ßr.228 Erster Blatt Jahrgang Samstag, 2L September Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Wonatr-Vezugrpreis: 2Doldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: für ble Schriftleituug 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: LiytigerOießcn. postscheettonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnnk Md Verlag: vrühl'sche Univerfitüt§-V«ch- und Steinöruderei R. Lange in Siehrn. SchnfUeitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von 8n}tigcn für die Tagesnummcr bis zum Nachmittaa vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreite örtlichü, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» Klome-Anzeigen v. 70m in Dreite 35 Doldpfennig, Platzvorschrift 20 n Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Das Kabinett der Volksgemeinschaft. Mir di« Hauptpunkte deutscher Außenpolitik, daS Londoner 2ldkvmmen, di« Kriegsschuldnote und Deutschlands «Eintritt tn den Völkerbund, haben die letzten Wochen die großen Linien aufgezeigt, m denen das Reichskabinett sie zu behandeln gcbcnft. Alm nun auch tn der inner- politischen Situation die langersehnte Klarheit zu schaffen, hat die Deutsche Dolks- partei den ersten bedeutsamen Schritt getan, als fte in ihrer gestern rnitgeteilten Entschließung die Einbeziehung der Deutsch- nationalen Partei in die Reichs- regierung forderte and diese Resolution dem Reichskanzler zur Kenntnis brachte. Dr. Marx hat sich bereit erklärt, noch vor Zusammentritt be£ Reichstages in Verhandlungen über die Regierungsumbildung einzartteten. Der Kanzler hat sich überdies offen zu den Vereinbarungen mit den Dxutschnationalen vor der entscheidenden Abstimmung ü9er die Dawesgesetze im Reichstag bekannt und erklärt, daß es ohnedies sein« Absicht gewesen sei, von sich auS die von der Dolkspartei angestrebten Verhandlungen aufzunehmen. Für das Ziel dieser Verhandlungen gibt die volksparteiliche Entschließung bereits wertvolle Fingerzeige. Die Fortführung der bishertgen Außenpolitik, der auch weiteste Kreise der Deutsch- nationalen ihre Billigung nicht versagen konnten, erscheint nur gesichert durch eine Zusammenfassung aller staatsbejahenden und aufbaubereiten Parteien zu einem Kabinett der Volksgemeinschaft. Das Wort „Volksgemeinschaft" ist durch Herrn Dr. Wirth, der darunter seine alte Koalition der Linken versteht, begreif ft cherwei je tn Mißkredit gekommen. Der Volkspartei schwebt unter der „Volksgemeinschaft" etwas wesentlich anderes vor. Sie erstrebt als Endziel deutscher 3n= nenpvlitik die wahrhaft große Koalitton von Hergt bis Lobe. Aber solange dieSozialdemorra- t i e sich nicht entschließen kann, rhre Parteiintern essen dem Wohl des Volksganzen unterzuordnen, solange sie aus agitatorischen Gründen sich tn entscheidenden Augenblicken einer nationalen, staatserhaltenden Politik versagt, ist an eine derartige Koalition des ganzen Dol^IDrpers nicht zu denken. Wenn die Deutsche Volkspartei die Derbrei- tcrung bcr parlaMentarischen Basis nicht nach links, sondern nach rechts anstten Dw Ausschuß beschoß dann, seine Sitzungen solange auszusetzen, bis die von dem Abe. Fleischer verlangten Gesetzesvorlagen für die Erfassung der Spekulationsgewinne von der Reichs regierung ausgearbeitet worden seien. Rücknahme von Jeitungs- verboten. Paris, 27. Sept. (WTB.) Wie das „Echo de Paris" aus Mainz berichtet, hat die Rheinland-Kommission gestern beschlossen, das Verbot von 15 deutschen Zeitungen im besetzten ©ebiet zurück^-Ttt^mrs. Protest gegen die Reparationsabgabe. Die deutsche Note an Frankreich fordert ein Gutachten des Transfer» komitces. Btrlin, 26. Sept. (TA.) Die deutsche -Regierung hat heute der französischen Regierung eine Rote übergeben, in der sic Stellung nimmt zu dem Beschluß der französischen Regierung, d i e deutsche Einfuhr nach Frankreich mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab mit einer Reparationsabgabe in Höhe von 26 Prozent nach dem Hörbild der englischen Reparationsabgabe zu belasten. Die deutsche Regierung drückt ihr Bedauern auS, daß die französische Regierung, ohne sich vorher mit der deutschen Regierung ins Benehmen zu sehen, beschlossen habe, innerhalb der kurzen Frist von zehn Tagen eine Maßnahme in Kraft zu sehen, die in ihrer Auswirkung eine starke Behinderung deS deutsch-französischen Warenaustausches bedeutet. Die deutsche Regierung steht auf dem Standpunkt, daß daS Sachverstän- digen-Gutachten neben Großbritannien, das in der Frage der Sachlieferungen eine Sonderstellung einnimmt, nicht auch anderen reparationsberechtigten alliierten Staaten das Recht zu einer dem Reparattons-Recoverh-Alt ähnlichen Maßnahme zubilligen wollte. Dies würde dem Grundgedanken deS Sachverftandigen-Gutach- tens widersprechen. Die Rote schließt: Die Einführung der Erhebung einer Abgabe von der Einfuhr durch weitere reparationsberechtigte Staaten würde eine unerträgliche Sonderbelastung und Diskrimierung des deutschen Handels bedeuten und auch in dieser Hinsicht in Widerspruch mtt den im Sachverständigen-Gutachten nieder« gelegten Grundsätzen stehen, daß der deutsche Handel frei und ungehindert sein ft Die Regierung schlägt vor, vor weiteren Derhand- langen über die Frage der Exportabgabe ein Gutachten des Transferkomitees einzuholen. Eie läßt daher zur Beschleunigung der Angelegenheit dem Generalagenten für Re- parattoaszahlungen gleichzeittg eine Abschrift des deutsch-französischen Briefwechsels zur Kenntnisnahme zugehen. Das deutsche Dölkerbunds- Memorandum abgeschickt. Berlin, 26. Sept. (Tel.-An.) Das deutsche» Memorandum, in dem die deutschen Dovaussetzun- gen und Wünsche für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund niedergelegt sind, ist heute an die im Völkerbundsrat vertretenen 10 Staaten abgesandt wurden. Eine Veröffentlichung des Memorandums ist zunächst nicht vorgesehen. 4 lieber den Inhalt des Memorandums erfahren wir aus gut unterrichteter Quelle nur so viel, daß Deutschland einen Zulassungsantrag zum Völkerbund ankündigt, der in dem Augenblick erfolgen soll, wo die deutschen Vorbedingungen erfüllt fnti>. Die deutschen diplomatischen Vertreter haben gleichzeitig mit dem Memorandum festumrissene Instruktionen von der Reisregierung erhalten, um von den Döllerbunds- mächten bindende Rückäußerungen auf die deutschen Anfragen zu erhalten. Aus den Einzelheiten des deutschen Memorandums formen bi: Völkerbundsmächte ohne weiteres entnehmen, daß der Zeitpunkt, an welchem ein Zulassungsgesuch Deutschlands zum Völkerbund erfolgen soll, ausschließlich von ihnen selbst abhängt. Allerdings besteht die Gefahr, dgß die eine oder die andere Regierung Deutschland auf ihre Antwort warten läßt und sich noch monate- lange Verhandlungen als notwendig erweisen werden. Die Arbeiten der Repkro. Paris, 26. Sept. (WTB.) Die Repko hat in Lftiwesenhett des Vertreters des Agenten für die Reparationszahlungen Owen D. V o u n g über das Budget für die Reparations- zahlungen für die Monate Sep tember und Oktober beraten. Die Repko hat für den Monat September die Höhe der Kohlenlre- ferungen um 10 Proz. red uziert and gleichzeitig beftimmt, daß der verlangte Preis für kofjfen um 10 Proz, für Koks um 8 Proz. herabgesetzt wird. Es ift ferner bestimmt worden, daß die französisch-belgische Eisenbahnregie, deren Reinertrag der Reparationskasse über geben wird, 11 Goldmark für die Tonne Kohlen bezahlt. Das Kohlenlieferungspro- grarnm für den Aftmat Oktober soll einer späteren Sitzung Vorbehalten werden Die Repara- ttvnskommlstion beschäftigt sich immer noch mtt dem Verteilungsprogramm für den ersten Monat der Durchführung des Sachrerftän- digerrplanes. Da für das Jahr 1924/25 eine Annuität von 1 Milliarde Goldmars vorgesehen ift, handelt es sich darum, zu beftiimnen wie die erste Monatsrate von 83 Millionen Goldmark auf die verschiedenen vorgesehenen Verpflichtungen verterlt werden soll. Vor allen Dingen fjanbelt es sich darum, festzusetzen, welcher Betrag für die Sachlieferunnen zur Verfügung bleibt. Die Umwandlung der Reichsbahn. Die Konstituierung des Verwaltunqsrats. Berlin. 26. Sept. (WB.) Bach der Satzung der neuen „Reichsbahngesellschaft", die als Reichsgeseh erlaffen ist und auf dem Gutachten und der Arbeit des Organisationskomitees für die Reichsbahn beruht, sind von den achtzehn Mitgliedern des Verwaltungsrates nennt durch die Reichsregierung und neun durch die Treu- händer für die Gisenbahnvbligationen zu ernennen. Sie müssen nach der Vorschrift der Satzung erfahrene Kenner Les Wirtschaftslebens oder Eisenbahn sachverständige und dürfen nicht Mitglieder des Reichstages, des Landtages, der Reichsregierung oder einer Landesregierung sein. Durch Beschluß des Reichskabinetts sind folgerrde Persönlichkeiten berufen: Geh. Kommerzienrat Eduard Arn hold, Berlin, , , Oberpräsident a. D. und Rittergutsbesitzer Wirk!- Geh. Rat v. Datvcki, Bledau (Ostpr), Prot. Dr.-Ing. Blum. Hannover, Ministerpräsident a. D. und Kreishauptmann D u ck, Dresden, Staatssekretär im Reichssinanznrinisterrum David Fischer. Bersin. Reichseisenbrhndi rektionsp räs ident a. D. Dr. Vitus von Härtel. Augsburg. Geh. Kommerzienrat Peter Klöckner. Duisburg. Generaldirektor Dr. Ott, Köln, Dr.-Ing. Karl Friedrich von Siemens, Berlin. Seitens deS Treuhänders für die Eisenbahnvbligatinnen DÄocroix sind an deutschen Persönlichkeiten berufen worben: Staatssekretär a D. Bergmann, Geh. Bautat Dr. Oskar von Miller. München, Präsident der Handelskammer in Hamburg Mü n chmeher, Präsident des Eisenbahnzemtralamts a. D. S a r r e, Berlin, Staatssekretär deS ReichsverkchrSministeriums a. D. Dr. Stieler. Rebenhoarsen b. Tübingen. Die ausländischen Mitglieder deS DerwaltungS- rateS, die Herr Delacroix ernannt hat, sind: der Eng- länber Dcorth, bekannt durch seine Tätigkeit im Organisationskomitee, der Franzose Margot, Generaldirektor der Paris—Orleans—Medi- torain, der Belgier Iadot, ein bekannter belgischer Finanzmann, und der Italiener Bianchi n i, bekannt als Mitglied des Organisationskomitees für Industrie-Obligationen. Eine zeitlang bestand beim Treuhänder die Absicht, auch den Züricher Bankier Dubois zu ernennen. Diese Ernennung ist aber infolge des ener-- gischen Protestes, der gegen sie von verschiedenen Seiten laut tvurde, offenbar jetzt fal- l e n gelassen tvorden. \ Die Zahl der Vorschläge und Wünsche für die Besetzung von Posten hn DerwaltungSrat, bis an die Reichsregierung ergangen sitrd, war außerordentlich groß. Die Reichsregierung hat keiner Organisation ein Vorschlagsvecht einFuräumen, scmdern ihre Aufgabe nur dahin auffassen tonnen, geeignete Einzelper- sönlichteiten M berufen. Aus den vorbereitenden Verhandlungen fei erwähnt, daß die ReichsregieruTm zunächst in Aussicht genommen hatte, den Präsidenten des Deutschen Landwirtschaftsrates Brandes zu ernennen, daß aber Brandes wegen Lieberarheilung gebeten hatte, von seiner Person abzusehen und die Wahl von Datvcki an seiner Stelle begrüßte. Besonders eingehend ist geprüft worden, ob es nicht möglich wäre, Vertreter des Personals, Beamte, Angestellte und Arbeiter der Reichsbahn zu berufen, die natürlich auch die allgemeinen Voraussetzungen hätten erfüllen müssen. Angesichts der geringen Zahl der überhaupt in Betracht kommenden Plätze hätte hierfür nur ein Platz zur Verfügung gestellt werden können. Es hat sich aber als unmöglich erwiesen, eine Persönlichkeit zu finden, die als Vertreter der drei Derufsgruppen in Frage kommen formte. Auch sonst hat wegen der geringen Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze von der Berufung von Persönlichkeiten abgesehen werden müssen, deren Mitgliedschaft in dem Verwaltungsrat von der Reichsregierung aufrichtig gewünscht worden wäre. Der DerwaltungSrat wnd Samstag seine erste Sitzung abhalten und sich voraussichtlich mit der Wahl deS Vorsitzenden und des Generaldirektors befassen. Als Präsidenten des Derwaltungsrats nennt man den Staatssekretär Stieler, der .sich in Fachkreisen des 3n» und Auslandes großen Ansehens erfreut. Exzellenz Stieler war feineraeit Vizepräsident der Internationalen Eisenbahn-Union und Vertreter deis Reichsver- kehrsministeriums auf der Konferenz von Genua. Den Posten eines Generaldirektors der neuen Reichsbahnaktiengesellschaft wird aller Wahrscheinlichleit nach der Reichsverkehrsminister O e s e r ein nehmen. Die Uebernahme von Regieftrecken. Paris, 27. Sept. (WTB.) Wie das „Echo Le Paris" aus Mainz berichtet, wird die Strecke Witten—Essen demnächst dem Organisations- komitee für die deutsche Reichsbahn-Gesellschaft übergeben und zehn Tage später endgültig in die deutsche Verwaltung übergehen. Amerikanischer Kredit für die deutsche Farhstoffindustrie. Paris, 26.Sept. (Lelunion.) .llnitedPreß" nulbet aus Reuhvrk, daß der A-G. für Anilin f a b r i ka t i on eine Anleihe von 2*/o Mill. Dollar soeben bewilligt worden ist. Die Anleihe mutz im April zurückgez.nhlt toerbnt Roch Ansicht maßgebend.-r amerikanischer Fincmzkrci e bedeutet die Gewährung der Anleihe den ersten Schrttt zur Wiedevaufrichtung der d-utschen Farb- stosftndustrie mit Hilfe amerikanischen Kapitals. Die steuerliche Bewertung des landwirtschaftlichen Grundver- n^ögens. Berlin, 26. Sept. (WTB.) Der Steuer- ausschuh des Reichstags hat einen Antrag Fehrenbach angenommen, der die Reichs- regrerung ersucht, zur Bewertung des landwirtschaftlichen Grundvermögens für die Vermögenssteuer und für die einheitliche und gerechte Bildung der Ertragsklasfen und die Einreihung der Grundstücke in diese Klassen sowie für eine dem tatsächlichen Ertrage entsprechende Festsetzung der Rahmensötze geeignete Maßnahmen zu treffen und mit denjenigen Ländern, welche die Steuern nach dem Grundvermögen erheben, Verhandlungen zwecks gleichmäßiger Veranlagung herbeizuführen. Eine weitere Sitzung des Steuerausschusses ist vor dem Zusammentritt des Plenums nicht in Aussicht genommen. Aus dem Hessischen Landtag. Darmstadt, 26.Sept. (Eigen. Bericht.) Der Finanzausschuß des Landtages nahm gestern eine Regierungsvorlage an, wonach budgetmäßige Grundlagen für die Fertigstellung, Weiterführung und Reuerrichtung von Bauten geschaffen werden. Für den Steinheimer Torturm in Seligenstadt, der unter Denkmalschutz steht, wurden 15 000 Mk. bewilligt. Im übrigen wurden nur kleinere Vorlagen und Vorstellungen ohne allgemeine Bedeutung erledigt. — Der Peti - tionsausfchuß sprach sich bei Behandlung eines Antrages über die Brotpreise für eine Verschärf ung der Rahrungsmittel- k o n t r v l l e aus. Rückkehr des hessischen Landtags- prüsidente». Darmstadt, 26. Sept. (Eigen. Bericht.) Die Ausweisung des Landtagspräsidenten und Bürgermeisters von Mainz Adelung ist gestern zurückgenommen worden. Der Fall Leinert. Hannover, 26. Sept. Das Bürger- vorsteherkollegium hat hÄtte in verttau- licher Sitzung auf Antrag der Fraktion „Ordnungsblock" einen Beschluß gefasst, demzufolge Oberbürgermeister Leinert gemäß der Personalabbauverordnung in den ein st welligen Ruhe st and zu versetzen und aiufzu- fvrdern ist, binnen sieben Tagen seine Aeußerung beim Kollegium einzureichen. Der Wvrtfüh ec des Kollegiums ist bevollmächtigt, alle zur Durchführung des Beschlusses erforderlichen Maßnahmen selbständig zu treffen. Dir Entscheidung des Kollegiums über den Abbau der Stelle des Oberbürgermeisters bleibt vvrbehältan. Der Qlntrag der Kommunisten auf pensivnslose Entlassung Leinerts wurde abgelehnt. Der deutsch-englische Luftverkehr. General Branckers Besuch in Berlin und Dessau. Berlin, 27. Sept. (Priv.-Tel.) Der Ehef des englischen Zivil- und Luftfahrwesens, General D r a n cf e r, hatte am 25. September längere Besprechungen hn Reichsverkehrsministerium. Die Verhandlungen hatten die Fortsetzung und Weiterentwicklung des deutsch-englischen Luftverkehr - zum Gege"jt^"ö- beiden Seiten war die Aussprache von dem Wunsch beherrscht, die bestehenden Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu überbrücken. Die Verhandlungen eröffnen die Aussicht, datz die luftpolittsche Lage in nächster Zett eine gewiste Entlastung erfahren wird. General Drancker ist heute auf Einladung von Prof. Junkers hn Flugzeug von Berlin in Dessau zum Besuch der IunkerS Flugzeugwerke und der Zentralleitung des Junkers Luftverkehrs eingetroffen. Rach der Besichtigung der Werke fand eine informatorische Aussprache über die technischen und kommerziellen Aussichten des Luftverkehrs und besonders über die deutsch- englische Zusammenarbeit statt, tn der PrH. Junkers die Rotwendigkeit der Aufhebung der Begriffsbestimmungen für den deutschen Flugzeugbau hervorhob, an berauch England mit seinem ungeheuren Kolomalbesitz ein unmtttelbares Interesse habe. General Dcancker äußerte, daß die Verhandlungen über die Gleichstellung Deutschlands tn der zivilen Luftfahrt trotz gewisser Schwierigkeiten tn gutem Flusse seien. Die Militärkontrolle. Genf, 26. Sept. (Wolff.) Wie bereits bekannt, sieht einer der wichtigsten Punkte des Projektes der Militärkommission des Völkerbundes über dre Militärinvestigatronen in den be- siegtenStaatenvor, datz die llntersuchungs- kommisfion sich aus Militärsachverständigen der zehn Ratsstaaten und außerdem den alliierten R ach ba r st aa te n zusammensetzen soll, d. h. im Falle Deutschland außer den gegenwärtigen Ratsmitgliedern Frankreich und Belgien noch die Vertreter P v l e n s und der Tschechoslowakei. In der heutigen geheimen Sitzung des Rates wurde infolge des Widerstandes verschiedener Ratsmtt- glieder gegen die letzte Bestimmung eine Kompromißlösung erörtert, nach der die alliierten kleinen Rachbarstaaten nur als Beiräte hinzuzuziehen seien. Es scheint, daß diese Möglichkeit von der Mehrheit des Rates allmählich ernsthaft erwogen wird. Ein internationales Institut für Priyatrecht. Genf, 26.Sept. iWTB.) In der Völker- bundsversammlung machte der italienische Senator Eippico von dem Entschluß der italiNischen Regierung Mitteilung, in Rom ein internationales Institut zu gründen, dessen besondere Arbeiten auf dem Gebiete der Vereinheitlichung des Privatrechts liegen sollen, und das unter analogen Bedingungen arbeiten wird wie das Pariser Instttut für geistige Zusammenarbeit, dessen Gründung anfangs dieser Woche von der DöllerbundsDcrfammlung genehmigt worden sei. Rach den von Murray gemachten Ausführungen scheint es sicher zu sein, daß auch im Schoße anderer Delegationen ähnliche Pläne zur Schaffung internationaler Institute erwogen werden. Die Kämpfe in Georgien. Paris, 26. Sept. (T. ll.) Die georgische Legation teilt mit: Die Sowjettruppen, die gegen die in der Provinz Swenthin verschanzten 2hif=- ständischen vorgehen, haben nach wiederholten erbitterten Angriffen sich unter großen Verlusten zurückziehen müssen. In den von den Sowjets befaßten Gebieten herrscht der rote Terror. Die georgische Devötterung wird unt-er- chiedslos erschossen. Aus aller Wett. Die Heimfahrt des geppelin. Wie schon kurz gemeldet, kreiste das Zeppelrn- Luftschifs um 9.55 Hßr vorm. über Berlin. In ca. 300 Meter Höhe überfuhr es das Reichstagsgebäude. Das Schiff kreuzte etuxi eine Diertel- tundr über Berlin. Auf seiner Fahrt beschrieb es mehrereSchleisen über dem Raum zwischen dem Rathaus und dem Potsdamer Platz. Das Wetter war teilweise aufllärend, so datz der Luftriese in allen Einzelheiten von der zahllosen Zufchauermenge genau beobachtet werden konnte. Hm 10.15 llhr kreuzte das Luftschiff über dem Tempelhofer Feld, fuhr eine Schleife über dem neuen Berliner Flughafen and verließ dann, nachdem es zum Abschied von der Reichs- Hauptstadt die Spitze geneigt hatte, in südöstlicher Richtung Berlin. Den Willkommensgruß der Stadt Berlin entbot Bürgermeister Scholz mit folgenden Worten: „Per As Pera ad 21 ftt a“, so begrüßte am 29. August 1909 Bürgermeister Dr. Reicke den Grafen Zeppelin, als er zum erstenmale in Berlin landete. Per Aspero ad Astra, so grüße auch ich heute namens der Stadt Berlin und namens des Herrn Oberbürgermeisters, der zur Leitung des Deutschen Städtetages in Hannover weilt, die Führer des „Z. R. 3", die sich an- schicken, der Welt zu zeigen, was das deutsche Volk nach so schwerem Krieg und Rachkriegsjahren dennoch kann. Willkommen in der R e i ch s h a u p t st a d t, im Herzen Deutschlands. Vier Millionen Menschen rufen Ihnen, dem Beherrscher der Luft jubelnd und doch bewegt Grütze zu. Der alte Graf Zeppelin hat das Luftschiff dazu besttmmt, die Vösker der Erde einander zu nähern. Möge diese Aufgabe erfüllt werden und dazu beitragen, eine Wendung in den Geschicken der Völker herbeizuführen, besser als es Konferenzen und Verträge vermögen. Rach dem großen Sohn Spaniens ist noch niemand von dem Kontinent aus auf anderem Wege als zu Wasser nach Amerika gelangt. Mit gleichem M u t wie jener wollen Sie die Reise nach dem Lande machen, das einst die Sehnsucht vieler Deutscher war. Jenen aber drüben, die von deutscher Erbe stammen, wirb das Herz höher schlagen in dem Gedanken, denen, die nach ihnen düs Land ißrer Vorfahren begrüßen, nahe zu sein. Möge Ihnen heute und immer eine gute Fahrt beschießen sein. Das wünschen wir Berliner von ganzem Herzen. Deutschs Leistungen und deutsche 'Arbeiter beweisen durch dieses Werk, datz wir uns den Platz an der Sonne nicht nehmen lassen. Die Heimfahrt des Lustkreuzers führte über Dresden—Ehemnitz—Plauen—Hof— Rümberg — Augsburg — Ulm — Friedrichshafen. Hier tauchte das Luftschiff toentge Minuten nach 5 Ahr über der östlich des Geländ^ gelegenen Mollepark auf und überflog sofort die Landungsstelle. Gs kreuzte dann längere Zeit über Friedrichshafen und wlll das Rachlassen des Windes abwarten. Seit 4 Llhr standen m strängendem Regen Hunde rte, die sich auf einem Personalausweis etne Einlaßkarte im Gelände erstanden haben dicht gedrängt vor dem Eingang des Werkes und warteten in Geduld. -Um 6.29 Uhr konnte der Kveuzer die Landung nach 331/2ftünbiger Fahrt glatt bewerkstelligen. Ser Termin der Amerikafahrt des Z.R. Hl wird bereite in den nächsten Tagen besprochen werden. Man hofft, noch in der er ft en Woche des Oktober ab- sahven zu fönnen. Das Schiff ist jedenfalls klar zur Fahrt über den Atlantischen Ozean. Auf der großen Probefahrt über Deutschland hat das Luftschiff nach.Dlättermeldungen aus Friedrichshofen etwa 3600 Kilometer in 33 Stunden zurückgelegt, was einer durchschnittlichen Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometern entspricht. Alle Teilnehmer an der Fahrt, insbesondere auch die amerikanische Prüfungskommission, sind einstimmig der Ueberzeugung, datz es dem Luftschiff möglich fein wird, ohne besonder« Schwierigkeiten den Ozean zu überqueren. Haarmann wieder in Hannover. Der Massenmörder Haarmann ist nach Abschluß der Beobachtung seines Geisteszustandes in Göttingen wieder nach Hannober übergeführt rurd im Gerichtsgefängnis untergebracht worden. In der nächsten, am 6. Oktober beginnenden Schwurgericht speriode wird noch nicht gegen ihn verhandelt, sondern wahrscheinlich erst im Rovember. Die Hochwasserschäden in Petersburg. Rach den vorläufigen Berechnungen werden die durch die lleberschwemmungen verursachten Schäden der Petersburger Industrie auf 10 700 600 Rubel geschätzt. In der Stad! ist das normale Leben wieder ausgenommen worden. Die Läden, Schulen und Theater sind wieder geöffnet. Auch das russische Museum hat Verluste erlitten. Auch aus Kronstadt werden Zerstörungen gemeldet. Der Petersburger Sowjet hat einen Ausruf erlassen, in,dem er der Bevölkerung für die geleistete Hilfe und Zusammenarbeit seinen Dank ausspricht. Tagung der preußischen Pfarrer in Gietzen. x Die Abg eordnetenversammlung der Vereinigung preußischer Pfarrer- Vereine tagte am 25. d. M. im Gesellschafts- Haus zu Gießen und wurde nach Schriftlesung und Gebet des Supernntendenten Hoppe-Blam- berg durch Gruß, besonders noch an den Ehrenvorsitzenden D. Pasch e°Dieskau, und an die als Gäste anwesenden hessischen Pfacrer von dem Vorsitzenden D. Dr. Schäfer- Remscheid eröffnet. Der von ihm vorgetragrne Jahresbericht zeigte eine rege Betätigung bei der Lösung der Desoldungsfrage und b-:r Frage der Reform des höheren Schulwesens. Eine Etatisttk über die Entwertung der Kirchenkapttalien tat gute Dienste. Das Derbandsblatt wurde mit einem Schriftleiter im Hauptamt mit dem wöchentlich erscheinenden „Deutscyen Pfarrerblatt" zunächst ür ein Jahr vereinigt, dem Bund höherer Beamten schloß man sich an, unb die Vereinigung ging aus den Stürmen des Jahres 1923/24 ge- lädt hervor. Der Jahresbericht wurde mit einer lebhaften Dankeskundgebung für den Vorsitzenden beantwortet. Eine Entschließung forderte Verlängerung der staatlichen Heber» gangsgesetze um ein Jahr, eine toettere wendet sich gegen die Verminderung des Latein in Realgymnasien und die Aufhebung des Hebräischen als ordentliches Lehrfach. Die Informierung der Landtagsabgeordneten durch die kirchlichen Behörden und die Pfarrvereine soll besser werden. Im An- chluß an den Kass enbericht wird auf künftigen Tagungen eine Zusammenkunft der Rechner der verschiedenen Vereine gewünscht. Der jährliche Beitrag wird auf 4,60 Mk. (einschl. Blatt) estgesetzt. Einen größeren Ramn^r Tagung nahm die Erörterung von Desoldungs- ragen ein, wozu u. a. Anträge von Schlesien, Brandenburg und Berlin vorlregen; es schloß sich an eine Aussprache über Pfarrerausschüsse rnd Pfarrerblatt. Die Emtvagung der Vereinigung Preußischer Pfarrervereine soll geschehen. Anträge von Berlin und Bvandcnburg beschäfttgten sich mit Beschlüssen der 17. ordentlichen brandenburgischen Provinzialsynode über den Vorsitz im Gemeindekirchenrat bei großen Pfarreien und Versetzun g int Dienst- intereffe, einer von Berlin über die Reuregelung der älmzugskosten. Bei Behandlung eines Arttrags Westfalen über Stan = kenversicherung der Pfarrer entschloß man sich, den Mitteilungen des Vorsitzenden und der Sachsen entsprechend, die Ginrichtturgen dieser Vereine zu prüfen für Sinzelvereine: eine Versicherung für ganz Preußen kommt nicht in Frage. Rach fünfstündiger nur durch das Erscheinen des Zeppelin unterbrocheMer Verhandlung schloß die Versammlung. Rachdem ein Teil der deutschen Pfarrer am Tag zuvor nachmittags, so wett man durch Sttz m- gen nicht beseht war, den Schiffenberg be- ftichte, wurde den Preußen die ihniverfitätS- bibliothek gegeigt. Ihre Desichttgung weckte beifällige Dewunderuttg. Aus Stadt und Land. ®ießen, den 27. Sept. 1924. Der Herbst als Maler. Vor wenigen Tagen hat der Herbst kalendermäßig seinen Ettrzug gehalten. Die Schönheit. des Herbstes brängt sich auf die kurze Spanne von ein paar Wochen zusammen. Wie aus einem großen Füllhorn schüttet er ferne will-; fommenen und nützlichen Gaben über uns aus.. Kartoffeln, Rüben und Obst füllen Keller, Kam-1 mern und Schuppen für die Bedürfnisse des lan-1 gen Herbstes und Winters. Die farbenpräch-1 tigen Bilder, die uns bet sonnengoldgebJven«, Sommer, diesmal nur in ein paar kurzen schonen! Wochen, beschieden hat, waren in ihrem Grundton in einem satten Grün gehalten, aber fast möchte man meinen, daß der Herbst an Pracht und Mannigfaltig^it der Farben den Sommer noch übertrifft und er unter den Malern wahrhaft Künstler und Meister ist. Alle Farbenpracht des sonnigen Sommers scheint sich in den trüberen Herbsttagen in und nach der früchtefpendenden Grnteyert in dem ab= sterbenden Laube der Baume noch einmal vereinen zu wollen. Welche Farbermuancen bieten sich jetzt unferm Auge draußen an den Bäumen der 2anbftraßen, an Wiesen- und Flußrändern, auf Bergen und Hügeln, vor den Bauernhäusern, tn den Gärten und in den Wäldern! Da und dort steht noch ein Baum, dessen Bedachung vorerst noch kaum etwas von seinem saftigen Grün verloren hat, dann treten Bäume hervor, deren Blätter eine kaum bestimmbare Farbe angenommen haben. Von einem schon gebleichten Grün spielen, sie hinüber ins Graue, oder sie fangen an, sich ins Grellgelbe zu verfärben. Dann wieder freßt man Bäume, die ganz braun ausfehen wie rostiges Eisen, in dünne Blätter geschlagen. Andere Bäume und Sträucher toieberum leuchten in die Landschaft, als hätten sie ein Kleid aus roten Stoffen angezogen. Besonders dort, wv sdfthe Bäume inmitten eines Radelwaldes stehen, er» fcheinen sie wie leuchtende Feuer, wie ein feierliches FärbensPiel zum Sommerabschied und wie ein letzter Gruß des Dankes an die kraftloser werdende Sonne. Es ist auch ein herrlicher Anblick, wenn so ein feuerroter Baum ober Dusch, der einsam auf dem Berge steht, seine Herbst- farben bis weit in die Täler leuchten laßt. Wie das Gelb, Braun und Rot noch von dem Gezweig fchimn^rt, so breiten sich die Farben auch auf dem Boden aus von dem Laub, das bereits zur Erde gefallen ist, und an manchen Stellen sieht der Boden aus wie ein bunter Teppich. Der Wind hat die Blätter durcheinander gewirbelt, das Grün hat sich mtt dem Gelb, Braun und Rot vermischt, und so ist ein Farbendurcheinander entstanden, das wie ein großes Mo- saikblld wirkt. Wer Augen hat zu sehen, den treibt es an 'sonnigen Herbsttagen unwiderstehlich hinaus in den Wald und die Flur, um sich an den wunderbaren farbenprächtigen Gemälden der Ratur zu erfreuen. Die Ratur will in Schönheit sterben, fte läßt uns in ihrem Kreisläufe noch einmal den Zauber ihrer Farben schauen — atd Abschiedsgruß und zur Erinnerung an die bunte MannigstVigdeft der vergangenen Zeit. Aber dem Herbste ist nicht zu trauen; er ist wie der April ein wetterwendischer und mürrischer Gesell. Hoffen wir, daß er uns nun bald und dann auch noch lange ein freundliches Gesicht zeigt, ehe Schnee und Eis die Mutter Erde bis zu ihrem Wiedererwachen in ihrer verjüngten herrlichen Gestalt mit schützender Hülle bedecken I Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mount Everest". — Hess. Dilderbühne: „Die Hexe". — Astoria- Lichtspiele: „Abenteuer eines Vielgesuchten". — Tageskalender für Sonntag. Hessische Webrgmneinschaft, vorm. 10 llhr: Vortrag. — Lichtspielhäuser: wie Samstag. — Gesangverein Heiterkeit. Sonntag, 26. Oktober, Konzert. (Siehe heutige An- Seige.) * Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, nördliche bis westlich« Winve, kühl, nur noch vereinzelte Regenfälle. ätschen Ps-mer am «man dmchSch^, vchrssenberg b» «Kniversitütz. e 2rsuhti§mig mefu Md Land. tat 27. Sept. M. ls Maler, 1 der Herbst Klender- alten. Die Schönheit uf die kurze Spanne tjammen. Me au# Mittel er ferne tvill- stiben über uns aut. t füllen Mer, Ram- 1 DedüchW deS tan- rü. Die farbenpröch- ü smnengvldgrb^nenr m Paar kürzen schönen Mn in ihrem Trund- "M.IÄ teafc Äs w s-lch-h°7'D SgK!}l «•frA’e iNen ü5er fttan. ■ E?Jüffw ■» Ntznden und 2*^ dieser J*räne; eine Tier- ÄSÄ ■Bcwüing schätz trvkrblati- , Jtnb ädJMR tiin9 ternJ^- ' W %? ™>> ft, lder.'^ountMa' § Aest^iag * «5 ’.«!(«!>% « n gehalten, aber fast der Herbst an P mch garten den Sammer er den Malern Vahr- ' m. I fonrriflot Sommes . HerMrg-n in Md SmtqM in dem ab- M nach tsrnttU Den rbemwßxm kneten sich i an den Mumm der Md SW"»,™, iil den Bauernhäusern, WdernI Da unhtort Ten Bedachung vorerst :ts» iSiSSl :*äS; SP £ SS ntrf W ®L“ mkes QT1 -v-r;ickT 2i' m *"L «anchkn W* we Äant>cr (F itter u1^®efb,'Wn ch mit ’ J £ S* E t wie m» ^r^jr den *•““ iN- Ä wrS »1Ä* Metze«er Mochenmarktpreise am 27. September (Händkerpreisej GS tofteten: 'Butter Pfd. 230, Matte Psd. 80, Ääfc, Pfd 60—70, Gier ©tiid 17. Wirsing Pfd. 10, Weiftttaut Pfd. 1b, gelbe Rüben Pfd. 6—10. rote Rüben Pfd 10, Spinat Pfd. 30, Rö- miflohl Pfd. 5, Bohnen Pfd. 20 25, Blumenkohl Stück 30—100, Salatgurken Stück 5 40, (Jin- machgurken Stück 3—4, Gndivien Stück 5 20, Oter-Kohttabi Stück 10, Unter-Kohlrabi Psd. 5, Feldsalat Pfd. 100, Tonraten Pfd. 25 30, Zwiebeln Pfd. 12—15, Lauch Stück 10, Rettich Stück S—10. Meerrettich Pfd. 25—50, Sellerie Stück 15—30, Radieschen Bd. 8, Kürbis Pfd. 8, Pilze Pfd. 15, Kartoffeln Pfd. 5, Aepfel Pfd. 10—15, Birnen Pfd. 6—15, Brombeeren Pfd. 50, Preihelbeeven Pfd. 80, Ztoetschen Pfd. 10, Honig Pfd. 25, junge Hahnen Pfd. 90, Suppenhühner« Pfd. 100, Gänse Pfd. 100, Rüste Pfd. 40-50 Pf * •• Der Racht-Telephvndienst In Sieben. Wie die Stadtverwaltung vor etlichen Tagen bekamttg^b, will die Postverwallunc, den bis jetzt für die aanze Rächt bestehenden Dienst auf unserem Fernsprechamt erheblich ernfchränken, wenn ihr nicht ein TeU der Kosten dieses Dienstes abgenommcn wird. Aus städtischen Mitteln tonn der Zu schuh nicht geleistet werden. Zwecks Aufrechterhaltung deS unbeschränkten Rachttcle- phondiensteS hat die Stadtverwaltung nun an di« Fernsprechteilnehmer die öffentliche 'Äusfvrterung gerichtet, ihr mttzuteilen, wer für die Beibehaltung deS jetzigen Dienstes ist. Wer sich dafür ausspricht, muf) sich gleichzeitig bereit erklären, vierteljährlich eine Lvnderzahlung von 1.80 Mk. je Anschlutz alS Beitrag zum unbeschränkten Rcvcht- telephondienft an die Post zu zahlen Diese Meldungen siüd bislang nur spärlich bei der Stadtverwaltung eingegangsr, so datz zu befürchten ist, datz die Postverwaltung zur Durchführung ihrer 2lbsicht schreitet. Zur Verhütung dieses Rückschrittes — anders Tonnte man vorn Standpunkt d«S Lstlgemeiinnteresses auS die geplante Beschränkung gar nicht bezeichnet — ist es sehr wünschenswert, datz die Fernsprechteilnehmer ihre TereitwiNigkeit zur Erhaltung des uneingeschränkten Rachttelephorbienstrs durrb die äleberirahme der vbengenamtten Sondernh'ung umgehend der Stadtverwaltung mitteilen. Man vergegenwärtige sich, datz 63 Pf. momttlich schlietzlich keine Unerschwinglichkeit sind und man im Handumdrehen auch mal in eine Lage kommen kann, in der die Möglichkeit einer nächtlichen Telephonverbindung (z. D. zum Arzt) sehr angenehm ist. ** Oberhessische- Museum und G a i l s ch e Sa m m lu n g e n. Man schreibt uns: Im Zergangenen Vierteljahr sind die Sammlungen durch Geschenk- erfreulich bereichert worden Besonders erwähn-nswerl sind' S ahlstich bei1 Obermühle, des Geburtsorts des berühmten Kupfer- stecher- 3. ®. Wille (1717-1807) aus dein Jahve 1850, Bildnis des ä.lniversitäts-Professors Moritz Carriere, Schwieg, rsvhn von Justus L « io. Um soslente Rotgeldsammlung, in der nur wenige Schein« fehlen Rosenkranz mit große i, reich geschnitzten Bkzchslxrumperlen Alte he fische Schuh- mannSrmlfoi-m. Tabaips eisen der schiel euer Art. sowie Feuerzeuge. Sauber und kunstvoll gestickt« hessische Häubchen auS der älmgegend von Marburg. Alte Handwerksgeräte, Gewichte und Haus- hattrmgsgegemtände Grvtzr Delfter Base, Fabrikat von 3oh Gaal 1707. Deleuchtungsgegenstände mannigfacher Form. Aus der vor- und früh- zeitlichen Abteilung sind zu nennen Werkzeuge aus der paläolithischeu Zeit der Periode, in der di« Steine und Äisoeben nur roh bearbeitet waren, bei Lämmerfpiel (Kreis Ossenbach). Das Material ist auS dein in allen Farben spielenden schönen Chalzedon, der dem Lchsidian in seiner Sprödigteil gleicht. On der Räh: des Fund- platzcs wurden auch Reste von Ge ätzen aus der früheren und späteren Eisenzeit festgestellt. Bearbeiteter Stein lGeschiebe» aus Ober-Bessingen Bier römische Fingerlinge. Das D ö l k e r m u s« u m tourte durch Zuwci unq von ethnographischen Gegenständen aus dem Sudan (Stifter: Ingenieur Carl G a i l-Konstanz > bedeutend vermehrt. Besonders zu erwähnen sind hochinteressante Waffen und deren Zubehör. Das Kriegsmuseum wurde durch Geschenk von Waffen bereichert. Herzlichen Dank den Gebern für die Zuwendungen. ES wird beabsichtigt, in dem Wille-Zimmer Au sla gen , die in gewissen Zeiträumen wechseln, auszustellen. Der starke Besuch der Museen zeugt von deren Wertschätzung. *• D i e Kaufmännische Fortbildungsschule wird, wie man uns nntteilt, nach den Herbstferien in neu hergerichteten Räumen der Alten Klinik untergebracht. Das Kaufmännische Bereinshaus ist für die z. Z 486 Schüler der Schule zu eng geworden. Cs verdient bei dieser Gelegenheit aber rühmend hervorgehoben zu werten, welch grotzes Interesse und welche Opfer der Kaufmännische Verein stets für die Bildung tes kaufmännischen Rachwnchfes ausgebracht hat. Wer das Werten der Schule feit ihrer Gründung 1893 verfolgt bat, mutz dies ohne weiteres anerkennen Rach dem heutigen Scheiden ter Lehrlingsschule aus dem Bereinshause, daS sie 31 Jahre lang beherbergt hat, wird ter Kaufmännische Verein seine Interessen weiterhin dem Ausbau tes öffentlichen kaufmännischen Bildungswesens zuwenten und die Räume für di« höhere Handelsschule, die bereits Gast darin ist, und die noch zu bildenden Ha n de l s s ch u l kla ss en für Bollsschulentlassen« zur Berfügung stellen. Auch die Winter-Abendkurse für Erwachsene tr-er- den terin stattsinden. Auf daS diesbezügliche Inserat in unserer heutigen Ausgabe sei hierdurch hingewiesen. " BomBersorgungSamt wird uns geschrieben: Die den früheren Offizieren usw und deren Hinterbliebenen zustebenden Bezüge für den Monat Oktober werden am Dienstag, 30. Sept, voll ausgezahlt. ** Störung i m ElektrizitätS- Strom bezug von Wölfer-Heim. Das städtische GlektrizitätSwerk Gietzen schreibt uns: Am 24. t>. Mts, abends von 6.30 bis 7.55 Uhr, wurde die Stromlieferung vom Kraftwerk Wölfersheim in Wölfersheim unterbrochen, ohne vorhergehende Mitteilung. Rachdem wir etwa 25 Minuten auf eine Benachrichtigung gewartet halten, riefen wir zuerst beim Ilcberlandtverk Friedberg in Friedberg na dem Grund des Abschaltc-ns an. Letzteres teilte mit, datz es keine Auskunft geben könne. Daraufhin wurde das Kraftwerk Wölfersheim angerufen. Dieses teilte uns mit, datz eine Störung im Krastwerk vorliegen tourte. Grund ter Störung, sowie die Zeitdauer konnten unS nicht angegeben werten. AuS SicheryertSgrldrten kaffen anr am Lage unv während ter Hauptteleuchtungszeit unsere Maschinen bis zu einem gewissen Umfange parallel laufen, um bet eintret en den Störungen im Jern- bezug einen Teil des Bersorgungsgebietes ohne Störimg mit Ctrom weiter za versorgen Durch die Abschalturig im Krafiwer! DölferSbcim wurde die Strom^ufuhr eines groben Teils tes ^leberlantmetzes längere Zeit unterbrochen. Im Heberlanbfltf)iet sind eine Reihe von Bvrhnhösen aT^ieschlvsfen, welche cbensalls ohne Licht waren. Ferner beklagt sich die Landwirtschaft bitter bar- tiJbcr, datz sie in ihren Drescharbeiten aufjer- ordentlich behindert fei. " Das Stadttheater - Abonnement betrifft eine Dirkündigrmg in unterem heutigen Anzeigenteil, d e wir ter AusmerksMnleit unserer Leser empfebten. *♦ D i e staatliche Grundsteuer für 1 92 4 betrifft eine wichtige Bekanntmachung tes Finanzministeriums in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten mögen die Berbffenl- lichung beachten. " Sine Sammlung zum Besten des Roten Kreuzes wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes angetünbigt. Man unterstütze das edle Werk ter Rächstenliebc nach besten Kräften l " Die Gietzener S t u den te n h i l s e bittet im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes um die Anmeldung von möblierten Zimmern. Hoffentlich findet dieser Ausruf zur Unterbringung unserer Studenten weitgehende Befolgung. " Wer eine Sparprämie erlangen will, beachte das Inserat ter Dezirlssparkasse Gietzen in unserem heutigen Anzeigenteil. " Photographische Aufnahmen des Zeppelinfluges über Gietzen, die wir der Liebenswürdigkeit dcS Herrn Wagner, Kaiferallee 5, verdanken, sind in den Bilderschau- kasten in unserem Geschäftshause ausgehängt. " Achtung, Ladendiebin! Das Poll- tietamt teilt mit, datz vor einigen Tagen cm^ F auensperson in zwei besseren hiesigen Schneiter- geschüsten erschien, um sich Stoffe zur Auswahl vorlegen zu lassen. Am andern Tage haben die Geschästsinhaber bemerkt, datz ihnen je ein abgepatztes Stück Stoff fehlte. Di? Person gab sich alS Frau Förster aus und steht ungefähr in den vierziger Jahren. Die Geschäftswelt sei hiermit gewarnt. ** Eine Film-Grotztat, die Aufnahme der weltberühm'.en Mounl-Cvcrest-S'pedi- tion, wird gegenwärtig im Lichtspielhaus Bahn- hofsttatzc gezeigt. Der Besuch kann wärmstens empfohlen teerten. Der Mord bei VeVersheim. Zu der Ermordung tes Dienstznädchens Elisabeth Wirth von Muschenheim, bedienstet in Bellersheim, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die 18 Jähre alte Elisabeth Wirth unterhielt mit dem 26jährigen Metzger Adolf Steul, dem Sohn eines Landwirts in Bellersheim, ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen geblieben war. Offenbar wollte Steul das hoffende Mädchen los sein, und dieser Wlinsch mag wohl auch ten Antrieb zu ter grausigen Tat gegeben haben. Steul hatte, wie vorher schon oft, die Wirth auch am Sonntag, 14. Sep- HeiF/o von TieJtlee Kindcrmefjl. |T:iV'v-f', V t- , j. ^e^'/iigung Ina J* Temper, zam Stelltechetn aterrte gegen '/L llhr auf die Chaussee 'Bellersheim—Dettenhausen bestellt. Aus dem Wege dort Pin war das Mädchen von einer Bekannten noch gesehen worden, feittem blieb es unsichtbar. Äcis Grund von Aeutzerungen, die es trüber mal getan hatte, nahm seine Dsenstberrschaft in Bellersheim an. es sei seines Zustandes wegen zu ten Eltern nach Muschenbetm gegangen und dort geWieben, wahrend die Eltern das Mädchen gewohnbeits- rnäftig bei seiner Dienstherrschaft in Bellersheim wähnten. Rur dadurch ist es erklärlich, datz das Berschwinten des Mädchens bis zum Sonntag, 21. September, in betten Orten unbekannt blieb. Durch eine Aentzerrmg, die an diesem Tage Steul selbst dem ebenfalls In Bellersheim bediensteten Bruder ter Wirth gegenüber tat, wurde man auf das Fehlen des MÜd cixrns aufmerksam. Man nenmitctc alsbald, datz die Wirth nicht mehr am Leben sei. Rach einigen Tagen lerrfte sich ein Berdacht auf den Steul, ter aber bei einem Verhör Angaben über seinen Aufenthalt am Sorrntag. den 14., abends in tei fraglichen Zeit machte, die durch Beftindungen von anderer glaubwürdiger Seite im groben und ganzen als richtig bestätigt tourten. Arn antem Morgen ging er unter tem Borgeben, er wolle pu fehrcr Arbeitsstelle in Lich fahren (teo er ledoch nicht eintraf), auf tem Fahrrad fluch 1 i g. Run erst tourte bte Staatsanwaltschaft In Gietzen von tem Borfall in Kenntnis geletzt, und bei den jetzt sehr gründlich und umfassend aufgenommenen Unterfnchungen ergab fich, datz das Mädchen ermordet tootten war und nach Lage der- Sache nur Steul al« Mörder in Betracht kommt. Die Leiche tes Mädchens wurde, wie wir gestern schon kurz berichteten, bei einer um saften den Geläntedurchsuchung im Steinbruch bet Bellersheim verscharrt aufgefimten. Rach tem Ergebiris der Ermittelungen bat Steul daS Mädchen dicht bei Bellersheim durch zwei Schnitte in den HalS, von denen ter eine unbedingt tödlich toar, ums Leben gebracht und den Leichnam dann nach tem entfernteren Steinbruch getragen. Dort hat er die Leiche offenbar in ten Stembnlch binabgetporfen, wodurch noch schwere Verletzungen am Kopfe entstanden, und dann fein Opfer unter Steinen und Schutt vergraben. Rach den erforderlichen behördlichen Seflftcl- borgen ist die Leiche jetzt von ter Staatsanwatb- schaft zur Beerdigung freigegeben ivorben. Hoffentlich gelingt es recht bald, den oieblfdxm Täter dingfest zu machen und ter verdienten Straft' zu- Äu'fiibrvn. Steul ist, wie die 6taata8 Fahrrad bat er in L.rngsdorf zurückgelassen. Wer ten Mensck-en bemerkt, möge für seine alsbaldige Festnahme sorgen, oder wer Beobachtungen gemacht bat, die zu seiner Ergreifung fübren können, setze auf tem schnellsten Wege die StaatS- anw ilischäft in Gietzen bzw. auch die nächste Poli-e.hehölte davon in Kenntnis. Hfl w Durch die Hand eines ruchlosen Mörders wurde uns unsere geliebte Tochter EEäsafosth im Alter von 18 Jahren genommen. Um stilles Beileid bittet Familie Ernst Wirth. Muschenheim, den 26. September 1924. Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. September, nachm. 3 Uhr, in Muschenheim statt. Danksagung. Fflr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels Gustav Katz sagen wir allen auf diesem Wege herzlichsten Dank. Gerson Katz und Familie. Streb*. Leuten mit eig. Wohna. ob Laben richt, wir eine Leihbibliothek mod. Film». Tcict- liv- u. Grotzstabtro' mnneein.Preis^än >' (kl. eintobl, H.'cit in Noten l> Sirfterb.iCrt nleidtnlUt. Vnnf.tnnl. EiNNNhm.Glänz.Er- folflc.VI nn.m.VhhiQbc b. verliinb. Stnv. nnt. F. F. A. -’BSSn.Rmlcl! i^028e, FranMart ffl. NlllelletK fit ietfißtttnöen und ^iidiiiügcimdiftn önnörongen liesertinertzllnisiger AuSsübrung auScig- ner Hersteüune, n.. - , Emil Matt Mnzenbach. ©tinftin- Einkauf für Wiederverkänler. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Eugen Dürr & (So., HolzhandelSa?tiengesellsd)aft,Gietzen eingetragen: Durch Bcschluh der Generalversammlung vom 2. Juli 1924 ist dci- Grundkapital auf 20000 Golbmark, ein» geteilt in 500 Stück Inhaberaktien zum Rennbetrage von 40 Goldmark herabge- seht worden. § 3 der Satzungen ist ge- ändert. Gietzen, den 20. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7455B Pserde-Versteigerung Montag, den 29. September 1924, vormittags 11,45 älhr sollen auf dem Hofe des Marstallgcbäudes. Mathilden- platz 17 dahier, sechs ausgemustcrte Landgestütsbeschäler versteigert werden. Hiervon einer «Belgier' unter der Bedingung des sofortigen Abschlachtens, ein Belgier,'14 Jahre alt, 2 kastrierte Belgier, 6 und 5 Jahre alt, sicher im Gefchirr, und 2 Oldenburger je 15 Jahre alt, angefahren. Darmstadt,! den 23. September 1924. Hessische LandgestütS-Direktion. Schörke. 7378D Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma ^Hausgesell. schäft der Arbeitgeber zu Gietzen", Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gietzen eingetragen: Direktor Thome ist als Ge» schättsführer ausgefchieden, an seiner Stelle ist Direktor Jean Ley, Wetzlar, zum Geschäftsführer bestellt. Gietzen, den 23. September 1924. _________Hessisches Amtsgericht. 7458B Hin- und Strfiraf ciuks Boilku. Die Gemeinde Merlau beabsichllgt, einen fprungiähigen Bullen anzukaufen. Angebote sind an die Bürgermeisterei zu richten. Montag, den 29. September, nachmittags 1 älhr wird am Bullenstall ein Schlachtbulle meistbietend versteigett. Die Bedingungen werden vor der Bersteige- rung bckanntgegeben. Bürgermeisterei Merlau. E ch o m b e r. 7466V ■ MM Hiermit die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frati^ unsere gute Mutter Frau Marie Schuld! geh. Ströhm gestern früh plötzlich und unerwartet im Alter von 38 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist, In tiefem Schmerz: Obertelegraphensekretär' Paul Schuldt nebst Kindern Friedel und Paul. Gießen (Mühlstr. 29), 26. September 1924. Die Beerdigung findet in Offenbach-Bürgel statt. Kranzspenden dankend abgelehnt. Owio Bekanntmachung. Betreffend die staatliche Grundsteuer f. 1924. Das am 15. Oktober 1924 fällige 3. Ziel der staatlichen Grundsteuer für daS Rechnungsjahr 1924 bleibt bis auf weiteres unerhoben. Es gilt als auf unbestimmte Zell zinslos gestundet. Besondere An- tragstcllung bei dem Finanzamt ist nicht erforderlich. Diese Anordnung bezieht sich nicht auf die Erhebung und Beitreibung etwaiger rückständiger Beträge aus vorderen Raten. ^Inberührt hiervon bleibt ferner die Einziehung der staatlichen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Darmstadt, den 24. September 1924. Hessisches Ministerium der Finanzen. Henrich. 74870 I Nutzholz-Submission Die Stadt Lich (Oberhesien) verkauft auf dem Submission r Wege: Eichen-Stämme l.Kl. 2,465fhn. 1 2. „ 0,71 „ Z g „ „ 3. „ 11,50 „ 6. " 141 >7 I Fichten-Stämme 3. Kl. 3,17Fstm. 5b „ 14,08 Die Bcrkaufsbedingungen liegen bei 14,05 21,38 4. 5a uns offen. DaS Fichtenstammholz ist entrindet, jedoch ebenso wie das Eichenholz mit Rinde gemeffen. Zahlungstermin 15. Rovember ds. IS. Angebote in Goldmark, mit der Aufschrift „Holzsubmission" versehen, sind bis zum Dienötag, den 7. Oktober dS. I«., vormittags 11 Llhr, bei uns cinzureichen. Lich, den 23. September 1924. Hessische Bürgermeisterei Lich. Böller. 7442V Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Emanuel & (So. Gietzen eingetragen: Die Firma ist er- loschen. Gietzen, den 20. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7456B Kartoffellieferung. Die Lieferung von 500 Zentnern guten lagerfähigen Speisekattoffeln für die Universitäts-Augen- und Kinderllinik Gietzen soll öffentlich vergeben werden. Angebote sind an die Kliniksverwaltung bis zum Eröffnungstermin, EamS- tag, den 4. Oktober 1924, vormittags 12 Llhr einzureichen. 7477B Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde beute bezüglich der Firma Johann Spietz & (So., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gietzen eingetragen: Moritz Levi ist alS Gefchäftsführer au-geschieden, an seiner Stelle ist Julius Levi zum Geschäftsführer bestellt. § 8 deS Gesellschaftsvertrages ist geändett. Die Defellfchaft wird, wenn mehr als 1 Gefchäftsführer bestellt ist, nur durch gemeinfchaftliche Handlung von mindestens 2 Geschäftsführern vertreten und verpflichtet. Durch Desell- fchafterverfammlung vom 30. Juni 1924 ist der Gefellfchaftsvertrag geändert und neu gefotzt. Der Isidor Berliner Ehefrau, Helene geb. Levi ist Prokura dergestalt erteilt, datz sie berechtigt ist, zusammen mit dem Geschäftsführer Julius Levi die Firma zu zeichnen. Gietzen, den 23. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7459B Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Mtntsterial- erlatz vom 16. Juni 1893 und die Ergänzungen hierzu werden Erd-, Maurer-, Eisenbeton- und Steinmetzarbeiten für den Umbau der Zehntscheuer am ßanb- gras-PhilippS-Platz zu Dietzen zu einem Pollzeiamte im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Unter anderem kommen in Bettacht: etwa 460 cbm Srdaushub, 300 cbm Bruchsteinmauerwerk, 150 cbm Backstetn- mauerwerk, 700 qm '/, Stein starke Tuff- stein- oder Backsteinwände, 100 qm 1 Stein starke Fachwerkwände, 280 qm Eisenbeton- oder Hohlsteindecken, Eisenbeton- stürze, Treppenstufen, Fensterbänke usw. Das Backsteinmaterial ist grötztenteil« vorhanden. Bedingungen,Angebotsunterlagen und Zeichnungen liegen von Dienstag, den 30. September an auf unserem Amte, Stephansttahe )8, während der Dienst- s'.unden zur Einsicht offen. Angebotsformulare können, solange der Borrat reicht, von diesem Tage ab gegen Erstattung der Herstellungskosten von unS bezogen werben. Angebote sind verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen, Postftei, bis Wontag, den 13. Ottober, vormittags 11 Albt, bei unS einzureichen, wo sie in Gegenwatt etwa erschienener De. werbet eröffnet werden. ZuschlagSfttst: 4 Wochen. Dietzen, den 26 September 1924. Hessisches Hochbauamt Dietzen. I. B.: Kuhlmann. 74440 Aepselversteigerung DienStag, ten 30. September, von vormittags 10 älhr an, kommen die der Gemeinde Lauter gehöttgen Aepfel «ur Versteigerung. Der Anfang ist an der Stratze Lauter—Wetlerseld. Lauter, den 26. September 1924. Bürgermeisterei. A f f. 74960 [Vermietungen | Schön möbliertes Zimmer Einfach möbliertes MiisiirlikiiziWkr au uerm. Ntth. Vabnbosstr. »S II. Schönes, gut möbl. ZlMkl BahnyosS- ttnb Kli« nikSnähe a. vm. [«««t Mullurler 5fr. 34 in. ihööi. gimmti au vermieten Uwe, _Ctehinrflhe <»"» I Benflon Bronöi Beuen Bane 2« Gut möbl. .limnier mit Verpslcanng. tel. lOKä. ,- u. Hand^ Fabriken II. Rang Mitte Freitag Satiao verwendet. 023681 IKechojiik ( seit 18 72 ) 75048 Vertreter: August Förster, Mag ynö Lieh ,D 2086 PttorScteM, Saasgi Kronenstratze 4 Telephon 4116 (Wöjung. Seme *rn6M.Ä*ä® I Herr» Schulbil- Vertreter sucht. 7465D 4. Anmeldung. 7503D war« Reiskirchen. Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. 30 20 17 12 9 6 Gut erh. gepolstertes Kmderstiihlehen und Verschiedenes zu verkaufen 023733 Bekanntmachung In unser Handelsregister 2lbt. B wurde heute bezüglich der Firma Bänninger, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen eingetragen: Nach Beschluß der Gesellschafterverfammlung vom 18. Juli 1924 ist das Stammkapital auf 726 000 Goldmark umgestellt worden. Gießen, den 23. September 1924. ,Hessisches Amtsgericht. 7457B düng wird Gelegenheit geboten, sich als Cbcmiker(in) Gießen, den 27. September 1924. Der Oberbürgermeister. Theaterbauverein G. m. b. H. Gießen. Union. Heute abend Kneipe im Hindenburg. Erscheinen unbedingt erforderlich. 023706 Bekanntmachung. Stadttheater - Abonnement Zugkräftige Neuheit der AuLobranche Tüchtige Herren, die in Autvmobi- listen- und Jndustriekreisen gut ein- geführt sind, gesucht. MWettMiW toa? Kapital für Lager zu vergeben. Angebote unter F. V. Z. 949 an Rudolf Masse, Frankfurt a. M. ,uoss ttmderbett zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 023717 an den Gieß. Anz. «.Snschneibeknrfns an. — Ferner empfehle ich meine MMneiderei i in feinen Damen- u. Kindergarderoben Frau S. Bornemaun Damenschneidermeisterin Großem LLeinweg 14. ivahtd.Vorstandes Anträge. 7‘7Oc Der Vorstand. abzugeben hat 7489D (vom einfachsten bis ZUM elegantesten) melde sie bei der (Siebener SLudenlenhilfe e. D. Bismarckstraße 16 III an. 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September 1924. Bürgermeisterei Weitershain. Reichert. Smral-Vertreterl Wir suchen für hiesigen Platz und Um- gegend einen tüchtigen Vertreter für großeSchlagerderLebensmittelvranche. Einzig und Konkurrenzlos. Für die ständige Unterhaltung des Fabrikwarenlagers sind 2 - 3000 Mk. erforderlich oder Sicherheit. Jedes Lebensmittelgeschäft, Konsumvereine usw. sind Abnehmer unserer Fabrikate. Großes Einkommen nachweisbar. Persönliche Vorstellung angenehm, jedoch gegen Motorrad nicht unter 3 P. 8. zuWekWsW Genaue schriftliche Angebote u. 023730 an den Gieß. Anz. WkWMM Boltsgatlel Dienstag, den 30. Sept., abends 8»/o im Postkeller: Mitgliederversammlung. TageSordn.: L Nr bciterbeweguna u. Dn. V P.» Red' nerHerr Otto Büch- scnschütz-Barmen: 2. Tätigkeitsbericht unserer Stadtverordneten; 3. Verschiedenes. Parteifreunde will- kommen.Zahlretchen Besuch erbittet 7to7v Der Vorstand. IllMW werden angefertigt und umgearbeitet. Altes Material wird empfehlen sich zur Lieferung von Rheinland und Rheinkies stN für Hoch- und Tiefbau Lager: Mainz-Kastel, Ufer. — Prompte Bedienung. AuiWunschPreisangebote. Während den obengenannten Ausgabezeiten erfolgt Entgegennahme der Abonnements-Bestellungen für Donnerstag, diese werden nach der Reihenfolge der Bestellung erledigt. Fede ge- wünschte mündliche Auskunft wird dort gegeben. Die Listen über die ^geteilten Plätze für Dienstag, Mittwoch und Freitag liegen am Montag, den 29. September in der Zett von 10-1 Uhr vormittags und 3-6 Uhr nachmittags in der Theaterkaffe zur Einsicht offen. II. Rang Rückplatz Die Ausgabe erfolgt nur wie angegeben, die am _ den 3 Oktober abends 6 Uhr nicht abgeholten Abonnements sind verfallen und werden anderweit vergeben. Da die eingegangenen Abonnements-Bestellungen überaus zahlreich sind, konnte den von den Bestellern geäußerten Wünschen nicht in allen Teilen entsprochen werden, und eine Unterbringung von mehr als 100 Abonnenten war nicht möglich. Um allen Wünschen der Theaterbesucher Rechnung tragen zu können, wird die Einführung eines 4. Abonnementstages für Donnerstag mit dem Spielbeginn um 61/, Uhr bei genügender Eini.- Inetitnt Abitur LAKL Her Mirsmiii Die Mitglieder des Gtehensr BerkehrS- veretnS haben zu den Vorführungen des Heimatfilms „9m Tale der Lahn" im Lichtsvielbaus, Babnbosstrake, (Dienstag bis Donnerstag nächster Woche! Zutritt zu dem ermäßigten Preise von 60 Pf. pro Person. Eintrittskarten sind zu haben bet S«i-»v,Plockstraße. 74S7D Der Vorstand. Wm nützt da alles Trainieren. Hühneraugen kwn inan nicht trainieren und wenn d»r Fuß schwitzt, so brennt er. Man könnte dann eher mit I uraoenmanns Schindmähre den großen Preis von Karlshorst ge- j „ *]. :n solcher Form einen Trostpreis des Sportklubs .Bierherzen*. Da hiUt weto gar nich^ a"s fleißige^Anwendung von Sanititsrat Dr .. Camne's Kukirol-Fußbad, denn es stählt die Muskeln, Sehnen und Ne^en dePs FuK verhütet Schwitzen Brennen und Wundlaufcn und wird darum in Sportkreisenhoch reti Schäste- Maschine igutgehend) zu verk. Willy Schomber Ledcrhandlung o,Z7ii, Kirchenvlatz. Wsimühle und -presse IMayfarth) zu Der!. Studienrat nimmt Schüler in Pension. Energische Nachhilfe in Deutsch Französisch Englisch. Schr. Ang. u. 023726 an den Gieß. Anz. verloren -iN Mel mil Moten. Gegen gute Belohn, abzugeben bei 023722 Pfeffer Marktplatz. Goldene Damenuhr lAnfzug m. Schlüssels in grauem Lederarmband verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belob- Eine tote Mil zu verkaufen [023748 Landmannttr. 18. Deutscher Schäferhund Rüde, reinrassig, 1—2 Jahre alt, zu kaufen gesucht.Schr. 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Dir rüfhmg und Darmoram« uon Handele der vielen 01 ter inneren l itill Seit d wn Konstanz Wnng des . ^>nstantinvp Srauiigteit Eiadt genvm “w[le mächii Kaisern entj genialische ßtombul gen lugen die Die der 2er Am 18. Ochser red Achen grö ^hDarzen Ql Der net| ein« ®c Achte, -u 8^ SsS1!, p ' Orean Äf! Ä'14 d, ncdi > eine t Ä Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesseil) Samstag, 21. septemver J924 Ur. 228 Zweites Blatt außerordentlich gen Entlohnung und yppel- ’toons- cchanik» Deutsche Auswandererexpedition nach Persien. Die Schwierigkeiten der Reise. — Gefahren und Enttäuschungen in Klein-Asien. — Wie die Deutschen in der Türkei und in Persien ausgenommen wurden. Don Hauptmann a D. Volles Schmu de. Der durch seine SiedelungSuntemehm-an- gen In Völpke bekanntgewordene Hauptmann a D. Dolles Schnrude Hal vor ci tigc 1 Monaten mit einigen Auswandeiern eine Er- pedition noch Persien unternommen, um dort dem deutschen Export neue Wege zu öffnen. Die Reise nach Persien ist für die Auswanderer mit außerordentlich groben Schwierigkeiten verbunden gewe'en Menn der . Artikel auch angesichts der herzlichen Aufnahme in der Türkei und in Persien einen bewundern ngswüröi-en Optimisinus verrät, wird man im allgemeinen doch der deutschen Auswanderung nach Dorderaiieir schon allein deshalb mit einiger Skepsis gegenüberslehen, weil cs den deutschen Einwanderern schwer werden wird, bei der Union. Heute abend Kneipe im Hindenburg. Erschtinenunbedm-tt Jugend und Bühne. Lieber die in diesen Tagen in Frankfurt vom Zentralinstilut für Erziehung und Unterricht veranstaltete Tagung „Jugend und Dühne" geht uns folgender Bericht zu: Der verstorbene Leiter der Hamburger Kunst- Halle, Alfred Lichtvark, äuherte einmal in einem Dort rag. es habe noch niemals, zu keiner Seit, eine Gesellschaft gegeben, die so ohne Kultur gewesen sei, wie die Gesellschaft der Gegenwart. Hatte er recht? Schaut man rückwärts, sagen, wir bis zu jenem Markstein unserer politischen Geschichte, zur Reichsgründung, die auch kulturell ein Grenzstein bedeutet, da hebt die Gründerzett mit all dem an, was uns eine Schamwelle nach der anderen ins Gesicht steigen läßt: in der Gegenwart Versuche von allen Seiten, eine Kultur zu „schassen". Hnd weil man Kultur machen will, geraten wir so ins Verderben. Kultur ist ßeben, wächst organisch im und mit dem Volk. Aber bei uns klafft ein Rist mitten durch das Volk, trennt die Dollsgenossen, trennt Jugend und Aller, oft Mann und Weib. Langsam fängt es an zu dämmern. In der Jugendbeweg u ng sucht sich der neue Mensch ein neues Leben. Sucht nach der Einheit von Mensch urrd Ratur, Mensch zu Mensch, Mensch zu Gott. Die Jugend sucht und fragt, findet eigene Wege, aber erhielt keine Antwort von 5er älteren Generation. Lind wie dieser Jugend das Volkslied als ein Reues ward, so entdeckte sie den Tanz, den Volkstanz oder eigene Bewegungen als ein Dar- stellungsmittel des neugewonnenen Körper- g e f ü h l s, als eine Einheit von Blut, Seele und Bewegung' und so ist ihr auch das Spiel eine neue, eigene Form jenes universellen Willens. Damit schuf sie eine neue Geistigkeit und Geselligkeit, denn die innere Bindung an das Spiel, eine religiöse Inbrunst, ist für die Spielgemein de alles. Die Jugend spielt ihre Fragen, die ihr auf der Seele brennen. mende Küste von der dunklet ßinic Kleinasiens ab. Am 24. Juni begann die wrch.nlange, schwierige und entsagungsreiche Rei e durch das Land. Zunächst ging cs mit einem Lastkoaftwag.n über Dciburt bis nach Erze rum. Das Thermometer zeigte 47 Grad Celsius. In dieser Hitze ging es dauernd bergan bis zu einer Höhe von 1800 Meter. Dann ging cs wieder in die Tiefe. Die Talfahrt war des schlechten, stellen und steinigen Weges wegen sehr gesährlich Ein rorausgefah- renes Auto, das nicht zu unserer Expedition gehörte, war in die Tiefe gestürzt und hatte sämtliche 24 Insassen tot unter den Trümmern begraben. Am 27. Juni gelang es uns nach schwierigen Fahrten, auf dem Plateau von Erzerum zu landen. Heberall in der Türkei wurden wir als Deutsche herzlich auf genommen. Qllan ahnt in Deutschland nicht, welche tiefwurzelnden Sympathien und Bewunderung der Orient den Deutschen entgegenbringt. Auf Schritt und Tritt fühlen und sehen wir das. mehr noch fast als in der Türkei hier in Persien. Hirfere Herzen sind voll von Freude über die uns gebotene Gastfreundschaft. In Persien wurden wir mit grober Spannung erwartet: Kapitän Schrnude kommt aus Deutschland mit 5000 Mann. Bald wurden es 50 000 Mann. Der Orient liebt die üebertrei- bung. Aus ein paar Rullen kommt cs dabei nicht an. Das Gerücht mochte in recht starker Betonung bis an die Ohren der englischen Botschaft jn Teheran gekommen sein. (Sie entsand e ihren Militärattache an die türkische Grenze, wo wir in voller Bewaffnung bereits stehen sollten. Sv wildromantisch und voll prickelnder Gefahren die Reise bis Erzerum war, wir waren froh als wir die zahlreichen Minaretts dieser im Kriege so heistumstritlenen anatolischen Festung im roten Schein der untergehenden Sonne austauchen sahen. In Erzerum hat uns als einziger dort lebender Europäer, der russische Generalkonsul, ein lebhafter Verfechter der Freundschasts- id:e zwischen Deutschland und Ruhlanö mit Rat und Tat bestens unterstützt. Auch die türkischen Behörden haben uns gefördert. Zwischen dem rasch vorwärtsschreitenden klug geleiteten Persien und her neuen Türkei herrscht offenbar eine gewisse Eifersucht. So viel steht für den die beiden Länder? bereisenden Europäer fest, haft kurz über lang Persien die führende Rolle im Orient zufallen wird Am 8. Juli brachen wir von Erzerum in östlicher Richtung auf. 40 Kilometer wollten wir marschieren, wir haben cs aber nicht auf 30 am Tage gebracht. Schwer war die Berg- und Talfahrt über den hoben Delibaba-Pah in Kurdifan. Wegen der räuberischen Kurden muhten wir mit türkischer ©en» barmeriebegleitung reifen. Es übersteigt europäische Begriffe, was auf dieser schwierigen Reise türkische Pferde zu leisten vermochten. Auch wir hatten bei einer rasenden Talfahrt Pech. Mit einigen leichten Verletzungen für die Wagenin- sassen unb zerstörtem Material kamen wir davon. Am 13. Juli bereits sahen wir die schneebedeckte Kuppe des Ararat (5100 Meter) zu uns herüber- grüben. Erst am 17. Juli waren wir bei Bachasid bis auf 30 Kilometer an ihn herangerückt. Tagelang sieht man diesen gewaltigen Bergrie'en irrs Land hineinschauen. In Dahasid begann eine arge Leidenszeit für uns. Hnfer Geld war aus- gegangen. Auf telegraphischem Wege Geld zu beschaffen, war unmöglich. Im Lager von Kisi° laife, zwei Wegstunden von Täbris, trafen wir mit einem türkischen Generalkonsul zusammen, der uns half, dne Reise bis zur ersten persischen Stadt fortzusetzen. Am 29. Juli konnten wir unsere Reise fortsehen. Run ging es am Ararat vorbei. Der Tag war einer unserer heißesten Marschtage. Sechs Stunden ofmc Wasser und dazu eine Hitze von 55 Grad Celsius in der Sonne und 47 Grad im Schatten. Leider aber fehlte uns der Schatten gänzlich, außer dem Schatten unserer Pferde und Wagen. In einem Kurdenlager, vor dem man uns in Bayasid gewärmt hatte, machten wir Mittagsrast. Ms die Kurden hörten, daß wir Deutsche seien, freuten sie sich und erklärten, sie wären mit den Deutschen gute Freunde. Aber in der Hauptsache kam es ihnen wohl auf unsere Waffen der Genügsamkeit der eingeborenen Arbeiter mit diesen die Konkurrenz mit einiger Aussicht auf Erfolg aufzunehmen Cs sei deshalb allen Auswanoerungslustigen in ihrem eigenen Jnteoefse dringend geraten, vorher bei den zustärrdigen deutschen Gesandtschaf iSkonsulaten oder dem Reichswan- berrrngsamt in Berlin genaue Erkundungen einzuziehen, wenn sie vor bitteren Enttäuschungen bewahrt bleiben wollen. Die Red. TäbriS, 1. Sept. Länger als wir alle gedacht hatten, dauerte Unsere Reise von der Hermat bis hierher. Am 4. Juni trug uns ein elegantes Schiff über die Donau nach Budapest. Belgrad und Rustschuk in Bulgarien. Von hier ging es am 7. Juni mit der Bahn nach Varna, dem ersten größeren Hasen Bulgariens am Schwarzen Meer. Von Cöama reiften wir am 9. Juni über Burgas nach Konstantinopel. In Bulgarien begegneten wir überall herzlichen Sympathien, stellenweise sogar spontaner Begeisterung. Ms man hör e daß wir Deutsche seien, war der Jubel groß. Ain 12. Juni fuhren wir bei Regenwetter durch den Bosporus ins Goldene Horn, dem einzigen Hafen Konstantinopels. Eigenartig berührte es mich, nach acht Jahren all die Stätten wiederzusehen, die ich während 'des Krieges erstmalig betreten hatte. Wo ehedem stolz die deutsche Kriegsflagge von den Masten der deutschen Kriegsschiff wehte, da sah man jetzt nur Handelsschiffe fremder Länder Kein deutsches Schiff grüßte unser suchendes Auge. Verlassen lag die lauschige Bucht von Stvnia. wo einst die „®ocben“ und die „Breslau" Hnlerschlupf nach ihren vom gesamten Orient bewunderten Heldentaten im Schwarzen und Acgäi- schen Meere suchten und fanden. Verlassen auch die Stelle, wo einst der „Kvrkovada" und der „General" gelegen. Das war die alte Drücke zwischen Stambul unZ> Pvva. 24 Stunden kamen wir mit unserem Dampfer zu spät in Kvnstantdnopel an. Der Dampfer, der uns nach Tvapezunt bringen sollte, war schon fort. Das war für uns ein Verlust von sechs Tagen. Wir nutzen die Zett zur weiteren Ausrüstung und zu Ausflügen im Bosporus und im Marmarameer. Im Goldenen Hom wimmelte es von Handelsschiffen. Traurig war der Anblick der vielen arbettslosen türkischen Schiffe. Infolge der inneren Wirren des Landes liegt der Handel still. Seit der Verlegung des Regierungssitzes von Konstantinopel nach Angora und der Aufhebung des Kaiserreiches und des Kalifats liegt Konstantinopel wie von düsterer Schwermut und Traurigkeit befallen da. Das Leben ist dieser Stadt genommen. Dahin ist die Pracht, die das uralte mach'ige Stambul unter feinen osmanischen Kaisern entfaltet hat, dahin das farbenreiche orientalische Gepräge, dahin, was Stambul zu Stambul gemacht. Verödet, zum Teil verbrannt liegen die Paläste des einstigen Kaiserlichen Hcarses. Die Hohe Pforte gehört der Geschichte und der Vergangenheit an. Am 18. Juni ging es auf einem türkischen Dampfer recht und schlecht nach Tvapezunt, dem östlichen größeren Handelsplatz der Türkei am Schwarzen Meer. Wunderschön hob sich die schau- Diese Andeutungen werden genügen, um za zeigen, daß die Tagung „Jugend and Bühne", die in Gemeinschaft mit dem Dühnen» vollsbund, dem Rhein-Meinischen Verband süo Vollsbildung, der Hessischen Zentrale für Volksbildung und Jugendpflege in Foankpart vom Zentralinstitut für Erziehung and Unterricht (Berlin) veranstaltet worden war, vor einer Fülle von Problemen stand, deren Abgrenzung voneinander man wohl näher kam,, nicht aber ihrer Lösung. „In Vorträgen und Ausführungen sollte gezeigt werden, Wiedas hi überlieferten Stoffen und Formen erstarrte Schüler» und Laienspiel neu belebt werden kann, and wie sich aus dem Gemerirschstsgeaist der Jugend neue, der Zeit angemessene Ziele für dramatische Dar- stellungen ergeben können." Es zeigte sich schnell, daß die Tagung dreierlei darstellte, ein psycho- logisch-pädagogisches Seminar, einen Kursus, über das Wie und Was des Spieles und zum Dritten eine Tagung über das Problem „Jugend mb Bühne", das sich bald in den Vordergrund stellte und die Frage des Laienspiels und des Der iss» th«tters, beide als Kulturfaktoren, in die Verhandlungen einbegriff. „ Heber „Möglichkeiten unb Grenzen des Jugendspiels" sprachen GeorgGöksch (Derlin) unb der Dichter Leo Weis man tel. Die Grenzen finb das Berufstheater einerseits und der „Lebensraum" der Spielenden anderer» seits. Das heißt, die Jugend will und maß das spielen, was ihrem Mter unb ihrem „Gerstesraum" gemäß ist. So spielt die christliche Jugend nicht die alten Sagen und Legenden, sondern sre wlll in ihrem Christgeburtsspiel Christus finden, in ihrem Passionsspiel die Erlösung erleben, die der heutige Mensch sucht. Der J rgend- kpieler spielt sich unb feine Probleme, er spielt aus einer Gesinnung mb feiner Rot heraus, einer Gesinnung, die zum Glauben sich weiten kann. . „ . Auf den notwendigen Kontakt des Laienspielers mit dem Zuschauer wies Direktor M e 1 ß - Kiss«' DkO verbötet J’jebei»- pfen"1 4 /Wj W ° tiidt 299/10- -r ficPw' rb- WWMWst > ST*« eStz» * WMuueS. Vortrag: Das deutsche „es® GinLlnetltnt AbiturBl01 ’V' 66 Wen Die Mitglieder des Gießener BerkehrS- oereinS haben ju den Vorführungen des Heimatfilms „Jm Tale der Lahn" Im Mtivielbaus, Babnboiitraßc, : iDienStag dis Ton- > nerstagnächsterM t chel Zutritt zu dem - ermäßigten Preise , vonMPs.vro Perlon. Eintrittskarten , find zu haben bei 1 Herio.Plotfitrabt hrnj) Dgj Fon luil an, die sie uns abzukaufen versuchten. Rach vier weiteren Marschstunden tarnen wir zur türkischen Grenzstation. Hier wurden wir von dem türkischen Oberleutnant Reschmedia-Essendi überaus herzlich empfangen. Er war in Sibirien mit deutschen Kriegsgefangenen züammen und batte leidlich Deutsch gelernt. Dci ihm hatten wir für einige Tage Gastfreundschaft. Es toanem er» quidenbe Tage nach schweren Strapazen, die an die Ausdauer der an der Expie Spiel« schar Der JugenD-Hochschulgemeinde zeigte in dem „Gevatlser Tod" (von K. Mirbt) em charakteristisches Spiel Der Jugend mit seinen Fragen ohne Arttwort. Ein ftisches, lebendiges Stück, aus Der Jugendbewegung entstanden, künstlerisch wertlos, aber lebcnDig spielte die Frankfurter ArbeiterjugenD: Spiel- manns Schuld. Bon hier aus führen Wegc zu eigenen Stücken der Jugend. Ein von Symbolik triefendes Spiel „Media vita" der Frankfurter Quickborner und Jungborner, wollte einen neuen Glauben (oder Den alten katholischen in neuer Form?) zeigen. Es wurden Dabei alle MarienlieDer und Sterbelieder aus Dem Zupfgeigenhansl gesungen. Der Sinn blieb rätselhaft. 2lls Abschluß sah man von Frankfurter und Offenbacher Reudeutschen lebendig, ohne Pose gespielt, den „Teil" von Weinrich. Es ist der Teil Der heutigen Generation und Det? $eU der Jugend: aus Schiller bereichert, mit Sprechchören des Bolles, einfach und wuchtig und ohne das Schillersche Pathos, das nur Der Bern fsschauspieler sprechen kann. Wenn auch die Tagung wenig Positives brachte, im Regativen war sie um so wertvoller, und hieraus sind die neuen Wege ersichtlich, die hinführen zu einer neuen Bühnen- fultur und Damit hoffentlich zu einer neuen deutschen Kultur. Hch. R. Proschold. Genannte zu ordern X*$öxxte Den ©TOöttMfttmEtttrr 0 te i g I e&e r txm 5nmlfurt, t*e anöere Seite verzichtete auf einen Vertreter. Der Vvrlihente deS UntersuchungsausschujseS, Vet^sordneter Dr. Leuchtgens, berichtete über die Sache und betonte, daß er die Untersuchung durchaus unparteiisch geführt Hube. för verlas fobami das Gutachten des Sachverständigen, welches zu dem Schluß kommt, das) keinerlei Mißstände vvrlägen und daß die Preise sich durchaus in normaler Höhe betoogtcn. fötal noch l-eigegebenes Urteil eine- Mitgliedes des Frankfurter Liefbculcimtes (t-echn. Inspektor Ulrich- kummt zu d.'mlelben Resultat. Vach längerer, teilwei'e sehr erregter Aussprache legte Beigeordneter Dr. Leuchtgens einen Antrag vor, „nach welchem nach den von Stadlbaudirektvr Bra u da ch-Gteßen unoöta t- baumeister Steig le der ' Fr.inksurt erstatteten Gutachten keinerlei Mihstänte Vorlagen. Das Ausschreiben der Arbeiten sowie die Vergebung seien ordnungsgemäß erfolgt, we)er dem Stadtbauamte noch dem Bcmavsschusse feien irgendwelche Verstöße nachguweiseu und die Anschuldigungen seien durchaus haltlos. Die Stadtver- vrdnetenverlammlirng nä forme zustimmende Kenntnis von den Gutachten." Der Sp echer der Sozialdemokratie erklärte sich nicht einterf tarnten mit diesem Anträge und verlangte die Ernennung eines neuen Sachverständigen, welche Forderung aber aus großen Witerspimch stieß. In der Abstimmung wurde der Antrag LeuchtgenS mit 15 gegen 11 Stimmen lSozialdmrokraten und Kommunisten anaenommcn. Der Dürger- meister faßte dann tu einem Schlußworte nochmals die ganze Sache zusammen, wies ebenfalls auf die Grundlosigkeit der gegen angesehene Männer Haiti gegen die Behörden erhobenen Anschuldigun- geil hin und bat den Stadtv. Iokob um Zurücknahme seiner Beschuldig» naen. Dieser erklärte, er sei durch Uebevarhettung körperlich so zusam- mengebrvchen, daß er heute nicht in der Lage sei, einen Entschluß zu fassen Hieraus erklärte Stadtv. Gebhard, (®n), daß er und seine Parteigenossen in Zukunft mit Iakob In keinem Ausschüsse mehr zusammenarbeiten würden. . Dieser Erklärung schloß sich Siadtv. Füller namenS der D. BP., Schröder namens des Zentrums und Heß namens ter Handwerkerpartei an. Kreis Schotten. Schotten, 26. Sept. Unsere Landwirtschaft bringt den landwirtschaftlichen Schulen, die in der Aachkriegszeit stark vermehrt wurden, immer noch nicht das weitgehende Interesse entgegen, das sie beanspruchen mußten. Im vergangenen CSinter war die hiesige Schule mir von 14 Schülern besucht. In diesem Iahre laufen die Anmeldungen so fpärlich ein, daß diese Zahl kaum erreicht werden dürfte. Sollte die Landwirtschaft unserer Umgebung sich nicht noch in letzter Stunde besinnen und ihre Söhne bewegen, die Landwirt» • schaftsschule zu besuchen, so müßte mit der Auslösung Der Schule gerechnet werden, was nur zu beklagen wäre. ed. Eichel«dorf 26. Sept. Die Kartoffelernte hat dieser Tage In unserer Gemarkung begonnen, und eS lassen sich schon jetzt Schlüsse auf ihr Ergebnis ziehen. Die Knollen .sind trotz der anhaltenden nassen Witterung ziemlich dick, und die auf dem Morgen geerntete l Menge ist befriedigend. Aber fast ein Drittel der Früchte ist angefault, und mancher Land- f wirt, der durch Kartoffelverkaus feiner alb.' schwachen Kasse etwas auf Helsen wollte, wird '* kaum seinen Bedarf ernten. Bitter rächt es sich in diesem Iahre, daß man den Anbau „roter“ Kartoffeln fast gänzlich aufgegeben hat, denn diese sind fast durchweg gesund und liefern Massenerträge. Kreis -Ilsfeld. r -4- AlSselb, 26. Sept. Die 1 4täglgen Herbstferien an den hiesigen Schulen (Ober- real-, Gewerbe- und Stadtschule) beginnen nächsten Montag. - Bei der gestern hier stattaefundenen Ob ft bet ft etgerung wurden für Aepsel hohe Preise erzielt. Zum Teil wurden über zehn Mark für einen Korb voll bezahlt. — Die vor einigen Monaten ins Leben gerufenen Schulsparkas- f e n weisen an allen Orten des Bezirks erfreuliche Resultate auf, so daß mehrere derselben sich an der Sparprämienverteilung beteiligen rönnen. Durch das anhaltende Aegenwetter hat sich die Kartoffelernte schon dermaßen verzögert, daß, zumal alle Anzeichen auf einen frühen Winter Hinweisen, die H e r b st b e ft e 11 u n g nur zum geringen Teil erfolgen kann. Starkcnlmra irnd Rheinhessen. * Darm stabt, 26. Sept. Die hiesige WohnstngszuteilungS - Kommission batte das Gesuch her Ettern eines städtischen Beamten abgelehnt, weil sie nicht borgcmerCt waren. Der Oberbürgermeister erkannte die wiederholte Gntscheidung der Kommissten nicht an und totes dem Ehepaar eine Wobnung zu. Davcvuf hat jetzt die aus drei Mitgliedern bestehende Kommission ihre Tätigkeit eingestellt. Hessen-Nassau. spd. Frankfurt a. M., 26. Sept. Seit Monaten wurde die Feuerwehr durch blinden Alarm fast jede Nacht aus der Au he ailfgesrl/eucht, ohne daß es gelang, des Täters babbafl zu werden. Nun wurden feit einigen Tagen sämtliche Feuermelder der Stadt aufs scl-ärsste durch dienstfreie Feuerwehrleute bctoad)t. In der vergangenen Aacht gelang es, den Täter auf frifd/er 5xit zu ertappen und s e st zu n e hm e n. Es handelt sich um einen ehemaligen Feuerwehrmann, der zuletzt S 6)u l ha n s v e r wa l le r war, aber sein A m t wegen schnmtziger- Geschichten mit Weibern niederlegen mußte Aus Rache spielte der Alaun feinen ehemaligen Kameraden allnächtlich den Seyavernaek. daß er sie von irgend einer Stelle aus alarmierte. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Es war vorauszusehen, daß die Anleihe- Hausse zusammenorechen würde, sobald die zu^ ländigen Behörden, über deren Stellung nach allen bisherigen Erfahrungen kein Zweifel sein konnte, und die politischen Parteien vor die Notwendigkeit gestellt wurden, sich ganz bestimmt zu entscheiden. Der Gedanke, daß das durch die Geldverschlechterung entstandene ilnglücf wenigsten- dort durch Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln etwas gelindert werden müßte, wo die betroffenen infolge Alters ober Krankheit nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft über die Schwierigkeiten Hinwegzukommen, hat erfreultcher- tocife die Zustimmung des Llnterausschusses im Reichstag gefunden Darüber hinaus verbietet sich aber bei der jetzigen Finanzlage des Reiches eine allgemeine Aufwertung. Für eine fernere Zukunft wird man wohl noch auf einen bescheidenen Ausgleich hoffen dürfen. Diese Möglichkeiten liegen aber noch in so weiter Ferne, daß auf Iahre hinaus mit ihnen nicht ernsthaft gerechnet werden kann. Der Börse, wie dem Publikum ist aus der monatelangen Anleihespeku- lation mehr <5dy.rben als Nutzen erwachsen. Dah der Zusammenbruch der Hausse mit dem Quartals-Ultimo zufammens el, machte den Sturz besonders gefährlich. Man muß anerkennen, daß die Börse im großen und ganzen sehr vorsichtig geworden ist, und daß infolgedessen schwere Erschütterungen kaum eintreten könnten. In der Wirtschaft schreite der Heilungsprozeß sehr langsam, aber doch stetig fort. Der '^schäfti- gungsgiad in der Industrie hebt sich. Am Geldmarkt? dürste die Herabsetzung der Zinssätze verschiedenster Art — mit Ausnahme allerdings des Reichsbaiikdislonts - ebenfalls bald günstige Wirkungen zeitigen. Nach den neueren Meldungen bestehen auch günstigere Aussichten für Auslandkredite an die deutsche Privatwirtschaft, und es scheint, als ob auch die große Reparationsanleihe nun endlich aufgelegt werden könne. Es ist anzunehmen, daß nach dem Quartalswechsel auch an der Börse bald ein etwas regeres Geschäft In Industrlewerten einsetzen Wird. Aller Voraussicht nach wird di? Umstellung auf Gold- kapital bei den Großbanken und bei den groß- industriellen Konzernen wesentlich günstiger aus- fallen, als man vielfach erwartet. In unterrichteten Kreisen glaubt man z. B, daß im Stinnes-Kon^erii und im Klöckner-Konzern fast gar leine, oder doch nur eine geringfügige Zusammenlegung nötig fein werde. Man nimmt an, daß das Gescimtattienkapital ber großen Konzerne nach der Umstellung auf je 90 dis 110 Mill. Golömark kommen werte. * Zinsherabsehung der Berliner Stempelbereinigung. Wie ter „Deutsche Hantelsdienst" erfährt, hat die Berliner S'.empel- bereinlgung die bereits seit einiger Zeit erwartete ®rmäf)igwng ter Zinssätze nunmehr vorgenommen. Die Habenzinsen für bierzehntägige bis vierwöchige Einlagen find von 12 auf 9 Prozent herabgesetzt. Wie bekannt, ging die Anregung hierzu in der Hauptsache von der Reichsbank aus. Hierzu kann das „Berliner Tageblatt" noch mit- tctlcn, daß sich die Deutsche Girozentrale mit ter Stempelbereinigung über eine von nun ab erfolgende Anlehnung cm die Sähe ter Stempelvereinigung geeinigt hat. Die Deutsche Girozentrale wird ihren Einfluß in dieser Richtung ebenfalls auf die Provmzsvnrkassen geltend machen. * Der Kurs der ^prozentigen und 3' b r o 8 en t i g e n bayerischen Anleihen an der Berliner Börse vorläufig g e - strichen An ter Berliner Börse werten dis auf weiteres die Kurse, sowohl Einhettskurse wie variable, für die 4prozentigen und 3'^Prozentrgen baberifeten Staatsanleihen nicht mehr notiert, weil sich herausgestellt bat, daß die bayerische Regte- ning es versäumt bat, für die aus der ilmtoanö- (ung a»S Schuldbuch-Eintragungen ab 1. Iannar 1914 her rührenden Stücke die Zulassung zur Berliner Börse zu beantragen. In Frankfurt a. M. und München ist die Zulassung solcher Stücke seinerzeit erfolgt. * Belebung In der Kali-Industrie. Wie die tliüringlfche Staatsregierung mittetlen läßt, nehmen sämtliche 23 Zecheminternehmungen im Eisenach-Bachaer Bezirk den normalen Betrieb wieder auf. Ebenso arbeiten die Brann ko dien nmrke im Melffelwitzei Bezirk wieder in vollen Schichten. * Auslandsaufträge für deutsche Maschinen. Die Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen, F. Zimmermann A.-G. in Hakle, er- hielt aus Brasilien einen Auftrag über Lieferung von 600 großen Drillmaschinen. Die Verhandlungen über weitere MiSlandsaufträge sollen schive- ben, so daß die Fabrik bis zum nächsten Frühjahr vott beschäftigt fein dürfte. Weiter wird bekannt, daß die Leipziger Maschinenfabrik Rudolf Sack, die mit Zimmermann in einer Interessen- gemeiirschaft steht, vom Türkischen Landwirtschafts- mtntfterhnn erhebliche Bestellungen überwiesen erhielt. * Große Arbeiter-Entlassungen bei Deutsch-Lux. Wie aus Bochum verlautet, wird von der Generaldirektion der Deutsch- Lu remburgischen Bergwerks- und Hüttengesellschaft die vom GesamttetriebSrat verbreitete Mitteilung über die beabsichtigte Entlassung von 4200 Bergarbeitern ter Gesellschaft, die sich aus fünf Zechenanlagen verteilen, bestätigt. Der Grund sei in den Absatzschwierigkeiten im Rukirbergba», zu suchen. Zu tem schon teilte sich auf 200000 Tonnen belaufenden Kohlen-, Koks- und Drikettlager- beftanb müßten täglich bis zu 4000 Tonnen auf Lager genommen werten. Dies stelle eine unerträgliche finanzielle 'Belastung ter Gesellschaft dar. Daher sei die Entlassung leider nicht zu umgehen. Börsenkurse. 062 0,10 39 3,5 9,1 voll VoN voll voN voll Volk voll voll voll voll voll voll voll voll doll 1,3 3,25 9,13 L. in 6, 0 4, 10,3 28 4,75 9,40 10,50 12,1 1,70 0,3 49,25 >0,40 11 48 2 49,25 73.25 'S 16,90 .9 90 10,3 39,' 2. 0 35,50 25 B0 4,90 5,'S 11,20 17,4 1' ,6'1 14,8 14,40 17,"5 8,50 1? 25 37,5 44,2 i 2.1 2,90 9,25 4,62 S 3,12 9 3,20 2,70 F. 11,25 18,05 11 5 19,90 14 16,50 8. 3 11,90 56,75 19 2,76 9,5 4,21 .‘2,26 72, 2 18.815 21’,24 US,88 18,61 18,60 8,94 2,10 111,78 !5O,12 66,04 12,06 5,41 22, 0 71,86 10,115 1’2,12 101,01 18,41 18,10 5,92 2,14 111,22 79,72 69,76 12,50 6,39 15 5,05 I 17,25 1,2 1>A 14,25 6,1 16.25 13,90 8 2, 12 78 0,25 c6 1',8 43.6 -6 49 9,40 11 12,58 1.80 ",3 i 0.421 40,4 10 21 11 3 49,29 1 69 90 15.10 17,6 C ' 0,70 3125 36 2 2,76 2,1 10,6 0,576 1 11,70 1 3. 3,1 3,65 8 9) 9,45 2,8« 25,5 4,75 9 10.5 0,33 12.25 12.9 1,65 0,310 0,27, 10,40 10,2 43 -=9 71 14,5 17,2 8,10 " gn 39 50 34,5 8< 16 9 1,2 11,2 14,5 14,2 > 6,10 10,25 13.4 8,13 12,12 3 87 4? 1,9 2,7 ?,1 9,6 < 0,58 1 11,9 Schöffengericht. ♦ Gießen, 24. Sept. Der Ingenieur H. von Hagen ist angeflagt, im Mai d. Is. Bad-Nauheim das Vermögen eines dort Banknoten. (Offne Gewähr.) 11,90 45 26,75 6 9,25 10 8) 0,33 12,40 12.9 1/2 0,330 0,3 10,26 11 9 49 > 51,25 69 15 17 71 6,12 10,25 39,50 35,5 1.0 162 4 80 i&ahlkopfeagkeät ist meistens die Folge von unsachgemäßer Haar pflege. Die Poren der Kopfhaut werden durch Schweiß und Staub verstopft, es bilden sich Schuppen und Schinnen und das Haar wird in seinem Wachs- ttim gehemmt. Da hilft nur eine regelmäßige Kopfwäsche, die den Haarboden gesund erhält. „Schaum- pon mit dem schwarzen Kopf" ist durch i>elne überraschende Keinigungkraft und desinfizierende Wirkung das idealste Kopfwaschmittel und beugt Haarkrankheiten vor. Man verlange ausdrücklich Schaumpon Marke Schwarzkopf mit der weltbekannte» Schutzmarke „Schwarzer Kopf" und weise Nachahmungen zurück. wohnenden Elektrikers dadurch geschädigt zu haben, dah er — im ftrafredjtlicten Rückfall — durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Irrtum erregte und den Mann veranlaßte, ihnl Darlehen von zweimal 20 und 100 Mk. aus- zuständigen, mit denen er verschvcmd. Bei Aufruf der Sache stellte sich heraus, daß ter Aw geklagte trotz ordnungsgemäßer Ladung unentschuldigt ausgeblieben war. Die Sache wurde deshalb vertagt, und es erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten Haft- befehl. Eine weiter anstehende Straffache wegen Konkursverbrechens wurde zwecks weiterer Ermittelungeik ebenfalls vertagt. ■ •) Bom Rückzahfungswert. • Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (rtn ‘öfaioncn Morl mi^ebrllrfl. Buenos AVer, London, Wau porf, Japan, Mio br Janeiro für eine Einheit, Wien nti» Budapest für 100000 Änhettrn, afftl flbrtoc für 100 Liuheiteu.- Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt«. M., 26. Sept. (GigenerDcaht- berlcht des „Gießener Anzeiger".) Tendenz: Neue Baisse in Anleihen, Aktien sehr schwach. — Die Bestürzung drückt weiterhin der Börse ihren Sfem- pel auf, da ter Zusammenbruch der Anleihespekulation erftteute zur vollen Auswirkung kam. Das scharfe Angebot ter Kreise ter Spekulation in Kriegsanleihen, wobei es sich zumeist um Millionenbeträge handelt, nahm im heutigen Verkehr seinen unheilvollen Fortgang. Die neuen Rückschläge sind als nahezu katastrophal zu bezeichnen, da fast sämtliche Gattungen des heimiscten ^tentenmarktes Kurseinbußen nahezu um die Hälfte ihres gestrigen Standes erlitten. Ausländische Renten waren gleichfalls scharf angeboten und erheblich niedriger. Der Aktienmarkt wurde in empfindlicher Weise durch die Anleihebaiffe beeinflußt, besonders stark wurden in Mitleidenschaft gezogen ter Montanmarkt und der Ehemische Martt, wo die Kurseinbußen bis zu 3 Diil. Proz. betragen. Am Banka tttemnarkt traten heute mehr oder weniger Rückschläge ein, im allgemeinen war die Kursveränderung aber geringfügiger Art. Am Einheifsmarlt 6er Industriepapiere bewegten sich die Der- änderungen in mäßigen Grenzen. Das Geschäft war auf diesem Gebiete sehr ruhig. Im Frer- verkehr war die Stimmung unverändert schwach Api 2,5. Ufa 10,25, Entreprise 19,2, Krügershall 75/8, Benz 3' ,, Deck.-r Kohle 47/a, Growag 0,105. Am Geldmarkt halten sich Termins- und tägliches Geld zu unveränderten Sähen Am Devisenmarkt belebte sich das Gefchäst im Usancenverkehr. Der französische Frank wird gegenüber dem englischen Pfund mit 85, gegenüber dem Dollar mit 19 Frank gehandelt, gegenüber Kabelaus-ahlung Neayork wird das englische Pfund mit 4,87'/« Dollar^umgefeht. Berliner Börse. (Eigener Drahttericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 26. Sept. Die Börse stand heute i'vch unter tem Eindruck ter amtlichen Mitteilungen zur Austvertangsfrage. De-. Kurssturz in Anleihen setzte sich tDei'rv fort. Die Stimmung ist weiter gebrüdl, da rn :n noch nicht übersehen kann, welche weiteren Folgen ter Zusammenbruch der An lei he Haus se vrelleicht nach sich ziehen wird. Bekanntlich zeigen, sich nach derartigen Ereignissen die eigentlichen Schwierigkeiten erst dann, trenn die an den kritischen Tugen betätigten Orters zur Ausführung kommen. Das würde in diesem 'Falle also erst morgen und zu Beginn ter nächsten Woche sein. Die Besorgnis vor Zusammenbrüchen ließ natürlich auch keinerlei Unternehmungslust au | dem Markte der Industriepa- piere auffommen. Alle Anregungen wirtschaftlicher und politischer Art blieten gcgemiter diesen Vorgängen wirkungslos. Es l'imnt hinzu, daß die Kreise, die am Anleihemarkt große Verluste erlitten haben, nunmehr nvtgedrungen auch Ver-, taufe i u Industriepapieren vornehmen. Hierdurch ergibt sich ein gewisser Druck auf die Kurse des Aktienmarktes. Anterersetts kann man ober auch heute noch sesfftellen, daß die seriöse Bankwett die Aussichten ter Börse für die kommende Woche nicht allzu pessimistisch beurteilt. Für dir Aktienmärlte rechnet man nach Aeberwindung ter jehicen schwierigen Tage sogar mit einer wesentlichen ‘Weiterung. Es kommt nvch hinzu, daß die Umstellungsprozeste bei den Akiicngesell'chnfien rasch fortschreiten. Am Geldmarkt war die Lage gespannt. Am Devisenmarkt zeigten sich keine Veränderungen. Frankfurter ©dreiteborfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger''.) Frankfurt a. M, 26 Sept. Es wurden notiert: Welzen 24,50 bis 25,50, Roggen, inlänb. 23 bis 23 75 SvmMergerste für Drauzwecke 25,50 bis 27 50 Hafer, inlänb. 22,50 bis 23,50. Mais, aelb, 19 75 bis 20, Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 36,50 bis 37,25, Roggenmehl 32,75 bis 33, Weizenkleie 12,75 bis 13, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Fest. Berliner ProduNenbörse. Berlin, 26. Sept. Am Prvduktennmrkt hat die Unlust von geflern sich teilweise noch verstärkt. A^nd betreibe schien aber infolge ter Chicagoer Notierungen immer noch fest. Kleie und llteizen behauptet. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, inärf. 227 bis 235, Roggen, märl. 217 bis 221, Gerste, märt 225 bis 250, neue 200 Ins 210, Hafer märt. 182 biS 190, Raps 345 bis 350, Leinsaat 440 bis 450; pro 100 Kilo: Weizenmehl 32,50 bis 35,25 Roggenmehl 31 bis 33,50, Weizen- Heie 14,50 bis '14 75, Roggenkleie 12,80 bis 13, Viktoriaerbsen 32 bis 36, kleine Erbsen 22 bis 26, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 biS 22, Wicken 17 bis 18, Lupinen, blau 13 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle, alt 15 bis 18, Rapskuchen, 14,80, Leinkuchen 25 bis 26 Trvckenschirihel 13,60 bis 13,80, Torfmelasse 9, Kartoffklslecken 19 Mk. VUncrfffliTtfrfic gtofe» . . . .. Nistrn ...... Dtinilchk 91oten ...... (Eiinflfrtie Noten ...... tzknnMtzhe g/otert ...... Ws len ...... ntnfmiHrfie Noten Vloriucfllfttie VloUn...... Dkttkfch ^eftfrr.,4ioOÄronen illiimänilche Nofen ..... Schwedische Noten ..... Schweizer g/ofen....... Svauische vtofen .. Tschechwlowoktsche Sloten .. Ungarische Nyle» . . . . ,. 4°/o Hoaiürten......... 6% Äoldmerikan« Berliner Hundcl-gesellschnsf Commerz- und Prtvof-Bcink Darmst. und gcaiionalbcutk . Deutsche Bank...... . Deutsche Beeetnöbank .... Diöcoufo Lommandit ... Metallbank........... Miifeldeufsche Tredlfbank. Qesterreichilwe Lreditanstalf Westbank............ 'Nochumer Guß ..... BuderuS ....... Laro ......... »-Luremburg...... irchener Bergwerke. . {»arvener Bergbau ...... talNoerleLlschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... rournbiiltc........... C bei bedarf Pyöutr Bergbau ...... Nneinstabl...... Wleheif Montan........ Tellus Bergbau........ Hainburg-Slmerika Paket. . . vkorddemscher tilohO .... Kberomische Werke Albin . . deinentwerk Heidelberg . . Pbilipv Holzmann...... Anglo Eont -niuano..... Badische Kiitlm..... (tbeinifrhe Mayer Alapin . . Goldschmidt.......... Grielv elmer (kleciron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . . .... RiiigerSlverfe......... kcheideanstalk Allg. VlektrtzikütS-GescNschaft Brrmnann....... Mainlrnsfwerke Schullert Siemen» A Halvke ...... »idlerwerke Kiener ..... Daimler Motoren. ..... HeNligenstaedt......... Megnin ijranffurter Armatnre« . , . /kanlervensabrik Dislnn . . Metall«,'srllMasf ^rankfart. Be, Union K d.. Schuhfabrik Herz . . . . . . Sichel ......... Mfiofl Waldhof Zuckerfabrik graltkenk-al . . Hurferfabrlf Waghäusel . . . vn Dkkkkonen Prozent Stanrhirtn. M. Berlin Schluh» fu,r» I Lchlut,. | ftlirt Schlich- llu « Schlich« Nur, Datum: 23. . 28 J. 25. 1. 26.9 6°/» Deuttche NelchSaNleib« <% Deutsche RetchSanletlje . 97?/« Deutsche Retchsaulelh« 3°/n Deutsche Reichsanleihe Deutsche Loarprämienanleihe C/o Preuhtschc KonsolS • . . 0,79 > ,9 0.9 0,400 0,510 0,700 1,1; 0,18. 0,725 0,121 1,110 U,6dÜ 1,55 1,30 1,65 1,2 6 0, >5 1 6,42 0, 1 0,5 1,16 0,3 0,8 4tifieffcn ......... 1,4 — 1,9 1,2 0.8 1,15 1 3°/o Hellen........... 1,1 0,8 1 35 1 Deutsche Wertb. Dollar-?lnl. 4,2 4.2 42 4,2 dto. Döll.-Schatz-Amretiug.°> — 83,5 85.5 85,5 "5. Septbr. S6 Septbr. vie^art. 25. \ ?.c>. Amtliche gioNernua -linrlich: 'lorl’r.t ! i Geld | Bri-l Geld ! frier lllmst 'Nott 181,09 1(2,81 20,05 161,99 voll »oll Drss. ^itikw 19.U95 VA. v vol! 1011 Ehristichlia. ! 8,-15 hB, 6 '8,35 50,63 voll voll Kopenhagen 72,32 72,78 72,07 72,43 voll n oll Storkliolm . 111,37 111,93 111,37 111,9 voll soll HelssngforS. 10,49 10,55 10,13 10,6$ voll voll Italien. . . 18,35 16,45 18,835 19,33 18,4 voll voll London. . . 18,745 18,745 18,83 > vol! voll Neupork . . 4.14 er,oz 4,21 4,1 J 4,21 voll vott Pari«. . . . Schioei, . . 12,21 80,075 22,12 52,24 voll voll 79,075 79,9.) 80,30 voll voll Spanieu . . »5,20 »5,64 03,21 b5,5t voll voll Wen in D.» 5,92 6,94 12,61 f?eff. abgest 5,92 12,621 voll voll Prag . . . . 12,565 12,86 voll voll Budapest. . Buen. Nire« 8,41 1478 8,08 6.43 1,483 3,08 AS voll voll voll voll Bulgarien 8,0/5 8,595 voll vott stapan . . . Nto de Jan 1,679 1,689 1,576 1^85 voll »Oll 1,305 6,405 8,01 12.28 IV95 5,SS M9C- voll voll Belgrad . . 5.R9 6,91 voll voll Lissabon . . 12,22 12,22 '2,28 voll voll werkln, 2«. Sept.____________ Geld | Prie' Newark. 12,80 b'S 13. ÜungspiMsle bei ten rt|(fnxittn. ÄmGeld- arnit. An Debilen- JeränderuilM. reihebörse, ,Gieffener Anzeigers 16. 6al. Es tourten 25,50, Ä?ggen, inlänb tüt Drauzw?ie 25,5) !2,53 bis 23,50, Mai?, neM, Inlänb., Spezial 0, chl 32,25 bis 33, Mi- Meie 12,50 bis 12,75 Pelus^e" W W Uirbislö.LchiM. bis 19, Kerrabwe, a 480 Leinkuchen 2d bl ,is 13,80, TorftnelalteS, mTfen&otfe. 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'Duvall lächelte. „Sehr einfach, Herr Hodg» man. „Sehen Sie diese Vrandmale aut dem Lack >* ®r deutete auf einige Flecken auf der Kante „Die finden Sie bei allen 3tgarcitanxmd?cm!‘ ®r sah einen Augenblick zum Fenster hinaus. „Zimmer erzählen viel über ihre Vewvbner. Zch habe z. D. diese Lanahan nie gesehen, aber ich weist, dab sie im Vett liest, mit einer slunrp en Feder schreibt und eine ßtnfierin ist Zch könnte Ihnen noch allerlei weitere Einzelheiten über 1i< mitteilen, aber ich will Sie nicht d.rrnll auf halten!' Er schmunzelte vergüngt, als er Sob-imani Staunen sah „Alles höchst einf — tatsächlich Och schließe das eben aus mancherlei Dinge i h ci im Zimmer. Hier ist etwas," sagte er und h i eine rostige Stahlfeder vom Schreibtisch auf „DieS beweist, dab sie mit einer stumpfen Fede, schreibt, ferner ist die rechte Spitze abgenützt alfc schreibt sie links. Urtb hier was anderes!" „Dies Licht benützt niemand, wenn er nichi nachts im Veit lelen will. Die anberen im Zinr- mer sind mehr als ausreichend für die Ve rich- tung. Und dieses Licht hat viel gebrannt, nxii Sie an der geschwärzten Dirne sehen. Vemerken Sie, wie die Weibe Farbe am £>bcrt.-tl d?S Vet!es, gerade unter dem Licht, durchscheinend ist ? Das kommt daher, dab ein Kissen allabendlich daran gerieben wurde." Er wandte sich der Türe zu „Ratürlich hoben diese Einzelh.iten in unterem Falle vermutlich keinen Wert, aber ich benwr'e sie eben. Es ist die Macht der Gewohnheit!" (Fortsetzung folgt.) Möbel erster Architekten. 7506c Werkstätten im Hause. Ertra-Versand-Abteilung Mittag. 1., anö Dltnstag, 2. lllkadn. relntage Mer geschlagen MödM«Z.M«,ÄS.:LMWU Giehen, Bahnhofstraße 29 in guter Verarbeitung und gutem Material CSfhlfiflimnwr weih lackiert, innen Mahagoni gebeizt, oder hest Eiche, 3UJlu|jlUlluCl mit 180 cm br. 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Oktober, abends 8 Uhr, beginnt ein Kursus für Fortgeschrittene in modernen Tänzen Privat - Unterricht zu Jeder Tageszeit! Gefällige Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. - Renovierter and vergrößerter Tanzsaal mit Parkettboden 7888D Tanzinstitut Th. Bäulke Wolfstraße 21, Ecke Licher Str. Tel. 1055 Zur Verlagswerke Adreßbuch der Stadt nnd des Kreises Siegen nebst Betzdorf, Daaden, Herdorf, Wissen und Bürgermeisterei Kirchen sowie Altenkirchen, Hachenburg und Marienberg und Adreßbuch der Stadt und des Landkreises Wetzlar, des Dillkreises und der Stadt Weilburg haben wir mit Zustim mung der betreffenden Behörden erworben. Wir werden dieWeiterarbeit an diesen beiden Adreßbüchern durch unsere besondereVerlags- abteilung durch führen und die Fertigstellung tunlichst beschleunigen. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir eine Gewähr fürrichtige Ausführung der dem früheren Verleger erteilten Aufträge nur dann übernehmen, wenn uns -eine Abschrift des Auftrages und der Texte mit Angabe bez. der etwaigen Klischees zur Nachprüfung des übernommenen Materials spätestens bis Ende d. Mts. eingesandt wird. Textänderungen können noch berücksichtigt werden. Zahlungen sind für die Folge nur an uns zu leisten. Postscheckkonto Cöln 25553 Sparkassen-Giro Siegen 75 Nähere Mitteilung über die Erscheinungstermine folgt in Kürze bzw. erteilen unsere Vertreter, welche die unterbrochene Außentätigkeit jetzt aufnehmen. Willi. Vorländer, Siegen, Verlagsabteilang, Buchdruckerei Verlag der „Siegener Zeitung“. L_ ____________7<51D J öl 0£MM Spezialität! AlleWaagen //empfiehlt und werden II 1\ eichfähig hergestellt. 86rlSiUmivf.Neuenw.42 Mein diesjähriger TanaKtenWit beginnt am Montag, 1 S.Oktober Gefällige Anmeldungen nehme ich von heute an zu jeder Tageszeit entgegen 6858V Karl Schmidt, Tanzlehrer Derbeste Magenlikör ist der Echte Kola-Nuß-Likör 7452 D ans der Likörfabrik Hermann Cramer, Cassel In Gießen zu haben in den Feinkostgeschäften und Restaurationen Nach mehrjähriger besonderer Beschäftigung mit den Methoden der Uebungsbehandlung und der körperlichen und psychischen Erziehung habe ich mich in Gießen als prakt. Arzt niedergelassen. Dr. Hermann Anbei Keplerstraße 71 Sprechstunden: 11-1 und 2—3, Sonntags 12. Wascheirnlchtimgeg Badeeinrichtungen jeder Art ---Großes 7t,aa Lager aller Wasch- und y. Toiletten - Gegenstände J bei Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 Die Ziehung J M1. filnfie 24. (250.) »W MiMMl gMll-WWe beginnt wieder am 10. Oktober Lose —---—---------— ä Klasse ' J( 3 Jl 6 ^12 ^24 sind, solange noch Vorrat, zu beziehen durch bte Staat!. Lotterie-Einnehmer in Gießen: Vuchacker Flimm Legler Neuen Bäuell Walltorstr.63 Südanl.5 Hansa - Handelsschule IkWAM staatlich geprüfter Diplom-Handelslehrer Diplom-Kaufmann beeidigter Pücherrevisor Tel. 821 Gießen Tel. 821 Vleichstrahe 5 Am 14. Okt. beginnen folgende Kurse: 1. Fahreskurse 2. Halbjahreskurse 3. Höhere Handelskurse ' 4. Kurse in technischen Fachern 5. Kurse in Handelsfächern 6. Ergünzungskurse 7. Praktikerkurse 7482a 8. Akademiker-Kurse 9. Sprachkurse 10. Kurse in EinzelfSchern 11. Sonderkurse (P^vatunterricht). Alleinige Priv.-Handelsschule am Platze, deren Inhaber staatl. geprüfter Lehrer und Fachmann ist und daher die De- fähigung und die Berechtigung besitzt, die Schulleitung selbst zu übernehmen. Unverbindliche Auskunft bereitwilligst. Ausführliche Prospekte kostenlos. Anmeldung täglich. HypoMen-Kapital I an 1.Stelle, nicht unt.Mk. 10000.-, für | Gemeinden nicht unt. Mk. 300 000. -, besorgen ohne Vorschuß zu günstigen Bedingungen Schaumberger & Sohn Ludrvigstrasze 30 023716 Sprechzeit: 8-10 Uhr norm., 2-4 Uhr nachmittags, 7—9 Uhr abends, außer Montag und Dienstag. (gegründet 1889) Mei Keine Wartezeit! Sofortiger Anspruch! Sterbegeld 250 Mark! Beitrag pro Sterbefall 25 Pfennig! Aufnahme bis zum 45. Lebensjahre! Nähere Auskunft über Aufnahme usw. erteilen die Herren Schreinermeister Reitz, Ederstratze, und Schneidermeister Diehl, Seltersweg 62. 7050D Metallbetten Stahlmatr., Kinderbetten, dir. an Prtv., Kat. 31 N frei. Elsen- mflbeUabr. Suhl i.Th. Achtung!| Bon Mittwoch, den l.Oktob. ab verkaufe ich auf dem Güterbahnhof zu Gießen bayerisches Weißkraut zum Einschneiden, per Ztr. 5 Mk., bei Entnahme von 3Ztr- 4.80 per Ztr. frei Haus. Bestellungen nimmt entgegen Elise Weißmann Fraukfurt.Str.144 Postkarte genügt. Praxis geschlossen bis 5. Oktober 1924 Zahnarzt Dr. Petsch Vertreter: Dr. Buchinger, Liebigstr. 7438V Dr. Geyer nimmt am Montag,dem 29., seine Tätigkeit wieder auf. 7435V Handelsschule Hermes s s s Gießen, Bahnhof- straßeöO, Tel. 1097. 15.Okt.BePnn _______— neuer Halbj.- und Jahreskurse. Höh. Handelsfachklasse. Ael- teste und erste Handelsschule am Platz Erstklassige, akademisch gebildete Lehrkräfte. Prosp. frei. Anmeldungen täglich. Unverbindliche Auskünfte erteilt die Schulleitung DiplomHan- delsl. Uh/emann. IsM.KkMtti.MM ist stets frisch gebrannt sb unserem Werk am Bahnhol In Bieber oder per Waggon, Lastenzug und Fuhrwerk frei Baustelle zu haben. 6451V Menz S Schlierbach G. m. b. H., Dillenburg ** Abteilung Kalk werkBicber** A Fernsprecher: A Dillenburg 188. BoOelm a. A Bieber 18. Schlackensand gemabl. Muschelkalk. Schlackenleicht» steine-Schwemmsteinformat (9V-.X12X25 cm) stets vorrätig auf Lager und sofort waggonweise lieferbar direkt ab Werk. Gebrüder Kahl, Gießen Frankfurter Str. 151 Telepb. 87 fit. 228 pie W et'"1’-' 1*5» Ls Sä L * Drdsec L Sngla-tt Schottland £ über ben W dabei ung^i n> vor einigen LS bei lein' □int und 5'2 ^NÄeuYork1 M in großen bei 5urs n jtn .SlittNt) k O^eon |o läufig auf Sand der Ä von meteorol -rahilos ge elegraphisinn bringe Irgend dann, E-e von meteorologischen Stationen und Schiffen aus drahtlos gegeben tocrbai. Das f u n ken - i elegrap hische Peilshstem, das die Orientierung über Oonb bei bewölktem Himmel so lehr erleichtert, ist auf dem Ozean nicht durchführbar. Dort treten die alten seemännischen Mittel K ompah und Sternenhimmel rn Ötrfltimfcit Fodens alls lätzt sich Z. R. Hl auf iil und Vorsicht angestellte Berechnungen erbringen den Nachweis, dah Luftschrfsuitterneh- mmgen bei zweebnähiger Anlage und Organisation tm heutigen immer mehr auf Schn-el- i g k e i t drängenden Weltverkehr nicht nur wirt- ihaftlich arbeiten, fonbern auch in hohem Matze Gewinn bringen müssen. Dies gilt natürlich vorwiegend bann, wenn es sich um Äeberbrückung wirklich groster Strecken, sei es innerhalb der tontinente oder sei es zur Verbindung von Kon- tirenten, also um wnÄiche Weltlinien handelt. 3« Vereinigten Staaten von Nord- enterifa bieten bei ihrer gewaltigen Ausdehnung und ihrem regen wirtschaftlichen Leben ein ganz I«sonders verbockendes Feld, das durch die Ein- ieziehung der Abcstaaten Südamerikas ’tcb günstiger gestaltet werden kann. Auch Der- 1'Innungen zwischen E u r opa and Nord- und Südamerika oder O st a s i e n imb Australien Stären weltwirtschaftlich von groher Bedeutung. Mer ohne deutsche Wissenschaft, deutsche Erfahrung und deutsches Können geht es vcrmat- ÜH nicht. Dis jetzt sind nur in Deutschland '□Idje Wunder wie die Zeppelinluftschiffe erftan- : gramm-, Telephon- und Nadiodienfl arbeitet auch in der Folge auf diesem wichttgen Gebiete. Oev allgemeine Teil des Gießener Anzeigers soll an Vielgestaltigkeit noch gewinnen und so Unterrichtung und An« regung geben auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Dev tViVtschaftsiekl des Gießener Anzeigers, den wir durch eigene Orahtberichte über den Börsen- und Marktverkehr bereits weitgehend entwickelt haben, soll ständig bereichert werden durch schnelle und zuverlässige Berichterstattung aus allen einschlägigen Gebieten. Dev Kachvichienteil aus Stadt und Land wurde von jeher mit besonderer Sorgfalt ausgestattet. Es sind Vorbereitungen getroffen, um die Berichterstattung aus der Provinz noch lebhafter zu gestalten und fo ein anschauliches Bild zu bieten aus dem Kultur- und Wirtschaftsleben unserer engeren Heimat. Dieser außerordentlich wichtige Teil des Gießener Anzeigers soll ein starkes Bindemittel mit seiner Leserschaft sein. Auf allen oberhessischen und benachbarten Bahnstrecken fahren täglich unsere Sonderboten und vermitteln unter Mitwirkung von über 200 eigenen Zweigstellen die denkbar nachdrücklichste Verbreitung unserer Zeitung noch am Ausgabetage. Vom 4. Oktober an kommen weitere 60 Zweigstellen neu dazu, so daß eine noch ausgiebigere Verbreitung des Gießener Anzeigers in der Provinz gewährleistet wird. Diese Vertriebsmaßnahmen, die wir ununterbrochen ausbauen werden, sind von Wichtigkeit für jeden einzelnen und für die Geschäftswelt im besonderen. Ze größer die Leserzahl des Gießener Anzeigers, desto gewichtiger fein Einfluß auf alle Vorgänge im öffentlichen Leben, desto eindttnglicher aber auch die Wirkung aller geschäftlichen Empfehlungsmaßnahmen in unserer Zeitung. Dem Gvovt soll weiterhin unter Berücksichtigung des sportlichen Lebens in Oberhessen und in den benachbarten preußischen Gebietsteilen ein angemessener Ncmrn im Gießener Anzeiger gewidmet fein. LaudwiviMaft und -Meingavtenbau werden im Gießener Anzeiger je nach Jahreszeit und den davon abhängigen Arbeitsgebieten einen beratenden Helfer haben. Hier konnten wir eine Neihe anerkannter, sachverständiger Mitarbeiter gewinnen, die die Bearbeitung der oberhessischen Erde aus eigener Anschauung kennen, und die somit wirklich praktische Ratschläge und Fingerzeige geben werden. Ein Fragekasten, der bisher schon viel Zuspruch gefunden hat, wird von erfahrenen Fachleuten bearbeitet. Die Beantwortung der Fragen'erfolgt schnellstens und kostenlos. Dem bildenden und unterhaltenden Teil des Gießener Anzeigers mußten wir in einer Zeit wirtschaftlicher Notlage wetter Kreise unsere Aufmerksamkeit in verstärktem Maße zuwenden. Für viele ist das gute Buch unerreichbar geworden, so daß uns die Pflicht erwächst, eine vorbildliche geistige Kost zu bieten. Daß wir in dieser Hinsicht auf dem rechten Wege sind, beweisen zahlreiche Anerkennungen aus der Stadt und namentlich aus den Landgemeinden unseres Verbreitungsgebiets. Neben dem Noman in täglichen Fortsetzungen und dem Feuilleton sind es insbesondere die dem Gießener Anzeiger beigefügten Gietzenev Samillenblättev die eine sorgfältig und verständnisvoll ausgewählte literarische Unterhaltung bieten. Um höher gesteckten Zielen noch näher zu kommen, werden vom n. Oktober an die Gießener Familienblätter außer (Samstags auch noch Dienstags dem Gießener Anzeiger beigefügt sein. Juni Bilde drängt der Zug der Zeit. Auch wir möchten deshalb mit dem Bild vor unsere Leserschaft hin- treten, aber nicht mit beziehungslosen Darstellungen, wie sie in zahlreichen Bilderbeilagen zu sehen sind, sondern mit ausgewählten Aufnahmen aus unseren Heimatgebieten und mit knapp und klar geschriebenen Textbeittägen dazu. Zeweils am Donnerstag werden die Leser des Gießener Anzeigers eine in unserem eigenen Betriebe bearbeitete und gedruckte neue Beilage zum Gießener Anzeiger erhalten, die .Hekmat km Bkld betitelt wird. Hier soll das Heimatgefühl gestärtt und die Heimatliebe gepflegt werden durch Wiedergabe von Bauten, Landschaften und Menschen des Hessenlandes, namentlich Oberhessens und der Nachbargebiete. Dev Gietzenev Slmeksev soll eben eine Provinzzeitung im besten Sinne fein, und hat es schon seither erreicht, daß er als Bilatt der Familie in weiten Kreisen seiner Leserschaft anerkannt wird. Oie Spalten unserer Zeitung sollen rein gehalten werden von allen Dingen, die irgendwie anstößig wirken könnten. Derr Anzeigenteil des Gießener Anzeigers ist von jeher frei gewesen von Ankündigungen schwindelhafter oder sittlich bedenklicher Art. Damit üben wir einen öffentlichen Schuh zum Besten unserer Leser aus und helfen‘ wirtschaftliche und sittliche Schäden hindern durch Verzicht auf Einnahmen aus abgelehnten Anzeigenaufträgen, die sich jährlich auf Zehntaufende belaufen. Auch von diesem Gesichtspunkt aus muß die Wirksamkeit und Werbekraft des Anzeigenteils des Gießener Anzeigers beurteilt werden. Eine Zeitung, die mehrere Menschenalter hindurch so in einem Vertrauensverhältnis zu ihrer Leserschaft gestanden hat - im nächsten Zahre werden es ^75 Fahre sein - übt auch mit ihren Empfehlungsanzeigen einen bestimmenden Einfluß aus. Durch Verwirklichung des vorstehenden Programms sind wir gewiß, daß wir von Monat zu Monat einen stärkeren Leserzuwachs zu verzeichnen haben werden. Wer noch nicht Bezieher des Gießener Anzeigers ist, bestelle zum 1. Oktober - vom Tage der Bestellung bis dahin wird die Zeitung kostenlos geliefert - in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den Zweigsielleninhabern ober bei der Post. Der Geschäftswelt erwächst während der Werbezeit gegen Ende dieses Monats und im Ottober eine außerordentlich günstige Gelegenheit für ihre Ankündigungszwecke, auf die wir nachdrücklichst Hinweisen. . Verlag und Re-akttou des Greßener Anzeigers. Verträge fvrfcxrn, tn welchen ihnen von den Tschechen die mirootric, tuUerrcflc und wttrtfchaf!- lichc Entwicklung in der Form der nationalen Autonomie für den siowakifchen Dell' der Republik verfpeochen wurde. Die den Deutschen zugefichertc Gleich- berechligungin rechllichei und tatsächlicher Beziehung ist in Wirklichkeit nur auf dem Pap i e r vorhanden. Ein auS nichtgewählten tschechischen und aus einigen slowakischen Vertretern bestehender und unmittelbar nach dem Umstürze gebildeter Natronalausschust regierte durch eineinhalb Fahre souverän den Staat und befchlvh die DerfassungSgesetze. Die Auswirkungen traten bald gerrug in Erscheinung: nach der Deslimmunq, dah zur Abänderung dieser selbstherrlichen tschechischen Verfassung — die unter Aus schluh von fast fünfzig Prozent der Gesamtbevölkerung zustande gekommen war — eine Dreifünftelmehrhe^t aller Mitglieder der auf Grund des gleichen und geheimen Wahlrechtes zu wählenden Nationalversammlung notwendig sei. wurde der Mehrheit der ersten frei gewählten Körperschaft das Recht geraubt, Verfassungsänderungen v«-zu° nehmen. Nach diesem vielvetsprechenden Auftakt wurde ein planmähiger Feldzug gegen das deutsche Clement in der Tschechoslowakei ins Werk gesetzt. Es sirrd durch ein sogenanntes BodenreformgeseN hunderttausende Hektar deutschen Bvbens enteignet unt> dem tschechischen Besitz einverleibt worden: es sind bisher rund dreitausend deutsche Schulklassen gesperrt und dafür fast cbensoviele tschechische errichtet worden. Es gibt Ortschaften in Böhmen, in denen tschechische Schulen für ein einziges tschechisches Kind errichtet wurden, während die deutsche bodenständige Schule mit einem Besuch von dreißig oder mehr Kindern kurzerhand gesperrt worden ist. Auf die deutschen Staatsangestellten wurde von amtswegen ein Druck ausgeübt. ihre Kinder in die neuen tschechischen Schulen zu schicken: taten sie es nicht, dann liefen sie Gefahr, in eine reintschechische Gegend versetzt oder überhaupt aus dem Staatsdienst entlassen zu werden. Diese Entlassungen nahmen in den letzten Monaten in erschreckender Weise überhand: die Nachfolger aller dieser Vertriebenen sind Tschechen, die ins deutsche Sprachgebiet vorgeschoben und auf diese Weise Gründer tschechischer Siedlungen werden, mit denen 'man das deutsche Gebiet durchsetzt. Ein Kapttel von besonderer Bedeutung ist bet Kampf gegen diedeutsche Sprache. Aus den Eisenbahnen, die durch rein deutsche Gegenden fahren, sind alle deutschen Aufschriften verschwunden: die Bewohnerschaft dieser Gegenden steht den tschechischen Tafeln verständnislos gegenüber. Fn den Kurorten, den „EmpsangS- sälen der Republik", wurde nichts unversucht gelassen, den Gälten den tschechischen Charalter der Städte vvrzutäuschen: alle Aufschriften, Strahen- tafeln, offiziellen Kundmachungen, alle Hotels, Restaurants, Cafehäuser, alle Konzertprogramme, Speisezettel und Kurlisten mutzten an erster Stelle die tschechische Sprache crufweisen. Ein übereifriger Bezirkshauptmann versuchte sich gar in einem Erlatz, nach welchem auch die Trinksprüche in den Gasthäusern ins Tschechische übersetzt werden sollten: aber schon im ersten Wirtshaus wurde den Tschechen klar, dah es nicht gut angängig ist, den Spruch „Seid deuftch und treu!" in ihre Sprache zu übersetzen.... Auch auf wirtschaftlichem Gebiets ist die deuftche Bevölkerung in der Tschechoslowakei stark benachteiligt: sie muh mehr als 40 Prozent der direkten und indirekten Steuern aufbringen, hat aber keineswegs mit jener Förderung zu rechnen, die der Staat der tschechischen Fndustrie, dem tschechischen Handel, dem tschechischen Gewerbe zukommen lätzt. Die Lage der Deutschen in der Tschechoslowakei ist heute so, dah die Worte des Abgeordneten Lodgman, die er anläßlich der vor letzten Parlamentseröfftnmg gesprochen, immer noch Geltung haben: „Alle Versicherungen von Demokratie und Gerechtigkeit gegen die Deutschen in diesem Staate sind Lug und Trug. Dem System der Unterdrückung jedes deutschen Empfindens gegenüber versagen alle sonst üblichen Begriffe von Recht um) Sitte, ihm gegenüber gilt einzig und allein das Recht der M>twehr, das mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gehandhabt werden muh. Wir erwarten uns nichts mehr von unserer Arbeit im Parlament. Unsere Befreiung erwarten wir von dem geschlossenen Widerstand der Unterdrückten unb von der Aufklärung des Auslandes, welche schliehlich die llnbaltbarfeit der Pariser Friedensverträge und damit auch dieses Staates dartun werden!" Turnen, Sport und Spiel. Deutscher Luftwettbewerb Darmstadt 1924. Welch reges Fnteresse die Flugzeugindustrie an dem Deutschen Lustwettbewerb Darmstadt 1 9 2 4 nimmt, geht aus den zahlreichen NeTrnungen hriwor, oie bei der Geschäftsstelle des „Hessen-Flieger", des Vereins für Luftfahrt E. V., Darmstadt, eingelaufen sind. Fnsge- wurden bis jetzt 14 Flugzeuge zum Start gemeldet, u. a. die Typen: Focke-Wulf, Albatros, ildet, Dietrich-Gobiet, Funkers und verschiedene Kleinflugzeugthpen, wie Dahabedarf-Darmstadt. Akademische Flieger - Gruppe Darmstadt usw. Mehrere Meldungen stehen noch aus. Die Zahl der Meldungen übertrifft alle Erwartungen. Di.' hessische Regierung hat zur Durchführung des Flugtags dem Verein „Hessen-Flieger" den Betrag von 10 000 Mk. zur Verfügung gestellt, auch die Stadt Darmstadt hat sich mit einnn beträchtlichen Betrag beteiligt Der Deutsche Luftwettbewerb Darmstadt 1924 verspricht, wenn alle Voraussetzungen eintreffen, woran eigentlich laam mÄhr zu zweifeln ist, eines der interessantesten flugsportlichen Ereignisse zu werden. Den Hessen-Fliegern ist es weiter gelungen, den bekannten Fallschirmabspringer Peter Däumler zu verpflichten. Däumler, der u. a. in München, Nürnberg, Bad Kissingen, Frankfurt a. M., auf dem Münchener Pressefest am Starnberger See und in zahlreichen anderen gröheren Städten Deutschlands Fallschi rmab- sprünge aus 1200 Meter Höhr vorführte, wird auch in Darmstadt auf dem Flugplatz der ^Hrssen- Flieger" mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug abspringen. Däumler erzielte auf diesem Gebiet bereits durchschlagende Erfolge. Carl Stückrath flftenrcg 47 • Steinftraße 56, 58, 60 fjalteftelle örüne Ci nie, flftenreg IBöbel aller Art in reichster flusroahl Billigte Preise! künftige 3al)lungstoeife! 7226c Landwirtschaft und ©artenbau spart teuren | ■■■ Herr B Dr. 1 hompsons beitenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pt. Merkte Kleines, 1909 erbautes JPV Bestellungen schon Jetzt erbeten. "9® |Ut 10 uUU ©1U. gN VcnuU|cll DCl -Dur- W. König & Co., Gießen, Wiesenstr. 4, Tel. 663 an den Gteßcncr Anzeiger. 9 DoThompsonsSeifenpulver ( Seif ix bleichtselbsttätig! 8. unsere um Unsere W kann! sehn; den Weiflhl f S li». !>0i8 Mens Aber Wir fabrizieren u. liefern v. Vorrat: Mulden- u. 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Stadtkirche. 8: Zugl. Christen!, für die Reukonf. a., der Markusgem. Pfarrasf. Hertel. 91/,: Pfarrass. j Schultheis. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgem. Pfarraffistent Schultheis. JohanneLkirche. 8: Zugl. Christen!, für die Reukonf. aus d. Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 9lPfr. Ausfeld. 11. Kinderkirche .d. Iohannesgem. Pfr. Ausfeld. - Kirchberg. 10; 11: Christen!, f. d. männl, konf. Jugend. I1/,: Vollbringen. l‘/3: Mainzlar. — Wieseck. 9: Beichte. 9l/3: im Anschluß Feier des heil. Abendmahls. Katholische Gemeinde«. Gießen. Samstag, 27. Septbr. 41/« u. 7 Beichte. Sonntag, d. 28. Septbr. IS.Sonntag n. Pfingsten. 6l/, Beichte, 7 Mesie, Kom. des Gesellenvereins, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Amt m. Pr., 2'/, Andacht, 8 Abend d. Gesellenoereins. — Donnerstag nachm . Beichte. Freitag 7 Segensand., abds. 8 Rosenkranz- and. m. Segen. Vom 29. Septbr. an find die Messen werktags 6*/2 u. 7 Uhr. - Gründers, Sonntag 91/, Messe m. Predigt. Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i.d. Synagoge (Süd-Anl.). Montag, 29. Septbr. und Dienstag, 30. Septbr. Neujahrsfest. 1. Tag: Dvrabd. 6.00 Predigt, morg. 7.30, Predigt 9.00. 2. Tag: Dvrabd. 6.15, morg. 7.30, abds. 6.15 u. 6.50. - Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Fragekasten. Frage 48: In meinen Hausgarten beabsichtige ich drei Apfelbäumchen zu setzen. Welche Sorten von schönem Aussehen, früher und reicher Tragbarkeit, die sich im Winter gut halten, können Sie mir empfehlen? Die Goldparmäne hat bei mir in einer Weise von der Blutlaus zu leiden, daß sie nicht in.Frage kommen kann. Wie groß müssen die Pflanzlöcher sein und muh man beim Pflanzen Dünger zusetzen? Antwort: Für Ihren geschützten Hausgarten wählen Sie am vorteilhaftesten keine Hvch- oder Halbstämme, sondern Pyramiden auf Zwergunterlagen. Diese werden bereits vom drillen oder vierten Jahre an tragbar, bilden die Früchte besser aus und diese werden bei Wind nicht so leicht abgeworfen. Auch bereitet das Pflücken, das der Gartenfreund gern selbst besorgt, keine Schwierigkeit. Als reichtvagende Sorten, welche den geäußerten Wünschen entsprechen, feien empfohlen: Cellini, Cox Orangen Pepping, Königlicher Kurzstiel. Die Pflanzgruben sind 1 Meter im Quadrat und mindestens 60 Zentimeter tief, bei sehr schlechtem Untergrund noch tiefer im Herbst auszuheben. Zusatz von frischem Dung ist beim Pflanzen zu vermeiden. Man kann aber in schlechtem Boden die ausgeworsene Erde, mit welcher man vor dem Setzen das Pflanzloch füllt, durch Zusatz von Kompost verbessern. Auch etwas Kalkschutt als Beigabe nicht vergessen, weil sich in solchen Böden die Früchte schöner färben. Frage 49: Wann ist die beste Zeit zur Anlage einer kleinen Rhabarberpflanzung und welches sind die besten Sorten? An twort: Die beste Pflanzzeit für Rhabarber ist jetzt, Ende September bis Mitte Oktober-. Das Land hierzu muh vor dem Pflanzen rigolt, oder doch wenigstens tief gegraben sein, denn die Rhab.rrberwurzeln dringen tief in den! Pallabona-Puder reinigt und entfettet das Haar auf trockenem Wege,macht es locker und leicht zu frisieren, verleiht feinen Duft. Zu haben in FnÄur- ^geschäften, Parfümerien, Drogerien und Apotheken. [6022ss Singer-Nähmaschinen für Haushalt und Gewerbe- Kleine Anzahlung, kleine Monatsraten Alleinverkauf: Otto Reitz, Gießen, Asterwex 41 Telephon 1250. Es Ile we Erd-,» oder Repi Jur Nervenstärkung wird der wohlschmeckende, gut bekömmliche Sagitta Blut- und Nervenlikör empfahl. In allen Apoth. Stets»vorrätig: Univ.-Apoth zum gold. Engel, Bietzen, usw. Flasche M. 3.50. Sagittawerk, B.m.b.H., München SW. 2. geht. Da gM es ein „großes Sterben" in Den Löchern! Rur einige ältere Mäuse versuchen sich durch den eindringenden Iauchestrom ins Freie zu retten. Sie kann man bei einiger Schnelttg- keit leicht totschlagen. Am besten geht das mit Kinderschaufeln oder Stöcken, an deren unterem Gnde ein starkes Stück Leder sitzt, also eine Art Mäuseklappen. Schrebergärtners Arbeiten im Oktober. Die Ernte des Winterobstes wird nun beendet. Die Aufbewahrungsräume des Obstes sind an sonnigen, trockenen Tagen zu lüften. Die Früchte sind häufig nachzusehen, wobei angefaulte Stücke sofort entfernt werden. Der Oktober ist auch der Hauptmrmat für die Herbstpflanzung. Alte und schlecht tragende Bäume werden ausgerodet, das Land gut gedüngt und möglichst in den nächsten Jahren für Obstpflanzung nicht verwendet. Das Auspuhen und Auslichten der Bäume wird jetzt vorgenommen. Die Stämme sind von Moos, Flechten und abgestorbenen Rindenteilen zu befreien. Das Abkrahen geschieht am besten bei regnerischer Witterung. Eine Stahldrahtbürste tut dazu gute Dienste. Die gereinigten Stämme und Aeste streicht man zweckmäßig mit Kalkmilch an. Mit Eintritt kühlerer Witterung fliegt der Frostspanner. Zum Schytz gegen denselben legt man Leimgürtel an. Zum Schuh gegen Hasenfrah versieht man dir jungen Bäume mit einem Dornenverhau; auch ein Ilmbinden der Stämme mit Wacholderzweigen ist zu empfehlen, ebenso ein Bestreichen mit Kalkmilch, der Blut und Kuhduüg beigemischt ist. Die Bauin- scheiben belegt man mit verrottetem Dünger oder einer Laubschicht, um stärkere Fröste von den Wurzeln fernzuhalten. Gegen Ende des Monats wird der Wein beschnitten. Gut ausgereiftes Holz bewahrt man im Keller im Sand, um es im Frühling zu Stecklingen zu benutzen. Irn Gemüsegarten werden die Wurzelgewächse geerntet und eingewintert, entweder im trockenen Keller oder in besonders dafür hergerichteten Gruben. Das Einernten darf nur an sonnigen, trockenen Tagen geschehen. Die Wurzelgewächse läßt man nach dem Aufnehmen vorteilhaft erst etwas abtrocknen, bevor man sie eintellert. In mitden Lagen kann die Ernte noch etwas hinausgeschoben werden. Leer gewordene Beete sind auch jetzt noch nach Möglichkeit auszunuhen. Aussäen kann man noch mit Beginn des Monats Oktober: Möhren, Petersilie und Kerbel. Dis gegen Ende des Monats sind noch verschiedene Kohlarten zur Hefter» Winterung auszupflanzen, ebenfalls Wintersalat. Die Herbstaussaaten und Herbstpflanzungen sind bei eintretendem Frost leicht zu schützen. Die Spar- gelfteete sind von den dürren Stengeln zu befreien und mit gut verrottetem Dünger zu bedecken. Alles Land, das nicht mehr benutzt werden soll, ist zu düngen und tief und in grober Scholle zu graften. th. Etwas über das Einsäuern der Kartoffeln. Alle Futterkartoffeln wird man in diesem Herbst wohl zum größten Teil einsäuern nnissen, weil deren Haltbarkeit in der Miete nicht undingt sicher ist. In richtiger Weise eingesäuert, halten sie sich viele Monate lang in tadellosem * Zustande und werden überdies von allen Tieren, besonders von den Schweinen, für die sie in erster Linie bestimmt sind, gern gefressen. Die Einsäuerung erfolgt entweder in zementierten, absolut wasserundurchlässigen Gruben oder in solchen, die einfach in den Erdboden ein geschnitten und durchlässig sind. In diesen durchlässigen, einfachen Gruben dürfen eigentlich nur gedämpfte Kartoffeln eingesäuert werden, weil von ihnen das Fruchtwasser vollständiger auf- gesogen wird und sich somit die Verluste erheblich verringern. Rohe Kartoffeln aber sollte man in ihnen nicht einsäuern. In wasserundurchlässigen Eäuben können sowohl rohe wie auch gedämpfte Kartoffeln mit Vorteil eingebracht werden. Meistens werden die Gruben 2—5 Mieter breit, 2 bis 3 Meter tief und so lang gemacht, als der! einzusäuernden Menge entspricht. Bei der Einsäuerung will man möglichst reine Milchsäuregärung erzielen. Das wird aber nur erreicht, wenn durch festes Einbringen des Futters möglichst alle Lust entfernt wird, denn die Milchsäurepilze gedeihen ohne Lust. Bleibt aber infolge ungenügenden Festtretens noch zuviel Lust in der Miete, dann vermehren sich die unerwünschten Drlltersäure- und Essigsäurebakterien, die dann das Futter in kurzer Zeit zum völligen Verderben und zum Verjauchen bringen, so daß es kein Vieh mehr anrührt und es fvrtgeworfen werden muß. Alle Mühe und 'Unkosten sind dann vergeblich gewesen. Fest- stampfen oder Festtreten ist daher die allererste und wichtigste Bedingung beim Sin- fäuem, besonders Der rohen Kartoffeln. Weiterhin ist erwünscht, daß möglichst bald das Futter in reine Milchsäuregärung gerät. Dies erreicht man seit einigen Jahren in recht vollkommener Weise durch Impfung der Kartoffeln mit Milchsäure-Reinkulturen, und zwar Der roh eingemieteten Knollen mit Kaltmilchsäure- Reinkulturen, und Der gedämpft eingemieteten mit Warmmilchsäure-Reinkulturen. Man läßt sich solch eine Kultur unter Angabe, welche gewünscht wird, vom Institut für Gärungsgewerbe in Berlin N 65, Seestrabe, kommen und verfährt genau nach der beigegebenen Vorschrift. Weil aber gedämpfte Kartoffeln sich nur langsam auf die zu ihrer Impfung zulässige Höchsttemperatur von 50 Grad abkühlen, verfährt man auch in Der Weife, daß man zunächst eine etwa 30 Zentimeter starke Schicht roher Kartoffeln einbringt, bann eine Schicht gedämpfter und Dann abwechselnd wieder Schichten roher und gedämpfter. Die heißen Kartoffeln kühlen sich dann rasch durch Die rohen ab und gestatten Dann schon eher die Impfung, die in diesem Falle mit - Warrn- und Kaltmilchsäure-Reinkulturen vorgenommen werden kann. . Die Grube wird Derartig ungefüllt, daß der Inhalt auch nach Dem Setzen über Den- Rand l hinausragt, um dadurch den Zutritt von Tageswasser zu verhindern. Dann wird 'mit Häcksel oder F Spreu zugedeckt und Darauf eine mindestens 1/2 Meter starke Erdsicht aufgebracht. Rach Erlauf von zwei Monaten ist Der Inhalt reif zum Verfüttern. Wenn von mancher Seite empfohlen wird, Den Kartoffeln beim Einsäuern Häcksel oder Kaff zuzusetzen, so kann Dem nur widerraten werden. Es kommen dadurch viel zu viel Luft und zuviel fremde Batterien in die Masse, und beides trägt viel zum Verderben bei. Bei richtiger Durchführung ist ein Mißlingen völlig ausgeschlossen. Bei dem hohen Wassergehalt Der Kartoffeln und bei Dem nassen Wetter wirD mancher Kartoffelbauer in diesem Herbst besser tun, seine Knollen einzusäuern, als sie im Keller oder in der Miete sicher verfaulen zu lassen. Weil das Einsäuern Der rohen Kartoffeln am schnellsten und billigsten durchzuführen ist, mag hier näheres darüber noch angegeben sein. Bringt man sie, was immerhin empfehlenswert ist, mit Rübenblällern öfter Schnitzeln in Die Grube, dann wird man zunächst eine nach Dem Festtreten 15 Zentimeter starke Schicht Blätter oder Schnitzel einbringen, dann eine 30 Zentimeter hohe Schicht Kartoffeln in die unterliegende Schicht eintreten und so weiter Schnitzel und Kartoffeln folgen lassen, bis die Grube voll ist, die dann in der oben angebenenen Weise zugedeckt wird. Die in der Erftdecke sich bildenden Risse müssen täglich geschlossen werden, damit je- der Luftzutritt möglichst ausgeschlossen wird. Natürlich wiich das Gelingen Der roh eingesäuerten Kartoffeln durch die Anwendung einer Kalttnnch- äure-Reinkultur ganz erheblich gefidjert, weshalb man sie niemals unterlassen sollte. Es wird mit Der Kultur zunächst nach Vorschrift eine Vor- züchtung und Dann, um genügend Masse zu erhalten, eine Hauptzüchtung vorgenommen, so daß chliehlich die Impfflüssigkeit (auf je ein Zentner Kartoffeln V* Liter gerechnet) mit Der Gießkanne übergeftrauft werden kann. .. Während bei jeder wilden Einsäuerung ohne Anwendung von Reinkultur — Fehlschläge nicht ausgeschlossen sind, da Der Zufall bezüglich der Einsäuerungspilze hier eine große Rolle pielt, sichert das Einsäuern mit Reinkulturen volles Gelingen. Man erhält ein milchsaures, leicht verdauliches, gut schmeckendes Futter, das von allen Tieren gern gefressen wird. Wenn nach etwa zwei Monaten das Futter reif zum Verfüttern ist, darf man Der Miete niemals mehr entnehmen, als täglich verbraucht wird, Da Sauerfutter bekanntlich an Der Luft leicht verdirbt. Wie Sauerfutter verfüttert werden soll, davon päter einmal mehr, wenn es dazu an der Zeit ist. Saurer Boden - kranker Boden! Was heißt: Der Boden ist sauer?^ Eine unanfechtbare bodenchemische Erklärung dafür läßt sich zur Zeit noch nicht geben. Fest steht nur, daß solcher Boden erstens ein Zuviel an gewissen Säuren hat, das Die Kulturpflanzen schädigt zweitens, daß er ein Zuwenig vor allem an Kalk aufweist. Bodenphyfikalisch äußert sich das Darin, daß solche Böden, auch leichtere, bei Regen leicht verschlemmen und dadurch luftarm werden. Dodenbiologisch aber bedeutet dies:> Armut an organischem Kleinleben, an Bodenbakterien, Fehlen der genügenden Boden gare. In der Praxis heißt dies alles: Ständig geminderte Erträge, besonders in naßkalten Jahren. Dann können die Feldfrüchte erbärmlich stehen: Der Roggen wie ausgewintert, der Hafer wie verbrannt, Ruben, Futterpflanzen usw. in stark verkleinerten Ausmaßen I Die Rachteile erhöhen sich dadurch, daß der saure Boden verschiedene Sorten von Kunstdünger entweder gar nicht oder nur mangelhaft verwertet; zum Teil sogar ins Schädliche verkehrt. Daß also der Landwirt oder Gärtner in diesem Falle Den kostspieligen Kunstdünger, d.h. eigentlich seine knappen Rentenmarkscheine ziemlich zwecklos auf Den Boden streut! Alle säurehaltigen Kunstdüngemittel wirken auf saurem Boden entweder schlecht oder gar nicht, und außerdem schädlich. Hierher gehören schwefMaures Ammoniak, Chlorammonium, Gips, in gewissem Ausmaße auch Superphosphate. Die Kalisalze bleiben zwar in ihrer Wirkung erhalten, aber,»dadurch, daß sie dem Boden Kalk entziehen, säuern sie ihn noch mehr. Die Rohsalze, z. B. Kainit, wirken hier schlechter, als die hochprozentigen Kalisalze. — Dagegen wirken alle stark kalkhaltigen Düngemittel, wie Kalkstickstoff, Thomasmehl, auch Rhe- noniaphosphat günstig, weil entsäuernd, auf Den sauren Boden. Auch der Salpeter (Ratron-Chilesalpeter) leidet in seiner Wirkungsfähigkeit wenig auf dem sauren Boden. Das große Heilmittel für den bvdensaure- krwnken Boden ist das Kalken! Der Umfang dieser Kalkung richtet sich nach dem Grade des Sauerseins: 5 bis 25 Zentner gemahlener kohlensaurer Kall auf leichten, 3 bis 20 Zentner Aetz- lalk auf schweren Boden, alles auf den Viertel- Hektar berechnet, das sind ungefähre Zahlen. Genauere Mengenangaben könnte man nur erhalten, wenn man seinem Boden Proben entnimmt und diese zur Untersuchung auf Bodensaure an eine agrikultur-chemische Versuchsstation einfenDet. Grobe Merkmale des sauren Bodens sind: Schlecker Stand der Kulturpflanzen und Versagen Der Stall- und Kunstdüngung ohne erkennbare andere Ursachen. Zweitens Auftreten der Kalkmangelpflanzen: Sauerampfer, Wucherblume, Spörgel. Drillens Verfärben von blauem Lackmuspapier in Rot, wenn man es in eine Mischung hält die zu gleichen Teilen aus dem Boden und' Kochsalz hergLstelll ist. ßto. Äausevertilgung durch Jauche. Im Herbst, wenn Gärten und Aecker abgeräumt sind, kann man so recht sehen, wieviele Mäuse allenthalben ihre unterirdischen Baue haben. Diese bequeme Feststellung der Mauslöcher kann man zu einer verhältnismäßig einfachen Vertilgung derselben aus nutzen. Ein öfter zwei Menschen gießen in jedes Mausloch aus einer Gießkanne so viel Jauche als nur hinein- Ungeziefer" und Schneckes-Vertilgung sowie gleichzeitige Düngung wird am besten und sichersten erreicht durch unseren s gemahlenen Aetzkalks in nächster Woche ein Waggon eintreffend. Preis pro Sack zirka 90 Pfund einschließlich Sack bei Abnahme bis 5 Sack .... Mk. 1.20 _ - über 5—10 Sack . n 1.10 »10 1.00 [7478D — SEIFIX, modernes Bleichmittel, das Paket 15 Pf. 4377p Haus 8 Räume u. 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