UM Erstes Blatt Pt. Jahrgang Srettag, 29. August 192t Die Abstimmung erst heute die deutsche De- fol- den Entente geprüft Verpflichtungen in die fol- nun nationalen verlangt die Einfügung des genden §3a in das Mantelgesetz über Londoner Vertrag. „Das Gesetz tritt nur in Kraft, wenn werde, ob Deutschland seine erfüllt. m. 203 Erscheint täglich, außer Sonn- und feiertags, mit d. Samstagsbeilage: Dietz eRerFannlienb lütter Mauatr-Vezvgrpreis: 2 Doldmarl> u_ 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen rx>« einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch.Anschlüsfe: für die Schriftteitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeioerGieherl. Postscheckkonto: Zrautsuri a. M. 11688. Ein Londoner Bankier über die Agitation gegen denvawesbericht Einem Vertreter des ,Deutschen Hcmdels- bienstes" wurden seitens eines in Deutschland sehr bekannten LondonerVankhauses folgende Mitteilungen gemacht: Die scharfe Bekämpfung des Sachverstän- digen-Berichtes durch die extremen Parteien in Deutschland hat diejenigen Vankkreise Londons die als deutschfreundlich gelten können und die sich die Pflege der Beziehungen zur deutschen Wirtschaft seit langen Jahren zur besonderen Aufgabe gemacht haben, außerordentlich enttäuscht und besorgt gemacht. Wir hatten gehofft, daß das deutsche Volk, wenn auch nicht mit Begeisterung, so doch mit einer gewissen -ZuversichtundHoffnungdie Möglichkeiten erfassen würde, die sich ihm dank der diplomatischen und sinan- ziellenAnterstühungEnglands bieten. Die Agitation gegen den Dawesbericht ist im gegenwärtigen Augenblick gänzlichunfrucht- b a r und kann nur dazu dienen, im Auslande die Argumente derjenigen Presse zu verstärken, die immer wieder behauptet, das deutsche Do lk wolle gar keine ern st hafte Ver- tt.a ud s gung. Besonders wird damit Wasser auf der Daily Mail" geleitet, die ihre darin sieht, die Tätigkeit der zur ge- schaftnchen Arbeit mit Deutschland bereiten Kreise der Londoner Bankwelt zu verdächtigen. Dem Vertrauen, das die Welt dem deutschen Volke ln den letzten Wochen entgegengebracht habe, müsse es mit Beweisen des Vertrauens ant- Worten. 2Ran hat in Citykreisen den Eindruck, als ob die Opposition um jeden Preis das Ergebnis der Londoner Konferenz besonders deshalb zu gering einschätzte, weil sie sich Täuschungen über die Stimmung im Auslande h c n g i b t. Diese Stimmung ist noch ein sehr gewichtiger saktor und sollte alles tun, um die Welt von den friedlichen und aufrichtigen Absichten Deutschlands zu überzeugen. scheu Bindungen Frankreich gegenüber eingegangen sei. Pvincars hatte 1923 sugefagt, er werde 24 Stunden nach Aufhebung des passiven Wider-' standes mit Deutschland über die Reporations- srage verhandeln. Als dann der Widerstand aus- gegeben wurde, drückte sich Pvincars um die Erfüllung dieser Zusage herum, indem er dem passiven Widerstand eine ganz andere Auslegung gab und behauptete, er bestehe noch weiter. Der Minister weist im Zusammenhang damit die Behauptung zurück, daß im Dorjahr das Reichs- kabinett an eine Lostrennung des Rheinlandes gedacht habe. Der Weg von Verteiltes bis London hätte eine starke Aenderung in der Einstellung der Well zu Deutschland gebracht. Wenn wir den Weg in eine bessere Zukunft gehen wollen, dann dürfen wir uns nicht weigern, den Boden des Londoner Vertrages yi betreten. (Lebhafter Beifall und vereinzeltes Händeklatschen.) zitiert die jüngste Senatsrede Poincarßs, der dieser sich gegen Herri ot und gegen ... in London vereinbarte Räumung der Sank- tionSgebiete gewandt hat. Roch immer stehe irt Frankreich eine große Macht hinter Pomcars. Die Deutschen, die Poincares Dernichtungswillen kennen, müßten doch das, was in London erreicht worden sei, etwas objektiver betrachten. (Beifall.) Das sei doch etwas anderes als die Tendenz Poincares, der einfach sage: „Ich habe Deutschland in den Klauen und Die Deutsche Reichsbahngesellschaft bleibe in der neuen Organi- sationsfvrm tatsächlich durchaus in deutscher Hand. Tas Gerücht sei falsch, daß am 10. Januar von der A»Mah»< von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichL, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Auf- chlag. - Verantwortlich ur Politik u. Feuilleton: )r. Friede. Wilh. Lange; > ür den Übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. lasse es nicht wieder los!" London habe nicht im Zeichen des Poinca- rismus gestanden. Es bestehe aber die Gefahr, daß dieser Geist wieder zum Herrscher in Europa werde dann, wenn durch Deutschlands. Schuld die Verhandlungen scheitern würden. (Sehr richtig!) Er sehe nicht, wie man diesen Faden wieder anknüpfen könne, wenn nicht in irgendeiner Form eine Verständigung erreicht würde. Ein Kompromiß, wie es in London geschlossen worden sei, könne natürlich nicht alle Teile befriedigen, auch uns nicht. Von amtlicher Seite sei das Dawesgutachten auch niemals als wirtschaftliche Bibel bezeichnet worden; das habe ein Verleger rin einem geschmacklosen Inserat getan. Die Annahme des deutschnationalen Antrages, der nach zwei Jahren eine Rachprüfung der deutschen Leistungsfähigkeit fordere, wäre politisch unklug, denn die Bestimmungen des Londoner Der- trages seien günstig für uns. Dieselben Kreise, die immer nach Führern rufen, dürften der Regierung doch keinen Vorwurf daraus machen, daß sie in schwierigen, hochwichtigen Fragen von sich aus das Volk über den Inhalt des Taw^gutachteas auf- klärie. e Ter Minister wendet sich dann gegen die Kritik des Abgeordneten Tr. Quaatz im emzelnen. Dawesgutachten tls die Bibel der Wirtschaft bezeichnet. Dr. Quaatz bekämpft dann die einzelnen Teile der Gutachtengeseh- gebüng. Es sei eine nationale Schmach, daß Deutschland zur Begnadigung von landesverräterischen Separatisten gezwungen wurde. Die Möglichkeit einer Steuerverpachtung dürfte einem modernen Kulturvoll nicht zugemutet werden. Das Reichscisenbahngesetz schasse eine ReicheeisenLahn- gesellschast, die niemals als deutsches Unternehmen betrachtet werden könne. Die Deutschnationalen hätten keinen Grund, den Kumps gegen das Dawesgutachten zu scheuen. Abg. Sollmann (Soz.) betont die Rot- wendigkeit der Annahme der ® u t- achtengesehe im Interesse der Befreiung des Rheinlandes. Wer in Deutschland den Revanchekrieg predige, sei ein Verräter am besetzten Gebiet. Welch anderer Ausweg nach Ablehnung des Gutachtens vorhanden sei, das hätten die Deutsch- nationalen ebensowenig gesagt wie die Rationalsozialisten und die Rationalkommunistrn. Wenn die Gegner des Gutachtens nicht binnen 24 Stunden zur Besinnung kämen, dann müsse die Regierung an die Wähler appellieren. (Beifall.) Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erinnert an die furchtbare Lage der Wirtschaft vor der Außerkraftsetzung des Achtstundentag-Gesetzes. Damals sei auch die Sozialdemokratie der Meinung gewesen, daß man mit der allen Arbeits- zett die Wirtschaft nicht wieder aufrichten könne. Die jetzige Arbeitszeitverordnung sei freilich auch nicht ideal und sie werde geändert werden. NeLchsautzenminister Dr. Stresemann Stresemann und Quaatz Die Endgefechte im Reichstag. Volkspartei mit folgender Ergänzung: „daß durch feste Abmachungen in völler- rechtlich bindender Form die S i ch e r h e i t geschaffen ist, das die Gebiete, die über die im Artikel 428 des Vertrags von Versallles bezeichneten Grenzen besetzt worden sinn, spätestens bis 10. Januar 1925 geräumt werden; daß weiter die Aus le g u n g dieses Abkommens der VereinbarungmitDeutschlandvor- behalten bleibe und daß diese Auslegung und die Handhabung des Abkommens unter eine wirksame Rechtskontrolle (Schiedsgericht) gestellt wird. Das Gesetz tritt nicht in Kraft, solange nicht die Reichsregierung in einer amtlichen, den Alliierten abzugebenden Erklärung das in Artikel 231 des Versailler Vertrages über die Entstehung des Weltkrieges enthaltene, der damaligen deutschen Regierung abgezwungene Anerkenntnis der deutschen Schuld am Kriege, das den geschichtlichen Tatsachen widerspricht, förmlich widerrufen hat." Der Redner wendet sich dann gegen die Re g i e r u n g s p o l i t i k, die eine Polittk der nationalen Schwäche sei und geradezu dieLacres- propagandu gefördert habe. Die Zentrale für Heimatdienst habe in einer Druckschrift das gende Voraussetzungen erfüllt sind. . .“ und folgt der Antrag der Deutschen Volks Es sei ganz unzutreffend, daß Gte Delegation in London irgendwelche handelspoliti- Ultimative Forderungen der Sozialdemokratte? Berlin, 29. Aug. Die sozialdemokra» tische Reichstagsfraktion hat, wie wir aus pac* larnentarischan Kreisen erfahren, der Reichsregierung gewifte ultimativ gehaltene Forderungen gestellt, von deren Erfüllung fte die weitere Unter* stühung der Regierung Marx-Stresemann abhängig rnachm wlll. Die Sozialdemokratte fordert nicht -nur° die unverzügliche Ratifizie- rungdesWashingtoner Achtstundentag-Abkommens, sondern sie verlangt auch, daß die Schutzzollvorlage zurückgezogen werden soll. Des weiteren haben die Sozialdemokraten beschlossen, im Falle des Zustandekommens einer Regierung des Dürgerblockes in die schärf ste Opposition einzutreten. Falls die Regierung den Wünschen her Sozialdemokraten hinsichtlich der Zurückziehung der Schutzzollvorlage nicht Nachkommen sollte, so wollen die Sozialdemokraten einen eventuellen Wahlkampf in der Frage der Schutzzollvorlage gegen die Regierung führen. Verschärfung der Patz- und goll-Kontrolle. Dem „Derl. Tageblatt" zufolge teilt die Sv» linger Industrie- und Handelskammer mit, daß die Gerüchte über die Aufhebung der Zollstattvnen bei Kronen berg und Vohwinkel falsch sind und daß im Gegenteil die Zoll- und-Paßkontrolle ver« schärft wurde. Die an der Zollgrenze be- schlagnahmten Waren werden unwiderruflich konfisziert, wenn der Gläubiger sich weigert, den von der Zollbehörde vorgeschlagener Vergleich zu unterzeichnen, auch in Ohligs ist eine verschärfte Koni volle seitens der Engländer eingetreten. Zolgenschwere Forderungen englischer Arbeiter. (In einem Teil der Auflage W.ederholt) London, 28. Aug. (WB.) Der politische Mitarbeiter der „Westminster Gazette" will wissen, daß die Arbeiter verschiedener In^Ürien, besonders des Bergbaues, ihren ^.«-etagenten Wann wird Dortmund geräumt? (Eigener Irrformattonsdienst. > Berlin, 29. Aug. Wie wir von unterrichteter Selle erfahren, hat sich die Reichsregierung veranlaßt gesehen, auf Grund einer tendenziösen Havasmeldung die französische Regierung daranzuerinnern, daß die Räumung der Dortmunder Zone auf der Londoner Konferenz für sofort in Aussicht gestellt worden ist, und zwar soll die Räumung unmittelbar nach der An- terzeichnung der Londoner Abmach u n g e n e r f o I ge n. Die deutsche Regierung erwartet jedenfalls, daß die Räumung der Dortmunder Zone Anfang September unverzüglich durchgeführt wird. Der Unterzeichnungsakt in London. London, 29. Aug. Wie Reuter erfährt, soll nach den bisherigen Vereinbarungen das Londoner Abkommen am Samstagmittag im Auswärtigen Amt unterzeichnet werben. Für die britische Regierung wird der ständige Unter- staatssekretär im Außenministerium Er owe unterzeichnen. Die Alliierten und Deutschland werden durch ihre Botschafter und Gesandten vertreten sein. Die gestrige ReichStagssihung hat die erwartete Entscheidung noch nicht gebracht. Sie wird erst im Lause des heutigen Tages fallen. Rach dem vo oauszu sehenderk Mißerfolg, den die Deutschnationalen gestern mit ihren Zusahan- trägen zu dem Mantelgeseh erlitten, sind die Verhandlungen zwischen der Regierung, den Regierungsparteien und den Deutschnationalen bis in die späten Äachtstunden fortgesetzt worden, ein Beweis, daß man in den verantwortungsbewuh- ten Kreisen die Auflösung des Reichstags nach Möglichkeit vermeiden will. Die Entscheidung wird am heutigen Vormittag in der Frakttonssihung der Deuttchnattonalen fallen. Sie wird nicht mir die Freigabe der notwendigen Stimmen für die Zweidrittelmehrheit betreffen, sondern auch die Stellungnahme zu einem Mißtrauensantrag, den die Völkischen ein- gebracht haben. Die Lage ist in letzter Stunde dadurch noch unübersichtlicher geworden, daß - allerdings unbestätigten Rachrichten zufolge — die Sozialdemokraten die Absicht h»> ben sollen, im Falle der Ablehnung gewisser, von ihnen der Regierung gestellter Forderungen die Auslösung des Reichstags und die von ihnen ersehnten Reuwahlen durchzufetzen. Wir halten die Meldungen über eine derartige sinn lote Ka- tasirovbenmacherei nicht für glaubhaft. Andererseits läßt der Verlauf der gestrigen Reichstagssitzung. in dtzr Str^emann gezwungen war, seinem früheren Parteifreund Quaatz zu antworten, und die Tatsache, daß die Verhandlungen um die Plattform bis zur letzten Minute fortgeführt werden, noch immer hoffen, daß das Endergebnis den Erwartungen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes entsprechen wird. Der lin,^28. August, 10 Uhr vorm. Vizepräsident Dr. Riefer gedenkt bei Eröffnung der Sitzung des 17 5. Geburtstages Goethes. OhneDebattewerdendie Anträge auf Amnestierung derpolitischen Gefangenen dem Rechtsaus schuh überwiesen. Von den Mittelparteien ist ein Antrag eingebracht worden, auch n a ch der Reichstagsauflösung den Abgeordneten Freisahr- karten bis acht Tage nach der Auflösung des Reichstages zu gewähren. Die Abgg. v. Graefe (Rakfoz.) und Kunze (Dtsch-soz.) bekämpfen diese Vorlage. Die Mtt- glieder des Reichstages seien nach der Auslösung desselben einfache Bürger wie alle übrigen. Sie hätten kein Recht, sich auf Kosten der Steuerzähler für diese Zeit besondere materielle Vorteile zu verschaffen. Der Antrag wird in erster und zweiter Beratung angenommen. Die sofortige Vor- nähme der dritten Lesung scheitert an dem Einspruch des Abgeordneten v. Graefe. Rach debatteloser Erledigung kleinerer Vorlagen wird in die dritte Lesung der Gutachtengesetze eingetreten. Abg. Dr. Quaatz (Dtn.) erklärt, die Deutsch- nattonalen gingen in die dritte Beratung und in die entscheidende Absttmmung hinein m i t einem tiefen Gefühl der (Snttäu- s chung und der Bitterkeit. Es scheine tatsächlich, als ob auf deutschem Boden und auf deutsche Kosten der Kamps zwischen den feindlichen Prinzipien Moskau und London ausge- tnagen werden sollen. Die Argumente der Kommunisten gegen das Dawesgulachten seien durchaus richtig, aber sie entsprängen nicht deutschem Geiste, sondern den Direktiven von Moskau. Die Sozraldemokra- t e n kämpften dagegen unter dem Panier von London. Das Dawesgutachten sei bei fernem Erscheinen in Deutschland und auch von amtlicher Stelle in einer Weise begrüßt worden, die takt isch von vornherein die deutschen äln» terhändler in eine sehr ungünstige Situation bringen muhte. In der Tonart der französischen Regierung höre man allerdings in der jüngsten Zeit einen etwas milderen Klang. Ein gewisser Anfang von Räumung sei auch zu beobachten oder er sei wenigstens versprochen worden. Der Kampf der Rhein- lande gehe nicht um einen Tag oder einige Wochen früherer Räumung, sondern darum, daß»dem unwürdigen, unerhörten und schmachvollen Zustand, daß fremde Soldateska ein deutsches Kulturland jahrelang besetzt hält, ein Ende bereitet wird. Der Redner begründet dann folgende Resolutionen der Deutschnationalen Dollspariei: Die Reichsregierung hat unbeschadet ihrer Verpflichtung, alsbald durch weitere Verhandlungen eine VHerabsehung der im Dawesplan vorgesehene Belastung zu erwirken, spätestens binnen zwei Jahren ,a) von dem durch Artikel 234 des Versailler Vertrages begründeten Recht Deutschlands, eine Rachprüfung seiner Leistungsfähigkeit zu verlangen, Gebrauch zu machen, zu dem Zweck, eine den Zwecken der staatlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung Deutschlands entsprechende Herabminderung der Gesamtlasten des Da» wesplanes herbeizuführen; b) im Zusammenhang damit im Wege der erforderlichen diplomatischen Verhandlungen mit allem Rachdruck darauf zu dringen, daß eine feste Grenze für die gesamten künftigen Leistungen Deutschlands vereinbart wird. Ein weiterer Antrag der Deutsch- ReichSfinanzminister Luther et* läutert die Londoner Abmachungen über die Kontrollbestimmungen. Gegenüber den jetzt bestehenden weitgehenden Kontrollrechten der Garanttekommiffion sei in London eine wesentliche Milderung erreicht worben. Der Kommiffar habe bei Normalzustand der Wirtschaft nur das Recht auf Auskunftserteilung. Auch in den weiteren Stadien der Kontrolle seien bei den Londoner Derhcmdlnngen viele Sicherungen für Deuttchland erreicht worden 2lbg. Fehrenbach (Ztr.) verliest eine längere Erklärung der ZentrumSftaktion, in der es heißt: Wenn durch eine Ablehnung der Gutachtengesetze unfer Voll in neue Unsicherheit und Rotstände hineingestoßen wird, so muß die Verantwortung denen zugeschrieben werden, die in falscher Einschätzung der internationalen Lage und in politischer Verblendung uns den Weg versperrten. Hier sollte nach früheren Vereinbarungen die Entscheidung über die Anträge einge- schoben werden, die Fürsvrgemaßnahmen für das .besetzte Gebiet verlangen. Abg. v. Gusrard (Z.) beantragt die Zurückstellung der Entscheidung hinter die Abstimmung über die Gutachtengesetze. Der Antrag ©uerarb wird angenommen In der Fortsetzung der dritten Beratung der Gutachtengesetze verliest Abg. Dr. Zapf (D. Bp.) eine Erklärung der Deutschen Dollspartei, in der ausgeführt wird, die Volks Partei könne den Anträgen der Deuffchnationalen nicht zu« stimmen, weil sonst neue Verhandlungen erforderlich wären. Die Dvlkspartes würde aber eine weitere Hinausschiebung der Ftisten n icht veran twvrten können. (Beifall.) Die 'Anträge der Deutschen Volkspartei seien dagegen eine Plattform, auf die sämtliche Parteien treten könnten. Graf v. Reventlow bekämpft daS Gutachten im einzelnen. Die Rattonalsozialisten würden das Dawesgutachten auch dann ablehnen, wenn die sofortige Ruhrräumung zu- gestanden worden wäre. Abg. Schiffer (Dem.) betont, die Krittken an den Einzelheiten des Abkommens mußten verstummen angesühts der Folgen, die eine Ablehnung nach sich ziehen würde. DaS amerikanische Volk betrachte das Dawesgutachten geradezu als eine nationale Angelegenheit. Es würde die Ration als Fr lebe nS« feind betrachten, die das Gutachten abkehne und würde seine wirtschaflliche Unterstützung den andern zuwenden. Abg. Dr. Pfleger (Bahr. Vpt.) erklärt, seine Fraktton werde den Vorlagen zusttmmen. Abg. Alpers (Wirisch. Vg.) sttmmt den Vorlagen zu. Abg. Kunze (D.-Sttz.) lehnt das Gutachten ab. Die Einzelbevatung wird auf Freitag 10 Uhr vertagt. Schluß gegen 7 Uhr. SlehenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Dmd rmb Verlag: vruhl'sche Umverfitüt§-Vuch- und Steinöruderei B. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. ; Td. fouit, üuchs. Tv. Offenbach. Wasserballspiel kamen Wn von Frankfurt MMps, ilß. ndurgv.d.dhE «ckms genommen. 3» . Setzung sicht das W- 1 Kämpfe. DaS Turnier erben, deren wertvollster des Prinzen Adalbert «IM Pokal, geht. Mcht ler bewerben sich darum km Sani. i ües &nbfugenW* t kürzlich m Hannover rrchsührnngplon« her Qeibeiübun • d, soweit nmn biS jetzt ifügen Erfolg go eitiamt der deutschen sden sollen Beziehungen Wich des diesjährigen jsvh Oberellen bei Eise» führeichen' Dauernhoch- xmbdn. Außerdem find Zespmhungen dngdetid ) SpielvorsHrunam ds chWhrigen DanoerauS« Wchastsgeselllchch zveckn. flr Illgendherbekgr». & Weise Beihilfen gr Herbergen gewährt Sv ^Landtag Hannover As« inntf u mref2 —- n!> fein «nnzes j Die nd «-" 8 dessen ^SÄnnbieWt ^''erin ob« bei uw kinvobnen LZLS f’ itt o d)t von Qnl?,e neue .^"Spsleg^Hchlich. ^enen :n haben d Aschen Künstler u d^"4en > und sj- ^nstle. w,t b«8 oA^'fc "und Spiel 'DittrlrheiÄreises "S dvn ' urner Aann mit .^ugendivettkänii^^ bettkämpse und 25 L^jchtung^tL )■ Aeu war der DaN» teurftaffet, beslchA^ "L 9et OHenbodi v D). 16 mch bu'S wrmgen. ©ekbtoanm«, auf rund «en- weiterer N r « ! ■ 1 SW i Bi> JtÖjttti AU! Dev erste Nvers betragt . Dee zweite Peers betvägt Bee dektte Peers betväst Dee vierte Peers beteSst Bee fünfte PveSs beträgt Dee sechste Peers beträgt 4 Pveise, Ke .... 50 Tvvstveekse- 8e 100 GoSdmavk SO Goidmaek 00 GvSdmavS 40 Goßbmgek 30 OZoSdmavS 20 OordmaeS \ 10 GsSdmaeK 5 GvSdmavS Ätz ^che", ÄS? Änüevdem beb^Sten wie uns vor»- wertere geeignete Pbvtvgeavhren zu evweeben. Oie mit Preisen bedachten und käuflich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschließliche Lienutzungs- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Zeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Oie unaufgezogenen Lichtbilder können auch von früheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Oie Einsendungen find mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderwettbewerb des Gießener Anzeigers" versehen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwort und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Ort, Haus, Straße, Schloß, Ruine usw.) sind auf dessen Rückseite anzugeben. Oie genaue Anschrift des Ein- senders ist in geschlossenem Briefe beizufügen, dessen Umschlag das Kennwort trägt. Derr äußevste GirMeferrrmssLerrmw iff derr 15. Sept. d. Ls. Die Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuflich erworbenen Lichtbilder findet nach Schluß der Ankäufe statt. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. oer Mtw sehr im? 3a.Wt u K L ®olff für das ganze Iahr 1914 um Bitderwettbewerb des GießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Oberhessen, sowie aus den Gießen benachbaften preußischen Gebietsteilen. Die Aufnahmen sollen möglichst bildartig sein. Folgende Ausnahmen Kommen in Betracht: Von interessanten Bauten in Städten und Dörfern, von Häusergruppen, von schönen Sttaßenansichten, von Häusern, Kirchen und Denkmälern mit schönen Baumgruppen, von Burgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Die Bewertung wird durch ein Preisrichterkollegium erfolgen, dessen Zusammensetzung noch bekünntgegeben wird. ein QEontterung£fef>[er gemacht tt»rben a>ar. Es wurde beschlossen bei allen Motoren die betreffenden Schrauben zu verstärken. Der nächste Probeflug, dec heute stattfinden sollte, wird daher Mittwoche kommender Woche verschoben. Die Aüs Stadt und Land. Greben, den 29. 2lug. 1924. Allgemeine Ortskrankenkasse Mehen-SLadt. Qluf Einladung des Vorstandes der Allgem. Ortskrankenkasse Dießen-Stadt tagte am 25. ds. Mts. im „Postkeller" der A u s s ch u h der Kasse. Die zur Beratung stehenden Punkte umfaßten den Geschäftsbericht mit Rechnungsablage für dqs Iahr 1923 sowie Aenderungen der §§ 17, 19 (Abs. 2), 25, 42, 52 h der Satzung. Aus dem von der Verwaltung vorgetragenen Geschäftsbericht für das abgelaufene Iahr konnte mit Befriedigung festgestellt werden, daß trotz der Schwere der Zeit und trotz teilweisen Versagens der Gesetzgebung die hiesige Ortskrankenkasse sich behauptet hat und diejenige Einrichtung geblieben ist, die den erkrankten Mitgliedern nach besten Kräften Schutz gewährte. Der Rechnungsabschluß für 1923 zeigte denn auch eine erfreuliche M ehret n n a h m e ; allerdings sind alle früheren Reserven durch den Währungsverfall aufgebraucht. — Anders gestaltete sich das Bild des Abschlusses für das erste Halbjahr 1924. Die immer geringer werdenden Verdienstmöglichkelten der Arbeitnehmer haben sich gerade bei den Trägern der Sozialversicherung — einerseits durch älebernahme enormer Lasten und andererseits durch Ausfall entsprechender Einnahmen — zu deren Llngunsten bemerkbar aemacht. Oft es doch eine nicht abzu- 6000 Goldmark übersteigen. Diese Feststellung gab sowohl den Vertretern der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer Anlaß zu einer regen Aussprache über die Arztfrage, die einheitlich in der Forderung an den Vorstand ausklang, alle Mittel anzuwenden, um ein unberechtigtes Krankschreiben seitens der Kassenärzte zu verhindern. Auch die anderen hauptsächlichsten Ausgaben im 1. Halbjahr 1924, wie Krankenhauskosten, Krankengelder, Wochen- und Stillgeld sowie sonstige Ausgaben haben teilweise die jeweiligen Ausgaben für das ganze Iahr 1914 erreicht. Alle diese Umstände haben es mit sich gebracht daß die meisten Kassen zur Zeit finanziell stark bedrückt sind und der Abschluß für das 1. Halbjahr 1924 zeigte, daß die Ortskrankenkasse Gießen ganz gewaltig gelitten hat; die Ausgaben übersteigen die Einnahmen um ca. 18 000 Goldmark. Da nach den Ausführungen der Verwaltung keine Aussicht be- steht, daß diese unerträglichen Zustände in absehbarer Zeit sich ändern, war zu beschließen ob die Leistungen der Kasse gegenüber den Mitgliedern beschränkt, oder ob die Mehrausgabe durch entsprechende Erhöhung der Beiträge gedeckt werden solle. Mit Befriedigung war festzustellen, daß die Vertreter der Arbeitgeber sowohl, wie die der Arbeitnehmer sich ganz entschieden für Beibe- h a l t u n g der jetzigen Leistungen aussprachen und bereit sind, lieber eine kleine Belastung in Form höherer Beiträge zu tragen. Dem- zufolge wurde einstimmig beschlossen, die Beiträge um 1 Prozent zu erhöhen. Diese Entschließung war getragen von vollem sozialem Verständnis für die Rote der Kranken und ein Beweis dafür daß die Mitglieder des Ausschusses — Arbeitgeber sowohl wie Arbeitnehmer — gewillt sind, der Krankenkasse auch über diese schwere Zeit hinweazu- helfen und die Kasse als soziales Institut zu erhalten. Oßö. Gichenec Sportklub von 1900: Zusammenkunft bet Doller. — Hessischer Polizei- und Schuhhunde- Derern 1914, 8 Mr, bei Hopfeld: Mitgliederversammlung. — Rundfunkhaus, Löbecstrahe, 8V2 Ufr: H iterec Ab.nd. - Licht PielhauS Dahn- hofstraße: „Die grüne Manuela". — Astoria- Lrchtspreie: „Der große Sensationsprvzeh". KZettervorausjage Etwas wärmer, wollig bis bedeckt, südliche bis westliche Winde, wieder Regenfälle. Dw heute morgen eingetretene geringe Aufbesserung der Wetterlage wird nicht lang an- oauern. Ein langgestrecktes Fallgebiet rückt schnell 8^en Westeuropa vor und bringt erneut schlechtes Wetter. Die H e s si sch e L i ch tb i l d b ü h n e a m Lrndenplah hat für ihre Eröffnungsvorstellung am Sonntag mit dem „Berg des Schicksals" einen Film gewählt, der bei seiner Der- Verwundeten beläuft sich auf 52, darunter 35 Passagiere. Sieben Verletzte wurden in das Hospital eingeliefert. Der gleichfalls der White- Star-Linie angehörende Dampfer „Honreric" wurde ebenfalls durch den Orkan beschädigt. Die Zahl der Verletzten aus diesem Dampfer beträgt acht. Andere Schiffe wurden ebenfalls beschädigt. Das Ergebnis des Probefluaes des Z. R. 3. Bei der ersten Probefahrt des Z. R. 3, die die Leitung des Luftschiffbaues sehr zusneden- gestellt hatte, ergab sich, daß bei einem Motor T) Utngec 1 in emf Ä LmchtenE also 42^ Mark, vw und dies,-E 4 Pf. eryr t ®r, Gustaf firn So-mto tirchc M einer DK as'iM S sprechen- wirken bei 1 l S-u Aemel.n^ ssf? kwer Uraufführung im Mai dieses Iahres einen beispiellosen Erfolg und eine glänzende Kritik der gesamten Berliner Presse hatte. Der Film ist die Schöpfung der Freiburger Sport- und Bergfilmgesellschaft, die sich bereits durch die auch hier schon bekannten Filme „Das Wunder des Schneeschuhs" und „Fuchsjagden im Engadin" einen Ramen in der Filmwelt gemacht hat. Eine Handlung von seltener Schlichtheit erfüllte den Regisseur Dr. Franck mit Höchstleistungen filmtechnischen und Alpinistischen Könnens. Der „Tag" schreibt u. a. darüber: „Der Film behandelt eigentlich nichts, denn daß zwet Dergsteigecgenerationen den Kampf um eine für unersteigbar geltende' Felsnadel aufnehmen, daß der Vater abstürzt, der Sohn aber, um der Liebe willen, sich siegreich zu behaupten vermag und sein Ziel erreicht, das ist eigentlich alles andere als ein Spielfilm im herkömmlichen Sinne. Ein Film wie der ..Berg des Schicksals" läßt sich eigentlich nicht kritisieren, denn das Spiel mit dem Tode steht außerhalb jeder Kritik. Denn was an bergsteigerischen Leistungen hier gezeigt wird, dos erscheint so unfaßbar, so phantastisch in der kühlen Ruhe der Ausführenden, daß den Zuschauer ein Gruseln überläuft, wenn er sich etwa in die Situation hrn- eindenkt." **EinePrügelei zwischen jungen Leuten und Sicherheitsbeamten, bei denen leyterk, tote man uns mitterlt, in sehr wertgehendem Maße von ihren Gummiknüppeln GÄrauch gemacht haben sollen, hat in der Stadt zu lebhaften Erörterungen Veranlassung gegeben. Da. tote wir hören, Anzeige ber der Staatsanwaltschaft erfolgt ist, wird man gut tun, das Ergebnis der behördlichen älntersuchung abzuwarten. ** Die Septembermiete berechnet s.ch wie die Augustmiete, da die prozentualen Zuschläge für den Monat September unverändert geblieben sind. ** Erledigte Stellen i m Schuldienst. Erledigt sind: Vier Schulstellen für drei evangelische Lehrer und eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Groß-Gerau. Dienstwohnung ist nicht vorhanden, Mietwohnung für einen verheirateten Lehrer ist zunächst nicht erhältlich. — Drei Schulstellen, je eine für einen evangelischen Lehrer, eine evangelische Lehrerin und eine katholische Lehrerin an der Volksschule in Rüsselsheim. Dienstwohnung ist nicht vorhanden, Mietwohnungen für verheiratete Lehrkräfte sind nicht erhältlich. — Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in D 0 r n h e i m. Dienstwohnung ist nicht frei, Mietwohnung nicht erhältlich. — Eine Lehrer- stelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Oppershofen, Kreis Friedberg. — Eine Lehrerstelle für einen Evangelischen Lehrer an der Volksschule in Heu chelheim, Kreis Büdingen: Dienstwohnung ist vorhanden, aber noch nicht frei. — Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an dec Volksschule in Rödgen, Kreis Friedberg. — Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Messel; Wohnung für einen verheirateten Lehrer zur Zeit schwer zu beschaffen. — Eine Lehrerstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volls- schule in Ober-Ramstadt. — Eine Lehrer- stelle für eine evangelische Lehrerin an der Volks- -fcf)ule in Riedei-Ramstadt. — Eine Lehrec- stelle für einen freireligiösen Lehrer an der Volksschule in Mörfelden, Kreis Groß-Gerau. ' Personalien. Auf Grund des § 1 des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten treten in den dauernden Ruhe st and: der Rektor im einstweiligen Ruhestand Heinr. Köhler zu Watzenborn-Steinberg; der Lehrer im einstweiligen Ruhestand Albert G u n - drum zu Eudorf, Kreis Alsfeld, beide mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab; der Leh:er im einstweiligen Ruhestand Iosef Ricvlai zu Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld, mit Wirkung vom 1. August 1924 ab. < ** Fortfall vo n Schnellzügen. Die im Sommer zwischen Frankfurt a. M. und Berlin (Potsd. Bhf.) über Gieren, Kassel, Magdeburg g sahrmm Schnellzüge: D. 27, Fcanl- surt a. M. ab 11,46 B.. Berlin iPotsd. Bhf.) an 10,23 Ä., und D. 28, Berlin (Potsd. Bhf.) ab 8,05 B.. Frankfurt a. M. an 6.48 R., fallen mit Ende August ds. Is. wieder fort. Letzter Der- kehrstag ist der.31. August ds. Is. ** Ist ein Gärtnereibetrieb gewerbesteuerpflichtig? Die Landwirtschaftskammer hat für die Entscheidung, ob ein Gärtnereibetrieb der Gewerbesteuer unterliegt, folgende Anhaltspunkte jetzt gegeben: Obst- und Gartenbau zählen zu den landwirtschaftlichen Betrieben. Dagegen liegt bei dem Handel mit Obst von gepachteten Baumstücken ein Gewerbe vor. Beim Gartenbau, zu dem man das Pflanzen und den Verkauf von Blumen, Gemüsen, sowie die Baumschulen rechnet, liegt ein Gewerbebetrieb erst dann vor, wenn auch fremde Erzeugnisse gewerbsmäßig (d. h. ständig) zugekauft werden, wobei es einerlei ist, ob diese in rohem Zustande oder verarbeitet verkauft werden, älnbedingt zu den Gewerbebetrieben rechnen die Kunst- und Handelsgärtnereien, deren Merkmale, die aber nicht alle gleichmäßig vorhanden sein müssen, folgende sind: Technische Vorbildung des Betriebsinhabers, seiner Angestellten und Gehilfen, ungewöhnlich große Anzahl von Frühbeeten, größere Gewächshäuser und Treibhausanlagen, kaufmännische Betriebsformen, wie Behandlung der Erzeugnisse als Waren, Aufstellung von Preisverzeichnissen usw. Hier wird die Entscheidung wohl häusig Schwierigkeiten bereiten. Die zur Landwirtschaft einschließlich des Obst- und Gartenbaues zählenden Betriebe unterliegen lediglich der Grund st euer (vor 1924 war das Betriebsvermögen ebenfalls steuerpflichtig). Die als Gewerbebetriebe anzusehenden Betriebe sind auch gewerbe steuerpflichtig. 3n Zweifelsfällen dürfte es sich empfehen, die Entscheidung des hessischen Finanzministeriums anzurufen. Aus aller Welt. Schwerer Sturm im Atlantik. 52 Fahrgäste auf einem Amerikadampfer verletzt. In der Rähe der amertkamschen Küste hat vorgestern ein zhklonartiger Sturm die auf dem Ozean beftndlrchen Schiffe in große Gefahr gebracht. Die Wellen gingen nach Reuyorker De» richten bergehoch und man erwartet Rachcichten über zak-lceichr Anglückssälle. Der frühere deutsche Dampfer „Berlin , der unter dem Ramen 9irn» btc" der White-Star-Lime gehört Reuhork, es mochten acht Am b u lan z wa a e n am Pier die Ankunft des Dampfers erwarten um P a sa g icre aufzunehmen, die durch den tropischen Orkan ernsthafteVerletzun- gen davongetragen hatten. Der Funkspruch teilte mit. daß das Schiff durch einen Orkan beschädigt worden 1., der cü um 9 Mr gestern abend heimsuchte. Dieser Orkan hat entlang der ganzen atlantischen Küste gemutet und alle auf See befindlichen Schi,se waren genötigt, in Reuyork und anderen Häsen Zuflucht zu suchen. Reuyork, 28. Aug. Die Zahl der auf dem Postdampfer „Avabic" infolge des Orkans die nächsten da der Erl FvrMriel Str Wu Häuser 1 ^chlostsp Svlins-Dm übrigen Flüge sollen dann Zug um Zug folgen. Die amerikanischen Herren zngei sich gerade d^cch die Bewährung des Lustschi ses in schweren Wettern außerordentlich befriedigt. Zwei amerikanische Millionärssöhne znm Tode verurteilt. Rach einer Meldung aus Chicago sind die beiden jugendlichen Knabenmörder Leopold und Loeb zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Schupobeamte wegen schwerer Beleidigung vor Gericht. In dem Proze ßgezen die Schutz Polizei beamten Domei, Dumke, Ma zttnkewi > und Hau ck- mann von Dube, die angeklagt wrven, 5..i einem Zusammenstoß in Berlin im Roveinber 1923 in der Linienßraße eine Anzahl sestgen 0 m - mene r jüdischer Frontsoldaten belei big t und mißhandelt zu haben, wurden Dube und Maczimkowih freite Prochen. Dome i wurde zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt; und Dumke zu 3 Monaten Gefängnis. Außerdem wurde dem letzteren auf dr -i Iahre die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Acm.ec abgesprochen. leugnende Tatsache, daß leider viele Versicherte, bedingt durch die große wirtschaftliche Rot und aufgedrungener Erwerbslosigkeit, die Krankenkassen als Einnahmequelle benutzen, um für sich und ihre Familie überhaupt diejenigen Mittel zu bekommen, die zur Bestreitung des aller- notwendigsten Lebensunterhaltes nötig sind. Der Abbau der Erwerbslosenunterstützung bedeutet also im gleichen Umfang die Mehrbelastung der Krankenkassen auf Kosten der Beitragszahler. Ie- doch ist der angeführte Umstand nicht der einzige, der die Ausgaben der Krankenkassen in ein unbestimmtes Verhältnis zu den Einnahmen brachte. Aus den vorgelegenen Zahlengegenüberstellungen vom 1. Halbjahr 1924 und dem ganzen Iahre 1914 war z. B. zu ersehen, daß die Ausgaben für ärztliche Behandlung vom 1. Ianuar bis 30. Iuni 1924 die Ausgaben für Arztkosten Landkreis Gieren. L, W i e s e ck, 28. Aug. Bei der Aufstellung des Voranschlags für 192 4 konnten die einzelnen Positionen nur schätzungsweise angegeben werden. Ieht ergibt fich ein klarer Lieber- blick, so daß sich die gestrige außerordentliche Gemeinde ratssihung mit einer (Nachprüfung und Reufestsetzung beschäftigen mußte. Das Gesamtbild ist wesentlich günstiger, da sich auf der einen Seite Einnahmen erhöhten, auf der andern Seite die vorgesehenen Ausga en ermäßigten. Es ergibt sich demnach folgendes B ld: die Einnahmen aus Holz verkauf erhöhten sich um 10 000 Mk., aus den Reichs- fte leranteilen um 4000 Mk. Dadurch, daß fich vom Iahre 1923 ein Rechnungsüberschuh von 23 000 Mk. ergab, konnte das für 1924 vorae- Die Schlacht im Wahllokal. Stuhlbeine und Revolver als „geistige" Waffen. Beul hen ,'28. Aug. (WTB.) Heute abend fand im großen Schützenhaus eine von der Deutschvölkischen Freiheitspartei einberufene Wahlversammlung statt, die von linksradikaler Seite gestört wurde. Die Auseinandersetzungen arteten schließlich in eine regelrechte Prügäei aus. Stöcke, Tischbeine und Stühle sausten auf die Köpfe der Gegner nieder und Revolverschüsse fielen. Alles stürzte über Tische und Stühle dem Ausgang zu. Wiederholte Versuche, die Versammlung weiter tagen zu lassen, scheiterten an dein Widerstande des Saalpächters, dec das Licht verlöschen ließ. Schließlich schritt die Schupo ein, leerte den Saal und zerstreute die auf den Straßen angesammelte Menschenmenge. Goethe-Gebuttstagsseiern. In Weimar. Weimar, 29. Aug. (WTB.) Die offizielle Feier von Goethes 175. Geburtstag hat heute mittag um 12 Uhr im großen Armbrustsaale begonnen. Der Präsident der Goethegesell- schaft, Professor Roethe-Berlin, entwarf in seinem Festvortvag ein umfassendes Bild von der gewaltigen Persönlichkeit Goethes. Mit einem Licdervortvage des Lehrergesangvereins fand die schlichte Feier ihr Ende. Abends fand auf dem festlich geschmückten Frauenplan vor Goethes Wohnhaus eine Feier statt. Alle Häuser des Platzes waren reich mit Blumengewinden und Girlanden geschmückt und alle Fenster illuminiert. Kurz nach 8 Uhr ertönte von der Treppe des Goethehauses ein Hornsignal, worauf der Seminarchor Goethes ßieb vom Heideröslein über den Platz in die Rächt hinaus ertönen ließ. Sodann betrat der Oberbürgermeister Dr. Müller die Rednertribüne und feierte in kurzen Ausführungen die Bedeutung von Goethes Persönlichkeit für, die Stadt Weimar. Ihm fei es in erster Linie zu verdanken, daß Weimar der Wvhlfahrts- ort fjxr alle Gebildeten nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt geworden sei. D^für tocrbdF Weimar der Persönlichkeit des großen Dichters unauslöschliche DanLarkeit bewahren, und deutsche Art und deutsches Wesen, das ec vertrat, zu Ehren bringen. Mit dem Gesang des Thüringer Nedes von demselben Chor erfolgte die Uebecleitung zum Dortrag des Festgedichtes von Friedrich Lienhard, das der Schauspieler I l l i g e r vom Rationaltheater zu Gehör brachte. Dec Gesang von „Wanderers Rachtlied" beschloß -die kurze, aber außerordentlich eindrucksvolle Feier. In Frankfurt. F r a n k f u r t a. M., 28. Aug. (WTB) Das Freie Deutsche H 0ch stif t hatte i.n Verein mit] der Stadt Frankfurt heute die Bürgerschaft zu einer würdigen Feier von Goethes 175. Geburtstag in die weiten Räume des Saalbaaes geladen, nachdem schon in den späten Rach- mittagsstunden viele Tausende sich am das Goet^deniMal geschart hatten, um dort musikalischen und gesanglichen Darbietungen za lauschen. Die Feier im Saalbau, die so stark besucht war, daß ihr eine zweite am Montag folgert soll, wurde durch Orgelspiel eingeleitet und fand ihren Höhepunft in einem tiefangelegten Vorträge von Prof. Dr. Korff-Gießen über die Frage, was uns Goethe heute bedeutet. Beatrice S u 11 e r - K 011 l a r, feinsinnig von Fritz Altmann begleitet, gab hohe Proben ihrer Kunst in den Suleila-Äwern in der Vertonung von Schubert. Ein starker Sprechchor, zusammengesetzt aus Schulern und Schülerinnen höherer Lehranstalten, erzielte unter der Leitung von Hermann S ch e r ch e n einen starken Eindruck in dem Vortrag von Mohamets Gesang. mitgeteilt hätten, daß sie für den englischen Ausfuhrhandel Schuh gegen eine Steigerung der deutschen Ausfuhr verlangten. Hierdurch sei die Arbeiterregierung, die bisher für den Freihandel cingetreten sei und die die Mac-Kenna-Zölle mit Hilfe der Liberalen abschaffte, vor schwierige Streitfragen gestellt worden. Die Frage Freihandel oder Schutzzoll könne zu einer Spaltung innerhalb der Partei führen. * Der „Star" übt bittere Kritik an der Haltung der englischen Bergleute gegenüber dem Dawesplan und an dem Protest ihres Sekretärs, daß politische Erwägungen das Wirtschaftsleben in England nicht beeinträchttgen dürften. Das Blatt führt aus, daß dieses Gerede über die politischen Erwägungen bedeute, • daß die Bergleute, deren Führer wie Cook und Smillie so viel über den Frieden Europas und die Vertreibung des Militarismus gesprochen hätten, bereit seien, die politische Regelung Europas zu verhindern, weil sie fürchteten, daß die Kohlenaus- fuhc dadurch leiden könne. Es würde wirllich eine Tragödie sein, wenn Smillie und seine Freunde an dec Seite der Diehards gefunden würden, die nicht wünschten, daß Deutschland auf die Beine konnne. Es würde ein bitteres Ende all der Ströme von Resvluttonen über internationalen Frieden und die Solidarität sein, die von ihnen ausgegangen sind. Das Blatt rät dem Bergarbeiterverband dringend, seine Bedingungen und vor allem seinen Don nochmals zu erwägen, bevor seine Vertreter mit dem Premierminister zusammentreten. Tt^ene •BehteMtapttal von 10200 Mark g e - strichen werden. Andererseits ermäßigten sich die Ausgaben für Anschaffimg von Mobilien um 600 Mk.. für die Kanalisation um 2000 Mark, für Ka p i talzin sen um 6000 Mark und für den nunmehr fertigen Schulhausumbau um 4000 Mk. Der zuerst errechnete Llmlagebedarf von 85 000 Mk. ermäßigt sich also um 36800 Mk., so daß sich für das Rj. 1924 ein HImlagebedarf von 48200 Mk. ergibt. Durch die den Gemeinden verbliebenen Stenern werden aufgebracht: Don Gebäuden und Bauplätzen 9200 Mk., vom land- und forstwirtschaftlich genutzten Gelände 13 000 Mk., während bk Ge- bäudesondersleuer 20 000 Mk. bringt, im ganzen also 42 200 Mk. Ls bleiben somit ungedeckt 6000 Mark, welche vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital auszubringen finb; dies geschieht, indem pro 1000 Mk. Steuerwert 4 Pf. erhoben werden sollen. t Grünberg, 28. Aug. Die Feier des Gustav-Adolf-Vereins findet am nächst en Sonntag, dem 31. d. Mts., hier in der Staä- kirche statt. Sie wird eingeleitet durch einen Festgottesdienst tun VLtoyc. Die Predigt hält Pfarrer Becker aus Gießen. Um 4 älhr wird in einer Bachversammlung im Gartenhause Pfarrassistent Äz. <$ u ter aus Da d-Na uherm sprechen. Der Kirchenchor und der Musikverem wirken bei beiden Denan statt un gen mit. ( Hungen, 26. 2Iug. 3n der heutigen Gemein de ratssttzung wurde unter anderem ein Ausschlagsatz mit Bezug auf das gewerbliche Anlage- und Betriebskapital von zwei Gvldpsernrig auf je 1000 Mk. Steaerwert beschlossen. Sin von der Oberforsterei vorgelegtev Nachtrag zum WirtschastSplan 1924, die Ausnützung der in diesem Herbste in Aussicht stehenden Buchenmast betr., wurde genehmigt. Sin weiterer Nachtrag, der infolge eines äleberhiebs in vergangenen Jahren eine Kürzung des jährlichen Fällungsetats um 350 Festmeter Holz für die nächsten drei Wirtschaftsjahre vorsieht, wurde, da der Erlös des äleberhiebs zur Bildung eines Forstbetriebsstocks angelegt worden ist, abgelehnt. Der Berkaus eines der neuerbauten Gemeindehäuser in der Bellersheimer Straße wurde genehmigt. Die schenkungsweise äleberlassung der Schloßsprihe seitens der Standesherrschaft Solms-Braunfels an die Gemeinde wurde an* genommen. — Infolge der beständigen Ungunst der Witterung sind die Erntearbeiten sehr im Nückstande. Während sonst um diese Jahreszeit die Dreschmaschinen bereits im vollen Tange waren, termtc tn dreiem Jahre tn taim nennenswerter Weise an das Einbringen der Frucht gedacht werden. Auch ist infolge der beständigen Nässe mit einer ungünstigen Beeinträchtigung der Kartoffelernte, die anfänglich einen sehr guten Ertrag versprach, zu rechnen. — Die diesjährige Obsternte ist hier sehr gering. Es machen sich die Nachteile des letzten strengen Winters bemerkbar. Ueberall, besonders in den niederen Lagen, stehen abgestorbene Obstbäume, die infolge der letztwinterlichen Kälte eingegangen sind. Der sich hieraus ergebende Mangel an Obst machte sich auch bei der heutigen Versteigerung von Früh)bst durch ansehnliche Preise bemerkbar. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 28. Aug. In einem Teile der hessischen Lehrerschaft herrscht iln- zuf nebenbei t über eine Verfügung des Landesbildungsamtes, wonach den Dekanen und ihren Stellvertretern die Beaufsichtigung des Neligionsunterrichts übertragen worden ist. Man wirft ein, das) diese Verfügung erlasen worden sei, ohne die Lehrerschaft zu hören. Der „Schulbote .für Hessen" veröffentlichte bereits mehrere Proteste gegen die Verfügung Im Kieise Dieburg haben 112 evangelische Neligionsleh er erklärt, sie würden den Nelig.vnsunlerricht nieder- legen, wenn die Verfügung nicht ausgehoben wird. — Der Händler Friedrich Hoffmann, der am 20. März ds. Is. wegen Ermordung feiner Ehefrau zum Tode verurteilt wurde, ist jetzt a if sein Gnadengesuch hin vom Gesamtministerium z u I e - benslänglichem Zucht haus begnadigt worden. — Die zweite Tagung des Schwur- gerichtesder Provinz Starkenburg wird gegen Ende September stattfinden. Dis jetzt sind drei Fälle vorgesehen, und zwar ein Kindesmvrd, eine Anklage wegen Meineids und ein Tvtschlagversuch. fpd. Al zeh. 28. Aug. Vor etwa Jahresfrist entstanden in der Stadt schwere Teuerungsunruhen, an denen sich mehrere hundert Personen beteiligten. Etwa 80 Persmen erhielten vom Amtsgericht wegen Nötigung und Bedrohung darob Strafbefehle in Höhe von 100 Mk. Dagegen erhoben alle Einspruch. Es kommt nunmehr zur Verhandlung vor dem hiesigen Amtsgericht. fpd. Bischofsheim bei Mainz, 28. Aug. Bei A lsfchachtungsarbeiten neben der katholischen Kirche stieß man in einer Tiefe von e'wa 1 Vs Meter auf Reste einer römischen S t ra he, die wahrscheinlich die Richtung nach dem Kreuzweg an der Hochheimer ileberfafjrt bäte. An Der OteversahrtSstelle hatte im ersten Jahrhundert n. Ehr. ein römischer Hauptmann einen Altar errichtet, der sich jetzt un Römisch-Germanischen Museum zu Mainz befindet. Hcücn-Nassau. * Höchst a M, 28. Aug Die Unruhen bei den Farbwerken am 14. und 15. Marz ds. Is. anläßlich der Verlängerung der Arbeitszeit fanden gestern ihr gerichtliches Nachspiel. Es hatten sich zunächst 18 Angeklagte wegen 2anbfriebcnö6rud) zu veocrntwvr.en. Don ihnen wurde einer zu 9 Monaten, drei zu sieben Monaten und einer zi; drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden frei- gesprochen. fpd. Bad Ems, 28. Aug. Aus Anlaß der 600. Wiederkehr des Tages der Verleihung der Stadtrechte durch Ludwig den Bayern plant die Stadt größere F e st l i ch k e i t e n. die im Rahmen einer Festwoche stattfinden sollen. fpd. Aus dem Westerwald, 28. Aug. Der untere Westerwald wird augenblicklich von einer Rä uberbande heimgesucht, die es hauptsächlich auf die Beraubung von Kirchen abgesehen hat. Aus zahlreichen Kirchen und Kapellen wurden bereits die erreichbaren Wertsachen geraubt. Hauptsächlich sehen es die Siebe auf Decken ab. Trotz aller Bemühungen konnte eine Spur der Bande bis jetzt nicht entbetft werden. Dom Fliegerlager auf der Wafserkuppe. Don dem Sonderberichterstatter des „Gieß. Anz." Wasserkuppe, 26. August. Endlich, endlich wieder einmal Sonne! —In den letzten Tagen war unsere Stimmung infolge des andauernden Nebels fast unter Null gesunken. Der erste Sonnenstrahl heute morgen wirkte daher elektrisierend auf uns alle. Jeder lieh Waschbecken, Strohsack oder was er gerade unter den Händen hatte, und eilte ins Freie oder zum Fenster, um sich von diesem Ereignis mit eigenen Augen zu überzeugen. Nun noch West- oder Nordwestwind, dann kann die Sache losgehen. Dazu kommt, daß „Breslau" wieder hergestellt und auch die „Königin Luise", die Maschine des Ostpreußen Schulz, wieder startbereit ist. Beide machen einige kleine Probeflüge. Außerdem starten u. a. „Erlkönig" (Fulda), „Pirolo II" (Frankfurt a. M.), „Charlotte" (Charlottenburg), „Harth PtlottiS- f^amverg), teils logar weyr» mals zu kurzen Flügen. Längere Flüge vom West- Hang führen aus „Espenlaub" mit Führer E s - p e n l a u b , und „Roter Teufel" mit Hirth. Espenlaub flog 6 Minuten 35 Sek. und landete 4520 Meter vom Startplatz entfernt, in der Nähe von Poppenhausen. H i r t h hielt sich über 71/« Minuten in der Luft und landete etwa 2400 Meter von der Kuppe entfernt, bei Tränkhoff. Die Landungsstelle selbst war von dem Beobachtungs- Punkt nicht einzusehen. Den längsten Flug führte wohl Martens auf „Moritz" aus. Er landete bei Gersfeld. Leider wurde dieser Flug von keinem einzigen Meßtrupp beobachtet, da der Start bereits erfolgte, ehe die Beobachtungsstellen besetzt waren. An Motormaschinen startete „Kolibri" mit übet zweimal, darunter einmal zum Höhenrekord. Dieser Flug wurde großenteils über den Wolken ausgeführt, so daß man ihn nur stellenweise beobachten konnte. Nach dem Barogramm erreichte übet dabei eine Höhe von zirka 600 Meter über dem Startplatz, also eine absolute Höhe von 1500 Meter über dem Meere. Diese letztere Angabe ist nämlich ausschlaggebend, da die Dichte der Luft bei gegebener Molorstärle eine entf. :nbe Rolle spielt, und man immer berüdfid' , n muh, daß der Startplatz schon 90C Meter üuer dem Meere liegt. Es handelt sich bei der Bewerbung um der Höhenvreis bekanntlich darum, mit einer zugeteilten Betriebsstoffmenge von 20 ccm pro Kilogramm Führergewicht und Nutzlast die höchste Höhe über der Wasserkuppe zu erreichen. Man darf gespannt fein, ob die von übet erreichte Höhe von einem der Mitbewerber überboten werden wird. Leider fand heute auch der erste ernstliche Unfall des diesjährigen Wettbewerbs statt. „Knorke", das Segelflugzeug mit Hilfsmotor des Berliner Segelflug-Vereins, geführt von H o h m u t, startete und stürzte mit laufendem Motor ab, einen wüsten Trümmerhau- f e n bildend. Der Pilot wurde mit verschiedenen schweren Verletzungen daraus hervor- gezogen. Er Dürfte aber nach dem Urteil der Aerzte mit dem Leben davon kommen. Besonders bedauert man hier allgemein die Frau des Piloten, die beim Starte anwesend war und den Sturz ihres Gatten mit ansehen mußte. Einige Abwechslung brachte heute der Besuch dreier Verkehrsflugzeuge, darunter ein Albatrostiefdecker. Dr. H. M. KpankQDin9Noinl Gea.Leber-mMagcnleid.,selbst langt MalWlIl! Wsi! Hilst best.Narl-sprudel lZiskirchen U PACKCH.6PFÜ. Wir wissen Bescheid lund schützen deshalb unser K£ingemad)teä vor dem Verderben durchLchimmÄ ,——® und Gätzruny nur Durch Verwendung*!). bewährten in der Kochkunst^ iVäckchen yenughum 10 Pfö. j Feüäüe,Ge1ee/ Garben ufttx W haltbar^utnadim -Ziepte, musonst m d.Gej Äasten oder w I DnÄ.Oetbee GielefelH. Dr.VrtkrpÄ Gmmache Hülfe Willi Schardt Marie Schardt geb. Meininger Vermählte Gießen, Rodheimer Straße 23 022900 (WD-WEM Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend bringe ich meine heute WMeleWWi in empfehlende Erinnerung. 01190l SmlMöl: l.IleW. nnö Warftniaren. Um geneigten Zuspruch bittet Wilhelm Miet, Wei Wirtschaft und Metzgerei Wolsftraße 9 (Ecke Kaiserallee). ßiii grögerer TmWrt beste «stsreustische schwerste hochtragende RinderuMhe steht in unseren Stallnngen Rodheimer Straße znm Verkauf. M«, Msi flüewra) Nordanlage 11 Filiale Gießen Telephon 236 Drucksachen aller Art sdie vrühl'sche UniversttStt-vruckerei, R. Lange, Sieben, Zchulflr. 1. 6657 C Spinat, frisch geblättert, per Pfd. 30 Pst n Neueröffnung! Schuhhaus Merkur en cn Seltersweg 31 GIESSEN Seltersweg 31 CO CO 15 10 10 10 15 n n y c "öS 00 L Gießen, den 29. August 1924. Stabtbauamt Gießen. I. V.: Nold. c<£> Notkraut...... Weistk hüt..... Wirsing...... Mot' Syelfcntöbrcn rr-rischc, zarte Bobneu bietet erstklass. Kran* kon-VerNlcb.-Äkt- tieo. (23 Jahre besieh.) mit Iamilien- und Zu- satz-Bersich. strebst ehrbar. Herrn durch Ueher- nähme einer Vertretens neg. höchste Provisionen Gest. Offert. Direktion!- baraaa Berlin W 35, Kur- IflrntenstraBe 149. r uche kür meinen Gasthosbetrieb, verb. mit Pletzgerei, in Alöseld ein Fräulein sowie ein im Kochen erfahrenes [6615D Mädchen für die Küche bei gutem Lohn. Eintritt alsbald erwünscht. H. P. Duchardt Gasthaus zur Er- holung, Alsfeld. TüchtiaeS, in Küche u. Huusarb. erfahr. Mädchen per sofort gesucht. BorzustcU. zwischen 1 u. 3 Uhr. taiw Dr. Hetzter. Neuen Nuue 22 II Tomaten, Gurken, Salat billigst L. Nkiiclllveg 52. | Vermietungen | Henfion Brandl Netten Baue 22 empfiehlt seine reuoüietlen, gut mööL Zimmer für jede Zeitdauer. Gute Verpflegung. Test 1085. U „ Arbeitsvergebung. Die Schlaffer- und Anschlagearbeiten (9 Lose) für die Wohnungsneubauten „Am Riegelpfad" sollen: Freitag, den 5. Sept, ös. 3s., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns offen und sind Angebote rechtzeitig abzugeben. Iuschlagsfrist 3 Wochen. | Mietgesuche j Beschlagnahmefreie, möbl. oder uumöbl. M-Zimm-fc zu mieten gesucht. ?chriftst Angeb. unt. 02M8la.d.Gietz.Anz. |Stellenangebote| SröentlidieS Rädchen für vormittags In kleinen Haushalt gesucht. «Fahrt wird vergütet.) 022895 Hirich bä User, Duteubofen 121. Wir eröffnen nach erfolgter Renovierung Seltersweg 31 ein modern ausgestattetes Schuhgeschäft Wir führen nur Qualitätsware in denkbar größter Auswahl, vom einfachen Arbeits- bis zum elegantesten Straßen- und Gesellschaftsschuh. — In Ihrem eigensten Interesse empfehlen wir Ihnen, mit Ihrem beabsichtigten Schuheinkauf bis zur Eröffnung des Schuhhauses „Merkur“, Seltersweg 31 zu warten. Sie werden erstaunt sein über die große Auswahl, die 'Güte unserer Qualitätswaren und unsere billigen Preise Dbgebaiite Serien u. Damen auS bester. Krest linden gute Berdienstmdglichkriien. schrittst Offerten mit Angabe der seitherigen Tätigkeit u. Neierenzen unst st, T. 11267 an Ala-Vaalcnstein Xr Bögler, stravkkurt a M. 6648A flllllllllllllllllllllllllllllllliu Lagerraum u. Heuboden zu verm. Näheres in der GeichäflSsst des Eiest. Auz. [022905 IIUIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID V) =s cti o C/9 B655C 6647s3 Halbschuhe Elegante Abendschuhe Heinrich Hitler, Aen.-Esped., Berlin SW 48. [6613sl Alleinverkauf v. Engelhardts Chasaüa-Normalstiefel [Stellengesuche Ä hm iillig Ml« 265 an Katz 225 an C85 **an 6652 a Wiener Form-Schürzen *) QK aus guter Siamofenqualität. . SlrielgackeD Q50 Stück v 3.75 Herren-Trikothemden *) iE weiß, mit Ripseinsätzen .... w*Tu J. Heilbronner Katz Marktstraße 17 6651a Rittergasse 3 6656a I I 0.25 3.80 3.00 1.35 2.45 0.55 0.48 0.32 0.20 3.65 Im- KonleklioB Jumper-Schürzen gute Satinqualität . Molta Löberstr. 12 Handarbeitsunterricht wird erteilt in allen üächern bis zumZu- scknetden. Schr. Ang. u. 022883 and. G.Anz. Mz.AMMl für Llnsänger und Konversation. Schr. Ana. u. O2W82 an den Gieß. Anz. Gold. Damen- Armbanduhr auf dem Wege Neustadt, Bahnhofstraße, Mühlstrabe, Tiefen- weg verloren. Ab- zugeben gegen gute Belohnung auf dem Kundbureau des PolizciamteS. 0-‘'-,b86 OMemi] mit 2 Kragen 7.50 Einsalzhemd schwere Ware 2.95 Irbeilstiemden kariert und gestreift, von 3.35 Wosen Normal und Mako von 2.70 Turnschuhe, Fußballstiefel, Rennschuhe Gummischuhe, Gamaschen Wartburg-Verein. Samstag, 88. Ang., abds.^/r8Übrvlinkll., im Gemeindehaus, Kirchstr., alle männliche Jugend. Wichtige Besprechung: Jugendsonntag.Vollzähliges Erscheinen. JernerLichtbilder- vortrag,Markussaal amSamstag,8Uhr Edertalsperre, Büdingen, Runkel, Wartburg,- a. Sonntagabend: Eisenach und Wartburg, | Verkäufe | Zwei- Familienhaus mit Garten u. bald freiwerdenderWoh- nung in Fulda zu verkaufen. Schr. Ang. u. 022891 an den Gieß. Anz. Röcke von Blusen von Kleider von ÄM« DerHamilienabend findet wegen des schlechtenWetterSim Hotel Hindenburg statt. 6650 v Anfang 8Vr Uhr. Der Vorstand. Handtuchftoffe 1.25, 0.95, 0.68, Wischtücher Halbleinen u. Baumwolle, 0.95, Poliertücher weiche Qualität ........ Taschentücher Damen-Linontücher . . 0.35, Herr.-Barchenthemden gute Koper-Qual., ca. 100 cm Ig. z J ff 1 i j Oberteil aus Etamine, reich mit Klöppel velegenheitskauf L/ 41/ ■ LÖ od.Filetimit.Einsatzgarniert, jed.Stück Gesamtauflage liegt ein Prospekt über die neue 4 - Pf. - Cigarette Gipst) Gold der Casanova Clgarettenfabrlk, Dresden bei. 6639A RRuu ASTORIA-L8CHTSPIELE ä Heute bis einschließlich Sonntag: Oer große Sensationsprozeß 5 Akte von Paul Rosenhayn. Hauptdarsteller: Erich Kaiser-Tietz und Hüte Bfiaak. — Ferner: Der rote Schatten in 5 Akten. Für Maxell 16 Jahre, Kenntn. in Masch.-Schreiben u. Stenographie, nur erstklass. Schulzeugnisse, wird Stellung als Lehrmädchen aus Bureau gesucht. Schrift!. Angebote unter 6311V an den Gießener Anzeiger. Bekannte, ffiörtnöe ®einbrenncreien A. 8 mit anerkannt feinsten Spezialmarken vergibt für Gießen und Umgebung Bezirksvertretung Minen mit entsprechendem, gut organisiertem Ver- kaufsapparat und vorzüglichen Verbindungen zu den in Frage kommenden Abnehmerkreisen belieben ihre Offerte eiffzureichen unter F. G. W. 509 an Rudolf Blosse, Frankfurt a. A. Herren-Nachthemden Geisha-Form.......... Nachtjacken Croisebarchent......... Prinzehröcke 6.50, 5.20, Schlupfhosen in vielen Farben .... 1.65, Jumper-Schürzen gute Siamofenqualität..... Zwei Pliiä-Diras sowie einige Chaiselongues abzugeben. Beste Ausführung, prima Material. 022879 Franz Bock Polstermöbel 93 Liebigstraße 93. Damen-Hemden solide Qualität mit Hohlsaum. 1.85 gutes Hemdentuch mit Stickerei 2.65 .feine Qualität mit Stickereien . 3.50 Damen-Nachthemden 2 Qfl Hemdentuch, gute Qualität . . «*50 ■«■Enormes Einkommen — Große Gesellschaft vergibt Generallizenz Iflr Gießen (resp. Freistaat Hassen) der hervorragendsten und neuesten amerikanischen Reklame-Neuheit gegen 3300 G.-Bk. bar und eine laufende Beteiligung von 20 Present — DaS Einkommen deS Erwerbers ist als ein nobeaebränktes und bedeutendes zu bezeichnen, wie es in keiner Warenbranche zu erzielen ist. — Auch die übrigen Sroflatfidte und Bezirke Deutschlands sowie eurov. Ausland sind zu vergeben. — Eilangebote unter V. K. 7047 an Heute abend S Uhr: Vortrag über Goethes Faust (Faust u. Gretchen) 8.30 Uhr: Heitergrotesker Abend 9.30 Uhr: Presseberichte u. Tagesbericht des Rhön-Segelflug- Wettbewerbes 10 Uhr: Tanzmusik Morgen abend I. Abend Beethoveescher Kammermusik 6555a Samstag Ingeiol TfilSrPnQtlPfP vom Alltagsstiefel bis zum I UUI UllUllUl VI schwersten Hochgebirgsschuh = Frottes = zusammengestellte Posten, nur ganz vor- . A _ Zügliche Qualität, bisherige Preislagen 1 ßfj bis 5.50, jetzt Meter l*uv Baumwollene Kleiderstoffe in 10 verschiedenen karierten Mustern, 0 ßK bisher Meter 1.75, jetzt........V4ulir haben freie Hand für künftige Verhandlungen. Wichtig ist der Ausbau des Schiedsgerichtsgedankens, sowie die 11 m g e ft a t - tu n g der Rep Macdonald hat in feinem Briefe an Herriot und Theunis betont, daß England an feinem Standpunkte über die Dlnrechtmäßig- feit der Ruhrbesetzung festhält. England er sacht dringend, alles zu unternehmen, am die Räumung zu beschleunigen. Die deutsche Vertret ing hat in ihrem Schreiben vom 16. 8. ebenfalls bte Rechts Widrigkeit des Ruhreinbruchs betont fuhr auf gut Franksurtisch Wer ist der Depp, so zu hier aufs Kind wie tsuf’n Johann Caspar Goethe und wischte sich den Schweiß ton der Stirn. „Was? Kein Junge!? Davon ist kein Zweifel, sag ich!" polterte der alte Textvr los. „Psi! Pst! Ihr aufgeregten Herren!" Mutter Textvr und Frau Cornelia Goethe traten leise nacheinander in die Stube. „Sie schläft ein wenig, die gute Elisabeth und ba£ ist gut so. Braucht Ruh und Kraft für das, was kommt/ „Ich toerbe noch verrückt dabei,.so untätig zu fein!“ Der Rat rannte durch die enge Stube. „Ihr?“ Die Textorin sah ihn spöttisch an. „Ihr tut doch nie etwas. Wie kann so einen die Zeit auf einmal kürzer scheinen? Spintisiert nur nicht so viel, Herr Schwiegersohn. Denkt, 'Weiden- höferin! Ich Habs noch keinem Menschen gesagt, weil ich mich schäme: dieser Mann da und Kaiserliche Rat, Dvkivr und ehrenwerter Bürger, so heut von unsrer Elisabeth Vater werden soll, bläst mir seit Wochen den Trübsinn vor, das „Sv habe ich nicht gesagt, Mama Exzellenz!" „Tas hat Er gesagt, Schwiegersvh?“ „Tas ist ja eine . eine Infamie! „Pure Dummheit ist's von dem Kaspar." Dies sprach gelassen in das Durcheinanderrufen Frau Cornelia und reckte ihren weihen Scheitel höher. „Ihr toißt: er hat einen ewigen Qterger auf den Zinngießer Goethe, feiren Halbbruder aus meines seligen Jörg erster Ehe mit der Annalies Lutz. Da war auch ein blödes Kind, er Johann Michael — Gott hab ihn selig! Das karrn wchl einmal geschehen. Die Zrnngiehersche hat freilich 2er Hessischen Landeshypvthekenbank und der Kommunalen Landesbank (die beiden letzteren zur Befriedigung des Kreditbedarfs für Landwirte, die burdj keine der unter 1 und 2 genannten Kassen Kredite erbattem können). Für die Inanspruchnahme dieses ©rnteber- Kinde toerbe schwachsinnig fein, einen Wasserkopf haben ober was weih ich . . . weil . . . weil . . . die Familie Goethe längst degeneriert und die Familie Textvr auch nicht M • und &- »MW Löberstr. 12 frage auch zu einer DiS'ustion der Minderheitenfrage in Polen führen könnte. Man fürchtet zwar kaum die berechtigten Klagen der deutschen Minderheit, da auch henke noch die Rechte der Deutschen kaum einen Verteidiger in Gens finden bürfttn, man fürchtet aber das Vorgehen deq Weißrussen und Ukrainer, die in dem Frankreich Herriots eine nicht zu unterschätzende Stütze finden. Richt umsonst hat sich die polnische Presse bitter beklagt, baß französische Zeitungen den Aufruf der Weißrussen gegen ihre Unterdrückung in Polen abgedruckt haben, ja nicht nur abgedruckt haben, sonL-ern sogar Polen als den Streit gerieten. „Schöne Wirtin vom Weidenhos darin seid Ihr falsch berichtet; als ich dem Kaiser damals den Adelsbrief frurüefgab, war auch meine liebe Frau . . . hernach . . . damit cintrrftanben. Aber wozu streiten wir uns jetzt herum? Wir drei stehen hier wie die Waisen des Morgenlandes und warten des Kindes, das da kommen soll. Muh sagen, es läßt uns ehrlich warten. Meine Tochter Elisabeth neckt uns, aber ich hab« weder Angst noch Dangen wie der Rat Goethe. Hab im Leben dann und wann voran ssehuide Gesichte gehabt und flugs niedergeschrieSen, da- weißt du ja, Mutter. Bei diesem Kind steht ir meinem Kalender verzeichnet. Es wird ein großä Stern aufgehen zu Frankfurt über dem Hirs-ch graben! Sv ist's und wird Wahrheit — ich las es mir nicht streiten." „Geb's Gott!" Frau Cornelia faltete ihr« Hände fromm. „Wenn das mein lieber, seliger Alter noch hätt' erleben können, haft er Groh- Da ter werden sollt'! Und dann von s > einen* (Jungen, wie Ihr sagt! Er hat es sich immer gewünscht und ist drüber gestorben. Aber ich . . ich erlebte nun in meinem achtzigsten Jahr." „Mögt Euch des Enkels noch lange freuen!" Textvr reichte ihr die Hand. „Hoho — hoho!" Die Textorin hob beschwörend die Hand. „Versündigt Euch nicht — cd ist ja noch gar nicht da . . . Ich will doch gleich mal zur Elisabeth". Damit schlüpfte sie hinaus. Sinnend sah Frau Cornelia, überdachte ihr langes Leben, die sonnigen Jahre neben 3ör$ Goethe, ihr einsames Aller bei dem schrulliger Sohne. Run war eine so blutjunge und lieb« Schwiegertochter ins Haus gekommen. Da st Got auch bald einen „schwarzen Fleck" auf der Liste entdeckt und zerren ihn mit Triumphgeheul ans holle Licht der Wählerversammlungen Das alles muh bei den nächsten Reichstagswahlen anders werden. Der Gesetzentwurf nach den Beschlüssen der Reichsratsau^schüsse ist bc- kanntgegeben. Er genügt noch nicht! Man führe unter gerechter Wahl kreiseln teilung das alte Reichstags Wahlrecht wieder ein. damit jeder Wähler in den Stand gesetzt ist, sich den Qltann seines Vertrauens selbst zu wählen. Verhältniswahl ja! Aber nicht mehr Listenwahl! Polen und der Völkerbund Tas Interesse Polens an der bevorstehenden Dölkerbundstagung ist diesmal besond rs graft. Mährend bisher fast aus'chlieftllch Da z.g-prl- nische Fragen von mehr oder minder grafte. Bedeutung auf der Tagesordnung standen die letz,en Endes die graften politischen Richtlinien nicht wesentlich berührten, so treten jetzt die beiden Danziger Fragen „cvchutz der Danziger Staatsangehörigen in Polen" und Frage des polnischen Hafenpostamtes in den Hintergrund gegenüber der immer mehr anwachsenden Gefahr im polnischen Osten, deren Fäden bis nach Genf lause t. Bekanntlich wird die litauische Frage im 14. Punkt der Tagesordnung angeschnitten und von iit.,u » scher Seite gedenkt man einen scharfen Vorst oft in Sachen Wilnas zu macken. Die gesamte polnische Presse ist darüber mit Recht beunruh-gt; benn eine Aufrollung der Wilna- Frage bedeutet immer eine Aufdeckung des größten' polnischen Vertragsbruches, des Bruches des Vertrages von Suwalki. Daher soll es angeblich die Aufgabe der polnischen Delegation sein, jeder Diskuftivn dieser Frage aus lern Wege zu gehen und einen Gegenstoß zu ver uchen, indem sie die „Leiden der polnischen Minderheiten in Litauen" Zur Sprache bringt. Doch auch dies wird Polen nur ungern tun, da eine Behandlung dieser Minderheiten- Die Geburt des Olympiers Don Paul Burg. Dumpf 'dröhnte der Klopfer an des Rats Goethe schwer eichener Tür im Hirschgraben. Tat sich flugs nebenan das Stubenfenster auf und Jetzt aber heift-t es, baß nicht nur L«. Ukrainer unter Führung von Petruszewicz von Paris aus eine Aktion im Völkerbund vorbereiten, um gegen die Richterfüllung der Beschlüsse des Botschafterrats vom 13. März 1923 zu protestieren, sondern daß auch die Weißrussen eine demonstrative Aktion während der Dölkerbundstagung planen, indem nämlich Urne Abgeordneten aus dem Sejm zurücktreten wollen, um ein eigenes ungesetzliches Parlament de r Weißrussen und Ukrainer in Pinsk zu begründen. In der polnischen Oeffentlichkeit ist man lange davon überzeugt, daß die ruf f i s chen: Dande nüberfälle m den Ostgebieten Polens nicht von jenseits der Grenze kommen, sondern daß sie eine Au f stan ds beweg ung der slawischen nationalen Minderheiten in Polen sind, dve vielleicht von sowjet russischer Seite unterstützt toirb, die aber ihren Llrsprung im eigenen Öanbe hat. Im Osten Polens züngän die ersten Flammen einer aus lodernden Empörung der geknechteten Dollsmassen empor. Trotzdem versuchen noch einige polnische Blätter, vor allem die Blätter des ehemaligen preußischen Teilgebietes, die wirkliche Gefahr für Polen im Osten mit dem Geschrei über die angebliche Gefahr, die Polen von Deutschland drohen soll, zu übertönen. Einen Anlaß dazu bietet diesen Blättern der Besuch Hindenburgs in Ostpreußen anläßlich der Lannenbergfeier. Mit allen Verdrehungskünsten versucht man diese Feier als eine kriegerische Kundgebung gegen Polen hinzustellen. Diese Blätter, die jeden polnischen Untertanen deutscher Rationalität am liebsten nur seiner deutschen Muttersprache wegen vor Gericht stellen würden, verschließen ihre Augen wissentlich gegenüber den Vorgängen im polnischen Osten. Sie sehen in der Tätigkeit des Völkerbundes vor allen Dingen die Gefahr der Abrüstung. Sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine Einschränkung des überzüchteten polnische Mllitarismus', nach außen bin angeblich wegen einer drohenden deutschen Gefahr, in Wirkllchkeit aber auf den Worten des polnischen Staatspräfidenten in Posen aufbauend, der das Gebiet Polens als noch nicht groß genug bezeichnete. der ganzen Rachbarschaft in den Ohren gelegen, ich wäre auch bloß eine Tochter Don einem Schneider, aber die Annalies — das ist meines Seligen Erste und mir liebste Freundin — wäre ehrbarer gewesen. Jetzt räche sich der Teufel an uns, und die Textvrs müßten die Suppe mit auslöffeln ..." „Ich mag das nicht immer hören, Frau Mutter!" wehrte der Kaiserliche Rat. „Ho geh hinaus an die frische Luft, mein Sohn: es wird dir auch gut tun. Versäum' a beite Heim kommen nicht!" Die Tür klappte hinter ihm ins Schloß. Textvrs und die Frau Cornelia iahen sich an. Die Frau Stadtschuliheißin räusperte sich Run touß e jeder: es kam etwas Wichtiges. Gleich begann sie auch: „Gevatterin, ich wollte es vor Euerm Sohne nicht sagen — aber er hat auch grab keinen guten Stand zwischen den Zinngießern und andern ünf- ten, woraus er doch stammt, und den hohen Dürgerskreisen zu Frankfurt, in die er sich hinein- gebracht bat.“ „Gevatterin, nur nicht so gespreizt! Mein Großvater war ein Knecht und Küfer. Eure Vorfahren sind auch mal Lakaien bei eben jenem selben Grafen von Hohenlohe gewesen unb haben Weber gehießen. Die Goethes, die haben eben treu zu ihrem deutschen Aamen gehalten." „Häh, das trifft uns nicht. Mag auch den lateinischen Quarck nicht und hieße lieber noch Weber." „Wolltet sagen: von Weber." Frau Cornella lachte fein. Da hob der Stadtschultheiß beschwörend 'die Hand, daß beide Frauen nicht noch mehr in Rhein unb Ruhr haben ausgchört Reparationsprovinz zu sein, dafür haftet das ganze Reich. (Alle Deutschen haben gemeinsam zu tragen, nicht allein die ohnedies schwerleidenden Bewohner des besetzten Gebietes.) Heilige Christ . . .!' „Der Herr Stadtschultheiß-Exzellenz halte zu Gnaden . . .!" „Rarr von eine Ratsbote, herzulavse und das Haus dis untern Bodenspeicher in Alarm zu setze! Troll dich! Der Textvr will heut hier Großvater werde: das geht ihm allem Amte Lor.“ „Ach! Eine Unruh . . . «n Aufstand in der Stadt, als cb . . .“ „Alles t on w gen dem kommenden Kind, verstände! Es wird schon noch mehr Ausstand gebe, also mach, daß weiterkommst!" Das Fenster flog wieder zu, und der Ratsbote, der den Türklopfer noch immer in der Hand hielt, lieft ihn fallen Klapp! „Depp!" 'chalt drinnen der Herr Stadtschult- heiß und schüttelte seinen großen Kopf, baß die grauen Locken der Perücke ihn umflogen. „Man hat nicht die Ruh zum Großvater werde. Das ist doch die Krone des Lebens, und in diesem ' Fall vollends. Rat. Ihr steht da, daß man Euch die Angst unb das Zittern beim Gesicht ansieht. Din fünfmal im Leben Vater worbe und hab nie so ausgesehn. Ra, der Junge ist's wert." „-ilnb wenn es keiner wird? Ein Mädchen — ?“ ‘entgegnete schüchtern der Kaiserliche Rat 8.30 Ühr: Heiter- grotesker Abend 9.30 Mr: Bericht dtf VE Wettbewerb 10 Vir: Tanzwuslk । Abend gungskvedits darf bestimmungsgemäß von dem Kveditnehmer nur eine Zinsvergütung von 13 Prozent pro Jahr gefordert werden. ES sind unter allen -llmffänben etwa erhöhte Zinsforderungen zurückzuweisen,' Kassen, die solche höhere Zinsforderungen stellen sollten, sind unverzüglich der Mtnisterialabteilung für Ernährung und Landwirtschaft namhaft zu machen. Sollte ein Landwirt von seiner Kasse bei der Vergebung des Kredites nicht mehr berücksichtigt werden können, so möge er sich an die MinisteriaL- abteilung für Ernährung und Landwirtschaft wenden, damit er gegebenenfalls von anderen Stellen, die noch über Kreditteste verfügen können, dis notwendigen Gelder zugewiesen erhält. Für die MitgliÄ>er der Hauptgenvssenschäft des Hessischen Bauernvereins (Sitz Lorsch) sowie die biefer Genossenschaft angeschlossenen Bauernvereine ist in gleicher Weise die Möglichkeit geschaffen, diese Kredite sich nutzbar zu machen. Tamit der Erntebergungskrebit seinen Zwecken dienstbar gemacht wird, ist unter allen ilmftänben eine Inanspruchnahme des Kredites von zwei Stellen alzulehnen: es ist veranlaßt, daß solche doppelte Kredi.betttll gun en unterbunden werden. Ter Erntebergungskredit ist zunächst nur auf die Dauer von drei Monaten zu dem erwähnten Zinsfuß von 13 Prozent bereitgestellt: im Hinblick auf die verspätete Ernte wird seitens der Landesregierung bei der Reichsvegierurrg die Verlängerung dieses Kredites beantragt toerbe n. Hinsichtlich des allgemeinen Rentenmarkkre» dites ist in weiten landwirtschaftlichen Kreisen über die übersetzten Zins fordern ngen Klage geführt worden. Dieser Kredit toirb Voraussicht- Auf jeden Fall hat man von polnischer Seite noch keiner einzigen Tagung des Völkerbundes mit so großer Besorgnis entgegengesehen, tote der jetzigen Dre Isolierung Polens in der Welt, die bie polnische Politik der unbedingten Gefolgschaft Poincares beroorgerufen hat, wirb auf einmal offensichtlich. Der Rückzug für Polen ist aber um so schwerer, als es nicht rechtzeitig die Gefahr erkannt hat, die darin liegt, sich nur Feinde zu schaffen in- und außerhalb beo Landes. Kredithilfe für die Landwirtschaft. Die deutsche Landwirtschaft ist in den letzten Monaten in bedenkliche '-.red, chwierigkeiten geraten, die die ernftlxifiefie.i Befürchtungen toe e.i ber Ernährung unseres Voll 's auftvmmen laben. sind vornehmlich die lliachwirtu igen der J.i» flatiou, in denen die Lttsach.n für Dice Schwierigkeiten zu suchen sind. Der Landwirt, der nur einmal im Jahre die Ergebnisse seiner Jahresarbeit einbringt, war durch de i Wäh.ungsz.rfall in den meisten Fällen gezwunge t, ur W eder- aussüllung seines Be riebVapi als io eitig se e vorjährige Ernte zu veräußern unb muß e infolge- dessen iif größerem Umfange zur Au fischte Haltung seines Betriebes unb zur Best re. tun, seines Unterhaltes bie Erträgnisse der kommenden Ernte vorweg angreifen. Diese in der Landwirtschaft allg mein bestehenden Verhältnisse ließen die Befürchtung aufkommen, daß alsbald nach Ab chuß der Ernte die landwirtscha tlichen Produkte in einem solchen Qltaße aus den Markt gebracht werden, wie es dem natürlichen Verbrauch in ber Wirtschaft nicht entspricht, so daß hierdurch unerwünschte Rückwirkungen aus die Preisbilr ung der landwirtschaftlichen Produkte zu erwarten waren. In Würdigung dieses Mißstandes hat die Reichsregierung namhafte Kredite für die Landwirtschaft zur Verfügung gestellt: auch unser engeres Vaterland hat an diesen Zuwendungen des Reiches teilgenommen. Die demzufolge zur Verfügung gestellten Rentenmarkttedite sind zunächst der Landes-Genossenschaftsbank zugeflossen, die durch Vermittlung der örtlichen Genossenschaften diese Kredtte den Landwirten des Landes zugänglich machte. Späterhin auch wurde den genossenschaftlich nicht organisierten Landwirten dieser Detriebskredit zugänglich gemacht. In den letzten Tagen sind aber auch noch besonders Erntebergungsttedite zur Verfügung gestellt worden, und zwar sind für Hessen die anteilmäßigen Beträge überwiesen worden: 1. der Landes-Genossenschaftsbank (für die Landwirte, die einer der Landes-Genossen» schaftsbant angeschlossenen Kasse angehören): 2. der Hessischen Girozentrale (für diejenigen Landwirte, bie burch Vermittlung der De- zirkssparkassen einen Kredit in Anspruch nehmen wollen): Gegen das Listensystem. Gerade noch zur rechten Zeit hat der Reichs- rat in ber vergangenen Woche außer den Dawes- gesehen auch den Entwurf eines neuen Reichs- tagstoahlgesetzes verabschiedet. Was wird der Reichstag tun? Er sollte, ob er nun wegen des Londoner Patts aufgelöst wttd ober nicht, auf jc- ben Fall auch seinerseits die Wahlreform beschließen, damit man ihm nicht denselben Vorwurf machen farm wie seinem Vorgänger: Dieser vergaß, als er ins Grab sank, sein Testament in Form einer Wahlnovelle zu machen, so baß fein Rachfolger am 4. Mai 1924 wieder nach dem verantwortungslosen Listen toah lsystem zusammengeschustert wurde. Der Gedanke, baß noch einmal eine Wahl nach diesem System vollzogen werden könnte, erscheint unerträglich. Das herrschende Listentoahlsystem wird über bie Wähler von oben her gestülpt wie eine Käseglocke. Es wächst nicht von unten aus den Wählermassen heraus. Es gibt fern Wahlsystem, so wird jetzt gerade von demottatischer, am modernen "Parlamentarismus besonders interessierter Seite betont, das den Aufstteg junger frischer Kräfte mehr erschwert und vor allem starken politischen Persönlichkeiten es schwerer macht, sich durchzusetzen, als dieses spitzfindig ausgeklügelte Spiel einer rein theoretischen, papiernen Gerechtigkeit. Es gibt wirklich kein Wahlrecht, bei dem ber Wähler weniger Einfluß hat. Theoretisch bleib! keine Stimme ungenutzt, praktisch hat der Wähler sein wichtigstes Staatsbürgerrech! so gut wie ver- k o r en. Es ist kein Wahlkampf mehr, sondern eine dem Dlrtoähler beinahe gleichgültige statisttfche Erhebung. Wie verliefen die Dinge bei den letzten Wahlen? Die Reichslistc wurde überteiegenb mit Personen beseht, bie nicht die Wähler, sondern die Parteiführer bestimmten, reite um politisch wichtige 2kwnen zu sichern, teils, um bedeutende Partei- beiträge größerer wirtschaftlicher Organisationen ?u erlangen. Die Kandidaten, die in weniger gün* tigeu Kreisen den Wahlkampf geführt, die politische Arbeit geleistet hatten, gingen teer aus. Etwa sieben Sitze gingen von ihnen an andere über, für die weder sie selbst noch die Wähler ihrer Kreise gearbeitet unb gekämpft hatten. Was ist die Folge solcher Enttäuschungen? Das pvlittsche Leben in ber sogenannten Provinz, b. h. in ganz Deutschland außerhalb des Wasserkopfes Berlin erschlafft. Die freudige Mitarbeit der Parteigenossen im weiten Lande ftirbt ab, das politische Leben versumpft. Mit Eifer betätigen sich höchstens noch die Kreise, bie durch ein starkes materielles Interesse getrieben werden. Don Idealismus des politischen Treibens feine Spur mehr. Es herrschen nut noch Geldsack und Gelbbedürfnis, sowie ihre Gegensätze. Daß diese Gegensätze immer mit jener Klugheit vertreten werden, welche die Grenze des Zulässigen und Tragbaren erkennt und ihre Aeberschreitung verhindert, wird niemand behaupten wollen. Das Listensystem sollte mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Wie geht es denn bei Aufstellung der Listen zu? Jeder, der dabei einmal hi einem großen Wahlbezirk aktiv oder passiv mit- getotrft hat, weiß Bescheid. Eifersüchteleien zwischen den verschiedenen Kreisen und Bezirken sind noch das kleinste Liebel. Hat man sich über den „Listenführer“ endlich geeinigt, wobei es nie ohne schwere Verstimmungen abgeht, bann kommt der Kampf um den „Platz“, nachdem der „Sieg“ entschieden ist. Dlnd nun melden sich erst rÄht die Menschlich-Allzumenfchlichke.ten. Ben ^verbHnde, Interessengruppen wollen ihr Schäflein unterbringen und drohen, wenn ihre Freunde zu weit nach „unten“ kommen, mit „Wahlabstinenz" ober Abwanderung in einen anderen Laden. Kurz, es entwickelt sich ein widerlicher ^ihhandel. Der Wähler steht alledem hilflos gegenüber. Mit dem einen ist er vielleicht aufrieben. Den zweiten kennt er nicht. Den dritten mag er nicht. Die Gegenparteien haben was erreichten die deutschen Vertreter in London? Ium Steuer der Wahrheit und Gerechtigkeit. Die deutsche Staatshoheit in den besetzten Gebieten wird bis 5. OEtöber wieder her- gestellt. Damit werden mir auch Herr der Zollgrenze im Westen Ebenso die deutsche .Wirtschaftseinheit Mim gleichen Zeitpunkt. Die Binnenzoll- tinie fällt. Die Regiezechen werden zurückgegeben, die Micum-Berttäge hören auf. Sa nktionen sollen meßt mehr angewendet werden, es sei denn im Falle eines vorsätzlichen Verschuldens (flagrant default). Dieses kann aber nicht mehr von einer einzigen Macht sondern m einem komplizierten Verfahren durch einen un- pUiteiischen Schiedsspruch fest gestellt werden. Bis 20. September übernimmt bie neue Eisenbahngesellschaft, in deren Aaf- sichtsrat Deutschland die überwiegende Mehrheit hat, die deutschen Bahnen. Am 20. Ro- nember werden bie von Frankreich und Belgien in eigener Regie betriebenen Linien an biefe Gesellschaft übertragen. Die Forderuna 4 0 0 0 belgisch-französische Eisenbahner in ben rheinischen Linien weiter zu beschäfttgen, hat Frankreich fallen lassen. Das i Rhein lanbabkommen toirb wieder hergestellt, ebenso die allgemeinen Landes- bertoaltungis beworben. Ter Passierschein zwang zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet hört auf. Rückgabe der staallichen Forsten unb Domänen. Die Gefangenen werden befreit, soweit die Handlungen polittschen Motiven entsprangen Ttnb. — Die einzige Ausnahme ist die des Attentats mit Todesfolge. Roch schwebende Verfahren vor französischen Militärgerichten gehen nebst Strafvollstreckung a n die beu ließen Gerichte über. Verbrechen gegen die Sicherheit des Staa - tes dürfen in Zufanft auch im besetzten Gebiet von ben deutschen Gerichten verfolgt werden. Die deutsche Justizhoheit im besetzten Gebiet ist wieder hergeslellt. Die Amnestierung der Separatisten "gilt für das Vergangene. In Zukunft unterstehen ihre Handlungen wieder beit» scheu Gesetzen. Damit das Ende des Separatismus. Die A uSgewiesenen dürfen zurücKehren und ihre Aemter wieder übernehmen mit einigen Ausnahmen, über die ein Meinungsaustausch nut den deutschen Behörden vorgesehen ist. Eine 800 - M i lli one n-Mark an lei he. denen Unterbringung Voraussetzung für bie Gültigkeit des ganzen Pattes ist. Deutschland hat eine ausdrückliche Rechtsverwahrung gegen die Rechtmäßigkeit der Ruhrbesetzun^ eingelegt unb keinerlei handelspolitische Vorteile für bie frühzeitige Räumung gewährt. 'Frankreich verpflichtet sich, das Ruhrgebiet biv längstens 15. August 1925 zu räumen. Als Zeichen seines guten Willens ordnet es sofort die Räumung von Offenburg und Appenweier an. (Ist am 18. August geschehen.) Ferner wird gleichzeitig mit ber wirtschaftlichen Räumung militärisch geräumt werden: a) Die Zone von Dortmund unb Hoerde. Am Tage nach der deutschen Llnterschrift wird die Räumung befohlen. b) 15 Tage nach ber zweiten Feststellung die Hafen von Emmerich, Wesel, Mannheim etn- schließlich Schloß, Karlsruhe einschließlich Leo- poldshafen, unb die Ei^nbahnwerkstätte von Darmstadt. c) Der Gebietsgürtel, der um ben Brückenkopf Köln seitens der Franzosen gelegt wurde. Dieser ©ebietegürtel umfaßt einmal die Städte ‘ Oberg ulten, Vohwinkel, Lennep, Berge-Dvrn, Hückeswagen Wipperfürth, Ginbvrn, Renner )t' Drabenderhöhe unb Much, ferner bie Flaschenhälse zwischen ben Brückenköpfen Koblenz einerseits und Köln und Mainz andererseits, also insbesondere die Stabte Königs Winter, Honnef, Linz, Aspach, Ockerrot, Caub, Lorch, Kirchdorf und Limburg. (In Summa werden 900 000 Teutsche frei.) Tie „Sanktionsgebiete'' von Düsseldorf und Tiiisburg werden spätestens am Tage der Ruhrräumung frei sein. — Obwohl in London über die Räumungsfrage nicht verhandelt werden sollte, hat Macdonald diese Abmachungen in seiner SÄußrede festgestellt. Dadurch sind sie in bie Akten ber Konferenz auf genommen und ein Bestandteil der Beschlüsse. lt*$ ÖUJ längere ^jca werverym zur -öerrugxn^ ^H«Ht werden fönnen; es wird deshalb bei der Relchsvegierung beantragt werden, die Weiter- fletoa'tjrung dieses Kredits davon abhängig KU machen, daß der Kredit dem Darlehensnehmer nur zu einem bestimmten billigen Zinsfuß zur Verfügung zu stellen ist. Wirtschaft. * Grvhhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 26. August berechnete Groß» handelsindexKiffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 120,9 gegenüber dem Storche vom 19 Au.^ (121,2) nahezu un verändert. Die tZndex- -risfern der Hauptgruppen lauten: Lebensmittel 111,5 (Vorwoche 111,9), davvn die Gruppe Getreide und Kartoffeln 99,1 (99,5); Industriestosfe 138,4 (138,5), davon die Gruppe Kohlen und Eisen 129,5 (129.5), Nnlandwawn 113,6 (113,8), Einfuhrwaren 157,4 (158,1). * Frankfurter Abendbörse ab 1. Oktober. Der Frankfurter Dörseiwvrstand hat bo?d)Ioffen, vom 1. Oktober an die Frankfurter Abendbörse wieder zu eröffnen. Die Abendbörse soll von 5.15 älhr bis 6 älhr abaehalten werden. ' Rorddeutscher Lloyd. Wie „Times" nrelden. hat der Rorkcheutsche Lloyd einen auf 10 Jahre laufenden Kredi t mit einer e ng - l i s che n Versiche rungsgruppe abge-- schlossen. Der Zinssatz betragt 8 Proz«, ferner ist graduelle Amortisation vereinbart. Gesichert ist die Anleihe durch eine erftflelCtge Hypothek auf die Flotte des Rorlcheutschen Lloyd. • Zur San ierung des Stahlwerks Decker. Die Verhandlungen wegen der Sanierung des Stahlwerks Decker sind soweit fortgeschritten, daß in den nächsten Lagen die entsprechenden Abmachungen getroffen werden können. Der Verwaltung der Geschäftsaufsicht soll es gelungen fern, eine linksrheinische Braunkohlen- gruppe, die sich in der Hauptsache aus der Gewerkschaft Reurath u. Viktoria bei Grevenbrück zusammen seht, für das Unternehmen zu interessieren. Diese würde neben der teilweisen Befriedigung der Gläubiger auch die Mittel für die Miederinbetriebsetzung des fett Wochen still- -liegenden Werkes zur Verfügung stellen. Die Stadt Krefeld soll mich int Interesse der Entlastung ihres Arbeitslosenmarktes sich bereit erklärt haben, finanziell an der Reuordnung des Stahlwerks Decker mitzuwirken. Die Gesellschaft würde weiterhin die Form einer Aktiengesellschaft behalten. Der Einfllttz der Familie Decker dürfte mit der Reuorganisation des Unternehmens ' völlig zum Erlöschen kommen. * Stinnes übernimmt die Rogler- werke in Düsseldorf. Die Aktienmehrheit der Roglerwetcke in Düsseldorf ist an die Firma Hugo Stinnes übergegangen. Wie die Rheinisch- Westfälischc Zeitung hort, soll die Artlage den der Stinnesgruppe gehörenden Werken angegliedert werden. Die Familie Rogler scheidet aus. * Der Londoner Goldpreis beträgt nach amtlicher Vekanntmachung für eine Anze Feingold 92 sh 3 d, für ein Kilogramm Feingold demnach 35,5909 Pence. Dieser Preis güt für die Zeit vom 27. August bis 2. September 1924. Frankfurter Börse. (Eigener Drcchtbericht des „Gießener Anzeiger".) _-§ranffurt a. M., 28. Aug. Die Börse ist in bezug auf die Annahme des Londoner Abkommens im Reichstag pessimistischer geworden, nachdem der bisherige Verlauf der Parlaments» debatte zu unerfreulichen Vorgängen geführt hat. Die SpÄulation, die sich aus diesem Anlaß bereits gestern zurückhaltend zeigte, verschärfte heute noch diese Zurückhaltung, so daß der Verkehr bei Eröffnung ein stilles und geschäftsloses Aussehen r.hatte. Die Stimmung war gedrückt und unsicher und die Kurse gaben auf der ganzen Linir^mehr oder weniger nach. Richt nur deutsche Krie^anleihe, sondern auch alle Staats und Städteanleihen waren heute überwiegend schwächer Am Geldmarkt macht sich verstärkte Rachfrage bemerlbar. ORonatSgeld 1 bis l1 Prozent, tägliches Geld 1/4 vro Mille. Der Geldmarkt ’.eigte keine wesentliche Veränderung. Das englische Pfund wurde im Frühverkehr mit 4,48V» bis 4,4811 genannt. Der Pariser Frank stellte sich in Pfundparität auf 83,30. Die Mari hat ncy gevesiert und nrrnrnt erneut ihren Höchststand mit 4,166 Billionen für den Dollar wieder ein. Arn Kassamarkt der Jndust riepapiere machte sich etwas Angebot bemerkbar. Die Kurse gaben aber nur wenig nach. Der Freiverkehr war geschäftslos. Api 3-/e, Becker-Stahl 17h. Benz 3‘A, Krügershall 83/i, Ufa 717. Im weiteren Verlauf änderte sich die Tendenz in feiner Richtung. Das Geschäft schrumpfte eher noch mehr zusammen. Börssnrur»«. nn Tinionen Prozent ffronffort a. M. Berltn SchlUh« flurs Schluh. flure Schluh- Rur» Schlutz. Kur« Datum: I N7. 8. 28. 8. >7.8. 88. 8. *) Dom Rückzahllmgsw-ert. 6% Deutsche RetchSanlelh« . 4®/0 Retchtianlcihe . 8'/i0/n Deutsche Relchsanleihr 3% ‘©cntfcije Rcichsanleiye . Deutsche Svarprämienanleihr 4°/o Preußische Konsuls . , . 4% Hessen .......... 3‘/.% Hessen.......... 8% Hetzen........... Deutsche Wertb. Dollar-Nnl. dto. Doll-Schntz-Anwetsug.') 4% Zolltürken 6% Goldmeftkaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Kommerz- und Prlvat-Bank. Darmst. und Staitoualbank . Deutsche Bank....... . Deutsche Bcceinsbank .... DtSconto Comuiandit .... Meinllbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. - Oesterreichische Kreditanstalt. Weltbank............ Bochumer Guß ..... BndernS............ Earo Deutsch-Luremburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . ßavpencr Bergbau..... JialnuerEe üschcrsleben. . .. Jldlittjcrf Westeregeln..... Laurahiitte....... Oberbedars ........ Pyönir Bergbau ...... öil-etnitabl........... Riebcek Montan .. Tellus Bergbau ..... Hamburg-Slmerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramischc Werke AlbM . . ^emeniwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano «... Badisch ' Anilin........ Cbciniiche Mayer Alaptn . . Goldscbnüdt , , . Gries! ebner Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . . ...... t'iülgerslvrrke ......... E-chcidcanstalt......... «llg. ElektrizitütS-Sesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ........ Schlickert....... Siemens & Halske ...... SIdlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt. ....... P.'cglNN............. frankfurter Annatnren . . . Konservenfabrik Braun . . . Metaligeseil'chaft Frankfurt. Pel. Union A--Ä Schnhlabrik Herz ^-üsioi' Wäldhof' ^ultersabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0,8525 0,750 i.,851 0,749 1.85 1,10 1,2 1,15 1,200 1,10 1,19 1,09 1.70 1,6 1,650 1,56 0,499 0,495 0,461 0,4 1,425 1,'75 1,430 1,383 1,3 1,3 0,530 1,5 — 1 — M 1,1 1 1,27 1,35 4,2 4,2 4,2 4,2 86,9 88 86,9 88 12,30 11,50 12,13 11,40 45 47 44 46,9 P8,9 27,25 29,10 27,25 6,40 5,80 8,25 8 9,25 9 9,60 9,13 11,125 10.75 11, iO 10,66 0,850 0,350 — _ 12,9» 12,50 12,90 12,4 12.B0 12,75 — i,A0 1,7 2 1,90 0,405 0,4 0,4 0,375 0,380 0,3 0 0,5 0,8 47 _ 50,9 48,50 12,9 12 12,40 11,50 13,6 12,26 13,50 12,6 49,5 47,5 49 47 62,32 60,25 63,80 60,25 67,75 62.1 66,6 68,1 16,5 14,25 16,40 14 19,76 19,5 19,9 18,75 7,5 6,9 7,40 6,3 13,875 12,25 13 12/0 37,25 84,9 87,60 94,76 31,5 29 30,?0 20,13 37 37,50 37,25 36,20 2 1,0 — •** 26,6 27 27,30 27 6,9 6,56 7,1 G 6,75 2,5 2.4 —» 12,5 12,25 —— — 4,7 4,50 4,90 4,4 12,40 — 12,65 11,6 19 18,<0 18,90 18,20 1,35 1,3 — 14,26 12,25 13,40 1i,65 16,75 16,25 16,50 16 16,90 15,13 15,75 16 6,60 6.4 10,1 17,75 17,9 17 15,40 15,2 — — 9,8 9,50 9,75 9,25 15,25 15 14,80 14,65 3 7.9 — 38 37,60 35 48,25 — 45,4 43,75 2,35 2,30 2,4 2,3 2,80 2,75 2,9 2,9 2,85 2,6 — e— 12 11,6 12 11,3 0,55 0,52 > _ _ 1,1 1,1 1,4 1,2 13,5 12,73 — 2 2 2 2 3,35 3,25 3,25 3,75 4,90 4,70 4,75 4,60 8,75 C 9,40 8,8 4,20 4,cs — 3,45 3.30 3,6 3,25 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Oieffener Anzeiger.") Be rlin. 28. Aug. Die Börse läßt sich durch die Tatsache, dah das Cisenbahngrsetz gestern tn zweiter Lesung nicht die erforderliche Zweidrittel- Mehrheit gefunden hat noch wicht ganz die Zuversicht rauben. Allerdings hat sich die Lage sehr z u g e s p i tz t. Größere Amfähe kamen nicht vor. Von dem Publikum liegen eher Verkäufe statt Käufe ivor. Auch das Ausland bleibt sehr zurückhaltend und tritt nur für einige Spezialwerte als Käufer auf. 3m allgemeinen zeichnete sich der Markt durch mangelnde Aufnahmefähig- feU und Unternehmungsluft aus. Die K irfe bröckelten ziemlich b trächtlich ab. Besonderen Hntevesses erfreuten sich nur Kaliwerte. Der Geldmarkt zeigt im Hinblick auf den Ultimo eine lleine Anspannung. Tägliches Geld 3/4 pro Mitte. Auch 2er Anleihemarkt wurde von der 'Geschäftslosigkeit in Mitleidenschaft gezogen. rrj::.j.Li_L __T niiiii imm r. ......................... es doch immer gut mit Elisabeth meine und ihr alles leicht mache! Die junge Rätin, für die Frau Cornelia betete, lag unterdes oben in der engen Kammer nach dem Hof hinaus wach in den Kissen, lachte der Mutter froh entgegen. „Ra, der Herr Tater und mein strenger Rat können's Wb hl alleweil nicht abtoar :? Hab ihn vorhin schulte gehört. Das Kind la fit sich sein Zeit und will gebete fein. Alles geht ebe nicht nach der fthc und der Schnur des Caspar. Heul hab ich ihn noch gar nicht gesehn; er traut sich getoib nicht zu mir herauf, der liebe, alte, treue Bär. — Ach, ich sind es gar nicht so langweilig im Bett, Frau Mutter, und — ehrlich! — ich freu mich auf die Wochen. Da braucht eins doch bei seinem Manne fein Klaviers Piel und 3talie- nisch zu fernen, keine Städte aufzusagen und überhaupt. nicht alles nachzubeten, was er vorplärrt. Such er sich nur so lange einen andern Schuler, wird keine so geduldige Seele finden." Die braunlockige junge Frau im Bett lachte, verzog ab. sogleich das Gesicht und schrie auf. Grad kam die Wchnu.tler mit ihrer Tasche.herein, die [angertomeh Frau Wamtold. „Mutter, vei- laßt mich nicht!" bat Fvau Elisabeth mit flehendem Blick, unb beide Hände bot ihr die Tex- torin, harrte aus an dem 'Lette. Aber als Stunde um Stund? die Wehen aichielfen, Minute für Minute aufs neue einsetzten und das junge Weib, in Schwoiß gebadet, zuletzt wie tot auf seinem Bette lag. da sank die Stadlschultheiß in ohnmächtig hin. Dir Wehmutter mußte sie schier hinaus» tragen. Augenblicks stand die einundachtzigjährige Frau Cornelia Goethe am ihrer 6latt. Alnb hiät aus. Ihr wollte vor Weh und Mitleiden das Herz zerreißen, doch sie gelobte sich einen festen Mu^ 3ch hab' mit zweiundvierzig Fahren den Hans Caspar geboren, und es war eine furcht» bar; 2:acht, so nahe beim Tode — ich will auch dies erleben, meines Sohnes Sohn sehen. Dann kann ich in Ruhe dahinsterben und droben mcinem Seligen sagen: Das Geschlecht Goethe lebt — ich selbst sah den Enkel geboren werden. Die Mutterschreie schallten durchs Haus. Ain» ten sahen die Lextvrs beim Tisch und rührten feinen Dissen an. Der Rat war wieder zurück, er stocherte auf seinem Teller herum. Die Stunden schlichen. Es ging gegen Mittag. Eine drückende Augusthitze. Ab und an schlich der Stadtschulthrih aus der Tür zum Hofe, guckte beim Brunnen in die Ecke, kramte herum und brummelte etwas dabei. Dann kehrte er wieder um und trat verstohlen in die Stube. „Vater, was baff du denn?" Die Textorin fragte vergebens. Hätte sie ihn belauscht . . . er sah nur immer mal nach einem kleinen ranken und kerzenschlanfen Bimenstarnm, der famt voller Wurzel und reichlich nasser Erde daran im Brun- neneck lehnte. Den will ich beut’ pflanzen, an der Bockenheimer Straße draußen bei unserem Garten, sobald das Kind am Geben ist. Spähte hinauf nach der Kammer und streichelte das Bäumchen. Wachse, werde und wachse durch deine achtzig Jahr — trage reife, süße Frucht und speiide Schatten, den Müden wie den Liebenden, träume in mondhellen Rächten und sei Las Sinnbild des Enkels. Schneider, Schmiede und Dauern sind seine Ahnherrn g?toe en. Das gibt ein festes Gewebe von gutem Halt. Wir Textors w)ben auch das unsere hinein. Meine liebste und schönste, Devisenmarkt Berlin—Aron kftirt a. Ar. (yn Billionen Mark auSqedrückl- YuenoS-Sirr». London, «eu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit Wien und Budapest für 101)000 Einheiten, alle» übrige für 100 Einheit»».) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 27. Ang. Amtliche Notierung Geld ! Brief Amst'Nott 162,39 163,21 Brss.-Antw. 21,00 21,10 Christiaiitn. 57,61 .Ifopetitiagen Stocklwlm . HelsingforS. lltaltcn. . . 67,83 68,97 111,32 111,60 10,49 18,55 10,61 18,65 London. . . 18,825 4,1 18,916 Neuyork . . 4,21 Poris. . . . 22,766 2085 Schweiz . . 78,65 18,95 Svnnicn . . 06,46 bb,74 Wie» in D.« Oest- aboeft. 5,015 6,935 Brno . . . . 12,69 ' 12,61 Budapest. . 6,48 5,50 Bncn.-Aires 1,401 1,415 8 it 61 arten 3,05 8,07 Jovan . . . 1,706 1,716 sJt . . so da!" Elisabeth schrie, als risse es ihr die Sprache weg. Grad Hub es vom Turme zwölf zu schlagen an. »Da ist das Kind!" Beim zwölften Mittags» schlage. Die Wehmutter hielt einen schwärzlichen Turnen, Sport und Spiel. Das Frankfurter Stadion. Die Arbeiten am Stadion auf dem Gelände der ehemaligen Militärschießstände nehmen einen rrüfiigen Fortgang, so daß mit der Eröffnung des großartigen Sportplatzes bestimmt für das Frühjahr 1925 gerechnet werden tarnt Auch die Straßenbahn nach dort — es handelt sich um die Verlängerung der Linie 15 — ist dann fertiggestellt. Die Erdarbeiten dieser neuen Straße ftnb bereits größtenteils vollendet. Eine Rhön-Fluggesellschast. Zur Forderung des Flugwesens in der Rhön wird eine Rhön-Fluggesellschaft gegründet. Die Gesellschaft erhält ihnen Sitz in Frankfurt am QUain. Mitglieder tonnerir nur Reichsdeutsche werden. ' Büchertisch. — Der Heimatwart. Monatsschrift für Dolfserziehung, Volksbildung und Heimatschuß. Dei-bandsorgan des Reichsbundes »HeimaHchufe". Herausgegeben und gefettet von Felix Heuler- Würzburg. Verlag den ülniversitätsdeucfevö E. 3. Decker in Würzburg. — Der Reichsbund Heimatschule, über dessen Tagung in Lauterbach wir a»S-- führlich berichteten, wendet sich mit seinem Verbandsorgan an alle HÄmatfreunde in Stadt und Land. Wer die Heimat liebt, wer die auf den Heimatschuh hinzielenden Bestrebungen unterstützen ttnll, der lese die schon ausgestattete Monatszeitschrift, die für den vierteljährlichen Bezugspreis von 1,50 Mk. bei der Post oder beim Ver lag bestellt werden kann. Das uns vorliegende Heft 2 des Jahrgangs 1924/25 war als Festschrift zur Tagung des ReichsbundeS Heünat- schufe in Lauterbach gedacht. Das 100 Seiten! fassende Heft enthält wertvolle Beiträge zur Heimatkunde unserer ober hessischen Heäinal. a. a. Aufsätze von F. Como über Lauterbach und den Vogelsberg, von H. Werner über Schlitz, du Sammlung Vogelsberger Sagen und einige prächtige Stimmungsbilder von H. Eidmann unter dem Sammelnamen „Heimatlrche Äfeimgfletten“. Das Lauterbacher Heft kann auch einzeln zum Preis, von 1 Ml. bezogen werden. — Carry Brachvogel, DaS Glück d e r E r d e. Engelhorns RomanbibÜothek. Drosch 1,50 Goldmark; in Ganzleinen gebunden 2,50 Gvld- marf. — Dieses Werk der bekannten Dersasierin, die in diesem Jahre ihreli 60. Geberrtstag feiern durfte, zeugt wieder von ihrer ungemein starten Begabung, Menschen zu gestalten. Wieder spielt die Handlung in die Münchener Boheme» und Lfteratenkreise hinein, die den Romanen Earrh Brachvogels das eigenartige Gepräge geben, das den Leser so stark an den Stoff fesselt. Vier Geschwister ziehen aus, das Glück zu suchen, und nehmen den Kampf mit dem Leben auf. Die einen bleiben ihrem Zdeal auch in Einsamkeit und Tod treu, während die anderen nach kurzem Streben das Glück der Weltkinder dafür eintauschen. Ein wertvoller Roman. Kirchliche Nachrichten. 3fr. ReligionSgemeinde. GotteSd.i. d. Synagoge (Süd-Anll). Samstag, den 30. August, Dorabd. 7.00. morg. 8.30, abds. 7.20 u.,8.00. Jsr.ReltgionSgef ellschast. Sabbatseier, 30. Aug. Freitag abd. 6.45, Samstag norm. 8.00, Predigt, nachm. 4.30. vabbatausgang 8.15. — Wocheugottes» dienst: Morg. 6.15, abds. 6.30. Verantwortlich für Politik und Fruillet»: 3. D.: Heinz Gvrrenz. Höchste Zeit 0at>o( zu gebrauchen I Iavol, bcüi Äräutet« Haarwasser, verhütet Haarausfall unb vorzeitiges Ergrauen, beseitigt Kopffchuppen u. Schinnen, macht baS Haar voll, weich, duftig und erhält e« gesund. Für Liebhaber besonder« kräftigen Wohlgeruiük: tzavol-Solb. Jur Kopfwäsche Jadol-Äopfwaschpulver, stark schäumend und vorzüglich reinigend. Klumpen Leben in den Armen, stieß ihn an und schüttelte den Kopf. „Ein Knabe. . . aber tot, meiner <3eelT Ohnmächtig, bleich wie eine Tote lag Elisabeth mit fahlen Wangen. Ein Blick auf sie, einen auf das ceglofe Geborene stürzte Frau Cornelia auf die Knie und entriß der Wehmutter den Enfel. „Tot? Rein . . . nicht tot! Zörgs Enkel muß leben! Caspars Sohn I. Das Geschlecht kann nicht tot sein. Der Stadtschultheiß Hot doch einen strahlenden Stern gesehen Tüt doch alles . . wir müssen . . . Wenn es erstickt wäre! — Fvcw . . . Frau . . .!“ „Ach, es ist ja schon ganz,schwarz!" jammerte die Hebamme. »Aber sein Herz ... sein Herz schlügt 1“ Di« alte Frau Cornelia hob verklärt ihr greises AnV lih von des Kindes Brust und griff mit beiden Händen zu, rieb und bewegte ihm die Aermchen. Die Wehmutter tat das gleiche mit den Beinchen. Run hoben sie beided en kleinen, ganz schwarzen Leib auf und ab, immer auf und ab. Frau Elisabeth auf ihrem Lager atmete tief und schwer Es war ein Stöhnen und ein Jauchzen zugleich. Da . . . wie von seiner Mutter gerufen, tat der Knabe seine Aeuglein auf — liebe, große, braune Augen und blickte der Großmutter Cornelia eine lange Weile staunend in die ihren. Seine braunen Augen leuchteten dunkel vor Tränen. Gr schrie auf. „Rätin!" rief Frau Cornelia überlaut und überglücklich in das Kinderquarven: „Rätin, hör doch! Er lebt! Elisabeth Goethe, dein Sohn lebt!" ist sparsamimfiebraudi und von ausgezeichneter Wafchwfrkung! Henkel jer «' < : ;el ’s Seifenpulver Petkuser Saatroggen erste Absaat hat abzugeben 6630V Kiiislicmilltüllg Haröthos. B 5«tt< mitte 9^ -Sill in GiesM j Ht. 2451/ istüher Zimmer Zwangs' Gich 0e> ■w 55. H Ml mer rwch Ich Sei 5ai @u< Do- Sin Lat Qlfle! Wderchoi ÄMnn gestM 1' zM» Dari pielleicht! Schütteln lmihte m< w Lm L d. IS., Deh 1. zeitige H garten u gingen n linde" Zti öffentlich itägern. Hvfteiten' Flächen GraSgarö Pflmzgai Deffch Donnerst können i bei fern werden. Mitten Wege veck Termin v sehen bei reichen. D bckcmntgei Mend> H- 3 *81 Die G einen junx Dullen ai grbvtS zu den 2.6t auf dem Aedingm Atzen! e Die st« Kreis Ki ^ahn.der tember d 'n der ® ir Sichen: 1( llStn/, Kiefern: 2 bis 4. Achten: ll nm. ; Bauholz Oteirin fehör Dreizi,, vJ'chem h1,chem DRiit 1 *lchem > M “cheir Gleich ,n Bub( auch in ^ehe BAMfi Oer Alte auf Topper. Vornan von HannS t>on 3o be11i t$. 55. Fortsetzung. (Nachdruck verbsdey.) Freilich: der Pfarrherr fehlte. Der lag unter der Heimaterde im cipigen Frieden, und Ersah war noch nicht möglich gewesen In diesen Zeitläuften. Wen sollte es nach der kleinen Pfarre stelle gelüsten, wo der karge Ertrag noch mit de- Dersivrbenen Witwe zu teilen war nach altem Brauch? ilnb die Amtsbrüder in der Nachbarschaft rnghten heut alle in den eigenen Gemeinden ihres Amtes buten; auch mochte man sie nicht zum Kommen auffordern, der streifenden Wölfe halber. Cs muhte also ohne Pfarrherrn gehen und galt auch hier das Wort: Rot lehrt beten. Der alte Balthasar bitte seine Bangen immer noch gut im 3uge. Schön und feierlich klang das Lutherlied durch die andachtsvolle Stille — Bom Himmel hoch, da komm' ich her, 3d) bring' euch gute, neue Mär, Der guten Mär' bring' ich so viel, Davon ich singen und sagen will. Euch ist ein Kindlern heut gebär'N, Bon einer 3ungfrau Giriertem, Ein Kindelein so zart und fein. Das soll euer Freud' und Wonne sein. Alle dreizehn Strophen fangen Gemeinde und Kinderchor, so hatte es der Herr Patron befohlen. Alsdann erhob er sich schwer aus dem Herven- gestühl, schritt langsam und bedächtig hinüber zum Altar, wandte sich unrUnd begannt zu sprechen. Warwohl eine merkwürdige Predigt und hätte vielleicht bei einem hohen Eonsistoetv bedenkliches Schütteln des Kopfes erregt. Der Gestrenge ttmfrte nichts von kunstreicher Disposition, etwa von analytischer oder synthetischer Methode, nichts von Thema oder Homilie War auch kein Bebner, der das Wort zu meistern verstand. Räusperte sich bald, bald stockte er. bald bullerte er, muhte nach dem verloren gegangenen Faden suchen, brachte den einen Sah nicht zu Ende, Hub schon mit einem neuen an. 11 nb sprach dennoch zu den Herzen. „Stehe allhier an unseres lieben, in Gott ruhenden PüttnerS Platz," so begann er, „wollt', der Gute, Getreue lebte noch und könnt' zu Euch reden, wie er so oft hier gesprochen am Heiligen Abend. Ehre sei dem Gedächtnis des frommen, allezeit friedfertigen und doch so tapferen Dieners unseres^ Herrn . . . „Heute vor eintausendsiebeichundertundsech;ig 3ahren, au Bethlehem im Heiligen Land, ist uns unser lieber Herr und Heiland geboren worden, terr Jesus Christus, so Gott der Vater auf die rbe gesendet, unS von all unseren viel sättigen tausendfachen Sünden zu erlösen. 3o . . also . . . hat für unS gelitten unter den 3uöen, tft unter Pontiv Pilato ans Kreuz geschlagen worden, gestorben, begraben, niedergefahren zur Hölle, wieder auferstanden von den Toten, aufgefahlen gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten . . . „Des svltt ihr euch heute in eurer Dumpfheit erinnern, das) uns Gott Vater seinen lieben ein», geborenen Sohn schickte So wir in der Finsternis sahen, unS das Licht Seiner Gnade gab, unS von Tod unb Teufel erlösete. Dah der Herr Jesus Christus um unseretwillen ein Menschenkind worden, auf dah wir allezeit wieder Gottes Kinder werden Eonnten und zur ewigen Seligkeit kämen. „Wissen und werten sollt ihr heute, daN wir alle, ich, euer Herr und Patron, nicht zum letzten, armselige Schlucker sind vor dem Herrn und mchls ohne Seine Gnade. Versteht ihr! 3a . . . also . . dah ihr eben, jeher für sein Teil, unserem Heiland na Setsern sollt in Worten und Werten, auf dah euch die Pforten des Himmelreichs aufgetan werden. Geduldig und rocht demütig müht ihr sein auch in eurer 'Itot, die doch so klein ist gegen die Rot mrd Pein, die Er um un< gelitten, unser guter Herr 3esus Christus . . „Ist jctzo eine schwere Zeit, Krieg und Feinde und kein Ende. Gott der Herr aber weist, weswegen er uns solche Prüfungen ge'endet. Vielleicht weil wir zu übermütig geworden, schwach tm Glauben, ohne die rechte Liebe zu unserem Rächsten. Greift heute in euer Herze, ihr argen Sünder, und bekennet eure Schuld. Das will nicht 'gut schmecken, ich kenn euch! Aber erst, wenn ihr das recht tut, wird Gott der Allmächtige durch Herrn 3esu Christo euch wieder GnadE zuteil werden lassen, denn Er ist liebreich Zu 3hm bitten wir am Geburtstage unseres Heilands: Herre, Herre, gib Du urri Hilfe und Schutz in aller V^wängnis und bald den Frieden . . . „Du, lieber Heiland, lege Du Fürspruch ein bei Deinem allmächtigen Vater und Herrn für uns, dah Er uns errette. Auch dah Gr unseren König beschütze und beschirme, ihn endlich ganz siegreich sein lasse wider alle Feinde und ihm die rechte hohe Weisheit gebe, so uns auS dem Kriegsgeschrei herausführe. Segne Du unsre brachliegerchen Aecker, dah sie wieder Frucht tragen, und lah Du heute in die Herzen oller Bedrängten, der Siechen und Blessierten, auch der Witwen und Waisen, Trost und rechte Chri- stenfreude Einzug halten . . . „Wir danken Der, Hebet Herr unv HeSano, dah eS nicht ärger gcficmuitcn ist, alS eS tarn, also, dah wir hcuie in diesem Kirchlein Dir bienen können. Lind nun lasset uns beten —" Also sprach er mit erhobener Stimme txri Vaterunser War fein gesalbter Diener des Herrn unb traute sich nicht, den Segen zu sprechen Stand nur eine Weile mit rief gefenftem Haupte und schritt dann langsam und schwer ins Hcrrengestühl zurück, indes Chor und Gemeinde dos zweit» schöne Weihnachtslied fangen: „3hr Christen auserkoren, $ivut cucb ton Herzen sehr: Der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben Der heil gen Engel Schur, Tie Gott den Vater loben 3etzt fort und immerdar. So fingen sie mit Schall«: Ihr Christen hrigemetn, Freut euch von Herzen affe Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben ilnb hat das Heil bereit, Dah ihr bei Gott sollt leben 3n steter Seligkeit." Langsam, allmählich waren die kleinen Keth- lein heruntergebrannt. Hur vvm Altar leuchteten noch die beiden dicken Wachslichte auf den silbernen Leuchtern, die der brave Pfarrherr mit Gefahr des Lebens vor den Moskowitern gerettet hat. Heber dem schmalen Kirchenschiff lag die Dunkelheit. Aus den Dänfen scholl l«ts«S, leises Schluchzen in den Gesang fctnein. (Fortsetzung folgt) MMMsleigenrus. Freitag, den 10. Oktober 1924, tret* mittags 10 Uhr, soll das dem Georg Bill in Butzbach im Grundbuch« von Giehen zugeschriebene Anwesen, Flur 38 Rr. 2457,o = 716 qm Hofreite, Lahnstr. 15 (früher 0*/l6), im Amtsgerichtsneubau, Zimmer Ar. 101 zu Gießen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Gtetzen, den 14. August 1924. Hessisches Ortsgericht. F. A.: Leo. 6635V hofreite-Versteigerung. Am SamStag, dem 13. September d. Is., lassen die Erben der Heinrich Weh I. Eheleute in Griedel ihre derzeitige Hofreite nebst Obst- und Pflanz- garien unter günstigen Zahlungsbedingungen in der Wirtschaft »Zur Friedens- linde" durch das Ortsgericht Griedel öffentlich an den Meistbietenden versteigern. Hofreite nebst Oekonvmiegebäude, 1128 qm Flächengehalt, Grasgarten, 2256 qm Flächengehalt, Pflanzgarten, 339 qm Flächengehalt. Besichtigung kann jeden Montag und Donnerstag nachmittags stattstnden, und können die Bedingungen daselbst, sowie bei dem Ortsgericht Griedel eingesehen werden. 6654V Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründetists. Bulle. Mittwoch, den 3. September 1924, vormittag- 8 UHr, wird ein der Ge- meinte gehöriger Dulle im SubmisfionS- wege verkauft. Angebote find bis zum Termin verfchloffen mit Aufschrift versehen bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Bedingungen werden im Termin bekannigemacht. Allendorf a. b. Lumda, 28. August 1924. Hessische Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. ____________Rein.________6646V Dullenverkauf. Die Gemeinde Atzenhain beabsichtigt einen jungen, nicht zum Sprung geeigneten Bullen aus dem Wege schriftlichen Angebot- zu verkaufen. Termin Dienstag, den 2. September d. IS., dorm. 8 Ahr, auf dem Bürgermeistereibureau, wo die Bedingungen bekanntgegeben werten. Atzenhain, den 28. August 1924. Bürgermeisterei Atzenhain. Erb. 6629V Die staatliche Oberförfterei Aeuftadt, Kreis Kirchhain, an der Main-Weser- Dahn, verkauft am Montag, dem 22. September d. I., von vorm. 81/, Uhr ab in der Gastwirtschaft von Ludwig vom Schloß in *Aeustadt in größeren und kleinen Losen öffentlich meistbietend: Eichen: 103 Fstm. Stamme B 2. bi« 5. Kl., 11 Rm. Ruhrollen 2. Kl. und Auhknüppel. Kiefern: 1005 Fstm. Stämme Bauholz 2 bis 4. Kl. Fichten: 1220 Stuck Stangen 1. bis 3. Kl., 9 Rm. Auhknüppel, 9 Fstm. Stämme Bauholz 1., 3. u. 4. Kl. 6637D : KÖLNERÜÜMESSE ; Cjlvopruxrlil” ■ • 7 HE RB5TMESSE Vir auOwelfafir Aurck. Au CLUertrelun karuLt Ls var VouxAc u.L Wohnungstausch! Bieten an: , Dreizimmerwohnung mit Zubehör in Oberursel b. Frankfurt Dreizimmerwohnung m. sämtlichem Zubehör in Kassel Vierzimmerwohnung m. sämtlichem Zubehör in Gießen Dreizimmerwohnung m. sämtlichem Zubehör in Aschersleben Zweizimmerwohnung mit großer Mansarde in Frankfurt Zweizimmerwohnung m. sämtlichem Zubehör i. Aschaffenburg Suchen: Gleiche oder ähnliche Wohnungen in Butzbach, Bad-Nauheim, evtl, auch in Friedberg. 6649A Umgehende Offerten erbeten an BAMAG-MEGUIN A. G, BUTZBACH Abtlg. Grundstücksverwaltung. 14--19- Sept-. 1924 SklWIse-NIMs. Für Rechnung dessen, den es angeht, versteigere ich Montag, den 1. September 1924, vormittags 10 Uhr, auf dem Lagerplatz der Firma Heinrich Reger G. m. b. H. in Lich etwa 40 cbm Eichenschnittware meistbietend gegen Barzahlung. Der- Messungsliste kann vorher bei jnir eingesehen werden. Lich, den 27. August 1924. Mori, Gerichtsvollzieher. g63iv MW«! Suche Verlader zum provisionsweisen Aufkauf zu Waggonlieferung. Kassa b. Verladen. Eil-Offerten mit Preisangaben usw. B. von Bargen, Rostock i. Mecklenb. Reue Werderstraße 2. Telephon 1809. 022887 Jur Eröffnung der tzWW WerWe 1£MN1 (vorm.Palast-Lichtfpiele) amSonntag,dem31.August1924 kommt der diesjährige gewaltige Berg- und Sportfilm l to Urs WW M Uraufführung. Die mufikalifche Vertonung liegt in Händen des ehern. Kapellmeisters vom Heffifchen Landestheater Hofrat Ottenheimer-Darmstadt. gur Uraufführung wird der Generalintendant vom Heffifchen Landestheater Legal-Darmstadt sprechen. Spieldauer: Dom 31. August bis 8. September 1924. Spielbeginn: Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr werktags 4, 6, 8 Uhr. 6632c Der Film ist für Jugendliche zugelassen. w. braucht man unbedingt GIESSEN Frankfurter Straße Friedrichstraße 14 6634c 6642a LeVNZOe, Vorlage«, Kelle Damenhosen, weiß Mk. 2.50 Preiswerte Schuhe Braune Damen-Halbschuhe 695 moderne Form. . . . 9.70. J90 Ledersohle, Fleck schnitt 12.50, 9.95, S.95, Vorteile für Wiederverkäufer l 664U Fulda, Marktstr. 17 Gießen, Bahnhofstraße 58 <5haifelonguedecken,Oetorattonen,E>tores, Dorhangstoffe, Bettdecken, Steppdecken empfiehtt in großer Auswahl und preiswürdigtett Herren-Stiefel bequeme Form, Derby- ' Sei klug und prüf weise nnsreönalrtätu.Prßise! M.VvÄÄMödellaveW Inhaber: Th. Wemert * Gießen « BrauSplatz Zum billigen Laden Sonnenstraße 32 (Nähe Kreuzplatz), Damenhosen in Kunstseide Mk. 6.00 Sweateranzüge f. Knaben, Strümpfe in la Qualität, große Auswahl. Wollgarne (auch Eßlinger) in allen Preislagen. Große Auswahl In Strickwesten Lieferung nach Maß. llleimeriaiil der ieriHmla „HEBZ“-STlEFEL Marie „8.4" Rindbox-Derbystiefel ?ute Ausführung, bequeme Form, Iröße 31—35 6.90, Größe 27—30 Kinder-Schnürstiefel mit und ohne Fleck, Ledersohle Größe 18—22 .......... 1.95, Braune Schiebe-Spangensch. mod. Ausführung, Gr. 33—35 9.70. Größe 30-32 8.95, Größe 27-29 Damen-Lederspangenschuhe Kräftige Rindleder-Stiefel vorzüglicher Strapaxlerstiefel Größe 31-35 5.95, Größe 27-30 Derby-Stiefel breite Form, ohne Kappe Größe 25-26 3.50, Größe 22-24 Elegante Herren-Halbschuhe Shimmyform, gutes Fabrikat . . . U Braal-S im ««D Modehaus Salomon meßen, Sehulstr. Warme Schnhe in allen Größen und vielen Ausführungen besonders preiswert! Braune Damen-Schiebe- ddCfl Spangen »uo^'61e: || Schon am frühen Morg en ■Rann [ich der Raucher einen wundervollen Qenussloereifenweiin er zum Fruhffück eine FABIAN Zi garetfe rau chf, die durch forgfalfige Her- (Yellung- aus den heften fufki scheu Provenienzen feinen Qefchmack am heffen befriedigt- Jedermann staunt über die reinwollenen Lodenstoffe 140 cm breit per Meter . . nur Mk. 7.50 vorrätig in 7 Farben und Mustern Druckzeug..........Mk. 1.27 Schürzenstoffe . . . von Mk. 1.30 an Fertig. Herrenhosen vonMk. 4.50 an la weiße Damenhemden . Mk. 3.25 Weiße Handtücher .... Mk. 0.88 Mai Baer Nacht Südanlage 15 GIESSEN Südanlage 15 Hinterhaus Telephon 345 Hinterhaus Buckskin, Bettfed em, Gardinen, Bettwäsche Weißwaren Kleiderstoffe, Barchent, Kolter, Leibwäsche, B’wollwaren i Sonder-Angebot Von heute bis einschl. 6. September gewähre ich auf meine bedeutend herabgesetzten Preise noch folgenden Sonder- ::: Skonto: Beim Einkauf in Beträgen ::: bis50Mk. 5%, über 50 Mk. 10% SIMti Wifi erW« Sie I wenn Sie Ihren Bedarf in kW lla tob-Garde* j bei mir decken. Durch billigen Einkauf, groben Umsatz und kleinen Nutzen bin ich in der Lage, Sie billigst zu be- LjÄ dienen. Nachstehend einige Bei- ZW spiele meiner Leistungsfähigkeit: Getrag.2lnrügevonMk.l4.—an WZ (teüroetfe nach Maß- Reue elegante Herren-Anzüge W Mk.2».—,28.—,35.— biS 55.— M Burschen-Auzüge in allen Preis- m lagen | Feldgr. Tuchjovv. v.Mk.12.—an r । Leichte Sommerjovv. v. 7.— an W | Gummima«tel,Paletots, UMer Schlüpfer enorm billig Wiudiack., IaQual.,v.M10.»an Manchesterhosen, lang und kurz, L£-S von Mk. 13.— an Feldgraue Tuchhosen, lang und W kur», von Mk. 8.— an Sporthosen i. all. Art., St. MIO.- j Pilothosen, ver Stück Mk. 6.50 I Schwarze Hosen, spez. f. Kellner f i und Musiker geeignet Gestreifte Hosen in all. Farben fevd von Mk. 7.— au Reitkordboscn sehr preiswert Kinder- und blaue Arbeiter- I Anzüge, sehr billig tlinglingsbosen v. Mk. 4.— an AH chwarze Hosen f. Eisenbahner, rz-j I per Stück Mk. 10.— la Arbeiterbemden, staun, billig Normalbemden mit Brusteinsatz spottbillig Getrag. Damenkleider, Blusen, auch einzelne Röcke spottbillig. W Ein Versuch lohntl -Mr Herrengarderobehaus L.Nosenzweig Gießen, Seltersw.58,1 Treppe Eingang Ecke Volksbad. Kein Laden fo228Se) Kein Laden Bin unter der alten Mr.1497 ans Telephon an geschlossen. Gustav Schad Sportleder-Derbystiefel A q C kräftige Qualität, sehr prakt Schal- ULr** stiefel, Gr. 31-35 5.95, Gr. 27—30 ■ Damen-Halbschuhe moderne spitze u. breite Formen, mit und ohne Lackkappe, 7.50, Imitierte Kamelhaar- rn Babyschuhe 9S x 60 Ull ratt K WM Solches erhalten Sie für die Straße, für den Sport, für den Beruf äußerst preiswert im Bekanntmachung. I Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die heff. öffentlichen Sparkassen für Entgegennahme der in § 7 der Dritten Steuernotverordnung vorgesehenen Anmeldung zuständig sind. Hiernach fordern wir alle Besitzer von Sparbüchern unserer Kasse auf, ihre Ansprüche auf Aufwertung ihrer früheren Spareinlagen unter Vorlage des Sparbuchs bis spätestens 31. Dezember 1924 zur Anmeldung zu bringen. Butzbach, den 1. August 1924. Mathildenstist Butzbach (Bez irksspar Kasse) Rühl, Direktor. ewao l