Blatt Zrettag, 24. vttoder 1924 174. Jahrgang fo. Dr. Arthur Osann f Der Beginn der Wahlschlacht (Don nehmen. zu y s ^71 <5 0 - d Standpunkt gestanden, daß Eachversländigen-Gutachtens nationale Reichstagsfraktion bei Annahme des durch die deutsch- diese eine ent- zu Bi recht interessant sein, zu sehen, was bei ter stellung der Kandidatenli te eus de 1 43 lagern" werden wird, irm denen nach de auf am d » $ t: 0 ft" der bei Annahme van 2;.i)e.y«.ii fürbie lagtsnummerbi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite orllichL, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahvorschtist20" .Aufschlag. - Berantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin;sur den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der Rücktritt des StaatZministrrs Dr H r t von der Parteilci ung b .-.miet eine loyale Einlösung seiner nach der Absttm iru g übw die Lawrs» frage gegebenen Erklärrrn^,er. Die Zersplitterung ter dcutschnati n al n 'io.t.'i muct\ um sich nun einmal in prli.ische r und besonders im Parteileben zu entwickeln, auch auf di.' Parte.» leitung ihre Wirkungen ausüben. Es ist kein Geheimnis, dah eine s ly: erheb! che Za'l te deutschen Wähler bestürzt über das „3a" de: 43 einen Teil der Schuld ai die'em Vorgang der Regierung zuschob.m. Der ..Bö rsenku r ier" schreibt: Er vertrete die Auffassung, dah Hergt zum Rücktritt gezwungen worden sei. Das Zentrum für den Eintritt der Deutschnationalen. Berlin, 24. Oft. CSU.) Von den Zentrums» abgcordneten G u 6 r a r d und Lammers, die das Zentrum bei den Verhandlungen um die Rcgierungscrweiterung vertraten, wird eine Erklärung veröffentlicht, die sich gegen die Behauptung wendet, das) die Zentrumsfraktion ihr über nicht gehalten habe. Die Zentrums- verpfändetes Wort den Deutschnationalen gegew- fraktion hat im Mai einstimmig auf dem Die ganze Dankbarkeit und Zuneigung Mitglieder der Deutschen Dollspartei kam der Nachricht von der schweren Erkrankung Osanns zum Ausdruck und b-sonders noch unserer Darmstädter Redaktion.) Wie wir schon in einem Teil der gestrigen Auslage meldeten, ist der Führer der Deutschen Dolk-.-partei im Landtag, Iustizrat Dr. Osann, an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben. Hessischer Landtag. Don unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 23. Oft Der Landtag stimmt Beginn der Sitzung einem Antrag der Abgg. r n b a u m und H a t t e m e r über die Ge° - a -ä EÄ 5- Chrenvorsihenden der Partei ernamrte. ihm di: höchste Würde verlieh, die die Partei vergeben kann. Die Mitteilung davon traf bereits ei c mit dem Tode Ringenden. Dr. O'ann war scho frank seit der Zeit, als die Ausich-e tungen im 3uni 1922 gegen ihr im Zusammenhang m l te 1 Rathenau-^lndgVurgen stattfand:n 3n £?ug .n \ wo er Genesung zu finden hoffte, suchte ihi ein Bluterguß in das Gehirn heim, und wenn sich sein Ee'undh.itszustand anfangs auch weder zu bessern schien, so sollten das trügerische Hoffnungen bleiben. Der Tod setzte einem Leben ein Ziel, das ausschließlich dem Wohle te) te fischen Volles gewidmet war. An der Bah e Dr O anns könnten keine trefflicheren Worte g^prochei w.r- den, als die Gustav Freyt.ngs, der einmal sag' „Ein tüchtiges Menschenleben wirkt segensreich und endet auf Erden nicht mit dem Tod', cs dauert in Gemüt und Tun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit eines ganzer Dolkes." wird Auf- „3a- Fr- wer- Dr. Jarres darf nicht zurückkehren. Duisburg, 24. Oft. (SU.) Dem „Duisburger Generalanzeiger" wird gemeldet, dah die belgische Dekahungsbehörde die Rückkehr von Dr. 3arres in sein früheres Amt als Oberbürgermeister von Dujsburg abgelehnt hat. Rach dem gle'chen Blatt wird die Reichsregierung bei der belgischen Regierung Vorstellungen erheben, dah nach den Londoner Abmachungen die deutsche Verwaltung im Ruhrgebiet restlos wiederhergestellt werden muh. Der sich hier anbahnende Führerwechsel, der offenbar in die Ersetzung Hergts durch den Großadmiral v. Tirpih ausmündcm wird, ist in der gesamten Presse Gegenstand lebhafter Erörterung. So schreibt der deutschna ionale „Lokal-An z.": Dieser Wechsel in der Leitung der Deutschna'wna- len Volkspartei ist jedenfalls dazu geeignet, die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei, die in der Abstimmung vom 29. August zum sichtbaren Ausdruck kamen, zu überbrücken. — Die „Deutsche Zeitung" würdigt den Führcrwechsel folgendermaßen: 3n der Zeit der Revolution wäre er, der kluge und gewissenhafte Erbe altpreußisch:r Beam entradi'ion wie vielleicht nur wenige dazu berufen gewesen, eine große staatserhaltende Par ei mit Erfolg zu leiten. Den Ausgaben eines Führers vaterländischer Bewegungen im heutigen Deutschland wäre er jedoch nicht gewachsen. Niemand werde aber Exz. Hergt als Menschen Vorwürfe machen Sorgfalt, Umsicht und Pflichttreue genügen nicht in einer vorwärtsstürmenden Kampfzeit, die rücksichtslose Entschlossenheit und kühnen Wagemut von den Leitern politischer Parteien verlangt. Der „Vorwärts" hält den A'?gwrdn:ten Hergt für eine Konzessionan dem Rechts- rad i ka lismu s — Die „Vo ss. Zt g" fcrirgt sprechende Vertretung in der Reichsregierung erhalten müsse. Die Fraktion des Zentrums hat ihr möglichstes getan, um eine Mitarbeit der Deutschnationalen in der Reichsregierung herbeizuführen. Die politischen Vorkommnisse haben deutlich gezeigt, dah Oie Erweiterung der Reichsregierung nicht an der Haltung des Zentrums, sondern an anderen Ursachen gescheitert ist. Die Demokratische Partei an die Abtrünnigen. Berlin, 24. Olt". (TU.) Reichsminister a. D. Koch hat an den bekanntlich ausgetretenen Professor Verland ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: 3ch bitte zu entschuldigen, wenn ich der Meinung Ausdruck gebe, dah es auf einer Selbsttäuschung beruht, wenn Sie glauben, daß Gegensätzlichkeiten Ihrer Anschauung nicht zu den Grundsätzen, sondern nur zu der H a l t u n g der Partei bestehen. 3hrerseits hat die Partei ihre Grundsätze verlassen. Es ist falsch, dah die Partei es grundsätzlich ablehnt, die Deutschnationalen in der Regierung zu sehen. 3ch habe in der Fiaktion als Grund unserer ablehnenden Haltung wiederholt hervorgehoben, dah die deutschnationale Partei noch nicht reif sei, an den Geschäften der Reichsregierung teilzunehmen und habe namentlich ihre unklare und unzuverlässige außenpolitische Haltung, die eine schwere Gefahr für die Räumung der Ruhr und den deutschen Auslandkredit darstellt zur Begründung angeführt. Aehnlich hat sich der Abgeordnete Keinath geäußert. Auch der Wahlaufruf unserer Partei stellt diesen Gesichtspunkt in den Vordergrund. Wer den Wahlaufruf der Deutschnationalen Volkspartei liest und mit der Zustimmung der Deutschnationalen zu den Richtlinien des Reichskanzlers vergleicht, wird mir recht geben müssen. Die Deutschdemokratische Partei hat bis zum letzten Augenblick an der Politik der Mitte fest- gehalten. Sie hat den Kanzler ersucht, für die von ihm verantwortlich geführte Politik ein Vertrauensvotum vom Reichstag zu verlangen. Die Deutschdemokratische Partei ist nicht nach links abgerückt. Wir sind eine Partei aller erwerbstätigen Schichten. Wir kämpfen gegen die So ; al sierungsbest.-ebungen ebenso wie gegen eine Vertrustung der deutschen Wirtschaft, für eine Verbilligung der Produktion. Auch in der Zollfrage sind wir diesem Grundsatz treu geblieben. Ich hätte es für richtiger gehalten, wenn Sie in einer Zeit, wo es einen schweren Wahlkampf um die Politik der Mitte gibt, nicht in aller Oefsent- lichkeit mit so einseitigen Vorwürfen gegen eine Partei vorgehen würden, zu deren Grundsätzen Sie sich auch heute nicht in Gegensatz stellen zu wollen erklären. Minister Hamm lehnt eine Kandidatur ab. München, 24. Oft. CS. U.) Die Wahlkreisorganisation der Deutschdemokratischen Partei für Oberbayern und Schwaben hat Reichs- m in ist er Hamm erneut die Spitzenfandidatur angetragen. Hamm teilte jedoch mit, dah er nach zehnjährigem auf eiben den poli ischen Schaffen aus Gesundheitsrücksichten leider nicht in der Lage sei, die Lasten eines Wahlkampfes diesmal auf sich Ein Dementi. Freiburg i. Dr., 21. Ott (WTB.) Die Firma Gebrüder Himmelsbach 21. = ®., F eibutg im Breisgau läßt du-ch das Wolff- bureau folgende M tteilung verbreiten: In letz er Zeit wurde von gewis en politischen Pre sen die Mitteilung verbreitet, daß die früheren Reichskanzler Fehrenbach und Wirth in engen geschäftlichen und verwandtschaftlichen Verbindungen mit der Firma Gebrüder Himmelsbach stehen. Demaegenüber macht de Firma Gebrüder Himmelsbach die Feststellung, daß weder Fehren- bach noch Wirth im Aufsichtsrat dieser F rma sind noch waren und beide keinerlei verwandtschaftlich e Dezi Hungen zur Familie Himmetsbach und keine geschäftl ichen zur F rma Gebrüder Himmelsbach A.--G. je gehabt haben. Be de stehe i dieser F rma völlig fern und haben keinerlei Einfluß auf deren Geschäftsführung Was im übrigen die gegen die Firma Himmelsbach erhobenen Dorwürfe betrifft, so wurde inzwischen g-eg n die Verleumder Klage eingereicht. — Man wird nun allerdings gespannt sein dürfen, welches Ergebnis der Prozeß für die so schwer angeschuldigte F.rma haben wird. 7« j x *■* (0 fw > Z 2® ODD Währung einer Entschädigung an die.ent- (offenen und verheirateten Beamtinnen zu. 2lbg. Kaul (Soz.) und Gen. haben einen Antrag auf Aufhebung der Reichs«- Personalabbauverordnung und des heffischen Personalabbau- g e s e h e s beantragt. Der zuständige Ausschuß beantragt, den ersten Teil anzunehmen und der zweiten für erledigt zu erklären. Rach längerer Debatte wird der erste Teil angenommen und der zweite abgelehnt. Präsident Adelung hält hierauf folgende Ansprache: Meine Damen und Herren, soeben ereilt uns die Kunde, daß eines der ältesten und bewährtesten MitgliÄ>er dieses Hauses, der Abg. Dr. Osann, feine Augen zum ewigen Schlummer geschloffen hat. Als er vor wenigen Wochen im Süden Erholung suchte, hat ihn eine plötzliche, schwere Krankheit auf das Schmerzenslager geworfen, von dem ihn jetzt der T 0 d erlöste. Meine Damen und Herren, wir allc stehen tief erschüttert ob der Todesnachricht, die uns trifft am voraussichtlich letzten Sage der Verhandlungen des gegenwärtigen Landtages. Seit dem Jahre 1906 gehörte er ununterbrochen der wird ihre bisherige Politik der inneren K o n- s i l i d i e r u n g auch weiterhin verfolgen. So wie bisher die Außenpolitik der Deutschen Volkspartei eine immer größere Anhängerschatt gefunden hat, so hofft sie auch, daß die Neuwahlen die Grundlage für eine Zusammenfassung immer größererKräfte auf der Linie der Deutschen Volkspartei in der inneren Politik schaffen werden. Deutschnationaler Führerwechsel. Hergt vom Partcivorstand zurückgetreten. — Tirpih Mitglied der Parteileitung. Berlin, 24. Okt. (TA.) Der Parteiborstand der Deutschnationalen Volkspartei hielt gestern im Reichstag eine Sitzung ab, in der an erster Stelle die Frage des Wahlkampfes erörtert wurde. Der bisherige Parteivorsitzende Etaatsminister Hergt erklärte entsprechend feiner bekannten öffentlichen Ankündigung, dah er den Parteiborsih niederlege, nachdem die Derhandlungenüber die Regierungsumbildung ihr Ende gefunden hätten. Der Parteiborstand nahm mit schmerzlichstem Bedauern den Entschluß des hochverdienten Parteiführers zur Kenntnis, sprach ihm den Herz- l i ch st e n Dank für seine erfolgreiche,, selbstlose Leitung der Partei aus und richtete an ihn die einmütige Ditte, als Mitglied der Parteileitung weiterhin der Partei seine Kräfte zur Verfügung zu stellen, die unter ihm zur stärksten Partei Deutschlands geworden sei. Mit der Parteiführung wurde bis zur sahungsgemäßen Neuwahl der Parteiinstanzen, die erst Ende dieses Jahres stattfindet, der Dorsitzende der preußischen LandtagSsrattion Dr. Winkler betraut. Zugleich wurde Großadmiral von Tirpih einhellig zum Mitglied der Parteileitung ernannt. Die Vorsitzenden der Landesverbände der Deutschnationalen Volkspartei werden Anfang November zu einer Sitzung zusammen- treten. berar.g der Radikalen dir Pa.lei gere.n gt den soll. — Die „Kreuz zeitung Ich eibt: dem Parleilag der Deutschen Volkspartei letzten Sonntag in Darmstaot, als mar ihr zum w ss d~t> 's. IN? „0 *■* Der Tod des Landtagsabgcordnclen Dr.Osann ist nicht allein für die Deutsche Voltspartei, sondern für ganz Hessen ein außerordentlich schwerer Verlust. Er war ein außergewöhnlich kenntnisreicher Politiker, der auf eine langjährige parlamentarische Erfahrung zurückblicken tonnte. Immer, wenn Dr. Osann sprach, lenkte er die Aufmerksamkeit des ganzen Landtags auf sich und er besaß ein Ansehen als Politiker, das über den Rahmen seiner Partei hinausging. In früheren Jahren waren die Etatsreden Dr. Osanns parlamentarische Ereignisse: sie zählen mit zu den bedeutendsten Reden, die in diesem Hause gehalten wurden. Sie ließen die große Sachkenntnis besonders in die Erscheinung treten und zeichneten sich durch eine maßvolle, immer das Wesen der Sache treffende Kritik aus. Arthur Osann wurde am 27. Oktober 1862 als der Sohn eines bedeutenden Vaters geboren, dessen Wirken als Abgeordneter und dessen charaktervolle Persönlichkeit noch unvergessen ist. Er besuchte das Gymnasium in seiner Vaterstadt Darmstadt und dann die Aniversiläten Straßburg, Leipzig, Bonn, Gießen und Göttingen, um Rechtswissenschaft zu studieren. Am 1. Januar 1590 ließ er sich in Darmstadt als Rechtsanwalt nieder und trat bald darauf in das politische Leben ein. Gleich seinem Vater schloß er sich der Nationalliberalen Partei an und wenige Jahre darauf berief ihn das Vertrauen seiner Mitbürger in den Hessischen Landtag. Es war dies im Jahre 1906; seit dieser Zeit hat Dr. Osann ununterbrochen dem hessiscHm Parlament angehört Seine großen Kenntnisse auf dem Derwaltungs- und Finanzgebiet brachten ihn bald in eine führende Stellung unter den Abgeordneten. E ne große Zahl von Anträgen trug feinen Nam.n, und im Laufe der Jahre hat er bei der Gestaltung viele, Gesetzentwürfe im Parlament erfolgivich mit- gearbeitet. Von 1910 bis zur Revolution war Dr. Osann Vorsitzender des Finanzausschusses, auch hier konnte er anregend und gestaltend wirken. Während der Jahre 1907 bis 1912 g? hörte er auch dem Reichstag an. Nebenher ging noch ferne Tätigkeit als Kreistagsabgeordneter und Stadtverordneter. Große Verdienste hat sich Dr. Ofann als Führer der hessischen Nationalliberalen Partei erworben: er hat in jahrelangem Kampfe bte Partei sicher geführt, trotz mancherlei Anfeindungen im eigenen Lager, von Kreisen, die fein: Taktik nicht verstanden. Als die Deutsche Volks- Partei in Hessen ins Leben gerufen wurde, roai Dr. Ofann mit unter den Begründern. ■ um Ausdruck, dah der Rücktrst t Hergt's ein Zeichen für starke Zersplitterungser- scheinu ngen innerhalb ter deutschnationalen Partei sei. — Das „Berliner Tageblatt" meint: Es scheint demnach, als ob der Kurs der dcuischnattonalea Paart.i sich nach der rad.kal- völkischen Seite hin betregen teerte Es ' - e- ''»4.- = - -. 2 2 ; r. 1 1 r, W D - »*=£■' $ JD rvO » 2 = a c'Q 3 — X.* „ ■'<* —>r> -sCO 09 ' ic0 2 0 ■ 5 2^ d sw 5 5-x ? 2 p 2.2'C' — 2 »Vp. Ur. 251 Erster Erscheint lüglich, außer Sonn- und Feiettags. Beilagen: VießenerFamilienbläller Heimat im Bild. Monats-Bezugrprelr: 2®olbmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschküsse: Schriftleitung 112, 23er- lagundGeschästsstelleöl. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Kranftutt a. M. 11686. Allmählich rücken die Parteien mit den Schlagworten her ans, unter denen sie den Wahlkampf xu führen gedenken. Am freigiebigsten ist damit Die Sozialdemokratie, die ja schon feit Wochen die Parole gegen den Br 01 - Wucher audgegeben hat und in diesem Zeichen zu siegen hofft. Die entscheidende Frage aber, das muß Kautter sowie Müller haben nichts darüber zu sagen. Aach weiterer Erörterung über die Satzungen verlangt Iustizrat Hahn, daß endlich in aller Oeffenilichkeit der wirkliche Zweck der O. C. festgestellt wird, damit endlich die Behauptungen von einer innerpolitischen Mörderzentrale, die bereits wieder in der Presse auftauchen, zum Schweigen gebracht werden. Der Befehl der O. C., der die Aufstellung des Regiments „Süd" fürden Abwehrkampf in Oberschlesien regelt, wird dann verlesen. Dem Angeklagten Henkel ist vom Iungdeut- schen Orden gedroht worden, wenn ec weiter für Oberschlesien werbe, werde man ihn der Staatsanwaltschaft anzeigen. Daraufhin hat Henkel seinen Austritt aus dem Iungdeutschen Orden erklärt und diesem Verrat an der nationalen Sache vorgeworfen. Sein Brief an den Großmeister des Ordens wird verlesen, in dem er erklärt, daß in keiner Weise ein Rechtsputsch beabsichtigt sei. Die Vernehmung der' Angeklagten Fritsch ergibt, daß ec auch die Vorbehalte gemacht hat, sich zu nichts zu ve Pflichten, was gegen di? Regierung {ü .,72 Der Vorsitzende schließt ans dreiem Vorbehait, daß eü nach den Satzungen nah^liege, baß etwas gegen di? anti-nationale Regierung be- ül'fichtigi tone, wird aber von den Angeklagten berichtigt, daß hier von einer Bekämpfung der A rfafsung und zwar nur in Wort u i< d S ' i i f t. wie das ein Recht jedes Staats- bürgers , gesprochen werde und keineswegs von einem S. up, gegen die Regie-ung. Auch diese Ve^net-mung spinnt sich wieder darauf zu, daß es sich Lei cen Satzungen nur um einen (Snttourf handelte. Der Angeklagte Freiherr von Zedlitz war Vertrete i) r Organisation Consul in Schlesien. Er unterstand im , Kriege dem Kapitänleutnant Hoffmann. Er war in München zu einer Besprechung, die aber nur den Zweck verfolgte, die c- l t e n Mar^neangehörigen im kamerrrs.' Etlichen Sinne zusammenzu- schliei n. Von einer Werbung war nicht die Rede. Ach Satzungen waren nicht bekannt Die Ocganii'i ; i Oonsul war lediglich, soweit überhaupt --.... einer Organisation die Rede sein konnte. , - . O b e r s ch l e s i e n b e st i m m t. Politische Ziel. lamm nicht in Betracht. Ehrhardt war nur geistiger Führer der Organisation. Angeklagter Ehrentraut, Korvettenkapitän a. D., war Angehöriger der zweiten Marinebrigade. Ec weist darauf hin, daß bei dem Verhalten der Regierung gegenüber den vaterländischen Organisationen, die in den Auf rühr - kämpfen ihr Blut für ihre Stützung eingesetzt hätten, die herrschende Empörung nur zu verständlich war. Vorsitzender: Können Sie der Regierung zum Vorwurf machen, daß sie eine offizielle Danksagung an die Kämpfer untertaffen) hat? Die Regierung ist doch verfassungsmäßig zustande gekommen. Angeklagter: Wir können aber verlangen, in Schutz genommen zu werden gegen Angriffe, wie sie gegen uns von Regierungsmitgliedern erhoben worden sind. Rechtsanwalt Sack erklärt darauf, daß nun endlich einmal fest gestellt werden müsse, daß die Re ich s- regierung die Oberschles i en kämpf er vollständeg im Stich gelassen habe, nachdem diese Kämpfer sich in den Zeiten der höchsten politischen Rot in Oberschlesien zur Abwehr eingesetzt und die wackelnden Ministersessel sofort befestigt haben. Die Regierung habe es ruhig zugelassen, daß im Parlament gegen die Organisation Eonsul gewettert wurde, obwohl lange vorher die g tu nd- lofen Verdächtigungen durch den Oberreichsanwalt erledigt worben waren. Kapitän Weber, der die Skagerakschlacht mitgemacht hat, war Angehöriger der zweiten Marinebrigade in leitender Stellung. Anläßlich des Abschieds Ehrhardts berief der Angeklagte im Munsteclager eine Soldatenversammlung ein, um als Aächstältester die Verdienste Ehrhardts zu würdigen. Hinsichtlich der Oiganr- sation Consul erklärte der Angeklagte, daß ihm innerhalb der Organisation jede Politrk- macherei verhaßt war, daß ihn lediglich soldatische Ziele an die Organisation banden. Ihm sei an der Pei'son Ehrhardts dessen Führerpersönlichkeit maßgebend gewesen. Der- Angeklagte Wehrmann, Oberleutnant zur See a. D., 'Beteiligter am Kapp-Putsch, entschloß sich, wie er sagt, sofort nach dem Fehlschlag des Putsches seinen Abschied zu nehmen. Für ihn sei die Organisation Consul lediglich eine Gehe«.morganisatvon mit militärischen Zielen ohne Spitze gegen die Regierung gewesen. Auf Befragen erklärt der Angeklagte weiter, daß in der Marinebrigads einhellig die feste Überzeugung bestanden habe, daß Ehrhardt niemals ein Hochverräter fei oder werden formte und daß er niemals gegen irgendeinen Befehl ihm übergeordneter militärischer Stellen handeln oder etwas eigenmächtig unternehmen würde. Vorsitzender: Ich bin nun am Schlüsse dec Beweisaufnahme. Im Einvernehmen mit dem Oberceichsanwalt habe ich den damaligen Unter- suchungs richt er geladen, um negaiive Feststellungen zu treffen, die auch in der Anklageschrift getroffen sind, daß weder ein Beweis dafür erbracht ist, daß die Organisation Consul hochverräterische Ziele verfolgt, noch dafür, daß sie als Mörderzentrale anzusehen sei. Der Präsident schlug darauf Vertagung auf Freitag vor. Es werden dann die Plädoyers beginnen. Täuschungsmanöver. Berlin, 23. Oft (Wolff.) Dor einigen Tagen gab die Verwendung einiger alter un» brauchbarer Geschütz rohre als Artille- rieziele auf dem Schießplatz in Königsbrück bei Dresden den Pariser Blättern Veranlassung zu der Falschmeldung, in der Dresdener Kaserne se'en zwanzig moderne schwere Geschütze gefunden worden. Reuerdings wird von derselben Presse die 'Tatsache, daß die Interalliierte Militärkommission bei dem Besuch des Borsigtoerks in Tegel in der Herstellung begriffener Stahlflaschen festgestellt hat, als Anlaß benutzt, um die Aachcicht zu verbreiten, die Interalliierte Militärkommission habe in dem genannten Betriebe mehrere tausend Granaten gefunden, die von der deutschen Regierung entgegen den Bestimmungen d?s Versailler Vertrags bestellt worden seien. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie gewisse Kreise, denen der glatte Verlaus der Generalinspektion unerwünscht ist, sich bemühen, die Welt über den Stand der deutschen Ausrüstung irrezuführen. Die Wiener Bankzusammen- brüche vor dem österreichischen Parlament. Wien, 24. Oft. (TU.) 3m Wiener Parlament kam es gestern zu einer äußerst stürmischen Auseinandersetzung über die letzten Wiener Bank- zusammenbrüche. Dr. Eisner machte dem Justiz- Minister und dem Finanzminister schwere Vorwürfe. Der Fall C a st i g l i o n i sei eine Katastrophe für die österreichische Justiz, denn woher könne ein österreichischer Richter den Mut nehmen, einen armen Teufel, der gestohlen habe, zu verdammen, wenn er foldje Lumpen frei herumlaufen lasse? Man müsse sich fragen, woher die Goldstein, Castiglioni, Reumann und andere von dem gegen sie zu erlassenden Haftbefehl Kenntnis bekommen haben, so daß sie n o ch rechtzeitig fliehen konntep. La Mette gegen Versailler. Dec Wahlkampf in Amerika kommt allmählich immer rascher zur Entwicklung. Der mit sehr §:oßen Aussichten auf Erfolg kandidierende a Follette sucht bekanntlich mit besonderem Eifer auch die Stimmen der Deutschamerikaner auf sch zu verein n. Daher ist cs begreiflich, daß er in der Wahlrede, die er soeben in' (3t. Louis g halten hat. sich sehr deutschfreundlich ausgesprochen hat. La F stlette nannte den Versailler Vertrag schändlich und tadelte W i 11 o tr, dessen Politik es England erst ermöglichte, die Blockade gegen Deutschland durch.) u- fühcen. Die amerikani'che Kriegserklärung an Deutschland sei unter dem Drucke verschiedener Banken erfolgt. Selbst wenn man die Wahltenderlz der Ausführungen La Folletes im Auge behält, so bleibt es doch auch vom allgemeinen Standpunkt aus sachlich sehr bedeutsam, daß das Lügengewebe, das seit 1914 zum Schaden Deutschlands in der ganzen Welt von der deutschfeindlichen Propaganda gesponnen wurde uird immer noch gesponnen wird, durch diese rednerischen Vorstöße La Folettes wieder einmal ein beträchtliches Loch erlitten hat. Und auch vom deutschen innerpolitischen Gesichtswinkel aus srnd die Feststellungen La Follettes wertvoll. Zwar gibt es heute wohl kaum noch einen anständigen I Politiker, der den schwächlichen und verbogenen) „Charakter" Wilson als Völkerapostel feiert, aber in der Erörterung dec Kriegsschuldfrage wird denjenigen Deutschen, die den Ausbruch des Weltkrieges auf das Sündenkonto gewisser internationaler F.nanzkreise buchen, noch immer aus inner- politischen Gründen von ihren Gegnern der Einwand entgegengehallen, daß der „Militarismus" dec am Kriege Schuldige sei. La Follettes Behauptung, daß internationale Bankkrrise den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg verursacht haben, sollte die Aiitimilitaristen veranlassen, ihre Ansicht über die Kriegsschuld künftig etwas zurückhaltender zum besten zu geben. Denn die gleichen Kräfte, die Amerika als letztes Glied in die Kette der gegen Deutschlands Existenz verschworenen Staaten einfügten, hatten auch beim Ausbruch des Krieges ihre Hände im Spiel. Das vernichtende Urteil La Follettes über das Versailler Diktat soll nicht vergessen, sondern bei Gelegenheit hervorgeholt wer. en, wenn die eines Tages doch notwendig werdende Revision dieses Schandvertrages auf der Tagesordnung steht. Das Ergebnis der norwegischen SLorthingwahlen. Christinnia. 23. Oft. (TU.) Der Ausgang der Storchingwahlen läßt sich wie folgt beurteilen: Die Kon servat iven , verein gt mit den Moderaten, haben 54 Mandate erreich', gegen früher also 3 verloren. Die Bauernpartei hat 23 Mandate bekommen, gegen frühen 6 gewonnen; die gemäßigte Linke erhielt 33 Mandate, hat also 4 verloren. Die radikaleBolksPa!rtei gewann 2 Manda e. Die Sozialdemokraten h >b.m 9 Manda e bekommen, die Arbeiterpa ctei 23, die Kommunisten 6. Die drei letzten Parteien haben zusammen 1 Mandat gewonnen. Die bürgerlichen Parteien sind dennoch mit 77 Mandaten gegen 73, die auf die anderen Parteien entfallen, in der Mehrheit. Da aber kaum alle Mitglieder der Bauernpartei in allen Punkten mit den Konservativen zu'am- mengehcn, kann man nicht sagen, daß die Wahl die politische Lage geklärt hat. Daß sie eir.e Regierungskrise bedeutet, ist zweifellos. Als neue R.gierungsfühver werden Aoraham Berge (Kons.) ober der Führer der Bauernpartei, Johann M e l l b h s, genannt. Gur • - * ■■ •“ — Peking besetzt. Peking, 24. Oft. (WTB. Funkspruch.) General Feng-Vu-Hsiang, der gestern abend in aller Ruhe und unerwartet Peking besetzte, hat die vollständige Kontrolle der Hauptstadt. Alle Verbindungen sind abgeschnittrn; die Stadttore ge- schlcssen. General Feng-Bu-Hsiang ließ eine Proklomation anschlagen, nach welcher er keinen Krieg führen will, der das Land ruiniert und den Verlust von vielen Menschenleben verursacht. Er hat eine Konferenz zwischen der Regierung und der Gegenseite einberufen, um dem Kriege Einhalt zu tun. Seine Truppen liegen als Garnison in Peking, um die Ruhe aufrechtzuerhalten und die Ausländer zu schützen. Aus aller Welt. Die Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates. Berlin, 24. Oft (T. U.) Unter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen Deutschstmds trat gestern dec Deutsche Landwirtschaf^rat zu seiner 56 auß.uordentlichen Vollversammlung zusammen. Die Tagung ist ciitberufen worden, da die bevorstehenden Wictschaftspoli.ifchen Maß ahmcn, ins- besondere die Gestaltung der deutschen Handelspolitik, eine eingehende Beratung der amtlichen landwictschaf.lichen Berufsvertcetun- gen erforderlich erscheinen lassen. Internierung des Erzbergermörders Förster-Schulz in Ungarn. B u d a p e st, 24. Oft. (TU.) Der Erzbergermörder Förster-Schulz befindet sich noch immer in Polizeigewahrsam, obwohl es schon entschieden ist, daß er aus Ungarn auSge- wiesen und abgeschoben werden soll. Hiermit hat es jedoch seine Schwierigkeiten, da keins der Nachbarländer geneigt ist, Förster-Schulz aufzunehmen. Es wird also nichts anderes übrig bleiben, als ihn in Zala Egerszck zu internieren. Ein neues Opfer der Berliner Elektrischen. Die 55jährige Gattin des Oberbefehls- 6 aber ä des Truppenkommandos 1 dec Reichswehr Berlin, General der Artillerie v.- Beh cendt, wurde gestern, als sie den Fahrdamm der Hardenbergstraße überschreiten wollte, von einem Straßenbahnwagen überfahren und getötet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Oft. 1924. Die Schueegäufe ziehen. Es ist Herbst geworden draußen im Wald. Ueberall rascholn die welken Blätter unter unseren Füßen. Verstummt sind alle die herrlichen Vogellaute, ein wehmütiger Zug geht durch die ganze Natur. Und wenn das trübe Aegeagewölk tagelang den Himmel verhüllt, daß die Sonne nicht scheinen kann, dann ist es eben Ech „zum Abschiednehm-en just das rechte Weiter". Schon viele unserer gefieberten Freunde haben uns verlassen. Der Segler, dec im Sommer unsere Türme umfchwirrte. der'K u cf u cf, der Würger, die Stelzen, die Grasmücken unb wie sie alle heißen, fehlen schon lange in den Reihen der einheimischen Singvögel. Die Stare haben sich zu großen wolkenartigen Vogelheeren zusammengechllssen unb streichen planlos im Lanbe umher, die Lerchen liegen scharenweise auf den abgeerntelen Aeckcrn in Gesellschaft mit Finken, Ammern und Piepern. Wenn aber bleiche, dampfende Nebel über die rauhen Bergh-iden des Vogelbergs schleichen, wenn dec Sturm im Oberwald die dürren Aeiie bricht und die Dergbauem tn den Oberwald>ör- fern Feuer im Kachelofen anmachen, dann wird man mit dem Klingen der fturmgerüttelten Ki ch- turmgloden di,e rauhen Rufe der wandernden Wildgänse unb Reiher unb Kraniche hören, die Tag und Nacht, von unbezwingbarer Gewalt unb Sehnsucht getrieben, über die nebligen, feuchtkellten Berge und Wälder unserer Heimat dahincudem. Unb in dem Atchzen und Stöhnen der vom Waldwiird gerüttelten Buchen geben die Töne dec Vogelzug-acht eine zauberhafte Musik; die Alten sagten, in solchen Nächten ziehe der wilde Jäger über die Hirschgründe dahin. Und diese Zeit haben wir jetzt. Darum, wer den Zug des wilden Jägers vernehmen will, der gehe hinaus in die Natur unb lausche ihren Tönen. Die Schneegänse ziehen! Karl Rudolf Fischer. Gießener Wochenmarktpreise am 23. Oktober 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem Wochenmarkt: Butter 200 bis 210, Matte 30, Käse 75, Wirsing 8, Weißttaut 5, Rotkraut 9, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 30, Römischkohl 5, Unter* lohlrabi 6, Grünkohl 15, Feldsalat 50, Tomaten 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Kürbis 5 Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Nüsse 60 Pf. bas Pfund, Eier 17, Blumenkohl 20 bis 150, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 8, Lauch 5 bis 20, Sellerie 10 bis 30, Pf. das Stück, junge Hahnen 90, Suppenhühner 100. Gänse 100 bis 120 Pf. das Pfund. Vornotizen. — Ta g esk alende r für Freitag. Stadttheater, 61/» Uhr: ,,Hollandweibchen". — Rentnerbund, 8 Uhr Singsaal des Renlghm- nafiums' Untechaltungsabend. — Erster Gießener Dillardllub, Si/2 Uhc Cafe Amenb: Generalversammlung. — Rundfunkhaus Löberstraße 12, 8V2 Uhr: Zauberei auf dem Sender, 10 dis 11 'Uhr: Tanzmusik. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße : „Ausgerechnet Wollenkraher". — Hess. Dildecbühne: „Auf afrikanischen Iagdpfaden". — Eine Versa mmlung aller Kriegsopfer soll morgen abend bei Boller, Bahnhofstraße, stattsinden. (S. Anzeige.) Wettervoraussage. Nachtfrostgefahr, tagsüber Bewölkung mit Temperaturzunahme, zunächst trocken, höchstens später geringe Niederschläge. Während gestern tagsüber, der Himmel auf der Rückseite des südostwärts abgezogenen Störungsgebietes noch meist bedeckt war, Härte es abends auf. Klarer Himmel in Verbindung mit nordöstlichen Winden bewirkten in der letzten Nacht starke Temperaturfälle. Vielfach lag in Deutschland das Minimum unter 0. Ein starkes Hoch liegt mit seinem Kern über Dänemark, es verschiebt sich jedoch unter dem Angriff v)n Westen vorrückender Störungen langsam nach Osten. Morgen dürfte jedoch sein Einfluß noch überwiegen. ** Zum Flugtag in Gießen. Wie wir hören, ist die Nachfrage nach Einttitts- karten zu dieser großen flugsporttichen Veranstaltung bei den Kattenvorverkaufsstellen in Stadt und Larrd andauernd sehr rege. Die Leute, die sich beizeiten die Zutriltsmöglich- keit sichern, tun gut daran, denn sie ersparen es sich, am Sonntagmittag an den Eintrittskassen womöglich lange Polonaise stehen zu müssen, und sie riskieren ja auch gar nichts, denn die Karten behalten ja beim Eintritt schlechten Wetters, wofür erfreulicherweise heute allerdings keine Aussichten vorhanden sind, ihre Gültigkeit. Im Interesse des einzelnen, wie auch zum Besten eines flüssigen Verkehrs bei dem am Sonntag zu erwartenden Massenbesuchs wäre zu wünschen, daß möglichst viele Mitbürger sich schon bei den Vor- verkaussstellen mit Karten versehen. Zur Orientierung der „Nassauer" sei daraus hingewiesen, daß die behördliche Absperrung sehr weit und streng sein wird, so daß diejenigen, die auch aus der Nähe alles bedbachten wollen, schon etwas dichter herankommen und zu diesem Zweck eine Karte lösen müssen. Uebrigens sollte zu einer so bedeutsamen Sache jedermann sein Scherflein beisteuern k Am Sonntagvormittag von 10—12 Uhr wird auf dem Flugplatz die Besichtigung der Flugzeuge gestattet sein, um 12 Uhr wird der Platz polizeilich geräumt werden. Hoffen wir nun auf schönes Wetter, einen guten Sport versprechen die Flieger! ** 70 Jahre alt. Der Besitzer der Lohnkutscherei und Posthalterei Karl Huhn f^ert am morgigen Samstag seinen 70. Geburtstag. Er übernahm vor etwa 40 Jahren das Geschäft seines, namentlich in den Kreisen der alten Semester der Gießener Studentenschaft in guter (Erinnerung stehenden Vaters, und baute es zu einem neuzeitlichen Betrieb aus, so daß alle, die in Geschäftsverbindung mit ihm traten, buchstäblich „immer gut gefahren sind". *• Die Feuerwehr-Mitglieder seien auf die heutige Anzeige bett, früheres Antreten am Sonntagmittag besonders hingewiesen. Man übersehe die Anzeige nicht. ** Wagenmangel bei der Reichsbahn. Von der Reia)sbahndirektion Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Wie fast alljährlich im Herbst, so ist auch jetzt wieder seit einigen Tagen bei der Reichsbahn die Nachfrage nach gebeeften und offenen Wagen derart gest'egen, daß die Reichsbahn den ‘Sebarf nicht mehr in vollem Umfange decken kann. Seitens der Reichsbahn find alle Maßnahmen zur möglichsten De- feitigung und Linderung des Wagemnangels getroffen. Sie werden aber nicht genügend wirksam werden, wenn die Reichsbahn mcht von den Verkehrs treibenden unterstützt wird. Es gilt hauptsächlich, die gestellten Wagen schnell und fristgemäß zu be- und entladen. Aus die weitestgehende Ausnutzung des Ladegewichtes der Wagen muß hingewirtt werden. Eine wesentliche Beschleunigung des dB: gen umlauf 5 wird erzielt werden, wenn die De- uno Entlader dazu gebracht werden könnten, das Ladegefchäst auch in den späteren Nachmittagsstundcn, also bis 7 und 8 Uhr abends, auszuüben. Es wird dadurch vermieden, daß zahlreiche Wagen, die nach Deend- gung dec durchgehenden A be tszeit (nachmittags 5 Uhc) bis zum nächsten Tag, über Sonntag sogar 2 Tage, über stehen, und so 12 viS 24 uiti> 48 Stunden länger dem Verkehr entzogen werden. Reichst»ahndirettion geftattet die De- und Entladung auch außerhalb der gewöhnlichen Dienststunden. Es liegt im Interesse der allgemeinen Wirtschaft, tote auch im Interesse des einzelnen, wenn jeder Verfrachter mit allen Mitteln dafür sorgt, daß die gestellten Wagen schleunigst be» uno entladen und so schnell wie möglich wieder in Umlauf gebracht Lxrben. Wenn auf diese Weise die Beschleunigung des Wagen Umlaufs und damit die baldige Beseitigung des Wagenmangels nicht erreicht werden kann, würde sich die R e ichsbahnoerwaltung zu ihrem Bedauern gezwungen sehen, die Wagenstandgelder betracht- tüy zu erhöhen Landkreis Gietzen. t Al lendvrf a. b. Qba., 22 Oft Zu unserem Bericht in Qlr. 243 über die Versammlung des Dienenzüchlervereins „Lumdatal" ist noch berichtigend nachzutragen, daß der in diesem Sommer neugegründete V ie n e n z ü ch t er der e in inLumdaden Flamen „OberesL u mda tal" führt und dem Oberhessischen Bienen- züchterverein angeschlossen ist. — Das hiesige Pfarrhaus wird gegenwärttg einer gründlichen Erneuerung unterzogen, so daß man Wohl mit einer baldigen Besetzung der Pfarrstelle, die schon feit 3uni d. Is. oeiHxnft rst und von Treis aus verwaltet wird, rechnen kann * Lich, 23. Oft. Der Beamtenabbau treibt sonderbare Blüten. 3n Butzbach' werden zwei Oberförstereien zu einer vereinigt. Es wird dadurch kein Personal gespart, denn nun muh das vergröherte Forstamt mit zwei höheren Forst- beamten besetzt werden. Aber man hat doch „a 6 g e b a u t" und die Wirkung ist, dah das Heer der Pensionäre und damit der Umfang der vom Staat zu leistenden Ruhegehälter immer gröher wird. Das ist aber erst der Anfang vom Liede. Die abgebauten Beamten sitzen oftmals in Dienstwohnungen und können bei der herrschenden Wohnungsnot dem Aachfolger nicht Platz machen. Der Staat ist aber nicht in Verlegenheit zu bringen. Es wird einfach für den in Butzbach abgebauten Forstmeister ein Wohnhaus gekauft: in Lich bietet sich eine solche Ge- lHenheit. Dort erwirbt der Staat für 28 000 QHarf eine Villa als Ruhesitz für den pensionierten Beamten!! 3a, der Staat muh abbauen — muh sparen! Währenddem geht der seit kurzem nach Lich versetzte neue Direktor der landwirtschaftlichen Schule in Lich umher und sucht eine Wohnung. Es soll in Lich noch ein „billiges" Haus zu verkaufen sein, wie wäre es, wenn der Staat noch einmal seinen grohen Geldbeutel auftun würde, denn was man dem pensionierten Beamten zugesteht, wird man dem im Dienst befindlichen wohl nicht versagen können. Der Steuerzahler fteilich kann angesichts solcher Taten eine gewisses Angstgefühl nicht loswerden: wer wills ihm toetberrfen. Dah die Wohnungssuchenden von dem Vorgehen des Staates nicht sehr erbaut sind, kann man sich denken. Es wäre bei der grohen Wohnungsnot besser gewesen, wenn der Staat die 28 000 Mark zu Reubauten verwendet hätte. Drei schöne Wohnungen hätten mit dem Gel de neu errichtet werden formen, und dann wäre nicht einem Beamten, sondern dreien geholfen gewesen. df. Langsdorf, 23. Oft. Wie verlautet, soll Lehrer L e i d i ch am selben Abend, an dem ihn die Vereine durch einen Fackelzug und eine Abschedsseier ehrten, der Kirchenvorstand dem langjährigen Organisten sein Lebewohl und den Dank der Kirche ausgesprochen haben. Eine grobe Mehrheit unserer Einwohnerschaft hätte es begrübt, wenn das nicht so ganz in der Stille vor sich gegangen Ware. An Gelegenheiten hat's ja nicht gefehlt. t Grünberg, 23. Oft. Anläßlich des Todes Theodor Kochs hat die Stadt Gründe r g folgendes Schreiben an die Frau des Entschlafenen gerichtet: „Sehr verehrte Frau Professor! Tief erschüttert haben wir von Ihnen die Rachricht erhalten, dah der uns allen so teuere Herr Professor T he o d o r Koch-Grünberg bei einer Forschungsreise nach Brasilien in Mankos an Malariafieoer verstorben sei. Wir verlieren in dem Verstorbenen den berühmtesten Sohn unserer Stadt, der ihren (Hamen durch ganz Deutschland unb in die fernsten Gegenden des Auslandes getragen hat. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, dah die gegenwärtig im Bau begriffene Straße zwischen Londorfer- und Gießener Straße den (Romen Theo-Koch-Strahe führen soll. Ihnen, verehrte Frau, sowie Ihrer Familie sprechen wir im Romen der Stadt Grünberg unser herzlichstes Beileid aus. Bürgermeisterei Grünberg. 1.21.: Fuldat." Kreis Alsfeld. -er Homberg a. d. Ohm, 22. Oft. Das Wetter der letzten Tage schien dem Kalten Markt günstig zu werden, dennoch setzte gegen 10 Uhr leichtes Regenwetter ein. Der Vieh- und Krämermarkt war trotzdem gut besucht. Es waren gegen 300 Schwede angefahren. die Tämtito) Käufer fanden: daS Stück kostete durchschnittlich 25 Mk. Der Krämermarkt spielte sich zu beiden Seiten des Marktplatzes and der Hauptstraße mit vielen Verkaufsständen ab. Zum Kaute waren Kleidungsstücke, Stosse, Schuhe, Töpfe, ©ma {[ett>aren, sowie Gegenstände des täglichen Bedarfs, Spiel- und Zuckersachen ausgelegt. GlückSpakete und glückverhnßende Briefe für Damen und Herren, auch Mittel für Zahn- und Kopfweh waren zu haben. D sonders verstand es „der wahre Iakob", das Publ.kum anzu- locken und zum Kaufe zu ermuntern. E.n elektrisch getriebenes Karussell mit einem .Lukas" fehlte auch nicht. Die Iugend konnte im Frankfurter Hof das Tanzbein schwingen, und die Königseer, ein oderbaycrifcheS Bauerntheater, sorgten in ter Stadthalle für angenehme Unterhaltung Der Kauf war im allgemeinen rege, und die auswärtigen. Verkäufer verliehen befriedigt unser Städtchen. — Die Spielgemeinde des Dühnenvolks- bundes mit dem Sitz in Gießen spielte am Sonntagabend in unserer Stadthalle daS Lustspiel .Meister Andrea" von Emmanuel Geibel. Die Darsteller gaben ihre Rollen vorzüglich, so daß die Besucher mit wohlverdientem Beifall lohnten. Möge es uns vergönnt fein, die angehenden Künstler bald weder zu sehen und zu hören. Kreis Büdingen. -+- Aus dem Riddatal, 23. Oft Die Iäger flogen in diesem Herbste ganz besonders über schlechte Zeiten. Sowohl Feldhühner als Hafen haben stark unter der spät- sommerlichen Rässe gelitten, so daß es dem Iäger leicht gemacht ist, an Pulver und Blei zu sparen. Das zur Strecke gebrachte Wild ist im allgemeinen mager und klein. — Die Zigeuner, die eben wieder stark die Landstraßen bevölkern und den Hausfrauen gelinden Schrecken einjagen, sind die zuverlässigsten Vorboten für die Rähe des Ortenberger Kalten Marktes, wo sie ate gerissene Pferdehändler und -kenner auftreten. Schon Wochen vorher sehen sie sich mit Wagen und Wägelchen, Kind und Kegel in Marsch, um, ohne sonderliche Eile, aber rechtzeitig in Ortenberg anzukommen. Auf der Sttahe Orter berg—Selters recht sich am Vorabend des Marktes Wagen an Wagen, und Helle Feuer wärmen die dunkelbraunen Gesellen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 22. Ott. (WTD.) Der Bergsried der Burgruine Starkenburg, der seit 900 Iahren dem ihn umgebenden Teil der Bergstraße ein charakteristisches Gepräge gab, ist heute nachmittag gesprengt worcen. Der riesige Turm war baufällig geworden, so daß er für die Umgebung eine Gefahr bedeute.e. Da das Ab tragen n.cht möglich war, mußte das große Dauwerl gesprengt lverden. Den b ftori- schen Moment w. hnten Vertreter des Staat s und der Provinz, sowie Tausende von ouichauern bet Der Turm sank in einer Minute in sich zusammen, ohne daß auch nur ein einziger Stein geschleudert wurde. Hessen-Nassau. ][ Marburg, 22. Oft. In Anwesenheit von Regierungsvertretern aus Kos el und Wiesbaden, sowie zahlreicher Abgeordneten der Ortsgruppen tag'.e gestern und heute im Landgrafenhaus der Landesverband Hessen-Ra s- sau des Deutschen Ren tner bu n de s. 2luch der Hauptvorsihende Funke aus Berlin wohnte den Verhandlungen, die General a D. Vogel aus Kassel leitete, bei. In dem Hauptvortrage, den Dr. P o l l i g f e i t aus Frankfurt hielt, behandelte dieser die Frage der F ü r* s orgeverordnung und ihre Auswirkung mit besonderer Berücksichtigung der Kleinrentnerfürsorge. Er wies daraus hin, dah infolge der Verhältnisse in Deutschland rund 6 Millionen Menschen zu den Hilfsbedürftigen zu rechnen feien. Die Hauptaufgabe der Ortsgruppen liege darin, die Wohlfahr^säm er zu unterstützen. Seine Ausführungen wurden durch den Mitberichterstatter v. C o l o m b aus Kassel unterstützt. Frl. Schrader aus Kassel und der Vorsitzende sprachen über „Die private Fürsorge als Ergänzung der öffentlichen Fürs orge", Magist.a.sa sesscr Voß aus Marburg über „Steuern und Fürsorge" und Rechtsanwalt Schönberg aus Kassel über „Den Stand der Aufwertung" die durch die Reichstagsauflösung w hl wieder hinausgeschoben sein dürfte. 21m zwei e i Derhandlungstage beschäftigte man sich in der Hauptsache mit den g schäft.ichen A igelegenhn en und dem Stand der ci zelnen Ortögru per, deren Vertreter eingehende Berichte gaben Ueber „S?an= desverbandSarbeit" sprachen Frl. Schrader aus Kassel und Dr. Kramer aus Frankfurt, während Frl. Dutte aus Kassel über die Kasseler Verkaufsstelle des. Bundes berichtete. Wahrend viele Berichte die Gage der Rentner als ver- befserungsbedürftig bezeichneten, führte der Vertreter von Bad Homburg aus, daß man dort in vorbildlicher Weise ihoen Wünschen und Röten Rechnung trage. Ein ge eiliges Zusannnen- jetn, veranstaltet von der Marburger Ortsgruppe, schloß sich heute an die Tagungen Für morgen sind Besichtigungen der beigen Sehenswürdigkeiten in Aussicht genommen. Kirche und Schule. Dorfkirchen-Tagung. nd. Ridda, 23. Oft. Die heutige 7. Ta- gungderDvrfkirchenvereinigung dcS südlichen Oberhessens wurde im Garn- brinussaale hier um 10 Uhr mit Ehoralgefang unb Gebet eröffnet. Dekan Scriba von Eichelsdorf begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmer, ganz besonders den Superintendenten Geh. Ober- konftstorialrat D. Peters en aus Darmstadt. Hieraus ergriff Oefonomierat Lembke aus Berlin zu seinem (Bortrag über „Heimat unb Hcimat- pslege" das Wort und führte etwa aus: Die Qanb l ch m.^cht manchen heimatlos, während dem Heimatllebenden feine Heimat auch feine Welt ist, die sich nicht durch Raturschönheiten oder andere Vorzüge auSzeichnen m u h. Durch Selbst- erlebtes wußte der Vortragende in herzlicher Weise die seelische Beziehung der Heimat zum Menschen zu schildern und gab dann ausgezeichnete Hinweise, wie durch Sammlungen von Hei- matschähen, durch Volkslieder, Volkstänze, Volkstrachten «ohne Schaustellungen), heimatliche (Bau- Welse und durch tätige Nächstenliebe die Liebe zur Heimat gepflegt werden kann, wenn nicht nur gezeigt wird, was die Heimat früher war, sondern auch was sie jetzt ist. Großer Beifall wurde dem Redner gespendet. Einen sehr tiefgründigen, mehr w.ssenschaftlichen Vortrag hielt alsdann Bibliothekar Dr. Koch von Gleßen, in dem er „Innere Widersprüche und Schwierigkeiten des Heimat- gedankens" behandelte. E.ngehend suchte der Redner zu beweisen, daß einen Christenmensch die Heimat ganz erfüllen darf und knüpfte an diese Begründung die 2Iufgaben, die dem Seelsorger und Dvllserzieher dadurch erwachsen. 2ln der Hand von Skizzen auf einer Tafel erläuterte der Vortragende, wie ein Mensch durch fortwährende Steigerung des Heimatgefühls von der äußeren Heimat zur inneren - Vaterland, Heimatsort, Heimathaus. Seele, Gott — geführt werden könnte. Der Dorffriede wird ihm zum Gottesfrieden. Auch diesem Redner wurde reicher Beifall zuteil. Den letzten Vortrag hielt Pfarrer Mahr von Gießen über-das Thema: „Heimatpflege und Kirche". Einleitend begründete dieser Redner die Forderung, daß Heimatpflege zur Kirche gehört und Dorskirche nicht Dauern- kirche bedeutet, sondern damit das deutsche Volkstum gemeint ist, sei es in Dorf oder Stadt. Im zweiten Teil seiner Ausführungen erläuterte der Vortragende eingehend die prattischen Aufgaben, welche den Geistlichen zur Hebung und Belebung des echten Volkstums zrckommen, wie Ausgestaltung der Festgottesdienste u. dgl., nicht „um mehr Leben in die Bude zu bringen", wie manche Spötter behaupten mögen, fonbern um die Gesinnung und damit das Handeln der Menschen zu veredeln. An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache, wodurch noch einige Ausführungen recht beherzigenswerte Ergänzungen erfuhren. Turnen, Sport und Spiel. Tagung der Deutschen Sportbebörde. In Eisenach fand die diesjährige Tvgung der Deutschen Sportbehörde statt. Die Termin- liste für bad Iahr 1925 wurde wie folgt festgesetzt: ANg meine Frühjahrswettkäu e 22. März, Deutsche Waldlauftneister chaft 5. Avril, Großstaffelläue 24. Mai, Landeswroairdsmeistet° schäft 12. 3uti, Deutsche Meisterschaften (Einzel- und Staffelmeisterschaft) 1. und 2. August. Der Länderkampf gegen die Schweiz für den 23. Aug. Tie Zehnkampfm ftster chaft. verbündea mit den Frauenmeister chaften und dem Ma.ni hon lauf für den 6. September. Für den 4. Oktober wurde die Deutsche Gehmeisterschaft und für einen noch nicht bestimm.en Termin als neue Meisterschaft eine 25-Km.-Meisterschaft im Laufen auf der Dahn festgesetzt. Reben der Tagung des Technischen Ausschusses traten der Vorstand des Hauptausschusses und der erst kürzlich gegründete Durnausschuh zusammen. Ter Technische 2lusfchuß, ter sich in der Hauptsache die Behandlung der Frauenftage angelegen sein lieh, setzte infolge der im vergangenen Iahre gomach en Ersah.ungen die Laufstrecken für Frauen ga z bedeutend herauf, so dah nunmehr folgende Strecken zugelassen werden: 50, 75, 100, 200, 300, 400, 500 und 1000 Meter. Für Iugendliche wurde die Höchstgrenze auf 200 Me er festgelegt. Gleichzeitig fand auch die Erhöhung der Strecken im Waldlauf für Frauen bis zu 3000 Meter Genehmigung. Das Meisterschafts- Programm erfuhr eine Erweiterung um einen Treilampf, bestehend aus einem lOO-Meler-Lauf, Weitsprung und Schlagballwurf. Reben den verschiedensten Fragen wurde zur Vornahme der deutschen Teilnehmer an der nächsten Olympiade im Jahre 1928 die Verpflichtung eines Reichs» | trainers beschlossen. Zum Austragsort der Deutschen KampNpiele im Iahre 1926 wurde Köln gewählt, um so Westdeutschland als besetztes Gebiet, das bisher stets zurückstehen mußte, auch wieder einmal zu berücksichtigen. Buntes Allerlei. Ein Held der Lust. Eine todesmutige Fahrt durch die Lüfte, zusammengekauett auf der Tragfläche eines mit 65 englischen Meilen Stundengeschwindig- kett vorlvärtSsaufenden Aeroplans, mit einer Hand das beschäfttgte Drosselventil eines Mo- W. an Limburger Anseiger,Lim- barg(Lahn) erb. «r7«v H. Schön Schlvssermeister. Maschinenstricker (in) für sofort in dauernde, angenehme Stelle gesucht. «E Färberei TliomaS, Hcrbo rniDillkreiS). WM für Reinigung eines ^Neubaues gesucht. 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Dc Niann imm< Denn material dc derbreiterni Momc ^glichst gx emen ganz Tlrp.hh ®9°rg c, L'l leist' ^i!ch-engl beides Trat Aon Pr , Oberhes N'chtliche s# S'L PS- auch L Und E 6 ^chnik to, an A < •O; ' 11 Nr. 251 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Srcttag, 24. Oktober 1924 Bethmann und Tirpitz. Der IickzackKurs der Aera Bethmann. — Aus den Dokumenten des Großadmirals von Tirpitz. (Nachdruck verboten.) Grabhügel in Beuern. Von Professor Helmke, Den^malpsleger. Oberhessen ist reich an Grabhügeln der vorgeschichtlichen Seit; in den letzten Jahren hat das Oberhessische QEu'ciim namentltch vn Lwnd^al (Climbach, Mainzlar) Unter uchungen solcher Hügel vorgenommen. In diesem ^'ahre bot s.ch nun ©rfegSfr:», auch M D-u-rn -MM Platz dieser Art wUmschastlich »u Monteta, und ei soll frier kurz darüber brrlchtet w-rdm. ES ist eine angenehme Pflicht des a.enkmalpflegers^r. bar der mancherlei Unterstützung M gedenken, die er durch die tatkräftige ^lks bes stellvertretenden Bürgermeisters Arnold, den Aal des Vertrauensmannes für dre aeittma-wlleg in Beuern, Arnold, und daS Intesa e gesamten Einwohnerschaft, beson^rs de- Flur- schützen und des Försters .efunben Uit, auch hier hat die Gemeinde d e Leil e zum Aus- giaben kostenlos zur '^erfaguyg un^ muh anerkannt tvcrden das) stch dr_ dei Ausgräber W. Muhltz. PH. ^ommerlad Xlll und E. S 0 m m e r l a d mit gutem Qkr ianrn.s und viel Gewissenhaftigkeit in die rech, schwere Technik der Arbeit i. ^inge unden haben Eine alte errat2 fuhrt non ®runberg, an De i nhards Hai n verbei. ''b.r D e uem zwischen dem. A ' p c n st r au ch und El 1 mb ach hindurch, nach Treis a.L.; es iit li? „H 0 he St raste" di? in ihrem Verlaus in nah-e und weiterer Entfernu g v?n ei-zelnen Grabhü eln oder qanzen Gruppen vsglei e'. wnd Er-.e solche Gruppe von diel Hug?ln liegt auch östlich von Beuern im ..Heg Wald , Tistrikt .. r 0 m = bau)"; dieie war. solang? sie im Malde lag, der Zerstörung entzogen; >. achdem aber das Holz gefällt und das Gelände in Feld umgewandelt Der Mitherausgeber der in den nächsten Tagen erscheinenden „Politischen Dokumente" des Grohadm rals v. Tirpitz. Professor Dr. Fritz Kern in Bonn, gibt uns aus Anlah dieser Veröfsent- lichung folgenden älcberblick über den schicksalsschweren Zwiespalt in der Reichsleitung der Dorkriegsz.it. Man hat das Verhältnis van Bethmann und Tirpitz wohl zuweilen verglichen mit jenen verhängnisvollen Dualismen, bi; unsere deutsche Geschichte durchziehen von Arminias an über Barbarossa und Heinrich dem Löwen. Wallenstein und Gustav Adolf. Friedrich und Maria Theresia, denn wenn sich auch der Widerspruch in ganz anderen Firmen vollzog, wenn es auch ein ,Zusammenarbeiten" in kolleg aler Form äuster- lich war, so kommt die Wirkung desinneren Gegensatzes doch Schäden eines Bürgerkrieges gleich. Hätte Bethmann ohne Tirpitz zu bestimmen gehabt, so wäre der äl - D 0 vt - Krieg wohl niemals gemacht worden. Hätte Tirpitz ohne Bethmann zu bestimmen gehabt, so wäre, darüber besteht heute kern Zweifel mehr, der äl°Doot-Koieg in einer militärisch sehr viel wirksameren und dennoch politisch weniger gefährlichen Form vor sich gegangen. Das Verhängnis bestand in dem Zickzackkurs So habe ich einmal in wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Grasen Bernstorfs, soweit intere Anschauungen auseincmdergehm mögen, ein vollständiges Einverständnis darüber fest stellen kann n dah, sowohl ein absolutes Anterlaisen des äl-Doot°Krieges (System Bernstorfs), wie eine Kriegführung nach dem Siim von Tirpitz unvergleichlich weniger verheerend gewirkt hätte, wie das System Bethmann, das keine Linie steuerte, sondern von einem System in das andere siel. Dieses Schicksalsdrama der letzten wirklichen Reichsleitung alten Stiles wird nun, nachdem der lich in den Akten versandet. Aber einem Botschafter eine Mobilmachung in Aussicht stellen, ohne den Kanzler vorher zu hören, war formell ein so verfassungswidriger Schritt, daß Herr v. Bethmann den Vorfall benützen konnte, um seine durch verschiedene .Umftänbe stark erschütterte Stellung w eher zu befestigen. Er erbat vom Kai.er den Abschied in einer ungewöhnlich feierliche.a, scheinbar für eine etwaige Veröffentlichung berechneten Form: „Kraft des mir von Eurer Majestät übertragenen Amtes trage ich vor Gott, vor dem Lande, vor der Geschichte und vor meinem Gewissen die Derantworttlng für die von Eurer Majestät befohlene P l tik. Auch Eure Majestät können mir diese Dorantwortung nicht abnehmen. Da Eure Majestät es mir nicht ermöglichen, ihr gerecht zu werden, bitte ich Eu.e Majestät allermttertänigst, mich aus meinen Aemtern zu entlassen. Alleruntertän-gst Bethmann Hollweg" Aus diesem Grund konnte der Kaiser Doth- mann natürlich nicht entlassen. Er hielt d-on Kanzler zwar für seiner Ausgabe nicht gewachsen. Tirpitz berichtet, wie der Kaiser ihm damals sagte: „Der Kanzler muh eben pathologisch genommen werden; er sieht einen Strich auf dem Wege, über den hinüberzugehen er den Entschluß nicht fassen kann." Aber der Kaiser fügte hinzu: „Bethmann i st eine De r tr a u e n s p e r so n des Auslandes, und deshalb muh er gehalten werden." Wenige Tage nach diesem Dorsall erlebte Bethmann eine Enttäuschung, die zum erstenmal seinen Glauben an die Verständigung mit England zusammenbrechen lieh, wie dann wiederum am 4. August 1914. Der Kaiser berichtete am 18. März 1912: „er sei heute persönlich zum Kanzler gegangen, feier ganz geknickt gewesen sei über den Ausgang, den seine Polittk genommen hätte, ein ganz gebrochener Mann, der ihm ordentlich Mitleid eingeflöht hätte. Der Kanzler hätte sch eben getäuscht in dem englischen Kabinett. 3m übrigen habe er, der Äaiier, bei dieser Unter- rebung auf das ewige Leben des Reichskanzlers angestohen." _ „Der Kaiser hatte das Gefühl", schreibt Tir- pih hierzu, „an Bethmann keinen Halt mehr zu finden. Diese Vorgänge verhalfen de n Kabinet s- chef Admiral v. Müller zu einer sein Ressort und sein Urteil übersteigenden Stellung. Der Kaiser empfand das Verhältnis zu mir als erschwert; am Kanzler hatte er nichts meh^; Müller hielt sich in dem wankenden Staatsgefage für unentbehrlich; er wurde jetzt Reichskanzler hinter der Hand. Hier liegt d.e Wurzel der unnormalen Verhältnisse im Krieg." Die Flucht der Kommunisten. Tie Reichstagsauflösung hat die cigenartire Folge gehabt, bah der Todesmut der tomnur.b stiscben Abgeordneten sich plötzlich ver tüchtig:e und der Vorsicht als der besseren Hälfte der Tapferkeit Platz machte Gegen fast alle Mi.- worden war, war es für die Denkmalpflege ein Gebot der Pflicht, die Hügel vor der Verchlei- sung zu untersuchen. Sie liegen auf der Gren e zwischen Wald und Feld — das Dorsrcder Aster- land stöht unmittelbar daran — auf offener Höhe mit dem Blick in das Vilsecker Tal und nach Gichen hin; in der Rähe befindet sich Walser („Kühtränk" oder „Tränkwald", n cht „Frankwald", wie es in der HÖhenschich.en- karte fälschlich heiht). Die Hügel sind verschieden grob an Umfang und Höhe; der mit Rümmer 1 be?.eichne.e erlebt sich 1,20 Meter über dem Waldboden und lat einen Durchmesser von 16 Me er; der zweite mißt rund 20 Meter im Durchmesser und ragt 0,80 Meter über das umgebende Land, wäh.end der dritte nur Q.60 Meter hoch ist und 12 Meter Durchmesser oesitzt. Hügel 1 fällt nicht nur durch 'eine Hohe, sondern auch durch das Material, aus dem er errichtet ist, ins Auge; beim die Erde ist mit gröberen Basaltsteinen durchsetzt. Die Untersuchung fördert zunächst 2 Gräber zutage, deren eines in südnördlicher, das andere in we '.östlicher Richtung zieht: belle berühren sich nri dem östlichen bzw. nördlichen Ende, besinden sich aber nicht in der Mitte des Grabhügels. sondern im östlichen und nördlichen Teil des eiben. Sn bestehtn aus Steinkisten, die über einer mit Holzkohle durchsetzten Brandchicht liegen; am R r end? d^s südnördlichen Grabes steht ein mäch iger Ta altbl. ck von 70 Zenttmeter Breite und H he. der noch ^ur Hälfte aus der Hügeldecke hervorragt. In b i len Gräbern findet sich je ein s chlichter Dr 0 nze- h a l s r i n g mit abgetönt tenem Gubzoo'en, sonst nichts weder Einzelscherben noch Eesäbe oder andere Mitgaben. Rach der Anlage des Grabhügels und der Gräber sowie nach den Beigaben handelt es sich um zwei unter dem gleichen Hügel glieder der kvmmunisttschen ReichSlagSftaktton tötoebcn Verfahren wegen Hoch- und Landesverrat und anderer Der,tobe gegen daS Straf» gv-fetzbuch. Bisher aber war an die Herren nicht hmanzukommen. weil sie unter dem Schu tze der Immunität tapfer weiter sündigen konnten. Mit der Auflösung haben sie diesen Panzer plötzlich verloren und sind nun für die rächende Hand der Justtz genau so greifbar, wie jeder andere Sterbliche. Leider aber ist die Staatsanwaltschaft etwas reichlich spät aufgestanden, sie hc>t eine Rächt verstreichen lassen, bis sie sich die erforderlichen Haftbefehle geben lieh und inzwischen hatten sich die Aestbestände der kommunisli'chen Reichstagsfraltivn in Wohlgefallen aufgelöst. Mit Ausnahme von Herrn ^>0 l lein allerdings der Wildesten einer, der wohl glauben mochte, dah die preuhische Justiz so rasch nicht arbeiten würde und deshalb auf seine Rachtruhe nicht verzichten wollte. Er ist den Häschern in die Finger geraten und wird nun Gelegenheit haben, bis der lünf .ige Re chZ- tag vielleicht die Aufhebung ferner Haft beicht leben wird, in der Stille seiner Zelle über seine Heldentaten nachzudenken. Seine klügeren Ge- nossen reifen irgendwo in der Weltgeschich e b:rum. Aus der Aufdeckung der k 0 m m u n i st i - schen Fälscherwerk st ätte wissen wir, wie sie es machen, um über die Grenze zu kommen. Sie werden eine kurze Gastrolle in Moskau absolvieren, so lange bis die hirnverbrannte Gutmütigkeit der deutschen kommunistischen Wähler ihnen wieder Anspruch auf neue Immunität gibt. Sitzung der Stadtverordneten. Giehen. 23. Okt. 1924. Eine mehrwöchige Sihungspaufe br ngt dem Hause meist eine Fülle von Beratungsstofs auf den Tisch. So war es auch heute Wieser. Zwar sah man viel Material dabei. das tm Handumdrehen erledigt werden konnte, daneben befanden sich aber auch verschiedene sehr bedeutsame Ange- Icgmb.iten. deren gründliche Durchtera ung eine erhebliche Zeitspanne beanspruch e Das; die össent liche Sitzung unter diesen älmständen 3l/o Stunden dauerte, ist nicht verwunderlich, aber für unser Stadtparlament doch eine Seltenheit. Als wichtigster Beratungspunkt ist der sozial- demokrattsche Antrag zur Erwerbslosen- und Kurzarbeiter-Fürsorge aus der vielgestaltigen Tagesordnung heranszu heben. Was die Antragsteller bezwecken, nämlich ei e möglichst weitgehende Fürsorge für unsere hi.fsbedürfngen Mitbürger, findet nicht etwa nur auf der soz andern okrati schen Seite Anreger, älnterstühung und Verständnis, sondern ist auch den bürgerliche:! Parteien des Hau es Gegenstand der fte en Aufmerksamkeit und warmherzigen, hilfsbereiten Sympathie. Als Beleg dafür braucht man nur hinzuweisen auf die mancherlei bürgerlichen Vorschläge zur Errichtung und Durchsiihrung einer Volksküche, auf die sehr beträchtlichen bärge, lichen Stiftungen dasür und die bereitwillige itrebitge- tt>ät)iung des in den Fürsorgeftagen stets großzügigen Stadtparlaments. Wenn die bürgerliche Meln'heit des Hauses beute trotzdem die ersten Abtönitle des sozialdemokratischen Antrages ab- leh.rte, so geschah das aus der sehr richtigen Erwägung heraus, dab diese Abtönitte nur eine Geste enthalten, deren pvattischer Wert auch tm Falle der Zustimmung der Mehrheit gle ch Aull geblieben wäre, denn einmal ist es letzt schon gewib, dab die Reichsreg.erung unter dem Drucke der allg gu'° zuheib^n, dah die bürgerliche Seite tes Hau es dieser leeren Gestenpolitik nicht zugestimmt hat. Mil Genugtuung ist aber ander eits zu begruben, dah man in wirklich praktischen Hilfsmah..ahme 1 wiederum nicht fnaucrig war und als Geanb- heit kann man Weiler hatte schon ansehen, dab die umsassende Hilfsbereitschaft für unsere notleidenden Mitbürger auch fernerhin bei allen Parteien des Stadtpnrl-unents v rhnnden :ein wird Das ist gute praktische Arbeit, die wir gerne unterstützen. Glückliche Beschlüssr kamen auch hinsichtllch der Förderung des (Siebener Flugtages d u rch die Stadt zustande. Allerdings musste man vor der Beschluß assung über die Garantiefondszeichnung verschiedentlich Ansichten hören, die bei uns nur Kopsschütteln hervorgerufen haben. Wenn da den Führern des Verkehrs Vereins, die doch nur im In teresfe der Allgemeinheit arbeiten, so quasi zugemutet wurde, sie sollten diese im Interesse ter städt.scheu Gesamt heit organisierte Veranstaltung auch bezahlen, und beigesehte Frauen, deren Leichnam an Ort und Stelle auf ebener Erde verbrannt tour e. Die Gräber gehören der mittleren Hallstattzeit an; letztere umfaßt die Zeit ztoi chqn 1000 und 500 v. Ehr. Geb Dieser Bericht war schon getörieben, als uns der Zufall noch ein drittes Frauengrab Desselben Hügels bescherte; denn als ich mit der Ober elunda des Gymnasiums Giehen die Goabungsstelle besichtigte, sand der Schüler Bausch einen schlichten Armreif 4,50 Meter südwestlich von der Hügelmilte, und eine sofort vorgenommene Rachun^r uhung der Fundstelle förderte noch einen zwei en g eichgeformlen Ring ans Licht. Beide lagen üb:r einer «chwachen Drandschicht ganz not) dem Rondo des Hügels zu und bezeichnen ein drittes Frauengrab in unserem Hügel. Die Funde sind mit denen aus den beiden anderen Hageln dem Oberhessischen Mut cum in Gie^n übertrieben worden. Hügel 2 und 3 müssen gemei fam besprochen werden, da sie in jeder Hinsicht übereinstimmende Merkmale aufwellen; es ist schon erwähnt, dah sie flacher wie Hügel 1 sind und dadurch weniger ins Auge fallen. Dazu kommt, dah sie zum tin ec« schied von jenem nur aus Erde, also ohne Verwendung von Steinen oder gar Steinkisten, errichtet sind. Aber auch sie sind Drandgrä- ber; auch bei ihnen findet sich auf dem ebenen Grund eine starke Aschen-- und Drandschich:, durchsetzt mit groben Stücken von Holzkohle, an der noch die Struk ur des Holzes deutlich zu e kennen ist. 3n der Mitte des Hügels ist die Drandschicht besonders hoch, und über ihr liegt in Grab 2 eine doppelhmllige, mit Strichen und Randtupfen verzierte Amphora, während sich in Grab 3 an derselben Stelle ein kleineres henkelloses, aber ebenfalls randverziertes Gefäß ftndet. Beide lind, dem hohen Aller und dem schwachen Brand Mtsprechend, in biete Stücke zerbrochen, doch wird wenn man weiter hören mubte, der Der5ehrS- verein solle dankbar fein für die Herrichtung des Platzes, während doch zweifellos dieser Deoein einen Anspruch auf die Dankbarkeit der Allgemeinheit gellend machen kann, so drängt sich die Erkenntnis auf. dab es an der rechten Würdigung der Tätigkeit dieses Vereins für unser Gemeinwesen hier lind da doch noch etwas fehlt Heber diese Angelegenhnl wird noch einiges zu sagen fein, für beute möchten wir uns damit begnügen, festzustellen, dah das Abstimmungsergebnis über die Garanliesondszoichnung für unser Stadtparlament keineswegs glanzvoll ist. 'Bezeichnend war ja auch ein sozialdemokrstischer, auf den Derkehrsverein gemünzter -Ruf, der dalün ging, diese knappe Bewilligung könne der Ver- lehrsverein eigentlich gar nich: annebmen. Besondere Anmerkung Verd en: schlie' lich noch ein Beschluh des Halises, der sich gegen das „to i 1 d e" Da u e n richtet Die t ■ schlub betroffene Firma dürste nun wohl allerlei Schaden erleiden. Hoffentlich lernen wenigstens andere aus d e cm Vorfall und ballen es künftig mit der Vorsicht, denn im Stadlparlament gebt jetzt die Stimmung einmütig lxrhin, in solchen Angelegenheiten künftighin kern? Rücksicht mehi zu nehmen und streng auf der Beachtung der gesetzlichen Vorschriften zu bestehen. Sitzttnqsbcricht. Anwesend Oberbürgermeister Keller. Bür» germeifter Krenzien, die Beigeordneten Dr. Selb, Dr. Frey, Kommerzienrat Kling- s p 0 r und 34 Stadtverordnete. Aufhebung der Fremden st euer. Dem Antrag des Finanzausschusses entsprechend genehmigt das Haus nachträglich die Aushebung der Fremdensteuer mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab. Ein Antrag zur Erwerbslosen- und Kurzarbeiter-Fürsorge. Die sozialdemokratische Fraktion hat einen in verschiedene Abschnitte gegliederten Qlntrag eingebracht, in dem zunächst angeregt wird, bei der Reichsregierung und bei hiesigen Industriellen bzw. Arbeitgeberorganisationen. Gewerbeaufsichtsbeamten ufto. Schritte zu unternehmen, die nach der Ansicht der Verwaltung und des Finanzausschusses daraus hinauslaufen würden, die die Wirtschaft einengcnöcn und hemmenden Demobilmachungsvorschriften wieder aufleben zu lassen. Finanzausschuß und Verwaltung beantragen die Ablehnung dieser Teile des Antrages, da, wie Beigeordneter Dr. S r eb in eingehender Begründung darlegt, solche Matz' nahmen nicht geeignet sind, den dringend notwendigen Wiederaufbau unferer Wirtschaft zu fördern und auherdem auch gar keine Aussicht besteht, dah die in dem Antrag vorgeschlagenen Schritte zu einem Erfolg bei der Reichsregierung führen. Ebensowenig sei Aussicht vorhanden, auf die W n ührung der Kur arb iter älnterstühung; der hessische Arbeitsminister Raab habe selbst erklärt, datz alle bisherigen Bemühungen nach dieser Richtung hin bei der Reichsregierung Ablehnung gesunden hätten. Dem Vorschlags des Finanzausschusses entsprechend werden diese Teile des Antrages a b g e l e h n t. Dagegen wird z u- gestimmt, auf dem Weg über den Deutschen Städte tag „bei den Reichsbehörden darauf zu brangen, datz eine Erhöhung der Wochenzahl festgelegt wird, für die älnterstützung gezahlt werden darf". Zu den übrigen Teilen des sozialdemokratischen Antrags, in denen für die Hilfsbedürftigen b s ndeve Zuwendungen an Brot, Kartoffeln ufto., sowie Schritte beim Dertoal- tungsausschutz und bei der Landesregierung zur Wiedereinsührung der Darunterstühung in solchen Fällen gefordert werden, beantragt der Fl- tvanKausschutz folgende Deschlutzfafsung: „Der Winternothilfekredit des Wohlfahrtsamtes wird vorläufig auf 1 0 0 0 0 Mark erhöht. Allgemeine Verteilungen an bestimmie älnterstühtenklassen sollen angesichts des Rechtsanspruchs auch der Kurzarbeiter auf Gewährung der Aussch'utzsähe der Wohlfahrspflege nicht stattfind.n. Bei dem Verwattungsausschutz und be: der Landesregi-s- rung sollen schleunigst Schritte unternommen werden, damit auch in solchen Fällen die Barunter- stühung wieder eing führt wird." Dieser Regelung stimmt das Haus zu Wie Beigeordneter Dr. Frey hierzu mitteilt, sollen Lebensrnittel, Kohlen ufto. aus Zweckmätzigk itsg ündcn nicht in natura verteilt, iondern es soll Geld gc* geben werden. Vom Wvhlsahr sam sllnd heute rd. 2000 Haushaltungen zu b.t.euen. Mit den ötohlsn- und Kartoffelhändlern ist ein Abkonunen getroffen worden, nach dem alle mit Ausweisen des Wohlfahrtsamtes versehenen Dez el;er ihre Wiederher iiellu,g — im Römitö-Germani- schen Zentralmuieum zu Mai.rz - bewerkstelligt. Bei dem flcinen Ee'äh im Grabh:gel 3 l egt aber autzerdern noch ein Steinbeil oder Meistel, aus Diabas angrfertigt. d. h aus einer Steinart. die ortsfremd ist und möglicherweise aus der Dill- oder Lahngegend stammt. Das Stück besitzt eine gebogene, verhältniSmätzig scharfe Schneide: der Schliff ist an meh eren Stellen beschädigt; das Werkzeug ist also in Gebrauch gewesen und dem Toten als sein persönlicher Besitz mit ins Grab gog.be 1 worden. So beweisen die Funke und Fund nn :ä:.d', dah die Gräber 2 und 3 einer viel frühe e Zei: *ufo als Grab 1 angeboren, nämlich der r einen Sein« zeit, der die Kenntnis des Me'nlls noch fehlte. Diese nimmt um das Jahr 2000 v. Ehr. Geb. ihr Ende, und da die beiden Gräber anscheinend der sog. Schnurkeramik angeboren, so ist damit ihr hohes Aller genügend ge.e.rnzeichnet. So hat uns dir Grabb-ügeloruppe von Beuern wieder einmal gezeigt, datz man nicht mit der vvr gefah ten Mei nun; an die H er u ch ung h. ran- gehen darf, als ob olle Hügel der gieichen Zeil- stufe angehörten; sie hat urs tot"t:fie 2lufschlülle über die Eiedlungsfrage und die Beweh er der Gegend gegeben und mahnt uns, die auch durch das h.f ische Denkma'schutzgefetz geb tene es im Etruthtoalde fie wird uns Larubcr Aufllärung geben ob sie auch von Leuten der Stern- oder Hallstattzeit errichtet ist oder rb noch eine andere Bevölkerung auf den ^öhen über Beuern ge.'ebt > und ihre Toten begraben hat. Vsi Kartoffeln 5 Proz. imb bet Kotjlen l Proz. Preisermäßigung haben sollen. Die Waren sollen aber außerdem noch weiter verbilligt werden durch Zuschußzahlungen der Stadt aus den oben genormten 10 000 Mk.. und zwar bei Kartoffeln um 1,50 Mk., bei Kohlen um 50 P. Für Erwerbslose soll der Zuschußsah 2,80 Mt. betragen. Das Höchstquantum je Kopf ist bei Kartoffeln auf 1V2 Ztr., bei Kohlen auf 5 Ztr. bemessen. Die Verwaltung glaubt daH aus diese Weise mit Kohlen bis Weihnachen, mit Kao-- jtoffeln bis Anfang Februar versorgt werden kann. .Zur Beschaffung der Waren soll eine gew sse Bevorschussung stattsinden. Diese Fürsorge so I allen Hilfsbedürftigen (auch Klein-, Soalre 'trern und Kr egsopfern) zuteil werden. Eurem Ivzalde- mokra tischen Zusahantrag entsprechend wird der- Finanzausschuß beauftragt, wegen der Gewährung weiterer Zuschüsse an die Kurzarbeiter und Erwerbslosen sofort in Beratungen einzutreten. Die Aussprache über alle diese Anträge ist'sehr rege, sie ist stellenweise stark politisch gefärbt, es beteiligen sich an ihr Sprecher aller Fraktionen. Im Hinblick auf den knappen Raum müssen wir auf dir Skizzierung des Redekampfes verzichten und es bei der ob'gen Darstellung der Beschlüsse und des Ausführungs- Programms bewenden lassen. Zur Förderung des Flugtages in Gießen ist die Stadt im Hinblick auf die Tatsache, daß durch diese Veranstaltung starker Verkehr hierhergelenkt wird, der unserer lokalen Wirtschaft zugute kommt, gebeten worden, die Herrichtung des Flugplatzes zu übernehmen und sich außerdem an der Zeichnung des Garantiefvnds mit 2000 Mark zu beteiligen. Den ersten Wunsch will der Finanzausschuß erfüllen und dafür 1500 Mk. bereitstellen, die Garantiefondszeichnung möchte er aber abgelehnt wissen: in letz'erer Hinsicht homoelt es sich um einen Mehrheitsbeschluß des Ausschusses. Im Plenum ist die M'inung einstimmig für die Bewilligung der 1500 Mk. zur Herrichtung des Platzes, die Garantiefondszeichnung wird aber stark umstritten. Don sozialdemokratischer, demokratischer und von Freie-Bereinigungs-Seite wird aus prinzipiellen Gründen gegen die Garantiefondszeichnung gesprochen, ein anderer Redner der Freien Vereinigung, zahlreiche Sprecher der Deutschen Volkspartei und ebenso die Verwaltung sind entschieden für diese Zeichnung, da es sich hier um die Erleichterung einer Arbeit des Verkehrs-Vereins handle, der ausschließlich für die Interessen der Allgemeinheit arbeite und eigentlich eine Aufgabe in freiwilliger Tätigkeit erfülle, die anderswo von den Stadtverwaltungen wahrgenommen werden müsse. Rach längerer Aussprache kommt man zur Abstimmung. Die 1500 Mk. Kosten für die Herrichtung des Flugplatzes werden einstimmig bewilligt. Die Zeichnung von 2000 Mk. für den Garantiefvnds wird mit 19 gegen 18 Stimmen genehmigt. Mit Ia stimmen die Deutsche Volkspartei geschlossen, einige Mitglieder der Freien Vereinigung und ebenfalls geschlossen die Mitglieder der Stadtverwaltung, mit Rein der größere Teil der Freien Vereinigung, die Demokraten und die Linke geschlossen. Daugesuche. Gin Gesuch der Firma Sonn & Hertz, Walltorstraße 44, auf diesem Grundstück eine Lagerhalle errichten zu dürfen, war im Interesse der Feuersicherheit in einer früheren Sitzung abgelehnt worden. Die Firma hat aber anscheinend trotzdem weitergebaut, denn heute wird mitgeteilt, daß ein neues Gesuch vorliegt, nach dem Zustimmung der Daudeputation die De- nMmg der fertiggestellten Halle mit einigen einschränkenden Bestimmungen nun doch genehmigt wssrden soll. Der Antrag ruft eine lebhafte Aussprache hervor. Alle Redner betonen, daß chre Bedenken hinsichllich der Gefährdung bei- Feuersicherheit auch durch die neuen Vorschläge nicht behoben werden, daß, aber auch aus städtebaulichen und ästhetischen Gründen verlangt werden muß, derartige Hallen aus der Stadt herauszu- brir.g n Weiter könne auf keinen Fäll fle'uf e' toe • den, daß trotz einer versagten Genehmigung ruh'g weitergebaut und die Verwaltung dann einfach durch die Tatsache eines vollendäen Baues gezwungen werden solle, nun Ia und Amen zu sagen, obwohl die sachliche Beanstandung nach wie vor weiterbestehe. Derartigen Eigenmächtigkeiten müsse ein für allemal 'ein Riegel vorgeschoben weiden. Den Gesuchstellern sei aufzugeben, die Halle wieder zu beseitigen. Der Vertreter der Verwaltung vertritt natürlich die Vorlage der Daudeputation, er kann aber das Haus nicht umftinrmen, und es beschließt einstimmig, dem Gesuch die Genehmigung zu versagen und die Beseitigung der Lagerhalle zu fordern. Genehmigt werben die Daugesuche des Leopold Huber für Seltersweg 14, des Peter Gaub für Dahnhofstrahe 43. der Eisenbetonbau-Gesellschaft für Erdkauterweg 20 des Karl Lapp für die Georg-Philipp-Gall-Strahe von Göbel, Westanl., von der Dvaueiei Den- n i n g h o f für Rordanlage, die Anbringung von Firmenschildern seitens einiger Geschäftsinhaber und die Einfriedigung des Grundstücks von G Deutsch an der Georg-Philipp-Gail-StraHe. (Schluß folgt.) Wirtschaft. Die Verbandsbildrrng in der westdeutschen Eiseninduftie. (Von unserem Essener Mitarbeiter.) »- ^Angesichts 6er schlechten gegenwärtigen und tunfhgen Lage der Eisenindustrie ist in öer letzten Zeit die Neigung zu einem Zusammen sch l u h stärker geworden. Man ist allge- rnem der Ansicht, daß der jetzige Zustand zu einer stärkeren Vereinigung drängt. Günstig für einen Zusammenschluß ist auch der Umstand, daß durch die Reubildung des Kohlensyndikats eine brauchbare Grundlage für einen Eisenverband geschaffen worden ist. Höchstwahrscheinlich wird man aber nicht den Weg der Bildung von Cinzelvec- bänden wählen, sondern man wird versuchen, nach Möglichkeit sofort den gesamten Rohstahl zu erfassen, ausgehend von der Erwägung, daß bei der Bildung von Einzelverbänden übermäßige Quotenforderungen gestellt zu werden Pflegen, die bei einer Erfassung des gesamten Rohstahles nicht zu befürchten sind bzw. nicht so sehr ins Gewicht fallen, weil die Gesamtheit der syndizierten Mengen nicht höher sein darf als die Gesamtrohstahlerzeugung. Innerhalb des Rahmens des ®e:amf-- verbandes i|t na ürlich immer noch Platz für Bildung von einzelnen Spezialverbänden. zur endgültigen Regelung der Verbandsfrage wird freilich noch geraume Zeit vergehen. Man darf nicht übersehen, daß in der Eisenindustrie die Anpassung an den Bedarf infolge der Kompliziertheit der Verhältnisse sehr schwierig ist. Eine besonders wichtige Rolle wird die Quotenfrage spielen: sie zu lösen, wird sehr schwer sein. Bei sehr vielen Eisenerzeugern Hal die Verarbeitung im eigenen bzw. im Konzernbetrieb in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen: außerdem sind vielfach große Erweiterungen der Werke vorgenommen worden, die bei Bemessung der Quote natürlich berücksichtigt werden wollen usw. Schließlich ist auch nicht das Händlerproblem zu übersehen: gerade die Händlerfrage wird bei der Verbandsbildung infolge des starken Einflusses, den viele Händler auf die Werke haben, von Bedeutung sein. Bevor in Deutschland selbst die Verbandsfrage nicht gelöst ist, sind die Aussichten auf Bildung eines internationalen Verbandes sehr gering einzuschähen, zumal in den anderen in Betracht kommenden Ländern die Bildung von nationalen Verbänden ebenfalls noch nicht erfolgt ist. Ansätze dazu sind freilich ebenso wie die Reigung zur Bildung eines internationalen Verbandes überall vorhanden. Der Hauptantrieb geht von Belgien aus: Vernünftiges ist auch dort bisher freilich noch nicht zustande gekommen. In Frankreich ist ebenfalls fast überall ein Verlangen nach Zusammenschlüssen festzustellen. In England finden diese Pläne günstigen Boden. Allerdings müssen dort erst die Voraussetzungen geschahen werden in Gestalt der Errichtung eines englischen Eisenverban- des: diese scheint jedoch gute Fortschritte zu machen. Was Deutschland anbetrifft, so ist selbstverständlich, daß wir die Frage des Beitritts Deutschlands ernsthaft prüfen müffen. Andererseits kann man von uns aber auch nicht verlangen, daß wir uns freiwillig noch stärkere als die jetzigen Fesseln auferlegen, zumal wenn ein in Frankreich jetzt erörtertes Projekt verwirklicht werden sollte, das nicht mehr und nicht weniger vorsieht, als die Ausfuhrquote des Iahres 1913 bcr Anteilsberechnung innerhalb eines internationalen Verbandes zugrunde zu legen, wobei man selbstverständlich für immer den elsaß-lothringischen Anteil von Deutschland abrechnen und Frankreich zuschlagen möchte. Diese Regelung wäre natürlich für uns unannehmbar. In der Praxis werden alle diese Pläne bis zu ihrer Ausreise allerdings noch viel Zeit beanspruchen. In Betracht kommt vorläufig nur die Bildung eines Schienenverbandes. Man denkt hier vor allem an die Vorkriegseinrichtung der International Rail Association. Viel schwieriger liegen die Verhältnisse schon in bezug auf die Bildung eines Trägerverbandes: internationale Verbände in Stabeifen, Draht usw. sind so gut wie ausgeschlossen. ■t Paris, 24. Oft. (Täck.) „Chigaco Tribüne" meldet aus London, man plane die Bildung eines Verbandes aller Stahlindustrieller Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Englands und Luxemburgs. Die Grotzhan-elsindexziffer. Die aus den Stichtag des 21. Oktober berechnete Großhandels-Indexziffer des Stattstischen Reichsamts ergibt gegenüber dem Stand vorn 19. Oktober (132,2) einen we iteren Rückgang um 0,8 vorn Hundert auf 131,1. * Die Handelskammer Darmstadt für das deutsch-spanische Handelsabkommen. Die Handelskammer Darmstadt hat in ihrer letzten Dolldersammlung einstimmig beschlossen, die Lbmahme des deutsch-spanischen Handelsabkommens zu empfehlen. Die Richt- cmnahme dürfte eine außerordentliche Schädigung der Industrie des Darmstädter Bezirks mit sich bringen und geeignet sein, die trotz aller Schwierigkeiten mühevoll nach dem Kriege mit Spanien wieder angeknüpften Handelsbeziehungen zu zerstören. Wenn sich auch der Weinbai aus begreiflichen Gründen gegen das Abkommen wendet, so muß, bei Abwägung aller an dem deutsch-spanischen Handelsvertrag in Betracht kommenden Interessen, die weitere Exportfähigkeit unserer Industrie, schon im Hinblick aif die Verpflichtungen aus dem Londoner; Abkommen, ausschlaggebend sein. * Collet & Engelhardt, Werkzeug- Maschinenfabrik A. G., Off en bad) a. QU. Die durch die Generalversammlung vorn 22. I ini beschlossene Erhöhung des Grundkapitals um weitere 20 Millionen Mark Stammaktien ist nunmehr auch bezüglich des Restbetrages von 15 Millionen Mark durchgeführt. Das Grundkapital beträgt jetzt 42 Millionen Mark. Die neuen Aktien, 15 000 Stück, sind zum Kurse von 1 Billion Papiermarl — 10 Goldmark je Aktie ausgegeben toorben und bar bezahlt. * Offenbacher Ringo f enziegelei A. G. zu Offenbach a. M. Durch Beschluß der Generalversammlung ist das OrunMabital auf Goldmark umgestellt und auf 160 000 Goldmark ermäßigt worden. Es ist eingeteilt in 320 Inhaberaktien zum Nennbeträge von je 500 Gold- mark. * Zur Aufhebung der Devisenzwang s bew irt s cha f t u n g. Bereits Anfang Oktober hatte das Reichswirtschaftsministe- rium durch die Presse mitgeteilt, daß eine Aufhebung des größten Teils der noch bestehenden devisen gesetz (ichen Bestimmungen bevor stehe. Die Veröffentlichung dieser Verordnung sollte nach Abschluß der Anleiheverträge erfolgen. — Die Tatsache, daß trotz Abschlusses der Anleihwer- träge und trotz des vollen Zeichriungserfolges der Anleihe selbst, die zur Zeit noch bestehenden, zum großen Teil überhckten. im ganzen unübersichtlichen devisenrochtlichen Beslimmu gen bisher in keiner Weise eine Abänderung erfahren haben, hat den Zentralverband des Deutschen Großhandels, der bereits Anfang September mit ausführlicher Begründung den Antrag der Aufhebung bzw. QHüberung der Devilenzwangsbewir: scha s- tting gestellt hatte, veranlasst, nochmals in dringender Form an das Reichswirtschaftsministernum mit der Ditte heranzutreten, die in Aussicht ge- mene Verordnung über Aufhebung der devi en- zwangswir'c chaftlichen Bestiminungen imnineh in Kraft zu setzen. Der Zentralverbmd des Deutschen Großhandels hat dabei vor allem darauf htngewiesen, daß die "LeaHtu'g und Einhastu^ g E geltenden unüber ich li He i und übeiflüifige.t ö?st mimungen einen unsichtbaren Faktor in der PrelsvLrn .uorung b-ueutcn muß und daß ei: e ^uiyecy'rfral.ung der Dnrcher.bestimmungen für Q.'y'.' ' r :1 ‘ dem Ausbau) ab uschllehe.rdnr rcdttVerhandlungen eine große Gefahr be euten wurde. . trä ge a uf Sin- und Ausfuhr von Waren. Mst dem 20. Oktober haben Börsenkurse. 0,5205 0,45c 8.50 £- 7,75 ®anfnoteit. 28,5 4,50 8,75 49 79 10,13 6 9,60 18,75 12 16,25 16,50 16,25 12,76 1,45 0,315 6 9,6 18,3 11,76 16,10 16,10 15,75 9,5 18,75 12 16,65 16.7 6,63 16 0,87 1,4 2,7 3,13 8,25 4,2 87,1 10,1 40,5 24,4 4,5 8,8 10,1 12 0,525 0,990 0,940 1,430 0,38 1,090 0,569 0,9 0,8 0 1.355 0,3'9 0,933 1,55 0,330 1,6 0,3 0,4 47,5 8,5 9,13 50,90 1,5 80,50 11,43 17,25 4,60 9 37/0 35 13 33,9 8,80 18 11/0 16 16,2 6,30 1,05 4,2 87,5 9.E0 41 23,90 4,5 8,75 10,10 11,9 1,50 0.3 0,4 46,9 8.8 8,9 49 49.40 79,5 10,90 13 4,50 8 35,75 34,9 32,5 25,60 4,6 8,1 11,10 36,6 43,5 2 2,80 8,6 8,1 11,80 37,13 45,5 2 2,8 8,6 Die interalliierten Ein- und AuSsuhrämter in Bad Eins und Düsseldorf ihre Tätigkeit eingestellt. Anträge auf Ein- und Ausfuhr von Waren sind von jetzt ab an den Reichskommissar für Ein- und Aossuhchcw lligungen in Berlin W 15, LiehiMb rg'r ü'.r 13 ,u richten. Außerdem sind die Außer.h nd .lsst den für T xt Iwirt ch ft, für Grobkeram.k und für F.rmen in ihren Fachgebieten für das ganze Rech zuständig. * Fusion Union teerte A G., Mannheim— C n z i g e r - W e r k e A. G., Worms. Die Uniontoerfe 21.®., Maschincnf.Briten in Mancheim-Deilln und die Sn^inger-Werkc A. G., Worms beschlossen in ihren Generalversammlungen die Umstellung auf Goldmark und die völllge Verfchmclzung unter der neuen Firma Enzinger-Unwnwerke 21. G. unter gleichzeitiger Verlegung des Sitzes von Worms nach Mannheim. Das 21. K. der Einzinger-Werle wird zum Zwecke des Umtausche der Unionaktien um 3,15 Mill. Gm. erhöht auf 6,65 Mrll. Gm., eingeteili in 66 500 Aktien zu je 100 Gm. Maßgeb.nd für den Zusammenschluß war das Bestreben, eine Verbilligung der Produktion zu erzielen. * Stahlwerk Decker A. G. In der außerordentlchen Generalversammlung des Stahlwerks Becker A. G. wurde von 3k Aktionären, die 35 301 Stammaktien und 50 000 Vorzugsaktien vertraten, gegen 61 Aktionäre mit 1795 Stammaktien beschlossen, die Beratung der vorgesehenen Tagesordnung, das Sanierungsprojekt Metz, bis zum 24. 11. zu vertagen, um inzwischen noch andere Projekte zu prüfen. Rechtsanwalt Dr. Fabian legte gegen den Abstirnrnungsbeschluß formellen Protest ein, weil die Majorität der Fi- milie Becke, durch die 2lltien in der Hand des Testamentvollstreckers erreicht worden fei, d:e von der Inöustriebank als ihr Eigentum reklamiert würden. Frankfurter 2lbendbörse. nr, Fr annur t a. M., 23. Oft. (T. U.) Auch der Abendverkehr laßt sich als schwach und lustlos cha- ( i •) Dom Rück-ahlungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. ^n.®ln,onen au-gedrückt. BuenoS-StrrS, London, Neu« York, Japan, Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Vudavcst für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlu ng. 5% Deutsche RetchSanleth« . 4°/» Deutsche Relchsanlcthr . 3Ve°/n Deutsche Nrtchsanlethe 3®/. Deutsche Neichsanleihe . Deutsche Svarpramnnanleth« <®/o preußische KousolS . . . 3‘/s°/o Hessen . . . . . ‘ V. 3% ©elfen........... Deutsche Wertb. Dollar-Ant dio. Doll.-Schatz-Amretiug.') »Dresdner Dank 6-'/«, Metallbank 123 4 minus 0.25, Mittcl- bLutsche Kreditbank 1.45, Reichsbank 501/4, Rhein. Kreditbank 2.3, Oesterreichifche Kreottakaen 0.315. Ausländische Renten vernachläffigt, 5proz. Lombarden 73/z. Sonst notierten noch Aschaffenburger Zellstoff schwach, 17V2 minus 0.75, Karlsruher 2Na- schinen 3 minus 0.1, Fuchs Waggon 1.05 Geld. Dyckerhoff und Widmann 3.75 plus 0.4. Gebr. Iunghaus 9:VS minus 0.1, Rheinisches Metall 7 Plus 0.2, Zucker Frankenthal 2.9. Zucker Heilbronn 2.35. Im Freiverkehr gingen um Growag 0.175. Die Börse schloß still und mit Neigung zum werteren Nachgeben. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 23. Oft. Das Börsengeschäft stagniert zur Zeit vollkommen. Politisch.' u.ib wirtschaftliche Anregungen bliebe.r w rku gil s. Die Situation wird behrrrfcht von der in e.politi'chen Krise mit der Hinausschiebung besonders der Auswertungsfrage durch den Wahlkampf. Die Spekulatton hält es für richtig, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen und (9(attftcllur.gen vorza- nehmen. Das machte sich heute besonders deutlich am Anleihemarkt bemerkbar, wo die Groß-S^pekulation ihre bisherige Tä.igleit vollkommen einstellte und als Verkäufer in Erscheinung trat. Hieraus ergaben sich Unerwartet starke Drücke auf die Kurse der bish-irigea Fav^ri^en. 2lm Markt der Industriepapiere herrsck).'e infolgedessen ebenfalls Abgabeneigung vor. Der Markt der unnotierten Werte liegt bereits völlig verödet. .Unnotierte Kaliwerte waren bei weich enden Kursen stark an geboten, obe; auch die amtlich notierten und in größerem Vermehr gesehenen Papiere find kaum noch Gecensiaud nennenswerter Umsätze. Selbst die schweren Werte des Montanmarktes sind groß ent.ils ver- nachlässigt. Am Geldmarkt ist die Lage für Dörsengeld unverändert flüssig, doch besteht für längere Ausleihung keine Neigung. Am Devisenmarkt lag reichliches Angebot bei ae- ringem Bedarf vor. Am Kalimarkt waren bei den amtlich notierten Papieren die Ku ^Veränderungen geringfügig. Chemische Werte hiel en sich in ungefährer Höhe der gestrigen Schlußnotierungen. Die 2lltten der Waggon-, Me all- und Maschinenbau-Anstalten lagen fast durchweg geschäftslos. Texttlwerte waren gut behauptet Der Markt der Petroleumwercke lag vernachlässigt Danken unverändert. Schiffahrtswerte gaben eher nach. Hochbahnnaktten waren gedrückt. Frankfurter Getreidebörfe. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 23. Oft. Es wurden notiert: Weizeri 23,25 bis 24 25, Rogg.m, inlänb 23 bis 24, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 28,75, Hafer, inlänb. 20 bis 23, Mais, gelb 20 ?5 btö 20 75, Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 35 bis 37,50, Roggenmehl 32,50 bis 35, W.izmlleie 12 25, Roggenkleie 12. Tendenz: Geschäftslos. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M„ 23. Oft. Auftrieb: 66 Binder, darunter 37 Ochsen, 1 Bulle, 19 Färsen und Kühe, 9 Fresser, 748 Kälber. 1190 Schase, 274 Schweine. Es kosteten pro Zentner Lebendgewicht. Kälber: feinste Masttälber 25—80 mittlere Rkast- unb beste Saugtälber 65—74 geringere Mast- und gute Saugkälber 55—62 geringe Saugkälber 45—54. Schafe: Mastlämmer unb Mast Hümmel 40—46, geringere Ma sthämmel unb Schafe 32—38, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzfchafe) 24—30. Schweine: Volksl von 80 bis 100 Kilo 75—80, unter 80 Kilo 65—75' von 100 bis 120 Kilo 78—82, von 120 bis 150 Kilo 78—80, Fettfchweine über 150 Kiko 78—80. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Okt. Der Produttenmarkt vere lief weiter geschäftslos. Die Berliner Mühlen haben ihre Mehlforderungen erst wenig ermäßigt, dagegen ist Auslandsmehl, namentlich amerikanisches, zu recht gedrückten Preisen aus zweiter Hand offeriert. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen deutschen Häfen unb holländischen. Rotterdamer Roggen soll mit 13,8, Hamburger unb Bremer nur mit fl. 14' > erhältlich sein. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märt 219 bis 224, Roggen, märf. 216 bis 219, Gerste, ntärf. 240 bis 270, neue 215 bis 230, Hafer, märf. 189 bis 190, Raps 390 bis 400, Leinsaat 400 bis 410; pro 100 Kilo: Weizenmehl 31 bis 34,25, Roggenmehl 30 bis 34, Weiz.mkteie 13 bis 13,50, Roggenkleie 12,50 bis 13, Viktoriaerbsen 34 bis 38, kleine Erbsen 24 bis 26. Futtererbsen 19 bis 20 Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22’ Wicken 18 bis 20, Lupinen, blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle, alt 14 50 bis 16, neu 20 bis 24, Rapskuchen 16, Trockenschnihel 10 80, Tors-- melasse 9,10, Kartoffelflocken 19 bis 19,50 Mk. Eine Wohltat sind ein paar Tropfen von Bern köstliche» Kräuterhaarwasser Iovol, In die Kopfhaut massiert, besonder» »ach geistig ober kbrper. lief) anstrengender Tättgkeit. Die ftopfneroei? werben durch gavol erfrischt, da« tzoar wirs welch, duftig unb locker. Für Liebhaber be sonder» kräftigen Wohlgeruche: Zavol-Gold gur Äopftväschc gavol. Kopfwaschpulde, stark schäumend und vorzüglich rciiilgenb KpanV Opin? rtlpinl Geg.Blasen-u.Nierenleid.,selbstStein, ftlüUädülU! « hilft best. Karlssprudel Listzirchen li Seltsame Flitterwochen. Vornan von 2trn>(2> Fredericks 26- Fortsetzung. (Nachdruck Derboten.) -Er wollte feinen Namen nicht normen Gr Jagte, es sei in wichtigen Geschäften." „QBo ist er jetzt?" -2m Empfangszimmer." Stapleton stand auf. „Entschuldigen Sie mich einen Augenblick," sagte er *. Tie Diblkthek war vom Empfangszimmer durch einen kurzen Gang, eine Art Alkoven getrennt, der mit einigen lchwe en Vorhängen verhängt war. Grace sah still und axmete auf Stapletons Rückkehr. Da bemerke sie baf) sie deutlich Horen tonnte was im andern Ra imc vor- ging. Einen Augenblick dachte sie dar>n in den Vorraum zu gehen, als ein oder zwei Worte ih e Aufmerksamkeit erregten und sie sofort an die Vorhänge trat, um aufmerksam eine sehr bemerkenswerte Unterhaltung zu verfol e r. Der Mann, der nach Staple'on gefragt hft e, stand im Empfangs raum nahe bei einem br.i e i Fenster, von dem aus man die Strafte drauhen überfah. Er war grrft und ziemlich stark ce^aut aber was Graces Aufmerksamkeit am meiste, erregte, war fein dichter schwarzer Dort. Sie erkannte in ihm sofort den Mairn, der in Valentins Zimmer eingestiegen war und die Zigaretten gestohlen und der später den Wagen geführt hatte, der sie nach ihrer (Sntfüfyrung nach Paris zurückbrachte. Er sprach ruhig und bestimmt auf Stapleton ein, als ob er nichts Wichtigeres, als etwa das Wetter bespräche. „Herr Stapleton," tagte er, „ich foote Ihn«, Sohn in meiner Gewalt. Er ist ganz gesund. Och gab lohnen Gelegenheit, ihn gestern nacht wiederzubaben, aber Sie benützten ’.e nicht." „2ch tat, was ich konnte," rief der Bankier erstaunt aus und bezwang fern Verlangen, den Kerl am Kragen za packen. „Tas kann ja lein, aber mein Vorhaben wurde vereitelt. Sie hielten sich nicht an meine Vorschriften." „Doch. Dis aufs Tüpfelchen." Der Vlann runzelte die S.irne. „llmwtig, darüber jetzt Worte zu verlieren," brummte ec. „Ich will Ihnen noch eine Gelegenheit geben, die letzte —" „Sie verdammter Erpresser." Der Mann mft dem schwarzen Bart erhob die Hand. „Monsieur," sagte er ruhig, „dah S e s ch aufregen, bringt Sie nicht weiter. Wenn Eie 2h>.en Jungen wieder haben wollen, hören 6;c, was ich tage.“ „Gut! Vorwärts!" „Erstens will ich keine Einmischung der Polizei oder des Duvall, den Sie angestellt haben." Staple'on trat erstaunt zurück. „Woher wissen Sie, dah er für mich arbeitet ?" fragte er. „Das sind meine Sachen, Monsieur: cs genügt Ihnen, dah ich es weift. Wenn Sie je Ihr Kind wieder zu sehen Höf,en, tun Sie be'fer daran, auszut^assen, was ich zu sagen habe, und meine Vorschriften buchstäblich getreu auszuführen." Seine Stimme war barsch und drohend. Stapleton beiXutete ihm durch eine Hand bewegt! ng, fortzufahren. Er war zu aufgebracht, um sprechen zu können. „Morgen abend um diese Zeit — acht ilhr — komme ich hierher, in die es Haus, und frage nach Ihnen. S e werden mir in eifern Päckchen hunderttausend Dollar geben. Ich werde das Geld hier nachzähten, ob es stimmt Dann gche ich zu Fuh zum Triu:nphbogen, was ja nicht iveii ist. Dort warte ich auf ein Auto, das mich abhol t, und fahre darin weg. Komme ich ohne jeden Zwischenfall fort, so wird Ihnen innerhalb einer Slunr-e eine Adresse tclepformiert, wo Sie Ihren Knaben finden werden. Wenn ich nicht unk.-*- hindert fortgelange, wird Ihnen nicht telephoniert und Sie werden Ihr Kind lebend nicht Wiedersehen. Das ist die letzte Gelegenheit, Herr Stapleton. Ich versichere Ihnen, daft es sehr wichtig ist, dah nichts versucht wird, mein ungestörtes Entkommen morgen abend zu verhindern." • Einen Augenblick war Grace unentschlossen, was zu tun sei Sie befürchtete, dah ein Eingreifen beim Stand der Din e das Wohlergehen des veimihten Kindes beeinflussen würde. Doch war ihre Pfticht als Polizeiagentin klar. Sie muhte versuchen, den Mann verhaften zu lassen, ehe er das Haus verlieh. Sie wuhte, dah sie nicht auf die Strafte gelangen konnte, ohne durch die Tür des Empfangsraumes zu gehen, in dem Stapleton und fein Besucher sie sehen würden. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu telephonieren. S.e eilte in die Zelle, in die man durch die Tür an der Hinterwand der Bibliothek gelaigie und von der sie wußte, dah sie den Fernsprecher enthielt. Einmal in dem engen Raum, schloß sie die Türe aus Angst, die anderen könnten etwas hören; dann rief sie die Präfektur an. Lesevte war nicht da, aber sie machte einen feiner Gehilfen mit der Sachlage bekannt urib bat ihn, sofort einen Mann h^rzusenden ES würde wenigsten- zehn Minuten, trtel- leicht länger dauern, bis der Mann im Auto kam. Was sollte sie tun. um den Besucher so lange aufzuhalten, bis die Polizei da tixue? Diese Frage wurde gai z unerwartet für sie gelöst Als fie die Türe der Zelle öffnete, um in die Bibliothek zu gehen, flieh fie -ufällta an einen Stuhl Das Ger.iusch wurde zugleich von Stapleton unb ’ieinem Tcuijev toerrommen. Der erstere, der Graces Anwc enheit in der Aufregung ganz vergessen foatie, e lchien plötzlich im Durckrgang zwischen den zwei Zimmern. „Kommen Sie hierher, Fräulein Goncvurt," fagte er ernst. Grace betrat den EmpfongSvaum. 'Der Mann mit dem schwarzen Bart f.ü> ihr frech ins Gv- ftcht. „21b! Eine Vertreterin der Polizei vermutlich. Also iit unser Gespräch belauscht worden, Herr Stapleton?" Der 'Bankier war höchst aufgebracht und wandte sich an Grace. „Haben Sie zugehört?" fragte er. .Ja." „Dann verlange ich, dah Sie sich auf feinen Fall cinmischen. Diesmal will ich, Ihnen allen zum Trotz, meinen Iu gen haben.' Grace erwiderte nichts Sie betrachtete den Schwarzbärtigen, der sie unbeirrt anstarrte. „Ich denke, ich will g?foon." bemerkte er Grace sah ihn mit überlegenem Blick an: „Sie können das Haus nicht verlassen," sagte sie. „Cs ist bewacht. Wollen Sie es doch tun. so schlage ich Lärm." ' (Fortsetzung folgt) Vertretung: Gebrüder Schwan, Inhaber Ern»t Niemann, Weingroßhandlnnc. 7783er 1IUJ 7733a In allen Geschäften erhältlich. 8196 Achtung! Achtung! NHNNHM I per Meter 145 cm breite Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein and preiswert die Brühi’scbc Ualv.-Draekerel, R. Lange. F Dauer-i Wäsche alle Formen Kaufhaus L Katz > CfDlral-Drogerie E. 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