Nr. 227 Erster Blatt K4- Jahrgang Zrettag, 2b. September (92^ GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Dmt! md Verlag: vrühl'sche Univerfi1ä1§-Buch- und Steinörudcrci H. Lange in Sietzen. 5chriftieitung und Geschäftsstelle: Zchnlftratze 7. Annahme von Injtigcn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedePerbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen D.70mnt Breite 35 Goldpfennig. Platzvorfchrist 20°., Aus. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil' Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstaqsbeilage: GiehenerFamilienb lütter Monatr-beznorpreis: 2Golbmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger-lehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 1168«. Die Regierungsumbildung. Gin Beschluß der Deutschen Bolkspartei auf Einbeziehung der Deutsch- nationalen in ein Kabinett der Volksgemeinschaft. — Der Reichskanzler. 3n den führenden Kreisen der Deutschen Volkspartei hat man nunmehr neue Erörterungen über die Hinzuziehung der Deitschtrattonalen zur Reichsregierung eingeleitet, obwohl die Frage der Regierungsumbild rng augenblicklich nicht sehr günstig sieht. Wenn der Vorstand der Deutschen Volkspartei nach seinen gegenwärtigen Dor- besprechungen bereits zu dem Beschluß gekommen ist, die Regierungsfrage sofort ausz trollen und das der Deulschnattonalen Partei vor der Abstimmung über die Londoner Abmachungen gegebene Versprechen emzulösen, so steht dahinter ganz zweifellos die ernsthafte Absicht, das 3u- stan bekommen der Regierung des Dürgerblocks noch vor Ende Oktober zu sichern. Aus sehr gut informierten parlamentarischen Kreisen erfahren wir, daß die Deutsche Volkspartei entschlossen ist, einen starken Druck auf das Zentrum aaszaüben, am die besonders starken Widerstände innerhalb der Zentrumspartei gegen eine Regierung des Dürgerblocks zum Schweigen zu bringen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Deutsche Vollspartei den anderen Regierungsparteien zu verstehen geben wird, sie werde aus einem weiteren Fernbleiben der Deutschnrtto- nalen von der Reichsregierung die Konsequenzen ziehen und aus der Reichsregierung austreten müssen, wenn nicht sofort nach Wiederzusammentritt des Reichstages die neuen Verhandlungen beginnen. Inzwischen dürsten bereits unter den beteiligten Parteiführerkreisen einleitende Do r b e - ratungen stattgesunden h-ben, die sich besvn- ders mit der Frage beschäftigen, auf welcher Dasis eine Regierung des Bürgerblockes ihr Programm aufzubauen hätte. Das Zentrum hat jedenfalls zu verstehen gegeben, dah auf keinen Fall der gegenwärtige innen- und aussenpolitische Kurs der Reichsregierung verlassen werden darf, wenn die Deutschnationalen an der Mitverantwortung an ben Regierungsgeschäften teilnch.uen wollen. 3n den Kreisen der Deutschen Dolks- qxrrtei ist man geneigt, diese Auffassung der Zen- truorssührer über den künftigen Regierungskurs zu unterstützen. Wenigstens würde die Deutsche Dolkspartei eine Aenderung der bisherigen Außenpolitik nicht zu lassen, da sie der Meinung ist, daß durch die Londoner Abmachungen und die Beschlüsse des Reichskabinetts in der Döller- bundsfrage eine feste Linie vorgezeich- nct ist, die man ohne schwere Schädigung der deutschen Interessen nicht verlassen darf. Auch innenpolitisch hat die Deutsche Dollspartei kein wesentliches Interesse daran, den bisherigen Weg des friedlichen Wiederaufbaues und Ausgleiches zu revidieren In der Sache selbst besteht also zwischen Zentrum und Deutscher Dolkspartei wesentliche Heberein ft immung, während auf der anderen Seite die Deutsche Dolkspartei es für ganz unmöglich hält, auf der bisherigen unhaltbaren parlamentarischen Basis weitet- regieren zu wollen. Wenn auch vorauszusehen ist, dah sich die Vorverhandlungen noch bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages ergebnislos hin- zieheit werden, und daß ständig neue Schwierigkeiten auf tauchen, so ist doch damit zu rechnen, daß der Eintritt der Deutschnationalen in die Reichsregierung in wenigen Wochen eine vollendete Tatsache sein wird, auch wenn vorübergehend die Bemühungen der Deutschen Dollspartei scheitern sollten. Allerdings vertritt man in den Kreisen der Deutschen Dolkspartei die Auffassung, dah die Deut sch nationale Dolkspartei ihre volle Geschlossenheit wieder Herstellen muh, ehe sie als verhandlnngs- fähig angesehen werden darf. In der Oppositionsstellung des rechten Flügels der Deutschnationalen zu der gegenwärtigen Parteileitung sieht die ^Deutsche Dolkspartei gewisse Gefahren voraus, die sich besonders in der Hinsicht ergeben könnten, das) die Geschlossenheit einer Regierung des Dürgerblocks ebensowenig flandhalten könnte, wie die Gröhe Koalition mit der Sozialdemokratie in den ersten beiden Kabinetten Strese- mann, wo der linke sozialdemokratische Flügel innerhalb weniger Wochen zwei folgenschwere Regierungskrisen hervorgerufen hat. Die Politik der Deutschen Dolkspartei. Berlin, 25. Sept. (Priv.-Tel.) Bei der Deutschen Dolkspartei haben sich die Bemühungen zur ilmbtlbung der Reichsregierung bereits zu einem Beschluß des Fraktionsvorstandes verdichtet, in dem es heißt: Die Außenpolitik des Reiches ist durch die Annahme des Londoner Paktes, die Erklärung der Reichsregierung zur Kriegsschuldfrage vom 30. August und dem Beschluß des Kabinetts über den Eintritt in den Völkerbund vom 23. September f e st g e l e g t. Die Lleberuahme der Reparationslasten mir gegen Sicherung von Freiheit, Ehre und Exi- stenzmöglichkett und der Eintritt in den Völkerbund nur nach Garantierung formeller und materieller Gleichberechtigung mit den Hauptmächten, sind Richtlinien. Runmehr handelt es sich um die innere Konsolidierung. Nachdem der Reichstag am 29. August ben Londoner Abmachungen zugestimmt hat, wobei die dcuftchuationale Fraktion deren Annahme prit ermögliche, ist die Durchführung der dadurch erforderlichen Maßnahmen Sache aller Parteien und des ganzen Volkes.Wir glauben, daß die Deutschnationale Par- t e i auch ihrerseits nunmehr die Durchführung der enlstandenen Aufgaben mitsichern wird. Dadurch wird die Dahn frei für die Erweiterung des Reichskabinetts durch die Hin zuziehung deutschnationaler Männer entsprechend der Bedeutung und Stärke der Partei Anfer Ziel ist nicht die Schaffung eines Dürgerblocks, die leitende Idee unserer Innenpolitik war die Herbeiführung einer Volksgemeinschaft. Deshalb hotten wir uns auch im Reiche bereit gefunden, mit der Sozialdemokratischen Partei zusammenzuarbeiten. Dieses Zusammenwirken ist durch die Schuld der Sozialdemokratie gescheitert. Für die Volks- gemeinschaft haben wir nicht ohne sichtbare Erfolge gearbeitet. Diese Erfolge dürfen nicht infolge einer Reichstagsauflösung gestört werden. Eine Lösung ist nach unserer festen Lieberzeugung nur durch die Einbeziehung der sechs Millionen deutschnotionaler Wähler in die Volksgemeinschaft und die Sicherung ihrer Mitarbeit möglich. Führer der Volkspartei beim Reichskanzler. Berlin, 25. Sept. (WTD.) Im Auftrage des Vorstandes der Reichstagsfraktion haben heute mittag die Reichstagsabgeordneten Dr. Zapf und Dr. Curtius dem ReichSkanz- I e r Kenntnis von der obigen Entschließung des Vorstandes über die Erweiterung deS Reichs- kabinetts durch Einbeziehung der Deutschuatio- nalen in die Regierung gegeben. Der Reichskanzler nahm die Mitteilung der Herren entgegen und erklärte ihnen, daß es nach den bekannten Vereinbarungen mit der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Dollspariei ohnedies s e i n e A b s i ch t gewesen wäre, nochvorWie- derzusammentritt des Reichstages von sich aus die Verhandlungen über eine etwaige Regierungsumbildung aufzunehmen, und daß er bei dieser Absicht bleibe. Das deutsche Völkerbunds- Memorandum. Berlin, 25. Sept. (WTD.) Das Memorandum über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, das den beteiligten Regierungen durch die deutsche Regierung überreicht werden soll, ist in der heutigen Sitzung des Ministerrats genehmigt worden. Es wird nunmehr umgehend den in Frage kommenden deutschen Auslandsvertretungen zugestelll. Don den Dlätterftimmen zurDölkerbundsfrage ist eine Meldung des Genfer Sonderberichterstatters des liberalen „Manchester Guardian" interessant, in der es heißt: Die Atmosphäre ist hier dem deutschen Gesuch durchaus ungünftig. Polen ist offen feindlich; die Kleine Entente ebenso in vorsichtigerer Form. Die Franzosen sind diplomatisch abweisend. Für alle diese feindlich gesinnten Elemente ist die britische Beharrlichkeit äußerst lästig. Alle ihre Anstrengungen sind darauf gerichtet, Z e i t zu gewinnen. Der Berichterstatter beklagt dieses Bestreben, den Dölkerbund als interalliierte Organifa» tivn aufrechtzuerhalten. Der Grund dafür liege in der Tatsache, daß 11 Millionen Deutsche als Minderheiten in den neu gebildeten Staaten leben, besonders in Polen. Die Frage sei also nur die, ob der Völkerbund eine fast ausschließlich alliierte Maschine bleiben oder universal werden solle und ob Groß- brrtannien sich mit dieser Auffassung abfinden werde. Die Haltung Italiens. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 26. Sept. (Drahtmeldung.) In Berlin sind gegenwärtig die deutschen Do t- s ch a f t e r der wichttgsten europäischen Plätze ver- fainmelt, so die Botschafter in London, Rom, Paris und Moskau. Minister Dr. S t r e s e - mann hatte bereits wichtige Besprechungen mit den deutschen Botschaftern, die der Vorbereitung des deutschen Memorandums in der Völkerbund- frage dienen. Besonders interessiert ist die Reichsregierung an der Haltung Italiens. Man glaubt, dah Mussolini die deutsche Stellungnahme zur Dölkerbundfrage energisch unterstützen toirb, ba sich Italien beinahe in derselben Lage den Völlerbundmächten gegenüber befindet, wie Deutschland. Es verlautet, dah Muffolini den deutschen Boffchafter. Freiherr von Reurat h, in einer kürzlich gepflogenen Unterredung auf diesen Llmstand ausdrücklich hingewiesen hat. Rußland fürchtet Isolierung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 26. Sept. (Dvahtmeldung) Wie wir aus den Kreisen der sowjetrassischen Botschaft in Berlin erfahren, ist Rußland über d.e Absichten DeutfchlaiÄ-s, in den Dölkerbund cinzutreten, auherordentlich beunruhigt. Dje russische Regierung habe den lebhaften Wunsch, dah Deutschland in der Völker- bundssrage auch auf fein2 Bez iehunaen zu Sowjetruhland Rücklicht nehm:. Zwi ch n den beiden Ländern b.stehm hinsichtlich Cer Völlerbundsfrage außerordentlich wichtige Be ü j- run'gspunlte, die durch einen vore.li;e l Schritt Deu.schlachs ernstlich gef: briet wer ei könnten. Tie russtsche Regierung Wunsche iah r. mit der deutschen Regierung neu ^Besprechungen in der Dölkerbundsangelegenheit ei '.zuleäen. Die Rückkehr der ausgerotefenen Rheinhessen. Darmstadt, 25. Sept. (WTD.) Wie amtlich mitgeteilt wird, sind sämtliche gegen Bewohner des hessischen besetzten Gebietes seit dem 11. Januar 1923 ausgesprochenen Ausweisungsbefehle b is auf neun Fälle, bei denen eine günstige Regelung gleichfalls zu erwarten ist, z u r ü ck g e n 0 m m e n worden. Damit haben auch solche Ausgewiesenen, die in den bisher veröffentlichten Ruckkehrerlisten nicht aufgeführt sind, das Recht zur Rückkehr in ihre Heimat erhalten. Diejenigen Ausgewiesenen, die ihren Wohnsitz wieder in das besetzte Gebiet zurückverlegen wollen, müssen sich beim Bürgermeisteramt ihres Wohnsitzes einen Ausweis ausstellen lassen, wie er für die Bewohner des besetzten Gebietes gilt. * Rach einer Havosmttdunz aus Koblenz hat die Rheinlandkommission Eie Zurück - ziehu ng der im Laufe des passiven Widerstandes gegen 362 Personen erlasse ei Ausweisungsbefehle ausgesprochen. Die Zahl der Vertriebenen, die sich während des passiver Widerstandes auf 31 475 belief, sei jetzt auf 7 4 zu- rückgesührt worden, eine Zahl, die noch weiter verringert werden soll. Die deutsch-englischen Virtschastsverhandlungen. Kein Abbruch trotz ffrofter Schwierigkeiten. Berlin, 26. Sept. (Dvahtmeldung) Englische Blätter melden, daß die deutsch-englischen Wirtschaftsverhandlungen abgebrochen worden seien. Hierzu erfahren wir von deutscher Regierungsstelle, dah diese auch schon vom offiziösen Reuterbureau richtiggestelften englischen Pressemeldungen nicht der Wahrheit entsprechen. Bisher haben lediglich unverbindliche Vorverhandlungen zwischen Deutschland und England stattgefnnLen, die allerdings auf sehr große Schwierigkeiten gestoßen sind. Außerordentlich erschwert wird die Sl- ttiativn durch die unnachgiebige Haftung Englands in der Frage der 26prozentigen Ausfuhrabgabe. England benutzt diese Frage als Druckmittel gegen Deulschland, fo daß allerdings von deutscher Seite nicht vorausgesehen werden kann, ob und wann die Wirtschastsverhandlungen mit England zu einem Resultat führen. Auch Informationen aus britischen Regierungskreisen geben zu, dah die Berliner Besprechungen tatsächlich eine gewisse Verschiedenheit in der Auffassung bezüglich der Z u - geständnisse ergeben hätten, die man für Englandzu sichern suche und die brittsche Auffassung sei naturgemäß mit einigem Rachdruck dargelegt worden. Der Wunsch sei, Bedingungen zu sichern, die sich nicht von benen un engli sch- russische nH andelsab kommen unterscheiden, nämlich, daß gewisse britische Güter, dre nach Deutschland ausgeführt werden, vom Schatz- zvlltarif ausgenommen werden sollen, den die deutsche Regierung einführen wolle. Es werde aber geglaubt, dah selbst in diesem Punkte eine beide Cänber befriedigende Formel gefunden werden wird. Die deutsche Reichsbahngefellschaft als Aktiengesellschaft. Berlin, 25. Sept. (T. LI.) Heute vormittag ist das Organisations-Komitee für die Dmttsche Reichsbahngefellschast zusammengetret en. Das Komitee besteht bekanntlich aus dem Engländer A c w 0 r 1 h und dem Franzosen L e - Verve und den deutschen Staatssekretären Bergmann und Voigt. Die Besprechungen behandeln die verschiedenen mit der Lieber füh- rung der Reichsbahngesellschaft in eine Aktien- gesellfchaft zusammenhängenden Fragen. Der Liebergang der Regie auf die Reichsbahn, die Lieberleitung des Organisations-Komitees auf die Gesellschaft, spielt dabei eine große Rolle. Das Reichskabinett und die Eisenbahnbeamten. (Eigener Informattonsdienft.) Berlin, 26. Sept. (Drahtmeldung.) Die Gewerkschaften der deutschen Reichsbahnbeamten haben in diesen Tagen Gelegenheit, dem Reichskabinett mehrfache Wünsche vvrzulegen, die sie vor der Limstellung der Reichsbahn erfüllt sehen möchten. Am Mittwoch sollten ursprünglich die Setter der Spitzenvrganisationen vom Reichsftnanzminifierium empfangen werden. um die Wünsche aus Gehaltsaufbesserung für die Gruppe VI vorzutragen. Die Gewerk' schäften stützten sich auf ein ausdrückliches Versprechen des Reichskanzlers Marx, der bereite vor längerer Zeit in einer Llntcrredung zugegeben hatte, daß die unteren Gehaltsgruppen in unbilliger Weise vernachlässigt seien. Die Llnterredung ist jedoch abgesagt worden, da das Kabinett sich über die strittigen Fragen noch schlüssig werden wolle und wird wahrscheinlich erst am heutigen Freitag stattfinden. In einer anderen Besprechung wird der Derkehrsminister die Wünsche der Dearntengewerkschaften inbezug auf Personalsvagen entgegennehmen. Die Beamten wünschen einige Llnklarheiten zu beseitigen, die im Wortlaut der Staatsverträge über die Limstellung der Reichsbahn inbezug aus die rechtliche Sicherheit bei Berufs- beamten enthalten sind. Es wird angenommen, dah der Reichsverkehrsminister in dieser Hinsicht befriedigende Erklärungen abgeben kann. Die Auswertung. Der Allswertnugsausschutz für den. Vorschlag des F-iuattzministers. Berlin, 25. Sept. (T.LI) Der Llnteraus- schuh des Aufwrrtungsausschu ses des Reicht- tages setzte h ute vormittag feine Beratungen fort. Die Verhandlungen waren auch diesmal vertraulich. Aus parlamentarischen Kreien erfährt die Telegraphen-Llnivn hierzu, daß jm Ausschuh sämtliche Parteien zu der Aufta sung gelangt sind, daß der vom ginanaminiiier gezeigte Weg richtig und gangbar ist, für die 1 ach to übar b.dürst gen Anle Hebesitzer einen sozia er Fonds zu schaffen. Es wurde jedoch aus Lern Ausschu hheraus eine Erweiterung des Kreises gewünscht, der Liefe soziale Rente de» kommen soll Auherd m wurde auch eine höhere Rente, als sie der Minister vorgeschlagen hatte, gewünscht und für netto n.big gehalten Dee Fft nanzminister hatt ein Linen 'Ausstichrungen auch Richtlinie n angegeben, aus welcher Quelle diese soziale Rente zu schöpfen sei. Wie die Telegraphen-Llnron weiter erfährt, wurden aus dem Ausschuß darüber hinaus auch noch andere Steuerquellen vorgeschlagen, aus denen dieser soziale Fonds gebildet werden könne. Der Plan des Reichsfinanzministers ist nunmehr ebenfalls der Preffe unterbreitet. Es handelt sich bekanntlich darum, den Bedürftigen unter den Kriegsan leihe- zeichnern Hilfe zu bringen. Die Hilfe, die der Finanzminister anbretet, kann sich nur tm Rahmen der zur Verfügung stehenden Mtttel halten, darum keine allgemeine Aufwertung, sondern eine Rentengewährung an ^bedürftige Anleihezeichner. Berücksichtigt wer- den und können nur solche Personen, die sich noch im Besitz der Kriegsanleihe be- finden. Dazu gehören die im Reichsschuldbuch Eingetragenen. Als bedürftig soll der angesehen werden, der weder aus eigenem Vermögen noch durch eigene Arbeit seinen Linker halt beftreiten kann. Die Rente soll dem Berechtigten nach seinem Tode seinem Ehegatten auf Lebenszeit gewährt werden. Entscheidend soll fein, daß der Berechtigte bei der Begründung des Anspruchs auf die Rente bedürftig gewesen ist. Die Höhe der Rente soll sich nach dem Betrage bemessen, den der Berechtigte dem Reiche in seDstgezeichneter Kriegsanleihe überträgt, wird jedoch bei einzelnen Berechtigten mit Rücksicht auf die zur Verfügung stehenden Mittel den Betrag von 1000 Reichsmark für das Jahr nicht überfchresten formen. Las Recht auf Rente soll mit der Person des Berechtigten verknüpft feig. Die Llebertrag- barteit der Rente wird also abzuschließen sein. Lim den Bedürftigen Aufnahme in einer häuslichen Gemeinschaft zu erleichtern, soll er aber die Rente innerhalb eines bestimmten Kreises vergeben können. Sie soll nach feinem Tode, auf einen Zeitraum von zehn Jahren beschrärckt, au? solche Personen übergehen können, die ihn oder seinen Ehegatten in ihre häusliche Gemeinschaft ausgenommen hatten. Die Rente soll ferner vererblich sein auf Kinder und Kindeskinder oder Eltern, sofern diese Erben bedürftig sind. Auch die für diesen Fall vorgesehene zeittiche Beschränkung auf zehr Jahre würde der Reichs- finanzminister. wenn befand.re Gründe trorliegen, kraft der ihm zu erteilenden Befugnis, verlängern können. Was dir Höhr ter Leistungen betrifft, so ist daran gedacht, die Rente auf zwei Reichs mark je Jahr auf je 10C PaPicrmarknominellKriegsanleih- zu bemessen. Es soll auch über die bedürftigen physischen Perivncn hinaus solchen Verbänden eine in ihrer Höhe noch festzustellende Rente zu- fließen, die ihrerseits zur Llnterstühung von Bedürftigen berufen find. Hieran e.' fallen kirchliche und sonstige charitative Einrichtungen, die zur LlTtterstützung arme: Kranker Gelder angesammelt und biete Gelder als Selbstzeichner in Kriegsanleihe angelegt haben. Schulreformen nach einheitlichen Grundsätzen. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 26. Sept. (Drahtmeldung.) Di: am Freitag beginnenden Beratungen der Kul- tusm in ist er der deutschen Länder sollen verhindern, daß dir Schulreformen, die von einzelnen ßänbern geplant sind oder bereite in der Durchführung begriffen stad, das deutsche Schulwesen zersplittern und seine Etnhett- lichkeit zerstören. Es steht jedoch noch nrcht fesr, ob die untereinander sechr abwerchen den Auffassungen der Kaltusminister sich soweit auft rii~— 3. !H. Ili über Metzen Aus Stadt und Land 1 es über Sh - I Voi Vo, ^*an$ Für M diesem Felde deutschen Tätigkeitsdranges zum Besten des eigenen Volkes unerträgliche Fesseln angelegt hat. Bon solchen Gedanken beherrscht, sahen mit uns viele Mitbürger dem stolzen De- hem-scher der Lüste bis zum letzten Augenblick gegen 1.25 Ähr nach, wo er am nördlichen Horizont in Richtung Marburg au her Sicht kam. Festungsstrafen von 5 Jahren Strafunterbrechung und Bewährungsfrist von vier Jahren zu bewilligen. Die Staatsanwaltschaft wird nunmehr zu prüfen haben, ob gegen diesen Beschluß des Landgerichts München I Beschwerde einzulegen ist. Das Hochwasser in Frankreich und Rußland. Die Unwetterkatastrophe im <5ü bo ften Frankreichs hat vor allem an den Eisen- ''Das TMen. Da dertbestäi^ mit bcn Ai und vvin ? Angen An vr tobet 19; ^it bei alle an die Staatliche Preisprüfungsslelle in Gießen — Dismarckstraße 14 — einreichen zu wollen. Gießen, den 26. Sept. 1924. Mord im Kreise Gießen. Gestern ließ die Staatsanwaltschaft Gießen durch ein Kommando Schutzpolizei mb Gendarmerie die Umgebung von Bellersheim nach der seit dem 14. d. Mts. verschwundenen Elisabeth Wirth absuchen. Die Leiche wurde im alten Steinbruch, mit Steinen and Erde bedeckt, aufgefunden. Die gerichtliche Leichenschau und Leichenöffnung ergab, daß der Tod durch Durchschneiden des Halses herbeigeführt war. Der Täter Adolf S t e u l von Bellersheim ist noch nicht ergriffen. Tschangsottns Marsch aufPeking Muk den, 25. Sept. (WTD.) Reuter. Rach einem hier ausgegebenen Cvmmunique warfen Flugzeuge des Generals Tschangtsolin nm 24. September auf das im Stadthaus von Schau- hailwan untergebrachte H a u p 1 q u a r 11 e . t>er Pekingarmee Bomben ab, Uwburch Zahlreiche 'Personen getötet wurden. An der Front von Schanhaitwan dauern die Artilleriekämpfe an. Reuter meldet aus Peking, daß die ausländischen Gesandtschaften an den chinesischen Außenminister und an Tschang So Lin eine Rote gerichtet >haben. in der gesagt, wird, daß, obwohl sie keine Absicht hegen, in feindlicher Weise zu intervenieren, sie die Beschießung offener Städte und Dörfer mißbilligen. Sollten dabei A u s l ä n- der getötet oder Ausländern gehörige Güter zerstört werden, so werden die Behörden, die die Beschießung befohlen haben, dafür ver- a n t toot tNch gemacht werden. Der Loeb-Lkandal. • Der „Vorwärts" hat heute doch die Sprache koiedergefunden, die er gestern nach den Cnthüllun- Igen über den Genossen Loeb, den bisherigen Direktor der Thüringischen Staatsbank, verloren hatte. Das Blatt spricht von einem Skandal und behauptet, dah alle Vorwürfe, die gegen die Amtsführung des Genossen Loeb erhoben seien, sich nicht als stichhaltig erwiesen. Her Loeb habe sämtliche Anschuldigungen zurückgewiesen und habe stetskorrekt gehandelt. Die amtliche Darstellung über den Fall Loeb bringt der „Vorwärts" merkwürdigerweise auch, allerdings nicht, ohne schon m der Ueberschrift zu erkennen zu geben, dah er diese Darstellung für völlig unglaubwürdig hält. Inzwischen werden durch die Thüringische Regierung weitere Einzelheiten zum Fall Loeb bekanntgegeben, die allerdings dazu berechtigen, aber in ganz anderem Sinne als der „Vorwärts" von einem Loeb-Skandal zu sprechen. Es scheint wirtlich die allerhöch ste Zeit gewesen zu sein, dah hier einmal mit fester Hand durchgegriffen wurde und es ist zu hoffen, dah die Untersuchung rücksichtslos durchgeführt und der Fall Loeb in allen seinen Einzelheiten vor der Oefsentlichkell klargestellt wird. . Um die Mittagszeit ging der Wunsch unserer Stadt, das Luftschiff zu sehen und ihm zu- zujubeln, m Erfüllung. 10.30 Uhr vormittags war es über Sigmaringen erschienen, 12.20 Uhr hatte es Darmstadt schon überflogen, 12.35 Uht war es über Frankfurt a. M., und bald darauf konnte man es im Anmarsch auf Gießen leben. Mittlerweile war es hier natürlich auherordenllich lebendig geworden. Schon kurz nach 12 Uhr konnte man in den Straßen Gruppen von Leuten beobachten, die Pvsto faßten; auf dem Turm der Stadttirche hielten andere eifrig Ausschau. Als die Feuersirenen ertönten, die das Rahen des Schiffes meldeten, gab es in den Straßen, namentlich an den freien Plätzen, im Handumdrehen Massenansammlungen, ferner wurden alle Fenster bis zur letzten Dodenlucke beseht, und sogar die Maste der Telephonleitung auf den Hausdächern hatten Besetzung gefunden. Auf den Höhen der Stadt war selbstredend auch kein geringer Dettieb, und sogar der Bahndamm der Ma iw-Weser-Dahn bekam Standbesuch von Leuten, denen die Landstraße nach Wißmar noch nicht genug Ausblicksmöglichkeit bot. Gegen 12,45 Uhr sah man von dem südlichen Höhenzuge aus den Lustriesen von Frankfurt her ankommen, um 1 Ufyr überflog -er in. verhältnismäßig geringer Höhe das Weichbild un- serer Stadt. Die Begeisterung schwoll vielfach mächtig empor und machte sich in freudigen Zurufen Luft. Andere Mitbürger wieder versetzte der erhebende Anblick des majestätisch dahinsegelnden Schiffes in ergriffenes Schweigen, denn hier gesellte sich zu dem stolzen Bewußtsein, daß man ein gewaltiges Werk deutschen Erfindergeistes und deutscher Technik über sich sah, die schmerzliche Empfindung, daß dieses Werk erzwungenermaßen nicht uns gehört, daß es einem stemden Volke Dienste .leisten soll, bei dem Sympathie, von Liebe ganz zu schweigen, für uns nur spärlich vorhanden ist, und daß uns der Versailler Schandvertrag auch auf Bornotizen. — Tageskalen der f ü r Freitag Lichffpielhaus. Dahnhofstr.: „Mount Everest". — Hessische Bilderbühne: „Die Hexe". — Astoria- Lichtspiele: „Abenteuer eines Vielgesuchten". Wettervoraussage. Meist heiter, Winde aus östlicher Richtung; wärmer, höchstens vereinzelte Riederschläge. Ein neues Fallgebiet über Frankreich droht unsere Wetterlage aufs neue zu stören. Doch wird zunächst noch heiteres, warmes Wetter vorherrschen. Unglück auf der Gießener Messe. ** ©in Unglücksfalilaus dem Messest la h ereignete sich am Donnerstagabend gegen 10 Uhr. Dort flog ein Insasse des Ketten- Französische Kriegspsychose. Paris, 26. Sept. (WTD.) Die nativ nalistt- sche ..Liberte" veröffentlicht in ihrer gestrigen 3. Abendausgabe eine sensationelle Meldung, nach der sie aus guter Quelle erfahren haben will, daß vor etwa 12 Tagen zwei Rächte hindurch deutsche Flieger in einer Höhe von 5 — 6000 M t r. Paris überflogen haben. Das Dlatt knüpft an diese Meldungen Betrach- tungen politischer Art an. Ministerpräsident Herri 0 t hat unmittelbar nach dem Erscheinen dieser Meldung durch die Havasagentur folgendes Eommunique verbreiten taffen: „Die durch eine Abendzeitung verbreitete Rachricht, deutsche Flieger hätten Paris überflogen, ist i n seder Beziehung unrichtig. Die Regierung hat das Gericht mit dieser Angelegenheit betraut.“ Tatsächlich hat der Ministerpräsident etwa eine halbe Stunde später den Generalstaatsanwalt und bcn Staatsanwalt der Republik in besonderer Audienz empfangen und den Auftrag erteilt, eine Untersuchung gegen die „Liberte" wegen Veröffentlichung falscher Nachrichten einzuleiten. Cs war nicht das erstemal, daß wir einen Zeppelin über uns sahen, — 1912 hatten wir sogar eine Zeppelinlandung in Gießen — aber trotzdem war die Freude über den hohen Besuch, ttoh der wehmütigen Gedanken, bei allen groß. Unvergeßlich wird uns dieses Luftschiff bleiben ob des herben Geschicks, das es in die bahnlinien und in den Weinbergen schweren Schaden anaerichtet. Auch gestern sind starke Regengüsse nlldergegangen und das Hochwasser hat einen Umfang angenommen, der Fürsorge oder Armenpflege. Forderungen desZentralverbandes der Invaliden und Witwen Deutschlands. Dresden, 26. Sept. (T. U.) 3n den Verhandlungen des hier tagenden Zentralverbandes der Invaliden und Witwen Deuffchlands berichtete Reichstagsabgeordneter Karst e n-Berlin über die Tätigkeit der sozialpolitischen Abteilung, über die 'Fürsorge und den Stand der Sozialversicherung. Verwahren müsse sich die Organisation gegen die Durchführung der Fürsorge» pslichtverordnung, in der sie keine Vereinheitlichung sieht, sondern eine © lei $ mach er e 1 nach unten, indem alle soziale Fürsorge auf d en Stand der Armenpflege herabgedrückt werde. Es gilt, daraus hinzuarbeiten, daß ein Umbau der sozialen D er si cher u ngSeinr i ch t uu - gen auf einheitlicher Grundlage zustande kommt. Angenommen wurde eine Entschließung, in der folgende Forderungen gestellt werden: Soziale Gestaltuiig der Unfallversicherung und Berechnung der Renten nach dem wirklichen Iahresver- bienft, Gewährung der Waisenrente bis zum vollendeten 18. Lebensjahre, Vereinigung der Invaliden-und Ange st eilten ver- siche ru n g , Gewährung von au sreichenden Renten, die im Regelfälle Fürsvrgeleistungen unnötig machen, Einführung des Grundsatzes der Berufsinvalidität, Witwrnren e für alle Witwen, ärztliche Versorgung und Heilbehandlung für Invaliden, Witwen und Familienangehörige, einheitliche Fürsorge für alle Fur- forgeberechtiglen unter Wahrung der bisher errungenen Vorteile, der Sonderfürsorge und des Mitbestimmungsrechtes der Fürsorrelerechtigten, Beseitigung der herabwürdigenden A r m e n p s l e g e. Außerdem protestiert der Ver- bandstag gegen die unsozialen Bestimmungen der Fürsorgepflichtverordnung, sowie gegen bie von Länderregierungen, Stadt- und Kreisorganisativ- nea erhobenen Forderungen, die Gruppenfürsorge für Sozialrentner ab zu bauen. In der Aus- iprache versicherte der Reichsregierungsvei-tveter, Ministerialrat Dr. Wolz-Berlin vom Reichs- «rbeitsministerium, das Ministerium werde grund- sät-lich dafür eintreten, dah allmählich die Du rch- führung des Versiehe rungsgedan- fend und nicht die des Dersvrgungsgedankens erreicht wird. findlichen sechztg ausländischen Schissen erlitt nur der deutsche Dampfer „M Fischer' durch Strcar- düng Schaden. Erdbebenkatastrophe in Oberitalien. Locarno, 25. Sept. (Wolff.) Am Mittwochabend wurde das Dorf Somes im 'Maggia-Tale durch einen Erdstoß erschüttert und zum Teil zerstört. Mehrere Bewohner, die sich zu retten versuchten, kamen gerade in dem Moment an der Drücke über die Maggia an, als diese von den reißenden Fluten fortgerissen wurde. Eine Frau mit ihrem Sohn wird vermißt. Rach den letzten Insvimationen wurden 12 Häuser zerstört. Die Zahl der Opfer beläuft sich bis jetzt auf drei. Die Dalle-Maggia-Bnhn hat den D e t r i e b eingestellt. Rach weiteren Meldungen ist die Zahl der Menschenopfer auf 15 gestiegen. Rund 20 Häuser sind zerstört worden, viele haben schwer gelitten. Am Dv.iüecstagmor- gen wurde im See Eisenbahnmaterial gesunden. Das in Begleitung der Erderschütterungen niedergehende Gewitter war von unerhör«er Heftigkeit. Infolge Bruchs der Wasserleitung ist die Stadt Locar ohne Wasser. Die Drücke über die Maggia bei Ascona droht einzu- stürzen. Auch aus den höher gelegenen Tälern von Tessin treffen Meldungen über schwere Wetterschäden ein. Aus aller Wett. Städtetag in Hannover. Hannover, 25. Sept. (T. U.) Am Donnerstagvormittag vereinte die Mitgliederversammlung des deutschen Städtetages über 1000 Teilnehmer aus rund 300 Städten in der Stadthalle. Die Tagung wurde von dem Oberbürgermeister Boeh-Berlin mit Dankesworten an Sie Stadt Hannover eröffnet. Der Redner kam dann auf die Rotlagte der Städte zu sprechen und betonte, daß auch die Städte den Londoner Pakt zu spüren bekämen. Im Laufe der Beratungen wurde mit großer Mehrheit eine Entschließung angenommen, in der Einspruch erhoben Wird gegen die fort- schreiten de Zurückdrängung der kommunalen Selbstverwaltung durch die Gesetzgebung und die Verwaltung des Reichs und der Länder und in der auf das Rachdrück- lichste die Wiederherstellung und Ausgestaltung der Selbstverwaltung im Geiste der Gesetzgebung von 1808 gefordert wird. Hitler erhält Bewährungsfrist. Die Strafkammer des Landgerichts München hat beschlossen, Hitler und K r i e b e l mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 an für den bis dahin noch nicht verbüßten Rest der gegen sie erkannten Ob er kommen wird? Weiß man nicht, wann er kommt? Kommt er denn überhaupt und ist das auch s i ch e r? So hörte man in den letzten Sagen vielfach auf den Straßen, daheim, am Biertisch usw. fragen, und so und noch> wett ausaesponnener legte man uns intereliierte Fragen nach diesem „Er" vor. Der „Er war der neue große ZepPelin, dem unsere Stadtverwaltung, um ja nichts zu versäumen man kannte ja die Reisepläne der Luftschststleitung nicht — vor einigen Tagen noch eine besonders telegraphische Einladung zum Ueberfliegen unferer Stadt geschickt hatte. Die vielen Fragen nach seiner Ankunft — in Parethese: unser Telephondienst kann ein umfangreiches Lied davon singen! — waren ein Beweis dafür, daß ihm allenthalben großes Interesse entgegengebracht wurde, und heute darf man sagen, dah dieses Interesse, ja diese liebevolle Zuneigung ber ®ie- ßener ihm auch über den gestrigen Tag hinaus erhalten bleiben wird. Schon am Mittwochfrüh war alles sehr gespannt auf den im wahren Sinne des Wortes hohen Besuch. Das schlechte Wetter an diesem Sage machte zunächst einen Strich durch die Hoffnungen des Sages, denn der Luftnese blieb da natürlich daheim. Mit dem am Mittwochabend und in der Rächt zum Donnerstag niedergehenden Regen sanken auch die auf den folgenden' Sag gesetzten Hoffnungen weiter abwärts. Aber am gestrigen Donnerstag früh kam der Umschwung. Immer mehr klärte das Wetter auf und bald hatten wir Sonnenschein und gute Fernsicht. Was man am frühen Vormittag als möglich annahm, wurde zur Gewißheit des Besuches, als bei uns die Meldung eintraf und sofort angeschlagen wurde: „Der Zeppelm steigt heute auf“, etwas später: „Er ist aufgeftiegen. Frohe Erwartung auf das Erleben eines g^ schichtlich denkwürdigen Ereignisses füllte bald allenthalben die Herzen und eröffnete auch wieder eine stapke — Offensive auf unseren Telephondienst! wurden heute mit weniger zahlreichen Verlusten erreicht, dagegen ist die Lage in dem Abschnitt Duharrax und Abru-Serrane sehr kritisch. Im Abschnitt von Zocoarbas hat der Feind Teruta heftig angegriffen. Die Garnison leistet tapferen Widerstand. Die Lage in Indien. London, 25.Sept. (Tel. Ain.) Die Lage in Indien ist nach wie vor besorgniserregend. Die Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern dauern an. Allenthalben werden in Indien -Unruhen kleineren und größeren Umfangt gemeldet, wobei es vielfach Tote und Verwundete gibt. In gut unterrichteten Kreisen rechnet man mit einem baldigen Rücktritt des Unterstaatssekretärs für Indien. Stöße« «*5 Efes '•Jam w irovember M an vr Ehestes gestundet er Hobels 3n Srful -MsP-rK ml. dab stch' dersteuer voraussichtlich tigen Betrag M Eine $ wnibergcheu aiisgeschl.r gi-rung taetl feier ins zu weiteren. baues zu v Schlag H Mri ist be« leistung 113 Kilometer. Mit der zum Einbau vorgesehenen Höchstzahl von Benzurbehältern kann es eine Fahrt von 110 Stunden aus führen, also bei Windstille einen Weg von 12 500 Kilometer zurücklegen, was nahezu einem Drittel des Erdumfanges entspricht. .Weber die Funkausrüstung des Z. R. III berichtet die TelefunkenMellschaft für drahtlose Telegraphie, die die gesamten Einrichtungen geliefert hat: Der Sender des Luftschiffes gewährleistet eine Reichweite von 2500 Kilometer. Damit ist die Verbindung des Z. R. Ill mit dem europäischen oder amerikanischen Kontinent jederzeit gesichert. Heftige Kämpfe in Marokko. Madrid, 25. Sept. (WTD.) Erne amtliche Bekanntmachung meldet weiter heftige Kämpfe gegen starke feindliche Kräfte im -i- e ° tuangebiet. Der Vizepräsident des Direktoriums erklärte, daß am Dienstag ein neuer Vormarsch in der Richtung auf Scheschauen beginnen werde, um die eingeschloffenen Stellungen, von denen sich mehrere in gefährlicher Lage befinben, wieder zu befreien. In einem amtlichen Telegramm aus Setuan werden große spanische Verluste beklagt, sowie die unnütze Anwendung großer Summen, um eine undankbare Aufgabe durchzuführen. Im Abschnitt Setuan setzten die spanischen Abteilungen ihren Vormarsch mit dem Ziele, Verbindung mit Tauen zu nehmen, fort. Alle gesteckten Ziele nne einheitliche Linie bringen kaffen, daß gewisse gemeinsame Gesichtspunkte für die Schulreform der einzelnen Länder gesichert werden. Sollte dies nicht möglich fein, so würde man wahrscheinlich Übereinkommen, die Schulreform teilweise zurückzustellen und dem Reichs- 1 ch u l g e s e h, welches noch in der nächsten Tagung des Reichstages zur Verhandlung tom» men soll, die Entscheidung über die wesentlichsten Grundsätze der Schulreform zu überlassen. für die sand am 21" W sktt, ota - wie .Quäkern", Kutschen Sii ins Derk g Zwecke hatte die Dvhltat geworben ax lichen hiesig garten — ei sich mit Sa Ansprache tt dieses große Wchast der solle, ihre nicht durch Liebe und 5 in die Tat wurde, sei 3amror 19' Kinder uni Ende Sept Lebensmitt Bohnen un Speisungen der Häufte Gefirmten 3t ten die Sir sollten bestre scheu zu bei bienen und e Tankcswocke Als Zeichen Mädchen ein rikanljch, Blumenstrauß nicht mächtig seinen Dank Freude über Ausdruck. Ql Nem uni Mühe und ienen zu bet' karuffells infolge des groben Anfugs des Drehens der Ketten in doller Fahrt mit dem Sih aus dem Karussell in dos Publikum, wobei er und einige dabeistehende Personen verletzt wurden. Die Verletzungen sind nicht schwer, in der Hauptsache dürfte wohl der Schreck am stärksten gewirkt haben. Wie sich der Vorfall bis jetzt bar- -- ' .. _ _.r 1 stellt, ist er höchstwahrscheinlich nur durch Unfug bem vom Jahre 1910 Sletchvmnmt. Der Eisen- des jungen Mannes herbeigeführt worden, ber bah-werlehr, der verschiedentlich durch Damm- verbotswidrig die Ketten drehte und dadurch das brache unterbrochen worden ist, konnte noch Meißen des Bügels veranlaßte, was bei orb- mcht in ganzem Umfange wieder ausgenommen nungsmähigem Verhalten nicht vorgekommen werden. wäre. Von der.Küste wird gemeldet, dah die hef- - “*«» Aus dem Amtsverkimdiaungsblatt. Infolge des Hochwassers der Rewa und der ** Das Amtsverkündigungsblats Kanäle in Petersburg steht das Wa^er drei Rr. 6 4 vom 23. September enthalt: GeschichtS- Fuh über feinem gewöhnlichen Stand. Es war- tagung des Bundes entschiedener Schulreformer, den allgemeine Speisungen für die unter der — Lcmdespvlizeiliche Abnahme des Anschluß- Ueberschwemmuna leidenden Stadtteile eingerich- gleises der Firma Hehligenstaedt u. Co. in Gie- tet. Bisher wurden 19 Menschenopfer sestge 'eilt. ßen. — Aufbewahrung der Körscheine. — Bo> Die eDvvlkerung, die rechtzeitig von der Gefahr deckung dos ortsftemden Mutterviehes. — Sta« benachrichtigt wurde, räumte zur rechen Zeit I tisttk der Streiks und Aussperrungen. — Feld» die unteren Stockwerke. Don den im Hafen be- 1 Bereinigung Leihgestern. Fremde führt und es feinen Erbauern und unserem Volte für irnnVzr nimmt. Won der Fahrt des I. N. HL Das Luftschiff hatte die Bodenscegegend gestern, erst gegen IO1/4 Uhr vormittags verlassen. In Frankfurt a. M., wo es mit einem Funkgruh der Stadt empfangen wrrde, warf es einen Fallschirm mit Post ab, der in der Rähe der Kaisersttaße nieberfiel. Die Post bestand aas einer größeren Anzahl Ansichtskarten des Luftschiffs und einem Brief mit der Bitte, den Fallschirm nach Friedrichshafen zu schicken. Rach Gießen passierte es 1,20 Uhr Marburg, um 2 Uhr sah man es in Kassel, 3,05 Uhr überfl oges Hannover^ 3,55 Uhr war es über Bremen, 5 Uhr passierte es Hamburg, begleitet von acht Fliigzeugen, die ihm entgegen» gefahren waren. Die Stadt entbot dem Luftschiff auf dein Funlwege herzlichen Gr iß. Um 6,15 Uhr erschien das Luftschiff über Flensburg, wo es über dem Geburtshaffe Dr. Ecke- s ners, des Führers des Schiffes, eine Schleife m ' * fuhr und drei Briefposten abwarf. Daraif nahm Das Kreisamt Gießen bittet uns um es südöstlichen Kurs und überflog un 7 Uhr die Aufnahme der nachstehenden Zeilen: Kiel, hierauf 7 45 Uhr Lübeck, wo ihm ber c „ Der Staatlchen Prelsprufungsstelle Ober- Senat durch Funtsprach eine herzlich-e Begrüßung dessen sind in der letzten Zeft eine ganze Reihe übermittelte. Sodcum ging es in nordöstlicber von Fallen bekannt geworden, auf Grund deren Richtung nach der mecklenburgischen Küste. Bei sie zu der Ueberzeugung gc w.nmen ist, daß die der Seewarte in Kopenhagen wurden hierauf Zinsberechnungen einzelner Bank- folgende Funkmeldungen angenommen: 12,20 Uhr rnsti tute weit über die üblichen und ange- nachts: Standort 4 Seemeilen südlich der Stadt, messenen Zinssätze hlnausgehen. Ramentlich sind 12,52 Uhr: Wir sind im Anmarsch aus Kopen- es die Zinssätze für nicht gedeckte Darlehen, Hagen. 1,05 Uhr: „Wir sind jetzt von Kopen- wr die oft neben einem Grundzins von 6-8 Hagen kommend über Skanör. Ditte schort Dozent noch eine Kreditprovision von 2 Prozent Wasserflugstation anrusen and melden, daß v^o Monat gleich 24 Prozent pro Iahr und Z.R. III heute nacht über Skandinavien und ^ille Ueberziehungsprovision pro Sag ber Ostsee kreuzt." 1.37 Uh.: Wir sind über gleich 27 Prozent pro Iahr berechnet werden. Helsingfors. Wetter bedeckt. Rordost mit Derartige Zinssätze muffen entschieden als zu 3 Sekundenmeter. 2 Uhr: Landsprone soeben W beanstandet werden, auch dann, wenn der passiert. - Heule, Freitag, früh kürz nach Grundzins von 8 Prozent in Wegfall kommt und 7 Uhr traf Z.R.III von der Ostsee rrmmenb über nur die Ki-ed,tprovision und die Ueberziehungs- Sw ine münde ein. 7.45 Uhr sah man ihn in p rovff io n be oech net werden. Stettin. Gegen 91/4 Usr wurde er bei unsich- _. Ae Preisprufungsstelle der Provinz, sowie tigern Wetter über Oranienburg bei Berlin die Staatliche Prelsprufungsstelle in Gießen btt- aefiebtet ten Gewerbetreibenden, Handwerker, Kauf- L., z« r m ix wann, Privatmann usw., der glaubt, durch die Der Gruh des deutschen Reiches, Zinsberechnung der Danken gesci-ädigt zu fein, der dem Luftschiff in Berlin vom R ei chs pr ä f i- uni Einsendung des Materials das streng Verden ten und der Aeichsregierung ent* traulich behandelt und einer emgehenden Rach- boten wird, lautet: „Willkommen über ber Reichs- ^rufmig unterzogen toirb. Hauptstadt! Glückauf zur Fahrt in die Ferne! Des. toeiteren erlaubt sich die Staatliche Fliege hinaus über die Meere als sieghafter Pueisprufungsstelle Oberhffsen daraus aufmerksam Beweis ungebrochenen deutschen Wagemutes und ^Z^lne Bankinstitute für die für uns als ein ermutigendes Zeichen deutschen Abstempelung von Wertpapieren oder Einreichung Könnens! Trage hinaus in die Welt unsere, «ur Mto^lung von ^Wertpapieren Provisions- Hoffnung auf Deutschlands Zukunft! - Der W erheben, die toeit über ber Friedensgebühr Reichspräsident. Die Reichsregierung." - das Zehn" bis Zwanzigfache bcn F rieben ^gebühr betragen. Die Preisprufungs- DüS L5UfTsQ)Lxf stellen weisen ausdrücklich darauf hin, bah der- UNd seine AUSrÜftUNQ. ”rti^ Dermittlungssätze im Bankgeschäft ber n ~ ro La mT. r Rachprufung auf Grund des Paragraphen 4 der Das IZuftschiff Z.R.III ist 200 Meter lang Preistreibereiverordnung unterliegen und bah sie unb hat 27,64 Meter Durchmesser. Die Gas- in allen den Fällen, in denen ein Leistungszellen fassen 70 000 Kubikmeter. Wenn sie mit tvucher vermutet ober nachgewiesen werden kann, Wasserstoff prall gefüllt sind, kann das Schiff mit aller Strenge gegen die in Betracht kommen- eine Nutzlast von 46 000 Kilogramm aufnehmen, den Bankinstitute ober Geldverleiher vorgehen Es ist zur Beförderung von 20 bis 30 Fahr- werden. Sie bitten alle Deschwerdefälle den zu- gäflen eingerichtet. Die gesamte Maschinen- ständigen Preisprüfungsstellen (Kreisämter) ober leistung beträgt 2000 Pferdestärken! mit dieser direkt “ ~ ~ " kann es eine Höchstgeschwindigkeit von 127 Kilometer in der Stunde erreichen, bei Zweidrittel- OHNE CHLOR Das prachtvollste Schneeweiß «Igt je* Wlech«, db ml 58 bd.er.ddl tat C1I Henker» beneble» Bleich- und Waschmittel • Land. 26' Vepl. 1924. Tiehen. Schaft M mb ®cn. ^Uler-Heim S. derlchdunbrn«, «n. Ae Lnchr mit Stein« mb gerichtliche Leichen, ab, M der Tod 8 Halses hechel« »als Steul von : ergriffen. eciw ' -»-4 Pb6til«llen ft®'«»»*. )bnev, die fi*nb fetnMwj2 r" MiuhV* S**S?3 “yWtotrS KkL; tÄ» “"^Dcer üt . baller. f jm droht etrtju. n über fchvere sen. en bittet uns um «n Zeilen: Äfungsstelle Ober- : eine ganze Reche , auf Grund deren Men ist, öah die zelner ®anf- blichen und anQc- i. RameEich find gedeckt Darlehen, 'undzins von 6-8 fivn von 2 Prozent mt pro Jahr und lprovision pro Tag : berechnet werden, entschieden als zu ch dann, wenn der Wegfall fommt und die Ileberziehungs- f?r $rt>t>in;, fotoii >(fc in Drehen bü= handwerter, Staub glaubt, durch die geschädigt zu sein, ti, das streng wt- e ingehenden Rach« sich die Staatliche n darauf aufmerksam ianünstitute für die tcn oder Einreichung gieren Provisions- bet Friedensgebuhr i Zwanzigsachr den Die PreisprusunSs- arauf hin, dah der- ^nkg« der Paragraphen » «r erliegen und daN enen ern fljijj .wiesen werden kann, in R-tvacht kommen ä« n - einreichen zu »«; (Sei*"' eSa Dctler vor- “ i spin®c n IaU t «nbenb Rette"’ Drehes UnsE^Sih aus :t mit- er MM, g* vurden- nl'chL ^rden, ÄS** «Ä W6"* , nwl ilNdig"^hla>' nM u. $D' S D-- £<£■' »* r7« n _ _ Großes Lager in: Krimmer, ftir rSKSdLZ Krimmerstreifen, Astrachan, * / Plüsch, Slinks und Pelzbesätze U. Ausputz CjnodefiausQaj0rr^ • 7417a i-/W- V» Vie Staatsl)ilfe für die hessische Landwirtschaft r staat- s zur e r, die sich VnonVootn? Noinl Keq.Leber.u.Magenleid.,selbst längs. raKöülII f MU! Hilst beft.Karlifprubcl Sirtirchen U gum billigen Laden 32 Sonnenstratze 32 Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco^. Keller. 7420c Steuers ay (üt die vorlausi liche Gewerbe st euer weiter Stridroeften Lodenstosfe Wollgarne sehr oortellhaft v*je»7 hierbei der Mitwirkung der bestehenden landwirtschaftlichen Organisationen bedient. AühereS über die Art der Verteilung wird von dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bekanntgvgebcn. Jmmerfrnfch. Überall erhältlich, preis pro 14 Pfd. nur 50xPfenn icf^ _ _ , erabzu- sehen, ohne daß hierdurch der Im L-taatSvor- Allgemeine Ttnnvnng der staatlichen Gewerbesteuer. Größere Mittel für den Wohnungsbau. ' 3n der gegenwärtigen Tagung fce» Finanz- auSschusses gab der Finanzminister bekannt, bab die bisherigen Usberwetsungen von Reichs- Steuern und der muttnaßlich? Eingang ai staatlicher Gewerbesteuer die Möglichkeit eröffnen, den Letzte höchste Errungenschaft. Vollständige Umwälzung der MargarinefabriKalion. Die beste Sparhilfe im Haushalt. Von feinster MoUcereibuiter nicht zu unterscheiden. — 1 _____________ KUM>ouii'jui -PC» Kiene Cocef NlllkWelttHklM naeBflnfi6rra MssMullg ftllreln u. preiswert Ole Brflörfche unio.-DtaflrteL H. CUBflt (Sieben. Sldvistt. 7. ReicMI Schokoladen und Kakao zu Original preisen empfiehlt "‘AD Heinrich Driesch Selteraueg 70. Bekanntmachung. SS wird erneut auf die Bestimmung in § 6 der Gemeinde-Getränke-Bcrbrouchs. steuerordnung in Verbindung mit 811 der Verordnung betr. die Erhebung von Ver- brauchsabgaben in der Gemarkung der Stadt Gießen hingewiefen, wonach Hersteller von Wein. Obstwein und Beeren- wein vor Beginn der Kelterung dem städtischen RtthnungSamt, Stadthaus, Bergstraße, hiervon Anzeige zu macken und während des ganzen Geschäftsbetriebes ein von der Stadtverwaltung vorgeschriebenes Verzeichnis zu führen haben, in das täglich die gewonnenen Mengen einzutragen sind. Zuwiderhandlungen werden zur An- zeige gebracht. Giehen, den 22. September 1924. Der Oberbürgermeister. anschlag vorgesehene Betrag geschmälert wird. Cine endgültige Entscheidung hierüber kann erst zu dem Zeitpunkte erfolgen, an dem die Finanzlage des Landes und der Gesamteinganz an Gewerbesteuer bestimmt übersehbar ist, also im Ansange des nächsten KafenLel-jahreS. Um aber die wahrscheinliche Steuererleichterung den Steuerzahlern bereits jetzt wenigstens kastenmäßig fühlbar zu machen, werden die mit den Einkommen- sicuervorauszahlungen am 10. Oktober, 10. Rovember und 1 0. Dezember fälligen Beträge an vorläufiger hessischer Gewerbesteuer ganz allgemein zinslos gestundet. Sie bleiben also zunächst un- erhöbe n. In Erfüllung eines bei der Budgetberatung ausgesprochenen Wunsches teilte die Regierung mit, dah sich der Nettoertrag aus der S v n- dersteuer vom bebauten Grundbesitz voraussichtlich gegenüber dem Vovanschlagsmä- ßigen Betrag um 700000 Mark erhöhen wird Eine Herabsetzung — auch eine blvh vorübergehende — der Sonder steuer muh als ausgeschlossen gelten, dagegen ist die Regierung bereit, den Rtehrbelrag auS der Sondersteuer bis zur Höhe von 1 Million Mark zur weiteren Förderung deS Wohnungsbaues zu verwenden. Der in dem S-taatSvor- anlchlag hierfür vorgesehene Betrog von' 1 080 003 Mark ist bereits diesem Zwecke zugeführt worden. stehen, auf die bei den Listenstellen vorgemerkten! Beamten zurückgreifen. Da diese Bestimmungen anscheinend bei den in Betracht kommenden Beamten noch nicht hinreichend bekannt geworden sind, wird darauf erneut aufmerksam gemacht. " Dienstjubiläum Man schreibt uns: Geschätzt und geehrt im Kreise seiner Mitarbeiter, beging der Eisenbahn-Assistent Keller bei der Güler-Abfertigung sein 25. Dienstjubiläum. Der Jubilar erfreut sich körperlicher und geistiger Frische, die ihn zum 50. begleiten möge. Landkreis Gießen. h. Annerod, 25. Sept. Heute sind es 3 0 Jahre, daß BürgermeisterHorn für fein Amt verpflichtet wurde. Bei jeder Bürger- mei st erwähl wurde er e i n st i m m i g wiedergewählt, ein Zeichen seiner groben Beliebtheit in unserer Gemeinde. In die Zeit seiner Amtstätigkeit fällt die Erbauung unseres prachtvollen Schulhauses, der Wasserleitung und der Kanalisation verschiedener Ortsstrahen. Der Jubilar ist als Sechziger noch selten frisch und rüstig. Möge er noch viele Jahre zum Wohle der Gemeinde wirken, deren beste Wünsche ihn begleiten 1 -. - Watzenborn-Steinberg, 25. Sept. Untere Kirchweih ist. wie so manches in diesem feuchten Jahr, nah emgeerntet worden. Die Mocks-Wiese, die sonst an Zugkraft nichts zu wünschen übrig lieh, verlor bei den tropfenden Oaunen deS Himmels viel an Popularität. Auch die Stimmung war nicht reine Kirmes» stimmung. Die Landwirte, die den Ernleaus- fall beim Getreide noch nicht vergessen haben, sehen nun mit Schrecken einen auher- ordentlich hohen Prozentsatz faulender Kartoffeln. lieberall Pech in diesem Jahr. Kreis Schotten. Ra in rod. 25. Sept. Der hiesige Turnverein ist dazu übergegangen, eine Gesangsriege in Gestalt eines g em i schien Chores inS Leben zu rufen. Bei der Weihe des Ehrenmals für unsere Gefallenen, die noch im Herbst erfolgen wird, soll er zum erstenmal Mitwirken. Kreis Friedberg. • Butzbach, 25. Sept. Wie der ^Butzbacher Ztg." mitgeteilt wird, soll ab 1. Oktober der v- Zug, der abends um halb 11 ^Ihr in Frankfurt tober 1924 eingehende GinlösungSanträge werden grundsätzlich abgelehnt. *• Aus der Deut schnationalen (Hessischen) Volkspartei. Der langjährige Landesvorsihende und Mitbegründer der Deutschnationalen (Hessischen) Volkspartei, Dr.» Ing. h. c. Mrl Klingspor in Offenbach hat wegen geschäftlicher äleberlastung sein Amt als LandeSvorsihender niedergelegt. Die Dor- standsgeschäfte führt bis zum nächsten Landesparteitag im Oktober Reichstags» und Land- tagsabg. Prof. Dr. Werner» Butzbach •• Gegen die überhandnehmenden L u st b a r k e i t e n , die mit unseren schweren Zeitverhältnissen in schreiendem Widerspruch stehen, nimmt das Ministei-ium des Innern jetzt Stellung. Die Mif)ernte gibt ihm Bevanlassung, auf eins Einschränkung der Lustbarkeiten hinzuwirken. In Ausführung dieses Entschlusses macht das KreiS- amt Schotten bekannt, dah es künftighin für den zweiten Kirchweihtag oder für die Aachkirchweihe keine Tanzerlaubnis mehr erteilt, und ferner empfiehlt es den Bürgermeistereien, auch im Gemeinderat eine Einschränkung der Kirchweihen auf den Sonntag zu beschließen. W i r möchten wünschen, daß die Entschließung des Ministeriums auch in den Städten besonders zur Geltung kommen möge, namentlich den Jugendlichen gegenüber. ♦* Wichtig für abgebaute Beamte. Zur Erleichterung der Unterbringung von Reichs- beamten, die in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden sollen oder versetzt wurden uni| deren weitere Verwendung im staatlichen Interesse liegt, wurden vor etwa einem halben Jahre besondere Listenstellen (Karteien) eingerichtet. Diese Liftenstellen bestehen für die Beamten des Unteinehmens „Deutsche Reichsbahn" bei den Reichsdiiektivnen, des Unternehmens „Deutsche Reichspost" bei den Oberpostdirektionen, für die übrigen Verwaltungen bei den Landesfinanz- ämtern. Wartegeldempfanaer, die im Reichsdienst beschäftigt oder angestellt zu werden wünschen, haben Vormerkung bei ihrer letzten Dienstbehörde zu beantragen. Die Beamten werden, sofern die Bedingungen erfüllt sind, bei der Listenstelle desjenigen Bezirks eingetragen, in dem sie ihren Wohnsitz Haden. Tritt bet den Ressorts Bedarf an Arbeitskräften ein, so müssen sie, falls nicht zwingende dienstliche Rücksichten entgegen- Die Regierung wird 3 Millionen Mark zurDeschaffungvonSaatgut zum Zinssätze von 6 Proz. und weitere 3 Milli onen zum Ankauf von Kunstdünger, in besonderen Fällen auch von Einstrru- und Fttter- mttteln zum Zinssätze von 8 Proz. zur Verfügung stellen, beide- auf die Dauer von 1 Ia h r. 3m weiteren übernimmt sie die Bü r a schäft für einen Reichsbankkredit bv Höhe von 3 Millionen Mark, dessen Zinssatz gleichfalls auf 8 Proz. zu Lasten der Staatskasse ennähtgt wird. Die Ueberweisung an die einzelnen Kreditnehmer erfolgt in Gestalt von Saatgut oder Düngemitteln. Die Verteilung erfolgt unter der Kontrolle der Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft durch die Landwirtschaft-kammi . •• Das Eisenbahn-Rotgeld ou f gerufen. Das auf Gvldmark und Dollar lautende wertbeständige Rotgeld der Deutschen Reichsbahn mit den Ausgabedaten vom 23. Oktober 1923 und vorn 7. Rovember 1923 ist, wie in unserem gestrigen Anzeigenteil bekannt gegeben wurde, mit Wirkung vorn 15. September 1924 und einer Einlösungssrist bis einschließlich 15. Oktober 1 924 aufgerufen. Der Umtausch gegen andere Zahlungsmittel erfolgt innerhalb dieser Zeit bei allen Eisenbahnkassen. Rach dem 15. Ok- Die im Finanzausschuß des Hess Landtage« von der Regierung vorgefchlagenen und, wie wir gestern schon m:[beten, vom Finanzausschuß gut- tteheißenen Hilfsmaßnahmen für bie durch bie Wetterkatastrvphe geschä- digten Landwirte werden vom hessilchen Finanzministerium wie folgt erläutert: I Erleichterungen auf dem Gebiete der Steuern. a) 68 wird unverzüglich geprüft, in welchem Umfange ein Erlaß der Grundsteuer em- zu Ire den hat. Um für diese Prüfung genügend Zeit zu gewinnen, wird die für da« 3. Viertel deS Rechnungsjahres 1 9 2 4 fällige Grundsteuer ganz allgemein ohne Zinszahlung gestundet. Die Zahlung der am 15. Oktober fälligen Grundsteuer unterbleibt hiernach. Spätestens hn Januar nächsten Jahres wird entschieden, ob und inwieweit die geftunbete Steuer erlassen wird und wie weit in den besonders hart betroffenen Gemarkungen ein Erlaß auch auf die Grundsteuer des 4. Qu a r- ta18 ausgedehnt werden kann. h) Hinsichtlich der Reichs steuern hat der Reichsfinanzminister für Bezirke, die als Rot- gebiete erklärt werden, folgende Bestimmungen getroffen: 1. Die Einkomm en st euervoraus- zahlungSrate für bai Einkommen aus dem Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, die am 15. Rvvemb er 1 92 4 fällig wird, wird grundsätzlich ohne Antrag bis aus weiteres allgemein gestundet. Das Gleich? gilt für die Sinkominensteuervorauszahlungsrate vom 15. August 1 924, soweit sie bereits gestundet ist. 2. Die letzte Rate der Vermögenssteuer, die am 15. Rovember 1924 fällig wird, wird ohne Antrag bis auf weiteres allgemein gestundet. Das Gleiche gilt für die 3. Rate der Vermögenssteuer 1924, soweit sie gestundet oder noch nicht fällig ist. 3. Von der weiteren Erhebung der Umsatzsteuer auf Grund der Richtzahlen wird einstweilen abgesehen. Gin Kinderdankfest für die ainerikanische Kinderhilfe fand am Mittwvchnachmiltag auf der OiebigS- höhe statt, um der Gesellschaft der Freunde, oder — wie man sie auch kurz nennt — den „Quäkern", die sich schon seit 5 Jahren der deutschen Kinder angenommen und ihre Speis ing ins Werk gesetzt haben, zu danken Zu diesem Zwecke hatten sich alle Gießener Kinder, denen die Wohltaten dieses Hilfswer-kes seither zuterl geworden axrven — über 1200 Kinder aus sämtlichen hiesigen Schulen und dem Volkskinder- garten — eingefunden. Sie wurden zunächst reichlich mit Kakao und Kuchen bewirtet. In einer Ansprache wies Rektor Müller auf den Segen : dieses großen Hilfswerkes der amerikanischen Ge- sellschast der Freunde hin, daS ein Versuch fein solle, ihre Lieberzeugung daß dauerndes Heil nicht durch Gewalt und Krieg, sondern nur aus Liebe und Dienst für den Rächsten erwachsen tann, in die Tat umzusoyen. WaS hier seither aeleistet wurde, sei vorbildlich. So iDurben z. B. von Januar 1920 bis Juni 1921 über eine Million Kinder uni) Mütter in Deutschland gespeist. Dis Ende September 1922 wurden 33 452 Tonnen Lebensmittel (Schmalz, Kakao, kond. Milch. Reis, Bohnen und Erbsen, Mehl und Zucker) für die Speisungen angeliefert Für dteses edle Werk der Rächstenliebe, daS jetzt von deutschen edelgesinnten Volksgenossen weitergeführt cmrd, sollten die Kinder von Herzen danken, und sie sollten bestrebt sein, ffeifrige und tüchtige Menschen zu werden, die dem Volk und Vaterland dienen und es wieder emporheben können. In die Dankeswvrte stimmten die Kinder mit Jubel ein. Als (Zeichen des äußeren Dankes überreichte ein Mädchen einem anwesenden Vertreter der amerikanischen Quäker. Mr. S t o o d, einen ' Blumenstrauß. Da der Herr der deutschen Sprache nicht mächttg war, brachte er in englischer Sprache seinen Dank für die Dlumenehrung und feine Freude über den guten Erfolg der Speisung zrm Ausdruck. Richt vergessen sei, auch den deutschen Helfern und Helferinnen zu danken für ihre Mühe und Arbeit, ihre hungrigen Pflegebefohlenen zu versorgen und zu betreuen. —o— EDnUfiatm-Batolllon ®leßen (XVIII. 9) SamStag, den 4. Oktober 1924 abends 8^Ubr in der Stadt Main» Seöenlfelei Oes AusmMes MMMeU.lIlN4.Skk.M4 DaS Erscheinen zahlreicher Bat.-Slnge» höriger wird erwartet. 4. In einzlneen Fällen, in denen die Leist ungssühiakeit eines Sieucrpslichtigen trotz der für die Landwirtschaft bestehenden schwierigen Derhältnisfe nicht wesentlich beeinträchttgt ist, kann daS Finanzamt auch in den Rotgebie'en die Ein- ztehutig der nbenaernannten Steuern anordnen. Das Finanzamt hat jedoch in solchen Fällen zuvor die Genehmigung des Präsidenten deS LandeSsinanzamtS einaufroten. Diese Anordnungen beziehen sich nicht auf gärtnerische Betriebe. Bezüglich der Winzer ergeben noch besondere Bestimmungen deS Reichs- smanzministeriumS. ES ist zur Zeit noch ungewiß, ob ganz Hessen oder nur einzelne Bezirke alS Rot- gebiet bezeichnet werden, und welche Erleichterungen für die etwa nicht darunter fallenden Ge- marfungen gegebenenfalls gewährt werden. Die hessische Regierung wird dafür eintreten, daß die Reichssinanzverwaltung möglichstes Entgegenkommen zeigt. II. Kreditbcwilligung für Taatgut- beschaffung und zum Ankauf von Düngemitteln. nach Berttn-PotSva»« Bahahof akckähn. i ■ Butzbach halten Dafür fällt daS Hakten deS O-ZugeS Frantfurl Hamburg morgen» 752 Uhr in Butzbach von diesem Zeitpunkt ab weg. Die Reichsbabndirektton Fvansturt a M will damit den Butzbacher Wünschen nach einer Spätabend- Verbindung von Frankfurt Rechnung tragen. Kreis Lauterbach. * Lau terbach, 25 Sept In einer von dem KreiSdirektvr Dr. Michel einberufenen Versammlung wurde nach einem Vortrage deS Geb. RegierungSratS von Hahn für die Stadt und den Kreis Lauterbach ein Zwe igvere in vom Roten Kreuz gegründet und ferner beschlossen, die bereits bestehenden, aber bisher .schlafenden" gleichgerichteten Organisattonen, den Alice- Frauen-Derein und die Freiwillige SgnitätSkolonne vom Roten Kreuz, wieder zu neuer Betätigung zu wecken. Der Kreis Lauterbach war bislang der einzige Kreis Im ganzen Hessenlande, in dem noch keine Organisation des Roten KreuzeS bestand. Hefscn-Naffau, ♦ Fellingshausen, 25. Sept. Dieser Zage wurde hier die Gailsche Zigavren- f a b r 11 eröffnet. Auch die Firma Bock hat einen stattlichen Bau aufgesührt und wird ihn demnächst in Betrieb setzen. Bisher bestand hier nur die Fabrik von Klingspor. Dahingegen ist der uralte Bergbau fast gänzlich zum Erliegen gekommen, nachdem auch Grube „Friedberg" flillgctegl ist. fpd. Franks urt a. M., 25. Sept. Die Stadtverordnetenversammlung gab in ihrer Sitzung einem schon seit 15 Jahren schwebenden Plan zu einer großzügigen Ausgestaltung deS Riddatales im Weichbild der Stadt ihre grundsätzliche Zustimmung. Ein zuletzt aufgetauchter Plan, bie äte'berfchwemmungen bc£ Flusses durch einen Um- slutkanal zu beseitigen, wurde beworfen. Dafür soll daS Belt von Grund auf neu umgestaltet werden. und zwar so tief daß ilcbcrffutungen ausgeschlossen sind. Dem ilfer sollen Uferstraßen und Promenadenwege folgen, ferner werden Schwimm- und Badeanstalten usw. angelegt. Rach Fertigstellung der Arbeiteir, die möglichst früh begonnen werde«; sollen, wird sich um Groß-Frankfurt die R iddaus eran lag e alS dritter Promenadenring legen und in b^ug auf städtebauliche Wirkung cm ausgezeichnetes Bild geben. Die Stadt wird sich mit der hessischen Regierung in Verbindung sehen, damit auch diese, soweit die Ridda hessischen Boden durchflteßt, einen Teil der Kosten trägt Zunächst sollen für die Vorarbeiten eine Million Mark ausgewendet werden. * Marburg, 25. Sept 3m Anzeigenteil der „Oberh. Ztg." wird ein .über 80 Ar großer Obst- und Gemüsegarten ohne Pachtgeld, jedoch gegen Uebemahme der steuerlichen Verpflichtungen, airsgeboten. Sin betrübendes Zeichen der Zeitk spd. Dillenburg, 24. Sept. Dienstag abend gegen 11 llhr erschienen in bet Fahrkartenausgabe des hiesigen Bahnhofes zwn junge kräftige Leute und forderten an lei vorge- battenem Revolver die Hera uSgabe deS Kaffenbestandes. Die Beamten überließen den Räubern das Geld, insgesamt 60 Mk. Dann gingen die Kerle slüchttg. Auf die sie verfolgenden Beamten gaben sie etwa 20 scharfe Schüsse ab, die aber alle ihr Zrel verfehlten. Eine weitere Verfolgung war wegen der Duntelheit nicht möglich. Äe Räuber verschwanden in den nahen Wäldern. Sie trugen Autobrillen und waren nut Ledermänteln bekleidet. Kassel, 25. Sept. (WTB.) In einer unter dem Vorsitz deS Oberpräsidenten der Provinz Hesfen-Rassau stattgehabten Besprechung der kur- hessischen landwirtschaftlichen Organisattonen mit Vertretern der verschiedenen zustä-ndigen Behörden über die durch .Unwetterschäden hervorgeru- Jene schwere R o t lag e der kur Hess ischen Landwirte wurde eine Entschließung gefaßt, worin zunächst langfristige Kredite zu niedrigerem Zinsfuß für die Landwirtschaft gefordert werden, ferner Erlaß der Reichs- und Landes- ffeuern sowie Rentenbankzinsen, Herabsetzung der Umsatzsteuer auf die Hälfte und endlich die Erhöhung der vom Reich und Staat zur Verfügung gestellten Mittel zur Beschaffung von Saatg» treibe. la6le,Un für Langer, Äporlsleute, Raucher ■«ÄiLwwii Rahma aaargarine. ' buftecgleicfi M- Uber 600 Filialen besonderes ßofertr* wmb- öft« Medol! 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Sonntag: Eine der Großtaten der modernen geogr. Forschung, die Expedition auf den Mount Everest führt den Beschauer in das gewaltigste und unzugänglichste Gebirgsmassiv der Erde. Wahrhaft phantastische Formen, Gegenden, die noch keines Weißen Fuß betrat, mit einer uralten Kultur werden dem Zuschauer lebendig. Die Großartigkeit der Natur stellt alles in den Schatten, was je gezeigt wurde. Eine genaue Beschreibung der Expedition von den Dschungeln Indiens bis zu den eisigen Höhen des Lagers 3 an der Nordspitze ist bei uns erhältlich. 7420D IM—I . . . Der Film ist in seinem Aufbau, in dem Ausgleich seiner inneren Gegensätze mit feiner Hand gearbeitet, anschaulich und deutlich im kulturhistorischen Detail, dabei in breiten Partien voll Pathos, in anderen wieder von goldiger Heiterkeit, wie sie hunderte von sogenannten Filmlustspielen nicht aufzuweisen haben. Die Gestalt Schillers ist in treuer Anlehnung an die historischen Tatsachen zutreffend und herzgewinnend schlicht geformt. 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Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesjen)Freitag, 26. September f92f Aus dem Reiche der Frau. Kinderland. Don Marie D o u l s e t. „Ein Volk bleibt jung, so lange seine Frauen gern Mütter werden wollen." Wie oft hat Friedrich Naumann diese Mahnung in mündlicher oder schriftlicher Rede den Deutschen zugerusen! Wo das natürliche Verlangen, in Kindern das eigne Geschlecht fortzusehen, in ihnen neu aufzu- leben. noch nicht durch klügelnde Verständigkeit und egoistische Berechnung unterdrückt ist, wo die Freude an einem kräftigen Vachwuchs Opfer und Mühe noch gern tragen läßt, da ist Gesundheit, Frische, Urkraft vorhanden. Da ist K i n ö e r land. Und sind denn nicht die Kinder unser größter Reichtum? Vicht nur das beste Gut der Ns- tion, sondern auch in unferm persönlichen Leben? Wan denke sich den Verlauf der Tage und der Jahre ohne irgendwelche Berührung mit Kindern. ohne das süße Geplauder eines Herzblättchens, ohne einen Blick in ein strahlendes Kindesauge, ohne die Erinnerung an selige Zeiten, da wir mit Kindern wieder jung wurden, mit eignen oder andern uns nahestehenden — wie arm und sonnenleer wäre unser Leben! 3n meiner Erinnerung wacht ein kleines Erlebnis auf, ein ganz unscheinbares, und doch nicht ohne BÄxrutung. Es war in der düstersten Zeit der vergangenen Jahre, ein Freundeskreis war versammelt, und man sprach in tiefer Niedergeschlagenheit von dem Elend der Gegenwart und der Aussichtslosigkeit der Zukunft. Da wurde das jüngste Kind der Hauswirte hereingetragen, ein Säugling von wenigen Monaten. Das winzige Wesen lag da in seinem Kissen, still und ehrbar, und alle Versuche, ein Lächeln auf dem Gesichtchen hervorzurufen, waren vergeblich, bis es plötzlich auf die Mätzchen eines Kinderfreundes reagiert und hell aufjauchzt. Worüber jubelte das Kind? Was zauberte den Lichtstrahl auf dem kleinen Antlitz hervor? Das seiner selbst noch unbewußte Seuchen hatte instinktiv die Berührung mit einer anderen Menschenseele erfühlt, es hatte den Lebensfunken gespürt, der übergesprungen war und da m u ß t e es sich freuen, mußte es jauchzen. Lange, lange hat mir der Klang dieses Jauchzens im Ohr gelegen; dies Freudelallen eines Säuglings wurde mir zum Symbol, war es nicht wie ein trotziges, sieghaftes „Und dennoch" in dem Dunkel und der Trauer jener Tage? Cs weckte den Glauben wieder auf an Mut und Kraft und Freude. „Aus dem Munde der Säuglinge hast du ein Lob zugerichtet." 3a, in den Kindern mit ihren unmittelbaren Empfindungen, ihrer Unbefangenheit und Frische, da sprudelt noch der Urquell des LebenS, da ahnen wir etwas von den schöpferischen, geheimnisvollen Tiefen des Seins, und der Kinderfreund hat recht, der von ihnen sagt' Mit ihren eigenartigen Einfällen, ihren plötzlichen Erleuchtungen und freien Kombinationen, diesen wunderbaren Schöpfungen einer frei schweifenden Phantasie, sind Kinder der schaffenden Gottheit am ähnlichsten. Und jetzt, in diesen letzten schönen Tagen, da die Kinder aus der Enge der Stuben hinausstreben in Luft und Sonnenschein, getrieben von ihrem unstillbaren Freiheitsbedürfnis, in ungebundener 3ugendkraft und 3ugendlust — jeber Tag ein Fest für sie — da wollen auch wir Erwachsenen nicht sauertöpfisch dreinsehen, auch wir wollen schöpfen aus dem Lebensquell in unferm Innern und in Kraft und Frohsinn der Zukunft entgegengehen. Das nervöse Kind. Von Dr. W. Schweisheimer. Das nervöse Kind ist die Sorge der Eltern. Mer die nervösen Eltern sind die Ursache des nervösen Kindes. Allerdings nicht immer. Krankheit und Leiden können den Boden vorbereiten, auf dem hochgradige Vervosität, rasche Vervenüberreizung des jugendlichen Körpers zur Ausbildung gelangen. Schwächezustände nach 3n- fektionskinnkheiten namentlich nach Grippe —, das Vorhandensein von Wucherungen im Nasenrachenraum, Nachitis, Skrofulose und andere Ursachen verminderter körperlicher .Widerstands- fähigfeit ziehen auch das Nervensystem in Mitleidenschaft. Besserung tritt ein nach Behebung des Leidens, Verschwinden der Schwäche, Entfernung der Wucherungen. Die meisten nervösen Kinder sind indes nicht krank. Sie sind falsch erzogen. Aerztliche und erzieherische Einwirkung berühren sich also hier aufs engste, wie so oft in der Kinderheilkunde oder besser in der Kindergesundheitsfürsorge. Der Arzt, der ein nervöses Kind heilen soll, muh sehr oft Erzieher sein: Erzieher der Eltern. Allerlei von der Mode. Der Wechsel von der sommerlichen zur herbstlichen Mode vollzieht sich nur in allmählichem Ucbcrgang. Noch dominiert die farbenfreudige, lustigbunte Sommerkleidung in all ihrer Durchsichtigkeit und Leichtigkeit; noch sieht man in den Auslagen der Modehäuser die weihen Spitzen- gewänder für See- und Kurort in all ihrer Mannigfaltigkeit lockend ausgebreitet neben den Neuheiten ftir den kommenden Herbst. Denn jeder möchte früher als der andere wissen, was die neue Mode bringt. Vorläufig verbleibt es^bei der graben Linie, ©rablinig sind die_ Kleider, immer noch eng, futeralartig um den^Körper gespannt, doch nimmt sich die knappe Form in den Weichen, festeren, schmiegsamen Stoffen erheblich vorteilhafter aus als bei den leichten Geweben des Sommers. Man bevorzugt zu der Ausführung Velours, auch Rips und Gabardine, vor allem aber als entzückende Neuheit K a s h a und Bure, zwei schon bekannte, aber in ihrer schmiegsamen Neuaufmachung ungemein reizvolle und sicher viel gewählte Stoffarten. Auch der runde Halsausschnitt bleibt. Er hat sich durchgeseht, ist kleidsam und hat den nicht zu übersehenden Vorteil, daß er bei nur ganz un- merklicher Nachhilfe auch den hübschen Schultern einen gefälligen Spielraum bietet. Der Aermel dagegen darf auch wieder lang sein, wenigstens beim Aachmittagkleid. Eine Unterbrechung erleidet die schlanke Linie nur gelegentlich durch den bis zur Kniehöhe verrutschten Gürtel. Das Kind kann nicht schlafen. Es ist abends zu erregt. Es muß Licht beim Einschlafen haben. Die Mutter muh seine Hand halten, bis es fest eingeschlafen ist. Es kann nur schlafen, wenn das Kindermädchen, wenn die Großmutter im Zimmer schläft. Es wacht und ruft sonst stundenlang. Cs ist zu nervös. Das Kind erschrickt vor allem. Es hat diese Speise nicht, jene nur mit Zucker, diese nur mit Salz, jene nur abends, diese nur mittags. Es kann nur ruhig beim Essen sitzen, wenn man ihm eine Geschichte erzählt, wenn es dabei spielt. Sonst gibt es Aufregung, das Kind wird blaß, es erbricht sich. Das Kiill> erschrickt vor allem. Es hat Angst vor der Dunkelheit. Kann nicht allein im dunklen Zimmer bleiben. Das Licht muß brennen, sonst bekommt es Angstzustände, Kvampsanfälle. Ein Hunger mehr. Schläft die Nacht hindurch. Cs ist nicht mehr nervös. Natürlich finb die Nervensysteme der Kinder einander nicht gleich. Es gibt nervenempfindliche Kinder Eie müsten feiner behandelt werden. Beim nervenstarken Kind kann man sich eher einmal einen Fehler erlauben, ohne daß unerwünschte Folge eintritt, ohne daß es nervös wird. Die Erzählung von Schauergeschichten, wie sie von hirnberaubten „Erzieherinnen" beliebt wird, gleitet an dem einen Kind spurlos ab. Bei sensiblen Kindern klingen die Einwirkungen auf das Nervensystem das ganze Leben hindurch fort! Zweifellos kann die Anlage zur Nervosität von Geburt an vorhanden fein. Nervöse Eltern können nervenempfindliche Kinder haben. Das Verhalten, die Erziehungsmethode derartiger Eltern ist an und für sich schon vielfach am Nervös- Heimat im Bild die neue oberhessische Bilderbeilage des Gießener Anzeigers erscheint vom 1. Oktober an wöchentlich einmal kostenlos im Wechsel mit zwei Ausgaben der Gießener Familienblätter Dem Zug der Zeit gemäß wird damit eine gesteigerte Pflege des Heimatgedankens und der schöngeistigen Unterhaltung geboten. Man bestelle sofort den Gießener Anzeiger Lieferung bis Ende September kostenlos Gewitter erschreckt eS so, daß es an ganzen Leib zittert. Das Kiüd kann nicht - —, es verträgt nicht — —, es ist zu nervös,----usw. ins Unendliche. 3n Wirklichkeit könnte das Kind sehr wohl. Cs kann schlafen; kann essen; fürchtet sich nicht; es ist nicht nervös. Das Kind ist ein von unverbrauchten Energien sprühender Organismus. Es will Lustgefühle erringen. Seine Energien sucht es da durchzusetzen, wo es die toenigften Unluftgefühle findet. Seine Lustgefühle geraten aber teillveise in Widerspruch mit dem, was für die Umwelt erträglich, was zuweilen für feine eigene Gesundheit gut ist. Es muß lernen, diese Unlustgefühle innerlich zu überwinden! Das muß schon der Säugling. Er soll nachts ruhen. Soll während dieses Zeitraumes keine Nahrung bekommen. Warum? Der Mutter halber, sie muh schlafen uni> ruhen. Die stillende Muller soll neue Kraft sammeln, des Kindes halber. Magen und Darm sollen eine Pause haben. Die Unterbrechung der regelmäßigen Fütterung paßt dem Säugling nicht. Er empfindet Unlustgefühle, schreit. Die Verven der Mutter oder die schwächeren des Vaters versagen, aus Ungeduld, aus Besorgnis, aus falschem, falsch angebrachtem Mitleid. Das Kind bekommt Nahrung. Der Vorfall wiederholt sich einige- ma(e. 3eht ist das Kind gewiß, durch Geschrei seinen Willen durchzusehen. 3n der Beurteilung der Ellern und unvernünftiger Umgebung gilt es jetzt als so nervös, daß es eine Nahrungspause nicht vertragen kann, daß es vor Nervosität schreit und strampelt. Das muh man von vornherein abstellen. Das Kind darf nachts nichts zu trinken bekommen. Die Nerven der Eltern müsten einige Nächte aushallen. Dann weih das Kind: es bekommt keine Mhrung, auch durch Schreien und Strampeln nicht. Da das Kind in der Regel klüger ist als die Eltern, gibt es bann sofort nach. Schreit nicht mehr. Hat keinen Für Abendkleider gibt es märchenschöne Stoffe; neben wundervollen Seidenkrepps in bezaubernden Farbtönen gold- und perlgestickte Tülle: und Spitzen! Spitzen von den zartesten Na- delgebilden bis zur schweren Venelianerin, auch golddurchwirkte Seidenspitzen. Und hier ist trotz der beibehaltenen graben Form auch ber Phantasie freies Felb gegeben. Es gibt Zipfel unb Fabeln, tieffallenbe Dlumenranken, Fransen von Perlen unb entzückenben bizarrgefärbten, geknüpften Straußfebem. Gradlinig und ganz dem Herrenschnitt an- gepaßt sind auch die Mäntel, vielfach von doppelseitigem Stoff. Schottenmuster in bedeckten Frabtönen sind für den Herbst in besonderer Fülle zu erwarten, auch für Kostüme, bei denen vor allem die sehr viel längere 3adc auffällt. Ob nun diese zunehmende Vermännlichung der Mode bei der Frauenkleidung immer günstig wirkt oder nicht vielmehr sehr oft auf Kosten der Kleidsamkeit gehen wird, möge dahingestellt bleiben. Auch dieHutmode schließt sich dieser Richtung an. Zu der starren Linie des Mantels kommt die hohe, strenge Form des Zylinder- Hutes mit ganz schmalem, an der Seite umgelegtem Rand. Einigermaßen versöhnend mit dieser strengen Form wirken die großen, hochausragenden, oder auch weichere, über den Rand fallenden Reiher und gebergamituren. Glücklicherweise gibt es aber auch für diejenigen, die sich an Bub en köpf und Zylinderhut nicht gewöhnen mögen, ganz Weiche Gebilde, vornehmlich aus Samt, auch zweifarbig, mit losem Kops und einem werden der Kinder schuld. Aber durch die körperliche Vererbung kann schon eine nervöse Disposition der Kinder gegeben sein Es wäre nun schlimm, ja trostlos, wollte man diese Disposition allein als ausschlaggebend betrachten, wollte man daraus die Nottomdigkeit des Einttetens einer kindlichen Nervosität ableiten. ES wäre traimg, wenn jeder Mensch, der mit einer Disposition zu Tuberkulose geboren wird, eine Tuberkulose bekommen mühte. Davon Bann keine Rede fein. Zur Disposition muß noch die aus lösende Ursache kommen, ehe Krankheit eintritt. Um hier einzugreifen. muh erstens die Disposition durch entsprechende! Lebensweise gemindert werden, zweitens müssen vermeidbare Gelegenheitsursachen vermieden werden. Hier kommt zur Geltung, was man als Abhärtung des Nervensystems bezeichnet. Richtige Methode nur wird dabei Erfolg erzielen. Die körperliche Mhärtung bei krankheitsdisponierten Äinbern darf nur in richtiger Weise ^orgenommen werden, mit viel Lust und ja nicht mit dem eine Zeitlang viel angewandten kalten Wasser. Neue Schädigung ist sonst die Folge. Langsames, methodisches Vorgehen ist notwendig. Brüske Ueber- raschungen sind verpönt. Nach solchen Gesichtspunkten angewandt, wird auch die Abhärtung des Nervensystems eine vorhandene Disposition zu Nervosität verringern. Ein Teil einwirkender Schädlichkeiten (nervösmachender Gelegenheitsursachen) kann ferngehalten werden. Ein Kirch darf nicht absichtlich erschreckt werden. Das ist keine „Mhärtung", sondern eine dumme Brüskierung, deren Folgen sehr schlimm sein können. Furcht ist nicht zu erregen. Drohungen mit Maß- nahmen, die nicht ausgeführt werden oder nicht ausgeführt werden können, überschlagen sich selbst. Das hastige, unruhige Leben der Umwelt ist vom Kind fernzuhatten. Die Ernährung soll sich von Eiweißüberlastung, scharfen Gewürzen fernhatten. Genußmittel wie Alkohol sind selbstverständlich zu vermeiden. Schlaf und Ruhe müssen reichlich —m M im —— ■ i Rand, der nachgiebig ist wie die Seele der grau. Er wird ganz nach Belieben der Trägerin gebogen und kann sich schließlich ebenso mit Reiher und Federn ausschmücken, wie der Kollege Zylinder. Wie man hört, soll es übrigens für die ganze kommende Saison bei der geraden Linie verbleiben; wenigstens haben sich die Amerikanerinnen von den französischen Ueberredungskün- sten des Herrn Poiret in Paris ebensowenig betören lassen, wie die amerikanischen Männer von den Delegationen in London. Sie wollen nichts von der verkürzten Taille wissen, und so wird sich Herr Poiret ebenso wie sein ominöser Landsmann mit dem ähnlich klingenden Namen dahin bekehren müssen, daß der gerade Weg der bessere ist. 3mmerhin aber muh man ja im Reiche der Mode immer auf Überraschungen gefaßt sein. Für Haus und Küche. * Rostflecke ohne Schädigung der Gewebe aus Wäsche zu entfernen. Zitronensaft, den man mit Salz vermischt anwendet, und zwar zu gleichen Teilen: 1 Teelöffel Zitronensaft und I Teelöffel Salz. Nachdem man mit dieser Mischung die Rostflocken betupft und einige Zett wirken gelassen, wasche man die Stellen mit klarem Wasser nach. ‘ Käseschnitten. Alte Semmeln oder weißes Brot werden in knapp fingerdicke Scheiben geschnttten, ganz schnell nach und nach in mit bargeboten sein. Sexuelle Reizung auch in frühe» fiem Leben ist zu vermeiden. Körperliche Bewegung ist bei kleinen Schulkindern wichtiger als zu eifriges Tummeln des Geistes. und auch bei größeren. Andere Einwirkungen auf das Qtertxnfi)ftcm. Schmerzen, seelische Erlebnisse, Enttäuschungen usw. lassen sich nicht fernhatten Seelische und nervöse Mhärtung wird ein solches Freisein von Widerständen gar nicht wünschen können. Vicht nur Fernhattung aller Schädlichkeiten ist auch wünschenswert, sondern die richtige Anleitung zur seelischen Verarbeitung. Selbstbeherrschung der Ettern und Erzieher, Unicvbrücfung eigener nervöser Regungen, gleichmäßiges Entgegenkommen helfen auch dem aufgeregten Kind am sichersten, Vervenruhe zu bewahren und zu erlangen. Es ist wichtig, das Selbstvertrauen des Kindes am richtigen Platz zu stärken Vichts ist verfehlter, als bei jeder Gelegenheit das Selbst- bewußtsein des Kindes herabzudrücken, künstlich ein Minderwertigkeitsgefühl zu züchten. Kind- licher Wille ist nicht mit Gewalt zu brechen, sondern durch Ueberzeugung und logisch in geordnete Kanäle zu leiten. $er größte Fehler, der begangen werden kann, ist es. in Gegenwart des Kindes von feiner „Vervosität" zu sprechen - gleichgültig, ob daS Kind nervös ist oder nicht. Der Neigung des Kindes, sich als beherrschender Mittelpunkt nicht nur seiner eigenen kleinen Welt, sondern auch der Umgebung zu fühlen, wird hier in verderblicher Weise Vorschub geleistet. 3n Gegenwart eines Kindes wird man nur in ganz bestimmter, heilpädagogischer Absicht von seiner Krankheit sprechen. Das Bedauern und Mitgefühl, das sich sofort auf das als nervös bezeichnete Kind richtet, wird mit am besten dazu beitragen, es nervös zu machen, auch wenn es das gar nicht ist! Das Kind mit seiner umfassenden Vitalität meiTt augenblicklich, wie vorteilhaft eS unter UmftäitiKm sein, kann, sich in eine Krankheit „zu flüchten". Von der Nervosität der Kinder in ihrem Beisein nicht zu sprechen, wird ganz besonders dazu beitragen, die Erscheinung der „nervösen" Kinder seltener- werden zu lassen.... Wenn Kleinkinder spät sprechen lernen Mit stiller Sorge beobachten viele Eltern, daß eines oder das andere ihrer Kinder spät oder recht schwer sprechen lernen. Pflege. 'IDartung und Entwicklung sind bei dem nach ihrer Meinung zurückgebliebenen Kinde fast genau so wie bei den anderen vor sich gegangen und dennoch will das Sprechenlernen nicht einsehen. Vach der Ansicht des berühmten Kinderpsycholvgen P r e y e r ist aber spätes Sprechenlernen du rch-aus kein Feh'ler in der Entwicklung des Kindes. 3e später em Kind sprechen lernt, um so leichter würde ihm dann die Sprachentwicklung, weil dann ihr Denkvermögen schon besser vorwärts geschritten sei. Wichtig ist allerdings dann, daß das Kind, das zu sprechen beginnt, bei der Bildung von Worten und beim Suchen nach dem richtigen Ausdruck von der Mutter weitgehend unterstützt wird und das sogenannte „Datschen", auch „Ammensprache" genannt, zugleich unterbleibt. Bei richtiger Anlei- tung kann ein gesund entwickeltes, zweijähriges Kind schon über einen Wortschatz von 100 Worten verfügen. An der Mutter ist es, einer allzu raschen Sprachentwicklung insofern Einhalt zu tun, daß sie dem lernbegierigen Kinde bei der Sprachentwicklung fördernd zur Seite steht, wenn sie diesem mit niedlichen kleinen Kinderreimen unter Zuhilfenahme der Händchen zur Bereicherung seines Wortschatzes verhilft. Ein Zuviel ist aber auch hier zu vermeiden. Der gelähmte Säugling. Ein französischer Arzt hat in der Pariser medizinischen Gesellschaft einen elf Monate altera Säugling vvrgeführt, dessen linker Arm seit einem halben 3ahr gelähmt ist. Diese Lähmimg ist dadurch zustande gekommen, daß das Ktnd mit der Mutter in einem Bett schlief, wobei der Ellbogen der Mutter einen Druck auf den kindlichen Armnerv ausübte. Die Finger des armen Kleinen sind klauenartig gekrümmt, und er wirb sich der Hand nicht mehr bedienen können. Alle Versuche, durch Elektrisieren eine Besserung des Zustandes herbeizuführen, haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Wenn es sich auch um einen ziemlich fetten en Fall handelt, so ist, wie die „Umschau" ihrer Veröffentlichung hinzufügt, das Schlafen des Kindes in einem Bett mit der Mutter doch immer gefährlich; denn schon oft sind Säuglinge sogar erstickt, well sich eine Mutter im Schllaf auf sie gewälzt hatte! Wasser vermengte Mllch getaucht und aus einen Teller gelegt. Harter Käse (Emmentaler usw.) wird gerieben und mit ein bis zwei Eiern, einigen Löffeln Milch und etwas Salz zu einem dicken Drei verrührt. Kurz vor dem Backen wird eine Sette der Schnitten damit bestrichen. 3n der Pfanne Fett (am besten Pflanzenfett ober Butter) sehr heiß werden lassen, die Schnitten zuerst auf der gestrichenen und dann auf der anderen Sette schön dunkelgelb backen lassen. Als Gemüsebeilage am Familientisch ober als Beilage zum Zwischengericht bei einem reichlicheren Mahle. • Marinierte Heringe werden gut gereinigt, schichtweise mit in Scherben geschnittenen Zwiebeln. Pfefferkörnern, Piment, Lorbeerblättern in einen Topf getan. Milcher verrührt man mit Milch unb Essig zu dicklicher Saace und gießt diese über den Fisch. * Schwarzwälder Ragout. Rohe, in Scheiben geschnittene Kartoffeln vermengt man mit Salz, Pfeffer, gewiegter Zwiebel und Petersilie. Gibt eine Schicht davon in eine mit Butter ausgestrichene Form, auf diele in Scheiben geschnittenes, fettes Schweinefleisch und den Rest der Kartoffeln. Zugedeckt, läßt man im Bratofen 21/? bis 23/< Stunden langsam schmoren und schwenkt das Ragout mit einem in saurer Sahne verquirlten Ci und etwas gewiegter Petersilie durch Man reicht dazu irgendeinen sauren Salat, wie Sellerie-, Rotkraut- oder Weihkrautsalat, auch auf- geschnittene saure Gurke eignet sich als Beilage z« diesem äußerst pikantschmeckenben Gericht, Wirtschaft. * Nie Grvßhiurders-Indexziffer. Die auf den Stichtag des 23. September berechnete GrvEHandeÄ-Indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 16. September (128,6) weiter um 1.1 v. Sy auf auf 130,0 gestiegen. Von den Hauptgruppen erhöhten sich Lebensmittel von 123,3 auf 125,9 oder um 2,6 v. H., davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 115,0 auf 116,4 oder um 1,2 v. H., Iftbustrtestvffe gingen von 138,4 auf 137,8 oder um 0,4 v. H. zurück, davon die Gruppe Kohle und Eisen von 129,4 auf 128,5 oder um 0,7 v. Sy ; Inlandwaren zogen von 123,0 auf 124,5 oder um 1L v. Sy, Einfuhrwaren von 150,5 auf 157,7 oder um 0L v. Sy an. ■ Verzinsung der Rvggenrenten-- briefe der Rvggenren tenbank. Die Einlösung der am 1. Oktober fälligen Zinsscheine der von der Roggenrentenbarrk A.-G. Berlin herausgegebenen Reihen XII und XIII ihrer Rog° genrentenbriete richtet sich nach dem für die -Zeit vom 15. bis 22. September 1924 maßgeblichen Berliner Roggen-Durchschnittspreise. Dieser beträgt 10,36 Mk. je Zentner. Demnach entfällt aus 'den 10-Zentner-Brief eine Verzinsung von 25 Pfund Roggen gleich 2,50 Mk. Da die Roggenrentenbriefe im letzten Halbjahr zu einem Durch- fchnittkSurse von etwa 3,50 Mk. je Zentner erworben werden konnten, ergibt sich eine effektive Verzinsung von rund 15 v. H des Anlagekapitals. Die Reihen XII und XIII der Roggenrentenbriese der Roggenrentenbank süü> jetzt zum Handel an der Berliner Börse zugelassen und werden einschliesslich des an den Briefen befindlichen Oktober- Zinsscheines in den nächsten Tagen erstmalig notiert werden. ’ DedeutendeSteigerung deren g" lischen Kohleneinfuhr über Lübeck. Die englische Kvhleneinfuhr über Lübeck stellt sich laut Fachblatt „ Industrie-Courier" für die Zeit vom 13.—19. September auf 13 268,27 (in der Zeit vom 7.—11. Sept, auf 950,6) Donnen. * / Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. W. Mn Billionen Mart ausgedrückt. BurnoS'MrrS, London, Reu« & Japan, Rio bc Janeiro für eine Einheit, Wien mtb jeft für 100000 Em heilen, alle« übrtae für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 24. Septbr. Amtliche Geld Notierung Brief «mst-Rott. 161,79 162,61 Brss.-Antw 20,25 21,35 «hrissiania. 57,85 58,15 Kopenhagen 72,32 72,68 Stockholm . 111,37 111,9- HelsingforS. 10,49 10,55 Italien. . . 18,35 18,45 18,70 4,1) 4,21 zSicz.v * • 22,09 79,675 -N- Spanten • 65,26 65,54 Wien in D-- Oest abgesi. Ä Budapest. . Bnen-AireS Ä Ä Ä". S °S * voll Börsen kurfe •) Dom Rückzahlungswert. Frankfurter Dorfe. lln Billionen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluss- Schluh. Schluß. Schlutz. ,8 17,4 Goldschmidt........ , 11,73 11,4 11,90 11,60 Gries beimcr Electron .... 15,1 14,75 16,20 14,6 Höchster J-arbwerke...... 14,90 14,25 14,13 14,40 Holzverkohlung........ 6,10 6,1 — Nütgerswerke ......... 16,75 16,25 16,75 17,25 Scheideanstalt......... 13,9 18,90 — — Slllg. ElektrizitStS^Sesellschaft 8,5 8,25 8,60 8,50 Bergmann........... — 12,25 12,25 12,25 Mninkraflwerke ........ 8 8,25 — — Schuckert............ 36,25 26 37,31 37,5 Siemens A Halske ...... 43 44,5 44,25 Adlerwerke Kleyer ...... 2,1 2 2,13 2,1 Daimler Motoren. ...... 2,75 2,7 D 2,75 2,90 Hevliaenllaedt......... 2,1 2,1 ■■ — Megutn............. 10 10,5 0,575 1 1,5 9,25 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 0,56 1,1 12 1,45 1 1 11,70 1,35 1,4 1.3 Schuhiabrtk Herz . . .... 3,25 3,1 2,9 3,25 Sichel.............. 3,80 3,65 4 3.90 Zellstoff Waldhof....... 9,50 8,90 9,4 9,13 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 3,21 2,80 3.45 2,85 — — (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M„ 25. Sept. Tendenz: Anleihe und Aktien lustlos. — Das Menetekel „Aufwertung" löste an der heutigen Bors« eine grenzenlose Enttäuschung aus und bewirkte eine noch feiten gesehene Baisse in diesen Werten. Das Zrtteresse der Börse konzentrierte sich auf diesen Markt, der bei nervösem Geschäft unter starken Abgaben einen schweren KnvSeinbruch erlitt. Die Verstimmung wirkte nm so schwerer, weil die Erklärung des Aufwertungsausschufses des Reichstages, die dahinging, öafe der Spekulation die Roten für ihre kurstreibende Politik erdigen werden mühte, als eine Maßregel gegen die Spe- .kulativn betrachtet wird. Auch der Mvrtt für die ausländischen Renten lag schwächer. Die Baisse am Anleihemarkt wirkte auch ungünstig auf den Aktienmarkt. Immerhin waren die Aktien- märfte teilweise gehalten und widerstandsfähiger. Der Mvntamnarkt lag nicht einheitlich. Der Dank- aktienmarkt war ziemlich gehalten. Am Einheits- markt der Industriepapiere war die Haltung uneinheitlich. Ohne Geschäft und mit ftärteren Kurseinbuhen verkehrte der freie Markt. Api 2%, Decker-Stahl 0,950, Detter-Kohle 5, 'Denz 3,5, Entreprise 21. Ufa 11,25, Growag 0,165. Am Geldmarkt blieb Monatsgeld flüssig, und zwar mit 1—1 Vs Prozent. Am Devisenmarkt blieb das Geschäft ruhig. Das englische Pfund liegt eine Kleinigkeit fester und wird mit 4,47 Dollar um- gesetzt. Für Auszahlung London gegen Paris hört man 84,72 Pariser Franken, für Kabelaus- zahlung Reuyort 18,96 Pariser Franken. Die Mark wird mit 4,192 für den Dollar genannt. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 25. Sept. Die Spekulation in Anleihen hat durch die Ausführungen des Reichsfinanzministers Für Aufwertungsfrage einen schweren Stoß erlitten. Die Börse verfolgt die Vorgänge am Anleihemarkt mit äußerster Spannung und großer Zurückhaltung. Heute lag natürlich ein ziemlich bedeutendes Angebot vor, das hauptsächlich auä Kreisen stammt, die der Börse fernstehen. Die meisten bisherigen Favoriten unterlagen ziemlich heftigen Schwankungen. Selbstverständlich wirken diese Kurseinbrüche am Anleihemarkt auch auf den ohnehin schon stillen Zndustriepapiermarkt zurück. Der Ultimo, die Geldknappheit und diq bevor spenden jüdischen Feiertage ließen ein lebhafteres Geschäft nicht zu. Immerhin werden die wirtschaftlichen Aussichten der Industrie verhältnismäßig zuversichtlich beurteilt. Die Kursrückgänge am Aktienmarkt hielten sich in bescheidenen Grenzen. InMGeldverkehr herrscht eine gewisse Anspannung. Im Devisenverkehr ist die Lage unverändert. Märkte. Schwememarkt in Gießen. h. Giehen, 24. Sept. Zum heutigen Schweinemartt waren 201 Ferkel und Läufer meist i von Selbstzüchtern auf getrieben. Es wurden be- I zahtt: für Ferkel, 6—8 Wochen alt, 20—25 Mk., I 10—12 Wochen 25—30 Mk., starke Läufer 60 bis 75 Mk.. Infolge des schlechten Wetters war der Handel flau, so daß großer äleberstand verblieb. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 25. Sept. Es wurden notiert: Weizen 24,50 bis 25,50, Roggen, inländ. 22,75 bis 23,50, Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 27,50, Hafer, inländ. 22,50 bis 23,50, Mais, gelb 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 36.25 bis 37, Roggenmshl 32 bis 32,50, Weizenkleie 12,75 bis 13, Rvggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 25. Sept. Auftrieb: 20 Rinder: Darunter 3 Ochsen, 9 Färsen und Kühe, 920 Kälber, 829 Schafe, 576 Schweine. Es wurden gezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 68—75, mittlere Mast- und Saugkälber 60—67, geringere Mast- und gute Saugkälber 60—68, geringe Saugkälber 40 bis 45. Schafe: Mastlämmer und Bkasthämmsl 43—48, geringere MasthämmÄ und Schafe 32 bis 42, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 20—30. Schweine: vvllflerschige von 80 bis 100 Kilo 80—84, unter 80 Kilo 70—80, von 100 bis 120 Kiko 82—85, von 120 bis 150 Kilo 82—85, unreine Sauen und geschnittene Eber 70—78. Marktverkauf: Langjamer Handel, ausverkauft. Berliner Produktenbörse. D e r l in, 25. Sept. Am GetreDemarV:scheint eine neue Erhöhung des Roggenpreises ernzu- treten, wenigstens nannte man Roggen lob) Berlin mit etwa 23,5, aber die älntemeGmmgslust war doch erheblich verringert. Eine gewisse -Heber» sättigung des Handels soll sich in einzelnen 1 Fällen zeigen. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt 227 bis 235, Roggen, märt. 217 bis 221, Gerste, märt. 225 bis 250, nette 200 bis 210, Hafer, märt. 182 bis 190, Raps 345 bis 350, Leinsaat 440 bis 450, für je 100 Kibo: Weizenmehl 32,50 bis 35,25, RoggenmeU 31 bis 03,50, Weizenkleie 15, Rvggenkleie 13, Viktvriaerbsen Seltsame Flitterwochen. Roman von Arnold Fredericks. 5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der Brief trug keine Hnterschrift: Du voll hatte ihn sehr aufmerksam durchgelesen und wandte sich nun an Stapleton. „Sie haben vermutlich bemerkt, daß Der Ort, wo das Geld hingesandt werden sollte, Paterson in Reu-Jersey ist, die Heimatstadt der Wärterin Ihres Kindes, Mary Lanahan.' Stapleton sprang auf4 „Ich gebe zu, daß ich dies ganz übersehen habe — bei der Gemütserregung, in die mich die Geschichte gebracht hat. Was schließen Sie hieraus, Herr SutxeH ?" „Das eine, Herr Stapleton, daß Mary Lana- han mehr von der Sache weih, als sie sagen will. Vorerst behalte ich den Brief." „Iawcchl," nickte bet Bankier. „Er kann zu wertvollen Folgerungen verhelfen." „Möglich. .Unb bann, Herr Stapleton, werde ich den heutigen Dampfer nicht nehmen." „Ja aber - warum nicht?" Stapleton richtete sich überväscht in seinem Stuhl auf. „Sie wollen zwei Tage verlieren?" „Sie werden nicht verboven sein. Bevor ich fortgehe, muh ich in Paterson einige Rachfnr- schungen anfteßen. Bitte geben Sie mir, wenn möglich, die Adresse von Mary LanoHans Eltern." S-tapleton überlegte. „Genau weih ich sie nicht, Herr Duvall. Um diese Sachen kümmert stch meine Frau. Aber ich erinnere mich, gehört zu haben, daß chr Vater, Patrick Lamchau, Dlu- mengärtner in einer kleinen Gasse ist. Sie können ihn zweifellos leicht ausfindig machen. Aber ich fürchte,! Sie verlieren kostbare Zeit!" Duvall erhob sich. „Ich glaube wie Sie, Herr Stapleton, daß ich möglichst bald in Paris sein sollte^ aber Sie geben doch zu, daß einige Erkundungen diesseits vor meiner Heberfahrt unbedingt nötig erscheinen: sie tonnten uns von unschätzbarem Werte sein." Rachdem Stapleton einige Minuten geschwiegen, sagte er: „Unter den obwaltenden Hnfftän- den muß ich Ihnen Recht geben. Führen Sie Ihne Untersuchung so rasch als möglich, doch müssen wir mit dem Schiff am Samstag bestimmt abfahren I" „Ich bin pünktlich da." Duvall setzte seinen Hut auf. „Jetzt will ich ein paar Stunden schlafen und morgen früh nach Paterson fahren." Er verneigte stch gegen den Bankier und Hvdgnmn. „Angenehme Ruhe, meine Herren! Ich s.äl.50.x2.25 VI, „ &2.-.A3.- 3 Md. auf. ^6.25 srankoNachnahme. Garantie: Zurücknahme u. (Selb au- rilck,w.ntchr sehrgut J. A. Nehmitz Tabakfabrikate Bonn a. Rhein, Brllbergafse 39. Gegründet 1896. Fabrik-Niederlage: Carl Buss Kirchenplatz 9 - Telephon 331 Generalvertreter für West- und Süddeutschland. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 14. Okt. Beginn neuer Kurse WÄ 13 ».Sporthose für grobe Ftflur, an verkaufen bet 02**3 Imit.Kamelhaar-Dmsehlag- SChUhe Leders*ohlo 995 in guter Ausf., Gr. L 36-42 4.96,4.45,8.75, “ Sportleder-Derbystielel kräftige Qnalitm • QC lehrnrakLScheliÜetel /j<™ Größe 31—35 5.95 4 Größe 27-30 1 7404a MARKE „S.-H.“ >nb Spiel. ?nt”> 1885 ts-, ans T SUt. SUt1? 1. 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