Nr. 200 Erscheint täglich, sicher Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-Vezuaspreis: 2®olömarh u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüße: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: ri^eigerSiehen. postschecktonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt 174. Jahrgang Dienstag, 26. August 1924 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Vberheflen Druck und Verlag: Bruhl'sche Univerfitäls-Buch- und §teindruckerei R. Lange in Liehen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer big zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mro Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20'/. Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil. Ernst Dlumschein;filr den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Die Deutschnationalen für Ablehnung und Regierungwechsel. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 26. Aug. Von b-e st informierter Seite wird uns mitgeteilt: Die deuffchnatio- nale Reichstagsfraktion dürfte ihre endgültige Entscheidung in der Hauptsache davon abhängig machen, ob es möglich sein wird, im Falle einer Ablehnung der Londoner Abmachungen durch eine neu zu bildende deutsche Regierung, in der die Deutschnationalen vertreten wären, neue Verhandlungen mit der Entente einzuleiten. Die deutschnationalen Führer dürften nach dieser Richtung hin Rücksprache mit den Vertretern der andern Parteien suchen. In den Kreisen der Deutschen Vvlkspartei und des Zentrums lehnt man diesen Vorschlag ab. Man erklärt, daß man zu den Londoner Abmachungen stehe und von der Reichsregierung erwartet, daß sie auf jeden Fall am 30. August die Llnterschrift unter das LondonerPrvtokoll setzt. Infolgedessen wird sich nunmehr die deutschnationale Reichstagsfraktion darüber klar werden müssen, ob sie bei der Abstimmung auch die Ausführungs- gesetze ablehnt und damit die Reichstagsauflofung zur Tatsache werden lassen wird. Kundgebungen für die Annahme des Londoner Protokolls. Es liegt auch heute eine solche Fülle von Meldungen über Kundgebungen vor, die Regierung und Reichstag auffordern, die Annahme der Londoner Abmachungen mit allen Mitteln durchzusehen, daß wir uns den wörtlichen Abdruck der Meldungen infolge Raummangels versagen müssen. In der Pfalz haben der Kreisausschuh des deutschen Gewerkschaftsbundcs namens der 30 000 Arbeitslosen und 17000 Kurzarbeiter der Pfalz, ferner dec Oberbürgermeister von Ludwigshafen namens aller pfälzischen Städte Kundgebungen erlassen. Ebenso fordert die Handelskammer Wiesbaden, der Rheinische Städtelag Köln namens des Verbandes der Stadt» und Landkreise des besetzten Gebietes, ferner der Hansabund, der deutsche Deamtenbund und eine Reihe politische Organisationen die Annahme der Gutachtengesetze und Abmachungen. Die französische Kammer ratifiziert den Vertrag mit der Türkei. Paris, 26. Aug. (WTD.) Die Rachtsihung, die um 1.40 Uhr zu Ende ging, hat mit 410 gegen 71 Stimmen die Ratifizierung des Lausanner Vertrages gutgeheißen. Die nächste Sitzung findet .heute nachmittag gegen 3 Uhr statt und bat einige kleinere Vorlagen zum Gegenstand. Englische Stimmungsmache gegen die Anleihe. Berlin, 26. August. Die englischen Wir^tschafts- und Finanzkreise setzen ihre Stimmungsmache gegen die 600-Millionen- Anleihe an Deutschland mit großer Schärfe fort, indem sie neuerdings Der ächte über angeblich schlechte Aussichten der Anleihe verbreiten. Wie wir hören, wird sich die Reichsregierung daher veranlagt sehen, durch den deutschen Botschafter in London ernste Vorstellungen bei der englischen Regierung zu erheben. Die Faschisten im Kamps gegen das Deutschtum. Rom, 25. Aug. (WB.) Im Ministerrat wurde beschlossen, die bisherige deutsche Rormalschule in Bozen eingehen zu lassen, weil sie überflüssig und weil die deutsch-sprachigen Elementar schulen a llmählich alle verschwinden sollen. Anstelle der deutschen Rormalschule soll ein italienisches Unter* und Obergymnasium in Bozen errichtet werden. Kritische Lage an der polnischrussischen Grenze. Warschau, 25. Aug. Die Blätter berichten aus den Ostgebieten über neue bewaffnete Zusam men stötze zwischen dortigen Banden und der Polizei und Militär. Die „Gazeta Po- ranna" sagt, die bisherige Untersuchung habe festgestellt, daß in den Ostgebieten territoriale Auf stände geplant seien. Eine lebhafte, von der So wj etregierung unterstützte Agitation sei unter den Weißrussen und Utrainern bemerkbar. Man muffe zugeben, daß sowohl im russischen wie im litauischen Grenzgebiet offen davon gesprochen werde, daß jeden Augenblick ein Aufstand ausbrechen 15 nne- Die Aussprache im Reichstag. Das „Nein" der Deutschnationalen. Die Frage der Freigabe der Abstimmung bleibt offen. — Die 5. P. D. für Neuwahlen. — Demokraten, Zentrum und Dolkspartei für Annahme. - Die Lage noch nicht geklärt. Auch der gestrige erste Tag der Besprechung der Regierungserklärung im Reichstag hat die notwendige Klärung der politischen Lage nicht gebracht. Zwar hat der Führer der Deutschnationalen mit lauten Worten der deutschen Delegation das Mißtrauen seiner Fraktion ausgesprochen, aber es wird nicht wenig Kenner der parlamentarischen Gepflogenheiten geben, die in diesem Kanonendonner die Deckung des Rückzugs aus der Sackgasse sehen, in die der deutschnationale Parteiwagen geraten ist. Denn das bessere Rezept hat auch Herr Hergt nicht vorzeigen können, und daß in einem neuen Wahlkampf das deutsche Voll nach den Erfahrungen seit dem Wahlmai dieses Jahres nicht die lautesten K ri- tifer als die tüchtigsten Staatsmänner ansehen, sondern den lebendigen Sperling von London der fettesten gemalten Akunftstaube vorziehen würde, braucht nicht besonders erklärt zu werden. Cs ist deshalb nicht verwunderlich, wenn das maßgebende deutschnationale Organ, nachdem der nach Der Schwerindustrie orientierte Flügel der deutschnationalen Presse schon feit einigen Tagen die im Parteileben so häufige „Wandlung" vollzogen hat. trotz der gestrigen heftigen Vorwürfe des Herrn Hergt erklärt, „daß die Deutschnationale Volkspartei den 21. Artikel der Verfassung respektiere, der besagt, die Abgeordneten seien Qkrtretcr des ganzen Volkes, und ihrem Gewissen unterworfen und an Aufträge nicht gebunden." Außerdem betont die „Kreuzzeitung", daß niemand so scharf wie Dr. Helf fer ich den Fraktionszwang bekämpft habe. Man wird, da auch die „Deutsche Tagesztg." mit der Annahme der Dawesgesetze rechnet, trotz allem affo ^nen positiven Abschluß der ReichStags- t-ebaZe erwarten können. Zumal nicht nur der Druck des besetzten Gebietes und der deutschen Wirtschaft die Einsicht in die Notwendigkeiten der Gegenwart stärken dürfte, sondern auch die Erwägung, daß letzten Endes eine Ablehnung an der Entwickelung der Dinge gar nichts ändern wird. Denn — und Dr. Marx hat es gestern auch klar ausgesprochen — im schlimmsten Falle wird die Regierung am 30. August die Londoner Abmachungen unterzeichnen und von dem neu zu wählenden Reichstag nachträglich sich die Genehmigung erteilen lassen. Berlin, 25. Aug., 12 Uhr mittags. Bei der Besprechung der Regierungserklärung erhält als erster Redner das Wort der Führer der Deutschnationalen, Abff. Hergt Er erinnert daran, daß vor der Londoner Konferenz der deutschnationale Redner erklärt habe, die Zeit für ein Vertrauens- oder Mißtrauensvotum sei erst nach der Rückkehr der deutschen Delegation gekommen. Die deutsche Delegation ist zurückgekehrt und heute sind wir Deutschnationalen zu unserem Bedauern leider genötigt, der Regierung unser Mißtrauen nach den verschiedensten Richtungen hin auszudrücken. Mißtrauen empsinden wir gegenüber dem Verhalten der deutschen Delegation in London, gegenüber dem Ergebnis der Londoner Verhandlungen und nicht zuletzt gegenüber den Reden, die vorgestern von den drei Vertretern cec Regierung hier gehalten wurden. Diese Reden waren gegen die nationale Oppofftion gerichtet. Gab es denn keine Möglichkeit, mit der nationalen Opposition zum Zwecke einer erfolgreichen äußeren Politik zusammenzukommen? Wir können es nicht billigen, wenn immer wieder das besetzte Gebiet gegen ganz Deutschland aus- oespielt wird. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnationalen.) Die deutsche Delegation ging unter verhältnismäßig günstigen Bedingungen nach London. Freilich konnte die deutsche Regierung als Minderheitsregierung nur dann die nötige Stärke besitzen, wenn sie zu der nationalen Oppofftion in das rich 11 g e Verhältnis kam. Untere nationale Opposition war die größte Stärke für die deutsche Delegation in London; ihr hat sie die Erfolge zu verdanken, die sie in gewissem Umfang erreicht hat. Als wir die Ausdehnung der Ruhrbesetzung auf ein weiteres Jahr als unannehmbar bekämpften, da standen wir damit nicht allein. Das „Berliner Tageblatt" und die „Rationalliberale Korrespondenz" sagten dasselbe, bis über Rächt die deutsche Delegation umf ieL In London wurde diel zu diel Rücksicht auf die Person Herriots genommen. Richt Personen, sondern die Völker haben miteinander zu verhandeln. Macdonald, Der,auf die deutsche Delegation zu u stei Herriots einen Druck ausübte, hat an Deutchland viel gut zu machen; er fängt damit schon mit nach- träg lichen Erklärungen an. Wir vermis'en auch die richtig? Ausnutzung der Stellungnahme der Bankiers. In der F.ist von einem Jahre kann allerhand Pas irei, w n i man neue deutsch? Berf h ungen konstruiert. Es kann auch ein französischer Reglernngswech el ei x» treten. Am 1. Oktober sind wir verpflichtet, in handelspolitische Verhandln gen mt Frankreich einzutreten, älnd dabei steh: noch der Feind im Land! (Hört, hört, rechts.) So lange noch ein Franzose widerrechtlich im Lande steht, 1 müssen alle handelspolitischen Verhandlungen a b- gelehnt werden. (Beifall rech.s.) Die französische Zusage für eine Räumung des Düsseldorfer Gebiets ist viel zu unbestimmt. Macdo - nalb hat in feinem Brief an Herriot den Rechts- standpunlt so betont, wie es eigentlich die d e u t- s ch e Regierung hätte tun müssen. (Sehr wahr! rechts.) Durch die jüngsten Erklärungen Herriots in der französischen Kammer ist in rechtlicher Beziehung eine gewisse Te s rung erngetreten, nicht aber in tatsächlicher Beziehung. Es rächt sich jetzt die in der letzten deutschen Rote ausgesprochene Zustimmung zur M i I i t ä r fon t ro l le. Der Reichskanzler als treuer Rheinländer hätte für die altbesetzten Gebiete erreichen müssen, daß die schikanöse Auslegung des Rhein- landabkvmmens aufhört.- , Die Kriegsschuldfrage hätte an den Anfang der Londoner Konferenz gestellt werden müssen. Der Redner kritisiert dann die Einzelheiten des Dawesgutachtens. Das deutsche Volk werde auf die Stufe eines afrikanischen Regervolles herab» gedrückt. (Beifall rechts.) Die versprochene Kredithilfe werde nur eine Scheinblüte der Wirtschaft herbeiführen mit nachfolgendem Katzenjammer. Den Deutschnationalen bleibe daher kein anderer Weg als die Ablehnung aller Gutachtengesetze. Wenn dann die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werde, so sei durchaus nicht alles aus, sondern dann entstehe nur die Rotwendigkeit, dah von neuem verhandelt werden muß. Schließlich würde auch das Ausland seine Geschäfte lieber abschließen mit einer Regierung, der auch die Deutschnationalen verpflichtet sind, als einer Minderheilsrdgierung, die sich stützt auf die Mitte und deren älnterschrift auch den internationalen Bankiers kaum besonders wertvoll erscheinen wird. Das Ziel unserer Opposition ist die Herbeiführung neuer Verhandlungen mit einem für Deutschland günstigeren Ergebnis. Abff. Dr. Hilfcrding (S.) vermißt eine genauere Erklärung des deuffch- nattonalen Redners darüber, wie die Deutsch- nationalen ihre ablehnende Haltung bei der entscheidenden Absttrnmung betätigen wollen. Die Wandlung in der außenpolitischen Situation sei erst erkennbar, wann man an die politischen Pläne erinnere, die Poincarh entwickelt hat. Das Londoner Derhandlungsergebnis ist keine sozialdemokratische Lösung, keine Lösung vorn Standpunkte der Arbeiterschaft. Trotz aller Mängel und Fehler ‘ des Gutachtens bietet es die einzige unmittelbare Möglichkeit einer Lösung der bestehenden Schwierigkeiten. Es ist eine ungeheuerliche Demagogie, wenn Herr Hergt behauptet, die Annahme deS Gutachtens würde die jetzt vorhandene deutsche Souveränität vernichten. Bei der Ablehnung würden doch die Lasten der Micumverträge und alle anderen die Wirtschaft bedrückenden Lasten bestehen bleiben, soll doch Deutschland jetzt schon jährlich 2 Milliarden bezahlen, ohne Kredithilfe, ohne eine Zusage der Räumung des Ruhrgebiets. Das Kabinett Cuno hat, von den Deutschnationalen unterstützt, sogar eine jährliche Zahlung von 2Vs Milliarden unter Verpfandung der deutschen Eisenbahnen angebolen. Während S t i n n e s seinerzeit die Auslieferung der deutschen Eisenbahnen an eine internationale Gesellschaft betrieb, ist in London erreicht worden, daß die Reichsbahn ein v o llkvmmen deutsches älnternehmen bleibt. Durch eine Ablehnung würde der Reichstag die öffentliche Meinung der ganzen Well gegen Deutschland einnehmen und Deutschland isolieren. Wir wünschen die schnelle Durchführung des Dawesgutachtens; aber ein Preis für die deutschnationale Zustimmung, der Preis des Bürgerblocks wäre zu hoch, denn er gefährdet nach unserer ganzen öleberzeugung das Friedenswerk. Dieser Reichstag mit seinem kommunistisch-deutsch- nationalen Block ist arbettsunfähig. Er muß weg. Der Wahlkampf muh den Entscheidungskampf bringen zwischen den Freunden einer demokratischen und friedlichen Entwickelung und ihren Gegnern. Wir wollen kämpfen und wir werden, siegen. Abff. Dr. Kaas (Z.) betont, alle Parteien seien sich einig in der Auf- fassung, daß das Londoner Derhandlungsergebnis weder mit den Wünschen noch den berechtigten Forderungen des deutschen Dolles übereinstimmen. Gegenüber der bisherigen Rechtslage nach dem Londoner Ultimatum sind aber in London zweifellos unbestreitbare Verbesserungen erreicht worden. Die Opposition hat in keiner Weise beffere Wege zeigen können. Unbestreitbar ist der Erfolg, den wir mit der (Beteiligung eines Amerikaners an der Reparations- kommiffion erreicht haben, ebenso mit der Einführung des schiedsrichterlichen Gedankens. Trotz schwerster Bedenken gegen die Durchführbarkeit des Dawesgutachtens in einzelnen Teilen werden meine Freunde die Haltung der Regierung billigen und die Dorlaoen annehmen. Dieser Entschluß ist uns nicht leicht geworden, aber ein Rein würde in diesem Augenblick bedeuten die Zerschlagung der letzten Kräfte der deutschen Wirtschaft; es würde vor allem bedeuten die Preisgabe des besetzten Gebiets. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum) Bei der gegenwärtigen Blutleere unserer Wirtschaft würde eine Ablehnung des Gutachtens und damit die Vereitelung der ausländischen Kredithllfe über Deuffchland eine Kreditkrise herauf beschworen, der die deutsche Wirtschaft erliegen mühte. Wir glauben auch die Folgen, die sich aus einer Ablehnung für Westdeutschland ergeben müßten, nicht verantworten zu fornten. Die Bilanz des Ruhrkampfes nötigt das Rheinland, sich dagegen zu wehren, daß noch einmal mit unzureichenden Mitteln ein aussichtsloser Kampf begonnen wird. Der Jllusionspolllik der Deutschnationalen werfen wir uns im besetzten Gebiet mit aller Energie entgegen. (Beifall im Zentrum.) Was in London vereinbart wurde, ist kein Definitivum sondern ein Anfang. Wir werden die Regierung in einer Entschließung ersuchen, auf dieser Grundlage energisch weiterzuarbeiten, vor allem auch im Jntmesse des altbesehten Gebiets. Trotz der bekannten Stellungnahme Herriots hat General de Metz bereits wiederum Fühlung mit den pfälzischen Separatisten genommen für den Fall einer Ablehnung des L ondv ner Abkommens. (Hört, hort!) Lins leitet bei unserer Polllik das Be- stneben die deutsche Reichseinheit za sichern. (Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Cnrtius (D. Volksp.) erklärt für seine Fraktion: Wir halten eine Ablehnung des Gutachtens für unmöglich. Wir werden einstimmig die Regierungsvorlagen annehmen. , Wir tun das nicht freudigen Herzens und sind über das Londoner Ergebnis in vielen Punkten enttäuscht und erbittert Wir sagen dem Ausland, daß London nicht ein Abschluß sein darf, sondern daß wir das uns jetzt verweigerte Recht noch fordern werden. Die Polllik der Deutschnationalen lehnen w i r ab. Ihre sieben Punkte haben ihren Zweck erfüllt; jetzt gehören sie der Geschichte an. Wir aber wollen Zu- kunstSpolitik treiben. Wenn das Dawes- gutatDTm abgelehnt wird, so zieht eine ungeheure unmittelbare Gefahr für unfere Wirtschaft herauf. Die Annahme ist entschieden das kleinere Hebet Die mit der Ablehnung für Deutschland verbundenen Gefahren könnten wir nur auf uns nehmen, wenn das ganze Volk hinter der Ablehnung steht und wenn die Opposition einen besseren Weg zeigen könnte, was nicht geschehen ist. Wenn die Deutschnationalen ablehnen, so müssen sie sich über die innerpolitischen Konsequenzen ihrer Haltung jetzt schon klar werden. Wir würden es sehr bedauern, wenn auch noch dieser Riß durch das Bürgertum gehen würde. Für die Annahme des Londoner Abkommens spricht aber auch der Unrftanb, daß London die erste Etappe ist auf dem Weg des Wiederaufstiegs und der Befreiung Deutschlands. Mll der Annahme des Londoner Abkommens werden den Poinccrristen die besten Trümpfe aus der Hand geschlagen. Ihrem Imperialismus gegenüber ist jetzt ein anderes Frankreich da, das seine Hauptaufgabe in der inneren Konsolidierung Frankreichs sieht. Es darf auch nicht unterschätzt werden, was die sofort zu räumenden Gebiete für uns bedeuten. Die Räumung der Dortmunder Zone ist nicht bloß eine Geste, sondern sie bedeutet eine wichtige erste Etappe der Ruhrräumung. Es ist die Aufgabe unserer Regierung, dahin zu wirken, daß recht bald die weiteren Etappen folgen. Ruhr und Rhein sind die wirtschaftlichen Herzkammern Deutschlands. Die Ablehnung des Gutachtens würde sie als Reparattonsprovinz Preisgeben und wir würden damit den Kampf um den Rhein aufgeben. Dazu hat keine deuffche Regierung ein Recht. (Beifall.) Deuffchland hat nicht das Recht, ein lebendiges Glied von seinem Körper ab- zutrennen, nein, wir wollen als ganzes Reich die Lasten der bisherigen Repcwationsprvvinz übernehmen. Rur so können wir den deutschen Rhein und die deutsche Freiheit wiedergewinnen. Abg. Wulle (Nat.-Soz.) bezeichnet vdas Londoner Abkommen als ein zweites Versailles. Der Reichskanzler habe freilich bei einem Presseempfang den Wunsch ausgesprochen: „Zurück zum Versailler Vertrag" Es darf im Ausland nicht die Meinung auf kommen, daß das deuffche Volk sich mit dem Versailler Vertrag abgefunden hat. Im Londoner Pakt ist die deuffche Souveränität hingegeben worden für ein Versprechen. Die Nationalsozialisten lehnen einmütig die Ge» sehenttourse ab. Sie erheben Protest gegen die ungeheuerliche Versklavung Teuffchlands, zu der uns die Kata» strophenpvlitik der Erfüllung geführt hat. Abff. Erkelenz (Dem.) meint, die nationalistische Hetze in Frankreich nrt Deutschland arbeiten einander in die Hände; di< Zugkraft dieser nationalistischen Hetze läßt aber merklich nach Wie Poincarö in Frankreich fo 1 Haden auch die deutschen Itattonaliftert abgetotm schäftet. Es ist außerordeittlich schwer, sich mit dem Bleiben der militärischen Besatzung im Ruhr- gebiet abzufinden. Die Aussicht auf ihr Verschwinden ist aber von großer seelischer Bedeutung für die Bevölkerung an der Ruhr. Wir Rheinländer sind den Herren, die in London verhandelt haben, zum allergrößten Dank verpflichtet. Die Rede Herats zeigt die junkerliche Einstellung seiner Partei. Er hat den Westen und das besetzte Gebiet preis gegeben. Das Londoner Ab- kommen befriedigt uns nicht, aber wir betrachten es als eine wichtige Etappe auf dem Wege zu einer besseren Zukunft. Reben diesem Repara- tivnsabkommen brauchen wir nun ein zweites Reparationsabkomm en zwischen den deutschen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. (Beifall bei den Dem.) Reichskanzler Dr. Marx wendet sich scharf gegen einige Bemerkungen des Abg. Hergt, die gegen den Reichspräsidenten den Vorwurf enthalten, er habe seine Amtsbefugnisse überschritten und parteiisch gehandelt. Diese durchaus grundlosen Angriffe seien eine bedauerliche Verletzung der notwendigen Achtung vor der Dtaatsautorität und dem Staatsoberhaupt. Dem Abg. W u l l e gegenüber betonte der Reichskanzler, die deutsche Reichsregierung versäumt keine Gelegenheit, Aufklärung über die K r i e g s - schuldfrage zu schaffen. Das kann aber nur auf dem Wege streng historischer und wissenschaftlicher Forschung geschehen. (Gelächter rechts.) Mtt diesem Gelächter werden Sie die Welt nicht überzeugen. (Beifall bei der Mehrheit.) Die Vertreter der Opposition waren nicht in der Lage, einen anderen Weg als das Dawesgutachten zu weisen. Ehe Sie das nicht können, muh ich mir Ihre Kritik verbitten. (Lärm rechts.) Abg. Wulle hat sich schlecht unterrichtet gezeigt, wenn er behauptet, wir hätten uns in der Frage der Ruhrräumung mit einem unverbindlichen Versprechen begnügt. Tatsächlich ist die Zusage der Ruhrräumung nicht nur in dem bekannten Briefe des französischen und des -belgischen Ministerpräsidenten gegeben, sondern ist auch durch verschiedene protokollarische Feststellungen Gegen st anddes Vertrags geworden. Die deutsche Reichsregierung ist entschlossen, in boller Loyalität und in friedfertiger Gesinnung das Dawesgutachten durchzuführen und sie rechnet dabei auf die Linierstützung des Reichstages. (Beifall.) Wir legen Wert darauf, dem deutschen Volke über unsere Lage volle Wahrheit zu verschaffen. Das deutsche Volk hat darunter gelitten, daß das nicht immer geschehen ist. (Lebhafte Zustimmung) Durch Fanfaren- und Trompet^Geschmetter wollte man das Volk in eine Begeisterung treiben, die unmöglich anhalten konnte. Ich sage nochmals ganz offen, ich sehe die Entwickelung der Dinge äußerst pessimistisch an. Wenn das Dawesgutachten abgelehnt und der Londoner Vertrag gescheitert ist, dann scheint mir allerdings alles aus zu sein. Zu der Hoffnung aus neue Verhandlungen gehört ein Optimismus, den ich nicht teile. Die Opposition arbeitet heute mit den Begriffen der Gerechtigkeit und der öffentlichen Mein un g der Welt. Als ich vor einiger Zeit vom Weltgewissen, von der Gerechtigkeit and der öffentlichen Meinung sprach, da wurde ich gerade von der rechten Seite mit Hohngelächter empfangen. Eine Ablehnung des französischen Räumungsvorschlags in London hätte 'eine geschlossene Einheitsfront der» alliierten Mächte in London gegen uns geschaffen. Das ist uns überzeugend ilar gemacht toofben. Richt die deutsche Regieruig schließt die Alliiertenfront zusammen das geschieht vielmehr durch Reden wie die des Herrn Wulle. Die Rationalisten im französischen und deutschen Parlament werfen sich gegenseitig die Dalle zu. (Abg. v. Gräfe: Jammervolle Mätzchen!) Wir haben dem französischen Ruhrräumungsvorschlag erst zugestimmt, nachdem auch die Räumung d s Sarklionsgebiets und der Dortmunder Zone und die Zurückziehung der französischen und belgischen Eisenbahner zugesagt war. Eins muh ich den Rationalsozialisten sagen, wenn es mit ihrer Agr- taion, wie sie in letzter Zeit getrieben wurde. Die weiteren Worte des Reichskanzlers gehen unter in dem tosenden Lärm, den die Rational- sozialisten mit drohend erhobenen Fäusten voll- führrn. Man hört Rufe wie: Wir nehmen den Kampf auf. Erst nach geraumer Zeit fügen sich die Rattv- nalsozialisten den Bitten des Vizepräsidenten Dr. Rieher, die Plätze wieder einzunehmen. Der Reichskanzler fortsahrend: Wenn Hergt uns vorwirft, wir hätten nicht die Bankiers zur Verstärkung unserer Position in London ausgenuht, so weih ich nicht, wie sich das mit seiner Berufung auf den sieghaften Rechtsgedanken verträgt. Außerdem hätte die Heranziehung der Bankiers die Konferenz sicher zum Scheitern gebracht. Wir hätten nicht freiwillig unterschreiben dürfen, sagt Herr Hergt, aber wir hätten uns einem Diktat fügen sollen. Wenn wir uns in London einem Diktat gebeugt hätten, so möchte ich einmal sehen, wie wir bei unserer Rückkehr empfangen worden wären von der „Deutschen Zeitung" und der „Kreuzzeitung", die zu meinem Bedauern in der letzten Zeit geradezu demagogisch eingestellt ist. Wir haben freiwillig unterschrieben und wir sind bereit, am nächsten Samstag freiwillig zu unterschreiben. (Hört, hört! rechts), weil wir damit den Weg beretten zur wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands und zur Defteiung eines großen Teils des besetzten Gebietes. (Lebhafter Deif. der Mehrheit.) Abg. Pflüger (Bayer. Volksp.) bespricht die Mängel des Londoner Abkommens, kommt aber trotzdem äu dem Schlüsse, daß trotz der schweren Lasten die Gesetzentwürfe angenommen werden müssen, weil sie immerhin dem besetzten Gebiet wesentliche Erleichterung bringen. Dr. Bredt (Wirtschftl. Vereinig.) erklärt, daß das Londoner Abkommen zwar kein Medikament sei, das uns Heilung bringe, es müsse aber angenommen werden, weil es die Aus- rechterhalttrng unserer Wirtschaft ermöglicht. Rachdem Abg. Kunze (Deutschsvzialist) den ablehnenden Standpunkt seiner Parteifreunde zum Ausdruck gebracht hatte, vertagt sich das Haus auf Dienstag 11 Llhr: 2. Lesung der Gut- cchtengefetze, Schluß 11 Llhv» Aus aller Welt. Das Sängerbundesseft in Hannover. Hannover, 25. Aug. (WTD.) Hannover, estlich geschmückt, steht im Zeichen des 9. Sänger- bundesfestes, zu dessen Feier sich 40 000 Sänger ein gesund en haben. Die Reihe der festlichen Veranstaltungen ist am Sonntag vormittag mit einer Aufführung im Stadion eingeleitet worden, wo unter Leitung von Prof. W o h l g e mu th (Leipzig) zehntausend Sänger Chöre zu Gehör brachten. Der Bundesvorsihende Rechtsanwalt Friedrich List hielt eine Ansprache, die in ein Gedenken an unsere Gefallenen ausklang. Am Rachmittag bewegte sich durch die reichgeschmuck- ten Straßen der Stadt nach der Stadthalle ein brach und in wenigen Minuten sank. Der holländische Schifter, seine Frau und 3 Kin - der, die sich während des Zusammenpralls in der Kajüte befanden, ertranken. Die Auslieferung des Erzbergermörders Schulz. Budapest, 25. Aug. Die deutsche Regierung hat an die ungarische Behörde heute ein Ansuchen um Einleitung des Auslieferungsverfahrens gegen Förster-Schulz gestellt. Im Sinne dieses Antrags hat der Anklagesenat beschlossen, daß der Beschuldigte auf Grund des Auslieferungsbegehrens von der Regierung in Haft genommen bzw. behalten werde. Diese Haft ist auf 6 Wochen beschränkt, und in dieser Zeit muß über das Auslieferungsbegehren, das durch das Justizministerium auf diplomatischem Wege zu erledigen sein Bilderweitbewerb öesGießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Obechessen, sowie aus den Gießen benachbarten preußischen Gebietsteilen. Die Aufnahmen sollen möglichst bstdartig fein. StMetM KuKttaÄmerr kommen m NetrmÄi: Don interessanten Lauten in Städten und Dörfern, von Hausergruppen, von schönen Straßenansichten, von Häusern, Kirchen und Denkmälern mit schonen Laumgruppen, von Bürgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Die Bewertung wird durch ein Preisrichterkollegium erfolgen, dessen Zusammen- setzung noch bekanntgegeben wird. Dev evsie Meiis beSEL .... 100 GoLdmavk Des Zweite Veeis beteägt ... 80 OvldmaeZ Des dvitte Vveis betvSgt ... 60 GoldwarE Bee vtevte Äseis betvöst ... £0 GowmavS' Dee Wrrfis «sreös betvagi ... Z0 OoldmavS Des sechste Meis betsSst... 20 OEmaM 4 «rreßse- ke............ *0 Goldmavk 50 TvostNveise- Ze........ s Goldrrravk srntzevdem behaLten wie rms vos- wetteve seeksrrete NhowsvarMerr srr evweeÄen. Oie mit Preisen bedachten und käuflich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschließliche LenutzungS- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Zeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Die unaufgezogenen Lichtbilder können auch von früheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Die Einsendungen sind mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderwettbewerb des Gießener Anzeigers" versetzen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwort und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Ort, Haus, Straße, Schloß, Ruine usw.) sind auf dessen Rückseite anzugeben. Oie genaue Anschrift des Einsenders ist in geschlossenem Briefe beizufügen, dessen Umschlag das Kennwort tragt. Wev HuLeVste GZrMe-smmssLeVmkrr tst dev 15* Gevt. d. Zs. Oie Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuflich erworbenen Lichtbilder findet nach Schluß der Ankäufe statt. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. Festzug der Sänger, dessen Vorbeimarsch nahezu vier Stunden dauerte. Zur gestrigen Danner- Weihe hielt. der preußische Kultusminister Doelih in der er zunächst die Teilnehmer aus dem Saargebiet und dem besetzten ® e b i e t ft.w'e die österreichischen Sä ger mit beond.rer Herzlichkeit begrüßte. Der Minister fi'h e u. a. aus, Lied und Gesang bi[ eteir das geisti e Band, das alle Deutschen, wo |ie auch woh en, unlöslich zusammenschließe als Glieder des gleichen Volkstums. Doelih wies darauf hin, daß die Schulreform dem Schalge'ang uyd dem Scfub» mujikunterrich' die eifr g le Pflege zuwende, un auf diese Weise auch ihrerseits zur Förderung der deutschen Sä gerbünde l-izu ragen. Aach de Fortbildungskurse zu Chordirigen en in den staatlichen Mujikbildangsanstalten, z. D in der H ch- schule für Mwik und in der Charlottenburger Akademie für Kirchen- und Schulmusik sollten demnächst unter Hevanzi hu.:g anerkannter Fachleute dezentralisiert werden. Richt ülebersteige- rung der technischen Leistungen und der Zahl der Wettstreite sei das Ziel, sondern die Pflege des ursprürrglichen schlichten Liedes, in dem sich das ganze Fühlen und Sehnen des deutschen Volkes offenbare. Das Säi g rbu d.sfest Ie,e ein deutliches Zeugnis davon ab, daß di> ersten Schritte zur Verwirklichung dieses Zieles ke e'.ts getan seien. Der Minister schloß seine Ansprache mit der Zusage, daß die preußische Staats cegie- rung diese Bestrebungen mit aller Kraft unterstützen und fördern werd». Bei der Bundesleitung des Sängerbundesfestes ging folgendes Telegramm des Reichspräsidenten ein: Den /.um ersten Male seit dem Kriege wieder zum Bundrsfest versammelten deutschen Sängern entbiete ich herzlichste Grüße. Die deutsche volkstümliche Kunst und die Liebe zu Heimat und Vaterland hatten in der deutschen Sängerschaft stets eine gute Pflegestätte; ihrer bedürfen wir in den schweren Tagen der Gegenwart erst recht. So Wunsche ich Ihren Bestrebungen und Ihrem Dundesfest von Herzen den besten Erfolg. Den Vereinen aus Rheinland und Westfalen übermittle ich in banfbarer Anerkennung all dessen, was sie für das Deutschtum im besetzten Gebiet taten, meinen besonderen Gruß und herzliches Willkommen. Begrühungstelegramme sard'en ferner der Gesangverein „ Fidelio" aus Chicago und die deutsche Kolonie in Mexiko. Eine Katastrophe auf dem Rhein. Auf dem Rhein in der Rühe von Duisburg löste sich ein Kahn von einem Schleppzeug los. Er wurde von der Strömung gegen ein vor Anker liegendes Schiff geworfen. Der Anprall war so stark, daß der Kahnmittendu rch- wird, entschieden werden. In erster' Reihe wird die Frage erledigt werden, ob es sich um einen gewöhnlichen oder politischen Mord handelt. Auch Tillessen in Budapest? Budapest, 25. Aug. (WTB.) Der deutsche Gesandte hat dem ungarischen Minister des Aeußem eine neue Rote übersandt, in der er um nähere Mitteilungen über die Vernehmung des angeblichen Heinrich Schneider ersucht, der nach Ansicht der deutschen Behörden wahrscheinliche mit dem anderen Mörder Erzbergers, T i l l e s e n, identisch ist. Absturz eines Verkehrsflugzeuges. Wittenberg, 25. August. (WTB.) Das Flugzeug D. 149 der Aero-Loyd- A.-G. ist heute gegen mittag infolge einer Gewitterböe au der Fahrt Berlin—Hof im der Rähe von Wittenberg abgestürzt. Der Führer des Flugzeugs wurde schwer verletzt in das Wittenberger Krankenhaus gebracht. Ein Passagier wurde nur leicht verletzt, das Flugzeug verbrannte. . Wettervoraussage Wenig wärmer, wollig bis heiter: mit leichten Regenfällen muh gerechnet werden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. Aug. 1924. Sommer will scheiden. Der Sommer will scheiden. Langsam rüstet er sich zum Abschied. Auf den Feldern klingen die Sensen, stehen in Reihen wie die Soldaten die Stiegen, vor den gähnenden Scheunentoren stampfen und stöhnen die Dreschmaschinen. Dort füllen sich die Säcke mit dem edlen Gut, das wir so recht in seinem Werte schätzen lernten, als der Hunger mit großen Schritten durchs Land zog, durch alle Gassen und Winkel schlich und an alle Türen pochte. Heute klingt sein Ruf längst nicht mehr so gebieterisch, leiser ist fein Tritt geworden, und zaghaft klopft er nur noch an die Türen, die schon von jeher sein Stammquartier waren. Das sind die Wohnungen der Armen und Aerm- sten, wo ungeschaut und daher ungekannt von der großen Welt Rot und Elend in den dumpfen Winkeln verborgen hocken. Vor einem Jahre noch zogen die Aehrenlefer in Strömen hinaus auf die Felder, kamen mit der Eisenbahn aus den Großstädten aufs Land, bepackt mit Säcken und Körben und leider nicht selten auch mit Messern und Scheren. Die Rot war groß, und mancher, der sich seither ehrlich durchs Leben geschlagen hatte, ist dort zum heimlichen Dieb geworden, wo Gelegenheit sich bot, Rahrung für sich, für die Familie zu beschaffen. Wir denken der vielen Zwi- fchenfälle, die sich auf den Aeckern ereigneten, wo Die Aehrenlefer oft zu Hunderten, mie Heu- chreckenschwärme über die Felder herfielen, die noch nicht zum Aehrenlesen freigegeben waren. Gott sei Dank! — Diese Zeit ist vorüber und möge nicht wieder kommen! Heute trifft man nut noch vereinzelte Aehrensucher auf den Feldern, und das sind meist solche, die es aus Gewöhn- heit tun. Auch sie künden uns, daß der Sowmer ich rüstet, Abschied zu nehmen. Als wir noch Kinder waren, war die Zeit i der Stoppelfelder für uns eine köstliche Zeit. Tag ür Tag zogen wir hinaus und freuten uns, wenn der Wind recht flott wehte: denn dann liehen wir die Drachen steigen in die blaue Luft des Himmels hinein, und unsere Phantasie malte es sich aus. wie es Wohl sein möge, wenn wir selbst so hoch in der Luft schweben und auf die Mutter Erde herabblicken könnten. Manchem ist dieser sehnliche Wunsch erfüllt worden, als vor zehn Jahren der Krieg durchs Land jagte und die Männer zu den Fahnen rief. Als Flieget hat da mancher ehemalige kleine Drachenfreund die Erfüllung seines Wunsches — und den Tod für die Heimat gefunden. . . . Die Schwalben, die Bringer und Verkünder der schönsten Zeit des Jahres, rüsten sich allmählich zur Abreise. Sie sitzen schon wieder in großen Scharen auf den Leitungsdrähten und neuerdings auch auf den Radioantennen.und halten ernste Besprechungen über die weite' R^fte nach dem wärmeren Süden, oder sie üben sich fleißig im Dauerfliegen, um die Muskeln zu stärken für den langen, anstrengenden Flug über die Alpen bis tief nach Italien hinein. Ihr letztes Gezwtt- cher will uns sagen: Sommer rüstet sich, Abschied zu nehmen. Der BilderweLLbewerb des,,(Bießener Anzeigers". Zur Erlangung guter Lichtbilder aus unserer. Heimat fordern wir in dem heutigen Blatte zu einem Wettbewerb auf. Jeder, der Rattir und Kunst liebt und pflegt, nimmt einzelne Stellen oder Bilder aus feiner Umgebung, aus feiner Ratur in sich auf, die er immer wieder betrachten, die er auch so festhalten möchte, daß er sie nicht wieder vergißt und andern übermitteln» könnte. Wer nicht nur des Wanderns wegen läuft, sondern auch aus Freude an einer schönen Umgebung, dessen Blick wird mit der Zeit geschärft für das bildartig Abgeschlossene in der Ratur. Kann und will er solche Stellen, die wir einmal Motiv nennen wollen, auf der Platte fest halt en, so wird er versuchen, diesem Motiv die beste Sette abzugewinnen,' er wird das aus allen möglichen Richtungen betrachten mit und ohne Apparat, bis er die günstigste Stelle zur Aufnahme festgestellt hat. Einige Beispiele mögen hier angeführt sein. Den Gleiberg haben wir von allen Setten bestiegen und betrachtet. Dieser Tage begingen wir den Hohenweg über die sieben Hügel und hatten an einer Stelle einen so wunderbaren, geschlossenen Blick auf die Burgruine zwischen den grünen Baurn gipfeln, daß wir gerne das „Dttd" festgehalten hätten. Wie gebannt standen wir einmal, als wir auf dem Wege nach Eisenbach in der Rähe der Försterei plötzlich das Schloß in wunderbarem Ausbau und in prächtiger Stimmung inmitten des Grüns, mit, den alten Eichen im Vordergründe vor uns liegen sahen. Solche „Bilder" prägen sich unauslöschlich ein. So möge jeder, der es kann, am Wettbewerb teilnehmen, sein Bestes geben, damit viele andere an den von einigen erschauten Schönheiten unserer Hettnat teilnehmen, sie nachempftnden können. Auf zur Tat, zur vielseittgen Beteiligung in dem Bewußtsein, andern eine Freude zu. bereiten, in ihnen die Sehnsucht nach eigenem Erschauen der schönen Plätze zu wecken oder ihäen die Augen für die Schönheiten in Ratur und Kunst der Heimat öffnen zu helfen. Gtctzener Wochenmarktpreise Es kosteten: Butter Pfd. 2—2,10 Mk., Käse Pfd. 60 Pf., Eier Stück 14 Pf., Wirsing Pfd. 15 Pf., Weißkraut Pfd. 15 Pf., Rotkraut Pfd. 25-30 Pf., gelbe Rüben Pfd. 8-10 Pf., rote Rüben Pfd. 10 Pf., Spinat Pfd. 30 Pf., Römischkohl Pfd. 10 Pf., Dohnen Pfd. 20—30 Pf., Blumenkohl Stück 1—1,50 Mk., Sglat Stück 8 bis 10 Pf., Salatgurken Stück 10—50 Pf., Ein- machgurken Stück 4 Pf., Endivien Stück 10—30 Pf., Ober-Kohlrabi 8 Pf., Rosenkohl Pfd. 30 Pf., Tomaten Pfd. 20 Ps., Zwiebeln Pfd. 20 Pf-, Lauch Stück 10 Pf., Rettich Stück 10 Pf., Sellerie Stück 20-30 Pf.. Pilze Pfd. 15-20 Pf., Kartoffeln Pfd. 5 Pf., Falläpsel Psd. 5 Pf., Aepfel Pfd. 20—25 Pf., Birnen Pfd. 8—30 Pf., Brombeeren Pfd. 50 Pf., Zwetschen Pfd. 25 Pf., Mirabellen Pfd. 30—35 Pf., Reineklauden Pfd. 25 Pf., Honig Pfd. 25 Pf., junge Hahnen Stück 1 Mk., Suppenhühner Pfd. 90 Pf. * ** Die an st eckende Gehirn-Rückenmarkentzündung der Pferde (Dornasche Krankheit) ist laut einer Verordnung des Reichsministers des Innern ab 1. September im Volks- staat Hessen anzeigepflichtig. ** Vortrag der Landwirtschafts' kämmer. Am Sonntag, den 31. August 1924, nachmittags 3 ülhr, findet in Langsdorf (Oberhessen) ein Vortrag der Landwirtschaftskammer über „O b st ba u. m z u ch t, Sorten- wahl und Anlegung von Klebgürtel" statt. Referent ist Obstbauinspektor Wiesner- Gießen. " G e m e in d e f e i e r der Markus- gemeinde. Von wundervollem Wetter begünstigt hielt am Sonntag nachmittag die Markus- gemeinde ihre Gemeindefeier auf der Liebigs- höhe. Es war eine so starke Beteiligung aus allen Kreisen der Gemeinde, daß selbst der große Saal mit dem Vorsaal nicht alle Besucher aufnehmen konnte, sondern viele noch im Garten Platz nehmen mußten. In großem Zug mit buntgeschmückten Kränken zogen die Kinder der Kinderkircke und die Mädchenvereinigung durch die Staat zur Feier. Im Ramen des Kirchenvorstandes begrüßte Kirchenvorsteher Weller mit herzlichen Worten die große Versammlung, darauf wechselten gemeinsame Lieder und Musik, Deklamationen von Alter und Jugend, Reigenspiele von Kindern der Kinderkirche wie der Iungmädchenver- einigung und Aufführung eines Hans-Sachs- Schwankes durch den Wartburg-Verein in bunter Reihe miteinander ab. Eine besondere Freude für alle Kinder war die Drehelverteilung, welche auch diesmal wieder durch freundliche Zuwendungen von Gemeindegliedern ermöglicht war. Es war ein schöner Feiernachmittag der gesamten Gemeinde, so daß Kirchenvorsteher Horst am Schluß allen Mitwirkenden und Erschienenen frohbewegt danken tonnte mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß auch diese Feier das Gefühl der innigen Zu- 1 sammengehörigkett unserer Markusaemeinde ftätN sührung einer, des einen Ham Weise ein ante rnein. i^c Llten schlag 2 ^Ämngsbe st-» die t» < yiMi' sind, .Lun- n£iit °kr 5, gesltttt yni Weises A ausiL-en ' -AS SSÄ* L Pvsia' Sä den Segens «f fSSÜ Heber den D LE srtg äS- indieM-ds i Strass^ i den SntscheidlM: Urteils -ms, do hei einem umu Verkäufer I Händler durch die Ware vn - derDeiterv deren Hand beim Käufer K Srohhande Veräußerer, fr ils einem Grv - Tage- Eta-tchrain: i funlhaus, Lob- Zirkus Äluwc — Stak darauf hinget ffellung des! Tante" Hei Sächsischen La Dinier- als ju. gastiert. -Sr'e.H digt für den 31. Decg° und Spr Lt £ Dietz kicher llngs tag nadmiitoj vergnügten sich mir Epeerw traf dqs recht derart fchwe: sofort dngenoi mk dassette e g. Stein große Kirche i sie bei Begin festes übersül Pfarrer Sta, der Weise. T. Schulklasse uni Mie Mreick gesangverc MÄ®. Snn« d-r t ÜLfotai Aul lang > J e|he 5 desiens 60 Mi belebende Ab Kalbhenn aus bekannter Gemeinde, W von den ^lich betvi Wmlung mied fonttrajon ff A wr sä’ tvllrde W cin; des q n^.?lle ger unabsehbar gewesen. 24. 8. 1924. und Segen gewirkt hatte, unter zahlreicher Be- der teiligung der Gemeinde und seiner Amtsgenossen sich zur letzten Ruhe bestattet. 3n der Riederlegung | übe Vertreter: Adolf Schmidt« Gießen, Telephon 1086. Dom Fliegerlager auf der Wasserkuppe. Don dem Sonderberichterstatter des „Gieß. Anz." Wasserkuppe, 23. 2Iug. Allmählich scheint das Wetter so zu werden, dast man dabei fliegen kann. Es ist auch nach- gerade Zeit geworden. Denn aus Mangel an Beschäftigung war der Meßtrupp langsam, aber sicher im Begriffe, ans einem M e st trupp zu einem, na, sagen wir E st trupp zu werden, wenigstens nach dem durch keinerlei Sachkenntnis getrübten Urteile unbefangener Besucher. In Wirklichkeit arbeitet der Mesttrupp auch, wenn nichc geflogen wird. Die Aufgabe des Meßtrupps ist ja eine doppelte. Einmal soll er der Sportleitung die zur Bewertung der Flüge unbedingt nötigen Daten liefern, nämlich Entfernung zwischen Startstelle und Landungspunkt, Höhenverlust falls die Landungsstelle tiefer liegt als die Startstelle, Höhengewinn, wenn die Landungsstelle höher iegt, und die höchste während des Fluges erreichte Höhe. Daneben ist für längere Flüge ein Bild der ganzen Flugbahn erwünscht, das in die Karte des Fluggeländes einzuzeichnen ist. Diese Angaben werden fortlaufend von einigen Mitgliedern des Meßtrupps, dem sogenannten Aus- werttrupp so zeitig geliefert, dast spätestens am nächsten Vormittag die Sportleitung im Besitze liebtheit des Gewählten. 1' Allendorf a. d. Lda.. 23. Qlug. Gestern nachmittag wurde auf dem hiesigen Friedhof der Im 66. Lebensjahre verstorbene Lehrer i. R., Heinrich Adam, der 15 Jahre in Rüddinysh^u en und. 31 Jahre an der hiesigen Schule mu Treue Kirche und Schule. Evangelische Kirche und soziale Frage. Es verdient weithin bekannt zu werden, gerade auch in Arbeiterkreisen wie die evangelische Kirche Deutschlands sich in der Gegenwart anders zur sozialen Frage stellt als früher, und starken sozialen Sinn zeigt. Die groste Kundgebung des evangelischen Kirchentages zu Bielefeld, hinter dem bekanntlich alle deutschen Landeskirchen stehen, hat gezeigt, dast man kirchlicherseits zwar vor allein auf einen Ausgleich widerstteitender wirtschaftlicher Interessen hinwirkt, aber daneben ein volles Verständnis hat für die gegenwärtige Rot des Arbe tterstandes und die berech ig en Forderungen der A beitneh- mer unterstützt. Auf dem vom Zentralverband der Landarbeiter (christl.-nat.) einverase- nen Schlesischen Landarbeiter tag za Breslau erschien der neue Geieralsaperintendent von Schlesien, D. Schian, and sprach eindrucksvolle Worte üher die sozialen Aufgaben der evangelischen Kirche. Z-i den Worten eine soziale Tat: Die evangelisch-!atherische Landessynode in Mecklenburg hat beschlossen, die im vorigen Jahr aufgelegte Kirchenanleihe zum vollen Betrag nach dem Goldwert am Tage der Zeichnung aufzr- toerten. Heber den Begriff Kettenhandel herrscht in Handelskreisen noch vielfach älnklarhett. Rach der Preistreiberei-Derordnung wird wegen Kettenhandels bestraft. wer vorsätzlich den Preis für Gegenstände des täglichen Bedarfs dadurch steigert, dah er sich in eigennütziger unwirtschaftlicher Weise als Zwischenspiel in die Kette des Warenumlaufes einschiebt. Der 1. Strafsenat des Reich sg e r ich ts führt in den Entscheidungsgründen eines kürzlich erlassenen Urteils aus, dah Kettenhandel auch begeht, wer bei einem unnützen Zwischcmhandelsgeschäft als Verkäufer tätig wird. Wenn der Einzckl- händler durch besondere Umstände gehindert ist, die Ware im Einzelhandel abzustohen, liegt in der Weiterveräuherung an einen anderen Händler weder beim Verkäufer noch beim Käufer Kettenhandel vor. Sie ist aber als Groh Handelsgeschäft anzuschen. Der Deräuherer, der einen höheren Gewinn nimmt ils einem Großhandelsgeschäft entspricht, begeht Preiswucher. Zur Begehung von Kettenhandel genügt jede Mitwirkung zur Herbeiführung einer Sachlage, bei der an die Stelle des einen Händlers in gemeinwirtschastswidriger Weise dn anderer tritt. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. StadttHxtter: 8 älhr „Charleys Tante". — Rundfunkhaus, Löberstcaste: 8‘/2 äähr Musikabend. — Zirkus Aluwoe: 8 älhr 'Vorstellung. — Stadttheater. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dast in der heutigen D>r- stellung des bekannten Schwankes „Charlehs Tante" Herr Julius BastL (früher an der Sächsischen LandeSbühne) auf Anstellung für den Winter- als jugendlicher Komiker und Bonvivant gaftiert. — Die „Hessische Bilde rbüh ne" kündigt für den 31. August die Aufführung des neuen Berg- und Sportfilms „Berg des Schicksals" an. Landkreis Gn'st. ch Wieseck. 26. Aug. Ein bebauet» sicher älnglücksfall ereignete sich am Sonntag nachmittag auf dem hiesigen Pfarch f Dort vergnügten sich Angehörige des War.burgve eins mit Speerwerfen- Ein unglückliche. Wurf traf das rechte Auge des Ludwig Hof, das derart schwer verletzt wu de Last nach der sofort vorgenommenen äl bersührung in die Klinik dasselbe entfernt werden muhte. g. Steinbach, 24. Aug. Obwohl die hiesige große Kirche viele Hundert Menschen faht, war sie bei Beginn des heutigen Deianatsmisftons- festes überiüUt. Im Festgottesdienst predigte Pfarrer Staubach-Watzenborn in begeisternder Weise. Mehrstimmige ' Gesänge der ersten Schulklasse unter Leitung des Lehrers Haas, sowie zahlreiche Darbietungen des Kirchen - gesangvereins aus Watzenborn, der unter Führung seines bewährten Dirigenten, des Finanzbeamten Sommer- Watzenborn, mindestens 60 Mitglieder stark, erschienen war, boten belebende Abwechslung. Das Posaunenguintett Kalbhenit aus Grohen-Duscck wirtte ebenfalls in bekannter Meisterschaft solistisch wie in Begleitung des Gemeindcgesanges mit. Llach einer einstündigen Kafseepaus< während derer die zahlreichen Gäste von den Bewohnern Steinbachs sehr gastfreundlich bewirtet wurden, begann die Rachrer- sammlung wiederum in der gefüllten Kirche. Hier sprachen Dekan Ga stm a n n - Kirchberg und Missionar Spaich zu der Gemeinde. Als das letzte stimmungsvolle Lied des Kirchengesangvereins „Schon die Abendglocken klangen", verhallt war, war es wirklich fast Abend geworden und der Örtsgeistliche Pfarrer Krämer konnte mit herzlichen Dankosworten das Fest, das jedem Teilnehmer dankbar in Erinnerung bleiben wird, beschliesten." Das Resultat der Festtollekte wird nach Feststellung bekanntgegeben werden. t Treis a. d. Lda.. 25. Aug. Bei der gestern dahi r flat gefundenen Beigeordnetenwahl wurde IvAnnes Becker XII. mit 255 S immen gewählt. Ein Ge enkccndidat war nicht aufgcflellt werden, ein Zeichen von der allgemeinen Bezahlreicher Kranze drückt»: >icy ote Liebe uno Verehrung aus, die der Verstorbene allenthalben genost. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. Im Vorort Oberrad gerieten in der Rächt zum Montag vor der Wirtschaft „Zum kleinen Haferkasten" junge Burschen in Streit. 3m gleichen Augenblick sprang von einer vorbeifahrenden Straßenbahn der 22jährige Bäcker Heinrich 3 o r - dan ab und wurde gegen seinen Willen in die Auseinandersetzungen hineingezogen Hierbei stteh ihm der 22jährcge ßeDerarbcitec Heinrich Holder aus Offenbach ein Messer mit solcher Wucht in die Brust, dah er tot zusammenbrach. Der Täter warf das Messer fort, wurde ater fest genommen. Rach hartnäckigem Leugen gc, flanb er heute nachmittag die Bluttat ein. Der mit ihm verhaftete Fuhrmann Georg Müller wurde wieder entlassen. Kunst und Wissenscyast. Zweifache Promotion eines Blinden. An der Universität Heidelberg hat der aus Heilbronn stammende Blinde Krämer inne - halb vier Wochen vor der Philosoph! chen und juristischen Fakultät zum Dvttor promoviert, und zwar beide Male: Magna cum laude. Jen und vertiefen möchte, llntet frohen Liedern zog bann die Jugend unter Anschluß vieler Gemeindeglieder wieder zur Stadt zurück. ♦* Kinderzuschläge. Einen Kinderzuschlag erhalten nach den neuesten Desoldunäs- Vorschriften die Reichsbeamten für jwes unterhaltungsberechtigte Kind. Als solche gelten eheliche und für ehelich erklärte sowie an Kindesstatt angenommene Kinder, ferner Stiefkinder, die in den Hausstand des Beantten aufgenommen sind, und endlich uneheliche. Ein Beamter erhält' für ein uneheliches Kind den Zuschlag aber nur, wenn seine Vaterschaft durch Urteil fest- gestellt oder in einer öffentlichen Urkunde anerkannt ist, und wenn er das Kind in seinen Hausstand ausgenommen hat oder auf andere Weise nachweislich für seinen vollen .Unterhalt aufkommt Verheirateten weiblichen Beamten werden die Kinderzufchläge für gemeinsame Kinder nur gewährt, wenn der Ehemann bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung des standesgemäßen Unterhaltes der Familie diefe zu unterhalten Dasselbe gilt für Stiefkinder, die zugleich unterhoktungsbevechttgte Kinder des Ehemannes sind •• Postanweisungen nach Chile. Dom 1. September an find Postanweisungen nch Chile zugelassen. Meist betrag 100 amerikanische Dollar, mit vorübergehender Beschränkung auf den Gegenwert von 100 Rentenmark. Postanweisungen aus Chile nach Deutschland sind schon seit einiger Zeit zugelassen, sie werden ebenfalls auf amerikanische Dollar ausgestellt. ** Kettenhandel und Preiswucher. >n boten. rPJ* onb >n z Feldern, Seit । )rz'Ken dir S Mmels » aus. )eitnal flefun- ^^rkünder lebet in gr , nundneue°- «.Httn n "ach " lleihjg u starken für ''diesen dtes TeiNj, s'ch, Mschied Halbzeit verettS 3 Tore vorlegen. Der scharfe Gegenwind machte ein exaktes Zuspiel und damit einem flachen Kombinationsstil für V. f. V. zur Unmöglichkett. Rach gemeinfamen Anstrengungen gelang es schließlich Mandler bureb »radjp tigen Schuß das erste Tor für V. f. B. zu buchcm Rach der Pause änderte sich das Bild. Wahrend der als Helfer erhoffte Rückenwind ausbliev, entfaltete die V. f. D.-Mannschaft unter Führung ihres Mittelläufers S ch n ü r l e ein glänzendes Kombinationsspiel, demzufolge Schnurle nach präzisem Pah mit nachfolgendem energischen Alleingang ein weiteres Tor erzielen konnte. Die Folgezeit gehörte fast ausschließlich D. f. D. und nur dem sonderbaren Pech war es zuzuschreiben, daß V. f. D. mir noch einmal durch S t e g e r den Ball zwischen die Pfosten Fechenheims drücken und dadurch das Resultat auf 3:3 stellen konnte. — Die 2. Mannschaft schickte am gleichen Tage dieselbe Mannschaft der Kur Hessen -Marburg mit 1:0 nach Hause, während die 1. 3ugend der als spielstark bekannten 1. Ingen dm annschast Germanins Frankfurt ein unentschiedenes 2:2 ab trotzen konnte. Zuletzt sei noch der 4:1- ©icg der 2. Jugend gegen die gleicht von Kurhessen-Marburg erwähnt. Alles zusammen ein erfreuliches Zeichen der Gesamtspielstärke des Vereins, erzielt durch intensives, unter bewährter Leitung stehendes Training. — Hierbei sei auch noch der Pokal der 2. Iugendmannschäft erwähnt, den diese vor 14 Tagen von einem Turnier inUlrichstein mtt nach Hause brachte. Dom 71. Feldbergfest. Das Foldbevgfest hatte diesmal den größten Besuch, da nicht weniger als 1800 Turner und Turnerinnen aus verschiedenen Gauen am Sonn- tagftüh zum Kampfe um den Eichenkranz antraten. Wie so manchesmal bei Feldbergfesten mußten auch diesmal die Wetttirner manchen Regenguß übet sich ergehen lassen, so dah es zu verwundern war, dah es überhaupt möglich war, die ganzen Kämpfe durchzuführen. Carl Reuter vom Turn-Verein v. 1846 errang unter 683 Teilnehmern im Vierkampf-Män- ner-Oberstufe mit 81 Punkten den 9. Sieg. Als eine besondere Leistung des Turners Reuter ist der 10v-Meter-Lauf in 11 Sek. (25 Punkte), und Weitsprung 6,40 Meter (24 Punkte) zu erwähnen. Ferner wurden in der Oberstufe Sieger: Willi G a r t e n s ch l ä g e r (68 P.), Frz. Sauer (66 Punkte). A. Kreiling (64 Punkte). H. Trechsler und W. Müller (56 P.). In der Iugendstufe errangen die Turner Vetter und Guhot den 8. Sieg. Weiter gingen noch die Turner C. Reih, W. Reih, Ehr. Ziegler, H. Wullau, H. Eidmann, E. Rage! und Schwab als Sieger hervor. Die Turnerin Lina Hau- b a ch erhielt unter 210 Teilnehmern den 15. Sieg Rund um Darmstadt. Das Radrennen „Rund um Darmstadt" wurde vom Frankfurter Willi Stroh gewonnen. Fußballlampf Sparta-Prag gegen F. C. Riirw berg 3 :2. mb gers". T Meter, ien Pfette «i x Aadn mti) * GteHm .a"s seine, nder betrach, le, dah er sie u übermitteln 's wegen läuft, : schöllen Um. ,&it geschärft m der Aatur. >ie wir einmal alte sesthalten, vttd die beste as aus allen mit und ohne :cHe zur Aus- nspiele mögen rg haben vir rächtet. Dieser Iber die sieben M so tvunder- öurgruine M- »tz wir gerne Die gebannt «m Dege nach cei plöhllch das und in präch- rüns, mit den »r uns liegen h ummslöschllch m Wettbewerb it tnde anberc chvnheitm un° mchsrnden 8m- en Beteiligung Freudr zu.fr- ch eigenem Ev- cken oder ihiien in Aatur und cksen. ktpreise 2,10 All, W , Dirs'mg M Avüraut W. 8-10 % rote 30 Pf, Dömisch- fb. 20-30 Pf, Sglat Stück 8 0-50 Pf, Ein° >n Stück 10-30 ohlPfd-NJ. n Pfd- 20 Pf, 10 Pf, Sellene 5—20 Pf, d 5 Pf, Aepsel -30 Pf,?r°7 i w 20 S' emeklrmdenM y Hahnen Stuck Pf. XmpSS :en&rtmW 31W Arf , Sangsaar' M-iorrtschasts lt, Sorten' Klebgurlel J Wiesner , Alarlu.s' Wetter W' t bumge^, unD Kind« zur die $7,; 6e* ixÄA’ : tn» J, S^^Ädchenve^ ncS M-B- cd teiggefchwindi gleit von 104 Metern tn der Minute. Diese Leistung wird dadurch besonders bemerkenswert. dah sie mit einem Motor von nur 4,5 P. S. Aennleistung erreicht wurde. Die ganze Frage des Kleinflugzeuges oder des Segelflugzeugs mit Hilfsmotor ist eine reine Motorensrage. — Für den Zuschauer war die .lieberlegenbeit des von Übel benutzten englischen Dougla smvtors über den von H e n t- zen benutzten S. u. H.-Motor zweifellos, so bedauerlich diese Tatsache an und für sich fein mag. Ratürlich sind auch die Eigenschaften des Flugzeugs sehr wesentlich für den Erfolg. Trotz des verhältnismäßig guten Flugwetters starten erst am Rachmittag einige Ma!- schinen. „Konsul", der Darmstädter mit Fuchs als Führer führte einen fast halbstündigen Flug vom West hang der Wasserkuppe aus, der ihn bis 12'/» Kilometer von der Startslelle führte. Dabei überflog er mehrmals den Startplatz. Die zahlreichen Zuschauer, unter denen durch seine rege Anteilnahme besonders Prinz Heinrich auf siel, jubelten ihm begeistert zu, wenn er dicht Über dem Löhlstein hinstrich und in eleganten Kurven am die Kuppe flog. Schließlich kam er in etwa 8 Kim. Entfernung außer Sicht und landete bei Lütter, dicht an der Straße Lütter — Ried. Schön war auch der Flug von „Romerike Berge" (Wuppertal), geführt von Kegel. Rach etwa 10 Minuten landete er in fast 6 Kim. Entfernung bei Remerzmühl, westlich Poppenhausen. Während dieser Flüge kreuzte gleichzeitig übet mit seiner Motormaschine. Aber er ver- ! mochte kaum, die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zu lenken. Jeder hatte wohl das Gefühl, dah in diesem Augenblick die lärmende Motormaschine durchaus nicht in die Landschaft paßte. Der Eindruck eines segelnden motor losen Flugzeuges ist jedenfalls viel erhebender. Instinktiv fühlt man, daß hier- die größere Kunst vorliegt. Gegen 9 Uhr abends wurde das Lager durch anhaltendes Läuten der Feuerglocke sowie laute Rufe ,. Feuer" aus beschaulicher Ruhe aufgeschreckt. In einem Flugzeugzelte war auf bisher noch nicht geklärte Weise Benzin in Brand geraten. Doch gelang es den herbeigeeilten Helfern rasch den Brand zu löschen. Immerhin ist eine Würzburger Motormaschine teilweife verbrannt. Zum Glück blieben die übrigen Flugzeuge sowie das Zelt selbst unbeschädigt, und weiter stand dieses Zelt an der Leeseite des Lagers, falls es an der Luvseite gestanden hätte, wäre die Gefahr für das ganze La- Heute vormittag soll der Zielflug für die Flugzeuge mit Hilfsmotor stattfinden. Wie wir erfahren, herrscht in Kissingen, dem als Ziel bestimmten betannten Badeorte, schönes Wetter, die Zuschauer ftrömen in Scharen zum Flug- gelanEe, zwei Junker s Flugzeuge sind bereits eingetroffen, nur — hier kann niemand starten, da dichter Rebel die Kuppe einhüllt. ...zig Autos haben sich bereits hier oben ihrer 3nsas- fen entledigt und versinken hübsch langsam im älrschlamm unseres Lagers. Die erwartungsvollen und hoffnungsftohen Schlachtenbummler drängen sich auf den wenigen begehbaren Stellen in der Umgebung der Baracken und Zelte zusammen. Dazu macht unser Ober-Laubftosch sehr wenig erfreuliche Prophezeiungen für den weiteren Verlauf des Wetters. Dr. H M. In Rürnberg gelangte heute das Fußball« Wettspiel Sparta-Prag gegen F. C Rürnberg zum Austrag. 3n der ersten Spielhälfte waren die Prager dank ihrer besseren Technik im Vorteil, so haft bei Halbzeit das Spiel für Prag 2:0 stand Erst in der zweiten Spielhälfte gelang es den Rürnbergern rrach hartem Kampf, zwei Dore aufzuholen, während die Prager in derselben noch ein drittes für sich verbuchen konnten, so daß das Spiel mit einem 3:2-6ieg für Prag endete. Neuer Weltrekord Rademachers« Beim internationalen Schwimmfest M. 21. C. Budapest verbesserte Rademacher, Hellas- Magdeburg, den Weltrekord im Brustschwimmen über 200 Meter auf 2:51. Er unterbot gleichzeitig die Welthöchstleistung über die 200-Vard- strecke. Reue Zeit 2:35,6. Heber 800 Meter erzielte der Darmstädter Berges mit 11:21 eine neue deutsche Höchstleistung. Das internationale Sportfest des S.C.G> Berlin, 24. August. Das Stadion hatte heute einen großen Tag. Zehntausend Zuschauer hatten sich durch den drohenden Regen nicht abhalten lassen, dem Zusammentreffen zwischen dem deutschen Kurz- streckenmeister H o u b e n mit Sarr (Australien) und Porrit (Reuseeland), die zur Zeit für die schnellsten Läufer gehalten werden, beizuwohnen. Rach einigen Vorläufen traten v. Rappard (Schweiz), Porrit, Carr, Houben, Most und Pampe, in dieser Reihenfolge von innen nach außen, zum 100-Meter-Lauf an. Der Start gelang sofort. Houben schoß sogleich in Front, hatte bei 50 Meter bereits einen Vorsprung von einem Meter, den er im Endspurt auf 2 Meter vergrößerte. Carr, der zweite, konnte Porrit gerade noch um einen halben Meter hinter sich lassen. Die Zeit von Houben war 10,6 Sekunden. Der deutsche Meister hat damit das Ergebnis von Gothenburg glänzend bestätigt. Die Riederlage von Porrit gegen Houben wirft außerdem ein bezeichnendes Schlaglicht auf den 100-Meter-Lauf der Pariser Ochmpiade. — Roch einen deutschen Sieg brachte das 1000-Meter-Laufen. P e l tz e r, der deutsche Meister, lief mit 20 Meter Vorsprung vor Schoemann S. C. C. in neuer deutscher Rekordzeit 2 Minuten 30,3 Sekunden durchs Ziel. Eine weitere Riederlage holten sich die Ausländer im 7500-Meter°Lauf. Der deutsche Meister Graß mann-Melau ging in glänzender Verfassung mtt 220 Meter Vorsprung in 24 Minuten 58,8 Sekunden unangefochten durchs Ziel. Der Amerikaner Rieck konnte nur noch in einem allerdings glänzenden Endspurt den S. C. C.- Mann 2!l i e r d l auf den dritten Platz verweisen. Dre 4X100-Meter-Staftel gewann Preußen- Krefeld gegen S. C. C. Houben als Schlußmann übernahm den Stab mit 4 Meter Verlust, holte glänzend auf und siegte mit 2 Meter Vorsprung. Dritter Saarbrücken. Mrantwortlich für Politik und Feuilleton. 3. D.: Heinz Gvrrenz. • (• A. O sie kann niemals durch Parforce- te öleiot mittel und Zauber-Chemikalien l ersetzt werden, wenn es darauf ankommt, Ihren wertvollen Wäschebestand, die Wollsachen usw. zu schonen und lange zu erhalten. Schnellwäsche und Schnellbleiche geht allemal aut Kosten der Gewebe, das ist wissenschaftlich erwiesen und auch ganz natürlich, ihre gute, teure Wäsche geht dabei allzubald in die Brüche. Eine hervorragende reine Seife, die jeden Stoff, ob weiß oder farbig, glänzend reinigt und schont die empfindlichen Farben frischt, Wolle und Baumwolle weich erhält g und nicht verfilzt, ist die seit nun über 30 Jahren von allen erfahrenen spar- g samen Hausfrauen gerühmte weiße LUHNS Salmiak - Terpentin- 3 Kernseife mit rotem Kreuzband. LUHNS stellt das Vollkommenste dar, was sich nach alten Erfahrungen an feiner Wäsche-Wasch-Kernseife überhaupt I herstellen läßt Deswegen auch ist LUHNS Salm.-Terp.-Kernseife aus LUHNS Seifenfabrik, Barmen, in jedem Geschäft zu haben, wo im Schau- S fenster sichtbar. Für Wiederverkäufer auch bei den altbekannten Grossisten | • '■'w» 5825D- m Turnen, Sport und Spiel. Was fordert der Sport als Mindestprogramm? Für Schulen und Hochschulen: die Einsichrung der täglichen Turnstnnde: Brwer ung des Turnens als Hauptfach: sechsemeftrige 2lus- bildung der Turnlehrer: Erneue ung und Erweiterung des Turnunterrich s; Füh ung eines Gesund- hntspasses bis zum Lliündigiei satter: Schaffung von Lehraufttägen für Leibesübungen an den Hochschulen: Rachweis der Körpevausbilkung d.r Studenten vor Llblegung ihrer Schlußprüfung: Einführung des pflich^mähigen Schwimmun.er- richts an allen Schulen. Für Fortbildungsschulen: Einführung der Turn- und Spvrtpflicht bis zum Mün- digkeitsal er; Cinfüh ung eines dreistündigcn Fvrtbildungsschul-Turr.unterrichts. trv niift mög» derselben ist. r c„ ,, _ t I sich. Ersatz durch Turn- und Sportvereine: Plan- Außer der Llufgabe, diese für die Sport- mä^ige Anstellung von Turn- und Spvrtsehr.rn leitung wichtigen Llngaben sobald als möglich älnterweisung auf öffentlichen Spielplä en zu liefern, hat der Messtrupp die wettere im un$ -m nebungsbetrieb der freier: Vereine: Ein- Grunde ungleich interessantere Aufgabe, die ver- ^dy-ung von sportärztlichen Beratungsstellen, messenen Flüge wissenschaftlich auszuwerten. Aas gür Turn- und Sportvereine: finden durch möglichst viele gemessenen Punkte fest- e^ig>ltiiche Dereitslellung der staatl'chen uird kom- gelegten Flugbahnen toerten Schlüsse auf die mu^a[€n älebungsstät en; Erleichterung der Mit- Windverhältnisse, auf die Eigenschaften der ein- bcam eter Turnlehrer und -Leh.erinnen, zelnen Flugzeuge, ihre Steig- und Sinkgeschwm- ^r Beteiligung von Schulern an Turn- und digkeiten gezogen. Daran haben sowohl die Ftte- Sportvereinen. ger selbst als auch besonders die Flugzeug- Ersah des Reichs sp iel P lah - G esehes konstrukteure ein großes 3nteresse. nUf der Grundlage rvn 3 QuaLralrneter Spiel- Run kann man ja vermittelst selbstregrsttne- n«fläche für den Kopf der Bevölkerung; plan- render 3nstrumente, der Barographen, die Höhen- MHiger Bau von öffentlichen Schwimmbädern änderungen während eines Fluges ohne weiteres kostenlosen Benutzung; Einbau von Brause- von dem Barogramm ablesen. Es ist dann ein ^ädcrn in allen Turn Hal en, Kasernen und schulen, besonderer Genuß, durch Kontrollmessungen die Einteilung der Arbeitszeit derart, daß Genauigkeit der Messungen sowie des Baro- - lurnerische und sportliche Detä- graphen zu prüfen. Die Flugzeuge mit Motor tigung 5[et5t. bekommen ausnahmslos einen Barographen mit, (Steuerbefreiung aller Art unter dem der vor Deginst des Fluges plombiert wird, und Gesichtspunkt der Gemeinnützigkeit von Turnen, dessen Angaben für die Preisvertettung maß- S^el und Sport; Ermäßigung bei Cisenbahnfah - gebend sind. . ten zu Turn- und Sportreisen; Portofreihe'-t für Die Sinkgeschwindigkeit und den Gleitwinkel etlichen Driefverkehr der Turn- und Sport- eines Flugzeugs kann man besonders bei Wind- txrbänbe. stille einigerrnahen genau experimentell ermitteln. Einrichtung einer Reichs st eile für Le i- Das Ergebnis gibt dann Deranlasfung zu Ver- b^sübungen, Fachbeiräten und hauptamt- gleichen mit den vom Konstrukteur berechneten ^chen Referenten für Leibesübungen bei den Mi- Werten. — Wenn auch die Beteiligung der l -Serien; Einstellung entsprechender Geldmittel zur Segelflugzeuge mit Hilfsmotoren nicht von allen Unterstützung von Turnen, Wandern. Spiel und begrüßt wird, so kann man doch manches ganz I in die Haushaltspläne von Reich, Staat wissenswerte aus ihren Flügen entnehmen. „ un^ Gemeinden. So erziette Hentzen «uf ^Habicht" eine Die Sonntagsspiele des 03. f. 03. Riederlegung | üÄr dem Meere, äl de t erreichte dabei eine I Bundesgenossen und tonnten V. f. B. in der ersten llr-2 ■ '> /AOÄsFM CA •/ 022833 empfiehlt ftlifetae Mel die tal In leb? W WAMOk ■ ®$S5f 28.—,35.—bi855.— P «ff. 23, Nur Damen Stellengesuche! mm 022835 6573D gesucht. Gebrüder Pletz, Zigarrenfabrik.1 FrankfurterfStr. 60. 022834 gesucht. I DeuftadtZ. > 6451V zu haben. 1 Fast neues Verkäufe__j Eingeführte > Südanlage 7 Südanlage 7 eröffnet. — Näheres in der Donnerstagnummer. 6674. *C Terpentin-Sfhuhputz macht waiterdlcht tert zum T>eJ^cLu/-< verdient nicht mehr Beachtung als mein nachstehendes Slnnebot ln: Getrag. Anzüge von Mk. 44.—au (teUroelie nach Matz) Neue elegante Herren-Anzüge Handarbeitsschule und Pensionat von Frl. Landmann, Gießen MWU [6576a AoU. Fräulein sacht Stelle, bzw. Führung d. Haushalts, auch zu mutterlos. Kindern. Schr.Angeb.u. 022818 an den Gietz. Anz. rönne" Ehre'' zu verknusen. Zu er- srag.ind. Geschäftsst. d. Gietz. Anz. 022824 _ M Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten Zuschneiden der Wäsche — Hand- und Maschinennähen, Stickereien jeder Art — Filet — Klöppeln — Occhi usw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. to36D Beginn des Unterrichts Montag, den 1. September. Bullenverkauf. Die Gemeinde Geilshausen beabsichtigt einen jungen, gum Sprung nicht mehr geeigneten fetten Dullen auf dem Wege des schriftlichen Angebots zu verkaufen. Angebote sind pro Zentner Lebendgewicht bis spätestens Freitag, den 29. August, nachmittags 2 Ahr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekannt gegeben werden. Geilshausen, den 25. August 1924. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner.6577 D «WH flung,i unter i nvmme schenT - etn gi Gleicht allen M In i vereinigt« S* < dentjch Streit, fühlihi Krieg uni fassung n mich das desdeuts schensür zu glaul In Da! am sogen erkannte drücklich nicht an# getDünfd)t, vertoicklt In A Papstes e sekrelär d> in Dertte Beschäl Schaffung schaflsver. allen En! geeignete cm allerü Dieser m aus den Mfgebau 3n 1 an den .3hr hvi die in d beruhen J 6er R« dah fei oder b Gedanke werden f Sontrf bigung Frieden < gründen, ttgen selbst g Wb abe Fawii- Mota-im Herbst u. Winter Preis 60 Pi. ist eingetroffen. 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Gleichzeitig hat man den Riesenspielplan des Zirkus Aluwoe ungekürzt zu sehen. Sämtliche Freikarten haben Gültigkeit. Mittwoch abend 8.15 Uhr Sportabend mit neuen Ueberraschungen. Burschen- und Aünglinas- iv; Anzüge von Mk. 22.— an F-kldgr.TuchjoPv.v.Mk.12.—an Leichte Eommerjovp. v. 7.—an fei Gummimäntel,Paletvts, Ulster Schlüpfer enorm billig Windjack., la Cut al, o. 9)t. 10.- an Manchesterbosen, lang und kurz, M von Mk. 13 — an Feldgraue Tuchhose», lang und Eg kurz, von Mk. 8.— an Sporthosen in all.Art., St. M. 8.- Svortbos. i. Reitkord sehr vreiSw. W Pilothosen, ver Stück Mk. 6.50 y Schwarze Hosen, la Qual., spez. M für Kellner u. Mitsiker geeignet. Schwarze Hosen s. Eisenbahner, ö.;. per Stück -Mk. 10.— Gestreifte Hosen in all. Farben von Alk. 7.— an Kinder- und blaue Arbeiter- & Anzüge, sehr preiswert U Fünglingsbosen v. Mk. 4.— awD la Arbeiterhemden, staun, billig g™ sow. Normalbemden m. Brust- k/ einsatz Gctrag.Damenkleider, Blusen, D auch einzelne Röcke spottbillig. 8? 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Französische Noten ...... Holländische Noten..... sttalicnische Noten ... . ' Norwegische Noten...... Deutsch Oestcrr., ä 100 .Kronen Rumänische Noten .... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... SfaCc&oftoiDarift5e Noten . . Ungarische Noten...... *) Dom Rückzahlungswert. Devisenmarkt DerNv—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. vnen»*.«i«-. London. Ren. hort. Iapau, Rtode Hanetro für eine Linheft, Wien onH Budapest für 100 000 Shrbttten. alle« übrige für iÄ «höMaw Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) ün Billionen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluß Kurs • Schlich Kurs - Schluß Ku>, Schluß. Sur* Datum: | 22.8. | 25.8. 22. S. 25. 8. 6% Deutsche Reichsanlethe 4% Deutsche Relchsanleiye . 0,760 0,850 0,7<0 u,860 1,10 1,375 1,14 1,2 BV8°/o 2)cut)d)c Neichsanleth« 3% Deutsche Re ich San leihe . 1,10 1,6 1,150 1,68 1,10 1,625 1,175 1,650 Deutsche «sparpramienanleihe 0,450 0,451 0,425 — 17° Preußische Konsols . . . 1.3 1,4 1,325 13 4% Hessen ......... . _ 1,3 - — —- :::::::::: itfs 1,2 1,2 1.1 1 Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto. Doll.-Schatz-Anrretsng.tt 88,4 86,4 86,7 4®/° Zolltürken......... 6e/o Goldmexikaner...... 10,5 45 | 12,75 10,25 44,5 12,75 46 Berliner Handelsgesellschaft. 31 31 30,5 28 Commerz- und Privat-Bank. 6,40 6.50 6 6,50 Darmst. und Narionalbank . 9,40 9,6 11,40 9,5 9,90 11,60 Deutsche Bank......... 11,25 11,13 Deutsche Vereinsbauk .... 0,34 0,370 — — Disconto Commandit .... 13,12 13,40 12,90 13,13 Metallbank........... 12,5 13,95 — — Mitteldeutsche Treditbank. . 2 2,05 2 2 Oesterreichische Creditanstall. 0,420 0,4?5 0,4 0,370 Westbank............ 0,330 0,360 0,5 ,475 Bochumer Guß ....... 50 51 52,75 BuderuS............ 12,40 12,6 12,5 12 90 Caro.............. 14,50 14,4 14,25 14,65 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 50,5 50,25 50,10 50,75 54,25 55,5 54,50 54,75 Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . 65,25 66 64,25 67,25 16,40 16 16 16,70 Kaliwerk Westeregeln..... 19,75 20,5 20 20,1 Laurahütte..... . . . . . 7,90 8 7,75 7,75 Obcrbedars........... Wnir Bergbau....... 12,75 13,62 13 13,50 36,75 38 36,50 38 Rheinstahl........... — 31 30,90 31 Riebeck Montan....... 3S,5 39,5 39 38,5 Tellus Bergbau........ 2 2 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 27,62 6,80 29 7 28,25 6,80 28,50 7,1 Cheramische Werke Albin . . 3,2 2,5 — Zementwerk Heidelbera . . . 12,125 12,13 — — Philipp Holzmann...... 4,40 4.G 4,50 4,90 Anglo-Cont -Guano..... 13 12,25 11,65 12,5 Badiiche Anilin........ 18,90 19.30 19 19,25 Chemische Mayer Alapftr . . 1,4 13,75 1,4 —- — Goldschmidt........ . 14,5 13,50 14.60 Gries l etmer Electron .... 16,75 17,9 15,90 16,76 16,75 Höchster Farbwerke...... 16,50 15,65 16 Holzverkohlung . . ...... 6,8 6,96 — Rütgcrswerke ......... 17,76 17,8 17,18 18 Scheideanstalt......... 15,1 15,70 — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9,60 10 9,80 10 Bergmann........... 16,76 15,75 15,25 16,75 Mainkrastwerke ........ 8,80 8 — — Sch ackert............ 36,25 — 37 37,25 Siemens & HalSke...... — 46,5 46 47,75 Adlcrwerke Klcyer ...... 2,3 2,60 2,5 2,5 Daimler Motoren. ...... 2,95 2,95 2,95 3 2,9 Hevligenstaedt......... Mcguin. .......... . 2,90 13 — — 13,25 13,4 13 Frankfurter Armaturen . . . 0,6 0,625 — _ Konservenfabrik Braun . . 1,13 12,5 2 1,2 1,4 1,2 Metallgesellichaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ 13 2,1 1,9 2 Schuhlabrik Herz . . .... 2,8 2,7 2,9 3,1 Sichel.......... 4,65 4,80 4,78 4^5 Zellstoss Waldhof....... 1C,26 10,10 10,3 9,65 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 4 3,55 3,9 3,80 3,6 3.5 Berli". 25. Aug. Geld | Briei Nepark." °/n 4,11 4,21 voll 20,80 ‘20,90 voll 67,88 68,22 voll 13,79 18.89 voll 22,51 22,61 voll 162,11 112,95 voll 18,55 18,85 voll 57,73 58,01 voll 5,92 5,94 voll 1,92 1,94 voll 111,05 111,61 voll 78, ,5 78,95 voll 55,46 55,74 voll 12,55 12,61 voll 6,42 5,44 voll 22. Aug. 25. Aug. Repart. Amtliche Geld Notierung Brief Amtlich: Norler r 11 "2. 25. Geld Brlei Am».-Rott .162,79 16',61 132,34 163,16 voll voll Brss.iAntw 20,95 21,0’ 20,90 21, 0 voll voll Christin 67,85 68,1 S 67,61 58,15 voll voll Kopenhagen 67,98 68,32 68,03 68,37 voll voll Stockholm . HelsingforS. 111,22 111,78 111,22 111,78 voll voll 10,46 10,54 10,47 10,53 voll voll Italien. . . London. . . Neuyork . . 18,60 18,70 18,965 18,55 18,65 voll voll 18,875 18,805 18,815 voll voll 4,13 4,21 4,13 4,21 voll voll Paris. . . . 22,79 22,91 22,59 22,71 voll voll Schweiz . . 28,76 79,15 78,55 18,95 V0" voll Spanien . . Wien in D-- 65,56 05,84 55,56 bt>,84 voll voll Oest.abgest 5,925 5,945 5,925 5,945 voll voll Prag Budapest. . 12,60 5,49 12,68 6, i1 12,59 5,19 12,61 6,51 voll voll voll voll Buen--Aires 1,405 1,415 1,405 1,415 voll voll Bulgarien 8,015 3,085 3,045 3,065 voll voll Fapan . . . 1,71 1,72 1,71 1,72 voll Rio de Ian Belgrad . . Lissabon . . 0,405 5,19 11,97 0,415 5,21 12,03 0,406 5,19 11,97 0,415 5,21 12,03 voll voll voll voll voll voll Anekdoten.'' Reger war es gewohnt, von der Krim gezaust zu werden, Als tn einem von ihm geleitete^ Konzert in Altona ein Künstler DeethvvenS Violinkonzert spielte, ereiferte sich der Kritiker einer Hamburger Zeitung darüber, wie Reger daS Spielen einer solchen stillosen und unbedeutenden Kadenz, die wahrscheinlich der Geiger selbst verbrochen hätte, habe zulassen Burnen. Gleich nach Erscheinen dieser Besprechung ließ sich Reger mit dem Kritiker telephonisch verbinden, und dieser vernahm zu ' seiner Verwunderung eine tiefe Grabesstimme, die da sprach: „Hier Ludwig van Beethoven^ Elysium Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, daß die gestern gespielte Kadenz von mir stammt. Schluß." • Der Cellist Popper machte unaufhörlich Wortwitze, oft ganz ausgezeichnete. Einmal spielte er Brüll, der in der ganzen Wiener Künstler- well Onkel Eduard hieß, eine neue Komposition vor. Es war ein Andante. Brüll gefiel das Stück so gut, daß er Popper bat, eS zu wiederholen. „Soll geschehen" meinte Popper, „aber bann tauf’ ich das Stuck um Es beißt von nun an An Onkel." * Ein Bettler, gefolgt von einem kleinen, unansehnlichen zottigen Hund, überquerF eine der Hauptstraßen der Großstadt. Plötzlich kommt ein Auto herangebraust, ein furchtbares Aufheulen, und der Hund ist überfahren. Noch einmal winselt er leise, dann ist er tot. Dyr alte Bettler geht einige Schritte zurück und streichelt den totem Hund. Unterdessen hat der Autobesitzer ang-» halten und kommt auf den alten Mann zu dem er teilnehmend die Hand drückt. „Ich verstehe Ihren Schmerz, aber ich konnte beim besten Willen nicht ausweichen." Hierauf schiebt er chm ?wei Hundertmarischrine in die Tasche und fährt weiter. Der Bettler sieht nochmals den toten Hund an, schüttelt den Kopf und sagt: „Zu wem mag das arme Tier Wohl gehört haben?" *) Aus der neuen Rubrik „Scherz beiseite" tn der illustr. Monatsschrift „DaS Leben" Nr. 14. (Verlag: Leipziger Verlagsdruckerei G. m b. H., vorm Fischer & Künsten, Leipzig, Johan nisgasse 8.) Büchertisch. — .Neue Frauenkleibung und Frauenkultur", Zeitschrift für persönliche, künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunst- handwerk. (Verlag G. Braun, G. m. b. H. irt Karlsruhe.) Preis 2. Halbjahr 1924 (3 Hefte) 3 Mk., Einzelheft <1,20 Mk. — Aus dem Inhalt des August-Heftes: Frau und Ehe im Wandel der Zeiten. Von Else Hoffmann. — Kulturhistorische Kuriosa. Von Alexander v. Gleihen-Ruhwurm. — Neue Wege unserer gewerblichen Kunst. Don Dr. Fritz Tögel. — Wandern. Von Turnlehrer Neuberth. — Die Hausfrau als Kulturiämpfe- rin. — Volkstracht und Frauenkultur. Von Otto Beil, Schiltach. — Scherenschnitte. — Zum Tüll- durchzug. — Wettbewerb. — Blätter für Wohlfahrtspflege. — Stickereien (13 Abb.) — Scherenschnitte (4 Abb.). — Drei Novellen Will DesperS sind jüngst im Haessel-Veriag, Leipzig, erschienen und verdienen besondere Beachtung. In dem „Pfeiffer von Niclashaufen" baut der Verfasser einen alten Stoss zu einer packenden historischen Erzählung aus. Das Mette Büchlein „Der Bundschuh zu Lehen" erzählt von den Bund- schuhbewegungen, die infolge der Unterdrückung und Not der Dauern vor den großen Dauern-, kriegen herausbrechen. Die dritte historische Erzählung „Der arme Konrad" spielt ebenfalls in den Bauernkriegen und erzählt in ergreifenden Worten von dem ungleichen Kampf des Schwachen gegen die ihn unterdrückende gewaltige Macht, der er n otwendigerwei se unterliegen muß. Mit diesen drei Novellen gibt der Verfasser gute Proben seiner Erzählungskunst, die sicher bei jedem Leser viel Anklang finden wird. — „Garragan", wie Ludwig Wolff seinen neuen Roman betitelt, ist der Name eineä deutschen Aristokraten von schottischer Herkunft, eines hochbegabten Erfinders, dessen Geben durch die unglückliche Ehe mit einer über alles geliebten Frau zerstört wird. Der, von Leidenschaft verwirrt, sich rächt, und — nach den Gesetzen be- sttast — nach zehn dunklen Jahren in fein früheres Dasein zurückkehrt, alles unbegreiflich verwandelt sieht und nur noch den einzigen Trieb hat: seine Frau zu suchen, seine Rache zu vollenden. Dieses seelische Drama entwickelt Ludwig Wolff mit so großer innerer Wahrbeit, daß er seinem „Garragan" sofort das Gefühl zuwendet, daß Garragans Schuld und Läuterung zu einem packenden Symbol der Zeit werden. In Berlin und Potsdam, in Garmisch-Partenkirchen, in Paris und Neuhork, auf einem norddeutschen Herrensitz und an der Küste der Ostsee spielt die gestaltenreiche Handlung (Bei Ullstein, Berlin.) Kurier wohl mit schuldigem Willkommen ausgenommen, aber zu knacken und zu beißen halt' auch der Edelmann kaum, und die Gesichter waren todernst, wie die Frage, ob's denn nicht bald ein Ende hätte mit dem ewigen Kriege und Landverwüsten? Wenn das in Topper ähnlich war. im alten lieben Topper?! Dann war man endlich, mit Ach und Krach, in Berlin, machte seine Meldungen, gab seine Schreiben ab, wurde ein weniges angeranzt vom General von Wedell, denn ohne solchen Ranzer ging's nun mal nicht ab, damit man nicht übermütig wurde. „Wie schauen die Gäule aus! Sind das des Königs Dienstpferde? Schlimmer als ein Kosakengaul! Sorg' Er, dah die Kerle sie besser pflegen auf der Rücktour. Morgen mag Er sich die Antwort holen!" Kurz und barsch, als ob Seiner Majestät Page nicht doch etwas Besonderes wäre. Don Berlin hat er nicht viel gesehen. Hat neun Stunden um und um geschlafen, todmüde und halb erfroren, wie er war. Nur das sah er, daß eä stiller geworden war auf den Straen, und das hört' er, dah alles mordios teuer, Fleisch und Brot und Holz. Dann hat er, am nächsten Vormittag, sich die Antwortschreiben abgeholt, hat noch einen kleinen Anranzer besehen, hat aussihen lassen — wobei die Husaren arg fluchten, daß sie schon wieder aus dem schönen Berlin fortmühten — unb ist auf Fürstenwalde zu geritten und am Tage daraus nach Frankfurt. Dieselbige Straße, die er gezogen, als er mit seinem Marzanke tnd Feldlager marschierte. Das war nun schon zwei Jahre her, düntte ihm aber eine Ewigtoit. (Fortsetzung folgt) ß 55 Cöeh gestc Bell Orts 2 iviell 1 De lieg’ zur loäh schril fällen Geöi deren Aus Stimme be ®tmeniwnei A tzorder Präger der rst eine M lung berhx', W morgen oov einer E N?5ec üen Endes s iWe Stär fleben. des bi nodj n, * $5 $ bet rr> . tte 3*nr , chr 66 %