nr. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFaniilienblätter Monats-Vezuorpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech-Anschlusse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerHiedea. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. 27. März 1924 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen ü.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20u/„ Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erstes Blatt Jahrgang Donnerstag, GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Dnrd und Verla-: Vrühi'fche Univerfitütr-Vvch- und Steinöruderei H. £ant)C in Giehen. Zchnftleitung und Gefchöftzstelle: Zchnlstraße 7. Pari«, 26. März. (WTD.) Das Kabinett Poincare ist heutr mittag zurückgetreten, nachdem die Kammer trotz Stellung der Vertrauensfrage das Pensionsgesetz mit 271 gegen 264 Stimmen an den Ausschuß z u - rückverwiesen hatte. Die Demission ist vom Präsidenten der Republik angenommen worden. Der Präsident der Republik hat um 5.30 Ahr nachmittags den zuruckgetretenen Ministerpräsidenten Poincare empfangen und ihm die Neubildung des Kabinetts cm- geboten. Poincare hat sich Vorbehalten, seine endgültige Antwort bis morgen mittag zu geben. hing die Rede, und der hessische Kandidat zum Reichstag gebärt auch nicht zu der kleinen Sonter- gnippe, die im übrigen bei weitem nicht die Bedeutung hat, die die Gegner unserer Partei ihr wohl gerne wünschen. Wenn Herr Kaul seine Hand nie bieten will zum Abbau der sozialen Aufgaben und damit wesentlich den Achtstundentag meinte, so sind auch wir aus rein sozialen Gründen für den Achtstundentag. Es fragt sich nur, ob ein Volk in unserer Lage eS sich gestatten kann und darf, diesen Acht- stundentag rein schemattsch einzuführen und aufreckt zur chatten. Wir sind arm und müssen mehr arbeiten, um uns erhalten zu können. Wenn vorhin gesagt wurde, wir seien die Partei des Mittelstandes, so ist dem hinzuzufugen, daß wir auch trotz des Bauernbuntes in Hesfrnr eine große Anzahl von Landwirten und Dauern in unseren Reihen sehen. Gegen die Hohe der beantragten Grund st euer haben wir sehr schwere Bedenken und Sorgen. Richtig mag sein, daß es der Landwirtschaft nach dem Kriege ver- hättnismäßig gut ging. Es ist aber lein Zweifel, Wir werden sie natürlich aufrechterhalten. Die wirtschaftlichen Verhältnisse scheinen nach den Tatsachen der letzten Monate besser zu werden. Die Arbeitslosigkeit hat nicht zu-, sondern abgenommen, es scheint daß die Industrie wieder Arbeit hat. Wir sind darum nicht in der Lage, der Regierung diese hohen Summen, die sie an» fordert, zu bewilligen, vor allem nicht für ein ganzes Hohr. Wir find der Ansicht, daß durch die Regierungsvorlagen eine allzu starke Delastungder betroffenenKreise einkitt und haben eine Reihe von Abänderungsantragen gestellt, die eine Herabsetzung der verschiedenen Sähe bezwecken. Meine Fraktion ist die Vertreterin im wesentlichen dec Mittelstandsinteressen. Weite Kreise dieses Standes sind aber einfach nicht in der Lage, dir Steuern in der geforderten Höhr zu zahlen. Dor allem nicht das Kleingewerbe die Gewerbesteuer. Auch die Grundsteuer halten wir gleichwie die Fraktion, des Bauernbundes sür zu hoch. Sir, mriine Herren (zur Linken), haben es allerdings nicht für nötig gehalten, für die von ihnen abgelehnte M i e t st e u e r die einen Ausfall von 10 Millionen bedeutet der Regierung Ersah zu buten. Sie verlassen sich bavauf, daß die Regierung diese abgelehr.te Steuer auf dem Derord- nungswege doch einbringt, damit ist sie da, und Sie sind die Derantwortung los, das Volk belastet zu haben. Allerdings, wenn Sie Männer wären, müßten Sie sehr energisch dagegen Stellung nehmen, aber die Lösung ist Ihnen bequem. (Anruhr. Sehr recht, Lachen links.) Der Auflösungsantrag sei in den verschiedenen Ländern bereits im ähnlichen Sinne vorgenommen. Man hat. um dem Volk die Möglichkeit zu geben, durch Neuwahlen seinem Willen Ausdruck zu geben, mehrfach dir Landtage aufgelöst und Neuwahlen ermöglicht. Gewiß ist richtig, daß die Auslösung des Landtages nach unserer Verfassung nur durch Volksabstimmung erfolgen kann. 3n Württemberg aber hat der Landtag sich einstimmig aus den Standpunkt gestellt, nach der Auflösung drs Reichstags, nach der ganzen geänderten politischen (Situation, das Volk aufs neue zu befragen. Rar zwei Länder scheinen sich dieser moralischen Pflicht zu entziehen, das sind Preußen und Hesfen. Unser Herr Staatspräsident beruft sich auf die Verfassung um seinen ablehnenden Standpunkt zu begründen. Es ist allerdings etwas mert- würdig, daß gerade dem Hern Staatspräsidenten die Dersassung heute so heilig ist. Früher war es doch nicht der Fall. (Heiterkeit, Unruhe.) Der Widerstand ist aber doch wohl einfach in der Tatsache zu sinden, daß S-ie (zur Linken) nun einmal die Macht haben, die Sie auch gegen den Willen des Volkes behalten wollen. (Widerspruch.) Darum wollen Sie verhindern, daß das Volk auss neue entscheidet, denn Sie wissen, daß Ihr Einfluß stark gesunken ist. (Beifall rechts. Unruhe links.) Abg. Kaul (Soz.): Dem Antrag auf Auslösung des Landtages stimmen wir nicht zu, weil er Derfafsungsänderung bedingt. Zudem scheinen uns die sachlichem Gründe, die Dr. Osann vorgebracht, wenig stichhaltig Es ist durchaus zweifelhaft, daß die große Mehrheit des deutschen Volkes heute auf dem Boden Ihrer Partei (zur D. Vp.) steht oder aiff anderem Sie können sich • aber sehr bald über die Stimmung des Volkes unterrichten. Die Sozialdemokratie wird nämlich alsbald nach dem Zusammentritt des neuen Reichstages den Antrag stellen, durch Volksabstimmung ein? Entscheidung über den Achtstundentag herbeizuführen. Dabei wird sich dann Die Steuerdebatte im Landtag. Darmstadt, 26. März. (Priv.-Tel.) Am Regierungstisch: Staatspräsident Ulrich, Fi- nanzminister Henrich, Wirischaf tsminister Raab. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Abg. Nuß (Ztr.) mit, daß der gestern vom Abg. Osann gestellte Antrag, den Landtag a u f z u l 5 s e n, vom 2 Ausschuß nach kurzer Debatte a b g e l e h n t worden fei. Die Generaldebatte über die Steuervorlagen wird dann fortgesetzt. Abg. Dr. Osann (D. Vp.): Die Regierung hat ursprünglich die Absicht gehabt, den Voranschlag und die dazu gehörigen Steuervorlagen durch den Sonderausschuß erledigen zu lassen Das hat meine Fraktion nicht mitmachen können, und sie hat alsbald durchgeseht, daß das Plenum des Landtags mit der Entscheidung Über diese wichtigen Vorlagen betraut wird. Der Deutschen Volkspartei hat der Landtag es also zu verdanken, daß er zusammen berufen wurde, und die Möglichkeit erhielt, sich über diese wichtigen Gesetze auszufprecheii. (Heiterkeit links.) Ebenso ist es Verdienst der Deutschen Volkspartei, daß der Voranschlag und die Steuervorlagen nur eine Geltungsdauer von 4 Monaten haben sollen. Meine Fraktion kann die Voraussetzungen, auf denen die Regierung den Voranschlag auf gebaut habe, nicht billigen, sie muh es darum ablehnen, die Endzahlen als gültig und nottrwnöig anzuerkennen. Insbesondere sind nochgröhere E r s p a r >i i s s e zu erzielen durch Abbau, der weniger personell als materiell fein sollte. Wir haben schon früher verlangt, daß die Ministerien verringert werden, daß das Ar- beits- und Wirtschastsministerium aufgehoben wird, daß ebenso das Landesamt für das Dil- dungswesen aufgehoben und einem anderen Ministerium unterstem wird, daß die Geschäftsführung des Landestheaters umgestaltet werde u. a. m. Atte diese Anträge sind bisher in keiner Weise berücksichtigt worden. den Widerstand des zurückgetretenen Ministerpräsidenten zu überwinden. Unter der Führung des Abgeordneten Leh- gues haben die Kammergruppen der republikanischen Linken und demokratischen Linken (der u. a. der Kammerpräsident Peret und der Abgeordnete L o u ch e u r angeboren) und die Kammergruppe Arago heute nachmittag in einer gemeinsamen Sitzung Dertrauensresoluttoneu zugunsten Poincare- angenommen und den Wunsch ausgesprochen, daß er sobald wie möglich die Leitung der französischen Innen- und Außenpolitik wieder übernehme. Man ist bereits jetzt der Ansicht, daß die Besprechungen, die Poincare bis morgen haben werde, ihn in den Absichten, die er dem Präsidenten der Republck mitgeteilt habe, bestärken könnten. Wenn er den Vorbehalt gemacht habe, seine endgültige Antwort erst morgen mittag zu erteilen, so wünsche er wohl dem Präsidenten der Republik wenn auch noch nicht die endgültige Zusammensetzung des Kabinetts, so doch wenigstens ihm genaue Angaben über die Art der von ihm beabsichtigten Kabinettsbildung zu überbringen. Falls diese Erwartungen sich verwirklichen, wie das wahrscheinlich sei, konnte Poincare bereits morgen nachmittag die Ernennung der neuen Mi- nister dem Präsidenten der Republik zur Unter« schrift vorlegen. Die Kammer ist beute nachmittag 3 Ahr 10 Minuten zu einet Sitzung zusammengetreten. Etwa 300 Abgeordnete sind anwesend. Die Regierungsbank ist leer. Eine Anzahl Abgeordneter verlangt sofort das Wort, um ihre Abstimmung von heute vormittag zu berichtigen. Die Abendblätter stellen nämlich fest, daß in der heutigen Dormittagssthung nur etwa 100 Abgeordnete anwesend waren, so daß für die meisten Deputierten andere Abgeordnete Abstimmungszettel in die Arne gelegt haben. Diese Erklärungen werden zum Teil mit großem Lärm aufgenommen, da, wie Havas berichtet, 100 Abgeordnete auf einmal sprechen, so daß e i n großer Tumult entsteht. Der Abg. Mouinie, der erklären will, daß nicht die Kammer, sondern die Regierung in der Frage des Pensions- gesehes ihre Haltung geändert habe, daß aber auf alle Fälle er und seine Freunde in der Außenpolitik nach wie vor für die Regierung seien, kann sich kein Gehör verschaffen. __ Der Lärm legte sich erst, als der Abg. Klotz für eine Tagesordnung zu sprechen beginnt, in Per festgestellt wird, daß am Vormittag eine Anzahl Abgeordneter durch die Verhandlungen in den Kommissionen, namentlich dem Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten und in dem Finan^unterausschuß für das Budget und der Nationalen Dcrteid'gung verhindert gewesen fc-en, an der Abstimmung teilzunehmen. Die Abzeordneten seien nicht von der Bedeutung der Abstimmung in Kenntnis gesetzt worden. Hierauf beantragt der Abg. Dariac, der Vorsitzende des Finanzausschusses, die Sitzung der Kammer auf Freitag nachmittag 3 Ahr zu vertagen, in der Hoffnung, daß eine Regierung vorhanden fei, (der lothickngische Abg. Franpois ruft: 3a- teobl, Poincare!), damit wir die Budgetzwölftel und den Wiederaufbau zur richtigen Zeit durchberaten können. Der Vorschlag Danacs wird angenommen, und die Sitzung um 33/4 Ahr geschlossen. In diesem Augenblick ruft der Rotza« list Daudet: „Nieder mit Maunouryl", die Abgeordneten der Mittelpartei rufen: „Es lebe Poincare!"; auf der äußersten Linken schreit man: „Es lebe die Republik!" Die Pariser Presse bringt ebenfalls die feste Zuversicht zum Ausdruck, daß Poincare Ministerpräsident bleiben wird. Ein Blatt des nationalen Blocks, das „Journal des Debats", schreibt: P)in- care habe In den letzten Wochen schwierige Debatten durchgemacht, er habe im Parlament Entwürfe in Vorschlag gebracht, bei denen er die Diskussion in vollem Umfange sich habe entfalten lassen. Ende Januar hätte man sich fragen können, wohin die Kammer tatsächlich steuere, heute könne man es nicht mehr. In allen Punkten, bei allen Abstimmungen habe die Re- ja zÄMn. 6X18 Mc OifcMeit Volks will. Die Ersparnis- und Abbaucmtrage des Abg. Osann haben natürlich ihre besonderen Grunde. Man möchte wohl in erster Cime alle republikanischen Beamten abbauen. -kos machen wir nicht mit. , „, Nach der Pause ersucht Präsident Adelung wiederholt, keine Wahlreden zu halten, es könne srnst auf Nachmittagssitzungen nicht verzichtet werden. Abg. Hoffmann-Seligenstadt (3tr): Die Steuern, die vorzugsweise herrenloses Gut erfassen sollen, gehen vielfach zu weit und treten Gut, das durchaus nicht herrenlos ist. Ebenso ist hart und ungerecht die Mietsteuer, die in erster Linie kinderreiche Familien trifft. Es muß gehofft werden, daß diese unpopuläre Steuer so bald als möglich wieder verschwindet. Auch die Grundsteuer ist für die Landwirte unerträglich. Abg. Dr. Schi an (D. Vp): Wenn Herr Kaul um die Gesundheit unserer Partei so sehr besorgt ist, wenn er von einer schweren Spaltung spricht, so kann er darüber sehr beruhigt fein. In Hesfen ist überhaupt von keiner Spal- daß die Inflation, der Zusammenbruch unserer Währung, auch die Landwirte wieder arm gemacht hat, so daß wir die neue steuerliche Belastung nicht tilgbar halten. Ebenso ist es mit ber Gewerbesteuer. Nicht allein wegen der Hghe der Sähe halten wir diese Steuer für untragbar, auch in bezug auf den Demessungsmaß- ftab. Gleich hart und untragbar ist die Miet- st e u e r, die Grund- und Gebäudesteuer, die einheitlich gar nicht geregelt werden können. Was im Verfolg der A b b a u ve r o r du u n g geschehen ist. entspricht wenig den ersten Absichten. Entsprungen aber ist die Verordnung der Notwendigkeit allergrößter Sparsamkeit, um das deutsche Volk vor dem Abgrund zu retten. Jetzt müssen wir sehen, sie nach Möglichkeit zu mildem. Wir sind entschlossen, ehrlich daran mitzuwirken. (Bravo rechts.) Abg. Reiber (Dem.) polemisiert gegen die Deutsche Volkspartei und deren Redner im allgemeinen und in Einzelheiten. Nächste Sitzung Donnerstag. Gründe dieser Haltung auseinanderzusehen. Nach- bem jeder Minister die Möglichkeit erhalten hatte, eine Ansicht über die Lage zur Kenntnis zu bringen, zog sich der Präsident der Republik zurück, um Den Kabinettsmitgliedern Gelegenheit zu geben, unter sich über die einzunehmende Haltung zu beraten. Einige Zeit hierauf überreichte Poincare dem Präsidenten der Republik das Dem issko ns schreiben der Kabinettsmitglieder. Der Präsident der Republik hat dann schon am gleichen Nachmittag seine Besprechungen zur Neubildung des Kabinetts begonnen. Er hat um 4 Ahr den Präsidenten | des Senats, Dournigue, darauf den Präsi- ternc-n der Kammer, Raoul Peret. empfangen. Die ilnterrebunq mit Doumergue dauerte eine halbe Stunde. Beim Verlassen des Eltzsees erklärte der Smatspms'tent den Journalisten nur, daß ber Präsident Mllerand seine persönliche Auffassung vcn der Ministerkrise mitgeteilt habe, es jedoch ihm überlasse, sie bekannt zu geben, tocitn er es für angebracht halte. Die anschließende Unterredung mit dem Vorsitzenden der Kammer, Peret, dauerte ebenfalls ein» halbe Stunde. Peret erklärte den Journalisten im Anschluß an die Besprechung: „Es liegt em -neues Ministerium Poinca re in Der Lust Die Dinge werten sich arrangieren. 3d) bin übi-igens dafür, daß sie sich arrangieren. Es ist sogar möglich, daß Poincare in ein gen Augenblicken von dem Präsidenten ter Republik berufen wird. Nach meiner Ansicht ist heute vormittag nicht die Regierung insgesamt in die Minderheit gesetzt Worten, am wenigsten nach den Abstimmungsberichtigungen, die in der Nachmittagssitzung erfolgt sind." Eine halte Stunde später, um 5,30 Ahr, kam Poincare irn Elhsee an. . Der Präsident der Republik erklärte Poincare im Laufe der dann folgenden ilnterreöung, er möge sich bereit erklären, das Werk f ort» zusetzen, das er seit mehr als zwei Jahren mit veiler Billigung der Kammer und des Landes durchführe. Millerand bestand lebhaft darauf, daß Poincare sich dazu verstehe, die neue Kabinettsbildung zu übernehmen. Poincate antwortete, er habe den lebhaften Wunsch, dem Ruse des Präsidenten zu folgest, er müsse sich jedoch Vorbehalten, seine endgültige Antwort erst mtrgen vormittag zu geben, da ec sich inzwischen mit einigen F.eunden über die Lage besprechen müsse. Auch im Ministerrat hatten sämtliche Kabinettsmitglieder Poincare ersucht, im Amte zu bleiben, um die von ihm eingelötete Politik sowohl was die innere wie auch die äuf*»re Politik antetrifft, weiter zu führen, um so mehr, als auf dem Gebiet der Außenpolitik man jetzt in die Phase ter Realisierung eintreten werd. In den Wandelgängen der Kammer ging es erklärlicherweise den ganzen Nachmittag einigermaßen lebhaft zu. Havas berichtet darüber, daß sofort nach Aufhebung ter Kammersitzung gegen Mittag von den anwesenden Abgeordneten, Senatoren und Journalisten über die etwas anormalen Abstimmungsverhältnisse in dieser Sitzung diskutiert worden sei. Die vorherrschende Meinung sei babin gegangen, daß die allgemeine Politik ter Regierung durch Die Abstimmung nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei und daß die Kammer im ich ihre Haltung in ter kurzen Nachmittags- siyung diesen Eindruck bestätigt habe. Anter diesen Amstänten habe man allgemein die vernunftgemäße Lösung ter Krise in ter Wiederbe- rufung Po in ca r e s erblickt. Es sei nicht bezweifelt worden, daß die Borsitzenten des Senats und ter Kammer bei ihrer Anterredung mit dem Präsidenten ber Republik darauf fußen würden daß die Polink des Kabinetts Poincare in ihrer Gesamtheit erst kürzlich noch v o n st a r - ken Mehr he ick en in bei den Parlamenten gebilligt worden sei. Man habe tem- entsprechend angenommen, daß ter Präsident ter Republik Poincare auffordern werte, die Neubildung des Kabinetts au übernehmen, und die Mehrheit ter Kammer habe ter Hoffnung Aus- teud gegeben, daß es Millerand gelingen werde, Aeber Entstehung und Verlauf der Krise wird folgendes bekannt: Die Kammer setzte heute vormittag die gestern nachmittag begonnene Diskussion über das Pensionsgesetz fort. Ebenso wie bei allen anderen Dormittagssitzun ien waren n u r wenige Abgeordnete erschi.nen, und nichts ließ vor- aussehen, daß eine wichtige Abstimmung noch heute vormittag die Regierung i i die Minderheit bringen würde. Nach einigen Worten des Ab- geordneten Lugvl, ter seine Kollegen ausfor- tert?, Zusatzanträge erlaub ringen, die die Regie- rung crnnehmen könne, beschränk e sich Finanzminister de Lastehrie darauf, von seinem Sih aus die Verweisung tes Gesetzes an die Kommission und die Anträge zweier Abgeordneten zu bekämpfen. Diese beiten Abgeordneten, Dou - pf f du und Orf ola, haben wegen ter Lage ter Staatsarbeiter, die nicht bi ter gleichen Weise durch das Gesetz behandelt würden, wie die Pensioniertan Militärs, den Antrag gestellt, das Gesetz nochmals an den Finanzausschuß zur Beratung zurückzuverweisen In seiner Er- wite ung erflärte ter F.nanzm.nister, diese Frage würde eine neue Verzögerung und unnötige Disßissivnen herbeiführen, weil die Regierung nicht in ter Lage sei, ihre Stellung aufrechtzu- erhalten. Er verlangte deshalb, daß die Kammer auf die Zurückverweisung verzichte und stettte deshalb gegen die nochmalige Beratung die Vertrauensfrage. Trotz dieses Eingreifens tes Münsters bleibt ter Abgeordnete OrfDia dabei, daß die Zurückverweisung notwendig sei. Es eatspi'rnt sich eine Diskussion, in ter auch ter Vorsitzende des Fi- n-amzaus schuss es, ter Abgeordnete Drvusse , feine Kollegen beschwört, im allgemeinen Interesse und dem der Pensionsdezieher selber, auf die Zurückverweisung zu verzichten. Am 11,20Ahr wurde die Debatte geschlossen und zur Abstimmung geschritten. Es .stellte sich heraus, daß eine Auszählung notwendig wurde. Die Sitzung wurde deshalb vertagt und um 11 Ahr 55 Minuten verkündete ter Vorsitzende das oben gemeldete Ergebnis. Finanzminister de Lastehrie, Hygieneminister Strauß unb Anter- staatssekretär Vidal, die auf der Regierungsbank saßen, haben sich zurückgezogen. Der Vorsitzende hob sofort die Sitzung auf. — Sämtliche Minister begaben sich darauf unter Führung des Ministerpräsidenten Poincare in das Glysee, um dem Präsidenten der Republik über die Lage Mitteilung zu machen und ihm die Demission des Käbinetts anzubieten. Zu Beginn tes unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand statt gefundenen Ministerrats bot Finanzminister de Lastehrie seine Demission an, intern er erklärte, er allein sei in die Minderheit gesetzt Worten, denn die Politik tes Kesbinetts sei jüngst durch eine doppelte Der- tvauenskundgebung gebilligt worden. Poincare weigerte sich, diesen Standpunkt anzu- nehmen. Er erklärte im Gegenteil, das Kabinett in' seiner Ge sam thei t fei genötigt, zurückzutreten. DerPräsident der Republik forderte in lebhafter Weise die Minister auf, im Amte zu bleiten. Er schlug ihnen vor sich noch heute nachmittag in die Kammer und in den Senat zu begeben, intern er erklärte, er sei bereit, durch eine Botschaft an das Parlament die Die französische Kabinettskrise. Die Niederlage des Finanzministers. - Demission der Regierung. - PoinearL mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt. Der geignerprozeh Zeigner lieft ihn 57. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Augen finden können, so oft war er ii fetzten Lagen schon gelaufen. der erstellte politische Nachrichten. Die Auslegung der Stimmlistenfürdie Reichstagswahlen hat nach Anordnung des Reichsministers des Innern in der Zeit vom 6. biS 13. April zu erfolgen. der Staatsgef, _ ________ bi« aus Mitgliedern der äußersten RechLen zusammengesetzt ist, mit PoincarS in der Opposition. Eine solche Kombination Knnte natürlich nur sehr kurze Zeit dauern. Schliehllch wird darauf hingewiesen, das) die Persönlichen Be- zlehu ngen zwischen Poincarö und Mac- dvnald ausgezeichnet sind und datz, obwohl die beiden Staatsmänner niemals persönlich zu- fammengekommen sind, doch als Ergebnis ihres Notenwechsels eine ganz neue Atmosphäre zwischen beiden Ländern geschaffen wurde. Der Fall Poincares bedeutet lern Ende dieser günstigen Atmosphäre. Der Rotenaustausch ist nicht vergebens gewesen, da die guten Beziehungen zwischen der britischen Regierung und Poincars und einem gwtzen Teil der öffentlichen Meinung, die in Frankreich hinter ihm steht, ob er im Amte ist ober nicht, aufrecht erhalten bleiben hörenden Poincars an der Spitze fte zu haben, als eine Regierung, ®tn Roman aus dem 21. Jahrhundert von Han« Dominik. ---------—..schlaf- >ung, der Theodor Witthusen zu erliegen drohte. Die Auffassung der italienischenPresse Aom, 26 März (WB.) Die „Tribuna" schreibt den Sturz Poincares dem Mihtrauen und den Befürchtungen zu, die seine Politik besonders in England und Amerika geweckt hat, ferner der Mißstimmung, die seine Steuerpolitik und kostsplelige Militärpolitik in 7irank> reich selbst hervorgerufen haben. -\®\DrnaU ters. Erst die letzten Tage haben in dieser Hinsicht gflnstigere Voraussetzungen geschaffen, so datz nun endlich auch die Landwirtschaft. Baugewerbe und die Binnenschifffahrt mehr in Gang kommen. Unter diesem Gesichtspunkt kann ein weiterer Rückgang Arbeitslosigkeit in den unbesetzten Gebieten wartet werden. Die Rativnalli berale Bereinigung der Deutschen Dolkspartei hat sich für die Bildung einer bürgerlichen Regierung im Reiche und in Spreuben ausgesprochen. Im Anschluß an die Beratungen fand eine Rücksprache mit Dr. Strefemann statt, die jedoch noch $u keinem Ergebnis führte. vorüber, an der Witthusen im Schatten sah. Er blieb stehen und trocknete sich von neuem die Stirn. „Eine schauderhafte Hitze, Herr Witthusen... Bessere Dvrbeveitung für die Hölle... Wie erträgt Ihre Tochter die tropische Hitze?" Mit einer matten Bewegung hob Witthusen den Kopf. „Sie bleibt fast den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Sie leidet und hofft...“ »Hofft?... Hofft sie auch dah Isenbrandt uns schließlich auch hier entdecken und dem gelben Gesint-el entreißen wird?" „Sie hofft, Herr Fox... wir alle Haffen... auch andere Freunde bemühen sich am uns. Mr. Cameron ist in Peking und wird alles tun, am unsere Freilassung.. „Mr. Cameron!" Scharf und hart war Fox dem Alten ins Wort gefallen. „Mr. Cameron... Sie glauben, dah er..." Jäh brach Wellington Fox seine Rede ab. Was hatte es für einen Zweck, sich mit Witthusen über Cameron zu unterhalten. Mochte der alte Mann die Hoffnung hegen... eine Hoffnung, die ihn immerhin aufrecht hielt, den seelischen u.ib damit auch den körperlichen Zusammenbruch zum mindesten aufschvb. „Also hoffen wir, Herr Witthusen!... Hoffen wir. Jeder Tag kann schllehlich die Befreiung bringen." Wellington Fox machte sich wieder auf den Marsch Er marschierte er fluchte auf die Hitze, aus die Gelben, auf Collin Cameron, und er erhielt sich durch diese doppelte Bewegung eine gute Elastizität Wellington Fox ging mit langen Schritten rastlos in dem von einer hohen Mauer umgebenen Hofe ihres neuen Gefängnisses im «reife entlang. Er hätte den Weg auch mit geschlossenen hn In diesen Leipzig, 26. März. (Wolff.) Am heutigen siebenten Verhandlungstag gibt der Gerichts- pshchiater Medizinalrat Schütz ein Gutachten dahin ab daß Zeigner ein Psychopath sei. Zeigner besitze eine sehr gute und rasche Auf» sassungsgabe. Seiner Meinung nach wird aber seine intellektuelle Begabung reichlich überschätzt Der gesühlsmäßige Einschlag seines Wissens befähige ihn nicht, seine Kenntnisse immer nutzbringend anzuwenden. Gr besitze eine s e h r l e b - haste Phantasie und eine ungewöhnlich geringe Menschen- und Lebenskenn t n i«. Er sehe die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie er sie sehen möchte. Dadurch. daß er sich selbst überschätze und andevq unterschätze neige feine Betrachtungsweise zur Oberflächlichkeit. Hand in Hand damit gehe eine Nervosität und Reizbarkeit. Er leide an starker Suggestivität und Autos agaesttdität. Zeignei unterliege daher leicht den Lockungen seiner Phan- taste Diese Differenz von einem Schritt zwischen den beiden Richtungen schuf ihm unaufhörliches Nachdenken ... und dieses Denken zusammen mit der körperlichen Bewegung des Rundganges hie frisch«, bewahrte ihn vor jener trostlosen ®r| Huudertfünfzig Schritte in der einen Richtung wenn er linksherum ging ... hunderteinundfünfzig' Schotte in der anderen Richtung, wenn er den Kreis an den Mauern und Wänden rechtsherum lief, Der bisherige Reichstagsabgeordnete Freiherr v. L e r s n e r, der ehemalige Präsident der deutschen Friedensdelegation, hat an die Deutsche Dolkspartei ein Schreiben gerichtet. In dem er unter scharfer Kritik der von dem Führer den Partei, Dr. Strefemann, geführten Politik einen Austritt aus der Partei ertlärt Nrch in der Nacht nach der Gefangennahme vcn Wellington Fvx war eine Karawane aus .Jirga nach dem Südwesten aufgebrochen, war viele Tage hindurch nach dem Südwesten gezogen und hatte die Gefangenen nach, Karakorum geschafft. Seit vielen Jahrhunderten war die Stadt ein Trümmerhaufen. Aber unter den Rainen gab eä auch weniger verfallene, unter den weniger verfallenen einige wenige, die noch erhalten und zur Not bewohnbar lvaren. Einen solchen Dau hatte Collin Cameron für seine Gefangenen bestimmt Die Wärter, die er ihnen mitgab die würden sich auch nicht bestechen lassen. Dessen glaubte er sicher zu sein. Hatte er sie zur größeren Sicherheit doch erst noch den schmerzvollen Tod jenes bestochenen Wärters in Urga mit ansehen lassen, bevor die Karawane aufbrach ttgen Konsequenzen gezogen. Man müsse in Z. einen durchaus reinen, vom besten Willen beseelten Menschen erkennen, der einem Möbius als wehrloses Opfer in die Hand gegeben war. Die Verteidigung erkenne ein strafrechtliches Verschulden nur in dem Fall der Aktenvernichtung an, wobei zu prüfen sei, ob nicht Verjährung eingetreten sei. Moralisch sei Zeigner aber wohl schuldig geworden, aber fein Tun fei menschlich verzeihlich. Im Falle Schmerler stehe fest, daß Zeigner erklärt habe, der Damenpelz sei ihm zu teuer. Schmerler habe Frau Zeigner den Pelz eigenmächtig geschenkt. Nachdem Zeigner von diesem Geschenk erfahren, habe er alles getan, damit der Pelz wieder zurückgeschickt werde. In keinem einzigen Falle lasse sich der Nachweis der De- stechlichkelt führen. Eine Verurteilung von Zeigner könne, falls das Gericht eine Verjährung nicht annehme, nur auf Grund der Aktenbeseitigung erfolgen. — Das Gericht vertagte sich hierauf auf Donnerstag. Die Plaidoyers im Hilterprozeh. München, 26. März. (WTD.) Der erste Verteidiger Ludendorffs, R.-A. Lütgebrune, erhielt das Wort. Er besaht sich mit der Rechtfertigungsrede Ludendorffs, die nach seiner Ansicht nicht glücklich gewählt worden sei. Im November 1923 war der Ruf nach der Dif- tatur ein allgemeiner. Er werde Den' Gedanken nicht los, dah man in den Kreisen um Kahr und Lossow jeittosilig wohl mit dem Gedanken eines tatsächlichen Marsches nach Berlin g-espielt habe. Bei dem unerwarteten Besuch Lossows bei General Ludendvrff am 21. Oktober habe Ludendorff zum ersten Male authentisch erfahren, was die Herren wollten. Am 31. Oktober habe sich Ludendorff entschlossen, die Lücken, die noch in dem Direktorium bestanden, ausfüllen zu helfen, durch die Entsendung von Boten nach dem Norden. Es könne keine Rede davon sein, dah Hitler und Ludendorff etwa ein Konkurrenzunternehmen gegen das geplante Direktorium errichten wollten. Die Rede HitlerS im Dürgerbräukeller hatte lediglich den Charakter einer Proklamation gehabt. Ludendorff habe nicht die Aufgabe gehabt, eins nationale Armee zu gründen, um mit deren Hilfe ein Direktorium nach Berlin vorzu- tragen. Es scheine als erwiesen, dah bis zum Weggang von Scheubner-Richter vom Dürger- bräukller von der Absetzung der Reichsregierung und des Reichspräsidenten kein Wort gesagt wurde und dah in Gegenwart von Luden» cnrss von einer Absetzung nicht die Rede war. Er halte sich für berechtigt, den Freispruch seines Mandanten zu fordern. — Die Sitzung wird dann auf den Nachmittag vertagt. Heih und immer heiher brannte die Sonne, einem schattigen Winkl des Hofes hatte sich Witthusen einen Feldstuhl hingerückt, sah dort und dämmerte vor sich hin. Wellington Fox spazierte und zählte dabei. .... Hundertn.-unund'oiei-zig ... Hundertsünf- zig... hunderteinundfünfzig ... Herrgotts himmeldonnerwetter, wie ist dem das möglich... es bleibt bei der unerklärlichem Differenz von einem • nt! •; • right... versuchen wir es noch einmal In der anderen Richtung" dem linken Absatz vollsührte er eine energische Kehrtwendung. Doch bevor er den Avrsch in der anderen Richtung wieder antrat blieb er erst kurze Zeit ftehm, zog das Tuch and trccknete sich den strömenden Schweitz von der Stirn. Dann ging er wieder los und begann mechanisch die Schritte zu zählen. „... Eins ... zwei. .. drei.. Er blieb nicht lange b:hn Zählen. Seine Gedanken begannen wieder zu arbeiten. Im Selbstgespräche murmelten seine Lippen: Geschieht dir ganz recht, Fox! Warum bllebst du nicht ruhig in deinem Versteck... Warum nmptest du vorzeitig zu dem Hause laufen? .. Warst du daheim geblieben, hätte dich der Schuft, ^meron, nicht gesehen... alles wäre geglückt " Während er die Worte wütend Hervorsttetz, vam er auf seinen Rundgang gerade an der Stelle gterung in beiden yariatnewxxnt Die Mehrheit gehabt sie habe sich khre Zustimmung zu ihrer Politik verschafft, sie habe zuweilen die Verantwortung übernommen und das Parlament daran teilnehmen lassen. Heute würde jeder Wechsel die öffentliche Meinung ver- wirren. Das Kabinett sei zurückgetreten im Anschlutz an eint Abstimmung des hettigen Vormittages das Kabinett werde sich morgen neu bilden und Poincars werde Ministerpräsident bleiben. Dm- „3n tra nflgeant" schreibt: Die Mi- nisterkrife, die auf so unvorhergesehene Weise ausgebrechen fei, scheine die Politik Poincares und der Mehrheit, die ihn bis heute getreilich unterstützt habe, nicht in Gefahr bringen zu wollen. Niemand werde im Ernst bestreiten können, datz Poincarö das Verdienst gehabt habe, die Gitvattnn Frankreichs mit einem Mute wied-r herzu stellen, der dem Erfolg der Operation gleich- gefiommen fei Der Augenblick wart sehr schlecht gewählt, die glückliche Durchführung anderen zu über- lassea. Der „TempS" stellt die Frage, ob die Kammer genügend über ihre Abstimmung nachgedacht habe und ob nicht etwa der Wahl- abgrunb, der sich vor ihren Augen auftue, ihren Dlick auf Frankreich verdunkelt habe. Durch die neuen Steuergesetze habe man den auswärtigen Regierungen, die einen neuen Beweis des guten Willens Frankreichs erwartet hätten, das unantastbare Zeugnis geliefert, dah, wenn Deutschland sich seinen Verpflichtungen entziehe, Frankreich nochmals an seine Stelle treten wolle. Dieses heilsame Werk könnte die Abstimmung, Me heute vormittag erfolgte, kompromittieren. Zwischen der Regierung, die nicht einen einzigen Sag aufgehört habe, die höchsten nationalen Interessen sich vor Augen zu halten, und der Kammer, die in einer dunklen Dormlttagsslhung sich zu einer Kundgebung von Wahlmanövern hergab, ohne zu berechnen, welche politische Tragweite ihre Taten haben können, werde das Land ein schweres Urteil fällen über die, die in der letzten Stunde her Legislaturperiode krampfhaft das Ministerium Poincarö stürzten. Die klerikale „ß i b e r 16W schreibt: Die Abstimmung der Kammer ist vor allen Dingen eine Abstimmung der Wahlfurcht, eine demagogische Abstimmung. Die Abgeordneten wollten eben morgen vor ihren Wählern erklären können: Wir haben für die höchsten Pen- sionsfätze gestimmt. Was werde aus dieser' Krise hervorgehen? Höchstwahrscheinlich ein Zu - fammenflicken des Ministeriums. Wenn Potncarä das ausnuhen wollte, um sein Kabinett von unpopulären Elementen zu säubern, so würde er seine Presse vermehren. Dann würden Gegner der Regierung sowohl PoincarS als auch dem Lande einen guten Dienst erwiesen haben. Der Eindruck in England. Die Arbeitslosigkeit. Berlin, 26. März. (WTD.) Aus den besetzten Gebieten des Ruhrgebiets liegen infolge der noch immer bestehenden Behinderung der Verwaltung abschlietzcnde Ziffern über dieA rbeits- los igke i t nicht vor. Soweit Nachrichten eingegangen find, haben sich die Micumverträge und die französische Gisenbahnregie n i cht als geeignet erwiesen, die Gesundung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes herbeizuführen. Wenn auch natürlich gegenüber der Zeit des völligen Stillstandes der Wirtschaft eine Abnahme in der Zahl der Erwerbslosen eingetreten ist, so liegen die Verhältnisse in den besetzten Gebieten, wo es in normalen Zeiten kaum Arbeitslosigkeit gegeben hatte, jetzt unvergleichlich viel schlechter als im unbesetzten Gebiet. Im unbesetzten Deutschland ist die Zahl derjenigen Arbeitslosen, die Unterstützung erhalten, und neben denen es bekanntlich auch eine erhebliche Zahl Richtunterstützte gibt, in der ersten Marzhälftr von 1 173 000 auf 989 000 zurückgegangen. Auch die Kurzarbeit ist im Rückgang begriffen. Im Vergleich mit den letzten Jahren ist der Stand des Arbeitsmarktes allerdings noch immer recht ungünstig. Der Grund liegt in den Auswirkungen des Ruhreinbruchs, der die Versorgung mit Kohle und anderen Roh- und Hilfs- ftoffen erschwert und verteuert, in der Kapitalknappheit, in den ausgedehnten Arbeitskämpfen, sowie In dem späten Eintritt des wärmeren Wet- Die Sage im britifHen DerkehrS- tret? gibt Veranlassung zu grober Besorgnis. Es ist nicht nur ein Sympathiestreik der Unter- grundbahnangestellten füi Freitag angeordnet worden, sondern es besteht auch die Möglichkit, dah der Natwnalverband der Eisenbahner die Bewegung unterstützen wird. — Die Konferenz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die den drohenden Bergarbeiter streik abwenden ollte, hat keinen Erfolg gehabt. Die Arbeitgeber erklärten, sie seien nicht in der Lage, über ihr Angebot hinauszugehen. — Die Arbeitgeber der Schiffs bauindu st rle haben beschlossen, auf allen Werften eine allgemeine Aussper- rung vorzunehmen, nachdem die Bemühungen, die Streiknden in Southampton zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen, fehlgeschlagen ind. Don der Aussperrung werden annähernd 100 000 Mann betroffen. London, 26. März. (WB.) Die Nachricht von der Niederlage Poincares in der Kammer urä von seiner Demission wird in offiziellen Kreisen mit völliger Zurückhaltung ausgenommen mit Rücksicht darauf, dah es sich um eine rein Innerpvlltische Sache handele. AuS anderen verantwortlichen Kreisen erfahrt Reuter: Die Demission des französischen Ministerpräsidenten hat m England eine erheb- kiche Ueberraschung bertjotgerufen und wird durchaus nicht als ein Grund zum Frohlocken betrachtet. Man glaubt, dah Pvincars einwilligen wird, sich seinen Eittschlutz noch einmal zu überlegen. Der allgemeine Eindruck geht hier dahin dah es für England entschieden bester ist, den bejf Linken angehörenden Poincare an der Spitze Italia“ glaubt, day Poincars deshalb gegangen fei, weil die Antwort der Sachverständigen ihn gezwungen hätte, eine ganz andere Politik einzuschlagen. „Mondo" sagt: Die heutige Abstimmung war nur ein Scheingrund für den Sturz Poincares, besten Folgen sich besonders In Berlin und London bemerkbar machen werden. Das von der Münchener Staatsanwallschaft gegen den Pazifisten, Professor Quidde, cln- gekitete Vei-fahven wegen Landesverrats ist auf Verlangen des OberreichSanwalts an das Reichsgericht abgegeben worden. Jetzt blieb er stehen und betrachtete kopfschüttelnd den Himmel. Dessen stahlblauer Glanz begann einem verwaschenen Grau zu weichen. Schon schoben sich leichte Schleier vor die Sonne und milderten die Hitze. Wellington Fox marschierte weiter. Die Viertelstunden verrannen und summten sich zu einer Stunde. Jetzt war der ganze Himmel mit noch ein einziges dunkles Grau. Gin leichter Luftzug bewegte die Zweige der wenigen halbver- trvckneten Bäume jenseits der Hofmauer. ' Dor Witthusen machte Wellington Fox wieder halt. „Sehen Sie den Himmel, Herr Witthusen?" Der Alle blickte empor. „Ich sehe... Regenhimmel?... Wolken!... In dieser Zelt... Wolken über Karakorum... Wolken hier In der Wüste, in der es oft jahrelang nicht regnet... das verstehe Ich nicht, Herr Fox " Wellington Fvx streckte die Hand aus und wartete. Er wartete und seine Lippen murmelten. Ich glaube, ich verstehe es... Wolken über Karakorum ... Wollen über der G)biwüste .. Die ersten Tropfen waren ihm auf die Hand gefallen. „Regen, Herr Witthusen!... Dicke Tropfen! Es regnet in der Wüste!" Verständnislos blickte Wttthusen auf die Hand von Fox. „Regen ... Regen, hier In der Wüste...ich Weitz nicht, wie es möglich ist... ich weih nicht, waS es zu bebeuten bat“ (Fortsetzung folgt.) Der Oberstaatsanwalt erklärte, datz der Schaden, der der sächsischen Regierung und der sächsischen Justiz durch das Verhalten Zeig- ners zugefügt worden fei, so matzlos groß und jo unheilbar sei, datz es kaum eine Strafe Sbc, _ bk bafür angemessen wäre. Mildernde mstande seien daher zu verneinen. Insgesamt halte er für Zeigner e'ne ZnchckhanS- strafe von drei Jahren, und für Möbius eine solche von vier Jahren für angemessen. Beiden Angeklagten sei die silntersuchungshaft anzurechnen. Außerdem beantrage er je fünf Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Nach dem Strafantrag des Oberstaatsanwalts plädiert Staatsanwalt Haugk zu dem Fall Schmerler. Der Staatsanwalt erklärt, im Alle Schmerler seien die Angaben Zeigners besonders unglaubhaft. Im Falle des Pelzgeschenkes sei es flar, dah der Zweck nicht nur eine private Befürwortung fein sollte, sondern dah irgendwelche Amtshandlung dafür erwartet wurde nach der Richtung, dah die Aufenthaltsgenehmigung erteilt wurde. Der Staatsanwalt beantragt gegen Zeigner eine Gefängnis st rase von 6 Monaten und gegen Möbius als Gehilfen eine solche von 5 Monaten. In der Nachmittagssitzung erllärt der Verteidiger Zeigners. R.-A. Dr. Frank, der Oberstaatsanwalt habe zum mindesten In manchen Nebenwendungen anerkannt, dah Zeigner nicht aus gemeinen Motiven gehandelt habe. Er habe aber aus dieser Anerkennung nicht die nö- AUS Stadt und Land. Gietzen, den 27. März 1924. Die April-Miete. Nach Anhörung von 3ntereffentenbertretun* gen und Sachverständigen hat das Hess. Ministerium für Arbeit and Wirtschaft für die Berechnung der Miete für den Monat April folgendes bestimmt: Die Miete für den Monat April beträgt in sämtlichen Gemeinden 32 Prozentder Friedensmiete. Die Miete ist zahlbar In Gold- ober Papiermark. Bei Papiermarkzahlun- gen ist der Kurs vom Vortage des Fälligkeitstermins zugrunde zu legen. Die Beträge sind auf volle 10 Pf. nach oben abzurunden. In dieserSumme sind 12 Prozent für laufende, 8 Prozent für große Instandsetzungskosten sowie 12 Prozent für Betriebskosten und Zinssteigerung enthalten. Unter Betriebskosten sind diejenigen Steuern, Gebühren und öffentlichen Abgaben zu verstehen, die bei Einführung des Reichsmieten- gesehes in der Oemeinbe ortsüblich vvm Hausbesitzer getragen wurden (also htzbe'ürbere Grundsteuern, Kanalbenutzungsgebühren, Strahenreini- gungsgebühren, Wassergeld, Schornsteinfegergeld Haftpflichtversicherung, Treppen- und Flur' beleuchtung, sitzrwaltungsfosten usw.). N i ch l einbegriffen ist die auf Grund der Dritten Steuernotverordnung erhobene Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz. Diese kam von dem Hausbesitzer auf hie Nutzungsberechtigten umgelegt werden. Die Reichs-TeuernngSziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bellet- düng) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den 2 4. M ä r z auf das l,07billionenfache der Vorkriegszeit. Sie ist gegenüber der Vorwoche unverändert geblieben. * ** Die Landes-Universität und das geistige Leben in der Provinz. Auf Anregung des ProvinzialdirektorS hat sich die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Llniversität Giehen bereit erklärt, den Städten der Provinz Oberhessen Dorträge von Gelehrten unserer Landes-Aniversität zugänglich jut machen, um auf diese Weise das geistige Leben in der Provinz zu bereichern und dadurch die Beziehungen zwischen der Aniversität und der Provinz noch , enger zu gestalten. Der erste Dortrag dieses Planes findet am Freitag abend in Als seid statt, wo Geheimerat Pros. Dr. B e h a g h e l in der dorttgen Dürer-Gesellschaft sprechen wird. < Dom Fahrplan. Dom Sonntag, 6 April, ab bis auf weiteres werden die zwischen Limburg und G i e tze n (Frankfurt) jetzt nur werktags verkehrenden Personenzüge 1401 (W.) Limburg ab 5 55 vorm. (W. E. Z.) Gietzen an 8.35 vorm. (ab nach Frankfurt 8.45 t»rm.) und Pz. 1402 Frankfurt ab 7.45 nachm. Gietzen an 9.12 nachm. und ab 9.20 nachm. Limburg an 10.15 nachm. täglich — also auch Sonntags — auf der ganzen Strecke gefahren. < Die Einführung des Lichtbildrahmen- für die Gif en bahn-Monatskarten ist vom 1. April auf den 1. Mai verschoben worden. ^ornotUcn. — Tages kalender für Donnerstag. Stadttheater: 7 Uhr heiterer Abend Prof. CHZarcel Salzer. — Zentrumspartei: 8 Llhr im Kath. DereinShaus Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstrahe: „Die Insel der verlorenen Schiffe". — Palast-Lichtspiele: „Alles für Geld". — D.H C Gietzen. Samstag abend 16. Stif- tungS- und Dekorationsfest. Näheres in der heutigen Anzeige. Wettervoraussage Wollig, Temperaturen wenig verändert, trfjttc erhebliche Niederschläge. Landkreis Gietzen. * Reinhardshain, 26. März. Dor einigen Tagen starb der Gastwirt Georg Weise n f e e Hierselbst, eine in der ganzen ilmgegenö bekannte Persönlichkeit. Mit ihm ist aus unserer Gemeinde der letzte Veteran von 187 0/71 dahingegangen. Er hatte den Feldzug in der 3. Komp, des Garde-Iägerbatl. Frledoerg mit» gemacht. Da er in fernen jungen Zahnm in Paris gewesen und der französischen Sprache mächtig war, so formte er manche Episode aus dem Kriegsleben erzählen, was er auch recht gerne tat. 27 Jahre lang hatte er dem' Gemeinderat und Orchester Großes dem Film Aus dem Personenverzelchnlst Christus..........Gregor Chmara Maria.............Henny Porten Maria Magdalena......Asta Nielsen Pontius Pilatus.......Werner Krauß Der Verurteilte .... Alexander Granach In schlichten und einfachen Bildern lieht das Leben Christi an uns vorüber und an diesen »roßen weltumfassenden Vorgängen wird das Dasein des kleinen Mannes aus dem Volke gemessen, der durch blutige Freveltat auch ein Erlöserwerk zu tun glaubt. Nirgends Ist die erhabene Linie des Stoffes im geringsten angetastet. Mit meisterhaftem Geschick und feinstem Takt sind Szenen wie das Abendmahl und die Kreuzigung gegeben. Von wunderbarer Stimmung ist der Hain von Gethsemane, überwältigend die Bilder des Aufruhrs vor dem Palast des Pilatus oder des Einzugs Christi InJerusiuerru Genial laßt das Schlußbiid auch eini Meisterwerk in technisch-photographischer Hinsicht, die Vereinigung beider Welten, die geschichtlich - religiöse und die des armen Verbrechers, in einer großen monumentalen Harmonie ausklingen. 2atuc TBgllch nur 2 Aufführungen um 4 u. 8 Uhr Sonntage um 8, 5*/» und 8 Uhr Jugendliche unter 14 Jahren haben zu den Nachmittagsaufführungen ermäßigten Eintritt Soldnixe <3 Df. dt 3 " SaCOS aucho.M 4- « Sleipner 5 » Cyprien ne 6 « <ßongfellow 7 " Mercedes 8 " Horizont 10 " Selecta Mea 10 " JurstJunstenberg 12 •• Imperator 12 " Der 'Batschari rreh 15 " Die ßatschari Krone 15 " Union Klub 25 " Cordon Rouge 50 •• fiebt bat, alsbald au bauen imt> sich der- pflichtet, noch im gleiche Jahre wenigstens baS AbäT^CHARIst ff Palast-Lichtspiele Ab morgen Freitage 10 12 15 20 20 Sandango €den White Star Slot Stephanie ßatschari Türkisch Wes Wololl in allererster Lage der Stadt gegen zeitgemäße Goldmiete abzugeben. In Betracht kommen! nur feinste Spezialgeschäfte (keine Lebensmittel oder dergl). Schriftliche Angebote von nach weisbar nur leistungsfähigen Reflektanten unter 2289 D an den Gießener Anzeiger. «ornbaut, ®d)totelen unb tBarien 7«*79 S»m"-Kukirol uno flttabrio« flen'iut) emplobien. Millionenfach bewert. - ?nspotteten uito ©roaerien trbällllD. - «ea^n Brennen und Wundtoufen Äutirol<$u6l>ab. Drogerie II. Noll, Neustadt 28» Drogerie Wlnterhoff, Kreor.plat» 9/10. • MiDda. 26. März. Die Gesuche uw Ab- flabe von Bauplätzen fnnt> bei der bteilgen Stadtverwaltung im letzter Zeit so za.-lreich em* gegangen, dab die der Stadt zur D«fuguag sLhend7 geringe Zahl solcher Ptätze nicht auS- reicht, um alle Antragsteller befriedigen au toa- ron Der Gemernderat beschloß deshalb, die Ab« gäbe von Bauland so zu regeln, das) nur derjenige jetnen Bauplatz erhalten tarn, der ernstliche Ad- fflr 3M W erreichen. 5ÄC auf Vmr SAifrMchos bestattete Laich« Schlerf» tmrb efhumirrt. Dampfer-Zusammenstoß. London, 26. Mürz. (Wolff.) Der deuts cke Dampfer .Heimdat^ stieh gestern Aacht Im dichten Rebel mit dem japanischen Dampfer »Toku- ukumaru", der von Bremen nach Japan unter- vegg war, vier Meilen von Dungeneb zusammen. 23 Mann der Besatzung de« japanischen Dampfers werden bei mifoL Der Dampfer .Heimdal" konnte ohne Hilfe Dover erreichen, wo er beute früh eintraf. Er trug Beschädigungen am Bug davon. Die Besatzung des deutschen Schis,eH rettete 15 Mann der Besatzung des japanischen Schiffes. Wolkenbruch- und Grdrutsch-Katastrophe bei Neapel. Amalfi. 26. März. (WTD.) Sin durch einen Wolkenbruch an mehreren Stellen ber» vorgerufener Erdrutsch hat schweren Schaden an den Strahen nach Salerno und S o r r e n t o angerichtet. Die Fernsprechleitungen sind zerstört. Sine Reihe vvn Häusern ist beschädigt, darunter daS bekannte Albergo Eappuoini, bon dein ein grober Teil des Gebäudes und die Terrasse fortgerissen wurden. Eine aus Deutschen und Amerikanern bestehende Touristengruppe, die dort abgestiegen war, war vollständig von der Auhenwclt abgeschnitten und konnte erst nach mehrstündiger Rettungsarbeit auS ihrer gefährlichen Lage befreit werden. Durch die groben Erdrutsche sind Häuser, B i l l e n u n d Weinberge zerstört worden. Eine grobe Anzahl Personen ist dabei ums Leben gekommen. Rach einer Meldung des ,D. T." sollen bisher 5 0 Tote gezählt worden sein. AuS Reapel sind Truppen und Kriegsschiffe zur Hilfeleistung etn- getroffen. ©ine führerlose Daha, dir niemals halt. Eine Dahn, die niemals hält und weder Führer noch Schaffner braucht, wird aus der Britischen Reichsausstellung im Wembleh°Park zu London gezeigt werden. Dieses neuartige, von den Engländern William Bornth Lewis und D R Adkins konstruierte Beförderungsmittel kann für den Straßenverkehr der Zukunft in groben Städten sehr wichtig werden. Das System, daS in der Leipziger Illustriertem Zeitung'' im Bilde vorgeführt wird, beruht daraus, datz die Wagen ohne Lokomotive und ohne Führer und Schaffner rein automatisch vorwärtsgetris^n werden, und zwar wird das dadurch erreicht, dast. die Wagen mit Trerbrollern ausgestattet sind Me auf einer unterhalb der Schienen angebrachten Spirale laufen. Die Spirale befindet sich in ständiger Umdrehung und bewegt auf ldese Weise die Wagen fort. Zu beiden Seiten jeder Station ist die Oeffnung der Spirale auf eine kurze Strecke hin verkleinert. Infolgedessen wird die Deschwindigkeit der Wagen in der Rahe der Station geringer; die einzelnen Wagen, die auf der Linie laufen, schließen sich zusammen und fahren geschlossen ganz langsam durch die Station Die Fahrgäste können dann leicht aussteigen und einsteigen, da die Wagen auf der Seite nach dem Schlitz bestimmte Post «mmtaelMch E < ®e- pannen an jedem Sonntag in Bad-Salzschlirf an der Oberhesi-scheu Dahn ab zu holen. Dieser Gemeinfinn der Schützer Bürgerschaft verdient alle Anerdmnung. Ätcie «Setzlar. • Wetzlar 26. März. Gin willkommenes Geschenk wird in den nächsten Tagen den Sammlungen unseres L o t t e h a u s e s einverleibt werden. GS besteht In der photographischen Wiedergabe eines G o e t h e - D i l d e S, oa£ der Emser Maler Gg. Fr. Schmoll im Zahre 1774 gemalt hat. Die Existenz dieses Bildes war in Bad Ems bekannt, aber wohin es gekommmi war, blieb verborgen, bis es einem in Reapel lebenden -Deuber des Emser Kaufmanns Bock winkel gelang, das Original in der ehemaligen Hofbibsiot^k in Wien aufzustöbern. Don dort hat es die Stadt E m S erworben und ihrem Ortsgeschichtsverein für seine Räume überwiesen. Die photographische Wiedergabe hat der Emser Photograph Reinold S P a l k e gemacht und Merger geschickt. Da die Zahl der guten ZügendbUdnMe Goethes nicht sehr grob ist, stellt daS neue Bild eme sehr dankenswerte Bereicherung dar. Vermischtes. Schwere« Unglück auf einer westfalischen Zeche. Essen, 26. März. (WTB) Wie uns au» äleberru hr gemeldet wird, hat sich auf dem Schacht Din?,enz" der Zeche .Marlo e heute früh 6.30 Uhr ein s ch weres äln glück ereignet. Eme Anzahl Bergleute hatte Verbots- widrig den Förderkorb im Bremsberg benutzt, wobei daS Seil rih. Zwei Dergleute wurden ge t ö t e t, vier schwer und einer leicht verletzt. Sein Äinb vergistel. Augsburg, 25. März. Die hiesige Kriminalpolizei hat den 43 Zähre alten Arbeiter Löhner verhaftet, der sein 3 Monate alte» Kind verg iftet hat. Löhner, der noch drei weitere Kinder hat, gibt an, die Tat aus Rot begangen zu haben, in die er durch Arbeitslosigkeit geraten sei. Unter Mordverdacht verhaftet. Nürnberg 26. März. (Prio.-TLl.) Drr Schlosserssrau Elise Eckert und deren Stiefsohn Georg H ofmann, wohnhaft am LudwigSfeld. wurden wegen Derdachts des Giftmorde» verhaftet und m Untersuchungshaft gebracht. 3m Herbst 1923 hatte stie Eckert den Untermieter Schlerf bei sich wohnen, der im Ravember starb. Hofmann geriet später mit seiner Stiefmutter in Streit wa» zur Folge hatte, das) er bei der Kriminalpolizei Anzeige dahin erstattetr, das) er tm Auftrage der Mutter im vergangenen Zahre giftige Pilze gesammelt habe die diese dann Schlerf leweilS In gekochtem Zustande reichte, um ihn aus der Welt au schaffen und alsdann in den Besitz seiner Kleider und Schuhe zu gelangen. Als sich auf den Genuh der Pilze nur Erbrechen einstellte, reichte die Eckert ihrem Mieter Rattengift, um auf diese Weise sicher angHvrt. «ive ga* Zahl dV Bewohner gab ihm das letzte ®clett ds. Langsdorf. 26. Marz. Bei den H o l z- Versteigerungen im hiesigen Gemeind e- 6>al b wurden infolge starker Rachfrage von auswärts sehr hohe Preise erzielt Für 2 m Buchenscheit wurden bis 50 Mk., für Duchenknüp- jhel z. D. bis 40 RU. geboten, Preise, die in keinem Wergleich zu den Kohlenpreisen stehen. — Am Sonntag spielte ein Reiner Schuljunge mit leinet Patrone. Als er mit einem Hammer bo- ®auf schlug, explodierte daS Geschob und verletzte den Knaben an der linken Hand und um rechten Bein, so dab er in das Krankenhaus mach Hungen ein geliefert werden muhte. Gluck- lic^rweise sind die Verletzungen nicht lebens- uefährlich. Der Fall sollte zur Mahnung dienen, g(le Patronen zu vernichten, die noch aus der Revolutionszeit umherliegen Kreis Friedberg. Sf. Friedberg, 22. März. Auf einen vollen Erfolg tarn die unter dec rührigen Lei- Jung des Studienrats Weckerling stehende Ortsgruppe des D.d.A (Verein der AuStaid- deutschen) zurückblicken, indem sie der hiesigen Bewohnerschaft durch die Dvrfuhrung von Goethes älrfaust einige weihevolle Stunden bereitete. ES war wohl ein gewagtes ällrter- nehmen, aber der Wurf ist sowohl vmS Aus- stattung und Szenerie, al« schauspielerische Darstellung betraf, in jeder Beziehung gelungen, und man kann wohl sagen, dasi dem 5viebE>erger Publl- #um etwas AehnlicheS aus eigenen Kräften noch -nicht geboten worden ist. Der Reinertrag ist 4ür eine Kinderfahrt nach Rumänien bestimmt. Um den Bielen, Ne bei der ersten «Aufführung keine Plätze mehr bekommen konnten, nochmals Gelegenheit zum Genüsse zu geben, Iftnbet am Sonntag eine Wiederholung statt, zu ber der Andrang bereits ein sehr stacker ist. Kreis Bübingen. Bahnsteig zu vvMommen offen sirck». Sobald dlg Station verlassen wird, fahren die Wagen von selbst wieder auseinander und setzen ihren Weg mit beschleunigter Geschwindigkeit fort. Die Spirale wird durch einen elektrischen Motor angetrieben. Betrunkene Amseln und Gänse. Dah sich, ebenso wie Affen, auch Gänse betrinken können, ist seit langem schon bekannt: sie fressen sich an alkoholhaltiger Schlempe aus Brennereien einen richtigen Rausch an und torkeln dann betrunken in Den Gossen und Psutzrn umher. Stellt sich dann »Brand" ein, so ist ja ein lindernder „Gänsewein" schnell zur Handl Etwas ähnliche« berichtet nun Schuster von Schwarzamseln. Gr hat sie öfter mit Händen gegriffen wenn sie sich im Mainzer-Decken an Pfirsichen und Aprikosen „toll und voll" gefressen hatten. Die Wirkung der überreichlich genossenen Fruchtsäste ist wie die eines alkoholhaltigen Getränks: die Amsel besindet sich im Rausch. Sie lästt sich von jedermann sangen. Rach einiger Zeit ist ihre berauschende Wirkung wieder verflogen, die Amsel hat sich erholt. ist die» natürlich eine Entartungserscheinung unter unseren domestizierten Kulturamseln. (BeridjtsfaaL Essen, 25 März. Die Strafkammer Bochum verurteilte die Direktoren Falk und Hohn wegen Rotgeldschwindels zu einem Jahr sechs Monaten bzw. 10 Monaten Gefängnis. Die Angeklagten hatten zur Zeit der Inflation, als die groben Industriewerke wegen Mangels cm Zahlungsmitteln zur Ausgabe von Notgeld geschritten waren, in gröberen Mengen Rotgeld auSgegeben, wobei sie aber der Bedingung des Finanzministeriums, Sicherheit zu hinterlegen, nicht nachgekommen waren. 3n der Verhandlung wurde ferner festgestellt, dab das Rotgeld nicht zur Lohnzah lang sondern zu gewinnsüchtigen Zwecken gebraucht wurde. Aus bem Amtsberkünbignugsblatt. • Da» Amtsverkündigungsblatt Ur. 23 vom 25. März enthält: Erwerbslosenfür- forge. — Beaufsichtigung der Zuchthengste. — Reichstagswahl 1924. — Hundetvllwull - Maul- und Klauenseuche. - Mahregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. — Statistik der Streik« und Aussperrungen. — Strahensperrung. — Feld- bereinigung Ober-Steinberg und Heud)elheim. — Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten. Haus tm Rohbau erstehen zu lassen. KreiS Lauterbach. , rr. Schlitz. 24. März. Seit einiger ist der S onn tags-Zu gverkehr auf Strecke Salzschlirf D ch l i tz 2lt e der- Aula völlig eingestellt. Da infolgedessen wich an diesem Tage jeglicher Postverkehr für unsere Stadt unmöglich wurde, was besonder» unsere Geschäftswelt sehr unliebsam empfand, so haben 'auf Anregung unserer Bürgermeisterei zahlreiche tbidiae Fuhrwerksbesitzer in gemefrrnütjt- iger 2fct sich bereit erklärt, abwechselnd die^fur yjyv^^jüjajAMu^ Charlotte H- tPf Seneralkonsul 5 " Prinzess M. Hohenlohe 8 • Kaiser-Cigarette 12 « Daischari Russen 2 Df. Sascha v. Uecker 5 " Prinzess Victoria touise 3 » RßZctoatttgtoLun.j&lßr^PreislagegedmgescnmatL CLtle Tftapkßsi sind In Qjuualddt unübertroffen. Weitstem 5 Df. WeltsternSxtra 15 " Das große deutsche Filmwerk I. Hör ein kloW del oos Mel Wen Welle Trauerhause, Wetzlarerstraße 54, aus statt 018MT MM AMW-Ses. 01.0. tz BlodFtcaBe 2 Eile SelleiLiveg lelevSoil 172 und üDDetüinüii® 23O4D 850 [Stellengesuche | Fr.Avril bei hohem Lohn gesucht. 018595 Wilbelmttr. 10 I. Er. Zweites Blatt Donnerstag, 27. März 1924 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberhesfen) Schüler besonders angehalten hat. Allerdings hat Hoffmann seinem Meister die „Maske" wohl niemals zur Durchsicht und Korrektur unter» breitet: sonst wäre es unverständlich, test zahllos« dilettantisch: Satzfehler in der übrigens recht originellen, zuweilen schon romantisch angehauchten und jedenfalls beachtenswerten Musik nicht beseitigt worden sind. * Gin einheitliches Devisengesetz. 3m Aeichswirtschastsministerium wird, wir der „Dörsen-Courier" berichtet, ein Gesetzentwurf vorbereitet, der die Devisenverordnungen einheitlich zusammensaht. Obwohl die Regierung gewisse Sr- Lschechen genau so angetan wie den Polen und den Franzosen. Sie versuchen fte mit Stumpf und Stiel auszurotten. 3m übrigen führt der Tscheche den Kampf gegen das Deutschtum vor altem aus wirtschaftlichem Gebiet. Zunächst hat er es auf den deutschen Grundbesitz abgesehen, gegen den er mit rigc rosen Entergnungsgcseten vorgeht. Ge^en das übrige deutsche Wirtschaftsleben arbeiten die tschechischen Behörden mit dein ungeheuerlichsten Steuerdruck. Dazu koinmt noch eine deutschfeindliche Personalpolitrk und ein geradezu grotesk wirkender Kampf gegen die deutschen Ortsnamen. Der Tscheche macht also seiiiem französischen Auftraggeber rechte Freude, wenn er skrupellos gegen bad Deutschtum kämpst. Ob sich dieser Kamps nicht eines Tages doch einmal bitter rächt? geschrieben, aber seine Handschrift findet sich in Verbesserungen und Anmerkungen. Dagegen hat der junge Künstler für die Ausschmück-ing selbst gesorgt und sowohl den Ginband des Textbuches wie die Einbände der drei Partituvakte mit Originalzeichnungen in Sepiamanier versehen und die Deckel schön bemalt. Diese reizenden Verzierungen, die die Begabung Hoffmanns als Zeichner im besten Licht zeigen, dienen auch zum reichen Schmuck her neuen Ausgabe. Der Text Hoffmanns ist hauptsächlich von Goethes Singspielen abhängig, llieben „Claudine von Billa Bella", an die sich die Handlung anschlfestt, ist der „Triumph der Ernpsindsarnkeit" benutzt. Für die Schilderungen von Sizilien und Athen, wo l:as Werk spielt, benutzte Hoffmann eine Reiseschilderung. die 1778 von Bernhard Reith aus bem Englischen übersetzt wurde, äleberhaupt fälll die Begeisterung des Dichters, der später einer ter Hauptsührer der Romantik werden sollte, für die Antike auf. Der „teutsche Waler" Treuenfels, in dem Hofsmann sich selbst dargestellt hat, schwärmt nur für die griechische Kunst.- „Wo könnte wohl ein Künstler lieber sein, als hier aus dem llafsischen Boden der Kunst — ich fühle mich begeistert, so oft ich in den Ruinen wandle und die Basreliefe studiere — alle meine Madonnen und Helligen habe ich weggeworfen aber Grazien — Heroen wlll ich hier zeigen." Die Musik ist ohne Mozart unb Gluck nicht zu lenken. „Don Giovanni" hat zweifellos die stärksten Spuren hinterlassen: die Airllänge daran sind zahllos. Glucks Etnfluh zeigt sich besonders in der 'Ballettmusik, auf deren straffen Rhythmus hinzuarbeiten Hoffmanns Lehrer Reichard! seinen Die Agrarkrise. Der Reichsausschuh für Landwirtschaft der Deutschen Volkspartei hat sich eingehend mit der gesamten Wirtschaftslage und namentlich der bestehenden Krise der deutschen Landwirtschaft beschäftigt. Als Ergebnis dieser Aussprache sind folgende Richtlinien aufgestellt worden: 1. Es ist Aufgabe der Reichsregierung, eine Steuerpolitik zu betreiben, die im Gegen- 1 sah zur bisherigen den Landwirt auf seiner Scholle erhält und bie Erzeugung nicht gefährdet. Rar durch gegenseitige Anpassung der Finanzpolitik des Reiches und der Länder erscheint es möglich, eine gleichmäßige und tragbare Belastung herbeizuführen. Rücllehr zu den bewährten früheren Grundsätzen der Dezentralisation, sowie dec individuellen Veranlagung und Belastung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Bermögens- und Einkommensverhällnisse unter gleichzeitiger weitgehender Mitwirkung der De- rufsvertretungen ist geboten. 2. Die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und bamit die Sicherung der Vollsernährung ist nur bei ausreichenden Preisen gewährfeistet. Der Grundsatz des Schutzes der nationalen Arbeit der anderen Gewerben gegenüber gilt, must auch für die Landwirtschaft wieder zur Geltung kommen. 3. Die durch die schwierige Lage der Landwirtschaft herbeigeführte Kreditnot bedarf dringend und schleunigst der Abhilfe, insbesondere durch Zuführung langfristigen, umfangreichen Kredits. Der der Landwirtschaft zustehende Rentenbankkredit muh sofort und in voller Höhe flüssig gemacht und zu erträglichen Bedingungen bereitgestellt werden. Die gegenwärtige H'ltung der Reichsbanlleitung hinsichtlich der Zinsbe- blngungen für die Landwirtschaft ist zu verwerfen. Eine ausreichende Zuführung vvn Hypo- thllenkredit erschrint nur möglich, wenn die Gewähr besteht, daß die Landwirischaft von weiteren Vorbelastungen befreit bleibt, zumal auch nur unter dieser Dovaussehung die Möglichkeit der Heranziehung von ausländischem Kapital gegeben erscheint. 4. Die Gestaltung der Eisen babntarife für landwirtschaftliche Erzeugnisse unb Bedarfsstoffe ist von höchster Bedeutung und daher im Sinne einer großzügigen, die Rahrungsmittel- erzeugung fordernden Regelung zu betreiben. Ein Recht zum unbeschränkten Verkauf hat der neue Besitzer selbstverständlich nicht, er hat ja nur einen Teil der wirklichen Baukosten erlegt. Das Anwesen ist Heimställe im Sinne des Heim- ställengesetzes, das jede Spekulation verhindert und der Stadt Gelegenheit gibt, jederzeit ein» zugreisen. Die Organisation und die Leitung des Feldzugs gegen die Wohnungsnot, sie sind Sache der Stadtverwaltung. Wird er mit Ernst und Eifer betrieben, so wird der Erfolg nicht aus- bleiben. Die Stadt Glesien ist in der Lage, ulten deutschen Städten ein Beispiel zu geben, wie die schlimmste Krankheit unserer Zeit, das Woh ungselend, bekämpft und überw-nden wer' den [ann. Regierungsbaurat Derth. Wirtschaft. Vom Wcltgetreidrmarkl. 3m allgemeinen blieben die Preise am Pro» buEtenmarlt in der vorigen Woche ziemlich stabil. Doch machten sich bereits am Ende der Woche kleinere Rückschläge bemerkbar, die insbesonder-: auf bie auherordentliche Gelddrappheit zurückzuführen sind. Wenn die Preise nicht stärker zurück- gingen, so mag dies wohl in erster Linie darauf zurückzuführen sein, bah bie Einfuhr von Getreide in letzter Zell burch bie scharfe Devisenrepartierung ziemlich stark eingeschränkt worden ist Auch bie Wetteraussichten aus ben verschiß teuften Teilen Deutschlands lauten recht ungünstig. Der Boten ist teilweise noch stark zugefroren, unb verschiedene Gegenden klagen über Auswinterung ter Saat. Ein dritter Faktor tritt noch hinzu Die Lanbbunbgenossenfchaften nehmen zur Zeit auf Grund von Vorschüssen der Reichsgetreidestelle große Vorräte auf, was eigentlich in Archetracht der Talfache, das) sich bie R. G. bemüht, ihre eigenen Vorräte teilweise mit Verlust loszuschlagen, recht seltsam erschein. 3n Händler- kreisen redet man in diesem Zusammenhang von einer „Attacke gegen den Berliner Hantel". Wie weit dies ben Tatsachen entspricht, mag dahingestellt bleiten. De Verhältnisse Ruhlands in bezug auf die Getreideausfuhr liegen noch reichlich unklar. E.cklärte Kamenew noch kürzlich, test zur Stablli- slerung der russischen Valuta unb zur Senkung ter Preise bie Ausfuhr von Getreide ganjj eingestellt werden soll, so führte Krassin kürzlich in einer Rete aus, bah die Aufträge Ruhlands nahezu erfüllt Worten feien. Er erwähnte, dah bie bereits ausgeführte Getveibemenge für das Rechnungsjahr vom 1. Oktober ab, sich über 100 Millionen Pub beziffere, wahrend die noch zu liefernde Menge nur noch 10 Millionen Pub betrage. Dies dürfte ziffernmäßig Wohl richtig sein, bietet ater keine Handhabe, um die wirkliche Ausfuhrmenge Rußlands festzu stellen. Wie man sich erinnern dürfte, sind bereits feit längerer Zell an den deutschen Märkten erhebliche Rückkäufe für russische Rechnung erfolgt, die bie von Krassin angeführie Zahl beträchtlich herabmindert. Die Lage am Weltmarkt erscheint im übrigen zur 3eit recht flau. Die Vorräte Amerikas und Kanadas sind noch ziemlich grob und drücken änderst stark auf den Markt. So verlautet aus Kanada, dah sich der Gxportüberschuh zur Zeit auf 20 Millionen Quarters Weizen beliefe Die Zahl dürfte, allem Anschein nach, wohl zu hoch gegriffen sein, doch verbleiben selbst bä einem Abzug von 25 Prozent von ter genannten Zahl noch ansehnliche Vorräte, _ die sich _ auch weiterhin drücken) auf ten europäischen Märkten bemerkbar machen werten. Der einzige Ausweg bleibt zur Zeit Japan, das immer noch sehr aufnahmefähig ist. Allerdings beginnen sich auch dort bie Aussichten für die Zukunft zu trüben, da man in mahgebenten japanischen Kreisen die Absicht hegt, 3mportzölle für Getreide einzuführen. & 1 Die Grotzhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag, 2 5. März, berechnete Grohhandelsindexziffer des Stall stischen Reichsamtes lautet 120,8. Sie ist gegenüber dem Stand vom 18. März (121,4) um 0,5 v H zurückgeaangen. Don ben Hauptgruppen sanken in dem gleichen Zeitraum Letens- millel von 107,4 auf 106,2 oder um 1,1 v. H, tennm die Gruppe Getreide unb Kartoffeln von 86,7 auf 85,2 ober um 1,7 v. H., während 3n- du'striestoffe von 147,4 auf 148,1 ober um 0ch v. H-, davon die Gruppe Kohle unb Eisen von 137,7 auf 139,0 ober um 0,9 v. H anzogen. 3nlanbs- waren gaben von 109,1 auf 108,3 ober um 0.7 v. H nach: Einfuhrwaren sllegen von 182,7 auf 183,4 oder um 0,4 v. H Das neuentdeckte Erstlingswerk E. T. A. Hoffmanns. Die Kunde von ter Auffindung eines bisher ganz unbekannten Erstlingswerkes von E. T. A Hoffmann, bie durch die Blätter ging, hat begreifliches 3ntereffe erweckt, tenn unser Wissen über bie Hugenteutwicklung dieses großen Dichters, der erst verhältnismäßig spät zur Reise gelangte, ist sehr spärlich. Run liegt Hoffmanns Erstlingswerk in einer schönen, beim Verlag für Kunstwissenschaft in Berlin hrrcrusgegetenen Ausgabe vor, unb zwar ist dieses Singspiel in 3 Akten „Die Maske" von dem Entdecker Friedrich Schnapp veröffentlicht Worten, indem er bas Textbuch ganz ungekürzt bavbietet, über bie Musik durch reichliche Proten orientiert unb alles Wissenswerte in den Erläuterungen mit» teilt. Der 23jährige Kammergecichts-Referen- teirius, ter bie Arteit im März 1799 vollendet Halle, schickte sie am 4. Januar 1800 an teil Direktor des Berliner Rationaltheaters 3 f f - la n b mit einem Bries, in tem es hriht: „Bor kurzer Zeit erhielten 3hro Majestät bie regierende Königin die vollständige Partitur, unb vor wenigen Tagen hallen sie bie G.iate, mich ausdrücklich auffordern zu lassen, Sw. Wohlgeboren die Bestellung des Singspiels vvrzuschlagen. Fern von jedem Eigendünkel, fern von jeder Vorliebe für mein Werk wage ich tefrar, Ew. Wohlgeboren vorderhand bloh zu bitten, den Text durchzusehen und mir dann zu sagen, ob, Denn er mit einer guten Musik vereinigt wäre, ixifl Singspiel einer Vorstellung auf dem hie- zweckmäßige Art, wie hier die Baracken des < von ter Stabt erworbenen früheren Gefangenen- i lagers sich in Dauerbauten umsetzten, ist ter An- i erkennung des Fachmannes sicher. Die Stadt will ■ jetzt eine weitere Anzahl von Reubauten errichten. Gut, aber bas, was geplant ist, genügt bei weitem nicht! Es must eine ttx.it gröbere Zahl von Reubauten erstellt tvcrten unb berufen dazu ist, weil die private Bautätigkeit zur Zell ja aus bekannten Grünten versagt, die Stadt. Es fehlt an Geld! Gewist! Aber teenn man kein Geld hat, so must man andere Werte ein» sehen, über die man verfügt. ilni> die Stadt Gießen hat derartige Werte in ter Hand, es sind das Baumaterialien, vor allem das Holz des Stadtwiltes und bie Arbells- unb Kapital- traft ter Bürgerschaft. Hinsichtlich des Stabllvalbes hat bie Stabt diesen Weg schon beschritten. Er wirb, wie wir lasen, das Gelb für einen Teil ter jetzt zur Ausführung fommenten Reubauten liefern. Der Weg kann ttxeiter ausgebaut werden. Es lassen sich — ter Staat hat das bei seinen Reubauten der letzten Hahre mit Erfolg versucht — Sägewerke in Oberhessen, vielleicht schon in nächster Rähe Giehens, ftnten, die ter Stabt bas erforderliche Bau- unb Schreinerholz aus ihren De- stänten baufertig verzimmert unb geschnitten liefern, wenn tue Stadt die entsprechende Menge Runbholz in den nächsten Jahren aus ihrem Wänbe unb Decken mit Lehmmörtel verputzt — alles heimische Baustoffe zu großem Teile im Besitz ter <5.abt. „2lber wie sollten die Mittel für die Materialien, bie ter Stadt fehlen, aufgebracht toerten — Bruchstein, Kalk, vielleicht auch Lehm, Dachteckungs-, Schlosser-, 3nstallatrons-, Kanali- sa tipnsmatLrialie.i, Glas, Fenstevteschläge, Oes en? Woher bie Mittel für bie Löhne nehmen? Es । fehlt an Gelb! Es must Geld auf genommen werten, ter hohe Zinslast wirb trotz aller bei den Materialien erzielter Ersparnisse die Baukosten und bamit auch bie Mieten so hoch schrauben, dast nur Wohlhabrnbe für bie Reu bauten in Betracht kommen." Diese Einwände sind berechtigt. Aber es bäht sich ihnen begegnen. Die G eheuer Erwerbslosen müssen restlos zu b'.e'en Arbeiten zugezogen, die probuktlve Erwerbslosenfürsorge rach Möglichkeit in Anspruch genommen inerten. So lassen sich bie Kosten schon wesentlich erniedrigen. Unb das Hauptmittel hierzu ist oben genannt: Die Arbeits- und Kapitalkraft ter Bürgerschaft. Ungewöhnlichem must man mit I Ungewöhnlichem begegnen! Man fente Listen von Haus zu H«us. Richt um einmalige Beiträge, nein, allmonatlich möge jeder, ter über ein Heim I verfügt, für bie im Elend sitzenden Volksgenossen so viel zahlen, als er irgendwie aufbringen kann. Eine freiwillig übernommene Pflicht, bie jedem entbehrlichen Genust vorangehr-n must. Deutsch- j lanb hat im Januar 1924 für 14 Millionen Goldina rk Südfrüchte eingeführt. Aus dieser Ziffer kann man auch in biefem Zusammenhang gewisse Schlüsse ziehen, ilnb tver sich rüstig fühlt unb einigermasten Zeit hat, ter stelle ter Stabt seine Arbeitskraft zur Verfügung, benenne bie Zahl I von Stunden, die er allmonatlich leisten will. Es gibt auf ter Baustelle Arbeiten genug, bie Ungelernte mit etwas gutem Willen versehen können. 3hr national Gesinnten, 3hr sozial Den- kenrren, 3hr kirchlich Gerichtete::, hier ist ein Felb, auf tem man seine vaterländische Gesinirung, seine Rächstenliete in bie Tat umseht und be- ttoeist! Sport- unb Turnvereine, h er kann körperliche Ertüchtigung mit einem edlen Zweck verbunden werten, die Schaufel des Erdarbeiters werde zum Uebungsgerät. Studenten, frier ist ein Tummelplatz für bie überschüssige Kraft. Hub die Reichswehr, wäre ihre Beteiligung an ben Dauausiührungen nicht zu ermöglichen? Sie hat in ihren Reihen zahlreiche gelernte Handwerker. Von allen Kanzeln teerte ter Kreuzzug gegen I bie Wohnungsnot eindringlich unb ; naolassg ausgerufen: jeder Einsichtsvolle kläre Zttoeifelnte aus, hämmere Gleichgültigen bie unbedingte Rotwendigkeit des edlen Werkes ein! So muh das Ziel zu erreichen sein, das Ziel: ein neuer Stadtteil mit einfachen, gesunden unb ausreichend groben Wohngebäuden, in ter Hauptsache wohl Doppelhäuser, jedes Gebäude zum Alleinbewohnen. Die Mieten sind gering, tenn es find nur die ter Stadt erwachsenen Selbstkosten zu verzinsen, alle von ter Bürgerschaft aufgebrachten Mittel, alle ohne Entgelt geleistete Arbeit, sie dürfen die Bauten und damit die Mieten nicht belasten. So I ist jeder Bewohner in der 2age, nach und nach durch W'-ahluna feine Wohnung in den eigenen Besitz überzuführen, ein eigenes Heim zu gewinnen: es must übrigens einem jeden Gelegenheit gegeben sein, sich von vornherein für sein Haus mit Geld und Arbeitskraft zu betätigen. Das Wohnungselend in (Stehen. Wir tvcrten um die Aufnahme der folgenden Ausführungen gebe len. Die Red. Es sind sicher nicht tecnigc aetoefen, die vorgestern abend den „Giestener Anzeiger" entsetzt aus ter Hand legten. „Unmöglich, in unserem guten Gieren ein Wohnungselend derart." Unb doch, es ist so, bie traurige Tatsache ist wahr, test frier in (Sieben eine Menge Menschen in jämmerlichen Höhlen an Leib unb Seele verkommen! Was nützen alle Fürsorgematznahmen, Unterstützungen und dergleichen, toer.n das Haupt- übel, die elende Wahrung, bleibt Man bekämpft Symptome, bie Krankheit aber wuchert weiter. Es must endlich etwas ülmfassenteS von Grund auf gegen diesen Krebsschaden geschehen! Das ist eine soziale und deshalb auch nationale Pflicht, eine Pflicht die wir unserer Kinder halber nicht ernst genug nehmen können. Sie werten ernten, was jetzt gesät wird. Es ist doch klar, test jene, bie das Vaterland in Höhlen auf wachs en lästt, ihm das einst entsprechend tenfen werden. Vater» landslose Gesellen, sehr ricfr'ig, aber doch deshalb, weil bas Vaterland sie im Stich gelaßen hot. Wie kann geholfen toerten? Rur durch Errichtung von Reuwohnungen. Die Stabt Gehen hat, das wird gern zugegeben, in dieser Hinsicht in ben letzten 3ah.cn ja schon viel getan. Die Häuserreihe" in ter Kaiserallee, in der Gnauthstiaste sind tüchtige Leistungen und die figen Theater wert fein würde. Sollte das der Fall sein, so bin ich, da ich bas Gewicht meiner Obturität in ter musikalischen Well nur zu sehr fühle, bereit, meine Partitur einer gewisseichaften Beurteilung zu unterwerfen. Sind künftig Ew. Wohlgeboren jtur Annahme des Werks geneigt, fo übergebe ich in einer zu bestimmenten Zell dem Theater eine korrekte saubere Abschrift des Textes unb ter Partitur, wobei es sich von selbst versteht, test ich babei nicht auf den kleinsten Vorteil rechne." Des weiteren bittet ter junge Dichter 3fflanb, „mich nicht in die erbärmliche Klasse kunstpfuschcnter Dilettanten zu setzen, welche man, ohne sich auf ben Wert oder ilnircrt ihrer Produkte einzulassen, unbedingt abtveist und meinem Werk — mir selbst — Aufmerksamkeit zu schenken. Ew. Wohlgeboren hoffe ich bann noch zu überzeugen, test unerachtet aller Ausfor- terung nur eine gewissenhafte kritische Vergleichung meiner Komposition mit ten Werken groster Meister mich bestimmen konnte, einen Versuch, mich als Komponist bekannt zu machen, zu wagen." Zum Schlust bittet er, seinen Ramen zu verschweigen. Wenn Hoffmann auf dieses Gesuch Überhaupt eine Antwort erhielt, so tourte er jedenfalls abschlägig beschieten und erhielt ten Text zurückgeschickt. Dagegen blieb bie der Königin Luise übersandte Reinschrift ter Partitur und des Textbuches im Besitz teö Königshauses unb schlummerte In der Musikbibliothek ter tgL Haus- bibliothek im Berliner Schlost 123 Jahre, bis es Schnapp als teS bisher verschollene Iugend- toerf HcsfmannS feststellte. Zwar sind weder Text noch Partitur von Hoffmann eigenhändig Die Deutschen in der Tschechoslowakei. Soeben haben bie Deutschen tes Halisch i n e r Ländchens durch die Wahl zu den Gemeintevertretungen vor ter Welt und tem Döllecbund zisfernmästig betoiefen, dah rfrre ditta- torische Abtrennung vom deutschen Mullerlante und zttxrngsweise Angliederung an die Tschechoslowakei nicht nur ein himmelschreiendes Unrecht, sondern geradezu ein Verbrechen gegen bas im Völkerbund angeblich so frelltg gehütete Selb.t- bestimmungsrecht der Völler darstellt. Wahrend ter sogenannten Friedensverhandlungen in Versailles hat Wilson einmal das Wort ausgesprochen: „Die Bevölkerung eines Landes darf nicht wie Figuren aus dem Schachbrett hin und her geschoben werden!" Trotzdem hat Wilson das Versailler Diktat unterschrieben, das ohne Volksbefragung Millionen von Deutschen in die Gewalt sremder Staaten brachte. Und nicht nur das im Versailler Diktat wurde die brutale Vergewaltigung von Millionen von Deutschen im Osten und Westen unb im Süten des Reiches durch regelrechte Raubstaaten betvustt verankert, ter Terror gegen die unterdrückten Deutschen tourte darin geradezu zu einem Rechtsmittel gestempelt. Polen sollte man hierbei eigentlich ganz aus dem Spiel lassen: es steht seit seiner Begründung abseits jeglicher Gesittung und Kultur, abseits jeglichen Rechtsgefühls, abseits aller Rechts- ftaaten. Es ist tes durch Blut- und Siegesrausch unzurechnungssäfrige Frankreich im größten Urzustand. Von diesen beiten Staaten ist bis aus weiteres ein normales Rechtsempfinden gegenüber allem roaS deutlich ist, nicht zu erwarten, um so weniger als sie die Reattion ihrer Schandtaten gegen alles, was deutsch ist. wie ten jüngsten Tag fürchten. Es ist ausfallend, test alle Staaten, bie in enger Verbindung mit Frankreich stehen, mehr und mehr die Rechtsbahnen bei ter Behandlung deutscher Minderheiten verlassen und in finn- lcser Wut alles Deutsche zerstören. Zu diesen Staaten gehört in erster Linie die Tschechoslowakei ein Staat, ter im 3ntereffe seiner wirtschaftlichen Entwicklung mit seinen deutschen Minderheiten zusammenarbeilen und auf gute Beziehungen zum Deutschen Reiche Wert legen sollte. Nichts von alledem, das Gegen.eil von tem ist der Fall, tvas so ost von ter tschechischen Regierung unb 'seinem rüfrrfamen Außenminister D. Bene s ch behauptet tvorden ist. Seine Worte wird man in Zukunft überhaupt nicht mit einem sondern mindestens mit drei Fragezeichen versehen müssen, nachdem durch die Beiössentlichu ig del französisch- tschechischen Geheimrertrages bckannt geworden ist test tatsächlich ein Militärverttag zwischen beiten Staaten besteht, ter sich in erster Linie gegen Deutschland richtet. Run haben im Hultschiner Ländchen endlich die Gemeindewahlen ftat gefunden, nachdem sie im vorigen 3a fr re von dec tschechischen Regierung abgebrochen und sür ungültig erklärt worden waren, als sich ergab, test sie einen glänzenden deutschen Wohlsie; erbringen warten. Angeblich sollte unlauierS Wahlpropaganda vor ben Wahllokalen getrieben worden sein. Das war selbstverständlich ausgemachter Scharindel. Schin die Tatsache, test man die Reuwahlen entgegen allen versassungS- und gesehmastigen Vorschriften säst ein 3ahr hinauszögerte, erbringt ten Beweis, test man damit politische Ziele verfolgte: man wollte es in ter Welt nicht i-uchbar werden lassen, test das Hultschiner Ländchen ein rein deutsches Gebiet mit einer kleinen tschechischen M nderheit ist, tes man ohne die geringste Rechtsgiundlage der Tschechei angeglie- bert hat. 3n ter Zwischenzeit glaubte man durch Verpflanzung zahlreicher tschechischer Beamten unb Solbaten und durch entsprechende, den Deutschen in ben abgetrennten Gebieten nur zu bekannten Schikanen und Drohungen tes Wahlergebnis fälschen zu können. Eme verfehttr Spekulation: 3n allen Ortschaften Haden bie Deutschen einen überwältigenden Sieg errungen. 3n Deutsch-Kra warn z. B. erhalten die Deutschen 23 Sitze, bie Tschechen 7, In Kathen 19 Sitze, die Tschechen nur 5. Aus den unteren Orten liegen die Endzahlen noch nicht vor, doch ist tes Verhältnis etaoa überall tes gleiche. An sich überrascht bie Tatsache nicht: ietem Kenner ter Verhältnisse ist bekannt, test tes Hultschiner Ländchen trotz ter Terrorakte, bie gegen die Deutschen von ben tschechischen Behörden ausgeübt ttoerten, feinen völlig deutschen Charakter behalten hat, unb test dir Hu tschmer Deutschen um ihr Deutschtum einen verzw.ifeltcn Kamps führen. 3st es nicht geradezu absurd, wenn man angesichts tes eben bekannt w rteilten Wa' l ergebnisses hört test es im ganzen Hult- fchiner Ländchen nicht eine deutsche Schule gibt? Die deutsche Schule hat es den Die ideale Klembibliothek. Der Verein Dresdner Buchhändler hat in einem Preisausschreiben b'e Frage auf- gestellt: „Welche 20 Bücher bilden tee beste Grundlage für eine Hausbibllothek?" Wie im Börsenblatt für ten deutschen Buchhandel mllge- tcilt wird, ist eine vollständig genügende Antwort auf diese Frage nicht gegeben worden. Preisgekrönt tourten die Antworten, dir der folgenden Zusammenstellung am nächsten kamen: Geschichte: Bork v. Warienburg, Weltgeschichte in Umrissen: Gustav Fvetztag, Bilder aus deutscher Vergangenheit. Geographie: Seydlitz, Handbuch der Geographie, Westermarnz Atlas. Literatur: Schcrer- Walz-el, D -utsche Literatur Diegler Weltliteratur. Ku stgesLichte: Wi t nhage i Kunstgeschichte (auch Mufügeschichtc). Griundhell: Boa, Bach vom gesunden und kranken Menscheii. Rechts- Wissenschaft: Bürgerliches Gesetzbuch; Frietens- Devtrag. Wörterbuch: Duden. Klassiker: Goethe, 6d)rller, Hebbel, Shakespeare kAuswahl in je vier Bänden). Verschiedenes: Bibel: Aveaarius, Hausbuch deutscher Lyrik; Busch, Humoristischer Hausschah; Grimm. Märchen: Kürichners Lerikon. Berlin Frankfurt a M 3n Billionen Prozent Datum: Da n kn vten. Ffrffn. 86. März RonnefeldtsTee JR »- aromatisch und aosgieblg, billig Im Verbrat^ J Kpjink Spin? Äßinl Deg.Blasen.u.Nierenleid.,felbstStOine iUflllftoblil. HuUi; hilft best. Karlssprudel Diskirchen 1L Achtung! Ganz außergewöhnliches billiges Angebot Achtung! Ihre Vermahlung geben bekannt Dietzen, den 27. März 1924 Hvfhei« L Ried. 25. März 1924. Lacht spiel haus || PalasfrLächtspieie Wunderbarer Seeroman in 8 Akten. 2295c Wem Mer j I ÜMhtoiflHrnfie 64. 1 Schtutz- flurs 12,50 bis 13,50 bis kochen 22 r voll 2 boll voll BSrseavtrfe. (Ohne Gewähr.) Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Dr. Hans Bayer und Frau Irene geb. Selzer 13, ©erotella, alt 15,50 bis 16,50, neu 15, Rapskuchen 11,50 bis 11,60, Gern- brs 23, Trockenischnitzel 9 Mark. Frankfurter Getreidebörse. mit Bureau per 1. Juli ev. bis 1. Oktober gesucht. Schriftliche Angebote unter 018589 an den Giehener Anzeiger. Willy Muhl und Frau Liesel geb. Lich Beka-TorasM braun, mit Lederfutter A9 Afl und Doppelsohle, Größe 40-46 .....Mk. 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Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. März. Die Geschäftslage am Produkte mnarkt zeigte gegen gestern keine besondere Deränderung. Das Angebot hat sich nicht vermehrt, aber auch die Dachfrage zeigte Zurückhaltung. Dachteilig tplrftc auf die Stimmung der sehr schlechte Wsah von Wehl und die matte Veranlagung des Weltmarktes. 3n gleicher Richtung wirkten die furchtbare Witterung und das Eintreffen unteilvrgs eingewinterter Zufuhren. Allerbeste Braugerste war noch gefragt, Hafer war bis zu geringem Angebot mehr beehrt. Kleie und andere guttermittel fanden wenig Beachtung. Es notierten für je 100) Kilo: Weiten, märk. 164 bis 169, Roggen, märk. 132 bis 136 (stetig), fromm. 127 bis 132 (stetig), Braugerste 163 bis 185 (ruhig), Futtergerste 148 bis 158 (ruhig), Hafer, märk. 114 bis 122 (ruhig), westpreutz. 112 bis 114 (ruhig), Leinsaat 410 bis 415 (still): für je 100 Kilo: Wei- Warm ......... ar>'.6nf&< Noten ........ inlfdie Noten ..... jnwbffÄ* Note«........ lländllw« Noten ....... nthft-Crfttrrrid), i 1» Äroacn mtrifantfd}# Nou« ....... Noten W Not« , Moten ......... nnaain^t Noten......... riÄcchossowafisLe Na«..... NonvegttSre Noten ....... fRumäntfctx Note«. ........ Evaatsch« Noten ..... «ekd n,f» 8 ".,44 86,63 111,22 155,61 6,18 4,19 18,05 19,8» 18,35 4,31 1?,?1 67,36 Ä' Frankfurter Börse. Frankfurt a. W. 26. März. Tendenz. Fest. — Für manchen Dörsenbesucher kam die fv schnell einseyende lebhafte Geschäftstätigkeit etwas überraschend, während die Spekulation sich mehr oder weniger süc eine, wenn auch noch mastige Auswartsbewegung einstellt-!. Die für die nächsten Tage zu erwartende Herabsetzung des Umsahstempels, der, wie verlautet, sür die Arbi- tragc ermäßigt werden soll, hat zusammen mit Rückkäufen heute den Hauptanlast zur festen Tendenz gegeben. Dorbörslich war bereits reger Begehr nach verschiedenen Industnepapirren, wobei man besonders in chemischen Aktien Kaufe für ausländische Rechnung bemerkte. Als fest sind besonders Badische Anilin und Elberfelder zu erwähnen. Reben Scheidcanstalt waren auch Th. Goldschmidt begehrter. Scheideanstalt gewannen 4, Holzverkohlung 1 Billion. Unter den Elettrizi- tätspapieren setzten A E. G Licht und Kraft ihre Befestigungen fort. Felten & Guilleaume Begehrter. Lahmeyer plus 4 Dill. 3n Maschinenaktien war ein sichtlich freundlicherer Grundton oarherr- schcnd. Daimler, sowie Adlerweicke setzten höher ein. Karlsruher, Kraust Lokomotiven fester. Don scnstigen Sntniftnepapkrcn erhöhten u a. ihren Kursstand 3nag, Phil. Holzmann, Zement Heidel- berg und Zellstoffaktien. Auf dem Montanmarkt sanden Gelsenkirchener, Laurahütte mehr Beachtung. Fester ferner Mansfelder, Mannesmann. Rorddeutscher Llohd lebhaft bei grvsten Beträgen gehandelt. Diskonto - Gesellschaft, Darmstadter, OHtiallbanf anziehend, bproz. Reichsanleihe, lebhafter, 92 Milliarden. Auch sonst bemerkte man etttya Rachsrage für heimische Anleihen. Türkenwerte fester. 3m Freiveittehr tarnen zunächst nur wenige Aktien zu gröberen Umsätzen. Api 6,75 bis 7, Becker Stahl 9,25 bis 9,38, Decker Kohle zemneyl 24,25 btS 26,50 (ruhig). Roggenmehl 20,50 bis 23 (ruhig), Weizenkleie 10,60 bis 10,80 (matter), Roggnrkleie 8,10 bis 8,20 (matter), Dikkoria- erbsen 27 bis 28, Keine Erbsen 16, Futtererbsen 13,50 bis 14, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blau Bries 72,98 15,58 60,97 111,78 156.3) 6,22 4,21 18,1. 19,95 18,4h 4,41 T?,?9 57,64 Schluß»! Nu 5 23. 3. S'/g. Growag 0,27» bis 0,300. Benz 4»/„ Brown Doweri 2.8, KrügerShall 9, Hansa Llohd 1.8, Unterfranken 0 650, Ehern. Andreae 0,850, Ufa 7 25 bis 7,50, Ludwigsburger Porzellan 3, Mez Söhne 5, Unionsprit 0,750 bis 0,775, Rastatter Cffiaggon 8 Billionen. Berliner Börse. Berlin. 26. März. (W'lsf.) Drr feste Stimmung der gestrigen Börse übertrug sich ars dcn heutigen Derkehr. Offenbar lockte die gestern in Gang gekommene Auswärtsbewezung weitere Käufer an. Dies kam bei der Feststellung der ersten amtlichen Kurse zum Ausdruck, namentlich am Montanmartte waren Kursbessernngen zu verzeichnen, meist bis zu etwa 2 Billionen Prozent. Stoliberger Zink setzte sogar um 5 Billionen Prozent höher ein. Die übrigen Markte waren ebenfalls günstig veranlagt, namentlich Farbwerte waren begehrt: auch Tleltrizitätsaktien wurden teilweise zu höheren Kursen aus dem Markt ge- Tremmen wobei F.lten & Guilleaume 4 Billionen und Schlickert 2,5 Billionen Prozent gewannen. Don Maschinensabriksaktien setzten Berlin-Karlsruher ihre Erholung mit einer Steigerung von 4 Billionen Pr ozent fort. Humboldt Maschinen- und Motorenfabrik Deutz gewannen etwa 2 Dill. Don Tertilwerten stellten sich Rorddeutsche Wolle um 5 Billionen, Stöhr & Eo. um über 8 Bill, höher. 3m weite.en Verlause nahm die Haltung euren schwantenken Eharatter an, da verschiedentlich Gewmnrealisierungen erfolgten, zumal auch eine Zoitungsmeldung cerftimmte, wonach leitens der Regierung kaum auf eine Ermäßigung der Dörscnumsatzstcuer in dem von Börsen kreisen für notwendig erachteten Umfange zu erwarten sei. Die tefle Grundstimmung konnte sich aber im allgemeinen behaupten, und so blieben empfindliche Einbußen aus. Das Geschäft hatte nur mastigen Umfang Arn Devisenmarkt muhte die Zuteilung für- einige Rebendevisen. namentlich auf nordische Staaten weiter herabgesetzt rveroen. Die Kurse waren allgemein unverändert. Paris und Brüssel etwas niedriger. Deviftnmartt Derlm—Frankfurt t»tag eine Send. Rhcitiinlm ein; ferner empfehle Wemüse» intt> Obstkonferven Fifchkonserven aller Art, alle Torten Käse Thüringer und Braunschweig. Wnrftwaren nut beste Qimlitliten au billlinien Preisen. A.M MV Dchulttr. 10. verkaufe konkurrenzlos Hauben- und Stirnnetze einfach und doovel', in allen Warben, nndj in weit, und arn-t »orrölig. 2273D i Schlutz. 26. 3 0,080 0.48(i 0,280 0,8j0 0,1 2 0,310 0,690 0,509 0,2.0 0,930 0,145 0,340 0,080 0,4 0 0,260 0,925 0,0915 0.500 0teS8 0,918 0,330 4,2 4,2 - 83,1 83 83,3 8,75 8 8.5 55 58 52 52,25 37 39 36 39.75 5,13 6 5,25 6 10.13 11,75 10.25 11.8 10,25 11,9 10,6 12 1 1.1 — 12 1?,6 12,23 13,2 17,5 19,5 r 2.25 2,2 2.5 0,490 9,525 0,420 - 0,525 0.650 0,750 08 0,960 so — 52.25 55 9 17,5 18,75 18 18,87 28 29 26,75 42,6 47,75 31.5 50 53 50,5 53,5 67 68 63,75 ss. 14,75 1k 15 17 21,23 24,6 21,1 11,25 21,75 TR 14,65 16,38 32 34 32 33 —- 34 33,5 — 50 52,5 2.6 3,2 — » 32 28 30,7 6.5 7.33 6.38 7,3 1.75 3,6 — _ 11,25 13 _ _ 3,3 $.9 3,3 3.9 28 33 29.65 34,23 16.25 19,7 16 19.25 3,5 2,25 14,5 17.5 14,38 15,5 14 16 13,25 15,25 13.4 11,25 18.5 ’?,5 13,38 15,66 15,25 17,76 1538 1637 18,25 2 ,5 - — 9.9 11’3 9,73 10 75 16,25 18 6,5 17,5 4,8 3,6 — 33.5 35,1 33,5 98,25 36 39,5 43,75 2,5 2.8 2.3 3 4,3 4,7 4,2 3tej 4.6 — _ 28 29 28 ».13 1,2 1,6 __ - - 1.8 ? * 2.1 17,75 19,5 a. 2,1 2,4 1 25 4 5 6 S 9,5 10 25 — 11.» 13,75 U.S 12,87 4,5 4,9 — 4.4 «.80 — -- 25. Marz 26 Man Rcparl. % ?s. 'eo. AmUiche e.'ln Notieruni 'Wer lanitäjj ß>en> ■iotier i I | 'Hrit? Nmft--Non. 155,11 155,89 155.61 156.39 1 1 Brft.-Antw. 18,3: 18.45 18 25 18,35 2 2 GhrifH.niia. «ovenbaqm 57,36 17,64 57,31 c7,(i4 2 2 66,93 66,67 111,73 t'6,63 66,97 2 1 etotfbotm . Jklfingfori fitnlren . 111,2? 111,22 111,73 2 1 10,57 18 25 10,63 18.3. 10,57 18,25 10,63 18.31 2 2 2 2 London. . 12,055 ifc',14 18,055 11’,1 »5 1 1 y 5,62 voll voll 5 13 Liftadou - 12,96 13,U4 ’?,99 13,01 3 3 f Bevor Sie Schuhe kaufen \ überzeugen Sie sich bei mir von meiner Billigkeit für beste Qualitäts- ' Schuhwaren. Ich führe alles, vom kräftigsten Arbeitsschuh bis zum elegantesten Straßenschuh, Hausschuhe, Sandalen usw. Schuhhaus Meyer . Giellen, Bahnhofstralle 30, neben ■ Schade & Füllgrabe SchSrdNche Anzeigen N«tzh»!Mrfteigemng Oberforsterei Brand oderndorf 2283l) und 2257V Stelle. 63,70 34,14 16 82 58 3. 4. 5. nieixrlafiung Lich aufgetoft Sich, den 22. März 1924. Hessisches Amtsgericht. Nutz- VNd Sremhotzversteigenmg. Montag, den 81. d. Mts., vormittags */ Uhr ab beginnend, werden auf dem lüfc des Oberförstereigebäudes 3« Treis den Distrikten Bnchwald 18 2, 3, 6 der Försterei Treis Holzversteigermig t>cs SräZIichen gorftamts Lauvach. Dienstag, den 1. April ds.Is., 10'/. Uhr vormittags, im Gasthaus zur Traube zu Laubach: 1. Aus den Distrikten Wildfrauberg, Lampertstor, Sützekopf, Hirtenbach, Hirtenbachskopf undIiegelhuttergräben des Reviers Tiergarten: Buche Rm.: 660 Scheiter, 390 Knüppel, 200 Stöcke, 85 Reiserprügel, 396 Astreiser; Stammreiser Rm.: 240 Buche, 48 Weichholz (teils bürt); 400 Stück Fichtenbohnenstangen; Rutzstammreiser Rm.: 80 Fichte, Kiefer. Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. 2. Aus Distrikt Laubberg e des Reviers Flensungen: Fichte Nm.: 35 Rundscheit 2. Kl., 10 Knüppel 2. Kl., 84 Stöcke 1. u. 2. Kl. 2285V Berkans eines Bullen. Die Gemeinde Weitershain verkauft einen abgängigen Bullen. Die Angebote sind verschl. per Itr. Lebendgewicht in Goldmark bis zum 2. April 1924 nachm. 1 Uhr auf der Bürgermeisterei abzugeben, woselbst die Bekanntgabe der Bedingungen und Eröffnung der Angebote in Gegenwart der Käufer erfolgt. (Es wird empfohlen, die Bedingungen schon vorher einzusehen. Weitershain, 26. März 1924. 2303V Bürgermeisterei Weitershain. Reichert. Treis a. Llnu, den 25. März 1924. Hessische Oberförperei Treis. I. D.: Schneider. Stämme, Giche: 0,74 Fftm. 4. Kl., 1,61 Fstm. 5.Kl., 12,12 Fstm. 6. Kl., Fichte: 1,25 Fstm. 2. Kl., 1,73 Fstm. 3. Kl, 5,81 Fstm. 4. Kl, 19,12 Fstm. 5a ÄL, 31,95 Fstm. 5b flL Derbstangen, Fichte: 20£4 Fstm. 1. Kl., 7,18 Fstm. 2. Kl. Brennholz, Scheiter, Rm: 41 Buche, 2 Eiche; Knüppel, Rm.: 148 Buche, 124 Eiche, 3 Aspe, 17 Kiefer, 9 Weymouths- Kiefer, 14 Fichte; Knüppelreisig, Rm. 1 Kiefer, Reisig, Rm.: 264 Buche, 173 Eiche, 5 Fichte; Stöcke, Rm.: 28 Buche, 15 Eiche, 2 Kiefer, 14 Fichte. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da spätere Einwendungen wegen Güte usw. nicht berücksichtigt werden. Die blau durchstrichenen Nummern werden nicht ausgeboten. Bezüglich des Nutzholzes werden nur Handwerker und Selbstverbraucher 5um Mitbieten zugelafsen. Weitere Auskunft erteilen auf Wunsch Förster Bing in Treis a. Lda. und die unterzeichnete Nutzholzversteigenmg Montag, den 31. März d. Is>, vor- mittags 10 Ähr beginnend, werden im Gasthaus „Wilhelm II." am Bahnhof dahier aus den Distrikten Lichterstein, Iahlenberg, Sandrück, Heidwald, Struth, Iiegentanne, Heidberg und Verschiedene versteigert : Schnittholz: Eiche gern. 2. ÄL 3 = 2,46 Fstm., 3. Kl. 11= 8,25 Fstm., 4. Kl. 28 -= 16,27 Fm.; Stammholz: Eiche 4. Kl. 1 = 0,60 Fstm., 6. Kl. 2 — 0,68 Fstm.; Schnittholz: Buche 2. Kl. 3 = 2,49 Fstm., 3. Kl. 17 = 9,96 Fstm.; Stammholz: Elsbeere 5. Kl. 1 = 0,20 Fstm., 6. Kl. 1 = 0,32 Fstm., Linde 4. Kl. 1 = 0,50 Fstm.; Schnittholz: Kiefer 1. fiL 4 = 6,62 Fstm., 2. Kl. 7 = 6,99 Fstm., 3. Kl. 15 = 9,16 Fstm.; Bauholz: Kiefer 4. Kl. 36 = 31,43 Fstm., 5. ÄL 87 = 51,23 Fstm., Lärche 3. Kl. 8 = 12,27 Fstm., 4. Kl. 20 = 19,52 Fstm., 5. Kl. 91 = 37,14 Fstm., Fichte 5a-Kl. 12 = 8,28 Fstm., 5b-Kl. 34 = 11,27 Fstm.; Derbftangen: Eiche 1. Kl. 18 — 1,16 Fstm., Fichte 1. Kl 164 = 17,46 Fstm., 2. Kl. 285 — 15,39 Fstm., Douglasien 2. Kl. 11 ----- 0,55 Fstm.; Reisstangen: Fichte 1. Kl. 25 — 0,53 Fstm., Douglasien 1. Kl. 65 ----- 1L7 Fstm., 2. Kl. 20 =-- 0,15 Fstm.; Nutzscheit: Eiche — 5 Rm. (2 Mtr. lg); Nutz- knüppel: Eiche 13, Lärche 5 Rm. (2 Mtr. lg.), Nutzreisig: Fichte 89, Douglasien 6 Rm. Nummerauszüge über das Schnittholz und das Bauholz 3. und 4. Kl. können gegen Zahlung von 1 Goldmark von Donnerstag, den 27. lfd. Mts. an, bezogen werden. Alsfeld, den 24. Marz 1924 2262V Hessische Oberförsterei Alsfeld. mittags 10 Ubr anfangenb, werden i« Distrikt Mühlberg usw. 2 Ächen-Stärnme 2. Kl. 2,59 Fstm. 16,03 „ Mittwoch, den 2. April,vormittags 10 Uhr, im „Deutschen Haus", Brandoberndorf. Försterei Weisjerfelden: Eichen-Stamme 2. Kl. 2 St. — 1,20 Fstm., 4. Kl. 4 St. — 2,13 Fstm., 5. ÄL 24 St. ■= 7,90 Fstm Eichen-Nutzscheit 2. Kl., 2,4 Mtr. lang, 27 Rm, Niltzknüppel, 2,4 Mtr. lang, 40 Rm. Buchen-Stämme 2 Kl. 1 St. — 0,71 Fstm., 4. Kl. 7 St. = 4,23 Fstm , 5. Kl. 5 St. --- 1,81 Fstm. Nadelholz-Fichteu-Stämme 3. Kl. 24 St. = 14,74 Fstm., 4. Kl. 640 St. = 141,63 Fstm. Nadelholz-Fichten-Stangen 1. Kl. 442 St., 2. Kl. 294 St., 3. Kl. 351 St, 4. KI. 165 St., 5. Kl. 40 St., 6. Kl. 35 St. Försterei Cleeberg: Eichen-Nutzknüppel, 2,4 Mir. lang, 60 Rm. Nadelholz-Stämme 2. Kl 3 St. — 3,50 Fstm, 3. Kl. 16 St. — 9,88 Fstm., 4. KL 139 St. = 29,43 Fstm. Nadelholz-Stangen 1. Kl. 84 St, 2. KL 238 St., 3.Kl 2518 St, 4.Kl. 600 St., -5. Kl. 895 St._______________2278D Holzsubmission Die Gemeinde Oppenrod verlaust im Wege schriftlichen Angebots nachverzeich. netes Fichten-Stammholz. Fichtenstämme 2. Kl. 1 6tcf. — 2,77 Fstm. 3. „ 11 „ = 12,08 „ 4. „13 ,, =13,23 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Die Angebote sind pro Festmeter in Goldmart einzureichen und nach Klaffen getrennt zu halten, bis zum Mittwoch, den 2. April, nachmittag 1 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei, woselbst die Verkaufs» bedingungen bekannt gegeben werden. Oppenrod, den 26. März 1924. Bürgermeisterei Oppenrod. ___________Balser._______22S8V Sau- ündNutzholzversteigerlmg im Billiuger Gemeindewald. Montag, den 31. März lf. Jhs., vor- 62 „ „ 6. 19,06 „ ferner: 3 Buchen-Stämme mit 4,06 Fstm. 5 Kiefern-Stämme „ 4,68 „ 22 Dichten-Stämme „ 7,25 „ 2 Fichten-Derbstang... 0,09 „ Bemerkt wird, daß das Eiche-wiamm. Holz sich vielfach zu Wagnerholz eignet und unmittelbar nahe an der Slrahe Billingen—Langd lagert. Die Zusammenkunft ist im Mühlberg am Eingang des Waldes beim Psianz- garten. Rähere Auskunft erteilt aus Wunsch Forst wart Leschhorn. Dillingen, am 26. März 1924. Bürgermeisterei Dillingen. Rühl.2299V Nutz-und Srennholzversteigenmg. Donnerstag, den 3. April l. H., vormittags 10 Tlhr, werden in der Gastwirtschaft von Don- thaler in Langd aus den Staatswald- distritten Heegwald 6 und 10, Eiseniaute 2, 3, 4 und 5, Hailoh 6 der Försterei Langd versteigert: Rutzholz: Stämme: Eiche 4. Kl. 3 St. - 2.32 Fstm., 5. Kl. 3 St. = 1,26 Fstm.. 6. Kl. 14 6L = 3,57 Fsttn., Esche 6. Kl. 1 St. = 0,14 Fstm., Hainbuche 6. Kl. 6 St — 0,63 Fstm., Fichte 5a-Kl. 23 St. = 10,05 Fstm., 5b-Kl. 106 St. = 17,06 Fstm Derbstangen: Eiche 1. Kl. 7. St. = 0,21 Fstm., Buche l.Kl. 9 St. = 0,18 Fstm.. Fichte 1. Kl. 37 St. = 3.43 Fstm., Fichte 2. KL 108 St. -- 5,74 Am. Rutzknüppel, Rm : 2 Eiche. Ruhknüppelreisig, Rm.: (Schichth.) 295 Fichte. Rutzreisig, Dm: (Schichth.) 39 Fichte. Brennholz: Scheiter. Dm.: 240 Buche 1. KL. 15 2. KL. 40 Eiche, 1 Lärche. Knüppel, Rm.: 395 Buche 1 Kl, 47 2. Kl., 39 Hainbuche. 129 Eiche l.Kl.. 147 2.KL, 7Erle, 3Kirschbaum, 3 Kiefer, 10 Lärche, 8 Fichte. Reisig. Rm.: 777 Buche, 208 Eiche. Stöcke. Dm.: 110 Buche 1. KL, 16 2. KL. 4 Eiche. Das Holz beliebe man sich vorher an« zusehen. Rähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner in Langd und die unterzeichnete Stelle. E i ch e l s d 0 r f, den 26. März 1924. Hess. Oberförsterei Eichelsdorf Bechtel. 2301D Bekanntmachung. 5n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 17. März 1924 a) die Firma Heinrich Haas, Bietzen. Inhaber ist der Lebensmittelhändler Heinrich Haas in Bietzen. Der Heinrich Haas Ehefrau, Friederike geb. Diehl in Bietzen ist Prokura erteilt, b) bezüglich der Firma Heinrich Bierau II., Wieseck: Kaufmann Ernst Bierau in Wieseck ist mit Wirkung vom 30. Dezember 1923 als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 30. Dezember 1923 begonnen. Die Prokura des Ernst Bierau ist erloschen. Am 18. März 1924 bezüglich der Firma Karl RühLLebens-, Futtermittel und Landes- produktengrotzhandlung, Lang-Göns: Händler Wilhelm Rühl von Vollnkirchen ist mit Wirkung vom 9. Februar 1924 als persön- lich haftender Gesellschafter in die Firma ingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 9. Februar 1924 begonnen. D,e Firma ist geänbert in Gebrüder Rühl. Bietzen, den 22. März 1924. [2271B __________Hessisches Amtsgericht.___________ In unser Handelsregister wurde am 1. März 1924 bei der Firma Martin Schwer - senz, Bank-Akttengelellschaft zu Berlin, Filiale Lich, eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung □om 27. November 1923 ist die Zweig- 22B7a Schlafzimmer aller Art ßangfriftige Jahlungsgelegenheit X WMis* Kohlen x Stückkohlen, Nutz I/V, in Fett- und Magerkohle, 5lokö, Briketts uiro. Förderung StaatSmrmen Limburg, jedes Quantum prompt lieferbar franko LandeSgreuze. Berträge sowte näheres durch das Per- kaufdkontor Alex Sdjmifier in MtiitifWI (Holländische Grenze«. 2246ss L agerplatz Nähe Bahnhof, wenn möglich mit Gleisanschluß zum Lagern von ca. 2 Waggon Briketts gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe unter Nr. 2264V an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. O Perforieret Krofdorf. MWMlsus 8k! SWWM am 14. Wl 1924 Achtung? Große Sendunn Weißkraut, Rotkraut, Wirfina,gelbe Rüben, rote Rüberi, neue Zwiebeln, Meerrettig, Steckzwiebeln, Rpfelsineu, Zitronen, Blumenkohl und Kopfsalat etngeitoffen. Berkaus Freitag von 9 biss 1 Ubr im Garten des Hotels Felsentcller Bahnhosittaße. Fran Frosch, Telephon 1051. Herren- und Speise-Zimmer Schlafzimmer, Küchen in jed.Holzart u.feinster Ausführung Wilhelm Grandhomme Schotten (Oder-Hessen) Werkstätte für Innenausbau Verlangen Sie kostenlos Offette Solide Arbeit Mastige Preise S93D iiiiiiniiuuuii/uii.iidJih.nur.i.iihiiiiuiiuiiii'mTTffin fär Bffrai- «ii OiRU-Seklülnig Qualitätsware zu billigste)! 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Raummeter oder Stuck, verschloffen mit der Aufschrift „Nutzholzverkauf", unter Anerkennung der Verkaufsbedmgungen - auf volle 10 Pfg. abgerundet und in Buchstaben geschrieben - bis zum 14. 4. ^4, morgens 9 Uhr, an die Oberforsterei Krofdorf, Kreis Wetzlar (Fernsprech-Anschlutz Amt Gießen 2023), einzureichen. , , Eröffnung am 14.4.24, 9 Uhr v., im Geschäftszimmer der Oberförsterei Krofdorf. Nähere Auskunft erteilen die Herren Betriebsbeamten, für Krofdorf ^egemftr. Echternacht in Krofdorf, für Waldhaus Hegemstt. Praß in Forsthaus Waldhaus bei Krofdorf (öffentl. Fernsprechst), für Salzböden Hegemstt. Saleck Salzboden Aufmatz- listen können bei Bestellung bis 1. 4. 24 gegen die festgesetzte Schreibgebuhr von der Oberförsterei bezogen werden. __________________________ Nutz- und yrennholzversteigerung. Freitag, den 4. April 1924, vormittags 98/t Tlhr beginnend, werden in der Hörleschen Wirtschaft zu Merlau (Bahnstation Mücke) aus den Forftotten Haag 1, Burgwald 8. Gönshege 3 und Linnenftruth 1b der Försterei Werlau versteigett: Stämme. 3 Eichen 6. Kl. (Haag 1) = 1,05 Fstm. Fichten: 14 6t 3. ÄL = 28 Fsttn., 27 St 4 ÄI = 34 Fstm., 25 6t. 5a-ÄL — 20 Fstm.. 2 6t 5b-Kl. = 1 Fstm.; ferner Brennholz aus den Forstvtten Ätzen boden, Linnenstruth 1, Keilskopf. Hohe- roth 1 und 3, Beunewald 1, Burgwald 1. 5 und 8, Haag 1, Eichheeg« 3 und 5. Gänsheege 1 und 3, Eselskopf 2 der Försterei Merlau. Scheiter, Dm. 89 Buche, 6 Hainbuche, 24 Eiche, 141 Kiefer (rund), 4 Lärche (rund), 5 Aspe 90 Fichte (meistrund). Knüppel,Dm. 15 Buche, 21 Hainbuche, 44 Siche, Birke, 3 Esche, 31 Kiefer, 6 Lärche, 2 Kirsche, 4 Aspe, 29 Fichte. Knüppelreisig Rm.: 94 Kiefer, Lärche, 20 Fichte Reisig, Dm.: 136 Buche, 476 Eiche (meist Stammreisig in Burgwald), 8 Esche, 12 Kirsche, Aspe, 6 Fichte. Stocke. Rm.: 96 Buche, 43 Eiche, 1 Esche, 106 Kiefer, Lärche, 116 Fichte. Die zur Ber- steigerung kommenden Holznummern ind r 0 t'unterstrichen. Rähere Auskunfl erteilen Herr Förster Wickler zu Mück< und die unterzeichnete Stelle. 23000 Grünberg, am 25. März 1924 Hess. Oberforsterei Rieder-Ohmen Hölzversteigerung. Versteigett werden: Montag, M. L SU, vormittags 9 Uhr. auf der Kreisstratze Gießen—Steinberg, cm derSchweinsbrunneu- chneife beginnend, aus den Stoatsroalb- disttikten Altgeheg b 7 u. 64 und Rad«', pfuhl 63 b: Stämme: Fichte 3. Kl. 2 Stück = 1,78 Fstm., 5a Kl. 7 Stück = 3,88 Fstm., 5 b Kl. 99 Stück = 25,25 Fsttn Derb Hangen: Fichte 1. Kl — 693 Stück — 60,91 Fstm., 2.KL — 148 Stück = 7^9 Fstm Scheiter: Eiche, 3 Mtt. lang, 11,8 3h*., 2 Mtt. lg. 11,1 Rm., 1,25 Mtt. lg. nmd = 53 Rm., 1,25 Mtt. lg gespalten — 2Rm., Fichte, 3 Mtt. lg., 23 Rm. Knüppel: Fichte, 3 Mtt. lg. — 87,4 Rm., 2,5 Mtt. la. = 3 Rm. Reisig: Fichte = 388 Rm. Schett«: Buche 2.KL— 1 Rm., Eiche 2.ÄL = 10LRm., Kiefer = 1,3 Rm , Fichte 2 ÄL = 4,3 Rm Knüppel: Buche 2.Kl.--0,9Rm. Fichte2 Kl. = 7 Rm. Reisig: Eiche — 180 Rm., Fichte = 861 Rm. Stöcke: Eiche — 44,3 Rm., Fichte -- 82 Rm. Vorgezeigt wird nur das Holz hn Alt yeheg b. Auskunft durch Herrn Fvrsttvatt Heß, Leihgestern. Gießen, den 26. März 1924. Oberförsterei Schiffenberg. Schneider. 2302V Försterei Distrikt Holzart 2 Stückzahl 1 2. fm Stammholz ö- fm Derbstangen Schicht- nutz- holZ Verladestation 3. fm 4. fm 1. St. 2. St. 3. St. 2. rm 3. rm Krofdorf 19, 20, 23a Ei 200 350 — — 160 200 - — Abendstern 8 bis 10 km „ u. 4 60 18 u Waldhaus 28 b, 44, 53 a n 40 — 10 7 H Salzböden 67, 71,73 b _ _ 60 — Desgl. u. 685b Krofdorf 27 Fi — — — — — — — — 20 60 w Waldhaus 31b 200 1 5 43 — 120 50 — — Salzböden 71, ”73 b n 200 1 5 61 _ — - 80 50 70 — — Fronhausen ob. Wißmar 8 km Milchkannen rein Aluminium, Mk. 1.50. Beachten Sie meine Reklamevrelse für sämtliche HanS- und Küchengeräte! 018677 R. Mase Nachflg. 43 Bahnhofstraße 43. K MK. 17.50 §CtrCn|tlCjcI braun, Nindbox, Doppelsohle, Rahmenarbeit. . . . 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