Ur. 2Ui Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter monats--3e$ug$prei$: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F er n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrantfurt a. M. 11686. Er?!« Blatt V4. Jahrgang Mittwoch, IX. August (924 SichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck «nd Verlag: Vröhl'sche UniverfitS1§-Vuch- und Stdnöntderei R. Lange in Sietzen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeD^rbindlichkeii. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mit Breite örtlichB, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mir Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20% Anschlag. - Verantwortlich ür ‘Politik u. Feuilleton. )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. X Die End Kämpfe um den Dawesplan. Die Stimme des besetzten Gebietes. - Goldene Brücken für die Deutschnationalen im Reichstag. Vertrauensvotum für Herriot im Senat mit gewaltiger Mehrheit. Wenn nicht alle Zeichen trügen, werden wir morgen gelegentlich der Abstimmung im Reichstag wieder einmal jene „Wandlung" in Erscheinung treten sehen, deren Beobachtung das Leben und Treiben der Parteien sv überaus reizvoll gestaltet, wenn es auch nicht immer bei fo£ chen Gelegenheiten als besonders wurzelfest sich barslellt. ES liegt im Wesen des Parlamentarismus begründet, daß solche „Wandlungen", die nicht seiden durch Zugeständnisse der anderen Seite beschleunigt werden, wohl von den Gegenparteien mit der mit Recht sv beliebten sittlichen Entrüstung b«lrüht und „aebrandmarkt" weiden, daß aber im Grunde keine Partei der andern auf diesem Gebiete etwas vorzuwerfen hat. Denn alle Parteimühlen werden vom Willen zur Macht getrieben, und wer besonders aufmerlsam das Parteiwesen der letzten Jahre beobachtet hat, der weih, dah im Parteileben nichts so beständig ist als der Wechsel der sogenannten grundsätzlichen Anschauungen. Die Wirkung nach außen ist bei dieser Erscheinung davon abhängig, ob ihre Tlrheber den richtigen Zeitpunkt für die Anpassung ihrer Parteigrundsätze, die stets Maximal-, nicht Minimalforderungen sind, an das Mögliche und Gegebene finden, das fast immer Hleichbä>eutend mit ,,das Vernünftige" ist. Auch die Deutschnationalen werden, so hoffen wir, diesen Anschluß morgen finden, und den Weg zur Mehrheit einfchlagen, bevor die Tore geschlossen weiden müssen. Wir sind weit entfernt davon, im allgemeinen den Willen und die Wünsche der Mehrhett als das alleinseligmachende Dogma anzusprechen. Auch Mehrhetten sind im allgemeinen Augenbllclsgcbilde ohne andere geistige Autorität Ms diejenige der Zahl. Aber in diesem Falle stehen nicht nur der Träger der Politik der Einzelstaaten, nicht nur die Führenden auf wirtschaftlichem Gebiete hinter der Regierung und hinter dem seine Forderungen auf Ruhe, Frieden und Arbeit anmeldenden deutschen Volke, sonödrn 12 Millionen unter fremdem Joche schmachtende und von dem Mutterland getrennte Deutsche verlangen eine Tat. die, — mag sie noch so unzulänglich sein — doch die verrammelte Tirr zum Frieden wieder aufmacht. Trotz dieser klaren Sachlage werden alle De- f ort neuen es begrüßen, daß seitens der Regierungsparteien die größten Anstrengungen gemacht werden, durch Entschließungen zu den anzunehmenden Gesehen dem Standpunkt der Deutsch- nationalen Rechnung zu tragen, der — und das ist das Tragische in diesem Parlamentszwischen- spiel — inhaltlich von jedem Patrioten gebilligt werden muß und der die Stellung der deutschen Regierung auch noch nach dem 30. August wesentlich stärken kann, wenn die im Interesse des besetzten Gebiets und der deutschen Wirtschaft notwendige Annahme der unbefriedigenden Londoner Abmachungen zu den vorgesehenen wetteren Verhandlungen über wirtschaftliche Verträge führt. Denn — und das kann nicht falt genug betont werden — alle besonnenen Kreise müssen in einem Wahlkampfe unter dem Zeichen der künstlich und grundlos verlängerten Rht der besetzten Gebiete eine innenpolitische Gefahr sehen, deren Auswirkung nicht abzusehen toäre. Die Stimme des besetzten Gebietes, die orkanartige Dimensionen angenommen hat und mit dec sich die Foroerungen aller rcrantwortuugsletraßte.i Träger der deutschen Wirtschaft vereinigt haben, ist eine Mahnung, der kein Deutscher die Beachtung verwehren darf. Trügen die Zeichen, versagt morgen der Reichstag so w.rd Deutschland vor einer Entwickelung stehen, die am wenigsten die Tlrhebec dieser Lage befre" i ;en dü ste Lehren Endes sollte auch die gestern im Senat bestätigte Stärke des Kabinetts Herriot zu denken geben. Videant consules. Die Stimme des besetzten Gebietes. Berlin. 26. Aug. (WTB.) Aus allen Teilen der besetzten Gebiete gehen immer noch der Reichsregierung zahlreiche Kundgebungen aus allen Devölkerungsschichten zu, in denen die Erwartung ausgesprochen wird, daß der Reichstag die Dawesgesetze an» nimmt. Reben dec Kundgebung des Provin- zialausschusses der Provinz Westfalen liegen u. a. Kundgebungen vom Magistrat und dem Aeltesten- ausschuß der Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden vor. in denen im besonderen auf die traurige Lage der wirtschaftlich aufs äußerste belasteten Stadt Wiesbaden hingewie en wird. Weitere Telegi.-amr.re ähnlichen Inhalts sind a is Dingen und Recklinghausen eingegangen. 2n einem Telegramm der Organisation^ des Einzelhandels für Rheinland und Westfalen wird ausgedrückt, daß der Mittelstand des besetzter. Gebietes die Annahme der Gesetze fordert. Zn ähnlichem Sinne sind die Telegramme des Wirtschaftsausschusses des Ta b a t g e wer bes des besetzten Gebietes, des Vereins selbständiger Kaufleute in Worms, der Industriever- einigung Worms und des Wormser Bö r se n v ere i n s gehalten. Die Zentrumspartei Gelsenkirchen fordert die Annahme Abkommens, weil kein Ercverbsstand des Befaßten Gebietes die Last länger tragen kann. Auf die katastrophalen Wirkungen der Richtannahme wird auch in Telegrammen der katholischen Arbeiterschaft des bergischen Landes und der sozialdemokratischen Partei der Bezirke Bochum und Gelsenkirchen hingewiesen. Endlich liegen noch Telegramme derHandelskammerEssen, Münch e n - G l a d b a ch , D u i s b u r g undRuhr- o r t vor, die in gleicher Weise sich für die Annahme der Dawesgesetze aussprechen. 3n Telegrammen an den Reichskanzler wurde weiter mitgeteilt, daß die Handelskammern des besetzten Gebietes in letzter Minute an die Fraktion^ der deutschnationalen Volkspartei telegraphisch den dringenden Appell gerichtet haben, sich für die Annachme des Gutachtens auszusprechen. Der Provinzialtag der Provinz Rh ein ße f f en warnt in letzter Stunde vor dem Versuche, das Abkommen zum Scheitern zu bringen und damit für das besetzte Gebiet und Westdeutschland unsagbare Gefahren und unerträgliche Fortdauer der die Wirtschaft und das Leben zerrüttenden Tlngewißheit heraufzubeschwören. Der Kreistag des Kreises Mainz hält die Annahme des Londoner Abkommens trotz allerDedenken für unbedingterforderlich. Er gibt dabei der Erwartung Ausdruck, daß mit der Annahme der Abmachungen wieder Friede und Recht auch im besetzten Gebiet zur Geltung kommen. Der Kreistag des Kreises Oppenheim bittet den Reichstag, trotz aller Bedenken dem Londoner Abkommen zuzu stimmen. Die Ablehnung des Londoner Abkommens bedeutet für das besetzte Gebiet dessen Preisgabe gegenüber den Zwangsmaßnahmen der Besatzungsmacht. In der „Magdeburgischen Zeitung" feilt Reichstagsabgeordneter Adams (D. Vp.) mit, daß d i e vaterländischen Verbände von Rheinland- Westfalen im Gegensatz zu der auf der Tagung der vaterländischen Verbände am Sams tag in Berlin gefaßten Entschließung auf dem Standpunkt stehen, daß das Londoner Abkommen angenommen werden muß. Reise Stresemonns nach London? (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 27. Aug. In den Berliner Re- gierungskreifan hält man es für wahrscheinlich, daß Minister Dr. ©tretemann persönlich nach London fahren wird, um die deutsche Llnterschrift zu leisten. Es ist zwar in Aussicht genommen, daß der deutsche Botschafter in London Dr. St Hamer das Pro- Die Aussprache im Reichstag. Anträge der Volkspartei und des Zentrums zugunsten der deutschnationalen Forderungen. Berlin, 26. Aug. Bei der Beratung der Bankgesehgebung bedauert Abg. Dietrich (Dntt.) die Haltung des Reichsbankpräsidenten, der offenbar der Rentenmark nicht sympathisch gegenüberstehr und den Kreditbedürfnissen der Landwirtschaft zu wenig Rechnung trage. Abg. Keil (Soz.) tritt dem Abg. Dietrich entgegen. Die verfehlte Finanzpolitik während des Krieges Hube das deutsche Währungselend verschuldet. Abg. Lammers (Ztr.) weist auf die schwere Belastung hin, die der Industrie durch den Londoner Pakt auferlegt wird. Die Industrie sei jedoch bereit, im Interesse des Vaterlandes dte Lasten auf sich zu nehmen. Abg. Katz (K.) bekämpft die Vorlagen. Abg. Dr. Ku len kampff (D.Vp.) kritisiert die bisherige Praxis der Reichsbank, die in Veriennung ihrer eigentlichen Aufgabe nur Geld gedruckt und damit die Inflation gefördert habe. Die Rentenmark könne mcht die endgültige deutsch- Währung sein; mit ihr sei auf die Tauer nicht weiter zu arbeiten. Darum sei die Annahme des Dankgesetzes eine unvermeidliche Rotwendigkeit. Abg. Feder (Ratsoz.) bezeichnet die Vorlagen als den Versuch, das deutsche Volk in die Zinsknechtschaft der internationalen jüdischen Kapitalisten zu bringen. Reichswirtschaftsminister Hamm Betont, die Reittenmark könne nicht auf sich allein gestellt die stabile Währung darstellen. DerReichs- bankpräsident habe ein großes Verdienst an der Aufrechterhaltung der Stabilität unserer Währung. Er habe auch bei den Verhandlungen mit den Sachverständigen erfolgreich für die Befriedigung des Kreditbedürfnisses der Landwirtschaft gewirkt. Die Reichsregierung wolle keineswegs die unter dem Zwang der harten RoWendigkeit ein- gebrachten Gesetze als besondere Wohltat anpreisen, aber andererseits dürfe man auch nicht die Rachteile der Vorlagen übertreiben. Es sei keine Rede davon, daß die deutsche Reichsbank dem Auslaird ausgeliefert wird. Abg. Graf Bernstorff (Dem.) weist darauf hin, daß an dem Gesetz doch nichts zu ändern sei. Darum sei es besser, ohne lange Reden und parteipolitische Auseinander etzungen möglichst schnell zur Annahme zu kommen. Wenn die Deutschnationalen mit bem Außenminister der Meinung sind, daß London der Anfang des Befreiungskampfes der Ruhr sei, bann bürgen sie sich auch nicht weigern, den ersten Schritt mit der Annahme der Vorlage zu tun. Bei der zweiten Beratung über die Industriebelastung empfiehlt Abg. Schneider (D. Vp.) bie von seinen Freunden im Auswärtigen Ausschuß gestellten Anträge, wonach im Gegensatz zu dem Reichsratsbeschluß auch die toerbenben Betriebe des Reiches, der Länder und der Gemeinden in den Kreis der zu Belastenden einbezogen werden sollen, ebenso diejenigen Sparkassen, die im wesentlichen als Dankbetriebe arbeiten. Abg. Lejeuye (Deutschnat.) lehnt die Vorlage ab. Die Substanz der deutschen Wirtschaft dürfe nicht mit den Lasten aus dem Versailler Diktat verquickt werden. Abg. Frau Sender (Soz.) wendet sich gegen die Kommunisten, die mit der Ablehnung der Vorlagen sich tatsächlich als Gegner der Sachwerterfassung bekannt hätten, (Lärm bei den Kommunisten,) Abg. K o e n e n (Kom.) betont, die Industrie wevde tne ihr auf erlegten Lasten auf die Preise schlagen, sv daß eigentlich doch die breite Masse die Belastete sein würde. Abg. Schröder (Rat.-Soz.): Die sogen. Industriebelastung würde tatsächlich die deutsche Arbetterfchaft treffen und sie zu Sklavendiensten für das internationale Kapital zwingen. Abg. Dr. Decker (D. Vp.) weist auf die eigenartige Tlebereinstimmung zwischen den Ra- ttvnalsozialisten und Kommunisten hin. Das lasse beinahe auf eine organisatorische Verbindung schließen. Drückt Herr Katz auf den Knopf, dann komytt derr Beifall von den Rationalsozialisten und umgekehrt. Der Redner rechtfertigt dann der Opposition gegenüber die Zustimmung seiner Freunde zu den Gutachtengesehen. Hierauf folgt die ztoeite Beratung des Reichsbahngesehes und des Reichsbahnpersvnalgesehes. Abg. Schuhmann (Soz.) stimmt der Vorlage zu. Von der Deutschen Volkspartei ist ein Antrag .eingegangen, in das Man elgeseh über das Londoner Abkommen folgenden § 3a einzufügen: Ilm die Durchführung der den Vereinbarungen der Londoner Konferenz zugrund« liegenden Sach- verständ gmgutach en mcht zu beeinträchtigen vd.r zu gefährden, hat die Reichs reg ierung darauf hinzuwirken, a) daß bie Gesetze, die über die im Art. 428 des Versailler Vertrags bezeichneten Greuel hinaus besetzt worden sind, so rasch wie möglich, jedenfalls aber vor dem 15. Otuguft 1925 geräumt werden, b) daß die Kölner Zoneünterallen älmständen.am 10. Januar 1925 endgültig geräumt wird, wie dies auch von den englischen Kronjuristen als notw-nöig anerkannt wurde, c) daß Sicherheit dafür geschaffen w'rd, bej) künftig die in bet Vereinbarung über die militärische Besetzung der Rheinlande vom 28 Juni 1919 für die Befugnisse .der Desahungsbehörde gezogenen Grenzen nich' überschri ten un) daß insbesondere , die Bewohner der Rheinlande in dem Genuß hrer allg mi en Me ischenrech e und staatsbürgerlichen Grundrechte nicht geschmälert werden. Ein Antrag von Raumer (D. Vp.) verlangt im § 4 die Bestimmung, baß bie Gutachtengesetze außer Kraft treten, wenn die 8Y0-Mi.llivnen-Anleihe nicht zu stände kommt. Eine Entschließung von Guerard (Z.) ersucht die Regierung, auf eine Revision aller Anordnungen derR he inlandkommis- sivn und auch die Zurückführung des Reparationskommissionsregimes auf die für die Sicherheit der Besatzungstruppen unerläßlichen Maße Hinzuwirten. Die 2lbgg. Dr. Brüning (Zentr.) und Groß (Zentr.) verlangen Sicherung der Beamtenrechte des Personals der neuen Reichs- bahngesellschaft. Sie beantragen u. a. unkündbare Anstellung der Beamten, dauernde materielle und rechtliche Gleichstellung der Reichsbahnbeamten mit den Reichsbeamten und Verpflichtung zur Unterbringung der in den Wartestand versetzten oder ausgeschiedenen leistungsfähigen Bediensteten. Von der Deutschen Volkspartei liegen weitere Entschließungen vor. In der (Fortsetzung siehe 2. Sette.) tokoll unterschreibt, dber neuerdings hat der Außenminister den dringenden Wunsch, den englischen Premierminister Macdvnald noch vor seiner Abreise nach Genf zu sprechen, da in England gewisse Strömungen im Gange sind, die sich gegen die Durchführung der Londoner Beschlüsse richten. Die Haltung dieser englischen Kreise ist außerordentlich zweideutig und gibt der Reichsregieruna zu den ernsthaftesten Besorgnissen Anlaß. Dr. Stresemann hat durch den deutschen Botschafter an Macdo- nald gewisse Fragen richten lassen Wenn sich dabei die Zweckmäßigkeit einer nochmaligen persönlichen Aussprache zwischen Mac- donald und Dr. Stresemann ergeben sollte, fr wird der Außenminister am Freitag die Reist nach London antreten. Vie Regierung unterzeichnet auf jeden Zall. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 27. Aug. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird die Reichsregierung am 30. August auf jeden Fall die Londoner Abmachungen unterzeichnen. Sie glaubt die älnterschrift um so eher leisten zu können, als die erforderliche Mehrheit für die Ratifizierung der Londoner Abmachungen gesichert ist. Lediglich die für das Eisenbahngesetz erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erscheint gefährdet. Die Reichsregierung ist der Auffassung, daß es ihre Pflicht ist, für die sofortig^ Durchführung der 2on» doner Vereinbarungen Sorge zu tragen, zumal alle maßgebenden Verbände der deutschen Wirtschaft, ganz besonders die Imöustrie der besetzten Gebiete dringend die Annahme der Londoner Abmachungen gefordert haben. Die Reichsregierung wird darauf Hinweisen, daß mit wenigen Ausnahmen die gesamte deutsche Wirtschaft ihre Zustimmung zu der Unterschrift gegeben hat. Trotz dieser Haren Stellungnahme des Reichs- kabinetts besteht die große Gefahr, daß die Reichsregierung nicht in der Lage sein wird, im Falle einerdeu-Kschnationalen Ablehnung die Durchführung der Lon- doner Abmachungen zu sichern. Wenr die Gegenseite erklären sollte, daß die ordnungsmäßige Verabschiedung der deutschen Ausfüh- wungsgesehc nicht erfolgt ist, so können sich daraus schwere Komplikationen ergeben. X'7 Die deutschen Kolonien vor der interparlamentarischenKonferenz EineRede desGouverneursDr.Schnee 'Bern, 26. Aug. In der heutigen Debattq der Interparlamentarischen Konferenz über die Frage der Kolonialmandate hielt der fimhere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Dr. Schnee, eine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede, in der er den von dem französischen Berichters (tatter Marius Moutet gestern begründeten Anträgen über die Reform des Völkerbunds- Mandatssystems mit der Begründung zu - stimmte, daß ihre Derwirllichung geeignet sei. die bisher sehr wenig befriedigende Lage der unter der Mandatherrschast stehimden Bevölkerungen zu bessern. Dr. Schnee entwarf ein zusammenhängendes Bild von den traurigenDev- hältnissen in den früheren deutschen Kolonien und wies auf den großen älnter» schied hin, der zwischen der deutschen Verwaltung und der Mandatsverwaltung besteht. Rach- dem bereits die Grenzführung in feiner Weise • die Interessen der Bevölkerungen berücksichttgt hätte, lebten verschiedene Kolonien jetzt unter ständiger Gefahr völliger Annexion. Entgegen der Völkerbundsatzung würden ferner die Mandatsgebiete militarisiert, während unter der deutschen Herrschaft nie eine Zwangs- aushebung und die Verwendung einheimischer Soldaten außerhalb der Kolonie stattgefunden habe. Der Steuerdruck und die anderen Lasten der Eingeborenen sei erschwert. Die gesundheitliche Fürsorge sei stark vernachlässigt worden, obgleich gerade auf diesem Gebiete vor allem in der Bekämpfung der furchtbaren Schlafkrankheit Deutschland vorbildliche Leistungen vollbracht habe. Es sei nunmehr unbedingt notwendig, daß die Mandutskommi sion des Völkerbunds, anstatt einzig auf die Berichte der Mandatsmächte angewiesen zu fein, selbst an Ort und Stelle die Verhältnisse prüfe und daß den Eingeborenen ein unbehindertes Petitionsrecht bei der Mandatslommijsion gesichert werde. Zum Schluß warnte Dr. Schnee davor, Millionen von Völkern des dunklen Konttnents m i t modern en Waffen auszust a'tten und sie gegen die europäische Kultur loszulassen, anstatt für kulturelle Hebung dieser Bevölkerung zu sorgen. Die Rede Dr. Schnees wurde, obgleich wegen Zeitmangels grundsätzlich keine tteber- setzungen mehr vorgenommen werden sollten, auf Wunsch der amerikanischen Delegation ins Englische übertragen. Hncn wird etfiart, MD dte des londoner Pattes keine Erneuerung der Anerkenntnis der Schuld Deutschlands am Weltkriege bedeutet, daß vielmehr feier» lichst Einspruch gegen das im Versailler Vertrag über die Kriegsschuld gefällte falsche Urteil er» Ijobcn wird. Un Der zweiten Entschließung wird erklärl, die Handelsvertragsverhandlungen mit »Frankreich und Belgien dürften nicht unter dem forrdauernden D r u er. Der lruyr» besehung stattfinden. Don den Sozialdemolratenit namentliche Abstimmung über den Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung beantragt worden, wonach das Reichsbahngesetz mit einfacher Mehrheit entschieden werden soll. Um 9 Uhr wird die Weiterberatung aus Mittwoch, vormittags 11 Uhr, vertagt. Auch der Senat für Herriot. arid, 26. Aug. (WB.) Der Senat hat die Bertranenstagesordnung 40 Stimmen angenommen. P mit 204 gegen Der Wortlaut der Tagesordnung Die mit der Unterschrift Henri de Iouvenels und anderer Senatoren versehene Tagesordnung hat folgenden Wortlaut: Der Senat b i l l i g t die Erklärung der Regierung, schenkt ihr das Vertrauen, daß sie dis vollkommene Durchführung des Sachverständigenprogramms beschleunigt, ein interalliiertes Uebereinfommen über die Durchführung erreicht und in der Abrüstungskontrolle, entsprechend den Grundsätzen des Schiedsgerichts, und in einer wirksameren Tätigkeit des Völkerbundes die Mittel finden wird, die Sicherheit der Grenzen und den Frieden derVölkerzusichern. Dann geht man zur Tagesordnung über. Poincars und Herriot. 3n der gestrigen Rachmittagssihung ergriff sofort, nachdem vormittags verschiedene Redner gesprochen hatten, PoincarL das Wort. Der Vorgänger Herriots führte aus, er habe nicht die Absicht, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Wenn es wahr sei, daß man sich vor dem Veginn des wahren Friedens befinde, so werde ittcht er es sein, der versuchen werde, dieses Ergebnis durch der Eigenliebe entspringende Betrachtungen herabzusehen. Poincarß zollt dann dem Mut und den Arbeitsleistungen Herriots seineAner- ken n u n g. Poincarö suchte dann zu beweisen, dah ohne die Besetzung des Ruhrgebiets der Dawesplan nicht zustande gekommen wäre, und beschäfttgt sich dann mit den Veränderungen, die der Dawesplan in London erfahren hat. Er erkannte dabei an, dah diese Deränderungerr dem Versailler Vertrage nicht zuwiderttefen, aber nötig seien sie nicht gewesen. Poin- oare wendet sich dann gegen das Schiedsgerichtsverfahren, das in London beschlossen worden sei. Dieses Verfahren bedeute in der Praxis die Aufgabe jeder Feststellung einer Verfehlung. Auch bezüglich der Sachlieferungen bedeute das, was in London vereinbart worden sei, eine Verschlechterung gegenüber dem Versailler Vertrag. Die in dieser Beziehung vorgesehenen schiedsgerichtlichen Möglichkeiten werden in der Hauptsache Deutschland zugute kommen. Das Schlimmste an den Londoner Abmachungen sei das, was sich aus die Ruhrräumung beziehe. Poincarä setzte dann lang und breit auseinander, Dah die bei dem Einmarsch ins Ruhrgebiet erfolgte Ratifizierung der französischen Regierung die These Macdonalds In keiner Weise rechtserttge. Er,' Poincare, hätte eS als) dem Worte Frankreichs vollkommen entsprechend gefunden, wenn keinerlei Räumung erfolgt wäre, bevor die im Dawesplan vorgesehenen Obligationen unterge» brkcht wären. Wenn die "Obligationen nicht unter- geüpacht würden, dann bpeche der ganze Dacoes- plvn zusammen und dann werde Frankreich seine Pfänder wieder aufnehmen müssen. Wie sollte es das tun, wenn es nicht mehr einen einzigen Soldaten im Ruhrgebiet habe? Deutschland werde den Einmarsch nicht wieder gestatten, oder es werde Blut fließen was man, darüber seien sich alle einig, vermeiden wolle. Wenn wir an der Ruhr die Flotte von Sptthead haben wurden, so wären wir viel mehr in Sicherheit, da wir sie nicht haben, so können wir nicht zulassen, dah Köln im Januar nächsten Jahres geräumt wird. Es ist übrigens nicht notwendig, dah Köln durch England beseht ist. Als die Amerikaner ihre Trupppen aus der Koblenzer Zone zurückgezogen haben, sind sie durch andere alliierte Truppen erseht worden. Wenn England die Gewißheit hätte, dah Köln, wenn es von den englischen Truppen geräumt wird, von uns beseht würde, so würde es unzweifelhaft zögern, seine Truppen zurückzuziehen. Was in London geschaffen wurde, ist für uns noch keine Morgenröte. Das Gerüst des Londoner Abkommens ruht auf schwankendem Boden, nämlich auf Der Loyalität Deutschlands. Aber bevor man Deutschland einen so großen Kredit und Anverttauen eröffnet, hätte ich gern aesehM, daß Frankreich die Vergünstigungen friedlicher Art, die es sich verschafft hatte, nicht aus der Hand gäbe. Hierauf ergreift Ministerpräsident Herriot das Wort. Die Regierung hat heute das Recht, Ihnen zu erklären, bafr sie erstmals in dieser so schwierigen Frage der Reparationen vor etwas positivem stehe. Die Polittk Poincares ist nicht einheitlich. Er hat eine tatsächliche Lösung der Reparationsfrage stets verweiger t, iaber es ist leicht, auf diese Weise sich der Knttk zu entziehen. Wenn wir in London gebrochen hätten, so hätten wir den status quo im Ruhrgebiet nicht aufrechterhalten können. Wir hätten entweder den deutschen Industriellen neue Vergünstigungen gewähren, oder aber das Ruhrgebiet zuriegeln müssen. Deshalb muhten in Londrnr Konzessionen gemacht werden, andernfalls hätten wir eine vielleicht glorreiche aber auch gefahrvolle Politik gemacht. Ich habe im Auslande die Politik Poincares nicht desavouiert. DaS Zwiegespräch zwischen PoincarS und Herriot spinnt sich noch eine Zeit lang fort. Dann spricht Herriot zur Ruhrfrage. Ich habe im Senat erklärt, dah ich nicht einen Brief, sondern Briefe von Macdonald bekommen habe, in denen er mir erklärt, dah er die Abmachungen nicht unterschreiben könne, wenn die Ruhr nicht geräumt sei. Eine gwhe englische Partei bleibt dem Dawesplan feindlich gesinnt, weil sie in diesem eine wirt» chaftliche Gefahr für England und einen Grund zur Arbeitslosigkeit sieht. Ich war nicht für den Einmarsch in das Ruhrgebiet. Was die deutschen Rüstungen anlangt, so habe ich mich im Cinver- tändnisse mit Macdonald 'bemüht, die Wiederaufnahme der Kontrolle zu sichern, aber wenn die Körper entwaffnet werden müssen, so müssen auch die Geister entwaffnet werden. Besinnen wir uns auf das, was sich in den Jahren 1806 bis 1815 ereignet hat. Die Regierung wird nicht aufhören, die nattvnalistische Bewegung in Deutschland zu überwachen, um damit zu zeigen, dah wir einen Unterschied machen zwischen Den Parteigängern des einigen Krieges und denen, die zum Frieden kommen wollen. Mit erhobener Stimme schließt Herriot: Die Regierung ist nicht o ehrgeizig, mit einer neuen Polittk vor Sie ünzutreten, sie ist der Meinung, daß der Krieg vielleicht nicht zu einem befriedigenden Abschluß geführt hat, aber wenn man heute im Frieden die Methoden des Krieges fortseht, o ist das nicht die beste aller Lösungen. Es ind noch ernste Fragen zu lösen. Ich habe Ihnen nichts versprochen und ich bringe nur vernünftige und gemäßigte Lösungen. Rach einigen persönlichen Bemerkungen wurde mit 262 gegen 13 Stimmen ein Antrag auf Schluß Der Debatt eangenommen. Darauf erfolgte die Abstimmung. Aus aller Wett. Ueberschwemmun skatastrophe in der Altmark. Die Ernte vollkommen verloren. Magdeburg, 26. Aua. (WTB.) Die A l t m a r k wurde durch die starken Riederschläge der jüngsten Zeit von einer Ueberschwem- mungskatastrophe heimgesucht, die an Umfang das Hochwasserunglück von 1909 weit übertrifft. Im Kreise Osterburg ist eine Fläche von etwa 120000 Morgen von den Fluten bedeckt. Die Ernte kann hier als vollkommen 'verloren angesehen werden. Heute morgen weilte eine Regierungskommissivn hier, um eine Hilfsaktion einzuleiten. Empfang saarländischer nnd hessischer Kinder in Berlin. Berlin, 26. Aug. Am Dienstagmorgen traf auf dem Anhalter Bahnhof ein Sonderzug mit 6 0 0 erholungsbedürftigen Kindern aus dem Saargebiet und Hessen ein. denen die Reichszentrale für die Vermittlung von Landaufenthalt für Stadtkinder einen Erholungsurlaub an Den Ostseebädern vermittelt hatte. Als Der mit Eichengrün und bunten Fähnchen geschmückte 23 Wagen starke Zug in Die Halle einfuhr, stimmte Vie Militär- kapel le des Reichswehrregiments einen Marsch an. Unter fröhlichen Heilrufen und luftigem Tücherfchwenken entstiegen die Klemen, betreut von Pflegern und Hilfsschwestern, dem Zuge. Dann ging es zu den bereitftebenDen Rund- fahrautomobilen, um Die kleinen Gäste nach Den Germaniasälen in der Chausseestraße zu bringen, wo sie verpflegt und am Vormittag von Behörden und Organisationen begrüßt wurden. Vom Sängerbundesfest. Hannover, 26. Aug. (Wolff.) Der heutige Tag des 9. Deutschen Sänger bundesfe st es, der die zweite Aufführung im Stadion brachte, welche von Rheinländern, Badensern und Schwaben besttitten wurde, verlief ebenfalls in glänzender Form. Die Bünde brachten formvollendet verschiedene Chöre unter Der zielsicheren Leitung von Professor Keldörfer- Wien und Professor Woh lgem u th -Leipzig zu Gehör. Hierauf ergriff Geheimrat Dr. H ammerschmied t aus München, Der fünfundzwanzig Jahre lang Abgeordneter Der Pfalz war, das Wort zu Der Festrede, worin er Den Rhein und seine Gänger verherrlichte und ein Treuegelöbnis für unsere Brüder im besetzten Gebiet ab legt?. Für Die Grenzmarkbünde und Die abgetrennten Gebiete entbot der Vertreter der deutschen Männergesangvereine in P v l en Den versammelten Sängern feinen deutschen Sanges- gruh. Die durch Die widrigen Verhältnisse am Kommen verhinderten Tiroler schickten ein De- grußungstelegrarnm. — Der anläßlich des (Gänger- bundesfestes heute vormittag abgehaltene neunte Gänger tag beschloß, das zehnte deutsche Sängerbundesfeft in Wien 1928 anläßlich der Feier des 100. Todestages Schuberts abzuhalten. Tillesen ist nicht zu finden. Budapest, 26. Aug. (WTB.) Der Minister des Innern Rakowski erklärte Zeitungsbemcht- erftattern, daß Die Polizei Den angeblichen Heinrich Schneider, in welchem die deutschen Behörden einen der Mörder Erzbergers, Tillesen, vermuten, mit aller Energie suche. Bisher sei es noch nicht gelungen, ihn ausfindig zu machen. Die Zeppelinprobefahrt verschoben. Rach einer Meldung der Zeppeilinwerft in Friedrichshafen findet die für heute geplante Probefahrt des amerikanischen Zeppelins nicht statt. Der Termin der Trobesayrt ist noch nicht festgesetzt. Das Geständnis der Gattenmörderin. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Die unter dem Verdacht des dreifachen Gattenmordes verhaftete Witwe Krüger aus Hammer (Kreis Osternberg) hat ein Teilgeständnis abgelegt und zugegeben, daß ihr letzter Gatte ittcht, wie sie zuerst behauptete, selbst Hand an sich gelegt, sondern dah sie ihm mit dem Rasiermesser die Kehle durchgeschnitten habe. Eine Radfahrer-Falle. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Heute nacht fuhr der Kaufmann Haller mit seinem Molo r rao auf der Potsdamer Qityaujjee gegen einen über die Chaussee gespannten Draht. Haller erlitt eine Gehir, -erschütterung. Man vermutet, dah die unbekannten Täter in der Dunkelheit Motorradfahrer und Radler zu Fall bringen und berauben wollten. Mit dem Auto gegen eine Lokomotive. Rach einer Meldung aus Oldenburg stieh an einem Bahnübergang bei Löningen ein Automobil mit einer Lokomotive zusammen. Ein Insasse des Autos wurde getötet, vier schwer verletzt. Aus Stadt und Land. Gießen, Den 27. Aug. 1924. Gasvergiftungen. Immer wieder ereignen sich Fälle von Gasvergiftungen, Die oft einen tödlichen Ausgang nehmen: nicht selten kommt es auch vor, dah Leute, die freiwillig aus Dem Leben scheiben wollen, Die Gashähne öffnen, das Leuchtgas einatmen und Dann tot aufgesunDen toerDen. Bei Gasvergiftungen muh man zwischen Leuchtgas- unD Koh- len o x y D Vergiftungen unterscheiden. Leuchtgasvergiftungen treten meist Durch unvorsichtiges Ofsenlassen von Gashähnen oDer uu» Dichlen Gasleitungen ein. Richt so groß ist Die Zahl Der Fälle, wo sie durch Rohrbrüche Der Gasleitungen, Die sich besonDers im Winter ereignen, herbeigeführt werben. Bei ben letzteren kann Das ausströrnende Gas Durch bas hartgefrorene Erb- reich ober burch bas undurchlässige Strahen- )flaster nicht entweichen unb wirb bann selbst auf größere Entfernungen mit ber Luft Des ErDboDens in Die geheizten Häuser eingesogen. Besonders ge- ährdet sind hierbei die in Den Kellern wohnenden Leute. Jedoch kann das Gas auch bis in die oberen Stockwerke Dringen. KohlenoxtzDvergiftungen kommen heute seltener vor. Kohlenoxyd findet sich nicht nur im Leuchtgas, sondern auch im Kohlendunst, Der ich bei unvollkommener Verbrennung von Steinkohle entwickelt. So toerDen KohlenDunstvergiftun- gen beobachtet bei Benutzung schlecht ziehenDer ober mit Ruß verstopfter Oefcn ober bei Benutzung von Oefen, bie überhaupt keinen 2lbzug haben, ober bei Aufstellung offener Kohlenbecken. In früheren Jahren war bie größte Zahl von Kohlenoxidvergiftungen auf das frühzeitige Schließen Der Ofenklappen, Die jeboch jetzt baupolizeilich verboten sind, zurückzuführen. Irn wesentlichen aber ist auch Die Leuchtgas- Vergiftung nichts anDeres als eine Kohlenoxyd- vergiftung. Der Weg, auf dem bas Kohlenoxyd in Den Körper eindringt, führt durch Die Lungen. Es tolrD mit Der Atemluft eingeatmet unD ber» binDet sich unmittelbar mit Dem Blut. Seine große Giftigkeit beruht darauf, daß es schon in verhältnismäßig geringen Mengen ben Sauerstoff aus dem Blut verdrängt und dadurch das Leben immer aufs äußerste gefährdet. Die Erscheinungen einer Leuchtgas-ober einer Kohlenoxidvergiftung sink) in leichten Fällen Schwindel, Kopfschmerz, Hebelfeit, Erbrechen, in schweren Fällen rauschähnliche Zustände, Die sich bis zur völligen Bewußtlosigkeit steigern unD Den ToD herbefführen. Die Behandlung bei Koh- lenoxhbvergiftungen hat in erster Linie Dafür Sorge zu tragen, daß das GiftausdemKör- per entfernt wird. Je schneller Dies geschieht, um so größer ist Die Aussicht auf Errettung pes Vergifteten. Da oft kostbare Zeit verstreichen Linn, ehe ein Arzt erreichbar ist, so muh auch Der Laie wissen, wie er bis zur Ankunft Des Arztes helsenD eingreifen kann. Sofort muß derjenige, der Gas eingeatmet hat, an Die frische Luft gebracht toerDen. Ist Die Atmung matt, so muh fünft» liche Atmung, Deren Kenntnis Gemeingut aller fein sollte, eingeleitet toerDen. Auch falte Begießungen, Frottieren, Kitzeln Der Rasen» schleimhaut, Riechen an Ammoniak sinD zur Unterstützung Der künstlichen Atmung angebracht. Solche WieDerbelebungsversuche müssen oft stundenlang fortgesetzt werden, ehe sie von Erfolg gekrönt sind. Steuern und Warenpreise. Die steuerliche Belastung stellt zur Zeit einen der wichtigsten Pxeisbiloungsfak vre Dar. In Der Landwirtschaft kann man Die Steuerbelastung auf ungefähr 75 Prozent des Reinertrages veranschlagen: Da Monate hindurch Die Landwirtschaft zu Verlustpreisen verkauft hat, wird in vielen Fällen Die Steuerzahlung sogar aus Dem Vermögen genommen sein. Im i n D u ft r i e l» I e n Gewerbe, bas besonbers unter Den hohen Kommunal- unD Gewerbesteuern leiDet, liegen Die Verhältnisse ähnlich. Im Ruhrbergbau ist z. B. Der Amsah jetzt mit 7—8 Prozent Steuern belastet, gegen 1,5—2 Prozent in Der Vorkriegszeit. Man kann annehmen, Daß im FrieDen auf Der Tonne Kohlen 0,30—0,40 Mk. Steuern ruhten, während Dieser Betrag jetzt auf 1,40 Mk. unD Darüber sich beläuft. In Der Eiseninbustrie betrug im FrieDen Die steuerliche Belastung je Tonne Roheisen 2,10 Mk. Jetzt macht sie 10—11 Mark aus. Werke, die früher 1,2—1,5 Millionen Mark Steuern zu zahlen hatten, müssen jetzt fünf Millionen Mk. und Darüber (also mehr als Das Vierfache) entrichten. Was Den § an Del angeht, so hat eine Rachprüfung bei altangesehenen Lebensmittelfirmen ergeben, Daß Die steuerliche Belastung im Jahre 1913 0,14 Prozent, im Jahre 1924 Dagegen 4,35 Prozent Des Umsatzes beträgt; während sich 1913 eine Belastung Des Gewinnes von 17 Prozent errechnete, ergeben sich nach einer Schätzung auf GrunD Der Verhältnisse in Den ersten 6 Monaten dieses Jahres 338 Prozent. Daß diese Lasten in ben Preisen zum Ausbruck kommen müssen, ist klar, ba eine berartige Steuerbelastung vom Unternehmer aus eigenem Vermögen nicht getragen werben kann. Am Drüdenbften wirkt sich die äl m s a tz st e u e r aus. Einwandfreie Berechnungen haben bewiesen, dah der im Waren- endpreis steckende Prozentsatz ber Umsatzsteuer beträgt: beim Brot 9 Prozent vom Enbpreis, beim Rindfleisch etwa 5 Prozent, bei Textilwaren 6 bis 7 Prozent, bei Maschinen zwischen 5 unb 8 Prozent usw. Auch bei ben Gegenstänben Des unentbehrlichen BeDarfs ist Der Anteil Der Umfaöfteuer am Warenpreis sehr hoch. Er beträgt z. B. bei einfachen HemDen bis zu 8 Prozent, bei Arbeiteranzügen 9 Prozent usw. Steuerähnlich wirken auch Die hohen sozia- l e n Lasten und die Frachten, Da Die sozialen Beiträge bzw. Tarife sehr hoch bemessen find. Einnahmen, die eigentlich durch Steuern aufgebracht werden mühten, gelangen jetzt auf diese Weise zur Erhebung. Durchschnittlich kann man annehmen, daß Die sozialen Lasten, Die früher 7,9 Prozent vom Lohn ausmachten, jetzt 16 Prozent betragen. Im Bergbau belaufen sie sich sogar auf 27,3 Prozent Des Hauerlohnes, Bei Der Eisenerzeugung rutzten früher auf Der Tonne -notjetjen 1,14 Mk. an sozialen Aufwendungen, jetzt 2,68 Mk. Die Frachten belasten jetzt Den Warenpreis in viel höherem Mähe als vor Dem Kriege. Es ist z. B. gestiegen Der Frachtenanteil am Warenpreise beim Roheisen von 6 Prozent im Jahre 1913 auf 8,9 Prozent am 1. März 1924, bei Holz von 9,6 auf 14,3 Prozent usw. Auch bei Lebensmitteln ist Diese Verschiebung zu beobachten. Bei Roggen betrug z. B. vor Dem Kriege ber Frachtenanteil am Preis 4,9 Prozent, jetzt beläuft er sich auf 9,7 Prozent. Bei Weizenmehl ist eine Steigerung zu beobachten von 3 Prozent auf 5,1 Prozent: bei Zucker von 2,7 Prozent auf 3,9 Prozent: bei Margarine von 0,8 Prozent auf 1,4 Prozent; be Erbsen von 2,9 aus 4,7 Prozent. Dah durch die jetzige Art Der Steuerbelastung Die Kaufkraft Der Bevölkerung zu sehr in MitleiDenschaft gezogen toirD, ergibt sich daraus, Dah in Den letzten Monaten Die Einnahmen aus Einkommensteuern heruntergegangen sinD von 73,4 Millionen Mark auf 55.6 Millionen Mark, und dah Die Vermögenssteuer, Die im Mai 38,6 Millionen Mark einbrachte, im Juni nur noch auf 12,8 Millionen Mark sich belief. Diese Zahlen zeigen, Daß wir in einer ganz gefährlichen Entwicklung uns befinDen. Verlängerung der Frist zur Vorlegung der Goldmarkbilanz Von amtlicherSeite wird mitgeteilt: Die beschleunigte Aufstellung der Goldbilanzen entspricht einem dringenden wirtschaftlichen Bedürfnis und muh daher mit allem Rachdruck gefordert werden. Mit Rücksicht darauf, daß die gesetzliche Regelung der Gebühren und Kosten für die Umstellung erst unmittelbar bevorsteht, ist indessen der Wunsch der Wirtschaft, die Frist zur Vorlegung der Goldmarkeröffnungsbilanz in mäßigen Grenzen zu verlängern, als berech- tigterfannt' worden. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, für Gesellschaften, deren Geschäftsjahr mitdem Kalenderjahr zusammenfällt, auf Grund des § 20 ber Goldbilanzverordnung die Frist zur Verlegung der Goldmarkeröffnungsbilanz bis zum 30. Rovember 1924 zu verlängern. Bornotizen — Tageskalender für Mittwoch Gießener Schwimmverein, 8 ilfyr, Cas6 Astoria: Monatsversammlung. — Rundfunkhaus, Löberstr., 81/2 Uftr: Musikalisch-literarischer Abend. — Lichtspielhaus: „Die grüne Manuela". Wettcrvuraussuge Wenig 2Ien bering ber bestehenden Witterung. ** Fliegergedenkfeier auf öet Wasserkuppe. Aus dem Schauplatz des Rhön- segelfluawettbeweibs, Der Wasserkuppe, findet am kommenden Sonntag, 31. August, eine Feier an dem den Opfern der Lüfte gesetzten Denkmal statt. Am Samstag findet eine Zusammenkunft der alten Flieger und kameradschaftliches Beisammensein innerhalb ber Traditionsveremigungen statt. Am Sonntag vormittag 10.45 versammeln sich die Teilnehpier im Zeltlager Wasserkuppe, 12.15 beginnt die Feier am Denkmal. Anschließend finden am Rachmittag Schauflüge statt. * * S1 ad11hea ter. Ein sehr gut besuchtes Haus vergnügte sich königlich bei „Charleys Tante" aus Brasilien, dieser uralten, aber offenbar immer noch zugkräftigen Schwanks igur, die Fred Schüler mit viel Witz mimte. Paul Gehre, Der als Chesney auf Anstellung gastierte, patzte sich in das flotte Spiel unseres Ensembles gut ein. Ein abschließendes Urteil wird man aber nach Dem gestrigen Auftreten kaum fällen können. »e. * * Dom Dersorgungsamt wird uns mitgeteilt: Die den Ruhegehaltsempfängern Wartegeldempsängern und Hinterbliebenen für den Monat September 1924 zustehenden Bezüge werden am Samstag, 30. d. Mts., vvrm. IC bis 12 HI)r, beim Dersorgungsamt (Zimmer 44) voll ausgezahlt. * * Städtische Gewerbesteuer. Es wird Darauf hingewiesen, daß die Zahlungsfrist für die Einzahlung der städtischen Gewerbesteuer fiir August 1924 (70 Prozent der staatlichen Gewerbesteuer) nach Ablauf der siebentägigen Schon- frift am 30. August 1924 endigt. * * Steuerfreie Ausstellungen. Wie der LandesverbandHessischer Geflügelzüchter mitteitt, hat das Ministerium des Innern auf eine Eingabe hin entschieden, dah Ausstellungen, die nicht Erwerbszwecken dienen, steuerfrei sind. Tierschauen, die wohl allgemein als Ausstellungen betrachtet werden können, sind nach Auffassung des Ministeriums ebenfalls steuerfrei zu lassen, wem, sie nicht Erwerbszwecken dienen. ** Vereinigung der Stelle des Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes mit der des Präsidenten derOberrechnungskammer. Der Staatspräsident hat dem Landtag eine Gesetzesvorlage zugehen lassen, die die Zulässigkeit der Derbin- Dung der beiden genannten Stellen vorsieht. Begründet wird diese Einschränkung des Verwaltungsaufwandes damit, daß die Entwicklung die bei Verabschiedung des Verwaltungsrechtspflege- gesehes vom 8. Juli 1911 gehegte Annahme, die erweiterten Zuständigkeiten Des oberst en Derwal- tungsgerichts würden die Arbeitskraft seines Vorsitzenden voll in Anspruch nehmen, nicht gerechtfertigt habe. Als Leiter des Gerichts komme Der Präsident der Oberrechnungskammer umsomehr in Betracht, als auch er durch seine Amtsgeschäfte nicht in vollem Matze in Anspruch genommen sei. Der Landtag habe schon vor einigen Jahren Die Verbindung beider Stellen ins Auge gefaht, deshalb seien auch die Gehalte beider Stellen nur fü r di e In h aber bewilligt worden. Rach dem Altersgrenzengesetz scheide der derzeitige Präsident des Oberverwaltungsgerichtshofs Ende Oktober 1924 aus dem Amt, Der Präsident Der Ober- rechnungskammer habe sich zur itebcrnafjme des Amts neben dem von ihm bekleideten bereif erklärt. ** Rückzahlung von Dienstbezü- gen. Zuviel erhobene Dienstbezüge, Wartegelder, Gehälter und Hinterbliebenenbezüge toer- oen im allgemeinen zurückgezahlt. Die neuen Besoldungsvorschriften bestimmen aber, daß Der Unterschied nicht zurückerstattet wird, wenn Beamte oder Versorgungsberechtigte durch ein< gesetzlich e Aen der ung mit rückwir- k e nder Kraftschlechter gestellt werden. Es gilt dies für Grundgehälter, Diäten, Orts- Zuschläge, Kinderzuschläge, Pensionen, Wartegelder und Dersorgungsgebühnttsse, alle auch wenn die Beamten in eine andere Besoldungsgruppe eingereiht werden. Als Be» rüge getten and) 2tef>etage=, ueberrracDtartge= uno SdDrgelöer und ärgere Zahlungen die den 'Beamten mit Beziehung auf ihr Amt geleistet werden. r 7 Eiterte ^oftfra^t nach Finn- lanD. -Born 1. September an werden im Ter- ^nntoni> dringende n ich l sperrige Pvst- j sowohl auf dem direkten Seewege über Lübeck ober Stettin wie auch über Schweden (Lah- nitz-T«illeborg, zu gelassen Lieber die Versen- dungsbedlnginrgen erteilen die Pvslanstallen Auskunft. Landkreis Gic^cn. O- L i ch. 26. Aug. Zum Rektor der hie- ftgen Volksschule ist Lehrer Ludwig Erb dahter bestellt worden. In der hiesigen Bevölkerung wird diese Ernennung sehr beifällig ausgenommen da Herr Erb ein .geborener Sicher und schon lange Zeit an der hiesigen Schule tätig ist. Seit dem Jahre 1919 gehört er auch dem Gemeinderat unserer Stadt an. Die besten Wünsche unserer Bevölkerung begleiten den neuen Rektor bei dem Antritt seines Amtes. Möchte es ihn vergönnt sein, noch recht lange zum Wohle unserer Stadt und insbesondere unserer Jugend zu wirken. Kreis Schotten. • Unter-Seibertenrod, 26. Aug. Hier fand am Sonntag unter starker Beteiligung aller Devölkerungskreise und unter Mitwirkung des Po- saunenchors und des Schützenvereins die Einweihung des Kriegerdenkmals statt. Der Vorsitzende deS Schützenvereins, Karl Stein II., Pfarrer Jung -Rieder-Ohmen, Lehrer Muth und Bürgermeister Momberger hielten Ansprachen. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt. 26. Aug. Als Ches des gesamten Ausstattu ngs wesens wurde von der Genevaldireüi o n des hessischen Landes theaters der bekannte Dühnenbildner Lothar Sche nck von Trapp vom DtaatStheater Wiesbaden verpflichtet. Hessen-Nassau. — Q Marburg, 24. Aug. Anläßlich des Bezirks- und Einkau fstages der dem Edeka-Derband angeschlossenen Genoffen- schaften findet gegenwärttg im großen Stadtsaale eine Ausstellung der hervorragendsten Firmen der deutschen LebenS- und Genuß- mitteEb ranche statt. Der Andrang der Besucher, an die Kostproben verabreicht werden, ist derartig, daß die Polizei die Ordnung auf- rechterhalten muß. Auf der sich anschließenden Bezirkstagung hielt Hauptverbandsdirektor, Reichs dagsabgeordneter Borrmann, einen Dort vag über die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die Lage des Kaufmannsstandes und tarn auch aus die politische Lage zu sprechen. Sein Vorschlag, in einer Gntschließung die rechtsstehenden Parteien auszufordern, ihren Widerstand gegen die Llnterz eichnung deS Londoner Abkommens fallen zu lassen, fand einstimmige Annahme. GS gebe nur den einen Ausweg: „Annahme und mit der deutschen Tatkraft versuchen, das Wirtschaftsleben wieder aufzubauen." Das besetzte Gebiet warte mit Schmerzen aus die Annahme. Das Mitglied der Kasseler Handelskammer, Kaufmann Stumpf- "Marburg, schilderte die den Kauf» mannsstund bebrüdenben (Steuern. Letzterer sei bereit, alle Opfer zu bringen, die <5teuereertci- lung müsse aber gerecht sein und das System vereinfacht werden. Herrr Götsch- Frankfurt sprach über die Förderung der Edekabank. Sämtliche Genossenschaften möchten sich dieser bedienen. In der Aussprache wurden auch die Konsumgenossenschaften und die Beamtenkonsumverein e erwähnt. Abg. Borrmann meinte, daß die Mitglieder dieser Vereine sich an ihren Kindern versündigten, denn wenn es nur noch' Konsumvereine und Angestellte gebe, würde niemand mehr aus kleinen Anfängen heraus sich zum Rutzeii des Wirtschaftslebens aufschwingen können. 9. Verbandstag des hessischen Schuhmacher-Verbandes. (Eigener Bericht unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt, 25. Aug. Der 9. Derbands- tag des Hessischen Schuhmachermeister-DerbandeS wurde am Montag mit einem Schuhmachertag fortgesetzt. Direktor Schüt tler von der Hessischen Handwerkskammer hielt einen Vortrag über allgemeine Handwerkerfragen. Die Verhältnisse der Gegenwart zeigten eine Richtbeachtung der Belange des Handwerks, daher habe der Reichsverband des deutschen Handwerks den Antrag gestellt daß in ber Reichsregierung ein: besonderes ötaatdfelretariat für das Han dwerk geschaffen werde. Es hätte in Hessen schärfster Anspannung der zuständigen Stellen beburft, um der Berechtigung des Handwerks zur Preisbildung seiner Erzeugnisse bte Anerkennung zu verschaffen. Es dürfe aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß vielfach die Innungen sich Verstöße gegen die Pres's» treib ereiver orbnung hatten zuschulden kommen lassen. Es sei zu berücksichtigen, ob nicht die Preise bei der Rotlage weiter Kreise gesenkt werden könnten. Wegen einer Preisdifferenz von 12 bis 15 Pf. habe das Schöffengericht in Gernsheim einen ehrbaren Handwerksmeister zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt: erst nach drei Monaten sei das Urteil im Revisionsverfahren aufgehoben worden. Wie stark die Belastung des Gewerbes durch 6 t euern sei, zeige ein Blick tn den Voranschlag des Volksftaates Hessen, wonach für das Jahr 1924 aus Sinern men steuern rund 20 Millionen Mark gezogen würben, während aus Gewerbe und Grundbesitz mehr als 23 Millionen Mark zu erwarten seien. Der Redner sprach die Erwartung aus, daß das Londoner Abkommen vom Reichstag angenommen werde, denn die deutsche Wirtschaft brauche unbedingt eine Ruhepause und ausländisches Kapital. Mit Preisverteilung, Museumsbesuch and einem AuSflug erreichte die Tagung ihr Ende Dom Fliegerlager auf der Wafserkuppe. Don dem Sonderberichterstatter des „Gieß. Anz." Wasserkuppe, 25. Aug. Der Zielflug nach Kissingen, zu dem sieben Segelflugzeuge mit Hilfsmotor angcmclbet waren, hat nicht den erwarteten Verlauf genommen, in erster Linie wohl infolge der Ungunst der Witterung. Die Wasserkuppe war ja meist in Rebel gehüllt, und wenn sie auf kurze Zeit frei war, zeigten sich in mehr ober weniger Entfernung neu heranziehenbe Wolken. So reichten von ben sieben nut fünf Startmeldungen ein. Von ben fünfen trat Bäumer mit seinem „Roten Vogel" vom Start zurück, ba ber Propeller nicht in Orbnung war. Seywalb, mit einer Maschine ber Arbeitsgemeinschaft Unterfranlen, startete unb landete nach 4 Minuten 14 Sekunden in etwa zwei Kilometer Entfernung auf ber (8 u b e. Martens, auf „Winbhunb", gelangte bis nach Kis - fingen, von wo er am selben Tage nicht mehr zurückkehrte. Blume, auf „Habicht", gelangte auch nach Kissingen, startete von bort zum Rückflug, mußte aber infolge Oelrohrbruch bei P r e m i ch, auf halbem Wege, notlanben. Er kam insolgebessen auch nicht mehr am selben Tage zurück. Der einzige, ber ben Zielflug wirklich ausführte, ist H b e t, auf „Kolibri". Er flog nach Kissingen in 23 Minuten 6 Sek. unb erreichte babei eine größte Höhe über Startplatz von 180 Meter. Zu bem Rückfluge brauchte er 36 Min. 12 Sek. unb erreichte babei 122 Meter Höhe über Startplatz Wafserkuppe. Damit bürste übet ben 1. Zielslugpreis (3000 Mk.) erflogen haben. Die benutzten Motore waren alle englischer Herkunft (Douglas), außer bem 8.- unb Ü.-Motor bes „Habicht". An Segelflügen ist vom 24. August nut zu erwähnen ber Dauerflug ber „Margarete" (Akab. Fliegergt. Darmstabt) mit Fuchs als Führet unb einem Fluggast. Mit 18 Min. 44 Sek. Slugbauer hat sie damit Anwartschaft auf einen ber ausgesetzten Preise für bie größte Flugbauet mit Fluggast (2000 bzw. 1000 Mk.). vm uvrtgen ist heute Wohl der des ganzen Wettbewerbs gewesen. auch bie Tatsache nichts, bah ausgerech^ ^wert fern Tage eine Anzahl Gießener Autos / fahrt auf bie Wafserkuppe unternahmen. Dr. H. x Turnen, Sport und Spiel. Mvtvrsporlgrohkampstag. Auf ber Betlin-Matienborset Trabrennbahn war am heutigen Sonntag Motorsporlgroßkamps- lag. Die Motorsporttafelrunde (A D. A. E.) hatte für ihre erste öffentliche Veranstaltung Flugzeuge, Kraftwagen unb Krasttäber aufgeboten. Gleich bie erste Konkurrenz zeigte neuen Sport, die Flugzeugvetfolgung eine Der- binbung von Flug- unb Automobilsport. Zur Verfolgung startete ein Dietrich-Gobiet-Doppelbeci r, Führer Major a. D. Carganico, ber aber leiber von ben beiben nerfolgenben Kraftwagen außerhalb ber Dahn nicht mehr gefunben werben 150 cem) bot ein außerordentlich großes Felb. konnte. Das erste Rennen für Kleinkrafträber (bis Es starteten gleichzeitig 12 Fahrer über 10 Runden (12 Kilometer). Gehrung -Stuttgart auf Hirth blieb in 10 Minuten 32 Sekunden Sieger. 3m zweiten Rennen ber Kleinkrafträber (bis 250 cem) über bie gleiche Strecke belegte Hei - ban - Berlin auf Erionette in 10 Minuten 15 Sekunben vor bem Sieger auS bem vorigen Rennen ben ersten Platz. Besonder es Interesse hatte baS britte Rennen (15 Runben gleich 18 Kilometer), in bem sich ein außerorbentlich hartnäckiger Kamps zwischen Krastrab unb Kleinkraftrad abspielte. Gehrung -Stuttgart hielt sich über 6 Runden auf feinem 150-ccm-Hirth an der Spitze, wurde bann aber von ben Holländern 3. Moos -Haarlem unb Roobe -Amsterdam überholt. Sieger blieb Moos. — Das Kraftrabclubrennen, bei bem Liman- Rauen auf D. M. W. (500 ccm) siegreich äbschnitt, war gefolgt von einem Autorennen über 20 Runden (24 Kilometer). Von ben fünf ftartenben Wagen blieb Fettkenheuer- Berlin auf Bob in 17 Minuten 20 Sekunden Sieger. (8in schwedischer Lustsieg. Warnemünde, 26. Aug. (WTB.) Rach einer telegraphischen Melbung aus Schweden erreichte ber schwedische Leutnant zur See, K r o o k, mit einem bei Svenska Aero in Stockholm gebauten Hochseeflugzeug mit 360 PS. unb einem Rolls- Royce-Motor, Konstruktion ber Ernst-Heinkel- Flugzeugwerke Warnemünbe, ben Welthöhen- rekorb von 5690 Meter für Wasserflugzeuge mit 250 Kilo Zulabung. Der bisherige Welthöhenrekorb für diese Kategorie von Flugzeugen war der des Franzosen Laporte mit 3760 Meter. 6589V 'Georg Schepeler' « frankfurt >/» ; Hess. Polizei- u. Schuhhunde-Der. 1914 Mitalieder-Versannnluna FreKag, den 29. August, abends 8 Uhr, _____im Eisenbahn-Hotel Hopseld. om« Herr Louis Wolff WchsckH iW tei: | GcsM.MWhl,LelstrMegk3 lflriii^iiBteii!onii,5elttr5wcg53 S. Simon, Walltorstratze 39 AagaßWallevtels, Marktplatz 1? Wilhelm Kraus, Liih in Heffea Die Geburt eines Jungen zeigen hocherfreut an Dr. med. Schünemann und Frau Ilse geb. Pöschmann Gießen, den 26. 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Deshalb wendet er [ eine Qunff der FABIAN Zigarette zu,der Deutschen Werf Zigarette, die denhSch ften Anforderungen anMijchimg undMeiffellimq gerecht wird- ........Louis Ralph Offiziere der f Anße|B Fefrari Gendarmerie \ G60Bergal CVVien) Der alte Llorrente......Franz Groß Carlos \ f Josef Winter (Rio de Janeiro) Juan > tt. , < Kälmänn Zätony (Budapest) Tonia J Klnder V.....Ari Anzo (Riga) Bnto, ein Schmuggler . . . Wilhelm Diterle Der Sergeant.....Giorgio de Giorgetti t m ^,e Darstellung der ungewöhnlich effektvollen, von in aller Herren Lander aurgenommenen Außen-Aufnahmen umrahmten Handlung ist eine Sensation allerersten Ranges. Das oft genug getadelte Starprinzip ist durchbrochen, die schablonenhafte Besetzung mit allzuoft gesehenen Schauspielern vermieden. Um den Eindruck höchster menschlicher Echtheit und Wahrheit zu erreichen, sind die Darsteller von E. A. Dupont, dem Regisseur, aus der ganzen Welt zusammengesucht worden. 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Auf diese Weise machte er Bekanntschaft mit dem Sicherheitskoinmissar 3dw= (in, einem sehr würdigen Mann, der durch Milde kostbare Geständnisse zu erreichen versteht, mit denen er dann wieder sehr schöne Derhörsprvtokolle kunstvoll zusammenstellt. Jawohl! 3'oultn ist ein sehr braver Mann, der sein Handwerk liebt und pflichteifrig ift wie kaum einer I Hat er einmal eine interessante Affäre in der Hand, dann hat er keine Ruhe, bis sie völlig aufgeklärt ift. Daher wird auch Lozeray zwei Tage lang verhört. Lim ja keine Zeit zu verlieren, läßt sich 3oul Kaffee gegeben zu haben? Wie haben sich die Dinge nun zugetragen? Zu Beginn des Verhörs macht Lozeray Schwierigkeiten, die Person anzugeben, von der er seinen falschen Paß erhalten hat. Aus den Aat des Herrn 3oulin ergreifen zwei 3n spektoren Lozeray bei den Haaren und ziehen, ziehen ...! Linser Kamerad schreit, gesteht aber nichts. Gut! Dann soll er die Aamen der „Chefs" nennen. Bei einem wohlorgcrnrsierten Komplott muh es doch Chefs geben, wirkliche Chefs mit bekannten Aamen, z. B. Cachin und Vaillant-Cou- turter. Beim ersten Komplott tonnte man sie nicht erwischen, jetzt aber wird man sie haben. Lozeray gibt zu, von Doriot der- Partei zur Verfügung gestellt worden zu sein. Dann aber spricht er kein Wort mehr. Er erhält mm einen Schlag auf den Bauch. Das Verhör wird fortgesetzt. Die Aichtbeant- toortung einer Frage kostet mehrere F a u st - schlage und die Schläge auf den Bauch folgen regelmäßig, pünktlich alle 10 Minuten. Lind erst die Beschimpfungen! Die lieblichste ist noch „stinkender Boche"! Der Herr Kommissar geht fort und kehrt mit feinem Bambus stock wieder. Das Verhör wird mit Stvckschlägen fortgesetzt. „Wieviel Geld hccken Sie erhalten?" — „3ch bin nicht bezahlt worden!" Die Tölpel sind darüber höchst erstaunt und 3oulin gerät in Wut. „Sie müssen doch dumm fein. 3d) werde 3hnen Geld geben! Ich werde 3hnen meine schwarze Kasse zeigen! Es ist das Bild von Millerand darauf. Er war nicht so dumm wie Sie und hat Geld angenommen." Der Mensch versucht nun durch Be stechu ng das zu erreichen, was er mit Faust- und Stockhieben nicht erzielen konnte. Lozeray lächelt. Es regnet nun Schläge und damit nichts Linangxneh- mes passiert, nimmt ihm ein Inspektor den Zwicker ab. Die Zeit vergeht. Lim 1 Lihr morgens wird das Verhör ausgesucht und um 8 Lihr früh wieder ausgenommen. Lozeray und Laub werden konfrontiert. Die Gegenüberstellung befriedigt nicht die Erwartungen Ioulins. Laubwird nun brutalisiert. Damit die Hi^>e besser totrfen, Wirch er von den Polizeibeamten gezwungen, die Hände auf den Rücken zu halten, während sie ihm auf den Bauch schlagen! Em brutaler Schlag schneidet Laub Luft ab rmd er droht umzufallen. Ivulin will um jeden Preis Enthüllungen. Er muh das ganze Komplott kennen. Er hat einige Punkte zusammengestellt. Mit den allgemein bekannten Dokumenten sucht er, der gewichtige Poli- zeibeamte, die Affäre zu rekonstitnieren. Erstellt Fragen, suggeriert die Antworten, erteilt Stock- und Fausthiebe, entreißt eichlich mit schwerer Avt ein vom Schmerz diktiertes „3a" und redigiert dann ein Protokoll, worin er Lozeray Frage und Antwort unterschiecht. Bei diesem schönen System wimmelt es von Widersprüchen. Zwanzigmal zerreiht er die Pro- wkvlle, wobei er jedesmal zuschlägt. Lim einige Augenblicke Ruhe zu bekommen, gibt Lozeray vor, den Ort anzugeben, an dem er mit einem Kameraden ein Stelldichein habe. Er ist sogar bereit, dre Pvlizeibeamten hinzuführen, führt sie aber nach Ium Bilde Goethes. Aus unveröffentlichten Briefen. 1802 übersiedelte 3oha nn Heinrich D o h. dem rauhen Eutrner Klima, unter dem der viel unter rheumatischen Schmerzen leidende Lichter der „ßuife“ seit Jahren seufzte, zu entgehen. nach 3ena, wo zudem zwei seiner Söhne studierten. 3m Hause von Schillers Freund Griesbach wohnend, trat er bald, wenn auch mit ruhiger Zurückhaltung, dem Weimar-Jenaer Zirkel der Llnsterblichen nahe. Besonders Goethe tat alles, ihn dauernd für das Land zu gewinnen. um so mehr, da die Llniversität damals einen Aamen von Rang nach dem andern verlor. 3n den von mir aufgefundenen, im Herbst bei Carl Schünemann in Bremen als „Dosfische Haas- idhlle" erscheinenden Briefen von Vossens trefflicher Gattin Ernestine an den Bruder Heinrich Christian Doin. den Gründer des Göttinger Hains finden sich folgende, aus nahem Umgang mit Goethe gesehene Aufzeichnungen: Jena, den 13. Aovember 1802. „3n Weimar sind wir neulich einen Tag gewesen, und waren sehr vergnügt. Wir waren Mittag und Abend bey Schiller, und den zweiten Mittag bey Bertuch. Dey Schiller hat es nur unaussprechlich gefallen er und sie sind L:iDe so anziehend . . . Göthe haben wir hier schon oft gesehen, und auch bey Schillers war er, er ist ei.i äußerst angenehmer Mann, nur herzlich kann man wohl nicht mit ihm werden. Ein biscb-m Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) einer ganz anderen Richtung. Die ganze Ludwigshafener Polizei ist mobil gemacht. Aiemand kommt jedoch und Ioulin ist hereingelegt. Das Verhör wird wieder ausgenommen. Lozeray wird in das schwa rze Zimmer gezogen und mit dem Revolver bedroht. Er weigert sich jedoch immer iroch, auszuplaudern. Aun versuchen 3oulin und Polizei- inspektvr Leonard ihn auf den elektrischen Stuhl zu ziehen. Linser Kamerad wehrt sich ... sie nehmen davon Abstand. Am Ettde des zweiten Tages triumphiert die Bestie. Völlig erschöpft, zerschlagen und ausgehungert ruft Lozeray aus: „Schreibt, was 3hr wollt, laßt mich unterzeichnen, was 3hr wollt, doch laßt mich nur in Ruhe!" 3oulin seyt dann ein Derhörungsprotokoll von 6 Waschinenseiten auf, voller Dummheiten und Lügen. Die angeblichen Geständnisie Lvzerays bildeten bann ein Hauptbeweisstück Das hat sich am 17 Dezember v 3s., vor acht Monaten, in Ludwigshafen zu getragen! gez Camille Fegy Dieser Bericht der Pariser „Humanite" stellt ein „Kulturdokument" dar, das in der Welt schon aus dem Grurrde weiteste Verbreitung verdient, weil die deutschen Tatsachenberichte über die geradezu mittelalterlichen Behandlungsmethoden der frarrzösischen Militär- und Kriminalpolizei im besetzten Gebiet stets als Tendenzlügen von denen, die es angtng, bezeichnet und bestritten wurden. Auch die deutsche Regierung sollte in dem in London angebahnten Versöhnungsprozeh sich der französischen „Sicherheitspolizei" mit ihrem Heer von Denunzianten, Spionen und Agenten besonders annehmen und auf raschen Abbau dieser menschheitsunwürdigen Institution drängen, denn sie ist im Verein mit den ihr nahestehenden Kreisdelegierten der Schrecken des besetzten Gebietes und eine Kutturschande. an deren Beseitigung das Kabinett Herriot das größte Interesse haben muß. Chinas Streben nach politischer Unabhängigkeit. Don Dr. F. Otte, Professor an der Reichsuniversität Peking, China. Zu den Staaten, die am meisten während der verflossenen hundert Jahve feindlicheg Angriffen ausgesetzt waren, gehört China. Seine Leiden begannen 1842 mit dem Vertrage von Aanking, der den Opiumtrieg beendete, die Europäer in China exterritvrialisierte und China die Tärishoheit für Einfuhr- und Ausfuhrzölle nahm. — Don diesem Vertrage bis zum Eiche des Weltkrieges folgte dann eine Geschichte langer Demütigungen, eine schwerer als die andere. Wie man die Sache und die Begründungen auch betrachten mag, mit denen das Vorgehen gegen China gerechtfertigt wurde, das eine steht fest, daß die Chinesen rächt nach Europa kamen, solchem die Europäer nach China, um Handel zu treiben und nebenbei auch Seeräuberei in jenen Tagen der Segelschiffahrt. China sollte zum Handel gezwungen werden imb wurde gezwungen. — Wer sich von der menschlichen Gesellschaft abseits stellt, wer an der allgemeinen Evolution, nicht tetintnunt, der begeht eine LlrrterlassungS- sünde der Aatur und sich selbst gegenüber, aber man tarn ihm nicht vorwerfen, daß er vorsätzlich planend Llnheil stiftet. In diesem Richt wollen, manchmal RichtKmnen abseitsstehender Einzelner und Völker liegt ein Stück ungeheurer Tragik. Dreimal zogen Engländer und Franzosen bis 1894 zum Kriege gegen China aus. 1894 besorgte Japan das Geschäft. 1901 stellte man Deutschland an die Rampe, aber verhaßt war der Deutsche in China deshalb doch nicht. Weshalb nicht, das ist schwer zu sagen, vermutlich aber trug die scharfsinnige 3ntuittrm des Chinesen für Intrige dazu bei. ihn unterscheiden zu lassen zwischen Schieber und Geschobenen. Aach dem Doxeraufstcvnd schwarrd das internationale Prestige ChincS mähr und mehr dahin. Das Ansehen der Dynastie wurde untergraben, 1911 wurde sie durch die große Revolution hinweggefegt. Die Hoffnung Jung-Chinas, daß mit der Einführung der demokratischen RegierungS- fvrm in China das langersehnte Paradies auf Erden kommen toürDe, schlug jedoch fehl: im Gegenteil führte die durch die Revolution verschärfte Zerrüttung der Staatsfinanzen zu einer ausgedehnteren und m der Form schärferen Finanzkontrolle. also zu einer weiteren Einengung der staatlichen Souveränität. Roch aber war der Tiefstand nicht erreicht. Die schwerste Demütigung sollte China erst noch zuteil werden. Ein halbes Jahr nach Ausbruch des Weltkriegs, am 18. Januar 1915, überre ch e Japan an China 21 Forderungen, die in ihrer Art ein Versailler Diktat waren. Sie hätten Schantung und Tsingtau, die ganzeAvrdmandschu- ret, die innere Mongolei rund die Küste bis Formosa unter japanischen Einfluß gebracht. — Die Ausführung unterblieb jedoch. Das Ende des Weltkrieges machte auch den japanischen Ausdch- nungs besl rebungen ein Ende. Wie sehr aber gerade diese Oppvrtunitäts- politck auf China gewirkt hat, das kann nur der ermessen, der in China selbst die Entwicklung während Des Weltkrieges, vorher und nachher, nut erlebt hat. Der Tag an dem Japan seine 21 Forderungen an China überreichte, wird in China von studentischen und kaufmännischen Vereinigungen als Trauerta; seierlichst begangen. Große Schilder werden über die Straßen gespannt mit dem Aufdruck „Zum Gedenken an die Weder- kehr des Tages der Schande.' So Hal das Schicksal seit über achtzig Jahren wieder und wieder den Chinesen beim Schopf genommen und ihm zugerufen „Wach auf, chinesischer Michel I" Das Bewußtsein, daß letzten Eudes nur die Macht ausschlaggebend ist und daß es in der internationalen Politik zwar eine tönende Phrase als Schleier gibt daß die Politik -vvr niemals die Form der Phrase zur Richtschnur des Handelns nimmt, ist zur Ueberzeugung der 3nteli<'f- tueilen geworden Vielleicht ist dieses Bewußtsein sogar zu tief eingedrungen und verschleiert dem Gebildeten von heule die Erkenntnis, daß auch im politischen Leben auf die Dauer ewige Grundgesetze an der Arbeit sind, wenn auch die dauernden Aberrationen der Politik von dieser ewigen Gesetzes kurve die Wahrnehmung der Kurve erschweren Gerade der phänomenale Aufstieg 3a- pans von 1894 bis 1919 und der, auch ohne Erdbeben, erstaunliche Rückschlag seit 1919 ist ein Beweis dieses Weltgesetzes Aach außen hin äußerte sich die LImstellung in der chinesischen Geisteswelt im Werken eines glühenden Patriotismus. Im Chinesischen gab es bis vor kurzem noch Bein Wort für Vaterlandsliebe. Jetzt wird dieses Wort „Rgai Kuo" von Mlllionen Lippen täglich wiederholt, auch ohne man verzeihe den Scherz - daß einer die von chinesischen Tabakfabriken hergestellten „patriotischen Zigaretten" raucht Dieser Aationalismus will für China Vertragsfreiheit, Fmanzauto- nomie. Abschaffung der konsalarischen Gerichtsbarkeit, Rückgabe ursprünglich chinesischer Gebiete, kurzum, staatliche Freiheit wieder erringen. Der Weltkrieg ist China dann in überraschender Weise zu Hilfe gekommen, obgleich es im Anfang so aussah. als ob China unter dem japanischen Ansturm und infolge der von anderer Seite später versuchten „Internationalisierung" seiner Eisenbahnen den letzten Rest staatlicher Hoheit verlieren würde. Trotz aller überlegener Klugheit sind eben von selten der Ententemächte in ter Bearbeitung der öffentlichen Meinung der Welt verschiÄxme Grundirrtümer begangen worden. Zu diesen gehört z. D. die dauernde Besudelung des deittschen Volkes durch Propaganda und die schmachvolle Deportation von etwa 3000 Deutschen aus China, die dem Chinesen zeigten, daß der dem Engländer raffig am nächsten stehende Deutsche aus rein kommerziellen Gründen niedergetreten wurde. Aach dem Weltkrieg wurde nun, wie schon erwähnt, der japanische Einfluß in Offafien in wenigen Jahren unter das Aivsau von 1914 herabgedrückt. Die 21 Forderungen wurden vom chinesischen Parlamente als Erpressung verworfen. Die Japaner mußten Schantung raumen, wurden von den Rusien aus Sibirien und Wladiwostok verdrängt und zuletzt griff nach felsenfester Lieberzeugung der gesamten nicht- intel lektuellen Bevölkerung Chinas der „Tien Lav-heh", der HimmelSherr selbst ein und zerstörte die japanische Hauptstadt durch ein Erdbeben. Zugleich konnte China, als Folge des Weltkrieges, und obgleich es Den Vertrag von Versailles nicht unterzeichnet hatte, einer großen Anzahl europäischer Staaten als gleichberechtigte Macht gegenübertreten. Die besonders drückenden Vertragsbestimmungen aus den früheren Verträgen, tote Kons ulargericht^arkeit, Zwangs- tarife sind aus den Verträgen verschwunden. Sämtliche Nachfolgestaaten Der zertrümmerten Donaumonarchie, auch Polen und die baltischen Staaten, müssen an China herantreten. Besonders lag den Chinesen viel an einem Vertrage mit Deutschland, der duftigen Großmacht. In Den Augen der Chinesen ist Deutschland beute noch eine Großmacht. Der Chinese glaubt an die in der deutschen Volksseele schlum- mernven Kräfte. Er führt den Aiederbruch auf den künstlich herbei geführten Zufall der zehnfachen Liebermacht zurück. Deutschland schloß mit China einen Vertrag als gleichberechtigter Macht. Aego- ?iiert wurden diese Verträge von Herrn von Dorch, zui Zeit Botschaftsrat bei Der deutschen Gesandtschaft in China und später von Dr. Dvhe, dem jetzigen Gesandten, vermutlich im Zusammen-' arbeiten mit dem Staatssekretär von Maltzan. Die Frage ist aufgeworfen: „Hat Deutschland recht daran getan, Rechte aufzugeben, deren Beibehaltung ihm von anderen, europäischen Staaten nabe gelegt sein soll?" Hierauf darf man Wohl die Gegenfrage stellen: „Welcher Zustand wäre traulicher ging es das letzte mahl schon. Er zeigt gewaltige Achtung für Vost" Im Briese vom 7. Februar 1803 heißt es: „Göthe haben wir noch nicht wieder gesehn. er ist auch nicht Wohl. Schiller kömmt gar nicht nach Jena und auch nur selten aus seinem Hause, er hat jezt wieder ein neues Stück fertig. Der Herzog von Weimar hat die Arttgkeit gehabt, Voß aus eigener Bewegung die Schrift- säßigkeit zu ertheilen. das heißt er steht als Bürger von Jena nicht unter dem Stadt Gericht. Göthe sandte das Patent der Schriftsäßig- keit mit seinen neuen Stäken an Voß, er wird bald selbst hier kommen, und will Kraft und Belehrung bey Voß holen, wie er sich bescheiden ausLrükt. Voß wird schon einen andern Aamen dafür sinden." Am 5. Dezember schlecht Ernestine: „Göthe ist jezt oft in Jena, und sehr heiter. Jetzt fizt er grade mit Voß am Tisch und sie lesen im Horaz. Göthe ist ein gar angenehmer Mensch, er hat so viel frohe Laune, und legt in unsrer Wohnstube alle seine Steifheit mit Den Mantel ab, in Den er immer eingehüllt ins Zimmer tritt. Auch Schiller war neulich einige Tage ohne seine Frau in Jena, und einen# Mittag und einen Abend bey uns. Mit dem fühlt man sich aber viel herzlicher und wohler, ganz so als ob er einen angehört. Sie ist mir auch sehr lieb, wir waren im August einen Tag zusammen bey Griesbachs. UnD über den Zahnarzt, Der von Weimar kommen solle bin ich aac mit ihr in Briefwechsel aerahten." Mft Goethe wird das Verhältnis immer vertrauter; am 6. Januar 1804 berichtet sie dem Bruder: „Auch mit Göthe haben wir schöne Abende gehabt seid ich lezt schrieb. Er wird jezt recht herzlich und offen Eine gewaltige Freude hatte er daran, daß wir seine Lieder so hoch zu schätzen wußten. Er umarmte Voß mit jugendlichem Feuer, als er ein kräftiges Wort darüber aussprach. Wir haben uns einen herlichen Abend Damit gemacht. Gestern brachte Fernow, der aus Weimar .zurück kam viele Empfehlungen von der Madam Stahl (Stael), sie lieh Voß viel schönes über Homer sagen und dabey, daß sie ihn sehen wolle Ist es in den Sternen beschlossen, so wird es auch gut gehn. Sie bleibt noch einige Wochen in Weimar und findet Dort vielen Beyfall." Goethe versucht. Voß die Oberaufsicht über die Weimarer Schulen anzutragen: mit halbem Herzen fährt er mit Der Gattin nach Weimar, fest entschlossen, die mühsam erkämpfte amtlose Freiheit zu behaupten. (Srneftine erzählt, wie er sich am Tore als Hofvat Dach eintragen; läßt, „um wenigstens für Die Frau von Stahl ingeheim da zu fein", wie er schließlich ablehnt und für Den Aeltesten eine Anstellung am dortigen Gymnasium erbittet, Die auch zugesagt wird. „Göthe hatte eine sehr freundliche Stube und Kammer bey seiner Aachbarin für uns einrichten lassen Den zweyten Aachmittag nach Tische fuhr der Herzog bey Göthe vor. und sagte zu Voß als er ins Zimmer trat, er habe gehört, es wäre hier Mittwoch, 27. August {924 eingetreten, wenn Deutschland, gefäilagcn, zertreten. #uf Den Rat seiner Peiniger in Chmw gegenüber als Herr auf getreten wäre?" Es wäre genau das ein getreten, was man mit Der Deportation Dei Deutschen erreichen wollte, aber nicht erreicht hat, nämlich ein jahrelanges Verhandeln, Ablehnung des Deutschen und der Deut, schen überall in China Für Deutschland gibt es leine gelbe Gefahr, wohl aber umlauert es auf allen Seiten eine sehr konkrete weiße Gefahr. Die Solidarität der weißen Rasse hat sich als Humbug erwiesen. Am 31 Mai ist von China ein weiter«; Staatsvertrag geschlossen worden. Diesmal mit Rußland Der Kamps Der Entente in Peking gegeif diesen Vertrag bat über zwei Jahre gebauert Am 31 Mai ist er dennoch auf Detf Grundlage Der Gleichberechtigung ubcrrafdjervD plötzlich zustande gekommen. Vom chinesischen Ge- sichtspunlte aus ist Der Vertrag ein Gewinn vom russischen aus ebenfalls. Mit Kommunismus, Demokratie. Monarchie hat Die Verständigung zwischen den beiden Völkern nichts zu tun China sucht politische Anlehnung und Gleichberechtigung. In diesem Bestreben wird die Regierung unterstützt und getragen von Der öffentlichen Meinung des gefamten Volkes Wirtschaft. Vom Weltgctrcidemarkt. Die Preise an Den heimischen Produkten Märkten folgten den steigenden Votierungen an Der Chicagoer Börse, ohne indeß sich Den Dortigen Schwankungen genau anzupassen. Die Ernte in den Vereinigten Staaten hat sich nun endgültig als größer als Die im vergangenen Jahre herausgestellt Auch Die Qualität erscheint befriedigend. Reuer Hart-Winter-Weizen wird auf Den Märkten Drüben bereits zahlreich angeboten und gibt Anreiz für verstärkte Ausfuhr Auch für Frühjahrs-Weizen läßt sich, nach den Aachrichten, die bisher hier vorliegen, eine gute Beschaffenheit erwarten. In CanaDa war das Wetter in den letzten Wochen etwas günstiger, Doch Dürfte Dadurch das gewaltige Manko Der Diesjährigen Ernte kaum beeinflußt werden. In der Llnivn gibt man sich für Die Gestaltung der eigenen Ausfuhr infolge dieser Befreiung von der canadischen Konkurrenz Den besten Hoffnungen hin. Immerhin bleibt Argentinien noch a s beachtenswerter Faktor. Wenn Die argentinischen Farmer auch kein Interesse an der Senkung des Preisniveaus haben, so würde doch ein vermehrtes Angebot im Verlaufe Der nächsten Ausfuhrsaison eine solche unbedingt zur Folge haben. Aus Rußland hört man, Daß mag Dort bereits mit Anwerbungen von Schiffsraum zur Aussicht neuer Ernte beginnt. Diese Ausfuhr Dürfte vielleicht aus einzelnen, besonders günstige i Bezirken stammen, Doch erscheint es von Der russischen Regierung unverantwortlich, aus reinen Geldgründen die zahlreichen Bezirke, die Mißernten zu verzeichnen hätten, Der Hungersnot auszusctzen. So dürfte man wohl tarnt erwarten, daß die russische Ausfuhr auf Dem Weltgetreidemcnckt größeren Einfluß zu nehmen- imstande ist. Die einheimischen Prvduktenmärlte lagen, wie erwähnt, fest. Weizen konnte im Preise um 10—12 Mark anziehen. Atter Weizen in guter Qualität wurde dringend gefragt, aber nur wenig angeboten. Rauer Weizen, Der verhältnismäßig wenig vorhanden, fand glatte Abnahme. Roggen blieb auch diesmal hinter Den Weizenpreisen stark zurück, doch blieb Die Tendenz fest, da Der Verkauf infolge niedrigem Preise zurückhaltend und die Kaufneigung hingegen bedeutend stärker tmrrbe. Gerste hatte gutes 3w- und Auslandgeschäft mit steigenden Preisen. Gute Qualität wurde im Wettbewerb von heimischen Brauereien und dem Auslände, namentlich Der Tschechoslowakei gekauft. 3m Hafer geschäft blieben die Preise unverändert. Eine bemerkenswerte Befestigung konnte sich iricht durchsetzen, da Die Abgänge recht schnell aus neuer Ernte ergänzt würden. Zum Schluß der Woche machte sich an Den gesamten Märkten infolge Der bevorstehenden Ausfuhrbeschränkung eine gewisse Zurückhaltung be- merkbar. * * Die Unter bin Dung rechtzeitiger Tabek st euer zahlung durch das Re ich. Mit dieser Tagesordnung trat am 25. August die außerordentliche Mitgliederverfammlung des Reichsverbandes der deutschen Zigarettenfabriken e. V. Landesgruppe Rord- vstdeutschland e. V., Berlin, zusammen. Referent Herr Karl Wiesenthal schilderte die ©nttoicflung der Dandervlensteuer in Den letzten Jahren. Eine Banderolensteuer sei ein Ding der Unmöglichkeit, wenn nicht die Macht vorhanden sei, sie durchzuführen. Und dies wäre nicht der Fall. Der Vortragende führte zahlreiche Fälle von Banderolenschiebungen auf, die sich in den letzten Jahren ereignet und die sich bis in die jüngste Zeit hinein erstreckten. Die wenigsten Fälle dieser Art würden von der Behörde aufgedeckt. Es sei so- ein Hofraht Dach angekommen er wolle untersuchen, ob auch ein anderer dahinter wäre. Sehr artig war er die ganze Stunde inj Gespräch, und äußerte besonders seine Freude darüber, daß ein Mann, den er so gerne zu Den seinen zähl«, bereit wäre mit fürs wohl des gan'zen zu wirken. Ich war zu meiner Freude gerade bey der Schillern. Voß erhielt trotz seiner Ablehnung ein Deputat von Wild. Wein, Bier, (betreibe und Brennholz, da er ein Ehrengehalt ablehnte. „Göthe sagte gleich: Dann Eörnrnt es uns zu Darauf zu finnen das Gold in etwas zu verwandeln daß sich nicht verbitten läßt!" (9. April 1804.) Zweierlei geayiimt Goethe Ernestines Herz ganz: die Liebe zu Heinrich und die gememfame BlumenfreudL: „Göthe toirD auch Morgen kommen. Er gewinnt nicht bloß mein Herz durch feine Liebe zu Heinrich, sondern er sorgt auch für unfern Garten. Meine Blumenzucht und Liebe macht ifya Freude. Da hat er den botanischen Gärtner bestellt, daß er nicht allein Den Garten voll Blumen pflanzt, sondern ich bekomme abgeschnittene Blumen in Menge, und Töpfe mit Blühenden Sachen." (15. Juni 1804.) Ein Jahr später zieht Voß nach Heidelberg. Ter letzte Grund war Der, nicht mehr „im Schatten der Titanen", Die doch immer wieder fern Werk verdunkelten, seinen Büchern und Den freilich stetig blasseren Dichterischen Gesichten zu leben Mitgeteilt von ßuDtoig Bäte. 12,75 m a *) Dom Rüctzahlungswerd, Banknoten. ME (Nachdruck verboten.) 53. Fortsetzung. gewachsen . . . Herr Junker . Reißt ifyr Anzeiger".) Obwohl die 27 6,60 den gen sein der mit 0,849 1,19 1,17 1,65 0,46 1,456 DörsenMrie. (Ohne Gewähr.) 29 7 2.5 12,13 Winzerverbanb zu befürchtenden SchäLigun- duvch besondere Hilfsmaßnahmen ab;uhelfen werde, sei Gegenstand ernstester Erwägungen Reichsregierung, die sich zu diesem Zwecke den Landerregierungen in Verbindung setzen 4,90 12,5 19,25 14,60 16,75 16 18 1,15 4,2 86,3 12,40 9,65 15,40 35,25 45,6 2,4 2,8 12,1 L.85O 1,2 1,175 1,850 4,9 13 18,90 13,50 16,40 15,75 18 0,850 1,375 1,150 1,68 0,451 1,4 1,3 1,2 1,2 4,2 31 6,50 9,6 11,40 0,370 13,40 13,95 2,05 0,425 0,350 Zu der gelegentlich des AiddaerHerbst« Marktes am 1. September stattfindenden Eber- und Dullenauktion des Landwirtschaftskammer- Der Alte aus Topper Roman von Hanns von Zobeltih. Händchen zurück, ist wie ein gescheuchtes Reh die Treppe hinauf — weg — (Fortsetzung folgt.) 12,25 19 30 1,4 14,5 17,9 15,90 6,95 17,8 15,70 10 15,75 8 46,5 2,60 2,95 2,95 13,25 0,625 1,2 13 2,1 2,7 4,86 10,10 3,9 3,60 1,2 1,9 3,2 4,75 9 3,4 12,6 14,4 50,25 55,5 ■ 66 16 20,5 3 13,62 38 31 39,5 26,50 DIS 2oj5 -Letzen- und RvggstllLto 11,28 biS 11,75. Tendenz unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. Aug. Am Produktemnarkt war Roggen die Zufuhr etwas knapper, Gerste ersten Sorten weiter begehrt, da die hiesigen auereien sich eindecken und gleichzeitig noch erheblichere Posten nach Holümd u nd der Tschechoslowakei abgegangen sind. Es wurden notiert pro 1000 Kilo: Weizen, märt, 203—209, Roggen, märt, 151—158, Gerste, märt, 205 bis 216, Gerste, neue, 182—187, Hafer, märt, 157 bis 166, Raps 310—320, Leinsaat 415—425. — Für 100 Kilo: Weizenmehl 28—30,50, Roggenmehl 22—24,75, Weizenkleie 12, Roggenkleie 10,90, Diktoriaerbsen 28—32, kleine Erbsen 18—20, Futtererbsen 14—16, Peluschken 13—15, Ackerbohnen 15—17, Wicken 14,50—16,50, Lupinen, blau, 9,50 bis 10, Rapskuchen 12,50 bis 12,60, Leinkuchen 23, Trockenschnitzel 11,40—11,60, Torfmelasse 8 bis 8,10, Kartoffelflocken 21—21,55 1,2 2 3,1 4,65 9,65 3,6 4,2 8b.7 12,75 48 28 6,50 9,90 11,60 13,13 2 0,370 ,475 52,75 12 90 14,65 50,75 54,75 67,25 16,70 20,1 7,75 13,50 38 31 38,5 28,50 7,1 Landwirtschaft. Oberhessische Eber- und Dulleuauktivn. 0,825 1,35 1,25 1,675 0,480 1,225 1,2 1,2 1,025 4,2 86,3 12,40 45 27 6,40 9.4 10,9 0,360 12,9 13,50 1,9 0,405 0.350 48,5 12,60 13,90 50 53,13 66 16,25 19,75 7,50 13,5 37 31 39 2 27,75 6,95 2,4 12,75 4,70 12,4 19 1.3 14,25 16, 0 15,70 6,8 18,25 15,6 9,8C 15,625 8.10 37,5. 45 2,5 2,90 2,5 12,5 0,65 1.1 12.5 2,1 4,75 9,25 3,95 3,60 werde. Der Reichsrat nahm den Handelsrertiag mit 38:19 Stimmen an, Baden enthielt sich der Abstimmung. Gegen den Dertrag stimmten die Vertreter von Ostpreußen und Pommern sowie der Rheinpvovinz, Bayern, Württemberg und Hessen. * Aus nahmetarife f ür Erze ans dem Siegerland für We st- Oberschlesien. Die west-oberschlesische Eisenindustrie ist bei den amtlichen Stellen in Berlin wegen der Gewährung von Ausnahmetarifen für Erze aus dem Siegerland eingetreten. Auch werden Ausnahmetarife für Erzfendnngen über Stettin beantragt. • De rliner Handelsgesellscha ft. Die Berliner Handelsgesellschaft legt als erste Bettiner Großbank ifxre Goldmarkeröff- ^rungsbilanz per 1. Januar 1924 vor. Sie TDeift ein Reinvermögen von 27 Millionen Gold- Mnark aus. Der Berw.ütungsrat beschloß, den Anfragen der Geschäftsinhaber entsprechend den ^Kommanditisten vorzuschlagen. das Kommandit- kapital auf 22 Millionen Goldmark derart umzu- fiellen. daß ein Kvmmanbitantoil von 1000 Mk. künftig über 200 Goldmark und ein solcher v)n 500 'M. künftig über 100 Gvldmark laufet. Aus restlichen 5 Millionen Gvldmark soll ein ordentlicher Reservefonds gebildet werden. Die Goldmarkeröffnungsbilanz weist im einzelnen folgende Ziffern auf: Kasse 1 134 957 Goldmark, Guthaben bei Danken 19 777 441 Goldmark, Wechsel, Devisen und Sorten 2 586 919, Effekten 4 077 491, Kvnsvrtialkonto 9 354 839, Dankgebäude 5 Mill., sonstiger Grundbesitz 2 367 000 schwebende Effektenabrechnungen 186 133 Eoldmark, Schuldner gedeckte 13 969 995, ungedeckte 1 495 133 Gvldmark. Unter Passiva ist das Kommanditkapital mit 22 Millionen aufg:führt. Reserve onds 5 Millionen, Gläubiger 31 731 052 Goldmark, G winnverteilung 1923: 1218 860 Eoldmark. Wie Geheimrat Fürst en berg ausführte, ist die Bilanz außerordentlich vorsichtig aufgestellt und für innere Re erden io 16,75 37.25 47,75 2,5 2,9 13 Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Frankfurt a. M., 26. Aug. ilnö überall, überall Elend und Trostlosigkeit. Lleberall die Dörfer verwüstet, Ställe und Scheunen teer, die Bauern und Kätner vergrämt und verbissen, Frauen und Kinder ängstlich wie Hühnervolk, sobald sie Pferdegetrappel hör en; als ob sie immer dächten: da kommen die M)s- kowiter schon wieder. Run ritt er über die Oder und über das Schlachtfeld von Kunersdorf auf Reppen zu, und je näher er der Heimat kam, desto tiefer sank ihm das Herz. Ein paarmal wollte der Marzanke laut werden: „Herr Zunker, morgen sein mer in Topper . . . hrissa!" Dann könnt' er bloß nicken: wie wirst du's finden? Ettt als er den hohen Spiegelberg sah und über das Eis der Pleiske ritt und durch das Grunewaldsche Dorwerk und wußte: jetzt noch eine halbe Stunde, da wurde es ihm wieder warm unter dem Pelze. Da kam die Sehnsucht hoch und die Freude auf das Wiedersehn. Was sie für Augen machen würden?! Die gute Frau Mutter! Der Herr Großvater! Ohm Christel! ülnd der Rotkopf ... ja, auch der Rotkopf! „Duttche, heut sollen die Gäule im Stroh stehen bis an den Bauch. And ihr kriegt zu fressen und zu saufen, mehr als in Bettin. Kommt nur gemächlich nach Ich reit’ voran! " ilnb er hieb dem Schimmel die Eisen ein — Da lag's, da lag's: Topper. Gottlob, der alte Kirchturm stand noch und winkte ins Land. Sah hier überhaupt nicht so schlimm aud, lag Schnee, der alles zudeckte. 3a, freilich, die Schmiede war in Trümmern; gespenstig fast streckten sich die schwarzverkohlten Balken durch die weiße Schicht. And da . . . ist das nicht der Schulmeister in höchsteigener Person? Der da am Zaun lehnt, verwunärrt aufschaut, die Kappe zieht . . . wahrhaftig, er kennt ihn nicht, kennt seinen Junker Kaspar nicht! „'Tag, Balthasar! ' Ja, ja, sperr' vculos ... ich bin's!" And jetzt weiter — Entlang an der Maarrr und durchs Tor und in den Gatten, und grab' vor dem Schloß den Gaul pattett. Ab springt er, sch.eit laut: „Da bin ich! Da bin ich!" Ülnd das Herz klopft ihm gegen die Rippen, wild wie je in der Dataille. Wie im Märchen liegt das Haus, tvtensttll, mit halb zugefrorenen Fenstern. Ruft noch einmal: „Da bin ich! Da bin ich!" ülnd endlich ist oben am Fenster ein liebes Angesicht. Ülnd ein Schrei darauf, ein einziger Aufschrei, und hastige Schritte kommen die Treppe herunter, und die Tür wird aufgestoßen, und Frau Beate stürzt heraus, mit wütgeöffnetea Armen: „Kaspar! Kaspar! Mein geliebter 3unge!" „Mutter! Liebste Mutter!" An ihrer Brust liegt er, fühlt die sanften Hande an seinen Schläfen und wie sie ihn streicheln, fühlt, wie die Mutter im 3ubel bebt, ganz fassungslos, und alles, alles ist hinter ihm versunken, König und Krieg und ßanb und Eiend, und die letzten Fahre. Kind ist er wieder, ihr Kind, will herzen und sich herzen lassen. Da klingt die große, schwere Haustür, und eine alte, rauhe, zitternde Stimme kommt: „He 27,4 6,4 9.5 11,1 12,9 1,90 0.425 0,65 5C 12,3 13,5 50 58,90 64,6 16,4 19,90 7 ,12.9 86,90 §0,40 37,25 Ausschusses für die Provinz Oberhessen sind fünf Eber und drei Dullen gemeldet. Die Eber stammen aus der Zucht des Schweinezuchtvereins Lang- Göns, welcher in Oberhessen infolge seiner hervorragenden züchterischen Leistungen rühmlichst bekannt ist. Sämtliche zum Berkaus kommende Eber (Deutsches Edelschwein) sind von ausgezeichneter Körperbeschaffenheit und haben eine vorzügliche Abstammung. Die zum Bettauf gemeldeten Bullen sind in Heuchelheim i. W., Bingenheim und Dorsdorf gezüchtet und in das Zungviehregister des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen eingetragen. Stimmung infolge der optimistischen Auffassung über das Zustandekommen der Sonboner Abmachungen zuversichtlich blieb, zeigte sich bei Eroff- rmng der Bör e die Tendenz für die Aktienmärkte etwas schwächer als gestern. Der Markt wurde beherrscht von der lebhaft einsetzenden Kaufbewegung für deutsche Anleihen und namentlich. für deutsche Städteanleihen, die im Mittelpunkt des Bettehrs ftanben. So ziemlich alle an der hiesigen Börse gehandelten Stadtanleihen, wie Münchener, Tarn berget, Wiesbade er Mainzer, Frankfurter, "Nürnberger, Kölner und Darmstädfer Stadtanleihen wr.ren stark in Anspruch gencnnn n Alle Papiere konnten infolge der starken Rachfrage ihre Kutte ziemlich verdoppeln. Auch Staatsrenten waren stark beachtet. Der Geldmarkt hatte unveränderte Zinssätze. Der Devisen- handel zeigte eine neue Abschwächung für die drei Hauptvaluten Europas. Die Aktienmärkte waren gegenüber dem Anleihemarkt sehr statt vernachlässigt. Rach Erledigung der ersten geringen Kaufaufträge schrumpfte das Geschäft vollends zusammen. Die meisten Mättte hatten leichte Rückschläge aufzuweisen. Der freie Dettehr lag anregungslos bei vereinzelt kleinen Umsätzen. Api 4, Decker-Stahl 21/8, Decker-Kohle 53/i, Bmz 35/8. 3m weiteren Der lauf blieb das Geschäft in Staats- und Städteanleihen unverändett lebhaft und angeregt bei neuen Kurssteigerungen. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbettcht des „Gießener Anzeiger". Frankfurt a. M., 26. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wettevauer 22.50 bis 23, Roggen, inlänß. 17,50 bis 18,50, Sommergerste für Brau- zwecke 22,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 19,50 bis 20, Mais (gelb) 17,90 bis 18,10, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 32,75 bis 33,75, Roggenmehl weitgehendst Rechnung getragen 3m übrigen ist bemerkenswert, daß die Dank Auslandskredite I nicht gesucht hat, aber auch angebotene Kredite 1 nicht akzepttene. Das Personal, das im zroel- ten Quartal des vorigen Zahres etwa noch 14 000 Köpfe zählte, beträgt z. Z. 748 und soll auf etwa 600 reduziert werden, eine Zahl, die genügt, auch einem bebeutenb größeren Geschäft als zur Zeit gerecht zu werden Die Dank ist bei der Aufstellung der Bilanz von dem Gedanken aus- aegangen, die alte Dank zu liquidieren und dafür sofort eine neue zu schaffen. 1 400 000 Mk. sind an Behörden gezahlt worden zur einmaligen Ablösung der Körperschaftssteuer, sowie als Ausgleichsverfahren, um auf diese Weise auf keinen Fall noch irgendwelche Steuern zahlen zu müssen, wenn die beschlagnahmten Wette freigegeben werden. Die starke Herabsetzung hofft die Dankleitung durch eine größere Dividende ausgleichen zu können. * Stahlwerk Decker. Für die zum 10. September geplante G.-D. des Stahlwerkes Decker wird von einem Herrn Dor st er, Düsseldorf, eine Opposition vorbereitet und die D i l- dung eines Schutzverbandes geplant. Es soll von einem ausländischen Bankier geplant fein, mittels des zehnfachen Dorzugs- Stimmrechtes maßgebenden Einfluß auf das Werk zu gewinnen. 3n dem Gegentvorschlag des Herrn Dorster sollen nach Aufhebung der Geschäft sa u f sich t die auf das Wett hypothekarisch eingetragenen Gesamtschulden von einem ausländischen Kvnsortium za 90 Proz. übernommen und der Gegenwert den Gläubigem in bar ausgezahlt werden. Für den Aktionär würde das Arrangement bedeuten, daß seine Attien schlimmstenfalls vier 3ahre ohne Dividende bleiben würden. Aach vier 3ahren könnte er dm nicht amortisierten Seil der Hypothek durch eine solche zu niedrigeren Zinsen ersetzen, die ganzen Sachwerte würden ihm erhalten bleiben. Es ist anzunehmen, daß das Stahlwett Decker vor der ©eneralberfamnuung hierzu Stellung nimmt Das Znteresfe an der Erhaltung des Stahlwerkes Decker, das zu unseren besten Stahlwerken rechnet und für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft unbedingt eine gewisse Rolle spielt, ist in allen Kreisen sehr rege. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 26. Aug. An der heutigen Börse wurde die gestrige Reichstagsdebatte eifrig erörtert. Man hofft immer noch auf einen Kompromiß mit der Gewißheit, daß am 30. August auf alle Fälle in London unterzeichnet wird. Publikum und Ausland sind heute mit Käufen nur wenig vettreten, teilweise schritt man sogar zu kleineren Abgaben, die die Kutte zuerst senkten. Besonders erregt die Absicht Frankreichs, die deutschen 3mporfe mit einer 26prozentigen Abgabe zu belegen, die Befürchtung an der Börse, daß die Arbeit der Transferierungs-Kommission durch bitte Maßnahme nicht nur ungemein erschwert, sondern auch nahezu unmöglich gemacht werde. Größeres Geschäft entwickelt sich tellweise in unnottetten Wetten. Am Anleihemarkt war die Tendenz wenig verändert. Der Geldmarkt zeigt eine Versteifung, tägliches Geld muß mit 8/4 pro Mille bezahlt werden. Devisenmarkt Der««—Frankfurt a. M. . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellickast Frankfurt. Pet. Union 21.--®...... , Schuhfabrik Hcrz , . . , . . Sichel ........ BeDfloff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . BüchertisH. * ©eo rg Ploch — ein Gießener — hak mit seiner zusprechenden Erzählung „Der Distelfink" seinen Lesern eines von den Büchern geschenkt, die heilen, was wund ist, vereinigen, was getrennt ist und doch zusammen- gebört, überbrücken, wo sich Risse und Abgründe zwischen Seelen aufgetan, und besser mach«!, was Sehnsucht und Läuterung hat. Auch sein zweites Büchlein, betitelt „Von Lieb und Leid", das ebenfalls wie das erstgenannte im Heimatschollen-Verlag, Melsungen erschienen ist, bringt zwei warm empfindende Erzählungen, ine sicher bei jedem ßefer den verdienten Anklang finden werden. — Friedericus. Ein Kalender auf das Zahr 1925 für echtes Deutschtum und für alle Kreise, in denen der vaterländische Gedanke mit Sellstbewuhtsein statte Wurzeln geschlagen hat Herausgegeben von Hermann Oesterwitz. Verlag Deutsche Scholle, Leipzig. Preis 1 Mk. — Die „Deutsche Hausbühne", di» von Dr. K. Busse fjerau^gegeben und tm Verlag von Franz Schneider-Dettin erschienen fff (Preis 10 Mk.) enthält zwölf dramatische Spiele für den Zahreskreis. Aus der Erwägung heraus, „daß eine Kultur des deutschen Theaters nicht befielen kann ohne die tätige Anteilnahme vieler kleines sachverstänbiger und sachliebender Kreise, daß die Liebhaber-Bühne in Stadt und Land, Familie und Verein Wurzel und Stamm der Th«tterkultur eines Volles ist, die künstlerische und technisch vollkommene Derussbühne feine Blüte und Frucht" wollte der Herausgeber, als er eine Reihe wertvoller und guter Volksspiele hier zusammenstellte, die Liebhaberbühne mit neuem Geben erfüllen und ihr echtes Darstellungs material geben, das durch seinen inneren Gehalt und durch feine Art und Ausführung nach für die Kreise, denen es zugeht, fein soll, praktischen Wert besitzt. Das schone Wett, das von dem helleren Dresdener Maler Martin Klaus mit 48 höchst originellen Kostüm- und Szenenbildem ausgestattet ist, ist allen Freunden echter deutscher Hauskunst, vor allem aber Vereinen für ihre Hausbühne nur warm zu empfehlen; immer werden sie etwas passendes darin finden, was dem Wunsch der Spieler oder der Gelegenheit entspricht. Verantwortlich für Polllik und Feuilletsm Z. V.: Heinz Gorrenz. Geschäftliches. Einfacher und billiger waschen! Das sei die Losung für den nächsten Waschtag. »Dbs umständliche und mühevolle Handbehandling auf dem Waschbrett macht nicht nur das Waschen xu einer Qual, sondern schneidet auch in der Kostenfrage zu ungünstig ab. Verwenden Sie Persil- Die Wäsche.wird nur einfach kurze Zell gekocht und ist sauber und fleckenrein. Rur müssen Sie, um eine vollendet schöne Wirkung zu er» zielen, Perfil ohne jeden Zusatz verwenden und genau die Gebrauchsanweisung befolgen. 5n Simonen Prozent Frankfurt«. M. Berlin Schluh» Kurs Schlulz» Kurs Schluß. Kur» Schlutz. . Kur» t __Datum: 25. 8. 26. 8. 5.8. 26.8, r 25. Aug. 26. Aug. Report. °> Cmtlldx Geld | Rotiernna Brief Amtlich! 'Jtotkru 11 Geld | Brief 26. Auckt.- 3toll. 152,34 163,16 162,34 163,16 voll voll Brff. Antw 20,90 21,t0 20,975 21,02 voll voll Chrtftianta. 67,8 > 68,15 57,61 67,89 voll voll Kopcnbagen =8,33 66,37 67,73 63,07 voll voll Skockliolm . 111,22 111,78 111,32 111,98 voll voll HelsingforS. Italien. . . 10,47 18,55 10,53 18,65 10,47 18,53 10,53 18,65 voll voll voll voll London. . . 18,805 *a»si5 18,825 18,915 voll voll Neuyork . . 4,1 4,21 4,13 4,21 voll voll Pr,ri4 . . . . £2,59 22,71 22,69 12/1 voll voll Schweiz . . 78,55 18,95 78,45 78,85 voll voll Svauien . . Wien in D^ 55,56 U5,84 55,56 65.84 voll voll Cefi. abgest 5,925 5,945 5,92 6,94 voll voll Prag . . . . 12,59 12,61 12,58 12,64 voll voll Budapest. . 5,49 5,51 1,415 5,48 6, -1 voll voll Bucn--Aires 1,405 1,40) 1,415 voll voll Bulgarien 3,045 3,055 3,015 3,0 voll voll Japan . . . 'Kto de Jan 1,71 1,72 1,705 0,405 1,715 voll voll (,405 1,415 0,41 voll voll Belirad . 5,19 S.21 5,20 6,22 voll voll Lissabon 11,97 12,03 11,97 12,03 volliooll tTcrH". ?6. Aug. Geld Briet Neparr. °/n Amerikanische Noten . . . . . Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr , ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . ... 20&5 67,6 18,8’5 12,64 162,2 ■ 18,70 67,51 . 6,9? ’,89 111,2 78,49 5 .,26 12, 65 ,,41 4,21 ro,9?ü 67,99 18.91 22.76 163,05 18,80 57,79 6,94 1,9' 111,81 78,83 55,64 12,615 5,43 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll träfen DetfW Wliiell. unter < Wehende E ptöen soll, llnzt Mt insofern en M Dorsihend ^nationalen zblehnung t rung ist noch u Stunde wollen i mgsvorMge z Annahme den zu dllegen die Abst laum damit zu ri Erschlage anneh demnach zum 5jc Md Vorhersage: Vor de : .ln(n !»u -5Serer6 Donunser^ । In dem A Mstimmung übe Londoner Dereii Ucht, ist es toi drücke festzchalt achter aus fem scheu Hochspam stehen die De Streife!, daß s Wichtige Derhai geführt worden svrmckn aufgefte, Mente, tote Me 1 mb bie Preußen, tour ttnige eingelveihik m fien letzten 48 üm ter sich ge W Wellen: Di ■itr Ablehnu 3n den parlo «n Eindruck, daß Wfttttion in ei N besuiLen h vtimmMg ihrer killen, die nun e Londoner Qtbmad dm hat sich d fEon von Ar tonnte sich bei Eein darum h usche Forme «tionalen die Z icktzen ermöglicl Mg kckMm l ja c ^tschnationalen N schlverster Eachungen de ritoortung für . ? 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