Nr. 99 Erscheint täglich, außer Soniu und Feiertag», mit d. Samstagsbeilag«: GleßenerFamiUenb lälter INonolr.vezvcrprelr: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Träyerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anteigerchiehe». Postscheckkonto: fcranffurt a. M. 11686. Erster Blatt Jahrgang Montag. 28. April (924 vNlck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steinbruderei B. Lange in Sieben. 5chriftleitvng and Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindllchkeit preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpsennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plohvorschrist 20% Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. UHU). Lange: ür den übrigen Terl Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Die Antworten der alliierten Kabinette. Frankreich gegen Deutschlands Ansicht. Paris, 26 April. (CEOolff.) "Nachdem heute auch das italienische Antwortschreiben der Re- Sarationskonnnission zug.gangen ist, veröffentlicht iefe dre Antworten ter vier beteiligten Regrc- rungen auf ihren Beschluß, vom 17. Aprtl 1924. 3a der französischen Antwort heißt es nach der üblichen Einleitung: „Die Berichte der Sachverständigen entsprächen genau dem Siele, das dre Repavationskornmission ihnen gesetzt hätte, einerseits die Möglichkeit emes Ausgleiches des deutschen Budgets und die Maß- nahmen zur Stabilisierung der Währung zu prüfen, andererseits die Mittel zur Abschätzung und Rückführung der geflüchteten Kapitalien zu untersuchen. Die Berich e sollen die Reparations- fommilfion in den Stand setzen, entsprechend dem Artikel 234 des Versailler Vertrages die Ein- nahmequclsen und die Leistungsfähigkeit Dcu sch- lands zu prüfen. 3m Besitze von Informationen auS detaillierter und wertvoller Arbeit sei die Reparationskvmmission jetzt in der Lage, ihr Urteil zu sprechen, das die Regierungen von ihr erwarteten: eine endgültige Entscheidung, in der die Entschließungen der Sachvrrsländigenberichte ausgenommen, motiviert und in vollstreckbare Form gebracht (denn sie seien, wie das übrigens bei Berichten beratender Persönlichkeiten in der Oc)nung fei, zumeist in Die Form einfacher Angaben geTeidet) und in gewissen Punkten, deren Behandlung die Sachverständigen der Reparationskommi fron s elbst überlassen oder über die sie sich überhaupt nicht ausgesprochen hätten, vervollständigt würden. Erst wenn die Reparationskvmmission diese Arbeit burchaeführt und so sämtliche nach dem Te saillrr Vertrag in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden sowie die nicht ihrer Kompetenz unterliegenden Punkte genau festgelegt habe, werde sie in der Lage sein, diese letzteren den beteiligten Regierungen mitzuteilen. Die Regierungen könnten ja erst zweckmäßig eingreisen, wenn sie mit Bestimmtheit wühlen, welche praktischen Folgen die Reparationskommission den Vorschlägen der Sachverständigen gebe. Des- o'eichen müßten sie die Möglichkeit zu der Festste lung gehabt haben, daß die deutsche Regierung ihrerseits die erforderllchen Vorkehrungen getroffen habe, um den Beschluß der Kommis ion auszuführen. Es liege auf der Hand, daß diese En scheidung erst gefällt werden könnte, trenn die Reparationokomrmssion alle die Gesetz- und Verordnungsentwürfe genehmigt habe, um deren Llnterbreitung sie die deutsche Regierung gebeten habe, um die Ausführung des Planes xu sichern. Ebenso liege aber auch auf der Hand, daß erst nach dieser Entscheidung die alliierten Regierungen in der Lage sein würden, „die Korkus.onen, die ihrer Kompetenz unterständen, adzuschlie'len, damit die vorgeschlagenen Pläne sobald als möglich ihre volle Wirksamkeit gelangten". Die deutsche Regierung könne jedoch in diesem Falle nicht auf gleichem Fuße mit den alliierten Regierungen behandelt werden. Die Reparationskommission könne bei ihrem Vorgehen auf Grund der durch den Versailler Vertrag ihr übertragenen Vollmachten den Einwendungen Rechnung tragen, die von der deutschen Regierung gemacht würden (diese müsse die billige Möglichkeit haben, gehört zu werden) und müsse dann mit der ganzen durch den Versailler Vertrag ihr verliehenen Autorität ihre Entscheidung fällen. Die Sachverständigen hätten übrigens erklärt, daß nach ihrer Ansicht die deutsche Wirtschafts- und Finanzhoheit wieder hergestellt wer.en müsse, sobald der vorgeschlagene Plan zur Ausführung geb acht werde. Da die Reparationskommission beschlossen habe, die Konklusionen der Sachverständigen in ihrer Gesam'hllt anzunehmen, glaube die f a^zösische Regi rung annehmen zu dürfen, daß sie in diesem fapi aten Punkte die Konklusionen nicht abzuändern beabsichtigt habe. Die Reg'erungen würden untereinander die Frage zu prüfen haben, unter welchen Bedingungen iie gegenwärtig in der Hand Frankreichs und Belgiens befindlichen Pfänder zum Gegenstand einer Verschmelzung oder eines Austausches mit denen gemacht werden sollen, die ungeteilt sämtlichen A liierten übergeben würden. Aber diese Operation könnte erst ft a 11 - finden, wenn Deutschland den Plan effektiv zur Ausführung gebracht habe, und es sei Sache der Regierungen, in gegenseitigem Einvernehmen die Garantien zu bestimmen, die diese Operation erforderlich machen könnten. Die belgische Antwort betont, die belgische Riegierung sei bereit, dre Entschließungen der Sachverständigen als Ganzes anzunehmen zum Zwecke einer praktischen und gerechten Regelung der Reparationsfrage. Sie hoffe, daß die Reparationskommission die Gesetzentwürfe der deutschen Regierung, welche für die vollkommene Ausführung des S ach?e ständigen- planes notwendig feien, sorgfältig prüfen werde. Sie hoffe ferner, daß die Reparationskommissivn beschleunigt die Maßnahmen durchführen werde, deren Festsetzung das Gutachten ihr überlassen habe, damit, wenn die Arbeiten fertig« Gleichberechtigung. — Poincares Pfänderpolitik. - Die britische - Die Dermittlungsaktion der Belgier. gestellt seien, der anempfohlene Plan mit gegenseitiger Zustimmung der alliierten Regierungen schnell zur Durchführung gebracht werden könne. Die belgische Regierung trete schon jetztmit ihren Alliierten in Fühlung. Die englische Note ist in 9 Punkte gegliedert, von denen der zweite besagt: Die englische Regierung nimmt die Empfehlung der Reparationskommission, die unter die Zuständigkeit der alliierten Regierungen fallenden Entschließungen zu billigen an und wird alles in ihrer Macht stehende tun. um ihnen praktischen Erfolg zu verschaffen. Unter 3. heißt es: Die Empfehlungen der Sachverständigen stellen nach Ansicht der englischen Regierung keine Herabsetzung der Gesamtreparationsschuld Deutschlands dar und die notw neigen Modifikationen des Londoner Zahlungsplanes liegen nach ihrer Ansicht innerhalb der Kompetenz einer einstimmigen Entschließung der Reparationskommission, erfordert jedoch keine besonderen Vollmachten dec in der Re ara i nskcmmis ion te.treten n Regie ungen. Wenn jedoch in diesem Punkte irgendwelche Zweifel bestehen, ist die englische Regierung bereit, solche besonderen Vollmachten zu erteilen. Der 5. Punkt besagt: Die einzigen Anempfehlungen der Sachverständigen, die unter die Zuständigkeit der alliierten Regierungen fallen, sind nach Ansicht der englischen Regierung folgende: a) Die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und fiskalischen Oberhoheit der deutschen Regierung über die gesamten deutschen Gebiete, b) die notwmdigen Schritte zu unternehmen, um die neuen Garantien und Kontrolllnaß» nahmen wirksam zu machen, soweit sie nicht durch die bestehenden Bestimmungen des Versailler Vertrages schon eingesetzt sind, c) die Zusammenfassung aller finanziellen Lasten Deutschlands auS dem ' Friedensvertrag in einer Annuität. 6. Hinsichtlich des ersten Punktes ist die englische Regierung bereit, den Empfehlungen der Sachverständigen ihre volle Zustimmung zu geben und in Beratungen m>t den anderen alliierten Regierungen alle nötigen Schritte zu ergreifen, um in kürzester Frist ihre volle Wiederherstellung zu erreichen. 7. Hinsichtlich des zweiten Punktes bleibt, nachdem dir deutsche Regierung bereits ihre Zustimmung gegeben hat, nur übrig, den zu treffenden Maßnahmen volle Zustimmung zu erteilen. Die englische Regierung ist bereit, in dieser Beziehung alles zu tun, was als das angenehmste und wirkungsvollste zu diesem Zwecke erscheint. 8. Hinsichtlich des dritten Punktes nimmt die englische Regierung die Empfehlung der Sachverständigen an und ist bereit, ihrerseits der Reparationskvmmission einen Plan vorzuschlagen für die Durchführung dieses Punktes. Die italienische Antwort erklärt, die italienische Regierung fei für ihren Teil schon jetzt geneigt, die Entschließungen der Sachverständigen sowie dir Grundsätze, die für sie maßgebend gewesen feien, in vollem Umfange anzunehmen. denn sie fei überzeugt, daß. tteTe Eat- schl eßungcn und Grundsätze dne gerechte G u .d- lage für die Regelung dec Reparationsfrag? und der damit im Zusammenhang stehm.ea Probleme entsprechend der von der italienischen Regierung stets innegebalt .men Linie dar.e len könne r De italienische Regierung ist außerdem der Ansicht, daß die von den Sachverstän.igen einstimmig cr- zi.lten und von der Repaaat o.iskommrs.i ion gebilligten Entschließungen die Lösung ie3 umsa sen den Problems der Regelung der unter der Kompetenz dec al.iierten Regierun en fallend en Fragen erreichen würde, die die Sachverständigen zu regeln, keinen Auftrag gehabt haben. Die Pariser Konferenz. Paris, 28. April. (WTD.) Die belgischen Minister T h e u n i s und Hymans haben den gestrigen Abend bei dem belgischen Botschafter zu- gebstacht und Dort auch mit dem belgischen Delegierten in der Reparationskomm.ssion Delacroix und seinen Mitarbeitern verhandelt. Die Konferenz mit den französischen Staatsmännern wird am Quai d'Orsai um 10 Uhr vormittags beginnen. Ueber die Verhandlungen spricht sich das „Echo de Paris" folgendermaßen aus: Es sei wahrscheinlich, daß die Entscheidung, die die Reparationskommission am Dienstag treffen werde, nicht vereinbar mit der sofortigen ^Eröffnung direkter Verhandlungen zwischen den Kabinetten von London, Pa- lungen und Brüssel sei. Obgleich Poiucars an seinem Standpunkt festhalte, daß er keine endgültige Verpflichtung übernehmen wolle, so lange er nicht völlig aufgeklärt sei über das, was die Reparations- kommifsion unternehme, verstehe es sich von selbst, daß er nicht so well gehen werde, einen offiziösen Meinungsaustausch abFulehmen, da er sich sonst von den Verhandlungen, die in EhequerS beginnen, ausschließen würde. 3n der Unterredung kommt nach Meinung des JS(f)D de Parts" folgender Fragenkomplex zur E ö terung: Abbau der wirtschaftlichen Okkupation im Ruhrgebiet unter Siche» turg der Mittel, durch die man wl eder zu dem alten Druckmittels!) st em zurückkehcen könne. Dieses Problem sei verbunden mit dem P o5lem der ct> n u l en Sank ionan. Ueber den gra to.ifei Cha a.'ec dec w r scha pichen Demo- bihf.e urg sei eine Angleichung her Ansichten von Paris und Brüssel auherorhentlich leicht. Ueber die Elemente für eine vollkommene Wiederaufrichtung des alten Sanltionstzystems werde man sich jedoch nur nach einigen Schwierigkeiten einigen. Hierüber müsse man mit dem englischen Premierminister kämpfen und einen Ausweg durch andere Hilfsmittel suchen, so z. B. wollten eventuell die Belgier ro sch agen: öl? Beschlagnah.rne derZö11e in bum Deutschen Seehafen Hamb, irg. Zur Frage der rheinischen Eisenbahnen, die eine Siche.heitefrage darstellt, habe üch Belgien noch nicht geäußert. Weitere 5ragen,, die zur Verhandlung gelangen würden, seien die Frage der interalliierten Schulden, ter Verteilungsschlüssel und die Frage des ® e- fam't betraget der deutscher Schulden. Don Wichtigkeit sei die Frage der Einschließung der Besatzung-kosten und aller anberen Deutschland zur Last fallenden Aufgaben in ifric Reparatur»ns- summe. 3m Laufe der heutigen Unterredung werde ferner auch die Frage des französisch- belgischen Wirtschaftsabkommens das die Brüsseler Kammer beLvmntlich zurückge- toiefen hat, besprochen werden. Der Drüs eler Berichterstatter des „Tcmps" stellt fest, eines scheine festzusteßrein. ba& die be gischen Minister um jeden Pr lichkeit einer solchen Zahlung und dabei selbst' verständlich auch den Umfang der jährlichen Za Holungen umfaffen. So muß also notwendig die Fähigkeit Deutschlands, Zahlungen an die Alliierten zu leisten, in den Vordergrund gestellt wr- den, und tatsächlich ist die Frage der Angelpunkt des jetzt vorliegenden Berichtes des ersten Sachverständigenausschusses. Die Kommission hat aber eingefehen, daß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands ein zweideutiger Begriff ist. Eine Frage ist, wieviel das deutsche Volk innerhalb Deutschland zahlen kann. Eine andere Frage ist: Wieviel von dieser Summe kann an die Alliierten abgeführt werden? Die Kommisfion ist zu der Auffassung gekommen, daß die erste Summe wahrscheinlich die größere ist: es ist nicht sicher, daß die ganze Summe, die in Deutschland aufgebracht werden kann, auch in demselben Hahr an die Alliierten überführt werden kann. Um scharf zwischen diesen beiden Formen von Zahlungen zu unterscheiden, hat die Kommission vorgeschlagen, daß alles, was in Deutschland gezahlt wird, einem Reparationskonto in der neuen deutschen Reichsbank zugeführt werden soll. Damit wirb die Verpflichtung der deutschen Reichsregierung als erfüllt betrachtet. Diese einfache Regel ist natürlich als ein sehr großer Fortschritt zu betrachten in Verhältnis zu dem gegenwärtigen äußerst unklaren Zustand auf diesem Gebiete. Di< Frage, wieviel vom Guthaben auf dem Konto an die Alliierten überqeführt werden kann, soll besonders geprüft werden, und zwar wird für diesen Zweck ein ausschließlich von Vertretern der Alliierten zusammengesetztes „Uebertoeifungg- komitee" eingerichtet, das nach den für jeden Tag obwaltenden Verhältnissen beurteilen muß. wie große Auslandszahlungen vom Reparationskonto gemacht werden können, ohne die deutschen Wechselkurse aus ihrer Gleichgewichtslage zo bringen. Diese Anordnung ist sehr vernünfnx Und hat besonders den großen Vorteil, daß dii Alliierten selbst vor die mit den Auslands- Zahlungen verknüpften Schwierigkeiten gestellt werden. Die Frage, wie g-wße Zahlungen hmerfwH» Deutschland geleistet w.rlen tonnen, ist nach ter Me'nung ler Erp-rtkommis ion verhä t ismäßlr bestimmt. Man kann — was die Kommis ion auch macht — für jedes Hah. eine gewisse Summe angeben, wllche man als Zah ungsre.pflichtuog Deutschlands für tiefes Zah: fest legt. Das entsprechende ist nicht möglich bezüglich der A u s 1 a n d s z a h 1 u n g e n. W ie iel un er Wahrnehmung der Stabilität des deu'scher G l» des rach dem Ausland bezahlt werden kann, kann nur die Erfahrung zeigen. Das ist r.atärlich richt'g. Man 'bat aber den Eindruck, daß die Kommis sion das Problem dec Auslandszahlungen ctwas e'.n- seitig vom Ge.ichtspunkte les Einflus es tie‘er Zahlungen auf die Wechselkur'e betrachtet. Dies ist aber streng genommen nur die formelle Seite des hier vorliege.cden Realproblems. Tie wirkliche Frage ist die: Was kann die deutsche Vol's- wirtschaft an das Ausland zahlen über dem Betrag hinaus, len sie für Warenernfuhr und sonstige Pallwpvsten notwendig zu zahei hat? 3ft überhaupt ein Pleberfchuß in der deutschen Zahlungsbilanz möglich und untrr welchen Voraussetzungen und Bedingungen tonn ein solcher Lieberfluß, erreicht werden? Dieses Problem enthalt, wie man leicht sieht, zwei verschiedene Fcrgm, nämlich einerseits, werden die Alliierten Deutschland ein so starkes wirt - schaftliches Aufblühen gönnen, daß ein dauernder HebersHuß der deutschen Ausfvh über die notwendige Einfuhr möglich wird? Andercr- sc-its sind die Alliierten wirllich gewillt, die entsprechende Lieberschußeinfuhr in ihre eigenen Länder zu gestatten? Rach alten Erfahrungen der Rachkriegszeit muß die letzte Frage als eine sehr ernftp Seite des Zahlungs- Problems betrachtet werden. Es ist ohn; Zwüfll ein sehr großer Fortschritt, daß Deutschland j:tzi von je2em Kummer in dieser Hinsicht bcsr.it w rd. und daß es den Alliierten selbst übwlassen wird, wieviel sie an Auslandszahlungen zulassen wollen. Die Möglichkeit dcu:scher Zahlungen an d e Alliierten hängt unlöslich mit der Möglichkeit einer solchen Llcberschußausfuhr zusammen, und Zahlungen, die über d ese üleberschußausfuhr gehen, sind einfach unmöglich. Es ist ein Fehler, diese Frage vom formalen Gesichtspunkt derWech- selkurse aus zu betrachten. Es ist auch ein pädagogischer Fehler. Von fcanzös scher Seite ist schon die Bemerkung gemacht worden, daß es unnötig sei, so große Rücksicht auf die Stabilität der deutschen Wechselkurse zu nehmen, und daß die Zahlungen an' die Alliierten unabhängig von ihren Wirkungen auf die Wechselkurse fortgehen müßten. Solche Wahnvorstellungen können nur bestehen, so lange die reale Seite des Lieberführungsproblems unaufgeklärt gelassen wird. Es wäre sehr zu wün- von Wort zur Gedenkrede. währ für die Erhaltung des Friedens Dielet. Olur dann wird die Währung vor neuem Verfall und die Wirtschaft vor endgültigem Zusammen« bruch gesichert sein. Nur dann werdet Ihr einen Reichstag bekommen, der den Frieden bewahrt und Arbeit schafft, die Freiheit erringt und das Reich erhält. Ein harter Kampf wird am 4. Mai ausgefochten werden. Zu diesem mit das Vaterland auchdenlehtenMan n auf. Deutsche Männer und Frauen! Erfüllt alle Eure Ehrenpflicht! Es gilt Deutschland, es gilt den Frieden, es gilt die Freiheit, es gilt das Gluck unserer Kinder! Die Reichsregierung. Die französische Presie zu den alliierten Antworten. PariS, 27. April. (Wolff.) Der »Petit Parisien" glaubt, die Aufgaben der kommenden Wochen wie folgt auf die Reparationskomnttsfion, die deutsche Regiernng und die alliie.ten Regierungen verteilen zu können: Die Sachver st a n« Ligen hätten weder festgesetzt, unter welchen Vedingungen die Kommis,are für die ver.che.e- nen Organisationskomitees bestimmt werden sollen, noch ihre Befugnisse begrenzt, noch dasjenige Organ vorgesehen, das dafür zu sorgen habe, daß eine Kontrolle, :hn. vexawrisch n c paralte anzunehmen und ohne zwecklose Einmischung in Einzelheiten der Verwaltung darzustellen, doch wirksam sei. Das sei die Angelegenheit der Retz a r a t i o n s k o m m i s s i o n. Lne Repa ati n - komm iss ion werde auch m die Verhandlungen über die erste internationale Anleihe von 8.0 Mi- linnen Goldmark einKUgre.fen Haden. Die deutsche Regierung ihrerseits habe ihre Gee-g-bung. Ver- waltüngsvrganisation mit den Entschl ejungen der Sachverständigen in Einklang zu „bringen. Die alliierten Regierungen ständen vor der ganzen Frage der Llmwandlung des hn Ruhrgebiet bestehende« Zustandes. Die Sachverständigen hätten ihnen überlassen, eine etwaige Durchführung neuer Sanktionen zu regeln. Gewisse Sätze des Berichtes liehen auch Lurchblichsn, das), die Sachverständigen die Erörterung der Frage der interalliierten Schulden voraussetzen. Die Alliierten ward n zu entscheiden haben, ob es tatsächlich zweckmäß g sei, daß alle diese Fragen schon j:tzl zur Sprache gebracht würden, ob es zur Inangriffnahme Zk6 Eachverst ändigenplanes unerläßlich sei, daß sie gelöst würden. Macdvnald mache kein Hehl daraus, daß er nicht dieser Ansicht sei. Es sei nicht ausgeschlossen, daß auch andere Regierungen wie er dächten. Das „Echo de Paris" stellt fest. Laß die Antwortnoten sehr klar Len Unterschied zweier Methoden erkennen lassen. Fvanzösttchersetts erkläre man. b e v o r die Alliierten verhandelten, müßte die R e° parationskommission ihren Spruch gefällt haben. Belgischer- und englischersers sei man für den svf artigen Meinungsaus- trusch zwischen I'en Kabinetten. Die Belgier und Engländer würden sogar ohne weiteres zunächst in Paris, dann m EhequerS Liesen Meinungsaustausch aufnehmen. Es frage sich, ob das von Belgiern und Engländern vorgeschlagene Verfahren für Frankreich ungünstiger sei als L-as französische. Die Frage sei mit ja zu beantworten in dem Sinne, daß Frank reich, bevor es sich in entscheidende Verhandlungen stürzt?, wissen müsse, was die Rcparat vnskomm.ssion aus d.m Bericht der Sachverständigen herausholen und auch, wie Deutschland reagieren würde. Indessen träfen in dem von London und von Belgien in diskreterer Form vorgeschlagenen Geschäftsgang zwei Auflassungen zusammen. Zu° Der Wahlaufruf der Reichsregierung. Berlin, 26. April. (Wolff.) Die Reichsregierung veröffentlicht einen Aufmf an das deutsche Volk, in dem es heißt: Der Wahltag am 4. Mai ist Schicksalstag für das deutsche Volk. Der neue Reichstag wird über Gcdeih und Verderb unseres Reiches die Entscheidung fallen müssen. Als Reichsregiernng ist es msere Pflicht, allen Volksgenossen die Bedeutung g e r a d e d i e- e r Reichsiagswahl eindringlichst vor Augen zu ühren. Wir vergessen zu schnell! Denkt zurüc. an tte Zeit der wahnwitzigen Geldentwertung! Erinnert Euch an die Tage des vergangenen Jahres, wo aus den Tausenden die Millionen, aus den Millionen die Milliarden und aus den Milliarden die Billionen wurden. Da war das Ende nahe. Da standen wir wirklich vor bem Verderben. Wehe, wenn damals der drohende Umsturz von rechts und links die Oberhand gewonnen hätte! Wir sind nicht in den Abgrund gestürzt, wir sind nicht der Verzweiflung zum Opfer gefallen. Die Staatsgewalt hat sich behauptet, das Reich ist nicht zerbrochen. Aber alles haben wir daransehen müssen, haben bittere grausame Maßnahmen ergreifen müssen, um im letzten Augenblick mit äußerster, fast schon versagender Kraft den Zusammenbmch aufzuhalten. Große Opfer hat die Rettung vor dem Untergang gefordert, und wir werden noch weiter schwere L a st e n auf uns nehmen müssen, ehe wir wieder ganz gesicherten Boden unter den Füßen haben, aber wir haben doch wieder d ie feste Mark. Die entsetzliche Arbeitslosigkeit ist im Schwinden. In Staat und Wirtschaft, In Gemeinde- und Einzelhaus halt können wir wieder mit Soll und Haben, mit festen Einnahmen und Ausgaben rechnen. Ernst und eindringlich aber sei es gesagt: Jedes Ab irren von dem von uns beschrittenen Wege der Ordnung und Vernunft wird das Ende des Reiches, das Verderben des Volkes fein! Nur durch Arbeit und Opfer werden wir den Weg aus dem Elend in die Freiheit finden. Durch die von ausländischen Sachverständigen im Auftrage ihrer Regierungen erstatteten Gutachten wollen wir zu einer Lösung der Reparations frage, zur Befreiung unterer Brüder an Rhein und Ruhr gelangen. Auch die Vorschläge der Sachverstänrigen fordern von uns die allergrößten Opfer. A-er sie woll.n die uns bedrückende militärische Gewalt ersehen durch Grundsäte und Forderungen wirtschaftlicher Vernunft. Das bedeut.t für uns als wehrloses Volk einen Fortschritt. Zeigen Me Gegner di.ser Prl ttk e ine n an de re n A u s- weg aus unserer Bedrängnis? Reinste beschränken sich darauf, die Arbeit der Reichsreg.e- rung herabzusetzen und gegen dir Gutachten ter Sachverständigen die Vvllsleidenschaften aufzupeitschen. Was Ware die Folge, w.rri ihnen die Möglichkeit geboten würde, ihre Worte wahr gemeinsamen Urheimat mitbrachten. Aber von Indien ist diese Wetterregel nicht nur westwärts, srndcrn auch ostwärts gewandert und gilt noch heute in China. Ein anderer Wetteraberglaube, dem zufolge die zukünftige Witterung ars dem Donner am ersten Tage der einzelnen Monate bestimmt wird, läßt sich bis nach Allbabhlon zurückversolgen. Diese „Donnerzeichen" haben die reiche Literatur der sogen. Gewitterkalendrr her- vorgerusen, die im byzantinischen Reich eine ungeheure Verbreitung hatten und dort aus die Lehre des Zoooaster zumckgesührt wurden. Der Glaube geht aber noch weiter bis m das alt» assyrische Schrifttum zurück und ist chaldaischen stlisprungs. Eine ganze Reihe von noch heute volkstümlichen Wetterregeln waren, schon im Altertum bekannt. So gibt es verschiedene Beispiele aus der allen griechischen Literatur. Es sind dies meist keine Bauernregeln sondern Schisferregeln", wie dies frei der Wichtigkut her Schiffahrt für die Hellenen durchaus begreiflich ist Die ällesten griechischen Wetterz uchen sind uns aus des Hesiod „Werken und Tagen überliefert; sie reichen aber noch viel weiter zurück ?.u den Anfängen aller menschlichen Kultur, da der Jäger ur-b Ackerbauer vom Wetter .roch viel mdjr abhängig war, als wir es letzt sind und dadurch von selbst darauf geführt wurde, die atmosphärischen Erscheinungen zu beachten und nach uralten Wetterregeln auszudeuten. Die antiken Wetterregeln, die sich von Go- Darum, deutsche Männer und Frauen, gebt nicht den Leuten Cure Stimme, die unter den 23 verschiedenen Parteien Euch die größten Versprechungen machen und Euch in der Stunde der Gefahr im Stiche lassen! Prüft sorgsam, ob Ihr Eure Stimme einem Bewerber gebt, der Verantwortungsgefühl durchdrungen, die Ge- r für die Erhaltung des Friedens bietet. Ung gestellt. Vei der Festlegung der inneren Zwangsverpflichtung Deutschlands hat die Ekpertkommiflion eine gewisse formelle Geschicktheit gezeigt; wahrend mit Bezug auf die reale ökonomische Fundierung der Vorschläge bedenkliche Schwachheiten vorzuliegen scheinen. Ein sehr großer Vorzug ist. daß sämtliche Zahlungsver- pfichtungen sozusagen unter ein enHut gebracht worden sind. Wenn die Zahlungen nach dem bestimmten Plan an das Revarationskonto ael’-lftet sind, so sind damit die Verpflichtungen Deutschlands erfüll: sowohl die Naturalleistungen und die Verzinsung und Amortisierung der vogflchlagenen Auslandsanl i^e, wie auch samt- siche andere finanzi l e Verpflichtungen, sollen diesem Konto bebitiert werden. Im Vergleich mit dieser natürlichen und einfachen Anordnung tritt die bisherige vollständige Anarchie auf diesem Gebiete erst in ihrer richttgen Beleuchtung hervor. Das allgemeine Prinzip für die Seftlegung der Belastung Deutschlands ist nach der Expert- kommission. daß der deutsche Steuerzah 1er ebenso scharf herangezogen werden soll tote Die Steuerzahler der alliierten Mächte. Wenn das als eine moralische Selbstverständlichkeit hingestellt wird, so darf man zumindest fragen, ob nicht in diesem Zusammenhang eine gewisse Rücksicht ge- nomnken werden muß auf die furchtbare A u s - Plünderung, welcher die deutsche Vilkswirl- schcrft^in den letzten 51/- Jahren ausgesetzt worden ist, uixd welche schon so viele deutsche Steuerzahler von Wohlstand zu Armut gebracht bat Es ist auch nicht ganz selbstverständlich, daß die Steuerlast dieselbe sein muh, wenn die finanzielle Mog- Weit des Reiches, für öffentliche Bedürfnisse zu sorgen, so wesentlich stärker beschranll worden ist im Vergleich mit der entsprechenden Möglichkeit der Alliierten, wie dies doch zweifellos der Fall ist' Der wichtigste Grund, welcher von der Kommission angeführt wird für die Voraussetzungen einer großen Zahlungsfähigkeit Deutschlands, ist die Austilgung sämtlicher älterer Schulden durch die Inflation. Das Reich hat keine Schulden mehr und deshalb mutz eine neue Schuld geschaffen werden, um eine Ausgleichung in der Lage der Steuerzahler in Deutschland und in Den alliierten Ländern herbeizuführen. Mtt derselben Motivierung wird der deutschen Industrie eine neue H y P o t h e k e n s ch u l d von fünf Milliarden Goldmark auferlegt Das scheint eine mehr als wunderbare Rasionalökonvmie zu sein! Ein Land kann unmöglich reich werden durch Abschreibung einer- inneren Schuld. Was das Deutsche Reich gewonnen hat durch das Verschwinden der alten Reichsschuld, hat natürlich derdeutscheGläubigerverloren. Auch für das Reich ist ein Verlust insoweit entstanden, als es jetzt nötig wird, sehr harte Bedingungen Die Wetterweisheit des Volkes. Die „Bauernregeln", die alten Sprüche, die sich mit der Vorhersage des Wetters und dem vom Wetter abhängigen Gedeihen dec Ernte bc* schästigen, leben noch heute im Volke fort uno sind ein gemeinsames Gut aller Völler, finden sich nicht nur bei allen ÄatUmationen, sondern auch bei primitiven Stämmen, tote den portugiesischen Zigeunern oder den Indianern Der bekannte Berliner Meteorologe Geh. Rat Hrll- mann hat sich jetzt mit diesen volkstümlichen Wetterregeln wissenschastlich beschäftigt und macht Über ihren Wert sowie über ihr Alter interessante Mitteilungen in einem Aussatz der „Deutschen Rundschau". Der Ursprung dieser uralten Metterweisheit läßt sich bis in die ältesten Zeiten zurückversolgen. Das zeigt sich z. D. bei der De- beutung die man überall in ganz Europa der sogen. ^Zwölften" beilegt, den 12 Tagen und Dächten die ursprünglich mit dem Jahresanfang später unter christlichem Einfluß mit Dem Weih- nachtssest beginnen. Der Glaube, daß die Witte' ntng dieser 12 Tage die der 12 Mowrte der, neuen Jahres vorher verkünde, läßt sich in der gedruckten Literatur bis ms 15. Jahrhundert, 11 Handschriften bis ins 8. Jahrhundert zurück verfolgen. Aber die gteiche Anschauung erschein auch schon in altindischen Texten, so daß sich dieser Wetteraberglaube als ein indogermanischer »rweist, den die europäischen Voller schon aus der fiii machen ttttib nach fßroen Methoden DaS deutsche Doll zu regieren? Die Folge könnte mir sein: bedingungslose Unterwerfung mit Hinnahme neuer schwerer Demütigungen, oder der Krieg gegen die ganze Welt. Wer unser deutsches Volk wirklich liebt, der wird alles daran setzen, um es vor diesem Schicksal zu bewahren. 2Utt 11 das ist wahrhaft nationale Politik! Helfserich war eine Doppelnatur. Als Wissenschaftler genoß er mit seinen hervorragenden Arbeiten über Geldwesen Weltruf, aber die heiße Liebe zum Vaterlande führte ihn aus der Welt der reinen Wissenschaft auf den politischen Kampfplatz. Dort habe er sich als eine der schöpferischen Führematuren bewährt, die jetzt in Deutschland so selten sind. Als er in der Kriegszeit in die Regierung berufen wurde, habe er mit seinem Geist die Polittk beherrscht, und man konnte wohl unter Dethmann von einer telfferichpolitik sprechen. Es sei aber v erfehlt. elfserich allein für die Kriegsfinanzpolitik verantwortlich zu machen. Die letzte Entscheidung für die Geschicke Deutschlands trug nicht er; soweit er beteiligt war, unterlag auch er unüberwindlichen Hemmungen, worüber er sich selbst bis in die letzte Zeit aufs Bitterste benagte. Diese Hemmungen lagen in der Abneigung des Parlaments, die Kriegsfinanzierung durch Steuern zu ergänzen, in der Aneinheitlichkeit der deutschen Gesamtpolitik und in den Schwierigkeiten des bundesstaatlichen Apparates, der sich damals noch nicht den Kriegszeiten anzupassen wußte. Der Redner würdigte bann die Führertätig- feit Helfferrchs in der deutschnationalen Volks- Partei. Der persönliche Kampf, Den er gegen einzelne politische Gegner geführt habe, die er für Schädlinge Hielt, sei niemals em Kampf mtt vergifteten Pfeilen, sondern immer ein sachlicher Kamps um die Wahrheit gewesen. Er Habe sich nach, positiver Arbeit gesehnt. Er Hätte wohl in nicht zu ferner Zeit an führender Stelle in der Regierung das Volk von dem Wert seiner Absicht überzeugen können, wenn nicht der Tod dem deutschen Volle diese Zukunfts- Hoffnung genommen hätte. Hellste.-ich konnte vo« sich sagen: „d e n n i ch w a r M e n s ch, u n d d a S heißt Kämpfer sein". Wir Deutschnatio- nalen wollen gleich ihm Kämpfer sein. Von Schauspieler Boettcher wurde bann Goethes Epilog zu Schillers Glocke vorgetragen. Mft den KlängL bed Liebes »Ich hatt efoerr Äametaben“, das die Trauerversammlung stehend anHörte, schloß die Gedenkfeier. * D-ie Leichen Dr. Helfferichs und seiner ndl chm bei Bellinzona ums Leben gekommenen Mutter treffen am Dienstag in Mannheim ein. Die Einäscherung beider erfolgt am Mittwoch nachmittag 4 stlHr im Mannheimer Krematorium. ______ ~gab~1590 zum Troste der Dauern ein Buch heoaas, in dem er untersuchte, wie wett die verändert werden müßten. Die Wissenschaft ist bis vor kurzem über diese alte Wetter w ns hell des Dolles hochmütig hinweggegangen. Hellmann betont, daß man den Dauernregeln deswegen nicht gerecht geworden sei. weil man sie zu wörtlich genommen habe. „Man muß meines Erachtens", sagt er. „sowohl die Zeitangaben als auch den Inhalt 6er Regeln freier deuten Diesen liegt sicherlich eine tausend- und abertaufendmal wiederholte Deobachtung zuarunde die aber sehr häufig falsch aufgefaßt und unrichtig gedeutet wurde, bisweilen jÄwch genügend sicher erkennen läßt um was es sich eigentlich handelt. Wenn es z D heißt „Grüne Weihnachten weiße Ostern , so heißt das nicht, daß es zu Ostern Schnee neben muß. wenn zu Weihnachten feiner ist, sondern damit wird Die richtige Beobachtung auS- aedrückt daß es meistens einen Rachwinter gibt, wenn im Winter selbst keine rechte Kälte etntrat Der Glaube an die sogen. „Eisheiligen ist aus ter Beobachtung hervorgegangen, daß es im Mat häufig Äälterüdfallc gibt, wobei man sich nicht auf die Tage vom 11. bis 13. Mai testtezen darf. Die Wichtigkeit des Siebenschläfertaaes für Dante tige Regensälle entspricht der Tatsache, daß Ende Juni in Deutschland die Hauptregenzelt anfangt, ■ die gewöhnlich bis zum August bauert usw. schlecht zu Geschlecht überlieferten, tourben bann durch bas Christentum umgeformt, wobei man aber die Tage Der christlichen Heiligen nach Möglichkeit mit den heidnischen Wetteranschauungen in älebereinftimmung brachte. In den Bauernkalendern diente dann der Dag der Heiligen mcht nut als Zeitbestimmung sondern man schrieb dem Heiligen einen gewissen ©influfji auf das Wetter zu. und so erllärt es sich, daß säst die Hälfte aller volkstümlichen Wetterregeln an die Heiligen angeknüpft sind. Der 8E Einfluß der christlichen Kirche zeigt sich auch in der Verwendung der heiligen Zahlen, die in der Bibel häufig Vorkommen besonders der Zahl 40, wobei gewöhnlich gesagt wirb, das Wetter werde 40 Tage lang so bleiben, tote es an einem bestimmten Tage, der sogen. Lostage, war. Daß die deutschen Wetterregeln schon sehr früh im stlmlaus waren, läßt sich aus vielen mittelalterlichen Stellen schließen. Die ältesten gedruckten Dauernregeln in deutscher Sprache sinden sich in dem zuerst 1503 erschienenen, sehr verbreiteten Wttterbüchlein" des Lemhard Reynmann. Die meisten Dauernregeln sind jedensalls schon vor der Durchführung der Gregorianischen Kalender- resorm 1582 entstanden. Ein Hauptgrund für die Abneigung gegen diese Kalender res orm war die Annahme, baß bie an bie Lostage geknüpften Regeln bann ihre Gültigkeit verlören unb der Landmann nicht mehr totife, wann er säen und ernten solle. Der Wiener Astrologe Johann Rasch -scheu, daß Vie Vrverrwmmftsio« bie 21 tt m t> g 11 Ote feit von Dvldzahkungen ohne ent- sprechende äleberführung bon reale n Gätern oder Diensten in klaren Worten festgestellt hätte. Jeder Versuch zu solchen Zahlungen bedeutet in Wirklichkeit nicht nur eine Störung der Wechselkurse, sondern auch ein De- trugsmanöver, durch welches die Inhaber der verschlechterten Valuta in der ganzen Well ru den betreffenden Zahlungen herangezogenwer. den. Dies ist ja in der Zeit der deutschen Markentwertung in so großem Stile geschehen, daß die Well nunmehr wirklich Erfahrung genug von solchen Schwindelgeschästen hat. Ein stleberschuh in der deutschen Zahlungsbilanz hängt natürlich davon ab, daß Dcullchland mehr erzeugt als es verbraucht. Die Möglichkeit eines solchen stlebörschufles ist also wesentlich von denselben Faktoren bestimmt, tote b e Möglichkeit eines Dudgetsüb erschuft es innerhalb Deutschlanbs. Deide Fragen haben deshalb mehr von wirtschaftlicher Wirtlichkeit aemetnfam, ale> aus den Darstellungen der Crpertkommftston hervorgeht. Ein ülnterschied besteht zw.schen einer inneren und einer äußeren Zahlung, aber es ist sehr wichtig, daß bie wahre Ratur btefeS Unter- schiebes vollständig klar gemacht w.rd. Wenn die Alliierten Zahlungen innerhalb Deutschlandsauf dem Reparationskonto stehen lassen, so stellen sie diese Mittel den inneren deutschen Kapitalbedurte nissen zur Verfügung. Jede Volkswirtschaft auch eine nolleidende, mutz aber einen Teil ihres laufenden Einkommens zur D e f r i e d t g u n g ihrer notwendigen Kapitalbeburi- nisse verwenden. In dem gedachten Falle wurden die Alliierten mit ihrem Guthaben auf dem Reparationskonto einen Teil dieser Aufgabe auj sich nehmen. Die hohe innere Zahlungsfähigkeit Deutschlands, auf welche die Gxpertkommission rechnet, wird in Wirklichkeit nur dadurch erreicht, daß erstens die deutsche Konsumtion an die äußerste Grenze zusammenge» preßt wird, und zweitens die innere deutscheKaPitalbildungin einem Maße verhindert wird, daß damit das vorausgesetzte Aufblühen Deutschlands v o 11 st ä n b i g vin- möglich gemacht wird. Diesem Fehler kann ba- durch einigermaßen abgeholfen werben, bah bas äleberführungskomitee nach der Anweisung der Grperten große Guthaben in Deut sch- land stehen läßt. Die wahre volkswirtschaftliche Bedeutung der bezüglichen Vorschläge der Experttommission ist hiermit in richtiger Deleach- Die Helfferich - Gedenkfeier. Berlin, 27. April. (WB.) Der Landesvev> band Berlin der d e ut s ch n a t i o n a lev Volkspartei veranstaltete in der Philhar« monie eine Helfferich-Gedenkseier. Ursprünglich sollte in diesem Saale zu derselben Zeit eine Wählerversammlung mit Helfferich als Redner stattfinden. Der Andrang war derartig stark, daß das Gebäude schon lange vor Anfang der Feier durch ein Polizeiaufgebot abgesperrt werden mußte. In den ersten Reihen der Teilnehmer bemerkte man zahlreiche Vertreter der Reichsregierung, darunter die Minister Dr. I a r- res und Dr. L u t h e r, Graf Kanih, und in Vertretung des von Berlin abwesenden Außenministers Dr. Stresemann den Staatssekretär Freiherrn v. Malz an, den Chef der Marinelei- leitung, Admiral Behnke, zahlreiche Parla- mentarier verschiedener Parteien und Professoren der Berliner Llniversttät unter Führung des Rektors Dr. Ro ethe. Musik und Chorgesang leiteten die Feier em. Dann nahm bet Parteiführer Gxz. Hergt daS nächst fei imter Regierungen tzie MajvritLtS- regel nicht üblich. Auf dem Gebiet der Verhandlungen von Regierung zu Regierung sei also Frankreich besser in der Lage, seine Sache zu vertreten, als m der Reparationskomniisston. In zweiter Linie wäre es gefährlich, wenn die Reparationskommission, sich selbst überlassen, in die Lage versetzt würde, nach Belieben den Iay- lungsplan so zu ändern, dah in seiner neuen Gestalt eine Herabse.ung der Zahlungen bedeuten würde; denn das Argument, der Sachverstan- digenplan bedeute keine neue destfetzung der deutschen Schuld, sei von rein theoretischem Werll Frankreich könne sich also durch den Bericht des Komitees Dawes nicht endgültig ^inben lassen, ohne vorher eine entsprechende Herabsetzung feiner auswärtigen Schuld zu erreichen. Derartige Erwägungen seien dazu angetan, daß Frankreich sich zur Aufnahme direkter Verhandlungen von Regierung zu Regierung bereit erkläre, unb im Grunde genommen hätten diese Verhandlungen bereits begonnen. Auch der „Watin meint, Poincare scheine es in seiner Antwort n ich t ab - zulehnen, daß bereits j e tz t über die der Kompetenz der Regierungen unterliegenden kuns- tigen Maßnahmen verhandelt werde. glaubt in der englischen Rote zur Sanktionsfrage ein neues ®”tgegemtom- men feststellen zu können. Macdonald sei in seinen Reden bekanntlich gegen bie vorherige Festsetzung dec Sanktionen gewesen. In seiner offiziellen Antwort erkläre er zwar, nach Ansicht der Sachverständigen müsse „die deutsche Steuer- und Wirtschaftshoheit auf dem gesamten deutschen Gebiet wiederhergestelll werden", aber unter den Fragen, mit denen sich die Regierungen zu befassen hätten, führe Macdonald auch „die Matznahmen an, die ersorder- lich sind, um den neuen Garantien und der neuen Kontrolle zwingende Kraft zu beleihen . Darm liege eine Art Umstimmung zur Erörterung der Pfänder- unb Garantiefrage, bie für Frankreich von kapitaler Wichtigkeit sei. für die neuen Anleihen anzunehmen, unb daß es überhaupt schwierig ist, auch bas allernotwen bigftc Anlcihebedücfnis zu deckem Dasselbe gilt natürlich für bie Industrie und ihre ©laubiger. Im ganzen hat die Inflation natürlich keinen neuen Reichtum g e f d> a ff en, sondern im Gegenteil b i e Leb ens b e b i gungen der den t sche n Volkswirtschaf wesentlich erschwert. Eine der coichtigsten Llrsachen, warum von ter Alliierten Seite imme: so großes ©ewicht barauf gelegt worben ist, daß die deutsche Dollswittschaft eben so große Lasten tragen sollte, tote dleie n^ der alliierten Länder, ist oHne ßmeifet baim suchen, baß man Deutschland te i n<änjotte’ in der internationalen K an k u r r e z einräumen möchte. Das wirb auch Sremlich teut sich gejagt in dem Gutachten der ©t'p^^tkomi.iifstorv. Esiie^ Reihe von den vor^e^chlagenen Belastungen haben auch ganz unverkennbar die Ausgabe die Äonkuirenttraft der deutschen Produktioa zu beschränken Dies ist natürlich im Allgemeinen der Fall mit der Besteuerung, die die alte Derjchul- buna ersetzen soll sowie auch mit Der neugeschaf- tenen ÄvvEenschulb Der Industrie. Dasselbe Bestreben tritt aber auch hervor in deutschen Cisenbähnen mit einer neuen Schuld unb in der Einführung einer speziellen Dertehr- ficuer: es muß verhindert werden, bah bie deutsche Produttion zu leicht in die Hohe Eommt. Die Erpertkommission Hat sich also nicht vollständig befreien können von Dem inneren Wllter- spruch, welcher immer in den Bestrebungen der Alliierten tag, wenn sie die größtmöglichste Zah- lungsfäHigkttt Deuflchlands in ^^möung mtt Der stärksten Zurückhaltung Deutschlands Witt- schaftlicher Entwicklung als ihr 2r-l setzte, stlnter solchen ttmstänben besticht immer noch^ bie Gefahr, baß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands überschätzt worden ist und daß vas ^ablungsprogramm der Exp:rtkommi s on sich in Wirklichkeit als unerfüllbar Herausstellen wird Diese Möglichkett muß schon vom Anfang an von den Alliierten in Betracht aezogen, werden. r an : daS x danv draam- j einen ; sichend iner ®U jnnnen01 inheia folgt am mer Srt* ’rtättg* 'M* geg« bte er nps mti lach' >it 6» gesehnt, sühm- ttn dem t, tnenn ufunfti* nie wo >ddas chnatio« Itn» enden c dir A der litt- ne der t, die in der , 6a5e t, und einer -rschlt. an-- letzt« ! trua auch et sich klagte. igmg ; durch lichkeit n den Appa- Kriegs- dheea^ Lostatz ,fN‘J äellmann >^(pcfltn nes ®t, jben,^ i Diesen M feg gedrutv . Kennen L" De-u> Ostern' n echn^ 5% Ä « ist aas Ä 'Lsnde ul®' 1 Bitte prüfen Sie Färberei Gebr. Rover*! Ladern Marktplatz 18. ”«D S gesuchi. 019576 neindit. 019574 warls. 3297 D Dr. Dc. der Premierminister Macdonald und seine Tochter sind gestern im Schlot) Windsor ein» gttrvffen, wo sie als Gäste des englischen Königs das Wochenende verbrtngeen werden. 3n Breslau sprach Reichsauhenrninister Stresemann, in Düsseldorf Reichskanzler Marx in Wahlversammlungen zur Politik Reichsregierung. Lindenplatz 1 Kaufen Sie den besten Kaffee, den feinsten Tee u. echt hol- länd. Kakao zu Q mäßigen Z Preisen Emmericher Waren- Expedition Lindenplatz 1 Tennisspieler Licbigshöhe Dienstag 4—8 U(n können noch Svielcr tellnehmen. Zu erfr. in der Geschäftsstelle deSGiesr-Anz. [^D Ihre Zimmer-Ausstattungen, Garderobe usw. Der eine oder andere Gegenstand läßt sich durch ehern. Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. WsOnittsuhlti! und KartchWil übernimmt 016571 Fritz Euler ßöinmÜtnfal 1A. 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Teölt geben He Tebern Beitrchrr ®eentnfrrft, .hinter die Kulissen" zu schauen. 3n der Tat, man sieht sich bi einer Schöpfung gegenüber, die zum Staunen und zur größten Hochachtung zwingt, die anzusehen und anzuhoren wir lutjecen QHit» bürgern nur anraten tonnen. rvornutizen. —' Tageskalender für Montag: Goethe-Bund: 6 Llhr im Kath. Vereinshaus Wohl- tätigkeits-Deranstaltung zum Besten der Winternothilfe. — Feuerwehren: 8 älhr Hauplübung. — Rundfunkhaus Löberstrahe: 8y3 Llhr Populärer Abend. — Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film. — Deutsche Demokratische Partei. Am Donnerstag, den 1. Mai, abends 8V4 Llhr, spricht in öffentlicher WählerdersammlungStaatS- präsident a. D. Hummel auS Karlsruhe. Kreis Schotten. * Laubach, 26. April. Am 24. und 25.Mai wird hier ein Deutscher Tag abgehalten. Veranstalter ist der hessische Landjugendbund, eingeladen werden sollen sämtliche aus vaterländischer Grundlage aufbauenden und wirkenden Vereine und Körperschaften Oberhessens und der angrenzenden Gebiete. Geplant sind u. a. am SamStag, dev 24., ein Festkommers, am Sonntag, den 25., Festgottesdienst, Schlageterfeier und ein großer historischer Festzug, der von der Steinzeit herauf Bilder aus dem Leben des Handwerks und Bauernstandes veranschaulichen soll. Die einzelnen Ortsgruppen des Landjugendbundes stellen die Gruppen des Zuges und die Gespanne. 3n Laubach und in dei nächsten Umgebung, wie in Gonterskirchen Lauter und Wetterfeld, werden Quartiere bereitgestellt, jedoch sollen noch in weiteren Umkreis Notquartiere beschafft werden für der Fall, daß günstiges Wetter und günsttge Zeit- Verhältnisse besonders starken Zuzug bringen. Kreis Büdingen. wg. Stockheim, 26. April. Anter dem Vorsitz von Pfarrer Liz. Stumpf -Eschenrod fand hier eine Versammlung der Dirigenten und Vertreter der ober- hessischen evangelischen Kirchen-' gesangvereine statt, welche sich zur Teilnahme und Mitwirkung bei dem großen Kir- chengesan gsfest, das am27. Juli inGe- d e r n gefeiert werden soll, angemeldet hatten. »Die musiktechnische Durchführung des Festes, vor allem die Auswahl der Massenchöre im Festgottesdienst, wurde eingehend besprochen. Man rechnet mit einem Massenchor von min-, bestens 400—500 Sängern und Sängerinnen. Kreis Friedberg. \ 4 Dad-Rauheim, 25. April. Auf Ver- anlafsung der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft fand heute in der Turnhalle eine Kolonial-Gedenkfeier anläßlich der 40jährigen Kolonialbetätigung Deutschlands statt. Oberamtsrichter Dr. Fuhr sprach einleitend über die Bedeutung des Tages, worauf Privatdozent Dr. Reuning (Gießen), ein trefflicher Kenner Südwcstafrikas, einen fesselnden Lichtbildervortrag stber die Begründung und Entwicklung diese, deutschen Kolonie hielt. Der Redner p r 0 - testiertegegendenRaubunfererKo- lonien und erntete damit den einstimmigen Beifall aller Anwesenden. Hessen-Rassau. * Marburg» 26. März. Zur hiesigen Stadtverorduetenwahl sind nicht weniger als 11 (elf) Listen eingereicht worden. Das neue Stadtparlament wird aus 30 Mitgliedern bestehen. Pierpont Morgan ist vvn Paris nach London abgereist. Präsident Coolidge hat mitgetellt, daß er gegebenenfalls mit dem Beschluß des Senats in der Frage der japanischen Auswanderung sein De t 0 einlegen werde. Die Angelegen-- hett liegt zur Zeit einer aus dem Senat und Repräsentantenhaus bestehenden sogen. Konferenz vor. stannnven Tollte und zu der sehr vtele Interessenten erschienen waren, kurz vor der angesetzten Anfangszeit aufgehoben, da der Redner im letzten Augenolick noch abgesagt hatte. Diele Wähler schlugen dann den Weg zu der demokratischen Versammlung ein. Gestern mittag sprach in einer Versammlung der Deutschen Vollspartei der Minister a. D. D e ck e r zu der Wählerschaft, gestern abend referierte in einer Zentrumsversammlung im Kath. Dereinshaus der Landtagsabg. Ruß, während in einer überfüllten Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei in der Turnhalle der Landtagsabg. Dr. Werner und Handels- fammersyndikus Dr. Meesmann sprachen. Hier kam es infolge kommunistischer Betätigung, die von der Versammlung als zu weitgehender Aebergriff empfunden wurde, zu stürmischen Szenen, die auf beiden Seiten die Leidenschaften entflammten. Erfreulicherweise behielt aber die große Dersammlungsmehrheit einen klug abwägenden Kopf, so daß schließlich die Kundgebung ohne weitere Auswirkung verlief. Am Schlüsse sang die starke Versammlungsmehrheit die von den Kommunisten angestimmte Internationale kraftvoll mit dem Deutschlandlied nieder, lieber den Verlauf der einzelnen Versammlungen werden wir morgen noch kurz berichten. ** Mehrere heftige, aber kurze Gewitter entluden sich am Samstag abend kurz nach 8 Ahr über unserer Stadt. Sie brachten einen starken Regenguß, der den Pflanzen in den Feldern und Gärten gut zustatten kam. Die Temperatur hatte sich durch die Gewitter gegenüber den drückend heißen Vortagen gestern etwas abgelühlt und machte einen Spaziergang durch die Felder zu einem Genuß, bei dem nur der starke Wind etwas lästig war. Allenthalben grünt und sproßt eS nun kräftig zur Freude all derer, die mit dem Landmann auf eine gesegnete Ernte hoffen. "Der sprechende Film, der seit Samstag in den Pala st-Lichtspielen vorgeführt wird, gehört zweifellos z Wien In fr» Crilolxeii. » 5>7 111,0J 2 2 Helsinafor». Äralien . 10,52 10,58 10,52 10,58 1 2 18,75 18,83 18. 5 18,85 1 1 Londoi!.. 18,105 18,493 18,403 18,415 1 1 Neuvork . . 4,11 4,21 4,1 J 26,73 4,21 1 1 Pari» .... 26,73 26,97 26,87 1 1 Schweiz • 74,41 74,79 74,41 74,79 1 1 Lvanieir. Wien In D - 68,35 58,65 58,15 6,ri8 L8.43 1 2 Ccit.abgeft. 6,08 6,12 6,12 5 voll Prag.... Budapest . 12,43 12,54 12,48 12,54 1 1 5,23 8,3- 5,48 6,52 voll voll Buen^ÄireS 1,343 IJISb 1,34> x?. 1,635 1 3 Bulgarien ■ Japan .. . 3,0J 1,07a Ä' t.03 1,675 6 5 voll 10 ssiio de Ja». 1,473 1,48j 1,47j 2,48 5 5 Belgrad . 6,28 6,32 o,28 1-^4 10 40 Lissabon • 13,16 13,24 13,16 1 1 Banknoten^ Berti". ?6. April (Selb Briet Revart. etwfirt Voten ......... ranaSsllche NoN« ........ »üniiche Noten .......... <6roebUd>e Noten ....... olländische Noten........ Xatftfi-Cnterrfid). Ä 100 Äronen merilanische Noie«....... Tigllfitt Noten....... - todtr.lfdbe Noten........ belgische Noten .......... Dngarlld)« Noten...... • • • Llch^chollowatische Not«. ... • Nonvegiiche Noten ....••»■ vtuumiittch« Noten. «••.•••> Vvautsche Noten ....... 74.41 78,50 73,5? 110,47 153,61 6, 0 4,19 18,40 19,45 rr/4 4,65 17,86 68,25 2,24 68,15 74,73 28,82 70,68 111,0 157,39 6,34 4,21 18,, 0 19,56 22,86 4,6 12,94 68,5 2,2 68,45 2 voll 2 2 1 voll 1 1 voll voll voll 4 2 voll 2 Berliner Börse. Berlin, 26. April. Der Sffektenverkchr von Bureau zu Tuoecru am heutigem D r.en.ml,^- tage war Lüste st geringfügig, un > die c,enann en Kurse liegen teilweise unter bei geOrigen Sch uß° kursen. Dies trifft namen.ltch für den Mvnran- markt zu. Hier hatte sich im Laufe 1x28 gestrl-rn Rachmittags einige Belebung gezci,t, die ab r in ben gestrigen Abend,tunden ei 1er neue 1 Verstauung Platz machte. Dieser eimeute Rückgang wird allgemein größeren Abgaben vo^i (5>r, ß- banken zugeschrieb^n, wvbei es sich um durch' die Geldknappheit b.dingte frcito ll »e Exe u ion - Verkäufe handeln soll. Die« Berk.,ufe i€v e 1 l h auch in len h.utigen Tormit ags st undea Weier fort; namentlich in Phönix-Aktien war ein aus.« st starkes Angebot zu verzeichnen. 3m übrigen l;ält man in Bankkreisen weiter zurück, da die .Un- sicher heil und das Mlßt.auen gegen ciize.'n: in Verdacht von Zahluwsschwie ig e te.i st.he be Firmen noch imme. oaf iem V.a kt lasten. Au-ch der Geldmarkt bleibt immer rwch knapp. Sur Satz für tägliches Geld stellte sich heute auf 2 pro Mille. Ser Devisenmarkt weist auch heuie eene rternete emtlafkmg auf. 3m Usancenyanoet wird, in Llebereinstimmung mit der Kursgestaltung auf den internationalen Märkten, der Franc etwas niedriger, und zwar mit 68x/2 im Tausch gegen London gehandelt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. April. Wie gewöhnlich am Samstag, war die Geschäftsbeteiligung wenig umfangreich, eher noch geringer, als an anderen Tagen. Das Interesse für Weizen war in heimischen, wie in fremden Waren gering, well das Mehlgeschäft andauernd still bleibt. Roggen war noch ab bestimmter Station vereinzelt begehrt, zu den bestehenden Preisen aber schwer zu kaufen. 3n Eifgeschäften der Inlandswaren zeigte sich mehr Angebot von der Ostsee nach den Rordsee- häfen. Angesichts der zum 1. Mai bevorstehenden Andienungen war aber die Kauflust gering, die Tendenz schwächer. Hafer bei ruhigem Geschäft behauptet, Roggenkleie für schnelle Lieferung gesucht, sonst still. Andere Futterstoffe ruhig. Man notierte Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo, ab Station: Weizen(märk) 173 bis 178, Roggen (mark.) 134 bis 139, Sommergerste (märt.) 170 bis 190, Futtergerste 155 bis 170, Hafer (märt) 132 bis 139, Weizenmehl 24 50 bis 26 50 Roggenmchl 20,25 bis 22,50» W>izenkleie io,3O bis 10,40, Roggenkleie 9,00, Rapö 310 Leinsaat 410 Diktoriaerbsen 27 bis 28. Kleine Speiseeisen 16 bis 18, Futtererben 13,50 bis 14 00 Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 18, Wicken 12 bis 14t Lupinen (blaue) 12,50 bis 13, Lupinen (gelbe) 16,50 bis 17,50 Sera- tella 12 bis 14, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnitzel 950 bis 9,60 Vollw. Zvckerschnlhel gestrichen, Torfmelasse 3%o 8,40 bis 8,60, Kartoffelflocken 23,50 bis 23,75. Turnen. Sport und Spiel. Der englische Fußball-Boykott gegen die Zentralmächte aufgehoben. London, 25. April. (WTB.) Bei einer Versammlung des Komitees der F u h b a l l verein i g u n a wurde mitgeteUt, daß die Inter» na ionalen Te-ci igun^e 1 11 S ch 0 t t l a n d, I r - land und Wales übereingeLmmen sind, den Beschluß zurückzunehmen, wodurch den Klubs im Vereinigten Königreich verboten wurde, Wettspiele gegen Klubs der Zentra l m ä ch t e auszufechten. , Sportsiege in Berlin. Berlin, 28. OIpriL Beim gestrigen inte r» nationalen Straßenlaufen „Quer durch Berlin" über 25 Kilometer gewann Scholz- Breslau den Sieg. Bei den Gehern gevann Siewert- Rcu ö l 1 vor dem Altmeister Rl Ile i. B.'i der ersten diesjährigen Radfernfahrt Berlin — Kottbus — Berlin gewann M u s k e - Berlin bei den Berufsfahrern und R u x - Berlin bei den Amateuren. 3m Deutschen Station im Grünewald fand ein Fuß- b a l l k a m p s zwischen Berlin und Budapest statt. Die Budapester Mannschaft siegte mit 4:1. Vermischtes. 15 Todesopfer von Bellinzona. 'Bern, 26. April. (WTB) Rach einem am Samstag vormittag bei der Generaldirellion der Schweizerischen Bundesbahnen aus Bellinzona eingetroffenen Te.icht ist der Zustand aller Verletzten durchaus befiiebigcnb. Der Lokomolio- füh.-er Burg befindet sich au&er Gefahr, ebenso der Heizer Snozzi. Was die verkohlten Leichen anlangt, so glaubt man daß deren Zahl acht nicht übersteigt Die Zahl der bei dem Unglück ums Lebm gcfomme.'.c.i Reifenden toür.'e sich darnach auf n:un belaufen; von dein Pe sonal haben sechs Personen das Leben eingrbaßt; es ergibt sich somit eine Gesamtzahl der Todesopfer von fünfzehn mit Einschluß der nachträglich ihren Verletzungen Erlegenen. Rach einer vorläufigen Schätzung der Dun esbahn wi.d der Mat r.alschaden 1 300 000 Francs kaum üb-Tfkigen. Arn Montag nachmittag wird in Zürich eine S rau er feier für die dort auf- mchah.ten Leichen de- in B.llinzona verunglück.en Deutschen veranstal:et werden. Di.' Leichen Dr. Heisser ichs und seiner Muter werden am Dienstag morgen nach Mannheim zur Einäscherung übergchühit. Schwerer Gewitteisturm über Berlin. Berlin, 28 April 3n den Rachmittags» stunde.i des g'ft igen Rachmittags wurden die nöcdl chen B.zi.ke Berlins von ei..em mit Hagelfchlag und Sturm begleiteten Gewitter heimg.'sucht, das besonders in Tegel g 0 e 1 Sch den verursachte. Der auf dem Schloß- pÄtze errichtete Wanderzirkus Blumen- seid wurde kurz vor der ersten Vorstellung vvrch den Srurm umgetrurat Perfvvem sind nicht zu Schaden gekommen. Der Besitzer des Unternehmens schätzt den angerichteten Sachschaden auf 13 000 bis 14 000 Goldmark. Aus ter Spree bei Grünau fenterten infolge des Sturms gleichseitig zwei Segelboote. Die 3nfa|fen beider Fahrzeuge konnten durch Motorboote gerettet werden. Eine Dahn auf die Zugspitze. München, 25. April. 3n der letzten Zeit ist das Projekt einer Eisenbahn, die auf den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze, führen ,oll. wieder in den Vordergrund getreten. Der Plan soll in der Weise ausgeführt werden, daß die Dahn nach Ober-Grainau geführt, dann als Zahnradbahn in Windungen bid zum Eibsee, und mit einer Kehre von 180 Grad in einen Tunnel geleitet wird und nach 280 Metern wieder ans Tageslicht tritt. Sie soll öanrt unter dem Mastin der Riffelspitze und des H ö 11 e n t a l hindurchgeleitet werden, bei Platta abermals zutage treten und im rechten Winkel mit einer Kurve von 180 Grad unterhalb des Zugspihengipsels nahe dem Münchener Hause enden. Der A n t r i e b der Zugspihenbahn soll elektrisch erfolgen. Es wurde ein aus 30 Personen bestehendes Komitee gebildet. Man hofft, deutsches und ausländischesKapitalsürdie rascheAuS- suhrung der Bahn flüssig machen zu können. Bier Kinder ermordet und daS HauS auS- geraubt. Berlin, 26. April. 3n dem Ansiedlerdors 6 i f e l a u im vstpreuhischen Kreise Culrn wurden in dem einsam gelegenen Gehöst des Ansiedlers Tober dessen vier Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ermordet, als sich Tober und seine 5.au in einem Rachbardorfe befanden. Die Verbrecher haben nach der Ermordung der Kinder alles Wertvolle geraubt und sind unerkannt entkommen. Ein Oeldampfer in Brand. Adelaide (Australien), 27. April. (WTB) Der britische Handelsdampfe „(£itt) os Singapore", der eine Ladung Oel für Automobile an Bord hatte, ist gestern im Hafen von Adelaide in Brand geraten. Die Feuerwehr war beim Löschen des Brandes beschäftigt, als plötzlich eine furchtbare Explosion erfolgte, durch die drei Personen getötet und elf schwer verletzt wurden. Zahlreiche andere Personen erlitten leichte Verletzungen. Spielvlan der frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag. 29. April: Aida. Mittwch 3).: Hof m nns Erzählungen. Donnerstag, l.Mai: Dec Troubadour. Freitag, 2.: Fras- quita. Samstag, 3 : La Traviata. Sonntag, 4.: Irrelohe. — Schauspielhaus. Dienstag, 29. April: Die Gegenkandidaten. Mittwoch, 30.: Vorspruch. Hierauf: Alt-Fran.furt. Donnerstag, l.Mai: Palme, oder Der Gekränkte. Freitag, 2.: Rathan der Weise. Samstag, 3 : Wilhelm Teil. Sonntag, 4.: Palme, oder Der Gekränkte. Büchertisch. — Es ist erfreulich, daß sich der, Verlag Georg Bondi entschlossen hat, von dem durch Melchior Lech, t e r lang en tat ausgestatteten Wert „Herrschaft und Dien st" von F -iedrich Wolters eine billige karton.e-.-te Ausgabe herauszubringen, die nun jedem geistig interessierten es ermöglicht, dies an Gedanke ircichtum wie Stil- schöicheit gleich erhabene Werk, selbst zu besitzen. Stephan George, einst in seinem Wirken auf einen kleinen Freundeskreis beschränkt, beginnt eben durch seine Schüler, deren ältesten einer Woliers ist, -auf w.itere Schichten un eres Volkes Einfluß zu gewinnen. „Heiilchaft und dienst" ist das Hoh.lied auf den Dichter und Lehrer George. - Die Ulmer Plastik des frühen 15. Jahrhunderts b handelt Gertrud Otto in einem vom Verlag Alexante - Fiicher In Tübingen mit ausg z.ichne ei Abbildungen mustergültig ausgestattelen Heft. Die Bedeutung einer Ulmer Schule, die vor allem am Westportal des Ulmer Munsters und am Dornstädter Altar sich auswirlt», für die Geschichte tee schwäb.schen Plastik, entsprungen aus einer Vereinigung von rheinischen und böhmischen Einflüssen, legt die Verfasserin an Hand der Abbildungen überzeugend dar. Das Büchlein, das als einleitendes Kapital einer umfangreicheren Untersuchung über die Ulmer Plastik gedacht ist. ist ein Muster einer auf h imalgeschichtlicher Forschung fußenken kunsthistor schen Monographie. — Klopstock und die Schweiz bekan- delt der bctar.nle Leipziger Litei'arhisloriler Aid.rt K ö st e r in einem der an Ausstattung wie getrübtem 3nchalt gleich gut getroffene 1 Dindch. n der Sammlung „Sie Schweiz im deutschen Geistesleben" des Verlages H. Haessel in Leipzig. Kvper T0XUW tn ferner Einleitung den gvoy» Einfluß des Messiasdichters, dessen Geburtstag sich im 3alt zum zwei hundertsten Male jährt, a>df das Geistesleben der Schweiz, KlopstockS kurze Schweizerreise, sein Besuch bei Bodmer mit den tiefgreifenden Rachwirkungen für beide und gibt dann den Dichtern selbst das Wort mit einer geschickten Auswahl aus Briesen Klvpstocks und seiner Schweizer Freunde und Gedichten, die als literarisches Ergebnis des Schweizer Aufenthalts zu buchen sind. — Ehamiff0: Peter Schlemihl hat der Verlag Morawe & Schef feit in Berlin in einer originaltreuen Wiedergabe des Urdrucks unter Mitwirkung Dr. L. HirschbergS mit größter Liebe und Sorgfalt neu herausgegeben. Um ein dem Original vollkommen ähnliches Wert zu schaffen, mußte das Papier besonders berge- stellt und die prächtige alte lutherische Fraktur gegossen werden. Auch das Ueberzugspapier für den Einband ist nach dem alten schönen Muster an gefertigt. So entstand ein trotz der enormen Kosten mit 2,50 Mk. sehr billig zu nennender Reudruck, der in dem alten Gewand, in welchem er zuerst der Welt übergeben wurde, uns heutige Leser schon im Aeuhem in die Atmosphäre des Dichters verseht, uns in ganz anderem Maße aufnahmefähig für den Geist des Dichterwerks macht als die schönsten späteren Ausgaben. Das vorliegende Bändchen eröffnet eine Sammlung von Klassiker-UrauS- gaben, in der noch Goethe mit seinen Gedichten, Iphigenie, Tasso und Egmont, S ch i l l e r mit den Gedichten, Teil und den Räubern, Lessing mit Minna und Korner mit „Leher und Schwert" vertreten sein werden. Für Bibliophile wurde noch eine besondere, handgebundene Halblederaus- gabe hergestellt. (3n einem Teil der Auslage wiederholt.). Zum Personalabbau bi Rheinhessen. Darmstadt, 26. April. (Priv.-Tel.) Der Abg. Dr. Osann (D.D.P.) hat folgende Anfrage an die hessische Regierung gerichtet: Bet dem Mainzer Alten Gymnasium ist durch die Rch- gieiung e;ne Maßnahme in Aussicht genommen, die in den betreffenden Kreisen lebhafte Mißbilligung hervorruft. Es sollen ältere verdiente akademische Lehrer pensto- n le rt werden, die dann die Pension nach Gruppe 11 erhalten, während dienstjüngere und im Lebensalter jüngere Herren durch die Gr» nennung zu Oberstudienräten befördert werden und in die Gruppe 12 aufrücken. Hierdurch werden Herren als Oberstudienräte pensioniert und erhalten damit die Pension nach Gruppe 12. Insbesondere erregt auch der Umstand Aufsehen daß diese Maßnahmen für daS besetzteGebiet getroffen toerben. Auch einige Ernennungen zu Oberstudienräten haben In den beteiligten Krei en Bedenken und Ueberraschun- gen hervorgerufen, da manche unverständliche üeberge bungen stattgefunden haben. Abg. Dr. Osann fragt daher bei der Regierung an: nach weichen Grundsätzen hierbei Verfahren worden ist und ob bei anderen Behörden (Justiz, Verwaltung) usw. Personalveränderungen, insbesondere auch Pensionierungen im besetzten Gebiet borgetDmmen sind? und weiter, wie sich die Verwaltungen von Preußen und Bayern bezüglich des Abbaus Im b-ßtzten Gebiet gestellt haben? Der große Umschwung ßntinen d Cord (Fahrt tuStraßenkart*‘-.) in der Reifen Fabrikation war die Einführung des Cordgewebes; Cord reifen sind geschmeidiger, schneller und haltbarer als solche aus veraltetem Vollgewebe. Der erprobte deutsche Cordrcikn heißt WeUte Zähne erfrischend schmeckenden Zahnpaste Chlorodont. (Degen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg <.I»lorotIou1-Mundwasser verwendet. Überall zu haben. erzielen 6fe schon durch 1—2 malig. 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Industrie, Barmstedt« Bekanntmachung. Die gemeinsame Nutzholivcrsteigerung in Drohrechtendach vom 16 April d. Is. aus den Gemeindewaldungen Grohrechten- bach, Hörnsheim, Kleinrechtenbach, Lützel, linden. Münchholzhausen, Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhausen ist genehmigt. Grotzrechtenbach, den 25. Aprll 1924. Der Bürgermeister. (32870 Reformhaus Kreuzplatz 5. 32830 6in hiks. Kurz- u. Modcwtt.-EcsihSfl sucht Lehrmädchen mit guter Schulbildung. 2jährige Lehrzeit. Selbstgeschriebene Angebote unter 32960 an den Gießener Anzeiger erbeten. Meldunaen mit Lebenslauf an Direktion derHcit-u.Pflcgeartstalt Ltcher ©trabe 68. ai13h Nr. 99 Zweites Blatt ..._2..... ........... Die gefährdete deutsche Landwirtschaft. Don Dr. Erone-Münzebrock, Mitglied des RWR. Verband^direkdor des Zentralverbandes der Dauernvcreins-Organisatio.aen Deutschlands. Vizepräsident der Deutschen Rentenbank. Während der Kämpfe um die Zwangswirtschaft und um den Abbau der Zwangswirtschaft haben führende deutsche Landwirte schon dauernd darauf hingewiesen, dah die Lage der Landwirtschaft ernstlich bedroht sei und daß es verkehrt sei, die Beurteilung ihrer Lage von augenblicklichen Verhältnissen aus zu betrachten. Bedauerlicher- weise haben aber andererseits maßgebliche Kreide die Rettung der Landwirtschaft in der Lösung von Augenblicksfragen zu finden gehofft. Selbst in landwirtschaftlichen Kreisen hat man zeitweilig geglaubt, die Lage sei gut oder sogar besser als die anderer Berufsstände und hat sich durch die Papiergeldmengen, welche der Landwirt in die Hände bekam, täuschen lassen. Die Stabilisierung der deutschen Währung durch die Gründung der Dentenbank hat inzwischen weitesten Kreisen Die Augen geöffnet. Aber nunmehr gilt es, die Lage richtig zu erkennen und nicht wiederum unsach- gemäß vorzugehen, wie das bedauerlicherweise bei Dem Abbau der Zwangswirtschaft der Fall war. Der Abbau der Zwangswirtschaft muhte zum Ruin dec Landwirtschaft führen, weil er ungleichmäßig erfolgte und bestimmte Wirtschaftszweige einseitig belastete. Das hat zum groben Teil zu dem Tempo, in dem der Riederbruch der deutschen Landwirtschaft erfolgte, beigetragen. Man sagt heute allgemein, die Landwirtschaft befinde sich in einer Kreditkrise, tn einer Steuerkrise und in einer Agrarkrise. Ich habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, daß die Beurteilung der Landwirtschaft allein von diesen Gesichtspunkten aus sal. ch ist. Dietan wirtschaft le- findet sich nicht in einer vorübergetynren Stockung, wie dies bei früheren Krisen der Fall war entweder durch unterbundenen Absatz oder unterbundenen Kredit. Die Landwirtschaft befindet sich vielmehr in einem systematisch voran» schreitenden Riedergang. Die Schaffung der Rentenbank hat nur plötzlich weitesten Kreisen die trostlose Lage der Landwirtschaft vor Augen geführt, während tatsächlich der Riedergang systematisch von Hahr zu Jahr vorangcgan- gen ist. Die Rentenbankgründung hat nur plötzlich diesen Schleier gelüftet. Das hat bei weitesten Kreisen den Anschein erweckt, als wenn es sich um einen unerwartet schnell eingetretenen Riederbruch der Landwirtschaft handele. Bei sachlicher Beurteilung ist jedoch festzustellen, daß der Rieder- gang sich seit Jahren auf einer absteigenden Kurve befindet. Darauf hat der Vorstand der deutschen Bauernvereine immer und immer wieder die Regierung und Parlamente aufmerksam g macht. Die mangelnde Futtcrmckteleinfuhr und der Raubbau während und nach dem Kriege haben die Roherträgnisse der Landwirtschaft von Jahr zu Jahr sinken lassen. Die Roggenerträgnisse auf den Hektar in Doppelzentner sind in den letzten zehn Jahren allmählich um 16 Proz. gesunken, die Weizenerträgnisse um 12 Proz., die Gersteerträgnisse um 16 Proz. und Hafer um 7 Proz., obgleich der Aufwand dauernd zugenommen hat. Einmal wurden die Arbeiterverhältnisse durch die nachrevo- tutionären Arbeitergesehe erschwert, und andererseits haben die Landwirte selber gleichwohl erhöhte Produktionskosten aufgewendet, um die geminderten Erträgn sse gewaltsam zu steigern. So wurden im Wirtschaftsjahr 1913/14 210 000 Sonneri künstlicher Stickstoff aufgewendet, während im Wirtschaftsjahr 1922 '23 288 000 Tonnen oufgetoen- öet wurden. An Kali wurden 257 000 Tonnen Arbraucht im Wirtschaftsjahre 1913/14 gegenüber 675 000 Tonnen im Wirtschaftsjahre 1922/23 Aus diesen wenigen Zahlen ist schon ersichtlich, dah die Rentabilität sinken muh und so ist auch nach objektiven Berechnungen die Spanne zwischen Aufwand und Rohertrag seit 1914 auf i/3 gesunken, d. h. die Roherträgnisse sind gegenüber dem Aufwand in jedem Jahre weniger geworden bis zu einem Drittel. Somit kann bei schlechten Böden, insbesondere bei Sandböden und ferner bei kleinen Betrieben bis zu 50, teilweise bis zu 75 Morgen. überhaupt von einem Reinerträge nicht mehr die Rede sein. Das tritt in die Erscheinung tn der offensichtlichen Unmöglichkeit, den Betrieb werter aufrecht zu erhalten, weitere Düngemittel zu kaufen und Steuern zu zahlen, ferner tritt es in die Erscheinung auf dem Gütermarkt. Landwirtschaftliche Güter wer"en täglich mehr auf den Markt geworfen zu Preisen, die die Preise der Dorki-iegs- zeit tpjit unterschreiten. Die Lösung dieser Frage kann nun einmal um ein kurzes Stück vorangebracht werden durch Lösung der srgenannten Kreditkcise. Ich habe in Eletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) einer Eingabe an den Herrn Reichskanzler vom 10. Januar 1924 bereits zu der Ren.enmarksrage und der damit zusammenhängenden Kreditfrage folgendes auCflefütyrt: . . Bolkswirtschrit.ch handelt es sich nun an erster Stelle um die Frage, wodurch eine erhebliche Dertru.rung d.s Geld s eintritt, da die deutsche Wirtschaft nur bei billigem Gelte sich wieder entwickeln kann. Landwirte u,w. zahlen neben der übernommenen Bürgschaft von 4 Proz. des Wertes ih.er Betriebe 6 Prozent Goldzinsen von diesem 'Betrage an die Renten- banf. Die Reichsbant berechnet einen Zinssatz von 10 Prozent (die beantragte Erhöhung auf 18 Prozent wurde zurückgestellt), so Lai} cu.ch Dentenbank-Reichsbant eine Terte.ue.ung toi 16 Prozent eintritt. Falls demnach l der belüft't:n Landwirtschaft usw. eine Di inende vo < einig n Prozenten gezahlt werden f^Lte, so würde l ch dadurch der Unkostensatz um einige Prozente ermäßigen. Die Groh.anken berechien 13 Prozent, so dah die Eesamtunkosten auf 24 Proz. steigen. In Wirllichkeit wird cs aber nur Wenigen vergönnt sein, ein Rentrnmarkdarlehrn zu 13 Proz. zu bekommen, da die Danken oft neben bim Rcichsbank.'.iskont 12—24 Proz. Provi.ion nehmen. In der Provinz waren übrigens auch in den letzten sechs Wochen Rentenmail rcb.te kan n za erlangen, dagegen gab es Papiwmarlkred te zu täglichen Zinsen. Wenn nun inb monatlichen Zinssätze auch verschwinden and zu dem Zinssatz der Großbanken von 18—23 Proz. Gel za bekommen se n wird, so bedeutet das immerhin eine Terteueruag für die Wirtschaft um 24—34 Pro;., dzw für zwei Institute (Rentenbank Reichsb .nl un^ Großbank) eine Zinsspanne von 24—34 Proz. Ohne Einschiebung einer Bank wird es selb! bei b.r besten Sicherheit meist schwierig sein. Wich el ie. Reichs bank unterzubringen. Die Bank muß e st ihre Provision erhalten. Diese Zinspol.tik ist um so gefährlicher, als sich auch die übrigen Zinssätze in Deutschland meh. ober w.niger nach diesen Zinssätzen richten. Es kommt noch hinzu, daß Rentenmarkkredite nur in wertbestänolg r Form gegeben werden und der Da lletzaasw hm> r hierdurch auch noch ein gewisses klein.s Ri ilo zu tragen hat. Hätte die Rententxmkv rordnung entsprechens meinem früh ren Dorsch age le tim nt, neben der Reichs bank auch den p.ovi azi.llen und einzelstaatlichen Zentralen ter K.m.nunal n Kassen, der Prcußenkasse und den Banken der berussständigcn Organisationea und vielleiä.t noch einigen größeren öffentlichm Anstalten, also vielleicht dreißig bis vierzig Stellen, bi .eit Kred.te zu etwa 3 Pvez. zu überlassen (evtl, noch mit der Verpflichtung, die Det.äge im Höchstfal e mit einem Zuschlag von 2—3 Proz. weiter auszuleihen), so hätten sich solche Zinssätze alb.in schön infolge der Konkurrenz n.ena.s ei Wickeln lixincn. Sllöst wenn die Rentenbant sodann auf die bprvzentige Za büße, die die W i tschaf t zu der übernommenen Bürgschaft zu zahlen hat, vcr; ch ; t hätte, so hätte sie bei einem 3prozentigen Zins uß bei einem Kapital von 2,4 Milliar.Pi 72 Millionen für die Verwaltung und Einrichtung zur Verfügung gehabt, einen Betrag, der sicherlich für die Einncharng und den Geschästsverkehr mü vielleicht dreißig Konten ausgereicht hätte. Heute haben wir offiziell Zinsen von 18 Proz., wäh end in Wirklichkeit viel höhere Zinsen berechnet werden. Wenn in den letzten Jahren ein kleiner Kaufmann den Wiederd-oschafsungspreis für seine Ware nahm, so wurden schwer Strafen verhängt. .Um diese Zinspolitik, die für die Zukunft der deutschen Wirtschaft und damit des deutschen Volkes mit ausschlaggebend ist, kümmert sich die Regierung nicht . . ." An der Lösung der Kreditfrage wird ja seitdem in erhöhtem Maße gearbeitet, ohne ab-r daß etwas Ersprießliches dabei tzerauskvmmt De Evlddiskontbank, welche eben gegründet ist, sch int der Landwirtschaft billige Kredite auch nicht zu geben. Weiter ist die Landwiickschaft dadurch in eine ungleiche Lage gebracht worden, daß die Lebensmittelzölle Anfang des Kr.eges suspendiert wurden und heute noch nicht wieder in Kraft gesetzt sind. Es wird vielfach behauptet, der Friedens- Vertrag lasse solche Zölle nicht zu. Dies ist jedoch nicht der Fall. Auch trotz des Frieden svertragrs können die Zölle wieder in Kraft gsteht werden, genießt t-och die Industrie in w.sttgehmlein Maße Zölle. Außerdem will ich roch auf lie ungleiche Belastung ter Landwirtschaft hinwei en. die dadurch geschieht, daß in den letzten Monaten die Freiliste für Einfuhr ausländischer landw.r schaft- licher Erzeugnisse ganz erheblich erweitert wurde, während die Einfuhr von Maschinen nach wie vor Einsuhrverboten unterliegt. Ich toarne also nie maßgeblichen Kreise nachdrücklichst davor, wiederum wie bei dem Ab bau der Zwangswirtschaft nach Ge ihtspunkt n vvrzugehen, die einseitig einen Wirtsstaftszw.ig in schärfster Weise benachtelligen. Es i,t an der Zeit, nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Wirtschaft zu leiten und zu führen und bie erforderlichen Mahn h.nen wsttschauend ernzu- flellen. Wird die Landwirtschaft noch weiter dem Ruin entgegengeführt, so leidet nicht nur diese darunter, sondern das gesamte deutsche Vaterland. „Französische Mildtätigkeit". Als ter Erzbischof von Köln im vergangenen Herbst an die Katholiken der Welt einen Aufruf zur Linie ung der Rot in den bstützten Gebieten erlassen hatte, erschien bald darauf eine Antwort seitens Frankreichs in der Form einer Propagandaschrift, betitelt „La oerite für la mifere allemanbe dans les rsgions occupees (Die Wahrheit über das deutsche Elend m den besetzten Gebieten) 2?. Oktober 1923. Dieses Pamphlet sucht vor allem die französische Wohl- lä ig.eit im besten Lichte darzustellen und zu beao.isen, iii: die Besatzungsmächte gerate im Rutzrgeb.et von sich aus alles getan hätten, um der deutschen Rot zu steuern und in selbstloser Weise ihrem Drang nach Betätigung christlicher Nächstenliebe zu genügen. Aus Seite 32 dieser Schrift wird zum Bew.il des Behaupteten insbesondere hervcrgchoben, baß im Ruhrgebiet 77 Berteilungs st eilen für Lebensmittel aus militärischen Magazinen eingerichtet seien unJ daß allein im Oaober 1923 38 433 Supl e p r innen an 9,4 Fami.ien verteilt worden seien, wovon 75 v. H auf deutsche, 15 v. H auf polnische und 10 v. H. auf Familien anbe.:er Ra.ionalitäten entfielen. Wiegen diese 38 433 Suppenprr.ionen nicht die Härte Der Aus- we.sung von 15)000 Deu schen und die Hundert und e.l.che Tooe3opfer au,! Wer wagt noch von französischen Darbmren zu sprechen bei dieser of. ersichtlichen Mildtätigkeit des französischen S.aates und der Heeresleitung! Welche Summen hat Frankreich in seiner M l tätick.il f r diese „Soupes populaires" auf- geixm.t ? Wir er.t: e'men die Ziffern den fran- zösi che i Et t3 für L23 und 1921 (Franz. Drucksache Rr. 6485, Budget Special pour l'exercice 1924 S. 310), in denen unter dem Heeresetat als Zif er 32 „Volksküchen im Ruhrgebiet" für 1923 1 175 0.0 und für 1924 1 320 000 Franten ausgesetzt sind. Zieht man den Stand des Franken zur Zeit der jeweiligen Etatsberatung in Betracht, so bebeu'et die e „Mildtällgleii" eine Belastung des fta zö i chen Hausha.ts mit jeweils 414 000 bzw. 335 000 Goldmark! Unö doch ist das ganze eine gerne in e Heuchelei der französischen Propaganda! Denn wie aus den Ve.handlungen der französtschen Kammer (Franz. Drucksache Rr. 4840 Chambre des deputes, 2e feance du 8 juillet S. 196 97) klar heroorgoht, gehören diese Ausgaben zu den Be- sahungskosten, die Deutschland zu tragen verpflichtet i st, und für deren Bcg eichung Frankreich zur Befriedigung seines Anspruchs ein Prioritätsrecht gegenüber allen Alli erten und vor allen anderen Verpflichtungen aus den deutschen Reparati.nsseistungen zusteht! Die Kosten der Volksspeisungen werden also dem Deutschen Reich nachträglich als „depenses recouv- rables" in Rechnung gestellt. Frankreich treibt Propaganda und übt Mildtätigkeit durch Belastung des deutschen Staatssäckels: wahrhastig der Gipfel der Gemeinheit und Heuchelei! Dr. G. Sch-r. Wirtschaft. Rcichsbankattstveis vom 15. April. Der Ausweis der Reichsbank vom 15. April läßt in der Verlangsamung der Anlagevermehrung die Wirkung der in der Berichtswoche aufgenommenen Kredit-Restriktionsmahnahmen er- Fennen. Die gefamte Kapitalsanlage nahm um 31 6 (£8 8 in der Vorwoche) auf 2031,5 Trillionen Marl zu. Die Zunahme ist im wesentlichen auf die Erteilung besonders dringender landwirt- chaf liste- Kredite zur ickzu ühren. Im einzelnen tieg der Portefeuillebestand an Papiermarkwech» ein um 25 8 auf 736,3 Trillionen Mk.. an Renten- markwechseln um 7,2 auf 1163,9 Millionen Rm. Die Re .tenmarklrmbardforderungen erhöhten sich um 0,1 auf 108,1 Millionen Rm. Das Papier- marklombardkonto g ng weiter um 1,6 auf 22,6 Trillionen Mk. zurück. Der Anlagevermehrung steht auf der Passivseite eine Zunahme der fremden Gelder um 34 6 auf 850 Trillionen Mk. gegenüber. Gleich'.eilig weist der Banknotenumlauf eine neue Verminderung um 5,4 auf 678,3 Trillionen Mk. auf. Der Umlauf der Renten- bankscheine weist nach den Bewegungen bei der Reich'bank eine kleine Erhöhung um 3,2 auf rund 1 23 M.'ll cnen Rentenmark auf. Der Umlauf an Ro'geld ist um 85 Mlllionen Goldmark zurück- gegangen. Der Bestand der Bank an Rentenbankscheinen weist eine Abnahme um 3,2 auf 260 Mil- Montag, 28. April 1924 Honen Rentenmark auf. Die Bestände der Dank an Da lehnkasfenscheinen verminderten sich um 0,5 Trillionen. Der Goldbestand ist insgesamt um 5,1 auf 459,8 Millionen Goldmark zurück- gegangen. Die Verminderung steht im Zusam- me.Hang mit der Einzahlung der Reichsbank auf die von ihr übernommenen 5 Millionen Aktien der Deutschen Golddiskontbank. Wirksamkeit des Haftnngsansschlnsses für Versehet» Von Bankangestellten. Zu dieser Frage li gt ein n u rrliches Urteil der 2 5. Kammer fürHandelssachen des Landgerichts I, Berlin, ivm 7. März 24 — 87,0,36,24 — vor, welches die Rechtswiikam- keit der von der Reichsbaw vorgenomm.nrn Frei- zeichnungs-D^kanntmastu. g b.jalft. Das Gericht stellt erneut fest, daß die Entscheidungen des Reichsgerichts, w.lche g genüber e n m solchen Hastungsaustschluß den Einwand der Sit^enwid- rigfeit zuhissen, sich lediglich auf den Fall beziehen, wo sich ein Unternehmen von der Haftung für das Ve schulden leitender Angestellten frei» zuzeichnen sua)t, baf). dagegen der Haftungsaas- schlust für Berschen untergevrdn:ter Ange,testier auch Lxrnn zulässig ist, wenn es,sich, was im vorliegenden Fall streitig war, um efrren mono» p?lartigen Bet.ieb handelt. Auch wird die Tatsache, daß die Veröffentlichung des Haftungsausschlusses in ben Zeitungen erfolgt war, für genug.n> erachtet, ohne daß ein b fanderer Aushang in den Schalter räumen der Bank erforderlich gewesen sei. Da die Rechtmäßigkeit des regle» mentar.schen Haftungs-ausschdus es für Äugestell- tenverfchen innerhrl a der Post-, Posts steck- und Telegrrcphrnverwaltung bisher trotz dem unitrei.ig dieser De.waltung zusiehcnden Mvarpai von keiner Seite bestritten ist, wird man in der Tat der Reichsbank und den üb.igen Danken das gleiche Recht zugcslehm musstn. Die e3 Recht wird übrigens auch von ausländischen Banken in Anspruch genommen, was z. B. aus ben in der „Industrie- und Handelszcitung" vom 3. Aplll 1924 veröffentlichten Desstäsis eMngungen der neuen Bank von Danzig ersichtlich ist. * Die Förderung des Wol;nnngsbanes i» Braunschweig. Die Braunschweiger Staatsbank will den Wohnungsbau nach neuartigem Muster finanzieren Z ir Förderung des Wohnung ba.e, ich t i Depositenbücher ein. Dir c jt? Einzahl rng auf ein Wohnungsbau- depositenb. ch muß 203 Marl betragen. Spätcrc Einzahlungen müssen mindestens im Betrage von 10 Mark gel iitet weidm. Wrnn 50 Proz. des zum Bau e ne3 Eigenhaus es notwendigen Kapitals angcfammclt sind, gibt die Bank (frühestens nach drei Jahren) 50 Proz. des normalen Friedenswertes des Baues a's erststell ge Hypothek auf das Grundstück, zahlbar bei Fertigstellung des Hauses zu den bei der Staatsbank alsdann gültigen Hypothekenbedingungen. Der Inhaber des Baudepositenbuches kann den Betrag einschließlich Zinsen usw. nach drei Jahren zurück- verlangen. Der Staatsbank steht das Recht zur Kündigung der Einzahlungen nur zu, wenn die Xüiseiies DER BEVORZUGTE LIKÖR DER DAME landauerß Macholl HEILBRONN Vertreter: Ernst Krnnsc.Gießen«Ittühlstr.20 Telephon 1591. )Me8S MUurSesWW-khW. Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans D»mini?. 81. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er drehte sich um . . . und wollte . . . wollte den 2Sefehl widerrufen. Se n Blick fiel auf die angstverzerrten Gesichter der Mannschaften. Zu spät! Das Schiff geh).chte nicht mehr . . . toefr-'r dem Steuer noch den Prop?llern. Wie ein Fetzen Papier vom Wirbel gegriffen, wurde es toiber- flartbßlcg nach vorwärts gerissen. Wie in schwerer Dünung schwankte das ächzende Schiff. Bald wurde es tausend Meer tn die Höh: gerissen, bald schoß es jäh in die Tiefe, alss olle es an der Erdkruste zerschellen. Ein neues fremdartiges Geräusch übertönte das Tosen der 01--mente. Starr standen die Insassen. • Ihre Hände umklammerten krampfhaft jeben greifbaren Stützpunkt. Es klang wie das Prasseln von Schrot gegen Stahl. Es Hang, als ob Millionen von Sch.ot- löinern gegen Stahlschaufeln geschleudert würden . . . wie schwerer Hagel, der auf ein Wellblechdach prasselt. Es hämmerte auf das Hirn des Toghon- Khan . . . hämmerte ihm die Gewißheit des un- abwendbaren Untergänge^ ein . . . und da hatte er sich wied^rgefunden . . . ganz toiebergefunien. Mit voller Klarheit übersah er Entstehen und Ende der Katastroph'. Sein geschulter G.ist beherrschte auch die physikalischen und technischen Erundbedingungen d.r Gesch hasse um ih i. M t Klarheit sah er jetzt alle Handln 'g n seines Gegners sich in logischer Folge entwickeln. Der hatte das Mittel das dem Dynotherm entgegengescht wirkte! Das Mittel, das ebenso ungeheure Energiemengen band, wie das Dyno- therm sie freimachte. Der hatte dann überall im Zuge des einbrechenden Heeres gestreut, wo immer nur Wasser war. So entstanden jene Kältepole, die infolge der Zusammenziehung der darüber lagernßen Lust barometrische Minima ergaben, denen die entferntere Luft von allen Sei er zuströmcn mußde. Dabei gab cs eine Ausd.chrung der zuströmenden Winde, die naturnottoenöig mit einer Abkühlung verbunden war. So kamen jene Schneefälle zustande. So ergab sich jener Maischnee in Peking. So der Schneesturm des vorgestrigen Tages. So die Kälte. Das unaufhörliche Fallen des Thermometers, das jetzt auf 170 Grad unter Rull stand, bew es ihm überzeugend, daß das Schiff einem dieser extremen Kältepole zugerissen wurde. Der große Saisan-See mußte in der Tat nach Einstreuung dieses Mittels einen Kältepol von ungeheuerster Stärke ergeben. Dieser unwiderstehliche rasende Luft ström, dieses Prasteln der Propeller, die gegen die flüssig werdende und in Tropfen nieder allende Luft anschlugen, gaben ihm die Gewißheit. Es war so weit! Hier stürzte die Atmosphäre selbst verflüssigt zu Boden. Hier drang von allen Seiten her die Luft mit Riesengewalt wie in einen lu Heeren Raum ein und riß jeden Körper, der sich in ihr befand, bis zum Kältepol hm. Mit bclltommener Klarheit des Geistes erwartete Taghon-Khan das Ende. Ausgcträumt der Traum vom besiegten Abendland! . . . Verweht die Spur des Dschin- gis-Khan! Die Hände an die Fenstergriffe gellammert, starrte er dem Untergänge entgegen. Roch einmal erhob sich das Schiff. Die (Scbirgätämme im Osten des Sa son-Ror schufen ein komprimiertes Luftkissen, welches das kraftlos ' Fahrzeug nach oben schleuderte. Dann, über der endlosen gefrorenen Fläche des riesigen Sees, senkte es die Spitze nach unten . . . Dann stellte es sich jach auf den Kopf und ftmvte mit rasender Wucht auf das Gismassiv des bis zum Grund gefrorenen Sees. Tief drang sein metallener Sporn ein. Ein Funkenstrom umsprühte das einhauende Metall. Der Zünder für dir fürchterliche Fackel, die im selben Augenblick gegen den Himmel stand. Sprühend verbrannte das Metall des Schiffsrumpfes im flüssigen Sauerstoff . . . Verbrannte das Schiff mit allem an und in ihm in Sekunden zu nichts... Dann ging die Natur ihren Gang weiter, wie es der Meister befohlen . . . bis der Tag sich neigte . . . und die Nacht die Fesseln löste. Linder wurde der Frost. Die Macht des Sturmes ließ nach. Dichte Nebel.krochen über die eisbedeckte Erde . . . und sie hoben sich . . . und d. hüten sich . . . und stiegen an und fanden milde Südwinde und fielen nieder in leisen, warm n Tropfen und weckten das tote Land. D r Schnee schmolz. Von den Bergen schossen die Wasser. Krachend fuhr der Frost aus den gebannten Stämmen. Immer stärker wurde das Wehen des Südwindes, immer größer seine Wärme. Wie im Spiel zerbrach er die Decke des Saisan-Sces. Wo lebendige Wesen noch ihr Leben bewahrt, frohlockten die Herzen. Der Morgen kam und mit ihm die Sonne. Sie fand ein Werk getan, in den Stunden einer Nacht ein Werk vollbracht, das ihre Kraft zu leisten nicht vermag in den Tagen eines Mondes. Ein Werk, getan durch eines Menschen Geist! Das Siedlerland war gereitet, das Abendland vom .Untergang bewahrt. Mit Sturmes- schnllle eilte die Kunde von der Katastrophe im Herzen Asiens über die ganze Welt hin. Verhältn'smähig lange blieb man in Peking selbst über das Schicksal der großen dsnngarischen Armee im ungewissen. Im tödlichen Froste waren auch die Formationen der Rachrichtentruppen zug'-unde gegangen, die sonst wohl jene Schreckenskunde in den Aether gefunkt hätten. Und die es sonst noch wußten, die der Katastrophe entronnen waren, die wollten nicht, dah die schlimme Botschaft früher als sie selbst in das Gllbe Reich kam. Als Toghon-Khan in jenen letzten Stunden rastlos vorwärtsstürmte, nur noch von dem einen Wunsche beseelt und getrieben, das warme Sied- ler'and zu erreichen, sein Syrer der todbringenden Umarmung des Frostes zu entreißen, da waren dir beiden Besten und bis zu jener Stunde die Treuesten seiner Getreuen zurückgeblieben. In jener Stunde sahen B atu-Khan und Ug tai°Khan d'n Stern des Reg'nten rettungslos sinken, und alter, so lange mühsam gedämpfter Ehrgeiz gewann neue Kraft in ihren Syrien. (Fortsetzung folgt.)