, um die Berbindung mit ihnen aufrecht zuerhalten. Die Zahl der Arbeitnehmer ist teils gleich geblieben, teils etwas zurückgegangen. Arbeitsverkür- zungen und Stillegungen sind in der letzten Zeit nicht vorgekommen. * Goldbilanz: Harpener Bergbau AG, Dortmund. Die Verwaltung veröffentlicht soeben den Bericht für das verlängerte Geschäftsjahr vom 1. Juli 1922 bis 31. Dezember 1923, nebst Abschlußziffern und Goldmarkeröffnungsbilanz per 1. Januar 1924. Es wird vorgeschlagen, die 100 Mill. Mk. Stammaktien zu ihrem Rennwert in Gold beizubehalten und die 10 Mill. Mark Vorzugsaktien auf 30o UQO umzufreuen. Der im Zeichen langsam aufsteigender Produktion beginnende Wiederaufbau brach auch bei der Harpener Bergbau A.G. jäh zusammen, so daß die Berichtsperiode infolge dieser wirtschaftlichen Störungen mit einem Verlust von 4 326 558 Dill. QKarE schließt. Der Vorstand bemerkt aber ausdrücklich, daß dieser Abschluß infolge der darin enthaltenen Papiermarkkonten aus den verschiedenen Stadien der Inflationszeit lediglich eine rein formale Dednrtung habe. * Großkraftwerk Franken 21.®., (Nürnberg. Die Gesellschaft legt einer auf den 22. Rovencher einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung die Goldmarkeröffnungs- bilanz vor. Wie verlautet, ist eine Umstellung des Stammattienkapitals als im Verhältnis von 10:1 beabsichtigt. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 0,480 0,460 1350 9,13 11,65 11,75 9,25 36,90 2,35 •iontatt 2,35 19 18,2 17,66 12 14,65 14,90 7,75 7.75 0,8 1,87 2,95 2,4 2,4 ■) Dom RücftahlungswerL 24,6 4,10 16.10 6,50 3,76 7,65 11.5 15,25 15,65 6,25 11,9 15,50 15,90 11,75 15 7,7 10,50 21 4,3 8 19,13 4,8 4,6 8 10,06 24,25 4,1 94 43,75 1,8 2,7 1,50 0,350 0,375 46.6 88 9,25 49 25 49.9 79,5 11,39 14.4 4,70 8,75 35,60 32,6 33,5 0,48 i 0,880 0,850 ! ,325 0,310 1,035 1,150 0,461 0,825 ',818 1,325 0 338 0,950 1,15 1,15 0,97 4.2 87,8 8,8 41 22 4,6 7,8 10,10 o',5i6 1.06 4,2 87,5 8.9 40 24 4,6 8,20 10,1 11,75 15,13 15,60 4,6 8,6 17,75 4,9 8,6 18,13 1,6 0,325 0,3 48 8,9 9,50 50,50 62 81,50 12 16 4,70 9 36,10 39,25 33,25 Phönh Bergbau öfteinstahl. . . . Ricveck M 1,4 2,70 3 7,5 7,75 10,60 38 42,5 1,76 2,65 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (3n Billionen Marl auSgedrückt. BoenoS-MreS. London, Neu» hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien and Budapest für 109000 Ein betten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Danfnoteu. (Ohne Gewähr.) 13,76 7,75 13 7,65 5% Deutsche RetckiSanketd« . 4% Deutsche ReichSanlethe . BV,% Deutsche Neich-->anlethe 3% Deutsche ReichSanletbe . Deutsche Snarprämienanlethe 4% Preußische KonsolS . - . <% Hessen .......... Deutsche Kertb. Dollar-An l. bfo. Doll.-Schatz-Anlretsng.') 4*le HoQtfltren......... 6% Äoldmerikaner..... Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- und Prtvat-Bank Darulst. und Naiioualbauk - Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank . . . . Discvnto Lommandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Tredttbank. . Oestcrreichlsche Kreditanstalt. Weltbank............ Bochumer Gaß ....... BudernS..... Laro.......... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpener Bergbau...... Haltwerke Aschersleben. . . * Kaliwerk IBeftetegelu Laurahütte .« Obcrbedarf....... .. . TelluS Bergbau........ Hamburg-Anrerika Paket. .. Norddeutscher Lloyd Eheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Angko-Tont -Guano .... Badische Auiltn Ebemiiche Mayer Alaptn . . Goldschmidt...... Gries!,eimer Electron .... Höchster Farbwerk...... Holzverkohlung . . ..... Rütgerswerke ......... Scheideanstalt........ «llg. EiektrizitStS-Gesellschaft Bergmann .......... Mainii.^nverke . Cchuckert..... Siemens k HalSke ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyltgenstaedt ..... Meguin ......«... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chast Frankfurt. Pet. Union L-G........ Schubiabrtk Hc«z . . . . . . . Eichel ....... . Zellstoff SBaibbof . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . vn DNNonen Prozent ftrnnTfurt a- M. Berlin Schluß. ÄU15 Schluhk. Abendbörse Schlnk. Kus Schlußk. Mittag- börse Datnmr 27. 13. 28 a 2'. 10. 28.10, 27. Oktbr. 28. Oktbr. Repart. rimilich, '■Notleruna Auitlichc 9 Geld | tarier 11, Brief Geld | Brief 27. 28. Amll-Rott 164,59 165,91 164,99 165,81 voll voll Brfl. Antw 20,08 20,18 20,17 20,2 soll voll Cbristiania. 69,55 59,85 59,50 69,80 voll voll Kopenhagen 71,92 12,-8 71,72 72,08 voll voll Stocklwim . 111,42 111,98 111,47 112,03 t?oil voll HelsingforS. 10, 1 10,57 10,51 10. 7 voll voll Italien. . . 18,05 18,15 18,14 18,885 18,24 voll voll London. . . 18,83 18,92 18,97. voll voll Neuvork . . 4,11 4,21 4.1) 21,92 4,21 voll voll Pari«. . . . 29,82 1931 22,0? voll voll Schweiz . . 80,625 81,025 80,55 80,95 voll voll Spanien . . bG,06 66,34 66,31 66,59 voll voll Wien in D-> Ocst. abgest 6^1 5,94 5,91 5,94 voll voll Prag - • . . 12,405 12^56 12,49 12,15 voll voll Budapest. . 5,485 6,515 5,485 8,516 voll voll Buen.-AireS 1^3 1,62 1,63 voll voll Bulgarien 8,05 3,08 3,04 3,06 voll voll Japan . . . 1,81 1,62 1,615 1,625 voll voll Wo de Ian 0,46 0,47 0,46 1.47 voll voll Belzrad . - 6,065 6.C9S 6,09 6,125 voll voll L'flabon . . 16,46 16,64 16,46 16^4 voll voll TtrThv -8- Oktbr. Gell» | Briet Re^arr. Amerikanische Noten ..... 4,1) 4,21 bo[T Belgische Noten........ 20,10 20,20 Voll Dänische Noten ........ 71 62 71 98 V nglische Noten........ 18*86 1896 Französische Nottn ...... 2L91 22 04 holländische Noten...... 164,91 165J3 voll Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 18,14 59,43 18,24 59,70 voll voll Deutsch^Lefterr-, a 100 Kronen 5,93 5,95 voll Nnniänischc Noten...... 2,34 2,-6 voll Schwedische Noten...... 111,33 1’1,89 voll Schweizer Noten....... 8(1 55 E0 9 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. 66>6 12,46 5 6,'54 12,52 voll voll Ungarische Noten. . ... 5,45 5,47 voll FraMmSer Abendbörse. Frankfurt a. M, 28. Oft. Die Erwartung, daß in die Wiederaufnahme der Verzinsung der Stadtanleihen trotz verschiedener Dementis noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, regte aufs neue den Etädteanleihemarkt an, auf dem wieder größere Lims ätze stattfanden. Dte Stimmung blieb aber schwankend und unsicher und weiter zum Rachgeben geneigt. Es gingen um: Stuttgarter Stadtanleihe 75/s bis 73/8, Frankfurter 5,15, Kasseler 4,8, Kölner 5,1, Darmstädter 10 Billionen. Am deutschen Rentenmark dagegen bewegten sich dte ttmsätze in mehr bescheidenen Grenzen. Die Stimmung war lustlos und schwächer. öprozentige Kriegsanleihen 480 minus Zl/2, 3i/2prozentige Prcuß. Konsols 1175 minus 20, 3prvzenlige Reichsanleihe 1350 minus 10 Milliarden Prozent. 1914er Preußische Schütze 725 minus 25 Milliarden Proz. Ausländische Renten waren gänzlich vernachlässigt. Zolltürken unverändert 9Vs- Etwas Interesse bestund für lombardische Prioritäten, öprvzenc.gs. Lombarden 7V-, alte Lombarden 7Vs Geld. Der Aktienmarkt hatte fast durchweg wieder lusllofe Haltung und sehr geringe Umsätze. Am Montanmartt, der wenig Veränderung zeigte, notierten Mansfelder 2 9 Geld, Phönix 367/s plus 0,1, Rhein. Braunkohlen 26, Rheinstahl 33 minus 0.6. Lellus 2,35. Von Kaliwerten erzielten Aschersleben eine neue Besserung um 0,5 auf ll3/», Westeregeln unverändert 15, Rombacher 15’/2 plus 0,25. Für chemische Werte blieb Interesse bestehen. Badische Anilin 18,2 minus 0,17, Scheideanstatt 133A plus 0,5, Elberfelder Farben J6, Th. Goldschmidt 12 plus 0,2, Höchster 16,1 plus 0,1, Holzverkohlung ß3/g. Elektromarkt lag ruhig, AEG. 73/i Geld, Licht und Kraft 65/s minus 0,2, Reiniger 1,7 Gell'. Am Bankenmarkt traten nennenswerte Veränderungen nicht hervor. Kommerzbank 41 2 plus 0,1, Darmstädter 8. Deutsche Bank 10,05, Dresdner Bank 67/8 plus 0,1, Reichs bank weiter leicht gesteigert auf 5P/4 pkus 0,25, Rheinische Kreditbank 2,2. Von sonstigen Industrieaktien wurden noch notiert: Rordd. Lloyd 4,1, Reckarsulmer 5,6, Mönus 2 35, Aschaffenburger Zellstoff 17, (Sement Heidelberg 19Vs Plus Vs, Tycterhofs und Widmann 3,7, Hvlzmann 4,8, Dingwerke 2,3, Gebr. Iunghans 91/4 Ms 0,2, Handwerk Füßen 121/t plus 1/4. 3nag 1,2 Zucker Badischer 2,4, Zucker Offstein 2,6. Die Börse schloß bei ruhigem Ge^ schäft in behaupteter Haltung. Märkte. Rindviehmarkt in Gießen. h. Gießen, 28. Ott Zum heutigen Rindvieh- markt, der sehr gut von Händlern aus den frei» gewordenen Gebieten besucht war, waren 813 Stück Groß- und Kleinvieh aufgetrieben. Sehr gesucht waren gute Milch- und Achttiere Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 500 bis 550 Mk., weniger gute 300 bis 400 Mk., Schlachtkühe 150 bis 200 Mk., Rinder 130 bis 170 Mk., Kälber 50 bis 80 Mk. das Stück. Der Handel war flott. Es verblieb kein Lleberstand. Srantfutter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 28. Oft GS wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22,50 bis 23,50, Roggen, mländ. 22 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 27,50. Hafer, inländ. 19 bis 22, Mai«, gelb 20,25 bis 20.75, Weizenmehl, intifcraX, Spezial 0 34 bis 37, Roggemnehl 30.50 bis 34, Weizerckleie 11,50, Roggenkleie 11.25 Mk. Tendenz fester. Berliner Produktenborf Berlin, 28. Oft. Der Produktenmarkt blieb lustlos und neigte zur Schwäche, well die zweite Hand immer noch erheblich billiger als die erste tft. Der schwache Mehlhandel von gestern fei wieder eingeschrumpft. In- und Auslandware fast umsatzlos, soweit loko in Betracht kommt. Auf Fristen wird aber auch nur wenig gehandelt. Harter Winterweizen wurde mit 14,5 Gulden loko genannt. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märf.) 210 bis 251, Roggen (märt.) 202 bis 210, Gerste (märt) 230 bis 256, ®erfte (neue) 200 bis 215, Hafer (märf.) 175 bis 185, Raps 390 bis 400, Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kg.: Weizenmehl 29 bis 32.50, Roggemnehl 28.50 bis 32, Weizenttete 12 50 bis 12.80, Roggenkleie 12.50 bis 12.80, Viktoriaerbsen 33 bis 37, kleine Erbsen 23 bis 26, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 18 bis 20, Lupinen (blau) 14 bis 15, Lupinen (gelb) 16 bis 18, Seradella (alt) 14 bis 15, Seradella (neue) 20 bis 24, Rapskuchen 15 60 bis 15.80, Leinkuchen 25 bis 25.50, Trocten- schnihel 10, Tvrfmelaffe 9 bis 9.20, Kartoffelflocken Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblattz Rr. 72 vom 24. Oft enthält: Polizeivervrdnung betr. den Verkehr mit Fleisch, die Einrichtung der Metzgereien im Kreise Gießen und die Regelung des Freibanffleischvertaufs. — Schlachtordnung. — Die Verträge der Gemeindehebammen. — Wildschädenabfchihkommission. — Beteiligung der Schüler an der Wahlagitation. — Flugtgg in Gießen. — Gefundene Zigarren. — Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 73 vom 28. Oft. enthält: Reichstagswahl 1924. — Aufhebung der Zentralstelle für die Gewerbe. — Erhebung einer Umlage der Handwerkskammer — Abkommen zwischen Deutschland und Polen. — Viehzählung. — Schuh der Telegraphenleitungen. — Dienstnachrichten. TOonnefeldt'sTee JL SL aromatisch und ausgiebig, billig Im Verhraucß Miede Magen in allen Stadtteilen .....'7 - Seltsame Wterroochen. Roman von Arn>ll> FreberickS 32. Fortsetzung (Rachbruck verboten.) DaS Zimmer, das der Chauffeur bewohnte, tag im obersten Stock des Hauses, mit zwei Fenstern, die durch das schiefe Manfacdendach gingen. Don dem einen konnte inan, tmc Duva.l oemcrlte, über die gegen Dorden anstoßenden Häuser hinweg bis zur Qtoenue du Bois de Doulogne sehen. Das -weite Fenster erlaubte südwärts einen ausgedehnten Blick über Passy. Stapleton war vom ungewohnten Treppensteigen atemlos und setzte sich auf das *&ctt .Ich kann mir nicht vorstellen, was Sie Heer -u finden hoffen, Duvall," brummte er. Der Detektiv ettoteerte nichts, begann j^>och, das Zimmer planmähig ob^u uchen Einer der ersten Gegenstände, die seine OlufincrfTomfeit erregten. war eine gewöhnliche elektrische 'Taschenlampe. die aus dem TDo chlisch lag. Duvall nahm sie in di« Hand und prüfte sie sorgfältig. ,Zch kaufte sie Fran^oiS," bemerkte S'ople- ton, .damit er bei Rächt bei einem Unf^rll oder einer Reparatur den Wagen Nachsehen kann." .Datürlich — sehr praktisch! Aber ich frage mich warum er sie hier im Zimmer hat und nicht in der Garage." .Dielleicht hat er sich nachts die Treppe herausgeleuchtet," sagte Stapleton. .Dann hätte er sie wohl bei sich," bemerkte Duvall trocken. .Sie würde ihn heute abend zuw Beispiel nicht nützen." Er wollte sie schon weglegen, als ferne Aufmerksamkeit von zwei Gegenständen erregt wurde, die auf beiden Seiten des Waschtisches von dessen Aussatz berabhengen. Es war essen dar Christbaum' chrnu / aus dünnem Glas, der an farbigen Bändchen hing Aus den ersten Blick schien cs ein Andenken an einen Ausflug oder eene Tanzuriterhaltung u sein, das der Cs^ufseur aufbewah^te. Die Dinger waren wie kleine S-chaten geformt, der Rand mit buntem Papier eingefaßt und daran waren die Bändchen beseitigt. Duvall hatte solchen Schmuck zur Weihnachtszeit oft gesehen Er wurde mit den Bändchen an den Baum gehängt und mit kleinen Zuckerfrüchten oder Sahgleiien gefüllt. Er hätte sie beinahe übersehen, als etwas in ihrer Färbung seine Ausmerkfamkeit erregte Die eine Schale war dunkelblau, die andere ebenso tief rot. Er betrachtete den hölzernen Aufsatz des Waschttsches sehr sorgfältig. Ileberall auf dem rückwärtigen Teile deS Waschtisches lag eine Staubschicht. An dem oberen Rand des Aussatzes, da wo die Bändchen auslagen, die die Schalen trugen, war der Staub weggewischt. Offenbar waren die Schalen weggenommen worden, und zwar erst vor kurzem Zu weich m Zweck? fragte er sich Plötzlich hatte er einen Gedanken Er hing die kleine blaue Schale ab und legte sie rasch über die Linse der Lampe. Sie sah genau; das um den Rand geklebte Papier hielt das nahezu halbkugelige Glas fest Stapleton sah Duvall ohne h^virtercs Interesse zu. Plötzlich richtete der Detettiv die Lampe aus ihn und drückte auf den Knops, der den Strom schloß. Stapleton trat zurück, als sein Gesich von einem glänzend blauen Lichtstrahl übergossen wurde. Duvall hing die Schake wieder genau in dieselbe Sage, wie er sie gesunden hatte, und legte di« Sampo aus den Waschtisch .Sanz nett, nicht?k" rief er aus. , Was'meinen Sie damit?" fragte der Bankier. .Ichr Chauffeur Fran^oiS hat offenbar die Gewohnheit. Lichtzeichen 141 geben," erwiderte der Detektiv lachend. Er bc^mn, Hoffnung M schöpfen. DaS Durchsuchen der beiben Räume lohnte sich 3n der folgenden halben Sturze durchforschte Duvall das Zimmer mit äuherster Sorgfalt. Er nahm den Inchatt der Schubladen der Kommode heraus und legte ihn wieder hinein, genau so, wie er ihn gefunden hatte Er öffnete einen Deinen Schrank, der aus einer Seile des Zimmers stand, und prüfte seinen Inhalt bis ms kleinste. Er luchte den Wandschrank ab. sah hinter Sie Bilder, klopfte die Wände ab. Richts Ungewöhnliches belohnte feine Mühe. Roch schien er unbefriedigt „WaS hoffen €te sonst noch zu finden, Herr Duvall'?' forschte der Bankier, dem die Sache langweilig wurde. Ter Detektiv stand in der Mitte des Zimmers und sah sich suchend um. »Ich hatte noch etwas zu finden gehofft, sagte er, aber ich fürchte, es ist nicht hier" Plötzlich ging er auf den Kamin zu. auf dem eine kleine vernickelt« Weckeruhr amerikanischer Herkunft stand. „Dieser Wecker scheint nicht zu gehen," bemerkte er und nahm sein Deogröherungsglas her-, aus, mit dem er den MeNingrrifs aus der Rückseite. mit dem der Wecker aufgezogen wurde, sorgfältig untersuchte. ,Sr ist ein paar Tage nicht aufgezogen worden. Die Rückseite ist verstaubt l" Er nahm den Wecker in t*e Homd verbuchte ihn aufzuztehen. aber der Griff gab nwbt nach Rasch hatte er Mn Mcffer herovvgWhott und schon drehte er an den Schauben, die £*‘ nwteflenc Rückwand deS Weckers fest dielten. Stapleton Iah ihm neugierig zu Duvalls Methoden verfolgten, wenigstens feiner Ansicht nach irreführende Wahrten. Er gab wenig auf die dürftigen Schüfe, auf welche die ganze modern« Q3crbrcdx'nx*rf0Ian-a<\ aufgebaut wir. Kurz dan.i-.if hätte der jX-tcftih bte Schrauben entfernt und luchm dem Hinteren Deckel deS Wecker-s heraus. Da lieh er einen befriedigten Ton hören. Eine Heine Pappschachtel frei heraus uni) auf den Stamm. »Was ist das?" fragte Stapleton. .Die Zigaretten'chachtel." bemerkte Duvall imb öffnete sie. .Es fehlen drei. Ich nehme eine vierte weg " Er nahen eine der Zigaretten heraus und versorgte sie in seiner Brteftasch»- dann schob er die Schichtel wieder In das NdoAchiuse und befestigte rafch di« Rückwand daran. .Ich glaube, wir haben hier nichts mehr AU suchen, Herr Stapleton," sagte er. ,3d> totil jetzt nach Hause gehen. Dlovgen will ich früh an die Arbeit." 3m HinauSgehen blieb er einen Angenbllck stehen und sah zu dem Fenster biiuruS, boB nach Borden ging. Zwilchen Den Häusern and Bäumen erschien die Avenue du Bois be Bcmlogi«, von den vielen Strahenlalernen und den schun- memben Scheinwerfern der fahitenden AatoS erleuchtet. Duvall sah eine Weile scharf aus da» Btld, wandte sich dann der Türe zu und ging mit Stapleton die Treppe hinab. (Sortf. folgt) Korpukn) und Krankheit. Die Krankheiten des reiferen Alters. Bei den meisten Menschen stellt sich schon vor dem vierzigsten Jahre irgendein Merkmal des beginnenden Alters ein, meistens in Form einer unliebsamen Leibesfülle. Korpulenz ist die Einleitung für allerlei Gebrechen und Schwächen der reiferen Jahre. Sie ist eine Folge der Verzögerung des Stoffwechsels und Blutumlaufes und steht im Zusammenhang mit vielen körperlichen Leiden und Beschwerden. 3c später Leute korpulent werden, desto länger bleiben sie jung, frisch, lebensmutig und leistungsfähig. Durch knappe Ernährung die Fettleibigkeit bekämpfen zu wollen, hat keinen Zweck. Blutarmut und Rervenschwäche sind oft die Folgen. Roch schädlicher können 3odkuren, einschlieh- lich der Kuren mit sogenannten Entfettungstees, die aus jodhaltigen Pflanzen (Fucus) hergestellt sind, im Einzelfalle wirken. Wer Zeit und Mittel dazu hat, benutzt mit Erfolg gegen Fettleibigkeit Brunnenkuren. Aber man kann doch nicht das ganze 3ahr in Kurorten zubringen. 8393 D Der Reaktol-Dersand in Berlin hat nach den wirksamen Bestandteilen von fünf der bewährten Kurbrunnen Tabletten künstlich hergestellt, die man jederzeit ohne große Vorbereitungen einnehmen kann und die gegenüber allen anderen Kuren außerordentlich billig sind. Die Kur erfordert keine besondere Diät oder sonstigen Zwang, man wird nicht im Beruf oder in der Erholung gestört, sie verursacht keine Durchfälle oder sonstige Unannehmlichkeiten, und, was die Hauptsache ist, sie wirkt ganz ausgezeichnet. Reaktol hat Dankschreiben von Personen, die - ihrer Stellung nach sicher nicht einen überraschenden Erfolg bestätigen würden, wenn er nicht tatsächlich Dorfjanöen wäre, und sie kann mehrere tausend solcher Erfolgsbestäiigungen aufweisen. Gewichtsabnahmen von 20 bis 30 Pfund sind nichts Seltenes, und wohlgemerkt, wird das erzielt ohne jede Beeinträchtigung des Wohlbefindens, vielmehr macht sich schon nach kurzer Zeit ein deutlich wahrnehmbares Gefühl größerer körperlicher Frische bemerllich, Atemnot, Kopffchmerzen und andere Begleiterscheinungen der Korpulenz ötr« schwinden oft schon, bevor eine größere Gewichtsabnahme festgestellt werden konnte. Teilen Sie uns Ihre Adreffe auf einer Post» karte sofort mit und adressieren Sie diese: An bte Hauptniederlage für Reaktol, Dtktoria-Apothek«, Berlin A 235, Friedrichstraße 19. ES geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Reaktol nebst einer für jeden Korpulenten außerorbentlich wichtigen und interessanten Aufklärungsschrift zu. Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht eS Ihnen frei, mehr von dem Mittel zu beziebsn oder es in einer dortigen Apotheke zu taufen, Reaktol ist in den meisten Apotheken zu haben. Empfehle sämtliche Sorten Därme und Blasen. S.KIebe, Oarmhandlung Mühlstr. 2 u. Teufelslustgärtche« 11 Telephon 1504______02-1040______Telephon 1504 Donnerstag, den 30. Oktober 1924, nachmittags 2 LIhr, sollen im Gasthaus .Zum Löwen", Reuenweg öabier zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden. |a) bestimmt: 12 Kinverkleidchen mit passenden Mützchen, Kunstseide, zirka 36 m Damenkleiderstvff, b) 2 Büfetts, 1 Schreibmaschine, zwei Schreibtische, 1 Aktenschrank, eine Waschmaschine, 1 Mähmaschine, ein Bett, 1 Handwagen, Stoffe u. Leinen. Der« Gerichtsvollzieher in Gießen, Stein- straße 13. 024639 Empfehle frische SUWA finöeliau 5eela®5 ZisWtelells WMM I Grim Heringe Georg WM gegenüber der Engelapotheke. Hausfrauen! kauft nur zu haben in allen einschl Defaiigesdiäfian Grosssten zum Bezüge weist nachi Gebrüder Friese Akliengeselbdid! kirsrhau Bez. Dresden. MlWW <7: traumhaften Orient mit seiner heißen Sonnenglut und seinen maßlosen Leidenschaften spielt Der Kampf Mensch gegen Mensch, Mensch gegen Tier kann kaum wirkungsvoller hervortreten. Außerdem: 8481c ein glänzendes Beiprogramm Hess. Bilderbühne i Wiolz & Forbach, Kreuzplatz 6. Hackerbräu-Bier-Palast Donnerstag, 30. Oktober, abends 6 Uhr: Oktoberfest mit Schlachtfest Die berühmte „Andreas-Hofer-Tnippe“ Joe. Schwab. 8425V Vortrsgs-Verelnlpng Gießen (Goethe-Bund ♦ Kaufmännischer Verein - Ortsgewerbe-Verein) Gießener Konzertverein n 8417c Eintrittskarten (sämtlich numeriert) für Mitglieder im Vorverkauf in der Musikalienhandlung Challier gegen Vorzeigen der Vortrags-Ausweiskarte pro Platz zu 0.75 Mk.; für Nichtmitglieder zu 1.50 Mk. Studenten karten gegen Ausweis bei Herrn Hausverwalter Ritter zu 0.75 Mk. 8373D Am Klavier: Dr. R. Engländer vom Dresdener Landestheater. Arien und Lieder von Martini, Händel, Mozart, Bellini, Brahms u. a. Eintrittskarten: Mk. 5.-, 4.—, 3.- und 2 - bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.- beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte Die bestellten Abonnements können abgeholt werden Meine Erlebnisse in DeottMs Kolonien“ Lichtspielhaus Bahnhofstrasse Samstag, 1. November, abends 8 Uhr der Universitäts-Aula Lichtbildsr-V ertrag1 des Herrn Ooihk a. D. von taMioöka Dr. Schnee Erstes Konzert Sonntag, 2. Nov. 1924, nachm. 5 Uhr, in der Universitäts-Aula: Mana fr" " Scheuertücher rmntarxr" NUftzÄilnif diejem Etikett. 3 I Ausführung sämtlicher Revisions- :: :: und Treuhandgeschäfte :: :: Beratung in allen wirtschaftlichen ===== Tagesfragen ===== Jahresabschlüsse :: lkinzelberatung varmstädter Revisionr- und Treuhand A.G. Georgenstratze 12 Telephon 2195 Georgenstrahe 12 Behördlich anerkannt ::: Nur fachwissenschaftlich vorgebildete Beamte ::: Gewissenhafte Diskretion verbürgt Revision, Kalkulation, Feststellung der Betriebsrentabilität, Organisation, Einrichtg. betriebsbedingt. Buchführung, Umwandlung, Fusion, Liquidation, Sanierung, Aufstell, u. Prüf, von Bilanzen, Steuerberatung, Vertretung vor den Steuerbehörden, Vermögensverwaltung, Testamentsvollstreckung usw. ■minuM 10 °fo Rabatt gewähren wir vom 29. Oktober bis einschließlich 5. November auf unsere Vorräte in modernsten 841 ea Ganz besonders preiswerte, wirklich gute Kleiderstoffe soweit noch Vorrat, zu Vorzugspreisen Foule reinwollene, 80 cm breit, in mod. Farben für Blasen u. Besätze, Mtr. 3.50 Kleiderstoffen Außerdem bieten wir an: MA) Rf)CkstreifCH u.Schotten, 105cmbr., dunkle, eleg.Must.f. Röckeu.Kleid. 3.95 Popelitie reine Wolle, 105 cm br., extraschw.Zwirnw. in mehr als 50 Färb. 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