dnii 125 ?S V ■95 dell wa »1 ill leü W ,ii ,y >n .« ns M 165 Uj ,01 •65 i8i ,96 27' 4,9? le. ei ,65 JO 'S ,06 M ,«0 tberWte,M. sag ’ ÄauLt, dah der der 'Msiadvilverde. bereits am Mt bei aazieh«, lI -oaEirnW <$, ausländischer Aus. ublikum M sich m. Zin Teil 'ber noch nicht sLr rl>en zu mvestzp ull man auf bw 5 MchsfiüLU' die nueften W Sag« des Lv maa sagm dah nchr dem Men., del. KriegSanleche ftart vemaM" Tag. ezm Iveresse die -en Pfunds ander -gen ch aber auch tbörse. luü. lvrahibericht wurden rotiert: ),25, Loggen. H Drau-tteke 17J0 is IS, M. gelb Mn-., Spezial 0 24.75 bis 2575, i bis 10,15 M ibörse. 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Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/„ Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Polen an der Arbeit. Aus Oberschlesien schreibt man uns: Die Anberaumung von Rachwahlen im ober schlesischen Wahlkreis hat hier bei den deutschen Parteien noch kein hörbares Echo gefunden. Alm so geschäftiger machen sich die Polen bemerkbar. Daraus möge man auch im übrigen Reich erkennen, daß es sich um hartumkämpftes Grenzgebiet handelt, wo ein nochmaliger Wahlkampf stattfinden soll. Kaum war der Beschluß ,des Wahlprüsungsgerichtes bekannt geworden, als das Berliner Polenblatt, der „Dziennik Derlinski", seine Propagandafanfaren lvslieh, um nrit allen nur möglichen agitatorischen Mitteln die Auftncrk- isamkeit der polnischen Organisationen in Deutschland — und die Polen verstehen es, sich zu organisieren! — auf Oberschlesien zu richten. Zurück- greifend auf das Wahlergebnis vom 4. Mai wurden als charakteristische Merkmale seitens des Polen organs eine Zunahme der kommunistischen Stimmen von 37 Oll auf 125 408, ein Rückgang der Sozialdemokratie von 75 574 auf 24 795 irnd weiter ein polnischer Stimmenrückgang von über 50 OOO auf 48 264, d. h. um 2000 Stimmen, festgestellt. Den polnischen Stimmenverlust schob maa dem deutschen „Terror" zu — natürlich, überall hat der deutsche „Hakatismus" mit seinen „kreaz- ritterlichen" Methoden die Hände im Spiel! —, nicht zuletzt aber gedachte man auch der Kommunisten! In den Industriebezirken erlitt man im Mai „empfindliche Verluste", während sich in den landwirtschaftlichen Bezirken „eine beachtenswerte Zunahme der polnischen Stimmen (im Kreise Oppeln um 4000, im Kreise Ratibor um 2000 und im Kreise Reustadt um 650 Stimmen) wahr nehmen lieh," wie der „Dziennik Derlinski" seinerzeit meldete. Dak Blatt erklärt es nunmehr für eine Schicksalsfügung, dah die Wahlen in dem Bezirke, der „für die polnische Bevölkerung von entscheidender Bedeutung" ist, von neuem statt- sinden, und wendet sich nunmehr vor allem an den „Landsmann-Arbeiter", der am 4. Mai „die Ursache der nationalen Riederlage" war, indem »r „Illusionen" unterlag, d. h. kommunistisch wählte. Die Zentrale des Polenbundes in Deutschland'bzw. der „Dziennik Derlinski" gibt schließlich der Hoffnung Ausdruck, dah der polnische Arbeiter bei den Reuwahlen den Kommunismus, „diese wertlose Waffe im Kampf mit dem deutschen Kapitalismus, in die Rumpelkammer werfen wird" und sein polnisches Herz entdecken möge. Ob dieser Appell Erfolg haben wird, bleibt rbzuwarten, zumal man im Zweifel sein kann, ob es polnischerseits hier und dort nicht ungern gesehen wird, dah der „Landsmann-Arbeiter" die Reihen der Kommunisten verstärkt, um auf diee Weise die Front gegen das Deutschtum zu stärken. Wie dem auch sei, offiziell und in der wenn auch aussichtslosen Erwartung auf ein polnisches Mandat wird man alle Künste spielen lassen, um den Arbeiter für die Liste der „Polnischen Volkspar- tei" zu gewinnen. Alm zu wissen, wie das geschieht, genügt ein Blick in die polnischen Wahlaufrufe, die, was die Besprechungen gerade für die Arbeiterschaft angeht, benen nichts nachgeben, die wir seitens der Sozialdemokratie oder der Kommunisten sonst kennen. Hervvrgehoben werden muh allerdings in diesem Zusammenhang, dah bei den Maiwahlen das Polentum in Deutschland sich von der Rechten biseinschliehlich der pol nische nSozialdemokratie zur Polnischen Volkspartei zusammen geschlossen hatte - was allerhand Vergleiche anregen könnte betreffs des Verhaltens der deutschen Sozialdemokratie an den Grenzen. Man denke z. B. an die diesbezüglichen politischen Verhältnisse der Deutschen im Memellande, oder an das berüchtigte dänisch-deutsche Grenzabkvmmen der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands..... Es ist kennzeichnend, dah angesichts des neuen Wahlkampfes besonders die polnische Presse in Oberschlesien, so die Oppelner „Rowina God- zienne", der Meinung Ausdruck gibt, dah dieser Kampf „weit scharfer und erbitterter sein wird als der vorherige". Worauf es ankommt, wird mit folgenden Worten gesagt, die es verdienen, im Reiche die gebührende Beachtung zu finden. „Wir müssen zeigen, dah sich die Reihen des Polentums nicht nur nicht verringern, wie die letzten Wahlen dargetan haben, sondern daß sie sich sogar vergröbern. Der Wahlkampf ist ein Kampf um die Erhaltung des polnischen (!) CHarakiers unseres Landes. Alnd es geht uns nicht um ein Mandat, sondern uaji die Sammlung unseres (?) vberschlesischen Volkes unter einer (!) Fahne, zu seinErn und ünsers Landes Wohle. Auf die Zahlder PvlnischenStimmen im Oppelner Schlesien sieht das ganze Ausland. Alm ihre Aufrechterhaltung und Vermehrung Müssen wir fortwährend kämpfen." Diese Auslassungen des Oppelner Polenblattes sind sicherlich zum Teil der Wahlpsychofe zuzuschreiben und typisch für das größenwahnsinnige Polentum von Frankreichs Gnaden; aber, wir werden gut tun,, die polnischen Aspirationen niemals zu unterschätzen, im übrigen aber dem Passus, der von dem Interesse des „Auslands" am Wahlausgänge spricht, den Ernst entgegenbringen, der ihm zukommt. Hoffen wir, dah zu den Reuwahlen die oberschlesischen deutschen Parteien die nationalpolitische Linie finden werden, die wir nötig haben im „Kampf um die Erhaltung des deutschen Eharakters unseres Landes." E B. i Keine Fortschritte in London. Die Finanzmänner bleiben fest. - Beginnende Einsicht in Frankreich. Die Pariser Boulevard-Preffe ist in gedrückter Stimmung. Andererseits beginnen die Her- rivt und den Sozialisten nahestehenden Blätter die Lage mit jener Erkenntnis ihrer Airsachen zu behandeln, die wir bisher vermiht haben. Womit allerdings bei der schwachen Stellung des Kabinetts Herriot noch keine Gewähr für einen befriedigenden Ausgang der Londoner Verhandlungen geboten ist, die vorläufig auf einen toten Punkt angelangt sind. Hinter den Kulissen allerdings wird nach den zahlreichen vorliegenden Berichten von den belgisch-französischen Drahtziehern der Politik gegen Deutschland um so eifriger gearbeitet. Wir können um so mehr auf eine Wiäergabe dieser Meldungen verzichten, als bereits die nächsten Stunden eine Aufklärung über die Ergebnisse dieser „Arbeit" bringen werden, die mindestens die Verhandlungen mit den deuffchen Vertretern auf ein Gebiet zu schieben versucht, auf dem das „Prestige" Frankreichs nach auhen hin gewahrt bleibt. Die gestrigen Besprechungen. Kein Diktat. London, 24. Juli. (Wolff.) Heute früh hat eine erneute Besprechung zwischen Mac- d o n a l d und den anderen Konferenzführern in der Downing Street stattgefunden. Die britischen und französischen Rechtsratgeber waren damit beschäftigt, zu erörtern, welche sich aus dem Sachverständigengutachten ergebenden Fragen die Z u» sammenarbeit mit den Deutschen notwendig machten. Beiläufig bilden die dem Rechtsausschuh zugewiesenen Aufgaben für Deutschland einen genügend deutlichen Wink, dah die Alliierten nicht wünschen, ihre Entscheidungen den Deutschen zu „diktieren", imi) da h die in Deutschland ausgesprochenen Befürchtungen in dieser Hinsicht sich legen können. Es fft im übrigen bisher noch nicht möglich, feflzustellen, dah die Verhandlungen durch die heute auch zwischen den Konferenzmitgliedern uüd den Bankiers fortgesetzten Besprechung^ fort» gesckritten wären. Es laßt sich nur sagen, daß oie Konferenzkreise fortgesetzt Zuversicht- l i ch sind, dah eine Einigung zustandekvmmen dürste, die eine genügende Alnterstühung für ein Zustandekommen der 800-Millionen-Anleche gewährleistet. Die Ausschüsse treten morgen wieder zusammen. Der Zweite Ausschuh hielt um 8 Alfyr abends eine Sitzung im Auswärtigen Amt ab. Alnformelle Besprechungen wurden zwischen den Bankiers und Iuristen gepflogen. Der Dritte Ausschuh tnagte heute und wird morgen früh wieder zusammentreten. Die Einladung an Deutschland. P a r i s, 25. Juli. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" will erfahren haben, dah Macdvnald im Einverständnis mit den anderen Delegativnsfü hrern, und nachdem er die juristischen Sachverständigen Fromageot und Sir Eecil Hurst gehört hätte, die deutsche Regie- ,tung aufgefordert hat, sich bereit zu halten, Delegierte nach London zu en tsendeu. Die englische Presse zur Lage. London, 25. Juli. Der diplomatische Berichterstatter der „Daily Rews" schreibt, Mac- donald habe die Frage der deutschen Beteiligung an der Konferenz auf der Dienstag- Sitzung der fünf Delegationschefs aufgeworfen, aber ziemlich unerwartet sei er auf den Widerstand Herr i ots gefloßen. Herriot habe ihn ersucht, die Gründe für einen Wunsch, die Deutschen anwesend zu sehen, schriftlich niederzulegen, damit die ftanzösische Delegation sie erwägen und ihre eigene Ansicht formulieren könne. Die Ansicht der beiden Länder solle hierauf der Vollkonferenz unterbreitet werden. Dieser Schritt erklärt sich durch die Ansicht eines Teiles der französischen Delegation, dah die Deutschen nicht vor die Londoner Konferenz, sondern vor die Rest a r a t i o n s ko m m i s s i o n gerufen werden sollen Alm die Schwierigteiten zu regeln, sei ein Iuristen-Komitjee aus Sir Cecil Hurst und Fromageot, die im übrigen zwei alte Freunde seien, gebildet worden. Daily Chvonicle" erklärt, die Konferenz habe zweifellos ein kritisches Stadium, erreicht. Es bestehe jedoch kein Grund, für den in einem Teil der französischen Presse, äer ein Scheitern der Konferenz wünsche, ausgedruckten Pessimismus Die amerikanischen Vertreter arbeiteten mit äußerster Kraft daran, die Schwierigkeiten zu beheben. „Morning Post" zufolge ist es vollkommen klar, dnß der wirkliche Grund Snowdens, die Alnterbrettung der Anempfehlungen des ersten Komitees, die in mancher Hinsicht die wichtigen seien, zu verzögern, auf seinen Wunsch zurückzuführen waren, vor der Vorlage des Berichtes in. der Lage zu sein, ihn in der Weise abzuändern, dah er den Einwänden der amerikanischen und englischen Bankiers begegnen werde. Der Sonderberichterstatter des „Daily Telegraph" ist der Ansicht, dah die Zeit der Mißverständnisse anscheinend noch nicht vorüber ist. Die Alliierten aus der anderen Seite des Kanals sind, wie der Berichterstatteo schreibt, vollkommen unfähig, die feste Haltung des Gouverneurs der Boni von England und feiner Kollegen zu begreifen, die darauf bestehen, dah jedes Sondervorgehen irgendein erMachtausgeschlosfen werde, bevor sie sich bereit erklären, eine Anleihe zu zeichnen und auszugeben. Sie sehen in dieser Haltung den vorsätzlichen ersten Schritt zur Vernichtung des Versailler Vertrages. Die gestern ernannte Jurist enkommission hat die genaue Form der Einladung an die Deutschen zu be- schliehen. Was die Punkte auherhalb des Versailler Vertrages betrifft, so handelt es sich darum, ob die Deutschen berechtigt sein sollen, auf der Grundlage der Gleichberechtigung zu verhandeln oder ob, soweit Punkte innerhalb des Friedensvertrages in Frage kommen, sie nur beanspruchen können, von der Reparationskommission gehört zu werden. Es dämmert in Frankreich. Paris, 25. Juli. Das Organ Herrivts, der „Quotidien", meldet: Gestern abend hätten die Minister T h e u n i s und Hymans mit dem Finanzminister Clementel und dem Kriegsminister General Rollet verhandelt. Hierauf habe sich der Finanzminister Elemente! zu Mon- tagu Rorman begeben. Es sei entschieden worden, dah die erste Kommission um die Mittagsstunde unter dem Vorsitz des Staatsschatzsekretärs Snowden zusammentreten soll. Im ßaufe dieser Zusammenkunft werde der belgische Auhenminister nochmalsdenbelgischenVor- schlag Vorbringen und wiederholen, namentlich deshalb, um eine Diskussion hierüber herbeizufüh- ren. Denn niemand könne ableugnen, dah Vie amerikanischen und englischen Bankiers dieses Kvmprvmih nicht an nehmen werden, da sie der Ansicht seien, dah § 7 Abschnitt 2, Anhang VIII des Friedensvertrages der Repko das Recht gebe, ihre Befugnisse vollkommen auf das vorgeschlagene Komitee zu übertragen. Sie fordern, dah die alliierten Mächte auf jede isolierte Aktion zur Anwendung von Sankti onenverzichten. Die Bankiers R v r m a n und ßamont würden keineswegsheutean- nehmen, was sie gestern abgelebnt hätten. Roch gestern vormittag hätten sie neue Vorschläge zurückgewies en, denen zufolge sich jede Macht verpflichten solle, von sich aus nicht allein die Verzinsung und Tilgung, sondern auch das Kapital der Anleihe selbst zu garan- heute irgendeine neue Tatsache eintrete, z u durchführt, als sie das zweite aus fünf Sachverständigen bestehende Komitee Vorschlägen würde, dessen Einsetzung Theunis angeregt hätte. Vielleicht werden jedoch gewisse Aende- rungen in dem Te?t von Theunis die Möglichkeit geben, die Forderungen der Anleihezeichner zu befriedigen. Die englische Delegation werde hierzu wichtige Vorschläge machen. Die Frage sei, ob dann die Franzosen neue Konzessionen verweigern werden. Auf alle Fälle sei zu befürchten, dah die erste Kommission, falls nicht heute irgend eine neue Tatsache eintrete, z i keiner wirklichen Verständigung gelangen könne. Von gewisser Seite werde angenommen, dah die Situation sich aus sich heraus entwickeln werde, und dah es genügen werde, Geduld zu haben, um in einigen Tagen zu »einer idealen Lösung zu kommen, die alle befriedige. Man könne sich aber niemals verständigen, wenn man nicht die notigen Opfer bringe. Von französischer Seite erwarten die alliierten Delegationen leineswegs einen Verzicht auf tatsächliche Rechte und die Opferung wichtiger Interessen. Die Welt wolle nur die Gewitztheit haben, dah das Ruh rabenteuer nicht wieder beginne. Es sei schon lange her, dah man den politischen Methoden zuliebe auf alle wirtschaftlichen Tatsachen verzichtet hat. Möge man also endlich einmal mit einem kräftigen Entschluh das ganze ftivistische Formelwerk über Bord werfen, in dem wir ersticken. Der linksradikale „Paris Soir" schreibt zu den Londoner Verhandlungen: Wir ernten heute die sicheren Früchte der Ruhr- besetzung. Pvincare glaubte, das Weltgewissen herausfordern und gegen den Rat Englands und Amerikas zu Sanktionen schreiten zi können, die ohneRuhen für uns fast die ganze europäische Wirtschaft und den schwachen, arm* seligen Frieden der Welt gewaltsam gestört haben. Jetzt, wo zu einer von Monat zu ^Monat aufgeschobenen, umfassenden Regelung die Verhandlungen wieder eröffnet werden, erwachen Befürchtungen, denen wir nicht Rechnung getragen hatten und eine Feindseligkeit, die wirfürerloschen hielten. Man verzichtet nicht auf die Politik Poinoares und man gibt uns zu verstehen, bei unseren pfäffischen Methoden auf der Hut zu fein. Die Bankiers, denen der nationale Block schließlich die Völker ausgeliefert hat, sind nicht hie einzigen, die fragen, ob der Friede!» immer und immer wieder von neuem mühselig geflickt werden muß. Auch die Republikaner und die Sozialisten werfen diese Frage auf. Sie beschuldigen Poincare, durch feine Kurzsichtigkeit und Gefühllosigkeit Frankreich noch einmal an den Rand des Abgrundes ne führt zu haben. Undurchführbar! Das Urteil deutscher Sachverständigere über die französischen Regiepläne. I Berlin, 25. Juli. (WTB.) Der anfefret-1 nend immer noch betriebene französische Plan, französische und belgische Eisenbahner auch nach der Liquidation der Regie im Betriebe der rheinischen Eisenbahnen zurückzubelassen, wird uns von sachverständiger Seite für undurchführbar bezeichnet. Jedes Mischshstem, wie es die Durchsetzung des deutschen Eisen- bahnpersonals mit fremdländischen Personal darstellt, müsse unfehlbar zu schweren Reibungen führen. Derartige Reibungen machen jedoch den Eisenbahnbetrieb im höchsten Grade unwirtschaftlich; denn der Bahnbetrieb verlangt Einordnung und AInterorbnung sowie dienstfreudige Zusammenarbeit aller Personalgruppen. Hierauf mutz die Reichsbahn, wenn sie die zugedachten Re- paintionslasten tragen soll, ausschlaggebendes Gewicht legen, vor allem in dem rheinischen Verkehrszentrum, von dem aus sich der Betrieb und Verkehr des ganzen übrigen Reichsbahngebietes bestimmen. Praktisch sind deshalb beiartige französische Pläne undurchführbar und wirtschaftlich sind sie untragbar. Kredite für die Landwirtschaft. Auf Grund von Verhandlungen, die das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit der Reichs bank und der Preußischen Staatsbank geführt hat, sind der Landwirtschaft für die Bergung der Ernte Kredite bereitgestellt worden. Die hierfür verfügbar gemachten Geldbeträge werden an die preußische Zentvalgenosfenschaftskasse, die deutsche Girozentrale und die Zentrale der Landesbanken bzw. Staatsbanken der Länder weitergeleitet. In Aleber* einstimmung mit den Wünschen der Landesregierungen werden die genannten Organisationen für die Weiterleitung des Kredites Richtlinien erhalten, damit bei der Inanspruchnahrne und Bewilligung des Kredits eine Berücksichtigung der Landwirtschaft der einzelnen Länder gesichert ist. Da es sich bei der eingeleiteten Kreditaktion um eine Maßnahme zur Behebung eines besonderen Rotstandes handelt, ist ben den Kredit weiterleitenden Kreditinstituten zur Bedingung gemacht worden, daß der Zinssatz, den ber letzte Kreditnehmer zu zahlen hat, grundsätzlich 13 Prozent sein soll. Die Gewährung von Krediten für die Bergung der Ernte erfolgt im Rahmen der verfügbaren Mittel für Landwirte, welche Genossenschaften angeschlvssen sind, durch diese Organisationen, für diejenigen Landwirte, welche mit diesen Organisationen nicht in Geschäftsverkehr stehen, durch die öffentlichen Sparkassen, landwirtschaftlichen Banken und diejenigen öffentlich lich und rechtlichen Kreditanstalten (Landesbanken und Staatsbanken), welche von den Landesregierungen bezeichnet sind. -i — * Der Reichswirtschastsrat billigt die Schutzzollpläne. Berlin, 24. Juli. (WTB.) Der Wirtschaf tspvlitischeundder Finanzpolitische Ausschuß des vorläuftgen Reichs- Wirtschaftsrates beschäftigten stch in ihrer heutigen gemeinsamen Sitzung mit der Weiterberatung des Entwurfs über die Zolle und Alrnsahsteuer. Dabei wurde mit 27 gegen 16 Stimmen eine Ents chließung gefaßt, in der die Absicht der Regierung, einen einheitlichen Schutz der gesamten nationalen Arbeit wiederherzustellen, gebilligt wird. Ein Gutachten der Arbeitnehmerabteilung, das die Regierung auffordert, von der Einführung von Agrarzöllen zur Zeit Abstand zu nehmen, wurde mit 24 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Dagegen fand ein Antrag der Arbeitgeber Annahme, der es für notwendig hält, daß der Zeitpunkt für das Inkrafttreten der Agrarzölle unter Berücksichtigung der Entwickelung der wirffchaftlichen Verhältnisse des Reiches gewählt wird. Wie die „Voss. Ztg." bemerkt, bestand mit Ausnahme der Vertreter der Landwirtschaft fast einhellig die Aleberzeugung, daß der gegenwärtige Zeitpuntt nicht der geeignete sei, die alten Zölle in voller Höhe, namentlich die Getreidezölle, wieder einzuführen. Die beiden Aus- sckstffse erklärten schließlich die Herabsetzung der Almsatzsteuer auf mindestens Prozent für notwendig. Der 3. August als Gedenktag. Im Hinblick auf die für den 3. August von der Reichsregierung beschlvffene allgemeine Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges wird ausdrücklich daraus hingewiesen, daß an diesem Tage genehmigungspflichtige Veranstaltungen irgenowelcher Art, gleichviel pb sie von sozialdemokratischer, deutschnativnaler, kommunistischer ober anderer Seite geplant sind, nicht zugelassen werden. Wie aus Berlin weiter gemeldet wird, hat der Gedenktrauertag für die Gefallenen, der von der Reichsregierung für den 3. August angeseht ist, den Kirchenausschuß angeregt, daß in allen Gemeinden feierliche Gottesdienste abgehalten werden sollen, in denen ber Opfer des Weltkrieges gedacht werden soll. Die Gottesdienste sollen hei günstiger Witterung aus de» Friedhöfen abgehalten werden. . Deutscher Relchsrag. Berlin. 24. Juli. Bei Eröffnung der Sitzung verlangt der Abg. Katz die sofortige Beratung eines f o m nt u 3 nistischen Antrages auf Aufhebung des Der- bots der „Niedersächsischen Arbeiterzeitung" in Hannover. Er erklärt dazu, Oberpräsident Noske habe gestern nach seiner Rückkehr von der Re- vierareise unter Nichtachtung von Recht und Gesetz die Geschäftsräume dieser kommunistischen Zeitung geschlossen und die Zeitung verboten. Ein Verbrecher tote Noske, der sich in Hannover in allen Spelunken herumtreibe, dürfe unmöglich länger Oberpräsident bleiben. Präsident Wallrafs ruft den 2lbg. Katz wegen der Ausdrücke Verbrecher zur Ordnung und fragt, ob der Beratung des kommunistischen Antrages widersprochen werde. Abg. Müller- Franken (Svz.) erhebt Widerspruch und verhindert damit die Beratung des Antrages. Die Kommunisten antworten mit stürmischen Pfuirufen und umdrängen die in ihrer Nachbarschaft sitzenden Sozialdemokraten, so daß es den Anschein hat, als sollte es zu tätlichen Auseinandersetzungen kommen. Der Lärm dauert minutenlang an. Präsident Wallrafs ersucht die Kommunisten wiederholt, ihre Plätze einzunehmen und droht ihnen Dtc schärfsten Geschäftsordnungsmil- tel an. Schließlich tritt Ruhe ein und der Reichstag geht zur Fortsetzung der sozialpolitischen Aussprache über. In der Einzelberatung zur Invaliden- und Anfalldersicherung wendet sich Abg. Hartz (Dntl.) gegen die Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten. Er stimmt den Ausschuhanträgen zu. Abg. Karsten (Soz.) tritt für die jovial* demokratischen Anträge ein, der die Renten über die Ausschuhbeschlüsse hinaus erhöhen und zur Deckung eine Aussichtsratssteuer und eine Erhöhung der Vermögenssteuer einführen wollen. Ab. Esser (Ztr.) tritt für die Ausschuhanträge ein. Der sozialdemokratische Antrag auf Erhöhung der Tantieme st euer wird dem Steuerausschuh überwiesen. Nach Ablehnung der übrigen Anträge werden die Ausschuhanträge zur Invaliden- und Llnfallversicherung in zweiter Lesung angenommen. Die sofortige Vornahme per dritten Beratung wird durch Einspruch der Kommunisten, vereitel t. Gegen die Kommunisten kommt darauf aus der Mitte der Ruf: Arbeiterfeindei In der Einzelberatung der Kriegsbeschädigtenfragen weift Ab. Budjuhn (Dn.) die Behauptung zurück, dah die unzureichende Versorgung der Kriegsbeschädigten durch die Sabotage der Kapitalisten verschuldet sei. Die deutsche Wirtschaft habe die Grenzen ihrer steuerlichen Leiftungsfähtg- keit bereits überschritten. In Ruhland werde für die Kriegsopfer weit weniger gesorgt. Abg. R0 h m an n (Soz.) bedauert die durchaus ungenügende Versorgung der Kriegsbeschädigten. Ohne Debatte werden nunmehr die Ausschußantrage in dritter Beratung endgültig angenommen. Die Einzelberatung der Kriegsbeschädigtenfragen wird dann fortgesetzt. Die Abgg. Dr. Dockius (Z.) und Thiel (D.Vpt.) weisen die kommunistischen Angriffe gegen die Bürgerlichen zurück und betonen, dah der Ausschuh der Finanznot des Reiches Rech,- nung tragen muhte, so dah die verantwortungs- bewuhten Parteien jetzt die Forderungen zurück- stillen nrüssen, die sie sonst gern im Interesse der Kriegsbeschädigten durchgeseht hätten. Mit weitergehenden Anttägen, die nur der Agitation dienen, s« den Kriegsbeschädigten nicht gedient. Abg. Ahlemann (N.-S.) führt aus, für die Kriegsbeschädigten sei bis jetzt überhaupt nichts positives getan worden. Die Lage der Kriegshinterbliebenen sei geradezu jammervoll. Die Ausschuhbeschlüsse bezeichnet der Redner als ein klägliches Almosen. — Zu Lärmszenen kommt es, als er Ludendorfs rühmt und die Sozialdemokraten und Kommunisten durch Zurufe und Lachen sich dagegen wenden. Abg. Dr. Heuh (Dem.) betont, die Frage der Kriegsbeschädigtenfürsorge könne nur nach einer genauen Darstellung der Gesamtlage gelöst werden. Der Redner tritt sür die Ausschuhanträge ein, ebenso Abg. Löbl (Bahr. Dp.). Abg. Kunze (Deutschsoz.) wirft den Sozialdemokraten vor, sie hätten es nie ernst gemeint mit der Erfassung der Kriegs- und Inflations- gewinne. Die Erfassung dieser Gewinne dürfte die nötigen Mittel zur Hilfe für die Kriegsbeschädigten bringen. Damit schließt die Einzelberatung. Die Abstimmung wird auf Freitag vertagt. Die Verhandlungen gehen weiter und zwar beim Abschnitt Erwerbslosenfürsorge. Avg. Dr. *J2C 11 mnt (Dnn.) verlangt eine strenge Llnterscheidung zwischen Arbeitslosen und Arbeitsscheuen. Abg. Esser .(Z.) beantragt hierauf Mr- tagung der weiteren Debatte aus Freitag. Von den kommunistischen und deutschnationalen Rednern wird lebhaft dagegen protestiert, da durch diese Lleberrumpelung die ursprüngliche Zisage der Erledigung der sozialpolitischen Debatte am Donnerstag gebrochen werden solle. Während der erregten Debatte, die sich im schwach besetzten Saale abspielt, wird aus den Reihen des. Zentrums der Abbruch der Sitzung durch Anzweislung der Beschlußfähigkeit erreicht. „0 Deutschland hoch in Ehren!" 6 Monate Gefängnis sür bas Spielen des Liedes. In unserem Leitartikel vom Samstag knüpften wir an die Mitteilung des Derbots von Orchesterkonzerten in Essen durch den Besahungs- general die Vemerkung, dah das „Verbrechen des Kapellmeisters vielleicht im Spielen des Liedes „O Deutschland hoch in Ehren" bestanden Hube. Nun wird aus Essen gemeldet, dah tatsächlich der Kapellmeister Müller des dortigen Philharmonischen Orchesters vom französischen Kriegsgericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, weil er als Einlagen in einem Konzert im Stadtgarten die Lieder „O Deutschland hoch in Ehren", das „Flaggenlied" und das „Lippe Detmold-Lied" spielen lieh. An diesen Vorttägen nahmen die im städtischen Saalbau — das Konzert fand im Garten statt — anwesenden französischen Offiziere Anstoß. Gewiß ein eindeutiger Beweis für den französischen Verständigungswillen! Pfarrer Haupt zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Mainz, 24. Juli. (Wolff.) Der evangelische Pfarrer Haupt aus dem Vorort Weisenau hatte bei einer Haussuchung, die in seinem Hause von französischen Polizisten nt>r= genommen wurde, gegen die Beamten angeblich beleidigende Aeuherungen gebraucht: er wurde dieserhalb jetzt in Abwesenheit zu 5 Jahren Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt. . Hoch- und Landesverrat. Wieder ein Kommunistenprozetz. L e i p z i g, 24. Juli. (Wolff.) Der S t a a t s - gerichtshof zum Schuhe der Re publik verhandelte gegen den Buchhandlungsangestellten Stadtverordneten Karl Baumgärtel aus Debihsch wegen Aufforderung zur gewaltsamen Aenderung der Verfassung. Der Vertreter der Reichsanwaltschast beantragte eine Gefängnis- sttafe von einem Jahr sechs Monaten und 50 Goldmark Geldstrafe. Das Gericht ging über den Antrag hinaus und verurteilte den Ange- kkigten wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe. Zwei Monate Strafe gelten als durch die -Unter» suchungshaft verbüßt. Der Angeklagte nahm das Urteil mit dem Ausruf: „Es lebe die Kommunistt- sche Partei, es lebe die WeltrevolutionI" entgegen. Im Zuschauerraum wurden Kundgebungen laut, so daß der Vorsitzende zwei Leute wegen Ungebühr vor Gericht in eine sofortige Haftstrafe von drei Tagen nahm. Zuchthaus für einen Separatisten. Der 19jährige Arbeiter August Edel aas Münster, der Mitglied der separatistischen Banden in der Pfalz war, wurde vom Reichsgericht wegen Beihilfe zum Hochverrat zu vier Jahren Zuchthaus, 500 Mk. Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Landesverräter. Don dem 1. Strafsenat des Kammergerichts wurden der Matrose R ö l w e r und der Angestellte Burgdorff, die an Frankreich geheime Dien st büche r über das deutsche Luft fahr wesen verkauft hatten, wegen Landesverrats zu je 10 Jahren Zucht- haus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Arbeitszeit in Deutschland. Berlin, 24. Juli. (WTD.) Um festzustellen, in welchem Umfang von den Möglichkeiten der Ueberschreitung der achtstündigen Arbeitszeit, welche die Arbeitszeitverordnung vom 21. 12. 1923 gibt, Gebrauch gemacht wird, hat der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund eine Erhebung über die tatsächliche Dauer der Arbeitszeit einschließlich der geleisteten Ueberstunden angestellt. Bon der Erhebung wurden 46 122 Betriebe mit 2 453 523 beschäftigten Personen erfaßt. Es ergab sich, daß in der Woche vom 12. bis 17. Mai für etwa zwei Drittel der Betriebe undfast die Hälftederb e- schäftigten Personen der Achtstundentag bestand. Nur ein Drittel der De- ttiebe mit etwas über der Hälfte der beschäftigten Personen hat von der insbesondere in den neueren Tarifverträgen gegebenen Möglichkeit, die 48-Stundenwoche durch Ueberstunden zu verlängern, Gebrauch gemacht. Das beweist, dah die Behauptung, in Deutschlandbesteheüberhauptkein Achtstundentag mehr, nicht aufrecht erhallen werden kann. Die Wohnungsfrage der Ausgerviesenen. Nach einer Drahtmeldung aus Berlin hat die Reichsregierung beschlossen, beim Reichspräsidenten den Erlaß einer Notverordnung nachzusuchen, die.in erster Linie die Bestimmung enthalten soll, dah die widerrechtlich besetzten Wohnungen der aus dem besetzten Gebiet Ausgewiesenen sofort zugunsten der Heimkehrer geräumt werden müssen. Für die von der Reichsvermögensverwaltung im besetzten Gebiet erbauten, aber noch nicht vollendeten Wohnungen ist ein Kredit beim Reichsfinanzminister angefordert worden. Ferner soll die Möglichkeit bestehen, aus Nordfrankreich Holzhäuser, die das Deutsche Reich seinerzeit der französischen Regierung hat liefern müssen, die aber von dieser nicht aufgestellt worden sind, zurückzukaufen. Schließlich stnd von den in Frage kommenden Ministerien Schritte bei der Reichsvermögensverwaltung eingeleitet worden, um den Heimkehrenden Ersatzmöbel zu verschaffen. Der Personalabbau. 3m HauShaltsaussch uß des Reichstags sprach Finanzminister Luther sich gegen den sozialdemokratischen Vorschlag auf einstweilige Aussetzung der weiteren Durchführung des Personalabbaus aus. Der Ausschuß beschloß hierauf, alle vorliegenden Anträge über Einschränkung bzw. Aufhebung der Personalabbauverordnung an den Unterausschuß zu überweisen, der seine Arbeiten auch während einer etwaigen Vertagung des Reichstags nicht unterbrechen wird. Ein Verfahren gegen Landgerichtsdirekter Vogt. Die kommunistischen Frattionen des Reichstags und des Landtags hatten wegen der Haussuchung in den kommunistischen Fraktionszimmern gegen den Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshvfs Landgerichtsdirektor Vogt und gegen den Kriminalkommissar Keller vom Berliner Polizeipräsidium Strafanzeige wegen Amts- vergehen erstattet, da die beiden Beamten die Immunität der kommunistischen Abgeord '.eten verletzt hätten. Nunmehr ist, einer Korrespondenz zuflgev, dasErmittelungsverfahren gegen die beiden Beamten eingeleitet worden. Ein Notruf der deutschen Weinbauern. Die Abgeordneten Dr. Decker (Hessen) und Hepp der Deutschen Dolkspartei haben mit Unterstützung von Abgeordneten der anderen bürgerlichen Parteien aus dem Weinbaugebiet folgende Interpellation im Reichs tag eingebracht: Die feit langem schwebenden Handelsvertrags- Derhandlungen mit Spanien scheinen ihrem Abschluß nahe zu sein. Gerüchtweise verlautet, dah es dabei den spanischen Unterhändlern gelungen sei, die deutschen Vertreter zu .weitgehendem Nachgeben auf dem Gebiete der Weinzölle zu bewegen. Eine Herabsetzung des Zolles für spanischen Wein, die weitgehende Zollermäßigung für andere Weine ohne weiteres zur Folge haben würde, mühte indes zu einer schweren Schädigung des gesamten deutschen Weinbaues, vor allem zum Ruin des deutschen Rotweinbaues führen und ist deshalb auf das schärfste zu bekämpfen. Beruht das vorstehende Gerücht auf Wahrheit? Will die Reichsregierung ihre Vertreter bei den spanischen Handelsvertrags-Verhandlungen sofort anweisen, im Interesse der Erhaltung des deutschen Weinbaues keinerlei Nachgeben auf dem Gebiete der Weinzölle zu machen? ___________ Ist das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft unentbehrlich? Man schreibt uns aus parlamentarischen Kreisen: Bekanntlich hatte die Deutsche Dolkspartei im Hessischen Landtage eine Reihe praktischer Ersparnismahnahmen beantragt. Im Rahmen dieser Anträge lag auch der Abbau des Hess. Ministeriums für Arbeit uno Wirtschaft, dessen Aufgabenkreis anderen Verwaltungsbehörden zugewiesen werden sollte. Diese Zrsparnispvlitik der D. V. P. erregte innerhalb der Sozialdemok r a t i e eine hochgradige Erregung. In den oft stürmisch bewegten Debatten des Landtags scharten sich die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion immer wieder um das bedrohte und von einem ihrer Genossen besetzte Ministerium. Nicht zuletzt trat auch der Staatspräsident in eigener Person in diesem Abwehrkampf auf und versuchte in längeren Ausführungen die Unentbehrlichkeit gerade dieses Ministeriums darzutun. Der Antrag der D. V. P. wurde als unsozialer Anschlag bezeichnet und dergleichen mehr. Aus Karlsruhe kommt nun die Meldung, dah die Badische Regierung von sich aus beim Landtage die Aufhebung des Badischen Arbeitsmini st erium beantragt hat, wobei wohl zu bemerken ist, dah auch die Sozialdemokraten in der Karlsruher Regierung vertreten sind. Wie wir hören, hat auch bereits der Oandtagsausschuß diesem Anträge der Regierung mit großer Mehrheit zugestimmt, wonach das von dem Sozialdemokraten Engler besetzte Arbeitsministerium abgebaut werden soll. Wir sind außerordentlich gespannt, was die hessischen Sozialdemokraten zu diesem Vorgehen ihrer badischen Genossen sagen werden Eine trefflichere Widerlegung all der im Hessischen Landtage für das Fortbestehen des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft vorgebrachten Argumente läßt sich nicht denken, als wie es durch das Vorgehen der Karlsruher Regierung geschehen ist. Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. Juli 1924. Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges. Das Ministerium des Innern veröffentlicht folgende Bekanntmachung an die KreiS- ämter des unbesetzten Gebiets: Wie in der Presse bereits mitgeteilt wurde, hat die ReichSregiernng beschlossen, am Sonntag, den 3. August 1924, aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns eine Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges zu veranstalten. Zweck und Gedanke dieser Feier ist, an dem für die Geschichte Deutschlands so bedeutungsvollen Tage der Ehrfurcht vor den Gefallenen und dem Dank für die Opfer, die das ganze deutsche Volk im Krieg gebracht hat, in würdiger Weise Ausdruck zu geben. Mit Polittk hat die Feier nichts zu tun. Die Reichsregierung hofft, daß die gesamte Bevölkerung, die in allen ihren Teilen durch Opfer im Weltkrieg getroffen ist, ohne Rücksicht auf politische und wirtschaftliche Gegensätze Anteil an der Feier nehmen wird. Entsprechend den von dem Reich für die Gedenkfeier gegebenen Richtlinien wird im Einvernehmen mit dem Hessischen Gesamtministerium folgendes angeordnet: 1. Die öffentlichen Gebäude flaggen am 3. August 1924 bis 12 Ahr, 2 Minuten mittags auf Halbmast, alsdann Hochziehen der Flaggen. 2. Bezüglich der Privatgebäude ist aufzufordern, in gleicher Weise zu verfahren. 3. In der Zeit von 12 Ahr bis 12 Ahr zwei Minuten mittags soll ein allgemeines, der Trauer um die Kriegsopfer gewidmetes Schweigen von 2 Minuten mit allgemeiner Verkehrsstille durchgeführt werden. 4. Wegen Abhaltung von TrauergvtteS- diensten und Trauergeläute, letzteres in der Zeit von V2I2 Ahr bis 12 Ahr, werden die Oer Alte auf Topper. Roman von Hanns von Zobeltih. 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Darüber war der Abend herangekommen, und für das 2lachtlager ging der erste Dukaten halb in die Brüche. Nachdem aber der alte Marzanke am nächsten Morgen, nach großem Abschied vom Sohn, heimwärts expediert war, machten sich die beiden, der Junker und Gottlieb, per pedes apo- stvlorum auf den Weg über Fürstenwalde nach Berlin. Denn ein Mietswäglein spendieren, da sei Gott davor. Allzu scharf hatte der Gestrenge vom Sparen, Sparen, Sparen gesprochen, und das hielt noch vor. Auch war es ja ganz lustig zu marschieren in der kühlen Herbstluft. Das Felleisen mit der nächsten Gelegenheit nachguspe- dieren, hatte sich der Wirt „Zum Ochjen" hoch und Heilig verschworen. Es ging freilich langsam, aber auch Schnecken kommen zum Ziel: zumal sich dann und wann eine Okkasion fand, ein S-tück Wegs von einem gefälligen Metzger mitgenommen zu werden. Die Metzgermeister mußten viel unterwegs sein damals, wenn sie überhaupt noch ein Stück Schlachtvieh auftreiben wollten. Da war also endlich Berlin, und da war wieder die Torwache, und wieder ein großes Examen, erst vor dem Korporal und dann vor d^m wachthabenden Offizier und endlich vor dem Herrn Kommandanten, dem Herrn General von Detzvto, der schon bedeutend strammer aus ah denn ffj»r Frankfurter. Er meckerte nicht, aber er fauchte. Was soll's? Was will Er? Wohin will Er? QM)' Er das Maul aujl“ Tas tat der Junker, und da kam es heraus, dah der- Herr General auch nichts Bestimmtes wußte- Seine Majestät hätten sich nach Schlesien gewendet. Aber die neuste Nachricht besage, dah er aus Sachsen marschiere, gegen den Daun. Oder vielleicht gen Torgau, um mit den Reichsvölkern abzurechnen, die sich da mausig machten. Oder vielleicht nach Magdeburg. „Hier kann ich Ihn nicht brauchen!" Worauf es wieder ein Signum gab, aber wenigstens eine Anweisung auf Nachtquartier im Ordonnanzhause and au, eine Blechmühe für Gottlieb, dessen vorschriftswidriger Hut das höchste Mihsallen des Generals erregt hatte. „In was für einem Etat heutzutage die Soldaten Seiner Majestät Herumlaufen! P.ui Spinne! '<"u.h- teln sollt' der Kerl haben, dah er auf seine Mütze nicht besser Obacht gegeben!" Am liebsten wäre der Junker gleich weitermarschiert, aber das Felleisen lieh auf sich warten, kam erst nach zwei Tagen. So hatte er mehr Zeit, als ihm gutdünkte, in der grohen Stadt herumzulaufen, das mächtige Königliche Schloß zu bestaunen und das riesige Zeughaus und das erzene Standbild des Grohen Kurfürsten, von dem ihm der Großvater soviel erzählt. Hat auch Augen und Mund und Nase aufgesperrt Über die breiten Straßen, die hohen Häuser, die vielen Menschen, die Karossen und Portechaisen, die Schauläden und Garküchen: sah auch den ersten Mohren, der in bunter Lakaienlivree Maulaffen feilhielt. Fand das alles sehr kurios und kam sich doch arg bedrückt vor, als ob er nicht genug Luft zum Atmen hätte. So dah er froh war, als sie die Deine wieder in die Hand nehmen konnten, um nach Magdeburg zu pilgern. Das ging nun schon besser, als von Frankfurt nach Berlin. Er lief sich die Fühe nicht mehr wund und hatte auch gute Erkundigungen über die Strahen eingezogen und die Nachtquartiere. Da fand sich denn, dah er öfters bei Verwandten und Vettern Anterschlupf suchen konnte, bei den Bredows und Darnewitzens und Rachows, und gut ausgenommen wurde, auch dorten, wo man von ihm nicht mehr wußte als den alten Namen. Merkte auch, die saßen hier noch im Fett, hatten von den Lasten des Krieges nicht viel gespürt, noch keine Oesterreicher gesehen und keinen Reußen. Aeberall scharrten noch die Gäule vor den Krippen, das Rindvieh stand in den Ställen, die Scheuern waren voll, und von den Bataillen erzählten sie wie von fernen Dingen. Höchstens dah sie klagten, der König hätte ihnen zuviel junge kräftige Barschen von der Arbeit fortgenommen, oder dah der oder jener um einen Bruder oder Detter trauerte, der bei Leuthen oder Kunersdorf gefallen. Aber auch das mit Mähen, denn es stand immer das Wort dahinter: für Fridericus Rex sterben, ist ein guter Tod. Die letzte Wegstrecke hatte ihn ein Alvens- leben fahren lassen, in einem schönen Kutschwagen, mit gutgefülltem Frehkober hinten drauf. So kam er höchst stattlich vor Magdeburg an. und da gab es wieder eitel Staunen über den breiten Glbstrom, über die großen Wälle und die hohen Festungsmauern. älnd es gab wieder das dringliche Examen, doppelt und dreifach, an den Torwachen und vor dem Herrn Kommandanten. Seine Exzellenz waren aber sehr kurz angebunden, hätten mehr za tun, als sich um den Junker von Zabeltitz zu kümmern, hätten auch keinerlei Meldung, wo Seine Majestät sich zur Zeit befänden. Der Bursche da. der lange Laban, der solle jedenfalls hier bleiben: den werde er einstellen. Damit basta! Freilich, wenn man durch die Straßen ging, konnte man merken, dah Seine Exzellenz alle Hände voll zu tun hatte. Da strotzte es von Soldaten, exerzierenden und herumstrolchenden, und dazu von Gefangenen, Oesterreichern und Franzosen, und dazwischen von hochbeladenen Wagenkolonnen und schweren Kanonen. Aeberall Kommandos und Fluchen und Lärm, fast als ob der Feind schon vor den Toren stünde. War auch nicht weit, hieh es, vor Torgau oder Wittenberg, auch an der Elbe. Ja — und was nun? 9 Ta dachte der Junker, zum ersten Male eigentlich herzinnig, an den Grohvater und die Frau Mutter und kam sich jämmerlich elend und verlassen vor. Dis ihm ein Wort des Topperschen Magisters in die Seele träufelt: Wo die Not am größten, ist Gott am nächsten. Wieso ihm Hilfe in der Not kam, das war fteilich höchst verwunderlich. Es hatte arg zu schneien angefangen, der erste Schnee Heuer, und hart kalt war es geworden. Grad hat ein bärbeihiger Korporal den Gottlieb aus der Herberge geholt. „Komm nur mit, Bursche.' Ta hilft kein Maulspitzen, es muh gepfiffen werden. Hast wohl lang genug auf der faulen Bäi-en- haut gelegen, kannst mal wieder die Fuchtel kennenlernen." Der Junker hat dem Gottlieb, der gar nicht aussieht wie ein vergnügter Soldat, sondern wie ein recht betrübter Lohgerber, noch ein wenig Geld zugesteckt und bis vor die Tür gebracht: steht nun da und schaut in den rieselnden Schnee und auf die weihe Gasstz (Fortsetzung folgt, ä 5 für lschast Ä 3m lii J,Sh“ KL , tnan ihrer "5 Nt ."•«‘»ei . L®«»i. ’ '»nentbefii-, ^utun. De, An- 'dieAeldmrg. ras. Karlsruhe, ^bir hören. Huß diesem An° r Dehrheil 5t>jial= ^üsuünsstenuni ftamt, todg i« diesem Dvr- J rogm werden u »er imM. den des Aimste- lfi dorgebrachten aÜ Vie es buch Regierung ge° । Land. 25. M 1921 eltkrieges. nein vervffent- 1 an die Kreis- reitS mitgeteilt g beschlossen, am , ans Anlaß der S Kriegsbeginns ,e Opfer des ilten. Zweck und dem für die Ge- tmgSvollen Tage Wollenen unb das ganze deut- Hut. in würdiger tt Politik hat die HSregierung hofft, ing, die in allen n Weltkrieg ge- lf politische und itea an der Feier her etf*6 - 5t Tu^ r IN r. mjl» ,f ffen *** gw]11' .-pÄ rett' len' e « bei Soldat, r-^Lr, n)ch !o!^L Lür ?dte Svahen SA ?.JJ Mll-ns °7 D)n ®°h tSenen'W* ^s< als vb L Dar auch -DMnberS' em Leich für die itlinien wird m Hessischen ®t' ngesröneti iude flaggen am 9 Ainuten mit- i Hochziehen bei tgebäube ist «f* zu verfahren. hrbtSirHrzvel allgemeines, bet vf»r gewidmetes allgemeiner werden. w„ . [egiertf i« . -Mle elgent- §rau Hf 5 un-L LWb«i®«‘ stoistmigssäbiges Unternehmen der Nähr,ingö' u. Genukmittelbranchc öerniüt für gröbere Plätze od. Bezirke seine Vertretung an nur branche- funbifle, bei ©rod- und Kleinhandel, Backe, n, Slonbitorcn besteingeführte Vertreter Ausführliche Angebote mit Referenzen u. C. C. S81 au Ann.-Expedition v. Tanckclman, Hamburg 1. 5S88D in blieben aus. 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Es ist öffentlich aufzufordern, die Krie- sgergräber zu schmücken und auf Kriegerehrun- pen hinzuwirken. 6. In Städten und größeren Landgemeinden sind ferner öffentliche Trauerfeiern, unser Heranziehung der gesamten Bevölkerung labzuhalten. Wie uns mitgeteilt wird, sind in einzelnen Gemeinden Sport- und andere Feste für den 3. August geplant, deren Vorbereitungen schon abgeschlossen sind. Wir wollen diesen Festen nicht im Wege stehen; jedoch sind Amzüge und Lustbarkeiten nur am Nachmittag gestattet. Den Vereinen ist zu empfehlen, evtl, vormittags einem Trauergottesdienst beizuwohnen oder eine öffentliche Trauerfeier abzuhalten. Tüchtiger Vertreter gesucht s. Alleinverkauf elekrr. Apparate und pat. Vefestigung für dortigen Platz. Abnehmer: Sämtl. Installa- ieure,©lcftr.« n. Gaswerke, Industrie, Baubranche uss. 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Der Verein hat seit Wochen mit großer Sorgfalt und vielen Kosten das Fest aufs beste vorbereitet, so daß für die Besucher genußreiche Stunden zu erwarten sind. Unter Dorf ist bereits daran, Festschmuck anzulegen. Man beachte die Anzeige in dieser Nummer. + Grünberg, 24. Juli. Heute nachmittag stieß der um 5,10 Ähr hier abgegangene Pers onenzug der Lumdatalbahn an dem Äebergang der Kreisstraße Gründer g— Stangenrod mit dem mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerk des Landwirts Nikolaus von Weitershain, der wohl infolge des starken Gegenwindes die Warnungszeichen der Lokomotive überhört hatte, zusammen. Nikolaus gelang es noch im letzten Augenblick, die Pferde Herumzureißen, doch wurde das Handpferd von der Maschine erfaßt und am rechten Oberschenkel so schwer verletzt, daß es getötet werden mußte. Der Wag^en stürzte die Böschung hinab in die Wiesen und ging dabei in Trümmer. Nikolaus, dessen Frau und zwei Kinder, die auf dem Wageq saßen, kamen glücklicherweise ohne Verletzungen davon. Nach einigem Aufenthalt konnte 6er Zug seine Fahrt fortsetzen. ' Grünberg, 2d. Juli. Zum heutigen Schweinemarkt waren 435 Tiere ausgerrie- ben. Bezahlt wurden für 6—Lwöchige 16—18 Mk., gwöchige 20—25 Mk., 10—12wöchige 30—38 Mk., Läufer 35—45 Mk. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 24. Juli. Gesternnachmittag kurz nach 2 Uhr wurde der Landwirt Georg Stoll II., als er auf dem Acker mit Fruchtschneiden beschäftigt war, ein Opfer des schnell herausziehenden Gewitters. Er wurde durch einen Blitz st rahl getötet, während die mit ihm arbeitende Tochter betäubt und zur Seite geschleudert wurde, sich später aber wieder erholen konnte. Stoll war eine weit über unsere Stadt hinaus bekannte Persönlichkeit. - Friedberg, 23. Juli. Der heuttge Schweinemarkt war stark befahren. Hauptsächlich waren Saugferkel angetrieben, neben einigen Läufern. Austrieb: 923 Stück. Die Preise stellten sich auf 8—12 Mk. und 15—23 Mk. pro Saugferkel je nach Große, 35—45 Mk. für Läufer. Der Handel war des Geldmangels halber nur schleppend, äleberstände verblieben; Preise gedrückt. ""Ernannt touroen die Vortragenden '-träte bei der' Abteilung für Forst- und Kameralder- waltung des Ministeriums der Finanzen, der Oberforstrat Cornelius Guntram und Ober- forsttat Hermann Kutsch, beide zu Darmstadt, zu Ministerialräten bei der vorerwähnten Abteilung. fpd. Falsche Rentenmarkscheine. Seit einigen Tagen sind in Frankfurt a. M. gefälschte Rentenmarkscheine über 10 Mk. im Verkehr festgeftellt worden. Bei näherer De- ttachtung sind die Falschscheine ohne weiteres kenntlich. Sie tragen die Reihenbezeichnung D.— 00 773 755. Das Papier ist auffallend glänzend. Die Schrift ist durchscheinend. Das Wasserzeichen ist aufgedruckt. ** EisenbahnundKinderwagen. Da es häufig vorkommt, daß Kinderwagen mit in die vierte Klasse genommen werden, erläßt die Eisenbahnverwaltung folgende Anordnung: Das Mitnehmen aufgeklappler, faH.f?rt'ger Kinder- sporttoagen oder gewöhnlicher Kinderwagen in die Abteile ist verboten. Diese Gegenstände sind von den Deisenden als Gepäck auf der Gepäckabfertigung aufzugeben, im Weigerungsfälle sind die Reisenden von der Fahrt auszuschlichen und zur Anzeige zu bringen. ** Eine völlige Mondfinsternis. Als wichtigste Himmelserscheinung im Augast ist eine völlige Mondfinsternis am 14. zu verzeichnen. Sie beginnt alsbald nach Aufgang des Mondes um 1/28 älhr und erreicht il>r Ende kurz nach 1 älhr. Wenn irgend möglich, sollte sich jeder, nicht nur der Sternfreund, die Beobachtung des immerhin recht seltenen Ereignisses nicht entgehen lassen. ** Aushebung des Chiffreverbots bei Anzeigen. Die Verordnung über Zeitungsanzeigen vom 16. Dezember 1915, nach der Anzeigen über den An- und Verkauf von Gegenständen des täglichen Bedarfs in Zeitungen n cht unter Buchstaben erscheinen dursten, ist jetzt auf- aufgehoben worden. Es können also sämtlich; Anzeigen, die Angebot oder Nachstage von Gegenständen des täglichen Bedarfs betreffen, wieder als Chiffreanzeigen erscheinen. Damit ist ein wichtiger Teil der Pressefreiheit wieder hergestellt. ** Das gest rige 7. Abonnements- Konzert der Reichswehr-Kapelle auf der Liebigshöhe hatte wieder ein sehr zahlreiches, musikliebendes Publikum angezogen. Das von Obermusikmeister Löber wieder geschickt zusam- mengestellte Programm zeigte aufs neue die vielseitige Gestaltungskraft der Kapelle. 3n diesem Sinne verdient besonderes Lob — ahne damit eine mindere Anerkennung den übrigen Vortragsstücken zuteil werden zu lassen — die Wiedergabe der großen Fantasie a. d. Oper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdink. Das Konzert erhielt noch eine besondere künstlerische Ausgestaltung durch die Mitwirkung des Kammervirtuosen Lours Kümmel aus Darmstadt. Der Künstler, der mit reichem Beifall begrüßt wurde, brachte mit der Fantasie „Lucrezia Borgia" von Delpeche und den höchst wirkungsvollen Karneval-Variationen für Kornett ä Piston von Urban treffliche Proben seiner Kunst. Das Publikum spendete ihm und der Kapelle für den wiederum höchst genußreichen Abend wohlverdienten reichen Beifall. Möbl. Zimmer an Dauermieter zu vermieten 022017 Liebiattraste 72. Berlin, 24. Juli. Der Gutspächter Cölle W a r s o w bei Schwerin erhielt Droh- b r i e f e , in denen er aufgcf ordert wurde, an einer bestimmten Stelle eine Geldsumme niederzulegen. Cölle bat in Schwerin und gleichzeitig in Hage- now um polizeiliche Hilfe. Zwei Hagenower ©en- d armer ickommissare legten sich davaushrn an der bezeichneten Stelle auf die Lauer. 'Aber auch die Schweriner Polizei wollte die Verbrecher absangen. Man hielt sich gegenseitig für die erwarteten Erpresser und es entspann sich zwischen den beiden Polizeimann schäften ein F^uergefecht, in dessen Verlauf der eine bcr beiden Hagenower Kommissare durch Schüsse in den ilnterleib und in die Schulter schwerverletzt wurde. Der andere Kommissar erhielt in dem darauffolgenden Handgemenge einen Hieb mit einem Revolver auf den Kopf, der ihn besinnungslos niederstreckte. Als die beiden nunmehr unschädlich gemachten vermeintlichen Verbrecher von ihren Schweriner Kollegen festgenommen wurden, stellte sich der Irrtum heraus. 'Die erwarteten Erpresser dagegen rubineu Herrn znm 1. August zu vermiet. Bleichstrnke 15 II. Zu Hause von 6 bis 8 Ubr abends. M8BD Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Gründungsversammlung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, abends 81/» älhr im Kathol. Dereinshaus. — „Die Wanderer" (G. Radf.-Ges. 1896 ) 81/» älhr ao. Hauptversammlung. — Zusammenschluß im Versicherungsfach: Vortrag des Generalsekretärs Müller-Ber.in 81/» ütyr im Eisenbahnhotel Hopfeld. — Rundfunthaas, Löberstrahe: SVs älhr Von Wolzogen bis Dada. — Die Polizei- und Schuhhunddorführung am Sonntag, 27. Juli, beginnt wegen starker Beteiligung mit der Nasenarbeit schon um 7*/2 älhr vorm. auf dem Hinteren Trieb- gelände. Die übrigen Vorführungen sind um 2XU älhr auf dem Sportplatz des V. f. D. (Siehe heutige Anzeige.) Landkreis Gi ", :r. On. Großen-Duseck, 25. Juli. Am 26., 27. und 28. d. Mts. findet hier der '© a u » spart tag des Lahn-Dünsberg-Tur- nerbundes, verbunden mit dem 25. Stiftungsfest des Turn vereins „Gut Heil" statt. Bereits am Samstagabend trifft eine große Zahl auswärtiger Turner ein, für die bte Bewohner unseres Dorfes in entgegenkommendster Weise Quartiere bereitgestellt haben. Nach einem Fackelzug findet auf dem Festplatz Konzert des Musikvereins ©runberg und der vier hiesigen Gesangvereine statt. Auch Reigen der Turnerinnen und Turnen der Werberiege sind vorgesehen. Sonntag früh um 7 IHjr beginnt der Dreikamps in Weithochsprung, Kugelstoßen und 100- | Meter-Lauf, anschließend Austragung von Höchst- Laufjunge ober 0S1”7 jiing.HMbursche für sofort gesucht. Liebigstrake 71. Frauenklinik. Geübte Bogenanlegerin für Druckerei sofort gesucht MMD SckulttraKe 7. Empfehlungen) Fischmehl Fleischmehl Bollmehl Futterkalk empfiehlt 022014 Saat- Niemand mau-dmgu.rei.nss |Verschiedenes| Deutscher Schäferhund entlaufen. ftnrbe ornu, hört nid den Ruf Zilin. Lndwiz Hinz II. AUendor! a. d. Lahn. Ohne Hut. Als Schüler war mir einmal während der Cisenbahnfahrt die Mütze vom Kopfe geflogen, so daß ich gezwungen war, barhäuptig zur Schule zu gehen. Wie mich auf dem Wege da die Leute an gestaunt haben, gerade als ob ich von den Hottentotten Tarne! Der ganze Weg war wie ein Spießrutenlaufen: alle Blicke schienen zu fragen: Bist du denn schamlos, ohne Kopfbedeckung gehen zu wollen? Das ist fieilich gut 20 Jahre her und war damals eine Selbstverständlichkeit. Heute würde sich kein Mensch mehr darum kümmern, denn heute laufen ungezählte Männer mit vollbemostem Haupt, Rahlköpfe und Mähnenjünglinge, Backfische und Bräute, sogar Hausfiauen in bloßem Kopfe umher. Zeder hält das für durchaus in der Ordnung, höchstens die Hutmacher nicht, die in diesem Punkte etwas konservattver veranlagt smd. And das sieht doch auch prächtig aus, wenn die Sommersonne über die blonden und braunen Scheitel blitzt und ihnen zarte blitzende Filigrandiademe ins Haar legt. Es ist doch so natur- lich daß wir Licht und Luft auf den Haarboden lassen, damit er ausdünsten kann. Wie köstlich wissen sich unsere jungen Mädchen jetzt das Haar zu flechten und sich im Schmacke dieser Schönheit zu zeigen! Früher stülpten sie so ein geschmackloses Machwerk der Mode darüber, höchstens, daß man die langen Mozartzöpfe sah: heute brauchen sie den Kopf nicht mehr einzuzwängen, und schönes, reiches, gutgeflochtenes Haar kann nie unmodern werden, s<Äst in einer Zeit des Dubikopfge- schmackes nicht, von dem uns Beelzebub samt feinen warmblütigen Anhängern bald in Gnaden möge erlösen. Ich hörte neulich bei meinem Friseur, wie sich nebenan im Damensalon zwei davon über Dubikopffrisur stritten. Die eine mußte reiches langes Haar haben, denn sie sagte nur kurz und spielte damit ihren stärksten Trumpf aus: „Ich wnrde ja auch Bubikopf tragen, wenn ich müht e". Damit hatte das Gespräch fein Ende erreicht. Der kahlköpfige Friseur lachte und sagte: „Sehen Sie, ich kann nicht ohne Hut auf der Straße gehen: die Sonne scheint mir so aufs Dach, daß ich ganz verrückt werde. Ich habe nur deshalb meinen Strohhut. Sonst —!" und er machte eine lustige Handbewegung. Wenn also so ein alter Kahlkopf gegen die huttose Mode wettert, dann soll man ihn in Buhe wettern lassen. Er ärgert sich nur, daß er nicht so herumlaufen kann and immer seine „Kreissäge" oder „seine Butterblume" statt des fehlenden Lorbeers die hohe Stirn blecken lassen muß. blnd wenn er gar nicht zur Ruhe kommt, so schenke ihm doch einer eine Perücke, dann braucht er keinen Hut mehr. *. ** Der Arbeitsmarkt hat sich seit einigen Wochen auch in unserer Stadt ungünstiger gestaltet. Die schwierige Lage der In- dusttie, insbesondere der Metallindustrie, hatte Arbeiterentlassungen und Kurzarbeit zur Folge, denen auf der anderen Seite keine Möglichkeit zur Unterbringung von Arbeitskräften gegenüberstand. Das trübe Bild der Arbeitsmarktlage erfährt eine weitere Der- dunkelungdurchdieTatsache, daß für die nächste Zeit mit noch mehr Entlassungen oder weiteren Arbeitszeitverkürzungen gerechnet wird, die ebenfalls auf die bekannten Wirtschaftsund Kapitalschwierigkeiten zurückzuführen wären. Zur Zeit sind in unserer Stadt rund 120 Vollerwerbslose vorhanden. Diese Ziffer bedeutet gegenüber dem Stande von vor einigen Wochen eine nicht unerhebliche Zunahme. Drei Mensche« denn Drunntiigraben tödlich verunglückt. München, 24. Juli. Beim Graben eines Brunnens mit Hilfe von Sprengungen sind in Stambach in Oberfranken durch Pulver- giftgase 2 Brunne nbauanterneh- mer und ein Gehilfe, als sie sich ton Brunnenschacht befanden, ums Leben gekommen. Em 17jLhriger Gymnasiast als Mörder und Räuber. München, 24. Juli. (Wolff.) Der 17jaf)- rige Gymnasiast Kurt Kehler, der unter dem Verdacht stand, den Studienrat Merz aus Berlin bei Berchtesgaden ermordet und beraubt zu haben, wurde gestern abend auf dem hiesigen Hauptbahnhvf von einem Münch.ner Kriminalbeamten erkannt und fe ft genommen. Er wurde zur Pvlizeidirektion gebracht. Dort hat er ein volles Geständnis über den Mord an dem Studien rat Merz abgelegt. Danah htt er den Ermordeten kurz vor der Tat auf einem Spaziergang kennen gelernt. Am Tage der Tat sei ihm auf dem Wege zum Lastheimer Wald der Gedanke gekommen, Merz zu ermorden, um sich Geldmittel zu verschaffen. Der Täter flüchtete nach der Tat nach Nürnberg und von dort nach Regensburg. Ergänzend wird noch berichtet, daß Keßler sich 12 Tage nach dem Mv.de abermals nach Berchtesgaden begab. Er überfiel dort eine Dame aus Zwickau, schleppte sie in ein Gebüsch, verletzte sie durch Messerstiche schwer und raubte ihr die Handtasche. Enthauptung zweier Mörder. Landau, 24. Juli. (WTB.) Heute früh wurden im Landgerichtsgefängnis !Sandshut der ledige Anstreicher Hutterer aus Landshut und der Gürtler Fischer aus Gröben durch Enthauptung hin gerichtet, nachdem der Ministerrat von dem Recht der Begnadigung keinen Gebrauch gemacht hatte. Die beiden ermordeten im vorigen Jahre die Gürtlerfiau Fischer in Gröben. Kinobrand in Mexiko. — 20 Kinder getötet. Paris, 24. Juli. (WTB.) Nach einer Ha- vasmeldung aus V e r a n c r u z ist bei einem Grande in einem Kino eine Panik ausgebrochen, bei der 20 Kinder getötet und 17 verletzt worden sind. Die Plage der 3000 Löwen. Leute, die aus dem Witdschah-Gebiet von Sabie in Südafrika nach Kapstadt zurückgekehrt sind, berichten von einer furchtbaren Löwenptage, die in der älmgegend dieses Gebietes ausgebrochen ist. Cs gibt hier mehr als 3003 Löwen, Idir weithin herumstveifen und das Vieh der ringsherum wohnenden Gutsbesitzer rauben. Jede 2lacht brechen die Löwen in die Ställe und dre >Herden ein, denn sie sind so wohlgenährt und träge, daß sie die Mühen der Jagd auf wilde Treue verschmähen uird es vorziehen, sich auf bequemere Weise ihre Nahrung durch Raab der Haustiere zu ver-schaffen. Die also Geplagten fordern, daß die Regierung 200 Jäger ausschickt, die dre Löwen abschießen. Lste sich allzu weit über die Grenzen des Schutzgebietes hinauswagen. Amerikanische Preise für deutsche Briefmarken. Daß das Interesse für alte deutsche Brief» marken in den Vereinigten Staaten wieder erwacht ist, zeigte die Auttion des verstorbenen Dr. Alfred Schirmer aus Chicago, über die rm „Cicerone" berichtet wird. Für dre erste sächsische 3-Pfennig-Marke in Rot aus dem Jahre 1850 wurden 73 Dollar gezahlt, für eine Zweigroschenmarke auf Kuvert, Hannover 1859 123/4 Dollar. 20V2 Dollar für eine Zehngroschenmarke auf Kuvert Hannover 1859, 27VoDollar für eine Hz-Groschenmarke Oldenburg 1861, 22^ Dollar für ein paar 21/2W und eine 2°Schillrngmarke Lübeck 1859. Das Skelett König Richards III. Ein Skelett ist in Leicester ausgegraben worden, von dem man annimmt, daß es das des englischen Königs Richard III. ift, der in der Schlacht von Bosworth am 22. August 1485 erschlagen wurde und durch Shakespeares Drama unsterblich geworden ist. Richard, der die Nacht vor der Schlacht in einem Gasthof in Lercester schlief, wurde nach dem für ihn so unglückliche Treffen dorthin zurückgebracht, und zwar war der Leichnam auf einem Pferd festgebunden. Die Beerdigung fand ohne jede Feierlichkert statt. Das einzige Andenken an fein Grab rst ein Stein in seinem Gebäude ber Dow Bridge, auf dem angegeben ist, sein Grab sei nahe dabei. In der Nähe dieses Gedenksteins ist nun das Skelett ausgegraben worden und hat im Lokalmuseum Leicester Llasflellung gefunden._________ Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gvrrenz. das bürgerlich nut kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, sucht Stellung. Schrtstl. Angebote unter 022006 an den Gieß. An», erbeten. f Verkäufe | Gebrauchtes Damen- und tzerlklWrrnS zu verkaufen ono11 Gr. Steinwea 14. MUWDWsMMW WK mWis 7AWsl Tuchhandlung, Moltkestraße 22, erster Stock Ur Fernsprecher 1669 . 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Die übrigen Hebungen beginnen nachmittags 2^ Uhr auf dem Trieb-Sportplatz des V. f. B. 5882v Berkauf sämtlicher Radioerfahteile zum Selbstbauen von Empfangsapparaten bei billigster Berechnung. Ausführung kompletter Radioanlagen gegen monatliche Teilzahlungen. Vorführungen,Beratungen undUeber» Prüfung selbst gebauter Apparate bereitwilligst und kostenlos. OberhefsifcheLlektrizitäts- Gesellschast m. b. h. Plocksttahe 2 5569V Telephon 172 5pezial- Motoren-lVerkstatte Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründet 1876. Mattatzen MK. 25.- usw. Besichtigen Sie meine Schaufenster, Kostenlose Auskunft und Bestchttgung in meinen Ausstellungsräumen. MdeWsZ-M« Inhaber: A. Brumllk, Giehen Vahnhofftrahe 29. 5893c ■ MMWWMWW ■■■■Üi hl Kränze t Schleier -wasche 6 Seide im 2818 D Modehaus Salomon Gießen, Sehulstr. MWelMWellMMg. e. G. m. b. H. Sonntag, den 3. August 1924, vormittags 9 Uhr, findet im Saale des Gewerkschaftshauses eine autzerordentliche Vertreter-Versammlung Das große M-u. Wollet in Marburg veranstaltet vom Rett- und Fahrverein von Marburg und Umgegend findet am Samstag, 26., und Sonntag, 27. Juli aus dem Stadion statt. Gau-Sporttag des Lahn-Dünsberg-Turnerbundes und 25. Stiftungsfest des Turnvereins „Gut Heil" zulSrohen-Buseckam26.,27.,28.Juli Sonntag: Beginn des Dreikampfes 7 Uhr früh, anschließend Sonderkämpfe. Um 1 Uhr Festzug. ---------- Montag: Iugendsest! == Drei Tanzböden. Gute Speisen und Getränke. Es ladet freundlichst ein 021998 Turnverein „Gut Heil" MMWWW getteinteilung: Samstag 2 Uhr nachmittags Versammlung sämtlicher Pferde -------- und Fahrzeuge, soweit bereits elngettoffen, auf dem Kämpfrasen, anschließend Umzug durch Kasernensttaße, UniversttSlssttatze, Weidenhausen nach dem Stadion; 3 Uhr ab Vorprüfung. Sonntag 2 Uhr nachmittags ab Vorführungen auf dem Stadion und Beginn des Turniers Materialprüfung für Reitpferde Eignungsprüfung für Reitpferde (Klaffe B) Dressurprüfung für Reitpferde Vorführung einer Fahrschule Drefiurprüfung für Reitpferde (Leichte Klafie) Marburger Jagdspringen Ermunterungsiagdspringen Eignungsprüfung für Wagenpferde (Klasse B) Damenjagdspringen Gewandtheitsprüfung Gehorfamsspringen Landwirtschaftliches Trabreiten. Es liegen bisher schon 184 Meldungen vor, und zwar aus den Städten Frankfurt, Hannover, Hamburg, Crefeld, Fulda, Giehen, Friedberg, Eassel usw. Zriseur Schäfer Ludrviastrahe 64. ÄWiinW Mein. Sonntag. 27.Juli, nachm. 4 Ubr, findet inunseremVereins- anwesen unser Mmm statt. Wir ersuchen um allseitige Beteiligung. 021964 Der Vorstand. Zusammenschluß aller Kollegen im Dersicherungsfach zu einem Vorträge über „Wiederaufbau und Ziele" werden alle Kollegen auf Freltag, den 25. Juli, abends 8'/, Ubr rnsEisenbabn- Hotel Hopseld eingeladen. Iokoot Ref.: Gen. SekretÄrMüller,Berlin Ortsgruppe Giehen. Bekanntmachung. Beim Städtischen Bolkskindergarten zu Giehen ist die Stelle einer geprüften Kindergärtnerin baldmöglichst zu besehen. Die Anstellung erfolgt auf Grund Privatdienstverttags. Bewerbungen sind schriftlich unter Beifügung eines Lebenslaufs und von Zeugnisabschriften sowie Angabe der Gehaltsansprüche bis zum 10. August 1924 bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt ein- zureichen. 5881 b Giehen, den 22. Juli 1924. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt) llonkurrversahren. Ueber das Vermögen der Motor- und Fahrzeugfabrik, Aktten-Gesellschast in Giehen wird heute am 24. Juli 1924, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Giehen, Walltorftrahe, wird zum Konkurs, vermalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 14. August 1924 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschluh- fassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubiger- ausschuffes und einttetenden Falls über die in 8 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag, den 25. August 1924, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Berichte, Zimmer Nr. 101, Termin anberaumt. Men Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen für welche sie aus der Sache abge- sondette Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 14. August 1924 Anzeige zu machen. 58958 Hessisches Amtsgericht in Giehen. , Ziegen- und Bock-Mark in Hungen verbunden mit einer Ziegenschau und Prämiierung am Montag, 4. August. Zugelaffen sind nur Tiere, welche in die Zuchtbücher des Kreisziegenzucht. Vereins Giehen eingetragen sind. Es ist hier günstige Gelegenheit zum Ankauf von Zuchtmaterial geboten. Ganz besonders bietet sich hier den Gemeinden Gelegenheit, ihren Bedarf an Zuchtböcken zu decken. 58858 Kreisziegenzuchtverein Giehen. Fenchel. Hess. Bürgermeisterei Hungen. Fendt. Ur. 175 Swettes Blatt Frankreichs Vorherrschaft an der Saar Don Dr. Ernst Schröder. Wer nicht aus gewichtigen Gründen die schwarzweihblauen Gestade an der Saar aufsuchen muffe, halte sich lieber nach wie vor tn respektvoller Entfernung. Seitdem die Völker- bundskommission das Szepter der Regierung schwingt und ihr dabei die importierten Fran- Mosen die nötigen Hilfsdienste leisten — selbstverständlich nur aus reinem Altruismus >md Hingebung für die Interessen und die Wohlfahrt der Bevölkerung — haben sich die Verhältnisse gegen früher von Grund auf geändert. Zwar sieht man heute nicht mehr soviel französisches Militär aller Gattungen und Schattierungen, wie es anfangs der Besetzung und in den ihr folgenden Jähren der Fall war. Jedoch sorgen Vie nach und nach eingewanderten Franzosen nach Kräften dafür, daß das urdeutsche Land einen sich ständig steigernden französischen^ Abstrich erhält. Die blauweihrote Fassade wird schamhaft, aber nur schwer verhüllt durch die von der Saarvegierung verordneten schwarzweiß- blauen Oandesfarben. äleberhaupt ist es sehr eigentümlich, wie die Regierungskommission, der die Ausübung der Regierungsgewalt im Saargebiet auf 15 Jahre, laut Fri^ensvertrag, durch den Völkerbund übertragen worden ist, mit ihren Rechten und Pflichten umspringt. Parallel miteinander gehen seit chrem Amtsantritt die Bestrebungen, nach innen wie nach außen hin durch intensive Arbeit und rücksichtsloses Vorgehen eine höchstmögliche Stufe vollendeter Französierung zu Erreichen. Was in der inneren Verwaltung auf diesem Gebiet geleistet worden ist, war eben nur dadurch möglich, daß der französische Ein- slliß an der Saar und unter dem Völkerbundsregime in den letzten Jahren geradezu vorherrschend geworden war. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß die maßgebenden Stellen in der Zentralverwaltung fast durch die Dank in den Händen von Franzosen sind. Das Ressort des Innern hat der Präsident der Regierungskommission, der französische Staatsrat Dictor Ra ult, selbst inne. Ihm zur Seite stehen in erster Linie der Generalsekretär Morize sowie sein Landsmann V i g i e r, ein überaus junger Mensch, der ebenso wie seine Stammes genossen von den Steuergroschen der deutschen Saarbevölkerung lebt und sie dafür In mannigfacher Weise schikaniert. Die Handhabung der Polizeigewalt liegt in den Händen des Franzosen Adler, dem immerhin der Ruf eines einigermaßen sachlichen Mannes vorausgeht. Der böse Geist in der obersten Polizeiverwaltung ist aber der R e u - franz ose Rollin, der während des Krieges noch als deutscher Po st sek re tär in Köln fungierte und jetzt seine Liebe und Treue aur möre-patrie dadurch zum Ausdruck bringt, Daß er seinen sranzöfischen Auftraggebern und Brüdern dabei behilflich ist, Revanche an den verhaken Boches zu nehmen. Was ihn jedoch nicht hindert, sich von den bösen Deutschen anständig bezahlen zu lassen. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß die infolge ihrer elsah- lotpringischen Heimatszugehörigkeit zu Franzosen gewordenen Existenzen sich in der Regel deutschfeindlicher und hinterlistiger gebärden als die aus dem Innern der „großen Republik" kommenden, die das Saargebiet mit ihrer Anwesenheit beehren. Da ist Herr Hauviller, einst tm Hauptquartier des Kaisers be- fchäftigt und Lobredner auf die Vorzüge Kaiser Wilhelms II., wozu er eigens als Metzer Archivrat eine Broschüre verfaßte, jetzt Pressechef der Saarregierung. Als würdiges Gegenstück zu ihm der Direktor in der Abteilung des Innern, Heimburger, von dem ebenfalls behauptet wird, er sei während des Krieges im Großen Hauptquartier tätig gewesen. Ein werteres Amtszimmer in der Regierungskommrssion schmückt ein Regierungsrat Monsieur Keßler: in einer der östlichen preußischen Provinzen beheimatet, seit geraumer Zeit naturalisiert und nach allen Regeln der Kunst bestrebt, sein Renegatentum an den Mann zu bringen und urftanzösisch auf- wutreten. Erwähnung „verdient" noch in dieser Beziehung ein ehemaliger preußischer Hauptmann Z i x und der zurzeit des Kaiserreiches in Forbach in Lothringen tätig gewesene und jetzt tm Generalsekretariat Dienst tuende Bürgermeister Stieb, der nut seiner Familie zum Fran- zosenium übertrat. Weitere Exemplare dieser Sorte finden sich auch beim Obersten Gerichtshof des Saargebietes. Es sei hier nur der Rame Leminery testgehalten, der sich als preußi - s che r Richter während des Krieges als einer Die Stadt unterm Grafenstem. 600 Jahre Grebenstein im Hessenlande. Die Stadt Greben st ein liegt an der Esse, einem Wässerchen, das in der weiten Welt so unbekannt ist wie die Stadt, die in den ersten Tagen des August ihr sechshunderjähriges Bestehn als Stadt feiert, älnd doch. wer. einmal auf der westfälischen Strecke fuhr, die das Rheinland mit Mitteldeutschland verbindet, sah gebannt auf das zwischen Warburg und Kassel vor- Überhuschende Urbild einer mittelalterlichen Stadt mit einem Dutzend fester Rundtürme und wohlerhaltener Ringmauern, mit Häusch.n, dicht an die Mauer gelehnt, und darüber aus hohem Berg eine stolze Burg. Ihre Dächer sind verfallen, fein Bergfried mehr, doch die Mauern trotzen. Die Zigarrenkiste wird im Volksmunde dieser Vrafenstein genannt, nach der die Stadt ihren Namen führt' Grebenstein! Ein fürstlicher Sih war diese Burg. Roch sind wunderbar gemeißelte Fensterkreuze da, Ballone und Dogen, in denen in stiller Stunde die Burgfrau sah. Die älteste Burg, die im 12. Jahrhundert entstand, hat keine Spuren zurückgelassen. Nichts ist von ihr bekannt, es sei denn, dah eine kreiße Frau umgeht, eine Durgdame, deren Gemahl erschlagen wurde. Ihr Sehnen nach dem Gefallenen raubt ihr die Grabesruh. Jetzt spukt sie wieder in einem Fest spiel, das ein geborener Grebensteiner, Studienassessor H. Röser in Kassel, schrieb, das von über hundert Bürgerinnen und Bürgern in den Tagen des Stadtjubiläums auf- geführt wird. Eine gewaltige Feier wird's, obgleich die Stadt noch unter den Folgen großer Schlammüberschwemmung leidet, die im Mai ein Woüenhruch in die Straßen und Gärten trieb. Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdrrheffen) zreltag, 25. Juli (92< der wilde st en Annektion ist en aufspielte, nach dem Einzug der Franzosen- sich langsam zu ihrem Foeun^ durchmauserte, seinen Landsleuten mehrmalig in den Rücken fiel und schließlich ganz auf die schiefe Ebene des Abtrünnigen geriet. Unter diese Rubrik fallen noch eine weitere Anzahl unzuverlässiger Elemente, die dem deutschen Saargebiet nur Schaden zufügen und die Arbeit der deutschen Männer sabotieren, die in reiner Uneigennützigkeit, stets die Wohlfahrt der Devölterung im Auge, durch das Schwergewicht des Ansehens ihrer Person und die zwingende Kraft ihrer Arbeit versuchen, das Los der Einheimischen nach Lage der Dinge bis zu einem gewissen Grade wenigstens erträglich zu gestalten. Insgesamt sind ungefähr zwei Drittel aller oberen Beamten der Zentralverwaltung französischer Staatsangehörigkeit. 1 Die im Frühjahr in Genf siattgefundene Neuwahl der Mitglieder der saarländischen Regierungskommission durch den Dölterbundsrat ließ die Hoffnung der Bevölkerung auf eine Besserung der Verhältnisse wieder von neuem Blüten treiben. Bestärkt wurde sie in ihrem Glauben durch die Tatsache, daß das nur mit dem Rechte der Begutachtung ausgestattete saarländische Schein- panameni nach Den Neuwahlen und dem Ausscheiden des bisherigen Präsidenten, der. obwohl nicht Mitglied des Hauses, dyn Abgeordneten von der Regierung aufgezwungen worden war, einen Mann aus den eigenen Reihen, den Zentrumsabgeordneten Scheuer zum Vorsitzenden bekam. Allerdings durfte auch der neue Präsident nicht vom Landesrat gewählt werden. Seine Ernennung erfolgte ebxnfal^ wieder durch eine Regierungsverordnung. Immerhin ist damit ein kleiner Fortschritt festzustellen. Hauptaufgabe des Parlaments wird es aber nach wie vor sein, mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, daß der westliche Beamtenapparat, der ohnedies durch die Vorschiebung der französischen Zollgrenze an die saarländischen Grenzpfähle nach dem besetzten Gebiet eine weitere Verstärkung erfahren wird, wenigstens in der inneren Verwaltung auf ein Minimum reduziert wird. Es wäre nur zu wünschen, daß denVölker- bund endlich einmal auf die vielfachen Denkschriften der saarländischen Parteien reagiert. Da- durch würde ja ihm selbst wie den hohen ^Idealen des Friedens und der Versöhnung, der dem Gedanken der Liga der Nationen eigentlich rnne- wohnt, der größte Dienst erwiesen. Man halte sich immer vor Augen: Bisher waren es nicht die Männer des Völkerbundes, die die Ausführungsbestimmungen des Saarstatuts des Frie- densvertrages an Ort und Stelle in die Tat umzusetzen bestrebt waren. Im Gegenteil, die deutschen Parteien des Saargebietes waren es, die über Sinn und Buchstaben des Vertrages wachten, indem sie immer und immer wieder in Genf vorstellig wurden, damit von dort aus die Sendlinge an der Saar, die stets nur die >Geschäfte Frankreichs besorgten an ihre Pflichten erinnert wurden. Indem so die Saarbevölterung die Autorität des Völkerbundes stutzte, hat sie gleichzeitig den Beweis einer ehrlichen Mitarbeit erbracht. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, schließlich doch einmal zu einer beiden Teilen, Regie- rungskommission wie Bevölkerung, genügenden Basis einer Zusammenarbeit im Interesse der Wohlfahrt des Landes zu kommen, wenn auch jetzt noch Präsident Rault die letzten Anstrengungen macht, für die Franzosen herauszuhvlen, was herauszuhvlen ist. Es sind doch nur die letzten Auswüchse einer verfehlten Politik, die dem deutschen Volkstum an der Saar Schaden äi- fügen, ja sogar es vernichten sollte, die aber in letzter Linie auch jede sachliche Mitarbeit zum Nutzen des Ganzen in der Bevölkerung erstickte und so den französischen Belangen nur Abbruch lat. Denn das Ziel, das die F.aazosen sich gesetzt hatten, ist unerreicht geblieben, trotz aller Drangsalierungen und Schikanen, trotz aller anlideutschen Regierungsverordnungen: die deutsche Saar ist und bleibt deutsch. Die Bevölkerung läßt sich in der Betätigung ihres nationalen Willens nicht hindern, auch nicht vor» schreiben, wohin sie sich wenden soll, wenn ihrem Recht bei der Regierungskommission nicht Genüge geschieht. Das Grab in der Fremdenlegion. Die Werbungen für die französische Fremdenlegion haben leiber noch immer in unserem Laute Erfolg. Die Werber sind, solange sie sich in Gebieten mit unbeschränkter deutscher Pvlizeihoheit aufhalten, derart zurückhaltend and vorsichtig, daß der Polizei fast niemals ein Zugriff gelingt. Meist werden junge Leute mit dem Versprechen, ihren Wenn dennoch die Stadtfeier vor sich geht, so wird damit der Dürgersinn bekundet, der furchtbare Fehden und entsetzlichste Greuel im Dreißigjährigen Krieg überdauert, in dem die Kxoaten wiederholt mordeten und brandschatzten, in dem in einer Nacht auf 200 Häusern der rote Hahn sah und nichts als Asche, Trümmer und hohle Mauern blieben. __ Es sind viel romantische Winkel m der bergigen Stadt. Da ist ein Hochzeitsweg und bezeichnenderweise gleich daneben eine Straße, die den Namen „Hölte" führt. Durch Wasserdurchlässe, die Musterbeispiele alter Defestigungskunst, rauscht die Esse. Im Iungfernturm soll eine eiserne Jungfrau gestanden haben. Nach anderer Lesart im „Dreimännchen", einer ilpibitbung von Drehmännchen, einem Drehtor, dessen düsterer Raum Stadtgefängnis und Folterkammer war. Mancher ist durch eine Oeffnung im Steinboden in das Wasser gelassen worden. Dann fand man irgendwo seinen Leichnam. Ein kleines Abbild vom Londoner Tower l Vom Jahre 1324 weih man, dah die Stadt Rechte als solche besah, vom Landgraf zu Hessen, dessen Hauptstadt Kassel sie schirmte, verliehen. Daher die Feier. Doch die Siedlung am Fuhe des Grebensteins ist bedeutend älter._ Es war ein bevorzugter Platz, aber auch ein gefährdeter. Die schon kurz erwähnte Chronik bezeugt es: sie ist mit Blut geschrieben! Aus der wehrhaften Feste wurde ein stilles Landstädtchen, in dem der Handwerker neben dem Landwirt wohnt. Nur die Mauern und ihre Türme erinnern an eine bewegte Vergangenheit. In ihnen und oben in der Burg muh die blaue Blume der Romantik blühen, der Sage nach von der weiten Frau bewahrt. Diese Blume wird jetzt emporgehoben, aller Welt sichtbar. Blickt hin zum Rothenburg des Hessenlandes l RuLiolf HvhnemKNkk gut bezahlte Arbeit zu verschaffen, oder mit sonstigen auf die Psyche junger Männer sehr wirksamen anderen Versprechungen zu einer Fahrt ins besetzte Gebiet oder an die Grenze des.besetzten Gebiets gelockt und dann mit Zuhilfenahme von Alkohol rasch ihrem Schicksal in die Hände gespielt. Biswellen gehen auch junge Deutsche aus Zuneigung zum Soldatenberuf, den sie in Deutschland wegen der Heeresbeschränkung nicht ergreifen können, fieiwillig hin, um sich für die Fremdenlegion verpflichten zu lassen. Neuerdings liegt ein derartiger Fall vor, wo ein junger Badenser in die Fremdenlegion eilige treten und dann nach kurzer Zeit unter dem mörderischen Klima und der rücksichtslosen Brutalität des Dienstes gerade in der Fremdenlegion zugrunde gegangen ist. Die Eltern hoben auf eine Anfrage von deutscher Regierungsstelte geantwortet, dah ihr Sohn mit ßetb und Seele Soldat war und dah er, nachdem es ihm unmöglich war, wieder bei einem Truppenteil unterzulommen, vermutlich durch die Lockungen von Werbern zum Eintritt in die Fremdenlegion veranlaßt worden ist. Nach einjähriger Dienstzeit sei er schon gestorben, woran und auf welche Weise, darüber ist den Eltern nie möglich gewesen, eine Auskunft zu erhalten. Die Gefahren des Dienstes bei der Fremdenlegion werden allein schon genügend erkennbar daraus, dah nicht einmal die Eltern auf ihre An- fiaae über die näheren älmstände heim Tode ihres Sohnes benachrichtigt worden sind. Es kann nach allen Erfahrungen nicht dringend und nicht oft genug vor der Fremdenlegion gewarnt werden. Turnen, Sport und Spiel. Prüfung von Schutz-und Polizeihunden Am Sonntag fand auf dem Trieb bei bestem Wetter die zweite interne Prüfung des Schuh- und Polizeihund-Sportvereins Gießen 1922 statt. Als Richter fungierte Kriminalwachtmeister Jäger aus Darmstadt. Don 22 gemeldeten Hunden 'waren 19 zur Stelle, und zwar 10 Rüden und 9 Hündinnen. Die Leistungen können durchweg als sehr gut bezeichnet werden, insbesondere, da viele Iunghunde gemeldet waren. Vor allen Dingen war die Spuren- und Stöbevarbe't fast von allen Hunden eine ganz vorzügliche. Die Gehorsamsübungen und das Arbeiten am Verbrecher zeigten ebenso gute Resultate. Die Bewertung gestaltete sich folgendermaßen: 1. Preis und Diplom: „Rolf" (Wagner) P. H., 207 Punkte „Vorzüglich"; Besitzer Hans P. Pete r s en - Gießen. 2. Preis und Diplom: „Dona von Vogelsberg", 175 Punkte „Sehr gut“; Besitzer Heinz Gonder- Gießen. 3. Preis: „Rolf", 167 Punkte, „Sehr gut“; Des. O. Deibel- Gießen. 4. Preis: „Arkus von Haina", 159 Punkte, „Sehr gut“; Bes. H. P. Petersen, Führer W. Launspach - Gießen. 5. Preis: „Wolti von Bvachenfels", 149 P., „Sehr gut“; Bes. Dir. Stolte-Gießen, Führer H e i l m a n n - Gießen. 6. Preis: „Otto von Eschatzial", 144 P., „Gut“; Bes. I. Fricke- Butzbach. 7. Preis: „Alice v. d. Munterleh“, 123 P., „Gut“: Bes. K. Steinhäuser -Butzbach. 8. Preis: „Afva Seibel", 121 P., „Gut"; Des. A. Sänger - Gießen. 9. Preis: „Dolf v. Haina“, 107 P., „Gut"; Des. H. Paul- Butzbach. 10. Preis: „Bianka v. Hefsenstolz“, 104 P., „Gut"; Bes. Frau Ian z-Gießen. 11. Preis: „Don v. Gleiberg", 103 P., „Gut", Des. Wilh. B i e r a u - Wieseck. 12. Preis: „Eitel v. Vogelsberg“, 88 P.; Des. Wachtmeister P a h i a n - Gießen. 13. Preis: „Harro", 78 P.; Bes. Frau Baldauf - Gießen. 14. Preis: „ Frika v. Vogelsberg“, 73 P.; Des. Herr Herzberger - Queckbom. 15. Preis: „Birke v. d. Lahnlust“, 70 P.; Bes. H. Kelter- Gießen. 16. Preis: „Arco v. d. Liddhbuvg", 62 P.; Des. Heinrich Kujat- Butzbach. 17. Preis: „Zilla", 57 P.; Des. K. Schmidt- Launsbach. 18. Preis: „Curt v. Buseckertal“, 52 P.; Des. Felds chüh 'Bogel’ Wieseck. 19. Preis: „Clara v. Buseckertal“, 49 P.; Des. 211fr. Hahn- Großen-Buseck. Führerpreise erhielten: 1. Hans P. Pet er- sen-Gießen, 2. Hotelier Fricke-Butzbach, 3. O. Deibel- Gießen. Don den gerichteten 19 Hunden erhielten durch die Bewertung „Dorzüglich", „Sehr gut“ und „Gut" 11 Hunde das Schutzhundzeichen, ge- IdyMsches aus Persien. Die Nachricht, daß der amerikanische Konsul in Teheran, Major Imbrio, von der Menge ermordet worden ist, weil sie in dem Photographieren eines heiligen Ortes eine Gotteslästerung erblickte, hat toieber einmal die Aufmerksamkeit auf dieses älteste Königreich gelenkt, in dem man kürzlich, allerdings ohne Erfolg, die Republik einzufiihren versuchte. Man hört aus Persien nur von solchen plötzlichen Ausbrüchen der Volks- leidenschaft, die durch die einheimischen Zeitungen genährt werden. Qlber im allgemeinen geht es in diesem Lande sehr gemütlich zu, und das alltägliche Leben vollzieht sich in einer Reihe seltsamer Idyllen, von denen der Teheraner Berichterstatter der „Times" erzählt. Die oberen Klassen in Persien zeichnen sich durch eine geradezu erstaunliche Faulheit aus, und auch die Beamten arbeiten höchstens drei Stunden. Sie kommen erst kurz vor Mittag aufs Bureau, entfernen sich dann sofort wieder zu einem längeren Frühstück, dem eine kleine Siesta folgt, und um 4 älhr werden schon die Aemter geschlossen. Die ivenigen Stunden, die sie im Amte verbringen, werden mit Teetrinken ausgefüllt, denn jeder Besucher muß mit einer Erfrischung ausgenommen werden. 2tm Freitag sind alle Bureaus geschlossen, und außerdem gibt es unzählige religiöse und nationale Feiertage. Die unteren Klassen bekümmern sich nicht um Politik, und der Mittelstand, der aus den Kaufleuten besteht, ist von seinen Privatgeschäf- t e n ganz in Anspruch genommen. Das Hauptleben in Teheran vollzieht sich auf dem Lalazak, wo die größten Läden liegen und sich die Redaktion' der führenden Zeitungen befinden. Die 3citmHjt wird, desto eher werden die überflüssigen Existenzen verschwinden. Schließlich bleibt zur Erklärung der über Friedens höhe liegenden Preise noch der älmstand zu erwähnen, dah viele Käufer sich noch nicht an Heine Zahlen gewöhnen können, und dah sie der Ansicht sind, die Warenpreise mühten unbedingt über Friedensh'-he liegen. Etwas mehr Nachdenken und Selbstdisziplin wird zweifellos viel zu einem stärkeren Tempo deS Preisabbaues, wo es nötig ist, bei trugen. Erscheint so einerseits m manchen Fällen eine weitere Preisverbilligung sehr wohl möglich (sofern allerdings nicht Lohnforderungen, Arbeitszeitverkürzungen, neue Steuern usw. Rückschläge bringen), so gibt eä anderseits aber auch schon Fälle, in denen der Preisabbau den Rahmen des volkswirtschaftlich Gesunden bereits überschritten zu haben scheint. Ein organischer Preisabbau ist notwendig zur 2lufiechterhaltang unserer Konkurrenzfähigkeit und zur Hebung der Konsumkraft der breiten Volksmasse. Wo er aber den Charakter eines zwangsmäßigen, überstürzten Abbaues angenommen Hatz find Bedenken am Platze. Das gilt besonders für die sog. „Zwangsveickäufe“, die dem Zwange entsprungen sind, um jeden Preis auch mit Verlust! den Ministern und Gouverneuren ober den einzelnen Parteien unterstützt und bringen alles, was man von ihnen gegen Bezahlung verlangt. Nur in den seltensten Fällen entschlieht sich ber Premierminister, das Erscheinen eines Blattes zu verbieten. Dabei sind diese Blätter, die Namen führen wie „Der Donner", „Der Sturm“, „Der Stern von Perfien“, „Der Frühling", „Die Wahrheit", vielfach sehr gut geschrieben und enthalten philosophische Aufsätze sowie schone Dichtungen. Einer der bedeutendsten Redakteure ist em berühmter Dichter. Dah das Geld eine so große Rolle spielt, gilt für selbstverständlich, beim in Persien herrscht bas Sprichwort: „Geld ist alles". Eine viel erzählte Geschichte gibt einen Begriff von der allgemeinen „Moral". Ein Missionar fragte seinen Diener, wieviel er ihm monatlich au fier seinem Lohn geben müsse, damit er nicht stehle. „6 Tumans" (16 Sh.), antwortete der Diener Husain. Der Missionar versprach ihm die Summe, und Husain ging auch darauf ein. Drei Monate verstrichen, aber als am Ende des vierten der Zahltag herankam, warf sich der Diener vor seinem Herrn nieder und rief: „Ich kann es nicht länger tun, Herr!" „Ist die Versuchung, zu stehlen, in dir so groh, dah du wirllich nicht widerstehen kannst?" fragte der Missionar. Aber er war überrascht, als ihm Husain den wirklichen Grund mitteilte. Was er nicht länger ertragen konnte, war, dah jedesmal, wenn er in den Basar kam, seine Freunde mit Fingern auf ihn zeigten und riefen: „Seht, seht! Da kommt der einzige ehrliche Mann in Persien." Die Frauenemaustpalion ist in Persien noch sehr wenig fortgeschritten. Die Dame des Hauses ba rf keine männlichen Besucher sehen, wenn es nicht ganz nahe Verwandte, sind. Sonst spielt die Gastfreundschaft eine sehr große Rolle, und beim Sorbettrinken und Zigarettenrauchen verbringen die persischen Herren lanae Stunden tn würdevollem Gespräch, Sr.M S,b5««sla' L'E, rs8 13, 8 21,45 159,80 18,07. 55,8" 5.9! 1,80 111,17 77,91 55,36 12,42 6,00 7,62 9,75 46,50 47,90 7^5 10,62 4.75 7,60 24,75 20,12 33 1,80 20,40 4,40 1,50 8,375 2,60 7,25 12,75 1,1 9,50 12 9,9 5,95 10,50 12,9 7,95 11 7 30 40 1,20 2,05 1,98 8,28 0,45 0,7 12,6 1,1 2,25 4 7,76 2,7 2,37 4,21 19,15 67,92 18.485 21,65 180,60 18,175 56,14 5,96 1.82 111,73 78,24 5 5,64 12,48 5,02 pur De schaffung von Betriebsmitteln sich Gell) zu verschaffen. Preise, die unter die Gestehungskosten heruntergehen, sind kein erfreuliches Zeichen, sondern im Gegenteil Anzeichen begümenber Zusammenbrüche, die mit Kapital- und Substanzverschleuderung anfang^n und mit dem Bankrott Endigen.' Das Ixfte Beispiel bietet dafür die Landwirtschaft, die vielleicht im nächsten Erntejahr nicht mehr zur Ernährung der städtischen Bevölkerung imstande ist. Schon aus diesem euren Beispiel ergibt sich, daß der Verbraucher an dieser Art Preisabbau kein Interesse hat. Gehen diese Dinge weiter, so muß bald der Zeitpunkt ein treten, mi dem eine Erzeugung heutigen Umfanget wegen des mit der Preisschleuderei verbundenen Kapitalverlustes nicht mehr möglich ist, vielmehr der Umfang der Betriebsstätten der Verminderung des Kapitals angepaßt werden muß. Wir hätten dann zwar billige Preise: von ihnen könnte der größte Teil der Bevölkerung wegen Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit aber keinen Gebrauch machen. lvevisenmaru Berlin—Fr mrkftrrt a. M. (9n Billionen Mark auSgedrückt. Buenor-Vtre-, London. Nea, York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein betten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 24. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Es wurden notiert: Wetter- auer Weizen 19,50 bis 20,25, Roggen, inländ. 17,25 bis 17,75, Sommergerste für ‘SrauAtoecfe 17,75 bis 18,25, Hafer, inländ. 17 bis 18, MaiS, gelb 17,25 bis 17,75, Weizenmehl, inländ. Spezial 0, 31 bis 32, Roggenmehl 25.25 bis 26, Weizen- und Roggenkleie 10 bis 10,50. Tendenz' Fest. Berliner Börse. Berlin, 24. Juli (Drahtbericht des »Gieß. Anz.".) Die Berliner Börse eröffnete heute wieder in ziemlich lebhafter Haltung Allerdings erreichten die Llmsätze keinen größeren Umfang, als gestern. Da nach den neuen Meldungen aus London die Verhandlungen gestern keine rechten Fortschritte mehr gemacht haben, hält die Spekulation es für angebracht, gegen Wochenende leine allzu großen Enoaiements einzugehen Sie beobachtete mit besonderer Aufmerksamkeit diejenigen Märkte, an denen sie Auslandkäufe vermutet. Als Pvipiere, die außerordentlich hierfür in Betracht kommen, werden Reichsbankanteile und A. E. G. genannt. Am Markt der KriegSanleih?, die bei Dörsenbeginn mit 305 stand, setzte eine neue Bewegung ein. Die Jndustriekrise wird mit ernster Sorge verfolgt. Der Geldmarkt bleibt unverändert. 3m Devisenverkehr macht sich eine lebhaftere Nachfrage nach dem englischen Pfund bemerkbar. Fran;ösischc Rote« ...... Holländisch? Noten..... lienische Noten ' Norwegische Noten...... Dentsch-Oesterr, ä ioo Kronen Rumänische Noten . ... schwedische Noten...... Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Berliner Produktenbörse. Derlin 24. Juli. Am Produttenm irtt trat bei ruhigem Geschäft eine kleine Befestigung ein, besonders für Weizen, während die Heraufsetzung des Roggenpreises nur bescheiden wir. Weizen märt. 176—183, Roggen, mark. 129—136, Gerste märt. 155—165, Gerste, neue 147—154, Hiser märt. 140—145, Weizenmehl 24—27,50, Roggenmehl 20,25—22,75, Weizenkleie 10 Roggenkleie 9 80—10, Rips 270—280, Leinsaat 350—360 DMorirerbsen 21—22, kleine Erbsen 14,50—15,50 Futtererbsen 14,50, Peluschken 14, Ackerbohnen 14—15, Wicken 15—16, Lupinen, blau 9,20—10, gelb 16,50—18, Rapskuchen 10,50—10,60 Leinkuchen 19—20, Trvckenschnitzel 8,90—10, Kartoffelflocken 21—22. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. Frankfurt a. M, 24. Juli. (Drahtbericht des »Gieß. Anz.".) Austrieb: Rinder 8 Stück, darunter 2 Ochsen, 5 Kühe, 1 Fresser: Kälber 987^ Schüfe 228. Schweine 615. Kä l be r: feinste Mastkälber 50—56, mittlere Mast- und beste Saugkälber 42—49, geringere Mast» und gute Saugkälber 35—41. Schafe: Weidemastschafe 33—40, Mastlämmer u. Masthämmel 25—32. Schweine: vollfleischige Schweine von 80—100 Kg. 66 bls 68, unter 80 Kg. 60—65, von 100—120 Kg. 65—67, von 120—150 Kg. 65—67, Fettschweine Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 24. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Die freundliche Haltung der letzten Tage kam auch an der heutigen Börse zum Ausdruck, die wieder lebhaft und ziemlich fest eröffnete. Die neue günstige Strömung, die infolge des Verlaufs der Verhandlungen in London andauernden Schwankungen unterliegt, aber immer wieder die Oberhand gchoinnt, wurde erneut beeinflußt von dem Gang der Dinge tn London. Das Geschäft, das sich heute nur einigen bevorzugten Gebieten zuwandte, während andere Märkte vernachlässigt blieben, wurde etwas gefordert durch einige ausländische Kaufaufträge, namentlich aus der Schweiz. Vereinzelt mach en sich Realisierungen bemerkbar, die im allgemeinen einflußlos blieben. Der Geldmarkt ist unverändert. Monatsgeld li/t Prozent, Lagesgeld 1/4 pro Mille. Am Devisenmarkt hat die L>ndoner Valuta Abschwächungen erfahren. Der Londoner Kurs eröffnete heute morgen im Llsancenverkehr mit 4.391/--, stieg dann allgemein auf 4,39 1 bis 4.401/4 Dollar. Der Pariser Frank neigt wieder zur Schwäche. Er ra>tierte bei einer Pfundparität von 853 4 bis 86, und in Dollarparität von 19,5. Die Mark konnte ihre Verluste wieder einholen und stellt sich auf 4,166 Billionen für den Dollar. An dem Aktienmarkt machte sich zunächst Neigung zu einer Verstimmung bemerkbar, infolge der Krise in London. Dies ist jedoch rasch überwunden, und eine optimistisch: Auffassung konnte sich Bahn brechen. Der Dankaktienmarckt lag still bei zumeist behaupteten Kursen. Ganz besonders bevorzugt waren wieder heimische Renten, die wieder stärkeres Interesse aus sich lenkten. Dagegen vollzog sich das Geschäft in ausländischen Renten schwerfälliger. Im Freiverkeh-r war die Tendenz heute wieder freundlich. Die Kurse konnten leicht anziehen. Api 2,25, Becker Stahl 1,25, Becker Kohle 3,87, Krügershall 2,25, Petroleum 11,5 (Geld), Growag 0,130. Im weiteren Verlaus war die älmsatztatigkert wieder kleiner, teilweise gingen die Kurse etwas herab, doch blieb der feste Grund ton bestehen. Börsenkurse. _______________(Ohne Gewähr.)________ • Die 11 rfaeben des Zusammen- b ruches beim Stahlwerk Decker. Die GeschäftSau ff ich t des Stahlwerkes Becker 31.=®. teilt der .Kölnischen Zeitung" u. a. mit, daß nach dem Tod des Generaldirektors Becker mangels einer Verbindung zu einer deutschen Großbank von der Direktion auf unverantwortliche Weise durch Wechsel Geldmittel besorgt worden seien. Die Beschaffung der von den drei Finnen des Decker-KvnzernS lStahlwerk Becker, l^ndu-Bank und Eschwoiler-Rattnger Metallwerke A-G.) un- teifchriebenen Wechsel erforderte einen ungeheuerlichen Aufwand an Zinsen und Provisionen. Die hierfür vevantwortlichen Persönlichkeiten sind ton der Mitarbeit bereits ausgeschieden und werden, wie alle die, die Schuld an deirn Zusammen brach tragen, straf- und zivilrechtlich*gefaßt werden. Da bei Fehlschlägen der Sanierungsbestrebungen der Konkurs, bei dem die Aktionäre ganz leer ausgehen würden, die unausbleibliche Folge sein wird, muß versucht werden, alle Sanierungsmog- lichkeiten bis zum letzten Ende zu versuchen. * Keine vollständige Stillegung bei den Höchster Farbwerken. Entgegen einigen Meldungen, in denen von vollständiger Stillegung der Höchster Farbwerke gesprochen wurde, wird gemeldet, daß bei den Höchster Farbwerken lediglich einige Teile des Betriebs stillgelegt und in diesem Zusammenhang Arbeiter entlassen wurden, daß aber von einer Stillegung des ganzen Betriebes und von einer trostlosen Lage auf dem Farbenmarkt tn keiner Weise die Rede sein kann. * Weitere Betriebsstillegungen im Siegerland in Sicht. Da die Reichsbahndirektion Elberfeld auch neuerdings wieder jede weitere frachtliche Vergünstigung des alten Notstandsgebiets an der Sieg rundweg abgeschlagen hat, sollen, wie wir hören, bis zum 31. Juli weitere Stillegungen auf größeren gemischten Werken des Siegerlandes erfolgen. Dadurch würden mehrere tausend Arbeiter aufs neue erwerbslos werden. • Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt. Die G.-D. der Gesellschaft genehmigte die Regularien. Dem Aufsichtsrat wird eine Vergütung von 6000 Mk. gewährt und dem Pensionsfonds die gleiche Summe Überwiesen. Der Rest von 19 112 Mk. wird auf neue Rechnung vor- getragen. Auf Anfrage eines Aktionärs, welche Verwertung die im Vorjahre beschlossene Kapitalerhöhung gefunden habe, erwiderte die Verwaltung, daß die betreffenden Aktien bis auf 1000 Stück im regulären Geschäft an der Börse verkauft worden seien und daß sich die 1 Mitt. Mk. Vorzugsaktien in Händen der Verwaltung befinde. Gegen die 400 Stimmen des anfragenden Aktionärs wurde die Verwaltung entlastet. Der Opponent gab Protest zu Protokoll: die ausschei- ^nden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. 1 * Großkraftwerke Franken A.-G.» Nürnberg. Die G-V. genehmigte die Vorschläge der Verwaltung, wonach der 2teingetoinn t»n 103 920 Dill. Mark borgetragen wird. Die Goldmarkeröffnungsbilanz ist im September zu erwarten. * DadNassau A.-G., Dad Nassau. In der G.-V. der Gesellschaft wurde die Papiermark- bilanz genehmigt. Ein Gewinn wird nacht verteilt. Die Verwaltung wurde entlastet. Die vorgelegte Goldmarkbilanz wurde genehmigt und die Umstellung des Aktienkapitals von 6 Millionen auf 240000 Goldmark beschlossen. Die Einzelaktie von 1000 Btt wird eingetauscht gegen 2 Aktien zu je 20 Goldmark. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden als günstig bezeichnet. Der Geschäftsgang ist zur Zeit befriedigend. * Stillegung von 90 Prozent aller rheinischen Ziegeleien. Von den d m Verband der Ziegeleien im Rheinland angeschlossenen Ziegeleien haben 90 Prozent den Betrieb eingestellt wegen der äußerst ungünstigen Absatz Verhältnisse und dem Mangel an Betriebsmitteln. 5% Deutsche ReichScm leihe . 4% Deutsche Reichse.nleiye . 3'/«*'/ Deutsche Reichsanleihe 3*/ Deutsche Rctchsauleiüe . Deutsche Lparprämienalllethe 4% Preußische KonsolS . . . 4° 0 Hessen 3Hessen . . ...... 3°/o Heficn........... Deutsche Wend. Dollar-Snl. dto. Doll.-Schatz-Anwetsug.') <0/o Holl türken ........ 5% Goldmettkaner ...... l Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- mid Pnvat-Bank. Darmsl. and Nationalbauk . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commairdit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Lesterrerchische Lredtlautzalt Westbank............ Bochumer Guß ...... Buderus..... Caro Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Beraban...... Kaliwerke Aschersleben.... KalNrerl Westeregeln. . . . . Laurahütke Oberbedarf Pdonix Bergbau Nheimtahl...... Riebeck Montan Tellus Bergbau . Hamburg-Slmerlla Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilipp Holzmann...... Anglo-Tont -Guano ..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapto . . Goldschmidt.......... Gries eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ Nütgerswerke......... bchkideanstalt ........ Allg. ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann........... Mamkraftwerke........ Schlickert............ Siemens 1 Juli Repart. Amtliche Notierung Amklib: '.ifotier 111 Geld Brief Geld Bries »3. 24. Amst.-Rott. 160,15 160,? > 130,10 160,90 voll voll Brff.-Antw 19,35 19,45 19,20 19,30 voll voll Thristiania. 56,06 56,34 65,96 £6,24 voll voll Kopenhagen 67,73 68,07 67,68 69,02 voll voll Stockholm . 111,57 112,13 111,47 112,03 voll voll Helstngfors. Italien. . . London. . . 10,495 18.125 10,5>5 18,225 10,47 18,075 10,53 18,175 voll voll voll voll 18,425 18,515 18,425 18,515 voll voll Neuyork . . 4,19 4,21 4,1) 4,21 voll voll Baris.... Schweiz . . 21,66 21,-5 21,45 21,55 voll voll 77,26 17,64 76,91 77,29 boii voll ©fn ücn . Wien in D-- -5,46 t5J4 65.61 65,89 voll voll Ctft. abgest 5,915 5,935 5,9)5 5,93= voll voll Prag . . . . Vudapest . . 12,47 5,165 12,53 5,185 12,47 5,165 12,53 5,185 voll voll voll B«cn Aires 1,345 1/55 1,345 <355 voll voll Bll! mrien 3,01 3,03 o,01 3,03 voll voll Iavan . . . Wo de Jan 1,705 1,385 1,715 t,3»5 1,705 C, 85 1,71- t,395 voll voll voll Belzrad . . 4,96 4,96 4,93 4,95 Lissabon . . 11,27 -1.33 11,27 11,33 voll voll Ferrff. 24. I-ult Meld | Brief Reparr. °/« lln Billionen Prozent Frankfurt a- M. Berlin Schlich. Kurs Schlu!;. fiuri Schluh. Ku s Schlich. Datum: 23. 7. 24. 7. ?3. 7. 24. 7, 0,2875 C.2725 0.290 C/85 ü,590 0,605 — 0,443 0,470 0,975 0,9>0 1,045 0.20G 0,186 0,500 0,480 0,455 0,485 0,555 0,620 0,6 >0 — 0,505 — 0,470 0,460 4,2 4,2 4,5 81 80,6 äi 6,9 6,75 6,80 — 36,26 36,50 24 24,60 24,40 4,12 4,13 4,25 ,60 7 6,60 7,30 8 8 0,3 — 8,87 8,90 8,9 12,5 — — 1,90 1,10 2 0,325 o,a>5 0,326 0,250 0,3 0,3 » 45,76 45 7,75 Ls 7,4 9,87 9,90 9,90 45,60 47 46 13 46, 0 47,75 46,75 53 53,75 54,75 7,37 7,75 7,25 10.57 10,75 10,9 4,80 4,75 4,9 7^>0 8 7,90 25 23,2; 25,80 20,75 21 10,75 33,50 32.75 82,75 1,75 — 21 20,40 20,60 4,50 4,4 1.50 — _ 8,50 — - 2,65 2,80 2,80 — 8,1 8,13 18,15 13 13,13 1,15 —— 9,40 9 9,2 12,13 12 12 10,20 IC 12,10 5,60 — — 16,50 10,65 12,6 — — 7,90 8 7,9 10,875 10,7 10,90 7 — - 30 30,5 — 40,9 1,25 1^ 1,13 2,20 2»1 2,3 1,85 8,25 8 8,~9 0,5 _ 0,75 0,85 0,75 12,50 — 1,15 1,1 1,9 2,10 2,4 2,1 4 3,76 4 8,25 7,80 8 2,80 —- _ 2,45 2,5 2,25 bietet Ihnen 5990a unser Entschluß, Sommerware bester Qualität preiswert abzusetzen, um Platz für die Herbstartikel zu schaffen. 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