Samstag, 29. März 1924 Vrvck mtd Verlag: vrlihl'fche UniverfilStr-Buch- und Steindruckerel R. Lanze in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Nr. 76 Erscheint täglich, anher Sonn, und Feiertag», mit d. Samstagsbeilage: GlebenerFamilienblätter monat$»B<5«c$prd$: 2 Goldmark u. 20 Bold» pfcnnig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Frrnsprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: An^igerSiede». Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686- Annahme von Anzeigen fürdieTagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbtndlichkcit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Brette 35 Goldpfennig, Plotzvorfchrift 20°/„ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: I)r Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil. Hans Beck. sämtlich in Bietzen. Erstes Blatt 174. Jahrgang GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Poincar6 redivivus. Wenn dies« Seilen in die Hand der Leser kmnmen, bereitet sich Herr Raymond Poincars vermutlich darauf vor, feinem neuen Kabinett im Parlament ehren freundlichen Empfang zu sicherit. So überraschend die Rachricht von seiner Demission kam, so tixmig überraschend ist feine Wiederkehr, nwchte der kleine Lothringer auch energisch erklärt haben, das; sein Rückt rittsent» schluft unwiderruflich fei. Poincare stützte sich seit den Kakiwahlen 1919 in der Kammer auf die grafte Mehrheit des bloc national. Mil ihr machte er seine imperialistische Airftenpolittt, mit ihrer sicheren Tlnlerstutzung konnte er vor allen Dingen den Ruhrkrieg führen. Erst die Erschütterungen des französischen Wirtschaftslebens, die sich am sichtbarsten im Frankensturz und in der von Tag zu Tag unheimlicher etnseftenden Teuerungswelle auswirklen, brachten diese unbedingt sichere Ge° folgschaft der Deputiertenkammer ins Wanken. Poincare forderte xur Durchführung eines um’ fassendem wirtschaftlichem und währong-Zvechnischen Sanierungsprograrnms gleich den deutschen Kanzlern Stresemann und Marx ein Ermächtigungsgesetz, das er nur nach harten Kämpfen in Kammer und Senat unter Dach und Fach brachte. Fast bei jedem Paragraphen des (Gesetzes bedurfte es der „Vertrauensfrage", um die Widerstände zu beseitigen, die sich in einzelnen Gruppen des nationalen Mocks gegen die geforderte scharfe Eteuerg esetzgebu ng, gegen die geplanten Abbau - mahnahmen und finanziellen Abstriche regten. Erst der stets erneute Hinweis auf das revanchelüsterne Deutschland, auf den wafsenstarrenden Feind im Osten, auf die opfer heischen de Sicherung der Ruhrlriegserfolge führte die Gegner der Regierungsvorlage wieder zurück unter den Stecken des Meisters. Konnte man in diesen Wochen stürmischer parlamentarischer Kämpfe so manches Mal erwarten, daft der Ministerpräsident die häufige Drohung mit seinem Rücktritt wahrmachen würde, so kam nun nach Annahme des Sanierungsprogramms die Kabinettskrise völlig überraschend. Gegen den Finanzminister de Last e h r i e wandte sich der Hauptsturm der Opposition. Man warf ihm mangelnde Vorkehrungen zum Schutz des Franken und eine verfehlte Finanzpolitik bei der Beschaffung £>er Stacrls- Trebile durch innere Anleihen vor. Auch sein Etat, in dem die nichtgezahlten deutschen Reparationen als Aktivposten figurierten, war Gegenstand heftiger Angriffe. So war es auch gerade de Lasteyrie, der die Regierung in einer im großen Ganzen so nebensächlichen Angelegenheit wie das Pensionsgesetz in die Minderheit brachte. Und vermutlich liegt hier auch einer der Gründe, die Poincare bewogen haben mögen, dem Präsidenten der Republik seine Demission anzu- bieten. Es lag ihm an einer Umgruppierung seines Kabinetts, das er von Briand in kaum veränderter Form vor zwei Jahren übernommen hatte. Gelang es, die ihm lnnerpolitisch unbequemen Mitglieder seines Kabinetts, vor allem den schwer belasteten Finanzminister, rechtzeitig auszubooten, so konnte er In wesentlich gefestigter Stellung und mit berechtigten Hoffnungen in den in Bälde einseyenden Wahlkampf gehen. Vorahnungen dieses Wahlkampfes waren es «uch, denen die Regierung ihre parlamentarische Riederlage zu Derbanten hatte. Das zur Debatte stehende Pensionsgesetz verlangte, daft aus Spar- famkeitsgründen die Staatsarbeiter nicht wie die Staatsbeamten für voll Pensionsberechtigt erklärt würden. Die Bramtenorganisatiomai hatten bereits früher mit dem Hinweis auf die fortschreitende Teuerung einen beträchtlichen Teil ihrer Forderungen auf Gehrltse. hchungen dur-ch- gedrückt. Der nationale Block hatte sich ebenfalls Dafür eingesetzt in der Hoffnung, daft der De- Mntenapparat dann um so gefügiger der Regierung Poincare bei den Wahlen zur Verfügung stehen werde. Die letzte katastrophale Frankenbaisse zwang dann die Regierung, nicht allein nur die alten Beamtenbezüge in den Haushalts- voranschlag einzustellen, sondern auch bei den Pensionen beträchtliche Abstriche vvrzunehmen. In der Kammer verlangten dann die Linksgruppen Zurückverweisung des Gesetzes an den Finanz» cmsschuft, die der Finanzminister als untragbare Verzögerung cvblehnte. Die von ihm gestellte Der- tvauensfrage wurde mit sieben Stimmen Mehrheit verneint. Es bedurfte wohl kaum des stürmischen Rufs der gesamten maftgebenden Pariser Presse, um Poincare zur Bildung eines neuen Kabinetts zu veranlassen, die ihn im Gegensatz zu den deutschen Kabinettskrisen des letzten Jahres erstaunlich schnell gelang. Besonders bedeutsam an seiner neuen Ministerliste sind die Wiederkehr der Ra- men Magin 0 t und Le Trocquer, beides Poincares vertrauteste Helfer bei der Durchführung des Ruhrkampses, zweifellos ein Zeichen. daft eine wesentliche Aenderung in der französischen Austen Politik von dem neugebildeten Kabinett nicht zu erwarten ist. An Stelle de La- steyries übernimmt Francois M a r s a l das Poriefeuille der Finanzen, offenbar ein Zugeständnis an den Präsidenten der Republik, dnn Marsal gilt seit langem als Vertrauter Millerands und Ministerkandidat für ein späteres Kabinett nach Poincares endgültigem Sturz. Wollte man bei Poincarss Rückkehr an den Quay d'Orsay der Meinung fern, daft der Mi- nifterpräfibent nun angesichts £er Pariser Hubelhymnen unumschränkter Herr «und Meister fei, so wäre das genau so falsch, als wenn man an feinen Sturz irgendwelche Hoffnungen auf eine Aenderung in der französischen Reparationspolitik knüpfte. Letzteres twäre solange ein gefährlicher Irrtum deutscher ^lluswnspolititer. als sich nicht der Geist ber französischen Politik von Grund aus ändert, älnd Diefe Poliilik bestimmt der nationale Block, der riach wie vor über die Majorität in der Kammer verfügt, und deren Werkzeuge Poincare oder feine etwaigen Rachfolger nur sein können, wWn sie sich am Ruder halten wollen. Hier können Lrft die Wahlen eine Aenderung bringen die allerdings bei der sattsam bekannten auftenpolitischen Einstellung der Franzosen zumal unter dem Zeichen eines — dank des britischen Kredits — im Ausstei en begriffenen Franken, höchst unwahrschernlich ist. Der „bloc national“ der hinter Pomcar6 steht, ist keineswegs ein Zusammenschluft extrem rechter Parteien, wie man in Deutschland vie'.sach zu hören bekommt. Er ist durchaus ein Dürgerblvck der Mitte ähnlich der deutschen Parieikoalition, aus die sich das Kabinett Marx-Strefemann stützte Eire gvoft? bürgerliche Groppe der Sintert, die S^ialradikafea, steht in Frankreich allerdings i-n der Opposition. Sie entspricht etwa dem linken Flügel unserer Demokraten. Shr Führer ist der Lyoner Bürgermeister H e r r i 0 t, den man als Ministerkandidatcn und Rachfolger Poincares schon mehrfach hat nennen hören. Aber auch er müftte auf Gruppen des nationalen Mocks zurück- greisen, um eine Kammerm »Hoheit zu bekommen, da die Parteien zur Linten, Sozialdemokraten und Kommunisten, zersplittert und za schwach sind, um für eine Regierung gegen den bloc national in Frage zu kommen. Die Oppositionsparteien rechts vom bloc national Royalisten und Klerikale, ersetzen vorläufig unter Leon Daudets Führung durch Schlagworte und Rüpelhaftigkeit, was ihnen an Gefolgschaft fehlt. Für eine Regierungsbildung scheiden auch sie aller Doraassicht nach aus lange Zeit aus. So scheinen die Wahlen nur De Schiebung en innerhalb des nationalen Blocks bringen zu können. Hält sich der Frank etwas anderes bringen als die Rückkehr des Durchführung des Sanie.u.igsprogramms eine Beruhigung ein, so werden ciuh die Wahlen kaum bis zu den Wahlen, tritt wirtschaftlich nach der bloc national und eine Rückkehr Raymond Poin- carss. Die neue französische Regierung. Die Umgestaltung des Kabinetts Poinear6. - Keine Aenderung in der auhenpolitischen Richtung. P a r i S, 28 Marz. (Wolff.f Havas schickt der Liste des neuen Ministeriums, die von der Agentur mit den üblichen Vorbehalten wiedergegeben wird, folgende Mitteilungen über die Verhandlungen des heutigen Vormittags voraus: Die Besprechungen sind heute vormittag in die ent- cheidende Phase getreten. Der Ministerpräsident, der sich gestern entschlossen hatte, eine sehr weitgehende Aenderung des Ministeriums vorzaneh- men, hat um 9 Uhr die politischen Persönlichkeiten berufen, deren Mitwirkung er sich za sichern wünscht. Da die Mitarbeit Maginots und Le Trvquers, der einzigen Minister des alten Kabinetts, die im Amte bleiben würden, bereits fcststeht.' konnte sich Princars aus die Besetzung der übrigen Portefeuilles beschränken. Er hat das Finanzministerium Fcancois Maral Angeboten, der akzeptiert hat. Der Unterredung Poincares mit F ancois Mar al wohnte der Kri^gSminister Maginot bei. Der Ministerpräsident hat auch L 0 u ch e a r empfangen, den er wegen der Annahme des Handelsporteseuilles sondierte. Der ehemalige Minister für die befreiten Gebiete hat im Prinzip angenommen. Hieraus hatte Poincare noch eine Besprechung mit Dokanowskr. Daraus begab sich Poincare ins Clysee, um den Präsidenten der Republik von dem Stand' der Verhandlungen rn Kenntnis zu setzen. Um 3 Uhr hat sich Poincare zu dem Kammerpräsidenten Raoul Peret begeben, und ihm das Justizministerium angeboten, das mit dem stellvertretenden Vorsitz des Kabinetts verbunden ist. Das Ministerium für die befreiten Gebiete soll im Gegmsatz zu den feit längerer Zeit verbreiteten Gerüchten in feiner bisherigen Gestalt bestehen bleiben. Der Abgeordnete Louis Marin, dem dieses Portefeuille angeboten wurde, hat Poincare seine Zusage gegeben. Der Abgeordnete Daniel Vincent hat das Arbeitsministerium übernommen. Er gehörte als Inhaber des gleichen Portefeuilles dem Ministerium Briand an. Um 4l/$ Uhr hatte Poincare eine Besprechung mit Oberstleutnant Fabry, dem das Kolonialmini- sterlum angetragen werden soll. Oberl'fleatnant Fabry erklärte beim 'Zerlassen des Quai d'Orsay, daft er im Prinzip bereit fei, daS Kolonial- mtniflertum zu übernehmen. Am nachmittag hat sich dann das neue Kabinett in folgender Zusammensetzung konstituiert: Vorsitz und Aeuftrrrs Poincare» Inneres de Selves, Krieg Magin 0 t, Oeffentlich? Arbeiten Le Trocquer, Finanzen Fran^o'.s Marsal, Handel L 0 u ch e u r, Marine Dokanowski, Arbeit Daniel Vincent, Unterricht Henri de Iouvenel, Befreite Gebiete Lou'rs Marin, Kolonien Oberstleutnant Fabry. Der Kammerpräsident Paul Peret hat die Uebernahme des Justizministeriums und des stell- üertretenben Vorsitzes im Kabinett abgelehnt. An seine Stelle tritt der Abg Lefevre d u P r e y , der ehomalige Landwirtschaftsmirrister im Kabinett Briand. Das Landwirtschaftsministerium übernimmt dex Abg. Eapus. Das neue Kabinett tritt Sonntag 91 2 Uhr zu seinem e r st e n M i n i st e r - rat im Elyfee zusammen. Don den neuen Ministern haben nach dem „Malin" gegen das Ermächtigungsgesetz und das Finanzgesetz gestimmt im Senat Henri de Iouvenel, in der Kammer L 0 u ch e u r und Vincent. Der Stimme enthalten hat sich Francois Marsal. Wie die Kammer wird auch der Senat seine nächste Sitzung am Montag vormittag 10 Uhr cvbhalten. Don den neuen Mitarbeitern Poin- carss sind neben Dokanowski, der als Berichterstatter des Finanzausschusses der Kammer in den letzten parlamentarischen Kämpfen stärker hervcrtrat, vor allem Lvucheur und Marsal der Oefsentlichkeit bekannt. L 0 u cheu r ist von Hause aus Ingenieur, war als solcher beim Bau einer Reihe von Dahnen (u. a. auch der Murmandahn) tätig. Im Kriege war er Munitionsminister, zugleich auch selbst einer der größten Kriegslieferanten. Rach dem Kriege übernahm er das Wiedelaufbauministerium, von dem er 1920 mit Clemenceau zurücktvat, bis er es unter Briand 1921 wieder übernahm. — Marsal, der neue Finanzminister ist eine in der Pariser Bankwelt bekannte Persönlichkeit, die, ohne Parlamentarier zu fein, von Millerand 1920 erstmals zum Fi- nanzminister ernannt wurde. Die angeblichen Sachverständigengutachten. Berlin. 29 März. (Priv.-Tel.) Die Angaben, die der „OKatürt“ und der „Petit Parisien", wie gestern gemeldet, über die angeblichen Beschlüsse der Sachverständigen bringen, werden von den Blättern mit allem Dorbehalt wieder- gegeben und als Derfuchsballon bezeichnet. Mit grösster Entschiedenheit bringen die Blätter zum Ausdruck, daft der ganze von den Pariser Blättern veröffentlichte Plan derart ungeheuerlich ist, daft er für jede deutsche Regierung, die nicht durch die Dolksstimmung hinweggefegt toer'en will, überhaupt nicht diskutierbar ist. Das „B. T." erklärt, daft die deutsche Wirtschaft nicht imstande ist, die in dem angeblichen Plan erwähnten Summen aufzubringen. Die „Deutsche Tagesztg." fragt: Will man uns verhöhnen, wenn man von einem Moratorium spricht und gleichzeitig neben den Desatzungskosten, die mindestens 400 Millionen jährlich ausmachen, noch Sachlieferungcm im Werte von 400 bis 830 Millionen fordern? Ebenso phantastisch sei die Summe, die vom „QUatin“ als deutsche Leistung nach Ablauf des sogenannten Moratoriums angegeben werde. Der ..Berl. Lokalanz." stellt fest, das) die angeblichen Ergebnisse der Sachverstän- bicenarbeitcn nichts weiter a(3 die Wieder- polung des berüchtigten Londoner Ultimatums bebroten würde, dessen Unerfüllbarkeit von allen wirklich ernst zu nehmenden Autoritäten längst anerkannt worden ist. Die NaLionalliberale Vereinigung. Hannover, 28. März. (WTB.) Dor Beginn der öffentlichen Sitzungen des Parteitages Der Deutschen Dolkspartei trat der Zentral- v 0 rstand der D. D. P. in Hannover zu einer Sitzung zusammen. Als Dorfitzender des Zentralvorstandes erstattete der Minister des Aeuftern Dr. Stresemann ein kurzes Referat über die politische Lage und die Politik der Partei. Zur Gründung der nationalliberalen Der- einigung wurde gegen vereinzelte Stimmen folgender Deschluh gesaht: Der Zentralvorstand stellt fest, daft politische Organisationen und ähnliche Verbindungen von Mitgliedern innerhalb der Partei nur möglich sind, soweit die Satzungen dieses gestatten oder die zuständigen Parteiinstanzen sie ausdrücklich genehmigen. Zu diesem Deschluh des Zentralvorstandes erklärten die anwesenden Mitglieder der nationalllberalen Vereinigung, das) sie nach der von dein Zentral- voritande festgestellten Einmütigkeit in den pollll- schen Auffassungen bei ihren Freunden für die Ausführung deS heutigen DeschluffeS deS Zentralvorstandes eintreten würden. Diese Einmütigkeit zeigte sich auch bei der einstimmigen Annahme des Wahlaufrufes. — Der der nationalliberalen Vereinigung nahestehende „Berliner Lokalanzeiger" bezeichnet diesen Veschluft als eine noch nicht endgültige Beilegung des Konflikts innerhalb der Parte:, da an der Zentralvorstandssitzung einige führende Persönlichkeiten der Rational- liberalen Vereinigung, so die Herren Quaatz und Vogler, nicht teilgenommen haben. Sie Mitglieder der Vereinigung werden am Montag darüber beschliehen, ob sie die Vereinigung auf- lösen oder in eine Form bringen wollen, die den Anschauungen der Partei entspricht. Die Entscheidung soll am Donnerstag in einer Besprechung mit dem Partrivorstand der Deutschen DolkSpartei er- folger Der Ieignerprozetz. Leipzig. 28. März. (Wolff.) Sn seinem Schluftwort erflärt Zeig ner: Sm Falle Schmerle r erblickt die Anklagebehörde in meutern Verhalten eine Amtshandlung nach Art. 29 Abs. 1 der Verfassung. Eine Amtshandlung kommt n i ch t in Frage. Sch habe den Pelz zum erstenmal am zweiten Ostertag gesehen. Am übernächsten Tag führte ich den neuen Sanenminister in sein Amt ein. Wann hätte ich da als Verweser des Smtenministers eine Amtshandlung vornehmen sollen? Meine Frau wußte garnicht, was für eine Bewandtnis es mit Schmerler hatte. Meine Stellung als sozialdemokratischirr Minister brachte es mit sich, daß ich mit Sachen angegangen wurde, die mit meinem Ressort nicht zusammenhingen. Erklärlich ist, daft bei den Hunderten von Briefen, die sich bei mir aufhäuften, ich auch einmal einen vernichtet habe, der besser in die Akten gekommen wäre. Es ist mir nicht lieb, wenn in öffentlicher Verhandlung festgestellt wird, ich sei ein Psychopath. Bezüglich meiner groften Aengstlichkeit bin ich mit den Gutachten einig. Bei Brandt handelt es sich doch um einen alten Mann, doch der Vorsitzende hat ermahnen müssen, das zu sagen, wa-s er wisse und nicht, das, was er glaube. Brandt stcmd zudem seit zwei fahren unter dem Eindruck der Erzählungen des Möbius und war von vornherein der Auffassung, daft ich alles in die Tasche gesteckt hätte. Aus diesen Gefühlen heraus hat er meine Handlungen beurteilt. Brandt ist nicht als llassllcher Zroge zu betrachten, dessen Aussage eine zuverlässige Urtrilsgrondlage bilden farm Auch die Aussage des Möbius, die fünf- bis sechsmal gewechselt hat, ist keine eigentliche Gnmdlage. Zeiqner bittet das Gericht, sich bei der Urteils- Verkündigung völlig frei zu halten von dem Inhalt der Akten, die zum Teil geradezu Wahnsinniges enthielten, und sich nur an die Ergebnisse der Hauptuntersuchung zu halten. Weiter weist er darauf hin, daft das Gericht verschiedene Behauptungen der Derieidigung in De« &auf seine Persönlichkeit als wahr hingestellt , ohne Leumundszeugen zu vernehmen, deren Aussagen anders gewirkt hätten. Mit tränenerstickter Stimme schloft Zeigner: „Denken Sie an den Menschen und an das, was Sie als wahr unterstellt haben. Es ist wircklich nicht rin habgieriges Subjekt." Da Möbius auf das Schluh- wart verzichtet, wird die Sitzung geschlossen. Die Urteilsverkündigung wurde auf Samstag mittag festgesetzt. Arbeitslosigkeit und britische Auhenpolitik. London ,28. März. (WB.) Der Schatzkanz.« ler Snowden empfing heute eine Abordnung der Vereinigung der tritt sch en Handelskammern mit ihrem Präsidenten Sir Artur B a l f 0 u r an der Spitze. Balfour führte aus, die Vereinigung umfasse 125 Handelskammern in Großbritannien und vertrete 46 000 Mitglieder. Die Abordnung fei der Meinung, daft erues der schwierigsten Probleme für das Land die Frage der Arbeitslosigkeit fei, und sie sei überzeugt, daft das einzig wirkliche Ziel zu einer befriedigenden Lösung des Arbeitslvsenproblems in einer Steigerung des Handels liege. Als Wirtschaftler und als Glieder der Gemeinschaft eiuxirtetei sie eine Verringerung der militärischen Besetzung Deutschlands zu dem frühestmöglichsten Termin. Shrer Meinung nach sei die Besetzung deutscher Gebiete n ich t der Wrg, um zu befriedigenden Reparationen zu g langen. 6: lange F ankrcich m s SO) Millionen und S:alien 232 Millionen Pfund Sterling schulden, ist es unfair, daft nrir in unserem Handel mit fremden Ländern unter dem französischen und italienischen Wettbewerb leiden. Deutschland und der Völkerbund. Paris 28. Mäi^. (WTB) Zu der gefttte gen Rede Macdonalds im .Unterhaus schreibt der „Ternps". dank dieser Aussührongen and voraas- gesetzt. daft sie in den demnächstigen Verhandlungen des neuen Kabinetts Poincare einen Widerhall fänden, sei Drotschland. noch bevor irgend wllche Verhandlungen über die Reparationen ausgeworfen seien, öffentlich davon in Kenntnis gesetzt worden, daft F.ankreich und England sich über die Au f r e ch t e r h a 11 u n g des Grundsatzes des Völkerbundes einig feien des Grundsatzes nämlich, daft in Zukunft die' Anwendung von Gewalt nicht mehr geduldet werde. Erst nachdem man hierüber einig fei, so habe Macdonald festgestellt, werde man im einzelnen das Sicherheits- Problem verhandeln und könne ins algedessen hieraus an den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund denken. Es sei eine sehr vernünftige Prozedur, zuerst die Aus führ ing der internati)- nalcn Verpflichtungen sicherzustellen und dann die Entspannung unter den Rationen herbei- zusühren. Die Zukunft kündige sich gat an. Arbeiten wir mit gutem Hei-zen, fo schließt der „Temps". diese Hoffnungen in Realitäten um» zuwandeln. Das neue serbische Kabinett. Paris, 28. März. (WTB.) Aach einer Havasmeldung aus Belgrad hat P a s ch lisch dem König die Liste deS neuen, aus Radi« raren unv D€tfiottanftp*nsnW&en» te n bestehenden Kabinetts überreicht. Sie enthält 13 Radikale, darunter Paschitsch als Ministerpräsident und Rintfchitfch als Minister des Aeußern, und vier demokratische Mitglieder. Die neuen Minister haben gestern abend den Eid geleistet. Der Plan des „Direktoriums". Berlin, 28. März. (Wolff.) Der preuß. 6taa 16 ra t beschäftigte sich In ferner Fvettags- sitzung zunächst mit der förmlichen Anfrage bet Sozialdemokraten über die De teilrgung preußischer Beamten unb Mitglieder deS Landtages und des Staatsrates so des Freiherrn v. Gahl, an dem geplanten Direktorin in. Dr. Weinberg (Soz.) legt Verwahrung ein, daß diese Anfrage zur Beratung gelange, ehe die Regierung stch zur Deannoortung bereit erklärt ober die Beantwortung abgelehnt habe. Er verwies sodann auf die von Hitler gemachte Aussage über ein geplantes Direktorium, das aus Minvu?, Gayl und O v p e n bestehen sollte. Frhr. v. Gayl erklärte, der Gedanke, daß nach dem Zusammenbruch des Kabinetts Stresemann em Direktorium mit diktatorischen Befugnissen regieren sollte fei allgemein gewesen. ®r selbst habe davon, bah er an dem Direktorium teilneijmcn solle, zum ersten Male Ende Oktober ober Anfang Rovember durch die Lektüre des .Vorwärts" und der »Dass. Ztg." erfahren, die eine Münchener Meldung abgsdruckt hatten, daß ein Direktorium gebildet werden solle aus Minoux, v. Oppen und v. Gayl. An demselben Tage fei aber aus München eine weitere Meldung gekommen, wonach eine Ver- sammlung der Da ter lä ndischeu Der» bände das Direktorium einstimmig a b gelehnt hatte, weil c8 mit dem Chef der Heeresleitung zusammenarbeiten sollte. Gr sei mit dem Generaldirektor Minoux ein einziges Mal in Ost» Preußen zufammengekvmmen bei Der Handlung ei, mit dem Sttnneskonzern. Zwischen den Herren v. Oppen und cyimou, bestünden nicht die geringsten Beziehungen. Es sÄ doch wohl frnim anzunehmen, daß, wenn die ausgestellte Dehaaptung zuträfe, sich die Genannten nicht vorherelnPrvgramm gemacht hätten und dazu hätten sie doch zusammenkommen müssen. Freiherrn von Gayls Behauptung, auch der Reichspräsident sei mtt dem ©ebanfen umgegangen, ein Direktorium zu billren, in dem Roske. Südekum und zwei andere Männer sitzen sollten, wird dementiert. Ein neuer Spionaqeprozeh. Leipzig. 28. März. (WTD.) Der Staats- aerichtshof zum Schutze Der Republik verurteilte den jugendlichen Reisenden SimonS aus Wickrath (Rheinland) wegen Hochverrat- und Spionage zu fünf Jahren Zuchthaus, 500 Goldmark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust. Der Staatsgeric^Shof sieht als festgestellt an, daß der Angellagte im Frühjahr 1923 mit Leuten der Smeetspartei in Verbindung gestanden hat. Er hat sich Dertrauensmännerkarten dieser Partei auSstellen baffen, um damit Derbindungen mit Belgien zu erhalten und Spionagedienste zugunsten Belgiens zu leisten. 3n Obertasse! wollte er sich G ehei mbefehle und Geheimnisse bet Reichswehr verschaffen. Mit der gleichen Absicht trat er an den Bürgermeister in Wickrath und an den Regierungspräsidenten in Düsseldorf heran Außerdem klebte er Plakate an, die bekannt machten, daß Leute belohnt werden sollten, die für separatistische Interessen arbeiteten. Die Tat dei tlngeflagten fällt unter die Verordnung des Reichspräsidenten vom 23. März 1923. t Die beutfdje Auswanderung. Berlin, 28. März. (Priv.-Tel.) In einem Artikel über die deutsche Auswanderung wird festgestellt, daß im Jahre 1919 3000, im Jahre 1920 10 000, im Jahre 1921 25 000, im Jahre 1922 37 000, und im Jahre 1923 mehr als 120 000 Personen aus Deutschland auSge- wandert sind. Für das Jahr 1924 ist eine tw e i- tere Steigerung der Auswanderung zu erwarten. In den Jahren nach 1900 machte der Abfluß durch Auswanderung nur den 25. Teil des natürlichen Zuwachses aus, der sich für die deutsche Bevölkerung aus dem Mehr an Geburten gegenüber den Sterbefällen ergab. 3m Jahre 1923 ist bereits e i n Fü n f t e l des natürlichen Bevölkerungszuwachses im Wege der überseeischen Auswanderung abgeflossen. Kommunistischer Wahlsieg im Ruhrgebiet. C s s e n, 29. März. (Priv.-Tel.) Bei den gestrigen Wahlen zu den Betriebsräten auf den Schachtanlagen des Ruhrgebiets wurden nach den bisher vorliegenden Ergebnissen auf 19 Schachtanlagen für die Union (Kommunisten) 5736, für die alten Verbände (S o z i a l i st e n) 2330, und den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter 2177 Stimmen abgegeben. Das bisherige Ergebnis stellt einen gewaltigen Stimmenzuwachs für die Kommunisten dar, während der alte Verband mehr als die Hälfte seiner Stimmen verloren hat. Die Stimmen der christlichen Gewerkschaft hallen sich ungefähr auf ihrer bisherigen Höhe. Der britische Derkehrsftreik. London. 29. März. (Wolff.) Im Unter» Haus erflärte Macdvnald zum Londoner Verkehrsstreik, wenn auch die Arbeitgeber und die Arbeiter abends zusammenkämen und wenn die Verhandlungen am Freitag fortbauern sollten, müsse die Regierung doch mit Befugnissen ausgerüstet fein, die hn Falle einer Ausbreitung des Streiks oder falls die Bedürfnisse des Publikums eine besondere Aktion erforderten, nötig sein würden. ®nte Proklamation, die das Bestehen einer Rvtlage verkünde, werbe bald erlassen werden und für einen besonderen Trans» bcrtbienft für die Krankenhäuser würde gesorgt werden. Die großen öffentlichen Dienstzweige müßten im Gange bleiben und die Beamten müßten bei der Ausübung ihres Dienstes gesMtzt werden. Oie Regierung betrachte es nicht al» ihre Auf- fltiBe, den OtoetT Surrt Scheitern zu bringen. Ote berücksichtige die Bedürfnisse des Publikums und werde nichts tun, um das Gebiet des Streiks auszudehnen oder die Differenz zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern zu verschärfen. Baldwin und Lloyd George sprachen der Regierung ihre Zustimmung zu ihrer Haltung aus. Verschiedene Mitglieder des K r o n r a t s find aus London in Lord Derbys Sitz Knowsley Hall, wo augenblicklich der König weilt, ein- getroffen. Der „@t>ening Rews" zufolge war der i»weck bet Zusammenkunft, dem Könige zu ermöglichen, die Proklamation einer Rote zu unterzeichnen, die der Regierung die nötigen Dollmachten verleiht. • Im Streik der Angestellten jber Londoner St raßen bahn und Omnibusse ist bereits ein llebereintommen erzielt worden. Dieses unterliegt jedoch noch der Bestätigung der beiden Parteien. Das Abkommen sieht eine sofortige Lohnerhöhung von 6 Schilling wöchentlich vor, die übrigen 2 Schilling, die von den Angestellten gefordert worden waren, sollen entsprechend dem Steigen der Kosten der Lebenshaltung gewährt werden. Rücktritt Daughertys. Washington, 28. März. (WTD.) Ge° neralstaatsanwcüt Daugherry hat feinen R ü ck t r i t t eingereicht, der vom Präsidenten unverzüglich angenommen wurde. Dieser Schritt ist auf das Ersuchen C o o l i d g e s zurückzuführen, das damit begründet wird, daß der Generalstcrctts- anwalt sich geweigert habe, dem Ersuchen des älntersuchungsausfchusses des Senats stattzugeben, gewisse Dokumente über den Gewehrfchmug- gel an der mexikanischen Grenze auszuliefern. Daugherly erklärte, er fei lediglich Im Hinblick auf das Ersuchen des Präsidenten zurückgetreten. Bekanntlich wurde fein Rame im Zusammenhang mit dem Petroleumskanbal viel genannt, in Verfolg dessen man feinen Rücktritt täglich erwartete. Aus dem Hessischen Landtag. Darmstadt, 28. März. (Priv.-Tel.) Der hessische Landtag erledigte in rascher Folge fast ohne Debatte nach den Vorschlägen des Ausschusses: die Regierungsvorlage über das Ab- ändevungsgesetz zum Gemeindeumlagen- gesetz, die Vorlage über dieRuhegehalts- verhältnisse und Hinterbllebenenfürsorge der Hess. Staatsbeamten, eine Vorlage bett, die Vereinfachung bet Oberrechnungskammer, nach der die Rechnungen aus den Iah.en 1920—23 nicht mehr geprüft werden sollen, sowie die Vorlage über eine Abänderung des Gesetzes zur Reichspachtschutzordnung. Sehr eingebe nb wirb die Vorlage über die Gewährung einer Entschädigung von 10 000 ML an den zu Unrecht im Jahre 1908 entmündigten Jakob Wolf I. in DraiS bei Mainz Der Abg. Kindt (Dntl.) «Wirt eS für höchst bedauerlich bah in der Begründung der Vorlage noch immer die geistige Zurechnungsfähigkeit des Wolf in leisen Zweifel gezogen werde. Das fei «in grobes Unrecht, denn Wolf sei höchstens klüger als andere. Das habe man ihm anscheinend übel genommen. Gewiß sei der Rechtsanspruch auf Entschädigung nur auf einen Landtagsbeschluh begründet, aber die geradezu ungeheuerliche Ds- handlung des Wolf schreie nach einer Wiedergutmachung. Er bitte darum, über dm Regie ungs- vvrschlag hinaus die von dm Sachverständigen für richtig gehaltene Entschädigung von 30 000 Mark au bewilligen. — Abz. Dr. Werner (D. Rtl.): Die Schuld an den ganzen Dingen trage das skan dalöse Gutachten des Dr. Berliner in Gießen. Und es habe fast den Anschein, als ob da nicht alles in Ordnung gewesen sei. Wolf sei von feinen Dorffeinde:, fo gepeinigt ocr'en, bah es wie ein Wunder sei. bah er nicht tatsächlich hn-firadg geworden sei. Einen besseren Beweis seiner geistigen Gesundheit habe es gar nicht geben tonnen. — Staatsrat Schwarz. Der Fall sei gewiß sehr bedauerlich, Die Entmündigung fei auf Grund des eingehenden Gutachtens deS Dr. Berliner rrfolgt, die Auf Hebung di >ses Ce ichtsbesch'ufs s auf® und des gegenteiligen Gutachtens d_>s Krelsarstes Dr. Schäfer. Ein Rechtsanspruch bestehe nicht und eine Entschädigung könne nur aus Dilllgkeits- gründen erfolgen. Gewiß sei das Gutachten des Dr. Berliner ein Fehlschluß gewesen, aber von einer Schuld könne Wohl keine Rede fein. Die Höhe der Entschädigung müsse mit Rückstcht auf die Etaatsfinanzen erfolgen. — Abg. Kindt (Deutschnat.) bestreitet energisch, bah Dr. Berliner eingehend den Geisteszustand des Wolf untersucht habe. Sein Gutachten sei fahrlässig gewesen und es werde sich zeigen, ob man ihn dafür werde haftbar machen können. Wolf sei kein „Grenzfall". Wenn Dr. Berliner sich so Herausrebe, so solle doch die Regierung ihm das nicht nachreden. Das sei ihrer unwürdig. — Minister v. Brentano: Die hessische Justiz habe in dem Falle einwandftei gehandelt. Den Prof. Berliner, der läng st nicht mehrin Giehen sei, zu verteidigen, habe er feinen Grund. — Abg. Dr. Osann (Disch. Dpt.) hätte es für richtiger gehalten, sich erst mit dem Wolf über die Hohe zu einigen und beantragt deshalb, die Sache an die Regierung zurückzuver weisen. — Rach weiterer Debatte wird der Antrag Dr. Osann angenommen. Rach einer Pause wirb der Entwurf eines Gesetzes zur Pachtfchuhvrdnung angenommen. Bei der Wahl ber Mitglieder zum Oberschiedsgericht für Felbberetn ig ung wird der Dom Ausschuß vvrgeschlagene Vorschlag angenommen. Dann wird beschlossen, den s. Zt. vom Sonderausschuß gewählten Unteraus- schuh für den Deamtenabbau auch nach Auslösung des Sonderausschusses bestehen zu lassen. Äach Bericht des Abg. Delp wird der tem Finanzausschuß gestellte Antrag auf Erhöhung der Diäten der Darmstädter 2Q> geordneten von 3.50 Mk. auf 4.50 Mk., der auswärtigen Abgeordneten von 5.60 Mk. auf 7 Mk. und der älekernachtungsgebühr ebenfalls auf 1M. genehmigt. Die Tagesordnung ist bamU erledigt. Präsident Adelung gibt bekannt, da voraussichtlich ber Landtag wieder Ende Mai zusammentreten wirb, daß der Voranschlag E.tbe April zur Beratung in den Finanzausschuß kommt Kleine politische Nachrichten. Die Gründungsarbeiten für die G olddtS- kontbank sind nunmehr soweit gefordert, daß das Institut etwa Mitte April seine Tätigkeit aufnehmen wird. Das deutsche Konsortium, das die eine Hälfte der Aktien der Bank in Hohe von 5 Millionen Pfund Sterling übernommen hat, setzt sich aus rund 140 deutschen Banken und Bankhäusern mit ihren zahlreich über ganz Deutschland zerstreuten Filialen zusammen. Die Berliner Stempelveveinigung ist an der Uebernahme mit 56 Prozent beteiligt. Heber den Emissionskurs der Aktien steht noch nichts endgültiges fest. * Die Reichsregierung wird bei der Ankunft der Leiche des in St. Martin-de-Rö verstorbenen Ruhrgefangenen W i l l i D r e h e r auf dem Anhalter Bihnhof in Berlin einen Kranz am Sarge niederlegen und zugleich dem Toten, der Feldzugsteilnehmer war,militärischeEhren erweisen lassen. Den vereinigten Vaterländischen Verbänden, denen Dreher angehörte, ist eine ihren Wünschen entsprechende Beteiligung bei der Trauerfeierlichkeit zugesichert worden. * Auf der Zeche König Ludwig trugen sich im Zeitraum einer Woche drei tödli che Unfälle zu. Wenn das sozialdemokratische „Bochumer Dolksblatt" diese auffällige Zunahme der tödlichen Unfälle auf die schrankenlose Ausbeutung der Bergleute durch die Zechenbositzer zurückführt, so ist demgegenüber festzustellen, daß die Verwaltung der gesamten Zechenanlagen seit Monaten in den Händen der Franzosen liegt. । ♦ Laut privaten Informationen sind Kahr, Lossow und ©elfTer zu einem !4tägigen Erholungsurlaub nach Italien abgereist. * Die beiden völkis chen Organe, »Groh» deutsche Zeitung" und «Deutsche Presse" sind wegen Aufforderung zu Gewalttaten, zusammenhängend mit den Strafanträgen Im Hitlecprozeh, auf eine Woche verboten worden. ♦ Der vom Ständigen Ausschuß des Preuh. Landtages eingesetzte Unterausschuß hat vorläufig beschlossen, nur 400 Prozent Zuschläge zur Grundsteuer (ober 16 Prozent der Friedensmiete) als Hauszinssteuer zu erheben, und zwar nur zur Förderung der Reubautätigkeit und zur Bestreitung sozialer Ausgaben. Die Hälfte soll den Reubauten zugute kommen. * Der dänische Reichstag hat die Gesetzesvorlage über den Dau einer Drücke über den Kleinen Delt angenommen. Die Baukosten wurden auf 40 Millionen Kronen veranschlagt. Das oberhessische Heimatblatt feit 1750 ist der GietzenerAnzeiger Bestellungen zum 1. April nehmen entgegen in drc Stadt die Trägerinnen, auf dem Lande die Zweigstellen' Inhaber und die Post. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. März 1924. Die Sondcrftener vom bebauten Grundbesitz für das Rechnungsjahr 1924 wird vom hessischen Gesamiministerium soeben aus dem Verordnangs- wege in Kraft gesetzt Steuerpflichtig ist der Eigentümer des der Sondersteuer unterliegenden Gebäudebesitzes ohne Rücksicht daraus, )b er eine natürliche Person ist oder nicht. Der Steuerpflichtige ist berechtigt, diese Steuer nach dem Verhältnis der F.cedensmiete auf die Nutzungsberechtigten des der Sondersteuer unterliegenden Gedäudebesihes umzalegen. Als Friedensmiete gilt der Goldmarkbetrag des M.etzinses, der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnende Mietzeit vereinbart ober in besonderen Fällen von dem zuständigen Mieteinigungsamt fei'lgefegt ist ober wird. Der Steuersatz beträgt 60 Goldp.emng vom Hundert des Steuerwerkes. Reubauten od.r durch -Um» oder Einbcutten neu geschaffene Gebäudeteile, die erst nach dem 1. Iutt 1918 bezugsfertig geworden sind unterliegen der Besten.rang nach diesen Vorschriften, wenn sie mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln ausgeführt worben sind. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) sind befestigt, mit Genehmigung des Ministeriums des Innern für das Rechnungsjahr 1924 eine Sondersteuer Dom bebauten Grundbesitz nach Maßgabe dieser Verordnung für ihre Rechnung -u erheben. Die Steuer ist in sechs Zielen leweils bis zum 18. April, ,6. Juni, 6. Augast, 18. Oktober, 6. Dezember 1924 und 6. Februar 1925 zu zahlen. * "Militärpersonalien. Unter Bewilligung der gesetzlichen Versorgung scheidet mit dem 31. März Oberst Klein ha ns vom 15. Inf.» Rgt. in Gießen aus dem Heeresdienste aus. An seine Stelle tritt Oberflbnitnant Fritz vom Stabe der 3. Kavallerie-Division. "Vom Versorgungsamt Gießen wird uns mitgeteilt, daß die nächste Pensionszahlung am Momag, 31. März, stattfindet. Am 1. und 2. April bleibt das Dersorgungsaml wegen Ileberlei.ung der aufzulöfenOen Versorgungsämter W:tzlar und Marburg geschlossen. ** Die Veranlagung zur Vermögenssteuer betrifft eine wichtige Bekanntmachung der Finanzämter Gießen, Butzbach. Grünberg und Hungen, die im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes enthalten ist. Die Steuererklärung ist in der Zeit vom 1. bis 15. April einzureichen. Vordrucke sind bei den Finanzämtern zu haben. Alles Nähere enthält die Bekanntmachung, die wir den Steuerpflichtigen dringend zur Deachwng empfehlen. A 116er Gedenkstein. Die Vorbereitungen für die Errichtung des 116er Gedenksteines in Gießen find jetzt soweit gediehen, daß die Einweihung, verbunden mit dem 116er-Tag, voraussichtlich im August fbattfinben kann. Die Regimentsveremigungen in Oberhessen, Darmstadt Mw. TtnD gegs. rttoärttg mtt dem Etistammekn vvS Beiträgen beschäftigt. Im vorigen Jahre wurden bereits beträchtliche Summen geftiftet, die aber jetzt größtenteils entwertet sind. Man gedenkt tu Mal mit der Herrichtung des Platzes zu beginnen. ** E inbruch in das st ädt i sche Wohlfahrtsamt. In der Rächt zum Donnerstag wurde in das städtische Wohlfahrtsamt. Garlenfttahe Rr. 2, eingebrochen, wo der oder die Täter sämtliche Räume durchstöberten und die darin befindlichen Schreibttsche und Schränke mit einem Stemmeisen gewaltsam aufbrachen. Aus mehreren verschlossenen Schubladen wurden ungefähr 350 Goldmark in bar entwendet. Ferner wurden ein Paar getragene Knabenschuhe, Rr. 37, im Werte von 4 Mk., ein Paar Konfirmandenstiefel, Rr. 39, im Werte von 6 Mk^ und 4 Meter blauer Kleiderstoff im Werte von 7.30 Mk^ gestohlen, ebenso die Schlüssel des Kassenschrankes. Als Täter dürften zwei Personen in Frage kommen, welche bis jetzt noch nicht festgenommen find. ** Ein prächtiger Abend bei MarcellSalzer. Wer die Gafteaainb Sorgen des Alltags mal für einige Stunden verscheuchen wollte, der sand dazu am Donnerstag cckend im Stadttheater bei dem heiteren Vortragsabend von Pros. Marcell Salzer die beste Gelegenheit. Und Marcell Salzer, der beliebte Vortragskünstler, kann wiederum mit seiner Gießener Gemeinde — von einer solchen kann man ruhig sprechen — sehr zufrieden fein, denn sie bereitete ihm durch einen außerordentlich starben Besuch (das Stadttheater war fast ausverkaust) und durch sehr starke Deifallsbe e l Film-Desonderheiten wer» den in diesen Tagen wieder dem Gießener Publi-^ tum dargsbvacht. In den Palast- Lichtspielen ist eS der Film „Inri“, ein ausgezeichnetes Paffionsspiel, das bereits in vielen anderen Städten, u. a. auch in Großstädten, mit glanzendem Erfolg gezeigt wurde und dem auch hier die wohlverdiente Aufmerksamkeit aller Freunde einer gehaltvollen Kinvkunst zuteil werden sollte. Dieser Film kann mit gutem Gewissen auch den Kindern gezeigt werden. Die andere Besonderheit ist der „Fridericus Rex", den das Lichtspielhaus Bahnhofstraße jetzt wieder auf die Leinwand bringt. Dielen Mitbürgern wird dieser Film, bei durch seine trefflichen Qualitäten schon zur Genüg« vorteilhaft bekannt geworden ist, wieder einige nationale Feierstunden bereiten. ** Don dem Äomltee der Gießener Frühjahrsmesse wird uns mitgeteilt, daß zu der Schaumesse vom 30. März bis 6. April wieder zalüreiche größere Unternehmungen eingetroffen sind, z. B Berg- und Talbahn, Indische Spie-le, Dvezlalltät in Theater, Panorama Abnormitäten. Ring- und Borkampfkonkurrenz, der Indianerriese, sowie Verocrufsbuden jeglicher Art, Karrussells, Schaukeln usw. Jedermann wind der Messebesuch bestens empfohlen. ^cttcrwrnneiage Wollig, teils neblig, Winde au8 nördlichen Richtungen, kühl trocken. Bornotlzen. — Tageskalender für SamStaA. Handwerker-Dersammlung 8 Uhr rm Postkeller mit Vortrag des Syndikus Schüttler-Darm st adt über wichtige Handwerkerfragen. — V. H. C. 8 Uhr auf der Liebigshöhe 16. StiftungS» unk DeÄ>rierungsfest. — Radfahrel>Verein „ Fortuna* 8 llhr im VereinSlokal Monatsverfammlung. — Licht p'elhaus, Buhnhofstraße: , Fridericus Rex", — Palast-Lichtspiele: „3rcri“. — Tages kalender für Sonntag Gießener Kvnzertvereln: 7V2 Ähr in der Aula. Berliner Dokalterzett. — Stadttheater: 31/? Ahr „Das Krokodil", 7 Ahr „Drei alte Schachteln". — Zeichenausstellung in der Oberrealschule 10 bis 6 Ahr. — Verein Kanaria: 3 11 br bei Felsing Hauptversammlung. — G. S. C. von 1900: 10 Llhr Dorrn. Turnhalle der Stadt kn aben schule leichtathletische Vorführungen. — Gießener Radfahrer- Verein 1885: Vg2 übr vom Hess. Hof Anfahren. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag. — Stadttheater — Operngastspiele im April. Aus dem Siadttheater- bureau wird uns geschrieben: Don den vorgesehenen Gastspielen der Frankfurter Oper findet das erste am Dientag, den 8. April, statt und bringt Lorhings beliebte Oper .Zar und Zimmermann" in der ersten Frankfurter Besetzung. In Hauptpartien sind beschäftigt Rich v. Schenk, Rod. v. Scheidt, Adolf Jäger, Rich. Riedel unb Martl Schellenberg .eine glänzende Besetzung, wie sie in der .Provinz" wohl selten zu hören ist. Für dieses Gastspiel genießen bie Dienstagsabonnenten eine Preisermäßigung von 1,50 bis 2 Mk. für den Platz und es werden ihnen die AbonnementSplähe bis einschließlich Freitag, 4. April, reserviert. Die Kartenausgabe für bie Abonnenten beginnt am Montag, den 31. März, als Ausweis dient die Abonnementskarte der letzten Serie. Don Samstag, den 5 .April an, mtt Beginn der Kasienstuirden, werden alle noch vorhandenen Plätze ohne weitere Einschränkung verkauft, 'Seftellungen, die auf diese Plätze eingegangen sind, werden in der Reihenfolae des Eingangs vorgemerkt und er lebig L —• — Gießener Turnerschaft. Morgen. Sonntag. Dormittag findet in der Turnhalle des Turnvereins, Steinstvahe, das Gerätewetturnen deS 2. Bezirkes vom Gau Hesien statt. (S. Llnzeige.) teil- Die jetzt Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 30. März 1924. Lätare Etadtkirche. 9',,: Pfr. Mahr. 11: Kinderk. für dir Matthäusgem., Pfr. Mahr. 2: Vorstellung u Prü, fung d. Konfirmand, a. d. Markusgem., Pfr. Becker 6: Pfarrass. Hertel. IohanneSkiche. 9*/,: Pfr. Bech. tolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgein., Pfr Bechtolsheimer 6: Pfr. Ausfeld. 8: Bibelbesprechg. Pfr. Mahr. Mittwoch, d. 2. April. 6: 5. Passions- and. Pfr Ausfeid. Samstag, 5. April. 2: Beichte f. d. Konfirmanden a. d. Markusgem. u. d. Angehörig. Pfr. Becker. LukaSgemeinde. Sonntag, 30. März, abds. 8 Ubr. Gemeindeaben) L Saal (Liebigstc. 56). Dortrag über „Die Erbauung der Iohanneskirche 1891 — 1893“. Musikal. u. gefangl. Darbietungen. — Kirchberg. 10. — Lollar. I1/». — Wieseck. 10; abds. 77,: Liturg. Passionsfeier. Katholische Gemeinde». Gietzen. Samstag, 29. März. 4 , u. 7 Deichte. Sonntag, 30. März. (4. Fastensonntag). 67, Deichte. 7 Messe. 8 Komm.. 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred., 5'/, Christen!. und And. — Grünberg. 97, Messe m. Pr. Hessen-Nassau. • Frankfurt neuen Kana l- benuhungs gebühren, die neuen S t ratzen reinlgungsko st en und die neuen Müllabfuhrgebühren, die sämtlich der Eoldmarkrechnung angepatzt wurden. .Die neuen Gebühren treten bereits am 1. April dem Beginn des neuen Rechnungsjahres, in Kraft. Von Bedeutung war schlietzlich «noch die einstimmige Genehmigung eines ExtrahiebesL»on 2000 Festmeter im Stadtwald. Den der Sachverständige, Etadtv. SJJrof. Dr. Borg mann, als unbedenklich nach jeder Richtung hin bezeichnete. 3m übrigen (erledigte das Haus in flotter Arbeit eine grobe Anzahl kleinerer Vorlagen. Die nächste Sitzung Dürfte wie man einer Aeutze- rung des Oberbürgermeisters entnehmen konnte, die Vorlage des ernten, auf die Goldmartrechnung gestellten Haushaltungsplanes und Hessen Beratung bringen. rmd den Gruben, die die Äraunwyle für dieses liefern, eingesetzt werden mußte und dadurch der größte Teil der Provinz Ober Hess en vor den unangenehmsten Folgeersche'mungen bewahrt wurde, und da auch unter den vorgeführten Lichtbildern sich eine Anzahl aus dem Kraftwerke Wölfersherm befanden. Herr Schreiber-Stolze verwahrte sich energisch gegen den von den hiesigen Bergarbeitern erhobenen Vorwurf, daß die Technische Rothilfe eine Streikbrecher-Organlsatron sei, und legte dar, daß sie stets nur zur Weiterführung lebenswichtiger Betriebe eingesetzt werde. Ec führte an einer Reihe von Beispielen aus, daß die Ern- setzung häufig gerade im Interesse der Arbeiter erfolge; so war seinerzeit die 6in)eßung im Kraftwerke Wölfersheim dringend geboten im Intereste der Arbeiter, die sonst brotlos geworden wären, denn so konnte die Grube Abendstern noch ganz kurze Zeit vor dem Ersaufen durch das Eingreifen — der 3tt>tr»tenfl- berechtigten. Montag abend Monats- Versammlung. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gietzen. z Saasen, 28. (März. Bei der hiesigen Wren n ho lz ve rst eig eru n g die besonders ixrucß von den,Bewohnern des Duseckertales stark besucht war wurden für 4 Meter Buchenschertholz 70 Mk. uno Darüber bezahlt. Daß dresec Preis im Verhältnis zu Iben Kohlenpreisen zu hoch tft, hielt ebensowenig «wie die Geldknappheit die Steigerer ab, dresen Hohen Preis zu bieten. • Grünberg, 28. März. Das Krersamt Gießen hat für kommenden Donners lag, 3. 2lpril, bcer einen Schweinemarkt genehmigt. * H u n g e n, 28. März. Am kommenden Montag, 31. März, findet mit kreisamtlicher Genehmigung hier ein Diehmarkt statt. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 28.März. DerStadtvor- stand hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dem Turnverein vom städtischen Festplatz soviel Gelände abzugeben, als er zu dem projektierten Anbau an die Turnhalle benötigt. Die Auflassung des Geländes soll erst erfolgen, wenn mit der Ausführung des Reubaues begonnen ist. Als Kaufpreis wurden 2.50 Mk. für den Quadratmeter festgesetzt. Neben der Turnhallenerweiterung soll von privater Seite auf dem Grundstück der Gastwirtschaft „Zum Anker" (Besitzer Möller) ein Saal errichtet werden, der in seinem Ausmaß die Dimensionen des früheren „Deutschen Kaiser" zum mindesten erreicht. Bei dieser Gelegenheit sei auch mitgeteilt, daß die Absicht besteht, an Stelle der jetzigen untauglich gewordenen städtischen Festhalle am Lindenplatz eine neue, auch in einfachem Stil gehaltene Fe st Hal le längs des Mainzer KuhwegS zu errichten. Kreis Schotten. * Wetters e l d, 25. März. Einen gen atz- reichen Abend bereitete unseren Einwohnern die hiesige Ortsgruppe des Landjugendbundes am vergangenen Sonntag Abend. Es kam zur Aufführung der „DettÄ-Heini", ein gutes und ernstes Dollsstück. Lehrer S i tz l e r, dec sich um die Bestrebungen des Landjugendbundes sehr bemüht, hatte dieses Dollsstück eingeübt und die Aufführung überwacht. Am Schluffe des Abends sprach Dülgermeiaer Krauß dem Landjugendbund und seinem Leiter im Aamen aller Anwesenden herzlichen Dank aus. Kreis Friedberg. * Friedberg, 28. März. Der auf den 2 April festgesetzte Schweinemarkt findet wegen dec Maul- und Klauenseuche nicht statt. sf. Wölfersheim, 27. März. Am Sonntag fand im Saale von Huber eine von dec Technischen Rothilfe veranstaltete, zahlreich besuchte Versammlung statt, in der Herr Schreiber-Stolze über das Thema .Warum jetzt noch die Technische Rothilfe?", und Herr H i l s d o r f über die seitherige Einsetzung der Technischen Rothilfe in hiesiger Gegend sprachen. Die Versammlung erregte deshalb besonderes 3n- tereffe, weil die Technische Rothrlfe bereits zweimal (1921 und 1923) im Kraftwerke Wölfersheim Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Keller, Bürgermeister K r e n z i e n, t-ie Beigeordneten Dr. Selb, Dr. Frey, Dc. Rosenberg und 36 Stadtverordnete. Der Oberbürgermeister verpflichtet zunächst den Stadtv. Friedrich Fritz (Komm.), der als Rachfolger des durch Mandatsverzicht ausgeschiedenen früheren Stadtv. Bierau in das Haus eingetreten ist. Reuordnung wichtiger städtischer Gebühren. Die Gebührenordnung über die Benutzung der städtischenKanäle vom 17. Oktober 1923 wird mit 'SMrtung vom 1. A p r i l ab aufgehoben. Dom gleichen Zeitpunkt ab gilt die nachstehende neue Bestimmung: Die jährliche Gebühr beträgt 1 Goldpfennig für jeden Quadratmeter grundbuch- mäßigen Flächeninhalts der angeschlostenen Lie- genschift und 1,50 Goldmark von 1000 Mk. des Boandversicherungswerles der darauf befindlichen Gebäude. Für ihre Berechnung ist die Grund- stückseinteilung in den öffentlichen Büchern nicht maßgebend, sondern es ist die ganze, eine wirtschaftliche Einheit bildende Liegenschaft desselben Eigentümers zugrunde zu legen. Der geschuldete Betrag ist für iedes Kalendervierteljahr in den ersten 15 Tagen der Monate April, Juli, Oktober und Januar jeben Jahres zu entrichten. — Bürgermeister K c e n z i e n bemerkt erläuternd zu der Vorlage, die Stadt habe in 1924 für die Kanaluntecyaltung 153 600 Mk. aufzabringen, durch die neuen Gebühren, die eine Verminderung gegenüber den Doickriegssahen bedeuten, weide eine Einnahme von 153 153 Mk. erwartet. Die Gebührenverminderung ist mit Ersparnissen in dem Etattitel und mit der gesetzlichen Vorschrift, daß nicht mehr erhoben werden darf, als der Bedarf ausmacht, zu erklären. Das Haus stimmt der Vorlage nach kurzer Aussprache zu. In der Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Straßenreinigung tritt mit Wirkung vorn 1. April ab folgender 1 an die Stelle dec früheren Bestimmung: Die Reinigungsgebühr für jeden von dec städt. Stratzen- insofern gelöft, als zugunsten der weiteren Tätigkeit des Schauspielmtendanten Weichert auf die Berufung des Intendanten Hartung- Darmstadt verzichtet wurde. Eine starke Majorität entschied sich nach erfolgter Klärung der Situation für Intendant We i che r t, dec als künstlerischer Leiter des Frankfurter Schauspielhauses weiterhin tätig bleibt Als Operndirektor wurde Generalmusikdirektor Kraus (Wien) an die Spitze der Frankfurter Oper berufen. — Der Zoologische Garten blickt am Samstag, 29. März, auf ein 50jähr iges Best ehen auf demPfing st weidgelände zurück. Gegründet wurde er am 8. August 1858 auf dem Gelände an der Dackenheimer Landstraße. Seit 1908 steht der jetzige Dicekwc Dr. Prieme! an der Spitze des Instituts. fpd. Frankfurt a. M. 28. März. Tagelang wurde die heimische Geschäftswelt durch den Schwindler mit den deckungslosen Schecks der Leipziger Dolksbank in Atem gehalten. Jetzt endlich fiel der Bursche der Hersfelder Polizei in die Hände. Bei dem Schwindler handelt es sich um den 19jährigen Gg. Gewert aus Königsberg und einen Helfershelfer, den 31 jährigen Fritz Bieber aus Schmauch. Das Paar hatte in H ü n f e l d zwei Räder ausge- schwindelt und mit dir bekannten Leipziger Schecks »bezahlt". Der Schwunde! wurde aber auf Grund der entsprechenden Mitteilungen in den Tageszeitungen in Hünfeld entdeckt. Das Telephon spielte, und als die beiden Helden rnHersseld ihren Einzug hielten, wurden sie von der Polizei m Empfang genommen. — Ein Schwindler arbeitet hier seit einigen Tagen mit cerchem Erfolg nach folgendem allen Rezept: Er versucht in Geschäften einen größeren Geldschein zu wechseln. Wenn er das Wechselgeld eißal en hat, steckt er es in einen Briefumschlag, den er in die Tasche bugsiert.. Will er nun den großen Schein geben, dann tut er so, alS ob er ihn vergessen habe. Er gibt den Briefumschlag mit dem Wechselgeld wieder zurück. In WirklicKeit aber hat er diesen Briefumschlag unbemerkt in der Tasche mit einem ebenso aussehenden vertauscht, in dem sich, wie man später merkt, Papierschnitzel befinden. reMfpmg zu reinigenden Quadratmeter beträgt 20 Goldpfennig für das Jahr; die Straßenbreite wird jedoch bei Berechnung der zu reinigenden Fläche nur bis zu 7,50 Meter in Ansatz gebracht. Der geschuldete Betrag ist für jedes Kalendervierteljahr in den ersten 15 Tagen der Monate April, Juli, Oktober und Januar jeden Jahres zu entrichten. Bei Eckgrundstücken ist die Straße, in der die größere Frontlänge liegt, allein in Ansatz zu bringen. — Bürgermeister Kreuzten erklärt hierzu, dje Straßcnceirngungskosten seien für 1924 auf 69 680 Ml. txranid>iagt, aas den neuen Gebühren erwarte man 67 830 Mk. Die Sprecher der Sozialdemokratie und der Kommunisten lehnen die Vorlage ab, da sie eine versteckte Mietssteuer sei. Oberbürgermeister Keller gibt zu erkennen, daß auch der Stadtverwaltung die Vorlage nicht angenehm ist; nachdem die Koalitionsparteien des Landtags die Gemeinden beim Finanzausgleich sehr benachteiligt hätten, müßten die Kosten der Gemeinden notgedrungen eben auf diese Weise mit aufgebracht werden. Diesem Standpunkt schließt sich dir Mehrheit des Hauses an und genehmigt die Vorlage gegen die Linke. Die Gebührenordnung für die Benutzung bei städt. Müllabfuhr erhält mit Wartung vom 1. April ab folgenden neuen § 1: Die Gebühr für die Benutzung der städt. Müllabfuhr beträgt im Jahr 25 Goldpfennig für je 100 Mk. der Grund- miete dec von dem Eigentümer, Mieter, Pächter usw. innegehabten Räumlichkeiten; beim Fehlen einer Grundmiete treten an ihre Stelle */5 des Miet» oder Pachtwertes vom 1. Juli 1914. 'per geschuldete Betrag ist für jedesKalendervierteliad in den ersten 15 Tagen der Monate April, Juli, Oktober und Januar jeden Jahres zu entrichten. — Bürgermeister K r e n z i e n weist daraus hin, daß die Kosten für die Müllabfuhr in 1924 auf 11900 Mk. veranschlagt sind, die Gebühreneinnahme auf 11 891 Mk. Von den gleichen Gesichtspunkten aus wie bei der vorhergehenden Vorlage und mit derselben Mehrheitsbildung wird auch über diese Angelegenheit entschieden. (Schluß des Berichts folgt.) Makkaroni und Eiernudeln Öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für dieDeranlagung zurDermögenS- steuer für baß Kalenderjahr 1924. 1. Zur Abgabe einer Steuererklärung sind verpflichtet: Lalle im Bezirk der unterzeichneten Finanzämter wohnenden oder sich dauernd oder nur vorübergehend auf* haltenden selbständigen steuerpflichtigen Personen (Deutsche oder Richtdeutsche), 2. juristische Personen des öffentlichen und des bürgerlichen Rechts sowie alle Derggcwerkschaften, nicht rechtsfähige Pers onenverei- tgungen. An stak len, Stiftungen und andere Zweckrermvgen, sofern sie den Sitz oder den Ort der Leitung in den Bezirken der unterzeichneten Finanzämter haben, also tn^befcmbere Erwerb' geselbchas' ma bi Le e I- fchcrsten auf Aktien, Gesell1chafte:t mit beschränkter Haftung, Kolonialgesell- schasten), Erwerbs- und Wickchifts- geno's.nscha'ten, eingetragene Der i e, nicht rxchtssä'.ize Personenverei tgun- gen, die Erwerbs-Wecke verfolgen (außer Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer des Betriebes anzusehen sind, z. D. offene Hand.ls- und Kommanditgesellschaften), Stiftungen, Anstalten und Zweckvermögen, toerm sie am 31. Dezember 1923 ein Vermögen von mehr als 5000 Goldmark besessen haben. Zur Abgabe einer Steuererklärung sind ferner verpflichtet ohne Rücksicht lauf die Höhe des Vermögens und ohne Rücksicht aus Sdaatsa-ngehörigkeit,Wohnsitz, Aufenthalt, Sitz oder Ort dec Leitung alle natürlichen und juristischen' Personen, sowie Personenvereinigungen und Vermögensmassen. die nach § 3 des Rexm. St. G. mit ihren inländischen - ..d- und Betriebsvermögen fteuer- ■ pflich ig sind (beschränttSteuerpfl ich.ige). H- Die hiernach zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten werden aufgefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 1. b i s 15. April 1 924 bei den unterzeichneten Finanzämtern einzu reichen. Vordrucke für die Steuererklärung können vom 1. April ab von den unterzeichneten Finanzämtern bezogen werden. Die Steuererklärung ist schriftlich — zweck- mäßig eingeschrieben — einzureichen oder mündlich vor den Finanzämtern abgu- jgeben. Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ist vom Empfana eines Vordrucks zur Steuererklärung nicht abhängig. Die Abgabe der Steuererklärung bei den unterzeichneten Finanzämtern ist nicht erforderlich, soweit die unter I bezeichneten Personen die ©tcuererflärung bei einem anderen Finanzamt abgegeben haben. III. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegeirden ©teuererflärung versäumt, kann mit Geldstixifen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der festgelegten Steuer auf erlegt werden. Die H in er^i hung oder der Versuch einer Hinterziehung der Vermögenssteuer wird mit Geldstrafe bestraft, auch kann auf Gefängnis erkannt werden; ein verlässiges Vergehen geaen bieS euergee e.St u.rgesäh du. g) ul d ebenfalls bestraft. 2363B Gießen, Butzbach, Grün berg, Hungen, ben 28. März 1924. __________Die Finanzämter.__________ Holzversteigernng Rächst en Montag, von vormittags 10 llßr anfangend, soll nachverzeichnetes Ruhholz aus hiesigem Gemeindewald an Ort unb ©teile versteigert werden: 1. ca. 15 Festmeter Derbstangen, 2. ca. 5000 Bohnenstangen, 3. ca. 10 Fstm. R isstangen, 4. ca. 5 Fstm. Gichmstämme 5. u. 6.Kl., 5. ca. 8 Fstm. Fichtenstämme 2. Kl. 6. ca. 8 Fstm. Äicfernftämme 3. Kl. Bemerkt wird, daß die Derb» und Reisstangen vormittags zur Versteigerung kommen, das übrige Holz von nachmittags 2 Ußr an. Zusammenkunft ist im Ort. den 27. März 1924. Hess. Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 2354 D MNMMM im Stadtwald Bad-Nauhcim. Mittwoch, den 2. April 1924, vorm. 8', Uhr. Zusammenkunft an der Waldwirtschaft. Versteigert werden im ftotflort Naud 3 und 6: Eichen-Stämme: 2 1. Kl. 6,44 ffltm 11 2. Kl. 14,43 Fstm., 40 3. Kl. 39,49 Fstm" 34 4. Kl. 22,82 Fstm. '' Efchen-Stämme: 3 3. Kl. 3,37 Fstm 23 4. Kl. 12,46 Fstm., 48 5. Kl. 20,42 Fstm" 149 6. Kl. 31,8» Fstm. ' LscheN'Derbstangen: 38 Stück 2,07 Fstm. Werkfchett: 54 Rm. Eichen und 8 Rm. Erlen. Das Holz liegt an chauffierten Straßen, eine halbe Stunde von der Bahn entfernt. Bad-Nauheim, den 26. März 1924. Der Bürgermeister. 2286D Bekanntmachung. Das Hessische Gesamtministerium hat un- term 19. Februar d Is. eine Verordnung über die Abänderung der Lchornsteinfeqer- ordnung vom 4. 3. 1921, und das Hessische Ministerium des Innern eine Bekanntmachung über die Neufestsetzung der Ge» bühren für die Schornsteinreinigung unter dem 10. d. Mts. erlassen. Auf den Aushang in den Anschlagkästen wird verwiesen. 24033 Gießen, den 25. März 1924. Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. Holzsnbmission. Die Gemeinde Bersrod verkauft 1 im Wege schriftlichen Angebots folgendes Stammholz: Fichten stamme 3. Klasse ca. 10 Festmeter, 4. Klasse ca. 13 Festmeter, 5a Klasse ca. 15 Festmeter, 5b Klasse ca. 30 Festmeter, Kiefern st ämme 5. Klasse 54 Stück, 24,61 Festmeter. Angebote sind pro Festnreter in Goldmark getrennt nach Sortiment und Klassen mit der Aufschrift „Holzsub- Mission" bis zum Dienstag, dem 1. April l. I., nachmittags 3 llßr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu- reichem, wo anschließend die Eröffnung stattfindet. Sämtliche Bedingungen werben vor Oeffnung der Angebote be- fianntgegeben. 2353V Bersrod, den 27. März 1924. Hess. Bürgermeisterei Bersrod. _____________Becker._____________ Brennholzversteigerung im Licher Stadtwald. 3n den Distrikten: Iappenau, Gäns- weide, Plattcnwald, Schweinstallshege, Maurerkafparskopf, Oberspeierlingskopf, Eifenkaute, Fichtenkopf werden am Freitag, den 4. April d. Is., vorm. 10 Uhr, nach vorheriger Zusammenkunft am Brei« tenrod in Zappenau 64 versteigert: Scheiter: Rm. Buche 7, Eiche 13, Fichte 8. Knüppel: Rm. Buche 12, Birke 13, (Eric 50, Aspe 8, Eiche 2. Reisig: Wellen Buche 10000, Eiche 2360, Birke 550, Erle 150, Linde 50, Kiefer 50, Fichte 150. stödte: Rm. Buche 53, Eiche 238, Fichte 120, Kiefer 12. Reisig: Rm. Eiche 339, Fichte 45. Das im Distrikt Gänsweide, Platten, wald und Fichtenkopf lagernde Brennholz wird nicht vorgezeigt. Lich, den 27. März 1924. 2402D Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker, holzversteigerung. Montag, den 7. April I. Is., vormittags 9 Uhr, werden aus der Försterei Saasen bei Herrn Gastwirt Wilh. Schepp II. Saasen oerstegert: Stämme. 18 Eichen = 7,30 Fm. meist 6. Kl., 89 Fichte --- 54 Fm. 2. - 5b. Kl., 1 Kiefer — 1,73 Fm., 2 Lärche — 1,80 Fm. Den stangen: 278 Fichte — 17,45 Fm., 1 Lärche — 0,22 Fm. Reis» stangen 59Fichte -0,93Fm. Rm.:4Eichen- nu knüppel (2,5 Meter lg.). Scheiter: 370 Buche, 4 Eiche, 4 Kiefer. 2 Fichte Knüppel: 358 Buche, 87 Eiche, 10 Birke, 4 Aspe, 40 Kiefer, 4 Lärche, 78 Fichte. Reisig: 292 Buche, 82 Eiche, 2 Birk«. Stöcke: 105 Buche, 26 Eiche, 2 Birke, 18 Fichte. Das Holz ist vorher einzusehen, die unterstrichenen Brennholznummern kommen nicht zum Ausgebot. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Höres zu Reinhardshain. Grünberg, am 28. März 1924 [2419D Hess. Oberförsterei Grünberg. Holzverfteigernng Versteigert werden Mittwoch, 2. April lsd. Is., vormittags 9 Uhr im Distrikt Hexenbusch an der Kreuzung der Fang- und Torfschneise beginnend aus den Staatswald- dlstrikten Hexenbusch, Wüstung u. Fuchsbau: Stämme: Kiefer 3. Kl. 2 St. = 0,77 Fstm., 4. Kl 13 St. = 5,66 Fstm., 5. Kl. 11 St. = 4,07 Fstm., Fichte 3. Kl. 1 St. = 0,80 Fstm , 4. Kl. 4 St. = 2,47 Fstm., 5a. Kl. 10 SL = 4,66 Fstm., 5b. Kl. 11 St. = 3,44 Fstm., Nutzfchetter: Kiefern 60 Rm. (3 m lang) 2,4 Rm. (2,1 m lang), Fichte 14,7 Rm. (3 in lang), Nutzknüppel: Kiefer 19 Rm. (2,5 m lang); ferner Brennholz: Scheiter: Kiefer 1. Kl. 140 Nm., 2. Kl. 6,9 Rm., Fichte 2 Kl. 5 Rm, Knüppel: Eiche 1,5 Rm., Kiefer 1. Kl. 58,6 Rm., 2. Kl. 6,4 Rm., Fichte 2. Kl. 4,8 Rm., Reifer: Kiefer 331 Rm, Weymouthskiefer 5 Rm., Fichte 75 Rm., Stöcke: Eiche 4,4 Rm., Kiefer 58,3 Rm, Fichte 9,2 Rm. Dorgezeigt wird nur das Holz im Diftriht Hexenbusch. Auskunft durch Herrn Förster Seipp zu Forsthaus Hüttenberg. Gießen, 28. März 1924. 2401D Oberförsterei Schiffenberg. Schneider. MW " WMWsl beginnt mit ihrer Wachtätigkeit am 1. April. Noch nicht angeschlossene Interressenten können sich noch am melden bei „Herso" Plockstraße 5. Fahrrad biltta au ocrt. ulwl Rah. Nieaclpfad84 Sehr gut erb. arofje lßchWer- MM mit Deckel und 8 m Sansirohr zu verk H. Schmidt IV. Heuchclbcim Gießener Slr.öö."«« Submission ans Buchenschwellenholz. Rachgenannte Mengen sollen auf dem Submissionswege unter den für die hessischen Stacnswaldungen gültigen Bedingungen verkauft werden: 52 Fstm. 1. Kl. und 17 Fstm. 2. Kl. Die Gebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, je Festmeter in beiden Klaften, ohne Vorbehalt bis spätestens Mittwoch, den 9. April nachmittags l1 U')r auf un* ferem Geschäftszimmer einzureichen. Etorndors, den 27. März 1924. 2417V Hessische Oberförsterei Stomdorf. Mensch, hast Du ne Weste an! Da warste mit LUH N S-Seife dran. Dertr : Adolf Schmidt, Gießen. Tel. 1088, lüciß* und Kotiurin brlTcrc flafd)eibll)cine, i SüdiDCin, Cognac, nord, Häuser, Liköre offen und in flaschen preiswert bei | Huquft Wallenfels J Marktplatz 17 Cckpßon 1662 i H)if derüerkäufern u.hotcls b.faßbzg.Prnsrrmäßgunfl i ______________: von h«rvor» rogenb. ffiüle (eiern billigst Ml & MM, Wm b*™ G. m. 0.9.*** Sernfpr. 18.J Fast neuer Kimlemgeii zu verfnnfen [018690 firoföorfer Str. 7 p. Gestern Mittag um 3 Uhr entschlief sanft nach langem schwerem Leiden unsere innigstgeliebte, herzensgute, hoffnungsvolle Tochter, Schwester, Nichte und Kusine 241 ID Else Geitz im blühenden Alter von 23 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Karl Geitz. Gießen (Mittelweg 16), den 29. März 1924. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. April, nachmittags 2‘/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Wohnungstausch. Gesucht: 6- bis 7-gimmer-Woh- nung in guter Lage. 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Gs ist nicht richtig, daß zwei Direktoren- Versammlungen gegen 2)ie Pläne „Veksrntnis abgelegt haben". Richtig ist nur daß der Bericht- erstatter über das humanistische Gymnasium für das bisherige und gegen das Reformgymnasium plädierte. 2. GS ist nicht richtig, daß die Lehrerkollegien überwiegend ihre schweren Dedenken gegen die Pläne geäußert hatten! im Gegenteil, die Plane finden bei der großen Mehrzahl der Kollegien grundsätzlich Zustimmung. 3. Es ist liicht richtig daß das LandeSamt nur in der Frage der Ausbauschule Vertreter der Hochschulen zur Verhandlung geladen habe. Wann die erschienenen Vertreter sich im wesentlichen aus diesen Punkt beschränkten, so lag das Nicht in der Absicht des Landesamts. Außerdem konnten sich die Hochschiilen schriftlich genau so wie alle anderen Stellen über die gesamten Pläne äußern. Es sind mehr als dreißig Gutachten eingegangen. Sie alle zu veröffentlichen, ist nicht möglich. Die Hochschulen können nicht verlangen, bab nun gerade ihre Gutachten herausgegrlffen werden. $er Referent war lange krank und kann erst jetzt an die Durchsicht und Verarbeitung des Materials beranteeten. 4. Die Reformen sollen von Hessen nicht im Gegensatz zu den nrößeien Ländern des Reichs eingesührt werden, sondern sie bewegen sich völlig innerhalb der von den Llnterrichtsoerwaltungen der Länder getroffenen Vereinbarungen. Sachsen. Preußen. CBürtLemberg sind schon vor Hessen vorgegangen. Die beiden letzten sogar radikaler, indem si nur 30 Wochenstunden anzufetzen beabsichtigen. Die Abschreibungen zur Vermögensteuer1924. Don Justiz rat R o ß in Kötzschenbroda. Das Anlagekapital, d. h. alle daueimd dem ^Betriebe gewidmeten und dem Detriebsinhaber gehörigen G egenstände wie Gebäude, Grundstücke, Maschinen. Patente, wird mit dem Anschasfungs- vder Herstellungspreise von Ende 1913 zur Steuer bewertet. Von diesem Reupreise wird ein angemessener Betrag für die von der tatsächlichen Anschaffung oder Herstellung bis 31. Dezember 1923 erfolgte Abnutzung abgezogen. Bei außergewöhnlicher dauernder Entwertung darf anstatt dessen der Derkaufswert vom 31. Dezember 1923 eingesetzt werden. Der Reichsfinanzminister verfügt hierzu in seinem Runderlaß vom 18. März 1924, daß Abschreibungen allein in den Fällen einer Abnutzung aerech'.ferligt sind, sonst nicht. Die Bestimmung wirkt irreführend und ist. jedenfalls in der vorliegenden Form, rechisunwirsiam. Sie trägt in das Gesetz hinein, wa« in ihm Nicht enthalten ist. Der Minister ist zwar berechtigt, die mit Zustimmung des Reichs rals erlassenen Durch- suhrungsbestimmungen zu erläutern. Er hat aber nicht das Recht, neben der mit Gesetzeskraft aus- gestatteten 2. Steuernotverordnung neue Gesetzes- Vorschriften^ zu erlassen oder gesetzliche Rohnen durch Erläuterungen zu ändern. Der Erlaß ist Anweisung an die Finanzbehörden, im Übrigen aber rein wissenschaftlicher, derRachprüfung unterliegender Rech sst off. Für die Auslegung des Gesetzes ist in erster Reihe der Inhalt der Rotverordnung entscheidend. Sie bestimmt, daß das Anlagekapital mit dein An- schaffungs- oder Herstellungspreise für Ende 1913 abzüglich eines angemessenen Betrages für Abnutzung zu bewerten ist. Die Verordnung enthält im übrigen keine besonderen Absetzungs- oder Ab- fchreibungseinschränkungen. Zu ilnrecht beruft sich Der Minister in seinem Erlaß auf die mit Zustimmung bed Reichsrats erlassenen Durchführungsbestimmungen. Denn sie enthalten kein allgemeines Abschreibungsverbot, sondern erklären nur weitere Abschreibungen fürTDertminberungenaL3 nicht statthaft. Aber auch die Durchführungsbestimmungen haben sich innerhalb der gesetzlichen Schranken zu halten und können das Gesetz nicht ändern. Mithin verbleibt es bezüglich der Absetzungen und Abschreibungen bei dem bisherigen Rechts- ?ustande. Maßgebend ist der kaufmännische Brauch, oweit er dem Gesetze nicht zuwiderläuft. Absetzung ist Kürzung des Aktivenwertes, Abschreibung Der technische Duchvorgang. Absetzungen und Abschreibungen werden vorgenommen, um zu hoch angesetzte Aktiven auf den wirklichen Wertzustand zürückzuführen. Beruht das Unternehmen auf Verbrauch der Substanz — Bergwerke, Steinbrüche, Kiesgruben usw., — so darf der bis 31. Dezember 1923 erfolgte Verbrauch abgesetzt werden. Denn was am Steuerstichtage nicht vorhanden ist, braucht nicht versteuert zu werden. Auch andere Abschreibungen aller Art sind zwecks Richtigstellung zu hoch bewerteter Aktivposten zulässig. Es iäbt sich auf keine allgemeine Formel bringen, in welchen einzelnen Fällen Abschreibungen vorgenommen werden dürfen. Die Lebensverhältnisse sind vielgestaltig und lassen sich nicht in Schablonen pressen. Abschreibungen für Abnutzung greifen bei Br» perlichr wie bei wirtschastlicher Wertvermlnde- rung Platz. Als Abnuhungsbetrag angemessen ist der Preisteil, welcher dem Verhältnis der Lebensdauer des Gegenstandes zu der seit seiner tatsächlichen Anschaffung oder Herstellung verstrichenen Zeit entspricht. Diese Zeit beginnt nicht etwa immer erst nach Ende 1913. Je nach der tatsächlichen Anschaffungs- ober Herstellungszeit kann vielmehr ber Beginn auch vorher Hegen. Für Gebäude wird vom Minister eine Abnutzungsquote bis 2 v. H. jährlich zugelassen. Für alle Fälle hat aber ein Wert Übrigzubleiben, ber dem tatsächlich noch vorhandenen Ruhungswert der Anlage für das Gefamtuntemehmen entspricht. 3m übrigen entscheidet die Lage des Einzelfalls. Er- innerungZkontan von 1 Mk. sind nicht mehr kür- zungsfahlg. Wertlosigkeit ist höchster Grad der QDeitDerminberung. Sonstige im geschäftlichen Leben häufiger vor- fommenbe Abschreibungsanläsfe sind Berich li- gungs-, sog. Erneuerungs-, Garaniie-, Umflel- lungS-, Umzugs-, Heimsallkonten, Dalut aentrver- tung, betriebswichlige Prozesse. Hierbei ist nicht die Bezeichnung Der Buchung, sondern ihre tatsächliche Dedeuiung maßgebend. Auch Cammelabsch-xibungen(zusammeng.-faßte Abschreibungen auf eine Mehrheit von Gegenständen) und Gesamtabschreibungen auf das Ge- samtunlernehmen sind nach ständiger Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs möglich. Voraussetzung der Abschreibung ist indessen außer zu hoher Ak- tivenbewertung immer, daß am 31. Dezember 1923 eine Wertverminderung am Aktivvermögen tatsächlich bereits eingetreten war. Feiner darf das steuerbare Vermögen inländischer Erwerbsgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgefell- fdriften auf Aktien. Gesellschaften m. b. H u. a.) nicht unter dem Gesamtbeträge bleiben, welcher der Summe der Steuerkurswerle oder ermittelten Der- käufswerte für die Anteile an ber Gesellschaft und für die von ihr ausgegebenen Genußscheine und Schuldverschreibungen en-spricht. Der Minister hat sein Abschreibungsverbot nur für das Anlage-, nicht auch das Dnriebs- kapital ausgesprochen. Das Verbot betrifft also nicht die Betriebsmittel, die fortlaufend dem Verbrauch, dem Wechsel oder ber Formveränderung dienen. Die Finanzbehörden werden durch das Verbot gebunden, nicht Dagegen die Fincnizgerichte und der Reichsfinanzhof. Wird es nicht noch rechtzeitig geändert, so wird das Verbot voraussichtlich eine Flut von Rechtsmitteln gegen die Steuerveranlagungen zur Folge haben. Aus aller Welt. Rasches Steigen ber Elbe. Dresden, 28. März. (WTB.) Infolge Schneeschmelze sind die Elbe und ihre Rebenflüsse in raschem Steigen begriffen. Die ElbkaiS und die am Wasser gelegenen Lagerplätze muhten geräumt werden, ebenso in Pirna. Meißen und den übrigen Elbplätzen. Der Pegelstand der Elbe in Dresden betrug heute vormittag nahezu drei Meter. Von den übrigen Plätzen wird ein weiteres langsames Steigen des WasserstanbeS gemeldet. Auch die Mulde, Rlandau und Reiße sichren Hochwasser. Ein dänisches Militärflugzeug abgestürzt. Kopenhagen. 28. März. (WTB.) Heute vormittag stürzte ein Militärflugzeug über dem Exerzierplatz von Holboek ab. Der Führer, ein Fliegerieutnant, wurde getötet, ber Insasse, ein Soldat, schwer verletzt. Die Erdrutsch-Katastrophe in Italien. Rom, 28. März. (WTD.) Aus seiner Reise nach Amalfi geriet ber König in große Lebensgefahr Wenige Minuten vor Ein- trefsen des königlichen Sondectzugas in Teano erfolgte bart ein ungeheurer Erdrutsch auf dem Gleise des Bahndammes. Im letzt«, Augenblick gelang es, ben Zug zum Halten zu bringen. Der König setzte die Reise im Automobil und banxt mit dem Kriegsschiff »Guglielmo Pope" fori. In Amalsi fuhr er in einem Fischerboot ans Land, wo er vom 11 nterftaat5fctvetär für öffentliche Arbeiten Sardi, General A l b r l c c i und den übrigen Zivil- und Militärbehörden empfangen unirbe. Don ber Bevölkerung begrüßt, begab er sich zu einem Besuch ber Flüchtlinge ins Seminar und richtete dort an alle Worte des Trostes. Da es vollkommen unmöglich war, sich an die Unfallftellen zu begebet, fuhr der König über Reapel nach Rom zurück. Die Zahl ber Opfer, die bet der Katastrophe ihr Leben einbüßten, beträgt rund neunzig. Deutsche befinden sich nicht darunter. Der deutsche Konsul in Reapel hat ben Präfekten von Reapel und Salerno sein Beileid ausge- sp rochen. Auch ber deutsche Botschafter in Rom wurde angewiesen, ber italienischen Regietung das Beileid der Reichsregierung auszudrücken. Verhaftung eines großen Betrügers. Paris, 28. März. (WTB) Der nach U n - terschlagung von 20 Millionen Franken flüchtig gewordene Bankier Anton Simon ist in Bukarest verhaftet worden. Amerika und die Bayreuther Festspiele. R e u h o r k, 28. März. (Wolff. Durch Funkspruch.) Siegfried Wagner, ber eine Konzerttournee durch die 03c reinigt en Staaten unternahm, um für die Da yreuther Fe st spiele 75 000 Dollar zusammenzubringen, befindet sich aus ber Rückreise. Wie er vor ber Abfahrt erklärte, hat er die Hälfte deS Betrages erzielt. Das noch Fehlende werde durch Sammlungen aufgebracht. Wirtschaft. * Verein deu tscher Eisengießerei- verbände In der letzten Hnuptfitzung wurden die EinheitSkalkulationsgrundlagen gründlicher Rachprüfung unterzogen und festgestellt. daß grundsätzliche Aenderungen auch heute noch keineswegs vonnöten sind. Rach ben Ausführungen über die Marktlage belfert sich die Lage In Gesamtdeutschland allmählich, die Preise b'eiben jedoch noch sehr gedrückt, liegen oft unter den Selbstkosten der Gießereien. F ir die nächste Zeit dürste mit einem Anziehen ber Preise gerechnet werden. Bezüglich ber Klagen vieler Interessenten über die zu hohen Gußbruchpreise wurde empfohlen, solange die gegenwärtigen Preise, die ost über den Preisen der Rohstoffe lägen, anbei ten von Gußbruchkäufen abzusehen, bis genügend Ware im Markt sei und das Angebot in feiner Menge den hohen Preis senke. • Schwedische und italienische Aufträge für Krupp. Die Firma Fr. Krupp in Essen hat aus Italien und Schweden bedeutende Bestellungen auf kinematographische Vorsühiungsapparate die zu Unterrichtszwecken in den öffentlichen Scyulen ber Länder verwendet werben sollen, erhalten. Berliner Börse. Berlin, 28. März. (Wolfs.) Bei Beginn des heutigen Efsektenverkehrs zeigte sich ein entschiedenes UebernHegcn des Angebots über die Kaufaufträge. Man sah darin die Rachwirkung der gestern zum Schluß emgetretenen Ermattung. Schwere Mvntanpapiere stellten sich bei der ersten Äureinotierung in vielen Fällen um ein bis zwei Billionen Prozent niedriger. Don Eleklrizitäts- weiten verloren sogar Llkkumulatorenfalnik 3V-i Prozent. Bald aber befestigte sich die Haltung unter dem Einfluß ber Hoffnungen, die man auf die Zeitungsmeldungen über die zum 1. April bevorstehende Ermäßigung des Dörfenumsahstem- pels setzt. Angeblich soll zwischen den Bankvertretungen und den mafjgebemben Regierungsstellen eine Vereinbarung über die Herabsetzung ber Aktienumsatzstempel für Kundengeschäfte und der Efsektenpi-ovision für Aktien auf die Hälfte und les Stempels für Händlergeschäfte um ein Drittel zustande gekommen sein. Äe Erholungen gingen aber nicht über ein bescheidenes Maß hinaus. Rach vorübergehender Belebung des Geschäfts, namentlich in Petroleum-, Schifsahrts- und Bankaktien, wurde es wieder recht still infolge weitgehender Zurückhaltung. Der gebesserte Kursstand konnte sich aber allgemein behaupten. Die Devisenkurse Hieben unverändert. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 9n Simonen Prozent ^ranffurt n M Berlin Schlug. Sur» Schi.», fin't Schluh- flu » Schluh- fl.in Dcikuin: 7. 3. 28 3. 21. 3. 28. 3 9jo Dkuifkvk Netchranlelh« <*/• Deutsche SieichSanleihe 87.% Teutfrtk R.ich^auleide 8*/" Deutsche reichtsch« Eredtiaiiltast Desldauk - vochumer Oat . . . ... Budrr 8 «... Caro ............. T euksch Lorembae-...... Seiieutirchener ^trotoertt . ßarpener Bergbau ...... xallwerke -lscherölebei». . . . Kaliwerk Westeregeln. .... ÜaurabfUtt «... Cbrrbcbarf .......... PdSuis Bergbau ....... filKlnnobl........... Wkbrrf Montan ..... Ltlluö Bergbau. ....... Hamburg.«mertka Pattt- . Worbbtutfctrr Llovd ..... Ebcram.sche Werke Albin . . gemeiinverk Heideld«! . . Vvilipp Holimam» ...... Analo.Con»..<»uano..... Badische Ai'ilin Chemische Maver Alapin. . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holivertohiung........ RiitaerSwerke Ccheideausialt AN« riektrUiiLt-^etellfchatt Bergmann .......... Maiiitraltwerkr Schulter»............ Siemens Jt Haltt, ..... Adlerwerke Kley«, ..... Daimler Motor« . Sevligenstaed« ...... eguin...... ...... 0,1'9 i 0,098 0,0j7 0,480 0,520 0,30 - 0,3 0 0,8j9 0,990 0,9 5 0,900 0,1i0 0,1.05 — 0,180 0,326 0,350 0,300 _ — 4,2 4.2 4.2 «3,75 83,1 83,25 8,5 8,87 55 55,5 40 40 ■ 8.4 5.9 6,18 11,75 11,1 12 12 11,1 12,25 1,25 1,25 — 11 1 ,9 "-2 "K 23,5 2,6 2,6 0,525 0,525 0/25 o,e;o 0,800 0,6 — 54 _ 20,25 19.2 20,1 31 81,5 •1,5 48 49 50 25 56,5 68 T» 57,25 71 17,75 V.9 18.87 24 24,25 24 87 18,75 16 1 .13 26,13 26.5 27,5 36 35,75 38,25 '2 35,5 54 7 0.75 3.3 3,4 — 32 31,5 82,5 7,65 7,13 7,4 3,6 2.1 13,5 13,25 — 8,8 8,7 8,9 83 85 SS 19,25 18,75 19.8 2,5 10.25 8,6 16,38 16,5 16,75 15.8 16,5 16,38 15,75 16,5 12.7S '1,9 17,25 16,75 17,9 21.8 23 •— 11.33 10,75 11.65 17,5 17 .7,75 5.6 5,8 — 88,a 89 39,75 41 45 — 32 3,25 3,13 4.9 5.25 4,67 4.7 4.25 — 29.75 28,75 29,76 31.1 7,13 •w 18,9 16,9 16,8 17*5 11,13 17 89J 43 9 6 78.78 .äs 8,38 64 40,25 5,87 10,9 11,7 13,75 2.5 0.5C0 0,097 0,5 0 0, 10 1 0,3 0 58 19,4 31,87 47,75 6,fo5 17,75 83,5 16 85,5 35,Fi 87 51,76 2 12,78 4,8 ) Dom Rückzahlung-wert. 2.5 5 10,25 12,75 1,9 19,8 2,4 2 Ta 4,5 9 9 12.7 4,75 äronTfnrtfr flrmnttirrn . .. Konservenfabrik U’raun . . . Metallgesellschait Frankfurt. Pet. Union tl-Ö....... S ! ubfadrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldbof Znckenabrik Fraiikentdal . . Zuckerfabrik Äaghäusel 13 <3 2 <5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 8 35 18,45 2 2 Gbrlftfiinta 57,39 :7,64 57,3) 57,64 1 2 floDfnbnnm 66,63 66,97 C6.63 66,97 1 1 etorfbofin 111,22 111,73 111,22 111,76 2 1 HrlNngforS 15,57 10,63 10,57 10,63 2 2 stiaiieil . 18 25 18.31 18.23 18,31 2 1 London . 18,055 18,14. 18.055 18,115 1 1 Vieutiorf . 4,1) 4,?1 4/9 4,21 1 1 Pari« .. . 23,01 23.13 23.24 23.36 1 1 Lchweii ■ 72,6? 7 t,93 72,71 78,03 1 1 Spanien . • Wien In D - 54,35 54,61 54.46 54,74 2 2 Ceit-nbaci 6.08 6,12 6,08 6,12 3 3 Prag . . 12,21 12,29 12,36 12,44 1 1 Budavell • 6,38 6,42 6.38 6,42 voll voll Buen^Aire« 1,405 8,29 1,776 1J15 1,40 > 1,415 3,31 1,785 2 2 Bulgarien Japan 8,29 1,775 voll i voll 3 Bio oe Jan 0.95 1.50. C.493 0,505 voll 5 Belgrad 5,58 5,62 5,58 ^,62 75 doll riüabon 12,96 '8,04 12,96 18,04 S 5 fcrHr. 28. Mär, (Selb Bries Revart. •I. »ranjlisilchk '.Voten ........ jpänllche Noten ....... Hchwedstcht Noten........ Holländstche Roten........ Lrutlch.ceslerreich, i 100 Kronen pmerikonilche Roien ...... Englilche Roten......... tzt lienische Roten ...... velgische Roten .......... Unaorifche Roten......... rich.choslowokische Rote». .... 72 , 2 21.44 66,63 111,22 155,38 6,08 4,19 18,05 19,93 18,35 4,49 72,98 >5/6 66,97 111/8 15 ,14 6,12 4,21 18,1 - 20,05 18,4b 4,51 5 voll 4 6 2 6 1 2 ?6 8 30 1?,36 12,44 5 Norwegisch« Note« 57,36 2,28 54.46 57,64 -,28 £4,74 5 voll 60 Svanilch« Olaten ..... • Frankfurter Börse. Frankfurt a. M 28. März. Tendenz: Schwächer. — Das Geschäft, das während der letzten Tage an Lebhaftigkeit zugenommen hatte, war heute bereits wesentlich geringer, als an den Vortagen. Die Haltung war nichts einheitlich. Am Montanmarkt war die Geschäftstätigkeit gering. Von den führenden Aktien erschienen Luxemburger etwas schwächer auch Phönix leicht nachgebend, Gelsenkirchen behauptet. Die ober- schlesischen Papiere zeigten geringe Veränderungen Mansselder belebter. Eine ähnliche Preis- Samstag, 2 ). März MMMeMMeMWM—W—M8— UJW Mu. beuxgung halten Zellstoff- und Zuckeraktien, Wesentlich ruhiger wickelte sich das Geschäft in chemischen Aktien ab. Badische Anilin, Höchster, Griesheimer büßten 1 Billion ein In Rhenania vollzog sich eine weitere Preise-rmäßigung. Don den Aktien von MaschinenfabriLen eröffnete!'. Daimler Kleyer Maschinen Karlsruhe. Reckar- sulmer bei abgeschwächteii Kursen. A. E. G. waren niedriger gehalten, auch Lahmcher etcr»> nachgebend. Don ben übrigen Indust clepapirren begegneten ReiNlNger-Geppcrt einig r Rachfrage zu besseren Kursen. Etwas höhe? gefragt warckn Weiß & Freytag. Phll. Hoizmann behaupte^ Hammersen schwacher. In Schi jahrtsaktien zei ckr sich die Haltung nicht einheitlich. Rorddrutsche Lloyd neigten nach unten, auch Hapag sind etwas schwächer. Dankenwerte zeigten geringes Geschäjt. Metallbank, fest, plus 1 Di lion. 5 proz. Reichsanleihe setzten mit 91,5 Milliarden ein. Der Der^ lehr in ben übrigen heimische?! Renten war äußerst beschränkt. Türkenwerte schwankend. ®efragtet erschienen Tellus Bergbau, auch Mainkrast git gehalten. Am Markt der amtlich nicht notierten Werte bestand anfänglich für Api Rachfrage mit 61/« bis 63/8 bis 6V2. Deutsche Petroleum IT3/, bis W/- Becker Kohle 9,25 bis 9,50, Becker Stahl 9 bis 91/«, Hansa Lloyd 1.6, Grawag 0,275, Holsatia 1,5 Elektra Unters ranken 0,625 bis 0,650. Krügers hall 8,75, Mez Sohne 4, Rastatter Waggon 7. Tiag 2,5, Ludwigsburger Porzellan 2,25, Drown Daweri 2,7 bis 3.1, Ufa 7.25 Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. März. Das andauernd kle^ie Angebot hatte heute am Pvvduktenmarkt eine Befestigung der Haltung zur Folge. Die Mühlen zahlten für Wrricn mitunter höhere Preise. Aog-> gen wurde verichiedentlich nach Mitteldeutschland und auch für hiesige und andere Mühlen gefragt. Die Preisforderungen lauteten aber teilweise zu hoch. Don Gerste wurden einige Posten guter Brauware umgefetzt. Hafer war fest bei weiterer Rachfvage für den Kmrsum und für die Küsten Von Futlerariikeln begegnete Kleie guter Rach- frage und wurde teuerer bezahlt. Andere Futter- artikel waren ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 169 bis 174 (fest), medtenb. 168 bis 170 (fest), Roggen, märt. 136 bis 140 (fest), mecklenb. 138 (fest), Braugerste 163 bis 185 (fest). Futtergerste 150 bis 160 (fest), Hafer, märf. 120 bis 126, Raps 300 bis 310 (still), Leinsaat 410 bis 415; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,75 (fest), Roggenmehl 20,75 bis 23,25 (fest), Weizenklete 10,60 bis 10,80 (fester), Roggenkleie 8,30 bis 8,40 (fester), Diktoriaerbsen 26 bis 27. kleine Erbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13,50 bis 14, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blau 12,50 bis 13. Seradella, alt 15,50 bis 16,50, neu 13,50 bis 15. Rapskuchen 11,50 bis 11,60, Leinkuchen 22 bis 23 Trockenschnitzel 9,20; für je 50 Kilo: Kartoffeln, weiße 2,10, rote 2,20, gelbe 2,50, Weizen- uftö Roggenstroh, drahlgeb. 0,85 bis 1,10. Haferstroh^ drahtgepr. 0,75 bis 0,90, Stroh, strvhseilgeb. 0,70 bis 0,90, Häcksel 1,70 bis 1,90, WiesenhAi, gut. gesund und trocken 1,05 bis 1,20, handelsübliches Heu 1,15 bis 1,35, Kleeheu 2,40 bis 2,80 Wart Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. März. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 17,50 bis 18.25, Roggen 15,75 bis 16.25, Braugerste 19 bis 20, Hafer, inländ. 15,25 bis 15,75. Weizenmehl, südd. Spezial 0 27 bis 27,75, Roggenmehl 23 bis 23,75, Wrizen- und Roggenkleie 9,25 bis 10,25. Mais, gelb 19,25 biS 20. Tendenz: Ruhig Briefkasten der Redaktion. M. Wenn Sie Vorwürfe gegen uns erheben wollen, die nach der Sachlage ganz Unbegründet find, bann hüllen Sie sich wenigstens nicht in ben Mantel der Anonymität. Falls Sie mit Ramensnennung an uns heTan- treten, werden wir Ihnen gern Antwort geben, und Sie werden dann erkennen, daß Sie daneben gehauen haben. Im übrigen empfehlen wir Ihnen, unsere Veröffentlichungen fortlaufend genau zu beachten. Hätten Sie das in der fraglichen Angelegenheit getan, dann wären Sie jetzt nicht im Zweifel. für Auto, Kraftrad, Fahrrad. wer „Conticord“ fahrt, weiß, was ein Reifen halten kann. 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Inmitten der strömeirden Regengüsse kam ein Gewitter von unerhörter Stärke zum Ausbruch. Es gab Minuten, in denen ein Blitz dem anderen fast unmittelbar folgte, in denen das Rollen und Grollen nicht zur Ruhe kam und jede Rede unmöglich war. In einer Pause des TobenS der Elemente sprach Maria: „Das Blatt in dem Päckchen trägt keine Anterschrist... keinen Ramen... sind Sie so sicher, dah es von Ihrem Freunde kommt?" „Kein Zweifel. Fraulein Maicka." „Warum hat Ihr Freund seinen Ramen nicht darunter geschrieben?" „Weil es nicht gut. .. nicht klug ist. den Ramen Isenbrandt in das Land der Gelben zu tragen... Richt gut für den Träger der Botschaft ... auch nicht gut für die. an die die 'Botschaft gerichtet wurde..." Gin neuer Donner schlag unterbrach seine Rede und lieh das gon^e Gebäude bis in die Grundfesten erzittern. Erschreckt drängte sich Maria an ihren Bater. Die kleine Kirgisin kam wieder in den Raum. Verstört und hilfesuchend. Das Unwetter schien den Weltuntergang einzuleiten. Jetzt war es ganz durckel in dem Zimmer. Dur die Blitz« warfen durch die kleinen, hoch unter der Decke liegenden Fenster ihre jähen bläulichen Reflexe. Wellington Fox allein blieb ruhig und äutzec- lich wenigstens unbewegt. Wieder zog er die Ahr. „Zwanzig Minuten »rach fünf." In einer Pause »wischen zwei Donnerschlagen klangen die Worte durch den Raum. Der Re^n begann jetzt milder zu fallen. Aus dem Wolkenbruch wurde ein einfacher Landregen. Ging das Anwetter seinem Ende entgegen? Sollte der Aufruhr der Elemente ebenso jäh zur Ruhe kommen, wie er ausgebrochen war? Seltener wurden die Dvnnerschläge, seltener die zuckenden Äitze. Aber die Helligkeit im Raume wurde nicht geringer. Auch jetzt noch fiel Licht durch die Fenster. Der Himmel selbst schien zu leuchten. Wellington Fox lief bis an die Hoftür. Gr streckte die Hände in den Regen und zog sie mit einem Aufschrei zurück. Kochendes Wasser war ihm daraus gefallen und hatte ihn verbrüht. Er kehrte in das Zimmer zurück und rieb sich die schmerzende Hand. Spürte dabei, wie die Wärme auch im Zimmer zunahm. Rach der Sonnenglut des Tages hatte der erste schwere Wolkenbruch angenehme Kühlung gebracht. Jetzt begannen die Fluten zu sieden und zu kochen. Wellington Fox sah auf die Ahr. „Halb sechs!" Wit schnellem Griff löste er den Verschluh der Tube, schüttete den ganzen Inhall in den Krug, warf auch die Tube nebst Decket hinein. Trat barm wieder zu den Witthusens. ES war jetzt hell tat Ztarmer. Wie Feuer leuchtete der Himmel durch die Fenster. Soweit das Firmament durch die kleinen Qeffnungen zu übersehen war, schien es in Flammen zu stehen. 'Roch einmal wagte Wellington Fox den Dang bis zur Hcftür. Schon auf dem Flur vom Zimmer bis zum Hofe schlug ihm. drückende Hitze entgegen. , Dcurn stand er einen Augenblick an der geöffneten Tür und sah... wie aus dem Wasser- regen ein Feuerregen geworden war. Richt mehr Wassertropfen . . . auch nicht mehr kochendes Wasser... das klare Feuer fiel in Regenform vom Himmel herab. Solchen Anblick mochten die Bewohner Pompejis gehabt haben, als der Vesuv ihre Stadt begrub. Solchen Airblick die B^woher von Sodom un-j Gomorra, als ihre Städte im Schwefelvegen zugrunde gingen. Die brennende Hitz« trieb Wellington Fox zurück. Er schlug die schwere Bvl^entür hinter sich zu und ellte über den Flur wieder ta das Zimmer. Erfrischende Kühle umfing ihn hier. Er blickte nach dem Tisch. 1 Wo er vor kurzem noch den Krug gesehen hatte, lag jetzt ein gewaltiger massiver Eisblock. Graue Rebel umwallten ihn, liefen über die Tischplatte, fielen schwer zu Boden und wogten durch das Zimmer, um an Len Wänden langsam empor- zu steigen. Ole bei, die eine herbe Kälte durch den ganzen Raum verbreiteten. Wellington Fox gedachte des Tages, an dem er Georg Isenbrandt vor einem ähnlichen Frostblock in Wierny angetroffen hatte. Er badjrte an die Erklärung Isenbocrirdts damals, dast hier nicht nur das Wasser, sondern die Luft selbst gefriert. Das- Weltraumkälte von dieser Stelle ausging ... und er begann den Plan de- Freundes zu begreifen. Da brau Den tobte die Wut des Dyno- tHerms, lieh Feuer vom Himmel fallen und vernichtete alles Leben, soweit es in den Ruinen vorhanden war. Hier drinnen bei ihnen in diesem kleinen Raume arbeitete die des Antidynv- tHerms der Glut entgegen und schützte ihr Leben Er trat an die Fensterwand und berührte sie. Sie war breimenb Heist. 'Bon aasten her drang die Glut durch die starken Mauern, bis sie hier durch die Frostschleier gebrochen wurde. Mit wunderbarer, genau abgemessener Genauigkeit vollzog sich das Spiel und Gegenspiel der Riesenkräfte und liest in der brennenden und verglühenden Ruinenstadt hier allein einen Ort, an dem das Leben dauern und den allgemeinen Untergang überstehen konnte. Mit Staunen unb Grauen sahen die Eingeschlossenen das furchtbare Schauspiel. Ihre Lippen waren längst verstummt. Auch dem sonst nie um Werte verlegenen Oox fehlte die Sprache. Hätte das Blatt mit Isenbrandts Worten nicht vor ihnen gelegen, sie hätten geglaubt, der jüngste Tag bräche herein. Sie faßen und sahen wie gelahmt das Furchtbare sich vollziehen. - Wann würde es enden? 'Anablässig fiel das Feuer... bis eS nach langer Zeit schwächer wurde. Rur noch matt glänzten jetzt die genfteröff* mingen. Ganz allmählich ging dort der gelb« Schimmer in einen grünlichen über. Tiefer wurde das Grün und spielte ins Blau hinüber. Eine Viertelstunde... und dann noch eine. Ein Geräusch schreckte sie aus ihrer Erstarrung empor. (Fortsetzung folgt) Mitarbeiter gesucht! Frankfurter Leben»-Vweicherutige-AkL Gm Frankfurt M. Benteimaitelt end Lebensvoreicbeningibeah Derruitadt Deuteehe Lebenerenrioborungibeak, Bertfa Karlsruher Lebenevore.-Bank A.-G-, Kerleruhe Sächsische Lebens- Veraich-Anstalt, Dresden Vereinigte Berlinisch - Preufi. 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Zur Lage der deutschen Wirtschaft stellt uns eine führende Persönlichkeit des hessischen Wirt- schastslebens aus untere Ditte folgende tiefgreifende Ausführungen zur Derfügung. Die Red. Sie wünschen von mir einige Mitteilungen über die Uriachen der Kreditnol und die wirtschaftlichen Zusammenhänge der augenblicklichen Lage aus dem Geldmarkt zu erholten und bezeichnen die Kreditnot mit Recht als das.stärkste Hemmnis für den Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Klarheit können wir nur gewinnen, wenn wir die Ursachen feststellen, die zu unserer Rotlage führten, die Fehler erkennen, die wir selbst genracht haben und den Willen bekunden, die Folgerungen aus diesen Erkenntnissen zu ziehen. Ein Fehler, der uns zur Last gelegt werden muh und den wir schon während des Krieges begingen, lag in dem Mangel einer großzügigen Steuerpolitik während des Krieges. Hier hätten wir von den Engländern lernen können, die für die Deckung der Kriegskosten durch Steuern sorgten und nicht wie wir, durch Ausnahme vo:H 9 inneren Anleihen, die insgesamt 98 177 000 000 Mark ausmachten. Wir haben heute kein rechtes Derständnis mehr für die Gröhe dieser Summe. Damals aber haben abertausende unserer Dolks- genossen ihren letzten Sparpfennig aus dem Altar des Daterlandes geop,ert. Die in der Rach- revolutionszeit emgetretene Entwertung unserer Mark, die Tatsache, dah unter den gegebenen Verhältnissen an eine Aufwertung der hinge- gebenen Summen kaum gedacht werden kann und ie hierdurch bedingte völlige Verarmung zahlloser Existenzen haben eine tiefe Erbitterung gegen den Staat auf kommen lassen und das Vertrauen, das früher dem Staat als Gläubiger entgegengebracht wurde, schwer erschüttert. Viele vergessen hierbei, dah man den Staat, der damals als Gläubiger auf trat, durch die Revolution beseitigt hat. Die Hauptursoche unterer Rot liegt aber im Versailler Vertrag, in den Lasten, die er unserem vollkommen ausgemergelten Volk auf- erlegt und in dem Verlust an Menschen und Wirtschaftsgebieten, die er im Gefolge hatte. Es ist eine betrübende Erscheinung, dah der Inhalt dieses Vertrages und seine Wirkungen noch immer nicht Gemeingut aller Volksgenossen ist. Ein Achtel unseres gesamten Reichsgebiets, unsere Haupt-Kohlen- und Erzgebiete, 8,7 Millionen deutscher Volksgenossen haben wir verloren, unser Auslands handel wurde vernichtet, unser privater Auslandsbesitz geraubt, unsere Kolonien „dem Völkerbund überwiesen", die Handelsflotte vernichtet und uns ungeheuere Lieferungen an Maschinen, Fabrikeinrichtungen, Werkzeugen, Eisenbahnmaterial, Schiffen, Vieh, Kohlen, Koks und Farbstoffen auferliegt. Die Desatzungskosten für die Truppen an Saar, Rhein und Ruhr, die Ausgaben für die interalliierten Kommissionen sind so fantastisch, dah.man sich fragt, ob sie überhaupt von unserem Volk ausgebracht werden können. Aber damit noch nicht genug, hat das sadistische Frankreich seit über einem Hahr unsere wirtschaftliche Schlagader, das Ruhrgebiet, beseht und es dank mangelnden Organisationstalents fertig gebracht, dah Handel, Verkehr und 3nbu- strie nahezu lahmgelegt sind. Diese kurzen Airgaben müssen unserem Volke immer wieder eingehämmert werden, um ihm klar zu machen, wo die Wurzeln unserer Rot liegen und woher es kam, dah bisher alle Versuche, eine dauernde Besserung unserer Lage herbeizuführen, immer wieder zu Nichte wurden. So lange unser Wirtschaftsleben nicht von dieser auhenpolitischen Unsicherheit befreit wird, so lange können unsere auf Export und Import eiirgestellte Industrie, der Handel und die Gewerbe auch nicht den Boden zu einer gedeihlichen Entwicklung finden. In dieser Frage hängt Wirtschaft mit Außenpolitik zusammen und darum muh von unserer Staatsregierung ein ruhiges, sicheres und zielbewuhtes Auftreten in den auswärtigen Fragen verlangt werden. Rur dadurch bietet sich uns die Aussicht, politisch wieder „den Platz an der Sonne" zu erringen, den wir srüher im Rate der Völker eingenommen haben, dann kehrt auch das Vertrauen zu uns wieder zurück, ohne das eine erfolgreiche wirtschaftliche Detätigung und Entwicklung undenkbar ist. Daneben muh aber auch unbedingt eine Stabilisierung unserer innerpvlitis che n Verhältnisse in die Wege geleitet toerben. Das Bild, das wir in dieser Beziehung dem Ausland bisher boten, hat uns ebenialls um den größten Teil unseres Kredits gebracht. Die seitherige Unordnung m unseren Finanzen, die unmittelbar nach der Revolution getroffenen unsachlichen, von parteipolitischen In.eressen diktierten Riahnahmen zur Klärung unserer Verhältnisse, die damals du rchge führten dilettanten- haften Steuermahnahmen, die vielen Streiks und Unruhen, die sinnlosen Putsche von rechts und links, der Mangel an Staatsautvrität, welch letztere erst unter der Auswirkuirg des Ausnahmegesetzes sich langsam wieder zu heben scheint, hüben uns das letzte Quentchen Vertrauen auch im Innern genommen. Hier müssen wir also das Verlangen stellen, dah in unseren Regierungsstellen des Reichs und der Länder, an die Spitze der Kommunen und Gemeinden und namentlich in die Parlamente nicht Parteigröhen, soirdern Führer und Fachleute des Wir-tschaftslebens und der Verwaltung entsendet werden. Die kommenden Reichstagswahlen geben unserem Volke Gelegenheit, diese Führer zu wählen. Möge es diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen! Rur so kann das Vertrauen zum Staat wieder langsam erweckt und der Rahmen für eine gedeihliche Wirtschastsentwicklung geschaffen werden. Also auch die innere politische Lage ist aufs engste mit dem Wirtschaftslelen verknüpft. An der Spitze der gesamten wirtschaftlichen Probleme steht die Währungsfrage. Troy der gegenwärtigen Stabilisierung der Mark, die nicht durch politische Parteigröhen, sondern durch wirtschaftliche Fachleute ins Leben gerufen ipurfce und die an sich als wirtschaftliche Großtat angesehen werden muh, befindet sich unser Geldmarkt immer noch in einer sehr ernsten Situation. Wird die Rentenmark Destand haben ober gehen wir einer neuen Inflation entgegen? Das ist die Frage, die fast täglich gestellt wird. Was in den letzten Jahren an unserem Wirtschaftsleben gesündigt wurde, das wird in seinen eigentlichen Wirkungen erst allmählich zu Tage treten, das ist das unbestimmte, in seiner Grundlage ganz richtige Gefühl, das die denkenden Wirtschaftskreise hegen. Der Reichskanzler hat dies vor etwa 14 Tagen in einer Rede zum Ausdruck gebracht, in der er sagt, dah wir erst im Anfang des dornenvollen Weges stehen, der zu helleren Zeiten deutscher Zukunft führen soll. Richt dah ich glaubte, wir würden einer neuen Inflation entgegengehen. Aber die Tatsache, dah wir nunmehr einen wertbeständigen Faktor haben, mit dem wir rechnen und kalkulieren können, dah wir gewissermaßen an einem Ruhepunkt angelangt sind, der zur Selbstbesinnung mahnt, zeigt un,s w i e unendlich arm wir geworden sind, zeigt uns, dah wir unsere Substanz, unser Vermögen, mit dem wir rechnen und arbeiten konnten, verloren haben. Richt alle zwar, wohl aber die meisten. So hat z. D. die Landwirtschaft zum üfertoiegenben Teil ihre Substanz erhalten können. Die Hypotheken wurden abgetragen, die Viehbestände ergänzt, neue Maschinen angeschasft und die Dauten in guten Zu stand versetzt. Ha hier und da sind auch Anschaffungen getätigt worden, die über den Rahmen des unbedingten Bedürfnisses hinaus gingen. Wenn die Landwirtschaft heute klagt, so betreffen diese Klagen nicht den Verlust an Substanz, sondern den Mangel an flüssigem Kapital. Ein Teil unserer Industrie hat es Der- standen, durch vorsichtiges Operieren die schwere Krisis zu überstehen, die Mehrheit aber hat den größten Teil ihres Kapitals verloren (Aktienkapital und Reserven) und steht nun vor der schwierigen Frage, ob die Möglichkeit des Weiterbestehens gegeben ist. Die Substanz ist verloren, die Absatzmöglichkeit im Auslaird vernichtet, die Konkurrenzfähigkeit durch die Betriebskosten und die Desteuerung vermindert. Diese schwierige Lage, die durch den Kapitalmangel und die Kreditnot noch verstärkt wird, wird iroch manche Ueberraschungen zeitigen. Und was für Landwirtschaft und Industrie gilt, gilt auch für Handel und Gewerbe und namentlich für die Rentner, Ueberall Substanzverckust. Cinnahmenverminderung, Kapitalnot. In früheren Jahren haben die Danken die Aufgabe beä Geldausgleichs erfüllt. Bei ihnen sammelten sich die freien Sparguthaben an und durch diese konnte das Riesenmühlenwerk der wirtschaftlichen Produktion gespeist werden. Heute sind die Quellen vollkommen berfiegt. Der Spürsinn ist entweder- nicht zu betätigen, weil viele fein flüssiges Geld haben, oder aber er ist durch die Inflationsperiode, die zum schnellen Ausgeben an- reizte, verkümmert oder vernichtet. Bei denen aber, die noch einige Spargroschen haben, besteht das Mißtrauen g.gen den Staat uyd seine wirtschaftlichen und steuerlichen Maßnahmen, und das Mißtrauen gegen die Beständigkeit unjerer Währung, und auch tzegen die Dgn.en, die man in ganz sinnloser CQkiie mitverantwortlich macht für den Ried-ergang, von dem doch sie selbst in schärfster Weife be.roffen werden. Man glaubt immer noch, daß das Bankgeheimnis nicht mehr besteht und die Steuerbehörden Einblick in die Konten nehmen könnten. Man glaubte feine Einlagen bei Banken und Sparkassen in Aftien un> Obligationen gesichert und sieht nun auch hier denselben Entwertungsvorgang, dmselben Rückgang, den gleichen Mangel oder die Unmöglichtei. der Auswertung, die gleiche Verarmung, das gleiche Schwinden des Vertrauens. Die Danken, die bis vor kurzem noch maßgebender Faktor im Geldwesen waren, sind in ihrer Bedeutung zurückgedrängt. Die Geschäftswelt, die richtig gewirtschaftet hat, und die in den Zelten der Inflation mit den auf genommenen Dankkrediten trotz hoher Spesen und Zinsen gut verdient hat, ist nicht so kreditbedürftig wie früher. Die Innenerganifa.ion der Banken muß vollkommen umgestellt werden, alle überflüssigen Kräfte entlassen werden Zurück zum Friedensstand! Das ist die Forderung der Stunde bei den Danken. Das Effektengeschäft liegt vollkommen darnieder. Käufe sind aus Mangel an Geld unmöglich, Verkäufe von Werten, die teilweise zur Erhaltung der Substanz angeschafft wurden, müssen getätigt werden, um die Steuern zu bezahlen, Detriebskapital zu beschaffen, um (eben zu können. Daher der Tiefstand aller Kurse. Die früheren Geldeinlagen sind entweder ganz verloren ober abgehoben. Reue Einlagen können kaum erfolgen, weil die Rkittel dazu fehlen. Die Folge davon ist die Unmöglichkeit für die Danken, in größerem Umfange Kredite zu gewähren. In den letzten Wochen zeigen sich Ansätze, dah ausländische Danken nicht abgeneigt sind, Privatkredite nach Deutschland zu legen. Die deutschen Zinssätze reizen das Auslandskapital. Aber Voraussetzung für die Gewährung solchen Auslandskapitals ist, dah das Ausland Vertrauen zu unserer Währung erhält. Wir müssen deshalb so schnell als nur irgend möglich zur Errichtung der Goldnotenbank kommen, deren Roten vollwertige Zahlungen auch im Ausland zulassen. Die Reubildung von Kapital im Inland kann nur erfolgen durch gröfye Sparsamkeit in der Lebenshaltung des Einzelnen, durch Verbilligung unb Vereinfachung der Betriebsmethoden, durch intensivste Arbeitsleistung aller ‘Bcltefreife. Jeder Pfennig, der überflüssig ist. muh m den Dienst der Allgemeinheit gestellt und den Danken und Sparkassen zugeführt werden, die ja durch hohe Zinsen und Gewährleistung der Wertbeständigkeit dem Sparen wieder Sinn und Zweck verleihen. Rur so find sie wieder in der Lage, Kredite zur Verfügung zu stellen, nicht zu fpettr- lativer ‘Betätigung — die Zeiten find vorüber — sondern zu volMwirtschaftlich nutzbringendem Zweck. Großzügige Wirtschafts- nicht Partei- Politik, zielbewuhte nationale, nicht internationale Politik müssen wir verlangen, dann kommt das Vertrauen langsam wieder, daS unser Volk früher dem Staat entgegengebrachl hat, und die Achtung ersteht neu, mit der man früher im Ausland dem deutschen Wirtschaftsleben begegnet ist. Wer im Wirtschaftsleben steht, fühlt leise die Anzeichen einer keimenden Wiederbelebung trotz Rot und Armut: mögen nicht die kalten Schauer des Mißtrauens, der Partei kämpfe, der Selbstzerfleischung im Innern, des mangelnden Verständnisses für die Erfordernisse unseres wirlfchastlrchen Aufbaues diesen jungen Trieb vernichten. Bnchcrtisch. — Strieme r: Der Industriearbeiter. (Jedermanns Dücherei des Verlags Ferd. Hirt, Breslau. 2,50 Mk.) Ein Mann, der selbst als Industriearbeiter in der Gewerkschaft und der Partei gearbeitet, als Ingenieur die Wirtschaft Deutschlands und des Auslandes von Grund auf kennen gelernt hat, gibt hier mit klarem, nüchternem Dtick für die Wirklichkeit ein umfassendes Dild von der Entstehung der In- dustrixirbeiterschaft, ihrer heutigen materiellen und geistigen Gage, ihrer Einstellung zu den herrschenden Wirtschastsproblemen. Eine durchaus sachliche Auseinandersetzung mit dem Sozialismus widerlegt in ihrer Kürze doppelt beweiskrästrg die Marxschen Theorien. Tiefes Verständnis für die Bedürfnisse des Arbeiters, aber auch für die Psyche des Unternehmers machen das Buch zu einer anregenden und fruchtbaren Lektüre für beide unauflöslich verkitteten Teile der deutschen Gesamt» wirtschaft. — Ueber Raturbetrachtung hat Da- flian Schmid aus Werken der Dichtkunst, der Wifsenschast und bet Philosophie mit glücklicher Hand eine Anthologie zusammengestellt (bei Rösl & C i e. in München) die noch besonders wertvoll wird durch eine feinsinnige, von tiefem Verstehen der Zusammenhänge zwischen Ratur und Ächtkunst zeugenden«Einleitung des Der- sassers. Wie zu allen derartigen Versuchen, wird jeder Le,er eine andere Einstellung zu dem Buch finden, die sich gewiß nicht immer mit der des Dersafsers decken wird. Manch überslüssiges wird man heraus,inden können, manch anderes vermissen, aber als Ganzes ist es dankenswert, daß der Versuch gemacht wurde und relativ glückte. Eine Fülle von Anregung, von ästhetischem Ge» nuß wird jedes Versenken in die Anthologie für den interessierten Leser haben. — Der wohlversuchte Südländer. Carl Friedrich Dehrens, der Rürnberger Lebküchner, nahm zu ‘Beginn des 18. Jahrhunderts an der Welrumsegluirgsfahrt des Holländers Rog- geveen teil. Ueber das, was er bei dieser Fahri erlebte, schrieb er einen Bericht unter dem Titel: „Der wo hl versuchte Südländer", ter jetzt in ter bekannteil Sammlung von F. A. Brockhaus, Leipzig, „Alte Reisen und Abenteuer" (Dand 7: Carl Friedrich Dehrens, Der wohlversuchte Südländer, Reise um die Welt 1721/22, nach der Originalausgabe bearbeitet von Dr. Hans Plischke, geb. G.-Z. 2,5; in Ganzleinen G.-Z. 3,2) neu erschienen ist. Man hat seine Freude an derMunter- Ecit und Frische, mit der Dehrens seine Erlebnisse und Eiiidrücke erzählt. Das Wertvolle an den Schilderungen ist, daß sie einen anschaulichen Eindruck von dem kargen Geben auf den Segelschiffen des 18. Jahrhunderts geben und uns in die erwartungsvolle Spannung des Südland- fahrers versetzen, der nach Gold und Reichtum, nach Edelsteinen und Gewürzen auszog und meist ohne Erfolg und ohne das Südland gesunden zu haben, enttäuscht heimkehvte. Wie bei allen Dän- 6en der Sammlung ist auch hier wieder die Ausstattung mit trefflichen Bildern und Karten zu loben. Sie *)Rren. s Zu haben in Apotheken u-Drogerien Pascoe,A.-G.,ehern pharm.Produkte,Gießen,G.II > t» CALMON-HANSA .Gummiabstifzd Kinderwagen Sind weltberühmt und unerreicht Kodelle 192« in höchster Vollendung Obertill erhältlich Jur Frage des Grippeerregers. Don Prof. Dr. E. G o t f ch 1 i ch , Direktor des ■ Hygienischen Instituts der Landesuniversität. Die Influenza oder Grippe, die seit d. I. 1918 einen neuen großen Seuchenzug über Europa ünb andere Erdteile angetreten hat und gerade in letzter Zeit wieder die Reigung zu stärkerer Verbreitung zeigt, bietet der Forschung besondere Schwierigkeiten, so daß im Gegensatz za den meisten anderen anfteefenben Krankheiten die Frage ihres Erregers noch nicht endgültig ge- Cärt ist und selbst unter Bakteriologen von Fach nicht einheitlich beantwortet wird. Da in der Berliner Tages presse kürzlich berichtet wurde, der Grippe-Erreger sei in Gestalt des von O l i h k y und Gates in Rord-Amerika aus dem Auswurf Erkrankter gezüchteten sog. „Bazillus pneu- mvsintes" gefunden worden, erscheint eine Besprechung oiefer umstrittenen Frage auch für weitere Kreise von Irrterefse. Richt alle Erkrankungen, die im Dolksmunde als „Grippe" bezeichnet werden und bei denen es sich meist um gewöhnliche ta'arrhalische Affek i nm der Atmungsorgane handelt, wie sie alljährlich besonders in Der kälteren Jahreszeit vorkommen, verdienen wirklich diesen Rainen; die echte Influenza ist, wenn auch in manchen klinischen Erscheinungen ähnlich, doch eine Krankheit für sich, die von Zeit zu Zeit in großen Seuchenzügen die ganze bewohnte Erde überzieht, das vorletzte Mal in d. I. 1889—1893, um in den Zwischenzeiten scheinbar vollständig zu verschwinden. Damals wurde von R. P s e i f f e r der Inf luenzabazillus entdeckt und fast allseitig als Erreger der Seuche anerkannt, da seine Gebenseigenschaftcn mit den Tatsachen der Verbreitung der Krankheit völlig übereinftimmen; neuerdings ist es auch gelungen, mit künstlichen Reinkulturen des Pfeifferschen 2n- fluenzaibazillus beim Giften ein der menschlichen Grippe sehr ähnliches Krankheitsbild hervorzurufen, sowie im Blut des erkrankten Menschen eine sog. spezifische Serumreaktion nachzuweisen, beruhend auf Abwehrstoffen, die ausschließlich gegen den Influenzabazillus gerichtet sind. 'Dieser D^illus ist ein außerordentlich kleines Stäbchen, dessen Gänge kaum die Hälfte des Tausendstels eines Millimeters beträgt; er findet sich in ungeheuren Mengen im Auswurf der Erkrankten und wird in den beim Husten versprühten kleinsten Tröpfchen in der nächsten Umgebung des Kranken verbreitet, wo er auf dem Wege der Einatmung neue Ansteckungen hervor ruft. Außerhalb des menschlichen Körpers geht der Influcnzabaeillus durch Gicht und Austrocknung sehr vasch zugrunde; von der in Gaien- kreisen noch vielfach angenommenen Berbreitung durch die Luft im Freien etcva gar auf wettere Entfernungen kann gar keine Rede fein; in Ueber- einftimmung hiermit hat die Beobachtung der tatsächlichen Verhältnisse der Ausbreitung der Grippe gezeigt, daß die Seuche nie rascher reift als der menschliche Verkehr; in der Schareiz blieben z. D. hochgelegene Alpendörfer, die im Winter durch die Schneeverhältnisse von jedem Verkehr abgeschnitten waren, inmitten verseuchter Gan- desteile solange von der Influenza verschont, bis der menschliche Derckehr wieder dorthin gelangen koiente. Auch das Kommen und Gehen der Seuche im Laufe der Jahrzehnte ist uns heute wenigstens in den großen Umrissen verständlich; wir wissen, dah die Mikroben, und gerade auch der Influew.abazillu?. p ötlichcn Verän^e ungen ihrer Eigenschaften unter u/orfen sind; so können wir uns Dorf teil en, daß der Erreger längere Zeit in den seuchefreien Perioden unerkannt als harmloser Schmarotzer auf den Schleimhäuten der oberen Atmungswege emittiert, bis er plötzlich, fei es durch Erhöhung feiner Giftigkeit, fei es druch Herabminderung der Widerstandsfähigkeit des Menschen, krankmachende Wirkung zu äußern vermag und sich dann rasch von MnH-ch zu Mensch durch Heoa-bminderung der Widerstandsfähigkeit diesen Punkten ist die Ueberernstimmrrng der Le- benseigonschaften des Influenzabazillus mit den Tatsachen der Verbreitung der Seuche eine vollständige, und auch hrute noch neigt die Mehrzahl der deutschen Forscher dazu, den Irrfluenzabazillrus als den wirkliche Erreger der Grippe anzusehen. Wem in den letzten Jahren Zweifel an seiner ursprünglichen Bedeutung laut geworden sind und manche Forscher in ihm nicht den Erreger, sondern einen häufigen Begleiter des eigentlichen noch unbekannten Erregers zu sehen geneigt find, fb sind diese Zweifel nicht recht begründet. Tah ter Pfrisfersche Bazillus sich nicht nur bei Grippe- kranken, sondern in Epidemiezetten auch bei Gesunden in einer gewissen Zahl von Fällei, findet, i* ohne weiteres verständlich, da nicht jeder Mensch für die Erkrankung empfänglich ist und der Bazillus bei solcheir Personen als harmloser Schmarotzer existiert. Schwieriger ist zu erklären, daß der Influenzabazillus in einer größeren Zahl von Erkrankungen trotz sorgfältiger Untersuchung nicht gefunden werden konnte; doch find ähnliche ®rfabrung0n auch bei anderen Seuchen, z. D. der Ruhr, gemacht worden, deren Erreger in seiner Bedeutung deswegen doch nicht angez weisest werden kann; auch find die Bedingungen, unter denen die Erreger nach außen gelangen und im Auswurf zugrunde gehen, noch nicht restlos aufgeklärt. Jedenfalls sind die Versuche, einen anderen Mikroben als Erreger der Grippe anstelle des Pfeifferschen Influenzabazillus auf aste len, ihrerseits bisher erst recht nocy keineswegs hinlänglich begründet; dies gilt auch von den )ben erwähnten Befunden amerikanischer Forscher, die den Erreger der Grippe in einen sog. ultra- mikroskopischen d. h. jenseits der Grenze der Leistungsfähigkeit unserer Mikroskope stehenden Mikroben sehen wollen, der von ihnen als Bazillus pneumafintes bezeichnet wird; dieser Mikrob, der in einer Anzahl von Fällen aus menschlicher Grippe in künstlicher Kultur bei Luftabschluß gezüchtet wurde vermag bei Versuchstieren in den Lungen ähnliche Erscheinungen auszulösen wie bei der menschlichen Grippe. Doch besteht die Möglichkeit, daß es sich dabei um Krankheitserscheinungen handelt, die mit der Grippe nichts zu tun haben; vor allem aber sind viel zahlreichere Untersuchungen in verschiedenen Ländern erforderlich, um festzuslellen, ob der neue Mikrob mit größerer Regelmäßigkeit b i der Influenza gesunden werden kann, ehe ein abschließendes Urteil über seine Bedeu ung möglich ist. Für das große Publikum find diese schwierigen und um» ftrittenen Fragen von verhältnismäßig untergeordneter Bedeutung; praktisch wichtig ist die durch- aus gesicherte Erkenntnis, daß der Erreger der Influenza ausschließlich von Mensch zu Mensch und nur in engem Kontakt und duch Tröpfeninfektion übertragen wird, und daß man sich durch verhältnismäßig einfache Maßnahmen, wie neulich an dieser Stelle von anderer Seite bereits ausgeführt worden ist, vor der Ansteckung zu schützen vermag. Man vermeide vor altem den Kontakt mit Kranken und in Seuchezeilen überhaupt jede Menschenansammlung; man lasse sich nicht anhusten, sondern halte sich aus Armlänge von dem Hustenden entfernt; der Kranke wende sich beim Husten zur Seite und halte das Taschentuch oder die Hund vor den Mund. Solche einfachen Vorschriften müßten als Bestandteil hygienischer Erziehung Gemeingut des ganzen Volkes werden. 2392hl am iiimi imiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii nun 11 um iiiim iiiinim hihi um iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini 11 m imiiiiiiiiiiliiiiii i ihiiiiilh Statt Karten Gießen, 29. März 1924. 2396D 2398 D Achtung! Inh.: Heb. Stecken niiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiimiiiiMiiiiimiiiiiimiiiiiuiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiimiiimiiiiniiuimnii Erscheint in grotzen Massen! 2316D W. Löber statt Eisenhandlung . U,8D Neu! Neu! 63 Sie G. Wellmann V E. Böhm Alt M. Strunk Sopran K. Aulich M,MANSCH u(?? 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Briefwechsel, Maschinenschreiben, Stenographie, Schönschreiben Beginn des neuen Schuljahres für alle Klassen am 1. Mai d. Js. r.50 1.80 2.25 2.60 Stielkasserole *4 18 -.95 1.25 1.50 Wasserkessel 21 31 41 Nr. 76 viertes Blatt Arbeiter und Vaterland. 3m Beilage von 3. G. Huch. Berlin-Friedenau, 33i6mar(fTtraße 2 erscheint soeben aus der F^der des früheren Leiters der Sozialdenwkra- tisch«: Parteikorrespontertz und späteren Schriftleiters der sozialdem)- kralischon Zeitschrift „Der Firn". Arno Franke, ein Kampsbuch: .Der Zerfall der Sozialdemokratie". Dem hier schon eingehend geaxirölgtcn Buche entnehmen wir folgende Ausführungen: „Der Arbeiter hat fein Datcrlandl" Dieser Sah steht nicht etwa in einer Dutzendbroschüre eines verantwortungslosen Agitators. Rein! Er befindet sich im „Kommunistischen Manifest". baS als die „Geburtsurkunde" der Sozialdemokratie bezeichnet wird, und in der sozialdeinokeatischen Literatur findet sich feine Zurückweisung Dieses Wortes, das einem ganzen, das dem zahlreichsten Stande die Freude an seinem Dater- lande nehmen und ihn zur Untre ic gegen das Vaterland verleiten möchte. Was will nun der Mensch sagen, wenn er von seiner Ration, seinem Dolle, seinem Datec- lande redet? Die Ration ist erweiterte, gesteigerte Persönlichkeit. Der Einzelmensch ist schwach und in feiner Betätigungsmöglichfeit gehemmt. Seine volle Wirkungskraft findet er nur. wenn er sich an eine Gemeinschaft anlehnen, sich ihre Errungenschaften zu nahe machen und auf ihnen weiteroauen kann. Aber diese Gemcknschast hat für ihn einen solchen Rutzen im Sinne der Entwicklung seiner eigenen Persönlichkeit nur dann, wenn er ihr nach Geburts- und Stammesrecht angchört, wenn er in sie hineingeboren ist. wenn «r sich mit ihr nach Abkunft Rasse. Sprache, Lebensgewohnhckt, nach gemeinsamen D)lkeschick- sal. nach Geschichte sund Kultur verbunden fühlt. Um Angehöriger einer Ration zu sein, muh ein Mensch in einen bestimmten Kreis jener Erscheiiwngen hineingeboren sein, «die gen-eratt rn- langes Zusammenleben und'Zu ammenwirlen einer Vielheit gleichgearleter Menschen geschaffen haben die das innerste Wesen ihrer Urheber widerspiegeln, und die wir Kultur nennen. Er muh in den Besitz dieser Kultur durch Geburtsrecht und in dem Sinne gelangt sein, das) ihii .ferne Abstammung, befähigt, diese Kultur als ein Stück seiner selbst 'n erfassen wie keine andere außer ihr. Er mutt (in sich selbst so geartete Krufts bergen, die allein fbiefe Kultur und keine andere schaffen konnten. Die mechanistisch-staatsrechtliche Auffassung des Rationalen, die Zuiällig'eiten des Geburtsortes und der Staatsangehöri gl eit als wesentlich und entscheidend ansieht, genügt nicht zur Erklärung des Rationalbegrifses. Eine Ration ann nur einmal da sein. Demgemäß kann ein Mensch nur einer Ration angehö en. 3m Spiegelbild seiner Ration lebt der Mensch sein Leben tausendfach, sieht er seine Anlagen und Kräfte in vollentsprechenden Erscheinungen 'sich vervielfältigen. kann er die Spur seines kurzen Erden- Weges aus gleichem Boden, aber in zahllosen Richtungen verfolgen. 3n Dem Wirken der Ge- samtnativn erlebt er die Summe der Möglichkeiten, die in seiner Einzelperson umschlossen liegt, um daran teilzunehmen, auf einem seinem Wesen vollentsprechcnden Erbe baut ipr auf, und dec Beistand der Ration verleiht ihm das Dewußt- Ictn. daß sein Werk auch in der Zukunft in einer Eigenar-t sich fort taten wird. Erfüllen können sich diese Möglichfeilen nur. lveirn eS einer Qtültoit gelingt, ihre Individualität zu festigen, ihre eigene Art ihren besonderen Charakter zu erhalten. Wenn das höchste Glück der Erden-- kinder die Persönlichkeit ist, dann ist auch daS Glück eines Dolles -in dieser Bedingung eingeschlossen. Sich von fremden Einflüssen freizuhalten, ist deshalb eine Lebensfrage für eine Ration. Gerade der Deutsche'kann darauf nicht ernst genug Verwiesen werdest. Dies führt uns schließlich auf die territoriale Vorstellung, die sich mit dem Rationalbegriff verbindet. Wahrhaft grob. wirklich recht, tatsächlich kulturträchtig ist mir die Raticn, die ihr Land erlebt. Vaterland! 3n den Linien deiner Gebirge, in den weiten Horizonten deiner Ebenen, in dem silbernen Geäder deiner Flüsse und Ströme, d:>n blauen Spiegeln deiner S.en ist das geheimnisvolle Buch aufgezeichnet, das unsere Dichter nur entziffert haben. Auf der Harfe deiner Wälder sind die Töne deiner Musik Zuerst erklungen. Land und Volk, eine Einheit! Rur ein großes Land, das sich ein gleichgeartetes Volk ganz zu eigen gemacht hat, schafft eine große, Lebendiges schaffende und bis in die weite Zeiten greifende Ration! Run lagen die Sozialisten: Aber die Arbeiter? Was haben sie von der vielgerühmtert, gewaltigen deutschen Kultur? Wieviel gehört ihnen von dem herrlichen deutschen Vaterland? Demgegenüber ist die Gegenfrage zu stellen: wie wird die soziale Lage des Arbeiters von dem Stande seiner Ration berührt? Die Antwort ist einfach: je höher ein Volk, eine Ration steht, desto besser ist auch die Lage der Arbeiterschaft der betreffenden Ration. Man braucht den deutschen Arbeitern nur diejenigen seiner Klassengenossen vvrzuführen, die tiefstehenden oder Heron terge- fommenen Rationen angeboren. Welcher deutsche Arbeiter hätte sich mit dem polnischen, tschechischen oder italienischen Wanderarbeiter verglichen? Was w.rr es denn aber, das dieses ge» toatttge Unterscheidungsmoment zugunsten der deutschen Arbeiter ausmacht? Gan; einfach: der deutsche Arbeiter war (und ist!) das Glied einer »rohen hochstehenden Ration, eines Volkes, dessen Kultur, dessen. Errurdg^schaften auf dorn Gebiete der theoretischen wie der exakten Wissenschaften eln-cm gewaltigen Hochstand erreicht hatten, dessen Aechnik eins weltbeherrschende Rolle spielte. Dieses Volk konnte natürlich im Rahmen der Konkurrenzfähigkeit seiner Industrie dem Arbeiter eine soziale Position bieten, die dem Deutschen von den Arbeitern aller tieferstehenden Rationen .geneidet wurde! Der Unterschied zwischen der Lebenshaltung eines hochbezahlten deutschen Facharbeiters und eines polnischen oder italienischen Wanderarbeiters war so groß, daß es schwer war. in öiefen beiden bis Angehörigen ebner und derselben sozialen Schicht zu erfennen. So kommen wir au dem Ergebnis, daß gerade sür den wirtschaftlich weniger starfen Menschen ein Vaterland, also die Anlehnung an eine fest- gefügte Ration von noch gröberem Segen ist als für den wirtschaftlich Starken. Den dem Dernichtungswillen der Feinde werden deutsche Unternehmer und deutsche Arbeiter gleichermaben bedroht, Unternehmer wie Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Arbeiter befinden sich ihm gegenüber in dem Solidaritätsverhältnis der Abwelxr. Bestehende Interessengegensätze zwischen deutschen Unternehmern und «rutschen Arbeitern sind an Bedeutung vollständig zurückgewichen vor dem großen nationalen Kamps, den Deutschland heute zu führen hat um seinen Bestand. "Diesen Kampf führt das ganze deutsche Volk. Ein Unterliegen trifft den deutschen Kapitalisten wie den deutschen Arbeiter. Dieser Kampf ist ein wirtschaftlicher Kampf, der auf politischem Gebiete ausgefochten wird. Das erste E."fordernis m diesem Kampfe ist die völkische Solidarität aller Deutschen. Wer sich dieser völkischen Solidarität widersetzt, vermindert die Aussichten, die das deutsche Volk in dem Kampfe hat. vergeht sich an seinem Volke und begeht ein Verbrechen an sich selbst. Für den deutschen Arbeiter ist jetzt das erste Gebot, seine Gegner nicht zu verwechseln. Sein Gegner ist heute nicht der deutsche Arbeitgeber, der deutsche Kapitalist, nein. feLtrz ©egaer sind jetzt und in weiterer Zukunft die Rutznießer des Vertrages von Versailles, sind Poincarö und seine Verbündeten, die Deutschland immer mehr dezimieren und seine Lebensquellen verstopfen, und die mit der Besetzung deutscher Industriereviere in erster Linie den deutschen Arbeiter treffen und in seinen Lebens Möglichkeiten beschneiden. Heute. In dem gewaltigen deutschen Existenzkämpfe ist das Soziale zum Rationalen geworden. Schon jetzt können sich die Millionen deutscher Arbeitsloser für ihr Schicksal bei den Ententepolitikern, bei den Schöpfern des Vertrages von Versailles und den Auslegern dieses Vertrages bedanken! Für Deutschland ist heute und in fernerer Zukunft das Soziale zum Rationalen geworden! Dceser Grundsatz wird für den deutschen Arbeiter das grohe Leitmotiv während bur|6buu|en za zerstören. Verschimmelte Melasse. Durch ungeeignete Aufbewahrung Bann Melasse schimmelig werden. SS entstehen dann in ihr Produkte, die nicht unbedenklich sind und Dergif- tungserscheinungen Hervorrufen können. Man kann derartige Melasse erhitzen und dadurch bei genügender Einwirkung der Hitze allerdings o-ie Bakterien, nicht aber deren giftige Erzeugnisse, vernichten. Deshalb ist bei der Derfütterung solcher Melasse Vorsicht geboten und eine probeweise Derfütterung mit zunächst kleinen Mengen durch- zuführen. Sollten sich dabei unangenehme Erscheinungen elnftellen, bann ist es zum Fortwerfen der Melasse immer noch früh genug. Man vergegenwärtige sich bei der Verfütterung derMelasse immer, daß ihr Hauptwert in dem hohen Zuckergehalt. In den Reizwirkungen des Richtzuckers und in ihrem starken Gehalt an mineralischen Stoffen liegt Wie man durch Versuch ermittelt hat. find es eben die sogenannten Richtzuckerstoffe, welche die Melasse für die Fütterung wertvoller als wie reiner Zucker erscheinen lassen. Es ist erwiesen, das) der Zucker, der in Form von Melasse gereicht wird, in der Regel mehr Fett erzeugt und günstiger auf den Stoffwechsel einwirkt, als wenn dieselbe Menge in Form von reinem Rohzucker geboten wird. Die Mineral - stofte der Melasse sind bekanntlich reich an Kall, das immerhin bei großen Mengen eine störende Wirkung auf die Herztätigkeit des Tieres aus- üben kann, aber auch zum größten Teil wieder ausgefchieden wird und den Dung nicht unerheblich mit Kali anreichert. Unter Derücksichck- gung dieser Punkte bewahre man einmal die Melasse derartig auf, daß sie nicht verdirbt, und zum andern verfuttere man sie rationell, beginne Immer erst mit kleinen Gaben und gehe bann allmählich zu größeren über. Man kann ungefähr auf je zehn Zentner Lebendgewicht von reiner grüner Melasse verfüttern: bei Pferden zwei bis drei Pfund, Zugochsen drei bis vier, Kühen etwa zwei, Schafen und Mastrindern drei bis vier und Schweinen vier bis fünf Pfund Sollte die Melasse mit einem andern Futtermittel zu gleichen Teilen vermischt sein, wird man von diesem Mischfutter die doppelte Menge wie oben angegeben, verabfolgen. Jur Warnung. Mehrfachen Anfragen nach zu schließen, treiben Hausierer mit Obstbäumen, Beerensträuchern, Rosen und Sämereien ihr Wesen. Ob die Ware gut oder schlecht sei, soll dahingestellt bleiben, es sei aber darauf hingewiesen, daß Baumschulartikel und Sämereien Vertrauenssache sind. Der Hausierer, dessen Ramen man nicht einmal kennt, hat nur Interesse daran, seine Ware sobald wie möglich los zu werden. Ob die Wurzeln durch Trockenheit oder Frost gelitten haben, ober ob die gekauften Sorten echt sind, merkt der Käufer zu seinem Schaden erst dann, wenn es zu spät ist. Wer Bedarf an solchen Dingen hat, wende sich an eine Gärtneret ober Samenhandlung, bereu Samstag, 29. März 192$ Ruf ihm Gewähr für reelle Bedienung bietet Rirgends rächt sich falsche Sparsamkeit mehr, als auf dem Gebiete des Gartenbaues. Fragekasten. Frage 9. 3ch habe einen Garten im Zustands ber Derwahrlcsung übernommen, dessen Boden durch Unkrautsamen verunreinigt ist Der Frost hat die Ausführung des beabsichtigten Rigolens verzögert Ist es jetzt noch Zeit, und was ist dabei zu beachten? Antwort: Obgleich das Rigolen eine Herbsp und Wintcrarbeit ist, weil sich dann dre Erde bis Aum Frühjahr genügend setzen Bann, sollte man es doch nicht weiter aufschieben. Die Unmengen von Unkrautsamen, die in einem solchen Garten im Boden stecken. Infeltenbrut und Krankheits- kcime aller Art, besonders die Erreger der Kohl» Hencke, jene gefürchtete Kropfkrankheit der Kohl- gemüse, die in manchen Gärten die Ernte in Frage stellen, werden durch Rigolen unschädlich gemacht, der Boden wird auf Zähre hinaus besser durchlüftet, seine natürlichen Rährstoffs besser aufgeschlossen und die Sünden, welche durch Richtbeachtung der Fruchtfolge begangen wurden, werden ausgeglichen. Die Wurzeln können sich in der tiefgelockerten Erde toelter ausbreiten, was sich durch üppigeres und gesünderes Wachstum landgibt, kurz, die Arbeit macht sich be* zahlt und sollte, wo man tief wurzelnde Gemüse, wi? z. B. Schwarzwurzeln, baut, regelmäßig ausgeführt werden. Ueber die Ausführung sei folgendes bemerkt: Am Anfang der zu rigolenden Fläche wird nach der Schnur ein zwei Spatenstich tiefer und 70 cm breiter Graben ausgehoben, dessen Erde an das andere Ende gekarrt und dort zu einem Damm aufgeschichtet wird. Hierauf hebt man daneben einen zweiten Graben aus, dessen Aushub in den ersten Graben, das vberft zu anterst, kommt und so fort, bis der letzte Graben mit der Erde des ersten Grabens aus- gefüllt wird. In Fällen, wo der Untergrund aus sehr schlechtem Tonboden, sog. Hungerboden, oder aus reinem Kies besteht, würde dabei soviel toter Boden obenauf kommen, daß man eine Reihe von Hahren wenig ernten könnte. Hfer fährt man auch vom zweiten Graben die obere Erdschicht an das andere Ende. Dann erst kommt die untere Bodenschicht von Graben zwei In Graben eins und die obere Grde von Graben drei ebenfalls im Graben ems. obenauf. Auf >.iese Weise bleibt die fruchtbare Kulturschicht, allerdings mit Unkraut- und Schädlingsbrut, oben. Der Unter« gründ wird aber gelockert und läßt sich später beim Umgraben mühelos mit der oberen Schicht vermischen, die Wurzeln besitzen die Möglichkeit, in größere Tiefe zu bringen und widerstehen anhaltender Trockenheit ungleich besser. Frage 10. Meine anderthalb Meter hohe, zwanzigjährige Zimmerpalme ist, ohne daß sie gelb geworden wäre, plötzlich abgestorben. WaS kann die Ursache sein? Antwort: Anfragen dieser Art sind gegen« toärtig besonders häufig. In den allermeisten Fallen ist unvorsichtiges Lüften des Zimmers die Ursache. Solange die Außentemperatur unter 0 Grad ist, müssen Zimmer Palmen, bevor man die Fenster öffnet, in einen anderen, erwärmten Raum gebracht werden. Einige wenige Minuten dem Frost ausgesetzte Palmen, besonders Kentien, sind rettungslos verloren. Dermischtes. „Schwimmende Inseln" für den Luftverkehr. Französische und spanische Ingenieure arbeiten jetzt an dem Plan, den regelmäßigen Flugverkehr, der zwischen Toulouse' in Südfrankreich und Casablanca in Rord-Afrika besteht, zu einem Flugdienst bis nach Südamerika auszudruen. Man beabsichtigt, bei dem Flug über den Ozean .schwimmende Inseln" als Stationen für die Flugzeuge zu verwenden: es sollen dies riesige Flöße fein, auf denen sich Flug^ughallen, Benzin- lager und sogar Hotels befinden und die mitten im Ozean verankert werden. Der Luftverkehr von Soulmife nach Casablanca, der über Barcelona, Malaga führt und im vergangenen Jahr 1600 Passagiere sowie 3V? Million Briefe befördere, wird bis nach Dakar im Senegalgebiet ausgedehnt. Dann muß man vorläufig über den Atlantischen Ozmn einen Dampferdienst zu Hilfe rejmen, der zwischen Dakar und Pernambuco verkehrt. Die Reife von Pernambuco bis Buenos Aires wird wieder im Flugzeug zurückgelegt. Um die ganze Route durch die Luft zurückzulegen, sollen die ..schwimmenden Inseln" geschaffen werden, die hoffentlich keine — Luftschlösser bleiben. 1874 1924 Bei lästigem husten j roten wir Ilmen. „SrnckttwBonbonS" zu nehmen. Lösen den Schleim, lindern die Schmerzen. 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