vr. joo Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamiliend »ärter Monatr-öezvtzrxreir: 2 Boldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: für die Lchriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnztigerSiehe». pok>scheo.fer sozialistische „Dvlksstimme" schreibt über den elenden Zusammenbruch des Generalstreiks wegen der Arbeitszeitverlängerung: „Diese Gewissenlo- J i g k e i t hatte verhängnisvolle Folgen. Enl- äuschuug, Verärgerung und Mutlcs gleit macht- n sich breit, und die schamloseste Hetze gegen die Gewerkschaften bewirkte als einzigen (S.fclä dieser kommunistischen „Klassenkampfpolitik", Laß die Zahl der Mitglieder von 29 003 auf 4000 sank." Don Essen meldet die „Volksstimme", Daß. die Zahl der dortigen Mitglieder des sozialistischen Me'allar^iterverbanLes von 21 003 auf 6030 gesunken sei! Der „Zimmerer", ebenfalls ein nicht gerade sehr zahmes sozialistisches Gew.'rkschaftsblatt, schreibt ganz offen: „Die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung sich inm tt: b r bevor!" Das darf natürlich nicht sein, weil, ja weil damit „dem frechen Vordringen der Reaktion" kein Hall geboten werden kann. O, ihr ahrrungs- losen Engel! 3hr hattet ja niemals den Mut, tonfcquenT zu fein! Jetzt Wach en die kommuni- sttfthen „Zellenbauer" in den G< weich chafbm übermächtig an, und man ruft: Haltet den Dieb! Wenn es nicht so urrsagbar traurig wäre, zu sehen, wie die d.u sche Arbe.te.schäft sitz reg n° fettig zerfleischt, man könnte über uüs, was die sozialistischen Vorstände der Gewerkschaften zur Bezwingung des kommunistischen Ansturms tun, die bittersten Satiren schreiben. Die einen versuchen es mit süßen Lockungen, indem sie (wie es z. B. die roten „Gemeindearbeitec" tun) sagen. Last daS kvmmunistifche Programm an sich gar «nicht so übel sei, man könne mit ihm in Preußen 3. B. die Hebammenreform sehr nett durchführen. Dec Himmel bewahre uns vor den kommunistischen Versuchen auf dem Gebiete der Vvlkswohlfah.tS- pflege! Die anderen Arbeiterführer aber wagen Kops und Kragen, indem sie in den Gewertschafts- blättern — schimpfen, bis sie in der nächsten Generalversammlung des Verbandes nicht mchc wiedergewähll werden, llnb wie sie schimpfen! .Kommunistische Lümmelei", .Vecräterardeit", „Verbrecher sches Treiben", „Wirrt pfe uno Quertreiber". Man wirft sich auch gegen, eilig Unter- fchlagung von Gewertschasts- un» Streikgeldern vor. Die Lektüre der fozialistischen Gewerkschafts- blätter gehört wirklich nicht zu den angenehmsten Beschäftigungen. Mer steckt nun eigentlich hinter den „255irr- köpfen und Quertreibern" ? Es ist längst erwiesen, Last die tommunistische Partei als solche die Zerstörung dec Gewerkschaften alß solche betreibt und nameittlich betrieben hat, als die Por.ei allgemein verboten war. Das geht u. a. deutlich aus einer Entschließung dec kommunistischen Partei hervor, in der es u. a. heistt: „Die bevorstehende Arbeit kann nur dann erzeig- reich geleistet werden, wenn jedes Parteimilglied diszipliniert den Weisungen dec Partei folgt. Das vereinzelle Herauslaufen von Parteimitgliedern ans den Gewerkschaften desorganisiert die Be- wegung, macht die Oppvsllion und die Partei aktionsunfähig und erleichtert zum Schaden dec gesamten Arbeiterklasse txn Reformisten ihre De- räteracbeit. Kein Parteimitglied hat das Rechst die freien Gewerkschaften zu txrLf en, bvr Ile Partei es nicht im Interesse der im Entstehen begriffenen Zndustrieverbände gestattet." Dec entscheidende Stu>mangriff auf die Stellung der Gewerkschaften soll also noch erfolgen. Die Offeiif.be ist mit Flugblättern, Anweisungen Und Ausrufen vorbereitet Zn wohigeg.i.d.r.er Schlachtordnung stehen u. a. folg nee revolutionäre Kampf forma tronen: D'trie^s eilen, revolutionäre Betriebsräte, K.P.D.-Fraktionen. Rote Gew rk chafcskartelle, Mitteleuropäisches Dur au, LeichSarbeitsausschust, Rcichsausschuß der Betriebsräte. Reichsausschuh der Erwerbslosen, Zwölferausschrh decWe marerKenferenA. Dreier- Immission, Zentralkomitee zur Verteidigung d r gew r schaftlichen Einheit A_s Gene-al a o sunk- ttoniert Ler Zentralvorstand der K.P.D. und ein sehr geheimnisvolles Direktorium Der K P.D. Hamen von Personen, die hinter Liesen „Formationen" stehen, werden nicht genannt Die Entscheidungsschlacht soll Ende Mai geschlagen wcrüen. Dann wird ein „Kongreß d t revolulwnären Delegierten dec gewe kschasttch organis.ecten und der gewerkschaftlich nich organisierten klassenbewustten AvLeitecichaft" u ter starker russischer Teilnahme stattimden. Dann, ja Lann soll das Ende der „freien“ sozia- listischen Gewerkschaften herbeigeführt werden. Warten wir ab! Einstweilen versuchen die nicht gerade sehr tapferen und entschlossenen sozialistischen „Führer" der Gewerk chr-ftm th ©.* fahr durch den 1. Mai zu bannen: „<38 ist für die deutsche Gewerk chastsbewegurg eine Ehrensache, am 1. Mai ds. Zs. mit tesv:rderer (S n- rnütigkeit und Entschlossenh.tt für Len Achtstundentag zu demonstrieren!" „Würdig' soll das geschehen. Wir werden ja sehen, ob Die Kommu- !nisten inzwischen vergessen haben werden, Latz Die Pariser Konferenz. PoinearLs Besprechung mit den belgischen Ministern: Die französisch-belgische Solidarität. Paris, 28. April. (Wvlff.) Dir französisch- belgische Ministerbesprechung am Quai d'Orsay hat um 10 Alfyr begonnen und bis 12 51t)r 10 Min. gedauert 3m Anschluß an die Besprechungen fand ein Frühstück statt, an dem außer Poincare und den Ministern noch teilnahmen: der belgische Botschafter Baron de G r i f s i e r d H estroy , der erste und der zweite belgische Delegierte in dec Repacationskvmmision, Delacroix und G u t t, Finanzminister Francois M a r s a l, Minister für öllentliche Arbeiten Le Lrocquec, der erste und der zweite französisch Delegierte in der Repacationskommission, Ba rthou und M a u c l a i r e, Ministe ialüirektvc Perretti della Rvca vom Quai d'Orsay, dec französische Delegierte in Ler Rheinlairdkommission T i r- ard usw. Ministerpräsident TheuniS erklärte beim Verlassen des Quai d'Orsay den Journalisten, es habe sich lediglich um eine vertrauliche Besprechung der drei Minister gebandelt, bei der weder Sekretäre noch Stenographen zugegen gewesen feien. Rach der „3nh>rmation" ift erklärt worden, Latz es geradezu lächerlich sei, von Vermittlung zu reden. Es handele sich um einen Höflichkeitsbesuch, den auch die englische Regierung völlig in dec Ordnung gefunden Habe. Belgien bekunDe er seine Solidarität mit Frankreich, aber man könne natürlich nicht von ihm verlangen, Latz es feine besonde.en 3nteressen au&er acht lasse. Die Minister seien lediglich zu einem Meinungsaustausch allgemeiner Art gekommen, bei dem Beschlüsse nicht zu erwarten seien. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Regierungen bestehe nicht Belgien sei Ebenfalls der Ansicht baß die Reparations- kommission handeln solle. Es denke in keiner Werse daran, daS Ruhrgebiet zu raumen. Sicher bedürfe es zur Durchführung des Sachverständigenplans der Wiederherstellung der deutschen Wirtschafts- unö Verwaltungsfreiheit. Sie solle allmählich erfolgen. Dieses und die 800-Millionen-Anleihe seien die Hauptvorteile, die von vornherein Deutschland geboten würden. Aber sie müßten auch für Frankreich und Belgien die Garantie für die buchstäbliche Erfüllung des Planes seien. Die Abänderung gewisser Bestimmungen der Sachverständigenberichte komme überhaupt nicht in Betracht Durch die offiziellen Antworten der Regierungen sei deren Standpunkt in dieser Beziehung bekannt. 3n dem Bericht gäbe es manches, was den Belgiern nur halb gefalle. Wenn aber jeder an- einem solchen Bauwerk seine petsöulichen Retuschen anbringen wollte, so wurde mau niemals zu seiner Aufrichtung kommen. Der „3ntranfigeant“ will erfahren haben, daß in der Besprechung die belgischen Minister ihren Standpunkt in der Reparationsfrage entwickelt hätten und daß Poincare nur von Zeit zu Zeit unterbrochen habe, um aus der französischen Auf- faf.urg heraus die notwendig erscheinenden E i n- wände zu machen. Das Blatt schließt daraus, daß es noch längerer Aus ei nander- setzungen bedürfen würde, um eine Verständigung zu erreichen, die zwar möglich, aber doch nicht Tatsache sei. — Das „Echo de Paris" berichtet, daß die Konferenz sich am Vormittag über einige Allgemeinheiten der französisch-belgischen Politik im Ruhrgebiet bewegt habe, während am Rachmittag im Beisein von Be - amte n und Sachverständigen einige spezielle Gegenstände zur Erörterunggekommen seien. Rach Dem „Petit Parisien" habe man sich leicht über die Rotwendigkeiten geeinigt, die Re- varationskommission handeln zu lassen, die ja damit beauftragt sei, die zur Ausführung der Sach, erstäniigenpläne notwendigen Maßnahmen vorzubereiten. Man habe ferner entschieden, daß die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets nicht die Zurückziehung der Truppen in sich schließe, die, wenn auch herabgesetzt und in weniger sichtbarer Form bis zu dem Augenblick doch zu verbleiben hätten, in dem Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt habe. Andererseits aber könne die wirtschaftliche und administrative Einheiet Deutschlands nach den Wünschen der Sachverständigen progressiv wiederhergestellt werden, aber er st nachdem der Plan Dawes in Ausführung be- griffen sei. Dir französisch-belgische Cisen- a h n r e g i e müsse in das allgemeine Eisens bahnnetz aufgehen, aber alle wichtigen Dispositionen müßten getroffen werden, um die Sicherheit Der französisch-belgischen Truppen zu gewährleisten. Das allgemeine Sanktionsprogramm fei entgegen der allgemeinen Meinung nichtaufgeworfen worden. 3n dem Augenblick, in Dem die militärische Besetzung als die beste der Sanktionen beibehalten werde, habe man es nicht für notwendig gehalten, über andere Sanktionen zu verhandeln, die im Falle einer Verfehlung in Erscheinung treten sollten. Rach dieser Richtung hätten die Minister an das ©ommunique einer vor angegangenen franz.-belg. Konferenz erinnert, in dem die ständigeSoli- Parität Frankrei chs und De lgiens in der Ruhrfrage festgestellt worden sei. Der „Pettt Parisien" glaubt zu wissen. Laß, Die Frage der interalliierten Schu Iden im Laufe Der Verhandlung nicht aufgeworfen worden fei. Rach dem „Reuyoct Harald" sollen zwei Beschlüsse gefaßt worden sein. Man habe beschlossen: 1. die von den Alliiierten gemeinsam im Falle einer deutschen Verfehlung durchzufüh- renden Strafmaßnahmen ihrer Art nach festzulegen, bis die Zeit für die wirtschaftliche und eventuell eine teilweise militärische Räumung des Ruhrgebiets käme; 2. daß Belgien und Frankreich im Ruhrgebiet bleiben werden, bis der Plan Dawes zufriedenstellend funktioniere. Belgien stehe auf Dem Standpunkt, daß, eine vollkommene Wiederherstellung der deutschen wirtschaftlichen Einheit erft erfolgen könne, wenn bestimmt fei, ob der Plan ein unglückliches Experiment fei oder das größte jemals gegründete wirtschaftliche Unternehmen darstelle. Theunis gehe von Dem Gedanken aus, daß es nach den französisch-deutschen Wahlen möglich sein werde, die tolitische Sette Les Dawesplanes von bei en Setten mit größerem En'gegenkomm m zu regeln. Die französische und belgische Regie.ung tourten wahrscheinlich ihre Vertreter in der Reparations- kommission dahin anweisen, die technische Organisationen, die Der Plan Dawes vorsehe, so rasch wie möglich zu vervollständigen und Die Bankiers zu Drängen, bei Der Vorbereitung Der ersten Anleihe von 800 Millionen Go IDmark keine Zeit zu verlieren. Macdonalds Politik. London, 28. April. (WTB.) Premierminister Macdonald sagte in einer Rede in seinem Wahlkreise Aberavon in Wales, er wünsche keinen Zweifel darüber $u lassen, daß er den Bericht Der SachverstänDigen als eine günstige Gelegenheit für eine Regelung unD für ein Ueber- einkommen ansehe. Er selbst habe nicht Die Absicht, eine einzige Möglichkeit zu verlieren, Den Bericht der Sachverständigen zur Geltung zu bringen, und er hege den Wunsch, daß Frankreich an seiner Seite stehen möge. Einige Blätter sprächen von einer Isolierung Frankreichs. Richts wünsche er so wenig wie das. Er habe im Gegenteil den Wunsch, Seite an Seite mit Frankreich zu stehen. Vor allem würde er gern Poincare zur Kenntnis bringen, daß Frankreich, soweit feine Sicherkeit in Frage komme, keinen besserer» Freund in England habe als ihn selbst. Gr sei überzeugt, daß Die Berichte dec SachverstänDigen im Zusammenhang mit den Lehren der letzten vier Jahre Frankreich Dazu bringen würden, zu erkennen, daß Der Weg zu einem neuen Frieden nur betreten werden könne durch treue Kameradschaft, durch Zusammenarbeit mit Belgien und Den kleineren Rationen und dadurch, daß man Deutschland eine wirkliche Möglichkeit gäbe, eine Verpflichtung zu übernehmen und sie zu halten. Er habe Die Absicht, sein Bestes zu tun, diese Politik ohne irgendwelche Winkelzüge vermittelst einer offenen und klaren Politik auszuführen. Eine Besprechung PokncarSs mit Macdonald. Paris, 29. April. (WTB) Die „Chicago Tribüne" behauptet zu wissen, daß höchstwahrscheinlich Poincare in den nächsten Wochen zu einer Besprechung mit Macdonald nach London reifen werde. Diese Fühlungnahme werde das Vorspiel sein zu einer allgemeinen Konferenz der Inteca l ierten. Dasselbe Blatt bringt die offenbar allein Dastehende Rachrichtz daß Marschall F o ch gestern befragt worden sei, wie Die wirtschaftliche von der militärischen Be- sehutzg im Ruhrgebiet zu scheiden sei und inwiefern Die Alliierten ihre Zugriffe auf Die Eisenbahnen Des Ruhrgebiets und des Rhein- landes lockern, ohne sich Schwierigkeiten bei Der BeförDerung Der Truppen und der Zufuhr für sie auszusetzen. Die deutschen Mitglieder der Gutachtenorganisationen. Paris, 28. April. (WTB.) Die Krieg* lastenkommisfion hat Der Reparationskommisfton heute nachmittag eine Rote überreicht, in der die Mitglieder Der verschiedenen Organismen bezeichnet werden, Die die deutsche Regierung ernannt hat: Für Die Eisenbahngesellschaft Staatssekretär Dr. Bergmann sowie Den Staatssekretär vom Aeichsverkehrsministerium Vogt, für Die 3nDuftrieobligationen als Vertreter der Regierung Den Staatssekretär im Reichswirt- schaftsministerium Dr. TrenDelenburg, für Die 3nDuftrie Geheimrat Dr. 2 uecher. Die Veröffentlichung der Sachverständigengutachten. Berlin, 28. April. (Wolff.) Zu der Behauptung in Der Deutschnationalen Presse, daß tec erste Auszug aus dem Sachverständigengutachten von de Reichscgieung tendenziös zugunsten des Gutachtens gefä bt woden sei, wird folgendes festgestellt: Es lagen damals in Berlin erst einzelne Teile des Sachverständigengutachtens vor, und auch diese waren nur lückenhaft und stellenweise verstümmelt. Tatsächlich ist das Gutachten erst zwei Tage später in seiner vollständigen und endgültigen Fassung hier eingegangen. Die Reichsregierung hat bei der Veröffentlichung eines vorläufigen Auszuges in der Pressekonferenz, in Der der Auszug verteilt wurde, ausdrücklich darauf Hinweisen lassen, daß das Out- crchten hier noch nicht vollständig vorliege, daß für Die Vollständigkeit dse Auszuges daher D t o Ver antwo rt ung nicht übernommen werden könne, und daß daher der vorläufige Auszug nicht zur Grundlage für eine endgültige Beratung des Gutachtens gemacht werden dürfe. Die Presse war also über die Sachlage vollständig aufgeklärt, und da in der Pressekonferenz auch Vertreter der deutschnationaleu Presse zugegen waren, kann dieser Sachverhalt auch in den deutschnationalen Parteikreisen nicht unbekannt geblieben sein. Was Den 3 nhalt Des Auszuges anbelangt so waren Darin im übrigen alle wesentlichen. nach ihrer Meinung ja gerade Die „Gewcrkschasts- bonzen" Den Achtstundentag „verraten" haben. Zedenfalls legen diese Vorgänge Im sozialistischen Arbeiterlager Den bürgerlichen Patte:en Die ernste Vecpslich ung auf, mit wachsamem Auge Die weitere Entwicklung Der Dinge zu verfolgen und Dem denkenden Arbeiter dieTocezu vernünftiger Sozialpolitik so weit als möglich zu öffnen. Eine neue Wahlrede des Reichskanzlers. Köln a. Rh., 28. April. (WTB.) Reichskanzler Dr. Marx verteidigte in einer Zentrums- Wahlversammlung das Vorgehen Der Reichsregierung, die sich mit Den Grundsätzen des Sach- verständigrnZulachtens einverstanden erklärt habe und bereit sei, sich an den Verhandlungen über Die Reparationsleistungen an Hand des Gutachtens zu beteiligen. Er betonte dabei gegenüber Den Deutschnationalen, daß Die Reichsregierung, Die in ihrer Entscheidung im 3nteresse des Deu scheu Volkes keinen Augenblick gezögert habe, keineswegs eine nur geschättsführende Regierung sei, sondern sich im vollen Besitze Der Rechte eines Reich skabinetts befinDe. Glaubt man Denn — so fragt Der Reichskanzler — man hätte dem deutschen Volke genützt, wenn man auf Die Aufforderung Der Reparationskvm- mission geschwiegen oder Die Entscheidung hinausgezögert hätte? Durch die Erklärung der Regierung werde daS Recht des künfiigen Reichstages ke'mes- fallS beeinträchtigt, die notwendigen Gesetzentwürfe zu kritisieren, zu berändern und auch selbst abzulehneu, wenn der Reichstag eine solche Verantwortung auf sich nehmen wolle. Se bstverständlich bedeute die Erklärung keines- we gs eine Anerkennung aller Einzelheiten des umfangreichen Gutachtens. Die Regierung wolle endlich im 3ntereffe des deutschen Volkes selbst wie auch Der ßn* enteftaaten und der ganzen Welt wirtschafllich und finanziell Ordnung im Reiche schaffen. Die Sachverständigen erklärten ausdrücklich, daß das besetzte Ee.iet in wirtschaftlicher, finanzieller und damit selbstverständlich auch verwaltungsrechtlicher Beziehung wieder Der Hoheit Der deutsch-m Reichsregierung unterstehen müsse. Die Erfüllung dieser Voraussetzung der Sachverständigen werde seBstredend auch von der deutschen Regierung mit allem Rachdrr. ck betont und verlangt teer'cn. Une.läßlich sei ferner, baß mit Abschluß des Reparationsübereinkommens auch die A u s g e w i e s e ne n wieder In ihre Heimat zurückkehren und die Gefangenen befreit werden müssen; denn es solle d^ch endlich zwischen Den Rachbarstaaten Frieden werden, um desser.twi len Deutschland zu Den größten Opfern bereit wäre. Der Reichskanzler wandte sich energisch geaeo den verbrecherischen Wahnsinn derer, DU einem waffenlosen und besiegten Volke Vortäuschen wollten, durch eine Betätigung vou Wut und Tapferkeit könne eS sich die Rettung erringen. Man müsse sich mit Der Tatsache abstnden, daß F j-rfLeith Aur Zett Die stärkste Militärmacht Der W.lt sei. Die selbst England an Ausrüstungen! mit Flugzeugen und den rnoDernstei Wnffen schm wit überholt habe, während Deutschland alles fehle, womit ein moder ne c Krieg geführt wird. Die Frage, die jetzt zur Entscheidung stehe, fei: Soll Dec von der Regierung beschctttene Weg ttxitergegangen und dadurch eine ruhigere Fortentwicklung zum Desseren gewährleistet werden, oder soll ein andere«, unbekannter Weg gegangen werden, der nach Den 6it er en Erfahrungen der letzten Iabre ganz gewiß sehr schnell ins Unglüd und das deutsche Volk nxb einmal in Die wahnwitzige Flut Der 3nflation stürzen würde? Dec Reichskanzler wies schließlich auf d.e Rotwendig- keit hin. Daß im neuen Reichstag eine starke Mitte vorhanden fein müsse, auf Die sich Die Regierung stützen könnte, um folge.ichtig und ohne Schwanken eine Politik zu betreiben. Die allein zum Wiederaufstieg te3 deutschen Voll^ führen könne. Alle ihre Verantwortung bewußte» Staatsbürger müßten daher dafür sorgen, Daß die MitteIpcrrteien im Reichstag über eine aus-, reichende Mehrheit verfügter». S»eutid)kntO Ddofrennen Bewanmnngen, oervtlS «thalten. so dir Höh» der Annuitäten und der ftatfc internationale Einfluß bei der Goldnvten- hank und der Leichsbahn. Die verschiedenen Kon- trvllvvrlchristen waren in einem besonderen Abschnitt znsalnmengefccht. Allerdings ist es richtig, bah in dem ersten Auszug die Rechte, die dem Kommissar bei der Reichsbahn im Falle eines Rotleidens der Obligationen zustehen, nicht mit angegeben waren, was der Reichsregierung besonders als eine mala fides ausgelegt worden ist. Der Grund dafür ist, dah diese Rechte des Kommissars nicht in dem Gutachten s eLst, sondern in den Anlagen dazu angegeben sind, und diese Anlagen damals hier noch nicht Vorlagen; sie sind alsbald nach dem Eingang veröffentlicht worden. Unerhörte französische Repressalien. Köln, 28. April. (WTD.) Auf den wegen betrügerischen Bankerotts vorbestraften Bürger- meister Helfrich, einen der berüchtigsten pfälzischen Separatisten, der während des passiven Widerstandes etwa zehn Einwohner von Münchweiler denunzierte und dadurch ihre Ausweisung veranlaßte, und der wahrend der Separatistenherrschaft in der Pfalz die Ein- wvhnerschast von Münchweiler auf das schlimm st e terrorisierte, wurde von einer noch unermittelten Privatperson aus dec Pfalz in der vorigen Woche ein Revolveranschlag derür-r. wobei Häsferich nicht, wie es in eine: französischen Meldung hieß, Niedergeschossrn, sondern nur leicht verletzt wurde. Der Svhi. Helfrichs, der sich ebenfalls als eifriger Separatist betätigte und seinem Datei und den übrigen Separatistenführern bei der Ausweisung und Der Haftung von etwa 20 Einwohnern von Münchweiler Henkersdienste leistete, wurde vor einiger Zeit im rechtsrheinischen Deutschland, wohin er von jungen Pfälzern verbracht worden war, wegen separatistischer Umtriebe auf eine Anzeige pflicÄgemäß in Haft genommen. Wegen deS Anschlags ans Helfrich wurden bereits von der OrovinKdelegation irr Speyer ober den Ort Münchweiler schwere Sanktionen verhängt, wir Dachtsperre und etwa 100 Man» SLrafbefatznng. Außerdem richtete der französische Bezirisdele- gtetie am 24. April an die pfälzische Kreis- regiennig in vpeyer eine Lote, m der mitgeteilt wurde, daß die drei Ober!ommiffare der interalliierten Rheinlandkomnnssion, iie von General de Wetz ergriffenen und noch zu ergreifenden Maßnahmen gutgeheißen hatten. Unter Berufung auf die ihm im vorliegenden Falle von der interall ierten Rheinland£oinrnissivn erteiltm unbeschränkten Bollmachten werden die deutschen Berwaltungs- und Gerichtsbehörden der Pfalz aufgefordert, das Leben des Separatisten Helfrich zu schützen und seinen in Haft befindlichen Sohn sofort freizulassen. -Ess wird erklärt, daß künftighin in der Pfalz kerne Rückkehr von Ausgewiefeuen oder die Aussetzung vom Strafvollzug mehr stattfinden werde, solange der Sohn des Bürgermeisters Helfrich Ächt frei- gelassen sei. Diese Sanktionen entbehren nach dem internationalen Befatzungsrecht jeder rechtlichen Grundlage. Auch würde ihre Durchführung eine offensichtliche Stellungnahme der Besatzungs- machte zugunsten der Separatisten bedeuten. Dor allem aber wäre es ungeheuerlich, etwa 20000 ausgewiesene Pfälzer oder mehrere hundert politische Gefangene, die sich noch in den französischen Gefängnissen befinden, zn Geiseln für die Erzwingung der Entlassung eines Separatisten zu machen,' der von rechtsrheinischen Behörden auf unbesetztem Boden wegen Landesverrats verhaftet worän ist. Das Urteil im kleinen Hitlevprozetz. München, 28. April. iWvkff) 3m Hoch» verratsprozeß gegen die 38 Mtgehörigerr der früheren Stoßtrupps Hitler hat das VoWgericht nunmehr das Urteil gefällt, es tautet für von Knobloch und Maurice auf je eineinhalb Jahre Fest ung anb je 100 ©oßmarf Geldstrafe: für Schneider und Froeschl je ein Jahr vier Monate Festung und 50 Goldmari Geldstrafe,' für die übrigen Angeklagtekr je I 3af>r 3 Monate Festung und 30 Goldmark Geldstrafe, außerdem für Otto Feichtmayr wegen Hehler« zwei Monate Gefängnis. Die Angekl^ten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Den Angeklagten ward eihre jeweils verbüßte Unterfuchungshaft argereebnet Autzer- Das größte Kunstwerk. Bon Artur Brausewetter. Wer lebt, gestaltet. Es gibt manches große Kunstwerk, das gestaltendem Kopf und gestaltendem Herzen entsprungen. Aber das größte Kunstwerk ist das alles nicht. Das größte Kunstwerk ist: fein Leben zu gestalten. Was das heißt? Heden Tag. jede Stunde, jede karg zuge- messene Sekund«: kiiuä Daseins mit dem dollen Atemzug des Lobens, mir dem Bewußtsein leben: sie ist um ihrer selber da und kehrt niemals wieder. Sein Leben nicht nur leben, nein, es erleben. das rft es. Aber es heißt noch etwas anderes: Ewigkeits- gehalt m fern Leben bringen. Wir leben und wirken unter allerlei Gesichtspunkten. Aber unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit leben und wirken wir so wenig. Und doch — was ist dies ganze, schnell ent» rinnende, nie wiederkehrende Dasein, wenn fein ganzer Inhalt, seiner -Zeit Gewinn nur Erwerben wrd Genießen, nur Schlaf und Esten ist? Wenn man. Lag für Lag dem öden Gleichmaß der Stunde, den Dielen Radelstiche» und Keulen- hiLben der Welt und der lieben Lüchften and» «die fett ist — und lein Licht auS einem höheren Leben leuchtet hinein, Kraft und Freudigkeit zu geben? Und wenn man nichts zu eigen hat: Eins muß »an doch haben, um in dieser Welt zu bestehen: em eigen Herz. „Unter allen Besitzungen auf Erben ist ein eigen. Herz die kostbarste, und unter Tausenden haben sie kaum zween," sagt einmal Goethe. Rur Menschen mit dem eigenen Herzen, mit dem Sinn an wahrer Freude und dem stillen dem er9teiten v. SOtoDlod), □nxmnce, wchnewvr und Froeschl Bewährungsfrist zug-b.lligt für einen «Stnafteil von je einem Jahr drei Monaten Festung, die übrigen Angeklagten erhielten Bewährungsfrist für die gegen sie erkannte Gesamtfestungsstrafe. Die deutsche „Tscheka". Berlin, 28. Ap.il. (Priv.-Tel.) Der „Cot- Anz." veröffentlicht sti zelhriten übrr tie Mvcd- taten und die Mvrdpläae der deutschen kommunistischen Tscheka. Das Geständnis der verhaft.ten Mitglieder der Mordorganisation, und die Vorgefundenen Urkunden hätten ergeben, daß die Tätigkeit der Getzeimorganisation im Anträge und in engster Zusammenarbeit mit der Leitung der kommunistischenPar- t e i erfolgte. Der erste Auftrag, welcher der Lfcheka erteilt wurde, war die Ermordung des Generals von Seeckt. Anfangs Dezember hätten zur Ausführung des toages die beiden Mitglieder Pöge und Szon und der Leiter der Tscheka Reumann den Befehl erkalten, fcen General im Tiergarten während eiiuS Spazi tritt s vom P f e r de z u ischre ßo n. Der Plan ist nur ta^an gescheirert, dal; Steckt an tem betreffenden Morgen nicht ausritt. Sin zweiter Plan, dahingehend, den Gene.al durch eine Bombe zu toten, sei aufgegeben worden, weil man befürchtete, daß die Polizei Kenntnis davon erhielt. Zur Ausführung gelangte der Mordanschlag gegen den von der Kommunistischen Partei als Spitzel bezeichr.eten Friseur Johann Rausch in Berlin. Rausch erhielt am 7. Januar von Reumann in dem Flur des Hauses, in dem Rausch wohnte, zwei Schüsse, an deren Folgen er bald darauf im Krankenhause starb. — Wie der »Vorwärts" mitteilt, erhöhte sich die -Zahl der verhafte.en Mitglieder der korrmmmstischm Gekeimargaui- sation auf vierzehn. Ein Tell der Fest genommenen, darunter Reumann, befindet sich im Gewahrsam der Stuttgarter Polizeibehörden, wüh- । renb der Rest, darunter der eigentliche Leiter der ' Organisation, Hellmuth alias S o r e f f in Ber° i lin in Haft sind. Die Angelegenheit beschäftigt bereits den Oberreichsanwalt. General von Seeekt in München. München, 29. April. (Priv.-Tel.) Der Chef der Heeresleitung General von Seeckt ist hier ein- getroffen. Er wird am Mittwoch einer Feld- dieüstübung der gesamten Garnison von München beiwohnen. Das „Verl. Tagebll" bemerkt d-aza: Man darf den dienstlichen Besuch des Chefs der Heeresleitung als erfreulichen Abschluß der Differenzen betrachten, in deren Folge der bayerische Teil der Reichswehr eine Zeitlang der Kompetenz ihrer obersten Führung entzogen war. Kleine politische Nachrichten. 3n den Lohnstreitigkeiten beä Sieger- känder Baugewerbes ist eine Einigung zustande gekommen. Der Dom Schlichtungsausschuß gefällte Schiedsspruch wurde von beiden Teilen angenommen. * I Der von der Kommunistischen Partei ein- berufene MittelbeutscheBergarbeiter- k o n g r e ß beschloß, den Beginn des Generalstreiks für den 1. Mai zu proklamieren. Es wurde eint Zentrakkampfleitung für Mitteldeutschland, bestehend aus sechs Kommunisten, gebildet. Die Ruhr-Bergarbeiter-Organ i- sationen haben beschlossen, den Schiedsspruch des Schlichters für Rheinland und Westfalen, der eine löprozentige Lohnerhöhung vorsieht, anzu- nehmen. / * 3n Gelsenkirchen versuchten die Kommunisten mit aller Gewalt, ihre Streikparole tznrchzuführen. Sie verhinderten auf verschiedenen Zechen die Belegschaften mit Gewalt. an ihre Arbeit zu gehen. Don den deutschen Polizeibchörden sind nunmehr die Haupträdelsführer der Kommunisten verhaftet worden. An verschiedenen Stellen wurden ferner Sabo- tageafte verübt. So wurden in der vergangenen Rächt auf den Zechen Graf Bismarck 1 und Wikhelmine Victoria 1 bis 4 die FörderLörbe in die Schächte gestürzt. * Wie „Politiken" erfährt, ist der frühere Außenminister Scavenius an Stelle des Grafen MolKe zum dänischen Gesandten in Berlin ausersehen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. April 1924. Die Mai-Miete. Das ^hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat nach Anhörung von 3nter2ffenlen und Sachverständigen für die Berechnung der Miete für den Monat Mai folgendes bestimmt: Die Miete für den Monat Mai beträgt in sämtlichen Gemeinden 35v. H. derFriedens- miete. Die Miete ist zahlbar in Gold- ober Papiermari. Bei Papiermarkzahlungen ist der Kurs vom Doitage des Fälligkeitstermins zu Grunde zu legen. Die Beträge sind auf volle 10 Pfennig nach oben abzurunden. _ 3n dieser Summe sind 12 v. H. für laufende, 88 b. Sy für große Instandsetzungskosten, sowie 15 v. H. für Betriebskosten und Zinssteigerung enthalten. Betriebskosten sind Steuern, Gebühren und öffentliche Abgaben, also insbesondere Grundsteuern. Kanalbenut.ungsgebüh en Strafen- reinigungsgebühien, Waisergeld, ^cho^nstein-- fcgergeld. Hastpslichtversicheeung, Trepp.n- und Flurbeleuchtung usw. und Berwaltungskosten. Wassergcld ist jedoch nur bis zu 2 v. H. der F.iedensmiete in der Sah für die Betriebskosten enthalten. 3n denjenigen Gebäuden ober Gebäudeteilen. in denen der Verbrauch 2,5 v. H. der Friedensmiete übersteigt, kann die Mehrausgabe auf die Rutzungsberechtig en nach den bisherigen Grundsätzen umgelegt werden. Richt einbegriffen find ferner in dem oben genannten Satz für die Betriebskosten die auf Grund der dritten Steuernotterordnung erhobenen Sondersteuern des Landes ober der Gemeinden vom bebauten Grundbesitz. Diese sind von dem Grundstücksbesitzer auf die Autzungs- berechtigten umzulegen. ♦. Giehener Mochenmarktpreise am 29. April. (Händlerpreise) Cs kosteten das Pfund: Butter 200, Matte 35, Käse 70, Wirsing 65 Weißkraut 40, gelbe Rüben 30, rote Rüben 30, Spinat 70 bis 120, Grünkohl 50, Feldsalat 200, Zwiebeln 30, Meerrettich 70 bis 150, Schwarzwurzeln 80, Rhabarber 60. Aepfel 25 bis 30, Dörrobst 30, Suppenhühner 75; das Stück: Eier 11, Blumenkohl 200 bis 300, Kopfsalat 50 bis 80, Lauch 10 bis 20, Sellerie 50 bis 100; Radieschen das Bund 30; Kartoffeln, der Zentner 600 Pfg. .« ** Die Abstimmungsbezirke zur Reichstagswahl In der Stadt Gießen werden im Bekanntmachungsteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gewählt wird von 8 Ahr vormittags bis 5 Ahr nachmittags. Man beachte die wichtige Bekanntmachung *• Gießen Sie teuerste Stadt Hessens. Rach der Teuerungsstatisiik lauteten für den Stichtag, 23. April, die Zahlen für Darmstadt 98,72, für Gießen 99,43, für Worms 97,81. Demnach war an diesem Tage Gießen die teuerste Stadt in Hessen. ** D i e Einspruchsfrist für abgebaute Beamte verlängert. Die Reichsregierung hat beschlossen, die vorgesehene Einspruchsfrist von zwei Wochen zugunsten von Beamten, denen die Entlassung oder Versetzung in den einstweiligen Ruhestand auf Grund der Vorschriften der Personalabbauverordnung schon vor dem 2. April belanntgemacht worden ist, bis zum 10. Mai einschließlich zu verlängern. ** Wichtig fürPolizei- undSchutz- hunde-Desiher. Da die Ausbildung und Anterhaltung der Polizei- und Schuhhunde im öffentlichen Interesse liegt, gibt das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsveriündigungsblatt folgende Anordnung bekannt: „Polizei- und Schuhhunde sind während der Dauer ihrer Dressur von bet Zwangsmaßnahme des Führens mit einem das Beißen sicher verhindernden Maulkorb und mit einer Leine befreit. Außer Dieser Zeit sind sie jedoch ebenfalls festzulegen bezw. mit Maulkorb und Leine zu führen." ** Aufgehobene V er keh r s sp e rre. Die unterm 6. Rovember 1923 wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten ungeordnete Derkehrs» spe.re für die Wilhrimstrahe von der Ebelstrahe bis zur Straße Auf der Weiberde ist jetzt aufgehoben worden. *• Anlagenkonzert findet morgen, Mittwoch, nachmittags 5 Ahr, in der Südanlage durch das Musikkorps des I. (Hessischen) Bataillons 15. Inf.-Regt. unter Leitung von Obermusik- meister Löb er statt. Dortragsfolge: 1. Armeemarsch II, 198 Friedericus Rex. Grenadiermarsch. Ewigkeitsdrang können sich ihr Leben zum Kunstwerk gestalten. Wie wahr urteilt ein Weiser: „Wir werden allo als Originale geboren, und wir enden als Kopien." Eins aber fehlt noch, sein Leben sich zum Kunstwerk zu gestalten: die Güte. Richt etwa eine schwächliche Gutmütigkeit, die vft in viel Doberan Matze EhMrrktersehler als Charakterstärke bedeutet. Wohl aber die echte, warme Güte des Herzens. Oder gäbe es nicht zu denken, dah das größte Genie der Well, Michelangelo, den Ausspruch getan: daß der höchste Gipfel, zu dem des Menschen Seele sich erheben könne, wahre Güte fei? Richt, was der Künstler gestaltet, ist das eigsttlrche Kunstwerk. Wir mögen schaffen, was wir wollen, wir bleiben doch nur Stümper des Lebens. Das größte Kunstwerk, das einer schaffen kann, ist sein Leben. And der ist der größte aller Künstler, mag er der einfachste Mann, die schlichteste Frau fein, dem es gelingt, fein Leben sich zum Kunstwerk zu gestalten. . Wie selten aber sind die Menschen, von denen man sagen kann: sie find die Künstler, dieSchöpfer ihres Lebens. Die meisten nehmen ihr Leben hin als etwas Gegebenes, etwas, das nun einmal da ist, das ihnen auferlegt ist wie eine Last, aber nicht überantwortet wie ein Pfund, mit dem sie wuchern sollen. Das Leben aber ist nicht ein Schicksal, das uns zuerierlt ist, sondern ein SchicHal, das wir gestalten sollen! An sich ist das Leben nichts. Erst dein Ange gibt ihm die Gestalt und das Wesen. Dein Auge erst macht es zu einem «roßen Glück oder zu einem tiefen Leid, Gs gibt Menschen mit lachenden Augen und solche mit müden, traurigen Augen. Die ersten sind die Sonntagskinder, die ein glückliches Leben ein harmonisches Sterben lehrt. Denn es ist eine wunderbare, ost bezeugte Tatsache, dah, die glücklich gelebt, viel leichter sterben, als die unglücklich auf dieser Welt gewesen. — Die anderen sind die mitten im Leben Todgeweihten, sind die immer Besiegten, die im Staube kriechen. Werde der Schopser deines ßebenS mit Hellem Auge und mit starker Hand! And du wirst der Sieger sein, der glücklich macht, weil er glücklich ist. # Die Jubelfeier eines Vollöleebliugs. Von Karl Hesselbacher. Wer dieser Volksliebling ist? Ein sehr schlichter anspruchsloser — Kalender. Weiter nichts? And doch! Ein Volksliebling. In meiner Kinderzeit war's. Da saß ich mit brennenden Backen in dem Stüblein unseres Rach- bam, eines biedern Schneidermeisters, der mit seiner Geige in den Dämmerstunden freundliche Melodien mir vorspielte. An der Wand hingen schön an Schnürchen aufgereiht eine M.nge von Jahrgängen des „Latz.er Hinkenden Botin". Da las ich d-ie Geschichte vom „Baron Küpser", von der „Aarrenrosel", vom „Tress-As", von „Kastor und Pollux". Wie ost ich sie gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Aber behalten habe ich diese Geschichten bis auf Len heutigen Tag. Damals habe ich nicht gewußt, welche ttefflichm Ramen von Verfassern unter Len Aederschelften iec Ge- fchichten Händen. Heute sind diese Dichter im ganzen deutschen Volle geliebt: Rosegger und Anzengruber und Hermine Villingor. And nicht za vergessen den köstlichen Verfasser der „Kanzleiratsgeschichten", Aloe-t Dürklin. Die Vesten un er Len deutschen Srzahtern haben im »Hinkenden" F. RaLea. L. vuoertüte zur ypet „Fwew', 2. von Beechoven; 3. Fantasie a. d. Oper „Mignon", A. Thomas; 4. „Seid einig". Marschpotvourri. (neu), C. Morena, 5. Parademarsch der „Gingen Kerls", aus »Fridericus Rex". M. Roland. ** Der Rundfunksender in Frankfurt a. M. ist erst am 1. April in Betrieb genommen worden. Infolgedessen verlängert sich, wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, die Gültigkeitsdauer der in Giehen und Amgegend für die Dauer eines Jahres ausgefertigten Ge- nehmigungsurkunden für Anterha iungsrundsunk» empfängerstellen stillschweigend bis zum 31. März 1925, auch wenn auf den Arlunden ein früherer Verfalltag angegeben ist. ** Zugkontrolle auf der Streckt Giehen — Wetzlar. Der „Wetzlarer Anz." macht darauf aufmerksam, dah die durch Ecllih des Reichsministers des Innern am Rande des französisch-belgischen Ginbruchsgebiets eingerichteter Zugkontrollen, die verhindern sollen, dah Aus« länder ohne Pah und Sichtvermerk in das unbesetzte Deutschland gelangen, nunmehr auch aus die Strecke Gießen—Wetzlar ausgedehnt worden sind. Personen, die sich dem StontrDllbeamtcn gegenüber nicht ausweisen können, haben ihre Festnahme und Vorführung vor die zuständig? Polizeibehörde zu erwarten. ** Zur Warnung für Duswande- rungslustige. In den letzten Mynaten ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht kv'orden, daß manche Bcvclkerungskreise den Lockungen und Werbungen von Agenten und Vereinen zur Auswanderung nur zu leicht Gehör schenken. Daß Leute Haus und Hof verkauften, um möglichst schnell in das Ausland zu gelangen, gehört nicht zu den Seltenheiten. Kürzlich traf in Hamburg eine große Anzahl von Personen ans dem Ruhrgebiet ein, um nach Brasilien auszuwandern; die Leute hatten alle Brücken hinter sich abgebrochen, sie waren ohne Mittel für die Aeberfahrt und für den Anterhalt in der Hafenstadt, hatten sich einem anderen Transporte angeschlossen und glaubten nun auf leichte Art ins Ausland gelangen zu können. Diese geradezu unverständliche Handlungsweise haben sie schwer buhen müssen *fk muhten nach einiger Zeit, da für sie weder Der- dienstmöglichkeit noch Obdach in Hamburg Vorhänden war, zwangsweise in ihre frühere Heimat zuruckbefördert werden, dort sind sie nun, von allem entblößt und obdachlos, der Fürsorge der Gemeinden anheimgefallen. Cs kann nicht dringend genug gewarnt werden, nach den Hafenstädten zu reisen, bevor die Abfahrt mit den betreffenden Stellen bis in das lleinste geregelt ist. Jeder, der auszuwandern beabsichtigt, sollte sich diesen Schritt zunächst schon im Interesse seiner Familienmitglieder reiflich überlegen, besonders aber sich Kenntnis über die klimatischen und wittichast-tchen Verhältnisse der Emwanderungs- länder verschafsen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag Völlisch-sozialer Vlock: 81/. Ahr im Felsenkeller öffentliche Wählerversammlung. — Rnnifunkl-aus Löber st ratze: 81 2 Ahc Konzert- and Liederabend — Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Tao" und „Er". — Aus dem Stadttheaterbureau: Operngastfptel. Für die Titelpartie in dem Frankfurter Operngastspiel am morgigen Mittwoch, den „Aleffandro Stradella“, ist es gelungen, Herrn Kammersänger John Gläser zu gewinnen. Herr Gläser, einer der stimmgewaltigsten deutschen Tenore, ist zugleich ein zuvev- lässiger Künstler, so dah am Mittwoch mit Sicherheit auf einen besonderen Genuh gerechnet werden darf. — Es ist sehr zu wünschen, dah sich für die Operngastspiele eine noch lebhaftere Teilnahme zeigt, damit solche besonderen Veranstaltungen auch in Zukunft ab und M geboten werden können. — Hermann Lo^ns-GedächtniS- Abend. Harry Rothe, Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin, ein Freund und Kenner des Dichters, der in weitesten Kreisen als Lons- Rezitator bekannt ist, veranstaltet am Freitag, 2. Mai, 8 Ahr pünktlich, in der Reuen Aula der Aniversität. zusammen mit Eva Lobers von der Schaugemeinde Berlin, einen Abend, der dem Gedächtnis Hermann Lons' gewidmet ist. Del Abend, der erst Lrzlich in Berlin, Breslau, Hamburg, Görlitz und in anderen bedeutenden Städten Deutschlands großen künstlerischen Erfolg hatte, dürfte auch hier allgemeines Interesse finden. Man beachte das heutige Inserat. LanvLreis Gienen«. £ Wieseck, 28. April. Rach dem in ba Hauptversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft erstatteten Jahresbericht beträgt der Wert des Besitzes 33 900 Mk.. welcher mit 8911,45 Mk. belastet ist, so dah ein W, lilll WWI MIM il, i ivaEmMBaaw^miniiiRinirB zam deutschen Volk gesprochen. Wie viel cblfi Geistesnahrung -ist damit m Herz und Gemüt voy HunL-erttaufenden geflossen! Der ,Hinken: e" darf dieses Hahr zum 125. Mal seinen Wandergong Liuvch das deutsche Volk antreten. Gin Tapierer und Wackerer, vor dem man schon das Kiipplein lüften darf. Von jeher ein Streiter für Wahrheit und Freiheit, nicht bloß mit schönen Warten, wie man's im Kriege von unseren Gegnern gehört hat, sondern von Herzen. Er hat immer Las Herz auf dem rechten Fleck gehabt. Was groß and heilig. Las edel und gut ist, das hat er mit seiner Begeisterung gepriesen. And was faul and unlauter war, dagegen hat er 'seinen Krückstock geschw-ungen und Lreingehauen, Laß nur di« Fetzen so geflogen find. Seine „Weltrun>schau" and seine „©tanbreben" sind volkstüm iche Kanzel« reden gewesen. Denn ein rechter und echter Kalender ist eine Volks kanzel, zu deren Fützen iln- gezählte sitzen. Wer Las Ohr dieser vtcl.it hat, der Weitz, dah aiaf seinen Schaltern eine mächtig» Verantwortung liegt. Der „Hinkende" ist Lesseo eingedenk gewesen, so lang er auf dieser Kanzel stand. Er hat nur Las gegeben, was er mit seinem Kopf hat Lecken Eoimen. And ein prächtiges Liebeäwerk hat er fett Jahrzehnten getrieben: die CEcrbearbeit für LaS Erste deutsche Reichswaisenhaus in Lahr! Di« Hunderte von Männern, die von jenem wundervollen Dau h-vch oben am Dergrand in die Well hinausgegangen sind, danken es ihm, daß sie dort zu Marinern erzogen worden sind. Er hat es ums deutsche Voll Verdient, dah es ihm zu seinem Jubeljahr die Hand drückt und ihm sein Dettelsäcklein, Las er für Las j h- ua'er den harten Rotzeiten verarmte Reichswaisen Haas' schwingen maß, mit einer Gabe der Liebe füllen hilft. Fröhlichen Wandergang, treuherziger „Hinkender" ! MM dah ein tn bd hige" tilag enkellei .ich^s rabinix ihn. - > X. reau: in dem MU. , ist es [äfcr jetoal» zudev« Sicher» el wer» >ah sich ceTeil. ranftal« werden itttii' i Deut« Kenner o Löns' Freitag, lala der rs von nb, der ist. Sei u, HE Städten g Me, finden. iß leg kan. Mer Aus. i un< h au| Wen ichre dldigk nbe. en ist 'otben, m uni Aus- Daß glichst nicht nburg Rußt* n,Re wchen, nd für einem uibten ien äu Hand- N.sie rDrr- 9 vor- Heimat n. von -ge der t drm* Hafen- )cn bereit ist. lte sich seiner anders n und rungs. viel d>ü MÜt Den ite" darf Hergang Meter Ofei n Snhrhril Dorten, n gch^ nec das Steönbg^Mtanb von 24 988,63 TIL verbleibt. Hm diese Verbindlichkeiten abzustohen, soll der HauS- und Grundbesitz hypothekarisch belastet werden. Das verflossene Jnflationsjahr brachte auch die Baugenossenschaft fast zum Erliegen, der Aufbau soll energisch durchgeführt werden. Dies bezweckt der Antrag des Vorstandes, der einstimmige Annahme fand: Der Geschäftsanteil beträgt 50 Rentenmark; die bereits früher eingezahlten und voll aufgewerte- 1 en Geschäftsanteile werden von dieser Summe in Abzug gebracht, der Rest wird in 14tägigen Raten ven je 1 Mk. durch Unterkassierer erhoben. — Turnusgemäß schieden aus dem A u f s i ch t s r a t auS: Rau, Leib, Döll. Die beiden ersteren wurden wieder-, an Stelle des letzteren Ringel ge- gewählr. Vom Vorstand schieden aus: Bremer und Ostwald. Letzterer wurde wiedergewählt und. da D. eine Wiederwahl ablehnte, an dessen Stelle als 1. Schriftführer Ludwig Reuter gewählt. Die Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung und der sehr kostspielige Zinsendienst machen eine Bautätigkeit vorläufig unmöglich, doch soll die Angelegenheit immer im Auge behalten werden, um eventuell sofort gerüstet zu sein. ri. L i ch, 28. April. Sn der festlich geschmückt ten Marienstiftskirche fand gestern die diesmal von Stiftspfarrer Schorlemmer geleitete Konfirmationsfeier statt. Unter den 72 Kon- strmanden waren 8 Pflegekinder des Frankfurter Waisenhauses und 11 Mädchen aus Kloster Arnsburg. Da auch die zwettjungste Tochter des fürstlichen Hauses Prinzessin Christine zu Solms - Hohensolms - Lich e'.ngesegnet wurde, wohnte der Grostherzog von Hessen mit seiner Familie der Feier bei. । Kreis Alsfelv. * Homberg a. d. Ohm, 28. April. Zu Dem vom hiesigen Männergesangver- e i n für den 2 5. Mai in der neuerbauten Gtadthalle geplanten Wertungssinzgen haben sich 32 Vereine mit rund 1200 Mitgliedern angemeldet, die in 3 Klassen — Stadt- rlasse, 1. und 2. Landklasse — einen aufgegebenen Chor und.einen Chor nach freier Wahl vortragen. Kreis Friedberg. fpd. B a d - R a u 'h e i m, 28. April. Die „Bad-Rauheimer Zeitung" blickt am 115. Mai auf ein 75jähriges Bestehen zurück. Aus geringen Anfängen entwickelte sich das Blatt unter der Leitung der Derlegerfamllir Wagner zu einem einflußreichen Publikations- oigan in Raüheim und seiner Umgebung. sf. Friedberg, 27. April. Die Hauptversammlung der BankfürHandel,Gewerbe und Landwirtschaft (früher Vorschuß- und Creditverein) wurde durch den Vorsitzenden, Notar Jockel, geleitet, der einleitend in ehrenden Worten des nach 52jähriger Tätigkeit in den Ruhestand getretenen Direktors Dörr, sowie des ebenfalls von seinem Posten zurückgetretenen langjährigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Buchhändler S c r i b ä, gedachte. Bankvorstand Weber erstattete den Rechenschaftsbericht, der einstimmig genehmigt wurde, ebenso die Aufstellung der neuen Goldbilanz. Es wurde beschlossen, für jedes Stammanteil (120 Mk.) eine Aufwertung von 4 Goldmark festzusetzen, so daß also die Besitzer von 5 Stammanteileri eine Aufwertung von 20 M. erhalten (anstatt 10 Mk.» wie ursprünglich vorgeschlagen). Der Verein geht damit weit über das Maß hinaus, welches die meisten Banken und Genossenschaften einhalten. Das Geschäftshaus wurde mit 55 000 Mk. ig die Bilanz eingestellt. Die neuen Stammanteile werden auf 120 Mk. bestimmt und können in vierteljährigen Raten von 30 Mk. eingezahlt werden; jedes Mitglied kann bis zu 10 Stammanteilen erwerben. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 28. April. Unsere Kinderschulschwester, Diakonisse Chlotilde P a b st, die 5 Jahre teilweise unter den schwierigsten Verhältnissen unserer Kinderschule vorge- ftanden, wurde zum größten Bedauern der Gemeinde nach D a r m st a d t ins Diakonissenstift verseht, um dort im Kinderschulseminar die Leitung zu übernehmen. An die Stelle von Schwester -«chlotilde tritt Frl. Weimar, die ebenfalls im Glisabethenstift ihre Ausbildung erhalten hat. Die Kinderschule wird zur Zeit von über 40 Kindern besucht. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 23. April Gestern wurden hier mit einer Feier etwa 600 Gesellen^ b riefe an die Zunzgeeilen überreicht. Hierbei wurde die Mitteilung gemacht, daß man früher die Anfertigung von Geellenstücken für dre Prüfung nach freier Wahl zugelalle t hätte, jetzt aber habe man den einzelnen Ab.eillln-en gleiche Aufgaben gefielt, wlll fo eine Beurteilung der Leistungen be fer mög ich fei. Don 30 P.üfllng düngenergehennoch Der Vorstand. WM Will jedes -Quantum ab meiner Lagerhalle sofort und btlliast lieferbar. 2624c C. Hübfamen Gießen. Tel. 1659 ————— \ Verkäufe | in schöner Lage Gießens, 11 Zimmer , Zentralheizung, sowie Oesen, Garten, sofort beziehbar, j!l »ttkaiiftii. Schristl. Angeb. unter 019584 an -en Gieß. Anz. tratßfiüt M zu verkaufen. 019603 ' Lteinbach. Miede aer Straße 24. Kunslslric er^iea 0.3. Haidarbeiten werden anaefert. Ang. u. 33531) an d. Gieß. An», erb. Verein Redersporl Gießen 1913 e.?. Mitttvoch,k!0.4.S4, abends 9 Ubr K errenabend im Bootshaus. Montag. 5. 5, 24, abends 8'/, Uhr MonatN- vereamminng daselbst. 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Mk. 2.35 und 2 10 BoNvoile, weiß, 115 cm breit, feinste Schweizer Ware .... Mk. 295 Seidenbatist, 115 cm breit, in allen modernen Farben . . . Mk. 2.15 Gleichzeitig verkaufen wir die im letzten Vierteljahr entstandenen Reste weit unter Preis Die ermäßigten Preise gelten nur bis zum 3. Mai und nur solange der Vorrat reicht Wir haben in allen Abteilungen unseres Hauses einige Posten Ware zu wesentlich ermäßigten Preisen zum Verkauf gestellt. Entsprechend der Tradition unserer Firma handelt es sich nur um allerbeste Qualitätsware M AWNMW ==r WM beste Halbwollfüllung von Mk. 30.- an beste Schafwollfüllung von Mk 40.- an beste Daunenfüliung mit Zwischen futter Anfertigen und Aufarbeiten von Halbwolle-, Wolle- und Daunen-Steppdecken preiswert M Gießener Stsppdeckenfabrik l Scholl Kein Laden Walltorstraße 24 Kein Laden W ARmomums c r l Haodarbeitsschule und Pensionat von Frl. 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Teitler, Eiehen, Dammstr. 25 Freitag, den 2. Mai 1924, abends 8 Uhr pünktlich Universitäts-Aula Löns Gedächtnis-Abend veranstaltet von Eva Lobers Harry Rothe Mitglied der Schaugemeinde Deutsches Theater Berlin Eintrittskarten: 2.— und 1.25 Mk. (für Mitglieder der Literar. Gesellschaft 1.25 und 1.—) bei Emst Challier. _____________Studentenkarten 0.75 Mark.________019539 Vö kisch-sozialer Block WM BtHimilim Dienstag, 29. April, abends 8’/4 Uhr im Felsenkeller spricht Kandidat Herr Langula aus Aanksurt am Main Wer: 3172D Wege zur Freiheit des deutschen Volker GlntüWen 39 MW an Der MeMsse. I yj '1 Frau Schnatterich ImnatiSi ul Hlbmlral b tagt de Prtimuchrtttasl S. Frau Schnatterich kommt nach Berlin und ist entzückt Ob* die neue, ärmellose Mode. Hüllenlose gab es schon, die rocklose wurde leidet wieder fallengelassen, aU sie gerade anfing reizvoll xu werden, aber die ärmellose imponiert Ihr besonders. Sie beschließt eine solche Robe zu kaufen und geht in die Friedrichstraße in das große Kaufhaus Adam. Man bedauert, nur Adamskostüme und sonstige Herren-Konfektion zu führen. Sie kauft nun im nächstbesten Geschäft ein Evakostüm, das sie aber nur wenig befriedigt, weil zuviel Stoffverschwendung getrieben worden ist, und begibt sich in die Kunst- und Antiquitätenhandlung von Löwentbal 4 Ehrlich. Dort findet sie mit sicherem Instinkt sofort den Unterschied zwischen alter und neuer Kunst heraus. Bei der alten Kunst, so überlegt sie sich, waren nur die Rüstungen aus Blech. Ich möchte übrigens wissen, wie sich so ein oller Ritter gekratzt haben mag, wenn Ihn was gebissen hat Bei der neuen Kunst dagegen sind gleich die ganzen Menschen, die Blumen und alle Gegenstände schön geradlinig aus Blech geschnitten. kunstvoll zusammengelötet und die Schattierung läßt man durch dressierte Fliegen anbringen, die überall zarte Punkte hinsetzen. Herrn Ehrlich, den sie sofort ab Hühneraugenpatienten erkennt und der sie In ein Kunstgespräch verwickeln will, um ihr einen echt imitierten alten Meister anzuschmieren, redet sie einfach nieder. Es gibt so sagt sie, nichts Besseres als das millionenfach bewährte Kuklrol-Hühneraugen-Pflaster gegen die Hühneraugen. In wenigen Tagen sind sie spurlos, schmerzlos und gefahrlos verschwunden. Die Schmerzen werden sofort nach dem Auflegen gestillt. Entzündungen, wie nach minderwertigen Hülmeraugen-Mitteln, und Blutvergiftungen, wie nach dem Schneiden, sind ausgeschlossen. Und dann nehmen Sie täglich ein Kukirol-Fußbad. Sie werden es nötig haben, wenn Sie den ganzen Tag In viel zu engen Lackstlefeln hier herumgewimmelt sind. Es reinigt die Füße gut, beseitigt Brennen. Anschwellen und Wundlaufen der Füße, kräftigt Nerven und Sehnen, beseitigt den Schweißgeruch und man bat beim Gehen *o ein wohliges Gefühl der Angenehmigkelt Sie bekommen Kuklroi und Sanitätsrat Dr. med. 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(Dachdruck verboten.) * Ein neuer Gerichtsentscheid zur Ztnsaufwertung wertbestän' Iger Papiere. Olm 26. April wurde in d-.r Klage-! suche Goldberg gegen die Zent ule Dod-n-Kredit- Aktteugcßllfäxift in Ter.'in w^>n Aufwerluna der Janiu-at-Zinskoupons ihrer Pfandb iefe duich d_>r Forderung einer Aufwertung abgewiesen wurde. Sr hat sich das Landgericht I Berlin im Gegensatz -um Berliner Landgericht II gesetzt, das in der gleichen Angelegenh it cvuf Anregung les e'ben Klägers hin die Aoggenrentenbank Mr Aufwertung ihrer Januar-Zins koupons veru te It hat Das Landgericht I hat sich demnach die Auffassung der Avggenrentenbank in dieser Frag? zu e c en gemacht. Die von der Avggenrentenbank AG DitapürücaDfifjingig-fiDfln. Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. Der Wahlkampf in Bietzen. Deutsche demokratische Partei. -r. 3n der am Samstag abend von der Demokratischen Partei in der Turnhalle am Oswaldsgarten abgehaltenen Wählerversamm- lung sprachen Pfarrer Korell und Frau Luise Pöpperling aus Darmstadt. Rach einigen einleitenden Worten des Dorsitzenden, der auf die vielen eingereichten Wahlvorschläge hinwies, sprach zunächst Pfarrer Korell über „Die nationalen Ausgaben des neuen Reichstags". Redner führte aus, es sei zu beklagen, dah weiten Volks- kreisen die politische Reife noch fehle, das sei aber erklärlich, da der Zustand der Verantwortlichkeit des einzelnen noch nicht lange bestehe. Roch mehr zu beklagen sei es aber, daß die Gerechtigkeit verschwunden sei, die Gerechtigkeit gegenüber dem politischen Gegner, im Urteil über ihn, Gerechtigkeit im Urteil über den Staat, Gerechtigkeit werde vermitzt in der Rechtsprechung, ebenso vermisse er sie im völkischen Prinzip. Zum völkischen Prinzip führte der Redner aus, er lehne es ab, weil es der Vernunft einerseits und der christlichen Frömmigkeit andererseits widerspreche. Die Gerechtigkeit fehle ferner auch in der Beurteilung der Ursachen des verlorenen Krieges. Eine der wichtigsten Aufgaben der Regierung sei es, die Kriegsschuldige zu bekämpfen. Der kommende Reichstag stehe vor zwei großen Problemen. Das erste sei: Was für eine Außenpolitik soll gemacht werden? Zwei Arten gebe es. Entweder das Rezept Hitlers, Revanche erst nach innen, dann nach außen, oder die sogenannte Erfüllungspolitik. Redner sprach sich für die letztere aus. Das zweite Problem sei: Wie sind die Reparationen zu tragen und wie sind die Lasten im Wolke zu verteilen? Hier müßten alle Einzelsragen von dem großen Gesichtspunkt der Vermeidung einer neuen Inflation entschieden werden. Rach dieser mit sehr starkem Beifall aufgenommenen Rede sprach noch Frau Luise Pöpperling und gao einen kurzen Ueberblick über das bisher von den Frauen im Parlamentarismus Geleistete, und forderte dann, daß die Frauen alle kräftig Mitarbeiten sollten an dem Wiederaufbau 1x6 Vaterlandes. In der folgenden Aussprache sprachen eine Rednerin, die der Deutschnationalen Volkspartei angehörte, und ein Kommunist. Dann sprach Pfarrer Korell das Schlußwort. Deutsche Bolkspartei. urch 8442 T. Arbeitstäglich 429 T. gegenüber Belegschaft belief sich 12 "® Prozent). 3m mitteldeutschen Braunkohlen, b « \9 6 a u betrug die Rohko^enförDerung 8 110078 T. (Vormonat 7 609 102 T.), die Dri- kttbciflellung 2 C26 739 T. (Vormonat 1 780 709 ?ie Kokserzeugung 36 862 T. (Vormonat 33 669 T.), Steigerung mithin: Rohkohlenförderung 6,6 Proz.. Brikettherstellung 13,8 Prozent, Kokscrzeugung 9,0 Proz. Der März hatte 26, ier Februar 25 Arbeitstage. Die arbeitstäglich? Pro- Rohkohle betrug im Berichtsmonat 311 926 T. (Vormonat 304 364 T.). an Briketts 77 952 T. (Vormonat 71 228 T.) und an Koks 1411 T- (Dvrmonat 1347 T.). Steigerung für Rohkohle: 2,5 Proz., für Briketts 9,4 Proz und 4,8 Prozent. Infolge ter Rillen Witterung lag eine starke Rachfrage nach Briketts vor: die auf den Werker lagernden Stapelbestände konnten zum größter Terl geräumt werden. Weniger erfreulich war die Lage auf dem Rohkohlenrnartt Die abn b- menten Industrien, vor allen Dingen der Kalibergbau, zeigen nach wie vor größte Zurücchap tung, so laß der Rohkohlenversand sehr zu wünschen übrig ließ. Ferner hielt sich die Rachfra.e nach Grule-Koks in bescheidenen Grenzen. Dir im Berichtsmonat verfügbaren Mengen konnten bei weitem nicht untergebracht werden. Der Abruf an Raßprehsleinen war ebenfalls schwach 3m Monat März des DorjaheS betrug die Roh- kohleaförderung 8 644 726 T.. tie Driketthcrstcllu.'g 2 107 275 T. und die Kokserzeugung 35 935 T Geaenüber diesem Monat zeigte die Rohkohlen« forderung einen Rückgang von 6 2 Proz, die Brikettherstellung 3,8 Pro;., Koks.rz. u p-ng 0,8 Prozent. Der Monat März des Dorthe; hatte 27 Arbeitstage, so daß die arbtttstägttch, Pro- duktion für Rohkohle 320 175 T., für Briketts 78 047 T. und für Koks 1370 T. betrug. Die arbeitstägliche Produktion blieb demnach hin er der des Monat März 1923 zurück, bei Rohkohle um 2,6 Prvz.. bei Briketts um 0,1 Prozent. Die arbeitstägliche Kokserzeugung zeigte dagegen eine Steigerung von 3 Prozent. Beim Siegerländer Eisenerzbau ist gegenüber Dem Vormonat feine Aenderung eingetreten. Infolge des starken MißverhälmisseS zwischen Gelöst kosten und Deikaufspi-eisen Ligen die Betriebe in ihrer Mehrzahl weiterhin stell. Die Verkaufspreise wurden für Lieferun.en ab 1. April um 1 DIark pro Tonne herabgesetzt, um den Hütten einen Anreiz zu stärkerem Bezug zu geben. Die Lage deS Eifensteinbergbaues im Lahn - und Dillgebiet hat sich gegenüber dem Vormonat nur ganz geringfügig gebessert. Das zu langsame Wieder-in-Gang-Kvm- men der 3ndustrie des Ruhgebietes, dec Wettbewerb der billigen hochprozentigen AuslandS- erze, der Kurssturz des Franken, die zu hohen Frachtsä-e standen der Wiede.belebing ?e3 Er e i- fleinbergbaued im Lahn- und Dillgebiet noch immer hindernd im Wege. Sowett die Grubenbetriebe nicht gänzlich stell lig.m wird nur mit einem Bruchteil ter früheren Belegschaften gearbeitet Der Erzversand hielt sich noch immer In sehr bescheidenen Grenzen und beschränkte sich im wesentlichen nur auf die besseren Sorten. Rur einen Gegner hatte seine Macht: Auch Batu-Khan war der Katastrophe entkommen — später als ttlgetai-Khan, zu spät, um vor ihm in Peking zu sein und dort seiner Macht Abbruch tun zu können. Aber früh genug, um nach dem Rorden zu gehen und dort iüe mongolischen Kerntruppen um sein Banner zu scharen. Der größere Teil des Landes gehorchte dem Algetat, aber die stärkere, die am besten disziplinierte Truppenmacht war in der Hand des Batu-Khan. Wem würde die Macht schließlich verbleiben? Wer von diesen beiden alten und kampferprobten Generalen würde die Regentschaft des Gelben Reiches führen, bis einmal der Erbe des Schitsu sich selbst die Krone aufs Haupt setzte? Roch hatte das Reich ja einen äußeren Feind: das vereinigte Europa, dem Toahon-Khan so trotzig den Fehdehandschuh hinwarf. Der Friede mit den Weihen mußte gemacht werden, und Agetai war es, der ihn als der vom größten Teile des Landes anerkannte Regent schloß. Ein schneller und billiger Frieden konnte es dank der Mäßigung der Sieger werden. Gegen den Angriff, gegen die Bedrohung ihrer blühenden Siedlungen hatten sich die Weißen mit allen Mitteln zur Wehr gesetzt, welche der Eriin- dungsgeist eines der ihrigen ihnen in die Hand £• 'die Entscheidung gefallen, der feindliche Ansturm im Frosttod gescheitert war, wurden die Friedensbedingungen milde gestellt. 3lidreieck, jenes strategische Glacis. daS dre Arbeiten Isenbrandts so lange gestört und tag abend im Kath. Dereinshause stattgefundenen öffentlichen Wahlerverscrmmlung der Zen- trumspartei sprach Ausgehend von bei groEen Bedeutung der am 4. Mai zu tätigenden Wahl wies oer Redner daraus hin, daß hierbei ber einzelne Wähler nicht bloß den Reichstag, sondern auch indirekt die Reichsregierung wähle und daß es zu unserer Gesundung notwendig sei, eine starke and arbeitsfähige Mitte zu schiffen, äledergehend auf die großen Schwierigkttte.r unterer aufcen- und innerpolitischen Lage seit dem unseligen AuSgange des Weltkrieges, ertlärte er, toie stets das Zentrum, getrieben von hohem vaterländischem Pflichtgefühl, sich in selbstlv e ter Weise in den Dienst des VvlkSganzen gegellt habe und immer wieder in die Dresche gesprungen sei. Besonders hoch anzuoechnen fei es dem Zentrum, daß es in der furchtbaren 3nflationszett 1923, als alles zusammetizudrechen drohte, sich bereit erklärte, den Kanzler zu fiellen in der Person Dr. Mar?, dem es zu verdanken sei, daß wir wieder einigermaßen aus dem Chaos heraus und zu besseren wirtschaftlichen Verhallnitten gekommen seien. Wenn auch die eine oder andere Destimnrumg der Rvtverordnungen für viele le b und drückend sei, so müsse man aber stets bedenken, daß es eben Verordnungen seien, geboten unter dem Zwange der Rot der Zeit, die aber, sobald die Möglichkeit hierfür vorliege, abgeändert oder aufgvfjuben würden. 3m Ansch uß daran ging der Redner auch auf den Beantten- abbau ein, der schon um deswillen notwendig geworden sei, weil die (Sntente ihn gebieterisch verlangte, und da sei es immerhin besser, ihn freiwillig in schonender Weise vorzunehmen, als daß er_ durch Diktat in rigoroser Weise durchgeführt würde. Als sich gezeigt, daß sich Härien und älngerecht gkciten bemerkbar gemacht hätten, habe das Zentrum die Errichtung von D.ruungsinstan- zen gefordert, die auch eingesetzt wurden. Des weiteren ging der Redner näher auf die Lage im besetzten Gebiet ein und betonte, wie her trotz schwerster Bedrückung die Bewohner ih- Deutschtum bewahrten, nicht mit wohlfeilen Worten, sondern durch die Tat bewiesen, was wah.-e, echte Vaterlandsliebe sei. Ties lellagenswert sei der Riß, der zur Zeit durch unser Volk gehe. Rur Einigkeit und festes Zu ammenhillea könne aus der Rot der Zelt führen. Dazu aber sei eine stark? Mitte, insbesondere ein starkes Zentrum notwendig. Mit einem Appell an die Anwesenden, durch rührige Kleinarbeit bis zum Wahltage die Säumige.! und Schläfrigen aufza- rütteln und zu gewinnen, schloß der Redner fj e über zweistündige, mit lebhaftem Deifall auf- genommenen Ausführungen. 3n der Aussprache ergänzten einige Parteifreunde die Worte des Referenten over gaben ihren besonderen Wünschen Ausdruck. den. Zur Frage der Erfüllungspolitik betonte der Redner, daß die Wirthsche Politik des unbeschränkten Versprechens von der Deutschen Volks- Partei nach wie vor abgelehnt werde, daß sie aber Erfüllungspolitik treiben wolle bis an die Grenze, Die der deutschen Leistungsfähigkeit gezogen fei; nicht mehr, um unser Land nicht wieder wortbrüchig zu machen, lieber die innerpolirischen Angelegenheiten sprach sich der Referent in demselben Sinne aus, wie kürzlich der Landtagsabg. D i n g e l d e h. Rotwendig fei eine Reuordnung unseres Steuerwesens, bei der die unerträglichen Härten der br.tten Steuernotvervrdnung rücksichtslos zu beseitigen seien und den Hypothekengläubigern, den Gläubigern des Staates ufto. eine gerechtere Aufwertung gesichert werden müsse. Mit allen Mitteln müsse unsere Währung gehalten werden. Dazu gehöre insbesondere Mehrarbeit zur Steigerung der Produktion. Die Deutsche Dolkspartei werde, wie bisher, auch weiterhin den kategorischen 3mperativ der Pflicht als obersten Leitgedanken ihrer Politik im 3nter- esse des Vaterlandes vertreten. 3m Anschluß an die mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede tarnen in der Aussprache demokratische und kommunistische Anschauungen zum Vortrag, denen Der Referent im Schlußwort entgegentrat. Deutschnationale Volkspartei. Zu de. öffentlichen Wählerversammlung dieser Partei am Sonntag abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten Ritten sich die 3ntetx>|"fenten, Freunde und Gegner der Partei, so zahlreich ein- gefunben, daß das Versammlungslokal schon kurz nach 8 Uhr stark Überfüllt war. Zunächst sprach Handelskammersyndikus Dr. Meesmann über „Solide WlitschaftspKitif. Da man der Vertretung der Presse keine Sihgelegenhrit zur Ermöalichung von schriftlichen Aufzeichnungen Vorbehalten hatte und der Saal vollauf begeht war, müssen wir unser Referat auf die kurzen Aotizen stützen, die wir stehend inmitten der Menschenmenge zu Papier bringen und durch das Gedächtnrs etwas ergänzen konnten, ^r. M e es» mann beschäftigte sich zunächst in großen Zügen mit den politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen der bisherigen Regierungen, an denen er Kritik übte, und kam dann auf das Sachverständigengutachten zu sprechen, den „die Reichs- regierung voreilig eine gewifse Zustimmung gestoben' und unangebracht „den S.enpel der Ob- leTtitnlät aufgedrückt habe". Das Gutachten enthalte nur Lasten für uns. aber keine unseres Erwartungen hinsichtlich der Rückkehr der Aus- gewicsenen, dec Freigabe der Gefangenen und der Minderung der Besatzung toer.'e erfüllt Dre Reichsbahn und die Goldnotenbank könnten auf Grund des Gutachtens mit Leichtigkeit un e; ausländische Kontrolle gebracht werden. Redner forderte dann, die Wirtschaft in Zukunft nur mit Rücksicht auf die Produkttonssteigerung, aber nicht nach Konsumentcninteref en zu leiten. Die Arbeitszeit müsse sich nach, den Produktwnste^.hält- niffen richten. Hierauf sprach Dr. Werner über „Die deutschen Schictsalswählen". Der Redner wandte sich eingehend gegen die Sozialdemokratie und den Kommunismus und erklärte, die Internationale liege außerhalb Deutschlands hoff- nungs- und rettungslos am Boden, denn dort sehe man überall bewußten und starken Rationalismus, der die Völker zur Höhe führte Das Erstarken des Ratlonalgefuhls sei auch uns nötig, damit wir aufwärts kämen. Zur Wendung unseres Schicksals sei vor allem nötig, daß die fluchwürdige Lüge von der deutschen Kriegsschuld nun endlich energisch bekämpft werde. Die Arbeiis- gcmcmschnft, das wirkschaftliche Dienstjahr, die Weyrhastmachung unseres Volkes, den Volksdeutschen Staat, Kampf gegen den Versailler Schandvertrag und gegen Die Internationale, Die Ausweisung Der seit Dem 1. August 1914 aus Dem Osten eingetoan e.ten Juden Front ge en den macxisti chn Kla se.ttampf, Eint eie i f ir den vol sverföhn.nden Lt n cf jeden für einm ge- schloss nrn Rationnl :a t das seien Die GrunD- lätz. der Drut.chna l nuten Dol soarte , um deren Urtterßützmg er bitte. Wäh en) beider Reden kam cö zu lrbhiften. teilweise sch. stürmischen Kundg bang n ge en die Aus iah u gen der Redner, denen dir eb.-nfo l bh ist? Zu timnung Der 6 o en Versammlungsm h heit srglei y e itgeg n- toi fte. Das ert g.e Hin cbe uno Herüosr k irn dann am Schluß, öe. Reden besondr.s stark zum Ausdruck, jeroch b hielt der Beifall en.schieden die Lb-Phand. In der Aus prache trug ein Kommunist seine Ansicht vor. worauf Dr. Werner im Schlußwort kurz antwortete. Zentrnmspartei (Sießen. „Die nationale Politik des Zentrums", so lautet das Th.ma, worüber Landtags.chgoordneter Rechtsanwalt Ruß-Worms in einer am Sonnlangen. langen Monaten voller Kämpfe und Gemetzel mit dem Tode des Hgetai und der Herrschaft des Batu-Khan endigen sollte. * . * Schneller als nach Thina selbst war die Kunde von der Frostkatastrophe nach allen anderen Erd- tellen gedrungen. Unfaßbar war es zunächst aller Welt erschienen, daß Menschenkraft die Elemente der Ratur in so unerhörter Weise meistern konnte. Als dann die Wahrheit unzweifelhaft zutage lag. da erstarkten die verzagten Herzen der weißen Menschen. Jener eisige scharfe Sturm, der dort oben in Asien feinen Anfang nahm, schien um Den ganzen Erdball zu fahren. Mit einem Schlage war die an vielen Orten so schwüle un- heilschwangere Atmosphäre gereinigt Wo irnmei die Herrschaft der Weißen zu wanken drohte touröe sie durch jenes Ereignis wieder gestützt und gefestigt Und diese Stützung tat bitter not. Denn da4 aewaltige Feuer, das die überlegene Staats- funft des Toahon-Khan auf der ganzen Erde gegen die Weiße Rasse entfacht hatte, war nicht so leicht zu dampfen. Jetzt rächten sich die Fehlet vergangener Hahrzehnle und Hahrhun- dcrte bitter an den Weißen. Die europäischen Reiche, die der schwarzen Rasse zuerst die Waffen m die Hand gegeben und sie die Kriegskunst gelehrt hatten, wurden jetzt am schwersten von diesen allzu gelehrigen Schülern geschlagen. (Fortsetzung folgt). Als Trghon-Khan auf der Straße nach dem Salsan-Ror sein Roß verließ und Schuh vor der grimmigen Kälte im Flugschiff suchte, da flog Ugetai-Khan schon in einem anderen schnelleren Kreuzer der dsunaarischen Armee gen Osten. Mit höchster Maschinenkraft jagte das mächtige Schiff über die verschneiten Ebenen und Gebirge. Es entrann dem grimmigen Winter, den -Georg Isenbrandt hier der einbrechenden gelben Armee durch die Kraft des Antidynotherms bereitet hatte. Am Abend des gleichen Tages, der den Tod des Regenten sah, landete dies Schiff in Sehol. Roch wußte man hier in Der Stille der kaiserlichen Gärten nichts von der Katastrophe der gelben Wehrmacht. Als Vertrauter des Regenten und als siegreicher Armeeführer wurde Ugetal-Khan empfangen. Leicht, faf+ zu leicht wurde es ihm gemacht, sich des unmündigen Kaisersohnes zu bemächtigen. Den Thronerben, den Knaben des Schitsu an seiner Leite, raffte er die mongolischen Regimenter Pekings und Der nächsten Umgebung zusammen. Als endlich die Kunde vom Untergänge der großen Armee und vom Tode des Regenten auch nach Peking kam, hatte Ugetai-Khan nicht nur diese Truppen fest in der Hand, sondern er war auch der notorische Herrscher der größeren Hälfte deS Gelben Reiches. Da war er in kaum Zweimal In der gut besuchten Turnhalle Oswaldsgarten sprach am Sonntag vormittag in einer von der Deutschen Volkspartei einberufenen Versammlung der Reichsminister a. D. Dr. Becker über die aktuellen politischen Fragen. Der Redner äußerte sich zunächst über den Ruhrkampf und seine Vorgeschichte und stellte fest, dah Frankreich auch in das Ruhrgebiet eingerückt wäre, wenn es den Vorwand der fehlenden Holz- und Kohlenmengen aus den Reparationslieferungen nicht gehabt hätte. Frankreich wolle ja gar keine wirtschaftlich? ober flnan- rielle Befriedigung, es wolle nur den Besitz von Rhein und Ruhr. Der Ruhrkampf sei ohne Widerspruch von irgendeiner Partei, mit Zustimmung aller, auch der demokratischen und Zentrums- Kabinettsmitglieder bis zum lehtmöglichen Ende durchgekämpft worden. Wenn von anderer Seite jetzt behauptet werde, sie hätten beizeiten gewarnt und gebremst, so sei das unrichtig. Der Kampf sei für unser Volk ein moralischer Erfolg gewesen, auch wenn wir das Ringen wirtschaftlich und finanziell verloren haben; dieser moralische Erfolg habe im Ausland die Achtung vor Dem Deutschen Volke wiederhergestellt und bei allen Mächten, mit Ausnahme von Frankreich, die Verftändigungsberellschaft uns gegenüber geweckt. Ging eh end beschäftigte sich der Redner mit dem Sachverständigengutachten, das trotz seiner schweren Lasten und mancherlei Gefahren für uns wenigstens zur Verhandlung angenommen werden mußte. Die Reichsregierung habe dieses Gutachten denn auch als eine Grundlage zu weiteren Verhandlungen angenommen, damit aber keineswegs die Forderungen selbst genehmigt. Dieser Stellungnahme habe auch der Reichsverband deutscher Industrie zugestimmt, in dessen Vorstand viele Deutschnationale seien. Redner polemisierte in diesem Zusammenhang gegen die Deutschnationalen, die die Ablehnung des Gutachtens fordern, ohne den schwerwiegenden Folgen gerecht werden zu können, und ebenso gegen die Sozialdemokraten, die es als d i e Lösung Der Reparationsfrage annehmen wollten; beides sei verfehlt. Die deutschen Ehrenforderungen hinsichtlich Der Ausgew'esenen und der Verurteilten mühten bei diesen Verhandlungen unbedingt erfüllt wer- Wirtschaft. Der deutsche Kohlenbergbau im März. Die Förderung DeS gesamten Ruhrgebiets — ohne Die von Der Regie betriebenen 3 Zechen und 10 Kokereien — betrug 8 254 499 T. Kothen, 1 656 765 T. KokS gegenüber 8 763 201 T Äobl|i und 1 897 889 T. Koks Im März 1922, umD 8 939 855 T. Kohlen und 1 955 103 T Ko s im März 1913. Die Brikettherstellung belief sich im Derichtsmonat auf 234 601 T. (gegenüber 374210 bzw. 392 719). Aibeitstäglich betrug Die Kohlenförderung 317 481 T. (gegenüber 324 563 Sonnen im Mörz 1922 und 372 494 T. Im März 1913); Die KokSeizeugung 53 444 T. (geg-müb r 61 222 T. bzw. 63 393 T.), Die Dnkettherslellung 9 023 T. gegenüber 13 860 bzw. 16 363 Ton en. 'S rifettbetriebe sind übrigens von Der CReg’e nicht beschlagnahmt. Die Gesamtbelegchaft des Ruhr-- bergbaues belief sich Ende Mäi°z schätzungswci e auf 465 C00 Mann gegen 555 600 im Marz 1922 unD 403 400 im Marz 1913. 3m Aa che ne r Steinkohlenbezirk b lief sich Die Kohlenförderung auf 243 516 T. gegenüber 264 380 T. im Monat März des Jahres 1913 Tie Kokserzeugung betrug 69 831 T. gegenüber 98 042 T. im ^ahre 1913. An Briketts wurden 12 260 T. gegenüber 8 160 T. im Mar , 1913 gefordert. Die Belegschaft flieg g genüle. 15 624 Mann im Jahre 1913 auf 20 750 im Berichts- monat Tie ÄDbienf"rserimg R ieder schleslens betrug im Berichtsmonat 500 694 T. gegenüber 529 391 T. im März 1923 und 451 988 T im März 1913. Arbeitstäglich: 19 257 T. gegenüber 20 380 bzw. 18 833 T. Die Koks- und Brikett- herslellling betrug im Derichtsmonat 72 637 T gegenüber 88 782 T. im März 1923 und 73 528 T im März 1913. Arbeitstäglich 2794 T. gegenüber 3415 T. und 3064 T., Die Brikettherstellung 11 151 Sonnen im Berichtsmonat gegenüber 9225 S. bedroht hatte, fiel an Europa zurück. Außerdem gab es nur geringfügige Grenzberichtigungen. G org Isenbrandt sorgte dafür, daß die Gletscher- felder, die er längs Der Grenze für seine Arbeiten benötigte, ihm auch durch den Friedens- Vertrag zur Verfügung gestellt wurden. Aber das waren unbewohnte SiSwüsten, deren Verlust das gelbe Riefenreich kaum empfand. Darüber hinaus wurde auch von weißer Seite beim Frie- densabschluß sorgfältig alles vermieden, das etwa Keime zu neuen Kriegen abgeben konnte. Jede Kriegskostenentschädigung wurde vermteden, und -ilgetai beeilte sich, diese günstigen Bedingungen so schnell wie möglich anzunehmen. Gr tat es um so mehr, als die Dinge in China selbst seine ganze Tatkraft erforderten. Die alte republikanische Bewegung im Süden des Reiches, vom Kaiser Schitsu mit Gewalt niedergehalten, von Toghon-Khan mit brutaler Gewalt nieöer- Sschlagen, flammte jetzt mit neuer Kraft auf. geta besaß nicht Die Macht, ihr entgegenzutreten; denn von Tag zu Tag wurden seine eigenen Kräfte durch die ständig wachsende Macht dcS Batu-Khan in Urga gebunden. Mit der Stoßkraft des Gelben Reiches nach außen hin war es für lange Zett vorbei. Am 8. August war die große Armee an der dsungarischen Pforte zugrunde gegangen. Roch in den letzten Augusttageu konnte llgetai von Peking aus den Frieden mit Europa schließen. Aber schon in der ersten Septemberwoche brach der Bürgerkrieg im Gelben Reiche aus. Der Süden erllärie sich zur unabhängigen Republik. Dom Rorden her aber trat Vatu-Khan gegen Peking hm feinen Vormarsch an. der erst nach gegen boS Urteil deS Oandgerid*8 11 eingelegte Berufung wird vvrutuMchtl ch tn wenigen n vor -em ÄonuncEgerW zur ‘le hoardlu g gelangen. • Sic WannHeimer Tagung der Deutschen Girov er bände Die fomntu# realen Girvverbände haben auf ihrer Tagung zu Mannheim beschlossen, Den ihnen Lmgelchtossen.-n Sparkassen für ihre Guthaben bei Len Girozen- ttalw die Wertbeständigkeit auf Grundlage des amtlichen Dvllarkurses zuzusichern und ha.en damit den Sparkassen ermöglicht, daS Gleiche auch ihren Svarern gegenüber tun zu können. Für eine ei Isprechende wertbeständige Deckung ist Sorge getragen. Die Zinsfatzfrag« fall nach Beschluß der Versammlung vorläufig nach den örtlichen Verhältnissen geregelt werden. Auf eine 2lirfrage des Reichsbantpräsidenten wegen der Zrnspolitit der Giroverbände wurde an chn das Erchchen gerichtet, Vertreter der sämtlichen zcn- tixtien Geldinstitute zu einer Besprechung einzuberufen, um gemeinsame Dckch'-üsle hrrbeizufuhren. 3n t«r Frage der Gvldmarkbilanzen wurden endgültige Beschlüsse nicht gesüßt- Ein Ausschuß soll gemeinsame Richtlinien auSarbeiten und in der nächsten Sitzung vorlegen. • Die städtische Sparkasse in Rheydt suchte infolge Les Nichietngangs verschiedener, durch den SparkassendirelLor ausgeliehener Darlehen für die Rückzahlung anderer Kredite um Stundung nach Der Oberbürgermeister beantragte sofort eine Revision der Sparkasse Lurch vereidigte Revisoren und leitete eine Untersuchung der erfolgten Darlehensgeschäfte ein. Frankfurter Dorfe. Äranf f ur t,28. April. Tendenz: Geschästslos — Wenn die bisherige Geschäftsstille noch irgendwie überboten werden konnte, so ist dtes fidjej mit dem heutigen Wochenbeginn geschehen. Es herrscht sowohl bei den Händlern, als auch bei der Spekulation und damit wohl auch bet dein Publikum eine Unlust vor, wie sie kaum überboten werden kann. Wenn auch die feste Lage des Goldmarktes und der Mangel an letztgem verfügbaren Kapital die Geschäftstatigkett stark beeinträchtigt, so müssen doch noch andere Grunde für diese Haltung an der Börse mitb^timmend fein, und zu diesen gehört wohl der unbestbnmte Ausgang der kommenden Wahlen zum Reichstag und die noch ungeklärte Lage hinsichtlich des Sachverständigenplanes. Während der Montan» markt anfänglich ganz vernachlässigt war, fanden, wenn auch nur wenige, Umsätze auf dem CleEtrt» zitägsmartt und auf dem Chemischen Markt statt. Die Kurse konnten sich gut behaupten, öprozenttye Reichsanleihe, fest, 0.C82 nach anfänglich 0,0c 21/3, Mannesmann 22. Oberbedarf 12,50, Caro 14,50, Phönix 21,50, Griesheim 9,50, Höchster 10, Scheideanstalt 13,6, Badische Anilin 13,25, A. E G 7,50, Licht und Kraft 9,3, Hapag 195/8, Norddeutscher Lloyd 4,50. 3m freien Verkehr war das Geschäft noch kleiner, zeitweise über- Haupt niemand anwesend. Die Umsätze stnd mehr als bescheiden zu nennen. Die erzielten Kurse lagen aber dem Schluß der Vorwoche gegenüber fest behauptet. Api 3,25, Decker Stahl 5,25, Decker Kohle 6,1/«, Brown Boveri 1,50, Growag 0,175, Petroleum 9^/g Geld, Tiag 1,75, Ufa 4,75. Berliner Börse. Berlin, 28. April. Nachdem die Ultimv- zahlung an der Effekten» und Metallbörse vor» ubergegangen ist, ohne bis auf den Zahlungsverzug einzelner mittlerer und kleiner Firmen an letzterer zu den vielfach befürchteten Zwischenfällen geführt habens war heute an der Börse Die Stimmung wesentlich beruhigter. Hiermit ist gleichzeitig auch der bisherige Rückgang der Kurse zum Stillstand gekommen bzw. eine Erholung ein» getreten. Diese gründete sich außerdem auf eine gewisse Entspannung am Geldmarkt und Hoff» nuifgen, daß die amerikanische Finanzwelt geneigt sei,' sich an der geplanten deutschen Repara- tionSanleihe in größerem Umfange zu beteiligen. Hierfür wurde auf die verschiedenen Pressemeldungen und auch auf den mit der neuen Golddiskontbank abgeschlossenen ReLiskontvertrag über 5 Millionen Dollar verwiesen. Was d-e noch laufenden Frankenverpflichtungen per Ende Mai anbetrifft, erwägt der Dörfenvorstand die Vor» nähme eines allgemeinen Clearings Krfür, worüber näheres in den nächsten Tagen beschlossen werden soll. Eine leichte Belebung des Geschäfts mit einer Befestigung des Kursstandes war aber nur anfangs festzustellen. Später herrschte Die übliche Geschäftsstille. Die Kurse vermochten dabei ihre anfangs erziellen leichten Ausschläge behaupten. Diese betrugen nur bei schweren Montan- und einzelnen Industriewerten, die bei der Verstauung der Vorwoche am meisten mitgenommen worden waren, über 1 bis vereinzelt 4 Billionen Prozent. Am Devisenmarkt find die Anforderungen, namentlich für die Hauptplähe, geringer geworden. Die Kurse waren daher überwiegend unverändert. Für einige Nebenplätze konnten die Zuteilungen etwas erhöht werden. 0,082 3,75 8,25 7,5 aro Ifen1 19,38 13,25 9,25 8,10 10 3 t,7 15 1 12 12,03 2,6 9.75 10 9,75 9,33 Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 8 13 25,1 29,50 7,13 9,60 8,67 3,4 26,25 31,25 4,25 50 25 3,6 6,1 7,2 6,2 8 13,26 1,6 0,38 0,425 ".1i2 0,4 >0 19,65 4,5 19,25 4,4 1,87 17 19,25 19,75 4,7 3,75 6,13 7 u,j40 0,1 0 0,24j 10,40 14,50 31 10,38 14,50 31 35,50 45,50 7,33 12,25 8 12. 0 21,-0 22,50 33,50 4,2 81 4,25 43 25,5 4,2 81 4,25 51 'N 6,70 8 2,09 2.5 30 1,9 2,75 0,3875 0,450 9,05 10,25 7,07 8,25 13,6 7,50 10,25 4,6 2 0,4 0,65 86 9,87 13.75 28,10 33,6 45 6 12 7,75 13,50 19,13 21 31 45,5 7,40 12 7.90 12,5 21,5 22,5 0,08 0,46) 0,2 0 0,925 0, 3 0,245 0,08 E 0,485 0,240 0,920 0,120 0,240 9,7 9, 7 10,13 ■durembnrg...... Irdjtntr «ergtoette . . ■r Bergbau...... fe 91fdicr8lebtn. . . . 8.25 2,1 35 8.5 2,<5S 16,2 13.13 1,3 10 9,75 10,13 7,7 8,50 14,5 7,65 10,25 4,5 28 30 1,9 0,4 0.6 30,75 10,2 14,25 31,50 36.50 46,25 7,2 12 8,11 13,1 21,65 23,65 82,25 3,3 5,75 6 2.6 8,25 Mitteldeutsche ffrebttbant . . Ccfteirctdjifw« Er« di (anstatt Beflbanf........... litcramische Werte Albin .. Zementwerk Heid«ld«H . . Philipp Holjmnna ..... SInglo Cont.-Muano Badische Anilin........ Chemische Mayrx Alapin. . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke...... i'oljbcr'oblung........ NütgerSwerke Scheideanstalt eng- Tlektriziiats^esellfchaf» Bergmann - -......... Molu'r^slwerke...... .« Schlickert . . ....... Siemen» Jk HalSk« ....«« ildlerwerke Kley« Daimler Motor«. ..... Hevligenstaedt......... w.egutn. ... -....... Nranlfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . MktoNacsellschaf» Frankfurt. Bet. Union ....... Scduhsabrtk Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . Kaliwerk Westeregeln Laurahülte...... Oberbedarf mkbtrf Montan. .. telluti Bergbau. - . 67. Denllche Mrlchsonielh, <•/« D«n«s-be Reichsanleihe SV**/. Deutsche R.tch-'aiileihe S/I Deutsche ReichSmileibe euische Lvarpramienanleth« VI. Breuhische «onsol» . . - V> Hessen........... l’V/n Hessen Vf. Hetzen ...... Deutsche Wert^. Dollar-Anl- dto-Toll.-Schav-Anweijung VI. Zolltürken ........ 6*/. «oldmexikan» Berltn« Handelsgesellschaft Äommeri- und Prlbat-Bank Darm st. und Naiionalbank . Deutiche Bank......... Deuische BereinSbank .... •) Dom Rückzahlungstvcck. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (lln Billionen Mark auZgedrllckt. Buenor-AireS. London, Neu. hort. Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheiten.) Banknoten. In Billionen Prozent Frankfurt a M Berlin Scylulj- Kur» bd)Lu • fiure i-xntuh. K» » Schtuh- Kur» Datum: 25. 4. 26 >. ?■>. 4. 28.4 fFtrTfr-, Q-ö. April Geld Revan. Brie' Mrorttrr Vottu ........ »ranzSsische Woten ....... Täni'che Noten ......... Schwedische Noten Holländische Noten . . ... . Deursch-Lesterreich, i 100 Kronen Umeritanische Noten....... Englisch« Noten ....... tztalienische Rote«......... belgische Noten Unaarilche Noten . ....... rschechoslowakilche Not«. . . • • Norwegische Noten ....•••• Rumänisch« Noten- Spanisch« Roten .... • 74,81 74,99 2 28,83 28,97 voll 70,5? 70,88 2 110,17 111,0' 2 151,41 157,19 1 6,03 6,07 voll 4,13 4,21 1 18,45 18,55 2 19,20 19,30 voll 23,41 23,56 2 £.39 5,4 voll 12,86 12,94 4 58,25 68,55 2 2,19 2,21 voll 6Z,95 48,25 2 e Lelegraphilche Auszahlung. * 26. April 2H April Repart. Anulicve Noucruni 'UiitUD: («Ctö tonet 111 Brief 26. 38., (Mrlö Brief flmfl.-mott. 1b6,61 167,39 155,41 23,41 167,19 1 1 22 74 22,85 23,58 1 1 Gbrifttanin. E8.25 58,56 68,25 58,55 3 3 Koprnliacikn ;o,2 70, 70/>2 110,47 70,83 1 1 Stockholm. 110.J7 111,03 111,03 2 2 6«lfinafor4 10,52 10,58 10,52 10,58 18,85 18,645 4.21 2 3 HtalitN . London . yieutiot! . . 18,’S 18,405 4,1 J 18,85 18,435 4,21 Ä 4,13 1 1 1 1 1 1 'Barts .. . 26,73 26,87 27,43 27,57 1 1 Schweiz . 24,41 74,79 74,61 34,99 1 1 Spanien . Wien tn D-- Oeü-abaeck. b8,15 18,43 67,95 68,25 2 8 6,08 6,12 5,9) 6,8? voll voll Praq. . Budapest. 12,46 12,54 12,43 '2,54 1 3 6,18 5,62 5,28 voll voll Buen^Aire» Bulgarien . Japan .. . Ihio oe Jan ytlarao . 1,845 135 . 1,34.» 3,03 1,675 3 1 ?,0J 1.67J 5,11 1,835 L voll 10 voll 2 1,475 6,28 13,16 0,48. 5,32 18.24 1,475 5,28 13,16 13,24 5 40 1 11 voll 1 Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. April. Am Produktenmarkt ist das inländische Angebot fast überall reichlicher geworden. Dies zeigte sich namentlich beim Hafer, tec auch infolgedessen seinen Preisstand nicht voll behauptete. Für Gerste war das angebotene Material gleichfalls reichlicher. Namentlich zeigt sich von Polen vermehrtes Angebot in Brau- und Futtergerste. Beim Roggen überstieg das Angebot die Nachfrage. Weizen hatte ruhiges Geschäft. Die übrigen Artikel wiesen bei wenig veränderten Preisen keine wesentlichen Umsätze auf. Allgemein wird die Llnternehmungslust bzw. die Kaufkraft der Kundschaft und Händler durch die Geldknappheit nach wie vor beeinträchtigt. Es notierten für je 1000 Kilo. Weizen, märt 173 bis 178 (ruhig), Roggen, märt 132 bis 138 (schwach), westpr. 128 bis 130 (schwach), Braugerste 170 bis 190 (ruhig), Futtergerste 155 bis 170 (ruhig), Hafer, mark. 130 bis 138 (schwach); für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,50 (ruhig), RSggenmehl 20 bis 22,50 (ruhig), Weizen- fleie 10,30 bis 10,40 (stetig), Rogaenllcie 9 (ruhig); für je 50 Kilo: Raps 310 (still), Leinsaat 410 (still), Viktoriaerbsen 27 bis 28, kleine Erbsen 16 bis 18, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 18, Wicken 12 bis 14, Lupinen 12,50 bis 13, Seradella, alt 16,50 bis 17,50, neu 12 bis 14, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 22, Trockenschnitzel 9,60 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. April. Der Markt war zwar sehr stark besucht, doch bewegte sich der Umsatz in sehr bescheidenen Bahnen. — Auch hier ist es in erster Linie die feste Haltung des Geldes, die jede größere Ausdehnung des Verkehrs unterbindet. Die Preise waren durchweg etwas fester, besonders für Weizen und Roggen. Auch Futtermittel lagen gut behauptet. Man notierte für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,15 bis 18,50, Roggen 16 bis 16,25, Braugerste 20 bis 21, Hafer, Inland. 15 bis 15,40, Weizenmehl, südd. Spezial 0 27,50 bis 28,50, Roggenmehl 23,50 bis 24, Weizen- und Roggenlleie 9,50 bis 10,50, Mais 19,25 bis 20 Mark. Frankfurter Schlachtviehmartt. fpd. Frankfurt a. M., 28. April. Dem heutigen Hauptmarkt waren zugetrieben: 238 Ochsen, 58 Bullen, 665 Färsen und Kühe. 269 Kälber, 135 Schafe 2246 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen, vollfl. ausgewachsene 50 bis 58, junge fleischige 42 bis 48, mäßig genährte 35 bis 40; Bullen, vollst, ausgewachsene 38 bis 44, vollfl. jüngere 35 bis 47; Färsen und Kühe, vollfl. auegemäftete Färsen 50 bis 56, vollfl. ausgemästete Kühe 42 bis 48, wenig gut entwickelte Färsen 40 bis 48, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 36 bis 41, mäßig genährte Kühe und Färsen 25 bis 35, gering genährte Kühe und Färsen 10 bis 20; Kälber, feinster Qual. 60 bis 65, mittlerer Qual. 50 bis 58, geringerer Qual 40 bis 45; Schafe 25 bis 40; Schweine unter 80 Kilo 45 bis 55, von 80 bis 100 Kilo 55 bis 58, über 100 Kilo 56 bis 58 Mark Der Groß- und Kleinviehmarkt wurden langsam geräumt, derSchweine- maift verlies gedrückt und hinterließ ileberftand. AnS Vcm Amtsverkündigungsblatt. ♦ DaS Amtsverkündigungsblatt Nr. 29 vom 25. April enthäll: Die veterinär- polizeiliche Beaufsichtigung der Zuchthengste. — Tollwutverdacht. — Gebührenordnung der Hebammen. — Gesetz über die Standesverhältnisse der Apotheker. — Staatsmittel für die Versorgung der Hebammen. — Einsendung der Hand- und Tagebuchauszüge. — Vergütung für den nebenamtlichen Schulunterricht. — Kinderarbeit tn gewerblichen Betrieben — Beurlaubung der Lehrer und £ezre.in en — D rch üjrutu des Dvl -schul» gesehes. — Aushebung der Verleyrssperre. Büchertisch. — DieRechtSwissenschaftder Gi." gen wart in Selbstdarstellungen heißt ein vom Verlag Felix Meiner in Leipzig geplantes Sammelwerk, dessen erster Band, von Professor Hans Planitz hwausgegeben, die Autobiographien acht großer Juristen unserer Tage enthält. Besonders erfreulich ist eS, daß die Lebensbeschreibung des kürzliche verstorbenen Donner Gelehrten Zitelmann noch Aufnahme finden konnte. Neben ihm finden wir den berühmten Zuiisten Cosack, dessen Gießener Do- zententätigkeit wir das bekannte hessische Staatsrecht verdanken, den bekannten Leipziger 03er- sicherungsrechtler Victor Ehrender g. dessen Beitrag sich durch einen besonders frischens launischen Stil auszeichnet, an dem ja auch feine Verlesungen nicht arm waren, ferner Otto Fischer, den langjährigen Breslauer Zivllprv- zeßler, den Freiburger Romantisten Otto Lenel, den früheren Leipziger Staatsrechtslehrer Otto Mayer, den durch seine Freundschaft mit dem Kronprinzen auch Baien treten bekanntgewordenen Donner Staatsrechtler Philipp Zorn und schließlich als einzigen Mann der Praxis den Ober» reichsanwalt Dr. Eber mayer. Das Buch rechtfertigt sich selbst. 3n fesselnder Weise werden wir in die Werkstatt des einzelnen Forschers geführt. Wir lernen seine geistige Entfaltung kennen, sehen, in welcher Geisteslaae die Probleme feiner Wissenschaft an ihn herankommen und wie er sich mit ihnen auseinanderseht. Der große Huris! ist nicht nur Gelehrter, sondern auch Vermittler neu entstehender Rechtsgedanken, Rechtsschöpfer, als solcher tritt er uns hier in erster- Linie entgegen, so daß das Gesamtwerk im Ganzen eine großartige Ueb erficht des wissen- schastlichen Levens unsere Zeit und des augenblicklichen Standes des lebenden Rechts zu geben verspricht. — E. Weißenborn-Dancker, »Der Schrei nach 2eben“. Roman. Vertag Es werde Licht G. m. b. H., Berlin SW 68. Geheftet 3, gebunden 4,20 Mk. — Scheint das Thema an sich auch der Nachtseite des Lebens zugewandt, so werden diese Schatten doch 'cerflärt durch das Licht, das der feinsinnigen dichterischen Gestaltung des Stosses entströmt, die in einem gläubigen und warmherzigen Bekenntnis zur altbezwingenden Menschenliebe hoffnungsvoll ausklingt. (3n einem Teil der 2luflage wwderhott.) Gin Rekordflug von Paris nach Bagdad. Bagdad, 28. April. (WTB.) Der französische Fliegerleutnant D 0 i s y hat die Reise von Paris nach Bagdad auf einem Dre- q uetf l ugzeug in der erstaunlich kurzen Zeit von zweieinhalb Tagen zurückgelegt. Er traf am Samstagabend auf dem Wege nach Indochina hier ein. Der Flieger hat Paris am Donnerstag verlassen und erreichte noch an demselben Abend Bukarest. Von dort stieg er Freitag früh von neuem auf, überflog Anatollen, Aleppo und verließ es am Samstag- morgen. Er flog den Euphrat abwärts nach Bagdad, wo er am Sonntagmorgen in der Richtung Basra seinen Flug fortsehte. rffaas ptädrtiQt jßöar MBH in duftiger Schönheit, Reinheit und fülle — wie Sie es sich wünschen — erhalten Sie einzig u. allein durch regelmäßige Kopf Waschungen mit dem millionenfach bewährten, sodafreien KOMBEUa r^4HAMPOON zu haben: Emil Karn, Central-Drqgcrie, Hans Noll, Neustadt» Drogerie, Drogerie Walter WaldschmidL 29030 Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Detr.: Die Reichstagswahl am 4. Mai 1924. Für die Reichstagswahl ist die Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald in folgende Abftimmungsbeztrke eingeteilt: , , „ Aliceftraße iAbstimmungsbezirk Rr. 18k Am Kugelberg (14), Am Pfarrgarten (5), Am Steeg (8), Am Weher (8), An den Bahnhöfen (8), An derZohanneskirche (18), An der Warte (10', Anneröderweg (14), Asterweg (2), Auf der Dach (1), Auf der Weißerde (9), Aulweg (9), Bahnhofstraße (6), Bergstraße (11), Dismarckstraße (13), Dleichstraße (12), Brandgaffe (16), Brand- nlah (16), Braugasse (16), Druchstraße (11), Duchnerstraße (8), Duddestraße (7), Bücking- spaße (4), Burggraben <1), Crednerstraße (8), Dammstraße (2), Diezstrahe (16), Doe- ringstrahe (14), Dreihäusergasse (16), Tbeb spaße (9), Gderstraße (2), In den Eich- gärten (14), Eichweg (14), Erdkauterweg (9), Erlengasse (16), Frankfurterstrahe (71, Friedrichstraße (7), Gabelsbergerstrahe (5), Gaffknstrahe (8), Gartenstrahe (11), Georg Phil. Gailstraße (13), Glaubrechtstrahe (8), Gnauthstraße (12), Goethestraße (12), Gra- benstrahe (ß), Gutenbergslrahe (13), jZamm- straße (5), An der Hardt (3). Henselstraße 12), Hessenstrahe (13), Hinter den Schieß- gärten (3), Hillebrandstraße (8), Hofmann- straße (8), Hundsgaffe (1), Iheringstrahe 9), Im Gartfeld (2), Iohannesstrahe (18), Kaiserallee (15), Kanzlelberg (16), Kaplane,. gaffe (16), Kaplansgaffe (18 , Katharinen, gaffe (18), Keplerstrahe (13), Kirchenplatz (1), Kirchstraße (1), Kunikstraße (8), Korn- blumengaffe (5), Kreuzplatz (17), ftrofborfer. straße (3). Lahnstraße (5), Landgrafenstraße (16), Landgr. Phil. Platz (16), Landmann, spaße (13), Leihgesternerweg mit Bergwerk (9), Lessingstraße (12), Licherstraße (14), Liebiastraße (9), Lindengaffe (1), Linden- platz (1), In Laders Hof (5), Löderstrahe (11), Löwengaffe (17), Lonystraße (12), Cub« wigsplatz (11), Ludwigstraße (10), Mäus- bürg (17), Maigaffe (17), Marburgerftraße (4), Marlulaubenstraße (16), Marktplatz (1), Marktstraße (5),Mittelweg (8), Moltkestraße (15), Mühlstrahe (5), Kleine Mühlgasse (5), Rahrungsberg (13), Reuen Bäue (16), Neuenweg (18), Neustadt(5), Nordanlage (3), Ostanlage (15), Plockstraße (18), Am Riegelpfad (10), Rittergasse (17), Rodheimer Straße (3), Am Rodberg (4), Roonstraße (15), Sandgaffe (5), Schanzenstrahe (5), Schiffenberg mit Herrnwald (13), Schiffenberger Weg (13), Schillerstraße (2), Schloßgasse (16), Schottstraße (4), Schützenstraße (3), Schulstraße (16), Seltersweg (17), Senckenberg. straße(16),Sonnenstrahe(16),Steinstraße(4), Großer Steinweg (14), Stephanstraßc (11), Süd nlage (18), Teufels ustgärtchen (17), Tiefenweg (5), Triller^asse (16), Wagengasse (16), Wa>!torstraße(l), Weidengasse(16), Weserstraße (2), Westanlage (6 , Hin'er der Wesianlage (6), Wettergasse (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingaffe( 1), Wetzsteinstraßes 1), Wiesecker Weg (4), Wiesenstraße (15), Miß- marerStraße (3), Wilhelmstrahe' 10), Wilson- straße (9), Wolsstraße(13), Wolkengaffe(17>, Iozelsgasse (1). Die Abstimmungs°(Wahl-)Räume befinden sich: , , , Für Abstlmmungsbeckrk 1 im alten Rathaus, Marktplatz 14 2 im städt. Dienstgebäude, Asterweg 9 3 im Gewerbehaus, Kirchstraße 16 4 im Schulhaus, Schillerstratze 8 5 im alten Schulhaus, ‘Jleuftabt 61 6 im Schulhaus, Westanlage 43 7 in der alten Klinik, L>ebigstrahe 16 8 in der alten Klinik, Liebigstrahe 16 9 im Konfirmandensaal, Liebigstraße 56 10 im Realgymnasium, Ludwigstraße 11 11 im Stadthaus, Bergstraße 20 (früher Steins Garten), Zimmer 6 12 im Handelskamm'-rgebäude, Lonystraße? 13 in der Oberrealschule, Stephanstraße 12 14 im Israelit. Gemeindehaus, Lonystraße 4 15 im Zuftizgebäude, Ostanlage 15, Saal im Erdgeschoß 16 im Regierungsgebäude, Landgraf. Philipp Platz 3, Sitzungssaal 17 im Hotel Prinz (Carl, Seltersweg 40 18 im Stadthaus, Gartenstraße 2 (altes Dürgerrnciftereigebäude), Zimmer 7. Die Wahlhandlung (Abstimmung) findet am Sonntag den 4. Mal von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags statt. Jur Stimmabgabe dürfen nur amtlich her» gestellte Stimmzettel, die alle zugelaffenen Kreiswahloorschläge, die Partei und die Namen der ersten vier Bewerber jedes Vorschlags enthalten, verwandt werden. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Stimmberecht gte tzurch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel auf. gednuckten kleinen Kreis setzt, oder durch Unterstreichen oder in sonst erkennbarer W'ise kenntlich macht, welchem Wahioor. schlag er seine Stimme geben will. Stimmzettel, die mit sonstigen Vermerken oder mit vorbehalten versehen sind, sowie nicht amtlich he! gestellte Stimmzettel sind ungültig. Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt im Abstimmungsraum unter gleich, zeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschlags. Stimmscheine, die nach § 9 der Reichs- stimmordnung für besondere Anlässe aus. gestellt werden (z. B. wenn der Stimm, berechtigte aus zwingenden Gründen am ,)lbftimmungstag auß rhalb seines Stimmbezirks sich aushält) können nur noch bis einschließlich Freitag, den 2. Mai 1924, abends 6 Uhr beim städt. Wahlamt Stadt- Hausfrauen! :;350id ■ Wählt nicht nur am 4. Mai sondern immer Waschmeister das erstklassige Waschpulver yr* In allen Gescharten der „Knla“ erhältlich AII.Fabr.Chem.Fabrik Rich.Beier&Co. Frankfurt am Main. Haus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14, beantragt weiden. 3346 B Gießen, den 29. April 1924. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Selb. 2flammi(icr, gebv., nm erhobener O a * h e r d Kaninchen mit Ställen billigzu vevt Bon 6 Ubr abends ob. 0195'32 Kaiicrallee 19 V. Biudiüüjenaiierilrt I ef.it tu je6ergewün|d)ten »hitltattu q DTciemtrt Die BrUHI fch«Un!versttäts. Dcuckciet, R. Gange. mit Sdjräntfbeit ioiu. (Ondtnolnmve iimuinöbnlbei so on mi ucrfoideu B 'hubokttraste s4, Oiar'vniuoUnHna «räitioe nnt beleumundete »WNeiMMe igforl ilä AkirctMcn ariudil. 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Albach. 3323V Gleiche Verkaufsstellen: Frankfurt am Main, Wiesbaden, Darmstadt, Friedberg und Offenbach __________________________________________________ 3335a inheit und ünschen -i iurch regelt ‘onenfach Sämtliche Bedingungen werden vor der Dersteigerung bekanntgegeben. Zusammenkunft vormittags 9.15 Uhr, am Bahnhof. 3348 D Langsdorf, den 28. April 1924. Bürgermeisterei Langsdorf. Bender. n. KiK ra gr. A. Don ' Auto- t Sag? »b die be. ner Stoaiz. » 2er- -dessen *, laiml» H seine r Otb ivilpw- Lenel, x Otto nit dem irdenen schließ- 1 Ober- > Buch werden !vrscherS ltsaltimg >ie Pro- tionuntn eht. Dn :«tn auch gedanlen, 1 d er in ltwerk im i vissen. s äugen- -u geben .Der -rtag Es Teheflel Sterna an igiaxmbt, durch das Mlattuna bigen uns vingenden ^lls Kapitalanlage Suche gegen «ar Auszahlung sofort Wohnhaus mit 4X3 Zimmern ob. Dovvel-EtagenhauS. Ausführi. Off. nur mit Preisangabe um, F.T.3789 an Ala Haafensteln u. Vogler. Frankfurt tt M. 3351A Uiiüm-M stets vorrätig. 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Punkt 2: Endgültige Beschlußfassung (zweite Lesung) über Aenderung der §§ 54d, 55 und 58 des Statuts. Punkt 3: Verschiedenes. Die Bilanz liegt vom 1. Mai ab 8 Tage im Geschäftslokale offen. Lollar, den 29. April 1924. Der Vorsitzende des Aussichtsrates. -m 24 39 36 33 3 Fichtenstämm. 1 8 15 11 Fichtenderbst. 1 Kieiernstamm Labenslorm, Beinndheltipflege, Kranken- ieland-nng, ■atnrhelilekre, okkulte Medizin uw. in reicher Auswahl im Reformhaus Kreuzplatz 5. Der Voranschlag für 1924 liegt von Mittwoch, den 30. d. Mts. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit daselbst vorgebracht werden. (Es ist die Erhebung einer Umlage beschloffen, zu der auch die Ausmärker bei« zuttagen haben. Weickartshain, den 28. April 1924. Bürgermeisterei Weickartshain. _______________Hock. 3327V Fstm. 2. Klaffe . 3. . - 4. . „ 5. „ - 6. . „ 3. . . 4. „ . 5a . » 5b „ 168 er. Am Freitag, dem 2. Mai 1924, abends 9 Uhr, findet im Restaurant des Kameraden „Faulstich", hier, Dahnhofstratze Mitglieder- Berfammlung statt. - Tagesordnung: 1. Regiments- und Stiftungsfest am 1. Juni in Gießen; 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend erforderlich. _ m „ Der Vorstand. „ „ 5. „ w n 6. „ Fichten-Stämme 3. Klaffe » „ 4. „ -- n 5a» „ Bekanntmachung. Die durchberatenen Voranschläge der Gemeinde und Mark Muschenheim für Rj. 1924 liegen vom 29. April bis 5. Mai L Zs. zur Einsicht der Interessenten auf unserem Bureau offen. Es ist bei dem Gemeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschloffen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Muschenheim, 26. April 1924. Bürgermeisterei Muschenheim. Decker. 3343V » m « 8 b.„ =273,60 ;; Die Derkaufsbedtngungen liegen bei uns offen. Das Fichtenstammholz ist ent- rindet, jedoch ebenso wie das Eichenholz mit Rinde gemeffen. Barzahlung innerhalb 4 Wochen. einen Rabatt von 20% bewilligen die an der Kasse in Abzug gebracht werden. Wenn Sie bedenken, daß unsere Preise die billigsten in Deutschland sind und wir außerdem 20 Prozent Rabatt geben, so ist das eine Sie Anden Bücher imd Schriften Giehen u.Umg. e. G.m.b.H. An unsere Mitglieder! Die Angestellten unseres Vereins haben beschlossen, den 1. Mai als Feiertag zu begehen. Die Verteilungsstellen bleiben deshalb am Donnerstag, bem 1. Mai geschlossen. Wir bitten unsere verehr!. Mitglieder, ihren Warenbedarf am Mittwoch und Freitag einzudecken. Der Vorstand. In den Sommermonaten 1. Mal ist die Besuchskarte der Lesehalle auf 50 Pfg. per Monat festgesetzt. Der Besuch wird nochmals wärmstens empfohlen, über 100 Zeitungen und Zeitschriften liegen jetzt auf. 3341h „Herso" Lesehalle, Kirchenplatz 9 Bekanntmachung. Die durchberatenen Voranschläge der Gemeinde und Mark Birklar für Rj. 1924 liegen vom 29. April bis 5. Mai L Is. zur Einsicht der Intereffenten auf unserem Bureau offen. Es ist bei dem Gemeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschloffen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Bttklar, 26. April 1924. Bürgermeisterei Birklar. Müller. 3344V Bekanntmachung, Die zur Herstellung von Kanälen erfo» derlichen Iementrohre sind zu vergeben. An« geböte sind spätestens am 10. Mai 1924 oorm. 11 Uhr an das Stadtbauamt abzugeben. Daselbst find Vordrucke erhälttich. Gießen, den 28. April 1924. Stadtbauamt Gießen. __________ 3. D. Rold.____________ Bekanntmachung. Der durchberatene Voranschlag der Ge» metnde R o d h e i m für Rj. 1924 liegt vom 29. April bis 5. Mai lfd. Is. zur Einsicht der Intereffenten auf unserem Bureau offen. Es ist die Erhebung einer Umlage be- schloffen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. 3365V Rodheim, den 27. April 1924. Bürgermeisterei Rodheim. Kröll. Die Stabt Lich (Oberheffen) verkauft if dem Submiffionswege: Lichen-Stämme 1. Klaffe -- 2,46 Fstm. Am Samstag, den 3. Mai 1924 kommen im Gemeinden)all) Langsdorf nachstehende Holzfortimente zum öffentlichen Ausgebot: 3 Gichenstämme---- 1.85 — ‘ “ — 22,94 --- 24,51 = 13,62 = 7,92 4,32 = 0,90 --- 5,05 = 4,51 = 0,90 = 0,74 Statt Karten im 54. Lebensjahr. Statt Karten! Die Beerdigung findet Mittwoch 3 Uhr auf dem unmöblierte Neuen Friedhof statt. Lich, im April 1924. 019608 019505 Statt Karten! gesucht. 33168 016597 Cheviot M Heuchelheim, den 29. April 1924. 3366V Palast Lichtspiele Lichtspielhaus Kinder Bis einschließl.Donnerstag Men TAO Kaufhaus per sofort für 4-6 Wochen Katz CroOeAuswah! Babiiliflfslr.14 Kaufhaus Katz ER Tolle Groteske mit Harold Loyd. HOHEN-'REKORD SM E E N Generalvertreter g Hans Bieler, GieBen, Südanlage 10. Fernsprecher 1409, mit und ohne Wollrand Für die aus Anlaß der Konfirmation unserer Tochter übersandten Glückwünsche, Geschenke und Blumenspenden unseren herzlichsten Dank. reine Wolle 19 50 Dienstmädchen, Küchenmädchen, Wäscherin und Büglerin nebst Küche oder Kucyenoenuyung. Schriftliche Angebote unter 332ID an den Gießener Anzeiger. r r Am 27. d. Mts. verschied nach langem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser Bruder, Schwager und Onkel Kumpf und Frau Marburger Str. 111. Metaübettev Stahlmatr., Kinder« betten, dir. an Prio^ Slat.BIN frei Elsen- möbelfebr. Sahl LTh. Gießen (OnauthStraße 1), Berlin, Köln. Hanau, Zwickau, den 29. April 1924. Danksagung. Allen denen, die unserer teueren Entschlafenen wfihrend der Krankheit unterstützend zur Seite standen, ihr die letzte Ehre erwiesen, sie zahlreich mit Kranzspenden bedachten, herzlichen Dank. Ad. Völzel und Kind Familie Sack. Die glückliche Geburt chres Töchterchens Gisela zeigen in dankbarer Freude an Lehrer Friedrich Strössinger und Frau Mariechen geb. Schmidt In tiefer Trauer: Cläre Eise geb. Franke u. Kind Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir herzlichst. Elly Lotz Jakob Uhrhan. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Wysk. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. April, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 333ID Hermann Eise Schneidermeister Cand. iur. sucht möhLZimmer Schrift!. Angebote unter 3317D an den Gien. An» erbeten. Am 28. April, nachts 12.30 Uhr, verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwieger- und Großmutter Frau Margarethe Wysk geb. Mattern im 61. Lebensjahre. zur Aushilfe 3361D gesucht. Frau Steigmann, Hofmannstr. 6, p. Ein älteres tüchtiges Mädchen für den Haushalt zum sofortigen Eintritt gesucht. 3336 D Konditorei u. Casö Hch. Weimar, frankfurter Str. 41. Leistungsfähige Baumwollwaren- grotzhandlung Hannovers mit eigener Ausrüstung sucht für den dortigen Be- zirk, Gießen und Prov. Hessen, einen erstklassigen Vertreter. (Es kommen nur Herren in Frage, welche bestens eingeführt sind und über la Referenzen verfügen. Offerten unter E. 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Geschäfts- stelle d. G.An». „imm [-2 möblierte I Aeltere Herrschaft, kinderlos, sucht Aü gegen Friedensmiete möblierte oder jIMll unmöblierte Ober-Cais, den 26. April 1924 ........[|[ri| 3mD | Mcfliz. SliiiiL Mädchen f. Haus-».Gartenarbeit ges. 33151) L. Gutermuth, Großen - Linden. Besseres möbl. gimmer an ruhigen Herrn abzugeben 3363D Kaiserallee 60 p. 100 qm grobe 33340. ssjwa > w* :V». 9 Demokratische Politik im letzten Reichstag Wir wollen die Erhaltung der Reichseinheit, der Demokratie und der Republik, der staatsbürgerlichen Freiheit und der Selbstverantwortung. der Hessische Bauernbund gegen die Staffelung der Grundsteuer, also gegen die höhere Belastung des großen Besitzes ausgesprochen keine ernsthaften, sachlich berechtigten Einwendungen gegen die hessische Negierung möglich sind, zetert man nach bekannten Mustern über Begünstigung von Parieiangehörigen bet Besetzung von B e a m 1 c n st c l l e n. Tas heißt, man registriert sehr sorgfältig, wenn einmal ein Demokrat oder ein Sozialdemokrat angestcllt oder befördert wird (von Zentrumsangehörigen spricht man bezeichnenderweise bei den Rechtsparteien nie), dann ist das „Futterkrippenpolitik". Kommen Angehörige der Rechtsparteien in Betracht (und das ist die Mehrzahl), dann ist das etwas Selbstverständliches, auch wenn es sich um notorische Gegner des bestehenden Staates handelt. Werden diese Parteien, wenn sie die Negierung haben sollten, auf Anstellung und Beförderung Volks- ^^rte^Ncher i-UfedHr Hinten der- gilt, demagogische und reichszerstörende Kräfte von rechts und Köpfe^behcrr^chen^1 nen' gilt, die Phrasennebel zu zerstreuen, die noch vielfach die Deutschland die nationale Freiheit und Einheit zu sichern. Für diese Aufgabe wollen wir alle Kräfte sammeln. Unser ist der Sieg! Wählt alle die Deutsche Demokratische Partei! spielt auch in Hessen eine Rolle. Finanzminister Henrich hat von allem Anfang an für die Negierung erklärt, daß dieser Abbau kein mechanischer sein dürfe, sondern daß er nur in Verbindung mit einer Reorganisation der Verwaltung und unter weitestgehender Rücksicht auf die sozialen Verhültnisie der Betroffenen vor sich gehen könne. Die Ausführung des Abbaues liegt in I «H* . ben Händen einer Kommission, an deren Spitze der Staatspräsi- wlt OCRaDiPfCll tCOC VON DlNlüLUI* Uttb deut und in seiner Vertretung der Präsident der Oberrechnungs- -7r7.7bks°nd°^ Au?g'a°b"""' v" - Wir fördern den Mittel- und Kleinbesitz der selbftverantwortlichen Die I^varrzan d Zur hessischen Politik „Hessen ist in Gefahr!" . 6 . Tas ist der Schlachtruf, mit dem der deutschnationale Abgeordnete ftinbt Politische Kinder zu erschrecken sucht. Ja- wohl, Hessen war in Gefahr, als durch die von deutfchnationaler Seite — und leider auch von einzelnen völksparteilichen Politikern — befürwortete „Versackungspolitik" das besetzte Gebiet seinem Schicksal überlassen werden sollte. Wäre das eingetreten, bann war Rheinhessen verloren und der übrige Teil des Hessenlandes wäre als lebensfähiger Staat nicht mehr zu halten gewesen. Darum hat sich die hessische Regierung in schärfster Weife gegen diese Versackungspolitik gewandt. Sie fordert, daß das Hessenland in seinem gegenwärtigen Bestand und in seinem bisherigen Verhältnis z rym Reich Ungeschmälert und ungeteilt erhalten bleibt. Diese Forderung greift Herr Kindt als eine Gefahr für das Heft fcnlanb an. Was ist nun wirklich eine Gefahr für das Land? Der Beamten-Abbau Cuno abgewirtschaftet hatte, kam die große Koalition. Doch schon nach wenigen Wochen ging sie in die Brüche. In der Deutschen Volkspartei unterwühlten die Elemente, welche ictzt ihre eigene Partei zu sprengen versuchen, die Regie- rung. Und die Sozialdemokratie stellte wie schon so ost um ihrer von den Kommunisten aufgeputschten Massen willen ultimative Forderungen, welche in Leiner Koalition tragbar sind. So brach das erste Kabinett Stresemann zusammen und das zweite, durch die Bemühungen der Demokratie auf- gebaute, hatte ebenfalls keine Lebensdauer. Dem Minderheirs- kabinett Marx, das anstatt eines von den Deutschnationalen erstrebten bürgerlichen Klassenkampstabinells kam, wurde das SLniLs™ Ruhrkampf verloren hatten, drohte der Verlust SaL # an den Separatismus. Eine törichte Außen- lolitik, bie sich an Phrasen unb Gesten berauscht, hätte baS öthemland Valoren gehen lassen. DieDeutschnationalen, zu denen H er r Dorsch, im Falle er mit deuStim. nrenber „freien r h e i n h essische n Bauern" gc- wählt wird, wieder zählt und einige Streife ber Deu11chen Volkspartei, unter Führung des jetzigen R e ichsi nne n m i n i ste r s Dr. Jarres, v e r- ^nöjen die Preisgabe des Rhein lau des und die Einstellung jeder finanziellen Hilfe, insbesondere der Zahlung der Besatzungsloften. Die Demokraten haben sich dieser selbstmörderischen Politik mit ihrer ganzen straft enfnegengeroorfen unb die äußersten finanziellen Lpscr vom unbesetzten Deutschland verlangt, um das Rheinland zu halten. Einschränkung der Ausgaben bis aufs Aeußerste unb groß- kaum erträgliche Steuern mußten die Grundlage für eine solche Politik unb für die notdürftige Stabilisierung der Mark bildm. Wft sahen und sehen feinen anderen Weg, bie Einheit Deutschlands zu erhalten unb im Rheinland wieder vertragsmäßiic Zustände herzustellen, als ben Weg der Vcrstäiidigung und dcr Leistung materieller Opfer, soweit unsere Straft geht Wenn jetzt wieder die Deutschnationalen, welche die Stimmen der Rheinhessen über den Bauern, bunb zu gewinnen trachten, die einstimmiaeu Gutachten ber Sachverständigen verwerfen so bringen sie das besetzte Gebiet in die höchste Gefahr! D,e Wähler un besetzten Gebiet mögen sich wohl ul erlegen, ob sie ’ Ermächtigungsgesetz von den Parteien der großen Koalition, also auch von ber Sozialdemokratischen Partei, bewilligt. Es war ein Notbehelf, der bei einzelnen Gesetzen unerfreuliche Folgen gezeitigt hat. Unser Streben im gegenwärtigen Wahlkampf geht wieder- um auf die Erzielung einer Regierungsmehrheit, die ErmSch- tigungsgesetze überflüssig macht und dem Klassenkampf von rechts und links keine Stätte bietet. Der Ausgleich der Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von Landwirt und Stonfumeut, von Staat unb Wirtschaft ist LebonsNotwendigkeit l ber Desperadopolitik ober der Politik der Benmilft für bie beuffche Nation unb darum Inhalt Und 8Id ber welche zuerst von Wirth und Nathenau unb jetzt auch von ©trete demokratischen Politik. I m «alige Bich toter des Ich „..Der Hif und Ihm schln Das ist flb6 fern D"Nch tv fl r Fraktion, tonsgeuieinsch Storbiefiiflc t Maul i ^ummheii an - »No, ich 2 gesunke, rechtgetviesene Ml g Up. Das if pto des Vo tokanlag, ist, , . bQ5 den Wchg? SÄ SaivMei 8 K * LrK" 9 Wjn st UNHonst,'. einen Weltkrieg verloren zu haben? Und haben eS immer die Regierungen richtig begriffen? War es richtig, dem Drängen der Schmettndustric nachzugeben und die Leistungen zn beschränken? Hat man im Ernst alles, versucht, den Ruhreinbruch abzuwendcn? Und nachdem das Unglück geschehen war, hat man den Ruhrkricg so ungeschickt wie nur denkbar geführt. Viele Goldmilliardcn hat der verlorene Ruhrkneg zwecklos verschlungen und heut stehen wir ärmer da als nie zuvor. Ist da nicht des Nachdenkens wert, wie kommen wir am besten und sichersten aus Vieser fürchterlichen Lage heraus? „Sagen Sie einmal, Eck-Wilhelm, wie denken Sie sichS denn, wenn die Deutschnationalen und die Deutschvolkischen an die Negierung kommen?" frug der B a h n v o r st e h e r. „Das warte Se nur ab," antwortete ausweichend der Eck- Wilhelm: „kerndeutsche Männer werde schon e kräftigeres Wort zu redde wisse ..." . . - „So etwa wie die bayerische Regierung und der Herr von Kahr," warf der Lehrer lächelnd dazwilchen. „Uewrigens," fuhr der E ck - Wi l h e l m sott, „verstehe ich net, wie Sie sich für die Schlappschwanzpolitik ins Zeug lege könne, Herr Bahnvorsteher, Sie sin doch Volk SP ar teil er und hawwe doch immer auf die Erfülumgspolitik geschimpft. Un jetzt könne Se net rasch genug nachgewwe und bezahle „Ich bin auch heute nach Gegner der E r fü ll u n g s p olt- tll," entgegnete etwas spitz der ^nhnVorsteher. „Aber jeder vernünftige Mensch, der sein Vaterland liebt, bringt jede« Opfer, das nötig und geeignet ist, sein Voll wieder stet zu machen.n^er^ § auc§ Dr. Wirth nicht gemeint," bemerkte lackend der Lehrer, „also nennen wirs Befreiungspolitik, wenn Ihnen das schöner klingt als Erfüllungspolittk." Der Eck-Wilhelm is auch für Erfüllungspolttik, nur darf Je nix koste, jedenfalls kei' Steuem", neckte der Schmieds a 1 u scheinst ja e besonnerer Freund vom Steuerzahle |tt sei," "bemerkte eifrig der Eck-Wil Helm. „Des grad net," gab der Schmied-Jakob zurück. „Mir sind die Steuern hoch genug und ich weiß wahrhaftig net, von was ich die neue Gewerbesteuer bezahle soll. Awwer ich waatz net, och der pgtxiotijch is, che; w M M des PMlynd mtt SfiÄÄBÄÄS'ÄS W3Ä8 ‘«ÄS' SS tot, als Sklave" verlernt. Sicher aber weist heute di« geschickt- Ilche Lage einen anderen Weg zrnn AuMeg - gm, gleich. °d man ibn nur als Vorarbeit oder ob man ihn als den Weg schwchlbw anfteht. Dieser Weg ist weniger interessant und drmnatisch als jugendliches Waffenspiel lliit dcm bösen Hintergrund hochverräterischer Gesinnungen aeaen Staat und Volksgenossen, er ist hart und mühsam und undramatisch. Aber die Frauen sollten Beamte! Beamtinnen! Der Reichsparteitag der Deutschen Demokratischen Partei hat am 6. April in Weimar sämtliche Beamtensragen be- handel, und einstimmig folgende Enlschliehung gefaßt: In Uebereilistimmung mit der bishettgen Haltung der Reichstagsfraktion der Deutschen Demokratischen Pattei betont der Patteitag erneut, daß ohne Aufrechterhaltung eines auf öftcnttich-rechtlicher Grundlage beruhenden Berufs- beamtentiims ein Wiederaufbau Deutschlands unmöglich ist. Der jetzige systemlose Abbau und seine mechanische Durchführung, der die verfassungsmäßig verbürgten Rechte der Beamtenschaft nicht achtete, hat bei ihr die Befürchtung erweckt, daß eine Beseitigung des Berufsbeamlentums die Folge sein würde. Der Parteitag fordert daher in Ueber- einftimmung mit der Beamtenschaft, nachdem 'M Reiche der Abbau tatsächlich dvrchgeführt ist, für das Reick d»e sofortige Aufhebung dieser Personalabbauvcrordnung und die Wiederherstellung der bisherigen Rechtsstellung der Beamten durch unverzüglichen zeitgemäßen Ausbau des Beamtenrechts, zumal auch für das Dleustftraf- reckt und die B e a m t e n v e r t r et u n g. ^nsbeiondett sind auch die auf Grund des Artikels 14 ausgesprochenen Entlassungen lebenslänglich angestellter Beamtinnen rückgängig zu madjen und ihr Abbau ist nur nach den Grundsätzen vorzunehmen, welche für männliche Beamte maßgebend sind. Zur Aufrechterhaltung des Berussbeamten- tums ist ferner eine auskömmliche Besoldung unerläßlich, eine Verminderung, wie sie im besetzten Gebiet an Stelle der letzten Gehallserhöhung erfolgte,^ ist untragbar. Auch die Wattegeldempsänger und Pensionäre muffen den erfolgenden Gehaltserhöhungen entsprechend aufgebeffett Alle'Versuche, die Reichs- und Staatsbetriebe in Privatbesitz zu überführen, lehnt der Parteitag mit Entschieden- ^'T?e^ mühsam gewonnene Einhett auf dem Gebiete deS Verkehrs darf pattikularistischen Bestrebungen auch nicht zum Teil geopfert werden. Beamte! Beamtinnen! Diese klare Einstellung zu den Lebensfragen der Beamtenschaft zeigt unzweideutig, daß der Beamte die Deutsche Demokratische Partei wählen mutz wenn er seine Interessen gewahrt wisien will. Darum am Wahltage alle Beamtenstimmen der Deutschen Demokratischen Partei! Bauernstand und Demokratie von allen produzierenden Ständen (und von den Lohn- 'und Gehaltsempfängern, angesichts der Minderung ihres Einkommens) erhoben werden, sind begründet zum Teil in den Schwierigkeiten des Übergangs von Inflation zu stabiler Mark. Sie werden behoben, wenn wir neues Cparkapital anmache?" „Das haste getroffe, Eck-Wilbelm," meinte der Schmied- Jakob im Weggehen. „Ich seh' dich, wie du mit der Heu- gawwel feindliche Flieger herunncr holst. Uu alle die Großmäuler, die vor 5, 6 Jahr lamentiert hawwe: ach, wär doch der Kram vorbei, die nemmes auf amol mit der ganze Welt auf un Wenns mit'm stumpfe Besem wär." „Un Steuern brauchst dann iict, das besorgt Dr. Helfserich alles umsonst," ergänzte der Müller-Auto n. „Scherzt nicht mit so bitter ernsten Dingen," mahnte zum Schluß der Lehre r. „An sich wär's nicht weiter schlimm, wenn das Voll sich einmal auf die andre Seite legen und probieren tcn an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes, der deutschen Republik, — das ist unsere nationale Aufgabe und Bestimmung. Es gibt zwar auch eine „n o ch nationalere" Jugend, die sich täglich als „christlich" und „deutsch" und „national" plakatieren läßt, die jedoch in den Wahlkämpfen ein sonderbares „Vorbild" des Anstandes und der „feinen Bildung" abgibt. Der Knüppel ist ihr Beweismittel .Dazu kommt noch politische Unreife, die verdeckt wird durch unheilvollen Mißbrarrch gesunden Nationalgesühls. Mit dieser Jugend haben wir nichts zu tun. Deutsche Jugend! Glaube nicht denen, die die Weimarer Verfassung, ohne sie je gelesen zu haben, verächtlich machen, die des Reiches Ehre besudeln, die da sagen, die ganze Rot und Entbehrung brachte uns die Republik, das-ist gemeine Demagogie. Sie rührt von dem Irrweg, den die früheren „Führer" des alten Obrigkeitsstaates unseligen Angedenkens uns geführt haben, von dem verlorenen Krieg mit all seinen Folgen. Deutsche Jugend! Laß uns gerade in Zeilen der Not getreu zur Republik und zur Verfassung stehen, Zusammenhalten in unserem Wollen, für unsere Ideale kämpfen. Es muß einmal ganz offen und klar und deutlich gesagt werden, daß wir jene partikularistische bayerische und preußische Jugend, die obendrein noch die Stirne haben, sich „deutschnational" oder „deutsch-völkisch" zu nennen, mit geistigen Waffen rü ck- sichtslos bekämpfen. Jugend der Republik! Die wachsenden Anstürme der Reaktion werden unseren Kampfesmut stärken. Je größer der Druck, je härter der Kampf, desto größer ist unser Siegcswille. Rüstet zum Kampf, kämpft im Sinne und Geiste unserer großen Weg- bereiter Ernst Moritz Arndt, Freiherr vom Stein, Hoffmann von Fallersleben, Ludwig Uhland und all der deutschen Vorkämpfer deutscher Einheit? Habt Mut und Geduld, einst kommt der Tag, da wird gespannt ein Zelt ob allem deutschen Land. Steht fest im Glauben und laßt euch nicht irre machen, ihr habt nur e i n Vaterland, drum wählt am 4. Mai die Partei, die das Erbe Friedrich Naumanns und Walther Rathenaus angetreten hat; Wählt deutsch-demokratisch! T,e D em okratie ist keine Klassen- und Jnteressenpartei. Darum sieht sie mit Bedauern, wie durch den Landbund und ähnliche Organisationen der Bauernstand in einen radikalen Gegensatz zum heutigen Staat hineingelrieben wird, der für den Staat wie den Bauernstand verhängnisvoll ist. An diesem Wider st reit haben die Nutznießer des alten Staates, bte Großgrundbesitzer voran, ein Interesse — der Bauernstand, der seine Freiheit g e g e n s i e e r k ä m p s t h a t, w a h r h a f t t g n t ch t. Ter Bauernstand gehört zu den demokratischen Schichten des deutschen Volles. Demokratie und Bauernstand haben früher miteinander gekämpft; sie werden sich wieder finden. „Wo soll er denn sonst hingehe? Zu Euch Pazifiste, die kei Kurasch im Leib hawwe und nix höheres kenne als Steuern Deutsche Jugend auf zum Kampf für Reichsehre, Neichseinheit, Rcichsverfassung! Die durch den verlorenen Krieg verursachte Umwälzung brachte den Zusammenbruch des alten Rechts und des alten Staates. Aus einer einzigen Quelle konnte damals neues Recht und eine neue Staatsform geschöpft werden, aus der Demokratie. So entstand die demokratisch-parlamentarische Republik der Weimarer V e r f a s s u >i g . Es genügt nun aber bei toeitem nicht, sich mit tiefster unb innerster Begeisterung zur Weimarer Verfassung unb zur Republik z u bekennen, mit diesem Bekenntnis fängt erst unsere Arbeit an. Wir müssen neue, lebendige Kräfte in die Republik hineinführen, wir müssen mithelfcn unb mitarbei- Die Rentenmark Welcher Sturm der Entrüstung brach in den sogenannten nationalen Kreisen, bei der Schwerindustrie, dem Großgrund- besitz unb anderen Kriegsgewinnlern los, als nach dem Kriege eine scharfe Besteuerung der großen Vermögen durchgeführt werden sollte! Erzberger mußte daran glauben. . . . Was aber war die Inflation? Die schrecklichste Steuer, die es gibt. Ganze Stände, gerade die, die den Bestand und Zukunft des Volles garantieren, sind untergegangen. Die Inflation war das Hauptkennzeichen der Wirkung des außenpolitischen Druckes. Aber auch verantwortlickst Männer haben ein vollgerütteltes Maß von Schuld. Dr. Becker und Dr. Cuno mußten erst aus der Rcichsregicrung verschwinden, H a v e n st e i n mußte erst das Zeitliche segnen, ehe eine Reform durch den Demokraten Dr. Schacht möglich wurde. Wer also hat das deutsche Volt aus dieser entsetzlichen Marter befreit? Unser Schacht hat's gemacht! Ein p lu m p c r S ch w i n d e l der Deutschnationalen, daß sie Helfserich als Vater der Rentenmark in Anspruch nehmen. Gerade die Partei Helfserichs hat durch dauernde Obstruktion das Zustandekommen der Verordnungen verhindern wollen. Nur unbeküiilmertes, energisches Vorgehen der Reichsregierung hat eine Stabilisierung der Währung trotz der Quertreibereien der Deutschnationalen herbeigeführt und wieder Gleichgewicht in den Haushaltungsplan des Reiches gebracht. Gott sei Dank, daß wir die furchtbaren Leiden der Inflationszeit, die das Volk zermürbt hat, schnell vergessen. Aber die V e r d i e n st e der Männer, die das selbst dem Ausland unbegreifliche Wunder der Rentenmark ferti ggebracht haben, wollen wir nicht ver- I geffen ! > will, ob eine Regierung der Rechtsparteien nicht bessere Ver- hältnisse schaffen kann. Als guter Demokrat füge ich mich dem Wlllen des Volkes, auch wenn ich ihn für falsch halte. Das Volk wird bald erkennen — falls bei der Parteizersahrenheit überhaupt eme Regierung zustande kommen kann, — daß a u ch eine andere Regierung mit Wasser kochen und die Dinge nehmen muß, wie sie sind. Auch sie wird nichts andres tun können, als demokratische Politik machen aus der Grundlage der Weimarer Verfassung unb Steuern heben von jedem, der noch etwas bat. Dann wird die Stimmung bald wieder umschlagen. Das ist also nicht das Bedenkliche. Gefährlich wirds nur, wenn außenpolitische Dummheiten gemacht werden, die Deutschland ins Verderben stürzen und unsere früheren Gegner erneut gegen uns zusammenschmieden. Das kann das Ende des Reiches sein. Darum sehe ich dem 4. M a i mit Besorgnis entgegen Nicht, weil wir verlieren könnten, das ist nicht entscheidend — sondern weil zu befürchten steht, daß dem deutschen Volke die kühle Ueberlegung mit gefährlicher Stimmung durchgeht und daß das Volk diese Stimmungsnachgabe bitter büßen muß Wenn nur wenigstens die den Kopf oben behalten, die sich ein klares Denken bewahrt haben! Und nun, gute Nacht, meine Herren!" bem Maul rettet, awwer des Steuerzahle grundsätzlich als Dummheit ansieht." „No, ich glaub, ich bezahl wahrhaftig mehr als genug bei benc gesunkene Getreide- und Viehpreise" entgegenete der Zu- rechtgewiesene. „Das gebe ich gerne zu," lenkte der Lehrer ein, „der Dauer ist nun auch in den Kreis der Schwerbedrüclten einbe- -ogcn. Das ist hart. Aber ist's ein Unrecht, solange andre große Teile des Volkes mindestens gleich schwer belastet sind? Nicht darum handelt es sich, ob die eine ober die andere Steuer richtig deranlagt ist, ob die Wirkung immer gerecht ist, sondern darum, ob das deutsche Volk in allen feinen Schichten ernstlich gewillt ist, die Opfer zu bringen, d i e heute nötig und die einzig möglichen sind, um ihm seine Zukunft unb seine Freiheit z u sichern. — Uebrigend wuuderts mich einigermaßen, daß Sie sich über die Rede des Herrn Dr. Werner so begeistern, Sic sind doch D auer nbündler unb an ber Spitze Ihrer Kandidatenliste Jtebt nicht Herr Dr. Werner, sondern Herr Dorsch und Herr Dr. klöbius. Sind denn das auch Deutschnationale?" „Das kann ich Ihne «et sage," entgegnete ausweichend der Eck-Wilhelm, „unsere Leut sind Bauernkandibate." „Aber im Reichstag gibt*» doch keinen Bauernbund. Herr Dorsch war bisher bei den Deutschnationalen, da wird er wohl auch bleiben." Arbeit und Arbeiter Auf einem von der Demokratischen Partei in Tarnt» stabt kürzlich veranstalteten „Deutschen Abend" sprach über obiges Thema Prof. Dr.-Ing. H e t, b c - brock, der Rektor der Technischen Hochschule der bekanntlich an zweiter Stelle auf ber Kandidatenliste der hessischen Demokraten für den Reichstag steht. Seine Rede bewegte sich in folgendem Gebantcngang: Wiederaufbau des Vaterlandes heißt Arbeit unb tvieberum Arbeit. Nutzbringende Arbeit, die uns Brot und Freiheit schaffen soll, muß Qualitätsarbeit sein. Zur Qualitäts- arbeit gehört aber ber Qualitätsarbeiter, unb um ihn, ber in Deulschlaubs Arbeiterschaft in hohem Maße vertreten ist, zu erhalten, muß er zu seiner Arbeit toieber in ein gesundes Verhältnis gebracht werben. Tas Werk, bas er schafft, muß ihm Befriedigung gewähren. Jetzt steht ihm der Arbeiter bet der auf die Spitze getriebenen Schematisierung fremd, ja fast feindlich gegenüber. Die Errungenschaften der Staatsumwälzung, Achtstundentag, Lohilerhöhung unb erweiterte Rechte in ben Betrieben, sinb verloren oder bedroht. Ein großer Teil der Arbeitgeber kehrt den schroffen Herrenstandpunkt hervor; die Geldentwertung hat die Kraft der Organisation zerschlagen, der Hunger zwingt ben Arbeiter zur Unterwerfung. Die A r b c i 1 s l o s i g k e i t ist der schlimmste Feind; sic bemo- ralisicrt bei längerer Dauer auch den besten Arbeiter. Diese Ent- Wicklung birgt eine große Gefahr. Fünfzig Jahre ging ein R i ß durch unser Volk. Die Arbeiterschaft, die durch die Industrialisierung Deutschlands ein besonderer Stand geworden war. stand g e t r e n n t von den übrigen Volksgenossen. Ausgeschlossen von der Mitarbeit am Staat, traten sie diesem Gebilde feindlich gegenüber. Helfen hier nicht alle, die dazu berufen sind, unb bas sinb letzten Enbes alle, so besteht bie große Gefahr, baß bieser Riß sich erneut auftut, sich vertieft und erweitert, daß ber Ruf: „H i c B ü r g e r, bicArbcit-r!" zum Kampfruf wirb, die Volksgemeinschaft zerstört, die Staatsgesinnung bes Arbeitnehniers gefähr- In den ersten Jahren des aufgelösten Reichstags stand die Beseitigung der am Anfang des Krieges auf Anraten der Vor- sitzenben bes Bunbes ber Lanbwirte eingeführten Zwangs- wt.ktfchaft im Vordergrunbe bes Kampfes. Politische Aengst- Ukeit unb egoistftcheS Interesse ber in ben Wirtschaftsstellen gut „»k o0ttn tiefer Verbitterung zwischen Stabt i ai,/0cbrctleter Korruption nnb — schlechter, ungleich- rÜff*der Konsumenten viel zu lange fließen lassen. Jetzt, nachdem wir in ber freien Wirtschaft stehen, begreift man kaum mehr das lange Festhalten an ber Zwangswirtschaft, ^^rgangsschwterigkeiten für die Verbraucher mußten natürlich entstehen unb ubertounben werden sollte ein demokratischer An- !ja.p cf betriebe bis 10 Hektar von ber Gerste- unb Haferwirt- L40«! mifrelc^i H°)er gelang es. Als bei ber Zuteilung bc8 verbilligten Mais zahlreiche Großgrunbbesitzer mehr erhielten als . zur Viehsüttenlng notwendig war unb mit ihren Bezugsscheinen ein einträgliches Börsengeschäft trieben, war es ber demokratische Abgeordnete Landwirt K e r f ch b a u m , der im Reichstag dagegen vorging, allerdings mit ähnlichem Erfolg wie bei ben Pferbeverkaufen währenb beS Ktteges, wo heute noch eber Bauer in Hessen em Lieb zu singen weiß, wo unb wie man Pferbe bekam. Im August 1920 würbe ein b e m o k r a t i sch e r Antrag auf Beseitigung ber Kartoffelzwangswfttfchaft in ber Kommission mit 16 gegen 12 Stimmen angenommen; im gleichen Monat ein ?on J^cmofTat) gestellter Antrag auf Beseitigung ber Fleischwittschaft. ö Eine wahre Komödie war cs, als im Plenum deS Reichs- tags der Antrag auf völlige Beseitigung der Zwangswirtschaft Mit lc0 gegen* 158 Stimmen abgelehnt wurde; denn es fehlten bei der Abstimmung 6 D e m o k r a 1 e n, 19 D e u t sch- nationale, darunter 8 Landwirte, und 18 Deutsche D olksp urteile r. Zentrum und Sozialdemokraten stimm- ten für die Zwangswirtlchaft. Während des Umlageverfahrens bemühten sich die Demokraten unter Führung Dr. Böhmes um eine die kleineren unb mittleren Betriebe schonende Staffelung. So lautete ber berühmt gewordene Antrag Nr. 256: „Landwirtfchastlich genutzte flachen bis zum Umfang von 10 Hektar bleiben von ber Umlage frei, sofern sie zu Betrieben bis zur Größe von 50 Hektar gehören " gür ben Ausfall sollen bie Walbbesttzer, bte große Holzgeschaste machen, herangezogen werden. Außerdem sollten Betriebe von über 50 Hektar Getreideanbaufläche mit bem breb wchen Satz pro Hektar belegt werben, wie bie betriebe von 3 bis 10 Hettar. Alle diese Anträge würben durch daS Zusammengehen von rechts unb links abgelehnt. Der Landbund schonte den Grosrbcfitz und belastet die Bauern. Im Oktober 1922 wies Dr. Böhme im Reichstag nach, daß der Führer des Landbunbes in Kvttbus, von Natzmer, eine Herabsetzung seines Umlaacsolls von 2400 auf 250 Zentner erwirkt hatte, während ein Bauer mit 28 Morgen 28 Zentner zu liefern hatte. _ Als bann im Reichstag b l e neuen Steuern eine Immer größere Rolle spielten, bemühten sich bie Demokraten um die Beseitigung des schreienden aus der Zelt des alten Systems mit ber In ben letzten Monaten leibet ber Bauern- ltanatzungskoiten, werben in einer Gesamtsumme zusammenge- faßt. 4_ie Reparationszahlungen sollen nach einer Uebergangs- zett von vier Jahren erst von 1926 ab voll geleistet werden. Die Zahlungen selbst werden in einer besonderen Kasse gesammelt und nur dann ins Ausland abgefübrt, wenn die Zahlungsbilanz des Reichs das gestattet; der Bestand dieser Kasse darf die Summe von 5 Milliarden nicht übersteigen. Die ohnehin als Uebergangsmaßnahme gedachte Rentenmark wird durch die reine Goldwährung ersetzt; zu diesem Zweck ist eine besondere Gold- notenbanl zu errichten ober mit der Reichsbank zu verbinden. Das alles sind an sich ganz verständige und praktische Maßnah- Men. Aber es wäre ein verhängnisvoller Irr- tum, wenn man glaubt, daß nun das Schicksal des deutschen Volkes ein leichteres fein werde. Die Bedingungen, unter denen diese Maßnahmen ins Leben treten sollen, sind überaus hart und werden das deutsche Volk schwer trcifen. Vor allem ist auch diesmal wieder die Gesamtsumme unierer Schuld nicht festgesetzt (unsere Gegner wollen offenbar oomit warten, bis auch die Frage der interalliierten Schulden endgültig geregelt wird). Tie vom fünften Jahre ab geforderte Jahresleistung von 2500 Millionen Goldmark ist viel zu hoch, die Amerilaner sehen merkwürdigerweise unsere Zahlungsfähigkeit viel günstiger an, als sie in Wahrheit ist. In den ersten vier Jahren sind zwar Erleichterungen vorgesehen, aber diese sind angesichts unierer geschwächten Wirtschaftskraft viel zu gering. Die vorgesehene Finanzkontrolle ist hart und demütigend. In dem Verwaltungsrat ber zu gründenden deutschen Eisenbahn- ge,ell|chaft sowie im Generalrat der Währunqsbank sitzen aus- ländliche Vertreter. Ein Kommissär überwacht die Ausgabe der Goldnoten. Die Zölle und bestimmte Verbrauchssteuern sind von vornherein an bie Entente abzullefern. Jrn Gutachten ist nur bon ber wirtschaftlichen Einheit des Ruhr- und Rheinge- diets mit dem Reiche die Rede. Von der Freigabe ber Gefange- nen unb von ber Rückkehr der Ausgewiesenen sagt es nichts, weil das politische Fragen seien. Wie lösen sich diese für das beutiaie Volk so überaus wichtige Fragen? Wird es ber Reichs- regieriing möglich fein, auch diese Fragen in Gestalt ultimativer Bedingungen m bie Verhandlungen einzubeziehen, ohne das Ganze zu gelahrte*? Das fixb schr fLwerwtsacnde Bedenken. Und doch, welcher beranttoorhnwebcWuWe Poll Mer wirb bes halb das Gutachten von vornhereü, zurEvetsen? Mire bamit nicht bie letzte Mög- Ildneit einer ptcMWxu Lösung aus ter Hand gowbcrW Würde man bannt die für uns günstigere Stimmung in England unb A.wensa nicht mit einem Schlag vernichten? Würoe man vor allem nicht dem Teil unserer Gegner in die Hände arbeiten, dem das Gut- achten nicht gerade erwünscht zu sein scheint? Es steht viel auf dem Spiele, und darmn haben sich auch die Verwehr rechts gerichteter deutscher ßihtberregierungen sü r die Annahme des Gittach- tens ausgesprochen. Auch die Deutfchnationalen wurden nicht anders verfahren, wenn sie in der Regierung wären; nur heute, im Wahlkampf leisten sie sich die billige Gegnerschaft der Un- Verantwortlichen. Charakteristisch ist, daß die Deut- sche Volkspartci unter ber Führung Stresemanns für bie Annahme bes Gutachtens eintritt, trotzdem sie weiß, daß die politischen Bedingungen wenigstens vorerst nicht erreichbar sind, unb daß die geforderten Vettäge wahrscheinlich nicht voll gezahlt wer- den können. Welche Wandlung gegenüber der „Ersullungspoll- tif" Dr. W i r t h s, bei der es stck) dank dem Eingreifen Rathen-- a u s zuletzt um*to eit geringere Summen handelte, und bas 5u einerlei t, in ber umsere Wirtschaft viel besser stand, als nach dem verlorenen Ruhr- krieg l Man ist bereit, viel, sehr viel zu zahlen, manche Demütigung mit in den Kauf zu nehmen, und man ist doch Gegner ber Erfüllungspolitik. Hätte man biefe rechtzeitig und richtig begriffen, bann wäre cs vielleicht nicht zu dem Ruhrkrieg gekommen und wir wären heute nicht in bie Notwendigkeit ver- setzt, derartig harte unb demütigende Bedingungen anzu- nehmen. — Reichswehrmimster Geßler— am Donnerstag, den r.Moi, im Städtischen Gaalbau zu Darmstadt WWW Druck: L k. LLitttch. Verantwortlich: Ludwig H ül r e l. Bette tu DarmstM.