m. 73 Erscheint täglich, «mH« Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamilienblätler Monatr-vezu-rpkeis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlässe: für die Schristleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten AnieiyrrHiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11K86. Mittwoch, 26. März 1924 174. Jahrgang Erst« Blatt GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvü vnd Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Vuch- und Steinöruderei N. Lan ze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7. Untttihme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Eoldpsennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorschrift 20" „Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Die auswärtige Politik des neuen Kurses. Don Dr. Gustav Roloff, ort). Professor der Geschichte an der UmDerfität Giesen/) III. Aegypten. — Die Dalkansrage. — Armenien. Deutschland hatte um so mehr Qlnlaft, das Verhältnis zu England nicht zu schwer zu belasten, als es gleichzeitig im Interesse des Dreibundes der guten Dienste Englands bedurfte. Als die Verwicklung in Südafrika begann, war Italien in seinem abessinischen Unternehmen in grober Bedrängnis und begehrte von England den Durchzug durch Zeila am Roten Meere, um einen besseren Zugang zu Abessinien zu gewinnen. England lehnte aus Gründen, die nicht deutlich erkennbar find, ab, und in 'Berlin erblickte man darin eine unfreundliche Handlung, da Italien, von England verlassen, sich versucht fühlen konnte, zu Rußland und Frankreich abzu° schwenken. Diese Stimmung kam ja in der erwähnten Aeußerung des Grasen Metternich deutlich zum Ausdruck. Bekanntlich erlitt Italien kurz daraus (1. März 1896) eine schwere Riederlage; seine Stellung in OEb.-filmen war verloren, ja zeitweilig war es fraglich, ob es seine Kriegsgefangenen aus den Händen der Sieger zurückerhalten werde. Hilfe konnte allein England bringen. Deutfchland bemühte sich daher, die Londoner Regierung zu der längst erwogenen Expedition gegen die Mahdisten, die tatsächlichen Dunlesgenofsen Alessiniens, die die sudanesischen Provinzen Aegyptens beseht hatten, zu bestimmen. Wenn man hierdurch den Italienern eine Anlehnung zu verschaffen suchte, so verband man damit den weiteren Zweck, durch die Anerkennung der dauernden Okkupation Aegyptens, die in dieser Aufforderung lag, das getrübte Verhältnis zu England wieder zu klären und Evvglaird die Verständigung mit Frankreich zu erschweren. He fester Grgland seine Herrschaft in Aegypten und im Sudan auf richtete, desto schwerer mußte ihm ein Einvernehmen mit Frankreich werden, das ihm jene Stellung mißgönnte. Rach einigen Schwierigkeiten zeigte sich England bereit, forterte aber, daß die international verwaltete Kasfe der ägyptischen Staatsschuld einen Beitrag zu den Kosten des Feldzugs leiste.. Der Dreibund stimmte im Gegensatz zum Zweibund sofort zu, uird die Expedition wurde in der Tat unter Kitcheners Führung unternommen. Wiederum traten die Versucher von Osten und Westen an Deutschland heran, während diese Angelegenheit schwebte. Russland und Frankreich gingen damit um, eine mtemattonale Konferenz zu berufen, um gegen die Verwendung der ägyptischen Gelder, ja gegen die ganze Expedition zu protestieren, und womöglich die ägyptische Frage auf- zu rollen; als sie damit nirgends Anklang fanden, legten sie Deutschland sogar nahe, es möge Kassela und andere Gsbiete, die Italien nicht mehr halten könne, annektieren: gewiß in der Absicht, Deutschland und England hierdurch völlig zu entzweien. Aber die Erfahrungen der ostasiatischen und südafrikanischen Vorgänge waren nicht verloren: j.ne Zunnutung erfuhr eine kategorische Abweisung. „Der Himmel bewahre uns vor einer solchen Torheit", schrieb der Kaiser, und Graf Hahseldt wie Holstein erklärten ben französischen und russischen Diplomaten, ien Gedanken nicht ernst nehmen zu können. Man hatte aber unter ren Diplomaten den Eindruck, daß Fürst Lobanow, der,ebenso den Ruf der Unwahrhaftigkeit wie der Zähigreit und Unternehmungslust genoß, die äghptrs^.e Frage trotzdem nicht ruhen lassen, vielmehr mit Hilfe des französischen Ministers Hanotaux, auf dessen Gef-lgschaft er zählen konnte, die Mächte zu Aeuserang-.n über die Stellung Englands in Aegypten zwingen wollte. Rur sein plötzlicher Tod (30. August 1896), der die russische Pclitil für einige Mo.rate führerlos machte, hat damals Eurvpa anscheinend vor der Gefahr schwerer Erschütterungen bewahrst. Viel Raum boanspruben endlich die Fragen, die mit der Da l k a n ha l b in s e l und dem nahen Orient zusammenhängen. Sie sind überaus verwickelt, weil sich hier die verschiedensten Vorgänge und Interessen kreuzten. Bulgarien und feine Beziehungen zur Türkei waren ja ein alter Streitpunkt zwischen Oesterreich und Rußland, die ewigen Unruhen in Mazedonien und Kreta stellten den Frieden am Balkan in Frage, seit 1894 trat noch die armenische Schwrerngkeit hinzu, und im Jahre 1897 brach gar ein Krieg zwischen Griechenland und der Pforte aus. Die Zukunft des Osmanenstaates schien durch alle, diese Vorgänge bedroht, wad sogleich erhoben sich die Probleme, die die europäische Welt so oft beschäftigt und ihren Friedet gefährdet hatten: wem Konstantinopel und die Meerengen zulallen sollten, was aus Kleinasien, Albanien und den übrigen europäischen Ländern dec Türkei werden sollte, wie durch alle diese Veränderungen das Machtverhältnis im Mittelmeer beeinflußt wurde und bet-gl. Man kann nicht sagen, daß es dem Leser Reicht gemacht wird, sich durch dieses politische Gestrüpp hindurchzufinden, ater man muß zugeben, daß die Disposition außerordentliche Schwierigkeiten bot. Hier sei raur auf zwei Punkte der Charakteristik ber deutschen Politik hin- gewiesen. Die orientalische Frage geriet fett etwa 1895 in stärkeren Fluß, da die, insbesondere durch die englische öffentliche Meinung morattsch unterstützte, armenische Insurrektion mit der Erschütterung des türkischen Reiches allerlei politische Fragen aufwarf und zugleich das christliche Ge- r—----— *) Siehe „(Siebener Anzeiger" Rr. 70 vom 22. März und Rr. 72 vom 25. März, Hessens Finanzlage. Finanzminister Henrich begründet im Landtag die neuen Steuergesetze. D a r m st a d t, 25. März. (Priv.°Tel.) Am Re- gierungstisch-e: Staatspräsident Ulrich, Finanzminister Henrich, Meister des Inne.n v. Brentano, Wirtschastsminister Raab und Rogierungskommissare. Präsident Adelung: „Meine Damen und Herren, die Zusammenkunft des Landtags hat sich- notwendig gemacht, weil der Sonderausschuß, dem der Landtag am 16. Rovember v. Is. beitünmte Rechte übertragen hat, die Auffassung vertrat, die auf der Tagesordnung unter 1—3 bezeichneten Regierungsvorlagen soll en wegen ihrer einschaeiden- den Wirkungen von dem Plenum selbst erledigt werden." Finanzminister Henrich führte dann aus, der Landtag stehe angesichts der großen Steuerbelastungen vor schweren Entscheidungen, zumal in einem Wahljahre. Die Verab- schieoung des vorläufigen Finanzgesetzes sei grundsätzlich bedeutungsvoller als die des endgültigen Finanzgesehes mit dem Voranschlag, da heute sch)N wenigstens grundlegende Bestimmungen über die Steuern des Jahres 1924 geschaffen werden müßten Der auf Gc-ldmark gestellte Voranschlag für 1924 konnte aus bekannten Gründen jetzt erst fertiggestellt werden. Eine Verlängerung des bisherigen Voranschlags erschien untunlich, da die eingestellten Geldbeträge keinerlei Grundlagen für die Ausgaben ergaben können. Ebenso würde eine For.erhebang Lee Steuern des Jahres 1923 zu starken Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in der Belastung führen. Darum war cs notwendig, die Steuern vom 1 Llpril ab neu zu ordnen. Hierzu ist aber bet Nachweis des Tedarss unerläß rch. Wenn allerdings dec Landtag sich mit der Verlängerung des Voranschlags für 1923 mit entsprechender Vollmacht hinsichtlich des Betrags der Ausgaben cinverstanden erklärt, dann kann sich auch dir Regierung damit abfinden; sie muß aber dann ihren Steuerbedarf in anderer Weise und auf anderem Wege Nachweisen. Für diesen Rachweis liegt ein Vergleich mit dem D o rkr t eg s - bedarf nahe. Da die Gehalte heute 60 ober demnächst 70 Prozent der Friedensgehalte betragen so müßte man folgern, daß die Ausgaben für 1924 erheblich unter denen des Jahres 1914 zurück fein müßten. Das wär» richtig, wenn sich In den letzten zehn Hahren nichts im Staate und feinen Aufgaben und in seiner inneren Organisation geändert hätte. 1914 betrug der Gesamtbedarf für die Der- tixsltung 76 Millionen, für 1924 waren in dem Notetat 83 Millionen ausgeworfen, das sind 7 Millionen mehr. Der Minister zeigt an einer Rrnhe von Ernzel- beispielen daß sich allein aus diesem Posten gegtn 1914 eine Mehrausgabe von 40 Mißionea Mark errechnet, wobei die durch die Vern.hrung der Arbeit in allen Gebieten verursachte Personalvermehrung und die Verteuerung aller Materialien noch nicht berücksichtigt sind. Allerdings srnd | seit 1914 auch eine Reihe von Ausgab.poften weg- gefallcn (Schuld?,insen, Zivilliste usw.), die man mit etwa 30 Millionen beziffern kann. Aus diesen kurzen Darlegungen ergibt sich schon zur Genüge, daß der im Rotetat angenommene Dedar, nicht zu hoch gegriffen ist. Der Redner bespricht dann die einzelnen Steuervorlagen. Dir allgemeine G e b ä u beste u er ist nicht beanstandet. Preußen erhebt den doppelten Betrag. Die Gewerbesteuer ist als Provisorium nur für 1924 gedacht. Die bisherigen Steuerunterlagen sind nich. mehr verwendbar, ein neues Gewer besten ergeseh konnte aus bekannten Gründen noch nicht geschaffen werden; man entschloß sich daher mit Zustimmung dec Handelskammern und dec Handwerkskammern, die Gewerbesteuer in Form von Zuschlägen za der in der 2. Steuemotverordnung vorgesehenen vorläufigen Einkommensteuer für 1924 zu erheben, und zwar in Höhe von 80 Prozent des Reichssteuerbetrags. Ob der vorgesehene Betrag von 5,5 Millionen erreicht wird, erscheint angesichts her vorgesehenen starten Ermäßigungen sehr zweifelhaft. Gleichwohl ist die Regierung bereit, dem geäußerten Wunsch zu entsprechen, daß schon nach dem Ergebnis des erste.: Zieles in eine Nachprüfung des Steuersatzes eingetreten werden soll. Eine Befreiung ganz kleiner Betriebe ist schon in dem Reichsgesehe vorgesehen. Schärfere Beanstandung erfuhr im Ausschuß die Grundsteuer vom land- und forstwirt-- schastlichen Grundbesitz. Die Sätze sind hoch, aber nicht unerschwinglich, im Rormalfallr durchschnittlich 1,80 Mark vom Morgen. ®a£u kommt allerdings die Gemeindesteuer, die in den größeren Städten Wohl höyer, in der Mehrzahl der Landgem.inden sicher aber geringer ist als die staatliche (Steuer. Die Staffelung entspricht sozialen Rücksichten und ist auch in Preußen vorgesehen. Mit der Ermäßigung les Satzes für Vermögen unter 20000 Mk. ist die Regierung einverstanden. Unerwünscht ist es, daß die Sätze höher sind als in den meisten anderen Länderm. Die Ursache liegt aber darin, daß dessen in weit stärkerem Maße Schul- und Pott- zeilasten übernommen hat wie andere Lander, was nicht ohne Rückwirkung auf den Gemeindesteuerbedarf ist. Eine Rückwärts eoidierung der in Betracht tomm.itben Gesetze dürfte aber Wohl aus technischen wie aus politischen Gründen heute nicht mehr in Frage fommeti. Dem größten Widerstand beg-gneie im nanzausschuß die als Gebäudesteuer vorgesehene Miet st euer nach den Bestimmungen der 3. S euer Notver ordnung. Die Regierung ging von dem Wunsche aus, die Volksvert.etung bet der Ausgestaltung dieser an sich zweifellos sehr un° I sozial wirkenden Steuer mitwirken zu lassen, obwohl sie nach § 31 der 3, Steuerrwtoerordnung das. Recht hat, die ihr Zwangsweise auferlegte Steuer durch eigene Verordnung zu erheben. Nachdem sich in dein Finanzausschuß ergeben hat, daß eine Neigung, hierbei initzu wirken, zum Teil grundsätzlich, zum Teil in bezug auf die Höhe der Steuer auf keiner Seite vorhanden war, blieb bei1 Regierung nichts anderes übrig, als den durch den § 31 der 3. Steuernotverordnung gewiesenen Weg zu gehen. Auch das Verhältnis, in dem die Einkommensteuer zwischen Land und Gemeinden zu teilen ist, war im Finanz,ausschuß Gegenstand lebhafter Bedenken Es ist richtig, daß die hessischen Gemeinden hierbei etwas ungünstiger dastehen als in vielen anberon Ländern. Es ist aber auch hier zu beachten, daß der hessische Staat den Gemetnben große Lasten abgenommen hat, die in anderen Ländern den Gemeinden verblieben sind. Wäre das nicht der Fall, dann könnten auch die Steueranteile der Gemeinden erheblich günstiger gestaltet werden; aber es ist wenig wahrscheinlich, daß das Mehr zur Deckung der ihnen abgenommenen Lasten ausreichen würde. Der Redner glaubt den Nachweis erbracht zu haben, daß der Staat mindestens die angeforderten Steuern braucht, wenn er nach dem 1 April wüt er bestehen soll und daß der scheinbar höheren Belastung in Hessen gegenüber den anderen Ländern auch eine entsprechende Mehr- übemahmevon Gemeinbelasten gegen- üb rsteht Es ist schwer, in einer Zeit, in der alles im Flusse ist, Voraussetzungen für ein ganjeS Jahr zu treffen. Die Regierung ist deshalb damit einverstanden, daß die Steuern zunächst nur auf vier Monate (zwei Ziele) bewilligt werden, und hofft mit dem Finanzausschuß, daß bis dahin die Verhältnisse sich so gebessert haben, um die eine ober andere Steuer ermäßigan zu können. Abg. Brauer (Dbd.) sendet sich besonder« gegen die staatliche (d ru n d st e u e r. 3m (Staate sollte man rascher und energischer mit Dem Abbau vorgehen. Dor allem können und müssen die Ministerien abgebaut werden, in erster Linie das Landesamt für bas tB 11 - dungswesen, bas früher auch von nur brei Beamten versorgt wurde. Der Redner stellt dann eine Reihe Abänderungsanträge zum Landes- sieuergcsetz, zum Ortspolizeigesetz und zum Volks» schulgesetz. — Vor Schluß der Sitzung gibt der Präsident noch einen bereits gestern in einem Seil der Auflage gemeldeten Antrag des Abg. Dr Osann (D. Vpt.) bekannt, der dahingeht, den Landtag mit Wirkung vom 24.Mai aufzulösen und Neuwahlen auf den 25. Mai festzusehen. Der Antrag wird auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung gesetzt werden. Das Haus vertagt sich hierauf aus Mittwoch. meinschaftsgefühl in Wallung versetzte. Marquis Salisbury, lec im Jahre 1895 nach dreijähriger liberaler Herrschaft die Regierung wieder über» r.cmmen hatte, begann unter tem Druck dieser Momente seine Haltung gegen die Türkei zu ändern. Während er früher die traditionelle englische Politik, den Sultan gegen Rußland zu schützen, vertreten hatte, näherte er sich jetzt dem Geränken, mit der Pforte ein Ende zu manchen und ihr Gebiet aufzuteilen. Er ließ den Wunsch durchblicken, sich hierüber mit Deutschland zu ree- ständigen. erst in einem Gespräch mit Hahfeldt, später mit dem Kaiser selbst. (August 1895.) Heber diese Verhandlung des Kaisers mit Salisbury war bisher die Oeffentlichkeit fast nur unterrichtet durch Mitteilungen des Freiherrn v. Eckardstein, eines ch maligen Botschaftssekretärs in London, die den Kaiser im übelsten Lichte erschein-:n ließen: er habe durch schroffes Austreten Lord Salisbury verletzt, eine herrliche Gelegenheit zur Erwerbung orientalischer Kolonien aus der Hand gelassen und den Anlaß zur Verschlechterung der deutsch- englischen Beziehungen gegeben. Hetzt erfährt man authentisch, daß Eckardstein hier tote an manchen anderen Stellen das Gegenteil der Wahrheit berichtet hat: nicht der Kaiser, sondern Salisbury hat es an persönlicher Rücksicht und Hoflichk.it fehlen lassen. Und in der Besprechung mit dem Kaiser ist er nicht über einige Andeutungen hinausgegangen, die der Kaiser vorsichtig, weder ablehnend noch zustimmend, beantwortet hat, um dem Botschafter die eigentliche Verhwrdlung zu überlassen. Die Zurückhaltung war berechtigt: später versuchte her englische Minister die Siche umzudrehen und behauptete, der Teilungsvor- schlog sei vom Kaiser ausgegangen, wahrend er tatsächlich schon zwei Wvch-en vor ter <n erwähnte Mißtrauen gegen England aufs stärkste zur Geltung; Deutschka'nd hegte nicht die feste Zuversicht, von E.vgland unterstützt zu wer- ben, we,rn es wegen etwaiger Reformvorschläge über Armenien mit Rußland in Konflikt gerate. Es hätte also vielleicht aus Gründen der Talkan- pclitik einen Zweifrontenkrieg im englischen Interesse, aber ohne englischen Beistand, auf sich nehmen müssen. Um diese Gefahr zu vermeiden, hat daher Deutschland stets dahin gewirkt, daß sämtliche Großmächte sich auf tiefgreifende Reformen in der türkischen Verwaltung einigen und sie mit den stärksten Mitteln — am besten „mit Kanonenkugeln nach Ilknz Kiosk hinein', schrieb der Kaiser — vertreten sollten. Aber hierfür war Rußland nicht zu h.rben. Mit derselben absoluten Gefühllosigkeit, mit ter es im Weltkriege die westlichen fremdstämmigen Volker in seinen Grenzen zu dezimieren suchte, sah es den armenischen Metzeleien zu. Es lehnte jeden wirklichen Reformversuch ab, weil es vom Gelingen wie Dom Mlf> liisgen eine Störung seiner Pläne erwartete. Glückten sie, erhielten die Armenier etwa, wie tfOEaeldikMwn eine Autonomie, so befürchtete man in Petersburg eine unbequeme Rückwirkung auf die eignen armenischen Provinzen, und eine Kräftigung der Pforte durch Reformen war unwillkommen, weil sie ihre Zerstörung, die für später in Aussicht genommen war, erschwerte; mißlangen aber die Reformen und ergaben sich daraus Verwicklungen, so wurde die ostasiatische Politik, die jetzt die russische Regierung sich zur Hauptaufgabe gemacht hatte, l-urchkreuzt. Auch England hielt sich wie angegeben zurück, obgleich cs die moralische Verpflichtung hatte, das Los der Armenier zu bessern, da die englische Agitation viel zur Verschärfung des türkischarmenischen Gegensatzes und fo zur Provokation der Blutbiäder beigetragen hatte: es kam daher rnchts von Ber:eutung zustande. Dieselben Rationen, die den Weltkrieg herbeigeführt haben, tragen auch die Verantwortung für die Blutströme, die damals in Armenien geflossen sind. Mies in allem ist es lehre glänzende Epoche der Geschichte des Deutschen Reiches, die uns die Bände schildern, aber auch keineswegs eine unrühmliche ober erfolglose. Zwar große positive Gewinne hat Deutschland in diesem Jahrzehnt — abgesehen von Kiautschou — nicht erreicht, aber es hatte auch nicht die Aufgabe, solche Erfolge zu erzivlen. Große aktive Politik brauchte es nicht zu machen, weil kein Fragen auf der Tages? rdnung standen, die sein Ledens in tereffe berührten. Seine Aufgabe war, den Frieden in Ehren zu behaupten und zu dem Zweck sich an Macht durch die anderen Großstaaten nicht überflügeln zu lassen, in erster Linie den Dreibund als zuverlässiges Instt'ument der auswärtigen Politik zu erhalten unb zu stärken. Dieser Aufgabe ist Deutschland gerecht getoorben. Als Friedenshort hat es sich ebenso bewährt wie unter Bismarck: es wäre ihm nicht schwer geteerten, z. D. aus Anlaß der Dalkanverhältniss« einen Bruch unter den Großmächten herbeizu- führen. Wie eingangs bemerft, erkennt man deutlich, wie sich der Interx-sse-nkreis Deutschlands immer mehr ausbreitet; die nächsten Bände werden daher voraussichtlich die Beziehungen zu Amerika im fpanisch-amerikanischen Kriege und vor allem zu England um die Jahrhundertwende beleuchten: über das Mißlingen der deutsch-eng- lischen Verständigung, das so entscheidend für die Vorgeschichte des Weltkrieges geworden ist, wird man hoffentlich völlige Aufklärung erhalten. gröber-! j) Li4 Aus ein der in Kleber Stadt und Land. Gießen, den 26. März 1924. Die Zwergrenten der Unfallversicherung. Der sozialdemokratische Parteiausschuß be- schloß, den sozialdemokratischen Parteitag, der am 13. April in Berlin beginnen sollte, bis nach den Reichstagswahlen zu verlegen. Die Proklamation der Republik in Griechenland. Kleine politische Nachrichten. Der Wahlkreisparteitag Hessen-Rassau der Deutschen D o l k s p a r t e i hat die Aus- stellung einer Wahlliste beschlossen, an deren Spitze folgende Kandidaten stehen: 1. Landtags- abgecrdneter Dr. Kalle, 2. Reichstagsabgeocd- neter Hepp 3. Reichstagsabgeordneter Loko- mctiosührer Seibert. * 1. Klass, 2. . 3. , h: 5b. , : ineinder des rireilc §r. Dah fetten Sihu vertllgu tung zu t W" c' unb Eilend Will« und giftet werd, soll möglut gelangen m hingetvirlt Felder anss afticn burd Heilslatt (labt a>utb< Evldmark f tennnen Jigen Stab' Heren Jak fnüppel bewilligt. - etnoerfianbc suchungsam' clljahrlich chuiig get genommen lohnsah mtlhon der dahier, zu Stunde ab Eduard 3‘ gebot für ♦ Gießener Wochenrnarktpreise am 25. März 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfund 170—190 Pf Matte 20, Käse 70, Eier Stück 10—11, Wirsing Psund 45, Weißkraut 35, Rotkraut 40—45, Gelbe Rüben 20, Rote Rüben 30, Blumenkohl Stück 300, Endivien 200, Linter-Kohkrabi Pfd. 8, Grünkohl 60, Rosenkohl 150, Feldsalat 400—500, Tomaten 150, Zwiebeln 25—30, Lauch Stck. 5—20 Meerrettich Pfd. 120—150, Sellerie Stck. 70 bis 100, Schwarzwurzeln 120, Aepfel 20—30. "ji *Ä , Sie Gei !m Dege Sorftot «Waöent *■' Äl. 8 85 58 •W Shu j, ft In ®. .April, y. l^netet r Süen ei, ^ekanntga "nddie^ Leiters Aürg 3.4 6. ' Angebi getrennt ni Aufsch, Freitag l.Wjr bei ewzu eichen 1‘attfinbet. ®or Oesfnunc Jas 5oh ' Station ®t0 Ian9«n Don ®togeni H-Is. Düi SÄ* w» Dortrageno' pie die dec nu^srage. ** Rückkehr in dieGarnis 0 n. Die bisher noch in Thüringen weilenden Teile unseres Bataillons sind gestern mittag wieder hier eingetroffen. Gegen VJ2 Ahr kam die Truppe auf dem Bahnhof an und gegen 1 Ahr erfolgte der Einmarsch in die Stadt. Eine große Menschenmenge bereitete den Kompagnien den gewohnten freundlichen Empfang. Das Bataillon ist nunmehr wieder vollzählig hier beisammen. ** Wichtig für Hundebesitzer. Das Kreisamt Gießen gibt im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekannt: Insoweit Hunde durch eine von der Behörde ausgestellte B l e ch m a r k e mit fortlaufender Rümmer, die der Hund am Halsband trägt, bereits gekennzeichnet sind, kann von der angeordneten Bezeichnung der Hunde mit einem auf dem Halsband zu befestigenden Schild mit Angabe des R a m e n s und Wohnorts des Besitzers abgesehen werden. ** Bom 1. April an wieder Beleidigungsklagen. Am'l.--des nächsten Monats ist die Frist abgelaufen, innerhalb deren bei den Gerichten keinerlei Privat-^Be- leidigungsklagen entgegengenommen oder verhandelt wurden. Bom 1. April ab wird diese viel benutzte Kategorie der Strafrechtspflege also wieder von neuem aufleben. Die bisher in Ruhe befindlichen Verfahren werden in den Stand zurückgesetzt, in dem sie sich vor Beginn der „Schonfrist" befanden. _ . *1 ® 1 e Rllgem. Ortskrankenkasse Gieyen-Stadt gibt im heutigen Anzeigenteil den letzten Termin für die Bezahlung der rückständigen Februar-Beiträge bekannt. ** Preuß-Süddeutsche Klassen- lotterie. Die Lose zur 2. Klasse müssen bis zum 28. Marz eingelöst werden. **. Zum Verkehr mit dem besetzten Gebiet. Durch Verhandlungen mit den französischen Besahungsbehörden ist erreicht worden daß seit einiger Zeit in Eschborn beim Aebei> gang nach dem besetzten Gebiet die Paß- und Zollrevision zunächst bis auf weiteres in den Zügen vorgenommen wird. Den Reisenden bleibt daher das lästige und oft gesundheitsschädliche Warten im Freien erspart. Don ihrem Der- h.rlten wird es in erster Linie abhängen, wie lange dieser Zustand beibehalten wird. Alle Reisenden werden daher besonders dringend ermahnt, alle den Pah- und Zollvorschriften für das besetzte Gebiet zuwiderlaufenden Handlungen zu unterlassen, die geeignet sein könnten, die Franzosen zu einer Aenderung des zugestandenen Revisionsverfahrens zu bestimmen. Htiftungsst I r a d)1 im Acnzert w sr< Wilhelm ö Dellers einen recht tat, .192 Indizienbeweis gelten. Selbst wenn alles, was in dem Indizienbeweis angeführt ist, richtig wäre, so toürbe das für die Schuldfrage noch gar nichts bedeuten. Rach einer Bemerkung des ErstenStaats- an wal ts steht die Staatsanwaltschaft auf dem Standpunkt, daß durch den Indizienbeweis nachgewiesen sei, daß Frick schonvorder Aktion von ihr Kenntnis hatte. Wenn es richtig sei, daß er vorher schon eine Rachricht bekommen habe, so wäre es seine Pflicht als Führer der Polizeibeamten gewesen, diese Aktion zu verhindern. Rach den Darlegungen des Rechtsanwalts Roder hat Frick nicht das Amt als Polizeipräsident angenommen, er habe sich lediglich bereit erklärt, bis zur Wiederkehr des Polizeipräsidenten tätig zu sein. Frick habe sich in den folgenden Stunden auch niemandem gegenüber als Polizeipräsident aufgespielt. Der Dorsitzende vertagt dann die Sitzung auf Mittwoch vormittag, nachdem die Rechtsanwälte Hemmeter und Schramm erklärt hatten, sie noch kurze Ausführungen in geheimer Sitzung zu machen hätten. DieLondonerBesprechung London, 25. März. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter des Manchester Guardian bezeichnet die gestrige Antsrredung zwischen dem Premierminister Macdonald Die Finanzlage des Reiches. <^55lin 25. März. (Wolff.) Rach einer Aebersicht über die Geldbewegung bei der Reichs ha uptkafse betrugen vom 11. März bis zum 20. März die Ablieferungen rund 196 6 die Auszahlungen ;ff7,terc auch getan. Der Verteidiger beantragt schließlich Freisprechung. Sodann folgt die Der- terdlgungsrede des Rechtsanwalts Götz des Vertreters beS Angeklagten Dr. Frick. Götz tritt bem Bottvurf entgegen, daß Frick von den füh- ren^n Krreisen des Kampfbundes schon längere °AA°Uzelprasident in Aussicht genommen war Richt em Zeuge und nicht eine Arkunde rennten vorgebracht werden, die diese Bebauv- Auch die Verhaftung des Pcltzetprasidenten Mantel könne nicht als Be Duh- ur t> Die für i anberaumte in Ahr i I Liebigshöh Giehen, DerOberbür Hol Die (Bei lmst im W genbes Stan die Auszahlung von Zwergrenten in der Ansallversicherung werd dem WTB. mitge- teilt: Die Ansallrenten von zehn und fünfzehn Prozent der Vollrente werden nach dem Gesetz vcm August 1923 nicht ausgewertet. Den Berechtigten konnte daher die P^st nur einen Gold- psennig zahlen. Zur Beseitigung dieses für die Verletzten und dte Zahlstellen schädlichen Zustandes hat der Reichsarbeitsminister am 21.März ungeordnet daß bei der Auszahlung die Zwerg- renten auf eine Goldmarkaufgerundet werden. Dadurch erhält das Zahlungsgeschäft toiebet einen wirtschaftlichen Sinn, ohne daß damit die Zulagenberechtigung der Zwergrenten ausgesprochen ist. Dem neuen Reichstag wird Gesetzentwurf zugehen der dte Ablösung Heinen Renten behandelt. und dem französischen Botschafter Grafen St. Aulaire als den Beginn einer aktiven Phase der fran§ös:sch-britischenDiplomatie unter der neuen britischen Regierung. Bei der (Unterredung, in der hauptsächlich St. Aulaire das Wort führte, feien die Fragen der Pfalz, der Kölner Bahnen, der Ruhr., der Sachverständigenausfchüfse und der fran- zöfifchen Steherheit erörtert worden. Defrie- digung fei, wie verlaut-.', auf beiden Seiten I In einer Sitzung des Gesamtvorstandrs des über die Erfolge der Behandlung deS Preu» R e ich s l a n d b u n d e s wurden dte Reichstags- blems der Pfalz und der Kölner Bah- abgeordneten Hepp und Gras Kalckreuth nen auSgedrückt worden. Der franzöfifche SU Präsidenten des Bundes gewählt. In Botschafter und franzöfifche Kreise in Londsn ber vorausgcgangenen Dertreterversamml^ng seien zud-ersichtlicher als vor einer Woche, daß ^urde der bisherige Porstand wiedergewählt, die Sachverständigen ein Aebereinkommen er- * fielen werden. Bei der gestrigen'Anterredung . , Reichswehrministerium sand die all- habe Macdonald angedeutet, daß jetzt ein gliche Zusammenkunft sämtlicher neuer Faktor in dir Ersrteruna ein trete Gras krei s ko m m a n d e u re der Reichswehr St Aulo-rre bobp dem Reichswehrminister und dem Chef der obersten H.eresl'itung statt. Es handelt sich da- gebracht, daß das Problem der französischen bei ausschließlich um die Erörterung laufender Sicherheit nur gelost werden könne durch den militärischer Angelegenheiten. Abschluß eines dauernden englisch- * französisch en Derteidigungsver- In der tschechoslowakischen Gesandtschaft in träges. Macdonald habe angedeutrt, daß Berlin fand in Anwesenheit des Staatssekretärs der britische Plan vollkommen anderer Art sei Meisner als Vertreter des Reichspräsi- und daß der Weg zur Sicherheit durch den Renten, des Reichskanzlers, des Außenministers. Völkerbund führe, möglicherweise vennit- des Staatssekretärs Frhrn. v. Mattzahn und t-IS -m-s gegen,-!tig-n Gar-mt/epal!e«, viel- Dotschnfter und Geiandten-in- l-icht aber auch durch einen be,anderen Plan f bcn Mrf,or6CTOT ®c|an&tCT der Entmilitarisierung und Uten. 11 a 1 i, i e t n n g 0 e ä » § e i n I a n » e « n n • Dar britische Unterhaus hat einen Antrag des tet der D o lke r b UN d g a r an t I e. Der Konservativen Sir Rod Stint, in dem gegen neue Faktor in der Lage sei jedoch d i e H a l - bte Entscheidung der Regierung in der Frage des tung Berlins. Don deutscher Seite sei be- DocksvonSingapore Protest erhoben wird, tont worden, daß keine deutsche Regierung je mit 287 Segen 211 Stimmen abgelehnt, irgendeine Vereinbarung betreffs des Rhein- * landes annehmen werde, die über die Bestim- , Die Verhandlungen zur Beilegung des Streiks rnungen des Versailler Vertrages h'mausqehe. tev .ßl>n"?.neL Straßenbahner sind abgebrochen Auch würde Deutschland dem Dölkrrbund nur §DrE$ffnn?21e ^eftelLßn lehnen das Angebot der ?ErnL^ib^n»"b'°;' V? T ÄÄmmÄÄJSb’ÄI Ä7ÄÄ ^nic^^rf^nÄ'‘rb.et&lllin8clncm fern Problem sei der neue Fakt ar, der durch * Macdonald gegenüber Paris betont werde. Der Papst hat den Marschall Foch in Der Bericht der Sachverständigen. Privataudienz empfangen. tnn Bessarabien hat mit Anterstühung tzr Berich, der S2chveri1ändigm endgul- Sowjetruhla: ds eine flaite Protestbewegung gegen Mib g™n^,i0" 2turaänien 951116 ftänt gen wüi d n sehr wahrscheinlich ihre Arbei en am Sonnabend drn 29. März beendet haben, sie würden zu einer letz en äleberarbeitUng Les Textes schreiten müssen. -Unter diesen Llmstäaden werde dte Reparalionskommission nicht vor Dienstag Len 1. April offiziell mit dem Dokument besaßt werden können. Dieses werde ohne Zweifel schon am Tage nach der Lieberreichung der Oessenllichteit übergeben werden. rrtiing la 5Mt-Bßl) SjelfelfltlofielD Waggonweiser Bezug durch 01*635 Wagner & Groote, G. m. b. H Vater und Kaiserallee 5 Mutter beraten In dieser schweren Zeit ' 1. Klasse 4 Original,,Mc.Cormick“ u. u Fstm. V NUR Solidität“ C. Britt Empfehle jedes Quantum Butzbach in Hessen 2168V Parnasfia, Deodora. 22860 ' 9 10 20 28 101 tf) in 0) ■BI ® anerkannte und nicht anerkannte Original- und Absaaten, wie: Industrie, Odenwälder Blaue, Böhms Erfolg, Kaiserkrone, Kuckuck, Ella, Uptodate, Gerichtssaal. Dreifachrs Todesurteil. Sämtliche X Brennstoffe S^liei kostenloser Anführ. EUIaUam Ostanlage 7. ■ Wetter, Teleph. 636. = 24,72 = 17,35 ---- 24,37 = 18,20 --- 24,20 hatden größten Preisabschlag hat die besten Waren hat die größte Auswahl in la Qualitätsschuhen ist die billigste Bezugsquelle für Arbeiter, Beamte und Mittelstand 2. 3. 4. 5a. 5b. Angebote sind pro Fstm. in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klassen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis zum Freitag, den 28. März l. Fs. mittags 1 Uhr bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu eichen, wo anschließend die Eröffnung stattfindet. Sämtliche Bedingungen werden vor Oeffnung der Angebote bekanntgegeben. Das Holz lagert "/. Stunden von der Station Grotzen-Buseck und wird auf Verlangen von Förster Wagner vorgezeigt Groffen-Buseck, den 20. März 1924. Hess. Bürgermeisterei Groffen-Buseck Gans 2111V Landwirtschaft. ♦ Die Maul- und Klauenseuche tfl in Friedelhausen undMainzlar amtlich festgestellt worden. Zum Sperrbezirk gehören die Eemarlungen Friedelhausen und Mainzlar, zum Deobachtungsgebiet die Gemarkungen Daubringen und Staufenberg. , , //n t . Aus der Bi n g m ühle (Gemarkung Lauter) ist die Seuche erloschen. Die Dingmühle, ihr Ge- ländebezirk und der Weg von Lauter zur Bing- mühle bleiben Sperrgebiet. Der Rest der Ge» markung Lauter ist aus dem Deobachtungsgebret ausaeschieden. Berlin, 26. März. (Priv.-Tel.) Eine Strafkammer des Berliner Landgerichts I verurteilte gestern den früheren Schreiber Unger und die Gelegenheitsarbeiter R a n s i ck und D e g e r, die am zweiten Weihnachtsfeiertag 1922 den Schneidermeister Ahlbach in seiner Wohn--7 in der Helrnholzstraffe ermordet and beraubt hatten, zum Tode. Der vierte Angeklagte, ein Arbeitsloser Skowonek, wurde wegen Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die vier Angeklagten waren als Sänger von Hof zu Hof gegangen und von Ahlbach ausgenommen und mit Speise und Trank gelabt worden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag fielen sie über ihren Wohltäter her, ermordeten und beraubten ihn. Die Gemeinde Weitershain verkauft im Wege schriftlichen Angebots das in den Forstorten Streithain und Windkops angefallene Fichtenstammholz und zwar: 2. Kl. 8,85 Fstm., 3. Kl. 24.43 Fstm., 4. Kl. 22,85 Fstm., 5a Kl. 52,88 Fstm., 5b Kl. 84,41 Fstm. Das Holz ist mit Rinde gemeffen, jedoch geschält. Die Angebote sind in Goldmark mit der Aufschrift „Holz- submisfion" bis spätestens Dienstag, den 1. April, nachmittags 1 ülhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei getrennt nach Klaffen einzureichen, woselbst auch die Bekanntgabe der Derkaufsbedingungen und die Eröffnung der Angebote erfolgt. Weitershain, den 24. März 1924. Bürgermeisterei Weitershain. Reichert. 2223V Telephon 1523 und 1533 oder 3. Müller, ©iefecn Seltersweg 89 1. Telephon 1571, b. Kiefern st ämme: 3. Klaffe 11 Stück = 11,05 4. „ 14 „ = 9,15 5. „ 2 „ — 0,95 gendes Stammholz. a) Fichtenstämme: Stück = 5,57 Fstm. pungen i.und2 Klasse, 23 Mk. für d-n Fefnnetrr, und Ruhretstg 4.05 Mk. für den Raummeter, der Zuschlag erteilt. — Nachdem die Holzladeramp e der Reichseisenbahn in südöstlich^ Richtung des Bahnhofsgebäudes verlegt wordm ist, hat sich die Rotwendigkeit der Schaffung eines geeigneten Zufuhrweges für Langholz- suhrwerke zu derselben ergeben. Da als geeigneter Zusuhrwrg nur die Ziegelgasse m Betracht kommen kann. muff diese von der Oberstadt bis zur Wetterbcücke verbreitert werden, und zwar durch Abschneidung der Tartenecke der Karl Ludwig Kaspar Hung Witwe und Einbeziehung des Dorgartengeländes rechts der Straffe in dieselbe. Der Bürgermeister wurde beauftragt, mit den Anliegern über die Abtretung des fraglichen Geländes in Verhandlungen einzutreten. und demnächst Dorlage zu machen. — Da die Derwendung des Schwunenfees als Gansweide zu mancherlei Rachteilen geführt hat, wurde beschlossen, in diesem Jahre den Schweine- marktplah wieder als Gänsweide in Anspruch zu nehmen. — Dem Heinrich He rz - berger und dem Karl Ludwig Schmidt V. dahier wurden zu ihren geplanten Reu bauten je 20 Kubikmeter Steine aus dem städtischen Steinbruch zum Preise von 1,50 Mk. pro Kubikmeter käuflich überlassen. — Ein Ge uch der Firma K. Köhler dahier, einen vollspu.igen Gleis- anschluff an ihr Lager in der Bahnhofstraffe her- zustellen, wurde unter der Doraussehung besür- wcrtet, daff die von dem Kreisamt bezw. dem hessischen Ministerium zu gebenden Vorschriften erfüllt werden. Du das Geleise über das städtische Gelände der Duhnhosstraffe geführt werden soll, ist dem Eesuchsteller auszugeben, den üblichen Revers auszustellen und eine jährliche Anerkennungsgebühr von 10 Mk. an die Stadtkasfe zu leisten. — Em Gesuch des Gustav Öhlern uh um Genehmigung reiner neuen Einfriedigung wurde nicht beanstandet. — Die Gesuche des Leopold P i r I und des Martin S i e j k 0 w s k i dahier, um Enteignung je eines Bauplatzes an der Straffe Am Wall, der Standesherrschast gehörig^ wurden befürwortet. — Die Aussüh.ung des Mauer- durchbruches neben dem Stadtturm zum Zwecke der Erschlieffung einer neuen Straffensührung wurde nach dem von dem Kreisbauamt Gieffen vorgelezten Plan zu Lasten des Dvranschlags für 1924 genehmigt. > Holzheim, 24. März. Die Feld - bereinigungsarbeiten dahier sind soweit beendet. Die neuen Güter-Geschosse sind übergeben. die Reklamationen erledigt. Die letzten Anstände werden eben vom Schiedsgericht beigelegt. Eine schwierige Aufgabe hat die Siedlungskommission, die jetzt damit beschäftigt ist, das über 600 Morgen große Fürstlich Solms-Draunfels.sche Lehensgut. das früher in Erbpacht war zu verteilen. Allgemein gespannt ist man aus die D e r- fleigerung des M a s s e n g e l ä n d e s , die demnächst stattsindet. Em kleiner Teil desselben wurde bereits vorigen Herbst verkauft. . Dabei wurden übermäßig hohe Preise erzielt, bis 4000 Goldmark für den kleinen Morgen (2000 Quadratmeter). Ob jetzt die Hälfte der damals gebotenen Preise erzielt wird, dürfte fraglich fein. * Eberstadt, 25. März. Die anlählich des Gedenktags für Pfalz und Rhein hier vorgenommene Sammlung erbrachte 183,45 Mk. Kreis Scholten. 'Ruppertsburg, 24. März. Bei der gestrigen Bürger meist er-Stichwahl wurde yerrn Herlövrn eine gute GelegenHeit, sich von den Giehener Theaterfreunden zu verabschieden. — Die Zentrumspartei beruft im heutigen Anzeigenteil eine Mitgliederversamm^ tung aus morgen abend in das Kath. Vereins- haus ein/ Räheres in der Anzeige. — Eine Wohltätigkeits-Deran- sstaltun g zugunsten der Winternothilfe und des „Bienenkorb" findet am 5. April auf der Liebigs- höhe statt. Räheres im Anzeigenteil. — D i e Wanderer. Morgen Familien- pbenb. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gietzen. X W i e s e ck, 25. März. Auf einem Vortrags- abend der Liga zum Schutze der deut- fchen Kultur im Ratsfaal bchandelte Dr. W i s k e m a n n - Gieffen die Frage: „Warum arbeitslos?" Die interessanten Aussührungen be- fd>ä ft irrten sich auch mit dem Achtstundentag, dem Arbe todtmstjahr, der Goldnotmbant und schlo f. n mit der Forderung, dah trotz des bevorstehenden Wahlkampfes Ruhe und Ordnung in unserem Dolk gewahrt werden muffe. Eine sehr lebhafte Aussprache schloff sich an und veranlahte den Vortragenden zur Beleuchtung weiterer Fragen, wie die der 3. Steuernotverordnung und der Wohnungsfrage. c „„ _ . „ * Klein-Linden, 25. Marz. Sem 59. Stiftungsfest feierte der Gesangverein Ein- t r a dr) t im Saale zur Deutschen Eiche bei Gesang, Konzert und theatralischen CBorfüfirungen. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden bie Mitglievec- Heinrich Luh. Friedrich 3 u n g . Wilhelm Dolk, Wilhelm Fey, Friedrich Dolk und Ludwig Weller Ehrentafeln überreicht. Die Frier nahm einen recht guten Derlaus. Der Verein beab- fichligt. 1925 fein 60jähriges Bestehen durch ein gröberes S ä n g e r s e st zu seicrn. I) L i ch, 24. März. In der jüngsten Ge - meinderatssihung wurde aas Dorfchlag des Direktors der landwirtschaftlichen Schule, Dr. May dahier, beschlossen, die in einer der letzten Sitzungen generell genehmigte Mäuse» vectilgungsaktion derart zur Ausführung zu bringen daff unter der Leitung des hiesigen Landwirischaftsamtes die Wege, Raine und Elfenbahndämme mit dem Mäufetyphus-Ba- zillus und die Felder mit Strychninhaser vergiftet werden sollen. Für letztere Dergiftungsart soll möglichst geschälter Hafer zur Derwendung gelangen und seitens der Bürgermeisterei daraus yingewirkt werden, daff auch in den an die Felder angrenzenden Wäldern die Dertilgungs- atticn durchgeführt wird. — Der Beitrag ztm Heilstättenoerein für Hessen in Darmstadt wurde ab 1. April d. I. a is jährlich 10 Gvldmark festgesetzt. — Den Kulturarbei- ter innen, die länger als zwei Jahre im hiesigen Stadtwald arbeiten, wurden, wie in früheren Jahren, zwei Raummeter Buchen- knüppel holz zu einem A u s n a h me t a r 1 s bewilligt. — Der Gemeinderat erklärte sich damit einverstanden, daff durch das Chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen in Gieffen alljährlich eine T r inkwa sser u ntersu- chung gegen eine Gebühr von 5 Mark vor- genommen wird. — Die städtischen Taglohnfahrten wurden nach öffentlicher Sub» misfion dem Wenigstsordernden, Karl Rathes dahier, zu seinem Angebot von 1,15 Mk. pro Stunde ab 1. April d. I. übertragen. — Dem Eduard Julias Dingel wurde auf sein Angebot für Fichtenstangenholz, und zwar ®erb- der Landwtrr Ehrifttan Högy IT. mit 226 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Wilh.D i e h l I. erhielt 134 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war ehr lebhaft. _ * Ulfa, 24. März. Unsere Feldbereinigung ist für die Gemeinde sehr vorteilhaft ausgegangen. Rach dem verschiedentlichen Widerstand am Anfang ist man jetzt mit den erzielten Fortschritten allgemein zufrieden. Dec Gemeinderat hatte beschlossen, daff jeder Grundbesitzer 4cbm Erde wegschasfen sollte, und so ist es gelungen, zwei Hohlen zu verschleifen, wobei 10 000 cbm Erde bewegt werden mufften. Aus diese Weise ist neues gutes Ackerland geschaffen worden. Kreis Friedberg. ^Bad-Rauhe im,25.März. Am27.Marz jährt sich zum 100. Male der Geburtstag von Fr. Wilh. Beneke. der im Jahre 1857 als erster Brunnenarzt den Rus Dad-Rauheims als Heilbad für Herzkranke begründete. Eine Reihe bedeutender Schriften über die Wirkungen der kohlensäurehaltigen Bäder entstammen seiner Feder. Prof. Dr. Beneke, der nach 1866 seine hiesige amtliche Stelle aufgab und in Marburg als Professor tätig war, ist hier nicht vergessen. Die Stadt ernannte ihn 1877 zum Ehrenbürger, das Bad errichtete ihm 1910 ein Denkmal in der Parkallee in Gestalt eines Brunnens. Auch gestern fand im Kurhause vor einem geladenen Krei.e eine Beneke-Gedenkfeier statt, bei der Geheimrat Prof. Dr. Beneke (Marburg), ein Sohn des Gefeierten, ein Bild des Lebens und Wirkens seines Daters gab. Beneke war nicht nur der bedeutende Wissenschaftler und praktische Arzt, er war auch ein hervorragender Mensch. Das Wohl der Mitmenschen lag ihm über alles am Herzen. 1860 gründete er hier das Hospital für unbemittelte Kurgäste, den Vorläufer deZ Konihkhstists. Er hat ferner den Derein für Kinderheilstätten an der Rordsee ins Leben gerufen und muh als der Begründer der Seehospize angesprochen werden. Starkenburg und Nheinhessen. • Darmstadt, 25. März. Der hiesige Opsertag für die beseh ten rbem- hessischen Gebiete erbrachte insgesamt 12 149 22 Mark. Davon entfallen auf die Sammlungen in den Schulen 7987,77 Mark. — Der von der hiesigen Strafkammer z um T 0 de verurteilte Gattenmörder Hofmann ist nach der Zellen- strafanstalt Butzbach überführt worden. Don seinen beiden Anwälten ist Revision beim Reichsgericht eingelegt. 3m F ille diese und das noch übrig bleibende Gnadengesuch an die Regierung feinen Erfolg haben, wird die Hinrichtung in Butzbach erfolgen. Hessen-Nassau. * Bad Hornburg v. d. H, 25. März. Drr englische Gesandte in Berlin, Lord d'Äber- non, ist zum Kurgebrauch in Bad Homburg eingetroffen. fpd. Frankfurt a. M., 25. März. Aus dem Arbeitsmärkt trat in der letzten Woche eine weitere Besserung ein. Ramentlich in der Landwirtschaft und im Baugewerbe war rege Rachfrage nach Arbeitskräfteti. Landwirtschaftliche Arbeiter und Gärtner wurden in großer Anzahl vermittelt, ebenso besteht für Schreiner und Schneider gute Beschäftigungsmöglichkeit. 3m Metallgewerbe ging t-ie Zahl der Arbeitssuchen- von 4357 auf 4178 zurück. Das graphische Gewerbe forderte Buchdrucker an. Auch die Zahl Der wetvlichen Arbeitsuchenden nahm Wetter ab. Es waren 13 673 Stellensuchende (Dorwoche 15 202) gemeldet. 3n Erwerbs lofe.runterstühung standen 8853 Hauptunterstützungsempfänger. Auf 1000 Einwohner entfallen 18,7 Hauptunterstütz- ungsempsänger (gegen die Dorwoche 21,7). — Wiederholt berichteten wir über einen Schwind- ler, der durch deckungslose Schecks auf die Leipziger Dolksbank sehr viele Betrügereien verübte. Trotz aller Warnungen durch die Presse findet der Schwindler noch täglich seine Opfer. So hat er in den letzten Tagen wieder zwei Kellner, einen Hotelpförtner und mehrere Geschäftsleute um erhebliche Summen betrogen. Turnen, Sport und Spiel. Fruhjahrswaldlauf der Gruppe Gieffen— Butzbach am 23. März. Der mit der Abhaltung des Laufs beauftragte D. f. R. Butzbach schickte die Teilnehmer über eine mit grober Steigung und starkem Gefälle wechselnde und dadurch höchste Anforderungen stellende 5°Kilometer Strecke. Ilm so höher ist deshalb der überlegene Sieg Gerstenhauers, den dieser viermalige Waldlaufsieger mit 70 Meter Di-ifprung für die Farben des G. S. C. v. 19 0 0 errang, zu bewerten. Aufferdem mürben die 1900er hinter ' Sp. Dg. 1904 Gieffen Dritter im Mann- schaftslaufen. Einen bedeutend schöneren Kampf als in der Seniorenklasse lieferten sich die Jugendlichen über 2 5 Kilometer. Hier war das gute Zugendmaterial des G. S. C. v. 1900 in jeder Beziehung den übrigen Jugendlichen überlegen. Mit Bepperling, Rohrbach Fehn und Laich ing er wurden die vier ersten Plätze belegt und damit auch der «.Mannschaftssieg mit 16 Punkten vor Sp. Dg. 1904 sicher gestellt. 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Zu erwähnen sind noch I velchr 1 Dill. gewannen. | Brr Beginn Pendenz: herrschte Unsichrr- Frankfurt a M Berlin Reichsanleihe sanden zu 78 Milliarden Aufnahme. Etwas Kaufneigung bestand für Anatolier 1, Zo(l° türken und Bagdad II. C Zellstrss Aschaffenburg, welche D e ch st eins Hexenge- , r i n k im Rikola- Das Geschäft ist im Verlauf wieder Wesen stich ruhiger geworden. Dorfenkurfe. (Ohne Gewähr.) Lchlutz»! 5chla>. Kur» | fiii'» Berlin. 25. März. (Wolff.) des heutigen Esfekteaverkehrs waren entgegen öen ÄronidFilöf Nottn........ DSni'che 9?ottu ...... Gchwevischr Noten ....... Äoflönbifoe Noten Deockch-Oesterreich, 1 100 flronen Kmerikanische Woicn....... feifllllrt)« Noten.......... nkalienifcht Noten velgische Noten.......... Nnaorische Noten Lvakilche Not« Norwegische Noten ....•••■ Rumäntf(6t Norea. • ....... Gvantlche Noten- • ■ • - - Kirchliche Nachrichten. Dieben. Evang. Gemeinde. Mittwoch, 26. März. Johanneskirche. 6 Ahr: Passionsgottesdienst, Pfr. Dechtolsheimer. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Antrag auf Auflösung des Hessische« Landtags. Darmstadt, 25. Marz. (Drahtberichi des „Gieß. Anz.".) Abg^ Dr. O s a n n und Geu. (St. Dp.) haben im Hessischen Landtag einen Antrag auf Auflösung deS Landtages mit Wirkung vom 2 4. Marz eingebracht. Die Neuwahlen sollen am 2 5. M a i erfolgen. Eine Kabinettskrise in Angora. Konstantinopel, 25. März. (WTD.) Die Nationalversammlung hat nach einer stürmt schen Sitzung den Art. 25 der Verfassung abgelehnt. der dem Präsidenten das Recht verleiht die 'Nationalversammlung a u s z u l ö s e n. Infolgedessen ist eine sehr ernste Lage entstanden. Telegramme aus Angora melden, es sei möglich, dah das Kabinett z u r ü ck t r e t e , oder die Nationalversammlung a u s g e l ö st werde. Frankfurt a. M, 25. März. Anfänglich etwas freundlicher. — Es heute von Beginn an aus allen Märkten hcit. Aus dem Industrie- und Montanaktien-- markt war die Tendenz zum Teil etwas freundlicher. Im Freiverkehr war das Geschäft vorbörslich klein, auch später wellte kein lebhafterer Verkehr auskommen. Man handelte Api 5,5 bis 5 75 Mez Söhne 4,25, Growag 0,225. Decker Stahl 8 5, Decker Kohle 8.65, Hansa Lloyd 1,6, Antersranken 0,600, Afa 6,5, Krügershall 8, Ehern. Andreae 8 25, Ludwigsburger Porzellan 2,4 Dill. Don chemischen Werten waren Anstinwerte, Scheideanstalt erholt. Dadrsche Anilin bliebrn mit 155/s gefragt. Fester auch Holzverkohlung. In Rhenania erfolgten Realisationen. A D. G. etwas höher. Maschinenwrrte bei bescheidenen Amsähen gut behauptet. Daimler, Kleyer, Karlsruher Maschinen setzten höher tetn. 2n Montanwerten erfolgten teilweise Deckungen. Höher lagen Caro, plus 2,2, Oberbedars. plus 1, Phönix, plus 15 Dill. Mansselder haben an Delebung «ingebuht. der Kurs stellte sich bei Beginn immerhin etwas hoher. Gelsenkirchen fester. Auf er- mähigtem Niveau gingen Norddeutscher Lloyd und Hapag um. Zuckerwerte kennten >ich meist befestigen. Zellstoff Waldhof behauptet. Jul. Sichel hatten ziemlich rege Amsätze zu verzeichnen, der Kurs erfuhr keine grobe Veränderung. Phil. Hvlzmann lagen ruhiger. Für Waggon Fuchs bestand Interesse. Anter den Bankaktien eröff- zunächst nur LandSmann bedeutete, in bor Revo- lutivnszeit den neuen Inhalt des Vaterlands- freundes und »Verteidigers. Nun erst um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts entwickelt sich der französische Patriotismus, der aber mit den weltbürgerlichen Ideen der Aufttärungs- zeit nichts zu tim hat, sondern ganz egoistisch nur die Franzosen umfaßt und stets, wenn es die Kräfte irgendwie erlaubten, kriegerisch und an- grisfslustig war. Noch später als das Wort „Patrie" erscheint in Frankreich das Wort „Nation": es läßt sich zum erstenmal 1723 in der Rechts- und Staatssprache nachweifen, und seit 17t# wird das französische Volk als die „nation fouveraine" bezeichnet. Der eigentlich: Nationalismus, der weniger aus die Band: des Blutes und der Rasse, als auf die dec Gesinnung und Denkart innerhalb der Bevölkerung zurückgeht, hat sich in Frankreich erst in unserem Jahrhundert in seiner ganzen Schärfe gezeigt. „Immer aber, zu allen Zeiten und bei jedem entscheidenden Kamps", sagt Wechhler, „hat sich Stacckseinheit drüben auf Geisteseinheit, b'<* Macht auf den Gedanken fest gegründet und daraus Kraft zum Widerstand und zur Eroberung gezogen. Denn die Idee nur lebt: Idoen allein smd siegreich. Rur aus dec Idee nährt sich der Wille und die Tat." Patriotismus und Nationalismus, wie sie der FranAvse ist seiner Sprache ausgeprägt hat, sind — Ludwig Bechstet schichten Hal Gustav M e y Verlag, Wien, neu he. ausgegeben. Dachstein, einer t:er prächtigsten Märchenerzähler des deutschen Volkes, ist wenigstens mit diesem Zweig seiner Kunst säst der Vergessenheit anheimgefallen. Wie diese Neuausgabe — die erste seit 70 Jahren — sehr zu Anrecht. Grausige Realistik, aber wich Sinn für das Romantische alter Zeiten führen ihm die Feder und lassen in den „Hexenaeschichten" Meisterwerke der Erzähstunst erstehen, deren eigenem Zauk-er sich schwerlich jemand, ob Kind oder Erwachsene, ganz zu entziehen vermag. — Hartenau-Thiel: Im Reiche des Königstigers (Verlag Duische Buchwert- statten. Dresden). Pslanzergeschichten aus Sumatra, der Perle des niederländischen Kolv- niawesit-es, erzählt der Verfasser mit großer Gegenständlichkeit und warmer Liebe für Natur unu Menschen dieser eigenartigen Well des oft- im>ischrn Archipels. Viele Jahre hat der Verfasser als Polizeikommandant auf einer Tabakpflanzung gelebt und schildert nun ein indisches Pflanzerleben voll innigen Verwachsenseins mit der Natur, voll spannender Geschehnisse und wilder Iagdabenteuer. Ein seines Verständnis für die Psychologie der Eingeborenen macht das Buch befonr-ers wertvoll. Zahlreiche Photographien des Verfassers und schnittige Zeichnungen von A. P. Weber ergänzen den interessanten Inhast auf das Glücklichste. Patriotismus und Vaterlandsliebe. (Don deutscher und französischer Art.) Die Gegensätze zwischen deutschem und fran- zosischem Wesen treten gerade jetzt wieder besonders schroff hervor, und diese Verschrrden- heiten in der Auffassung der wichtigsten Degrisfe trägt viel dazu bei, dah die beiden Nachbarvölker sich so wenig verstehen, dah wir besonders Öie gegenwärtige Haltung der Franzosen nicht begreifen können. Dir Stellung des Volke s ftum Vaterlande, dieses Grundgefühl, das alle Auswirkungen des Staatslebens bestimmt, hat sich bei uns ganz anders ausgebildet wie o™11*0 reich Dies betont der Romanist der Derlnier Aniversität Prof. Eduard Wechhler in einem Aufsatz „Patriotismus und Nationalismus in Frankreich und bei uns", den er in den „Preuhi- schen Jahrbüchern" verösfentlicht. Der französische Staat hat sich sehr viel einheitlicher und gchlossener entwickelt als der deutsche und des- h auch viel früher einen festen Begriff des .terlandes herausgebildet. Dies Wort „Patrie", das das Heiligste des Franzosen Iums bezeichnet, Iaht sich zum erstenmal 1539 nachwttsen und findet sich barm im 16. Jahrhundert bereits sehr häufig. Im Zusammenhang mit dem Aufkommen dieses Dvrtes erhielt das alte Wort „Patrsttte", das Schluh.i Schluss Kn 4 I 6,1--. 24 3. | 23. 3 Wirtschaft. * Aufwertung der DanzigerStadt» a n l e i h e n. Der Danziger Senat macht bekannt, er bis auf Widerruf bereit ist, die Schuldverschreibungen der Stadt Danzig bei Verzicht auf alle Ansprüche mit einer einmaligen Abfindung von 10 Rentenmart für je 100 Mark Nennwert abzuzahlen. Durch kclla, alt 15,50 bis 16,50, n*u 14 bi? 15, Rapskuchen 11,50 bis 11,70, Loinkuchcn 22 bis 23; Ttvckensch'nitzel 9 bis 9,20; für je 50 Kilo: Kartoffeln, weihe unb rote 2,10, gelbe 2,50, Weizen- unö Roggenftroh, drahtgeb. 0.83 bis 1,05, Hafer- stwb, drahtgepr. 0,70 bis 0,85. Stroh, strohseilgeb. 0,65 bis 0,85, Kleeheu 2,33 bis 2,70 Mark. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 25. März. Es notierten für je 103 Kilo: Wetterauer W.i'en 18 bis 18,25, Roggen 16,25 bis 16,50, Braugerste 19,50 bis 20,25, Hafer, inläud. 15,50 bis 16, Weizenmehl, fübb. Spezial 0 27 bis 28, Roggenmehl 23,25 bis 24, Weizen- unb Roggenkleie 9,50 bis 10,25 Mark. Vermischtes. Der Petrrspsennig des Bistums Paderborn gestohlen. Rom, 25. März. (WB) Laut dem „Sortiere d'Italia" wurden dem Bischof von Paderborn, der mit drei anderen deutschen Geistllchen in Venedig angekommen war, 7 0 000 Lire, welche denPetersPfennigtes Bistum? ausmachten, g e st o h l e n. Der Sekretär des Bischofs hatte die Geldmappe mit anderem Gepäck einem Gepäckträgw übergeben, der alles in den Krcuz- gang des Karmeliterklosters hinstellte, wo die Geldmappe verschwand. Im Flugzeug Paris—Angora. P a r i s, 26. März. (Wolff.) Nach der „Chicago Tribüne" soll demnächst die französische Luftverkehrslinie Paris — Bukarest bis Angora durchgeführt werden. Das neue Delhi. D'e großartigen Bauten, die fort 12 Hahren in Delhi ausgrsührt werden, um seine Bedeutung als Hauptstadt Indiens zu zeiger, nähern srch allmählich ter Vollendung. Wir der leitende Architekt'Sir Edwin Luty:m? in englischen Dlä ern berichtet, ist die Fundamo.ttie.ung des ganzen Grund und Bodens, die überaus schwierig war, beendet. 70 Prozg?muscums und W grohm Kriegsdenk- mals ist bcgonn.n. Der Schmuck der Bauten wird vollständig durch indische Kunst Handwerker aus- geführt. Ein neues Detäubungsversahren. Wieland Hat nach der „Medizinischen KQ-» nik" entdeckt dast dem Azetylen eine dem Stick- n>ydul ähnliche, aber stärler betäubende Wirkung zu^mmt. Diese Entdeckung ist zur Ausarbeitung eines neuen Tetäubungsrnfahrens benutzt ux>r- ben, das Gau st in der „Deutschen medizinischen Wocheirschrist" empftehlt. Das gepeinigte Azetylen wird ui einem besonderen Apparat mit Sauer- tt'ii gemischt und einer luftdicht vrrschliestenden Maske zugeführt. Die Betäubung tritt nach einigen Minuten ein und hört nach Abstellung des Gases ebenso rasch wieder aus. Ein Erregungstadium geht selten voraus. Nach den bisherigen Derbachtungen ist das Verfahren ungefährlich, quälend und gefährliche Nebenwwkungen ,ehlen. ES hat sich bei kleinen wie bei großen Operationen gut bewährt. BütfterMÄ. — Deutschlands Zukunft Deutschlands Erwachen!. Der Zerfall der Sozral- demokratte (Verlag 3 G. Huch, Berlin-Friedenau, Mk. 1). Ein Sozialdemokrat. Arno Franke, etzt sich mit schonungsloser Klarheit mit den Widerständen auseinander, die in der Sozialdemokratie dem nationalen Gedanken, dem Grund- ah: das Vaterland über die Partei, entgegen» leben. Mit rücksichtsloser Offenheit zieht er zu Felde gegen den Geist der Anduldsamkert, mit dem die Parteibureaukvaten au? Angst um ihre Sinekuren die nationalen Strömungen in der sczialdemokratischen Partei zu unterdrücken versuchen. Aus dem Ende des Monats stattfindenden Parteitag must es sich zeigen, ob die Rechts- cppositlon wieder die Stellung in der Partei sich erkümpsen wird, die der Verfasser ihr zuweisen möchte und die notwendig sein wird, wenn die Sczialdemokratie wieder staatliche Aufbauarbeit •) Dom Rückzahlungswert. Devisenmarkt Derlla—Frankfurt a. M. (In BiNionen Matt auSflcbritcft. BocnoS-NireZ, London, Ncu- Nork, Japan. Rio de Janeiro für eine Cindeit. Wien und Budapest für 100COO Einheiten, alle« übdgc für 100 Eiahetten.) Telegraphische Auszahlung. 'Ohne Gewabr.)_______________ Datum: F/» Draische NettdSanlelhe <•/• Dtnfldif Rc-ichSanti-ihe BV4 Trnfftbe Rtttbcaiilrilie Dentsche RrichSnileihe . Deutsche Svarprämienanleiht 46/c Preußische dtonfoli - • - C*. Hessen , ..... Vfi'U Hessen Vf» Hessen Deutsche Wert . Dollar Slns dto.Toll.-Schatz'?liiwctfniig.') <•/, HontürTrn ....... •*/» »olduierikan« ...... Serltner HandelScelklkschalt Uommer»- und Privat-Bank Tarnift. und Raiionalbank • Dentiche Bank Deu-sche Berein«bank .... Di-ronto Eommaiibtt . . . Mttalllmnk........... Miitesdentiche Treditbank. - Öesteueichische Lreditanstal» Weltvank ....... • Bochumer Oal ...... Buder.«..... Eoro ............. Leutlch-Snrembnrg ..... Velseniirchencr Bergwerk« . Horveuer Bergbau...... Lolnncrle »IscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln La neu Hütte ......... tberbedatt....... Phönir r^rgbaa....... Rhetnuahl........... Mi.bnf Montan. ..... Lelluei Bergbau........ Hambtirg.^lmettka Bakel. . ßiorddeutfchrr Llovd Clcramische Werke Älbin .. Zementwerk Hetdelderg . . Bdilipv Holjmanu..... Slnolo Tont.-lAuano Badische Anilin Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt GricShcimcr Electron .... Höchster Farbwerke...... HoUvettohlung SiütacrSwerke Cchcideansialt HHfi. ElektrtpiSt»Gesellschaft Beramann .......... Maknkraftwerke Schultert Siemen» A Hal»ka Ndlerwette fliftw «...•< Daimler Motoren. ..... Heyliaeustaedt ......... L'.eguin...... ^ranllurter PTnrntnrcn . .. Konserneufalrik Braun Metallaefellichnft Frankfurt. Bei. Union nhfabrik. Heri Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Laghänkcl . . . 0,076 0, O'i 0,060 0 48.' 0,076 0,49) 0,060 0,4 0 0,280 0,28) 0 2=0 0,261» 0,930 0,9 0 0,1 2 0,930 0,925 0,313 0,310 0,301 — — - — —— — — — — — 4.2 4,2 4,2 83,8 83,1 83,5 8 .',3 7,38 8 7,25 8 62 55 61,6 52 34,5 37 90 56 5 6,13 4.87 5,25 9 10,13 9.7 10,25 9,5 10,15 9.87 10.6 1 1 — 11,25 12 11 12,25 16 17,5 — — 2 2 2.1 2,2 9,4'0 0,490 0,425 0,420 0,650 0,610 0,9 0 8 — 50 52 52.25 15,75 17.5 16,13 18 23,8 ^8 25 5 28.75 41.2 42 6 43 31.5 47,25 50 48 10,5 6? 67 61,25 63,3 5 1 .6 14 75 4 15 20.5 21,-5 19,13 21.1 13,87 11,25 1'9 14,65 <0,5 21,7' 23 29,5 32 29 5 32 32 - 31,23 33,5 49 — 47 4J 2,9 2,9 — 25 28 25 28 6,75 6.5 5,7 6,28 3,75 1 75 — 11,13 11,25 —- — 9,1 <,3 3,25 3,3 28,5 28 28,25 29.65 1 16,25 15 16 2 ?," — — 13 75 14,5 14,13 14,58 12.5 14 12 13,25 12,13 13,4 >2,7 3 13, „ 10,6 11,25 — — 4 16,25 14 15,38 17,8 18,25 — ' - 9 9,9 9 9,75 15 16,25 15,5 16,5 4,8 4,8 — 32 33,5 31,75 33,3 SS 38 33 39,5 2,2 2,5 2,5 2.5 5,9 4,3 3,7 4,2 3.5 3,9 — — 26 23 27 28 1 1,2 1 9 1.8 1,8 — 15.75 17,75 * — 2.1 2.1 2,1 2 4,2« 4 4,75 5 9 9,5 — — 11 11,2 11 11,5 38 4,5 4,5 — 3,9 4,4 — — 24. Man 25 Man Report. -initlichc Oioticrnii' 'lmtlich: <«-(■» touer 111 Briet "4. 25. ÖMh Brie' Vlmfl.-'Hott. 155.33 156,14 155,11 155,89 2 1 Brss--?lnNv 18 55 18.65 18.35 18,45 2 2 Ghrifliiitid 57,85 !8,13 57,36 67.64 2 2 Kovenhagen 65.63 66,17 66,33 66,67 2 2 Stockholm 116,9- 111,4t 111,22 111.7 3 2 2 6rlfingfcr3 10,57 10,63 13,57 10,63 2 2 Ftalieu . 18.23 18,35 'S ’5 18.3: 2 2 London . 18,055 18,115 18,055 18,145 2 1 ÖlenNork . 4,1 J 4,21 4,13 4.21 1 1 Paris .. . 23,64 23,66 23,11 23,23 1 1 ^chweli - 72,62 72,98 72,6? 77,9 l 2 2 Cvanieu . Wie» in D.- 54,61 14,83 14,61 54,89 2 2 L eit.abgr t 5,18 6,12 o.03 6,1? 3 3 Prag. . 12 21 12,23 12,21 12,29 2 2 Bndnvelt. 6,38 6,42 6,38 6,4? 20 10 Buen^lcres 1,40' 1 415 3,21 1,405 1,415 3. 6 2 2 Bulgarien 3,19 3,21 voll voll Javan . 1,775 1,755 1,775 1,78. 3 l)i fo bt Jan l,475 0,505 0,185 C.4G. 5 voll Belgrad . 5,4 >,52 5,53 5,6? 30 voll rtiiabon 12,98 13.01 '2,95 13,U4 3 3 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Meld Brief Reoart °/. 72, 2 72,98 3 2 -.44 15, 6 25 68,13 66,67 S 111,22 111/8 S 155,11 155,89 2 6,18 6,22 10 4,13 4,21 1 18,05 18,1 ' 2 19,55 19,65 10 18,3r' 18,'5 3 4,41 4,46 voll 1 -.21 1?,‘9 2 57,35 57,65 5 2,24 / ,26 voll 14,61 14,89 10 MWttesWW-khM. Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert ww HanS Dominik. 56 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 3n diesem Augenblick zog der betrunkene Hause von der Zeche her in die Stadt ein. "Die sich zwei Oelftecke auf einer Wasserfläche berühren und im Moment eins sind, so fluteten die beiden Massen zusammen. Unter ihren Fähen die zertretenen Leichen der weihen Offiziere. Drei Tage waren die europäischen Zeitungen mit aufregenden Nachrichten aus dem nordafrika- aischen Minengebiet gefüllt. Am vierten Tage meDete der offizielle Telegraph, dah eS mit Hilfe Weiher Truppen gelungen sei, der Lage Herr zu werden. Schon am ersten Tage hatte die französische Regierung mit Hilfe aller per- Kügbaren Flugschiffe die «nötige TlUpxenrnacht über das Meer geworfen. Mit rücksichtsloser Energie hatte man die Aufstandsbewegung niedergeschlagen und den Streik beendet. Dcch kaum hatten sich die Gemüter beruhigt, als neue Hiobsposten aus Afrika tarnen .... diesmal aus dem Sambestgebiet. Hier war um die nach Millionen von Pferdestärken zählenden Wasserkräfte der groben Sambesifälle herum seit einem halben Iahc- hundert eine gewaltige Industrie entstanden. Mit Hilfe der in unerschöpflicher Menge zur Verfügung stehenden elektrischen Energie wurden die reühen Dodenschähe, die Erze und Edelerden hier an Ort und Stelle durch europäische Syndikat«, verarbeitet. Hier war eine der Hauptquellen, auS denen die Wirtschaft des alten Europa neue Kräfte schöpfte. Hiev wo das tropische Klima die Zahl der weihen Bevölkerung von vornherein niedrig hielt, bildeten die Schwarzen naturnotwendig den Hauptträger der industriellen Leitung. Ohne sie wäre die Ausbeutung der Minen, die Verarbeitung der geförderten Schätze trotz aller technischen Fortschritte unmöglich gewesen. In diesem Gebiet war es bisher nie zu Ausständen gekommen. Das Niveau der dortigen schwarzen Arbeiterschaft war bedeutend niedriger als das der nordafrikanischen. Sie war gewohnt, widerstandslos allen Anforderungen der weihen Herren zu folgen, mochten diese auch nicht immer gerecht sein. Jetzt war auch hier die Lage bedenklich. Auf eine unerklärliche Weise waren Funken des eben in Algier ausgetretenen Drandes bis hierher geflegen und hatten gezündet. Jetzt weigerten sich die Schwarzen hier ganz plötzlich, die gröbere Arbeitszeit, die sie bisher ruhig angenommen hatten, weiter zu leisten. Auch hier wurde das Wirken fremder Erni.säre zweifelsfrei festgestellt. Schon waren die Unternehmer unter dem Druck der Regierungen bereit, den Forderungen nachzugeben, als die Dinge eine schlimme Wendung nahmen. In einer Nacht waren die Fabriken und Werke im Tschotigebiet von Ausständigen beseht und die weißen Werkleiter massakriert worden. Die > Gefahr, dah das ganze dortige, Industriegebiet den Weißen verlorenging, war riesengroß. Schon sah man die Lage als hoffnungslos an. Da zeigte sich die Jahrhunderte alte engüsHr Kunst Kolonialpolitik zu treiben im hellsten Lichte Mit Zuckerbrot und Peitsche, mit vielen Versprechungen und Erleichterungen auf der einen, mit brutalster Energie auf der anderen Seite wurde die Ordnung wiederhergestellt. Doch waren es tr-ieder bange Wvchen, die Europa schwer be- brüdten. Flammenzeichen waren au'gezudt. Ein Wetterleuchten hatte plötzlich das Gewölk erhellt. Aber nvck/kvnnten c3 die wenigsten verstehen, ja nur ahnen, was diese vorzeitig losgegangenen Signale zu' bedeuten hatten. Etwas anderes, ganz UnerklärlichLs ereignete sich in dieser Zeit an den europäischen Dorfen. Langsam, aber unaufhaltsam sank der Kurs der Aktien der E. S. C. Die Dürfen schienen das gewaltige Unternehmen der Europäischen Siedlung- lcmpagnie plötzlich mit einem gewissen Mißtrauen zu betrachten. Das Direktorium wurde mit Anfragen bestürmt. Seine Auskünfte vermochten die Sache nicht zu Hären, keinen begreiflichen Grund für das Sinken der Papiere zu geben. Eins stand fest. Der Anstoß zu dieser ganzen Daissebcwegung war v-vn A>nerika gekommen. 'Das europäische Publikum war dann mit Angstverkäu- fen gefolgt. Aus dem Dall drohte eine Lawine zu werden. Da kam ein Tag, an dem der Sturz zum Stillstand kam und der Kurs sogar einige Punkte gewann, um sich von nun an langsam zu erholen. Was war geschehen? Am Abend vor diesem Tage hatte um 10 Uhr eine Sitzung des Dierk- tcriums der E. S. C. stattgefunden. Zum allgr- melnen Erstaunen der meisten Teilnehmer war kurz nach der Eröffnung der Sitzung Georg Isen- Vvandt tn das Zimmer getreten. Er folgte einer dringenden Einladung des Präsidenten Reinhardt. Eine knappe Stunde hatte er gesprochen. War im Anschluß daran sofort nach Asien zurückgekehrt. Als die Mitglieder des Direktoriums nach der Sitzung das Gebäude verließen, zeigten ihre Gesichter nichts mehr von der Sorge, die bis dahin auf ihnen gelastet hatte. Ihre zahlreichen chiffrierten Telegramme, btc noch in derselben Nacht hinausgingen, zeigten, wie anders die Lage jetzt von ihnen angesehen wurde. Der Desuch Isenbrandts wurde streng geheimgehalten. * ♦ * Mittagsglut lastete auf den Ruinen von Kara- fr rum. Unbarmherzig brannte die Sonne auf die tausendjährigen Ueberrefte der alten Mongolenstadt nieder. Zerfallen waren die alten Paläste, in Trümmern lagen die Häuser. Nur noch wenige ärmliche Ansiedler hausten in den Ueberblerbfeln der einstigen großen Hauptstadt. Außerdem noch die Gefangenen Collin Camerons. Als damals Wellington Fox in Urga auf* tauchte wußte Cameron sofort, dab der Aufenthalt der Witthusens entdeckt sei, daß Freunde am Werke wären, sie zu befreien. Ein anderer sicherer Ort mußte für sie gefunden werden^nd (Samen: n verfiel, auf die alte Thingstatte der Mon- grlen auf Karakorum. Hier, in der Schamowüste, fern von allen Städten, von allem Verkehr ... des war er sicher ... würde sie so leicht niemand suchen und finden. (Fortsetzung folgt) Emil SeelitfAO WUreontil &M'i Seelig5 ^kandierter MM V, - 'V GkMnlltzeln Pfund 26 Seine WeWöeln . . . . Pfund 42^ Pfund 46^ Heb» Pfund 52^ 4 Bogen 6 Dose 16^ Md. 18 w 20 Vf». 44 P»d. 48 Pst. 52 A A Pffanmen Blngöpfel Blitenmeöl Ur. 0 fft LMmetzl oo M Waozvlker ZeiiiMW. Zliöer Melzoüer 200-Gramm-Stück 20 250-Gramm-Stück 33^ 1-Vfb.- Würfel Pfund 62,50,34^ . . . Pfund 135^ StangenmnKaroni . . . . Pfund 40^ Zum Hausputz la Serofelfe fiernfeife roel6 dremeBle. GlmzskSlke, Stowe vntzlWet, Uflrtertroatbs. MWenSl Mer- n. ©nrjeWflrften u. SHraööer in reicher Auswahl zu billigsten Preisen. 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