Samstag, 27. Dezember 192| Blatt U4 Jahrgang liea6»c Mn h..,. „ für bu lagesnummtr bis jum ‘JiaAminag vorher ohne |tb<‘ijcrbinbhd)kcü. Drei» für l mm höh« für Anzeigen von 27 mm Dren» önttckv, auswärts 10 (Bolbpfentug; für "Xe* hlame»2lnjtigen n 70 nm Drelle 35 (holbpfennig, Vlut)Dor|d)rt1t 2U- , Aus- schlag. - lrraniworiUch für 'Politik u. (Tcuilleton: Dr Friedr Witt, Lange; für den übttgen led: Ernst 'Bluinschein, für den Anzeigenteil Han» Beck, sämtlich in ahrfoen. Vertragsbruch Englands und Frankreichs. Köln soll am 10. Januar nicht geräumt werden. — Die Botschafter-Sitzung wegen einiger Meinungsverschiedenheiten verschoben. fix. 304 Erster Erscheint täglich, nutzer Sonn» und Feiertags. Beilage«: GtetzenerFomiliendlStter Heimat im DUb. monaU-Beiegsptels: 2 öolbmatk u. 20 Bold» Pfennig für TrLgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: öchriftleitung 112, Verlag undGejchäftsstette 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiarrGletze». PoPschecklONto: jtantlurt a. ®. 118M. gierung tolle. Der „O u o t i b i e n". der sich bis jetzt in der Frage der Räumung der Kölner Zone reserviert verhalten halte, veröffentlicht jetzt einen Artikel, in dem er erklärt, die Entdeckung von v erst e ck t e n Waffen habe die R ä u mun g der Kölner Zone unmöglich gemacht. Alle Welt werde Frankreich, England und Belgien zu- stimmen und verstehen, dah sie augenblicklich n chl geneigt seien, die militärischen Pfänder aufzugeben, die sie in Händen halten. Eö sei sehr natürlich. das) Deutschland feine vollkommene Freiheit wieder erlangen wolle und bitter enttäuscht fei über die Verlängerung der Besetzung von Köln. Es wäre sür ein Land nicht würdig zu leben, wenn es nicht seine Integrität wieder zurückerobern wolle. Das Blatt Ichreibt weiter: .Wir Franzosen erwarten ungeduldig die Stunde, in dec wir mit einer Ration wieder normale Beziehungen Herstellen können, die zu lange unterbrochen waren und deren Wiederherstellung für den Frieden un- erlählich ist. Aber normale Beziehungen können nicht wieder hergestellt werden dadurch, daf) man den nationalistischen Geist entfacht, dah man sich bewaffnet und Revanche vorbereitet. Werm das demokratische Deutschland es nicht versteht, dem reaktionären Deutschland seinen Willen auszuzwin- gen. dann darf man nicht damit rechnen, dah die interalliierten Regierungen die Augen vor einer solchen Lage verschlietzen. Wir brauchen Sicherheit um wieder arbeiten zu können. Das Deutsche Reich mutz erklären, ob eine ehrliche Erfüllung der Entwaffnungsklauseln erstreben will oder nicht. Wenn es das nicht will, dann hat es sich alle Leiden selbst zuzuschreiben und die volle Drrant- wortung für die europäische Verwirrung wird ihm aufgebürdet werden. Auch die „6 re Hou Delle“ vertr'tt h u e den Standpunkt Herriots und f igt. dah er nicht leichtfertig den D schlutz gefaxt habe, die Kölner Zone nicht vor dem 10. 3anuar zu raumen Die sehr entgeg'nkommmde Ab icht Hn> riots scheine rech s ds Rhens n ch D r tauben worden zu fein. Stein französisch'r CHlmt terfrra- side"t könne unter bicf~n Umständen e n' andere E t'chmdunq treffen als die. d e Herriot unter Di'l gung von Chamberlain und Theunis actrrficn habe. Man habe in F ank>e ch den Emdruck. dah Deutschlanö Hinter- c-'bauten habe und nicht ,fair Platz fptde. F-aukreich wolle weder auf den Fr ed«i. noch auf d u Fertschriti verzichten. Das müsf Deutschland bedenken, denn man wolle es weder demütigen noch beherrschen. Einzelteilen aus dem Gutachten Fochs. P a r i s. 27. Dez. (TU.) Das Gutachten, das Marschall F o ch als Vorsitzender des Interalliierten Mllitärkomitees in Versailles an der Hand VS Berichts der Kourollkommission über den man auch nicht den Vocte.l DeutschlarBs in Verhandlungen als Absatzmarkt für die anderen wertvoll zu sein, durchschlagend verwerten. Es fehlt die Einheitlichkeit in der auhenpolit schen Auffassung. im aussenpolitischen -Dillen, es fehlt die Führung. Daß die Re- aierungsb.lduug der ersten Periode derartig erbärmlich ausl-es, dah man die Krise einfach auf Weihnachtsurlaub schickt, das ist auch außen- po itisch e-.n Skandal. Weder Feind noch Freund toiPen. woran fie mit Deutschland find, obwohl der Wahlausstrll klar genug gesprochen hat. Es »ire^'rftäni-igeT. k°r Winfch-ttszw.ig- < rn im ganzen em verworrenes 2>lto Äei=n ganzen Den Schutz der nationalen Produktrou er wollte. Aus dem Parier Ministerrat. Paris, 24. Dez. (WTB.) Der Generalstabschef des Marschalls Foch, General heftiger, hat heute dem Kabinett über die Frage der Entwaffnung Deutschlands Bericht erstattet. Rach Beendigung des Ministerrats ist der Presse am Quai d Orsay folgende Mitteilung gemacht worden: Ministerpräsident Herri ot hat im Laufe der Sitzung feinen Kollegen von der R o t e Kenntnis gegeben, die er am 22. Dezember über die Aufrecht er Haltung der Besetzung der Kölner Zone von der englischen Regierung erhalten hat. Er hat seinen Siegen den Inhalt eines M emo r a n- dums m tg?tclt, in dem dte frauz'llllche Regierung feststellt, dah die aus Deutschland erhaltenen Rachrichten schon jetzt genügen, um zu beweisen, dah es nach dem Friedensberirag von Versailles nicht möglich fei, die Räumung am 10. Januar vorzunehmen. Der Inhalt dieses Memorandums ist von den Ministern gebilligt worden. Uebrigens, so habe Herriot mitgeteilt, könnten die von der IM.K.K neu entdeckt en, v e rheim- lichten Waffen lager nut die Grunde für die von der französischen Regierung getretene These verstärken. Die Verhandlungen der Alliierten über diese Frage wurden im größten Einvernehmen fortgesetzt.“ ~ Uebergabe der französischen Mitteilung an England. Paris. 25. Dez. Die französisch Regierung hat gestern die vom Kabinettsrat gebilligte Rote über die Räumung der K o l n c r Z o n e Smt englischen Botschafter in P a r i s^ L^?d Crewe, als Antwort auf die englische Rote zugestellt. „ Kommentare der Pait rr Press;. Echo bc PariS" ist brr ergebe stch aus dem Inhalt der beiden Roten. datz obschon die beiden Regierringen darüber oinin soim di" Besetzung der Seiner Zone am fo 93anSr nW -Auh-b-n. doch -io- Wer- nungsversch icdcnhcc: ubcr da . Die französische und englische Hetz- presse ist in dem Kamps um die Beibehaltung der Kölner und Ruhrbesahung zur Generaloffensive übergegangen. S.e hat auf die öffentliche Meinung der ganzen Welt ein Trommelfeuer an Lügen. Entstellungen und Verdrehungen über Deutschlands Wehrmacht und Ausrüstung eröffnet. Sie muhte zwar tief in ihre Archive hineingreifen, hat dabei urältefte Lügen hervor- geholt, neuaufgebügelt und ihren Lesern jetzt als Sensation vorgesetzt. Jedes deutsche K nd und jeder einigermaßen aufmerksame Ze.tungsleser deS Auslandes weih, wie es um unsere militärische Kraft bestellt ist. „Platin“ und .Daily Telegraph“ aber fabeln jetzt von der Anwendung des 1813 mit gutem Erfolge gebrauchten Krümper-Systems, sprechen von grohart gen Ofstnstv- plänen zur Wiedergewinnung der verlorenen Gebietsteile und können sich nicht genug darüber entrüsten, dah die Krupp-W.rke noch immer die für die Herstellung schwerster Geschütze wahrend des Kriegs benutzten Drehbänke nicht zerstört haben. Ist schon die Behauptung von der Wiederanwendung des Krümper Systems ödcstc-r Unsinn, da ja die M l tärkontrollkammi s.on und der ihr zur Verfügung stehende ries.ge Spionageapparat h nreichend Kl rheit über bi' 2Iui- b.ldung der deutschen M l tärp:rsonen g sch >f en hat. so wirkt die Behauptung von den Kruppschen Kriegsmaschinen in allerhöchstem Mähe läch-rlich da die Krupp-Werke feit dem Ianuar 1923 unter sranzös scher Milllärau^sicht stehen und es General Degoutte ein Leichtes war, sich jederzeit über die Anlagen und Einrichtungsgegenstände der F.rma Krupp an Ort und Stelle überzeugen zu können. Aber keine Lüge ist zu plump, um nicht von der französischen und der englischen Heypresse in den Dienst der antideutschen Propaganda gestellt zu werden zu dem Zweck, den Bruch des Versailler Vertrags durch England und Frankreich in einen Dunstschwadn von öden Verdächt.gungen gegen Deutsch! mb einzuhüllen. Da» ist die Ehrlichkeit und dte Friedenspolitik eine» Herriot und eine» Chamberlain, die beide kein Deut besser sind al» der wütendste Deutschenhasser Poin- c ar 6, der vor jenen wen gstens noch den Vorzug hatte, dah er frei und offen bekannte, was Stand der deutschen Abrüstung auSgeor- bettet bat. Wird heute vormittag der ö o t - schasterkonferenz unterbiete!. Pariser Okrtrcter der .United Preh" erfährt folgenbe Einzelheiten des Gutachtens: Es erscheint ausgeschlossen, dah Deutschland biS zum 10. Januar 1925 die A b r u st ung S - f lauf ei bc» Versailler Vertrags getreulich erfüllt. Es folgt dann eine vergleichende Darstellung der Lage am 10. September 1922 und deS gegen- toärtigen Standes der deutschen 2lbrü l ung. Die militärische Leistungssäbigkeil Deutschlands Heist eS weiter in dem Bericht, fei ohne leben Zweifel durch die nachstehenden Faktoren t>erftär!i worden' 1 Reuorganifierung de« Oberkommando». 2 Reubildung de» ©rohen Generalstabs. 3 . Einstellung und Ausbildung der DvlkSfrei- totlligemß^än^ Werbetätigkeit der geheimen Weiter wird in dem Bericht behauptet, dah in der Durchführung der Entwaffnung Deutschlands fein nennenswerter Fortschritt erzielt worden fei, obwohl andererseits die Rüstungen keine offensichtliche Vermehrung erfahren hatten, ebenso habe die ProduktionSsähigkeil von Heeresmate- rial in nennenswertem Mähe noch zugenommen. Die militärische Ausbildung der dem schen Iu- gend habe in den militärischen Geheimverbänden wie in der eigentlichen Armee einen großen Umfang angenommen. Heber die fünf Punkte, deren Ausführung die Botschafteik'-nserenz von Deutschlcrn!- forderte, enthält brr Bericht folgmix Angaben 1. Die Reorganisierung der Staatspolizei ist bei weitem noch nicht durchgeführt warfen. Sie hat biS jetzt ihren militärischen Cha- ratter bewahrt, denn einerseits wurde nicht nur die Zahl der Mannschaften vermehrt, sondern e» sind auch Reserven gebildet worden. 2. Die Umwandlung der M u n 11 t o n « - abrilen in Fabriken mit Friedens«rbelt ist nicht allgemein durchgeführt worben. In den MrlitärkvnstruktwnSwerken wurden meber irvlent- lich« Einschränkungen, noch neue Zerstö u gen vorgenommen. 3. Die Kommission war nicht in der Lage, eine Liste b er verbotenen Schriften zu erhalten. 4. Cbenfowenig konnte se durchsetzen, day ihr die Dokumente über b:n Stand des Kriegsmaterials im Moment des Waffen« stillstandes überreicht wurden. 5. Deutschland hat seit 1922 keinerlei Mahnahmen ergriffen, um d e Re IchSge setze mit der militärischen Klausel des Versailler Vertrags in Einklang zu brin,en. Zum Schluh Wird in dem Bericht ausgeführt, dah sich Deutschland auch Derslöhe gegen die Klausel über die Abrüstung der Küstenbefestigungen habe zuschulden kommen lassem Die Generalinspeltion der Interalli.eilen Kon« trolllommission sei Im September auf W der- ftanb in verschiedenen Punkten gestoh.'n. T oh- dem habe die Kontrollkommission bed.uk ame D r- sehlungen feftgefte'dt, wobei sie von geringeren Derstöhen überhaupt absah. Verschiebung der Dotschaflerkonferenz. London, 27. Dez. (TU.) Die heutige Sitzung der Botschafterkonferenz, bt: sich mit der Frage der Rüstungen Deutschlands beschäftigen sollte, li im letzten Augenblick aufge schoben worden. Die Gründe hierfür waren einige Meinungsverschiedenheiten zw.schen der englischen und der französischen Regierung. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph- bemerkt hierzu. Xlh diese Meinungsverschiedenheiten eine neue Der- ständigung der beiderseitigen Regierungen LinbJ nutzen d i t che Stellung un höchsten Maße und oerceyi le ne Lebensintcressen. die gerade in bee getentoartigen Konstellation mit stärlstem Rachdcuä uxifr genommen werben müh en und nach u ’erer UeLer- zeugung auch nicht ohne Erfolg wahrgenommen werben könnten s Auhenpolittsche Umschau. Bvn Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M. b R Da» alte Iahr geht für Deutschland auhen- »olftisch unter ungünstigen Umständen und ernst zu Ende Die Entscheidung über dte Richt- räumung der Kölner Zone hat toieber einmal da» ganze Mihtrauen wachgerufen, ob denn wirklich mit der Annahme des Dawes- plane» und de» Londoner Protokoll» und allen fchönen Versicherungen auf der anderen Seite eine wie e» so oft hecht, .neue Atmosphäre" geschaffen sei. ein wirklicher FriedenSzustand, eine wirkliche Behandlung Deutschlands als gleichbe- rechtigte Macht gelte. In dieser t5rage, bie ein Probierstein war, ist daS jedensallS nicht der Fall gewesen! Die englische Politik verschanzt sich hinter technischen Gründen, aus denen die Räumung noch nicht möglich fei. Wenn von fetten Englands offen gesagt worden wäre, eS scheine praktisch unmöglich, die Franzosen tm Ruhrgebiet noch zu belasten und in ihrem Rucken in der ersten Zone die Räumung durchzufuhren, es sei deshalb vielleicht diskutabel, zwar das absolute Recht Deutschland« auf die Räumung der Kölner Zone einwandfrei anzuerkennen, aber einen Modus zu finden, der dem prattischen Bedürfnis Rechnung trage und mit dem zugleich eine frühere Räumung deS Ruhrgcbieto zu erzielen wäre — wenn das so Deutschland, als einer gleichberechtigten Macht, die Anspruch darauf hat, ihr Vertragsrccht auch berücksichtigt und gewahrt zu sehen, vorgetragen worden wäre, hatte sich nicht darüber von Macht zu Macht verhandeln lassen? Hätte nicht gerade eine solche Betrachtung der ganzen Lage in einer Verständigung zu brüt, in einer wirklich internationalen Verständigung die .neue Atmosphäre recht cigmllich befestigt? Wir haben nicht erwartet, dah Frankreich dazu von sich aus den ersten Schritt täte. Aber England kam das zu. Ietzt schiebt eS in dieser Weise, die der englischen Politik unwürdig ist, die Milltärkontrolle in den Vordergrund, nimmt e» zum Vorwand, dah der Bericht dieser Kontrolle noch nicht fertig sei Wer auf der Welt wird glauben, dah e» nicht möglich gewesen wäre, den Bericht fertig5uW- len, nachdem die Inspektion feit betn 18. September läuft, seitdem nicht weniger cllS 1600 Besuche reibung-los vorübergegangen find k Wer aus der Welt wird glauben, dah hier nicht ein Vorwand gesucht wurde, weil man In England einen Konflikt mit Frankreich nicht braud)t. weil nan In England jetzt um der von Ehamberlain angeflrcbtcn Reuregelung der ganzen Bezwungen willen Frantteich einen Gefallen tun will? Die OppositionSpresse in England und die Oppositionsparteien haben selber anerkannt, dah Deutschland bas Recht daraus hat, amlO. 3a- nuar die Kölner Zone geräumt zu sehen, und haben jenen Gedanken angeregt, mit Deutschland freundschaftlich und auf Dem Fuhe der gleich' berecbliqtcn Macht eine Vereinbarung zu treffen, wenn wirklich praktische Bedenken vorhanden ®ten. Sie heben mit Recht hervor, bah Deutschland zum Sündenbock für die Sunden gemacht wird, die die anderen mit dem RuhretE" unb seinen Folgerungen begangen haben. -Aber das englische Kabinett weih, was es will. Es w t l l diese Räumungsfrage als Trumpf für bü genannte Reuregelung seines Derhaltnistees zu Sranlui*“ bet And 6aben. Xäumunga- unb Sicherheitsfrage. Milltärkontrolle unb Dolker- bunb, Marokko, Aegypten, Islam und Dolsche- ^^^Für ein England, das jetzt systematisch Reichspolitik und Schutzzollpolitik beginnt und das an so vielen Punkten Schwierigkellen Hat, erscheint es zweckmähig. die Entente mit (Frankreich wieder stärker zu unterstreichen. Daher die er Zu ammen- Ung, daher die Politik gegm Deutschland daher Die Verletzung des Vertrags rechts, mit der das neue Iahr eingeleitet wird. Man darf dabei nicht übersehen dah diese neue englische Politik s^ieblichauch auf die fitoffuna SSerriotS zuruckwtrken muh. Es ist kin andere? Ton, es ist eine andere Auffassung, es ist eine Art, die Männern wie Vriand und Lou- cheur stärker liegt als Herriot. die von dessen Au - fassung unb Einstellung abweicht. Und m Frankreich sind die genannten Manner, wte wir meinen, nur zu bereit, Herriots Rachfolge anzutreten Er verfügt ja nach wie vor über eine gute Mehrheit in der Kammer, aber solche Mehrheiten sind gerade im französischen Parlament vergänglich, und wenn nun hinter ben jetzigen Fragen die mcht mehr zu umgehende Reuorbnung Finanzen beginnt, wird er hier die,er Herr we 3nndner Sage, in bet bie!= MchtrLmnung Der Kölner Zone gröhte Schwi^rig^eitcm aufrolli. einer Lage, in Der bie Miliiarkontoolle noch immer und unerträglich abgehalten wirb, in einer Lage in der eine interalliierte Frnanzmtnister- konf^z herannaht, in einer Lage m der A Dölkerbunbssache unb Milllärkontrolle des Vol serbundes wieder akut wirb, m einer Lage so voll schwierigster Probleme. Entscheidungen und groh ^Sorgen gcht Deutschland in neue Iahr hinein, ohne eine Regierung, bie handlungsfähig .ft, unb ohne eine Regierung, bie zu grohm poh jschen Entschlüssen wirllich autoriUrt ist. Unb bic Ä auf XI »tun ftipr mrrft9 ja jeder, dah Deutschland keine Re- tzter merrt l I f . Wirtschaftspolitik S>anbeW>Iitit b-S Wir haben keine Direttiven, die bas Npi-K äibt Seine Unterhändler müssen von der M rä den Mund leben und daneben muffen zuschlagenbe Verfahren bestehe. Das Kabinett von London schlage vor. um bie Beibehaltung der Besetzung zu red)fertigen, solle nur von ben Verlegenheiten gesprochen werden, die man ben Kontrollkommist ionen bereitet habe. Die englische Regierung wolle Deutschland beweisen, bah sie sich eine Meinung noch nicht gebildet habe, unb bah sie erst Stellung nehmen werde, wenn der von der Kontrolltomm.ission zu erwartende Schluhbericht vorliege. Die sranzöfis che These sei die folgende: Auf Grund der bereits vorliegenden Teilberichte könne Deutschland schon jetzt der Mihachtung der militärischen Klauseln des Friedensvertrages beschuldigt werden. Es sei deshalb bas beste, bie Bot- schasterkonferenz zu beauftragen, der deutschen Regierung den Deschluh zu notifizieren, die Kölner Zone so lange besetzt zu halten. bis bie Bedingungen des Friebensver- trages erfüllt sind. ..Echo be Paris" ist der Ansicht, bah sich leicht ein Kompr omih auf folgender Grundlage finden lassen werde: Man könne ben Deutschen erklären, bie Kölner Zone werbe im Mai geräumt, und als Kompensation werbe man bie gleidbjAige Räumung des Ruhrgebiets anbieten. Das „3ournal" ist weniger optimistisch und erklärt, im Augenblick könne von einem Kompromiß nicht die Rede sein. Man dürfe m 11 Deutschland nicht verhandeln, sondern müsse ihm die Maßnahmen mitteilen, die es zu ergreifen habe. Das Blatt ist davon überzeugt, das) die durch die gestrige französische Rote ein- geleitete Verhandlung unter den Alliierten nur beweise, welch wichtige Entscheidung die Vot- schaflerkonferenz au treffen habe. Einige Morgenblätter wollen wissen, dah die b e l g > s ch e Regie r u n g den Standpunkt der französischen Re- General-Anzeiger für Gberhesien vrvck vnd Verla-: Vrühlllche UniverfitSlr-vnch- und 5teindruckerei B. Lange in Sietzen. 5chrlstleitung und Seschästrstelle: Zchulfkratze 7. Verpflichtungen «ns dem Frredensver- rrag nicht nach gekommen sei. Man könne mit diesem Material schon die Aufschiebung der Äölnd begründen. Die Räumung Düroe dann automatisch vorgenommen lver-- de^ wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen werde. Die englischen Sach» v er ständigen hielten die „Vertragsbrüche- der deutschen Militärbehörden, wie der „Daily Telegraph" berichtet, nicht für so ernst, wie ihre französischen Kollegen. Die englischen Sachverständigen sind der Ansicht, daß einige der „Vertragsbrüche" unvermeidlich gewesen seien und daß man in der Frage der deutschen Sicherheitspolizei sicher ohne Schwierigkeiten ;u einem Kompromiß kommen würde. Degen das Pariser Lügengewebe Berlin, 25. Dez. (WB.) Die der französischen Presse gegebene Mitteilung, wonach der französische Mini st errat bereits jetzt die Unmöglichkeit, nach dem Friedens- Vertrag von Versailles die Räumung der Kölner Zone am 10. Januar vorzunehmen, festgestellt hat, hat in weitesten Schichten der öffenllichen Meinung Deutschlands außerordentliches Befremden und tiefste Erregung hervorgerufen. Zu der im gleichen Communiguß enthal- terren Mitteilung, daß von der Int ralliieeten Militärkonttollkommtssion bislang verheimlichte Waffenlager neu entdeckt seien, hört WTB. von unterrichteter Seite: Es ist hier vollkommen unerfindlich, inwiefern behauptet werden kann, es sei während der Generalinspektton das Vorhandensein von neuen, bisher verheimlichten Waffenlagern festgestellt worden. Es kann nur immer wieder mit aller Bestimmt hell erklärt werden, daß bei den fast 1 8 0 0 Kontrollbesuchen, die bisher erfolgt sind, niemals überzählige und unzulässige Waffen, sei es bei der Reichswehr, sei es bei der Polizei, gefunden worden sind. Italien sches Zeugnis für Deutschland. Rom, 24 Dez. (Wolff.) „Agenzia bi Roma" weist an Hand einer Fülle von Einzelheiten nach, mit welch schlagenden Gründen Deutschland gegenüber etwaigen Vorstellungen der Entente seine Entwaffnung beweisen könnte. Theunis erkrankt. Brüssel, 27. Dez. (Sil.) Der belgische Ministerpräsident Theunis ist an Grippe erkrankt und muh daS Dttt hüten. Amerika rät zur Verständigung von Macht zu Macht. Washington, 27. Dez. (SIL) Während in offiziellen Kreisen gestern vormittag erklärt wurde, Amerika werde auf der Bot - schafterkonferenz in der Frage des Kölner Brückenkopfes nichts unternehmen, toutf* gestern nachmittag In denselben Kreisen bery Wunsch ausgedrückt, daß wieder eine Einigung der europäischen Regierungen unter sich zustande kommen möge. Im allgemeinen, toenn auch nicht im speziellen Interesse Amerikas sei das wünschenswert. das Reichskabinett für Ebert. Berlin, 24. Dez. (WTB.) In der gestrigen Sitzung des R e i ch s k a b i n e t t s, an der unter dem Vorsitz des Vizekanzlers Dr. Jarres sämtliche Mitgl eder des Reichskabinetts teil- nahmen, wurde einstimmig eine Kundgebung für den Reichspräsidenten beschlossen, ihn dieser Entschließung besonderen Ausdruck zu verleihen, begaben sich heute vormittag sämtliche in Berlin anwesende Reichs- minister zu dem Reichspräsidenten, wobei Dr. Jarres die Entschließung des Kabinetts übermittelte. Die Kundgebung lautet: „Sehr verehrter Herr Reichspräsident! Das Reichskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, Ihnen, Herr Reichspräsident, die Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, die uns angesichts des Schweren bewegen, das Sie in diesen Sagen zu ertragen haben. Wer an der Spitze des Deutschen Reiches steht, hat des Vaterlandes Wohl zu fördern und zu wahren. Wir haben zum Teil in jahrelanger Zusammenarbeit mit Ihnen Ihr Wirken kennen, Ihre Persönlichkeit politisch und menschlich schätzen gelernt. Auf Grund dieser Kenntnis wünschen wir Ihnen zu sagen, daß wir einmütig und ohne Unterschied der Parteistellung die ileberzeugung h ben, daß IhreTätigkeit stets zum Wohle des deutschen Vaterlandes gegolten bat Lassen Sie uns Ihnen in diesem Sinne unsere besten Wünsche für Ihre weitere Tätigkeit in Ihrem hohen und verantwortungsvollen Amte aussprechen." Der von Berlin abwesende Reichskanzler Marx hat wie Dr. Jarres hinzufügte, ihn beauftragt, dem Reichspräsidenten 5um Ausdruck zu bringen, daß er die Empfindungen und Wünsche des Kabinetts aufrichtig teilt. Die preußische Regierung schließt sich an. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, Überbrachte M nisterpiäs.deni Braun als Sprecher des Preußischen Kabinetts heute nachm.ttag dem Reichspräsidenten eine Kundgebung der preuh.schen Regierung, in der sich d.ese der Erklärung der Reichs- regierung anschließt und dem Re chs- präsidenten ihre unveränderliche Hochschätzung und ihr Vertrauen v.rächen. Vertrauenskundgebung der Demokratischen Partei. Die Deutsche Demokratische Partei hat an den Reichspräsiden'en folgendes Tel gramm gesandt: „S.c ilnb.Il d.e im Zusammenhänge mit dem Magdeburger Prvz ß Ihnen zugefugt wurde, er,üllt uns, w e lll Angehörigen der Deutschen Demokratisch.n Partei, mit schmerzlicher Entrüstung. Wer Itzre Politik verfolgt hat, weiß, baß Ihre vaterländische Gesinnung über alle Angr ffe und Verdächtigungen erhaben ist. D e Geschichte w rd erwecken, daß Sie zu denen g.baren, die in Stunden schwerster Gefahr unter Einsetzung Ihres LebenS und Ihres Ans.hens dem Daterlande d.e größten Dienste erwiesen haben." Stresemann über die Regierungsbildung. Hamburg, 27. Dez. (Sil.) Der Reichs- Minister des Aeußetm Dr. Stresemann stellt dem. „Hamburger Fremdenblatt" einen längeren Artikel zur Verfügung, dem wir folgendes entnehmen: Die Frage der deutschen Regierungskrise ist in den vergangenen Wochen meist unter dem Gesichtspunkt der Fraktions- Aritmethik behandelt worden. Wäre die Frage so einfach zu lösen nach dem System der Mehrheitsbildung, dann müßte die große Koalition, deren Kanzler ich war, vor der daß die deutschnattsnale Partei aus den verschiedensten Gruppen zusammengesetzt ist. In ihr sind doch führende Kopse, die stets politisch denken und die stets poetisch das Rotwendige erkennen. Was schließlich die Außenpv.itik anbclangt.^ so bat die deuifchnatio.iale Parte, den Satz geprägt: Die Dawes-Gefetze sind bindendes Recht. Tas neue Kab nett in Braunschweig. Braunschweig. 24. Dez. (SU.) Aachdem gestern das aus 3 Sozialdemokraten und 1 Demokraten bestehende Kabinett (Kleine Koalition) zurückgetreten ist, wurde heute vom Rechtsblock (Arbeitsgemeinschaft nationaler Parteien und Wirtschaftsgruppen) im Landtage das neue Fachmini st erium präsentiert D.e Wahl erfolgte mit allen rechtsbürgerlichen Stimmen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und der Demo k r at en. Gewählt wurde Oberregierungsrat Marquardt (Inneres und Präsidium), Re- wo italienisches Militär ausgestellt war, während Priester im Innern der Basl.ii.a Gottesdienste abhielten. Das Wetter ist prächtig. Hollands Vorteile vom Dawes-Plan. Aeuhork, 24. Dez. (WTB.) Funkspruch. Bei dem Essen der R.ederland schen Handelskammer führte der holländische Gesandte, Tobi n, aus, Holland habe mehr Vorteile vom Dawesplan, als irgendein anderes Land. Deutschland audgenommm. Ein großer Sell des wieder u.l.bmdcn Handels zwischen Deu schlcurd und den anderen Rationen würde über holländische Verkehrs st raßen gehen. Die Tschechei gegen das Deutschtum. Prag, 25. Dez. Das tschechoslowakische Innenministerium bearbellet zur Zeit den Entwurf einer Gau-Einteilung. Der ursprüngliche Plan, den Bedürfnissen der 31/2 Millionen Deutschen in der Tschechoslowakei auf dem Gebiet der Verwaltung durch Errichtung zweier deutscher Gaue gerecht zu werden, ist nunm hr vollständig fallen gelassen worden. Vielmehr sollen in Böhmen, Mähren und Schlesien acht Verwaltungsbezirke errichtet werden, deren Eitze sich in tschechischen Städten befinden, und die so eingerichtet werden sollen, daß mit den geschlossenen deutschsprachigen Gebieten tschechische Sprachgebiete zu gemeinsamen Gauen verbunden werden. Die tschechische Regierung beabsichtigt, wie die „Bohemia" mitteiü, weiter, die deutschen Technischen Hochschulen in Prag und Brünn zu ammenzulegen, und damit eine der beiden hervorragenden Pflegcstätten des deutschen technischen Wissens aufzuheben. Ferner soll die deutsche Landwirtschaftliche Akademie in T e t s ch e n - L i e b e n- Werda aufgelöst werden. Frankreich und Rußland. Paris, 24. Dez. (Wolff.) Ministerpräsident H er r io t hat gestern den neuernannten französischen Botschafter in Moskau, Jean Herbei te empfangen, der seinen Posten, wie nunmehr feststeht, in der ersten Hälfte des Januar antreten wird. Wie das „Petit Journal" meldet, hat der f o to 1 t r 11 H sche Botschafter Krassin die französische Regierung davon in Kenntnis gesetzt. daß am 26. Dezember eine russische Marine- kommi.sion in Diserta eintreffen wird, um die Auslieferung der Wrangelflotte entgegenzunehmen. gelangt am 31. Dezember und an den folgenden Tagen kostenlos zur Ausgabe. Auch alle neu hinzutretenden Bezieher haben Anspruch daraus; sie bestellen deshalb den Gießener Anzeiger für Januar 1925 zweck- mastig sofort bei der Geschäftsstelle, bei den Trägerinnen oder bei den örtlichen Zweigstellen. Der Gießener Anzeiger mit seinen ausgezeichneten, regelmäßigen Beilagen (Siebener FmniUenblüLter und Heimat im Bild ist die gröstte, am weitesten verbreitete und beliebteste Tageszeitung für Oberhessen und die benachbarten preustischen Gebietsteile. leichtesten Aufgabe gestanden haben, denn über eine größere Mehrheit hat noch kein Kabinett in Deutschland verfügt. Die seit dem Auseinandersallen des großen Kabinetts umstrittene Frage ist die Heranziehung der Deuttchnationalen zur verantwortlichen Mitarbeit im Reich. Weil ich diese verantwortliche Mitwirkung für notwendig erachte, bin ich den größten Angriffen ausgesetzt gewesen. Welche Grunde sprechen nun für diese von der Deutschen Dolkspartei programmatisch schon seit dem 12. Januar d. Is. vertretene Ansicht? Ist es die unaufhaltsame Rechtsentwicklung der Deutschen Vrlkspartei, die sich von ihren bisherigen Koalltionsgenossen abwenden wollte und in einer Kampffront „Rechts gegen Links" die Lösung der deutschen innerpolitischen Fragen erstrebte? Sicherlich nicht. Ich habe ohne Widerspruch auf der Dortmunder Tagung der Deutschen Dolkspartei feftstellen können, daß wir diese Scheidung in die zwei Deutschland nicht mstmachen wollen. Richts würde mehr die Bildung einer nationalen Einheitsfront zerstören, als wenn man den Schlachtruf „Rechts gegen Links" zur Parole Deutschlands machen wollte. So wenig wie die Deutsche Volkspartei prinzipiell die Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie ablehnt, mit der sie in Preußen und in Sachsen in einer Regierung ist, so wenig sollte man auch auf demokratischer Seite und auf der Linken fich in die Idee verrennen, daß eS prinzipiell unmögllch fein sollte, mit der deutschnationalen Partei zusammenzuarbeiten. WeShalb drängt sich gegenwärtig die Mitarbeit der Deutschnationalen auf? Einmal aus dem Grunde, weil sie die stärkste bürgerliche Partei sind und weil es töricht ist, an dieser Tatsache Vorbeigehen zu wollen. Die Deutschnationale Partei hat meine Pölitik meist bekämpft und doch ist sie die ihrige. Wir brauchen außen- und innenpolitisch die Erzi ehung des deutschen Volkes zur Erkenntnis unserer realen Lage. Ich sehe kein besseres Ziel dieser Erziehung, als wenn man loyal die Deutschnationalen einlädt, ihren Anteilan der Derantwortungzu übernehmen. Sie bergen unzweifelhaft auch Kräfte in sich, die für die Regierung des Staates eine Bereicherung sein würden. Kein Zweifel, daß auch sie den Weg gehen müssen, den alle Parteien gegangen sind, die an der Verantwortung tellnaymen. Der Deutsche denkt ja gar nicht außenpolitisch, ihm ist die Hauptsache die Innenpolitik. Da entsteht sofort die Frage: Wie kann man diese Leute in eine republikanische Regierung aufnehmen? Ist es nicht dasselbe, was man früher der Sozialdemokratie gegenüber auch gesagt hat? Man sagt, die Republik sei bedroht. Ich sehe gegenwärtig keine praltllche Bedrohung der Republik. Die großen Fragen wirtschaftlicher Statur, die letzt bei den internet onalen Handelsverträgen 3U lösen sind, und auch d:e Frage der Steuerreform. die eine Entlastung der Wirtschaft bringen muß. sind bei der dogmatischen Einstellung Wetter so stalisti'cher Äreife mit einer so i illstisch» bürgerlichen Koalition nicht zu lösen. Schließlich ^er die Frage. Sind diese Gefahren bei der beutschnatioilalen Partei auf andern Gebieten demselben Maße vorhanden? Ich bin der Meinung daß dne deutschnationale hl, ln. Regierung ist, ihre Schwierigkeiten mit hrem extremen <5 lug et haben wird. Aber man vergißt doch, gierungörat von Groone (Finanzen) und Re- gierungsrat Liess (Justiz und Polizei). OstpreubensZugQngzurWeichsel Berli n, 24. Bez. (Wolff.) Aus Grund deS Artikels 97 des Vertrages von Versailles hat die Dotschasterkonferenz in Paris an Stelle der vorläufigen Bestimmungen über den Zugang der Bevölkerung 'Ostpreußens zur Weichsel nunmehr endgültige Bestimmungen erlassen, die am 1. Februar 1925 in Kraft treten sollen. Die endgültige Regelung, die das Ergebnis langjähriger mühevoller Verhandlungen ist, weist in verschiedenen Punkten eine Verbesserung gegenüber der vorläufigen Regelung auf. läßt aber immerhin eine Reihe von deutschen Wünschen zur Sicherstellung des Rechtes der Bevölkerung auf den Zugang zur Weichsel, die von deutscher Seite nachdrücklichst geltend gemacht wurden, unberücksichtigt. Die deutsche Regierung hat in einer Rote an die Botschafterkonferenz auf die für Deutschland in wesentlichen Punkten unbefriedigende Regelung hingewiesen und hat sich für den Fall, daß durch die praktische Durchführung der neuen Bestimmungen die Rechte der Bevölkerung noch mehr verkümmert toerben sollten, Anträge auf Aenderung der neuen Regelung Vorbehalten. Die Dauer der Arbeitszeit. Berlin, 24. Dez. (Wolff.) 3m Mai 1924 hatte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund eine Erhebung über die tatsächliche Dauer der Arbeitszeit unternommen, die 46122 Betriebe mit 2 453 523 beschäftigten Personen er- faßte un& die ergab, daß für etwa zwei Drittel der Betriebe und fast die Hälfte der beschäftia- ten Personen der Achtstundentag bestand wahrend der Rest der Beschäftigten länger arbeitete. Diese Erhebung wurde Ende Rovember 1924 m einem der Erhebung vorn Mai im wesent- uHen entsprechenden Umfange wiederholt, wobei sich herausstellte, daß der Prozentsatz der länger als 48 Stunden wöchentlich arbeitenden Beschäftigten auf 45,3 °'o se'" n ke n ist. Das Bild wäre zweisellos für den Achtstundentag noch günstiger, wenn nicht alle ^Arbeitenden Betriebe bei der Zählung aus- geschieden worden wären. Weihnachtsklmnestie in Sachen. Dresden, 24. Dez. (SU.) Zum Weib- nadjtSfeft flnö im Geschäftsbere ch des sächsischen Justizministeriums 1 82 6 t raf g cf an- gene, darunter auch politische Gefangene, tn Freiheit gesetzt worden.' Das Heilige Jahr der Katholiken Rom, 24. Dez. (WTB.) In Gegenwart aller in Rom residierenden Kardinäle und einer ™terbCnttl? Anzahl von E zbischöfen. Bischöfen und Prälaten aus allen Teilen der Königin Olga von Gr.echenland, des Prinzen Christoph von Griechenland sowie der Prinzessinen Xce, Irene, Maiga -ethe und Theo- belgischen Prinzessinnen Josephine und sw?! h ’ f0*r Würdenträger des päpstlichen Zoses. der b^m „He.ligen Stuhl" beglaubigten diplomat schen Korps und einer Masse Pilger öffnete der Papst heute in feierlicher Weise k V o ® a n <1 a von ÖL Peter und gab damit das Zeichen des Beginns des heili- Glocken von St. Peter und und Kirche» Roms läuteten. Eine große Menge stand auf dem Platze von St. Peter, Die BaLkansrom gegen die Som je's. P ar i s, 24. Dez. (Wolfs.) Wie gemeldet wird, hat nach einer vom „Echo de Paris" wiedergegebenen Meldung aus Belgrad der Minister- r a t beschlossen, die Handelsbeziehungen zu Sowjetrußland abzubrechen. Einer Meldung der Agentur Orient Radio aus Bukarest zufolge verhaftete gestern nacht die Sicherheitspolizei in verschiedenen Städten etwa 4 0 0 Kommunisten, die zu einer mit den S o w j e t s in Verbindung stehenden t e r- rvriftischen Organisation gehören. Die Prager „Dohemia" erfährt, daß bei den gegenwärtig in Belgrad stattfindenden Verhandlungen zwischen Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien über eine gemeinsame antibolschewistische Front die Einbeziehung Bulgariens in den Interessenbereich der Kleinen Entente erwogen werde. Hierzu fei zu bemerken, daß die Staaten der Kleinen Entente betreffs des Verhältnisses zu Sowjet- rußland einander gegenseitige Handlungsfreiheit zugefichert haben, und daß in der letzten Zeit besonders der rumänisch? Außenminister auf die Unterschiede in der Auffassung des russichen Problems seitens der Mitglieder des Bündnisses sowie daraus hingewiesen hat, daß die Kleine Entente gegenwärtig in verengertem Rahmen existiert, d. h. vor allem der Aufrechterhaltung des Friedens von Trianon dient. — Wie die „Dohemia" weiter mitteilt, ist die Tschechoslowakei an den gegenwärtigen Belgrader Verhandlungen in keine Weise di rett intereffiert Der Aufstand in Albanien. Belgrad, 26. Dez. (WTB.) Meldung der Agentur Avala. Rach den letzten Rachrichten wird amtlich bestätigt, daß die Truppen Achmed Zogus Tirana nach erbittertem Widerstande der Anhänger Fan Rolis besetzt Habern Aus Prizren wird berichtet, daß die von Bayran Seur befehligten Regierungstruppen gestern im Rorden Fortschritte gemacht und die Linie Kukah-L umcuola-Bitsane wieder besetzt haben. Immerhin glaube man nicht, daß dieser Erfo'g den entscheidenden Sieg Achmed Zogus in Frage stellen könnte, desien Anhänger gegenwärtig ganz Mittel-Albanien besetzt hallen und die wichtigsten Verkehrswege beherrschen. Zogu sandte i.i a.ler Eile Verstärkungen, um die Lage im Rorden wieder- herzustellen. Die „Chicago Tribüne" meldet aus Du - razzo: Die Aufstand.schen in Aiöanien setzten nach der Einnahme von Tirana den zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilten Mörder eines Amerikaners in Freiheit. Der amerikanische Gesandte protestierte unverzüglich dagegen. Kairo unter dem englischen Druck Katro, 24. Dez. (WB.) Reuter. Der Premierminister erklärt in einem an den Kö- n i g gerichteten Schreiben, in dem er dem König den Rat e rteilt, das Parlament auf^n- lösen, das Parlament werde von der dem f r ü» h er en Kabinett nahestehenden Partei beherrscht. Die Auslosung sei deshalb notwendig. In dem Schreiben wird der Mehrheit des Parlaments der Vorwurf gemacht, daß seine Handlungsweise nicht versassungsmähig fei; es wird darin weiter erflärt, daß die nationalen Bestrebungen nicht das Monopol irgend einer Partei seien, und dasDolk ausgefordert, weise Männer zu wählen, in deren Hä iben das künftige Schicksal der Ration nicht gefährdet sei. teil umcre» yeuttgen Blattes gemaynr. 8. Januar läuft bie Frist ab. Näheres t * 'b ■ Vertreten durch: Optiker Magnus, Gießen, Marktplatz 19 I B -i 3odnr |6 tlanb. isterpräsident inten fran- Moskau, t:.ntn Pollen, t Hälfte bet [bet, bat der r firaffin Kenntnis gc- ische Aarine' loirö, um die flotte ent» It S. Meldet wird, tDiebergeflek» QEiniftet» liehungen !chen. )rient Radio eie gestern verschiedenen i, die zu einer tehenden ter- gehören. ifjrt, daß bei stallsindenden jofhtpien, iber eine ge- sche Front :n Intereslen- 1 werde. Hier- n der Kleinen z zu Sowjet» idlungsfreihci! r letzten M iniltcr aul btt nissichen Pro» SändnisfeS fotz die Kleine ttm Rahmen ^chterhaltung _ Die die e Tsch-^ en Delgrai« ejt interesM •• Die Weihnachtsfeiertage blieben un6 in diesem Jahre et wa s schuldig. was zu ihnen gehört wie der lichterglänzende Tannenbaum: den Schnee. Statt weihe waren uns graue Weihnachten bcschteden, aber immerhin zeigten sie doch nicht die Oede. die man sonst allgemein unter winterlichem ®rau versteht. Hell und freundlich schien vielmehr die Sonne, die Temperatur war angenehm und lockte viele auä der warmen Stube hinaus ins Freie zu einem genuhretchen Feiertagsspaziergang. An beiden Feiertagen waren auch die Gotteshäuser das Ziel sehr vieler Mitbürger, die die Kirchen in der gewohnten Welse dis zum letzten Platz füllten. Alles in allem kann man sagen: Wir sonnen mit- dem Verlaus des Festes Auftrieben sein, wenn wir auch auf das weihe ctfce Stickstoff macht eüdrrf g<»sch4düo-e Stickstoff erldWcrt lee tu4. Ele, £0, 6°m Lund. ubn h»l. Srhen. Bekanntmachung. SrMolZ'VelWgeMgeii. Aus den Waldungen der Stabt Gießen sollen versteigert werden: 1. Ulontaa, den 5. Januar 1925, normt tags 9' . Uhr beginnend, Bezirk des Försters Drück, Rödgen, Abt. 5a, 6b und 9a (Stolzenmorgen) 1 Am. Lschenrundschetter, 108,2 Nm. E.chen-, Kiefern-, Lärchen- und Fichtenknüppel, 3,3 Nm. F.chteistöcke, 2590 Wellen Lichen-, Kiefern- und Frchten- reisig, 308 i Fichten-Derbstangen 1. und 2. Kl. — 237 j 42,13 Fstm. Iusammenkunft: Kreisstrahe Dießen- Nödgen am Dahnwärterhaus. 2. Donnerstag, den 8. Januar 1925, vormittags 9 , Uhr beginnend, Bezirk des Försters Deisel, Gießen, Abt. 71, 72 und 74 4 Nm. Kiefern-, Fichten- und Dirken- scheiter, 153,4 Nm Lichen-, Kiefern- und Fichten- knüppel, 7,6 Nm. Fichtenstöcke, 3255 Wellen E.chen-, Kiefern- und Fichten- Stamm- und Ästreisig, 138 Eichen- und Fichtenderbstangen 1. und 2. Kl — 8,01 Fstm., 76 Fichten-Neis- und Bohnenstangen = 0,73 Fstm. Zusammenkunft: Licher Straße - 4. Schneise. 103776 Zahlungsbedingungen: Die Holzaeld. schuld wird (gegen Stellung sicherer Bürgschaft innerhalb 3 Wochen nach dem Der- stelcerungstag) auf die Dauer von 3 Monaten gestundet, und zwar für die ersten beiden Monate zinslos und für den letzten Monat gegen Berechnung von 12 •/. Jahreszinsen. (Dießen, den 24. Dezember 1924. Der Oberbürgermeister. I.D.: Dr. Rosenberg. NU bar chllg. Kohlen, Koks Briketts, Holz in besten Qualitäten H. Trechsler Steinstr. 73 92430 Tel. 1581 er iin* 1 r" t not- i ^Lrhett ,ie*^ ’1I#Ä Bekanntmachung. " Personalien. Ernannt würben vor Privatdozent Geh. Iustizrat Erich Aron .zu Darmstadt tum ordentlichen Honorarprrf ffor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt', der Studienrat an der Realschule und dem Pro- Realgymnasium zu La ubach Karl Kemmer xum Studienrat an dem L.hrersem.nar zu F - ed- berg ml Wirkung vom 5. Banuar 1925 ab Der» lichen wurde am 23. D zcmber 1924 dem B bl o- th kar an der Un.vers.tatSb bliothek Dr. Georg Koch zu Giehen die Amtsbezeichnung ,Pro- sessor". " Vom VersorgungSamt wird un- mstgeteilt: Die den srüh ren aktiven Ofst«',ieren. HeereSbeamtcn ulw. und deren Hinterbliebenen für den Monat 3artuar 1925 Anstehenden Ruhegehalts- usw. Bezüge werden am 30. Dezember, vorm. 10 biS 12 Uhr. am VersorgungSamt — Zimmer 44 — voll auSgezahlt. Schützt die Eisbahn. Das Poli- zeiamt teilt mit: Es wurde d e Wahrnehmung gemacht, dah in letzter Zeit von feiten der Schuljugend und halbwüchsiger Burschen Steine und sonstige Gegenstände auf die bereits zufrierende Eisbahn geworfen worden find. Llnglücksfälle der verschiedensten Art können die Folgen dieses sinnlosen, nicht genug zu rügenden Werfens von Gegenständen auf eine namentlich Im Entstehen befindliche Eisbahn bei ihrer späteren Benutzung werden. An Eltern und Erzieher wird die dringende Birte gerichtet, die Bugend von diesem Treiben abzuhalten. Die Bolizeibe- amten werden besonderes Augen ine k aus d.e- sen Unfug richten und unnachsichtlich dagegen, einschreiten. ” Zur Untervermietung von Geschäftsräumen. Heber einen Rrchtsentfcheid des Kammergerichts in Mietschutzsachen bcri±cet der Amtliche Preußische Pressedienst wie folgt: Bei Geschäftsräumen kann die Erlaubnis des Vermieters, den Gebrauch eines Raumes einem Dritten zu überlassen, insbesondere ihn unterzuvermieten, nicht nach dem § 29 des Mieter- schutzgeseyes durch daS Mieteinigungsamt erteht werden. Die Reisesparkarten der Reichsbahn vor dem Verfall. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Franksu t a. M. macht nochmals daraus ausmerks m daß die seinerzeit zur Erleichterung des Reiseverkehrs von der Eisenbahnoerwaltung cmgeführ- ten Reisesparkarten zu 1, 2 und 5 Mi. mit dem 31. Dezember 1924 ihre Gültigkeit verlieren. Nach diesem Zeitpunkte werden keine Sparkarten mehr von den Eisenbahnkassen in Zahlung genommen, ebenso wird al dann von der Eisenbahn für die nicht eingelösten Fein Ersatz mehr geleistet. •• D ie mitteleuroväilche Zeit im besetzten Gebiet. W.c wir von der Deutschen Reichsb^hngesellscha t hören, w rden die Bcsayungsn.ächte der G.nf.'ihrung d.r M. E. Z. im gesamten besetzten Geb.et keine Zchwierig- ke'cken mehr machm. GS kann damit gerechnet werden, daß am 1. F bruar 1925 im g.samien besetzten Gebiet die M. E. Z. w.eder zur Einführung kommt. LVA Beratungsstelle für Geschlechtskranke In Hessen. Die LandeS- versicherungsanstalt Hessen in Darmstadt sah sich tm Herbste vorigen Bahrcs infolge der durch die Geldentwertung bedingten Verhältnisse gezwungen. ihre Beratungsstellen für Gesch'echtskranke in Hellen zu schließen. Trotz ihrer immer noch gespannten Finanzlage hat die Landesversicherungsanstalt mit Hilfe anderer 6t llen, die an der 'Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten interessiert sind, alle Beratungsstellen im Laufe des Jahres 1924 wieder eröffnet, weil diese sich als eine überaus wertvolle Einrichtung zur Forderung der Volksgesundheit erwiesen hatten. Die Beratungsstellen stehen unter ärztlicher Leitung und erteilen streng vertraulich allen, die geschlechtskrank sind, oder es zu sein befürchten, kostenlos Rat und Auskunft. Sie stellen nicht nur fest, ob und welche Geschlechtskrankheit vorliegt. und ob ärztliche Behandlung notig ist, son- \ /r\rr+sc^e Handelsschule V L)^ l Gießen, Goethestr. 32 12.Jan.1925; Beginn neuer Kurse Prospekt u. Auskunft d. die Schulleitung Dr. Reukauf 9787a Diplotn-Kaufm., Diptom-Handelslehrer banien. «I JelWnS letzten . hie ZniPPt" esev' Jfi die t’jn g Achm-d t&S >rden lvi-der d .oonien t". JiL M Giehen, Klinikstrahe 40. ” Lichtbildzwang für Ausweise zurDenutznngder3ugenbherbergen. Eine Geschäfts'ührersitzung des Verbandes tür deutsche Jugendherbergen, die tiirzlid) in Frankfurt a. OE stattfand, be chloß. daß Mitgliedskarte und VleibcnausweiS für die He.bcr^sbenuhung künftig mit einem gestempelten Lichtbild zu versehen sind. Bnhabrr eines anderen abgcstcmpel- len Lichtbiidau>>weiscs. der in einwandfreier Weise die Perlon kftftellt. bedürfen keines weiteren Lichtbildes. Der Beschluß, der von grundlegender und einschneidender Bedeutung für das ganze Bugendwandern ist. kam gegen eine starke Minderheit, die sich dagegen wehrte, dem Jugend- wandern allzu enge Fesseln anzulegen, zustande Der Zwcigausschuß Brandenburg wird bei der areichsherbergstagung 1925 die Aushebung beantragen. RDD. AuStauscherbolungSbedÜrf- t i g e r K i n d e r. Belanntlich gewährt dieDeuifche Reichsbahn-Gesellschnst den nach dem Ausland cingclaöencn erholungsbedürftigen Kindern bet der Hin- und Rückreise freie Fahrt auf ihren Strecken. Seit einigen Wochen ist. wie die Reich-- zentrale für Deutsche Vertehrswerbung erfährt, diele Vergünstigung auch auf erholungsbedürftige Kinder aus dem Auslande, wenn sie aus Staaten kommen, die in größerem Umfange sich der deutschen Kinder angenommen haben, für die Reisen auf der Deutschen Reichsbahn ausgedehnt worden. "• Für 3tal ien f obrer und Rom- Pilger Allen Italieurei'enden vorn 20. Dezember ab bts Weihnachten nächsten 3ahreS ist dringend zu empfehlen, sich vor Beginn der Reise über die Unterkunsiöverhällnisse in Rom, die Fahr- kartenpreise usw. bei den in allen Ländern eingerichteten besonderen ober ständigen Reiseagenturen genaue Auskunft zu holen. Die italienischen Eisenbahnen gewähren während deS ganzen Jahres 30 bis 50 Prozent Ermäßigung, je nach der Zahl der Reisenden. Man muß besondere Fahr- karten lösen, die alS persönliche Dokumente gelten und für europäische und Mittelmeerländer 25 Lire, für alle ferneren 50 Lire kosten. Die Rückfahrkarten gelten 20 bis 45 Ta^e, können auch verlängert werden. Man kann die Fahrt häufig uo! rbredrn. aber darf ja nicht rerg.'ffcn, die Karte an der ersten italienischen Grenzstation ab- stempeln zu lassen lvidimazione). 3m Anno Santo gibt es zahlreiche Vergünstigungen aller Art lMufeen und drrgleichen), aber b c 3Uuf on. man könne in Rom dank der Valuta billig leben, sollte niemand mit in seinen Koffer packen. GS herrscht bereits jetzt große Teuerung. RDV. Mitnahme von Schnee» schuhen und Rodelschlitten in die Personenwagen. Für den beporstehenden Wiotersportverkeyr macht die Reichszentrale für Deutsche DerkehrSwerbung daraus aufmertfam, daß die Mitnahme von Schneeschuhen und Rodelschlitten in die Wintersportsonderzüge, die durchweg 3. Klasse führen, gestattet lft. Dagegen dürfen Schneeschuhe und Rodelschlitten in die Abteile der Schnellzüge, auch die der 3. Klasse, nicht mitgenommen werden. Die Sportgeräte müssen bei Benutzung von Schnellzügen oder bei Benutzung her 1. und 2. Wag entlasse der Sil- und Personenzüge alS Gepäck aufgegeben werden. 3n die 3. und 4. Klasse der Gil- und Pers onenzüge dürsen Schneeschuhe und Rodelschlitten nur dann mitgenommen werden, wenn eine Belästigung der Reisenden und eine Beschmutzung der Wagenfitze auSgeschlosseit ist: bei auf tret en ben Schwierigkeiten kann die Gisenbahnvertoaltung auch in der 3. Klasse einzelner Persowrn- und Eilzüg« die Mitnahme untersagen. Uns stabt und Land. Gießen, den 27. Dezember 1924. Was hat uns Wrihnachten gelehrt? Ein Rückblick. Das Fest ist vorüber. Wir find etngetreten in die Tage „zwischen den Bahren". DaS Hal etn wenig den Eharakter der Besinnung und Besinnlichkeit, und so mag sich denn manche Hausfrau, die mit aufmerksamen Blicken um sich steht, ein wenig Rechenschaft ablegen über die Eindrücke, die sich an diesem ersten „ftabllen“ Weihnachten boten. Dor allem hat sich ein MihverhaltniL zwischen Wollen und Können doch sehr auf- geörängt. Man wollte so gerne schenken. Freude bereiten, wohltun, und man konnte doch eigentlich nirge-nds so recht mit den Mitteln zureichen. Die feste Mark, so lieb sie uns ist und so wenig getabe die Frauen sie missen möchten — denn ein gut Teil deS BnflationS- wahnsinnS hat sich doch an ihren Nerven aus- getobt — ist etn guter Gradmesser unserer Finanzkraft geworden, und er zeigte uns sehr deutlich die Vetartnung der Gesamtheit, wie des Einzelnen. Es gab vielerorten etwas enttäuschte Gesichter: bei Geschäftsleuten, die über ein ungenügeitdeS BX'ihnachtsgeschäft klagten, wie bei den Käufern, die angesichts der Preise ihre Kauflust erheblich einschranken mußien. And doch, einen Gewinn hat uns diese Weihnacht gebracht: die Rückkehr zur Descheidenhett. Wo man früher glaubte, daß nur der materielle Wert eines Geschenkes ihm Berechtigung gäbe, ist es heute vielfach die kleine, aber liebevoll ausgedachte, unter Opfern an Zeit und Mühe selbst hergestellte Kleinigkeit, die sich ihren Play wieder erobert hat. Mit ihr bringen wir von Freund zu Freutrd weit mehr on seelischen Werten zum Ausdruck, als mit teueren Geschenken, die man eben rasch irgendwo kaufte und womöglich gar den Empfänger zu übertrumpfen suchte. Auch tm Bereich der Kinderwcll macht sich diese Rückkehr zur Einfachheit wieder bemerkbar und praktisch. Gaben für die Heranwachsende Aigent) begegnen 1 tagst nicht mehr der Ablehnung: ,Ach, das müßte ich ja sowieso haben!", wie noch zur Zeit deS Papiergeld- schwindels. als der junge Mann von siebzehn und die junge Dame von sechzehn sich als Millionäre fühlten und tüchtige Spekulanten tn Börsenpapieren warnt. Der Stoff zu einem duftigen Lanzkleid oder die bunte Herrenwollweste finden heute dankbare Empfänger. Bn der Spiclzenawelt für die Kleinen bewies auch die Industrie ihr Verständnis für die karge Zeit. Die Puppen — heute ein beliebtes und dankbares Betätigungsfeld für Kunstgewerbler — haben weit mehr „Charakter", d. h. sie sind kindlich, als dah sie durch einen blendenden .Trousseau" mit Seibenfiei- bem, Spitzenwäsche, Korsetts, Lorgnons und rtnem hall)en Dutzend Hüte bestechen. Und das Elternptar selbst? Auch eS ist zu bescheideneren Ansprüchen zurückgekehrt und praktische Dinge. Notwendigkeiten des Leberts sind es in erster Linie, mit denen man sich gegenseitig *im Fest beschenkte. Der SusuS beschränkte sich .wie gesagt, auf flehte selbstgefertigte Gaben, deren Wert materiell gering, deren innerer aber um so größer ist. Bn diesen Tagen „zwischen den Bahren" soll man Vergangenheit und Gegenwart überdenken. und aus den Erkenntnissen die Lehren für die Zukunft, das kommende neue Bahr gewinnen. Sie sind für die meisten von uns hart, aber, wie wir dieses harte Schicksal der Verarmung tragen und geistig-seelisch über» winden, das ist der Maßstab für unseren menschlichen Wert. DaS Fest der Liebe gibt uns in aller Not und aller Armut immer noch Gelegenheit, inneren Reichtum zu verschenken unter äußerer Begrenzung und Armut. •*" I Orm hereS in der Sind Sie schwerhörig? Dann plagen Sie sich nicht noch länger mit Ihrem Gehörleiden, sondern erproben Sie unseren seit Jahren von vielen Schwerhörigen hervorragend begutachteten elektr.schen Hörapparat „Phonophor“ der jetzt nach eingehenden Versuchen wesentlich verbessert worden Ist Jedem Schwerhörigen ist es möglich, an jeder Unterhaltung usw. tei'zunehmen mit dem neuen Hörapparat mit Ohrsprecher, der eine vorzügliche Lautwiedergabe aufweist Ausstellung und Vorführung bei unseren technischen Süros und Wiederverkäufern. Siemens L Halske A.-G. Techn. Büro Frankfurt a. M., Gutleutstraße 42-44 Altersvereinigung 1852 1902 025411 In tiefer Trauer: Aliendorf a.d. Lda., 24. Dezember 1924 Lollar, den 26. Dezember 1924. 10387 025402 dnberei Klee, Marktstrasse 2 10351DI MW W'W ter Willkür tet sind, all Kultur. De Wilhelmine Reuning geb. Lotz Karl Reuning. Lina Zimmermann Thea und Hedwig Zimmermann Heute morgen entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein treusorgender Vater Steinhäger Die Beerdigung findet Samstag, den 27. Dezember 1924, nachmittags 3Vi Uhr, statt. l chne Zustin , fort geht 2 s Europa ruti tet cherrschc Danksagung. Allen, die unserem lieben Entschlafenen so warme Teilnahme erwiesen haben, sowie für die zahlreichen Blumenspenden herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Marie Scheel und Kinder. Gießen , den 27. Dezember 1924. von 77» bis WUbr: MM Keine 3ran. Lchwank in 3 Aus», von AveryHovwood. Samstag, 3. Ian., von 3'/2-5'/2 Uhr: 5t6nß?,e[0«6öfiufel oder tonteser des £ßöji?onnes unoöes inistfenftfjnnoDecs A.'ärchen in 6 Bildern von Hermann Steingvetter. Tonntag. 4. 38. b. Edeivecht t £)., Pcht- Ichedkonio Hannover 7072. 10122D Vertreter: Ad. Müller Gießen Kreuzpiav 14 10I17ss Stadttheater Sonntag, 28.Dez., von 77» bis 98/« Uhr: meinB£K«6öucrö Schmnnk in 3 Akten von Jricdmann- Freberich u. Roberts Dicustag,30. Dez., II.SieiiMg-Av.-vrsl. o.77, b. nad) 9' r Uhri m »?rl?8enoe. Ein legenden fvtel fr* OBildern von Unger Mittwoch, 31. DeL, i2jniniuoüi-'Mö.-DrfL von 77..—97« Uhr: UlelnDeHerGöimrö Schwank in 3 Akten von »Xriedmann- I-rederichu.RobertS. Donnkrsikig. 1. 3an., OJlcuinbröianl von 37o bis 5*, Ubr: 5fflnü8eiüu6ö3iifel oder [10374c AlZknimer!>es £of Bannes unööes to6*ia[ippts. Märchen in 6 Bildern von Hermann Steingoener. Bon fis't bis 9', Uhr 12. Somenirag- Monnemenk-Vokfl. SetSlDeunettaton. Operette in 3 Akten von <3ob. Stranst. ^-rcitag, 2. Jan., Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, unvergeß- liehen Vater, Schwiegervater und Großvater Rektor Karl Jann plötzlich und unerwartet im Alter von 76 Jahren zu sich abzurufen, In tiefer Trauer: Dr. Karl Jann, Regierungsrat Hertha Poths geb. Jann Marie Jann geb. Rupp Adolf Poths und 3 Enkelkinder. Todes-Ans Igo. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter un I Großmutter Frau Eiisabette Hartmann Witwe Sandgasse 43 am 1.Weihnachtsfeiertag, nachmittags 67» Uhr, im fast vollendeten 80. Lebensjahre in dem Herrn sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Familie Johanne» ÜKOxfeid Familie lini-l Pit/. Familie F,mil Hartmann Familie Adolf Pitz nebst allen Angehörigen. Gießen, den 27. Dezember 1924. Die Beerdigung findet Montag, den 29. Dezember, nachmittags 2*'2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt n l W W ■ - O M M '■f'1 - M. . :r. f. • ■ w. -yA w M. M pH M- M KH-WMZMJW? mh^ef Wanderung durch die Well nicht Der rrt In Oesterreich werden sogar in der heiligen Nacht die Türen tocil geöffnet, damit das ÄinMdn auf seiner Reise überall einen Zugang fände und sich ausruhen könne, wenn es ermüdet sei. Auch die Tiere bringen an diesem 215 ?nb dem Erlösen tf>re Verehrung dar, wie es Ochs und Eselein in der Stunde der Geburt taten. Daher wird erzählt. daß man am W vchnachtsabend, wenn man in einen Ochsenßall sieht, man dort beobachten kann, daß die Ochsen niederknien, wie sie es im Ctali zu D.thlehem g tan. 3a. das D eh toll sogar m dieser 2lacht die Gabe des Sprechen« erhalten, während andcrorts die Sage g'h', daß in dieser heiligen segensreichen Stunde sich das Wasser der Brunnen und Quellen in Wein verwandelt. Die Veröffentlichung von Dostojewskis Heber den Nachlaß Dostojewskis war bisher nur unsichere Kunde ;u uns gedrungen und bei den wirren Verhältnissen in Rußland erschien eS schwierig, diesen umfangreichen Schatz, der bei der überragenden Bedeutung dieses Dichters für die moderne Literatur von höchstem Werte ist, zu heben. Nunmehr ist es der Tatkraft eines deutschen Verlages gelungen, sich das allernige Ve r- laasrecht an dem gesamten Doswiewski- Nachlaß für alle Sprachen zu sichln. Es ist das der bekannte Münchner Verlag R. Piper & C o., der seine große 2lusgab-e der Teerte beö Russen durch die Veröffentlichung der a^sam^n literarischen HinterlasseMchast vervollständigen wird. Die deutsche Ausgabe erscheint zuerst und umfaßt ettoa 16 ^^^e. Die ersten beiden Bände erscheinen m diesen Ost-Reich, d. i. Oesterreich, haben selbst unsäglich viel zu tun, um sich wider die Vertragsbrüchige Vergewaltigung des Feindes zu wehren und sie haben zum mindesten, nach alter übler deutscher Art ebensoviel zu tun, um sich parteilich im Innern auSeinanderzuseyen, daß nur eine Minderzahl auf den Schrei der um Leben und Gut ringenden Volksgenossen außerhalb des engeren Vaterlandes hört. Spürt das deutsche Volk noch immer nicht, daß der Krieg, die Fortsetzung des Krieges nach Clernenceau, um seine völlige Ausplünderung, um Verdrängung aus unserem deutschen Land, und um feine Entdeutschung geht? Daß die Unterjochung und Entrechtung uni) Beraubung der deutschen Minderheiten nur die Flankenangriffe darstellen, die den Durchbruch ins Zentrum, den Stoß in das Herz des Deutschtums vorbereiten und unterstützen sollen? Mancher Deutsche beruhigt sich über das Schicksal des Deutschen im Auslande: „Mir geht S schlecht, ihm geht s materiell vielleicht sogar besser oder auch schlecht — wie kann ich ihm helfen?" Du kannst, d u mußt ihm sogar helfen — wenn du dir selbst helfen willst. „2Id>, was kann ich tun? ES ist ja viel zu gering I“ Aus dem Geringen wird allemal das Große; wenn viele auch nur ihr Geringstes tun, so wird daraus schon, ohne lleberanftrengung für den einzelnen — ein Großes. Die Vorgänge der Welt — wirtschaftlich, politisch, religiös — vollziehen sich tote eine Integrierung. „3a, aber waS soll ich denn tun?" Nicht bloß deinen Pfennig bergeben und dich damit deiner Pflicht für ledig halten. Sondern dein Herz den Volksgenossen im Ausland geben. Deine Vaterlandsliebe zu einer glühenden Sehnsucht nach der deutschen Nation emporbrennen lassen. Mnb toenn dein Herz still und stumm geworden ist unter den Sorgen der Verarmung, unter den Schlägen täglich neuer Demütigungen — so vergiß nicht: Du rettest dich selbst, wenn du den bedrängten Volksgenossen in der Fremde die Hand reichst und von deinem Herzen gibst; du hast dein eigenes Korn, wenn du sein Korn kaufst; du stützest deinen eigenen Kredit, wenn du ihm leihst, was du entbehren kannst. Sein Recht ist das Recht auf Deutschsein. Wohlan, das ist ja auch der Ruf der Deutschen innerhalb des Deutschen Reiches: keine Frohnde, keine Bevormundung keine Entmannung, sondern Deutsch sein und bleiben. Ausländsdeutsche und Btnnendeutsche — — sie kämpfen und ringen um ihr Deutschtum, ilnfere Waffen? Der Degen Friedrich des Großen ist zerbrochen — aber der Frtdericia- nische Geist, der Geist schärfster Skepsis und höchster Aktivität — der lebt. Gr rät uns, in dieser neuen Aera der Völkerbeglückung auch das spärliche „Glück" zu beanspruchen, das uns sogar die Diktate von Versailles und St. Germain en Laye und die Minderheitsverträge gelassen haben — das bißchen Recht, das sie uns zubilligen. Die deutschen Minderheiten ftubteren mit Eifer die Minderheitsverträge, jeder Deutsche sollte die Verträge von Versailles und St. Germain studieren, damit wir uns über unsere Rechte klar werden und uns entschlossen mit allen Mitteln der Rechtsuchenden in Gefahr, auf den Boden unserer Rechte stellen. Lassen wir das Zagen und Zaudern untereinander. Ein verarmtes, ein hungerndes Volk, ein enttechtetes. von feinem Land verjagtes Volk, ein täglich neu gedemütigteS Voll — dabei ein Volk von 100 Millionen — die 100 Millionen sollten sich unter solchen Hammerschlägen nicht zu. sammenschweihen? Wenn solch ein Voll nach einer 1000jährigen heroischen Geschich'e. nach den Taten seiner Toten und unter den Leiden der Lebenden, nach seinem Recht schreit und darum ringt — wer wird eS roaaen. eS ihm auf die Dauer vorzuenthalten? König oder Diktator? Don unserem römischen ll-Korrespondenten. R 0 m, 20. Dez. DaS Ereignis: Mussolini unterstellt sich dem König. Der Diktator anerkennt eine Autorität über sichl Die Alleinherrschaft des Faszismus ist gebrochen. Ein Bruch also in der saszistischen Lebenslinie. ein völliger, die theoretischen wie die tatsächlichen Säulen der Bewegung umftürzender Hrnschwung. Hm zu begreifen, wie es dazu kommen konnte, muß man sich die dritte Niederlage des Faszismus. die dritte im Tkrlauf eines halben IahreS, in ihren ganzen zerrüttenden Auswirkungen vor Augen halten. Die erste, durch die Ermordung Matle 0 ttis gekennzeichnete. hatte das Ausscheiden der vereinigten Oppos.tion aus dem Parlament zur F Igc. Die zwe.te, am 4. November, brachte als F' ge der saszistischen Angriffe auf die Frontkämpfer die Entfremdung zw sch n beiden nationalen Lagern und ließ eine Oppos tion sogar innerhalb des Rump Parlaments entstehen. D c dritte entstand aus den Enthüllungen im Prozeß Dalbo und riß einen groß n Teil des Senats aut die Linke. Denn drS war kein Prozeß mehr im alltäglichen C nne. das war nur das Präludium zu dem großen Prozeß gegen das Regime, den die Oppos tion mit allen Mitteln bctreBl. Und wiederum, w.e nun schon der Duce vom Pech verfolgt wird, war es einer seiner besten Freunde und Mitarbeiter der ersten Stunde, der ihm die böse Suppe einbrockte. „General" Dalbo, ja, Generalissimus der saszistischen Armee, wenn auch in der regulär n nur 5 s zum Leutnant vorgerückt, w lche fprungh ,ste Earric re seinen Gegnern zum ersten Sprungbrett wurde, beging die HnvorsichtigleU, ein antifasztsttsches Dlatt. die „Boce repuol.cana". w gen Bele di- gung und Verleumdung — es ftanb Ite sich wi der einmal um eine pollttsche Dluttat — ein-uklag n. Aber das Dlatt trat nicht nur mit Erfolg den Wahrheitsbeweis an und mußte infolgedessen freigefprochen werden, es kamen bei dieser Gelegenheit auch Dinge an den Tag. b.e Mussolini veranlaßten, die Demission Dalbos sofort anzunchmen. Es ergab sich nämlich folgendes. 3n einem Lande, das Anspruch daraus erh bt. mit an der Spitze der Zivilisation zu marschieren und sich ener pur tauschen, euer reinigenden 2legicrung rühmte, konnte es geschehen, daß seitens höchster Stellen bürget wegen ihres politischen Glaubens verfolgt, in die Acht getan und bis aufs Dlut gepein gl wurden. General.ssimus Dalbo, bamaÖ noch einer der Männer des Quadrumv rats, das den M irsch aus Rom leitete, schrieb m t eigener Hand den Befehl aus, wobei er ausdrücklich aus die Regierung Bezug nahm und mit dem geflügelt gewordenen Worte schloß: „Wer von Rom aus schreibt, weiß, was er sagt." Der Befehl — wie man sagt, nur einer von den vielen solcher Art — wurde von eigen- ausgesandten Elementen schärfster Evuleur nur zu gut ausgeführt. Bald daraus ver- öffenUlchte der frühere Bürgermeister von Alessandria ähnliche Prügelordcrs des D zepräii- denten der Kammer, G i u n t a, der nun auch sein Amt niebergclegt hat. Ebenso wurde der frühere Generalchef der Polder, De Bono, durch offene Anklage vor dem Senat der Del- Hilfe oder F uchth lfe bei einem Morde bezichtigt. Kurz, die Schatten Matteotlis und deS erschlagenen Priesters Don Mmzon, schweben über den Häuptern des F sz.smus und unter feinen Füßen wankt der Boden. Aus dem Quadrumoiiat war nicht lange nach dem Siege der schwarz n Revo» lut on der erste Quader herausgefallen, der Generalsekretär B i n n ch i. Dann muhte der e ne der drei Generäle, De D e c ch i, in die Wüste geschickt werden, buchstäblich, dmn man schif te ihn nach Afrika ein. Darauf sollte der zw.i:e. De Bono, sein Rachso ger dort werden, schlieft! ch siel auch Dalbo, der dritte — und der Ruhm des D.ermännertums war dahin und die Witzblätter stellt.n die neu:n drei MuStetiere vor. Ietzt wußte man. wer in W rkl chkeit Italien regierte: das Ralionaldirektorium. Run. das klingt nicht mehr als resolut onär. so etwas wie eine Revolution hatte eS doch auch gegeben und schließt ch kamen unter der russischen Um« Wälzung noch ungleich mehr Morde vor. Ganz recht, nur — wie vereinbarte sich das alles mit der von Mussolini immer gepred.gten „Normalisierung" ? Gewiß, jedermann wußte, daß es in der Provinz nicht ganz sauber war. aber bisher hatte 2tom für die Willkürherrschaft der Satrapen immer ins F ld geführt, Mussolini Tagen.' Der Einleitungsband enthält die Lebenserinnerungen der Gattin Dostojewskis, in benen das an dramatischen Ereignissen überreiche Zusammenleben der beiden Gatten vom Augenblick der ersten Bekanntschaft bis zum Tode des Dichters an uns vvrüberzieht. Der ztoette Band „Dostojewski am Roulette" zeigt den Spieler. Der Dichter war bekanntlich dem Glücksspiel leidenschaftlich ergeben. Nach dem frühen Tode seines Bruders Michail hatte er aus freien Stücken dessen Schuldenlast übernommen und hoffte immer, diese Verpflichtung durch einen großen Spielgewinn auf einmal ablösen zu können. Auch konnte er gewisse Erregungszustände. die in seiner epilepttschen Veranlagung begründet waren, am besten durch die Erschütterungen des Glücksspiels überwinden. In Briefen an die Gattin, den Bruder und an Freunde verfolgen wir hier das atemberaubende Auf und Ab in den Spielfälen von Baden ° Baden, Homburg, Wiesbaden und Saxon-leS-BainS, erleben in den Tagebuchblättern der Gattin ihre Verzweiflung mit, da sie bei den Spielverlusten das Leyte opfern muhte, um dem Dichter die Rückreise zu er- möglichen. Auf das Eindringlichste werden hier die Aufregungen unb Qualen vorgeführt, die der Spieler Dostojewski selbst empfunden und in den Helden seiner Romane „Der Spieler" und „Der Iüngling" gestaltet hat. Das stenographische „Tagebuch der Gattin", das sie in den ersten Monaten chrer Ehe führte, behandelt hauptsächlich den Aufenthalt in Deutschland. Weitere drei Bände enthalten Entwürfe, Pläneundunveröffen t- liche Kapitel der großen Romane; erst forme nicht überall Zugleich fcht Jetzt zeigte sich plötzlich daß bk Gewalttaten von Rom aus biftieri wurden D^ft be Präfekten und Staatsanwälte We.sun ; erbt hen. ja nicht dag gen einzufchreiten und die Helden Zkt Straf xpe, i tonen gefälligst uigelchoren zu lallen. Das war bas Reue. DaS M.ßg schick Dstbas zv- ftbrtc bro schöne Illusion von der gefeymäß gen und normal fierenden rvm fdj.-n Zenkralg w llt. Daher b.« Empörung im Lande b b r be; Skandal. Hinc illae irac! Die Em'chuldigu ig jene Gewattbef ble lägen schon e n halbes oder e n ganzes Iahr zurück, schlug feal denn, um so schlimmer, warum Hai sich bann Mus olini nicht schon früher von solchen Männern und Dingen zurückgezogen? Das ist es gerade, was Mussolini unmittelbar selber belastet. e)as v rw adelte den Senat zum Tribunal. Der starte M nn munic zum erstenmal eine Derleid gungjrcöe vor e n m Auditorium halten, dem er s laer von d r ersten Stunde an im Gegensatz zum A. g wrdnetenhau« die höchste Ehre gezollt belle llnb h 1 muß rundweg anerkannt werd m. wie d m überhaupt bei der fr t schen Lage in Italien nur voll'om- menc Objektivität in der Betrachtung am Platze ist. daß der Duce glänzend in Farm mar und f Ine Gegner haufenweise mit einer g.w len Sportlichkeit erledigte. Er gr ff den öri-r be. den Hörnern an, sprach in seiner zw.ngend log schen Weile von der verhaßten Mlz d r bebiob’.cn Freiheit, der Rachsolg rschast. Gesetzt d n Fall, der F sz SmuS bräche zufamm n w r w >rbe sein Erbe antreten? Richt die Liberalen, nicht die Pvpulari, nicht die Sozialisten. Sondern die Kommunisten. Aber mit dem Fai zismus scherzt man nicht! Em neuer wurde auf lammen. Lauter De fall. Hab wenn nicht Ko nmun S- mus, so eine militärische Diktatur, sagt man jetzt. Aber eine Diktatur kann n emalS d m Dolk den 5. eben bringm. nach sechs Manater. wären wir soweit wie vorhcr. Staate .reich? Nun, dann würden, wie jetzt die Oppos tion. dic Fiszisten auf den Aventm g che» und d.eser faszistische Aventin möchte euch noch o el mehr in Verlegenheit bringen wie uns der jetzige! Dann aber lenkt der kluge Tatt ker e n. ..Man hat gesagt (um die Wahrheit zu tagen, dieser „man" war Mussolini selber!), ich wolle und werde auf jeden Frll (auch wenn dis Land sich gegen ihn ausspräche), meine Macht auf echterhalten, nötigenfalls mit Gewalt. D iS stimmt nicht. Ich anerkenne die unveriähr- baren Rechte seiner Majestät deo Königs. W nn am Schluß d es'r Sitzung d r König mich aufforbern wurde, zu g hm, f' to irbe ich strammstehen, salutieren und geh n Dies, wenn es sich um D.ktor Emanuel binbji, to nn c sich aber um Seine Majestät den „(Sortiere delle Sera" handelt, bann allerb ngs nein!“ Senator Albertini vom Corriere belle Sera ist mit Giolitti F ihrer ber Opposition im Senat. SS stimmten denn auch nicht weniger alS 54 Senatoren gegen Mussolmi, 35 enthielten sich der Stimme. Daneben sprachen ihm aber 206 die Treue au«! Gr hatte w.eder einmal einen persönlichen Erfolg, während der F ilzismus stündlich an Boden oerLert D -S zeigt (ich leid.r auch in dem allmählich wieder einsetz-. :iden Schien- brian. wie er vor fernem Aufschwung in allen Zweigen de« öffentlichen LebeaS nistete. Der Fahrplan wirb nicht mehr so pünktlich thv gehalten, die Straßenbahn in Rom w ro zum DerkehrShinbemiS. wer ein Telephon Im H use haben toll, tut besser, eS gleich für seine Erben zu bestellen. Da helfen keine Vorzugs! i"ei und keine m.ntsteri durch Wesen und Werden als Kultur- )ünger der Menschheit gedacht!" Ich habe hn damals auf die Gefahr für die national gesinnten Völler aufmerksam gemacht, wenn 100 Millionen Deutscher sich als Kulturdünger unter ihnen zerstreuen würden. Denn wir sind ein Voll von 100 Millionen, davon leben 30 Millionen außerhalb der heutigen Grenzen des Deutschen Reiches, die überwiegende Mehrzahl an seinen Grenzen. Auf je 3 Deutsche kommt ein Auslandsdrutscher. Zweidritkel der Auslanddeutschen stehen unter der Knute der Entdeutschung. Schon dieses Verhältnis sollte die Dinnendeutschen aufhorchen lassen. Aber die Deutschen im Reich und die Deutschen im Das Weihnachtsfest ist von zahllosen Legenden umsponnen, unter denen die Geschichte vorn Mann im Mond eine der rnerkwürd gsten ist. *-te to rb in den versch ebenen Teilen Deutschlands verschieben erzählt. Immer ab?r handelt es sch um einen Mann, der am Hnligen Ab.nd gegen das Gebot des Heilandes verstieß. In der einen Fassung wollte en Mann zum Heil gm Abenb gerne Gemüse essen, und ba er in feinem e genen Garten keines hatte, so beschloß er. etwas von dem Kohl aus dem Garten d s Nachbars sich anzueignen. Er hatte grrabe die Tat ausgesüh t, als plötzlich bas Christk.nb vor ihm stanb, thn mit großen traurigen Augen ansah unb ihn fragte, warum er in bicL't heiligen Stunbe zum Diebe detrorben sei. Drschärnt unb wütenb zugleich schrie der Mann: „Ich habe n.cht gestohlen: der Nachbar hat mir erlaubt, sie zu nehmen." Damit wollte er Weggehen, aber das Christkind vertrat ihm den Weg und sah den Schuld gen nur mit den tränenerfüllten Augen vorwurfsvoll an. Da rief er noch einmal: „Wenn ich gestohlen habe, mag man mich in den Mond setzen." Hab kaum hatte er die Worte d Friede auf (Erben alle»., > die da guten Willens sind! M Don Staatssekretär a. D. Admiral v. Hintze. Die Weihnachtsbotschaft ist nun seit 2000 II Iahreu verkündet worden, immer wieder von W neuem; ja! sogar Minister, bis zu Lloyd ^George und Wirth, haben sie sich zu ■ [ eigen gemacht. Immer wieder wird sie hin- ausgerufen, gehört, geglaubt. So stark ist der Kii Glaube daran, daß wir füglich hoffen dürfen: I einmal wird da Friede auf Erden sein! einmal i -- doch heute können wir auf dieses Einmal nur helfen hinzuarbeiten. Denn die sogenann- jM ten Frieden von Versailles und St. Germain en Laye sind die Fortsetzung des Weltkrieges, j]' einer der „Drei Starken", Clemenceau, |M hat den Mut — nein, den Hebermut! — ge- » habt, das brutal mit lauter Stimme zu erklären. || Das Ziel der Fortsetzung des Krieges ist das» L selbe, das der Botschafter Palsologue zu U Anfang des Krieges im Iahre 1914 als Frankreichs KriegSziel proklamiert hat: Ccraser l'Allemagne. Dies Ziel zu erreichen, hat m Frankreich den Vertrag von Versailles mehr- fach gebrochen, am schreiendsten durch den Ruhreinbruch am 11. Ianuar 1923 und ff durch die mit Hilfe des Völkerbundes er» ■ ' atoungene LoSreihung Ost-Oberschle- || siens — beides bis heute ungesühnt. Frankreichs Dafallenstaaten sind dem Bei- |l spiele ihres Herrn und Meisters gefolgt. Deut- ij sches Land haben sie an sich gerissen — obwohl M nicht erobert. Nun sind sie seit 1918 dabei, die Fj Deutschen aus diesem deutschen Land zu der- [Ij treiben, zu enteignen, zu enttechten, ihrer L Sprache, Kirche und Schule zu berauben — |] damit brechen sie die Derttäge zum Schutz der ’ Minderheiten. Deren Hüter, der Völlerbund I — der sich Ligne des Nations nennt und sich I richttg Ligne des NattonS vicwrieuseS pour le matnden de la proie nennen würde — ist un- tärig, schweigt sogar: er braucht ja auch erst bann sich mit den Klagen der Minderheiten \ iyu befassen, wenn ein Mitglied des Völler- oundsr a t e S solche aufnimmt! Ein klägliches Schauspiel, eine klassische Dlluftration zu Wilsons Botschaft: „Hinfort soll es keine Regierung eines Volles geben ohne Zustimmung der Regierten" — und „hinfort geht Recht vor Gewalt", wo im neuen Europa rund 30 Millionen Europäer unter der Herrschaft von Fremdvöllern zu leben gezwungen sind, wo in Europa rund 20 Millionen Deutsche mit Leib und Leben, Hab und Gut der Willkür von „Herrenvölkern" überantwortet sind, alle von niederer oder wesensfremder Kultur. Denn täuschen wir uns darüber nicht: Die Besetzung deS RhcinlandeS ist eine Fremdherrschaft, der ungestrafte und ungerichtete Bruch des Vertrags von Der« lailles kann sie verewigen, die Gewohn- ' Helt Hilst dabei und dazu und die Erschlaffung - Die da fragt: „Ob wir eS denn verhindern gesprochen, ba war er auch schon nach dem Bollmond, auf den er gezeigt hatte, versetzt, mit dem Dünbel Gemüse auf dem Rücken, unb da ist >r noch jetzt beim Bollmonb zu fthen. Nach e ner anderen Fassung der Legende war der Mann am Heiligabend, wo weder Mensch noch Tier arbeiten sollen, in den Wald gegangen, um Holz zu fällen, unb steht nun mit feinem Holzbündel < auf dem Rücken im Mond. Daß bas Christkind am Weihnachtsabend auf Erden wand It. ist e n vielerorts verbreiteter Glaube. In Irland stellt man in der Weihnacht brennende Kerzen in b.e ßtr, um dem Christkind den Weg zu weisen, eS sich in der dunsten Nacht auf seiner rtrfter: Müller leßen ttheater fln,28.Tci., bl« Uhr- eltecßönotö ar,cdi!innn- jchu-Noberlö nndi Ü »Uhr: It®* Snüoniy oib.zi.Dez- (üoAS i/.-yli llhr. ieiterßöyoro „k IN 3 Akten ßtiebn'a"«* & SS Ml jffBllllöö ygfä in verrann nf.oetter- .M »'M nnnßtfitOÖ' aifflS L'A sKs -te AB K i?n i)0" Z cr- eins". Jan-, ms/, t/, Uhr ÄS Nr. 304 öwettes Blatt Lietzener Anzeiger iseneral-Anzeiger für Vderhesseti) Samstag, 27. vezemder {92f Das Jahr 1924 in seiner Bedeutung für Deutschlands Flugwesen. Don Hauptmann a, D. Schreiber. Die deutsche Flugzeugindustrie und ihre schneidigen Flugzeugführer haben in den lehren Monaten viel von sich reden gemacht. Berlin und gar manche Provinzstadt (im Oktober endlich auch Gießen. D. "Red.) hatten ihren Flugtag, ihr Flugturnier. 3et$t. wo es Winter geworden ist. sind die Werbeveranstaltungen auf den Flugplätzen vorüber, und die Arbeit unserer Kon- struLteure und Flugzeugführer wird sich nunmehr aus Grund der gewonnenen Erfahrungen größtenteils unbemerkt in den Werkstätten und Werften abspiclen. 3n treten Wochen, da auch der Ozeanflug u-seres stolzen L. Z. 126 von neuem in stärkstem Maße die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Luftfahrt lenkte und die treffliche Besatzung in fremden Landen eindrucksvolles Zeugnis von deutschem Wagemut und deutscher Leistungsfähigke t ablegte, erscheint es geboten, einmal zurückzublicken und die Entwicklung unseres Flugwesens im jetzt abgelaufenen 3ahre zu betrachten. Lkm Deutschlands Leistungen auf diesem,Gebiete voll und ganz würdigen zu können, müssen zunächst zwei dem Eingeweihten bekannte Tatsachen erneut hervvrgeyoben werden: trotz der uns ausgezwungenen Knebelungen und gewaltigen Einschränkungen durch das bis zum Mai 1922 in Kraft gewesene „Dauverbor" und der seitdem geltenden harten „Begriffsbestimmungen' des londoner Llltimatums und trotz unserer allgemeinen wirtschaftlichen Verarmung konnten wir mit dem ausländ schen Flugzeugbau, was erstklassige Aussührung anlangt, nicht nur Schritt falten, sondern haben ihm sogar hier und da wichtige Aeuerungen i orge zc ichn t. Do - bildliche reindeutsche Merkmale sind Berwenvung bidpioll erter. vei-span ungslvser und irci.ragender Füget, Aeuzüchtung des Eindeckerthps für Derkehrsslugzeuge. sowie Fort ch ute im Ganzmetallbau. Die Prinzipien der neuesten aerodynamischen Forschungen wurden überdies bei der Fortbildung unserer Flugzeuge in weitestgehendem Maße berücksichtigt. Zum anderen müht sich das Ausland bei gewissen Erzeugnissen heute noch immer vergebens ab. unserer musterglücigen Arbeit Ebenbürtiges an die Seite zu setzen. Es hat beispielsweise unseren Starr- luftschiftbau trotz vieler, mit den ausgiebigsten Mitteln und Kniffen unternommener, nun schon über ein Jahrzehnt dauernder Versuche nicht nachzuahmen vermocht. So drüdend und hemmend das „Bauverbot" für unsere schwer ringende Luftfahrt-Industrie auch war, so lähmend die lediglich aus Haß und Angst geborenen „Begriffsbestimmungen" bleiben, cm Gutes haben sie mitsamt der einst an unserem Volke begangenen Schmach, das ganze wertvolle Gerat unserer Herresfliegerei restlos in Trümmer zu schlagen, doch gehabt: unsere bewährte Industrie wurde gezwungen, wieder von vorn anzufangen und aufzubauen, während das Ausland, vornehmlich aber unsere ehemaligen Gegner, fein Kriegsmaterial erst aufbrauchen mußte. Durch den Versuch mehr oder minder starker und gelungener Umbauten, die vo.Hande- nen Flugzeuge den eig ntlichen Friedenszwede.'r anzupalsen, sand es lange Jahre hindurch nicht den richtigen, geraden Weg zum Verkehrs-Flugzeugbau und kam so ins Hintertreffen. Deutschland hingegen erbrachte durch seine Erzeugnisse einwandfrei den Beweis, daß dir beabsichtigten Dernichtungsbestrebungen genau das Gegenteil von dem bewirkt haben, was f e bezwecken sollten Es gelang uns, mit geringen Mitteln und schwachen Kräften durch denkbar angestrengteste Arbeit in engem Zusammengehen von Wissenschaft und Praxis anerkannte Meisterleistungen auch bei ausiä d schen W.ttbcwerben zu erreichen, so daß wir gegenwärtig und ooraussichttich auch für die Zukunft, so seltsam es klingen mag, der Lehrmeister der ganzen Weit in der Lustjahrzeugtechnik sind. Lassen wir nun einmal die namhaftesten und bekanntesten Firmen unserer Flugzeugindustrie Revue passieren! Während eine Reihe der einst so stattlichen Zahl infolge der durch das Gebot von Versailles auferlegten Fesseln ihre Betriebe ganz ein stellen muhe, oder sich auf andere Erzeugnisse umstellte, konnte sich ein Stamm alter Werften weiter erhalten und durch Reuschöpfungen von Sport-, Reise- und Derlehrsmafchi -,ea ihren ausge eich eien Ruf sichern. D esen Unternehmungen haben sich einige neugegründete Gesellschaften zugesellt, die unter Leitung und Mitarbeit zielbewuh.er Fachleute nicht minder gute Konstruktionen schufen. So hat die bewährte Albatros-Werke A.-G.. Berlin-Johannisthal, die saft zwei Jahre still lag, zweisitzige Klein- und Sportflug-euge herauckgebracht und an dem Dau aussichtsreicher Schulmaschinen emsig weitergearbeitet. Auch wurden ihre Verkehrsflugzeuge mit 200 bis 300 P S. starkem Motor, die Platz für acht Personen bieten, verbessert. Die Caspar-Werke. Travemünde, stellen ein zwe s.tziges Leichtflugzeug Typ E. 17 her. 3n diesen verspannungslofen T efb.der ist ein 20 bis 30 P.S. starker englischer Motor eingebaut Bei der Daimler-Motoren- Gesellschaft. Wert' Sindelfingen, wurde 1919 das Leichtslugre-g L. 15 durch Regierungsbarmeister Klemm nach Gesichtspunkten, d e sich jetzt durch unsere Segelsl.g,orschungen als durchaus richtig erwiesen haben, entworfen und gebaut 3m 3ahre 1923 bereits und besonders Anfang 1924 führte Dip om-Ingenieur Schrenk nach Einbau eines schwachpscrd.gen Fahrvadmowrs mehrere wohlgelungene F.üge aus, darunter am 15. März 1924 den ersten Zweisiher-^leberlandflug der Welt auf einem Leichtflugzeug von S, Mf ngen bei Stuttgart nach Deitsheirn an der Bergstraße. Die Entfernung, die 120 Kilometer beträgt, wurde in lJ/2 Stunden bewältigt und dabei eine Höhe von 1100 Meter erreicht. Die erst vor wenigen Jahren gegründete Dietrich Gobiet-Flugzeugwerke A. G, Kassel (deren Flugzeugtyv bJm Fiugiag in Gießen geflogen wurde. D. Red.f. hat neben der Durch.onstruttion neuer Schulmaschmen an der weiteren Vervollkommnung Ore- •?? ? deckers D. P. Ha gearbeitet. D ese*> >n und Äeisezwede gedachte Flugzeug bef < seinem 7ö-PL-.-2"Ätzl", Ruhrort 09. Borussia^Silesia «Breslau) Poseidon Gelsenkirchen), Union . u . hielt, von der Gemeinde in Empfang genommen, im Festzuge unter Dorantr.ft mehrerer Sp hen- reiter in feierlichem F stzug in die Kirche gebracht und vor dem 2Ltar aufgeftcllt. Hier h cü Pfarrer Werner eine Ansprache und wechtc die Glocken feierlichst ein. Nach deren Anbringung im Turm sollen sie am 1. Feiertag nachmittag durch einen entsprechenden Gottesd cnst in Gebrauch genommen werden. $>ie Glocken wiegen ungefähr 14 Zentner, zwei derselben stiftete die Zivilgemeinde, für die dritte brachten die ©emembeglLöer durch eine freiwillige Sammlung 500 Mk. auf. Auch die Gemeinde Gelnhaar beabsichtigt, wie wir hören, durch dieses Be.spiel angeregt, d.e Anschaffung neuer Glocken, so daß dann fast alle Gemeinden in unserer Gegend wieder ihr volles Geläut h^ben. △ Wippenbach, 22. Dez. Die hiesige S chu 1 st e 11 e besteht nun über 200 Jahre Vor der Errichtung derselben muhten die schulpflichtigen Kinder diejenige in dem benachbarten Selters besuchen. Das Konsistorium zu Hanau gab der Gemeinde die Erlaubnis, eine eigene Schule al gründen und einen Lehrer anzustellen. Der erst« Lehrer, ein lediger Mann, Schneider seines Berufes, hieß Johannes Demges und stammte aus Frischbom bei Lauterbach. Die Schule wurde am 9. Januar 1721 im Hause des Waigand Veller mit 13 Kindern eröffnet. Der Schullohn betrag von jedem Kinde: 1 Achtel Korn, 15 Albus in Geld und 3 Gulden Zuschuß aus der Gemeindr- kasse. Jeder der 8 Nachbarn hatte einen Laib Brot zu liefern. Kreis Wetzlar. 4 Hohensolms, 24. Dez. 3m hiesiger Schlosse, in dem Se. Durchlaucht der Fürst vvi Solms-Hohensolms-Lich der ch r i st d e u t s ch en 3 u g e n b eine Anzahl Räume als Bundesheim zur Verfügung gestellt hat. werden in diesem Winter Volkshochschullehrgängc für junge Leute vom Lande abgehaltev Der erste Lehrgang für junge Mädchen fand vow 16. November bis 17. Dezember statt. Es nahmev 26 Mädel aus dem Solmser- und Hinterland daran teU, die im Schlosse wohnten und so in Hau-« arbeit und Geistesarbeit, in Ernst und Freude den ständigen Bewohnern des Heimes lebten. Dir Leitung der Schule liegt in den Händen des Pfav rers Petr i°HohenfolmS. der zusammen mit Lehrern und Pfarrern von Hohensolms und ihn- gegenb und mit dem Burgwart der christdeutschen Jugend die Unterrichtsstunden erteilt Da6 Ziel der Schule ist, junge Menschen vom Can* in baS Verständnis der Gegenwart einzu'ühre» Durch die Lehrgänge sollen sie gerüstet werden fir die Mitarbeit an den Aufgaben in Volk und Staat, Kirche und Gemeinde, und besonders auf de» Wege Aur Charakterbildung und Vertiefung btf christlichen Glaubenslebens fördern. Anfang Jiv nuar beginnt ein zweiter Lehrgang für Bursch« LL M-t 5#' Die Fiti Wch 0 Die toir tBefonetpimsJ übet 3terung öes 2 Vertretern ter be bessischen Städte in ftadl statt. 3um gleichm iQDt, Vertreter d ■Saunftote, Domi- Wm, Dingen und tourten eine 2 ^Prochrn und m( ^2«rWag. dci vvitdrrsteuer i A ^ilanzimmg b; Aksl für ten D Staat« dTiebetimictc, 10 Proz. I »nutt 1925 a -fauantcil >u , w erhöhen. Beite SN. solle, te * ß=ge ft r ^vnl Z5 - Of/oter aJgJj rl°n^ tu* £„n»at|tn' tu* id-° SS Duchsührung ust lehre- NeM Stelle SorHt“"1' ® Hau n ®armV erneut v-r ^r5’e form Ligen § e v 6teuer®trt'u DclriebSkapltolieir Hie 5infD schastssteuer [ungen auf Mele in geeigneter W- 9er eignen Unt ?er bisherige Zirmen. Die nach Vorauszahlungen gerechten Steuer ' Die Umsatz zu emähigen. 3' dieser bezüglich Mabe zu begunfti in Wirklichkeit ei tätsware, ist zu I Für die De eine Aeuveranla der letzten Derc heilen beseitigt, Verluste berücksich für die Umlegun stellt. Mt Rucksich und der GemeiNl steuern ist der Deich Staaten ur endgültig festzuls lind wieder als D läge zu stellen: Veranlagung für 1 Deseitigu steuern für einz (teuer, Tetränkeste langt AuZ » ■ '•^ter 3«. 61 ( >6en « De !?reannbeÄ^- Sb r Mi?» üvatt (?0 Ai ^>res lenden L'N Mr ternr • Ooivv iu geben. W-i gelernten Lebens gebrauche. 1372/73 der Heute keine Börse. Zeitangabe. TO-exssßi Paris, 24. Dez. (Wolff.) Havas meldet aus Buenos Aires: Der lettische Flieger Ball ob. der mit seinem motorlosen Flugzeug einen Probeflug unternahm, ist tödlich abgestürzt. Die Börse ♦ Berliner Wertpapierbörse. Dom Sanuat 1925 ab finden bis auf weiteres auch an Samstagen Versammlungen der Berliner Wertpaplerdörse in der Zeil oon 11 bis 12*/r älhr statt. Die Börsenräum? werden an diesen Sagen um IOV2 Ufjr geöffnet Die geftfteJung der ejtcn Kurse für die zur fortlaufenden Votierung der Rundfunl-Programm des frankfurter Senders. Sonntag, den 28. Dezember: (Aus der ,Radio-2mschau".) Vorfolk, 24. Dez. (Wolff. Funkspruch.) Als ein Marineflugzeug, das einen Kranken transportierte und von der Küste Vordkarolinas zurücklehrte, in der Vähe des Flughafens landen wollte, versank es in den Fluten, wobei drei Insassen. darunter der Kranke, ertranken. Brand bei einer Weihnachtsfeier. — 36 Tote. Hobart (Oklahoma), 25. Dez. (Durch Funkspruch.) Bei einer Weihnachtsfeier brach in einem Schulgebäude ein Brand aus. der dadurch entstand, daß der Weihnachtsbaum Feuer fing. Das Gebäude brannte nieder. Bisher sind 3 6 Tote festgestellt worden. sch a f t s st e u e r ist unbedingt nach Ablaus des Jahres 1924 richtig zu veranlagen. Doraus-ah- lungen auf diese Steuern müifen im Jahre 1925 in geeigneter Weise ebenfalls auf die Erträge Der einzelnen Unternehmungen Rücksicht nehmen. Der bisherige Mißstand, bah selbst Diejenigen Firmen, die nachweisbar mit Verlust arbeiten. Vorauszahlungen zu leisten haben, ist mit einer gerechten Steuer unvereinbar. Die Umsatzsteuer ist auf ein Mindestmaß zu ermäßigen. Zur Steigerung des Exportes ist dieser bezüglich der Ilmsatzsteuer in höherem Maße zu begünstigen. Die sogenannte Luxussteuer, in Wirklichkeit eine Sondersteuer von der Qualitätsware. ist zu beseitigen. Für die Vermögenssteuer ist baldigst eine Veuveranlagung vorzunehmen, die die in der letzten Veranlagung enthaltenen Ungleichheiten beseitigt, die ein getretenen Vermögens- Verluste berücksichtigt und eine gerechte Grundlage für die Umlegung der Obligatio nabclaftung darstellt. Mit Rücksicht auf die seitens der Länder und der Gemeinden überf bann ton Gewerbesteuern ist der Finanzausgleich zwischen Reich. Staaten und Gemeinden nachzuprüfen und •mbgültig feflzulogen. Die Gewerbesteuern selbst stnd wieder als Realsteuem auf eine feste Grundlage zu stellen: eine endgültige Gewerbesteuer- Veranlagung für 1924 ist durchzuführen. Beseitigung aller kleinen Sonderst eu e r n für einzelne Gewerbe (DeherbergungS- Vicuer, Getränkesteuer usw.) wird ebenfalls verlangt. Reform der jetzigen Steuerwirtschaft. Forderungen der Darmstädter Handelskammer. 0 Darmstadt. 24. Dez. Die vor wenigen Tagen stattgehabte Vollversammlung der Handelskammer in Darmstadt hat sich, wie wir hören, erneut mit der so dringend notwendigen Reform der gegenwärtigen Steuerwirtschaft befaßt und u. a. folgende Forderungen ausgestellt: Die Steuerwirtschaft vorn R?ich, Ländern unb Gemeinden srnd auf die tatsächlichen Erträgnisse der Volkswirtschaft abzustellen. Der seitherige radikale Aderlaß am Vermögen, b sonders an den Betriebskapitalien, dars nicht fortgesetzt werden. Die Einkommen- und Körper- Franksurter und die Derltner sind heute Samstag, 27. Dezember, für jeden Börsenverkehr geschlossen. An der Spitze s?e ■ Katen Aus aller Welt. Deue deutsche Fvrtschr-tte im Funkwesen. Berlin, 24. Dez. (WTD.) Die Tele- Lnken -Gesellschaft beschäftigte sich in eiter Zeit mit Versuchen, Neuerscheinungen zu ergründen, die bei Fern- und Trans- Dyanübermittlung drahtloser Vach richten mittels km7zer Welle aufgetreten sind. 3m 3uli und August war es gelungen, mit einer kurzen Delle (70 Meter) und mit nur 2 K i l o- b 111 ausgestrahlter Leistung zur Nachtzeit Telegramme nach Buenos Aires unmittelbar von Rauen a u s )ii senden. Obwohl die Witterungsverbältnisse fi- derartige Versuche im Augenblick sehr gün» sind, da z. Z. in Buenos Aires Hoch.om- ner herrscht, ist es jetzt gelungen, mit einer Delle von nur 3 0 Meter bei ebenfalls zwei Kilowatt Strahlungsleistung während etwa 10 Stunden V achrichten nach Buenos Aires zu geben. Schweres Unglück beim Antennenbau. Königswuiterhausen 24. Dcz . WTD.) lbei de.11 Sau des M.tt.lmastes jüc b.e neue Antennenanlage bei der Hauptfunkfltotr 18 Jahren). Darin werden folgende Stoffe jur Behandlung kommen: Deutsche Erzählungen, Gedichte, ein Schauspiel, Geschichte des deutschen Dauerntums, Deutsche Geschichte seit 1870, Heimatkunst. Sitten und Gebräuche unserer Heimat, Hessisch- Mundarten, Wirtschaftslunde von Deutich- land, Staatsbürgerkunde, Lebenskunde: Lebensfragen und ihre Beantwortung aus Grund des Deuen Testaments. B.'rusSkundliches Rechnen, Duchsührung uff. Musik, Lumen, Gesundheitslehre. Word hn Personenzng? Köln, 24. Dez. (W. D.) 3n einem Personenzug von Krefeld wurde die Leiche eineS früheren Majors gefunden. Dec Schädel war vollkommen zertrümmert. Der Verdacht eines Verbrechens erscheint begründet. Ein Haarmann In Schlesien. Dreslau, 24 Dez. (Wolf,.) Wie die Breslauer ..Vcuesten Vachrichten" melden, wurde in Münsterberg em Handwerksbursche, der bei dem unverheirateten Stellenbesitzer Karl Denke um eine Gabe gebeten hatte, von Denke ersucht, in sein HauS zu kommen und ihm einen Brief zu schreiben. Als der Handwertsbursche sich ahnungslos an den Tisch setzte, schlug Denke mit einer Spitzhacke auf in ein und verletzte i h n schwer am Kops. Vach hes- tiger Gegenwehr gelang es dem Handwerks- buridjen, zu entfliehen. Er meldete den Vorfall der Polizei, die Denke in Schutzhaft nahm und ihn in das Untersuchungsgefängnis ein lieferte, wo er sich kurz darauf mit einem Taschentuch erhängte. Bei der polizeilichen Haussuchung wurden in der Denkeschen Scheune mehrere Töpfe mit gepökeltem Fleisch gefunden, das von medizinischer Seite als Mensch e n f l e i s ch sestgestellt wurde. Auch sand die Polizei zahlreiche Papiere von Handwerksburschen. Gs wird angenommen, daß Denke schon früher in zahlreichen Fällen Hand- Werksburschen in fein Haus gelockt und bann ermordet hat. Wertlose Schecks für den Berliner Lanapark. Berlin, 27. Dez. (Priv.-Tel.) Der Danziger Danlier und monten.gr n sche Konsul Steg- fried Wreschicski, d.r seit 3uli d. 3. steckbrieflich verfolgt w rd, wurde am 1. Feiertag in seiner Derl ner Wohnung verhaftet. Der Verhaftete, der fast allem g.r Besitzer der Alt en des Berliner Lunaparkes ist, halte di.se Alt en mit Schecks bez^h.t, die sich spater als wertlos herauSstellten, da für sie keine Deckung vorhanden war. ES besteh: der Verdacht, daß sich Wr schinski auch bei Aktienkäufen von anderen Gesellschaften des Betrug-s schuldig gemacht hat. ZepPelin-DerkehrSlinie Spanien—Südamerika. Washington, 24. Dez. (WTB.) Der span.sche Botschafter de R>ano fünb gte an, die spanische Regierung plane die Einrichtung eines Luftverkehrs zw schen Sevilla unb Buenos-Aires mit Luftschiffen, die von der Good Bear Zeppelin Eornpanie in Akrvn (Ohio) gebaut werden sollen. FliegerMtürze. London, 24. Dez. (WTB.) Der L u f t * expreß London — PariSist heult kurz nach seinem Aufstieg in Croydon abge stürzt und verbrannt. Der Flugzeugführer und acht Passagiere fanden den Tod. Der abge- stürzte Apparat gehört dem Typ DH 34 an, der leit zwei Jahren regelmäßig bei den Flügen über den Kanal in Verwendung ist. Der Flugzeugführer war ein Mann von außerordentlich großer Erfahrung. Unter den Opfern befindet sich nur eine Person, die einen ausländischen Vamen hat. Das Alnglüd ist das schwerste in der Geschichte des organisierten zivilen Flugverkehrs. Die Finanzierung des Wohnungsbaues. Q Wie wir erfahren, findet demnächst eine Besprechung über die Frage der Finanzierung des Wohnungsbaues zwischen Vertretern der beteiligten Ministerien und der hessischen Städte im ArbeitSministerimn in Darmstadt statt. Zum gleichen Zwecke waren jüngst in Darmstadt, Vertreter der Städte Mainz, Offenbach, Darmstadt, Worms. Bensheim. Alzey, Dad-Vau- heim, Dingen und Friedbeog zusammengelommen. ES wurden eine Reihe von Vorschlägen durchgesprochen und man einigte sich schließlich auf den Vorschlag, dem Staat und den Gemeinden die Sondersteuer in der notwendigen Höhe für die Bilanzierung des Etats zu belassen, aber den Anteil für den Wohnungsbau zu erhöhen. Der Anteil des Staates beträgt jetzt etwa 10 Proz. der Friedenömiete. der Anteil der Gemeinden ebenfalls 10 Proz. Cs wurde vorgeschlagen, vom 1. Februar 1925 ab 5 Proz. der Friedensmiete att Dauanteil zu erheben und diesen Biuanleil int 1. April 1925 auf 10 Pro;, der Friedensmiete Mi erhöhen. Weitere Erhöhungen auf 15 bzw. 2) Proz. sollen der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage überlassen bleiben. Das auf kommende Baugeld soll dann so verwendet werden, dah es zu billigem Zinsfüße verliehen wird, ^.-besondere an solche Baulustige, die auch über tigencS Kapital verfügen. Die eingehenden Zin- '"cn Lunten dann ebenfalls wieder verwendet werben. Die Miete einschl. der Sondersteuer .Dirbc damit am 1. Februar 70 Prvz., am 1. April 75 Proz., am 1. Juli 80 Proz. und am 1. Oktober 85 Proz. betragen. Mit dem Auskommen für Bauzwecke könnte dann ein Daupro- jeamm ausgeführt werden, das die Wohnungsnot, wenn auch nicht nach 5 3a hren, aber doch nach einer längeren Frist beseitigt. tiulUWSi ßanöc abgehal» !.O« % Äe erteiU Sy 5$, öri«rl hrgang^----- taNacyltchen UmRue zugeumeven 'iDertpapie» beginnt am Samstag um 11 iHxr, bk Feststellung der Einhe.tskurse um 11 llbr, die Feststellung der Devisen- und Votenkurse um 11V1 tkhr. Bis aus weiteres finden Sitzungen der Dreimännerkomm.ss ®n an Sa ms lagen nicht statt. ' Die DroßhandelLinveffzisfer. Die auf den Stichtag vorn 23. Dezember berechnete GroßhandelSinderz s>er des Statistischen Reichsamts ist gegenüb r dem Stande vom K. Dezember (132,9; mit 132,6 nahezu unverändert. Gesunken Lnb vor allem die Prelle für Roggen, Hafer, Fette, Heringe, Rndll.isch ferner Flachs und Zink, höher lagen die Preise für Gerste, Schweinefleisch. M ich, ferner für Häute, Leder, Baumwolle, Hanf. Blei, Studier, Zinn und Benzin. Don den Hauptgruppen sanken Lebensmittel von 129,7 auf 129,0 ober um 0,5 Prozent, während die Industriestofse von 139,0 auf 1393 oder um 0,2 Prozent anzogen. * Motorensabril Darmstadt A-G. Darmstadt. Die Generalversammlung genehmigte die Goldbilanz und die Umstellung Dor 3.8 Millionen Mark aus 532 003 Rm. (30:7 für die Stammaktien) und auf 8030 Rm. Vorzugsaktien. Die Beschäftigung sei gut 8.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von U.Methodisten-Gemcinde 5ranffurt 1. Gemischter Chor: Wir bringen dir zum Opfer dar von L. v. Beethoven: 2. Streichquartett: Cargo von 3. Haydn: 3. Mannerchor: Wie wohl ist mir (Dollsweise), Predigt: Gottes größte Gabe (Prediger Kunde): 4. Gemischter ®t>or: 3n Glück unb Leid (Dollsweise nach Brahms). 4—5 älhr: Kin- berftunbe; 5—6 ilfjr: Sonntagnachmittags-Kon- zerr: 6—7 älhr: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes für Volksbildung: Don Seele unb Gott (Dorlesung aus der deutschen Mystik, ber Theologia (Deutsch), Jacob Böhme. Aagelus Silesius): 7,30 älhr: Dortrag von Polizeiober- leutnant a. D. Stephan: .Körperkullur unb Selbstverteidigung": 8,30 älhr: Kammermusik- abeni) der Bläser des Frank-urter Opernhauses: 1 Rondino für 2 Hörner, 2 Oboen, 2 Klarinetten unb 2 Fagotte in lls-Dur von Beethoven: 2. Serenade für 2 Hörner, 2 Oboen, 2 Klarinetten un d2 Fagotte in Es-Sur von Mozart: 3 Trio für Klarinette, Fagott unb Klavier von Glinka. Anschließend Vachrichten, Wetterdienst, Büchertisch. — In der bekannten Sammlung KrönerS Taschenausgaben Phil s phischer Schriften erschien ViehscheS fletne Schrift „Schopenhauer als Erzieher", in ber er leidenschaftlich dafür eintritt, daß Sch. ein echter Erzieher dazu ist. die Erzeugung des Philosophen. Künstlers und Heiligen in unS und außer unS zu fördern und dadurch an der Vollendung der Vatur zu arbeiten. Sin weiterer Band enthält ViehscheS .Dom Äutzen und Öl ach teil ber Historie f r baS Lebe n", in bem ber Philosoph forbert, baß ber Mensch vor allem zu leben lerne unb die Geschichte im Dienste beS mitten jedes Äiah Duftigen Micha Sin schönes ige evang. i 310 d e n. $i.|t aham ein, tnurb.a m Töagcn. bit M iren, am 2Rontj| nseres tw tngsansprach.- hi^ tng genom-nen, ii mehrerer Cp he» in dir Kirche y fge'tdlt hier hä prache und vech» ich deren Lidri? 1. Feiertag nagenden Gouesdas rden. D>e ®lodm zwei derleiden D- > drille brachten dr freitoiHly C-irs Gemeinde Sein- löten, durch dieis jaffung nut: alle Gemeinden« olles Seiaul hibc Sej. Die hiesii her 2dl) Jahn 1 muhten die M a dem benachbarte orium zu Hanau zl »ine eigene bchukj ijufteto ichneidec semes ö -z uni) stammle a: ie Schule wurde- .z QßdiganÖ M ,r Echuiloh" beltz Äorn 15*: aus der Semems n hatte einen 9d Kirche unb Schule. • Kirchliche Dien st nachrichten. 2ürt 22. Dezember würbe bem Psarrer Friedrich An - b r e S zu Deckenbach bic evangelische Pfarrstelle zu Allenborf a. b. Lba. übertragen. stelle KönigSwusterhausen ist heute mittag um 12'/, älhr ein bei ber Montage benutztes sogenanntes Fahrgestell, aus ber sich zehn Pers.nen befanden, aus noch unaufgertärtet Ursache aus 20 Meter herabgestürzt. Don den zehn Arbeitern sind fünf schwer verletzt. Einer starb kurz daraus infolge einer Lungenzerre-yung: die anberm, vier Schwervell t,i.n crl.tivn Arm- und Be nbrüche, doch besteht keine Lebensgefahr. Die übr gen fünf kamen mit leichteren Verletzungen davon. Wirtschaft, gahlungsbilanz, Währungs- unö Zollpolitik. Dekanntlich stehen Zahlungsbilanz unb Wäh- rung eineS LanbeS zueinander im DerhältniS tote Ursache unb W.r'ung. Anders au^gebrüdt: Dur bei einer auf bie Dauer günstigen, b. h. aktiven Zahlungsbilanz w rb ein Land imstande fein, seine Wahrung auf bie Dauer stabil zu halten, llmgclebrt muß bie Währung des betreffenden Landes früher oder später unfehlbar in die Brüche gehen, wenn feine Zahlungsbllanz anhaltend passiv ist. Lieber dieses ursächliche DerhältniS von Zahlungsbilanz und Währung muß man sich tm Klaren sein, wenn man die deutsche Währung vor dem Schicksal einer neuen llnftabilitäl bewahren teilt Welches sind nun aber die Mittel, die s.ch uns bieten unb die wir anwenden müllen, um bicseS von jedem mit Recht gc ücchlete Schicksal abzuwenden? Da ein deutscher Ztnsbezug für ausländische Schuldtitel heule nicht mehr in Betracht kommen kann, ba außerdem den deutschen Handels-, Industrie- und Schisscrhrtsver- diensten im Auslände viel größere Derpslich- tungen Deutschlands für gleiche Leistungen des Auslandes gegenübcrstehen, so bleibt uns nur ein Weg: Wir müssen unsere Handelsbilanz so aktiv wie nur irgend möglich zu gestalten luchen, indem wir einerseits die Ausfuhr von eigenen Waren bis zum äußersten fte gern unb anbererfeitS die Einfuhr von fremden Waren auf bas unbedingt nvlwend gc 2ürß beschränken. Wir werben der Beschreitung gerade des letzterwähnten Weges um so weniger entraten können, alS von der Steigerung der Ausfuhr allein eine Akttvgestallung unserer Handelsbilanz in absehbarer Ze:t bestimmt nicht zu erwarten ist. Sowohl bie durch den Krieg unb bk Äricgifoigcn g schwächte 2lu|na.5mJä.;igtcit des Weitmar.les. wie auch bie vielfachen E schwerun- gen (hv.,e i Sch^h^öl e Reraration.a gaaen usw.). denen unsere Warenausfuhr übeiall im AuS- lande begegnet, lassen eine solche Erwartung leider als vollkommen aussichtslos erscheinen. Wir werden alb. wenn wir das Ziel der Altio- geftaltung unserer Warenbilanz erreichen woilen, die Einfuhr von fremden Waren weitgehend zu besch'-änken suchen müssen. Aatürlich werben wir alle Grunbstosfe, wie Eisenerz«. Wolle, Baumwolle, 3ute, Kupfer. Zink, Kaulschak usw., die unsere 3nbuftdc zum Arbeiten benötigt, ungehindert hereinlassen müllen. Aber schon bei Halbfabrikaten. die wir bisher in großem Umlange auS dem Auslande einsührten, werden wir, soweit es sich um Artikel handelt, die wir im eigenen Lande sehr wohl selbst erzeugen können, gewissermaßen bie Bedürsnist rage stellen müss-en. Mit anderen Worten: Wir werden unsere zvll- polittschen Maß nahmen sür b.e Zukunft dahin treffen müssen, daß wir nicht mehr Mehl, sondern Getreide, nicht mehr Woll». Baumwoll-, 3ute- Garn. sondern Rohwolle, Rohbaumwolle- und Rvhjute einführen usw. Gerade das Beispiel der außerordentlich starken Mehleinsuhr im letzten Jahre zeigt, wie überaus schwer bic Gesamt» Wirtschaft dadurch geschädigt worden ist. daß wir nicht mehr den Rohstoss, sondern das Halb» fabrifat ein führen. Denn nicht nur die Mühlenrnbustri«, Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, sind die Geschad.gten, sondern auch bie deutschen Viehzüchter unb Biehmäster, da mit der Einfuhr von Mehl auch die bei der Vermahlung des Brotgetreides abfaücnbcn Rückstände, also besonders die Kleie, nicht mehr in demselben Maße wie früher zur Deriügung stehen, vielmehr besonders, und zwar zu hohen Preisen, aus dem Auslände eingelührt werden müssen. Sehr mit Recht ist denn auch in einer Entschließung des AeichswirtschaftSrateS zum Ausdruck gebracht worden, daß die deutsche Gesamtwirtschaft ein lebhaftes 3nteuffe daran hat, daß die deutsche weiterverarbeitende 3nbu- ftrie ihren Bedarf an Rohstoffen und Halbfabrikaten in möglichst weitgehendem Umfange aus der Heimat deckt. 3n der Tat sehen wir keine andere Möglichkeit, um dahin zu gelangen, wohin wir schon mit Rücksicht auf die Erhaltung der Stabilität unserer Währung unbedingt kommen müfien: Heber eine aktive Handelsbilanz z u einer ebenfalls aktiven Zahlungsbilanz. Mochten wir uns auch vor dem Kriege den Lurus einer gerade infv ge der um angreich n Einfuhr von Halbjabrilalen stark pafiioen Han- delsbilairz leisten können, heute können wir dies nicht mehr, beim heute fehlen uns die bereits erwähnten Möglichtciren zur Bezahlung des Einfuhrüberschusses an bas Aus.and, nämlich der ZinSbezug für auSlänb fche Wertpapiere unb andere Schuldtitel unb bie erheblichen Verdienste aus deutschen Handels-, 3ndustrie- und Schiss- sahrts-Llnternehmungen im Auslaabe. Heute sind wir tm Gegenteil in ungleich höherem Grabe Schuldner des Ausland.^ geworden, als wir früher Gläubiger des AuslcurdeS waren. Dazu ..erfreuen' wir uns heute einer Volkswirtschaft, bie durch Krieg, Revolution und 3nflation ungeheuere Substanzverluste erlitten Hal unb die durch den Verlust ran wicht gen landwirtschaftlichen und industriellen Probultionsgebieten infolge des Versailler Vertrages fast bis zur Leoeirsu itähigkeit oer'tümmell too:b?n ist. Wenn die deutsche Wirtschaft nicht alles, was Menschen unb Maschinen leisten können, im eigenen Lande herstellt, so lebt sie genau so über ihre Verhältnisse. w e eine Hausfrau, deren Einnahmen bie Ausgaben nicht decken, und die dennoch außerhalb des Ha ses waschen, bügeln und andere Arbeiten vornehmen läßt, bie bei Ausnutzung aller Kräfte im eigenen Hause erlebigt werden könnten. 0 r 0 e*®* o1™* ?en Wu )iuN|» ii, m. ,®n«i bunbto Kitz: ^eüoUe Splck durch 9 der tommmbe Xlfr "lns .Froh! örgrlovv' .7 Mld). u® ^geistlich«, «v nach btt ' unf Sur anban ’ öulommr, ngaB m der Kirche & der ftltin, c eine Freude, di, eu zu beobachte^ zu lauschen, die In ^ante Smma auf» drei Zwerge la» Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Anuei übernimmt die Redaktion dem Publikum ••egenüber keinerlei Verantwortung) Jur Frone der Beleuchtung der LtockwerkStreppen. Vor einiger Zeit erschien im ,.Gießener Anzeiger" ein Eingesandt von dem Vorsitzenden des Gießmer HausbcsitzerveveinS. in welchem behauptet wird, es sei hier ortsüblich gewesen, baß ber Mieter zur Beleuchtung ber Stockwerkstreppen verpflichtet fei. Demgegenüber sei hier aus folgen bei hingewiefen. 3n einem Amtsblatt auS bem Jahre 1913 lesen wir nachsolgende Bekanntmachung des Gießener Polizeiamts, worin auf bie Entscheidung des Reichsgerichts in dieser Angelegenheit Bezug genommen wird. (Gemeint ist u. a. eint Entscheidung des Reichsgericht vom 10. Oktobe, 1913.) Die Bekanntmachung hat folgenden Wortlaut: Wiederholt hat daS Reichsgericht die Verpflichtung ber Eigentümer von Grundstücken festgestellt, die Toreinfahrten, Höfe, Hausfluren, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, während der Dunkelheit so ausreichend zu beleuchten, daß die daselbst verkehrenden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ausgesetzt stnd. Die gleiche Verpslichtung liegt auch den Inhabern von Fabriken, gewerblichen QlnHalten und Arbeitsstätten. — von Vergnügung--. Dersammlungs- und Schanlstätlen (bei letzteren insbesondere auch hinsichtlich der Bedürfnisanstalten) ob. Pfüchtwidr'ge Hinterlassung der Beleuchtung würde, sails hierdurch jemand zu Schaden kommen sollte, die Entschädigungspslicht, sowie die strasrechtliche Derantwortlichteit begründen. Gießen, den 10. Oktober 1913. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. gez.: Gebhardt. Wir wollen nicht ohne weiteres behaupten, daß eine Verpflichtung des Hausbesitzer- feinen Mietern gegenüber bestand, die Treppe zu beleuchten, seib'tverständlich unbefchadel aller etwaigen Ansprüche einer auf der Treppe fallenden Person, die auch der Mieter sein kann, dem Hausbesitzer gegenüber. Inwieweit der Hausbesitzer auf öffentlich rechtlichen Gesichtspunkten heraus für bie Beleuchtung der Treppen, Hausflure usw. zu sorgen verpflichtet ist, soll hier nicht erörtert werden, zumal in dieser Frage da- Reichsgericht seit langem klar entschieden hat. Es soll aber jedenfalls festgestellt sein, daß niemals ein Ortsgebrauch bestand, demzufolge etwa ber Mieter aus irgenb welchen G ü iben heraus zur Treppen- k. -belcuchtung verpflichtet gewesen wäre, auch bann nicht, wenn der Vermieter nicht im Hause wohnt. Vur zwei Ausnahmen sind zugelassen: 1. wenn der Mieter ein Haus zum Allein« bewohnen gemietet hat, 2. wenn eine ausdrückliche ■ Abmachung bei der Aosassung des Mietvertrags getcoffeo worden ist. Letzteres trifft für Gießen nur in wenig Fällen au, f> daß von einem Ortsgebrauch, wonach Dem Mieter die Beleuchtung der Stockwertstreppe obliegt, nicht die Rede fein kann Hebermehü LoantaaSdienstd.Aerzte «.Avotbeken am 28,12.21. Dr. toolf. Dr. 52euninnn--2oenfl L Leiikanaoolh Zahnarzt: Dr. Koch. Palast- Statt Marten Carl Stückrath Verlobte Asterweg 47 Limburg Gießen Weihnachten 1924 Q billigste Preise Kein Laden Vermählte Gießen, Weihnachten 1924 10886J) Bestellungen frei Haus. Tel. 119. Statt Karten! Maschinen-Industrie Vermählte Gießen (Neustadt 10), 28. Dezember 1924 inderTurnhatte Der Vorstand. 10289V Die Geburt einer Tochter zeigen an ein oder Llnoleum-Bodens gibt. 10375ss Gießen, den 24. Dezember 1924 1O8S80 Bre«Ian E. 493. [77MÄ 1. 2. Der Vorstand 10390V Universitäls-Restaurant Verkäufe Telephon 198 Plockstraße 5 kauten 025419 5 240 gebilfe Telephon 1581. öteinstraße 73.»Walltorstr. 38 pari. Schulgeld der Höheren und Erweiterten Mädchenschule für den Monat Dezember 1924, 3. Ziel Gemeinde« und Provizialum. lagen 1924, i i Dr. med. W. ßimmermann und Frau Liselotte geb. Schäffer für bald ober später gesucht. Bei ordentlicher J-übrimn sichere LebenSstelluna. L christliche Angebote unter 10368V an den Gieffener An eiger erbeten. Klein-Linden — Gießen Vertreter gesucht. to' Bekanntmachung. Folgende Abgaben werden hiermit mit Frist bis zum 8. Januar 1925 gemahnt: MU im tu Gon uni (2 (9nt erhaltene (KM*»« Einil Mannheimer Lilly Mannheimer geb. Weil Martha Neuser Dr. med, Franz Faust, prakt. Arzt Stenograph/in) f. mehrere Stunden tägl.gesuchl.Schrti l Angeb. u. 025418 an den Gieff. Ant- erb. ©eiühuote lange 10174c WsHe, KM, Alllik. Liliike Stiöiuelfie, SSSskUie. Jeiiilvsk flit SllMet in la (Mißten Karl Riebel und Frau Else geb. Schröder Speisezimmer-, Schlafzimmer-, Herrenzimmer-, und Küchen-Einrichtungen in geschmackvollen Modellen und gediegener Ausführung in reichster Auswahl vorrätig Einzelmöbel, Matratzen, Sofas, Klubmöbel in Stoff und Leder Allgemeine Reitenanstalt in Stuttgart Lebens- und Rentenversicherungs-Akt.-Ges., gegr. 1833. Wir bitten die Inhaber fälliger Renten- bezw. Penstons-Coupous zur Feststellung ihrer genauen Adresse unter Borlage der Police ntöglichst bald, i- doch bis spätestens zum 30. Dezember 1924 bei unserer umerzelchneten Bezirksagentur vorstell.-u werd. Ernst Naumann, Gieflen, Asterw. 16a II. Bezirksagentur für die Provinz Oberhessen. tapplien-tallscliall Gabelsherger Dai vWNÄMg (EI) SamStag, 3. Januar 1925, abbS. 8 Ubr. General-Versammlung „Stadt Sich-. — Gleichzeitig wetten wir arouf hin, daß wir am Dienstag, dem G. Januar 1925, abends 7 Uhr. in der „Stadlknabenschule" in der NordanL einen Anfänger-Lehrgang in der Reichskurzschrift für Damen und Herren unter Leitung eines staatl. geprüften Lehrers der Stenographie eröffnen. Umerrichtsgeld 10 Mk. Anmeldungen an Herrn F. Balken, Goeihestraffe 4S oder zu Beginn beS Unterrichts erbeten. 10391c MMMMQ5W ist das billigste und idealste Pstegemiitel fü neue und alte Tannenböden. 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Z. der Gin- Iragung zum Preise von 2500 Mark eingebracht worden. Geschäftsführer sind: Kaufmann Wilhelm Meininghaus in Gießen und Kaufmann Karl M. Hoffmann in Kaffel- Der Gesellschaftsvertrag ist am 20. September 1924 errichtet. Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt in solchen Angelegenheiten, die wichtige Interessen der Gesellschaft berühren, insbesondere bei Eingehung von Wechselverbindlichkeiten und von sonstigen Verbindlichkeiten, die im einzelnen den Betrag von 2000 Gold, mark übersteigen, gemeinschaftlich durch beide Geschäftsführer. 3m übrigen ist jeder Geschäftsführer befugt, die Gesellschaft allein zu vertreten. Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im - ' rner Anzeiger. 10373c Gießen, Öen 15. Dezember 1924, i Hessisches Amtsgericht. Stellengesuche lljährigeS schulend. Mädchen arbeitswillig, sucht Lteile, am liebsten Wabe Gießen. Näh. ttzroffen = Linden, Bahnhofitr. 3. '8|nih es oten ^kten. ir*. Uüg bei ’reise V nhalle er VorstanL 6er,Gießan gen Sonntag ld pünktlich 71/: Uhr Mi inks in Ul eine H ath '«.Mueo Jentfi Betrlnn neuer 5! andelifächf-rn "| inft durch die leist Uhlemao J MM ■MuM )25, obbS.SUit iammlung jAtitifl weifen i Dienstag, nds 7 Ubt. In w )er 91otbanL dno hrgangii urzschrist Jrers^rL'tt» "w *11 metaObeW Sr«6Wrf8S Mur dr°lich" 8;ene«', kch'-ld'A- in 1-nMl«! eiüa Ur uni; StzL *}*»»*. K-ÄÄ ade* pW ffl, ß- 9? Ä Ur. 304 Dritter Blatt ■■■■mnu OKbMannKBBiaHi Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhrfsen) Zamrrag, 2 . Dezember (924 Glaube und Wissen im neuen Rußland. Don unserem V-Korrsepoirdenten. (Nachdruck verboten.) Moskau. Mitte Dezember. Fast noch stärkere Hmlvälzungm als auf politischem und wirtschaftlichem G.biet har die russische Revolution und besonders dec Bolschewismus im Geistesleben Rußland Z hervorgerufen. Lediglich die geringe Kenntnis der russischen Sprache in den intelligenteren Kreisen Westeuropas hat bisher ine direkte E n- tnirfung jener geistigen Revolution auf andere Kulturstaaten hintangehalten Man trifft aber heule schon in der russischen Hauptstadt des öfteren westeuropäische Kulturhistoriker, Kunst- fachleute und Theatersachv^rständige. die eigens nach Ruhland reisen, um gewisse, ih em Interessengebiet naheliegende Dinge zu studieren. Auch ihnen bieret dieses Riesenland der Rätsel Ueberraschungen und sinnverwirrende Eindrücke in Hülle und Fülle. Eine der eigenartigsten Begleiterscheinungen des Bolschewismus ist die erstaunliche Steigerung des Interesses aller Volksschichten an religiösen Problemen. Wohl hat sich die alte rechtgläubige russische Kirche im Laufe dar letzten Jahre im Zusammenhänge mir der politischen Umwälzung mehrfach gespal'en. Der alten orthodoxen Richtung ist die sog ° normte „lebende Kirche" gegenübergetreten, die bereits in den Großstädten zahlreiche Anhänger um sich schart und einen erheblichen Teil der Gotteshäuser mit Beschlag belegt hat. Sie trägt den religiösen Bedürfnissen des Volkes, besonders durch die Einführung der Predigt In russischer Sprache, Rechnung während bekanntlich in der altrus ischen Kirche die alt» slavische Sprache und G s rüge das Charakteristikum bildeten. Auch zahlreiche aus der rechtgläubigen Kirche entstandenen S fien haben stark an Anhängern gewonnen. Richt Binder rege ist aber auch die religiöse Be- iätigung bei anderen Konfessionen, insbesondere bei der römisch-katholi.ch m. bei der protestantischen und bei den Juden oeworden. Der Llndrang zu den Go te diensten i t al e t- halben ein sehr starker. Es ist be,anderZ bemerkenswert. daß im Gegensa; ,ut Vork iens- -eil auch die gebildeten Schichten regelmäßig -um Gotteshaus wandern. In einer sä limmcn Lage befinden sich allerdings die Klöster. Ihre früheren Cinnahmeguellen sind ihnen g.vßtcn- tcils fortgenommen worden, die Geldentwer- ttmg hat sie außerdem um den Rest ihres Vermögens gebracht. Die Baulichkeiten der Klöster sind zu einem erheblichen Teile für Re- gierungszwecke und zur Hnterbrlngung von DohtrungSlosen beschlagnahmt worden. In einem der ältesten Nonnenkloster Moskaus, das heute noch über zweihundert Frauen beherbergt. hörte ich, daß diese für ihre bescheidenen Klosterzellen monatlich etwa 4—5 Gold- mbel Miete zahlen müssen. Diese Beträge Und ihren notdürftigsten Lebensunterhalt verdienen sich die Nonnen durch Handarbeiten und sonstige ihrem Stande angemessene Beschäftigung. Novizen werden wohl in keinem .'Kloster mehr angenommen. Die jüngsten N n- uen waren bereits über 3d Jahre alt. G oße Verehrung genießt in den kirchentreuen Kreisen das Haupt der alten russischen Kirche, der Patriarch Tichon. Ich hatte zufällig Gelegenheit, der Feier seines siebenjährigen Patri- archenjubiläums in dem herrlichen, festungsähnlich angelegten und in seiner Bauweise dem älteren Teil des Kreml ähnelnden "Don-Klosters an der äußersten Peripherie Moskaus beizuwohnen. Da die Hauvtkirche deZ Klosters geschlossen ist, fand die Feier unter Beteiligung Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zobel tih. 27. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Tausend Tank, für eine Nacht läßt sich mein Iammerloch schon ertragen. Margen werde ich Umschau holten. Ich muß mich auch vom Kopf "»iS zu den Füßen neu aus statten." „Das besorgt Ihnen Krüger oder Wannizek. Auch in der Chinesenstadt gibt es ein paar europäische Läden. Sie bleiben doch vorläufig hier?" Herr Murray setzte sein Glas vom Munde. „Mer verehrtest er Herr, wo soll ich denn sonst 6m!" rief er. „Tas ganze Land ist in Aufruhr. Hier sitzt man wenigstens in Sicherheit." ..Wie lange noch? Die Geschichte Ihrer Irr- iahrt war ungemein belehrend für mich. Sir. Cs irar der erste mündliche Bericht eines Zuverlässigem Sie sahen, wie er ausgenommen wurde. Meldungen über Heberfälle. Brandschatzungen mri) Mordtaten der Boxrr sind uns seit Monaten (^gegangen. Dann erfolgte jedesmal eine De- 'chwerde im Tsungli-Pamen, und prompt kam auch jedesmal die Antwort zurück, daß die Regie- rrng bereits gegen die Räuberbanden vorgehe. Run ja. Räuberbanden sind es. aber organisierte. Ich habe durch einen glücklichen Zufall die No- ttjen eines hochgestellten Chinesen in die Hande bekommen, in denen die Entwicklung der Bewegung sachgemäß geschildert wird. Sie wandle sich Dtn vornherein gegen die Fremden im Lande. China den Chinesen — im Grunde genommen ganz verständlich. Bloß die Weltpolitik ist andrer Meinung. Run ja, totschlagen Birnen wir uns nicht lassen — also müssen wir uns wehren." „Höchste Zeit ist es." „Versteht sich. Man wird aus den Häfen ein '.)car Kompagnien Marinetruppen herkvmman- Meten. Man demonstriert. Es kann imponierend wirken." Dec Reisende verstand den ironischen Ton. .Das hilf s," sagte er, „man muß abwarten. Unbequem für mich Im Hochsommer kann ich nicht Väter." zahlreicher hoher geistlicher Würdenträger und einer größeren Zahl von Möncs)en un Nonnen in einer der kleineren Klosterkirche ,tatt. Hier entfaltete sich aus kleinem Raum noch einmal die ganze äußere Pracht der alten Kirche. Anvergeßlich bleiben die herrlichen Gesänge. Der 85jährige Patriarch b.ldete den Mittelpunkt der Zeremonien und bewies bei der ausgedehnten Feier eine bewundernswe te körperliche Frische. Eine der interessantesten Persönlichkeiten in den Rechen der teilnehmenden Würdenträger b.lvele wohl der M. Skauer Mettopclit Peter, dessen scharsgefchnitteneS, energisches Gesicht besonders die Ausmeiksam- feit der anwesenden Fremden fess.lle. Der Patriarch Tichon predigt trotz seines hohen Alters an jedem Feiertag in verschiedenen Moskauer Kirchen und ist beim Verla sen d s Gotteshauses r.g.lmäßig Gegenstand lebhaf e Ovationen. Er wird nicht selten geradezu mit Blumen überschüttet. Ein ebenfalls sehr beträchtlicher Teil 0 S russischen Volkes hat sich aber dem G auben der Väter vollkommen entfremdet. Di antireligiöse Bewegung ist außerordeittli.) re e und arbeitet mit allen Mitteln rnod rniter Propaganda. Eine mit raffinierten Karikaturen ausgestattete Zeitschrift „Besbo chnik" („der Atheist") kämpft gegen die ®jtt.,ri.en aller Konfessionen und ihre Diener u rd Anhänger. Sie eifert gegen Christus, Budd a Jehova ebenso wie gegen Mohammed. Die führenden Männer der Regierung wie auch der kommunistischen Beweg ng s n) sich ab r doch wohl darüber klar, was es heißt, gerade auf russischem Boden eine solche Propaga da der Gottlosigkeit zu entfalten. Auch die Steigerung der religiösen Betätigung bei allen Konfessionen ma^i ihnen zu denken gegeben haben. So ist es wohl zu erklären, daß die kommunistische Partei ihren Anhingern in allemeuefter Zeit verbietet, Kirchen zu beschlagnahmen und zu profanen Zwecken (z. B. als Klubhäuser) zu verwenden. Auf dem Gebiete des Schulwesens tritt der Kampf zwischen der alten und neuen Richtung nicht minder scharf in die Erscheinung. Die VolkZschulen litten bishe? sehr stark un cr dem Geldmangel der öjfe.rt ichen Kass n scheinen aber neuerdings wi der in etwas e trag- lichere Verhältnisse hin^inzukommen. Den Gymnasien und allen Aniveesiwten fehlen jedoch die Mittel noch völlig, um auf der allen Höhe bleiben zu können. Der besonderen Förderung der öffentlichen Stellen erfreuen sich alle diejenigen Institute, die dazu dienen, einen sowjettreuen Nachwuchs für die verschiedensten Berufe heranzubilden. Lenins Forderung, daß man „rote Spezialisten", „rote Ingenieure", „rote Kaufleute" usw. heran bilden müsse, wird erfüllt durch die Tätigkeit der sogenannten „Arbeiterfakultäten", die in dreijährigen Kursen Fabrikarbeiter, Bauern usw. zum Besuche der Hochschulen vor bereiten. Der Lehrplan und die Lehrmethoden dieser Arbeiterfakultäten, die zusammen in ganz Rußland gegenwärtig etwa 25 000 Studierende zählen, sind außerordentlich interessant. Ich habe selbst die verschiedensten Klaßen eines derartigen Moskauer Instituts besucht und währeiA) des Anterrichts Fragen gestellt, deren Beantwortung zeigte, dafß hier eine ausgesuchte, bildungsfähige Jugend nach einem ganz besonderen System im Geiste des Bolschewismus gedrillt wird. Von einem wissenschaftlichen Studium kann natürlich in Anbetracht der Vorbildung und der wenigen zur Verfügung stehenden Jahre nicht die Rede sein. Der Bildungshunger der jungen Leute, die nicht nur den ganzen Tag über in den Unter- richissälen sitzen, sondern bis spät in die Nacht in den Laboratorien und Leseräumen der Anstalt beisammen bleiben, war aber ebenso er= Herr Gorban Murray begann für Gert interessant zu werben. Dieser sehnige Engländer trug auf seinen harten Zügen eine gewisse gewalttätige Art von Genie. Er hatte ein kluges Gesicht, helle Augen, einen spröden Mund und eine steilgebaute Stirn wie eine Festungsmauer. Er war ein Typus ber rücksichtslosen Draufgänger seiner Rasse. „Wo wollen Sie bin?“ fragte Gert. „Westwärts. Durch Norbtibet, Ostturkestan, Buchara nach Transkaspien. So ungefähr." „Aus Reiselust?" „Jawohl. Aber ich habe auch eine kleine wissenschaftliche Liebhaberei. Ich möchte ben Wanderungen der Nomadenvölker in den verschiedenen Jahreszeiten auf die Spur kommen." Gert lächelte nicht. Englischer Spleen, sagte er sich „Das macht viel Kosten", antwortete er. „Sie brauchen eine große Karawane." „Eine ganz kleine. Nur ein paar Führer. Die Kosten beschränken sich hauptsächlich auf die Ausrüstung. Die muß zweckmäßig fein, doch nicht belastend. Was ich an notwendigen Instrumenten hatte, hat man mir unterwegs gestohlen. Das wird sich am schwersten ersehen lassen. Waffen und Munition sind schon leichter zu beschaffen." Der Hausherr trat ein, gefolgt von seiner Gattin, einer schlanken, schwebenden Engländerin, wie auf Ossians Versen sich wiegend, und der Gemahl stellte ihr den Touristen vor. Murray wischte sich ben unrasierten Mund, verschluckte eilfertig den letzten Bissen und versuchte nach seiner Ärt sich liebenswürdig zu geben. Aber er hatte nicht ben rechten Ton den Damen gegenüber. Es fehlte ihm an gefälligen Wendungen, er war kurz von Wort, und nie lag auf seinem Gesicht ein gewinnendes Lächeln. Der Gesandte hatte feiner Lady gesagt, es sei doch wohl angebracht. Öen durch gute Empfehlungen von London aus angemeldeten Reisenden in der Gesandtschaft un- terzubringen — natürlich in einem der kleinen Nebenhäuser, an denen kein Mangel war —, doch die Gnädigste schien die Lust an der Einladung verloren zu haben oder hatte sie vergessen: ste wandte sich an Gert und begann mit ihm zu plaudern, gleichgültige Dinge, um bann unnermit- tdt zu schließen: ftaunlid) wie ihre unerschütterliche Gesinnungsfestigkeit und ihre Ergebenheck in d e Lehren dn) BolschewiSmu. mb Kommunismus. ®e- toift wird die Bildung dieser jungen Leute beiderlei Geschlechte nur Stückwerk bleiben können. Sie werde aber über das nötige Maß von Kenntniss n verfügen, um ihre politische Aufgabe zu erfüllen, die darin besteht, die im alten Stile vorgeoildele eigentliche russische Intelligenz in den Verwaltungen verschiedenster Art zu bevormunde i und zu kontrollieren. Hi.r wächst eine in ihrer politi.chen Bedeutung nicht zu unterschätzende Stoßtruppe des Bolschewismus heran. Ein merkwürdiges Gegenstück zu diesen Erscheinungen in Kirche und Schule bildet der geradezu religiöse Kult, der mit der Leiche Lenins getrieben wird. Vor dem Kreml auf dem „roten Platz", in unmittelbarer Nähe der Graber fahrender M inner der russischen Revolution, erhebt sich das vorläufig Li H'lz ausgesuhrte, aber architektonisch sch wirkungsvolle Mausoleum Lenins. Da selbe ist natürlich scharf bewacht. Die einbalsamierte Leiche des großen Revolutionärs kann von jedermann besichtigt werd n TagiuS, tagein z ehen noch immer Tausende an ihr vorüber. Ein Kommunist, den ich auf den Widerspruch aufmerksam machte, der zwischen dieser heiligen Verehrung und den kommunistischen Ideen besteht, erklärte mir. daß man damit gewissermaßen den religiösen Bedürfnissen eines großen Teils des ru,fischen Volkes eine Konzes,ion mache. Es sei eben g w ssermaßen der „Nepp auf ideologischem Gebiet".--- Cs muß anerkannt werden, daß die Verehrung gerade dllseS Mannes in den breteft n Volksschichten eine sehr populäre und aufrichtige ist. Das geistige Leben des russischen Volles ist zwar im Zeichen des Sowjetsterns ein einseitiges, aber ein außerordentlich lebhaftes. Die Zahl der reich gefüllten Buchläden in Moskau ist ebenso erstaunlich groß wie die Produktion auf dem Büchermarkt überhaupt. Natürlich überwiegen politische, soziologische und hii.orische Schriften besonderer Richtung. Da- nebe aber entwickelt sich neuerdings eine sehr beachtenswerte belletristische Llleramr. derer Trager eine ganze Anzahl tal ntterter Schriftsteller von durchaus nicht immer bolschewistisch er Ob ervan^, die sogenannten ..Mitlnufer", si td. D.ese haben ihre besonderen Zeitschriften rein literarischen Charakters. Die Presse ist natürlich, wie in diesem Staate nicht anders möglich, eine Sowjetpresse. Die Nolle der oppositionellen Presse ist hier gewissermaßen auf die ausland.schen Zeitungen ubergegangen, von denen besonders deutsche, d. b. Berliner Blätter auf den Straßen verlaust und von der sprachkundigen Inlllllgenz gelesen werden. 3m Redaktionskollegium der großen Moskauer Zeitungen sitzen etwa zu vierz g Prozent Korn muniften und zu sechzig Prozent „parteilose" Redakteure. Gelesen wird In allen Volksschichten außerordentlich viel. Vor,äste wie die Diskussion über die Veröffentlichungen Trotzkis werden in allen Kreisen auf das lebhafteste diskutiert. Sofern der Russe eben lesen kamt, macht er davon den ausgiebigsten Gebrauch, was man leider von anderen Nationen nicht immer in diesem Umfange behaupten kann. Auch die Theater erfreuen sich außerordentlich lebhaften Interesses und regsten Besuches. Die Darbietungen stehen besonders im Künstlertheater und im Großen Theater in jeder Hinsicht auf einer überraschenden Höhe. Den Clou im Moskauer Theaterleben bilden die Inszenierungen hypermoderner Stücke poli- tisch-satyrischen Inhalts im Theater „Meyerhold". Zu diesem lenken die ausländischen Literaten und Theaterfachleute immer wieder ihre Schritte, um die Eigenart der aufgeführten Stücke wie auch ihre I.tsz nierunq zu studieren. Ich C;n al erdlngS überzeugt, daß dem größten T.ile unseres deutschen T^aterpuöli- kürnS weder der Inhalt noch die Musik oder gar die kubistisch ° futuristische Durchführung dieser Theaterstücke zusagen würde. Landwirtschaft und Gartenbau. Scrtenwahl im Kartcsfelbau. Nachdruck verboten. Es ist keine Sstlenheit. daß unfere Kartoffelfelder trotz gründlichster Bodenbearbeitung, ausgiebigster onimalisch?r und künstlicher Düngung und sorgsamster P l ge nicht die Ertrage bringen, die man nach der oufgewendeten Mühe und Kosten erwarten sollte. In den meisten Fällen wird der Fehlschlag auf die Tatsache zurückzuführen sein, daß die gepflanzten Kartoffel schon jahrelang in der Wirtschaft gebaut wurden, anstatt von Zeit zu Zeit frisches Saatgut dem Betriebe zuzuführen. Denn der Saatgutwechsel ist gerade im Kartossclbau eine der ersten Bedingungen zur Erzielung lohnender Ernten. Die Vorzüge des Saatgutwechsels treten bei keiner Kulturpflanze so offensichtlich zutage, wie bei der Kartoffel. Denn ihre Ernährungsweise ist grundverschieden von der anderer Nutzpflanzen, sie wird nicht aus geschlechtlichem Wege durch Samen fortgepflanzt, sondern ungeschlechtlich durch Knollen, und deshalb stellt sich bei ihr der Abbau, d. h. das Nachlassen der Erträge, viel früher ein und macht sich viel empfindlicher bemerkbar. Höchsternten können aber nur erzielt werden, wenn neben gründlicher Bearbeitung. Pflege und Düngung bei öfterem Saatgutwechsel oucb eine ertragreiche und für die betreffende Gegend passende Sorte gepflanzt wird. Es lst für die Landwirte nicht einfach, sich in den Kartoffelsorten zurechtzufinden. Heber 2000 Kartoffclsorten gibt es in Deutschland, und über 200 hiervon sind häufiger im Handel angeboten und mrbr oder weniger weit verbreitet. Es seien deshalb hier einige Richtlinien für die Wahl passender und ertragreicher Kartoffelsorten gegeben und In diesem Zusammenhänge auf die Kartoffelsortenanbauversuche verwiesen, „Aber ich muh zu meinen Gästen zurück, lieber Graf — man rüstet schon zum Aufbruch . . Das verstand auch Gorbon Murrah. Er liebäugelte noch mit einem Pastetenrest, leerte gewaltsam sein Sektglas und schob bann trricber seinen Arm unter den Gerts. „Leiten Sie mich am Gängelband, Herr Graf", bat er. „Ich fürchte mich in meiner Verwahrlosung . . Im großen Saal sand die Verabschiedung statt, es ging so rasch wie bei einer höfischen Cour, dann strömte alles in die Garderoben und vor das Hauptp^rtal, wo zwischen Wache und Stallungen die Kulis mit den Sänften warteten. Ein Fächerschlag rührte wieder den Arm Gerts. „Guten Abend, Graf Hora," sagte Clömence Eavary, „haben Sie heute gar keinen Blick für mich?" Ihr Gesicht war nicht älter geworden, vielleicht erschien auch der nervöse Zug der Linien unter der feinen Reisschicht wie etwas Zufälliges, das keine Bedeutung hatte. „Teuerste Gnädige." antwortete Gert, „Sie müssen verzeihen — ich sah Sie gar nicht in der Fülle der Gesichte. Hm so mehr freue ich mich. Ihnen wenigstens im Augenblick des Abschieds die Hand drücken zu fönnen.“ Das geschah, und da fühlte Gert ein winziges Papierröllchen in feiner Handfläche, das mxh vor Jahresfrist sein Auge hätte aufblihen lassen und das ihn heute wie eine heimtückische Mahnung dünkte. „Sind Sie morgen bei den Russen?" fragte Clemence weiter. „Doch nicht. Ich muhte absagen. Ich habe übermäßig zu tun.“ „O Gott, Sie Aermster! Schonen Sie nur Ihre Nerveickrast." Sie lachte ein wenig gekünstelt. In einer Menschengruppe, die sich zwischen sie und Gen schob, verklang ihr Lachton. Auch Gen hatte seine Träger bestellt. Er lud Gorden Murray mit in die Sänfte. „Ich bringe ti- die LardwirtlchKlammer für Hessen in verschiedenen Teilen des Landes durchführt, um die Geeignetheit und den Anbauwert einzelner Sorten zu ergründen und den Landwirt in der Wahl der Sorten au unterstützen. Die Deriuch? wurden in den drei Provinzen Hessens an verschobenen Ortm zur AuS ührung gebracht mit folgenden 10 Svrt.n: I. M doowS Or g n l-Industr e. 2. Lembkes Or ginal-3nbu-- str.e, 3. Bohms Heimat, 4. Böhm- H ssenland, 5. Böhms Anspruchslose, 6. Böhms Vol s.'rast, 7. Dohms Zeitgeist. 8. Böhms Geh. Rat Waller, 9. Böhms Gelbe Riesen, 10. Böhms Sämling 152 1912, 11. Böhms Neue Markt Die Sorten des hess.schen Züchters Böhm wurden also mit den beiden b kannten Industriezüchtungen von Lembke und Modrow in Vergleich gestellt. Die Durchschnittsknollenerträge der 4 jährigen Anbauversuche ergaben pro Hektar: 1. Modrows Industrie 243,6 Dz.. 2. LembkeS Industrie 235,9 Dz.. 3. Böhms Geh Rat Walter 235,0 Dz., 4. Böhms Volkskraft 229,2 Dz.. 5. Böhms gelbe Riesen 218.5 Dz.. 6. Böhms Hessenland 216,7 Dz., 7. Böhms Neue Markt 212.0 Dz.. 8. Böhms Zeitgeist 209.8 Dz., 9. Böhms Heimat 208,9 Dz., 10. Böhms Anspruchlose 173.7 Dz. In einem wetteren Versuch in dem trockenen und sehr ungünstigen Karlofseljahr 1921 wurden mehrere außerhessische Sorten einbezogen. Das Ergebnis kann noch nicht abschließend sein, da nur die Erträge von einem Jahr berücksichtigt sind, aber immer einige Anhaltspunkte bieten. Auch hier siegte die Modrow Industrie und die Lemb- kesche Züchtung stand ihr kaum nach. Im einzelnen ergeben sich folgende Ernten pro Hektar: 1. Modrows Industrie 202,6 Dz., 2. Lembkes Industrie 201,0 Dz.. 3. Thieles Geh. Rat Appel 178.1 Dz. 4. Thieles Weihe Riesen 176,6 Dz., 5. Böhms Heimat 152.1 Dz.. 6. Modrows Direktor Iohann- Sie nach Ihrem Hotel", sagte er. „Es liegt mit auf dem Wege." Kulis mit Laternen schritten voran. Bunte Lichter huschten hin und her durch die Nacht. Das Wetter schien sich verzogen zu haben, doch her Himmel war dunkel. Links gurgelte leise das Kanalwasser. Die Träger stapften durch den tiefen Sand, durch die Löcher und den Schmutz der Straße. Irgendwoher hörte man noch ein paar französische Grußworte, auch einen kräftigen russi» schen Fluch und dann wieder ein verhallendes Lachen. Bor dem Hotel, das einem französischen Schweizer gehörte, stieg Murray aus. Darf t-b S'e morgen aufsuchen, Herr Graf?" fragte er. „Sie sind der einzige, der mir freund- Uu> entgegentam, und ich hätte gern noch dies und das mit Ihnen geplaudert." „Werde mich freuen, Sir. Am Nachmittag, etwa von drei Hhr ab, finden Sie mich sicher daheim. Die kleine Bude hinter dem Gesandtschaftsgebäude. Da Hause Ich." Er ließ die Träger dem Mauertor gegenüber stehen, wechselte ein rasches Wort mit dem Pförtner und schrill dann zwischen dem HauS des Gesandten und des Dolmetschers durch den sorgsam gepflegten Garten. Die hellerleuchlete offene Eingangshalle streute ihr Licht weithin, aber Gert hatte fein Heim auch im Dunkeln gefunden. Es war ein einstöckiges Häuschen mit einem chinesischen Dach auf buntbemaltem Gebälk unt roten Säulen. Er trat in fein mit allerhand Ehinoifenen dicht gefülltes Arbeitszimmer. In den ersten Monaten hatte auch ihn die Kauflust gepackt, und überall war er gehörig betrogen worden. Ein dicker versiegelter Brief lag auf dem Schreibtisch. „Wer hat das abgegeben?“ fvagte er den Boy, der immer die Ankunft seines Gebieters abwartete. „Der Herr, der öfters kommt," erwiderte Li. „der Herr mit der großen Nase." Gert nickte. „Schön. Geh zu Bette, Li." (Fortsetzung folgt) 1 dir vrü Tt BL tr S. F 8- 6* H G D n. £ t \-y.A sind ent» l J t TRIUMPHMD wieder unser allgemein beliebtes Siarkbier ä t in alt herkömmlicher Güte zum Ausstoß HÜ ■SS Straße 46, Fernruf 275. 9963b v Auch schwer lernende Schüler ».Schülerinnen werden erfolgreich gefördert im Gießener Paedagogium. Lehrplan einer Realschule. Erfolgreiche Umschulung von Gymnasiasten und Realgymnasiasten. Arbeitsstunden! Beste Empfehlungen ausOießenund Umgegend aus allen Kreisen. Näh. durch die Direktion Gießen, Liebig- e f 8 o ß E § 2 © । "6 * AKTIENBRAUEREI ZUM LÖWENBRÄU IN MÜNCHEN Nach Jahren kommt ab Anfang Januar 1925 5 k •5 co mit der Fabrik-Marke _ Zu haben bei ührem Eisenhändler oder Schmied 11 *1 Generalvertreter für Gießen und Umgebung: E. SCH MALL, Biergroßhandlung, GIESSEN Fragendsten. Frage 76: Ich besitze einen tolben Apfelbaum, welcher, obgleich unveredelt, sehr dicke und gute Aepfel trägt. Dom Baum ungen eßbar, erlangen sie zu Weihnachten ihre Reife und werden bis Ende F.bruar immer besser. Sie halten sich bis Juni. Der Apfel gleicht dem gelben Cdelapfel. Von diesem Baume habe ich vor zwei Jahren einige junge Bäumchen gepfropft und von ihnen im Herbst die ersten Araucarien oder Zimmerschmucktannen . Waldpflanzen aus den südlichsten Teilen von Südamerika und lieben, ihrer Heimat entsprechend, mäßige Wärme, reine Luft und Schuh gegen Staub. Je kühler sie im Winter stehen, um so weniger brauchen sie Licht, und umgekehrt. Man stelle sie daher über W nter in ein ungeheiztes. aber frostfreies Nebenzimmer, achte darauf, daß sie nie ganz austrocknen, spüle sie alle 2 bis 3 Wochen mit reinem, etwas über- Hansa Handels schule J. Kunzeimann Diplom»Kaufmann Dipl.- Hondelslehr Gießen, Bleichstr. 5 A UelnigeHandelsschule am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann Ist. 12, Januar Beginn neuer Kurse A nmeldung täglich Prospekt frei. l! $ Cholyaolvin ist das natürliche, unschädliche, zuverlässig wirkende Heilmiltei gegen Gallensteine. In ben Gießener Apotheken. 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Bei einem reinen F. ühkartosf rlanbauversuch im Jahre 1922 stand Böhms Allerfrüheste Gelbe mit einem Durchschnittsertrag von 445 Doppelzentner pro Hektar an erster Stelle. Ihr fmg s und n enden, und der unverändert bleibenden Endsilbe „berg“ sind fünf zweis.lbige deutsche Ortsnamen zu bckden. Die Anfangsbuchstaben dieser Ramen ergeben den Ramen einer ostdeutschen Stadt. Auslösungen aus Nr. 300. Silbenrätsel. 1. Villach. 2. Emma. 3. Raspel. 4. Tibet. 5. Reinette. 6. Äquivalent. 7. Gewitter. 8. Ebene. 9. RamSlau. Verträgen halte Treu. Kapselrätsel. Essen, Iserlohn, Sedan, Leiden, Andernach, Avsala, Friedenau. Eislauf. OrdnungsrätseL Wittenberg, Eisenach, Itzehoe, Hildesheim, Aaumburg, Arolsen, Chemnitz, Husum, Torgau, Erlangen, Niedersedlitz. Weihnachten. Zahlenrätsel. 1. Walsischbai. 2. Ivanic. 3. Entomograph. 4. Sirene. 5. Oratorium. 6. Lennep. 7. Laus. 8. Tempera. 9. Immergrün. 10. Chirurg. 11. Hume. 12. Darlekartien. — Die Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ergeben: Wie sollt ich dich empfangen. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Dießen. Sonntag, 28. Dezember. Sonntag nach Weihnachten. IohanneSkirche. 9% :Pfarrasi. Schult, heis. 5: Psr.Ausfeld. - Kirchberg. 10. Daubringen l1/ - Watzenborn-Garbentetch. Watzenborn- Steinberg: 1. Garbenteich: 10. - Wiefeck. 10: Pfarrass. Zehfuß, Lollar. Katholische Gemeinde». Gießen. Samstag, 27. Dezbr. 473 u. 7 Beichte Sonntag, 28. Dezember. Sonntag n. Weihnachten. 6l/, Beichte, 7 Messe, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pr., 11 Meße in. Pr., 57O Andacht. — Grünberg. 91/, Meße m. Predigt. "■■■ i iw-rn ............ e n E 0 © (Biräonor SnmilifrnbYätter