llr. 91 ErscheiM täglich, auher Sonn- und Feiertag«, mit d. Samstagsbeilage: © i ebener 3 a m i li en b 1 c llet !Uonat$»f (jtiflspreis: 2Doldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägcrlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n f p r c ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten AnzeigtrSiehei». Potzschecttonto: Frankfurt a. Dl. 11686. Zrettag, 25. April 1924 Erster Blatt Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck mid Verlag: VrLhl'sche UniverfttSt§-vuch- und Stdnöruderei R. Lange in Sietzen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bil zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindliS^leit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorschrift 20°, Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh Cangfe; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. 5-cr preußisch^ Minifterp räsident sandte an Frau Staatsminifter Helfferich nach Stresa, Dllta Siemens, folgendes Telegramm: Anläßlich des in so grausamer Weise erfolgten Todcs Ihies Herrn Gemahls, te? früheren pveu- tzischen Staatsminifters Dr. Helfferichl, spreche ich Ihnen namens des preußischen Staatsministeriums meine wärmste Teilnahme aus. Währungseinheiten auSdrüctt. Da die Renten- mark grundsätzlich der Goldmark gleichgestellt ist, nimmt sie selbstverständlich an diesem Vorgang teil, dem auch die hochwertigen Zahlungsmittel wie der Nordamerika- nische Dollar und die schwedische Krone unterworfen sind. Gegenüber den mehrfach hervorgetretenen Versuchen gewissenloser Ge- fckäftsleute, diese Tatsache zu einer Diskreditierung speziell der Rentenmark zu benutzen, sowie zur Richtigstellung aller abweichenden publizistischen Darstellungen erkläre ich ausdrücklich, daß die Rentenmark nach wie vor als ein vollwertiges inländischeS Zahlungsmittel anzusehen ist und die Reichsbank, wie die neuerdings von ihr getroffenen kreditpvlitischen Maßnahmen und deren Wirkungen auf die Devisenkurse beweisen, nich't nur den ernsten Willen hat, die Stabilität der Rentenmark sowohl, wie der Papiermark unter allen Umständen aufrechtzuerhallen, sondern auch über wirksame Mittel verfügt, diese Qfi>b ;r durchzusetzen. Ter Bayrische Ministerpräsident hat am Kommerzienrat Helfferich in Ncuftadt a. .H. namens der Staatsregierung telegraphisch eine Beileidskundgebung gerichtet, wo.in es heißt: Der tragische Hingang Ih.es hochverehrten Herrn Bruders, der aus reinster Vaterlandsliebe alle Zeit seine glänzende Begabung und seine reichen Erfahrungen, sowie feine bewundernswerte Tatkraft restlos in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat, e Uxckt allenthalben die tiefste Teilnahme. Die Verdienste Helfferichs um die deutsche Politik und die Dolls- wirtschaft gehören der Geschichte an und werden ihm einen unvergeßlichen Ruhm sichern. Zu reichem Wirken schien er noch berufen. Bayern war stolz auf einen solchen Sohn und bedauert mit Ihnen den unersetzlichen Verlust auf das Schmerzlichste. Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Staatsminifier H e r g t richtete an Frau Staatsminister Helfferich nachstehendes Telegramm: Tlnter dem furchtbaren Eindruck von dem Hinscheiden unseres unersetzlichen Freundes, Führers und Dorkämp ers, der ZukunftshOfchung unseres Vaterlandes, daZ seiner Besten und Größten Einen in ihm verliert, ge- Aeußerung getan worden, daß die Rentenmark nur 60 Pfennig wert sei. Am einer Mißdeutung dieser Bemerkung entgegenzutreten, habe ich bei der Fortsetzung der Ausschußbesprechung am 11. April ausgeführt, daß in derganzeuWeltderWertdesGel- d e s, gemessen am Preisniveau der hauptsächlichsten Waren, gegenüber dem Friedensstand im Durchschnitt umetwa40Pro- zentgesunlenist. Tedauerlich-rwe se wurden auch diese Ausführungen in bewußter oder unbewußter Verkennung ihrer tatsächlichen Bedeutung benutzt, um die Sache so hm- zustellen, als hätte ich damit eine Anter- Wertigkeit der Rentenmark gegenüber der Goldmark feststellen wollen. Davon kann selbstverständlich nicht die Rede fehl, wie jedem einsichtigen Hä-meiner Worte ohne weiteres klar sein f ’• 3n jener Sitzung handelte es sich um die -. . - e Feststellung der allgemeinen r^r..öhung deS Preisstandes, die der größte Teil aller Waren erfahren hat, und die sich naturgemäß in einer ge-ingeren Kaufkraft deS Goldes il .j damit auch der auf Gold lautenden Staatsminister a. D. Dr. Karl Helfferich t Ein Opfer der Eisenbahnkatastrophe von Bellinzona. DeNinzona, 24. April. (WTD.) Nach Dachrichten, die dem Wolffschen Bureau von dem Bruder HelfserichS, dem Direktor Wilhelm Helfferich in Mannheim und dem deut- chen Konsul in Lugano heute mittag zugegan- grn sind, ist die Annahme, daß Dr. Helfferich und seine Mutter sich unter den Opfern deS Eisenbahnunglücks von Bellinzona befinden, zur Gewißheit geworden. Widerspruch reizte. An den Vorarbeiten zur Stabilisierung unserer Währung, vor allem an der Schaffung der Rentenmark, nahm er hervorragenden Anteil. Mit Helfferich ist einer der begabtesten und fähigsten deulsch.m Politiker aus einem Leben geschieden, das bis zum letzten Atemzug dem Wohl des Vaterlandes gewidmet war. Das Beileid der Reichs- behörden. Berlin, 24. April. (WTD.) Der Deichspräsident hat an Frau Staatsminister Helfferich folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Sehr verehrte, gnädige Frau! Die Nachricht, daß Ihr Herr Gemahl und seine Mutter einem furchtbaren Eisenbahnunglück in ter Schweiz zum Opfer xesallen sind, hat mich tief ergriffen. Ich bitte Sie, die Versicherung meines herzlichen Beileids entgegenzunehmen. Möge die allgemeine Teilnahme, die dieser Schicksalsschlag findet, Ihnen einigen Trost in Ihrem Auglück bringen. Der Reichskanzler '$at an Frau Staats- Minister Helfferich folgendes Telegramm gesandt: Ti'.f ergriffen erfahre ich, daß, Ihr S)err ®> mahl durch das Bahnunglück am Gotthard den Tod gefunden hat. Aufs neue ist Deutschland eines seiner fähigsten Köpfe und bedeutendsten Führer beraubt worden. Während des Weltkrieges hat er feine ungewöhnliche Arbeitskraft und seine überragenden Kenntnisse und Fähigkeiten restlos in den Dienst fernes über alles geliebten Vaterlandes gestellt. Die Geschichte, deren Blick nicht durch den Kampf der politischen Tagesmeinuna getrübt ist, die vor allem Ziel und Wollen des Schaffens prüft, wird in dem Verblichenen einen Mann sehen, der mit seiner ganzen starken Persönlichkeit das Glück seines Volkes erstrebte. Mit ihm persönlich verband mich, besonders die Liebe und Sorge für das besetzte R He i n- land, dessen Söhne wir beide sind. Ich bitte Sie, die Versicherung meiner und der Reichs- regierung aufrichtigen Trauer e.rtgegenzunehrnen. Gez.: Reichskanzler *2Harj. Die Stabilität derRenten- mark. Berlin, 24.April. (Wolff.) Die im Fi- nanzpolitischen Ausschuß des Reichswirt- schastsrales letzthin gefallenen Äußerungen, daß die Renlenmark nur noch 60 Pfennige wert sei, hat zu den verschiedensten Bemerkungen und Deutungen in der Presse geführt und weite Kreise mit Anruhe und Sorge über einen neuen Währungsverfall erfüllt. Am über diese vielfach aus dem Zusammenhang gerissene Demerlunz Klarheit zu schaffen, und ihre völlige Bedeutungslosigkeit darzulegen, hat der R e i ch s b a n k p r ä - sident Dr. Schacht am 23.April an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Deut- schm Rentenbank, Staatsminister L e n tz e, folgendes Schreiben gerichtet, das in seinem wesentlichen Tell hiermit veröffentlicht wird: Am 10. April war in einer gemeinsamen Beratung deS Finanz- und Wirtschaftspoliti- schru Ausschusses des BeichSwirtschaftsratS von eiurm Mitglieds dieser KörpersHast die denken wir in mitfühlendem Schmerz Ihres anendlichen Leides. Goll schütze Sie und Ihre Kinder. Möge der Sohn Helfferichs einst im Geiste seines unvergeßlichen Vaters wirken und eie Früchte des ihm und uns zu früh Entrissenen reifen sehen. Die deutsche Presse zum Tode Helfferichs. B e r l i n, 24. April. (Driv.^Tel.) Zum Tod« Helffer chs schreibt die „Kreuz- Zeit ung“: A cht nur wir allein als seine nahen politischen Freunde können den unfaßbaren entsetzlichen Ausgang seines Lebens noch nicht in seiner ganzen Schwere begreifen; auch das gesamte deutsche Vock, gleichviel welcher Parteirichtung und darüber hinaus die ganze Kulturweli wird sein Ende als einen politischen Schicksalsschlag empfinden müssen. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt: Großes hat Helfferich für sein .Volk als Kritiker und Mahner in den Jahren der Opposition geleistet, Größeres noch tDO'j von ihm bei den zu erwartenden Mehrheits- verhältnissen im neuen Reichstag für die Zukunft zu erhoffen. — Die ,Z e i t“ weist auf den schweren Verlust hin, den das deutsche Volk dadurch erlitten hat, daß es kurz nach S t i n n e s nun auch Helfferich auf der Höhe seiner Schaffenskraft verloren hat. Helfferich habe daS eine mit Stinnes gemein, daß er mit ihm vielleicht die umstrittenste Persönlichkeit unseres öffentlichen Lebens war. Aber er habe mit ihm auch eine andere Eigenschaft geteilt: er war eine unbestrittene Kapazität, vor deren Wissen und Können auch der politische Gegner Achtung hatte. — Die „Germania" betont: Helfferich halt« viele Gegner, ja man kann sogar behaupten, daß er sehr wenig wirkliche Freunde besaß. Aber unter dem Eindruck der furchtbaren Nachricht, dir aus Bellinzona kommt, wird es nur eine Stimme des Bedauerns geben, nur ein allgemeines Gefühl aufrichtiger Teilnahme an dem furchtbaren Sch cksal eines Mannes, der eine der bedeu- tensten Persönlichkeiten unseres politischen Leben s war. — Auch die «Bosnische Zeitung" erklärt, daß die Bestätigung der Todesnachr cht nur Raum für das Gefühl schmerzlichen Bedauerns läßt, daß eine Persön- lich'eit von so ungewöhnlichen Gaben von so leidenschaftlicher Vaterlandsliebe und ungebrochener Schaffensfreude ein so furchtbares Ende gefunden hat. Die deutsche Politik verliert in Helfferich einen ungewöhnlich kenntnisreichen Kops, die Deutschaationale Partei ihren fähigsten Mann. Daß Helfferich in mancher Hinsicht dieser Partei innerlich nichtzugehörte, war bem Kenner feiner Wesensart von Anfang an klar, und es ist auch bei mehr als einem Anlaß in Innern Auseinandersetzungen der Reichstagsfraktion zutage getreten. Es ist auch kein Geheimnis, daß Helfferich, als er sich nach dem Ausscheiden aus amtlicher Stellung zum Eintritt in das parlamentarische S&ben entschloß, bereit gewesen wäre, sich der Deutschen Dollspartei anzuschliehen, wenn diese ihm sofort ein sicheres Mandat zur Verfügung gestellt hätte. Freilich entsprach die Oppositionsstellung derDeutschnationalen einem Zug von Helfferichs Charatter, nämlich feiner mit pfälzischer Streitlust gemischten herrischen Art, die sich durch überlegene Sachkenntnis nur noch verschärfte und dabei nicht feiten der Gefahr erlag, von der Sachkenntnis keinen Gebrauch zu machen. Die ungewöhnliche Arbeitskraft und das ausgebreitete Wissen Helfferichs hätten ihn vielleicht noch einmal in eine hohe Stellung gebracht, wo er verantwortungsvoll und ohne den Stachel des unbefriedigten Ehrgeizes verdienstlich hätte wirken können; gerade weil er feinen Wirkungskreis zu selbständigem positivem Schaffen hatte, war er in eine verbitterte Opposition geraten. Der so plötzlich aus einem arbeitsreichen Leben geschiedene stand im 52. Lebensjahr. Er war gebürtiger Pfälzer aus Neustadt a. H., wo ein Vater Fabrikbesitzer war. Der Sohn studierte in München. Straßburg und Berlin (Staats- Wissenschaften, promovierte und Habilitierte sich nach großen Reisen tm Ausland 1899 in Berlin auf Grund seines Werkes über „Reform des deutschen Geldwesens nach der Gründung des Reiches". 1901 erschien seine „Handelspolitik", die den noch nicht dreißigjährigen zum Profeckor und einen der führenden Finanzmänner Deutschlands machte. Er wurde im gleichen Jahr Re- erent für wirtschaftliche AngelegenH.'tten in der Kolanialabteilung deS Auswärtigen Amtes. 1902 Legationsrat, 1905 Vortragender Rat In der Kolonialabteilung, 1906 Direktor der Anatolischen Eisenbahn, 1908 Mitglied der Direktion der Deutschen Bank und des Hansabundes. Mehrmals war er in dieser Zett Vertreter des Deutschen Reiches bei internationalen Wahrungs- und Finanzkonferenzen. Als dann der Krieg ausbrach und zur Bewältigung der gewaltigen finanziellen Aufgaben die rein beamtenmäßig k,e,chulte Kraft des Reichschahsekretärs Kühn nicht mehr ausreichte. da war Helfferichs Stunde gekommen. Als Reichs- schatzselretär trat er am 16. Januar 1915 an die Spitze eines großen Zweiges der Reichsverwaltung und führte dann drei große Kriegsanleihen durch, die zusammen 32 Milliarden Mark ergaben. Er war wahrend dieser Zeit mehr und mehw der vertraute Mitarbeiter des Reichskanzlers geworden, so daß die-er als Staatssekretär des Innern Delbrück Im Frühjahr 1916 gesundheitlich zusammenbrach Helfse.ich am 22. Mai 1916 als dessen Nachfolger im S t a a t s - fetrctarlat des Innern und als Stell- Vertreter des Reichskanzlers berief. Als solcher gelang es ihm nicht, sich mit der Reichstags- Mehrheit auf besonders guten Fuß zu stellen; fiz warf ihm allzu kurz angebundenes, schrof.es Auftreten vor. Drrum hieß es, als im Juli 1917 die große Personalkrisis in den leitenden Stellen der großen Aemter eintrat, Helfferich werde zu- rüeftr-t it. Tat ächltch wu 6-2 er dann am 5 August 1917 zwar von der Leitung des Reichsamtes des Innern enthoben. Indessen legte — fo hieß es in der amtlichen Verlautbarung — der Kai er im Einklang mit den Vorschlägen des Reichskanzlers Wert darauf, daß er die allgemeine Stellvertretung des Reichskanzlers beibehielt und auch Mitglied des preußischen Staatsministeckums blieb. Bei der zweiten Krisis im November 1917, tm Verlauf deren Dr. Michaelis als Reichskanzler durch den Grafen Hertling ersetzt wurde, trat Dr. Helfferich endgültig zurück. Helfferich ging im Juli 1918 an Stelle des ermordeten Grafen Mirbach-Heiss als OSer tretet des Deutschen Reiches bei der Sowjetregierung nach Moskau. Die Verhältnisse in Rußland nahmen jedoch bald eine derartige Wendung an, daß er bereits im August wieder nach Berlin zurückkehrte. Nach der Revolution zog er sich durch sein entschiedenes Auftreten gegen Erzberger die lebhafteste persönliche Gegnerschaft des Zentrums und der Sozialdemokratie zu. Er trat der Deutsch- nationalen Partei bei und zählte seither zu deren Führern. 1920 wurde er in den Reichstag gewählt, nachdem er vorher durch seinen Prozeß mit Erzberger vor dem parlamentarischen älntersuchungs- ausschuß viel von sich hatte reden machen. Im Reichstag kam allezeit sein überragendes finanzpolitisches Wissen der poitiven Arbeit zugute, so oft auch sein scharfes, aktives Vorgehen in den Plenarfitzungen die Linke des Hauses zu Die Wahlen in Frankreich Deutschland marschiert am 4. Mai, in 23 Partei-Heerhaufen gespalten, in den Wahlkampf. In Frankreich ist die Wahlbewegung noch viel verwickelter. Niemand kann heute sagen, wie es am Abend des 11. Mai dort aussehen wird. Man ist ja in Frankreich um eine Woche zurück. Man hat sieben Tage mehr. Man hat die unbezahlbare Propaganda der letzten Woche, wenn das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen vorliegt. Jeder wartet daraus und jeder hofft es im Sinne seines Politik auszunutzen. Aber wer hat welche Politik? Keine Fraktton der französischen Kammer, mit Ausnahme der sozialistischen Gruppen, hat im Lande eine Partei-Organisation hinter sich. Die Abgeordneten sind der Wählerschaft ihres Wahlkreises verantwortlich, sonst niemandem. Die Wahlen werden übeichaupt nicht durch Parteimaschinen vorbereitet, sondern Wirtschafts- und DerufSver- bände, soziale, kulturelle oder allgemeine poli- tische Organisationen, die sich erst für eine bestimmte Wahl bilden, stellen die Kandidaturen auf. Die Listen werden diesmal sehr spät fertig. Die Zerfahrenheit ist eben groß. Die Zersplitterung und der Verfall zeigt sich am deutlichsten bei den Sozialisten. Die sozialdemokratische Partei, die vor dem Kriege durch die starke Persönlichkeit Jean ZauvtzS wett über ihre wirkliche Kraft hinaus zu einer Macht im Lande geworden war und nach dem Kriege zahlenmäßig auf 150 000 Mitglieder angewachsen war, verfügt heute, nach der Spaltung nur über 55 000 eingeschriebene Angehörige. Die Führer der alten Partei gehören einer Epigonen-Gene- ration an, die sich vergeblich bemüht, durch Eifer und Fleiß auszugleichen, was ihr an hinreißendem Schwung und an Geist fehlt. Für die Wahlen des 11. Mai sind die französischen Sozialdemokraten gespalten in Revolutionäre, geeinigte, unabhängige, „französische- und radikale. Dann erst kommen weiter links die fünf Schattierungen der Kommuni st en. Auch dort kein Kopf, kein hervorragender Führer. Don Marcel E a ch i n und den anderen französischen Moskauern wird in Deutschland entschieden mehr gesprochen als in Frankreich. Wir verweilten bei der linken Opposition absichtlich länger, um ein wahres Bild zu malen. Denn in Deutschland ist man leider von der Kriegszeit her gewöhnt, int gegnerischen Lager die herrschenden Mächte zu klein und die Opposition durch ein Vergrößerungsglas zu sehen. In der Opposition des französischen Parlaments sah bisher auf der linken Seite auher den Sozialdemokraten und Kommunisten nur die bürgerliche Gruppe der Sozi al - radikalen. Man kann sie nicht ohne weiteres mit der Deutsch-demokratischen Partei vergleichen, sondern höchstens mit deren linken Flügel. Die Opposition auf der Rechten ist die Royalistengruppe unter der Führung Leon D a u d e t S. Sie entspricht der heutigen völkischen Partei in ihrer rücksichtslosen Rührigkeit, unterscheidet sich aber von den Hitlerleuten dadurch, dah sie mit dem Klerus gutes Einvernehmen hält — aus finanziellen Gründen. Denn von dort fliehen die Gelder für die Parteikasse der Feudalen in Frankreich. Zwischen dieser auf beiden Seiten schwachen Opposition sitzt der vielgenannte nationale Block. Er ist ein Bürgerblock. Aus ihm formt sich P 0 i n c a r e auch bei diesen Wahlen erst seinen, den Poincarö- Dlock, und er stöht dabei innerpolitisch wie außenpolitisch meist auf feinen intimsten Gegner, den Präsidenten Mi Her and. Man muh sich folgendes gewärtig halten: Die republikanische Rechte des Blocks, das heiht, das rechte Zentrum, das den alten Zwiespalt zwischen Klerikalen und Antiklerikalen überbrücken möchte, deckt die innerpolitischen Ansichten MillerandS, der eine Revision der Gesetze über die Trennung von Kirche und Staat betreiben möchte. Poin- car6, ursprünglich ein Antiklerikaler, will sich durch diplomatisches Totschweigen des inneren Konfliktes helfen. Millerand wünscht in der äußeren Politik ein lluges Nachgeben, Poincare beharrt wie Shhlock auf seinem Schein. Daraus ergeben sich wiedär Schwierigkeiten, die Poincars in auswärtigen Fragen mit dem linken Flügel des nationalen Blocks hat. Er nennt Ihn den Block der Mitte, und zwar ist dieser gleichbedeutend mit der Partei Zonnarts. Die Ionnartpartei ist 1919 als Gegenformalion gegen den „nationalen Block- gegründet worben. Hält es Poincare mit dem Block der Mitte, so wird er von seinen maßlosen Ansprüchen gegenüber Deutschland einige Abstriche machen müssen. Das wäre immerhin ein Gewinn für den anzubahnenden Völkerfrieden, Daß « erbandes Köster- Derlin. Der Verband h'f e, so betonte er, auf wohlwollende Berücksichtigung seiner Wünsche fettens der Behörden. Oberrrglerungsrat Weicker versicherte namens des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft und des terfiiriberten Provinzialdirektors, daß die staatlichen Behörden allezeit ein offenes Ohr und Auge für das Gast- toTrtcgetoerbc haben werden. 3n gleichem Sinne dis er» 01648» BAHNHOFSTRASSE 20 ZUR BILLIGEN QUELLE! Wz Möbl. Zimmer mit separater Eineparater durch Jäckchen, Leibchen, Höschen, Scharren, Wickolhosea Strample, mit 2 Betten u. Morgenkaffee, Nähe des Bahnhofs in nur gutem Hause gesucht, wenn möglich mit separatem Eingang. 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Aufführung von ^Verschwende?', der letzten der diesjährigen Winterspielzeit, haben Gutscheine Gültigkeit (Siehe Anzeige.) — Reichswlrtschaflsminifler a. D. Dr. Decker spricht hier, wie schon mitgeteilt, am Sonntag in öffentlicher Deilammlang Es wird, so schreibt man uns, besonders darauf aufmerksam gemacht, das) die Dersammlung am Vormittag, 11 xk Uf>r, in der Turnhalle slattfindeL Die Ausführungen des Ministers werden von besonderem Interesse deshalb sein, weil er als Mitglied des Kabinetts Cuno die Geschehnisse des letzten Ochres (Ruhrkampf usw.) wohl am genauesten beurteilen kann. (Siehe Anzeige.) — Zentrumspartei Gießen. Sonntag abend 8 Uhr im Kath. Vereins Haas öfsent- liche Wählerversammlung. Näheres in der heutigen Anzeige. Landkreis Gicsten. ♦ Ettingshausen, 24. April. In dem gestrigen Bericht ist (infolge eines Setzfehlers, D. Red.) eine Ortsbezeichnung abgedruckt worden, die in unserer Gegend fremd ist. 3m Interesse der Einwohnerschaft sei festgestellt, daß es sich selbstverständlich um unser Nachbardorf Hattenrod handelt, r Kreis Schotten. § Vom hohen Vogelsberg, 23. April. An sumpfigen Stellen des Oberwaldes blüht gegenwärtig die Frühjahrsknotenblume (leucojum vernum) in Mengen. Die Pflanze entspricht den Schneeglöckchen, hie Blüte ist aber etwa dreimal größer, ist in sechs Blütenblätter gespalten, die an den äußeren Enden gelbgrüne Tupfen tragen. An manchem Rain blüht der Seidelbast mit seiner rötlichen Farbe, so daß auch der Oberwald also bereits Blumen- schmuck trügt, obwohl an der Sonne weniger zugänglichen Stellen der Schnee sich noch immer hält. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 23. April. 3n hiesig« katholischen Kreisen erregt es Mißstimmung, daß der Da u d e r b e i d e n K i r- ch e n, die hier errichtet werden sollen, nicht katholischen Unternehmern, sondern der unter sozialdemokratischem Einfluh stehen een „Bauhütte" übertragen worden ist. obwohl bei der Vergebung das Angebot des einen Llnternehmers nur einen sehr geringen Preisunterschied aufwles und dieser sich erboten hatte, eine Stiftung für Herren-Arbeltshemden 5.-, 4.50, 4.— Mk. Elnsatxhemden, Extra-Qualität 4.— Sporthemden, mit 2 Kragen . . 8.— Sportstrhmple........4.50, 8.— Herrensocken, Seidenflor .... 2.— Herrensocken, echt Macco . . . 1.50 Sport-Westen in gr.Ausw. 18.50,15.— Instrument, das wir auf der Wethen Wand erblicken. ■ Ferner müssen dte Töne vollkommen naturrein klingen, also ohne die ärgerlichen Nebengeräusche. die • das Grammophon, namentlich in den S°Lauten, noch an sich hat. Diese technische Aufgabe ist Im sprechenden Film überraschend gut gelöst worden. Die Lautwellen sind photographiert. Der Apparat, den die Erfinder sich dazu bauten, heißt Katadophon. Wie der Dild- film zur Darstellung bes Films auf der weiden Wand sichtbar wird, so werden die Lautlichtwellen hörbar gemacht. Zur Tonwiedergabe war das gewöhnliche Telephon nicht ge ignet. Die Erfinder konstruierten aber ein neues, für die - ßauttoiebergabe im Raum geeignetes, lauttönendes Telephon, das sie Stataphon nann en. Es hat eine 30 Zentimeter im Durchmesser messende Membrane, die auf elektrischem W?gr in Schwingungen verseht wird. Diese Schwingungen entsprechen bei der Projektion, also bei der Umwandlung von Lichtwellen in Schallwellen, vollkommen den Schwingungen, womit die Licht- wellen des Bildes auf der weihen Wand schernen. Die Aufgabe des reinen Zusaminen- flusses von Bildbewegung und Lautbetre.ung war damit erfüllt. Der Film konnte sprechen. *♦ Don bet Lanves-rinivetsi- tät. Ernannt wurden am 14. April der Privatdozent an der Landesuniversität Giehen Liz. Dr. Heinrich Frick in Giehen zum außer- planmäßigen außerordentlichen Professor in der evangelisch - theologischen Fakultät der Landesuniversität Giehen; am 17. April die Privatdozenten an der Landesuniversität Gießen Dr. Heinrich Burk aus Münster, Kreis Friedberg, und Dr. Georg Funk aus Gut Falkenhof bei Bensheim zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren an der Landesuniversität Gießen. ♦* Aerzte und Krankenkassen. Man schreibt uns: Der seit 1. Dezember 1923 tobende Kampf hat nunmehr ein Ende gefunden. Ab 2 8. April übernehmen die Aerzte wieder die kassenärztliche Versorgung der im Kreise Gießen vorhandenen Orts-, Land-, Betriebs-, Knappschasts- und 3n- nungSkrankenkassen. (Siehe heutige Bekanntmachung.) "DasOstermärchen„Heldldeldel" im Stadt t Heater. Bei der- gestrigen Besprechung dieser Aufführung ist infolge eines bedauernswerten Versehens der besonders wrcht.gen Regisseur-Tätigkeit des Spielleiters Karl Dolck nicht gedacht worden. 3m Nachtrag zu unserem Bericht möchten wir deshalb heute noch feststellen, dah selbstverständlich und zuerst dem hervorragenden Wirken Karl Volcks bei der Cm- studierung und Leitung der Aufführung die rückhaltlose Anerkennung der Oeffentlichleit gebührt, zumal im Hinblick auf die verantwortungsvolle Arbeit des Einspielens der mitwirkenden Kmser. -• ^ein 2 5 jähriges Dienstjubi - läum als Bramter der Stadt Giehen begeht morgen bet Oberwerkmeister der städt. Kläranlage, HeinrichS chmabel. Der Jubilar wurde 1899 bei dem Polizeiamt Giehen angestellt und leitet seit Inbetriebnahme der Kanalisation am 1. April 1905 den Betrieb der Kläranlage. •• Einen sehr interessanten und lehrreichen Vortrag konnten gestern abend die Besucher des Lichtspielhauses B a hn- h o f st r a h e als wertvollen Gewinn des Tages verbuchen. Der Schisss'ahlmeister G raß muck von der Hamburg-Amerika-Linie b.richtete dort an der Hand von vielen ausgezeichnet gelungenen Filmbildern über das erfreuliche Wi-edererstarken unserer deutschen Handelsschiffahrt. Nach einer kurzen Liebersicht über die jammervollen Verhältnisse, die unserer Schiffahrt aus dem Vertrage von Versailles erstanden, belegte der Vortragende durch eindrucksvolle Zeugnisse der Tat, dah der tübexe Harseatengeist trotz alledem lebendig geblieben ist, dah er sich kräftig regt und fein Mühen glänzende Erfolge zeitigt. 3n vortrefflichen Bildern lernte man die Wirkungsstätte dieses unbezähmbaren Tatendranges kennen: Hamburg mit seinen Häfen, Docks, seinem Gewimmel von Schiffen und feinen Ozeanriesen. Nach diesem Umblid hatte man Gelegenheit, im Geiste eine genußreiche Amerikareise an Bord des „Albert Ballln", des grössten Hamburger Dampfers, mitzumachen. Dieses Schiff mit feinen 22 000 Tonnen Raumgehalt ist 191 Meter lang, auf die Spitze gestellt würde es den Kölner Dom noch um rund 30 Meter überragen; um einen weiteren Begriff von diesem Riesen des Ozeans zu geben, erklärte der Vortragende, daß man 30 Güterzüge zu je 50 Wagen, also 1500 Güterwagen darin unterbrtngen könne. Die vielen Bilder von der Inneneinrichtung des Dampfers bewiesen, Last auf ihm nach jeder Richtung hin allen neuzeitlichen Ansprüchen genügt Darmstadt, 24. April. (Eigene Meldung.) Die Darmstädter Sezession bat ihre Frühjahrsausstellung in der Kunsthalle eröffnet. Die Sezession umfaßt nur eine kleine Gruppe wirklich in Darmstadt ansässiger Künstler; die umfangreiche Mitgliederliste nennt viele, die früher einmal hier waren oder die nur lofe Beziehungen zum hiesigen Kunstleben haben. Charakteristisch für diese Ausstellung ist das 3urüdtreten des Expressionismus in der Malerei zu Gunsten einer Kunstauffassung, die mehr auf das Gegenständliche gerichtet ist. Bestehen bleibt immer noch eine Vorliebe für das Primitive. Die wilde Farbigkeit deS Expressionismus ist fast ganz einer ruhigen Far- bengebung gewichen. Am deutlichsten tritt diese Cntioickelung bei Gunschmanns Bildern in die Erscheinung; dieser Maler bietet überhaupt die euv drucksvollsten Leistungen. Von den vielen anderen Ausstellern seien noch erwähnt Ewald (3cInnungen) und Antes (Plastiken)._________________ Wirch auch in der meist benutzten dritten Klass« und ebenso ht der zweiten alles darauf zu geschnitten ist, den Passagieren das grösste Wohlbehagen zu bereiten, ganz zu schweigen von den selbstverständlichen Erlesenheiten in der ersten Klasse. Langeweile kennt niemand an Bord, selbst nicht in der unendlichen Weite des Ozeans, von dessen Durchquerung man die vielgestaltigsten fesselnden Aufnahmen sah. ilnb nun tauchte Neu- hort auf mit seinen gigantischen Hafenanlagen, seinen echt amerikanisch großzügigen Straßen und Partanlagen, von denen man viel Eindruckvolles za sehen bekam. Dann gings erneut zum Hasen und mit dem „Albert Ballin" wieder heimwärts nach Deutschland. Schade, schade, daß die präch- ttge Ozeanreise an Bord dieses schönen Schifies nur im Geiste erfolgte. Dah dieser Filmvortrag allgemein sehr gut gefallen hatte, bewies der lebhafte Beifall des außergewöhnlich flaut erschienenen Publikums. Wer sich um ein denkwür- diges Erlebnis bereichern will, der besuche bleien Vortrag. * Der sprechende Film, der schon In einer Anzahl von Städten mit größtem Erfolg DDigefübrt worden ist, wird nunmehr auch in unserer Stadt In den Palast-Lichtspielen gezeigt. Man >übertreibt Wohl nicht, so schreibt man uns, tixnn man den sprechenden Film als eine der bedkutendsten Erfindungen unseres Jahrhunderts bezeichnet. Die Arbeit, einen solchen sprechenden Film zu schaffen, sah sich zwei Aufgaben gegenüber. Da ist zuerst die Aufgabe, wie , wir sie etwa vom Grammophon her kennen, die Töne so aufzunehmen, daß sie mit den Gebärden des Schattenfängers auf der weißen Wand genau übcittnfhmmen auf eine solche Weise, daß wir die Töne so hören müssen, als kämen sie wirklich aus dem Munde des Schattens, oder aus dem sprach M-germeistrr Krenzien rennen» der Städte Gießen, Bad-Nauheim und Darmstadt. Er begrüßte den Verband in den Mauern unserer Stadl und wünschte den Verhandlungen besten Erfolg. Der Vertreter der Handelskammer, Kommerzienrat Klingspor, hob herv)r. daß das Gastwirtegewerbe in der Nachkriegszeit schwer gdltten habe und daß auch die 3"kauft noch schwerere Aufgaben stellen werde. Regierungsrat vonGemmingen betonte, daß die Polizeibehörde gerne den Wünschen der Gastwirte ent- gegenkommen werde, soweit eS die gesetzgebenden Bestimmungen erlaubten. Namens der Bäcker- uird Metzger-Innung sprach Däckerobermeister Bober herzliche Begrüßungsworte. Der Vorsitzende Schnaub er-Darmstadt banfte den Rednern für die Worte des Wohlwollens für das Gastwirtegewerbe und ging dann zu den Beratungspunkten über. Den Jahresbericht für 1923 erstattete HaSkows kh - Offenbach. Das Hahr 1923 litt unter der Inflation und so kam es, daß das BerbandSblatt schließlich einging und die Mit- aliederzahl um 20—30 Prozent sank. Seit der Stabilität der Währung erscheint .Der Gastwirt" wieder, auch nimmt die Mitgliederzahl ständig zu. Heber .Die Dedeutung des Gast- wirtegewerbeS für den Wiederaufbau Deutschlands" sprach der Präsident des Deutschen Gastwirteverbandes, E. Köster- Berlin. Redner streifte das Hahr 1923, den Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet, die damit zusammenhängende wirtschaftliche Not Deut ch° lands. Die Stabilisierung der Währung stellte große Anforderungen an alle Gewerbe, so auch an die Gastwirte. Das deutsche Volk müsse seine Produktion steigern und fleißig arbei en. Dre Geselligkeit und Lebensfreudigkeit seien aber Voraussetzung einer dauernden Arbeitsfreude und deshalb müsse auch die Behörde das Gastwirtegewerbe schützen. Redner sprach dann über das neue Schankfl ä ttengeseh und st llte die Wünsche und Forderungen der Gastwirte auf. Hinsichtlich der Konzessivnserteilung und In bezug auf den Befähigungsnachweis forderte er Me Mitwirkung fach- und fachkundiger Gastwirte, damit der Stand würdig vertreten werde und nicht anderweitige Elemente hineinkommen. Der Vortragende brachte ferner die Wünsche der Gastwirte hinsichtlich der Polizeistunde, der Behandlung von jugendlichen, von Betrunkenen, der ©etidnfefleuer und der Deherbungsstcuer vor. Del diesen bevorstehenden Gesehesbevatungen sollten Gastwirte als Sachverständige zugezogen werden. ' , lieber Haftpflicht und Unfallber- ficherung referierte Direktor Schmitt, über die Sterbe!asse HaSkvwskY-Offenbach. Hierauf gelangten die Anträge zur De- «ttung. Mainz beantragte die Aenderung der Verordnung betr. die weiblichen Angestellten im Gast- und Schankgewerbe und ferner Hebung der kommunalen Deherbergungssteuer. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen, ebenso der Antrag Darmstadt, der Aufhebung der hessischen Klaviersteuer, und der Antrag Of ienbach, der den Wegfall der Polizeistunde fordert Der nächst jährige Verbands tag findet in Offenbach statt. Damit waren die geschäftlichen Verhandlungen beendet. Mit der Tagung waren mehrere wvhlaelungene Ausstellungen einschlägiger Berufe verbunden. Ein gemeinsames Esten vereinigte die Mitglieder im Hotel Hindenburg. Hierbei gedachte u. a. Körner-Gießen der beiden ällesten Mitglieder des Gießener Vereins, Hakob Stein MniN Karl Orbig. # | VerkäufcT | gu verkaufen: ein vrima Gespann 5-jährige Oldenburger Pferde ober einige l»,«« 4-jahrige Stuten belgischer Schlag. AtMttlsmWe Station Rödgen. UIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIU GIESSEN Dam.-PrinseßrBeke m.Handarb. 7.58 Mk. „ Finetthemden, Extra-Qual. 5.53 , ,, Elnsats’ienidan, echt Lein. 8.83 „ „ fflanelihemden, weiß .... 3.56 , „ Biberhemdoo, extra .... 4.58 „ „ Hosen, geschlossen, extra 3.50 „ „ Untertaillen, fein Leiner. 2.85 , Bornotizeu. — Tageskalender für Freitag. 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Vortrag des Mitgliedes d.Ge- meindevertrctung North: 32*D Erlebnisse in einer Gustav-Adolfs- Gemeinde. HN!n.0elM JoiüleiBiigea. HeiT A. Peeck, Molkereidirektor, Neustettin, schreibt: Ich besitze d. Apparat bereits ü>>. 2 Jahre und wurd. die Messer in dieser Zeit nicht geschliffen oder abgezogen. jährlich 300-400 Gold mark Ersparnis. In Blechdose G.-Mk.4.ö0,1 aff. Et ui Mk. 7.50, Extra-Qualit.Mk.9.50(lt. Abbildung«. Neu: iEulcnto GoM-^eservekllngen,fürd stärkst. Bart, Mk.2.75. Streichriem Mk.1.75. Rasierseife Mk 0.65. In d. Stahlw.-Eesch. trhältl. Preisl. gratis. DInleato-Werk, Soliagaa. Fabrikniederlago: Adam Reinig. 3201c] ließen, Seltersweg 21. AemMik! EZantag, 28. April* abdS.7Uhr, -röffnen wir in der Bezirks schule (Westanlage) einen Ansanger- Lehrgang '.Damen u. Herren. UmerrichtSgekd 10^ Anmeldg. an vetrn ^ranz Honstein, Wi beimftr. 6 ld. zu Beginn deS Unterrichts erbeten. 3,oeD Babelab.-Stenogr.- Verein von 1861 and Damenverein „Babelsberger“. Samstag, 26. April, abends 8'/iUhr im Felsenkeller spricht Uandidat Herr Langula aus Sranlsurt am Rain Aerzte und Krankenkassen Die Aerzte übernehmen ab 28. April wieder die kassenärztliche Versorgung der Mitglieder unsrer Verbandskassen Kassenverband für 32140 Gietzen^Stadt und Land. Heutes Filmvorträge Freitag und Samstag ZM MWWU s 1 Mark s Lin junger IWiiai entlaufen. Wieder« brin er erhält gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieh. Anzeigers. 3221D K Der heutigen Gefamt-AuNoge tä^ar liegt ein Wahl Aufruf der Tcutfcheu VolkSvortei bet 3203v Wß Löberstrahe 12: 8reitag 25. Avril 1924 8,S0Endegeg.'/U2 HeilererAM 3oUsnn Sltüöß 8l8»a »MMN Wl Sonntag, den 27. April 1924, abends 8 Uhr, im großen Saale des Kathol. Dereinshauses I* ifalli* Her-Vranmlinig Herr LMkWiilMiM. Mtewt Uns aus Worms spricht über: Herr Schiffszahlmeister G. Graßmuck IMDMMM Tliglich 4 und 8.10 Uhr Jugendliche haben zum 4 IWorlrag ennällgten Elnlrlllspreis. 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Insgesamt war die Entwicklung sehr ungleich- mäbifl. und selbst in ben einzelnen Wirtschaftszweigen nicht gleich. Der vorherrschenden Belebung steht in einigen Industriezweigen em Sc» lähmen bei- Auftragserteilung seilens des Grost-- handels gegenüber. Im ganzen sind bie Derbrauchsindustrien stärker belebt als diejenigen, dre Produktionsmittel Herstellen, oder für den Export arbeite». Die Rentabilität der Betriebe tm besetzten Gebiet erscheint insbesondere durch d.e vertraglichen Leistungen (QHicumrerträge) untergraben. Im Steinkohlenbergbau deS Ruhrgebietes arbeiten noch immer fast alle Zechen mit Einl gung von Feierschichten, obwohl sich der Absatz etwas gebessert hat. Schuld war zum Teil die unregelmässige Versorgung mit Wagen. Infolge der Erhöhung der Arbeitszeit ist die durchschnittliche Leistung auf 840 Kilogramm für Schicht und Kopf gestiegen (Friedensdurchschnitt 890 Kilogramm). — In Deutsch-Oberschlesien hat sich die arbeitstägliche Förderung ungefähr auf dem Stand des Vormonats gehalten. Die Vorkriegsleistung ist noch nicht erreicht. Der Wettbewerb englischer Kohlen wax auf dem deutschen Markt weniger empfindlich. Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau hat die Förderung dem Vormonat gegenüber eine leichte Zunahme zu verzeichnen. Ter Wiederbelebung des Visen st ein- bergbaues im Lahn - und Dillgebiet stehen nach wie vor schwere Hemmnisse im Wege. Die Kreditnot der Landwirtschaft, die niedrigen Getreide» und Diehpreise im Gegensatz -ur Höhe der Preise für die Bedarfsmittel hemmen den K a l i a b f a h. Im Auslandsgeschäft war der Absatz in Kali rege, die Preise wegen der elsässischm Konkurrenz nicht befriedigend. Der Absatz der E i s e n i n d u st r i e zeigt im ganzen eine Zunnahme. Die Rachfrage kommt hauptsächlich aus Handelskreisen, deren Läger geräumt sind. Die Preise des ausländischen Roheisens waren wesentlich höher, als die des Inlandes. Die Rachfrage nach, oberschlesischem Roheisen war belebter; jedoch blieben von ben deutsch- vber'chlesischen Hochöfen noch immer fünf nutzer Betrieb. Im Maschinenbau 'bat sich, die Zahl der Anfragen, besonders aus dem Auslande, zwar weiter vermehrt, doch sind bie Auftragseingänge meist noch ungenügend. Im Düsseldorfer Bezirk arbeiten die Fabriken höchstens mit der Hälfte der Belegschaft. Die bedrängte Lage des Lolomotivbaues, wie des Eienbcrhn- wagenbaues hielt an. Die Ärafttoagenlnbuftrie ist im Rheinland, in Württemberg und Pommern etwas besser beschäftigt. Genügend Arbeit hat der Textil-Maschinenbau. — Die geringe Belebung in der Elektrizitätsindustrie hat im März angehalten. Die Rachsrage nach S t i ck st o f f ist gestiegen. Die Abladungen erreichten die Höchstziffer seit Bestehen des Syndikates. Die Aufwärtsbewegung in der Textilindustrie ist in eine ruhigere Entwicklung übergegangen. Vielfach werden Bedenken geäußert. ob die Verbraucher die abgeschlossenen Mengen reibungslos aufnehmen können. Der Zucker absah nach dem Auslande ist wegen niederen Weltmarktpreises erschwert. Das Baugewerbe zeigt noch kein allgemeines Aufleben der Beschäftigung, obwohl in oer Vorkriegszeit im März in der Regel die Bautätigkeit einsehte. D-ie Möbelindustrie ist fast überall besser beschäftigt. Die Papierindustrie hatte allgemein zufriedenstellenden Eeschästsgang. * * Schwedische Eisenbahn-A a f tr 8ge für ben Thyssen-Konzern. Der „Sem- scheu Allgemeinen Zeitung" zufolge haben die schwedischen Cisenbah-en mit dem Thh sen-Kon- zern einen Vertrag auf Lieferung von £030 Ellen- bahnschienen abgeschlossen. Auch di? schwedi chcn Privatbahnen hoben in großem Umfange ihren Bedarf an Schienen bei Thissen eingedeät. Mehrere Schiffsladungen der teil eilten Schienen sind bereits nach südschwedischen Häfen abgegangen. * Guter Auftragseingang bei den Deutschen Werken, Kiel. Bei der Werst Kiel der Deutschen Werke A. G. wurden in letzter Zeit sechs größere Fahrzeuge in Auftrag gegeben: ein Frachtschiff von 11 050 Tonnen (bestellt Deutsche Dampfschiffahrts A. G. Hansa, Bremen), drei Frachtschiffe von mindestens 1675 Tonnen (bestellt von der Deutschen Dampf schiffahrtsgesell-- schaft Reptung, Bremen), ein Motorfrachtschiff von 6400 Tonnen (bestellt von der Rorwegischen Reederei W. Wilhelmsen, Tönsber), ferner ein Diesclfrachtschiss von z.rka 2000 Tonnen (bestellt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zrettag. 25. April 1924 20,9 2,9 2,5 ') Dom RuckzahlungSwert. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 10,75 4,2 28 30 1.95 3,1 3.1 16,23 8,5 2,1 17,5 1'5 io# 10 10,5 7,5 9,76 14,75 11 15,13 31,25 35,9 46,75 8,5 13 8,2 14,2 20,8 23.5 32 2,4 15.5 13,65 10,5 V,87 10 9 7,65 11,13 26,75 31,25 1.9 3 14 30,87 1,7 3,1 16 10.13 15,38 29,6 35,25 47,75 9,25 14,5 8 20,25 21,25 30 1,8 20 4,65 1.6 2.9 7,3 2,» 35 10,65 15,7 29 35 <6 13,5 8 13,75 20,5 32,5 1.8 20.9 4,87 4.1 8,75 2,45 19 18,34 10,75 10 10.25 7,76 9,25 14,1 7.9 10,5 4,3 29,75 2 3,1 3 15,75 1,15 1.2 12,28 't V 2,75 2,8 2,6 17 13,13 10 J 9.7» 10,25 -7. 7,5 >0 38,13 10.25 15.65 30,75 35,5 47,5 9,5 7,38 32,& 20,1 4.5 1,2 12,5 1,9 3 6,8 7.4 2.8 2,75 von der norwegischen Reederei Fearnley und Eger, Christiania). 'AbschlüsfeimSiemens-Schuckert- Konzern. Der Reingewinn der S i e m e n s- & Halske - A. - G. aus dem Jahre 1923, der 95 Bill, beträgt, wird auf neue Rechnung Dorgetra- gen. Der Vorstand bemerkt hierzu: Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten wir vorübergehend eine Höchstzahl unserer Belegschaft. Gegen Ende des Geschäftsjahres machte sich ein Abflauen der Bestellungen bemerkbar, vor allem im Auslandsgeschäft, da die Preise zu hoch waren. Die Sie- mens-Dau-älnion G. m b. H. Kommanditgesellschaft hat sich befriedigend entwickelt. Erst gegen Ende des Berichtsjahres verminderte der allgemeine Kapitalmangel ben Smgang von Dau-Aufträgen. Ein von der Gesellschaft neu eingesührles Verfahren der Abtaufung von Dorgwerksfchächten findet grobe Beachtung. — Die Siemens Schuckert-Werke D. m. b. H. erzielten 1923 einen Reingewinn von 81 Billionen, der ebenfalls auf neue Rechnung Dorgetragen werden soll. In dem Bericht wird ausgeführt: In das verflossene Geschäftsjahr traten wir mit einem guten Auftragsbestand ein. Die Ruhrbefehung und ihre Folgen erschwerten jedoch die geschäftliche Entwicklung. Um den Ausfall des Auslandsgeschäftes auszugleichen, wurde der Inlandsmarkt befonderS gepflegt. Für die Zukunft sichern uns unsere Aus- landsorganisationen, die Güte der Erzeugnisse den Erfolg. vochmner Ont ... .... Bubtrnl......... . . . Caro i'tuHtb-finrtmburfl ...... ®etfnnlrd)cntr Bergwerk» . voroeucr Bergbau ...... Kaliwerke flfdxreitbtn. .. . Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Oberbedarf VHSiitr Bergbau ...... gbdnfiabl........... wir deck Montan ....... Ixttu» Bergbau Simibarg.«mer»a Tatst... Norddeutscher Llovd Cteramische Werke «lbta .. te^^>erk Hetdeldera . .. VV Hostmana...... -inolo.Cont.Mnano..... Badische fliiHhi........ Chemische Mauer Alapln. . . Goldschmidt.......... GrirSheimer Electron .... Höchster Nnrbwcrke Holiverlohlung........ Rütger-werke Cchcideanstalt gno. klektrUiiStO-EesellschOf» Brramaitir........... Wtaiiikraftwerte........ Schufen........ ettnuul A Hakst»...... Sdlerwerte «leyer Daimler Mot' en. .... . Levligenftaedt........ Megutn............. frankfurter TTrmntnrtn ... skonserveufabrik Braun . . . Mklallaesellschaft Frankfurt. Bel. Union ....... S-i'uhfabnk Herz Eichel.............. Zellstoff Waldstof Zulkeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Äaghäusel . . . ün Billionen Prozent ftranffiirl n M Berlin SchUih. Rur» Sdjlui,. ftlirs Schluh. flu » Schluh. «iir. Duvnm 22. 4. 23.4. 22. 4. 23.4 9lf DenNche NrtchSantrlv, <•/• DlMscht NktchSanleth» 0,0805 0,0815 0,080 0,08?3 0,4 0 0,460 0,460 0,48? ®cutf4e Rctivsanlelh« £/• Deutsche Retch»anlethe . Deulsche evarprämienanleth» 0.260 0,24t 0,260 0,250 0.940 O.UO 0,950 0,950 0,130 0,9'0 0,180 <2« ^rrutzisch« Äonfot» . . . 0,250 0,250 0,255 0,260 9'///. Hessea.......... vL j>kNen ........... Deutsche Werf'. Dollar-Ans. 4,2 4,2 4.2 4,2 dto-Doll.-Schatz-Anweisung.') 81.60 81,60 81#) 81,6 •k Zolltürfen ...... 4,87 S 4,75 Poldmeftkava ..... • 49 51,5 62,5 Werltner HandelSoelellschaf» Gommer», und Prlvat-ipank 27,25 9,9 — 25,25 27 4 4 4 G>armsf. und Naitonalbank . 6,5 6,5 6,7 6,25 De»t>chc Bank......... 7,65 7,65 0,65 7,65 h Hemsche BereinSbank ... Ö,6 DiSconto Tommandtt ... 8.5 8,5 8,25 8,13 Mctalldant........... 11 11,75 1,9 Mitteldeutlche Creditbank. . Oefte.reichtsche tnbiianRaU 1,85 2 2 0,410 0,405 0,400 0,4 Btfibanl........... 0,4 0,4 0,8 0,6 Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. April. Tendenz: Leicht erholt. — Bereits Im gestrigen nachbörslichen Verkehr hatte sich ein gewisses Deckungs- bedürfnis geltend gemacht, das bei Beginn des heutigen Verkehrs zunächst fortgesetzt a>urbe. Dies war bei dem außerordentlich kleinen Geschäft Veranlassung genug, um die Kurse etwas widerstandsfähig zu machen. Ja, es konnten sogar hier und da Heine Erholungen fest gestellt werden. Dabei war auch die Gelbmarktlage nicht ganz ohne Einflust, beim tägliches Geld war erheblich flüssiger geworden: bei unverändertem Prozentsatz gleich einem Achtel Prozent MonatSgeld. Allerdings ist es nur sshr schwer zu erhalten, und eS fehlt darin oft vollkommen an Angebot Rach dem Eintreffen der ersten Berliner Rachrichlen von der dortigen Börse, die schwächer eröffnet hatte, machten sich bald Kursschwankungen bemerkbar und vereinzelt gingen bie anfänglichen Kurse wieder verloren. Der Monianmarlt blieb aber auch weiter am besten gehalten. Deutsch- Luxemburgei 30.5, Harpener 47, Mannesmann 26 Oberbedarf 14,25, Caro 15,75. Auf dem Markt der Chemischen Werte und auf dem Elektromarkt und Schiffahrtsmarkt waren die Rotierungen fast unverändert bei kleinsten Umfätjen. Chemische Griesheim 10, Echeideanstalt 14,3, Badische Anilin 13,25, A. E. G. 8,2. 3m freien Verkehr waren die llmfdtjc besonders bescheiden. Während der anfänglichen Rachfrage hielten die Händler mit bei Abgabe zurück und später hatten sich die Käufer zurückgezogen. Api 3 25 bis 3,75, Krügershall 6 bis 6,38, Decker Kohle 6,38 bis 6,75. Berliner Börse. Berlin, 24. April. (Wolfs.) Die gestern zum Schluh eingetretene leichte Erholung erfuhr bei Beginn des heutigen Effektenverkehrs eine geringfügige Erschütterung angeblich infolge einiger Exekutionsoerkäufe einer Grossbank. Aber nur am Montanmarkte war die Abschwächung deutlicher und allgemeiner und zeigte sich auch hier nur in recht bescheidenen Kursrückgängen. Die anderen Einsatzgebiete konnten ihren Kursstand meist ziemlich gut behaupten, insbesondere Schiffahrts- und Bankaktien. Die freundlichere Stimmung wurde auf die günstigere Auffassung der politischen und wirtschaftlichen Lage infolge der angeblich zustande gekommenen Anleiheprojekte zurückgeführt. Man hofft auch, dah die Schwierigkeiten an ben Metallmärkten sich werden ordnen lassen. Sie wurde in dieser Annahme gestärkt durch die mäßige Abschwächung des Franken im internationalen Verkehr, aber das Geschäft blieb in bescheidenen Grenzen, da wegen der vielen ungeklärten Fragen grobe Zurückhaltung beobachtet wurde. Am Devisen- marfi nahmen die Anforderungen weiter etwas ab. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSqebrücft. vuenoS-Aire«, London, Neu- tiort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne C^.DChc.) 23. April 24 «pril Report. °o S.1. s24. rinnliche 'Jioneruni tliniltch: dotier 111 Meld Brie' «eld Brlri AmN.-Nott. 155,81 157, .'9 166,61 167,39 1 1 Brss.-Antw. 23,34 24,46 23,34 23,48 1 1 Ghrlfttanln. 58,45 56,75 58,6 58,9'1 1 3 Kopendaaen 70,22 70,68 78,42 70,48 1 1 Stoclholm . 110,22 110,78 110,47 111,09 1 2 Helsingfor» 10,52 10,58 10,52 10,58 5 1 Iiallen . 18,95 19,05 18.85 18,95 1 1 London . 18,155 18,545 18,455 18,-42 1 1 Nenyork . . 4,19 28,49 4,21 4,19 4,21 1 1 Pari- .... 28,57 47,43 27,57 1 1 Lchlvel» . 74,21 59,14 74,59 <4,61 74,99 1 1 Svanien . Wien in D.« 59,45 59,35 19,65 1 1 Ceft.abgefL 8,08 6,12 6,08 6,12 voll 20 Prag.... 12,45 12,54 12,48 12,54 1 1 Budapest. . 5,28 5,32 * 1,735 5,48 liti 6.09 5,52 voll voll Buen^Airrs 1,375 1 3 Bulgarien . 8,09 1,725 voll voll Japan .. . 1,685 1,705 voll 20 jslto de Jau 0,475 5,28 i ,48j 1,475 0,48. 50 6 Belgrad . 5,32 5,28 5,32 20 2 Liiiabvn. . 13.16 13.24 13.16 18^4 1 1 FrrTfr. 24. «pril fflrfb Briet Nevark. «/, Vchwever Noten...... ... . DLnt'che Noten .......... Schwedische Noten........ tzolländllche Noten........ »rutsch.Oesterrrich, k 100 Kronen Amerikanische Noten....... Englische Noten.......... tztolienische Noten......... belgische Noten.......... Ungarische Noten......... 74.61 29.19 70,4? 110,47 165,61 6,23 4,19 18,45 19,50 23,31 74,91 2i,32 70,78 111,0 157,39 6,27 4,21 18,55 19, 0 23,46 2 voll 2 2 1 voll 1 1 voll 2 4,66 4,68 voll richechollowakischc N OB..... 12,71 12,79 d Norwegische Noten ........ 58,60 58,90 2 Nnmäntsch« Noten....... - 2,21 2.26 voll Svaotsch« Noten ..... • 69,35 19,65 2 Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. April. Arn Produktenmarkt ze'gte sich keine Belebung des Geschäfts. Roggen war nur von neumärkischen Stationen anscheinend in Deckung auf frühere Abgaben an die Reichsgetreidestelle gefragt. Für Weizen zeigte sich vereinzelt Begehr seitens der Mühlen. Hafer war fest bei knappem Inlandsangebot. Die Geldknappheit liefe weder in Hafer noch in Gerste und Mehl einen gröberen lllmsatz sich entwickeln. Lebhafte Rachfrage bestand für Kartoffelslocken bei steigender Tendenz. Es notierten für je 1000 Kalo: Weizen, mark. 173 bis 178 (behauptet), Roggen, märt. 134 bis 139 (behauptet), Braugerste 170 bis 190 (ruhig), Futtergerste 155 bis 170 (ruhig,) Hafer, märt. 130 bis 138 (fest): für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,50 (ruhig), Roggenmehl 20,25 bis 22 50 (ruhig), Roggenkleie 8,90 bis 9 (fest), Raps 310 (still), Leinsaat 410 (still): für je 50 Kilo: Viktoriaerbsen 27 bis 29, kleine Erbsen 16 bis 18. Futtererbsen 13,50 bis 14, Peluschken 1150 b.s 13, Ackerbohnen 16 bis 18, Wecken 12 bis 14, Lupinen, blau 12,50 biS 13, Sevadella alt 16,50 bis 17,50, neu 12 vis 14, Raps tuchen 11.50, Leinkuchen 22 bis 23, Trocken- schnitzel 9,50 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankf urt a. W., 24 April. SS notterte» für ie 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,15 biS 18,50. Roggen 16 bis 16,25 Braugerste 20 biS 21. tafer, inlänb. 15 bis 15,60, Weizenmehl, südd. pezial 0 27.50 bis 28,50, Roggenmehl 23,50 biS 24, Weizen- und Roggenkleie 10 bis 10,75, Mais 19,25 bis 20 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurt a. M.. 24. April. Auftrieb: 5 Rinder, 5 Färsen und Kühe, 1023 Kälber, 213 Schafe und 830 Schweine. ES trnrbcn bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität 65—70, mittlerer Qualität 58 bis 64, geringerer Qualität 48-57, Schafe 32 bis 46, Schweine unter 80 Kilo 48—58, von 80 bis 100 Kilo 60—63, über 100 Kilo 60- 63. Der Markt verlief ruhig, Schweine öinterliehen lieber- stamd. Büchcrtisch. — England und den deutsch-fran- zö fischen Krieg 1 870 7 1 behandelt Kurt Rheindorf in einer bei Kurt Schröder in Bonn erscheinenden, sich vor allem auch auf eng- lische Quellen stützenden, sehr gründlichen ötubfc. Der Verfasser versucht zum ersten Male den Krieg in den Rahmen der grvtzen europäischen Politik zu stellen und deckt dabei häufig interessante Parallelen zu der europäischen SMfc der Sommermonate 1914 auf. Die britische Vermittlungsversuche, Bismarcks Kampf um die dcul- schen Kriegsziele und sein Reichtg ünimngswerk werden prägnant und überzeugend dargestellt. Ein in großzügigem Mähe beigegebenes Akien- material unterstützt die interessante Lekmre. — Die Karawane, Wilhelm Hauffs Sammlung prächtiger orientalischer Märchen, eine der köstlichsten Perlen romantischer Literatur hat der rührige Freiburger Verlag Emst Günther in einem entzückend ausgestatteten handlichen Bändchen neu herausgebracht. Die grotzen und lleinen Kindern gleich vertrauten Erzählungen sind mit farbigen Tuschezeichnungen von Kin.echand reizend illustriert, die in Steindruck technisch mustergültig wiedergegeben sind. Die Zeichnungen verraten größte Anschaulichkeit, rege Phantasie und gute künstlerische Auffassung. Gin Rachwort Lily Schweyer-Kords verrät liebevolles Verstchch- nis für ein sehnendes Iungenherz^ dein der Calis Storch, der ftetne Muck und der Räuber Drbafan die Herrlichkeiten dieser Welt bedeuten X Shelleys geistesgeschichtliche Bedeutung untersucht der Gießener Privatdozent Dr. Theodor S p i r a in einer in den „Gießener Beiträgen zur Erforschung der Sprache und Kultur Englands und Rordamerikas" I. 2. erschienenen anregend, aber nicht immer ganz leicht geschriebenen Monographie. Spira rückt das kritische Moment in dem Lebepswerk Shelleys in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, die im wesentlichen auf einer tiefschürfenden Auslegung von Shelleys .Verteidigung der Dichtkunst" fufet Den Zusammenhang der Kunst mit dem Schicksal deS Schöpferischen im Leben des Volke» Überhaupf schält der Verfasser als Kem der Shelleyschen Go dankengänge heraus und betrachtet unter diesem Gesichtspunkt Shelleys Auffassung von dem hi- storischen Geschehen. Seine Auseinandersetzung mit den Elementen der Geschichtsphilofophie erfährt eine eingehende Darstellung Ein gewisser Mangel an Gliederung erschwert das Studium der Arbeit, die im übrigen zu dem schwierigen Problem neue reiche Aufschlüsse gibt. Kirchliche Nachrichten. Dietzen. Stadtkirche. SamStag, den 26. April. 2: Beichte f. d. Konfirmanden a. d Matthäusgern. u. deren Angehörigen. IoharmeSkirche. 2: Beichte für die Konfirmanden a. der Johannes- u. Militär- gem. und deren Angehörigen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Landarbeiterstreik in Ostprentzen. Königsberg, 24. April. (WTB.) Infolge van Tarifstreitigkeiten wurden auf etaxa 45 Gütern in dem Kreise Königsberg-Land and Fischhausen die Landarbeiter ausständig. Da die RotstandSarbeiten nicht genügend verlichtet wer» den, wird am Donnerstag die Techn i s che Rot- hilfe eingesetzt. Der britische Fl«!? um die Welt. London, 24. April. (WTB) Reuter meldet aus Karachi, dah der britische Weltslieger Mac Laven, von Dender-Abba- kommend, hier eingetroffen ist. TD" 1 27710 Die feine Zigarette •SchlolAmerongeiH I Großformat Stück 5 Pfg. | g Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt/AL g » IW 18111111« Otto Roquette. (Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages.) Otto Roquette, dessen Geburtstag sich Ende April zum 100. mal jähfte, ist ein merkwürdiges Beispiel für daS Schicksal eines Dichters, der durch die Gunst der Zeitverhältnisse empor- gehoben und bann, als bie literarische Strömung einen anderen Lauf nahm, verkannt und unbeachtet geblieben ist. Das Jähr 1848 bezeichnet nicht allein einen Abschnitt in bet Geschichte der deutschen Politik, sondern auch der deutschen Literatur. War diese früher fast ganz von politischen Anschauungen durchsetzt, so wandten sich nun weite Kreise von ihr ab und bevorzug en Dichtungen, die in einer erträum en Welt der Dergangenhell ober des Märchens aufgingen. Es ist gewih kein Zufall, dah epische Ders- erzählungen wie „Otto der Schütz" vpn Gottfried Kinkel, „Amaranth" von Oskar von Red- Witz. „Was sich der Wald erzählt" von Gustav zu Putlih und „Waldmeisters Drautfahrt" von Otto Roquette fast zu gleicher Zeit, alle um das Jahr 1848. erschienen und bald zahlreiche Auflagen erlebten. Die Jugend von damals wandte sich von der Politik weg und sah offenbar in diesen Dichtungen ihre Ideale verwirklicht. Unter ben hier genannten Schöpfungen jenes Zeitalters ist „Waldmeisters Brautfahrt" dir literarisch wertvollste: sie hat sich auch am längsten in der Gunst des Publi'umS behauptet und findet auch heute noch unter jugendlichen Lesern manchen begeisterten Verehrer. Roquettes tragisches Schicksal ist es nun gewesen, dah die literarische Eigenart seiner Iugenddichtung für fein ganzes übriges Lebens werk so ausschlaggebend im Urteile oer Leserschaft war, datz dieses dahinter verschwand, mochte dicS nun auch ernster und reifer gewesen sein. Otto Roquette flammte von väterlicher axe mütterlicher Seite aus einer proteslantischrn R^fugi^sam-lie, hat aber trotz feines Ramens und seiner Abstammung nichts Romanisches in feinem Charakter, sondern stand -. D. während des deutsch-franzöfischen Krieges 1870 treu zur deutschen Sache. Für feine Heimat Krotoschin in Posen hatte er allerdings wenig Reizung: es zog ihn mehr nach West- und Süddeutschland. In Berlin, Heidelberg und Halle hat:e er Rechtswissenschaft, Geschichte, Philosophie und vor allem deutsch? Literatur studiert und auf feinem Lebrns- toeg viele literarische F.eundschaften geschlossen, u. a. mit Fontane, Scherenberg, Lübke, Franz Kugler, Julian Schmitt, V.mhagen von Ense, Gutzkow, David Friedrich Straub Fr Vischer, Scherr, Semper und Schnorr von Earolsfeld. Rach einer kurzen Laufbahn als Oberlehre, und später als Dozent an der Kriegsakademie in Berlin wurde Roquette tm Jahre 1869 im Alter von 45 Jahren als Professor der Geschichte, Literatur und deutschen Sprache an das Polytechnikum (die spätere Technische Hochschule) nach 5Xarm- stadt berufen, wo er bis zu seinem Tode tm Ickhre 1896 sefehaft blieb, ganz im Gegensatz zu dem Lebenslauf so manches Dichters und Schriftstellers unter feinen Zeitgenossen, die öfters ben Aufenthalt wechselten. In Darmstadt entstanden fast alle seine epischen und dramatifch.m Schöpfungen, die manches beachtenswerte Werk zutage förderten, das in der hessischen Landeshauptstadt nach Gebühr gewürdigt wurde, aber keine welleeen Kruse zog, denn Roquette war em Einsamer und dem literarischen Cliquenwesen abhold. Das hessische Landestheater hat mehrere seiner Dramen mit Erfolg aufgeführt und der ihm befreundete Hofschauspieler Georg Heinrich Hacker hat vielfach an Rezitationsabenden, durch Vortrag aus den Werken des Dichters, für ihn geworben. Roquette war ein Dichter und übertraf mit seinen Leistungen manchen seiner Zellgenos en, die es verstanden haben, Anschlutz an die grobe literarische Welt zu finden. Für diese blieb Roquette immer nur der Dichter von „Waldmeisters D.autfah.-t". Diese Dichtung schildert sehr anmutig, wie Prinz Waldmeister, den ein Botaniker in bie Botaniftcrbüchfe gesteckt hatte, befreit wird und mit dem Töchterchen des Königs Feuerwein, der Prinzessin Rebenblüte, Hochzeit hält. Die Handlung ist Ha einfach, jedoch Roquette entfallet ein Erzählertalent, das an Hans Sachs und Wielano erinnert. Als seine beste Leistung auf epischem Gebiet hielt er fein „Buchstabierbuch der Leidenschaft'. Don Roqueftes heute vergessenen dramatischen Dichtungen ist die Tragödie „Die Protestanten in Salzburg" bemersenswert als ein Vorläufer von Schonhwrs „Glaube und Heimat". Lebendig geblieben ist durch die Lisztfche Musll „Die Legende von der heiligen Elisabeth". Sind manche der Werke Roquet:e5 unverdienter Vergessenheit und der Gleichgültigkeit an- heimgefallen, so gilt dieser Vorwurf vor allem dem „Gevatter Tod", einer außerordentlich eindrucksvollen Dichtung in dramatischer Form, von der Roquette selbst sagte: „Ich war zufrieden mit meinem Werk, denn es lag mehr von meinem innersten Wesen ja rin als in anderen, welche mehr Beifall gefunden haben". Würde Roquette heute als Lebender auf dem literarischen Schauplatz erscheinen, eZ wäre nicht ausgeschlossen, dast er wieder einen überragenden Erfolg über seine Mitstrebenden erringen würde. Was ihn zu seinen Orbzeiten so bald in ben Schatten stellte, war der Rühm anberer Dichter und Schriftsteller, die stärker begabt und tiefer veranlagt waren als er. Kurz nach dem Erscheinen von „Waldmeisters Drautfahrt" tra cn Keller. Jordan. Lmgg, Laube, Fieytirg und Geilel mit ihren Schöpfungen vor bad Publikum .-mb erwarben dauernd dellen Gunst. L rA MWrMWlW-KW. Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. «9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dieser ungeheure SchneefaU ... es hxti ein Eisbairbschah, Len Europa ihm vor die Füße ttxni... and den er nicht aufzunehmen vermochte. Aber wie weit reichten Schnee und Frosts Dis in die warmen, weichen Steppen des Siedler- landes? . . . ilmnöglid)! So weit konnte die Macht ... die Kunst deS Feindes nicht gcfcn . Rur vorwärts!... Mur heraus aus diesen letzten CÖ>rgcn! Da . . . jenseits der Steppe . . da mußte der Sommer wieder beginnen. *2öo blieben die Flugzeug«, die ihm Meldung brächten, wie es da vorne stand? Der Schnee- sturm lieh keinen Boten durch. . . tauschend hob er das Ohr . . . da! . . . Ein Surren von Propellerflügeln Gr ritz den Vorhang zurück und trat ins Freie. Prüfend überflog sein Auge das dunstige Himmelsgewölbe. Da ... In höchster Höhe ein Pünktchen . .. War's einer von seinen Fliegern? . . . Mit kaum bezähmter Llngeduld wartete er. Sein Auge fiel aus die Gruppe der Offiziere, die ihn schweigend anstarrten. Ein argwöhckschrr Blick überflog die Gesichter. Sahen sie die Ver- zweiflang, die in ihm tobte? . . . Erkannten sie die Qualen, die seine Seele folterten? . . . Sollten sie sehen, dah er das Letzte seiner Macht, die Herrschaft über sich selbst verloren? M« erner schmerzyafreu Anstrengung versuchte er seine Mienen zur Ruhe zu zwUtgen. Der Ruf: „Flieger von unSI" drang an sein Ohr und wirkte erlösend. Roch wenige Qlllnulen, in Lenen alle Aufmerksamkeit der näh>rkommen- den Maschine galt. Dann landete das Flugzeug. Der Flieger kam, von vielen Händen gewiesen, den Abhang hinaufgeeilt. Stand vor ihm. „Wo kommst du her?" „Vom LIrall" „Wie weit reicht der Schnee?" „DiS zum Saison-Ror! Die Ebene LeS Sai- san-Ror ist noch braun und toeitk He weiter ich nach Osten kam. desto Weiher wurde das Land." „Las Siedleriand. . „Liegt grün in hellsnv, wcrrmem ©onnen* schein." Ein Blitz zuckte aus den Augen deS Tvghon. „Vorwärts!" Weithin hallend... die Offiziere elektrisierend, drang der Rus von seinen Lippen. Ein Ruck war uurch die Gestalt des Regenten gegangen. Das alte Siegerbewusttsein kam zurück. Mit einer stolzen Geste wandte er sich zu seiner Umgebung. „VorwärtsI 3n ein paar Tagesmärschen sind wir im blühenden Siedlerland. Da ist Sommer! Da ist's wurm! . . . Schnell vorwärtsl . . Da finden wir den Gegner und schlagen ihn, Jeder Schritt bringt uns näher an das sonnige Ziel und an den Feind." Wie ein Lauffeuer pflanzte das Kommando sich fort. Auf! . . . Vorwärts i schallte es durch die rastenden Kolonnen. Hier schneller, bart langsamer erhoben sich die lagernden Truppen. Die For-mationen schlaffen sich zusammen. Die mitten Glieder setzten sich in Marsch 3n unabsehbarem Zuge strebte die gelbe HeereSmacht von neuem gen Westen. So ging es Stunden hindurch. Schon stand die Sonne, die an diesem Morgen mit ihnen im Osten ausgebrochen war, weit vor ihnen im Westen. Doch ihre Strahlen fehlten. Kahl und grau blieb der Himmel. Llnabsehbar streckte sich das weihe Gefilde. Die Dämmerung kam . . . und stärker wurde der Frost. Gr prestte der Luft die letzte Feuchtigkeit aus. An den bizarren Skeletten der im vollen Sommcilaub er,rorenen Bäume bildete sich wunderlicher Rauhreif. Einzelne dicke Reifslocken sielen aus der saft windstillen Luft. Hin und wieder zer-rist ein weithin hallendes Krachen und Donnern die Abenbstihe. Dann war irgendwo der so Plötzlich gefrorene Boden In meileulangen Spalten auseinandergerisien. Rur noch mühsam hielten sich die Kolonnen In Bewegung. Immer häufiger wurden die Stürzenden. Keine Hand streckte sich zu ihrer Hilfe. Da endlich kam dec Befehl: „Halt!" Glücklich die, in deren Rühr Wald wuchs. Im Augenblick krachten die Stämme unter den Schlügen der Aexte. Um die lodernden Feuer drängten die Soldaten ihre erstarrten G.ieder. An vielen Stellen zer-rist schon jetzt die Ordnung. Die. kein Holz mehr fanden, verliefen ihre Plätze und eilten zu ven wärmever^nyenv« Feuern. Die meisten, ohne sich um Ausrüstung u-nd Waffen zu kümmern. Dicht aneinandergv» drängt erwarteten sie den Morgen. 2lach endloser Rächt verriet das Grau Im Osten den kommenden Tag. Fast niederaebrannt waren die Feuer, verschwunden jeder Wald, fo- tveit j>r erreichbar. Der neue Tag begann mit neuer Qual. Während die Hunderttausende vom Hochk)mmen deS Tagesgestirns Erwärmung erhofften, nahm der Frost immer mehr zu. Rur widerwillig, ermattet bis auf den Tod, folgten die Truppen dem Signal zum Aufbruch . . . soweit sie noch zu folgen vermochten. Vergeblich wurde gar mancher angerufen . . . vergeblich gerüttelt . . . Die Toten erhoben sich nicht. Rur langsam kehrte das Leben in jene zurück, die noch die Glieder zu regen vermachten. Kaum konnten die Hände noch die schweren Waffen halten. In dichten Schneewolken fiel der Atem zu Boden. Wie Feuer brannte dec kalte Stahl in den Händen. Schwerfällig setzten die gelichteten, kaum geordneten Kolannen sich in Bewegung. Schon nach kurzer Zeit versagten die Kräfte von neuem. Bei geringen Unebenheiten des Bodens taumelten die Marschierenden, konnten sich nicht mehr aufrechterhalten und stürzten nieder. Immer gröber wurden die Haufen der Rachzügler, die nach der verscheidenden Glut der verlasfen?a---Feuerslatten schwankten und sich dort niederwarfen ... zur Ruhe ... die meisten zur ewigen Ruhe. (Fortsetzung folgt.) Einladung M GMkMWMM. Samstag, den 3. Mai 1924, nachm. 2 Uhr, findet die ordenll. Generalversammlung der Spar- und Vorschuhkasse Uesselbach e. G. m. b. h. bei Mitglied Hrch. Schomber III. mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über das Geschäftsjahr 1923, Fahresrechnuna u. Bilanz p. 31.12. 23. 2. Bericht des Aufsichtsrats § 63 der Stat Gold-Mk.-Bilanz p. 2. 1. 24. 3. Beschlußfassung und Genehmigung der Bilanzen. 4. Beschlußfassung über Derwendung bts Reingewinns. 5. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes. 6. Festsetzung der Geschäftsanteile und Haftsumme in Gold-Mark. 7. Statutenänderung § 46, 48, 49, 61, 73. 8. Zusammenlegung der Geschäftsanteile. 9. Festsetzung der Kreditgrenzen § 36, Ziffer 9 a b. 10. Verschiedenes. Die Rechnung liegt vom 25. Avril ab 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen im Geschäftszimmer offen. 3205D Kesselbach, den 22. April 1924. Für den Atrfsichtsratr Schäfer 11 L, Vorsitzender. HERSTELLER. KRAEMER A FLAMMER HEILßRQAfM fite y— • jeeeee EkstrSmS Caloric-Schwedenpnnsch Vielfach prämiiert. Für dieses erstklassige, bestens bekannte Original-Fabrikat soll der A ((einvertrieb für Gießen und größeren Bezirk an solvente Firma vergeben werden. 11 “ss Mi»! Mric-PuO, Berlin SÄ 68 ÄlGUSrPöRSTEK 7 E r t f 3 r\\0R(?n .......... ßahnhofsirdMe 65 B (OberheMen) . Gegr. 1 S'^'6: LeiitungSsäbige 8inarvenfnbrit (Wochen- Produktion 25— 302)1111) sucht iür die Bezirke Gießen, Frankfurt, Stoffel je einen tüchtig. Vertreter der in Detailgeschästen, HoelS und bei Großtsten beitens eingesührr ist.n.an intensives Arbeiten gewohnt ist. Lchrtfil.Anaeb. mit Reserenzangabe unter 019492 an den Gießener Anzeiger erbeten. Wegs Im “*D Modebans Salomon Sieden, Sshvlstr.il Wir Kaufen gebrauchte MW!»' Ml Mel»-MW Thamr & Sarft Mausburg 8. [asifiD Drucksachen al lerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die BröhFeche Ualw.-Draekerel. R. Langt. 8208o VorfOhrungszeitem an Wochentagen 4, 6 und 8 Uhr, Sonntage 3, 5, 7, y Uhr. Während derVorführung bleiben die Saaltüren geschlossen und ist nur in den Zwischenpausen Einlaß, um alle Störungen zu vermeiden k Nicht zu verwechseln mit Sprech- oder Singfilmen, die bisher gezeigt wurden. ▲ Jugendliche haben Zutritt. Nach den Erfindungen der deutschen Gelehrten J. Massoie, H. Vogt und Dr. J. Engel, denen es nach fünfjähriger, mühevoller Arbeit gelungen ist dieses Wunderwerk zu vollenden, das den deutschen Namen, den deutschen Ruhm in alle Welt tragen wird. Der sprechende Film wurde vor kurzer Zeirf vor einem auserwählten Publikum des In- und Auslandes in Berlin vorgeführt und hat auf die Besucher eine verblüffende Wirkung ausgeübt. Man denke Die bisher stumme Leinwand über die die Personen in gespensterhafter Lautlosigkeit dahinglitten, ist tönend geworden, der Film vermag zu sprechen. Man muß sich darüber klar werden, daß diese Tatsache eine Umwälzung in der ganzen Kinematographie mit sich bringen wird. Der sprechende Film bringt: Ein vollständiges Variete-Programmb L Balalaika - Spieler. 2. Kunstpfelfer. 3. Tierstimmen - Imitator. 4. Musikalische Scherenschleifer. 5. Negertanz auf Glasscherben. 6. Step - Tänzer. 7. Russisches Duett „Wanka Tanka“. 8. Zitherspieler. Der sprechende Film bringt: Eine kleine Operi PapagenO lind P«ipaijen«lj Szenen aus Mozarts Zauberflöte. „Reka“, der vielseitigste Instrumentalkünstler Europas. Der sprechende Film bringt: Die Kammerkunst: Hobellied auoi „Der Verschwender11. Arie der Susanne ausi „Figaros Hochzeit81. Violin- Cello - Vortrag i Arie von HaendeL Der sprechende Film bringt: Das Dorfidyll: Ein Tag auf dem Bauernhof. Ferner offenbart uns der sprechende Film zum Schluß seine Geheimnisse und läßt uns einen Blick hinter die Kulissen werfen. < Ab morgen Samstag, den 26. April, täglich. Die geradezu verblüffende Lösung eines Problems, das die Technik seit dem Tage beschäftigt, wo der erste stumme Film 5 über die Leinwand ging, ist Der sprechende Film