Montag, Erstes Blatt U4. Jahrgang Die Parteibesprechungen. muß. schon Es ist olfo für Oltontog nett-1 Marx damit der Reichspräsident völlig freie Hand hat. Die Verhandlungen der! Organisationskomitees. Während die Parteien um die Zusammensetzung des neuen Reichskabinetts ringen, eines Kabinetts, das verantwortlich für die endgültige Reparationslösung auf Grund .der Sachverständigengutachten sein soll, hat die bisherige Regierung Marx bereits das ihrige getan. 3n wocheickanger Vorarbeit Wunde das Material gesammelt, das für die ersten Verhandlungen mit Len Alliierten erforderlich ist. Diese Verhandlungen sind nach so vielen mißglückten Konferenzen nicht wieder ein nebelhafter Traum, son- ! dern eine ganz nüchterne Tatsache. Sie werden betrieben vom Cisenbahircrusschuh und vom Ausschuß für die Industrieobligativnen. Für den Cifenb ahnausfchuh find vier deutsche Vertreter nach Paris entsandt worden, die Staatssekretäre Bergmann und Vogt, Ministerialrat Wolf und Geheimrat Gastel. Die beiden Staatssekretäre haben bereits am Donnerstag dieser Woche mit den alliierten Vertretern Le- verve und Sir C. Acworth zu beraten begonnen. Die Beratungen werden bis zum Ende des Monats fortgesetzt, worauf sich die Deutschen nach Berlin zurückbegeben werden, um hier, den endaültigen Plan für das neue Statut der Rerchs- Verlin, 25. Mai. (Priv.-Tel.) Die intev fraktionellen Besprechungen der fünf bürgerlchen Parteien, dne auf Einladung der Deutschen Vo-lkspartei am Freitag e n etz en und am g estrigen Sonnabend vormittag fortge- führt wuv.)en, sind um 12 11 fit mittags a u f Montag abend vertagt wordm In den Desprechuv.gen wurde in den letzten Stunden nur über die Stellungnahme ?,um Sachverstä n - digengutachlen verhandelt. Persvnen- fragen wurden wieder offen gelassen. Aus Grund dei' Richtlinien, die die Fiak'ion rer Deutschen Vvlkspartei ausgearbeitet hat, erklärten schließlich die in den interfrattionellen Besprechungen anwesenden Vertreter der Deutschen Vvlkspartei, des Zentrums, der Bayrischen Volkspart.ei und der Demokraten, daß sie eine einheitliche Stellungnahme zum Sachverständigengutachten hätten. Diese Stellungnahme wurde näher formuliert. Dur Deutschnationalen erklärten, daß sie sich zu dieser Formulierung nicht ohne Rücksprache mit ihrer Fraktion äußern könnten. Die wichtige Sitzung der Fraktion der I Deutschnrckionalen, in der dann die Entscheidung über das, Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen fällt, findet am Montag nachmittag um 4 Uhr statt. 3m Anschluß an diese Fraktrons- sit'ung Wird dann eine neue interfraktionelle Besprechung abgehalten werden. Die, Aussichten für eine Entscheidung aller bürgerlichen Parteien auf ein einheit l i ches. I außen, politisches Programm las e i sich im Augenblick deshalb noch gar nicht beurteilen, weil alles Don der Entscheidung der deutschnationalen Fraktion abhängt. Sollte «sm Montag abend in der interfrakti mellet Besprechung durch die Deutschnationelen eine Erklärung abgegeben werden, die weitere Ver- bant> Lungen oder gar ein sof ortiges Einv ernehmen mit den übrigen bürgerlichen Parteum zustande bringt, so würden wahrscheinlich nafth dem offiziellen Zusammentritt des Reichstages idie Vertreter aller bürgerlichen Parteien dem Reichspräsidenten in einem Schreiben ihre einheitliche Stellungnahme mitteilen, woraus sich dann nach Ueberwindung der Schwierigkeiten in den Personenfragen relativ schnell eine Regierungsbildung vollziehen wurde. Sollten dagegen die Deutschnationalen Er- kläruo.gen abgeben, die eine einheitliche Stellung- nahimr der fünf bürgerlichen Parteien in der auswärtigen Politik zunächst nicht möglich macht, so würden die Verhandlungen der letzten Woche völlig ergebnislos gewesen sein Es wurde sich dann die Frage ergeben, ob das im Augenblick noch in Amt befindliche Reichskabinelt zu- rücktritt oder nicht. Die überwiegende Mehrheit der maßgebenden Führer der Mittelparteien ist der Ansicht, daß auch in diesem Falle noch am Montag abend ein Rücktritt des Kabinetts erfolgen 2b. IRai 192{ Annahme von Auje,g»n für dikTagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crt".ch8, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20",„ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. diese aber auch ausfalle, die Regierung, an die I , er denke, werde sich nur auf Männer der Linken stützen und nur ihre Mitarbeit werde er annehmen. Bei I einen Besprechungen mit Poin ^ar 6 b> bereits am 28. Mai auszuzahlen. Die aus der Reur gelung Der Beamtenbezüge sich ergebende Rachzahlung soll kurz vor Pfingsten I erfolgen. bahn aufzusehen. lieber den sachlichen 3nhalt der Besprechungen wird vorläufig keine nähere Angabe gemacht. Aber man weih ja allgemein, um was es sich handelt. Die gesamten deutschen Eisenbahnen sollen an eine internationale Aktien- gesell s cha f t übertragen werden, die mit 11 Milliarden Goldmark öprozentiger und 1 Prozent jährlich tilgbarer Obligationen zugunsten der Reparationen belastet wird. Ausschlaggebende 3n- stanz für die künftige Verwaltung der Reichsbahn wird der V erwa l tung s r a t, dessen Mitglieder zur Hälfte von der deutschen Regierung, zur anderen Hälfte von dem Treuhänder Der Depko ernannt werden, daneben der Ko mmis- s a r auf dessen Ernennung die deutsche Regierung I wiederum keinen Einfluß hat. Wir wollen uns I hier nicht auf eine Kritik eintaffen Sie wird Sache des neuen Reichstags fein. Wir wollen nur an die Warnungen erinnern, die der deutschnationale Führer S) et ff er i d) Eurs vor seinem tragischen Tode niederschrieb. ^Helfterich bezeichnete es als ungeheuerlich, daß der Eisen- bahnlommifsar der Entente, wenn ihm der Ziw«i- dienst der deutschen Reichsbahn nicht gesichert I erscheine, berechtigt sei, die Stelle des Generaldirektors einzunehiRen, die Tarife nach feinem Gutdünken zu erhöhen, ja das ganze Reichsbahn- neh oder beliebige Teile davon zu übernehmen vder zu verpachten. Die Belastung der Reichsbahn zugunsten der Reparation betrage lahrlich 950 Millionen Goldmark, also erheblich mehr als der gesamte Reinertrag der deutschen Eisenbahnen in den besten Vorkriegsjahr Qi. Das könne nicht mehr herausgewirtschaftet werden selbst wenn man die deutschen Giftnbahner durch chinesische Kulis ersetze. Und das schlimmste: Die Reparationsgläubiger könnten, auf ihren neuen Schein pochend, aus der ganzen Reichsbahn dasselbe machen, was Franzosen und Belgier aus den Eisenbahnen des besetzten Gebietes gemacht haben: Ruinen. Das war sehr scharf. Aber Der neue Reichstag, in dem die Partei Helfferichs eine größere Rolle als bisher spielt, wird wohl kaum in das andere Extrem verfallen und die Bedenken auf die leichte Schalter nehmen. Welche Richtlinien die Regierung Marx den Deuten Vertretern im Pariser.Eisenbahnkomr^e vorgezeichnet hat und wieweit die Dentrater bei den Verhandlungen gegangen sind, wird man hoffentlich bald in einer amtlichen Verlautbarung Die Reichsregierung gibt ja auch den Mitgliedern des zweiten Organisationskomitces, das sich mit den 3 nDu ft r i eo b t i g a 11 d ne n beschäftigen soll und am 2. Juni in Paris Su v b an Dein beginnt, den Herren Staatssekretär Lrendelenburg und Geheimrat Du Her eine Marschroute mit. Ob man diese ^rsch- route mit Dr. Hergt als unverzickstbare Vorbe- fiatte“ oder einfach als Selbstverständlichkeiten bezeichnet, die sich aus der wirtschaftlichen Einheit, aus Der Souveränität und Ehre des Reiches und damit aus Den vernünftigen Gedanken des Lawesgutachtens selbst ^cben, das ist für die in Paris zu beobachtende Taktik ganz Hinter Geheimrat Bücher steht kxr Deichsver- banb der deutschen 3ndustrie und die heimatliche Opposition Der zornig abgeschwenk.en -^adu'tii- | eilen Vereinigung" wird wenig storewDievaupt- fache ist, daß Die Regierung mit Den deutschen Wirtschastsmächten einig gebt und den Blick aufs Ganze nicht verliert. Möge aus Dem leidigen Parteienstreit in der nächsten Woche eine gestarrte Regierung hervorgehen! Die neuen Beamtengehäller. Berlin, 25. Mai. (Priv.-Tel.) lieber den Verlauf Der Verhandlungen im Reichsftnanz- minifterium über Die Reufestsetzung Der \wamten- gehälter, wie wir sie bereits in einem Tml Der Samstagauflage mitteilen konnten, wird Der-S e l e- graphen-llnion von unterrichteter Seite noch folgendes mitgeteilt: Die von Der Regierung beschlossene Erhöhung der Deamtengehalter ab 1. Juni, die Die bisherigen Deamtengehälter a u f e tw a 80 v. Sy der Vorkriegszeit bringt, ist auch in Deamtenkreisen mit grober lieber» raschung aufgenommen worden. Das Reichsfinanzministerium, das noch in dieser Woche Den Beamtenspitzenorganisationen erklärt hatte,daß eine Erhöhung vordem 1. Iulinichtmög - I i ch sei und daß auch vorläufig vom Ftnanz- minifterium kein weiterer Termin für Verhandlun- M. 125 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-ßezuaspreir: L Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: AnzeiacrSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri!« «nd Verlag: Brübl’fdie Universitäts-Such- und Stcinörudcrei R. Lange in Sietzen. Schriftieitung und Seschäftsstelle: Schul'tratze 7. Die Gedächtnisfeier für Schlageter. Schönau im Wiesental, 25. Mai. (Wolff.) -Zur Erinnerung an die boc Jahresfrist rn Düsseldorf erfolgte standrechtliche Er - schießung Schllageters fand heute vormittag am Grabe Schlagetecs auf dem hiesigen Friedhöfe in Gegenwart dec Familienangehörigen eine Gedächtnisfeier statt, die von den vaterländischen Verbänden, irrstes. dem Jung- deutschen Orden veranstaltet worden war. Zahlreiche Abordnungen dieser Verbände aus Thüringen, Westfalen, Rheinland, Hessen, Württemberg, Vaden usw. waren erschienen und legten ebenso wie Vertretungen der st u d e n t i - sch en Körperschaften dec Hochschulen Freiburg und Karlsruhe mit kurzen Widmungen Kränze am Grabe nieder. Auch viele R e g i - ments-undKriegervereine waren durch Deputationen vertreten. Freiherr v. Med em feierte Schlageter als deutschen Mann, der sein Leben für fein Vaterland hergegeben hat in der Hoffnung, daß sein Opfer nicht vergeb- l i ch gebracht worden sei. 3n treuer Pflichterfüllung habe Schlageter stets geglaubt, seinem Vaterlande dienen zu müssen. Mit dem Treue schwur, wie Schlageter dem Vatertande in schwerer Zeit zu dienen, fand die Feier ihren Abschluß. Dec An- und Abmarschs der Abordnungen vollzog sich in vollkommener Ruhe. Die Feier in Darmstadt hatte der Hochschulring Deutscher Art in der großen Turnhalle am Woogplatz veranstaltet, nachdem die Feier unter freiem Himmel durch das Ministerium verboten worden war. Zn feierlichem Aufzuge nahmen zunächst die Chargierten der studentischenDerbindungen, sowie die Vertreter der Kriegervereine mit den umflorten Dannern auf dem Podium Aufstellung Prof. Dr. C. Berger ehrte in seiner von echt vaterländischer Begeisterung erfüllten Gedächtnisrede den Märtyrer und dessen unsterbliche Verdienste um das Vaterland, der als schlichter Sohn vom Lande in höchstem Opfermut den Ehrentod für das Vaterland starb. Dr. Grohmann würdigte das Andenken Schllageters durch eine Rezitation über die deutsche „Treue", worauf General a .D. von Preu scheu in kerniger, ost von lebhaftem Beifall unterbrochener hinreißender Ansprache das schwere Schicksal unseres Vaterlandes schilderte, das moralisch unbesiegt der inneren Zwietracht zum Opfer fiel. Die Hamburger Tagung des Hansabundes. Hamburg, 25. Mai. (Wolff.) Die diesjährige Tagung des Hansabundes eröffnete Geheimrat Rießer als Ehrenpräsident des Hansabundes, für dessen wesentlichstes Ziel ec den kategorischen Imperativ der Pflicht gegen das Vaterl^and bezeichnete, dec Wiederaufbau Deutschlands könne nur erfolgen im engsten Anschluß an die Stein-Hardenberg chen Grundgedanken, d. h. durch Entbindung aller ehrlichen produktiven Kräfte un$) durch Beseitigung der Zwangswirtschaft auf allen Gebieten. Mit der Wiederherstellung dec freien Wirtschaft müsse aber auch die Wiederherstellung dec Autorität des Staates Hand in Hund gehen. Dahin könne man jedoch auf dem Wege parteipolitischer Eigenbrödelei nicht kommen, s andern mir dadurch, zunächst Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuführen. Diese müffe versuchen, an die Stelle des Herrenstandpunktes und des Klas'en- kampfes Versöhnung und Ausgleichder Interessen zu setzen. Der Redner schloß namens des Hansabundrs mit dem Appell, angesichts der Gefahr für Staat und Wirtschaft alles Parteipolitische beiseite zu lassen. Roch kurzen Worten des Reichswirt- schaftsmin.isters Hamm nahm, von der Versammlung lebhaft begrüßt, Reichsbankpräsident Dr. Schacht Wort zu einem Dortrage über die deutsche Währungspolitik. Der Redner ve b i e e Vch hauptsächlich über die hcu.ige Politik der Reichsbank und erklärte, das Mittel der Inflation schwäche die Erkenntnis der Lage, während Has Mittel der Kreditdrvsselung j.ten einzelnen dazu bringe, die letzten Reserven materiell und geistig aus sich und seinen Hilfskräften herauszuh olen. Mchc als je g l e heute das Wort: Besitz ist nichts, Erwe.b i st alles. Was nun die Forderungen an die Reichsbank um Kreditgew' hug anb lange, so könne die Reichsbank einerseits keine Renten- mart mehr ausgeben und müsse die bestehende Reserve vo.r 303 Millionen sich erhalten, so sei andererseits aber auch mit Rücksicht auf die vorhandene Golddeckung von ungefähr ^53 Millionen Goldmark, von denen die Hälfte für die Cinl'^ing der Dollarschatzanwei'u gen reserviert bleiben müsse, das Maximum in der Papiergeldausgabe erreicht. Ebenso unmöglich sei aber auch eine Diskonterhöhung und nicht minder unausführbar der Vorschlag, den Einheitskurs für den Dollar in Berlin nicht so starr festzuhalten. Was nun die A u s - landkredite anlange, so sei zur Beruhigung des Auslandes und der ausländischen Kreditgeber, von denen Deutschland in der letzten Zeit sehr viel Gutes erfahren habe, festgestellt, solange die Kredite sich aus die anständigen deutschen Wirtschaftskreise erstreckten, könnten die Geber überzeugt fein, daß dec deutsche Kaufmann keine Kredite in Anspruch nehmen werde, die er nicht zu- rückzuzahlen in der Lage sei. Im übrigen seien kurzfristige 2luslandkredite genug vorhanden. Langfristige Investitionen aber werde Deutschland erst Erhalten, wenn es auf Grund des Sachverständigengutächtens Stabilität in seinerWirtschaft erzielt haben werde. Auch der Landwirtschaft müßten wieder langfristige Anleihen zugeführt werden. Sie sollte deshalb bedenken, daß Deutschland im Falle der Lösung der internationalen Schwierigkeiten vorausaussichtlich in der Lage sein werde, den deutschen Agrarpfandbrief in der Welt zumindest in ähnlicher Werse zu placieren, wie früher Argentinien und Mexiko das getan 'haben. Für die Zwischenzeit gelte es. die Rotverordnungen vom Juni 1923 so umzugestalten, daß ein großer Teil der neu Heranwachsenden Sparkapitalien in erster Linie der Landwirtschaft -zugeführt werden. Er hoffe, daß die bevorstehenden Erhebungen die Lösung bringen werde, die den unfruchtbaren kurzfristigen Agrarkredit in einen langfrtfti- g e n zu ermäßigten Zinssätzen verwandele. Wir werden, schloß Dr. Schacht, zu neuem Gedeihen unserer Wirtschaft nicht kommen, wenn wir nicht einen friedlichen Ausgleich mit den Wirtschaften anderer Völker finden. Ich hoffe, schloß Dr. Schacht, daß die Einsicht in diesen internationalen Zusammenhang auf der anderen Seite stark genug ist, um uns einen Schritt in unseren Schwierigkeiten entgegenzukommen. Ich sehe einen solchen Schritt auch auf dem Gebrete der Kolonialpolitik! Deutschland darf nicht auf ewig von der Kolon ialwirtschast ausgesperrt werden. Es würde eine Entlastung der internationalen Lage fein, wenn man Deutschland einen Auslaß in oie Welt hinaus gibt. Ich glaube, daß der Kampf, den wir geführt haben, auch dem Ausland die Augen geöffnet hat. Wir sehen die Stimmung in der Welt beherrscht von dem Gedanken: „Los vom internationalen Haß und zurück zu friedlicher internationaler Arbeit." Ein neues Schlichtungsverfahren im Ruhrkonflikt. Berlin, 15. Mai. (WTB.) Da auf der Grundlage des Schiedsspruchs vom 16. Mai eine Einigung der Parteien nicht zustande kam. hat sich der Reichsarbeitsminister angesichts der Bedeutung des Streitfalls für das ganze deutsche Wirtschaftsleben nach Fühlungnahme mit den Parteien entschlossen, von der ihm für einen derartigen Ausnahmefall gegebenen gesetzlichen Befugnis Gebrauch zu machen und nochmals ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. Er bestellte zum Schlichter den Präsidenten der Reichsarbeitsverwaltung Dr. Shrup. Die Schlichtungsverhandlungen finden am ä6. Mai vormittags im Reichsarbeitsministerium statt. Eröffnung des italienischen Parlaments. Rom, ?5. Mai. (WTB.) Anläßlich der Eröffnung der neuen Legislaturperiode ist die Hauptstadt mit Fahnen reich geschmückt. Die Schulen, Bureaus und Kaufhäuser sind geschlossen. Ab 10 Ähr stellten sich die hohen Würdenträger, Minister, Änterstaatssekretäre, das diplomatische Korps, die Abgeordneten und die eingeladenen Damen des Hofes usw. ein. Gang- erhaltender Beifall kündete die Ankunft Mussolinis an, den die Änterstaatssekretäre Acerbo und Finzi begleiteten. Die Glocken läuteten vom Monte Citorio, als der Zug der Königin, der Prinzen und der Prinzessinnen nahte, die bei ihrer Ankunft auf dem Monte Citorio von einer Deputation des Senats und der Kammer empfangen wurden. Um 1072 Ähr begab sich unter dem Jubel der Menge der Zug des Königs, dem eine Kürassier-Eskorte voranritt, vom Quirinal nach dem Monte Citorio, wo er vom Präsidenten Tittoni empfangen wurde. Der König und die Königin wurden beim Eintritt in den Sitzungssaal von minutenlangem Beifall empfangen. Rachdem der König auf dem für ihn errichteten Thron Platz genommen hatte, an dessen linker Seite sich Mussolini, die Minister und der Senatspräsident ausgestellt hatten, verlas er die Thronrede, deren Hauptstellen mit lebhaften Beifallskundgebungen ausgenommen wurden. Der König wies darauf hin, daß der heutige Tag der neunte Wie der deutsche Garten entstand In dec ältesten Wirtschaft des Germanen steht der Ackerflur, der Wiese und dem Wald, die allen Mitgliedern der Gemeinde gemeinsam waren, als Sonderbesitz des einzelnen das Haus- land gegenüber, das dicht bei der Hofstatt lag. Dies Hausland wird seit Ärzeiten zum Schutz mit einem Zaun umgeben und bildet so die Ärzelle des deuffchen Gartens, worauf fcfpn das Wort Garten hinweist, das zu dem gotischen „gairdan", gleich gürten, in engster Beziehung steht. Freilich sorgten die Früchte dieses „umgürteten" Stück Landes nur für den Magen, haben noch nichts mit unserem „Garten" zu tun, der erst in langer Entwicklung zur schönen Zier und Augenweide wurde. Roch heute aber lebt ein Abglanz jener frühesten Gärten, die sich in der deutschen Kultur entwickelten, in unseren alten Bauerngärten fort, und auch aus der Anlage und Bepflanzung können wir noch Schlüffe auf die ferne Vorzeit ziehen. In feinem soeben bei Benno Schwabe in Basel in 2. Auflage erschienenen Buch „Zur Geschichte des alten Dauerngart ens" zeigt Hermann Christ, wie sich der Bauerngarten allmählich entfaltete. Don dem Hausland des alten Germanen sonderte sich im frühen Mittelalter zunächst der Baumgarten ab, bet bei der Freude der Deutschen an dec Obstzucht bald eine hohe Bebeutung erlangte. Den ersten näheren Einblick in die Anlage deutscher Gärten gestattet uns die Verordnung, die Karl der Große oder vielleicht auch erst sein Sohn Ludwig der Fromme über die Eimächtung der faiferfaßen Hofgüter erließ. Hier werden 12 verschiedene Gewächse aufgezählt, die dec Gärtner anpflanzen soll. Zum größten Teil sind es Oemüse, Küchen- und Suppenkräuter, wie wir sie auch heute noch haben, und dann Heil- und Zierpflanzen, wobei freilich schwer zu sagen ist, ob bei der Anpflanzung der Lilie, der Rose oder des Mohns das Interesse an ihrer Heilkraft ober die Freude an ihrer Schönheit überwog. Jedenfalls aber sind hier die Anfänge eines Ziergartens gegeben, und diese findet man auch in dem aus dem Jahre 830 stammenden Grundriß des Klosters von St. Gallen, auf dem ein weitläufig angelegter, mit Grasflächen zierlich ausgestatteter Baumgarten vorgesehen ist. Der Baumgarten galt damals als Lust ort: der Garten Gethsemane oder das Para- dies werden so bezeichnet, und welche bevorzugte Stellung er einnahm, geht auch aus den strengen Strafen hervor, die der Sachsenspiegel und andere Gesetze Obstdieben und Baumfrevlern androhten. Die Blumen bürgerten sich zuerst in den Beeten des Arzneigartens ein, da sie ja vielfach zu Heilzwecken verwendet wurden. Die heilige Hildegard von Bingen zählt in ihrer Raturgeschichte eine Menge Blumen auf, wie Veilchen, Päonien, Lavendel, und wirst sie mit den Aczneikräutern bunt durcheinander. Erst langsam ist aus dem klösterlichen Aczneig-irten der ^Blumengarten entstanden, der noch bis tief in die Renaissance den,Ramen „Arzneikräutergacten" behält. Es ist ein langer Weg, auf dem der Deutsche von der Würdigung der Heilkraft und des Wohl- | geruchL einer Pflanze zum rein ästhetischen Genuß Jahrestag des Eintritts Italiens in den Krieg darstelle. Die Wahl dieses Datums zur Wiedereröffnung des Parlaments sei von hoher Bedeutung. Heute halte die Generation des Sieges die Regierung in Händen und stelle d i e absolute Majorität der Kammer dar. Dec König wies auf die Gewinnung Fiumes hin uab auf die entschlossene Leitung der Außenpolitik, die Italien einen Platz unter den Rationen sichern solle, worauf es ein Anrecht habe. Die militärischen Probleme mühten nach Maßgabe der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes und entsprechend den Bedürfnissen der äußeren Politik gelöst werden. Italien, sagte der König, kann unter Bewaffneten nicht waffenlos bleiben, es darf nicht in die ungeheure Gefahr laufen, sich von den Ereignissen überraschen zu lassen. Die innere und finanzielle Konsolidation des Landes gestatte eine friedliche, Italiens Ehre wahrende Politik nach außen hin, die eine beständige Verteidigung der italienischen Interessen wahrnimmt, zu führen. Das Problem der Reparationen und die mit ihm zusammenhängenden Fragen sind heute der Gegenstand der größten Besorgnis Europas. Italien ist entsprechend seinen Richtlinien bereit, mit allen feinen Kräften daran zu arbeiten, eine gerechte Lösung zur Beseitigung der drohenden Gefahren zu erreichen und es ist auch bereit, Opfer zu bringen, um den Frieden zu garantieren, aber naturgemäß nur unter dec Bed.ngung, daß seine legitimen und fundamentalen Interessen gewahrt bleiben. Der König versicherte, daß eine Politik, die von lebhaftem Interesse für die arbeitenden Klassen getragen fei, eingeleitet werden würde, um jedermann eine produktive Arbeit und das größtmöglichste materielle und geistige Wohlergehen zu gewährleisten, indem er zugleich die Achtung vor den Arbeitsverträgen zusicherte. Das Budget befindet sich bei Beginn der Legislaturperiode im Gleichgewicht und eine Herabsetzung der Steuern fei zu hoffen. Das Parlament werde der getreue Ausdruck des Willens der Ration sein, der zwar die wirklichen Freiheiten unangetastet lassen wolle, aber zugleich klar zum Ausdruck gebracht habe, daß er jede Schwäche, die mit der Geschlossenheit der Ration im Widerspruch stehe, zurückweise. Die Interessen der einzelnen und der Gruppen müßten dem allgemeinen und den Kollektivinteressen nachstehen. Durch Pflichterfüllung und Disziplin im bürgerlichen Leben werde das Schicksal des Vaterlandes bestimmt werden. Die Rede des Königs wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 26. Mai 1924. Der Verkehr mit dem besetzten Gebiet. Mit Verordnung Rr. 256 hat die Interalliierte Rheinlandkommission neuerdings alle feit- hengen, die Einreise, den Verkehr und den Aufenthalt in den besetzten Gebieten betreffenden Bestimmungen zusammengefaßt und gleichzeitig die früheren diesbezügliche Vorschriften aufgehoben. Für die im unbesetzten Gebiet (— unbesetztes Deutschland und Ausland) wähnenden deuffchen Staatsangehörigen und Staatenlosen, die das 16. Lebensjahr überschritten haben, ist für die Einreise in das besetzte ©e&tet und den Aufenthalt daselbst folgendes zu beachten: Dr^ Einreise und der Aufenthalt ist. abgesehen von den Sonderbestimmungen über das folgende Grundstück erstmalig freiwillig meistbietend versteigert werden: Gemarkung Gietzen: Mr XXXVlil. Hr. 245’1,0 hosreite am Mühlweggarten Lahnstr. y’/,o Miss 716 qm. Näheres durch 4808D Notar Ghnacker in Butzbach. Bekanntmachung. Bei der Kreisbauoerwoltung Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer 18, liegen die Verdingungsunterlagen über Vergebung von Erd- und Maurerarbeiten, Steinmetzarbeiten, Zimmerarbeiten, Dach- deckerarbeiten, Spenglerarbeiten, Schmlede- und Eisenarbeiten zum Neubau eines Be- amtendoppelwohnhauses in Daubringen offen. Verdingungstermin: Mittwoch, den 11. Juni 1924, vormittags 10 Uhr. Gießen, den 24. Mai 1924. 4334B Der Reg.-Baurat bei der Kreisverwaltung gez. Eellarius. 09- w fliehe-^ ^be- »-»KL-- [cn ben .ft mit ie tt-n- i*>* 601,0 tfs •» Sfr* )r. ÄJ.*« uti(änlet‘ iS,!! iSä S.1,6 W * Metten 18 See J-Jüt %Ld kann der Moohni ? bzw. mil Gebiets dvr- 0101 Äeunar. a für Juni Mahlt e blassen» isse, deren Zir- irbe, mässen bis i Vorlegung des Auch sind bis dsahbse umzu- lerein veran- i der Turnhalle Mitgliederver- Dichtigkeit der such! war. Der lnfpach. gab bmd. bedauerte der Gersamm- mb das Kreis- einen Vertreter iahen. Wie die esihern umgehe, es scheine, als tisch vemichten. allen Wittel« Zusammenschluß , der Referent iohde-Trand ^iherverba^es lrdner führte u. n Mr durch oL ittenins jefleüt 6" Auch i- E ?iefe oder einen nsÄ« —Mittwoch, den 28. 5. 1924, 10”» Uhr vormittags ^iingerversteigerung auf dem Hofe der Neuen Kaserne. ' 1. (Hess.) Batl. 15. J.-R. 4363V Der Doranschlagder Gemeinde Stangenrod vom Rj. 1924 liegt von Mittwoch, den 28 d. M., an eine Woche lang aus der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Ls wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, den 25. Mm 1924. Hessische Bürgermeisterei. I Knauß. 4359V In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Karl Herrn Walter, Industrie - Bedarfs - Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Nachdem die Liquidation beendet, ist die Firma erloschen. 4362V Gießen, den 22. Mai 1924. Hessisches Amtsgericht. A“ak X ’>••• ßad'-mützer * tiaaesobuh n uw. Droger. Vmn*e hoff Frankfurt a. M., 25. Mai. (Wolff.) Zum heutigen Taunus-Rennen des Allgemeinen Deutschen Automobil-Klubs waren in vier Klassen zusammen 50 Meldungen abgegeben worden, von denen aber nur 22 erfüllt wurden. Das Rennen in der vierten Klasse (bis 0,8 Liter Zylinder- Inhalt, ungefähr 3 P. S.) fiel gänzlich aus, da fern Wagen zum Start erschien. Die Vorbedingungen für das Rennen waren äußerst günstig. Der am Samstag niedergegangene Regen hatte die Renn- strecke staubfrei gemacht. Dagegen hatte die am Morgen recht kühle und r^gendrohende Witterung den Besuch zunächst stark beeinflußt. Trotzdem waren die nach dem Taunus abgehenden Sonderzüge überfüllt, und auch der Autoverkehr auf den Zugangsstraßen zur Rennstrecke war außer- . odentlich stark, während die RMahrer mtt den — Der Gemeinderat beschloß stark aufgeweichten Straßen im Kopperner Grund " ' ' sehr zu kämpfen hatten. Der Start vollzog sich glatt. Einer der Teilnehmer scheiterte allerdings schon an der ersten Steigung zur Saalburg, und im Verlaufe des Rennens gab dann noch ein« ganze Reihe Wagen auf, teilweise infolge B^ schädigungen, Versagen des Motors ufw., so datz einerweuuiucucucv^v« . schließlich nur noch zehn Wagen im Rennen blie- rat jetzt wieder aufgehoben, man verzichtet völlig ben. Unglücksfalleereigneten stchmcht: nur an - ~ Iy 7 । der scharfen Saalburg-Kurve rrberschlug sich ein Rennwagen, w?il er verbotswidrig über die Rennstrecke laufenden Besuchern ausweichen wollte. Der Fahrer kam aber mit leichteren Kopfverletzungen davon, wahrend vom Publikum niemand verletzt wurde. Im einzelnen Lab es folgende Ergebnisse: Rote Klasse (bis 1,57 Liter Zylinderinhalt, entspricht ca. 6 P.S.) über 502 Km.: 1. Birk auf Rabag in 6 St 46 Min. 3‘A S., 2. Köllner auf Dix in 6 St. 52 Min. 512/5©. Blaue Klasse (bis 1,31 Liter Zylinderinhalt entspricht ca. 5 P.S.) über 433,5 Km.: 1. M o m b e r g e r auf Neckarsulm in 5 St. 52 Min. 52 Hek., 2. Schuh auf Freia in 6 St 18 Min. 31 S., 3. Wochner auf Reckar- sulm in 6 St 29 Min. 43V5 S., 4. Rehbach auf Falcon in 6 St. 46 Min. 493/5 ©. Gelbe Klasse bis 1,1 Liter Zylinderinhalt, entspricht ca 4 PS.) über 377 Km.: 1. Stumpf- Lekisch auf Fafag in 5 St 33 Min. 393/s S., 2. Seidenbusch auf 2lpollo in 5 St. 58 Min. 41*/=, S. Jin MÄkMßUy W Bai Gardinen durch den Gebrauch von , 3904ss Dr. Weinreichs Mottenäther. In Apolheken und Drogerien erhältlich. Pharmakon A.-G., Irankmrt a.M< GrlissMell'SilWUmi. Die diesjährige Grassamenernte aus den Staatswaldungen soll unter den üblichen | Bedingungen inSubmissionvergeben werden, ; l.namroio. Juni ds. Zs., norm. 11 Uhr, ' in Darmstadt durch die Oberforsteret Darmstadt für die Obersötstereien Dieburg, Eberstadt, Iägersburg, Jugenheim, Lampertheim, Lorsch, Seligenstadt und Viernheim: 2. am 17. Juni ds. Fs., vorm 11 Uhr, in Nidda durch die Oberforsteret Nidda für die Oberförstereien Bingenheim, Gichels- dorf, Feldkrücken, Konradsdorf, Laubach, Nidda, Ober-Rosbach und Schotten; 3. am 24. Juni ds. Fs.,vorm. 11 W, In Aisfeld durch die Oberforsteret Alsfeld für die Oberförstereien Alsfeld, Bury-Ge- münden, Eudorf, Grebenau, Grünberg, Homberg, Kirtorf, Nieder-Ohmen, Romrod- Nord, Romrod-Süd, Storndorf, Ulrichstein und Wahlen. , Die Dieter erkennen die Submissionsbedingungen durch Einreichung ihrer Ge- bote als rechtsverbindlich an und sind 14 Tage an diese gebunden. Nähere Auskunft erteilen diebetreffenden Oberförstereien. Schriftliche Gebote sind - unter Bezeichnung der Obersürsteret und der Walddisttihte mit der Aufschrift „Grassamen-Submifsionsoerkaus" - spätestens bis zu dem den genannten Suv- missionsterminen jeweils vorhergehenden Tage bei den 3 genannten Oberförstereien einzureichen. - Darmstadt, den 23. Mai 1924. 4341D Sekretariat des Ministeriums der Finanzen Abteilung fürForst- und Kameralverwaltung. Bekanntmachung. Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet im 27. Lebensjahr bei der Geburt ihres zweiten Kindes meine hebe Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, unsereliebeTochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Frau Maria Markart geb. Vogel In tiefer Trauer: Peter Markart, Polizeiwachtmeister, und Kind Familie Vogel. ** Zu dem Strafkammer-Bericht i schließlich des kommunalisierten DestattungSwe- vom 1 3. Mai (Är. 119 des „Gieß. Anz") wird sens): Einnahme —, Ausgabe 2660 Mk., Unter- uns berichtigend mitgeteilt, daß es sich in Haltung der Straßen: Einnahme —, jener Sitzung nicht um einen Kaufmann Ernst keine Straßenkostenbeiträge), Ausgabe 10 200 Mk., Karl Steinmetz, sondern um Ernst Kurt Stein- Kanalisation: Einnahme —, Ausgabe 4000 meh handelte Mark, Feldbereinigung: Einnahme —. Ausgabe 17 000 Mk., Steuern: Einnahme —, L-ornoNzen. Ausgabe 9000 Mk., Kreisumlage: Einnahme — Tageskalender für Montag. —, Ausgabe 8530 Mk., Reservefonds: Ein- Gesellschaft Liebig-Museum: 8 Uhr im Kath. nähme —, Ausgabe 4000 Mk., Jagd und Fi- Dereinshaus Liebig-Eedächtnisfeier mit Dvrprag jcherei sollen 1034 Mk. einbringen, während von Geheimrat Prof. Dr. Elbs. — Deutsche christl. fürlandwirtschaftlicheZwecke eine Ein-- Studenten-Dereinigung: 8 Uhr im Saale der nähme von 2550 Mk. und eine Ausgabe von sZohannesgemeinde Dortrag über „Christentum 8134 Mk. vorgesehen ist. Die Gemeindeschä- and Wiederaufbau". — Palast-Lichtspiele: Der ferei hat eine Einnahme von 2500 Mk. und Ribelangenfilm. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: eine Ausgabe von 1438 Mk., an Reichsein- „Wanata, die Rose von Alaska". kommen steuern wurde eine Einnahme von v behaftet. Kein gesundes Fleckchen hatte sie auf bem Leibe. Durch Sucker S Pattnt. in cvn allen Apotheken, Drogerien und Marfümerien erhältlich. srvver, SIS man annehme. Auf die Mietsatze eingehend, betonte er, heute, da die Währung wieder stabil sei. mühten andere Gesichtspunkte als früher gelten und die Friedensmiete gefordert werden. Die Miete wurde in Preußen auf 35 v. H. festgesetzt und Hessen machte das ohne Besinnen nach. Der preußische Volkswohlfahrtsminister habe Angst vor Landtagswahlen. Gegen die Hessische Verordnung vom 14. Juni 1922 müsse man energisch Front machen, da die Bestimmungen unerhört fcten. Das Großkapital müsse mehr als bisher zur Steuer herangezogen werden, es habe sich im Krieg und in der Nachkriegszeit „gesund gemacht". Dagegen habe der Mittelstand, und dazu gehöre auch der Hausbesitzer, viel verloren und nur seine Sachwerte gerettet. Der Staat wolle sich beute auf Kosten der Hausbesitzer entschädigen, während man die Hochfinanz gelinde behandelte. Die Zwangswirtschaft müsse langsam, aber sicher abgebaut werden. Leute, die Luxuswohnungen für 3000 Mk. lufto. inne hätten, müsse man zum Bauen anhalten, wie ernst der Preuhenkönig. Die Miet- zinssteuer solle doch^ der Staat selbst erheben, anstatt die Hausbesitzer zu zwingen, Steuerbeamtendienst für den Staat zu leisten. Würde dsr Staat das ungeheure und kostspielige H>er der Wohnungsbeamten entlassen, dann könnte der Anfang zu einer regeren Bautätigkeit gemacht und der Arbeitslosigkeit könnte gleichzeitig gesteuert werden. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seinen ausführlichen und lehrreichen Vortrag. Vorsitzender L a u n s p a ch sprach nach kurzen Dankeswvrten über die Prozentzahlen der Steuern und Mieten in den einzelnen Bundesstaaten. Er kritisierte scharf die Verkehrtheiten des Reichsmietengesehes unb des Mieterschutzes, denn gerade dadurch habe man es fertiggebracht, daß Tausende vvn Familien wvhnungsl)s seien, und die Wohnungsnot ins ungeheuere gesteigert. Die Mieter vergeben oft Zimmer an Aftermieter für 40 Mk. monatlich, während sie dem Hausbesitzer vielleicht nur ein Viertel dieser Summe als Miete für die ganze Wohnung zahlten. Redner ermahnte rwchmals die Hausbesitzer, daß nur durch engen Zusammenschluß etwas zu erreichen sei, und forderte zum Beitritt in den Verein auf. Ein anderer Redner kam dann auf die Müllabfuhr zu sprechen und betonte, man müsse bei der Stadt durch eine Eingabe vorstellig werden: da diese Einrichtung erst nach dem Kriege erfolgte, müsse sie anders geregelt werden. Dr. Hüf fel sprach in lebhaften Worten gegen die andauernde (Nichtbeachtung der Hausbesitzer durch die Behörden und Dleiderer forderte einen energischen Protest gegen die Behörden, die iricht zu den Versammlungen kämen uird nicht, die Wünsche der Hausbesitzer hören sollten, aber dauernd Steuern verlangten. Decker gab Aufklärung über die Svndersteuer und die Desttmmung betr. den Einspruch dagegen. Anspruch auf Erlaß hätten Kleinrentner und gering bemittelte Hausbesitzer. Unter Zwangswirtschaft ständen nicht Lagerräume und Eiskühlhallen. Mit Dankes- tonten an die Redner, die sich an der regen Aussprache beteiligten, schloß der Vorsitzende gegen 10y2 Uhr die Versammlung. _____ Rolf Artur Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen an Heute morgen 2 Uhr, vier Wochen nach dem Tode unserer lieben Tochter Greta, verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden auch unser lieber Sohn und Bruder Carl ob Sie mit geringer Ware zu billigem Preis weiter kommen oder mit bester Ware? In Kaffee,Tee und Kakao kaufen Sie nur Qualitäts-Ware Lindenplatz 1 29330 Emmericher Waren-Expedition RMWMM ngeroßuW?en Ausstattung mitein iLiirelsroeti OleBtührioie Unto.-BnulereL K Lauge, (Sieben, sarnlstt.?. Bekanntmachung Der Herr Reichsminister der Finanzen hat mit meinem Einverständnis das auf Papiermark lautende Rotgeld der Deutschen Reichsbahn und die Gutscheine der Reichsbahndirekttonen mit Einlösungsfrist bis zum 16 Zuni 1924 aufgerufen. Der Umtausch gegen andere Zahlmittel erfolgt innerhalb dieser Zeit bei allen Eisenbahnkaffen. Rach dem 16. Juni erfolgt die Einlösung nur noch bei der Hauptkaffe der Reichsbahndireftion Berlin bis zum 16. Juli 1924. Das auf Dollar und Goldmarr lautende wertbeständige Rotgeld der Deutschen Reichsbahn bleibt in vollem Umfange bis auf weiteres im Umlauf und wird vom Aufruf nicht berührt. Berlin, den 15. Mai 1924. Der Reichsverkehrsminister. 3n Vertretung gez. Vogt-4343) d. IM MIMUTEM schmieren Jfe mdbejo Jbreo Ifö.geo mit d //TRIUMPHE METALieEARBElTUNGSWERKj FRIEDRICH .SCHLENK-G-M-B-H FQANKFURT trfW liefert mit u. ohne Stoff RMiPn Tarl Kroilrng W Gieße«, Slidaulo-re 22 Wattenscheid i. W., 21. Mai 1924 e 090447 — Deutsche Volkspartei. Morgen 14570 Mark vorgesehen. abend Vortrag von Prof. Dr. Marg. Bieber über * Klein-Linden, 24. Mai. Eine brave „Die Stellung der Frau im klassischen Altertum". Tat führte Fritz Schimmel von hier aus, in» Räheres im heutigen Anzeigenteil. dem er einen Schuljungen vom sicheren Tod des — Deutsche Friedens-Gesellschaft. Ertrinkens rettete. Morgen abend aus der Liebigshöhe öffentliche Gveis Lriedbera. Derfammlutrg. (Siehe Anzeige.) * " Wir kaufen Z192ss alle chemischen Zeitschriften Berichte d.chem.Ges., Chem. Zentral- blatt, Liebigs Annalen usw. „LITERA“ A. «. I. d. ehem. Industrie, Darmstadt. Verkäufe 2 Lämmer 8 Wochen alt, au verkaufen. Schiffeu- berger Weg 71. I Vertreter und Fabriklager gesucht. 3904 . Butzbach, 23. Mai. Prof. Dr. Werner Wettervoraussage ^t wegen anderweitiger Inanspruchnahme sein Wolkig, westliche bis nördliche Winde, trocken, Mandat als Gern^einderatemjtgl^ed I fühl niedergelegt. ■ ------ _ , , (Äirkrn die Fertigstellung bzw. den Ausbau von Woh- Lauvkreis Gteften. I nungen. Die Kosten sollen aus der Sonder- L, Wies eck, 24. Mai. In der gestrigen steuer vom bebauten Grundbesitz ge- Gemeinderatssitzung wurde der V v r - peckt werden. Diese Sondersteuer wurde auf 45 Pf. anschlag für 1924 durchberaten. Er sieht bon joO Mk. vom bebauten Grundbesch fest- eine Einnahme von 67 810,50 Mark und eine gesetzt. — Den Beschluß betr. die Einführung Ausgabe von 172 660 Mark vor, durch Gemeinde- einer Getränke st euer hat der Gememde- | Umlagen bleiben also zu decken 104 849,50 Mark. ------ Diese Summe scheint auf den ersten Blick hoch, au| diese Steuer. in ihr sind aber 12 000 Mark für den Schulhaus- ©rctd Weülar. umbau und 20 000 Mark für Wohnhausneubauten * Wetzl ar 24 Mai. In feierlicher Weise enthalten. Außerdem hat das verflossene Infla- /^re Schul ft adtdte S pil- tionsjahr das Detriebsk^itel der Gemein^ auf- ^^^^e w ei h t. Aus allen Kreisen der Zeäehrt, und uin ein solch^^u M • Bürgerschaft waren die Festteilnehmer zahlreich in wurden 15 000 Mark vorgesehen, dre rrmi in i ~ Ohaoumd dem Ort des Weiheakts, Ausgabe erscheinen. Rechnet man dre annähernd der Aula des Lhzeums^0«n O ! IZOO^iart fiir Mal. Mta Me fleg^ früher die Gemeinden stark belasten, so bbebe ^nd übergab damit die ein Rechrrungsrest von 45000 Mark, der Ber- <^ t ih^r neuen Zweckbestimmung. Ein Rund- gleich zu früheren Ia^en Eg durch^ie ^tm Räume gab ein eindrucks- Rechnu-ngsrest wird such lsu ^Laufe des Zahi^ ^ges Bild von der Großartigkeit des Geschaf- auch noch um ein Beträchtliches vermindern, da vvi^s uuu ul> y es in der Ratur der Sache liegt, die Einnahmen lenen. sehr vorsichtig abzuschähen. Zttn übrigen ist bei MUtlft 11110 ben ^pM^iMen Ttteln vorgef-^n. Ge- Dom Darmstadter Kunstleben. (einschl.^ 20 000^^^tt^Reubauten); Grund stücke: Darm st a d t, 26 Mai. (Eigem Berichts) Der (Erträgnisse aus Pachtgelände, Heu, Grummet, Wormser Künstler bund ver cm stattet im Obst) Einnahme 3047, Ausgabe 760 Mk.; Wal- August eine Ausstellung m Darmstadt m der düngen: Einmihme 23 958, Ausgabe 11016 M.; Kunsthatte am Rhemtor.^ Wasserversvra'una: Eiiiirahme 9200, Aus- I gäbe 4450 Mk., Erwerbslosenfürsvrge: „Der blaue Dogel , g Einnahme 4000, Ausgabe 3000 Mk., Wohl- I Vereinigung, die Kabarettkunst bietet, 65° am Frei fahrtspflege: Einnahme —, Ausgabe 2200 tag im Kleinen H^us em Die Darote Mank Armenvfleae' Einnahme —, Ausgabe tungen wurden sehr beifällig ausgenommen. Es ZL Mk Schulen: Ei^m^7 -, Ausgabe ist nicht eigentlich alles rassische Kunst, was uns 18 140 Mk. (einschl. 12 000 Mk. für den Umbau), hier entgegentritt, sondern es sind, chlerdings vor- AllgemeineDerwaltung: Einnahme 800, zügliche, Pistungen mt>Ö€rner 2lus^ibe 15 113 Mk., F ri edho f swesen (ein- । In diesem Rahmen empfindet man auch den &? Verein ehemaligerlfö. Samstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr EIäM im Stadtthgater im Gedächtnis der Gefallenen unseres Regiments und seinen Kriegsformationen zwecks Errichtung eines 116er Gedenksteins in «en Mitwirkende: Der Bauersche Gesangverein unter persönlicher Leitung seines Dirigenten Herrn Otto Görlach Die Musikkapelle Topp „Wir wollen sein ein einig Volk" Volksstück mit Gesang in 3 Akten aus den Leidenstagen der Ruhrbesetzung unter Leitung des Herrn Karl Juhnke vom Stadttheater Gießen Preise der Plätze: Loge 4 Mark, I. Sperrsitz 3 Mark, II. Sperrsitz 2.50 Mark, III. Sperrsitz 1,50 Mark, I. Rang-Vorderplatz 4 Mark, Mittelplatz 3.50 Mark, Rückplatz 2.50 Mark, II. Rang-Vorderplatz 1,50 Mark, Mittelplatz 1 Mark, Rückplatz 0,80 Mark, Galerie 0,50 Mark Vorverkauf: Zigarren haus Loeb, Bahnhofstraße, Ernst Challier, Neuenweg [*S57v Achtung! Achtung! Kirchenplatz 6 4358a Kirchenplatz 6 Zwecks Umstellung meines Geschäftes veranstalte ich ab heute einen Total-Ausverkauf in sämtlichen noch am Lager befindlichen Haushaltwaren. 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Die Geschäftsleitung: K. Hof. 4351c vh I. | Unseren werten Freunden und Besuchern die ergebene Mitteilung, daß wir die Astoria-Lichtspiele Selters weg 81 Heute bis einschließlich Mittwoch : Wanata, diu Rose von Altoka Ein Roman aus der Neuyorker Gesellschaft und den Schneefeldern Alaskas 5 Akte Ferner: 5 Akte Das Recht auf Sünde Abenteuerfilm in 5 Akten. - Hauptrolle: Lia Bor re Ab Donnerstag: MARTIN LUTHER Der Kampf seines Lebens. - Deutscher Großfilm in 5 Akten Ml tzM der schon gereist hat, für den Verkauf von Webwaren sofort gesucht. Offerten an die „Oberhesfische Zeitung" in Alsfeld erb. 4335D 6'ZiDunerbaos zwei Minuten vom Bahnhof, Sofort zu verkauf. 6-Zimmer- Wohnung wird frei. Näheres Becker, Landgraf - Philipp- Platz 10. MOtiO Gebrauchter Zwillings-Sportwagen zu verkaufen. Zu erfragen bei 020439 Kaövar Ludolph I-ollsrlVillaZufluchi) Gutes Mimen zirka 10 Zentner bei Maro. Hämmerle Witwe, 011783 Dan bringen. Kanfgesnche. Glucke mltKiicken zu kaufen gesucht. Sckr. 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Die Bilder voll Leben, voll Pracht und Glut; Ganz still hab im Raum ich geseffen, 41nd Taufende lauschten mit mir - atemlos — Sich selbst und der Welt vergessen. Llnd als ich heimkam zu Weib und Kind Und erzählte - und wo ich gewesen, Da hat mein Kind — fein — das Buch geholt 41nd von Siegfried und Kriemhild gelesen. Was lange gelegen im Dornröschenschlaf, Ihr habt es erweckt zum Leben. Das Nibelungenlied im Vibelungenfilm, Keine deutschere Tat kann es geben. Wenn das Deutschland von heute, so matt und so schal, Sich 'an Siegfried das Herz wird entzünden, Muh es mutvoll trotz aller Vot und Qual — Erlösend sich selbst wiederfinden. [4345c Unter dem Motto „Der Ufa zu eigen" sendetHerrR. Schmoll, Lehrer in Elpenrod (Hessen) das nachfolgende, warnt empfundene Gedicht: i M W i ■ M L ■ B Central-Drogeri» Schulstrasse WMMl Hins! Dienstag, 27. Mai, abends 81/. Uhr, auf der „Llebigshöhe" ■ ir* W«We = Bttffliallis! Herr Vierbücher, Berlin, spricht über WWMWWU Freie Aussprache! 4348D Deutsche Friedens-Gesellschaft. Zuverlässige, kinderliebe Stütze ausS Land, Nähe Giehen, baldigst gesucht. Selbige muff kochen und kleinen Haushalt selbständig führen können und im Nähen, sowie Kinderpflege Erfahrung haben. Familienanschluh, sowie zeitge- mäher Lohn geboten. Hausmädchen vorhanden. Schriftliche Angebote unter 4346D an die Geschäsls'telle des Gieh. Anzeiger. Karos 4349D ist das Best. z. Bereitung v. schmackhaften Salaten In Flaschen und lose. Central-Drogerie, Schulstrasse WkMkN Mk. 26.- NehMüttetze» Mk. 15.- NeiSElVIe Mk. 45 - Brnmiik-iilmann Bahnbosstr. 29. e das hessische Gemeindeumlagengesetz vom 8 Juli 1911 in mannigfacher Weise gewährte. Es wurden damals gedeckt: durch den städtischen Zuschlag zur staatlichen Einkommensteuer 770 312 Mark durch Grundsteuern 279 546 Mk., durch Gewerbesteuern 127 890 Mk., durch Steuern vom Ka- Wirtschaft. • Vermehrte Kreditansprüchean bie Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai zeigt, wie zur Monatsmitte üblich vermehrte Kreditansprüche. Die Wechsel- und Lombardanlage stieg wieder an. Während ine Lombardforderungen im Papiermarkgeschaft um 5 9 auf 14 4 Tritt. Mk., im Rentenmarkgeschäft um 73 auf 106,8 Mitt. Rin. abnahmen, sind die^Pa- piermarkwechselbeftänbe um 46 9 auf 810,6 -^rill. OKatl und die Rentenmarkwechselbestände am 19 auf 1140,1 Mill. Rm. gewachsen. D-ie Kapitals' anlage weist eine Zunahme von 33,1 Tritt. Mt. auf Hier steht auf der anderen Seite eine erfreuliche Gestaltung des Zahlungsmittelumlaufes gegenüber. Die Banknotenausgabe hat um 29,9 auf 763 9 Tritt Mk., der Umlauf an Rentenbanr- scheinen' um 66 auf 1600 Mill. Am. abgenommen. Sür beide Geldzeichen zusammen stellt sich die Abnahme auf 89 Mitt. Goldmark. Der- Bestand der Reichsbank an Rentenbankfcheinen ist von 284,2 auf 350,3 Mill. Rentenmark gewachsen, ®u.D’ gelber der Bank haben sich um 113,8 Still. Mk. vermehrt. Die Ausleihungen der Aeichsd^lehns- kästen haben sich weiter um 0,1 auf 1,1 Still. Mk. Vermischtes. Die Weltflieger. London. 24. Mai. (WTB.) Der Welte flieget Mac lat en ist heute von Akyab nach R a n a 0 0 n abgewogen; er mußte aber rm Hafen von Akyab eine Rottendung vornehmen. Sein Flugzeug ist leicht beschädigt. ö Tokio 24. Mai. (WTB.) Die amerikanischen Flieger, die kürzlich auf einem Marineflugzeug in Kasumija Ära nordöstlich von Tokio em trafen, haben beute^-oho einen Besuch abgeplattet, wo .begeistert b^ grüßt wurden. Bei einem frühstück überreichte ihnen der japanische Kriegsmurrster Errnnerungs- ?eichen als den ersten Fliegern die den Stillen Ozean überguerten Cs wird erwartet daß die Amerikaner Mittwoch oder Son= Eswg ablliege-n werden, sobild ihre neuen Motor geprüft sind. Abenteuer unter Menschenfreffern. Der bekannte indische ForschunEreisende Maniir Kothari hat die verschiedenen Menschenfresserstämme auf den Salomomsei.n, den neuen ^briden und Reu-Guinea während feiner letzten Wettreise besucht und erzählt in einem Aeicho^er Blatt von seinen schauerlichen Abenteuern, ^den ui zugänglichen Hochlanden im Innern der unfein iLr d^e Eingeborenen in sehr Primitiven Formen, und KotLri fand daß Mensch^fresterer unter ihnen noch beständig geübt wird. Er wohnte selbst einem Gericht bei, das die Häuptlinge eines Stammes in dem Hochland von Reu-Gmnea abbtelten. Sechs Männer aus dem Untertan t>. waren von d.n Menschenfressern gefangen worden und wurden dazu verurteilt, getetet unb dann verspeist zu werden. Die Leichen der Opfer wurden an einem großen ‘Baum auf gebangt unb jeder schnitt sich davon nach Bedarf ein Stuck Fleisch ab, bald von einem Bein und bald von einem Ann. Die furchtbare Mahlzeit wurde auf einem Bambus-Kocher über langsamem Seaer zubereitet, wobei Kräuter zur Verbesserung des Geschmacks beigefügt wurden. Die entfleischten Knochen der Opfer blieben auf dem Baum hangen zum Zeugnis der grausigen Mahlzeit, die abgehalten worden war. Findet man keine Frmnuen für diese Festessen, so werden unter nichtigen Gründen auch Menschen des eigenen Stammes getötet Der Voranschlag ist in G o l dm ar k auf gestellt und eine Gegenüberstellung der völlig wertlosen Papiermarksiffern be£ üorjabrigen Voranschlags unterblieben. Bei Beranfjlagung der Etatansätze wurde möglichste Annäherung an die Sähe des V 0 r k r i e g s r e ch n ung s- iahres 1914 erstrebt und ich werde daher in meinen weiteren Darlegungen bei 1^em einzelnen Titel den Vergleich mit den Siftern des Wahres 1914 ziehen. Es wird auf diese Weise deutlich werden daß bei den Ausgaben an den Ziffern von 1914 nicht nur möglichst festgehalten sondern in sehr vielen Fällen mit geringeren Ausgaben durchzrckommen versucht wird. Ich wende mich zunächst zur Betriebsrechnunv- §>ier schließt der Voranschlag 1924 in der ®e- Wmt-Einnahme und Gesamt-Ausgabe ab mit 2 233 538 Mk. gegenüber 3 694 059 Mk ui 1914. S^gefamte ft ä b t i fc6 = b«rf bat fWj atf» 11m 1 460 521 Mk. gegenüber 1914 verm1n ö c r t. r-n nrofjen Zügen und vorbehaltlich der Einzel- ^achweise bei den verschiedenen Rubriken ist dieser Winderbedarf wie folgt begründet: Zunächst finb eine Reihe von Au s g a bep 0 st e n dauernd oder erbten 15 bis 16, Futter erbten 13 bis 14, ken 10,50 bis 1$, Wicken 11,50 bis 13, LuPE» blauelll bis 11.50, Lupinen gelbe 13.50 bis 14,60. Seradella 11 bis 13. Rapskiiäfe-n 10, Leuttmhen 18.50. Tioctenschnitzel 8,70, Sorfmelaffe 30 bw co. Kart off elf locken 21 Mark. Büchertisch. - „Zeitschrift für Musik". Äambf» blatt für deutsche Musik und Musikpflege. Hauptschriftleiter: Dr. Alfred Heuß. (Steingraber- Derlag, Leipzig.) Eine Richard-Wagner-Aunmier. Gewichtig durch bis dahin unveröffenlllchte zahlreiche Schreiben des Meisters zur ersten Aufführung des „Rheiirgald" und der „Walküre' In München, mitgeteilt von S. Röckl. Dann werden die drei wichtigen Briefe Wagners an den Lieder- komponisten Robert Franz mitgeteilt, von denen man bis dahin nur eine dumpfe Kunde hatte. Dr. Alfred Heuß führt die brennend wichtige Frage, wodurch die Musil in Wagners Musik- dramen das älebergewicht über das Drama erhalten habe, einer Lösung entgegen. Auch Dr. Georg Göhlers Artikel: „Bedeutung und Aufgaben der kleinen und mittleren Opernbühnen m Deutschland" ist insofern Wagnerscher Art, als er mit frischestem Geist und echter Sachkenntnis die außerordentliche Wichtigkeit der betreffenben Bühnen einer wohltuenden Betrachtung unter» her Besteuerung durch die Gemeinden unterlagen. 1 ; Rachdem neuerdings auch den Kreisen und Pro- 1 vinzen das Recht zuerkannt ist, direkte Steuern 1 vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb zu erheben, ergibt sich, daß aus dieser Steuerquelle nunmehr Staat, Gemeinde, Kreis und Provinz, also vier Steuergläubiger, schöpfen, ein Zustand, der keineswegs erfreulich ist und den Grundsätzen idealer Steuerpolitik widerspricht, daß die Steuergebiete I säuberlich abgegrenzt seien und aus e i n e r Steuerquelle möglichst nur e i n ©teuergteubiger schöpfe. Cs muh in Zukunft wenigstens eine Annäherung an diese letzteren Grundscche erstrebt und namentlich erreicht werden, daß die Ge werbesteuer, wie früher, und auch heute noch in dem größten Staate Preußen, der alleinigen Besteuerung durch die Gemeinden unterliegt. Die Gewerbebetriebe sind mit der Gemeinde viel enger verknüpft wie mit dem Staat: durch B^eitstel- lung von Gelände, Herstellmig von Straßen, Kanälen, Anschlußgleisen, Schaffung von Bildungsgelegenheiten und dergleichen haben die Gemeinden von jeher dem Gewerbe Ansie^ungs- und Entwicklungsmöglichkeit gewahrt, auch sind I die Gemeinden am besten in der Lage, den Gewerbebetrieben die ins einzelne gehenkte steuer- I liehe Behandlung angedeihen zu lassen die allein eine gerechte und wirksame Gewerbebesteuerung verbürgt. Mit vollem Recht steht auch die hiesige Handelskammer auf diesem Standpunkte. Die Lage, wie sie durch den vom Landtag beschlossenen Finanzausgleich für die hessischen Städte sich ergibt, ist nach alledem recht wenig den Wünschen der Städte entsprechend. Die Städte wollen gewiß nicht verkennen, daß die Verhältnisse des hessischen Staates aus mancherlei Ur» jachen recht schwierige sind, und daß es an sich eine Leistung und eine Rotwendigkeit darstellt, die Finanzen des Landes in geordnetem Zustande zu erhalten, namentlich angesichts des Umstandes, daß ein sehr beträchtlicher Teil des Landes der Besetzung unterliegt. Ebenso gewiß aber leben die hessischen Städte der Lieberzeugung, daß es dem Staate bald gelingen wird, durch notwendige entsprechende Verwaltungsmaßnahmen die | finanzielle Lage des Staates so zu gestalten, daß schon in naher Zukunft ein Finanzausgleich zwi- jchen Staat und Gemeinden stattfinden kann, der die hessischen Städte im Gesamtergebnis nicht ungünstiger stellt als in der Mehrzahl der übrigen Länder. In dieser Hoffnung werden die Städte dadurch bestärkt, daß bei Beratung des Finanz- ebcr .............. Fran.-ösischc Noten . ...... DänitÄe Noten.......... Sckwedische Noten........ £>o(länbi?d)e Nölen . ------ ®eutfd) Ceitcrrei(l), ä 100 Kronen amentcinifdje Noten....... Englische Noten.......... tttaticnische Violen......... Lelmime Noten.......... Ungarische Noten ......... Tsrvchoslowakische Noten..... 9lottoc ufeb» 'Jlotcn........ Nnmänlsche Noten......... Spanische Noten.......... sind alle Hautunreinigkeiten u. Hautausschläge, wie Mitesser, Pickeln, Blütchen usw. durch tägl. Gebrauch d. allein echten ZeLKckmrsÄ.Ä'ellD von >• 158,29 19,75 3 voll 3 voll! v'rss.-AiUw. GhrifHartlrt. 58>5 71,53 112,23 10,63 18,80 58,35 71,2° 58,6-5 71,58 voll ’C voll I 10 ilouenbafifn Stockholm. SHfingfor». 111,72 10,52 18,70 112,58 10,28 18,80 25 voll voll 30 voll I Ö'taüen. . ■ London.. . 18,395 4,21 23,26 18,305 4,19 18,395 4,21 3 3 3 3 9'0ll voll I Bulgarien 1,685 1,695 volliuoll I ädöan - üiio ve äfitn 6,435 0,425 0,435 vollsvoll 1 6.23 12,5ä 5,27 5,18 5,22 voll voll Ibeiucao . Ltiiavou ■ 12,64 12,56 12,64 — Ivoll I Banknoten. 24. Mai Ncvarr. tPcrTln | Geld | Briet °/a Klasse 1 804 bis 1068 C 2 876 1176 3 906 1284 4 1104 1476 5 1-96 1728 6 1596 2280 7 2100 3120 8 2400 3600 9 2820 4140 10 3600 5400 11 4200 6300 12 4860 7200 — 13 6300 ff 9600 Die Kinderzulagen Ur. 123 Zweites Blatt Europas zweite Arbeiterregierung. Don Adolf Gregori, Rendsburg. Das, mit Ausnahme des Außenministers, sozialistische Kabinett deS neuen dänischen Ministerpräsidenten, des Sozialisten S t a u ° ning, ist mit einer Mehrheit von 75 Folke- tingsabgeordneten der Sozialisten und Radikalen (Demokraten) gegen 74 der Gegenseite parlamentarisch schwach gegründet. Fehlen bei wichtigen Abstimmungen auch nur zwei Stimmen auf Staunings Seite (wobei man die Radikalen immer zu den Sozialisten gruppiert). und ist die Gegenseite vollzählig da, so sitzt Staunings Kabinettsschiff auf dem Trockenen. Anter solchen Amständen kommt der Hcll- uing des Vertreters der deutschenRord- HchleSwiger im Folketing, Schmidt-Wod- der, besondere Bedeutung bei; er kann in gewissen Fallen das Zünglein an der Wage bilden. Stauning weih genau, dah er sein Regie- rnngsprogramm mit Vorsicht zu entwickeln hat, und daß er nicht in eiligem Tempo an Verwirklichung spezifisch sozialistischer Ideen aus dem Odenseer Programm der dänischen Sozialdemokratie Herangehen kann. Auf die Frage, welche Gesetzesvorschläge im Sommer von ihm zu erwarten seien, hat Stauning kürzlich geantwortet: nur die absolut notwendigen, in erster Linie der Dalutaplan (Maßnahmen Kegen den Kronenfall) und die Verlängerung Des Mietgesetzes. And einem anderen Aus- ftager hat er z. D. hinsichtlich eines Kontrollrechts der Arbeiterschaft in der Führung der Werkbetriebe gesagt, man müsse bescheiden beginnen, damit die Interessen der Arbeiter sich nicht von den Betrieben entfernten. Das zeigt einen in sozialgesetzgeberischer Hinsicht praktischen und behutsamen Mann. Stauning wird das praktisch Erreichbare im Auge behalten; bezeichnend war sein im Winter in der deutschen Regierungsstadt Schleswig seinen deutschen Genossen in gelinder Form gemachter Vorwurf, die deutsche Sozialdemokratie habe im letzten Jahrzehnt über ihrem Ideenprogramm zuweilen die Praxis des Lebens und der Politik zu kurz kommen lassen. Stolz — vielleicht mit etwas zu viel Stolz angesichts der „radikalen" parlamentarischen Krücke Staunings — schreibt die sozialistische Presse zu beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze von der „zweiten Arbeiterre- gierungEurvpas" (neben der englischen) ,im Hinblick auf das Kabinett Stauning. Von einigem Interesse ist es, wie der sozialistische Kabinettschef Stauning seine Stellung gegenüber dem dänischen König auffaßt. Stauning erklärte, sein Ministerium stehe zum König loyal, es erkenne die bestehende Ordnung als gesetzlich auf Grund der Verfassung an und erblicke im König den obersten Beamten des Landes. Stauning behauptete, der dänische König, zu dem er die besten Beziehungen un- tterhalten habe, hege großes Interesse für die soziale Frage. Als Aufgaben der nächsten Zukunft, die mit dem Plan der Besserung der 'Dänischen Krone Zusammenhängen, nannte Stauning die Vermehrung der Erzeugung des Landes, Einschränkung der Einfuhr, Förderung des Verbrauches dänischer Ware, Steigerung des Exportes gewisser Industrien. Sympathie bekundete er für den Abrüstungsgedanken. Das Kopenhagener Zentralorgan der dänischen Sozialdemokratie „Socialdemokraten" glaubt sich in Pose setzen zu sollen, indem es von dem „eigenen Gesicht" des Ministeriums Stauning schreibt, das darin bestehe, daß ein Svzialministerium errichtet ind das Handelsministerium erweitert worden sei; es seien auch einleitende Schritte getan, um Orden und Titel abzuschaffen. Die BemtigEv. Roman von Hermann Stegemann. 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Da rief der Amtmann mit lauter Stimme: „Hütlein, nimm dein Tütlein und blas vom Antersberg ins Rheintal!" And Hütlein legte die Fiedel nieder, nahm die Trompete und ging. Der schlechte Geiger war ein guter Bläser, und als er im hintersten Winkel des Baumgartens, wo der Eichenwald über die Mauer schaute, zu blasen begann, klang es rein und lockend vom Hügel über das schwarzsilbrrn glitzernde Wasser. Sie sahen still und tranken nicht mehr, bis hatte, dann sagte Bantiger leise: „Mara, sing!" Sie trat stumm von ihm weg, verschwand hinter dem Rebenspalier, das Klavier schlug an. und Mara sang. Sie saßen ft,in und tranken nicht mehr, bis ihre dunkle, leidenschaftliche Stimme vertlungen war. „Sie singt immer dasselbe," murmelte der Apotheker Hausmann. „Ja, aber man wird immer wieder heiß dabei," flüsterte der Schifssbauineister zurück. Gottfried Bantiger rückte der Sängerin den Stuhl zurecht, und sie blickten sich an, bewegten die Lippen, auf denen vergessene Worte brannten. und seine rechte Haick» verflocht sich mit ihrer linken zu schmerzhaftem Druck. Da sprang die Ratschreiberin auf. Sie warf den blonden Kopf in den Nacken, daß ihr Haar- kvanz sich löste, reckte die Arme und rief: „Ich will tanzend Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Was die in unklaren Meldungen behauptete, angebliche Bereitschaft Staunings zu Verhandlungen mit Deutschland über die Festlegung und Sicherung der Freiheiten und Rechte der beiderseitigen nationalen Minderheiten in einem deutsch-dänischen Staatsvertrag betrifft, so hat man die Entwicklung abzuwarten. Man hat sich vor Augen zu halten, daß die dänische Sozialdemokratie sich bisher für einen solchen zwischenstaatlichen Minderheiten-Vertrag nicht begeistert hat und sich darauf berief, daß bereits die dänische Gesetzgebung der deutschen Minderheit in Dänemark alles billigerweise zu Fordernde gewähre. Stauning dürste die diesbezüglichen großen Widerstände in Dänemark kennen und sich gewiß nicht zu weit vor- wagen. Cs wäre — ganz abgesehen von der zweiten dänischen Kammer, dem Landsting, — sehr fraglich, ob er im Folleting eine Mehrheit auf den Gedanken eines zwischenstaatlichen Minderheilen-Vertrages vereinigen könnte. Cs müßte denn schon sein, daß der neue dänische Außenminister, der bisherige dänische Gesandte in Berlin und parteilose Graf M o l t k e, glaubte, Dänemark zum Entgelt für einen solchen Vertrag die Anerkennung der heutigen deutsch-dänischen Grenze durch die deutschen Verfassungsfaktoren besorgen zu können. Das aber ist ein recht heikles Kapitel. Denn die gegenwärtige Grenze beruht auf gewissen Angerechtigkeiten, ist grundsätzlich von den maßgebenden deutschen Faktoren nicht anerkannt, und die grundsätzliche Ablehnung wird besonders immer und immer wieder aus dem deutschen Grenzland Schleswig-Holstein erhoben. Das Sprachorgan des deutschen Folke- tingsabgeorüneten Schmidt-Wodder hat dieser Tage einen vernünftigen Weg gezeigt. Es schrieb, ein Minderheiten-Vertrag habe nur dann Sinn und innere Berechtigung, wenn er grundsätzlich bessere Bedingungen des national-kulturellen Lebens der Minderheiten im Grenzgebiet schaffe, als Dänemark sie seinen unfreiwilligen deutschgesinnten Staatsbürgern gewähre. Sei das auf dem Wege des Gegenseitigkeitsvertrages nicht zu erreichen, so solle Deutschland — am sichersten und sachverständigsten über Schleswig-Holstein — von sich aus solch besseres wirkliches Minderheitenrecht schaffen; das werde auf die Dauer auch der deutschen Zukunft Nordschleswigs zugute kommen. Weil der Ausfall der Fvlketingswahlen in dem bis zur Abtretung an Dänemark deutschen Nvrdschleswig besonders interessiert, so sei noch eine kleine Nachlese gehalten. Gewählt sind in Nordschleswig Schmidt-Wvd- der (Deutsche Schleswigsche Partei), Holger Andersen (Konservativer), H. P. Haussen und Amtsverwalter Pedersen (beide Venstre = Bauernlinke), Nis Nissen (Radikaler), I. P. Nielsen und Mortensen (Sozialdemokraten). Die Verdoppelung der sozialistischen Stimmen in Nordschleswig gegen die letzte Folketings- wahl soll weniger deutsch sprechenden Arbeitern zu verdanken sein, als dem Amstand, daß es im Laufe der letzten, unter dänischer Herrschaft verbrachten Zähre gelungen sei, die dänischen nordschleswigschen Arbeiter, die sich unter der deutschen Regierung abseits von der Sozialdemokratie in dänisch-bürgerlichen, nationalen Vereinen gesammelt hätten, ins sozialistische Lager herüberzuziehen. Die Zahl der deutsch sprechenden Arbeiter - unter den Wählern der dänischen Sozialdemokratie in Nordschleswig wird in sozialdemokratischen Berichten auf 2000 bis 3000 geschätzt. War angesichts des Amstandes, dah der Wahlkampf im nordschleswigschen Landesteil für die deutschen Nordschleswiger den Charakter einer nationalen Selbstbehauptung „So tanz!" antwortete der Baumeister, riß die Hand ans Maras Umschlingung und schob mit einem Ruck den Tisch beiseite. Die Gläser klirrten und die Früchte rollten aus den Schalen. „Also, tanz allein, tanz!" rief Bantiger lachend, als die junge Frau sich suchend nach der Musik und einem Tänzer umblickte. Sie wurde unsicher, suchte zu entschlüpfen, aber von allen Seiten riesen sie ihr zu: „Ja. tanz, tanz allein! Tanz, Tina, tanz!" Nur der Ratschreiber sah mit gerötetem Gesicht und gerunzelter Stirne und schwieg. Sie lachte befangen unD schielte nach ihrem Mann. Als sie seine üble Laune erkannte, fuhr das Hexlein aus ihr heraus. „Gut, so tanz ich allein!" trotzte sie, trank noch einmal, lief ins Ankleidezimmer, kehrte mit offenen Haaren und geschürztem Kleid zurück und tanzte zwischen Tisch und Stühlen zu Hütleins Geige einen Walzer von Lehar. Erst steif und mit einer gemachten Keckheit, die sich an ihrem unruhig blickenden Ehemann festbih, dann freier und mehr für sich und zuletzt, von der Musik getragen, in wilder Verzückung. Sie streifte ihr ganzes bürgerliches Wesen ab und erschien plötzlich als ein fremdes, von elementaren Trieben be= wegtes Geschöpf. Der Ratschreiber starrte mit ausgerissenen Augen auf die phantastische Erscheinung. Sie sahen nicht mehr still, sondern rückten unruhig auf den Stühlen und stürzten den Wein in raschen Zügen. Als Hütleins Trio den Tanz zu Ende gespielt, verharrte die Tänzerin noch einen Augenblick in dec letzten Stellung, dann sanken ihre Arme. Sie tat ein paar unsichere Schritte, um an einem trug, die von der deutschen Grenzsozicllderno- kratie im Schleswigschen ausgegebene Parole, es solle für die dänischen sozialistischen Kandidaten gestimmt werden, auch zu mißbilligen, so ist immerhin zu konstatieren, daß der große Stimmenzuwachs der Sozialdemokraten in Nordschleswig eine Abkehrvonden chauvinistischen eiderdänischen Am- trieben bedeutet, welche auf weitere Einverleibung deulsch-schleswigschen Gebietes an Dänemark abzielen. Von besonderem Reiz ist es, dah die beiden Gegner H. P. Hanssen- Apenrade und Amtsverwalter Pedersen-Sonderburg als Kandidaten ein und derselben Partei, nämlich der Venstre, ins Folleting gekommen sind. Pedersen vertritt in der Grenzfrage die expansionistisch-nationalistische Flensburg-Richiung, während H. P. Hanssen für die heutige sogenannte. Clausengrenze und im übrigen für „Aufsaugung" des Deutschtums in Nordschleswig ist. oiim Gießener Haushalts-Voranschlag für 1924. hielt Oberbürgermelfter Keller, wie wir nm Samstag schon mitteilten, in der Stadtverordneten-Sihung vom vorigen Freitag eine große Rede, aus der wir nachstehend den bedeutsamsten Teil wiedergeben. Die Red. Die vielfachen Wandlungen der Reichs- finanzpolitik in den letzten Jahren haben die FinanzpolitikderStädte in mannigfacher Weise nachteilig beeinflußt. Die Entziehung der Steuerautonomie auf dem Gebiete der Ein- kommenbesteuerung, ein äußerst bureaulratisches Dotationssystem, ein dem Wesen des freiheitlichen Volksstaates zuwiderlaufendes System der Bevormundung, uie Fülle unproduktiver Arbeit durch fortwährende Auseinandersetzungen mit Reich und Land beschwerten, ganz abgesehen von den Wirkungen der Inflation, die Finanzpolitik der Städte in geradezu unerträglichem Maße und raubten ihr die Lebenselemente jeder gesunden Finanzwirtschaft. nämlich die Aebersichtlichkeit, freie Beweglichkeit und Verantwortungsfreudigkeit. Die Nationalversammlung, in den Besitz der Reichssou- veränität gelangt, hatte die Allmacht des Reiches auf die Spitze getrieben und Aufgaben in solcher Fülle dem Reiche zugewiesen, dah es weder verwaltungstechnisch. noch finanziell ihnen gewachsen war, ungerechnet die psychologischen Wirkungen eines stark überspannten Zentralismus und Ani- tarismus. Wie leicht vorauszusehen war, ist diese Aeberladung mit Obliegenheiten dem Reich namentlich in finanzieller Beziehung sehr schlecht bekommen. so dah es zu Beginn dieses Jahres gezwungen war, mit bemerkenswerter Eile und Rücksichtslosigkeit Aufgaben und Lasten auf die Länder, bzw. nach näherer Vorschrift der Landes- gesehgebung auf die Gemeinden abzuwälzen. Es geschah dies durch die viel berufene dritte Steuernotverordnung vom 14. Februar 1924, die in Verbindung mit dem hessischen Ausführungsgesetz zürn Finanzausgleichsgesetz nunmehr die rechtliche Grundlage des Finanzwesens der Städte bildet. Durch die dritte Steuernotverordnung erhöhte zwar das Reich die den Ländern und Gemeinden zufließenden Anteile an der Reichseinkornmensteuer und Reichskörperschafts- fteuer von 75 o. Sy auf 90 v. Sy, auch gewährte es das Danaergeschenk einer Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, die sogenannte Mietzinssteuer. Es setzte aber andererseits die den Ländern und Gemeinden zukommenden Anteile an der Reichs- umsatzsteuer von 25 v. Sy auf '20 v. H. herab und schüttelte gleichzeitig in beträchtlichem Umfange Lasten von sich ab, die es bisher ganz oder teilweise übernommen hatte. Denn nicht nur hat das Reich die den Ländern und Gemeinden gewährten Befoldungszuschüsse volllommen eingestellt, sondern auch die Aufgaben der Wohlfahrtspflege, des Schul- und Bildungswesens und der Polizei den Ländern zur selbständigen Regelung und Erfüllung übertragen. Dabei fällt besonders die Wohlfahrtspflege vom finanziellen Gesichtspunkt aus stark ins Gewicht, da infolge des Krieges und der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreise und die Zahl der in öffentlicher Fürsorge befindlichen Personen gegenüber der Vorkriegszeit beträchtlich erweitert ist. Zu den vom Reiche abgewälzten Aufgaben der Wohlfahrtspflege gehören insbesondere: 1. die Fürsorge für die Rentenempfänger der Invaliden- und Angestelltenversicherung, so- Tische Halt zu finden, strich sich geistesabwesend die blonden Haare aus dem Gesicht, atmete krampfhaft mit geöffnetem Mund und lieh sich endlich mit einem leisen Seufzer auf den nächsten Stuhl gleiten. Da bot ihr der Baumeister das volle Glas und sagte mit heißem Kopf: „Trink, du blankes Seekind, halb Nix, halb Weib, und daß du das Aus-dir-Heraus tanzen nicht verlernst in deinem verhockten Leben!" Mechanisch leerte sie das Glas und verschwand dann mit einem scheuen Blick, um das Haar auf- zuslecken und das Kleid zu ordnen. Mara preßte die Lippen. Bantigers Gedanken toaren nicht bei ihr geblieben, und das warf Unruhe in ihr Dlllt. Sie stand auf und verlangte, man solle einen Augenblick auf die Terrasse hinaustreten. Das Ljcht des von Wolken übergangenen Mondes wanderte durch die Nacht. Kühl strich s vom See herauf. Da war's geschehen. Als Gottfried Bantiger ins Freie trat, fühlte er plötzlich eine seltsame Leere im Hirn. Er wollte cLtc luftige Bemerkung machen, aber es wurde >achts daraus als ein erschreckender Laut, denn er wußte auf einmal den Namen der Frau nicht mehr, deren Arm in dem seinen lag. Er wuhte nicht mehr, wo er war. Er suchte sich in furchtbarem Aufbäumen zusammenzureißen, er wollte zur Selbstermannung und zur Prüfung seines Gedächtnisses leise die Namen seiner Kinder aufsagen, er fand auch diese nicht mehr vor, sah die Terrasse im Mvndlicht wie von einem Erdbeben geschüttelt, auf und nieder schwanken, spürte, dah ihn die Kraft verlieh, und sank, lang- IRontag, 26. Hlai 1924 '■iMüf’iMranrarenrffiiwniii iiibmi miiM-ura Weit sie nicht den Versicherungsträgem obliegt, 2. die Fürsorge für die Kleinrentner und die ihnen gleichgestellten Personen, 3. die soziale Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene und die ihnen nach den Versorgungsgesehen gleichgestellten Personen, 4. die Fürsorge für hilfsbedürftige Minderjährige. 5. die Wochenfürsorge. In Ausführung der dritten Steuernotverordnung hat das Land Hessen den Finanzausgleich zwischen dem Land und den Gemeinden in einer Weise geregelt, die den berechtigten Wünschen der Städte leider nur wenig entspricht. Zwar Yar das Land Hessen durch die Verstaatlichung der Polizei Die persönlichen und sachlichen Polizeikosten den Städten abgenommen. Auch sind durch Die Verstaatlichung des Volksschulwesens die persönlichen Kosten der Volksschule vom Staat,übernommen worden: die sachlichen Kosten fallen Dagegen nach wie vor den Städten zur Last und haben durch Die vom Staat bewirkte Ausgestaltung des Volksschulwesens gegenüber Der Vorkriegszeit eine wesentliche Steigerung erfahren, in Gießen um rund 70 v. Sy gegenüber Dem Jahre 1914. Mar kann Dahingestellt sein lassen, ob nach verlorenem Kriege ein mit Kosten verknüpf ter Ausbau des Volksschulwesens angezeigt war und nicht die Aufrechterhaltung des bisherigen hohen, auch vom Auslände anerkannten, Standes Des Deutschen Volksschulwesens an sich schon eine beachtenswerte Leistung für ein Volk gewesen wäre, das einen Weltkrieg verloren und mit unglaublich hohen Reparationslasten bedrückt wird. Solange der Zustand fortdauert, dah an den Hauptsächlichfun Reichssteuern Reich, Staat und Gemeinden mitbeteiligt find, solange also ein Finanz aus- gl e i ch unter diesen drei Steuergläubigern erforderlich ist, Darf — dies liegt schon im Worte Ausgleich — dieser nur im Sinne einer gerechten und billigen Auseinandersetzung erfolgen: info- lange ist aber jeder Der drei Steuergläubiger an Der Finanzgebahrung des andern interessiert.Denn es nützt offenbar gar nichts, wenn Die Länder sparen, das Reich sich aber feine Beschränkung auferlegt, und es nützt ebensowenig etwas, wenn die Gemeinden sparen, die Länder aber von dieser Tugend entfernt bleiben. Es ist ein Trugschluß, zu glauben, daß Die Verhältnisse des Reiches gesunden können, wenn die Glieder, nämlich Die Länder, Der finanziellen Gesundheit ermangeln, und es ist erst recht ein Trugschluß, zu meinen, daß Die Länder auf Kosten ihrer Glieder — eben Der Gemeinden — gesunden könnten. Aeu- Herste Sparsamkeit in allen öffentlichen Haushalten, billige Rücksichtnahme des einen auf Den anDern sind neben Regelung Der Reparationsfrage unD Der Aufrechterhaltung der Währung die un- erlählichen Voraussetzungen für eine Gesundung der öffentlichen Finanzen Deutschlands. Allerdings muß zu diesem Ziele auch die Bevölkerung selbst mitwirken. Die Fälle sind aber nicht selten, dah die Bevöllerung im Interesse der Minderung des Steuerdrucks von Den öffentlichen Verwaltungen Sparsamkeit begehrt, in dem Augenblick jedoch, wo die Verwaltungen zu Sparmahnahmen schreiten, diesen Widerstand entgegensetzt. Einschränkungen und Sparmaßnahmen sind für eine tatkräftige, vorwärtsstrebende Verwaltung gewiß ein unangenehm empfundenes Hemmnis, sie stellen aber bei der heutigen Lage das Gebot Der StunDe dar und sind schließlich nur dem Wohle der Bevöllerung selbst dienlich. Wenn der hessische Staat — nach dieser Abschweifung komme ich Darauf zurück — sonach Die Städte von Polizeikosten und Den persönlichen Volksschulkosten, unD zwar in größerem Maße wie in anDeren ßänDern, auch entlastet hat, so hat er Doch anDererseits die Beteiligung Der Gern einDen an den Re ich s - st e u e r n ungünstiger geregelt wie Dies in Der Mehrzahl Der übrigen Länder Der Fall ist. Der Staat Hessen beteiligt an Dem Dem Staate zu- fommenDen Anteil von der R e i ch's einkom - men- und Korperschaftssteuer die Gemeinden nur mit 4 0 v. H. und kürzt überdies diesen geringen Anteil noch um diejenigen Beträge, es sind 5 v. H., die er den Kreisen und Provinzen überweist, so daß für die Gemeinden letzten Endes nur 35 v. H. verbleiben: er beteiligt an Dem dem Staate zustehenden Aufkommen Der Reichsumsatz st euer Die GemeinDen mit 5 0 v. H., gleichfalls unter Kürzung Dieses letzteren Betrages um Die Den Kreisen und Provinzen zu- getoiefene Summe (5 B. Sy); er beteiligt enDlich an Dem Dem Staate zustehenden Aufkommen an Grunderwerbsteuer Die Gemeinden mit 5 0 b. Sy Sehr wesentlich ist, daß das Land Hessen die Grund- und Gewerbesteuer nunmehr in beträchtlichem Maße für sich in Anspruch nimmt und dadurch Den Zugriff auf Steuer- vbjekte genommen hat, Die früher lediglich sam an Maras Seite nieDergleitenb, bewußtlos z/u Boden. Die Erinnerung beschämte ihn tief. Es war weder der Wein gewesen, noch die Dafelfreude, weder Maras Gesang nach Tinas Tanz. Es war etwas älnheimliches, Das aus ihm selbst emporgestiegen und 41t ihm selbst wieder zur Rupe gegangen war. Ja, es war zur Rahe gegangen, war eine vorübergehende Blutleere Des überarbeiteten Gehirns, ein Gefähkrampf oder wie immer der Arzt es nennen mochte, den sie in Der Nacht von Radolsszell berübergeruDert hatten, es war etwas, Das nie wiederkehren Durfte, das nie wieDerkehrte, so wahr er hier klar und kräftig am Fenster stand. Er besann sich Darauf, wie. er wieder zu sich gekommen war. Er hatte zuerst auf Dem kalten Stein Der Terrasse, Dann beim zweiten Erwachen auf Dem Feldbett im Giebelzimmer gelegen. Mara und Die Frau Des Pächters waren um ihn beschäftigt, und Der graue Morgen stand vor Den Fenstern. Ec hatte schon Damals ein Gefühl Der Beschämung empfunden, und Der kleine dicke Arzt, Der sich an Dem falten Rehrücken und einer auf- gewärmten Pastete gütlich getan hatte, wurde unwirsch empfangen, als Mara ihn ohne Säumen an sein Bett rief. „Ich zweifelte, ob ich Ihnen nach alter Väter Sitte zur Ader lassen sollte," waren des Arztes erste Worte gewesen. „Ein Schlagfluh?" Der Baumeister hatte laut aufgelacht. „Der hatte bei Ihrer Armatur weniger Mühe, Doktor!" (Fortsetzung folgt?