rene gütigen, Ochern, erleben Ne oft R W? und ^un?e;: bW»n5 ^■tA 3ü;(tatnhV' das “‘ÄS JS*nÄ Xu,wi*> -< e r öp« 4VL QjMonu der w*n, nicht S unb - ^lgt werde. _ & H. A Bw Ewald Haufe. eunoi wurde. Der Zunge Singt, nicht unseren Brüdern Süden aus der er aus Felsen in ) n dem Abc-Schütz Derben soll? Hause ^hrzednlen an be» SelWterlebtem und 6 er in Feierstun> 1 vemwchten ibn zv lachvelt zu hmler» rchr als die gegcv Imnächtnis and man ton Otto ich2framde.j Otto m Boman in bte anb Lenirns. Die axri) in chrer uner» Mert durch da der in reifem Stet» i, in die dke Den» K Lösung unb $r* Rande bei Uns* as Lmpsindrn da Handlung enchvi» eik, und die zvan» z zum DvppelquÄl : zu nuM die den alle Sreuba Mensch M it f> erfühlt und ve^ Heit M M i sein -L.\ für^ls r vtr ßutffc ■ urT1 ^Inibra^ . ^fen ewZt zv > '-L A-in- rt UN" 'S die, jtr *?•(*** s5%F Äh«*’ werben iHaaenldbJtniptangj, pybdföWIl ■e nrtt, «*« H""- r.na Text .bcMskhnuraitte ■ T>r K ^"2rt ha^ .“fein ^nonMe ein wenig :r nmner lrum -neiden i hi't «L aus tf-ls 'chen yais iÄP ist n Oec W Ic. lw Nr. U6 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monats-Lezuarprels: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 174. Jahrgang Dienstag, 29. Zull 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck »Md Verlag: vrühl'sche Uiilversitäts-Buch- »Md Steindruckerei ii. Lange in Lietzen. Schristleiiimg und Seschäsi5!telle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plohvorschrift 20°/„ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein;für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Steuerlast und Steuerstundung. Don Minister a. 5>. Dr. Decker, M. d. R. 3n der ersten Sitzung dcS Steuerausschas- ses hat der Dersasser dieser Ausführungen der Regierung die schweren steuerlichen Lasten vor- gctiagen, über die die Wirtschaft zur Zeit mit Rücksicht auf die Bestimmungen der 2. Ste ier-- notvervrdnung vielfach zu klagen hat. Er ging dabei vor allem auch auf die Verhältnisse im besetzten Gebiet und die Röte des Kleinbauers ein und verlangte insbesondere, so lange sich nicht eine materielle Aenderung der Steuernotverord- mmg ermöglichen lasse, Herabsetzung der Zins sä he für verspätete Zahlungen und weitgehendste Rücksichtnahme auf die derzeitigen Verhältnisse bei Gewährung von Stundung der geschuldeten Abgaben. Es ist erfreulich, fest stellen zu können, daß diese Wünsche, die rn jener» Sitzung bei den Vertretern der Reichsftnanz- verwaltung und insbesondere bei dem Reichsfinanzminister selbst wenrg Gegenliebe fanden, nun doch nicht ganz ungehört verhallt sind. Unter dem 15. Zull d. Zs. hat das Reichsfinanz- ministerium zunächst eine Verordnung erlassen, nach der die Zuschläge für verspätet gezahlte Steuern von 5 auf 2 vom Hundert für geben angcsangenen halben Monat herabgesetzt werden. Auch dieser Zinssatz, der einer Verzinsung der rückständigen Steuer von 48 v. H. im Hahrs entspricht, ist natürlich noch außerordentlich hoch. Dabei ist indes zu beachten, daß bei Stundung von Steuern Verzugszuschläge überhaupt nicht erhoben werden. Außerdem ordnet eine Verfügung des Reichsfinanzministers vom gleichen Tage ausdrücklich an, daß Stun- dungsgesuche stets als „Sosortsachen" zu behandeln sind und der gleiche Erlaß macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Stundungsgesuche. die rechtzeitig eingereicht seien, in der Regel auch so zeitig erledigt werden müssen, daß dem Steuerpflichtigen eine etwaige Ablehnung so frühzeitig zugeht, „daß er noch einige Tage Zeit hat, den geschuldeten Steuerbetrug ohne Verzugszuschlag äu zahlen". Der Erlaß ordnet weiter an, daß dort, wo rechtzeitige Erledigung ausnahmsweise nicht möglich ist, der Steuerpflichtige möglichst umgehend durch einen Zwischenbescheid auf die voraussichtlich eintretende Verpflichtung zur Zahlung von Verzugszuschlägen aufmerksam gemacht wird. Endlich läßt der Ministerialerlaß auch zu, daß bei geringfügigen Fristüberschreitungen die Einziehung belangloser Verzugszuschläge unterbleiben kann, eine Anordnung, die ganz besonders erfreulich ist in einer Zeit, in der Behörde und Steuerzahler sich mit Bagatellen wirklich nicht abgeben sollten. Zn einem längeren Erlaß vom 15. Zuli d. Zs. hat der Reichssinanzmrnister ferner, den in jener Steueraussch uß-Sihung geäußerten Wünschen folgend. klargestellt und ausdrücklich ungeordnet^ daß ' nicht etwa, wie vielfach geglaubt wurde, nur die Erbschaftssteuer, sondern auch die Vermögenssteuer sowie die Vorauszahlungen auf die Einko mmen- und Körperschaftssteuer vollständig oder teilweise gestundet werdenkönnen. Wenn glaubhaft gemacht wird, daß die zur Begleichung der Steuern erforderlichen Mittel nicht flüssig gemacht werden können und daß die Veräußerung von Gegenständen des Betriebsvermögens entweder die Aufrechterhaltung des Betriebes gefährden würde oder nur zu Preisen erfolgen könnte, die dem Steuerpflichtigen brl- ligerweise nicht zugemutet werden können. Ausdrücklich wird in dem Erlaß daraus hingewie- sen, daß die in Betracht kommenden Verhältnisse mit Verständnis für die wirtschaftliche Rotlage zu prüfen seien. Es wird ferner gesagt, daß überall dort, wo der Steuerpflichtige nicht gleichmäßig laufende Einnahmen habe, bei Bemessung der StundungSfrist vor allem darauf Rücksicht zu nehmen sei, wann der Steuerpflichtige voraussichtlich in der Lage sei, Teile der gestundeten Beträge abzudecken; bei der Landwirtschaft wird es sich nicht immer vermeiden lassen. Stundungen wenigstens eines Teiles der Steuerschuld bis zu dem Zeitpunkt zu bewilligen, in dem größere Einnahmen aus den Verkäufen landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu erwarten sind. Vielfach scheinen die Finanzämter einen förmlichen Beweis darüber verlangt zu haben, daß Mittel zur Steuerzahlung nicht flüssig gemacht werden ton» nen. Der Minister sagt ausdrücklich, ein solches Verlangen gehe oft zu weit. Es müsse in 'dieser Hinsicht eine Glaubhaftmachung genügen. Auch für die Prüfung, ob durch die Ablehnung der Stundung die Aufrechterhaltung des Betriebes gefährdet werden könne, gibt der Erlaß entgegenkommende Anweisungen. Znsbe- sondere macht er darauf aufmerksam, daß bei der Landwirtschaft durch W e g n a h m e d e r Zugtiere einschließlich der für die Einbringung der Ernte erforderlichen, der Betrieb regelmäßig gefährdet werde und daß Maschinen, die zum Anlagekapital gehören, im allgemeinen als unentbehrlich für den Betrieb anzusehen seien, selbst wenn sie infolge der gegenwärtig en Wirtschaftslage vorüb ergeh end stilliegen. Zn jener Sitzung des Reichstages war darauf hingewlesen woroen daß die Steuern von Ländern, Gemeinden und Kommunalverbänden den Steuerzahler zur \>ei fast härter drückten als die an das Reich >zu entrichtenden Abgaben und es war gebeten worden die Reichsregierung möchte doch auf Lander usw. dahin einwirken, daß auch sie St indungs- aesuchen gegenüber entsprechend mtgegenvoin^ mend sich verhielten. Erfreulicherweise sind auch diese Anregungen nicht ohne Erfolg geblieben, das Die dritte Bollkonferenz. Die Einladung an Deutschland wird den fünf Delegierten überlassen. — Die Ruhrrmuung als Tauschgeschäft. — Optimismus in Berlin. Die gestrige dritte Plenarsitzung der Londoner Konferenz hat nur das eine bemerkenswerte Ergebnis gezeitigt, daß die Frage der Einladung an Deutschland insoweit geregelt wurde, daß die „Großen Fünf" — die Vertreter Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens und Amerikas — den Zeitpunkt der Besprechungen mit den deutschen Delegierten bestimmen sollen. Da morgen eine neue Vollsitzung stattfindet, dürfte in ihr der Termin bekannt gegeben werden. Gleichzeitig ist als Pflaster auf die dem französischen Prestige geschlagene Wunde die Einladung der Repa- rationskvmMission nach London beschlossen worden, die mit den deutschen Vertretern über die zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehörenden Bestimmungen des Dawesplanes beraten soll. Wichtigere 'Dinge sind inzwischen hinter den Kulissen vor sich gegangen. Die von Macdonald angeschnittene Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets — von der Räumung der anderen vertragswidrig besetzten Gebiete hat man anscheinend noch nicht gesprochen — ist weiter behandelt worden. H e r r i o t hat diese De- sprechungen außerhalb des Rahmens der Konferenz nicht abgelehnt, er versucht jedoch ein großes Tauschgeschäft dabei aufzumachen und von England Zugeständnisse bezüglich der interalliierten Schulden, von Deutschland einen Frankreich besonders günstigen Handelsvertrag herauszuschlagen. Man wird nicht überrascht sein dürfen, wenn bei der näheren Bekanntgabe der diesbezüglichen französischen Wünsche die ganze Ruhrattivn sich immer mehr als der Machtkampf der französischen Schwerindustrie gegenüber Deutschland erweist, als der sie von uns wiederholt dargestellt wurde. Man wird auch nicht überrascht sein dürfen, wenn Herrivt versucht, auf dem Wege des Kuhhandels eines der Ziele Poincar^s zu erreichen, nämlich die Ruhrkohlenproduktivn dauernd unter französischen Einfluß zu bringen und darüber hinaus durch Zugestänonisse Deutschlands bezüglich der Anfang 1925 ablaufenden Bestimmungen über die zollfreie Einfuhr elsässischer Waren das „Loch im Westen" dauernd offen zu halten. Lieber einen Handelsvertrag an sich wird die deutsche Regierung gerne mit den Franzosen verhandeln. Daß sie dabci der ihr drohenden Gefahren bewußt ist, beweist die unterstehende Meldung unseres Berliner Vertreters. Das deutsche Volk, besonders der deutsche Handel und die deutsche Zndustrie müssen erwarten, daß diese Verhandlungen mit der gebotenen Vorsicht und energischen Betonung unserer Znteressen geführt werden. Die militärische Räumung des Ruhrgebiets ist eine fundamentale Forderung Deutschlands. Der Versuch, durch die Wiederherstellung des normalen Rechts- und Vertragszustandes schwerwie- gende Zugeständnisse zu erpressen, müßte deutscherseits zurückgewiesen werden. Die Einladung an Deutschland. London, 28. Juli. (WTD.) Der hiesige Vertreter des Wolfsbureaus erfährt, daß der Zuristische Ausschuß in der heutigen Vollsitzung der Konferenz seinen Bericht erstattete, der an genommen wurde. Die Konferenz beschloß,dieChefs der Delegationen zu ermachtigen, sobald Aebereinsttmmung zwischen den Alliierten erzielt worden sei, eine Einladung an Deutschland abzuschicken, Delegierte zum Zwecke der Erörterung nach England zu entsenden. Die Konferenz beschloß ferner, die Reparationskommission aufzufordern, sich nach London zu begeben. Reichsfinanzministerium hat vielmehr über diese Angelegenheit mit den Vertretern der Lander mündlich verhandelt und überdies auch die Län- derregierungen/ schriftlich ersucht sich doch umgehend den Reichs richtlinien über die Erledigung von Stund ingsgesuchsir und die Erhebung von Verzugszuschlägen anz ischließen. Hoffentlich hat dieses Ersuchen Erfolg, toenn nid)!, axTre «s Sache der Landesparlamente und der städtischen Vertretungen, die Behörden der Reichsregr^ runa zu unterstützen. Rimmt man hinzu, daß auch für die Zwangsvollstreckung Anordnungen in jenem Erlaß des Reichsfinanzminrsters getroffen sind nach denen auf die Verhältnisse des Schuldners, tunlichst Rücksicht genommen werden soll und darf man nun noch dre Hoffnung chegen, daß' in«absehbarer Zeit diese formalen Mrlde- rungen einer vernünftigen materiellen Regelung des gesamten Steuerrechts folgen so darf mit Befriedigung festgestellt werden, Besprechung im Steuerausschuß des Reichstages zwar keine vofle Erfüllung aller Wunsche ge> bracht aber doch auch nicht ganz ohne Erfolg geblieben ist. Freilich muß dabei vorausgesetzt werden, daß nun die örtlichen Steuerbehörden die We ifun- gen des Re ichsf in an »Ministers tn dem Geiste ausführen, in dem sie gegeben fint* Verhandlungsberichte. London, 28. Juli. (WTB.) Zn der Vollsitzung erstattete Snowden Bericht Wer die Arbeiten des Ersten Ausschusses, die z x keinem endgültigen Ergebnis geführt hätten. Thomas verlas den Bericht des Zweiten Ausschusses und erklärte, die Frage der Vermischung der deutschen Eisenbahner mit den be lgisch- französischen Eisenbahnern sei noch ungelöst. Die Verhandlungen dariiber müßten daher weiter ge hen. Berichte über wirtschaftliche und finanzielle Fragen sollen nicht veröffentlicht werden, bevor nicht die deutschen Ver- t r e t e r Gelegenheit gehabt hätten, über sie zu verhandeln. Kindersley berichtete Wer den Dritten Ausschuß und erffirte, die bisherigen glänzenden Fortschritte berechtigten zu der Hoffnung, daß die Arbeiten morgen zu einem Abschluß gebracht werden könnten. Der rumänische Gesandte gab für Rumänien die Erklärung ab, daß man heute abend der Ansicht sei, daß die Konferenz in vierzehn Tagen geschlossen werde. Nach Havas. Paris, 28. Zuli. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur in London meldet: Die Vollkonferenz hat von 4—6 Tlhr nachmittags gedauert. Der Bericht des 2. Komitees über die Pf and- freigabe ist angenommen worden. Hefter die Frage der Eisenbahnen soll am Mittwoch beraten werden. Das dritte Komitee, das sich mit der Transferierung beschäftigte, wird wahrscheinlich morgen, Dienstag abend, zu einer Einigung kommen. Das 1. Komitee (Verfehlungen und Sanktionen) wird sich weiterhin bemühen, eine Formel für eine Einigung zu finden, unb am Mittwochvormittag wiederum zu einer Sitzung zusammentreten. Die französische Delegation wird alsdann einen neuen positiven Vorschlag unterbreiten, da die englischen Delegierten auch den neuen ameri ka n i scheu Vorschlag Logans abgelehnt haben. Die Konferenz glaubt, daß, um die Durchführung des Dawesplanes zu beschleunigen, man schon jetzt deutschen Delegierten gestatten könne, mit der Reparationskommissivn die Fragen zu besprechen, die zu ihrer Zuständigkeit gehören. Zu diesem Zweck werden die Delegierten in der Reparationskommission von ihren Regierungen aufgefordert werden, der Reparationskommission vorzuschlagen, sich nach London zu be-^ geben, um dort zu verhandeln. Pariser Stimmungsmache. Ein vielsagender Bericht des „Matin". Paris, 29. Zuli. Zur Lage nach der gestrigen Vollsitzung der Londoner Konferenz schreibt der Sonderberichterstaltrr des „Matin": Während der ganzen Sitzung sei die französische! Delegation fast stumm geblieben. Don der öffentlichen Debatte kehre man zu den Verhandlungen hinter den Kulissen zurück, die auf dieser Konferenz die erste Rolle spielen. Viele Reden seien zusammenhanglos und unklug. Die militärische Räumung desRuhrgebietsnehmehierbeieinen sehr breiten Umfang an. Unter den verschiedenen Bedrohungen, die man den Franzosen zu hören gebe, sei die folgende, die man oft brauche, wSil man bemerkt habe, daß sie EiWruck mache. Man sage: „Am 10. Zanuar, 5 Zähre nach Inkraftsetzung des Friedensvertrages, werden die Engländer die Kölner Zone räumen. Znfolgedessen werden die Franzosen in der Luft schweben, das heißt, ihre DerbiWungslinie reiht ab, und sie werden alle ihre Truppen zurückziehen müssen. Zst es nicht besser, wenn wir uns schon jetzt ver- flänbigen?" Zn diesen Drohungen liegen, wie bei allen Frankreich feindlichen Manövem ein gut Teil Blass. „Wenn wir," so fährt der Berichterstatter fort, „im Ruhrgebiet bleiben, ist es nicht sicher, daß die EnglänDer sich aus der Kölner Zone zurückziehen, denn dort Mitten sie nicht nur - eine strategische, sondern auch eine handelspoli- ttsche bedeutsame Stellung." Besonders bemerkt der Berichterstatter, daß die Belgier in dieser Frage nicht vollkommen mit Frankreich einig sind. Ministerpräsident T h e u n i s denke vielleicht an die innerpvlitis ch e Lage seines Landes. Gr wolle verhindern, daß die Sozialdemokraten zur Regierung gelangen. Er sei auf alle Fälle gegen eine Fortsetzung der Ruhrbesetzung. Selbst in der französischen Delegation bemerke man verschiedene Strömungen. Der Berichterstatter schließt: „Es ist hundertmal besser,' wenn Herriot London verläßt, die Sachverständigen arbeiten läßt, fern Parlament konsultiert und zur gekommenen Stunde wieder nach London zurückkehrt, anstatt inmitten von Zittrigen, die feiner Olatur zuwider sind, zu verbleiben. Dr. Stresemann deutscher Hauptdelegierter. (Eigener Znsormattonsdienst.) Der l in, 29. Zuli. Reichskanzler M a r x, der sich mit der deutschen Delegatton nach London begeben wird, soll, ivie wir hören, nicht die hauptsächliche Leitung der Verhandliin- gen in London übernehmen. Vielmehr ist der deutsche Hauptdelegierte Außenminister D r. Stresemann, der als Leiter der Außenpolitik für die Tätigkeit der deutschen Delegation verantwortlich ist. Zm übrigen verlautet heute, daß der Reichskanzler nicht bis zum Abschluß in London bleiben wird, sondern nach Berlin zurückkehrt, sobald seine persönliche Mission beendet ist. Dr. Stresemann wird dagegen bis zum Abschluß der deutschen Delegation in London bleiben und auch die Unterschrift unter das Protokoll der Konferenz zu setzen haben. DiefranzösischenKompen- fationen für die Räumung des Ruhrgebiets. (Eigener Znsormationsdienst.) Berlin, 29. Zuli. Die deutfche Regierung verfolgt mit größter Aufmerksamkeit die Znformationen, wonach Herriot die militärische Räumung des Ruhrgebiets zu bewilligen bereit ist, wenn dafür Frankreich gewisse Kompensationen auf anderen Gebieten gewährt werden. Herriot fordert nach den vorliegenden Rachrichten von England ein größeres Entgegenkommen in der Schuldens rage, von Deutschland den Abschluß eines französisch - deutschen Handelsvertrages mit günstigen Bedingungen für die französische Industrie. Zm Auswärtigen Amt ist man der Ansicht, daß dieser letztere Weg für Deutschland wohl gangbar wäre, vorausgesetzt natürlich, daß dieser Handelsvertrag so abgefaßt würde, daß für die deutsche Wirtschaft dabei keine schwerwiegenden Rachteile entständen. Man betrachtet dieses Entgegenkommen als einen ersten be* grüßenswerten Schritt in der Richtung der Räumung des Ruhrgebiets und hofft, daß England sich bereitfinden wird, Frankreich bei fernen Forderungen nach dieser Richtung soweit wie möglich entgegenzukommen, um Herriot seinen innerpoli- tisch'en Gegnern gegenüber die Verfechtung seines Standpunktes zu erleichtern. Die R e i ch s r e - gierung beabsichtigt, auf Grund dieser Rach richten sich mit den wirtschaftlichen Sachvsr ständigen Deutschlands und vor allem mit Vertretern der Zndustrie noch vor der Abreise nach London zu besprechen, um bereits gewisse Richtlinien rnitzunehinen, die für die Besprechungen über den zukünftigen Handelsvertrag nützliches ÜKaterial abgeben könn'en. Möglicherweise wird sich auch die deutsche Delegation von sachverständigen Jndustrie''len und Finanzleuten nach London begleiten lassen, um nötigenfalls schnell das erforderliche Material zur Verfolgung dieser Angelegenheit beschaffen zu können. Die Räumung als „Tauschgeschäft". Paris, 29. Zuli. Der dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenhsiten angehören^e Abgeordnete Lautier, dessen Anwesenheit in London seit Beginn der Konferenz von den verantwortlichen französischen Stellen nicht ungern gesehen wird, Näßt dem „Petit Parisien" ‘eine Korrespondenz zugehen, die die in der gestrigen und heutigen Morgenpresse an gebeutete Möglichkeit eines Tau schges ch ä s t s im Zusammenhang mit der militärischen Räumung des Ruhrgebiets präzisiert. Der Abgeordnete siihrt aus, daß die Forderungen der Bankiers keinen anderen Zweck gehabt hätten, als die Frage der militärischen Räumlmg des Ruhrgebiets an den Haaren herbei-> zuziehen. Lautier fügt hinzu, selbst 'unter der vorausgegangenen Regierung sei b e schrittweise Zurückziehung der französischen Trupren erwogen worden; man sei bereit, zu einer s o gut wie unsichtbaren Besetzung zurückz.lkehren durch die Herabsetzung der französischen Bestände aus etwa Dreiviertel der alten Mann- schaftsstärke; man s e i aus dem Wege zum völligen Abzug, wobei man sich theoretisch das Recht Vorbehalte, wieder einzurücken. Wenn man sich schon in Etappen aus drrn Ruhrgebiet zurückziehen wolle, warum soll dann nicht diese Bewegung beeinflußt werden, wenn ein dahingehender französischer Einfluß einen diplv- matischen Tauschwert darstellt, der unterstrichen werden müsse? Warum solle man dann nicht den Abzug aus dem Rihrgebist gleichzeitig mit dem Abzu g der Engländer aus Köln Anfang 1925 vollziehen? Warum sollen dann die französischen Trippen auf vorgeschobenen Posten angesichts einer regelrechten Gefahr im Konflittsfall zurückaelassei! werden? Einwendungen würden nicht a rsbleiften. Wenn Frankreich in der Prinzipienf age d.s rso- lierten Vorgehens nachgegeften hätte, würden England und Deutschland ihm für die bevorstehende militärische Räumung einen Z a hust o ch e r oder eine Briefmarke anbieten. Gott sei Dank fei der Fehler, auf den man auf der Gegenseite gelauert habe, nicht begangen worden, und es stehe Herriot frei, den Deutschen, wenn sie kämen und mit Unterilütuna der übrigen ML-t-e die nalltärische Räumung des Ruhrgebiets verlangten, jenes _ Mort ent» gcgenzuhalten, das die größte Finesse aller Diplomatie fei: Wieviel? Eine englische Meldung. L v n d o n. 28. 3ult Wie der Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, wurde H e r r i o ts zweiter Beschluß beglich der militärischen Räumung des Ruhrgebiets durch ein Schreiben Ramsay Macdonalds hervorgerusen, in dem letzterer namens der britischen Regierung bei den französischen Kollegen in freundschaftlichster Weise anregte, daß der Augenblick gekommen sei, in dem die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets aufgeworfen werden könne, da es schwierig sein würde, sie noch zu rechtfertigen, wenn die wirtschaftliche Räumung sendet sein würde. Der Berichterstatter nimmt an, daß Macdonald äußerte, daß eine Fortsetzung der militärischen Besetzung dazu führen toüibe, den Fluß der Ärebite nach Deutschland und Europa im allgemeinen zu gefährden und daß er infolgedessen bei Herrivt darauf drang, daß es angemessen sei, eine bestimmte 3 e i t g r e n z e für die Beerdigung der milltäri- scheu Räumung anzugeben. natürlich vorausgesetzt. d.ihDeutschland denDawesbericht durchführe. Diese Frage wurde von Macdonald, Herriot und Theu- nis auf ihrem Rückwege von der Flottenrevue am Samstag erörtert. Herrivt wies darauf hin. daß in Anbetracht der Tatsache, daß die Frage der militärischen Räumung weder im Dawesbericht noch in der englisch-französischen Rote vom 9. Juki enthalten sei, die Erörterung außerhalb der Konferenz selbst zwischen den alllierten Premier- Ministern und den Besatzungsmächten und Deutschland geführt werden sollte. Der Berichterstatter weist ferner darauf hin. daß Deutschland unter dem Versailler Vertrag am 10. Januar 1925 seine kommerzielle Freiheit wiedererlangen soll. Er Trimmt an, daß Frankreich Ku einer Becangung der baldigen militärischen Räumung d:s Ruhrgebiets machen werde, daß Deutsch- land sich bereit erlläre, mit Frankreich einen Handelsvertrag abzufchließen, der den Erfordernissen berInbustrie Frankreichs, vorallem Elsaß-Lothringens, vollauf'Genüge lei st en würde. Das sei ehre Frage, die von beträchtlichem Interesse für den britischen Handel sei und Die fest an das Problem der herrischen Repara- Itonen und Sachlieferungen geknüpft sei. Die „Erholungsreise" des Staatssekretärs Hughes. London, 28. Juli. Der „Times" zufolge nahm Staatssekretär Hughes gestern mit Mac- dvnald und dem amerikanischen Botschafter in Chequers das Frühstück ein. Hughes fährt heute nach Paris ab. Einer Drähtmeldung aus Berlin zufolge wird der amerilanische Staatssekretär Hughes auf feiner Europareife am Sonntag in Berlin ein- • treffen. Der Kampf gegen die Schuldlüge. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 29. Juli. Wie aus Kreisen der Regierungsparteien mitgeteilt wird, beabsichtigt die Reichsregierung, keine regierungsamtliche Erklärung in Sachen derSchuldlüge abzugeben, bevor riichtdieLondonerKonferenzgreif- zbare Resultateerzielthat.Den weiteren Kampf gegen die Schuldlüge denkt ^sich die Reichsregierung im Einverständnis mit .den Regierungsparteien folgendermaßen: Dem Reichstag wird demnächst ein von den Regierungsparteien und der Sozialdemokratischen Partei unterzeichneter Antrag zugehen, der die Wiederaufnahme der Arbeiten des Untersuch ungsausschusseS über die Llrsache des Weltkrieges verlangt. An der Annahme dieses Antrages besteht kein Zweifel und der Ausschuß soll baldigst eingesetzt werden und seine Arbeiten bis zum Herbst zum Abschluß bringen. Alsdann würde ein Schluß Protokoll des Ausschusses in einer kurzen Erklärung die Resultate dieser Untersuchung zusammenfassen und die Reichsregierung würde sich dieses Ergebnis zu eigen machen und es in amtlicher Form den europäischen Regierungen bekanntgeben. Lieber die Beteiligung Der Alie aus Topper. Roman von Hanns t>on Zobeltih. 28. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Er lachte, daß es dröhnte, schnob einmal wieder zu seinen Orgelpfeifen hinüber. „Müht wissen, zwei von denen da sind Sachsen, die wir bei Pirna gefangen, und einer ist österreichischer Lieberläufer. Stecken mm alle in Friedrichs Rock, möchten aber lieber heut wie morgen heraus, trotzdem das Ach*groschenstück doch nirgends so pünktlich auf die Stunde fällt, wie bei uns. Ja . . . eine tolle Bandel Aber wo soll der Rex die Soldaten herkriegen, muß sie halt nehmen, wo er sie findet. Beim Zeus und allen Göttern des Olymp, die Minerva tnBegriffen! Die Kantonisten werden rar, die Werber bringen immer weniger aus dem Reich. So müssen's solche Himmelhunde tun, die nur die Angst vor der Gasse hält. Der Schwarze da, der Kerl, hat schon achtmal Gasse lausen muffen. Dos kitzelt. Seither muckst er nicht mehr. Was macht Ihr für ein Gesicht. Herr Junker? Euch gruselt wohl? Ja . . . die Spießruten . . . solch ein zerfetzter Rücken ist zum Oammern. Aber was wollt Ihr! Es geht nicht anders. Lind man wird hart mit der Zeit. Werdet's auch noch erleben, Ihr junges Blut." „Lind dann laßt's Such sagen: wie sorgt der Friedrich für seine blauen ftinber! Ist noch keiner in der Armee Hungers gestorben, auch nicht in der Zeit der größten Rot. Um alles hat er persönliche Sorge, um die Kranken, um die Blessierten. Lind wenn er so am einem vorüberreitet, mit den großen Auaen einen anguckt — Donnerder Deutschnativnalen an den Arbeiten des Ausschusses schweben zur Zeit noch Verhandlungen. Die Deutschnativnalen werden ihre Mitarbeit voraussichtlich abhängig machen von der Haltung der Reichsregierung auf der Londoner Konferenz und von dem Ausgang der Verhandlungen Über das Gutachten. Die Reichsregierung wird dem Ausschuß alles nur denkbare Material zur Verfügung stellen und nach Abschluß der Arbeiten einen Appell an die früheren Kriegsgegner richten, auch ihrerseits die Archive zu prüfen und einer internationalen Kommission die Einsicht zu gestatten, um ein abschließendes Urteil über die Kriegsursache zu gewinnen Anfragen im englischen Unterhaus. Die Pfalzausgewiescueu. — Der Ga- rantiepakt. — Die Abrüstung. — Jn- duftriesorgen wegen der deutschen Konkurrenz. London, 28. Juli. (WB.) Unterhaus. Morell fragte, ob der Premierminister mitteilen könne, ob die Einwohner der Pfalz, die von den französischen Behörden ausgewiesen wurden und deren kürzliche Rückkehr gestattet wurde, t a t= sächlich zu ihren Heimstätten zurück- gelassen worden seien. Macdonald erwiderte, nach den in seinem Besitz befindlichen Informationen habe die Rückkehr der aus der Pfalz Deportierten nach der Heimat bereits begonnen. (Aber General de Metz streicht die Ramm der ihm und seinen Separatistenfreunden mißliebigen Personen: Die Schristl.) Ein Mitglied fragte, ob einige andere Mitglieder des Völkerbundes bezüglich ihrer Haltung gegenüber dem vorgesehenen Garantiepakt eine Entscheidung getroffen hätten. Premierminister Macdonald antwortete, daß Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland und Lettland stch im allgemeinen günstig geäußert hätten, wenn auch Belgien und Finnland zahlreiche Anregungen betreffs Abänderungen gemacht hätten. Die Union der Sowjetrepubliken und die Vereinigten Staaten von Amerika hätten erklärt, nicht in der Lage zu fein, zuzu stimmen. Die Frage, ob die französische Regierung allgemein ihre Zustimmung geäußert habe, wurde von Macdonald verneint. Kennworthh stellte eine Frage wegen der geplanten Abrüstungskonferenzen. Macdonald erwiderte, die Angelegenheit werde erwogen und es werde darüber verhandelt. Auf die Anfrage Kennworthys, ob irgendein Fortschritt in der Richtung auf eine Bermin- derungderRü st ungen zur See durch eine Vereinbarung zwischen den hauptsächllchsten Seemächten festzu stellen sei und welche Schritte die englische Regierung in der Angelegenheit zu unternehmen gedenke, erwiderte Macdonald, die Verminderung der Rüstungen werde von der englischen Regierung als eine der wesentlichsten Bedingungen der nationalen Sicherheit betrachtet. Sie müsse indessen durch eine Politik vorbereitet werden, die unter den Rationen Vertrauen schaffe. Ein ungeschickter Schritt würde unberechenbare Schäden anrichten. Sir WilliamDull unterbreitete eine Petition des nationalen Verbandes der Fabrikanten, worin gebeten wird, dem Plan, der jetzt die Aufmerksamkeit der alliierten Konferenz bezüglich der Anleihe von 40 Millionen Pfund an Deutschland in Anspruch nimmt, sorgfältige Erwägungen vom Standpunkt der Frage aus zu widmen, daß die britischen Industrien, von der Textilindustrie abgesehen, davon berührt werden. Der Plan möge einem Ausschuß, der die SPntereffen der Unternehmer wie auch der Arbeiter vertritt, zur Untersuchung überwiesen werden, bevor eine bindende Vereinbarung eingegangen werde. Lord Birkenhead hat im Oberhause dieselbe Petition, die von 1700 britischen Firmen ausgeht, unterbreitet. Eine deutsche Garantiepakt-Denkschrift. Genf, 28. Juli. (Wolff.) Die deutsche Regierung ließ heute dem Völkerbunds!ek.e- tariat eine Denkschrift überreichen, in der der deutsche Standpunkt zu dem von der letzten Völkerbundsversammlung ausgearbeitetcn Garantiepakt, d. h eines Vertrages fifoer gegenseitige Unterstützung, bargefegt wird. Verfasser der Denkschrift sind namhafte deutsch juri- wetter! — das hilft über alles fort! Unser großer König! »Junker, habt Ihr schon von den schönen Liedern CineS Grenadiers gehört? Manchmal flattert solch Blatt ins Lager und mahnt unser- einen, der mehr als bloß lesen gelernt, ganz, seltsam an vergangene Sage, wo man griechische Heldenlieder traktierte. Gleim soll der Dichter heißen, möcht' ihn Wohl leirnenlernen. Das Herz lacht einem, wenn er so singt: Auf einer Trommel sah der Held Und dachte feine Schlacht, Den Himmel über sich als Zelt Und um sich her die Rächt." Jetzo bramarbasierte der Korporal, der geweste Studio aus Gießen, nicht mehr. Ran leuchtete die Begeisterung aus seinen Augen. „Hab' Wohl auch mal ein Carmen probiert," meinte er bann, fast traurig. „Aber es langt nicht Frau Muse pariert dem Korpvralstock nicht. So, und jetzt muß ich meine Bursche auf ihr Stroh bringen!“ Stand auf und reckte sich „Auf, ihr HimmelhundeI Rechts um! Marsch! . . . Gute Rächt, Herr Junker, und du vorn Regiment Zastrow! Und wenn ihr träumt, so sei's vom Alten. Divat Fridericus Rex!" Tags darauf, um die Mittagsstunde, sind sie zu Hirschstein eingeritten, wo kurz vorher der König zu feiner Armee gestoßen war. Das Herz pochte dem Junker Zabeltitz doch gewaltig gegen die Rippen, wie er das Bauernhaus sah, rn dem Friedrich quartierte. Ein moosbe- dachtes Haus, ein wenig größer als die anderen, mit zwei Posten vor ter Tür. Sonst nichts Be- svlrderes, bloß ein ewiges Kommen und Gehen von Offizieren und Ordonnanzen darin scheu. striche Persönlichkeiten. — Die deutsche Regierung war seinerzeit, wie alle anderen Regierungen, zur Stellungnahme zum Garantiepattentwurf au f gefordert worden. Kleine politische Nachrichten. Dor dem Ende des deutsch-russischen Konflikts. Wie aus Berlin gedrahtet wird, steht der deutsch-ruffische Konflitt über den Vorfall in der russischen Handelsvertretung in Berlin vor seiner Beilegung. Minister des Aeuhern Dr. Strese- mann habe den derzeitigen russischen Geschäftsträger in Deutschland, Botschaftsrat Brodowski, zur Unterzeichnung eines zwischen Rußland und Deutschland vereinbarten Protokolls über den Zwischenfall empfangen. Die Unterzeichnung des Protokolls sei jedoch noch nicht erfolgt, da noch einige kleine redaktionelle Aenderangen vvrgenom- men werden sollen. Die Unterzeichnung soll jedoch an einem der nächsten Tage in dieser Woche erfolgen. Deutschland in der Türkei voran. H a v a s meldet aus Angora, daß das Innenministerium die Absicht habe, zwölf aus- ländischeSpezialistenzuengagieren, darunter einen Italiener für die städtischen Betriebe von Angora, drei Oesterreicher für den Sicherheitsdienst, fünf Deutsche für Post und Telegraph, zwei Belgier als Standesbeamte und einen Engländer als Mitglied der Aufsichtsbehörde für den öffentlichen Unterricht. Für das Gymnasium Galatho Serail sollen vom Kommissar für den öffentlichen Unterricht neunzehn Professoren engagiert werden. Amerikanische Sühn »-Forderungen an Persien. Rach einem Kabelbericht aus Washington wird heute eine entschieden gehaltene amerikanische Rote wegen i>er Ermordung des amerikanischen Konsuls in Teheran der persischen Regierung überreicht, in der eine formelle Entschuldigung und angemessene, Entschädigung für die Familie des Konsuls gefordert werden. Ferner wird die feierliche Verwarnung an die persische Regierung gerichtet, daß eine Wiederholung derartiger Verbrechen ernsteste Folgen nach sich ziehen würde. Flucht der Aufständischen aus Sao Paolo. Buenos Aires, 28. Juli. Fanksprach. Rach einer Meldung aus Rio de Janeiro fliehen die Aufständischen, nachdem sie Sao Paolo verlassen haben, in das Innere des Landes. General Gvsta hat die Stadt 40 Meilen südwestlich von Sao Paolo besetzt und will die Flucht der Aufständischen verhindern. Jur Lage in Italien. Anschuldigungen gegen französische Blätter. Rom, 29. Juli. „Messagero" behauptet,. daß das Verbrechen an Matteottivon Pseudo-Faszi st en begangen wurde, die die Regierung Mussolini bekämpfen. Hinsichtlich der Gründe des Verbrechens, das von den Feinden Italiens aus geheckt und bezahltwurde, glaubt das Blatt auf die Tätigkeit der französischen Blätter „Oeuvre" und „Q u v t i d i e n" Hinweisen zu müssen. Andererseits bezweifelt das Blatt die Echtheit der von der Presse veröffentlichten Aussagen von Eetare Rvtti und sagt, über das ganze UntersuchungSverfahren werde das strengste Sttllschweigen bewahrt. Maßnahmen gegen die Presse. Rom, 28. Juli. (WTB.) Der Präfekt von Romhat eine Verordnung für die Zeitungenerlassen, in der er jede Veröffentlichung in der Sache Matteotti untersagt. Der „Mondo" schreibt hierzu, es sei "Har, daß man damit Stillschweigen über den Prozeß Matteotti schaffe, wie auch über die anderen Prozesse, die mit dem Verbrechen der Tscheka im Zusammenhang stehen. Das Blatt fragt, ob man damit das Linker- suchungsverfahren auf eine falsche Bahn leiten wolle. Die heutige Ausgabe des Mittagsblattes „Sereno" ist wegen Veröffentlichung von Einzelheiten aus der Vernehmung der Angellag- ten Filipelli und Dumini, also tragen Lleber- tretung der in dem Erlaß des Präfekten enthaltenen Bestimmungen, beschlagnahmt worden. Er hatte sich das ein wenig anders gedacht: ein großes Gezeit etwa mit wehenden Fahnen und gewaltigem Troß ringsherum ober ein ragen- des Schloß. Run war's eben ein Bauernhaus. Aber darin wohnte er: der König. Der Feldjäger gab seine Papiere ab und versprach, sich zu erkundigen, wo anb wie der Junker sich melden sollte. Der machte sich unter- Hessen propper, so gut es ging, und wunderte sich, daß ihm dabei die Hände zitterten. Es wollt' sich gar nicht recht schicken mit brr Frisur, und immer wieder fühlte er das Herzklopfen bis in den Hals hinauf. Sprach sich auch immer aufs neue sein Sprüchlein vor, das ihm brr Großvater eingebleut: „Euer Majestät alferuntertänigit za melden: Junker Kaspar von Zabeltitz auf Topper zur Stelle." "Lind daß er nur nicht vergaß, des Königs Rocksaum zu küssen. Indem kam der Feldjäger zurück. „Der Iun- fer soll sich zunächst beim General von Lentulus präsentieren." Also los und Mut! Was der General war und Flügeladjutant, der sah, ein großer schöner Mann, vorn im Bauernhause dicht am Herde, hatte eine Karte vor sich zwischen zwei Llnschlitckerzen und machte mit dem Crayon Einzeichnungen darauf. Als der Junker eintrat, sah er auf, nickte thm freundlich zu. „Er ist der Zabeltitz? Kann Er reiten?“ »Zu Befehl, Herr General." „Kann Er schreiben, gut und leserlich?" O du grundgütiger Informator! Wenn er bas gehört hätte, der Cerisius, das Herz hätte sich ihm im Leibe umgebretyt Solcher Zweifel! »Zu Befehl, Herr Generali" Aus dem Kommunistenlager. Prozesse gegen kommunistische Reichswehrsoldaten. Leipzig, 28. Juli. (WTB.) Am 6. August beginnen weitere Kommunist enprvz esse vor dem Staatsgerichtshos zum Schutze der Republik. Als Angeklagte erscheinen wegen Hochverrats: am 6. August Kommunist Dik, am 7. und 8. August Kommunist Fiedler und Genossen, im ganzen 11 Angeklagte, von denen vier Reichswehr Unteroffiziere bzw. Soldaten waren. Zu diesen käme als zwölfter Angeklagter der Obergefreite Graefe, der bereits am 16. Dez. 1923 im Gefängnis Selbstmord begangen hat. Die Reichöwehrsoldaten hatten Gewehre, Munition und Handgranaten gestohlen und sie der Kommunistischen Partei Deutschlands gegen Entgelt überlassen. Hand in Hand mit der Besatzung. Düsseldorf 29. Juli. Die Kommunist e n hatten für heute eine Versammlung nach der Städtischen Tonhalle einberufen, wo ter Reichstagsabgeordnete Katz übe r"ben Fall §a ar mann und die Hann ove r sche Polizei ein Referat halten wollte. Oberbürgermeister Lehr verweigerte bi: Versammlungserlaubnis. Sie von den Kommunisten angerufene franz ösische Be- sahungsbehörde gab den Befehl, die Erlaubnis zu erteilen and den Saal zur Verfügung zu stellen. Moskau in Polnisch-Obcrschlefien. KattoWitz, 28. Juli. (WTB.) Unter den verhafteten Mitgliedern des 21er Ausschuss^ befanden sich auch zwei Moskauer Kommunisten, die den Verkehr zwischen dem 21er Ausschuß und Moskau aufrechterhielten. Das Material, das bei den Verhafteten gefunden wurde, soll sehr belastend sein. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. Juli 1924. d-, Ä g&S * über >e Mn Tier^ $ Mcrie von «yS». b-ta-r' 2 ^.mdSachv Erbeb hdlrFri- kosten und 3m S bleibe" A Betriebs Wtliche AK §analbenuhu?^ biihrcn, Dalle ul», und hoch nur M S' Wenigen Geb kr Verbrauch ■ steigt kann die berechtigten nac gelegt »erden, tem obcngenM bk auf SrMd Ebenen von Feinden von rat dm Grur berechtigten um Ohne Hut. Man schreibt uns: In bei- Freitagsnummer des „Gießener Anzeigers" spricht sich ein verehrlicher Einsender ganj; prächtig über die Hutfrage aas. Lind wenn wir alt wären wie Methusalem, so würden wir doch unbedingt in sein hohes Lied auf die Schönheit des Haarschmuckes der jungen Mädchen inb der Frauen ein stimmen. Mer der Mann? Ich meine, da müßte man doch noch andere Gesichtspuntte gelten lassen, trotz der Autorität des erwähnten Friseurs, von dem es freilich etwas geschmacklos ist, selbst kahl- köpsig zu sein. Denn ihm, dem Künstler unb (berufenen Pfleger des Haupthaars, an dessen kräftigem Wuchs er ästhetisch und geschäftlich Wohlgefallen findet, müßte doch der Kahlkopf ohne weiteres als ein Skandalon erscheinen. Der Friseur muß hier ein Urteil ganz sai generis >haben. Daß, aber ein „alter Kahlkopf" nicht ohne Hut soll Herumlaasen tonnen, das leuchtet auch beim größten Glanz seines Schädels nicht ein. Lind eine Perücke soll er aufsetzen? Richt geschenkt! Rein, auch der Kahlkops sei ttoh fthlea- den Lorbeers auf seine Eigenart stolz, denn er vertritt in vollendetstem Maße die menschliche Würde? Die Glatze, diese leuchtende Erscheinung, ziert alleine den Menschen ziert vor allem den Mann geistiger Arbeit, und von der Tonsur bei Mönche schimmert bie milde Idee„ die Gesamterscheinung reifer, menschlicher und wirkungsvoller zu machen. In der Abstammungsgeschichte der Tierwelt hat allein der Mensch sich einigermaßen vom tierischen Behang freigemacht, und wir wünschen bei keinem der beiden Geschlechter ein Herabsinken auf längst verlassene tierische Stufen. „Haarmenschen", wie die bekannte Julia Pastrana, werden auf Jahrmärkten gezeigt, doch als Dalldamen würden wir sie nicht gern begrüßen. Warum soll da der Mensch, und besonders der höherstrebende Geist, der seiner Zeit vorauseilen möchte, so unlogisch sein, aasgerechnet auf dem Schädel, dem edlen Gefäß fruchtbarer Gedanken, Erinnerungen an die tierische Herkunft festhalten zu wollen? Fort, fort mit diesen bedrückenden Reminiszenzen! Betrachten wir also die Dinge trotz des erwähnten Friseurs, im Sinne der Abstammungslehre, die ja heute herrschend geworden! Lind seien wir fest davon überzeugt, daß auch ohne das niedrige Beiwerk sich das Haupt des Menschen an die Luft anpaßt und an die bescheidene Sonne unseres Klimas gewöhnt. Auch der Friseur gehört an die Lust. Doch mehr als ihm wollen wir jenem wackeren Kleriker glauben, — wenn ich nicht irre: Alasios von Selini m der Sprach ein wenig österreichisch her Lentulus, ba er ehedem in Diensten der Kaiserin gestanden. „Also, das ist ja halt schon, daß Er wirklich schreiben kann. Alle Junkers können es nit. Also, Sr hat doch Wohl eine Epistel zur Einführung mit. vom Herrn Vater." „Mein Vater ist bei Hohenfriedberg gefallen, Herr General." Der Lentulus griff an den Hut, wie zu Ehren des Toten. „Also, von wem sonsten?" „Don meinem Herrn Großvater auf Topper." „Ist schon gut Rehme Er das in die Hand, daß Er's gleich hat, so Majestät danach fragen sollt'. Lind antwort’ Er laut und frei, so Majestät sonsten was fragt. Ja . . . also. . . und nehm Er sich vor den Hunden in acht Hört Er! So . . . ja . . . ich will Ihn nun anmelden." Es ging gewiß ganz geschwinde. Aber dem Junker wollte es eine Ewigkeit dünken, bis der General wieder da war. „Also ... so komm Er!" Sie traten beide rechts in die niedrige halb- dunkle Bauernstube. Ein großer Lisch stand in einer Ecke, auf dem brannten ein paar Kerzen, feuchteten aber grab nur im engen Llmkreis. -Euer Majestät, der Junker von Zabettih bittet um die Permifsion, sich präsentieren zu dürfen . . ." meldete der General. Der Junker aber sah den König nicht. Erst nach ein paar Atemzügen, bei denen das Herz schier springen wollte, sah er auf dem Lehmboden eine kleine Gestalt, die kauerte vor einer Schüssel, hatte ein Stöckchen in der Hand, wehrte damit ein paar Windhunden, sprach fron- zösisch zu ihnen: „Attention, Biche! Sei artig, Atteste. " (SortL fofeLl im Mi yaS Mi M auf ®rur tage mit Wir! Sinterungen, fe DTD. fol srundbetr sind gegenüber ten um 50 b. Ausgleichs höhle auf 70 trotten. Die den Blind einzelnen Ort« Kr die Gew ein Stiemtet! grinsten der ' durch die P Bestimmung, i ein Aechtsmst j ugunften bet M Me, gt pfen mvr W, soweit d dMM vom : Lider A tet lezrm Lag ^Malten er W mehr berüo lih bereits be Aachzahluni knzahlung für Donrts Ar 3ufluft werde: h Sähen t Mung gebrach! Giehene Es rosteten Latte W. 30 12 Pi. n hum Mf., rote Ai S-8"10 Pf bhl Stück lo~’= ^gucken ötü h ®f, Lin Mn M. z- «ftp® >!-. Airabel X bon hlUnb Ve. n?te ^lXV Äs JMlrn lt ®,”ff«3n. rt uj^r^en der Rotl^ra. 01 W nJ^ »wu.*T &Ä*i’ "Miaiing ■^^n*4lefieii, ^NNtefc 4®M$Q1 blnt 91or ä*£ L «Mta» gefror niftgCr> S?Ä!Sb nd Land. de° 29. Juli 1924. Ut - des .Tührner In« crchrlichrr Sinkender W aas. Und vrim sv würden Dir s Lred aus die Schön- jungen Mädchen inb mein?, da mühte man ?-nKe gellen lassen, ?ühnten zrileurs, von nackios ill, selbst kahl- dem Künstler und Haars, an des'en kräf- gefchWch MHI« h der Kahlkopf ohne i «schien. ?er Fn- anj Ui generis haben. Kahlkopf" nicht ohne nnen, das leuchtet tons Schädels nicht er luftytfi? Acht illovi ki trotz k^kii" jenatt W denn er Rate d».e Mnichltche ewfjieribe Srscheinung, >iert vor allem den .5 ron der Tonsur der v Idee, d« Gesamt- .ncher und lmckangs- D'tanMungsgeschichke r Denich sich «>mger- una sreigMachl, und -nnärkten qydgt, doch _.. mcht gern be- er Mensch und besvn- Seift, bet ’ feiner Zeit r'i) fein, aargv«huet ct Arsäh fruchtbarer die tiensche Hch - Fort, fort Mt to01 SUÄl Ä TLflt W auch °ffW des Men» i und an die bes^ .. gelohnt. 2uch mehr als chw . AAer glauben,^ ÄArin Ses'ar^ 5C:- 6r wlntrch J&enesniL S «r Einführung ml. zohenfnedberS ^aM 4- i»*1* schVinde her 9'■£. düirken. WVB rW Se artlS- i i" ** S 2r ffiS*** ' «11*® 3‘,., sa^ er ° ^r «VWiM ist KPZMWWiMGGZMLMLÄ imd wn ausgezeichneter WaMrisun?! _ h» »p KL^mir, WMOM.M rX>.. .;<" MM. 1 Lhrenaika — der schon ums Jahr 400 mtt in>an= oeroarer Intuition diese Dinge empfand. »3e dünner der Schopf, desto tlüger der 52P!L^l,artC fjnKr. Die Augnst-Miete. Rach Anhörung von Interessentenvertretungen und Sachverständigen hat das Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft für die Berechnung der Miete für den August bestimmt, daß die für den Monat Juli getroffene Regelung auch für den August bestehen bleibt. Zur Erhebung kommen demnach wieder 4 0 v. H. der Friedensmiete. In dieser Summe sind 12 v. H. für laufende, 8 v. H. für große Instandsetzungsrosten, sowie 20 v. H. für Betriebskosten und Zinssteigerung enthalten. — Weiter bleiben folgende Bestimmungen in Kraft: Betriebskosten sind Steuern, Gebühren und öffentliche Abgaben, also insbes. Grundsteuern, Kanalbenuhungsgcbühren, Strahcnrernigungsg^- bühien, Wassergeld, Schornsteinfegergeld, Haftpflichtversicherung, Treppen- und Flurbeleuchtung usw. und Verwaltungskosten. Wassergeld ist jedoch nur bis zu 21/2 v. H. der Friedensmiete in dem Sah für die Betriebskosten enthalten. In denjenigen Gebäuden oder Gebäudeteilen, in denen der Verbrauch 2V, v. H. der Friedensmiete übersteigt, kann die Mehrausgabe auf die Rutzungs- berechtigten nach den bisherigen Grundsätzen umgelegt werden. Richt einbegriffen sind ferner in dem obengenannten Sah für die Betriebskosten die auf Grund der dritten Steuernotverordnung erhobenen Svndersteuern des Landes oder der Gemeinden vom bebauten Grundbesitz. Diese sind von dem Grundstücksbesitzer auf die Ruhungs- berechtigten umzulegen. e Aendernngen im Militärversorgungsrecht. Das Militärversvrgungsrecht erfährt auf Grund der Verhandlungen im Reichstage mit Wirkung vom 1. August verschiedene Aenderungen, von denen nach einer Meldung des WTD. folgende besonders wichttg sind: Die Grundbeträge an Versorgungsgebührnissen sind gegenüber den im Dezeniber 1923 festgestellten um 50 v. H. erhöht worden. Die einfache Ausgleichszulage ist auf 35 v. Sy, die erhöhte auf 70 v. H. der Grundbeträge festgesetzt worden. Die Unterhaltungskosten für den Blindenführer betragen jetzt in den einzelnen Ortsklassen 108 bis 125 Mark jährlich Für die Gewährung einer Elternrente für ein Elternteil ist die Dedürftigkettsgrenze zugunsten der Berechtigten erweitert worden. Die durch die Personalabbauverordnung geschaffene Bestimmung, dah in Versorgungssachen eine durch ein Rechtsmittel angefochtene Entscheidung auch zugunsten der Partei, die das Rechtsmittel eingelegt hatte, geändert werden konnte, ist. wieder aufgehoben cvorden. Die Kriegsblinden erhalten, soweit dies noch nicht geschehen ist, Dlin-- denuhren vom Reich Bei der Rentenzahlung für August, die in den letzten Tagen des Monats Juli durch die Postanstalten erfolgt ist, konnten die Erhöhungen nicht mehr berücksichtigt werden, da die Zahlungslisten bereits bei der Postanstalt vvrliegen. Die Nachzahlung erfolgt zusammen mit der Rentenzahlung für September in den letzten Tagen des Monats August. Die Zusatz renten für A u g u st werden dagegen Mitte August bereits mit den Sähen von den Fürsorgestellen zur Auszahlung gebracht. Gietzener Wochenmarktpreise Es kosteten: Butter Pfd. 1,80—1,90 Ml., Matte Pfd. 30 Pf., Käse Stück 5—6 Pf., Eier Stück 12 Pf., Wirsing Pfd. 15-20 Pf, Weiß- kraut Pfd. 15—20 Pf, gelbe Rüben Pfd. 12 «bis 15 Pf, rote Rüben Pfd. 8—15 Pf, Römischkohl Pfd. 8—10 Pf, Dohnen Pfd. 15 Pf., Blumenkohl Stück 10-50 Pf, Salat Stück 3 und 5 Pf.. Salatgurken Stück 10—60 Pf, Einmachgarken Stck. 3—5 Pf, Ober-Kohlrabi Stück 5—10 Pf, Erbsen Pfd. 15—20 Pf, Tomaten Pfd. 50 Pf., Zwiebeln Pfd. 15-20 Pf, Rettich Stück 5-15 Pf, Pilze Pfd. 15—20 Pf, Kartoffeln Pfd. 5 Pf., Frühäpfel Pfd. 30' Pf, Dirnen Pfd. 10-35 M. Kirschen Pfd. 35 Pf, Heidelbeeren Pfd. 35 Pf., Stachelbeeren Pfd. 25 Pf, Johannisbeeren Pfd. Uhr Flötenkonzert. — Lichtspielhaus, Bahnhvfftr.: „Der Schik". * • .** Kirchliche Gedenkfeier für die Kriegsopfer. Zum Gedächtnis an den Beginn des Weltkrieges vor 10 Jahren und zum Gedenken an die gebrachten Opfer, insonderheit an den Tod der Gefallenen, hat das Landes- k i r ch e n a m t für das unbesetzte Gebiet für Sonntag, den 3. August, angeordnet: 1. Der Haupt- gottesdienst ist dem Gedächtnis des Tages usw. gewidmet. 2. Wo dies durchführbar ist, findet in der Zeit von 111/2 bis 12 Uhr vormittags ein Geläute statt, das zum stillen Gebet über die Lande rufen soll und insbesondere für diejenigen bestimmt ist, die dem Hauptgottesdienst nicht beiwohnen können. ** Wiederbelebung der Dautätig- keit durch steuerliche Begünstigungen. Um einen Anreiz zur Wiederbelebung der Bautätigkeit im Jahre 1924 zu bieten und Ehrten zu beseitigen, die die Erhebung der staatlichen Grundsteuer von Reubauten infolge des Miß- verhältnisses zwischen Baukosten und Ertrag mit sich bringt, hat das Ministerium der Finanzen allgemein bestimmt, daß die für die Rechnungsjahre 1924, 1925 und 1926 zu veranlagende staatliche Grundsteuer von Wohnungsbauten au'f Antrag niederzuschlagen ist. Entsprechendes gilt für den verhältnismäßigen Teil der Grundsteuer von solchen Reubauten, die nur zum Teil Wohnzwecken dienen und für das aus dem Um- oder Ausbau alter Gebäude zu Wohnzwecken sich etwa ergebende Mehr an Grundsteuer, falls der Steuerwert des Gebäudes sich durch den Um= oder Ausbau um mindestens 10 000 Mk. erhöht. Ausgeschlossen von der Begünstigung sind Gebäude oder Gebäudeteile, die nicht Wohnzwecken dienen, ferner solche, die vor dem 1. April 1924 bezugsfertig wurden und solche, deren Reu-, Um= oder Ausbau nach dem 31. Dezember l. Is. begonnen wird. ** Eine hessische Todesursachen- Statistik. Im Heft 5 der „Mitteilungen der Hessischen Zentralstelle für die Landesftattsttk" wird eine Stattsttl über die Todesursachen in Hessen im ersten Vierteljahr 1924 (in Vergleich gestellt zum ersten Vierteljahr 1923) veröffentlicht. Sie Ursachen von den 1146 Todesfällen in Oberhessen im ersten Vierteljahr 1924 (1169 im gleichen Zeitraum 1923) waren folgende: 56 (45) angeb. Lebensschwäche und Dildungsfehler, 237 (270) Altersschwäche, 5 (3) Kindbettfieber, 6 (3) andere Folgen der Geburt oder des Kindbetts, 1 (—) Scharlach, 1 (7) Masern und Röteln, '2 (2) Diphtherie, 3 (6) Keuchhusten, 1 (1) Rose, 12 >(5) andere Wundinfektionski ankheiten, 87 (99) Tuberkulose der Lungen. 19 (23) Tuberkulose anderer Organe, 6 (4) akute allgemeine Miliartuberk ilose, 104 (113) Lungenentzündung, 33 (54) Influenza, — (4) andere übertragbare Krankheiten, 47 (59) Krankheiten der Atmungsorgane, 138 (116) Krankheiten der Kreislaufsorgane. 57 (48) Gehirnschlag, 42 (44) andere Krankheiten des Rerven- stzstentS, 6 (10) Magen- und Sarmkatarrh, Brechdurchfall, 33 (22) andere Krankheiten der Der- dauungsorgane. 5 (2) Blinddarmentzündung, 22 (29) Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane, 79 (72) Krebs, 14 (11) andere Reubildungen, 19 (9) Selbstmord. — (3) Mord und Totschlag, 22 (17) Verunglückung. 42 (45) andere benannte Todesursachen. 47 (43) Todesursache nicht angegeben. Bemerkenswert ist, daß, Oberhess en die niedrig ste Sterblichkeitsziffer von allen hessischen Gebietsteilen hat. In der Provinz Starkenburg belief sich die Zahl der Todesfälle im ersten Vierteljahr 1924 auf 1975 (1923: 2151), in Rheinhessen sind die entsprechenden Ziffern 1393 (1540), in Oberhessen, wie oben gesagt, 1146 (1169). Sie Gesamt st erblich- ke i t in Hessen bezifferte sich in den beiden ersten Vierteljahren 1924 bzw. 1923 auf 4514 bzw. 4860. Dem Alter nach verteilen sich die in den beiden Zeiträumen in ganz Hessen Gestorbenen wie folgt: unter 1 Jahr 1924: 576 (1923 : 809), von 1—4 Jahren 185 (308), von 5 bis 14 Jahren 106 (117), von 15—29 Jahren 355 (390), von 30—59 Jahren 1032 (1042), von 60-69 Jahren 755 (713), Über 70 Jahre 1505 (1481). — Zum Vergleich sei schließlich noch bemerkt, daß Eheschließungen im ersten Vierteljahr 1924 in ganz Hessen 1921 (in der entsprechenden Zeit 1923: 2875) stattfanden und an Le bendgebvrenen im ersten Vierteljahr 1924 im ganzen 7252 (in der entsprechenden Zeit 1923: 7485) gezählt wurden. ** Schutz von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen. Rach einer Bekanntmachung des Reichsjustiz-Ministeriums tritt der durch das Gesetz vom 18. März 1904 vorgesehene Schutz von Erfin- dungelr, Mustern und Warenzeichen auch für die kommende Frankfurter Herbstmesse, die vom 21. bis 27. September stattfindet, in Kraft. T>er Minister für Handel und Gewerbe hat dem Mehamt Frankfurt a. M. die Ermächtigung zur Ausstellung von Urkunden über auf der diesjährigen Herbstmesse erfolgende Ausstellungen von Erfindungen, Mustern, Modellen und Warenzeichen erteilt. •• Gin Konzert in der Heil- unö Pflegeanstalt. Man berichtet uns: Mit Bekannter Großzügigkeit undLiebenswürdigkeit stellte der Gernhardtsche Zither- und Man- dvlinenchor unter freundlicher Mitwirkung der Konzertsängerin Frl. Gustel Pfaff wieder einmal feine Kunst in den Dienst der Wohltätigkeit. Am Sonntagnachmtttag gab er in der hiesigen Hei l- undPflegeanstalt für die Patienten derselben ein schönes Konzert, diesmal unter Leitung des Herrn Hambrecht. Alle Stücke des sehr abtvechftungsreich n Programms, mit gewohnter Meisterschaft vorgetragen, ernteten reichen Beifall. Den Dank des bis z»m Schluß aufmerksamen Publikums kleidete ein Patient in passende Worte und sprach zugleich den Künstlern den Wunsch baldigen Wiedersehens aus. Landkreis Gicften. X W i e s e ck. 28. Juli. Im gestrigen Gottesdienst zum Erntebeginn wurde die Gemeinde an folgenden Eintrag aus dem die Taufen, Trauungen und Beerdigungen von 1654 bis 1763 enthaltenden Kirchenbuch erinnert: „Anno 17 2 4, den 15. Juni, gegen Abend umb 7 uhr ist alhier ein starcker Kieselregen gefallen, dergleichen bey Mannes gedenken nicht ist gesehen worden; die größten sind dicker gewesen als ein Tauben Eh, die Fenster gegen Wißmar sind dadurch alle zerschlagen, das Korn aufm Feld zerknickt, die Bäume, Gärten, Gewächs, Hülsenftüchte. Rübsamen, Kappessamen, Kraut- pflantzen, Flachs, sogar auch der Wiesegrund nach der Mühle zu ist sehr beschädigt worden: dreh tag hernach sind noch Kieseln an schattigten Orten zu finden gewesen." Außer diesem berichtete die Pfarrchronik von einem Hagelschlag, der am 1. Jun i 1 8 8 6 einen Teil der Gießener, Wie- secker und Alten-Dusecker Gemarkung heimsuchte. Der Gesamtschaden wurde damals von einer eigens eingesetzten Kommission auf 99 175 Mk. geschätzt: der auf jenen Dienstag folgende Himmelfahrttag erhielt damals den Charakter eines Hagelfeier- tages. ti. Lang-Gons. 28. Juli Rachdem unser langjähriger Pfarrer Weber in den Ruhestand getreten ist. wurde die Verwaltung der hiesigen Pfarrstelle dem Pfarrer Albert Waldeck von Wohnbach übertragen. * Lang-Göns, 27. Juli. Das Verbau d s f e st der vberhessischen Posaune n ch ö r e hatte heute 17 Chöre aus allen Teilen der Provinz Obevhessen hierher geführt. Selbst Stockhausen-Schadges bei Lauterbach, Unter-Sei» Berten rod, Ober-Ohmen bei Ulrichstein, Wetterfeld und Ruppertsburg, Kreis Schotten, waren anwesend. Dazu kamen die Chöre und Bläser aus Friedberg, Grvhen-Linden, Kletti-Linipen Leihgestern, Hochelheim, Bersrod, Gambach und andere. Im ganzen nahmen an der Hauptprobe 270Bläser teil. Der Hauptgottesdienst begann um 10 ilhr auf dem Kirchenplah: er wurde eröffnet durch den gewaltigen Dläserchor „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes' aus Hahdns Schöpfung. Den Altardienst versah der Orts- geistliche, die Festpredigt hielt Pft. Held- Wiesbaden über die biblische Erzählung „Ser Kämmerer aus dem Mohrenlande". Held, der früher selbst in der Mission tätig war, machte die Mitteilung, daß England die deutsche Mission wieder in seinen Besitzungen zugelassei hat. Rach dem Gemeindegesang bildete der Dläserchor „Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen" den Abschluß des Festgottesdienstes. Hm 1/22 ^lhr wurde ein Festzug aufgestellt, in welchem de Dlä,er fünf Musikkapellen bildeten. Rach dem ittmzug durch das Dorf bildete wiederum der Kirchenplah den Sammelplatz für die Festgäste, die zu Hunderten aus der Rachbarschaft ein trafen. In dem zweiten Gottesdienst predigte Pfarrer Schäfer- Darmstädt, der früher Mi'lsionar bei Ben Mofa- medanern war und sein Wirken in islamitischen Ländern schilderte. Pfarrer Fritsch« Ruppertsburg, der Vorsitzende des Verbandes oberh^ssischer Posaunenchöre, sprach über Wesen und Ausgaben der Chöre. Die Wünsche der obersten Kirchen- behörde überbrachte Dekan Gußmann - Kirchberg. Ser Gemeindechor „Run danket alle Gott" schloß das Verbandsfest. Die Kollekten der beiden Feiern waren zum Besten der Mission unter den Mohamedanern Beftinunt Sehr lobend sei die Gastfreundschaft der Einwohnerschaft herrvr- gchoben, welche die auswärtigen Gäste aufs beste bewirtete. ri. Lich, 28. Juli. Das gestern hier aBge- haltene städtische Iugendfe st gestaltete sich zu einem rechten Volksfest, an dem alle Kreise der Bevölkerung sich einmütig mit der Jugend freuten. Den Auftakt bildete eine Feier in der Kleinkinderschule, wo die Kleinen nach niedlichen Vorträgen und Spielen, die sie unter der Geltung von Schwester Lina Rebeling machten, und nach einer Ansprache des Bürgermeisters von der Stadt ihre Brezel bekamen. Das Iugendfest selbst wurde eingeleitet durch einen Festgottesdienst in der Marien stistskirche. Bei deren feierlicher Gebetsliturgie die Schulkinder mitwirkten. Daraus zog ein langer, Bunter Fest- zug, an dem alle Schulklassen, Behörden und die Vereine teilnahmen, zum Hardtberg hinauf, wo nach einer Ansprache von Bürgermeister V ö lker sich etn rechtes Volksfest mit Konzert, Gesangsvorträgen, Spielen der Kinder und Vorführungen der Turnerinnen entwickelte, ozeure sand em «naher Sommermarkt statt, verbunden mit einer Viehauktion. -0- Ober-Bef fingen, 27. Juli. Heute feierten unsere Schulkstrften ihr Jugend- und Kinderfest. Eine Bunte, künstlerisch geschmück e jugendliche Schar zog mit Gesang durchs 'Dorf nach dem Lindenplah, dem einzig schönen Fest- Platz der Gemeinde. Hier entwickelte sich ein fröhliches Treiben. Ernste und heitere Aufführungen erfreuten die Zuschauer. Die Grundidee der Festsplele waren der altgermanischeGötterglau- be an Rixen, Feen, Elfen und Zwerge, die Fluß- und Stromsagen mit vielen eingeflochtenen Reigen. Dazwischen produzierten sich il’troe Künstler als Hexenmeister, Musikkapellen usw. Den Schluß der Rachmittagsvorstellung bildeten etn Jahrmarktstreiben. Bei Einbruch der Dunkelheit zog die kleine Schar nochmals, alle mit Lampions versehen, im Lichter- und Farbenglanz zum Fest- Platze. Dieser war mit Gelatinlämpchen zu einer Märchennacht beleuchtet. Run erfolgte ein h rr- liches Feuerwerk. Von allen Seiten erklangen Freudenrufe. Lehrer und Schüler haken alles aufgeboten, um den Iugendtag zu dem zu gestalten, was er sein soll, nämlich ein großes Familienfest, an dem sich die g sor Voß, des Vertreters der Universität, Prof. I e n t s ch, des Hauptverbandes Direktors Dr. Kirchhof- Altena, des Versitzenden des Main- Lahnverbandes Rektor Schmitt- Franifurt und eines Vertreters der Marburger Iungwanderer. Gesang der letzteren beschloß die Feier. Die Herberge kann 85 Wanderern Unterkunft gewähren. spd. Frankfurt a. M., 28. Juli. Heute vormittag gegen 10 Uhr wurde an einem Fahrkartenschalter des hiesigen Hauptbahnhofes einem Herrn buchstäblich vor den Augen weg eine Mappe mit 30000 Gulden 4proz. Ungarischer Goldrente in Stücken von je 1000 Gulden von einem bisher nicht ermittelten Diebe gestohlen. — Ser 41jährige Gasarbeiter Schreiber im Stadtteil Seckbach drang Sonntag nachmittag in die Wohnung des Feldhüters Seibert ein und versuchte, ihn zu erschießen, weil dieser Frau und Tochter des Schreiber wegen Felddiebstahls zur Anzeige gebracht hatte. Der Beamte kam aber dem Schreiber zuvor und gab einen Schuß auf ihn ab, der in den Bauch eindrang. Als sich Schreiber noch Wetter zur Wehr setzte und wieder zu schießen drohte, streckte Seibert ihn durch Vrustschuß nieder, der sofort den Tod herbeifuhrte. — In der Rächt zum 25. Juli wurden aus einer Villa an der Dockenheimer Anlage viele Kleider und andere Wertgegenstände gestohlen. Der Dieb mußte erst, ehe er in die Wohnung gelangen koNntef an einer sechs MeterhvhenMauer emporklettern Barni über ein Dach steigen und schließlich durch das Dachfenster kriechen, um in die Wohnung zu gelangen. Auf die Marmor- platte der Waschtoilette hatte er folgenden Gruß geschrieben: „Für alles meinen herzlichsten Sauf. Der dankbare Einbrecher. 24./25. Juli." Aber schon zwei Tage später, am Samstag vormittag, wurde der kühne Klettndieb in der Altstadt von Kriminalbeamten Beim Verkauf der Sachen überrascht und verhaftet. Es handelt sich um den berüchtigten, erst kurz zuvor aus dem Zuchthaus entlassenen Einbrecher Heinrich Drandau aus Frankfurt, seines Lllters 24 Jahre. — Sie Kriminalpolizei nahm vier Personen fest, die in der letzten Zett nicht weniger als a ch t schwere Bauhütteneinbrüche verübt hatten. Daneben haben sie zahlreiche Gartenhütten, Keller und Lagerräume ausgeplündert und das Diebsgut am Dohnhos durch Hehler verkauft. 40 Pf., Mirabellen Pfd. 70 Pf- * Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr „Die Dame mit dem Scheidungsgrund". — Ruitdfunkhaus, CöBerftr.: 8V2 Bahnhofstraße Lichtspielbaaas 8^^»^ Heute letzter Tag: Fern Andre m Zalamort, Erlebnisse einer schönen Frau. Ab morgen bl» elnechl. Sonntag: Der Scheik 0 Akte. Abenteuer einer Europäerin in der Wüste. Nach dem Romanen iLuiin .vi. nun« MM M-A Die Festabzeichen zu 1 Mk. und Beikarten zum Preise von 50 Pfennig für Samstag und Sonntag sind von Mittwoch, den 30. Juli ab bei Kamerad Becker, Bergstraße 20, und bei Werner & Marquardt, Bahnhofstraße 27, in Empfang zu nehmen. _ ED Der Festausschub. Hal. Zucht- u. Legehühner Gänse, Truten Bedarfsart. liefert feit langen Jahren gut und billig O. Becker Weidenau Sieg. Preisliste gratis. Lagerplatz mit Linfahrt zu pachten gesucht. Schrift!. Angebote mit Preis unter 022083 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbet. Mittwoch, den 30. 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Die Fensterscheiben liegenden Häuser wurden durch Len der um» Luftdruck Peluschken 14, Äckerbohnen 14 bis 15, Wicken 14 bis 16, Lupinen blau 9,20 bis 10, Rapskuchen 10,50 bis 10,60, Leinkuchen 20, Trockenschnitzel 9,10 bis 9,30 Mk. Banknoten. (Ohne Gewahr.) 10,30, kleine voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 19,05 67,58 18,40 21,40 159,70 18, >0 66,26 5,91 1,73 111,17 77,06 65/6 12,44 6,00 4,21 19,15 67,92 18.50 21/0 160,50 18,20 50,27 5,93 1.77 111,73 77,4 55,64 12,50 5,02 'und die * Arbeiterentlassungen beiThhs- sen A-G. Mülheim (Ruhr) in Sicht. Die Thyssen 01.=©. hat, wie aus Mülheim gemeldet wird, in ihrer dortigen Maschinenfabrik die Voraussetzungen zu schaffen gesucht, um nach Ablauf der Sperrfrist etwa 1000 Arbeiter entlasten zu können. 1 Kfcftooob irrt sich," sagte er. „Die DttifaW weih nichts mehr von den Erzvätern Israels, sondern nach ihr hat der Gott Odin diesen'.Stein auf einen seiner „Kollegen" geworfen der ein Auge auf feine Frau gerichtet hatte. Da er ihn nicht traf, so fiel der göttliche Stein zur 0ri>^ uni) zwar unter die Schotten, die ihn lange1 Zeit bewahrt haben als Warnung für jeden Sterblichen, der sich desselben Verbrechens schuldig machen würde, das der Gott mit dem Stein ibestrafen wollte. Wenn sich der Stein heute in England befindet, so ist er von Eduard I., bet die Schotten so oft aufs Haupt geschlagen hat als „Reparationszahlung" mitgebracht worden/ Rach einer stürmischen Abstimmung errang Kirkwood das Recht, sein Gesetz einzubringen: für die Durchbringung bestehen allerdings feine Aussichten. Büchertisch. — Statistisches Handbuch für den Volks st aal Hessen. Dritte Ausgabe, herausgegeben von der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik, Darmstadt 1924 (Hess. Staats- Verlag. Preis 2 Mk., mit Spesen 2,40 Mk.). — Die dritte Ausgabe des Statistischen Handbuches für den Dolksstaat Hessen stehc dem.Llmsang nach ihren Vorgängern nach. Es ist ettk" schmales Bändchen von beinahe zwölf Bogen, an Reichhaltigkeit des Inhalts aber hat es zugenommen. Das war nur dadurch möglich, daß die aufze- nommenen Liebersichten auf die knappste Form gebracht und'dec zur Verfügung stehende Raum bis zum äußersten ausgenützt wurde. Reu aufgenommen wurde diesmal unter anderem eine Liebersicht über die Organisation der Hesstschen und Reichsbehörden vn Hessen. Olngaben über die gefallenen und gestorbenen Militärpersonen und -feindlichen Kriegsgefangmen, über die Laudzutei- lung durch die Landamtmänner, über die Lieberlandanlagen und Strom- und Gasversorgun-! Hessens, ein Verzeichnis der Bautea und der Qlttien» gesell schäften, die Entwicklung dec Teuerungszahlen und ausführliche Angaben über die Preise von Lebensmitteln, Beiladung und Baumaterialien, eine Liebersicht über die in. Hessen abgelegten Prüfungen, über die LichtfpieÄetriebe, über die Anstalten unb Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, ausführliche Angaben über Wohnungswesen und Bautätigkeit, and endlich eine Beamt en- statistik. Man hat in diesem Buche nun wieder ein bequemes Rachschlagcduch. in dem das gesamte zahlenmäßig zu erfassende Material über unser Hessenland nach dem neuesten Stand zusammengetragen ist. — Die Gottesfreundin. Von Karl G j e 11 e r u p. In Leinenband 5 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig). — Gjellerups Romane sind nicht Bücher des Tages, die die Mode hochhebt, um sie nach kurzer Zeit fallen zu lassen. Sie find litercrrifche Wer'e von dauerndem Werte, zwingen zum Verweilen und liebevollen Versenken, daher auch ihr dauernder Erfolg. Einer seiner erfolgreichsten Romane ist die „Gvttesfreundin". Die Handlung spielt zur Zeit der Ketzerverfolgungen und erzählt von dem trw- gischen Schicksal Renatas, der schönen Rittersfrau auf Burg Langenstein im Frankenlande. Sie steht in ihrem Leben zwischen zwei Männern: sie ist einmal die Freundin des von der Kirche als arger Ketzer verfolgten „GottrsfreundeH" und ist zugleich in Liebe dem Bischof Ottmar zugetan, mit dem sie aus früherer Zeit romantische Fäden verkntivfen Mit feiner psychologischer Kunst ist die Wandlung in Herz und Sinn deS Bischofs geschildert, der ursprünglich gekommen ist, um den Gottessreund zu fangen. Aus dem Verfolger wird schließlich dec Oletter, der, als das aufrührerische Volk die Burg zu stürmen beginnt, am das ganze Ketzecnest auszuh^ben, zunächst den Gottesfreund in Sicherheit bringt und dann Renata and sich durch Gift den Tod gibt. Eine gewollte Schlichtheit und Feierlichkeit des Stlles gibt bcm Buche etwas höchst Eigenartiges, das zum ernsten Rachdenken über die kulturell und ethisch sehr interessanten Probleme zwingt. Der religiöse Fanatismus der damaligen Zeit wächst zu dämonischer Gröhe empor. Ist hochdramatischen, von dichte» rischem Schwünge beseiten Kapi e n drängen sich die machtvollen Geschehnisse dreier Tage. — Mietzins st euer undMietenattsi Wertung auf Grund der Dritten Steuernotverordnung vom 14. Fevruar 1924 nebst Ausfuh- rungsbestinnnungen von Stadtrat G. Drambh, Reukölln. Preis 2,80 Goldmart (Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin C 2). — Die Angleichung der Mieten an die Friedensmiete steht bevor. Einen Teil der Goldiniet" hat der Hausbesitzer auf dem Weg der Mietzinssteuer und in besonderer Grundsteuer abzasuhren. Wickt g? Ermächt ga gs- anträge und Abzugsmöglichkeiten sind za beachten. Die einschlägigen Vorschriften der Dritten Steuernotverordnung sind übersichtlich dargestellt und ..für die Praxis erläutert. Llnentbehrlich für Vermieter und Mieter. ist in 30 Jahren erprobter zweckmäßiger Zusammensetzung überall wieder zu haben ———wo im Schaufenster sichtbar.----- neu gelegte GasrohrezurExplosian. Das Strahenpf lasier wurde auf gerissen Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrii stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schwierigkeiten bei den Stadt. Wagen. Auf das Gingesandt vom 22. d. Mts., bett. die SchwierigPeiten bei der Stadt. Wage am Reustädter Tor, must erwidert werden, dast die Dienststunden behördlicherseits vorgeschrieben sind. Im Interesse des Fuhrwerksverkehrs ist die Wage jedoch schon vormittags von ZV2 Llhr an geöffnet. Was die Llnterbrechung in der Mittagsstunde anbelangt, so hat sich herausgestellt, dast in dieser Zeit sehr wenig oder gar nrchts zu verwiegen ist. Auster den festgesetzten Dienststunden kann erforderlichenfalls nach vorheriger Vereinbarung mit den Fuhrunternehmern die Wage nach 6I/3 Llhr abends geöffnet bleiben. Wenn der Einsender, bzw. der in Frage kommende Fuhrunternehmer, nicht in der Lage ist, fernen Waggon innerhalb der bahnseittg festgesetzten Zeit auszufayrer. und infolgedessen Standgeld entrichten must, so kann hierüber der Wage am Reustädter Tor kein Vorwurf gemacht werden. Berichtigend sei noch bemerkt, bafy dre Wiege- gebühr austerhalb der Dienststunden für den Zent» ntr nicht 4 Pf., sondern 8 Pf. beträgt, was dem Einsender anscheinend unbekannt ist. Die Wage ReuftädterTor. b/g pro Mille angebi eröffnete bei festen Kur mit dem roten Band man das englische Pfund mit 4,40 Dollar. Der französische Frank wurde mit 86 in Pfundpart- tät und mit 19,60 in Dollarparität genannt. An dem Aktienmarkt waren es besonders Chemische Werte und Elektrowerte die Kurssteigerungen aufz rweisen hatten. Am Montanmarkt war die Rachfcage nach einer Reihe von Werten ziemlich stark. Die Tendenz war austerordentlich fest. Dec Bankaktienmarkt lag ruhiger, doch traten auch hier ziemlich ansehnliche Kurserhöhungen ein. Am deutschen Anleihemarkt war das Geschäft austergewöhnlich groß. Auch für die Dundesstaatsanleihen, so Hessen, Württemberg u. a., war die Rachfrage lebhaft. Im Freiver- kehr kam es heute wieder zu regeren Lwrätzen mit bedeutend höheren Kursen. Äpi 25/s, Becker- Stahl IVg, Beckec-Kohle 5i/4, Benz 25/a» Lisa 5s i, Petroleum 12,75, Brown Boverr 0,750, Gro- wag 0,140. Auch im weiteren Verlauf setzte sich die Steigerung bei andauernd regen Umsätzen fest. Börsen kurfe. (Ohne Gewähr.) Aus aller Wett. Schweres Schneetreiben in den Alpen. München, 28. Juli. In Südbah ern, Württemberg und Baden ist ein ungewöhnlich starker Wettersturz erfolgt. In den Al- p e n herrscht f ch we res Schneetreiben. Auf der Zugspitze sind 6 Grad Kälte, auf dem Feldberg im Schwarzwald 5 Grad Wärme zu verzeichnen. Es herrscht Hochwassergefahr. Opfer nn Bergwerk. Hamborn, 28. Juli. (WTB.) Auf dem Schacht 4 der Gewerkschaft „Friedrich Thyssen" ist heute nachmittag 2 Llhr zu Beginn der regelmäßigen Seilförderung das H o c- P o l s e 11 der Rebenförderung von der fünften nach der sechsten Sohle zerrissen. Beide Körbe, von denen nur einer beseht war, sind a dge stü rz 1, wobei sechs Mann tödlich verunglückten. Ein «etter Musikverein. Berlin, 28. Juli. Am Sonntag nachmittag drangen etwa 100 junge Burschen in das Berliner Ausflugsrestaurant „Schildhorn" an der Havel ein und begannen Streit mit den Gästen und dem Bedienungspersonal. Sie singen an, die V o r r ä t e an Eh- und Trinkwaren zu p l ü n - d e r n. Die herbeigerufene Polizei war zunächst machtlos und muhte Verstärkung heranholen. Es gelang dann der Polizei, sieben Rädelsführer zu verhaften, die alle aus Ketzin bei Potsdam flammen und an gaben, einem Musi k v e r e in anzugehören. Schwere Gasexplosion in einer Berliner Straste. Berlin, 28. Juli. In der FichtestraHe in Berlin gerieten bei Reparaturarbetten mehrere gelangt sind, die aber keineswegs bei der gegenwärtigen Kredit- und wirtschaftspolitischen Lage allgemein zur Beleihung zuge- lajsen IDerben tonnen. Das Reichsbankdicettorium weist darauf hin, daß die Reichsbairk zur Zeit nicht in der Lage i st, dem Warenlombardgeschäft eine größere Ausdehnung zu geben, und dast die R e i ch s ba n k st e l le n Anweisung erhalten haben, in Der ErteilungvonWa r e n- lombards wie bisher die größte Zurückhaltung zu üben. Anz.".) Die Börse schickt sich an, den günstigen Ausgang der Londoner Konferenz beretts jetzt zu eskomptieren. Das Angebot, das bisher auf den Effektenmarkt drückte, ist zuletzt fast völlig verschwunden. Die außenpolitische Lage wird im Hinblick auf die heute in ßonbon stattsindendg *) Dom Rückzahlungswert. Berliner Börse. Berlin, 28. Juli (Dvahtbericht ------------------------------ , < 1 Aus dem 2lmtsveekündiqnngsblat1. * Das Amtsverkündigungsblatt Rc. 5 1 vom 26. Juli enthalt: Erhebung von Teckgeld für Stuten. — Feier des Derfassungs- tags. — Dritte Verordnung gegen Wohnungsmangel. — Ruhviehmarkt in Gissten. — Schafräude zu Aliendorf a. d. Lahn. — Dienstnach- richten. Amerikanische Not« . . . . . Belgische Noten ....... Taiiiiche Noten....... Englische Noten ..... Frainosische Noten ..... Holländische Noten Ztolienilche Noten ..... Norwegische Noten...... Deutsch L>sterr,äiooKronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schweizer Noten . Spanische Noken .. Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Nocen Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Juli. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Tendenz: sehr fest. — Die unter dem Eindruck des für Deutschland verhältnismässig günstigen Verlaufs der Londoner Konferenz seit Tugen anhaltende Auswärtsbewegung des Kursniveaus am Aktienmarkt erfuhr heute eine kräftige Stärkung durch die Rachcicht dast Herriot seine Zustimmung zu der Einladung der deutschen Delegierten gegeben hat. Die Mcse, die völlig unter dem'Ern» flust dieser Meldung stand und dieses Mottv ganz besonders zu verwerten verstand, eröffnete daraufhin auf allen Gebieten in überaus fester Haltung. Das Geschäft nahm einen ungewohnten, feit langem nicht mehr gesehenen Verlauf. Die Spekulation schritt in größerem Llmfange zu Käufen, aber auch das private Publikum war durch Käufe am Markt vertreten. Am Geldmartt ist eine stärkere Rachfrage durch die anhaltenden Käufe am Efsettenmarkt festzustellen. Monatsgeld ist bei P/a Proz. gesucht, Tagesgeld bet 6% Deutsche Reichsanleihe 4®/o Deutsche ReichSanleihe . 8’/,% Deutsche Nelch-anlethe Vh- Deutsche RcichSanlethe . Deutsche Svarpramienanlnhe 4°/ S ück; darunter Ochsen 298, Dullen 57, Fär en und Kühe 797, Fresser 3, Kalber 637, Schafe 214, Schweine 3526 Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Rinder. Och en: vollflei chig', ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 48—54, junge, fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 40—47, mastig genährte junge, gut genäh t ä t re 33—39; Dullen vollflei chige au8gemäftet - Fär en höchsten Schlachtwertes 33—46, vollst, jü ger 34 bis 37; Färsen und Küh?: vollst. ausgemästete gar en höchsten Schl ch w rtes 45—52, rvllll, auZ- gemäfiele Kühe höchsten Sch lacht wertes 40—46, wenig gut entwickelte Färsen 37—44 ältere auS- gemästete Kühe und tixmig gut entwi.teste jün> e e Kühe 34—39, mäßig genäh te Kähe und Fär en 25—33, gering genährt: K he und Färsen 15—2). Kälber. Feinste Mast kälber 50 —56, mittlere Mast- und beste Saugkälber 42—49, geringere Mast- und gute Saugkälber 35—41. Schafe. Mastlämmer und Masi hä mm l 35—40 geringere Ma st Hammel und 'Schafe 30—34. Schweine. Dollfl. Schweine von 80 bis 100 Kilo 68—70, unter 80 Kilo 60—67. von 100 bis 120 Kilo 69—70, von 120 bis 150 Kilo 69-70, Fettschweine über 150 Kilo 69—70, unreine Sauen und geschnittene Eber 55—65. Marktverlauf: Rinder und Schweine rege. Kleinvieh ruh.g, in Schweinen etwas Lleberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.» 28. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Es wurden notiert: Westerauer Weizen 20,80 bis 21, Roggen, inländ 17,50 bis 18, Sommergerste für Drauzwecke 18 bis 18.50, Hafer, inländ 18 bis 18,50, Mais, gelb 17,50 bis 18, Weizenmehl, inländ. Spezial 0, 31,50 bis 33, Roggenmehl 25,50 bis 26. Weizen- und Roggen- lleie 10,25 bis 10,75, Erbsen 18 bis 24, Heu 6 bis 6,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50 bis 5, Treber, getrocknet 12 biS 12,50. Tendenz: Fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Juli. Am Produktenmarkt treten neue Preisst eigerungen ein, die besonders durch augenscheinlich für die Ausfuhr bestimmte Rachfcage angeregt wurden. Richt nur von den Seehäfen, sondern auch von der Tschechoslowakei soll Weizenbedarf bemerkbar gewesen sein. Roggen für ExpDckzwecke weiter mäßig gefragt, aber unter geringerem Angebot als bisher. Entsprechend der Getreidepreissteigerung'Meh4 lebhafter und höherer Llmsah. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 185 bis 190, Roggen, märt. 135 bis 143, Gerste, märt 162 bis 171, Gerste, neue 157 bis 162, Hafer, märt. 147 bis 153, Raps 280 bis 285, Leinsaat 370; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 bis 28,25, Roggenmehl 21,25 bis 22, Weizenkleie Vollst hung unv in der Erwartung einer s-vforttgen Einladung der deutschen Delegation außerordentlich günsttg beurteilt. Man glaubt, daß die Londoner Konferenz ihr kritisches Stadium überwunden habe. Dementsprechend schreitet die Spekulation zu er^'blichen Käufen, am in dem Falle einer allgemeinen Aufwärtsbewegung mit Waren versorgt zu sein. Auch die ausländischen Käufe nahmen ihren Fortgang. Der Geldmarkt blieb flüssig, soweit tägliches Geld in Frage kam. Im Devisenverkehc ist das Geschäft ruhig bei ausreichendem Angebot. Am Markt der ausländischen Renten erfreuen sich Sürfentoerte besonderen Interesses. Don inländischen Anleihen wurden besonders lebhaft gehandelt Kriegsanleihe, Zprozen- tige Reichsanleihe und preußische Konsols. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auiiaedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu> vork, Japan, Rio de Iaueiro für eine Cinbeit, Wien und Budapest für 100000 Ein denen, alle« übriae für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Lleberschwemmungen stürzte die Knabenschule in Cheruthucuthy im Staate Chochim ein. Ein Lehrer und 64 Schüler wurden getötet und zahlreiche Schüler verletzt. Siu japcn scher Dampfer untergegangen. . 190 Menschen ertrunken? Tokio, 28. Juli. (WB.) Einer Meldung aus Otaru zufolge ist der dec nordjapanischen Ge- sellsch.iftg hörige Dampfer „Taira Mc»ru"auf der Höhe des Kap Rotorv unter gegangen. Man nimmt an, daß 138 Passagiere und 54 Mann der Besähung den Tod in den Wellen gefunden haben. 18 Passagiere und 5 Mann der Besatzung landeten auf Rettungsbooten in dem Dorfe Rotoro. Ob der Dampfer auf einen Felsen gelaufen, oder ob er mit einem anderen Schiff zusammengestohen ist, ist noch ungewiß. Der Stein des Schicksals. Großes Gelächter herrschte im englischen Unterhaus an einem der letzten Sihungstage als der schotttsche Abgeordnete David Kirkwooo ein Gesetz einbrachte, demzufolge der „Stein des Schicksals", der sich jetzt in dem Krönungssessel der Westminster Abtei befindet, nach Gdtnbourgh zucückbefördert werden soll. Der Vertreter Schott- kands pries diesen „Stein des Schicksals" als ein schottisches Rationalheiligtum, das vor etwa 630 Jahren von König Eduard I. widerrechtlich den Schotten geraubt und nach England gebracht worden ist. Än der Hand mehrerer Bücher, aus denen er einzelne Stellen verlas, wies Kirkwood darauf hin, daß dieser Stein, den er als einen gewöhnlichen roten schottischen Sandstein anerkennen mußte, nach der Ueberlieferung dem Patriarchen Jakob zum Kissen gedient habe, als er vor seinem Bruder Esau, den er des Erstgeburtsrechtes beraubt hatte, fliehen mußte. Jakobs Familie habe diesen Stern Sorgfältig bewahrt, ihn nach Aegypten mitgenommen und von dort sei er lange Zett vor Christus nach Schottland gebracht worden. Das erzählten noch immer die bekannten „ältesten Leute". Aber auch wenn man diese Geschichte ins Reich der Fabel verweisen wolle, so sei und bleibe der Stein das 'Sinnbild der schottischen Rationalität, und nachdem er widerrechtlich von einem englischen Herrscher geraubt worden sei, müsse er Schottland wieder zurückgegeben werden. Auf diese fulminante Rede erwiderte Lord Apsler In kühlerer Form. „Mr. 2>. Juli ’8 Juli Repart. Amtliche Geld Notteruna Briet Amtlich: Nattern 11 "3. 28 (Mb Brief Amss.-Rokt. 160,CO 161,00 160,00 160,80 boll voll Brss. 19,20 19,30 19,20 19,30 voll voll Christlanta. 56,93 56,24 66,35 66,64 voll »oll .Qopenhnqen 67,83 68,17 67,73 68,07 voll »oll Stockholm . Helssiigfors. sttolten. . . London. . . 111,47 112,03 111,47 112,03 voll voll 10,4' 18,10 10,53 18,20 10,18 18,10 10,53 18,20 voll voll voll voll 18,45 18,54 18,43 18,52 voll voll Neupork . . 4,19 4,21 4,1) 4,21 voll voll Paris. . . . Schwei; . . 21,50 21,60 21,40 21,<0 voll voll 77,06 55,61 77,44 77,06 77,44 voll voll Svauie« . . Wien in D.« M.89 65,61 65,89 voll voll Ceft. abgest 5,91 8,93 5,91 5,93 voll voll Pro« . . . . 12,47 12,53 12,445 12,60= voll voll Budapest. . ff,216 5,236 5,29 5,31 voll voll Buen. Aires 1,345 1,355 1,345 1,355 voll voll Bulgarien 8,01 3,03 3,04 5,06 voll voll Japan . . . 'Hto de Jan. 1,705 1,715 1,705 1,71 i voll voll 0,395 6,385 6,395 voll voll Belirad . . 4,93 4,95 4,94 4,96 voll voll Lissabon . . 1147 11,33 11,27 11,33 voll voll Berlin, 28. Juli Keld | Briet Jranlfnrta M. Berlin Schluß. Schlui. Schluß. Schluß fiur» ihrs fiu , 2j. 7. 2,.!. 7u. 1. 0,310 (»,317 0,31 C,312d 0,625 0,820 0,750 0,745 0,6'0 — 0, 83 0,6 • 1,1=0 0,127- 1,275 1,-2 0,191 0,200 0,200 0,22". 0, >90 0,6 0 0 0,7 >0 o,;o 0,600 0.62 > 0,450 0, 20 0,550 0,62 0,575 0,600 4,2 4,2 4,2 4,2 81 81,4 81 81.3 7.12 7,87 I 6,90 7,875 - 39 | 36,50 36,25 - - 25,5 24,90 24,8^ 4,20 4,55 4,25 4/0 8,97 8 6,90 7 u 8,10 8,87 8 0,30 0,320 — C, 5 10,25 9,1 1 M 13,4 11 - 1,90 2,25 2 0,305 0,335 0,3 0 0,2.0 0,250 0,3 0,3 -- 46,5 45,1G 46,90 7,95 8,62 7,50 8,6 9,87 10,75 10 1i, 5 46 47 46,40 48 0 45,50 49,62 47 49, 0 55 51,ro 53,76 56,8 7,25 8,1 7,65 8,4 10,90 12,50 11,50 12,75 4,87 5,62 5 5,5 7,75 9 8 9 25,50 27,28 25,75 27,625 21 22,25 21. 5 22,35 33,50 34,60 33 34,875 ’7- 1,30 — — 20.87 22,70 21 22,2 4,45 4,75 4,5 4,80 1,80 1/0 _ 8,875 9.40 — 2,65 8,13 2,85 3 — 8,50 8 8,50 13,50 »5,25 13,5 15,5 9,4 > 10,80 9,40 10,9 1-40 13 12 13,13 10,50 12,10 1C/0 12,25 6 6,40 — —— 10,870 12, ;o 16,13 12 13,8 14,4 — 8,10 8,90 8,1 9,1 11 12,6’5 11,20 12,30 7 7,25 — 30 34 20,3 93,25 43,25 44 43 45,375 1,25 1,35 1,20 1,40 2,45 2,5V 2,25 2,4 1,95 2,10 — — 8,50 9 9 10 0,46 0,51 __ _ 0,80 0,9 0,775 0,85 12,50 13,40 — - 1,75 1.15 1,13 1,23 2,20 2,7 2 2 4,05 4,b5 4 4,50 8,30 9,25 8,25 9,50 2,80 2,90 — _ 2,40 2,7 2,5 2,6 1,11* Löberstr-12 —— Heute abend 830 Uhr n«to< "'“‘JR ÄS WM L* «* * Bach. AvdNlend Nachri*"' dienst 830 Utn Der DichtBu Dwettb«*erb auf Sende«*310"' Kt.U6 Zwetter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 29. Juli (924 Vor zehn Jahren. 3n diesen letzten Juli tagen vor zehn Iah- lren braute sich am Wiener Dallhausplatz das jdunkle Anheil zusammen, das zum Weltkrieg führte: Strafexpedition gegen Serbien wegen des Mordes von Serajewo, Ultimatum, Lo- Ikalisierung des Konflikts und andere Schlagworte schwirrten wie schwarze Nachtvögel um- Her. Ahnungslose Urlaubsreisende bestiegen indessen Berge oder sonnten sich am Meeres- strande, bis dann Plötzlich aus scheinbar blauem Himmel der Blitzstrahl herniederzuckte. Am 25. Juli 1914, abends 6 Uhr. war das achtundvierzigstündige Ultimatum abgelaufen, das der österreichisch-ungarische Gesandte im Namen seiner Regierung in Del- jgrad überreicht hatte. .Das Ultimatum wurde nicht angenommen, der Kriegsausbruch war unvermeidlich geworden. Der Krieg begann, ohne daß irgend.jemand, auch keiner von den großen Schuldigen, ahnen konnte, welchen Umfang er annehmen, wie lange er dauern und welche Folge er zeitigen werde. Namen und iBegriffe wie Kriegsziele. Annexionen, Re- Paratton ruhten damals noch im Schoße dunkler Unbekanntheit. Was wußte man überhaupt vom Krieg? Für die meisten Europäer war Krieg eine phantastische Erinnerung geworden, ein Ding, das langst abgetan, der Vergangenheit angehörte und von dem man niemals geglaubt hätte, daß es wieder Wirklichkeit werden könnte. Deutschland war um jene Zeit ein friedliches Land. Niemand wollte den Krieg. Jeder ging seinen Geschäften oder seiner Erholung nach. Keiner dachte während jenes letzten Friedensjulis daran, daß der Ort, wio er lebte, daß er selbst und die Seinen in härteste Mitleidenschaft gezogen würden und daß eine Weltenwende für Europa bevorstand. Die meisten — man hatte ja noch keine Einberufung erhalten, der Militärpaß schlummerte in irgendeiner vergessenen Schublade — betrachteten die Ereignisse mehr mit Neugier als mit Schrecken. Man war gespannt, ob es wirklich möglich sei, daß in Europa so etwas wie ein bewaffneter Zusammenstoß Tatsache werden könne. Man gab sich dem blinden Gefühl hin, eS fei eigentlich ganz recht und in der Ordnung, daß dieses Serbien, das die Attentäter hervorgebracht, seine Bestrafung erleide. Eine Strafexpeditton, weiter nichts, werde es geben, so mutmaßten die meisten und waren beinahe geneigt, um deren Abwicklung zu wetten. Das ist jetzt alles abgetan, erledigt, vergessen. Man schämt sich, daran zu denken. Wie ein böser Traum liegen die Ereignisse der zehn Jahre hinter uns. Aber, so wird man fragen, was hat Europa aus seinen grausigen Erfahrungen gelernt? Die Antwort muß lauten: Nichts! Oder so gut wie nichts. Es hat nicht einmal verstanden, Frieden zu machen. Heute, Ende Juli 1924, nachdem die Waffen längst niedergelegt sind, zerbricht man sich in London darüber die Köpfe, wie man die Rechnung endlich abschließen könnte. Man kommt nicht zur Einigung. Man kompromisselt. An der Spitze der englischen Politik steht ein Sozialist und Pazifist, Frankreich wird von dem angeblichen Versöhnungspolitiker Herriot regiert. Aber die alten Mächte des Krieges und der Vernichtung sind noch am Werke. Pvin - care führt die Opposition und schreibtHeh- artiEet. Er höhnt über den „üppigen Schuldner" Deutschland, der keine Staatsschulden habe, seine Finanzen infolge unerschöpflicher Reichtumsquellen rasch wiederherstellen und die Alliierten übers Ohr hauen werde. Sn dem französischen Blatt „Paris Soir" erklärt der bekannte lothringische Schwerindusttielle mit dem deutschen Namen Schmi d t es als ein dringendes Interesse Frankreichs, daß die Londoner Konferenz ergebnislos bleibe gF—— Zwei Hauptwerke mittelrheinischer AunstinGesahr! Wer die Vogelsbergbahn von Stockheim nach Lauterbach hinauffährt, kommt, bevor er bei Gedern die Schwelle des hohen Vogelsberges überschreitet, an Hirzen Hain vorbei, das landschaftlich reizvoll im oberen Tal der Nidder liegt, die hier seit kurzem zu einer kleinen Talsperre gestaut ist. Allen, die dort durchfahren, wird das große Eisenwerk auffallen, das zur Seite der Bahn liegt. Wenige werden nach der alten Kirche sehen auf der anderen Seite der Bahn, und noch wenigere ahnen, welche Werte sie enthält. Sie wurde als Klosterkirche des Augustiner-Chvrherrnstiftes von Hirzenhain (Hirschenhain) um die Wende des 14. und des 15. Jahrhunderts errichtet. Schon die wundervolle Einheitlichkeit der Raumwirkung dieser Hallenkirche nimmt den Cin- tretenden gefangen. Der künstlerische Eindruck wird noch vertieft durch die feingefühlten Formen des Maßwerkes und den reliefgeschmückten Qettner. Zwischen den Säulen des Lettners aber im Halbdunkel enthüllt sich das letzte und größte Wunder, die überlebensgroßen Figuren eines „Hl. Anlo- ntuS" und eines „Johannes des Täufers", beide um 1515 entstanden. Es handelt sich hier um zwei der hervorragendsten Werke, nicht nur der mittelrheirrischen, sondern der spätmittelalterlichen Holzplastik überhaupt. Wer einmal vor diesen Figuren gestanden imb ihnen ins Gesicht geschaut hat, der wird die und fehlschlage: „Lieber Sanktionen als Reparationen!" And wie steht es auf dem Balkan, wo vor 10 Jahren der Friede in Flammen aufging? Dort gärt es nach wie vor. Die Staaten kaufen Gewehre. Geschütze, Tanks. Bombenflugzeuge und rüsten. Die Skodawerke, heute eine Filiale von Schneider-Creuzot, arbeiten ebenso wie die österreichischen Staatsfabriken und Daimlerwerke Tag und Nacht für die Bewaffnung von Polen, Rumänien und Südslawien. Die Kleine Entente bereitet sich für einen neuen Dalkankrieg vor, hinter dem drohend der zweite Weltkrieg herandroht. Der englische Abgeordnete E. D. Morel hat diese furchtbare Gefahr aufgedeckt und der Anter- staatssekretär im Auswärtigen Amt, Pon- sonby, hat ihm erwidert, daß England nur warnen könne . . . Kann England nicht mehr tun? Kann es nicht auf der Londoner Konferenz, unterstützt von den Amerikanern, dem Poincarsismus endlich ein energisches Ultimatum stellen? Oft die Erinnerung an die letzten Iulitage vor 10 Jahren nicht Warnung genug? Kölner Messe-Pläne. Ans wird aus Köln geschrieben: Sn stiller Ruhe mit geschlossenen Toren liegt der weite Meflekompbex: Die dritte Rheinische Literaturund Buchwoche, die seit Pfingstsonntag unzählige Besucher anlockte, hat ihre Pforten geschlossen. Verschwunden sind die Fahnen, die Wimpel, die so lustig vom Deuher Afer herübergrühten. Köln ist wieder das alte Köln, hat augenblicklich andere Sorgen, präsentiert sich als die lebenslustige rheinische Metropole, die Messestadt schläft. Doch nur für den flüchtigen Beschauer, der am schönen Sommeoabend unter den schattigen Blumen auf der Deatzer Seite lustwandelt oder im flinken Motorboot rheinabwärts flitzt. Hinter den verschlossenen Toren regen sich „tausend fleißige Hände", eine neue Messehalle wächst auf und vergrößert den vorhandenen Ausstellungsraum um rund 12 000 Quadratmeter: in den übrigen Hallen werden Verbesserungen getroffen; die Verkehrs- und messetechnischen Anlagen erfahren eine llmgeftaltung, welche die Aebersicht- lichkeit der Messe wesentlich erhöht, kurz, zur kommenden Herbstmesse vom 14. bis 19. September wird die junge Rheinländerin mit allerhand Aebervaschungen aufwarten. Wer den Raummangel, die qualvoll fürchterliche Enge der Eröffnungsmesse mitgemacht hat, wird diese Erweiterung freudig begrüßen, vor allem die Aussteller, die zu der ersten Messe wegen Platzmangels nicht zugelassen werden konnten. Den verschiedenen Branchen steht diesmal weit mehr Raum zur Verfügung, weil im Herbst die Braunkohlenmesse in Fortfall kommt und erst im Frühjahr wiederholt wird, zum Vorteil der technischen Messe; besonders Solingen mit seiner weltbekannten Stahlwarenindustrie wird als Hauptaussteller auftreten, und es ist seitens des Messeamtes eine Studienfahrt der Pressevertreter in das Gebiet der bergischen Stahlwarenindustrie geplant, um dem 3n° unb Ausland die Bedeutung dieser Industrie, deren wichtigster Absatzmarkt die Kölner Messe ist, ihre Leistungsfähigkeit vor Augen zu führen. Auch dem Aebennah der auf der ersten Messe geradezu unheimlich wirkenden „Seh-Leute" will das Messeamt durch Einführung des Ausweis- zwanges steuern, so daß der Eintritt vorerst nur Käufern und wirklichen Interessenten gestattet sein wird; ein oft gerügter Mißstand, der den berechtigten Anwillen von Aussteller und Einkäufer erregte, der aber andererseits kaum verwunderlich war, wenn man die Spannung und Erwartung von Köln, ja des gesamten Rheinlandes bedenkt, die dieser^ ersten Messe vovaufgingen. And welcher Kölner hätte Wohl den unverzeihlichen Vorwurf auf sich laden wollen, „seine" Messe nicht gesehen zu haben? Das sind die vorläufigen Pläne für die Septembermesse; doch wivd im August (vorn 30. August bis 7. September) voraufgehend eine große Landwirtschaftliche Messe alles das in sich vereinigen, was mit Landwirtschaft, ©arten» und Weinbau in Zusammenhang steht. Mit dieser Landwirtschaftlichen Messe wivd eine Jagd- und Forstausstellung verbunden sein, alles, was des Weidmanns Herz erfreut: Iagdtrvphäen (die nebenbei noch prämiiert werden mit silbernen, bronzenen Medaillen und Ehrenpreisen), Iagdaus- rüst ungen, jagd- und forstwirtschaftliche Geräte, Meßinstrumente, Wildpflege, Waldbau, Vogelschutz, Iagdgemälde. Aussteller sind der Allgemeine Deutsche Iagdschuhverein, Weidmanns- Macht des Ausdrucks, die aus ihnen spricht, nicht vergessen. Der „Johannes" Predigt. Er ist ein Fanatiker, der die ganze Gewalt seiner Leidenschaft für seine Sache einsetzt. Die Wucht des Kampfes und des Ringens zeigt das heftig bewegte, stark geknitterte Gewand, die eckige gewaltsame Biegung der Füße zueinander. Der Mund ist geöffnet; der Täufer spricht — nein, mehr als das, die' Rede ist nicht allein Mittler des Gedankens, fie ist Träger des Gefühls, sie will, sie muß erschüttern. Die fanatischen, tiefliegenden Augen des Ekstatikers sitzen hart in dem straffen Gesicht mit den hervorstehenden Backenknochen, das umwallt wird von dem prachtvoll spätgotisch bewegten Haupt- und Barthaar. Während sich so das aktive Temperament des „Täufers" nach außen entladt, gibt der „Antonius" den mehr rezeptiven Typ des geistigen Menschen. Gin Kops, der alles Leid der Welt gesehen, und es hinnimmt als Ausfluß des Göttlichen. Der nach innen gekehrte Blick des Mystikers spricht aus den schwimmend-glänzenden, scharf umränderten Augen. Die feinen Falten, die dieses Gesicht durchziehen, sind bleibende Zeugen seelischer Erschütterungen. Wer den „Rodin" von R. M. Rieke gelesen hat (den „Mann mit der zerbrochenen Rase"), wird verstehen, was wir hier sagen wollen. Die Stärke des künstlerischen Temperamentes, die sich in beiden Figuren zeigt, ift dem >Grünewalds ebenbürtig, des großen Meisters des „Isen- heimer Altars". Grünewald fiel es schwer, sich der andrängenden Fülle künstlerischer Gesichte zu er» schuh, Hubertus-Köln. Jäger, Forstmann und Naturfreund werden gleichermaßen an dieser Ausstellung interessiert sein. Die Abteilung „Landwirtschaft" bringt alles, was sich mit diesem Begriffe deckt, vom Saatkorn und der Beize bis zur Maschine und den unverdrossen en treuen Helfern: Pferd und Zweihufer. Denn es ift auch eine Tierschau vorgesehen mit Prämiierung für die beste Zucht. Der Landwirtschaftliche Verein für Rheinpreußen hat anläßlich dieser Ausstellung ein Preisausschreiben erlassen, das drei Entwürfe vorsieht: 1. Stall- lüftungsanlage, 2. Scheunendachkonstruktivnen, 3. Beheizung eines kleinen Bauernhauses. Der „Weinbau" endlich zeigt die Arbeit des Winzers, den „Segen" des Rheins, Schädlinge der Reben und ihre Bekämpfung und eine Weinkosthalle, welche das ebenso interessante wie erfreuliche Studium der Weine aus sämtlichen Weinbaugebieten der Rheinprovinz vermittelt und zwar die Jahrgänge 20 bis 23. Die Auswahl der Weine bestimmt der Weinbauausschuß des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen, zugelassen sind nur Winzer und Winzergenossenschaf- ten. And in Köln wird wieder „Betrieb" seinl __Inn. Oberhessisches Kirchengesangvereinssest. )( Gedern, 27. Juli. Anter freudigster Anteilnahme unserer und vieler Nachbargemeinden fand gestern hier anläßlich des 10. Stiftungsfestes des hiesigen Kirchengesangvereins das Oberhefs ische Kirchengesangsvereinsfest statt. Festlich geschmückte Straßen und Häuser, eine wohltuende Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Bevölkerung und seines Festausschusses empfingen die Vereine, die um 1/211 Ahr mit der Bayn wder zu Fuß angekommen waren und sich sofort in geschlossenem, langem Zug unter Dorantritt der Gederner Feuerwehrkapelle zur Hauptprobe in die Kirche begaben. Von guter Schulung aller De reine zeugte die Tatsache, daß der hohe Anforderungen stellende Chordirigent. Kirchenmusik- meister Prof. Mendelssohn, die vorgeschrie- benen Massenchöre nur einmal singen zu lassen brauchte. Nach kurzer Mittagspause, in der den vielen Festteilnehmern übergenug Quartiere zur Verfügung standen, begann kurz vor 1 Ahr der Fe st g o t te s die n st. Die große Kirche war überfüllt, Pfarrer Göckel -- Hungen predigte auf Grund von Psalm 57 Vers 8—12 und an Hand eigener ergreifender'Erlebnisse als Feldgeistlicher über die Entstehung und Bedeutung des evangelischen Kirchenliedes für unsere Zeit und unsere Nöte. Wuchtig klangen die verschiedenen Massenchöre der 500 Sänger und Sängerinnen der 10 geladenen Vereine, am schönsten gelangen wohl die beiden Chöre „Wach auf meines Herzens Schöne" und vor allem „Lob Gott getrost mit Singen", erhebend der Gesang der großen Gemeinde, frohlockend und dankend die Schriftworte des Ortsgei st lichen, der den Altardienst versah, und jubilierend die Töne der freilich zu alten und für solche Kirche und Feier völlig ungenügenden Orgel, an der Pfarrer Stumpf- Eschenrod den Dienst versah. Nach einer sehr kurzen Kaffeepause stellte sich um 3 Ahr der Festzug am Bahnhof auf und bewegte sich unter Voran tritt der Schulkinder, der Kapelle und Spielleute und der Ehrengäste durch die Straßen Gederns nach dem herrlich gelegenen Schloßpark zu einer Nachfeier, die von vielen Tausenden besucht war und durch ein Musikstück und einen Massenchor der Vereine eröffnet wurde. Der verdienstvolle Ortsgeistliche und Leiter des Orts Vereins, Hof Prediger Widmann, begrüßte sodann mit weithin schallender Stimme die Festversammlung, die erschienenen Vereine und die Ehrengäste, darunter besonders den Prälat der Hess. Landeskirche, D. Dr. Diehl, den Vertreter des Kreisamts Regierungsrat Dr. Weber , den Bürgermeister der Stadt mit seinem Gemeinderat, Prof. Mendelssohn und Oberreallehrer We ide -Darmstadt als Vertreter des Hess. Hauptvereins. Infolge eines aufziehenden Gewitters mit schwerem Platzregen mußte nach einer prachtvollen Darbietung des Vilbeler Kirchengesangvereins die Nachversammlung in. die Kirche verlegt werden. Hier begrüßte Prälat D. Dr. Diehl mit herzlichen Worten die Versammlung und führte in bedeutsamen geschichtlichen Aussührun- §en den Vereinen ihre wahre Aufgabe im Dienst er Kirche und des Volkes vor Augen, Mitprediger und Mithelfer bei dem großen Werke der Kirche zu sein. Bürgermeister Müll er sprach im Namen der Gemeinde, Oberrsallehrer Weide für den Hauptvorstand, Dekan Vvlp - Laubach für das Dekanat, Pfarrer Göbel- Büdingen für die Vereine und den Evang. Bund, dessen Einladung er für den 7. September zum Landesfest nach Büdingen überbrachte. Dazwischen erklangen die Cinzelchöre der Vereine Altenstadt, wehren, die auf ihn einstürmten, und sie in Form zu fassen. Hafer Meister dagegen konzentrierte als Plastiker diese sich dort ausbreitenhe Energie mehr und brachte sie im einzelnen zum Ausdruck. Sollen Werke von solch' hervorragender Qualität unter gehen? Sie müssen es unfehlbar innerhalb der nächsten Jahre, wenn sie nicht schleunigst vor der Vernichtung durch den Holzwurm geschützt werden, der in ihnen toütet. Wir sahen die Figuren vor einem Jahre und sahen sie vor ein paar Tagen wieder. Es war erschreckend zu sehen, welche Fortschritte die Zerstörung innerhalb dieser kurzen Zeit gemacht hatte. Die Hausen von Holzmehl am Fuße der Figuren und die tiefen Locher an vielen Stellen, an denen voriges Jahr noch nichts zu sehen war, sind die äußerlich auf den ersten Blick hin auffallenden Zeichen. Man sollte doch meinen, daß es bet dem heutigen Stande der Museums- technlk nicht schwer fallen dürste, diese Meisterwerke vor der Vernichtung zu schützen und so einer der am feinsten durchgebildetsten alten Kirchen unseres Oberhessens ihren schönsten Schmuck zu erhalten. Wir sind heute doch wirklich arm genug an Gegenwartswerten, daß uns geistige und kulturelle Vergangenheitswerte, die uns noch zugänglich stick», nicht auch noch verloren gehen Dürfen. H. O. D. Kunst und Wissenschaft. Die Tagung der Deutschen Den - drvlo gischen Gesellschaft findet heuer vom 4.—Ä. Qbiguft in Münster (Wests.) statt. Vorträge sind u. a. bis jetzt angemeldet von Pros. Oberau, Büdingen, Ortenberg, Wallernhausen, dessen starke Männerstimmen besonders angenehm aufsielen, Oberseemen, Herchenhain, Mädchenchoi Brauerschwend und Gedern, deren Darbietungen von emsiger Arbeit der Dirigenten und viel Liebe der Mitglieder für das geistliche weltliche Lied zeugten. Auch der unter Leitung von Lehrer Heuhsel stehende Schülerchor bot in seinem Lied „Frühmorgens, wenn die Hähne krähn" eine besonders prachtvolle Leistung. Am V27 Ahr konnte der Leiter des Festes die erhebende Nach- versammlung mit nochmaligen kurzen Dankes- Worten an alle schließen. Durch die vorzügliche Vorbereitung, die hingebende Arbeit aller Beteiligten, durch die wunderbare Wirkung des gcsproch.nen und gesungenen Wortes und durch die erhebende, sruchtverhei- ßende Massenbeteiligung der Gemeindeglieder ist das Fest zu dem geworden, was es fein sollte nämlich eine Dankfeier zum 400jähr. Gedächtnis an die Entstehung des deutschen evangelischen Gesangbuches im Jahre 1524. Turnen, Sport und Spiel. Reichsjttgcndabzeichcn und Lcistungsbuch. Der Deutsche Reichsausschuh für Leibesübungen wird demnächst das so vielfach geforderte Reichsjugendabzeichen ins Leben rufen, wenn die Anterrichtsbehörden der einzelnen Länder keine Bedenken dagegen geltend machen. Die Auszeichnung ist selbstverständlich eine rein private, aber trotzdem will der D.R.A. die Einrichtung nicht vornehmen, ohne auch die maßgebenden Landesbehörden gehört zu haben. Gleichzeitig hat der D.R.A. ein „L e i st u n g s b u ch durchs Leben" borbereitet, worin die Leistungen in den wichtigsten Hebungen, sportliche Wettkampferfolge und dgl. mehr für eine Dauer von 15 fahren verzeichnet werden können. Es wird vielleicht noch einmal so kommen, daß man sich in Deutschland bei den Behörden ober bei Bewerbungen durch sein sportliches „Leistungsbuch durchs Geben“ übet feine Person ausweisen kann oder empfiehlt. * Deutsche Schwimmer in Dänemark siegreich. Kopenhagen, 28. Juli. (WB.) Beim heutigen Wettschwimmen siegte Arno Borg im Schwimmen über 1000 Meter. Dritter Mann war Heinrich (Deutschland), vierter Grvpper (Deutschland). Im Brustschwimmen über 100C Meter siegte Rademacher (Deutschland). Im Abteilungsschwimmen für Herren siegte Deutschland überlegen über eine Anzahl dänischer Abteilungen. Im Rückenschwimmen über 500 Meter siegte Rademacher (Deutschland). Auch im Wasserpolo waren die Deutschen mit 7:0 gegen die Kopenhagener Mannschaft siegreich. Wirtschaft. Das Warenlombardgeschäft der Reichsbank. (WTD.) Der Zentralverband des deutschen Großhandels hat in der Tagespresse den Inhalt eines ihm seitens der Reichsbank zugegange- nen Schreibens veröffentlicht, das ein Verzeichnis der im Lvmbardverkehr der R e i chS- 5a n I beleihbaren Waren enthält. Das Reichsbankdirektvrium teilt uns dazu mit, daß es sich hierbei um ein Verzeichnis handelt, das ohne fein Dvrteissen im Du- reautoege dem Zentral verband des deutschen Großhandels zugegangen ist. Das Verzeichnis enthält eine Reihe von Waren, die zwar bei normalen Wirtschaftsverhältnissen in Einzelfällen bei der Reichsbunk zur Beleihung in der Reifenfabrikation war die Einführung des Cordgewebes; Cordreifen sind geschmeidiger, schneller und haltbarer als solche aus veraltetem Vollgewebe. Der Dr. Höfker-Dortmund: „Verhalten der Gehölze gegenüber den Einflüssen der Industriebezirke", Dr. Fritz Graf t. Schwerin: „Heber die Möglichkeit der Verwachsung verschiedener Gehölzarten" und Garteninspektor Glogau-Geisenheim: „Heber die Winterhärte immergrüner Geholze und ihre Verwendungsmöglichkeiten im Park und Garten". Außer der Besichtigung von Münster sind Ausflüge nach Koburg, Burgsteinfurt, Coesfeld und Velen, Dülmen und Beidern, Luxemburg und Do- rentfe geplant, wo überall die herrschaftlichen Parks unter sachverständiger Führung besucht werden. • Die Kant-Gesells cha f t wird ab 1. Januar 1925 als Ergänzung zu den Kant-Studien, die nach wie vor den Sammelpunkt größerer wissenschaftlicher Abhandlungen bilden, „Philosophische Monatshefte der Kant-Studien" ohne besondere Berechnung für die Mitglieder, herausgeben. Diese Monatshefte werden das ständig wachsende Bedürfnis weiterer Kreise nach schneller und fachmännischer Orientierung über aktuelle Fragen des Geisteslebens, besonders der Philosophie, durch kurze, allgemeinverständliche Aufsätze befriedigen und gleichzeitig alle Neuerscheinungen der Bücher- und Zeitschriftenliteratur auf dem Gebiete der Philosophie und der geistigen Kultur rasch und möglichst vollständig besprechen. Mit der Schriftleitung wurden die Herren Dr. Viktor Engelhardt und Dr. Johannes Lochner beauftragt. Die Zeitschrift erscheint ftn Pan-Verlag, CharlottenburH 2.