Hl 22i> Erstes Blatt K4- Jahrgang Mittwoch, 24. September 192$ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Vberheffen vrnS und Verlag: Brühl'fche Unioergläts-Buch- und Steinöruderei R. Lange in Siehen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Zchnlttratze 7. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienb lütter MonatS'vezngrpreir: 2 Golbmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigrrSietzen. poftscheckkonto: StOTtffHrt a. M. 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummervis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfcnnig; für Reklame-Anzeigen n.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20" a Aufschlag. - Verantwortlich für Politik ii. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: fians Beck sämtlich in Gießen. Der Kabinettsbeschluh zur Völkerbundsfrage. Der baldige Eintritt wünschenswert, aber vorläufig kein Aufnahmegesuch. — Die Frage der Garantieen im Vordergrund der Verhandlungen mit den Völkerbundsmächten. — Frankreichs Widerstand. Für den sofortigen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist in den letzten Wochen und namentlich in den lohten Tagen seitens der Demokraten und Sozialdemokraten, in Deutschland eine Stimmungsmache cetrie- ben worden, die in deinem T^rhältnis steht zu den Dorteilen, die man selbst im besten Falle von der Teilnahme Deutschlands am Völkerbünde erhoffen konnte. And neben dieser Stimmungsmache der linksgerichteten deutschen Parteien liefen gleichzeitig die Bemühungen gewisser Kreise in England und Frankreich, aber auch in neutralen Ländorn einher, die teils aus Realpolitik, teils aber wirklich aus ideellen Gründen. die man bei einem Manne, wie dem norwegischen Forscher R a n s e n wenigstens bestimmt nicht bestreiten kann, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen sich bemühten, die bisher dem Eintritt Deutschlands in den Bund der Völler entgegenstamdon. Der einigermaßen geheimnisvolle Besuch, den ganz unerwartet Herr Ransen dem Reichskanzler Dr. Marx in Sigmaringen ab- ftattete, bat offenbar nur den einen Iweck vorfolgt, die Bedenken, die der Reichskanzler trotz seiner Hinneigung zum Vollerburd edankcn noch immer hegt^, aus der Welt zu schafsea und dem Kanzler gegenüber seinem Außenminister Dr. Stresemann, der nach wie vor von einem sofortigen Eintritte in das Genfer Weltparlrmtent nichts wissen wollte, den Rücken zu stärken. Demselben Zwecke dienen auch die Ausführungen, die noch in letzter Stunde am Morgen des entscheidenden Kabinettsrates sich im „Vorwärts" finden und in denen für die sofortige Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund noch einmal mit allen Mitteln plädiert wird. Der „Vorwärts" spricht davon, die Bemühungen, Deutschland zu dem Völkerbund zu gewinnen, seien s o herzlich gewesen, daß die Fortsetzung des Widerstandes als eine gewollte ülnsreund- l i ch k e i t empfunden werden muhte. Es werde zu. überlegen fern, ob wir in der Lage seien, 1924 nach ccklen Setten hin Körbe erteilen zu tonnen, wie 1914 Kriegserklärungen, und er meint, eine Entscheidung für die unfruchtbare Aegatton gegenüber Gens könne in gleicher Weise einen Wendepunkt der auswärtigen Polittk bedeuten, wie seinerzeit die unfruchtbare Regativn gegenüber dem Haag. Wobei allerdings zu bemerken ist, daß dieser Vergleich zum mindesten hinkt, denn im Haag lagen die Dinge so, daß Deutschland nicht etwa Opposition gegenüber dem sog. Welt- friÄ>ensgedanken um der Opposition willen betrieb. sondern aus wohlerwogenen auf genauer Kenntnis der Tatsache beruhenden Gründen sich gegen Pläne aussprach, deren Undurchführ- barfeit auf der Hand lag, und die letzten Endes Deutschland aufs schwerste geschädigt hätten. Ob die Ergebnisse der Dölkerbundsberatungen, mag Deutschland nun daran teilnehmen oder nicht, wirklich greifbare Erfolge erzielen werden, mag dahin- S" *It bleiben. Wenn man die Entschließung liest, die dem Völkerbundsau ssch^h zum Sicherheitspakt vorgelegt ist und die in einigen Blättern mit der schönen Ueberfchrist „Rie wieder Krieg" überschrieben ist, wird man das billig bezweifeln • muffen, zumal, wenn man von dem Vorbehalt Kenntnis nimmt, den ausgerechnet der englische Delegierte Henderson, noch da- $u ein MitgliÄ» der ArbÄterpartei, zur etwaigen Verwendung der englischen Flotte gemacht hat. Es soll nicht bestritten werden, daß in den Kreisen der Völkerbundsdelegierten sicher eine ganze Reihe von ehrlichen Idealisten sitzt, denen es mit ihrem Kampfe gegen den Krieg wirklich ernst ist. 216er hart hn Raume stoben sich die Dinge und die schönsten Entschließungen werden es auf die Dauer nicht verhindern können, dah in Lebensfragen, der Völker schließlich doch der Krieg das letzteMit- tel der Entscheidung ist. Trotz altem aber wird man auch in rechtsgerichteten deutschen Kreisen nach wie vor die Frage des Eintritts in den Völkerbund weniger vorn grundsätzlichen Standpunkte aus beurteilen, als vielmehr nach Rühlichkeitsgründen. Man beharrt aber dabei, dah die Frage von gewissen Voraussetzungen abhängig ist, ohne deren Erfüllung der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht zu diskutieren fei. Diesen Standpunkt hat sich erfreulicherweise auchdie Regierung zu eigen gemacht. Sie hat, wie befamrt ist, eine ganze Reihe von einzelnen Fragen an die eng- lische Regierung gerichtet, bei denen es sich d^besondere darum Ijanbclt, ob Deutschland a l s gleichberechtigtes Mitglied sofort ausgenommen werden und gleich nach seinem Eintritte Sih und Stimme im Völker- öundsrate erhalten soll, sie hat weiter anscheinend auch die Kolvnialfrage aufgeworfen, kurz, den deutschen Standpunkt wirklich zu wahren gesucht. Die englische Antwort, die am Montagabend dem eben aus dem Urlaube zurückgekehrten Auhenminister durch den englischen Botschafter übergeben worden ist, ist nicht befriedigen d ausgefallen, da Mig- land in diesen (S^renfragen keinerlei bestimmte Zusagen machen konnte. Der Kabinettsrat hat deshalb beschlossen, vorläufig keinen Antrag auf Aufnahme Deutschlands tn den Völkerbund zu stellen, solange nicht die Reichsregierung Sicherheiten dafür hat, dah die deutschen Interessen im vollen Umfange gewahrt werden. Wir sind der Ansicht, dah diese Haltung der Reichsregierung dem Willen des größten Teiles unseres Volkes entspricht, der mit größerem oder geringerem Rechte auch heute noch dem Völkerbunde in seiner jetzigen Form ablehnend gegenübersteht und wir erwatten, datz Die Reichsregierung sich durch das Geschrei, das sich in unserer pazififtisch-deinokratischen Presse zweifelsohne erheben wird, nicht beirren lassen wird. Das amtliche (Kommunique zur Völkerbundsfrage ist während der Sitzung des Kabinetts ausgegeben, cs ist daher noch nicht zu übersehen, wie die Entscheidung in den anderen zur D> ratung stehenden wichttgen Fragen fallen wird. Dah die Ansichten des Kabinetts weder in der Frage der Kriegsschuldlüge noch der Umbildung der Reichsregierung einheitlich sind. i|t bekannt, auf der einen Seite sieht d«r Reichstanzler Dr. Marx, der dec Unterstützung der dem Zentrum und der Demokratie hörigen Minister sicher ist, und der au her dem auf den Reichspräsidenten Ebert rechnen kann, auf der anderen Seite Dr. Stresemann, hinter, dem die Minister 3a rred und Lu ther stehen. Ob sich ein Ausgleich auf der mittleren Linie herbeiführen läßt, oder ob die latente Kabinettskrise schon jetzt akut werden wird, wird man abwarten müssen. Der Kabmettsrat. Berlin, 23. Sept. Ueber die im In- und Auslande mit größter Spannung erwartete Kabinettssitzung wurde noch Im Verlauf der Beratungen folgendes amtliche Kommunique ausgegeben: Unter dem Vorsitze des Reichspräsiden- t e n wurde heute ein Ministerrat abgehalten. Rach eingehender Erörterung der Frage des Beitrittes Deutschlands zum Völkerbünde ergab sich Einmütigkeit darüber, d-ah dir Reichsregierung den alsbaldigen ©int c\tt Deutschlands In den Völkerbund erstrebt. Sie geht dabei von der Erwägung aus, daß die dorn Völkerbund behandelten Fragen, insbesondere des Schuhes der Minderheiten, der Regelung der Verhältnisse desSaarge b i e t e s , und die Frage der allgemeinen 216* rüstung in Verbindung mit der Durchführung der Militärkontrolle, sowie die ihrer Lösung harrende große Frage der Siche- lung friedlichen Zusammenarbeitens der Völler nur unter Mitwirkung Deutschlands in befriedigender Weise geregelt werden könne. Selbstverständlich kann Deutschlands Mitwirkung nur die einer gleichberechtigten Hauptmacht fein. Rachdem die auf der Londoner Konferenz erzielte Lösung der Reparationsfrage nach Auffassung der hauptsächlich beteiligten Möchte den Weg zu einer aktiven Lösung der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund für die Reichsregierung eröffnet hatte, sind im Anschluß an die KonferenzverhandlungenBesprechungen in diesem Sinne ausgenommen worden. Das Ergebnis dieser Sondierungen bildet eine wesentlicheGrundlage für die heutige Entschließung der Reichsregierung. 3n Ausführung dieser Entschließung wird die Reichsregierung durch das Auswärtige Amt bei den im Dölkerbundsrat vertretenen Mächten abschließend feststellen, ob die für die Stellung des deutschen Antrages erforderlichen Garantien, die sich sowohl auf Deutschlands Stellung im Völkerbund wie auf bestimmte andere, hiermit untrennbar zusammenhängende Fragen beziehen, gewährleistet werden. Die deutsche Anfrage beim Völkerbund. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir zu dem Beschluß des Ministerrats aus den Kreisen des Auswärtigen Llmtes erfahren, wird voraussichtlich Ende dieser Woche der in dem amtlichen Kommunique an gekündigte amtliche deutsche Schritt in der Völker- bundsfvage erfolgen. Die Reichsregierung wird in Form einer Rote den Dölkerbundmächten zur Kenntnis bringen, dah die deutsche Regierung den Wunsch habe, an den Arbeiten in möglichst kurzer Zeit direkten Anteil zu nehmen und dah sie daher in Erwägung ziehe, zu einem geeigneten Zeitpunkt einen Antrag auf Zulas s ung Deutschlands zum Völkerbund zu stellen. Dieser Entschluß der Reichsregierung dürfte von vornherein sestgestan- den haben, da die diplomatischen Sondierungen weitergehende Schritte Deutschlands zur Zeit nicht als ratsam erscheinen lassen. Es ist aber anzunehmen, dah durch diesen amtlichen deutschen Schritt das ganze Problem ins Rollen gebracht wird. Reichskanzler Dr. Marx und Außenminister Dr. Stresemann werden dann am Mittwoch die Parteiführer empfangen, um ihnen die Stellungnahme dos Reichstabine.is zur Völler- burdsfrage und die beabfiä>tigtc amtliche deutsche Erklärung zur Kenntnis zu bringen. In d n parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Haltung der Reichsregierung von den Parteiführern gebilligt worden totrb. Auch in Den deutschnationalen Kreisen ist man der 'Auf'assuna, dah es richtig sein würde, im gegenwärtigen Ohigen- blick nur die Bereitschaft Deu tschlau d s zur Mitarbeit cm Völkerbund zum Ausdruck zu bringen. Im Anschluß an die Par- teiführerbesprechung weben gesonderte Verhandlungen zwischen Dr. Marr, Dr. Stresemann und den deutsch nationalen Führern statt sinden, die sich hauptsächlich um die mit der Ncqier>ingsttmbi!dttttg zusammenhängeitden fragen drehen werden. Die deulschnattonalen Führer sind entschlossen, schon jetzt in der geeigneten Weise der Reichsregierung den Standpunkt der Partei zur Kenntnis zu bringen, wonach es für die deutschnationale Reichstagsfrak.ion entscheidend ffii wird, ta>ß unve rzüglich die Tovbereilunf e i zur Umbildung der Rcichsregieruug ein geleitet werden. In den sachlichen politischen Fragen haben die Verhandlungen der letzten Tage bereits eine gewisse Annäherung zwischen dem Standpunkt der Reichsregierung und den Forderungen der Deutschnationf De# XatS, etner gerichlllchen oder einer schiedsgerichtlichen Entscheidung widersetzt, wonach der ©ticifall zwischen beiden Kriegführenden eine Frage des internationalen Rechts berührt, die der ausschließlichen Zuständigkeit des betreffenden Staates unterliegt. 2. Zeder Staat, der eine vürläufige Maßnahme verletzt, die der Dölkerbundsrat zur Zeit des Verfahrens ergriffen hat. Außer den in diesen beiden Paragraphen angeführten Hypothesen hat der Rat, wenn er nicht in kürzester Frist den Angreifer feststellen kann, hie Pflicht, den Kriegführenden einen Waffen- st illstand vorzuschrewen, dessen Bedingungen der Rat mit Zweidrittelmehrheit festseht und überwacht. Zeder Kriegführende, der den Waffenstillstand verweigert oder seine Bedingungen verletzt, wird als Angreifer betrachtet. Der Dölkerbundsrat wird dann den Signatarmächten zur Kenntnis geben, daß sie unverzüglich die in diesem Protokoll gegen den Angreifer festgesetzten Sanktionen zu ergreifen haben. Botschafter Dr. Sthamer in Berlin. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 24. Sept. (Dvahtmeldung.) Der deutsche Botschafter in London, Dr. Sthamer, der eine kurze ttkrlaubsrei se angetreten ha>t, wird sich einige Tage in Berlin aufhalten, um mit der Reichsregierung die Völkerbundsfrage au erörtern. Er wird in etwa 14 Sagen die Rückreise nach London antreten. Seinen eigentlichen Urlaub verbringt er tu Süddeutschland. Die Getreldezölle. Veränderte Haltung der Reichsregierung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 24. Sept. (Drahtmeldung.) Angesichts der hohen Getreidepreise waren schon in den letzten Tagen in Regierungskreisen Bedenken entstanden, ob man die Zollvorlage in ihrer jetzigen Gestalt unverändert vor den Reichstag bringen solle. Diese Bedenken werden nun wesentlich verstärkt durch die Tatsache, daß die pr eu ßi schen Regierungsparteien es einmütig ab gelehnt haben, bei dieser Lage der Dinge hohe Schutzzölle für Getreide einzuführen. Die preußische Regierung hat aus dieser Haltung die Anregung entnommen, bei der ReichSregtemng noch einmal vorstellig zu werden und auf eine grundlegende Be rändern ng der Vorlage zu dringen. Sie hofft um so mehr, daß dieser Schritt Erfolg haben wird, als auch in den ReichstagSfraktionen der Regierungsparteien immer mehr Sttnimen laut werden, die solche Schutzzölle im Augenblick für unangebracht halten und die Frage der Getreideschutzzöll? auf einen späteren Zeitpunkt vertagt sehen möchten. Die Reichsregierung hat noch nicht abschließend Stellung genommen und wird voraussichtlich in einer besonderen Sitzung, die aber erst Anfang des nächsten Monats stattfinden dürfte, sich mit der Frage beschäftigen. Gegen die dritte Steuernotverordnung. I Der „Bert. Lok.-Anz." berichtet, daß in die» Ty Tagen der Fürstbischof von Breslau, Kar- Dl n n ( Vertra m , ein Sprecher der Fuldaer Bischofskonferenz, ehre Eingabe an den Reichskanzler gerichte! hat, in der es heißt: Zn den weitesten Dolkskreisen hat sich die Neberzeugung gefestigt, daß die dritte Steuernotverordnung nicht an s recht zue r ha l t en ist. Zu groß ist die Zahl der Opfer, die diese Verordnung bereits gefordert, zu groß die Erschütterung dos Vertrauens in dieRechtsordnung, die sie gebracht hat, zu groß der Gegensatz, in dem sie zu den A ns or Deiningen der Moral und Gerech- tigkcit stehl. Ra mens' der auf der Fuldaer Bischosskonferenz ncrctnigifen Oberhirten deutscher Diözesen richte ich an Gw. Grzellenz die dringende Bitte, baldigst der Aufhebung der 3. Steuernotverordnung näherzutreten und eine Regelung herbeizuführen, die den Anforderungen dA- Moral und Gerechtigkeit eMspricht. Der Fall Scheidemann. Kassel, 23. Sept. (WTB) Die Stadt- veror dnetenversammlung beschäftigte sich gestern abend in vertraulicher Sitzung erneut mit dem Abbau des Oberbürgermeisters Scheide mann und • des Stadtrates Rosen- stock, sowie nnl der Beanstandung des letzten Abbauboschlufses durch den Magistrat. Zn einem von der Rechten eingebrachten zum Beschluß erhobenen Antrag hält die Stadtverordnetenversammlung die Beanstandung in sachlicher und formeller Hinsicht für unzulässig und veyält sich alle Rechtsmittel vor. Zum Utertreter der Stadtverordnetenversammlung, der laut § 92 der Städteordnung die Rechtsmittel in Anwendung bringen soll, wurde der deutschnationale Parteisekretär, Stadtverordneter Steuer bestimmt. Der Fall Leinert. Ein kommuliiftischcr Antrag auf Amtsenthebung als Landtagspräsideut. Berlin, 23. Sept. (Priv.-Tel.). Zm Preußischen Landtag beantragte Abg. Dr. Meyer-Ostpreußen (Komm.), an erster Stelle einen kommunistischen Antrag zu beraten, der Den Landtagspräsidenten Leinert seines Amtes entheben will wegen des bekannten Pensionsvertrages, den Leinert in seiner Eigenschaft als Oberbürgermeister von Hannover mit der bürgerlichen Mehrheit der hannoverschen Stadtverwaltung abschließen wollte. Abg. Heilmann (Soz.) erftärt, seine Fraktion wolle keinen Weihwaschungsversuch für Lein e r t unternehmen. Aber sie werde solange nicht über den Fall Leinert verhandeln, als ßeinert krank ist. Leinerts Zusam- menbruch sei in erster Linie durch die Kommunisten und ihren Führer Katz verschuldet worden. Abg Pick (Komm.): Leinerts Krankheit, in die er sich geflüchtet hat, ist sehr jungen Dahlums. Roch vor kurzem war er im HaushaltsauS- schuß frisch und gesund, als er erklärte, ein Land- tagsboamter könne mit 43 Mk. Monatspension sehr gut auskommen. (Hört, hörtI bei den Kommunisten.) Sich selbst wolle er freilich eine höhere Pension verschaffen. Die Beratung deö kommunistischen Antrags scheitert Daran, daß aus dem Hause Widerspruch erhoben wird. Zu der zweiten Beratung des Gesetzentwurfes über die Kostenregelung der evangelischen Landes- lirchenverwaltung beantragt der Verfassungsausschuß die Annahme der Vorlage mit einigen Aenderungen. Die Kirchenbeamten sollen in ihren Bezügen den Staatsbeamten völlig gleichgestellt werden. Zn einem vom Ausschuß eingefügten §9a wird ausgesprochen, daß durch die in diesem Gesetz getroffene einstweilige Regelung der Ablösung der bisherigen Staatsbeteiligung für die Kirche gemäß Artikel 138 der Reichsverfassung nicht vorgegrifscn wird. Kultusminister Dr. Boe - l i h erklärt sich namens des Kultusministeriums mit den vom Ausschuß beantragten Aenderungen einverstanden. Die evangelische Kirche müßte anerkennen, in welch großzügiger Welse der Staat die Frage der kirchlichen Verwaltungskosten gelöst und die Sicherstellung der Landeskirchen herbei- hcführt hat. Darüber hinaus ist die Regierung bereit, der Kirche eine erhöhte Sicherung durch Abschluß einer Vereinbarung zu gewähren, in der eine unparteiische Instanz zum Schiedsrichter berufen wird. Zn der ©cfamtabftim» mung wird der Gesetzentwurf in zweiter und gleich darauf auch in Dritter Beratung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten end/- gültig angenommen. Der Fall Loeb. Weimar', 23. Sept. (Wolff.) Zn feiner gestrigen Sitzung hat das thstriiigische Staatsministerium beschlossen, Dem Präsidenten Ooe b der Thüringischen Staatsbank ofjme Einhalt der Kündigungsfrist zu kündigen und ihn aus seiner Stellung als leitender Direktor zu entlassen. Als Grund für die fristlose Kündigung und Entlassung wird angegeben, daß ßoeb seinen unmittelbaren Vorgesetzten, Den Finanzminister, wiederholt Über angeblich her thüringischen Wirtschaft zugMhrte Zn- unD Auslandkredite bewußt irregeführt und gröblich getäuscht habe. Dazu komme, daß b'i der Revision der Staatsbank durch ©ebeimrat Bastian und den ReichSbankdirektor a. D. Schulz, schwere .Unkorrektheiten und Verstöße gegen das Staatsbankgesetz, sowie die dazu erlassene Geschäftsordnung festgestellt worden seien, für die Der Staatsbankpräsident verantwortlich sei. Das thüringische Staatsministerium beschloß ferner, dem Staatskommlsfar Märker ohne Einhaltung der Kündigungsfrist zu kündigen und ihn aus seiner Stellung als Beauftragter deS Fi- nanzministerirmrs zu entlassen. Als Grund dieser Maßnahme wird angegeben, daß Märker die im Beschluß des Staatsministerilims erwähnten T ä u- schungs versuche des Loeb nicht nur stillschweigend geduldet, sondern trotz präziser Fragen deS FinanzministerS mit seiner Person auch g edeck t habe. Wettervoraussage. Roch vorwlegeird bewölkt, westliche Winde, kühler mit Regenfällen. Wir werden bei vorwiegend westlichen, zeitweise srrdlichen Winden für Die nächste Zeit mit veränderlicher, meist trüber und regnerischer Witterung rechnen müssen. Seltsame Aitterwochen. Roman von Ariwld Fredericks. ?. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Grace sah Den Mann an, Der vor ihr stand. DicS war eine Botschaft, deren Wichtigkeit über allen Zweifel erhaben war. Sie wußte: wäre Richard zu Hause, so würde er auf den Brief hin schleunigst nach Paris fahren. Denn Lefevre verdankten sie tatsächlich all ihr Glück. Zhre Hochzeit, bei welcher der liebe alte Frairzose den Brautvater vertrat, hatte sie noch in lebhafter Erinnerung. Sie gedachte DeS AbschiedScssens im Hause deS Präfekten und des prächtigen Gcschen- tes, Das er ihr bei Dieser Gelegenl>eit übergeben hatte Offenbar wünschte Lesevre Richard.'Anwesenheit dringend und cbeni» die ihre. Der Ge- bante kam ihr — warum sollte sie nicht zu ihm fahren ? Wohl hatte Richard sie mit Der Besorgung der Angelegenheiten zu Hause betraut aber sie wußte, daß eS für einige Zeit auch ohne sie ginge. Hendricks, Der Aufseher, war ein fähiger und ehrlicher Mann, ihnen beiden ergeben Sie konnte ihm ruhig die in fein Fach fallenden Dinge überlassen. Dazu tarn noch der Gedanke, der sie völlig betörte: Richard auf Dem morgen fahrenden Dampfer zu überraschen Wie würde er staunen, wenn er sie, gemächlich auf Deck ' chlendernd. erblicken würde! Sie wunderte fich. daß Der Gedanke, ihn zu begleiten, nicht früher bestimmte Gestalt angenommen batte Sie wandte fick an Den Mann, der stehend ihre Ent- scheidung abtoartete. „Sie kennen den Znhalt des Schreibens?" „Jawohl, Madame," errwiderte er mit leichter Verbeugung, er tarn uns telegraphisch chiffriert zu." „Um Mitternacht fährt ein Zug imb morgen früh ein Danrpfer?" „Jawohl, QUabamc.“ „Können Sie mich in Zhrem Wagen nach Washington bringen?" „Zch würde mir ein Vergnügen daraus machen. Madame." Er lächelte zufrieden. „Gut. Herr Duvall ist In Reuyork Zch will ihm Die Rachricht bringen. Ditte warten Sie hier, bis ich einiges gepackt und meiner Dienerschaft Anweisungen gegeben Habel" - Zn einer halben Stunde war alles erledigt. Hendricks, der Aufseher, Hofe die Anw.ttsungen betreffs des Gutes, das Rötige an Geld usw. und um zehn Uhr, gerade als der Zugang zum Rcuhorler Schlafw.igenzug geöffnet wurde, löste Grace ihre fiabrkirte. Der zuvorkommende Franzose half ihr bei allem und bot ihr „Gute Reise", als er ihr in den Zug half. Sie zog sich sogleich zurück und lag, in einer Zeitschrift blätternd, auf ihrem Ruh.'psan. Sie malte sich dabei Richards Staunen und Freude bei ihrem Zusammentreffen am andern Morgen aus Zetzt war sie sicher, daß ihre Flitterwochen feine Unterbrechung erleiden würden. Später schlief sie ein und träumte, daß sie mit Richard in einem schweren, roten Tourenwagen vergnügt Paris zufuhr. Am Morgen frühstückte sl- in aller Eile am Bahnhof und na hur einen Wagen zum Reite- bureau, wo sie sich noch eine Kabine sichern konnte. Darm ging sie rasch zur Bank, wo sie Aus aller Wett. Ei» Hitlerprozch. München, 23. Sept. (WTB.) Heute begann vor dem Amtsgericht München der B e - leidigungsprozeß Hitler gegen Pitti n g e r. Hitler hat Klage angestrengt, weil Pittinger gelegentlich einer Dersammlung in Augsburg sich geäußert haben soll, Hiller habe französisches Geld erhalten. Der englische Arbeiterführer Morel habe dies Kahr erzählt. Zm Laufe der Verhandlung erklärte Der Verteidiger des Angeklagten, daß Morel Kahr gegenüber geäußert habe, er kenne den Mittelsmann in Paris. Der Geld sammelte und über die Schweiz weiterleitete. Dazu habe Pittinger in der Versammlung bemerkt, er sei überzeugt, daß Hitler nicht wisse, daß es sich um französisches Geld handele. Der Vertreter Hitlers erklärte, Hiller habe schon geraume 3eit vor Der Versammlung in Augsburg einen offenen Brief an Morel gerichtet, in Dem er dessen Behauptung als i n f a in c L ü g c und böswillige Verleumdung bezeichnete. Kapitänleutnant Wenir, der beim Gespräche als Dolmetscher fungierte, sagte aus, Morel habe erklärt, daß ihm in Paris von hochstehenden Persönlichkeiten erklärt worden sei, ein großer Teil Der Gelder, die Hitler bekomme, komme aus Frankreich. Die Verhandlung wurde zur Vernehmung von Zeugen ausgesetzt. Dcr Atteutatsplan einer Wahn- sinuigen. Paris, 24. Sept. (HavaS.) Eine Dame hat gestern nachmittag kürz vor d r Abreise des Ministerpräsidenten aus Rambouillet d.m wachthabenden Posten einen geladenen Revolver übergeben und erklärt, daß sie die Absicht gehabt habe, a u f Den Ministerpräsidenten zu schießen, daß sie aber im letzten Augenblick nicht den nötigen Mu t habe aufbringen tön.v.n, ihr Vorhaben au Szu führen. Bai ihrer Verneh- nuing erklärte sie, daß sie in Paris woh:e, von ihrem Mann getrennt lebe und Herriot habe töten wollen, weil er die Politik Eailleaux, und Malvy rmterstützt habe. AIS sie aber Her- riot gesehen habe, aus Den sie schon jüngst in Lyon habe schießen wollen, habe sie ihn fo sympathisch gefunden, daß sie sich entwaffnet gefühlt habe. Rach Havaö nimmt man an, drh ie Dame geistesgestört Ifi. S.e h'ißt B i - g ot-Po mjea n. Die Dame erklärt : ud), daß ihr Riann sie 1912 habe veranlassen wollen, D r i a n d zu töten. Die Morgenblätter stellen fest, daß eS sich um eine Person handelt, die kernen guten Leumund hat. Sie habe im Zahrs 1922 gewisse Schwindeleien begangen und fei deshalb mit Gefängnis bestraft worden. Sie habe auch schon vor und während des Krieges Betrug s v c r s u ch e unternommen. Den Tod in den Flammen. Zn Der Bö Deckerstraße in Berlin brach gestern nachmittag in einem Pser bestall Feuer aus, Das sich so rasch verbreitete. Daß es Dem Kutscher ©ciffert nicht mehr gelang, sich in ,Sicherheit zu bringen. Der Kutscher und die im Stalle untergebrachten sieben Pferde kamen in den Flammen um. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Sept. 1924. Wohlsahrtsschccks in (ftieftt’M. Dom städtischen Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: Allgemein und berechtigt ist Die Klage über den unerträglichen Umfang, den Die' Bettelei in Gießen angenommen hat. Zehn- und mehrmals an einem Tage wird die Schalle gezogen. 2luf Den Straßen und in Den Wirtschaften betteln Kiirder, wenn sie dies auch durch das Angebot geringwertiger Waren zu verfchleiern suchen. Es ist an dieser Stelle schon oft Darauf hin gewiesen worden, wie zwecklos und geradezu schädlich für eine geordnete Wohlfahrtspflege es ist, toenn derartige Bettler oft im Verhältnis zur Vorkriegszeit recht erheblich bemessene Alnrosen erhalten, baut denen sie ein müheloses Faulenzerleben führen können, besser gestellt, als mancher Arbeiter und Angestellte Zeder Kevner Der Verhältnisse weiß, daß es sich bei diesen Hous» und St raßen bet Hern in dm weitaus meisten Fällen um gewerbsmäßige und Gewöhn hei tö- Id e 11 le r handelt,'die in Wirklichkeit nicht die geringste llnterstühung verdienen, sondern ins Arbeitshaus gehörten. Große Mittel gehen dadurch den wirklich Rotleidenden verloren und dienen dazu, unsoziale und vielfach auch noch verbrecherische Elemente zu unterhalten. Wer Bettlern Geld gibt, hat kein Recht, sich über Belästigungen durch Bettler zu beflagen, denn er züchtet dieses Gewerbe selbst heran. ÜnD doch gibt eS sehr viele, die es nicht über das Herz bringen, einen Bettler abzuweisen. Sie lassen —■■■■■■■I. ■ I . I | gut bekannt war. versah sich mit Dem nötigen Geld und fuhr zunr Hafen. Es war noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt. Gracc eilte in ihre Kabine und fuchte die Spuren ihrer nächtlichen Reise zu verwischen. Sic wollte frisch sein, wemr sie Richard traf. Der- große Dampfer hatte den Hafen noch nicht hinter sich, als sie schon an Deck war und sich nach ihrem Gemahl umschaute. Sie wußte, daß cs in diesem Gedränge ziemlich lange- Dauern würde. Rach einer Stunde des Suchens war sie einigermaßen überrascht, ihn nirgends zu sehen. Rach einer weiteren Stunde ging ihre äletec- raschung in Schrecken über. Ein kurzer Besuch beim Zahlmeister und Die Durchsicht der Passagierliste überzeugten sic, von Der unerwarteten Tatsache: Richard war nicht an Bord! Zweites Kapitel Richard Duvall Tarn am Donnerstag ungefähr um halb zwei Uhr morgen« in Reuyrrl an. Hcdgman. Stapletons Sekretär, htttc ihre Ankunft gcdrah'et, und so erwartete sie Der Wex'en Des Bankiers an der 'Bahn. Eine Viertelstunde später fliegen fic in Stapletons Palast in Der fünften Avenue die Treppen hiira.r. Duvall war nie in dieser Wohnung gcir.f.n. Hatte er früher mit dem Bankte, zu tun. so sah er ihi in dessen Geschäftsräumen am Broadwa). Zotzt bitte er gleichwohl fein: Z:it au D c v.'r» schwrnderische Einrtchtung xu achten Hodgman führte ihn softrt in Die Biblioth.tt und kurz Darauf war Stapleton bei ihnen. Er begrüßte Duvall mit träfiignn Händedruck und Danitc ihm für ftin rasches Komme i. sich durch die so oft mit großem wchauspielev» talent vorgetragene, aber erlogene Leidensgeschichte täuschen, cDer fic möchten nicht einen Gerechten tov*gen 99 ttlnger echter leiden lassen. Diesen Empfindungen Rechnung zu tragen. Dabei ober gleichzeitig die Spender auf wirklich Rvtleidende zu beschränken und G.wohnh-its-b tt(ern das Handwerk zu verleiden, ist der Wohllahrtsfcheck bestimmt, der hier in Gießen eingcführt verden soll. ' Auf Die Bekanntmachung in der heutigen Rümmer wird hingewiesen. Es ist dringend zu wünschen, daß recht viele Einwohner von Der Gewoh'heit Deö trltiflo» fen Almofenspendcas ablasftn, und flott dessen Derartige Wo hl sa h rt ss ch e ck S geben mochten. Die eingehenden Mittel werden voraussichtlich, trenn von Der Einrichtung eifrig Georauch gemacht wird, eine Durchgreifende, über Die offen*- liebe Pflichtunterstützung h nausgch.' d. Hilfe ermöglichen, Denn Die Gewöhn hei tsbettler werden beim Wohlfahrtsscheckdienst abgüv'.^ea, mözea sie soviel Schecks verzeigen, als fic* tränten. S:c, Die Die große Mehrzahl alter Bettler bitte i, werden überhaupt m:ift darauf verzichten, die Geschäftsstelle aufzusucheir. Die Mittel, Die für Die c unbenutzten oder nicht berücksichtigten Schecks eingegangen sind, ermöglichen cs, wirklich Bedürftige über Den Betrag hinaus zu unterstützen, Der ihren Schecks entspricht. Der Dienststelle steht da-s gc famte berufliche und ehrenamtliche Per onal d K Wohlfahrtsamtes M Gebote, um einen Fa>'.> gründlich prüfen und beurteilen zu können. Ter Spender des Schecks selbst kann auf Dem Wohlfahrtsamt erfahren, ob Der Beschenkte sich gemeldet hat und ob unb In welcher Weise er unterstützt worden Ist, toenn er sich nur die Rümmer des hingegebenen Schecks aufschrttbt und bei Der Geschäftsstelle anfragt. Einige deutsche Städte haben dieses Verfahren bereits cingeführt, und es wird durchweg von ausgezeichneten Erfolgen berichtet. Es tvurde in diesen Städten eine wesentliche Llbnahme des Dcttelunwesens festgestellt Besonders ist Hamburg bahnbrechend getorfen. Hoffentlich ist Der gleiche Erfolg auch dem Gießeirer Versuch be> schieden. Die Zcppelinfahrt verschöbe«. Aus Friedrichshafen wurde heute früh gemeldet: Bei der- außerordentlich unsicheren Wetterlage, die mit ziemlicher Sicherheit sehr böiges, regnerisches Wetter erwarten läßt, wurde die große Probefahrt des Z. R. IH vorerst auf Donnerstag verschoben. Wie die Stadtverwaltung uns mittellt, wird die Annäherung des Luftschiffes an unsere Stadt durch Heulen der Feuersirenen gemeldet werden. Von' anderer Seite wird uns noch berichtet, daß außerdem in den nächsten Tagen der Besuch eines Verkehrs lugzeuges der Südwestdeuischen Lu tverkehrSgesellschast (Zunkers-Limoustne) mit dem Direktor dieser Gesellschaft und anderen Passagieren hier in Aussicht steht. Das Flugzeug wird auf dem großen Ackergelände zwischen der Krvsdorfer Straße und der Lahn landen. Vielleicht wird es auch von dort aus einen Rundflug mit Gießener Passagieren ausführen. Bornotizen. — $a gc^Ta len Der für Donnerstag Zentrumspartei, 8 51 bi im Katholischen Okr elnShaus, Mitglieder Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahichosstraße: „Die Herrin von Monbijou". — Hessische Bilderbühne: „Der Evan- gellmann". — Astoria-Lichtsplele: „Das Feuerschiff. 'f ♦ Bern fsju biläen. Auf eine 2SjährigL Tättgkett bet Der Fiirna Koch & Eichenauer in» Gießen blickte gestern Der Geschäftsreisende Karl Dcmuth zurück. , Es ivurben ihm seitens Der Firma und Der Angestellten reiche Ehrungen zuteil. - -Heute kann Der Znstall^llivnsvvrarbester bei dem ylesigeir Gas- und Wasserwerk Heinrich Wagner .iu£ Wieseck sein dreißigstes Dienstjubiläum feiern. Seine Mitarbeiter überbrachten ihm ein Geschenk. ** „D erLo tz" gehört untcrDenkmal- s ch n h. Von unserem ^-Mitarbeiter geht unS Die nachstehende energische"Mahnung an Die Oeffent- lichkeit zu: Zn Rr. 28 der „Gießener Familie n b l ä t t e r" vom 5. Zult d. Z. (6. 110) wird in höchst anziehender Weise „von alten Gießener Schankftätten" erzählt. Hierbei wirb, und zwar mit vollem Recht, in erster Linie „der Loh" behandelt. Ebenso bemerft Der Verfasser dieses schönen Aufsatzes ganz richtig, daß diese altehrwürdige Kneipe niemals beim echten Gießener „Zns Lohe" hieß, sondern stets nur „Der L o h". Der alte Gießener StuDent ober Philister ging „in den Lotz" oder richtiger nach der Mundart: „in'n Loh": er saß „Int Loh". Der Schreiber dieses behält sich vor, demnächst Gr litt augenscheinlich unter schwerem seelischen Druck. „Hodgman hat Zhnen erklärt, worum ich gerade Sie wählte, Hetr Duvall?" fragte er un6 ließ sich in einen großen Ledersessel „Zatoohl," nickte Duvall. „Dann begreifen Sie meinen Zu stand" Et schwieg elno Weile und sah betrübt zu Boden. „Gewiß " „Den £eufel auch! Zch würde mich ja nicht grämen, wenn sie mir Eigentum — Geld. Wertpapiere oder sonst was gestohlen hätten. Do8 kann ich wieder beschaffen. 'Aber mein Kind! Ste sehen doch Die Wichtigkeit ZhreS Kemmens ein? Gegen diese Spitzbuben Tann ich nicht öffentlich vorgehen Denn das wurden sie mein Kind entgelten lassen, ich wäre machtlos. Wis wir machen, muß im Geheimen geschehen. Rieinand Darf wissen, daß Sir sich für mich verwenden. Niemand barf Zhre Reise nach Paris auch nuf ahnen. Sie verstehen?" ..Gewiß Diese Burschen können nich! Si< als den älrh.'ber der Rachsorschungcn De: Po^iser Polizei betrachten: damit Haden Sie ja nichts zu hin. Aber sobald Sie von sich au5 Schritt« tun. um Zhrcn Knaben zu entdecken, muh Daj unbedingt im Geh irnen geschehen." Richtig. Sic wissen also, was Sie zu tun haben?" ..Za Aber erst muß ich Sie bitten, Herr Stapleton, mir Einzelhttten übet Den Fall zu geben. H:n Hodgwan sagte mir nur. d ß Zh.- erf-n g.raubt w den ist. Zw isetto^ h-be i Sie nunmehr De; £:igang ersah..n? ' (Fe-rtsetzung foigi.; Ange «rgonsungen zu dem obigen -Suflan yi geben nach feinen Erinnerungen, bie langer denn ein halbes Jahrhundert hinsichtlich der Siebener 5bteU>en zurückgehen. Einstweilen sei hier bemerkt, dah nicht der Theodor Loh, sondern der »Schor sch" die Hauptperson der Familie und der Bierwirifchast uxrr. Eine Fülle Giehener und studentischer llcbcrticfcrirng, Eigenart und Poesie hängt mit dieser Stätte zusammen. Nun verlautet, dah sie abgerissen und einem modernen Dierpalast weichen soll. Welchem Heimatfreund wallt da nicht der Zorn auf ob solcher Pietätlosigkeit und Kurzsichtigkeit. »Der Lotz" stellt tatsächlich das klassische Muster eines ot>cr- hessischen Bürgerhauses dar. Bildet man sich denn ein, dah ein solch modernes Gebäude sich imposanter auSnehmen würde, als das h v ch - giebelige dreistöckige altgiehener Bürgerhaus der Spätrenaissance? Will die Stadt Diesten, die altehrwürdige Stadt ® leben, die hinauf reicht bis in bie Hohcnstaufen- zeit, sich ganz modernisieren? Ist in der Alma mater Ludodiciana der historische Sinne, jede Poesie beim Akademiker und beim Philister erloschen? Beide müssen sich erheben gegen solchen Vandalismus Vs wäre tatsächlich, um es deutsch herauSzusagen, eine „Affenschande"! Eine unglaubliche Kurzsichtigkeit liegt aber dann, dah man glaubt, das Geschäft durch die Aufführung eines modernen Dierpalastes mit befrackten Kellnern zu heben. Nicht nur nach der historischen und ästhetischen Seite wäre die Niederlegung ..des Loh" verwerflich, sondern auch vom Nühlichkeitsstandpunkt aus eine Torheit! Deshalb sagen wir nochmals: „S)er Loh" gehört unter Denkmalschutz! AR. •• Die Erliste der schöffenfähigen Personen lAnfangsbuchstaben G, D, E) liegt auf dem Stadthaus zur Einsicht offen. (Siehe heutige Bekanntmachung.) * Ein guter Heimatfilm Der Diesten er Derkehrsverein Hut zusammen mit anderen Lahnstädten durch Vermittlung der deutschen Kultur-Filmwerke einen Film „3m Tale der Lahn" Herstellen lassen. Der Film soll in ganz Deutschland gezeigt werden, um dadurch die Aufmerksamkeit auf die Schönheiten unserer Gegend zu leirfen. Man hofft, dadurch den Fremdenverkehr zu beben. Aber auch unserer heimatlichen Bevölkerung und besonders der Heranwachsenden Jugend soll durch den Lahnfilm bargetan werden, dah die Naturschönheiten nicht immer in Der Ferne gesucht werden sollen, sondern dah lie auch in der engeren Heimat zu finden stich, wenn man sie sehen will. Am Sonntag sand vor geladenen Gästen die Probevvrführung statt, von der man allgemein befriedigt war 3m Lause dieser und der nächsten Woche wird der Film un Lichtspielhaus Bahnhofstrahe gezeugt. Es find besondere Vorstellungen für Schüler aller Bildungsanstalten zu geringem Preise vorgesehen. Auster dem Lahnstlm wird zugleich die erste Landung des Zeppelins auf dem Trieb und der Prinz-Heinruch-Flug gezeigt. Reibe FUme wurden dem Verlehrsverein in dankenswerter Werse von dem Flottenverein zur Verfügung gestellt. A ich diese Bildstreifen fanden bet der Aufführung allgemeine Anerkennung. Hoffentlich findet der Derkehrsverein durch einen regen Vemch seine Bemühungen belohnt. Landkreis Gictzen. ' L i ch. 23. Sept. Nach einer Bekanntmachung der Fürstlich Solms-Lichschen Rentkammer sind von den vor einiger Zeit an den Bäumen und Sträuchern des hiesigen Schlohparks angebrachten Täf eichen zur Bezeichnung der Pflanzen mehrere entwendet worden. Aus diesem Grunde drohte die Rentkammer an, dah, falls diese Täfelchen zu einem bestimmten Zeitpunkte nicht zurückgegeben würden, die S ch l i e - hungdesParkesfür den öffentlichen Verkehr für dir ei Tage, und zwar am 20., 21. und 22. September d. 3. vorgenommen würde. Wie wohl zu erwarten stand, muhte von der Mah- nahme an den genannten Tagen gebrauch gemacht werden. tts. Don der Strecke Grünberg — G i e h e n, 22. Sept. Don Grün berg aus und von verschiedenen Orten des Busecker Tales wurden in den letzten Tagen wiederum Eingaben-an die C i s e n ba h n d i rektion Frankfurt a. M. gerichtet zwecks günstigerer Gestaltung des Winterfahrplans. Bei der Einwohnerschaft der an der Strecke Grünberg— Giesten beteiligten Ortschaften besteht der starke Eindruck, dah die 'Bahnverwaltung den Wünschen des reisenden Publikums nicht genügend 21-ifmert- lamleit schenke. Der letzte 2lbendzug geht in Diesten 7.38 ab, der vorletzte 6.45. Beide laufen dicht hintereinander, aber ein Anschluh an die Spätzüge von Gelnhausen, Franif urt and Wetzlar ist nicht gegeben. Die genannten Orte sind deshalb darum eingekvmmen, den Zug 7.38 später ji fahren, oder den Spätzug 10.45 ab Gissten wieder einzulegen. Ferner wird eS als Mihstand empfunden, dast zu der Zeit, da die Geschäfts- and -öureauft mben in Giehen beginnen, kein Zag von Fulda her einläuft Aas allen andern, in Diesten einmünd enden Strecken ist bt4 der Fall, nur für die hiesige Strecke soll eS nicht möglich sein. 3m vorigen und auch in.diesem 3ahr wurden mehrere diesbezügliche Eingaben an die Eisenbahndirektion gerichtet, aber eine Besserung im Zugverkehr ist nicht erfolgt. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn Die Bewohner der beteiligten Ortschaften demnächst durch ihre Reichstagsabge- ordnelen im Reichsverkhrsministertum vorstellig werden. Mrcie Schotten. --- Ober-Schmitten, 22 Sepl Seit mehr als einem halben 3ahrc muh die hiesige Fetn- papiersabrik L.Staffel toegen Absatzschwierigkeiten in der gröberen Zeithälfte ihren Betrieb schliesten. Das gleiche Schicksal teilen alle Papierfabriken im Reiche, die Fein-, d. h. Schreibpapiere Herstellen. 3n diesem Zusammenhang must die Frage aufgeworfen werden, ob der Bedarf an Schreibpapieren, gemessen an dem der DoikriegSjahre, zurückgegangen ist. S.efe Frage ist sicherlich zu bejahen Schulen und Behörden mögen wieder den normalen Friedens- verbrmich an Schreibpapier ausgenommen haben. Aber schon die Geschäftswelt in ihrer wirtschaft- liehen Notlage verbraucht nur einen Bruchteil von dem, was sie zur Zeit regsten Geschäftsganges nötig hatte. Das Schreiben von Privatbriefen erreichte in der KriegSzeit, wo täglich Millionen von Briefen von und nach der Front flatterten, seinen Höhepunkt. Dann setzte jene grobe Schreiomüdig- tfeit ein, die noch genährt wurde durch die vermeintlich hohen PortoauSgaben während der Inflationszeit. Der briestiche Derkehr erlahmte, schlief ein, und heute ist es so, dast der weitaus gröstte Teil aller Familien, das platte Land ganz besonders, mir noch die Feder zum Briesschreiben spitzt, wenn eine Trauerbotschaft mitzu teilen ist. llnstreitig der größte Ausfall an Schreibpapierbedarf ist auf das Zerschlagen unserer Wehrmacht zurückzuführen. Wenn jeder Soldat monatlich nur 2 Briefe schrieb und erhielt, so waren es im Jahre annähernd 40 Millionen Briefe, die die Derbindung zwischen Garnison und Heimat aufrecht erhielten, dazu kam noch ein Dielfaches an Post- und Ansichtskarten. Die Geschäftszimmer der Kompagnien. Bataillone. Regimenter. Brigaden, Korps, Meldestellen, Drzirkskommandos, Proviant- und Dekleidungsämter und vieler anderen militärischen Behörden verschlangen älnfummen von Schreibpapier. Summiert man alle di se Minusposten und noch viele andere, die hier nicht genamn ]utD. tv nnro man zu Dem Schluß Kommen. dah der Schreibpapierverbcauch im Reich« auf fast die Hallte zurückgegangen ist. Der Absatz ins Ausland swckt, weil dieses in den zurückliegenden 10 Schickfalsjahren andere Geschäftsverbindungen fand und sich von Deutschland unabhängig machte. 3Ö Windbeutels für 64 Psg. stellen Sie nach folgendem 1832m Oetker-Rezept selbst her! 125 g Weizenmehl.......M.0.05 I Teelöffel Dr. Oetker s „Batkin“ . . „ 0.03 ' , Liter Wasser......... 0.- 125 n Margarine ä Pid. 0.60......,0.15 3 Eier A 0.12.......... 0.36 1 Eßlöffel voll Zucker i Pfd. 0.40 . . „ 0.02 1 TeelöH.vollv. Dr.Oetkcr’sVanlllin-Zuck. ,, 0.03 "7\ inn Watser und vuiter bringe man Z-UOereiT uny. tum Kochen, streue unter ROhren das Mehl hinein und rühre solange, bis sich die Masse vom Topfe löst Nachdem die Masse etwas abgekühlt ist, schlügt man nach und nach die Eier hinein nnct gibt dann Zucker, Vanillinzucker und Backin hinzu. Dann setzt man mit einem Teelöffel kleine Blllchen auf ein mit Mehl bestäubtes Backblech und bäckt bei mäßiger Hitze goldgelb. — Von der angegebenen Menge erhält man ungefähr 30 Stück — Die Windbeutel werden warm mit Weinschaumoder Schokoladen-Sauce auf getragen. — Sollen die Windbeutel gefüllt werden, so schneidet man sie durch und füllt sie mit Schlagsahne oder Vanille-Creme. Die Schlagsahne wird mit Dr. Oetkers Vanillin-Zucker gewürzt. — Ein sehr gutes Rezept für Vanille-Creme findet man auf der Rückseite von Dr. Oetker s Vanillin-Zucker-Päckchcn. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Setter, MmtttelsMIl, Bielefeld NachüDerftanOener Krankheit ist Sagitta Blut« und Nervenlikör bas ideale Blutbildungv- und Nervenkrästigungsmittel. 3n allen Apotheken. Stets vorrätig: Univ.-Apotheke zu>n gold. Engel, Diesten, usw. Flasche M. 3.50. Sagittawerk, G.m.h.H., München SW. 2. 5672A Die grosse NaLchfrage nach unserer allgemein beließen Z**fl,»rf** la DüngcMf MZ jebe Blenge sofort lieferbar. 7368c erhaltener. ots«»« vrciSwertabzugeben IeSn C. Rübsamen Gießen Westonlaac 5 4 IL .M..— SchadeaFüllgrahe Handelsschule Pfund 7351c Die Möbel werden kostenlos in der Wohnung aufgestellt Mill: BahööcfMe lelephoa Hummet 198 seoo BaöntiGfitt. 26, Cuöroigitt. 20, Miotflt. 24, Mllmler stutze 89 nebft Zubehör, schwere Ware. Baos Paasche-Haus Kirchenplnü H>. Teilzadlung. °'-w1 Merke: Telephon 240 f. 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Ur. 225 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhefsen)Mittwoch, 24. September |92< Deutscher Pfarrertag in Gießen. 1 Giehen, der Mittelpunkt des geistigen Lebens in Oberhcssen, die 6tabt der weithin reichen Segen spendenden 2IIma mater Ludoviciana, bat in diesen Tagen Die herzliche Freude und hohe Ehre, die Vertreter einer der größten Kuttur- müchte, die Pfarrer der Evangelischen Kirche Deutschlands, zu einer mehrtägigen Tagung zu beherbergen. Aus allen Teilen des Vaterlandes sind die Hirten der evangelischen Christenheit in grober Zahl herbeigeerlt. Unfern Gruß und unsere herzlichen Wünsche haben wir dem Deutschen Pfarrertag, dessen oberster Leitsatz die hingehendste Arbeit zum Wohle der Edangeftichen Kirche ist, bereits gestern ausgesprochen. Heule haben wir die angenehme Pflicht zu erfüllen, vor der Oeffentlichleit sestzustelfen, daß der reiche Dewinn, den die Pfarrer und die Gemeinden des evangelischen Glaubens von dieser 'Tagung erwarten, gestern bereits zu einem guten Teil m bte Scheuer gebracht wurde. Der Festgottesdienst am Montag abend rifit der Predigt unseres obersten Kirchenfürsten in Hessen, Prälaten I). Dr. Diehl, die außerordentlich befruchtende Geistesarbeit in der gestrigen ersten Hauptsihung und der eindrucvS- und ergebnisreiche gestrige Gemeindeabend haben die Tagung in ihrer ersten Hälfte auf eine sehr hohe Stufe des geisttgen und gemeindlichen Lebens in unserem evangelischen Glauben erhoben. Mtt berechtigtem Stolz und froher- Zuversicht für die kräftige Aufwärtsentwicklung der evangelischen Glaubensfache können nicht nur die Pfarrer, sondern auch die Gemeinden auf dieses Ergebnis der bisherigen Arbeit des Deutschen Pfturrertages Hinblicken, ihtb die Gewißheit kann man hegen, daß auch der zweite DerHandlungstag, der bei der Nieder- schrift dieser Zeilen noch vor uns liegt, zu dem gleich hohen Ergebnis wie sein Vorläufer führen wird. Die Evangelische Gemeinde unserer Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bannerträgern des Evangeliums den hiesigen Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu machen, ihnen in weitgehendem Maße Gastfreundschaft zu gewähren, oder sonst Anregungen in mancherlei Form zu bieten. Damit will die Evangelische Gemerndo Dießens zum Ausdruck bringen, daß sie sich eins fühlt mit den Seelsorgern aus den anderen evangelischen Gauen unseres Vaterlandes, eins im evangelischen Glauben. Der hohe Gedanke -edler Gastfreurrdschaft, der nach dem bekannten Wort handelt: „Gib dem Gast das Veste was du hast", leitete auch den Vauerschen Gesangverein bei seinem sehr anerkennenswerten Bemühen, den Gästen den gestrigen Gemeindeabend in bester Weife zu verschönen Seine prächttgen Gesänge, von einer überaus stattlichen Sängerschar unter der Leitung des Chormeisters G ö r - lach in durchweg vollendeter Weise dargeboten, standen in trefflichem Gleichmaß mit den sehr guten Worten, die man auch bei dieser Der- anftalluiig von den gedankenreichen RÄmern hörte. Daß unter diesen Umständen den „Dauern" Beifall in reichstem Maße gespendet wurde und daß man die allgemeine vollste 311 f rieben beit mit dieser wertvollen Bereicherung des Abends vielfach auch in herzlichen Worten zum Ausdruck brachte, das noch hervorzuheben, ist uns angenehme Chronistenpf licht. Der Austakt der Tagung. Ein Festgvttesdienst am Montagabend ht der Iohanneskirche lütete die Tagung des Deutschen Pfarrertages ein. Äeöen den auswärtigen Gästen hotten sich auch aus der demeiiide Gießen viele Besucher eingefun- den, so daß ungefähr 1000 Teilnehmer in dem Gottes Hause versammelt waren. Dekan Guß- nenn- Kirchberg versah die Liturgie, der Gießener Kirchengesangverein unter der bewährten Leitung von Prof. Trautmann trug zwei Chöre vor, Prälat I). Dr. Diehl aus Darmstadt hielt die eindrucksvolle und gehaltreiche Predigt über Cvang. Markus. 3m Anschluß an den Gottesdienst fand im Saale des Gesellschastsver- eins eine Vereinigung geselliger Art statt. Pfarrer Kalbhenn aus Grof^n-Duseck und feine Söhne erfreuten die Versammlung durch -nehrere Pvsaunenvorttäge. Pfarrer B e ch t 0 l s - Heimer hielt die Begrüßungsansprache, in der er auf die geschichtliche und lirchliche Bedeutung der Stadt Gießen hinwies. Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg, der feit dem Bestehen des Hessi- Die Kunst recht zu behalten Derjenige, der sagen würde, wir kämen aus dem großen Wust unserer unglücklichen Derhält- niffc erst bann heraus, wenn die Fabrikation der Aktenmappen gewaltig zurückginge, könnte wohl manches Argument für feine Meinung vorbringen. Wir sthen zuviel in Sitzungen an) Beratungen, debattieren zuviel und vertun damit die Zeit. Es wird nicht sehr viele Menschen in Deutschland geben, die von dem Wert einer Diskussion heute noch sehr viel halten, nach all dem, was wir in einer Unmenge von Zusammenkünften der verschiedensten Art erlebt haben. Wer in seiner Erinnerung herumsucht. wird nur sehr selten auf einen Fall stoßen, in dem die Debatte nicht versandete, abirrte, so daß man zu Schluß der Sache sich um ganz andere Dinge ftrüt als um die, die man behandeln wollte, oder in noch unangenehmere Dahnen -abzweigte. Das mag sehr bedauerlich fein, denn an sich wäre es natürlich sehr wünschcmswert, wenn die Auseinandersetzung über ftrittige Gegenstände nicht von vornherein zur Aussichtslosigkeit verdammt wäre, ist aber nun mal so. Interessant wäre es natürlich, zu erfahren, warum der Fall eigentlich immer so hoffnungslos liegt, weshalb die Menschen, die doch auf anderen Gebieten manchmal wenigltens einigermaßen vernünfttg sind, hier so vollkommen unk rauchbar werden. Man geht so häufig mit dem Gefühl tiefer Beschämung nach einer retlos versandeten Debatte nach Hause, aber woran es eigentlich lag, daß nichts bei der Sache herauskam, wirb uns in'den seltensten Fällen klar. Zu einem Teil liegt es natürlich daran, baß jeder Streit um Meinungen und Anschauungen aussichtslos ist, weil Grundanschauungen und ähnliches jeder Beeinflussung unzugänglich sind: aber sehr erheblichen Einfluß üben doch auch noch andere Dinge aus. Und wenn sich die erfteren schon Pfarrvereins dessen Organ, das „Hessische Kirchenblatt", leitet, bot einige Bilder aus der Geschichte des Pfarrvereins dar. Die erste Hauptsitzung. Am Dienstag vormittag begann die Hauptarbeit der Tagung in der Reuen Aula der Universität. Die Versammlung war außerordentlich stark besucht, ferner waren die Vertreter der hessischen kirchlichen Spitzenbehörden bzw -Körperschaft, des Staates und der Provinz Obcr- hrssen, der Landes-Universitäl und der Stadt Gießen anwesend. Begrüßungen. Rach Gesang und Gebet gab der Vvrsif.ende des Dättschen Pfarrvereins. D. Kvckelke- Schwelm, der Tagung ein inniges „Gruß Gott" mit auf den Weg Dann sprach er herzliche De- grühungswvrte. Sein Gruß galt zunächst dem Rektor der Landes-Universität Professor Di'. L a q u e u r, hierauf dem Provinzialdirektor G r a e f als Vertreter des hessischen Staates und der Provinz Oberhessen, dem Oberbürgermeister Keller als Vertreter der Stadt Gießen, wobei der Redner die herzliche Gastfreundschaft der Gießener Bürgerschaft rühmeno hervvrhob. Weiter waren herzliche Willkvinmensworte gewidmet: dem Prälat D. Dr. Diehl, dem Oberhirten unserer Evang. Landeskirche in Hessen; dem Präsidenten des Landeskirchentages Frhr. v. Hehl zu Herrnsheim: dem Vertreter des Dekanats Gießen Dekan Guß mann: schließlich noch der Theologischen Fakultät unserer Landes-Universität. deren enges Verbundensein mit den Pfarrern der Redner besonders hervorhob. Aus der Reihe der Gäste sprach als Erster der Rektor der Landes-Universitat Professor Dr. Laqueur. der die herzlichen Grüße und besten Segenswünsche unserer Hochschule überbrachte und dabei betonte, daß die deutschen Universitäten immer die hohe Bedeutung der theologischen Wissenschaft und des Pfarrerstandes erkannt und sich auch in den schwersten Zeiten nach dem Rieder - bruch unseres Vaterlandes stets schuhend vor die theologischen Fakultäten gestellt hätten. ProvinUaldirektor G r a e f, als Vertreter des Staates und der Provinz, sprach gleichfalls herzliche Grüße und Wünsche aus und stellte als besonders bedeutsam in den Vordergrund die Rotwendigkeit des engsten Zusammenarbeitens der staatlichen und kirchlichen Behörden. Der Stärkung der sittlichen Kräfte und der staatlichen Autorität müsse die gemeinsame Arbeit zum Gegen unseres Volkes gelten. Als besonders wichtig sei hier anzusehen die Arbeit auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege, wo nicht ab-, sondern aufgebaut werden müsse. Auch der Jugend müsse man sich gemeinsam mit Liebe und Sorgfalt annehmen. 3n Worten hohen Lobes gedachte er hierbei der Arbeit des Evangelischen Erziehungs- Vereins, der für den Kreis Gießen arbeitet, und er dankte den Geistlichen, die hierfür in selbstloser, opferreicher und vielfach auch dornenvoller Weise tätig feien. Er halte es für selbstverständlich und gtfxiabe daran, daß aus der Zusammenarbeit der geistlichen und staatlichen Behörden gute Früchte erwachsen würden. Den Willkommengruß und die Segenswünsche unserer Stadt überbrachte Oberbürgermeister Keller. Er fand dabei vortreffliche Worte über die Bedeutung der Religion für unser Volk. Die Pflege und Vertiefung der religiösen Gesinnung sei eine Frage, die heute niemand als eine private Aufgabe ansehen dürfe. Jetzt, wo vielfach Rechte begehrt, aber Pflichten wenig freudig hingenommen würden, jetzt in der Zeit einer vielfach falsch verstandenen Freiheit müsse man wünschen, daß die Religion dem Volke immer tiefer in die Seele hineingelegt werde. Das sei eine Frage von höchster öffentlicher und staatlicher Bedeutung. Zur Bewältigung dieser Ausgabe möge der deutsche Pfarrerstand immer die Kraft finden und von dieser Tagung reiche Anregung mit fortnehmen. Prä^t D. Dr. Diehl grüßte als oberster Hirte der hessischen Landeskirche und als Präsident des hessischen Landeskirchenamtes. Er ermahnte, an den guten Grundsätzen, die vor 34 Jahren zur ©rünbung des Pfarrvereins geführt hätten, stets festzuhalten. Weiter sprach er für eine verständnisvolle Zusammenarbeit der Pfarrervereine mit den Kirchenregierungen, wo- irie ändern lassen werden, bei den anderen ist doch eine Abhilfe möglich. Die Kenntnis von der Technik der Debatte ist sehr gering geworden bei uns, wenn sie etwa verglichen wird mit der der scholastischen Zeit. Heute ist der Fall meistens so, daß die rednerischen Talente sich zum allergrößten Teil lediglich ihren 3nfhnften überlassen: daß bicje Znstinkte in der Praxis allmählich einen Veredelungsprozeß durchmachen, erfährt man meistens nicht, im Gegenteil, erst wagen sich schüchtern einige nicht ganz einwandfreie Methoden hervor, die Leute fallen darauf rein, dev Redner merkt, was er bieten darf, wird kühner, und im Laufe einer längeren Praxis wird er immer mehr Finten und Kniffe finden und sie immer hemmungsloser anwm^en. Warum? Weil die Kenntnis der Debattiermethoden unter den Zuhörern so gering ist, daß bei einiger Geschicklichkeit des Redners der größere Tell des Publikums restlos auf solche Kniffe reinfällt. Wäre die Kenntnis der unerlaubten Debattiermethoden nur ein wenig mehr verbreitet, so würde es sehr viel leichter fein, einem Redner, gleich wenn er sich auf unerlaubtes Gelände begibt, llarzamachen, wie und wo er sündigt und ihn auf den einwandfreien Weg zurückzuleiten. Denn n ar a~if das Durchschauen kommt es an, die Methoden selber wiederholen sich immer wieder, werden nur einmal so und einmal so gedreht. Wer sich für diese Dinge interessiert, die ja nicht nur rein praktische Zwecke haben, sondern bei deren Betrachtung manche Erkenntnis vom Wesen der Sprache und des menschlichen Denkens abfällt, wird mit besonderer Genugtuung begrüßen, daß ein Forscher von dem Rufe 5t O. Erdmanns sich mit einer unendlichen Geduld dieser verzwickten und vei-zwackten Dinge angenommen hat und das Resultat seiner Untersuchungen in einem Buche*) •) K. O. Erdmann: Die Kunst, recht zu behalten. Leipzig, H. Haesfel, Verlag. bei gegenseitiges volles Vertrauen immer die maßgebende Richtschnur fern müsse. Dann werde die Kirche, der beide dienen wollten, immerdar gedeihen. Frhr. v. Hehl zu Herrnsheim entbot die besten Wünsche des LandeskirchentageS und gab der Hoffnung Ausdruck, daß unser Volk sich wieder einhellig zu den Wahrheiten des Evangeliums zurückfiichen möge. 3m Ramen der theologischen Fakultät unserer Landes-Universität sprech deren derzeitiger Dekan Prof. Dr. Karl Ludwig Schmidt herzliche Grüße und Wünsche. Der Redner verbreitete sich bann in großen Zügen über das Verhältnis zwischen den Pfarrern unb ber Universitäts-Theologie und bat, die Pfarrer möchten der Universitäts-Theologie bei ihrem schweren Suchen nach Wahrheit immer Vertrauen schenken, wie auch umgekehrt stets volles Vertrauen entgegengebracht werde. Als äußeres Zeichen dieses Vertrauens habe die theologische Fakultät unserer LandeS- Univerfität beschlossen, drei Veteranen dqr deutschen Pfarrervereinsfache zu Ehrendoktoren der theologischen Fakultät der Universität Gießen zu ernennen. Die drei ausgezeichneten Herren sind: Pfarrer Theodor Wahl, jetzt in Essen, auf dessen Anregung hin vor 34 Jahren in Gießen der hessische, als erster deutscher Pfarrerverein, gegründet wurde, Dekan Jakob 3 a u d t -Planig, der Vorsitzende des Hessischen Pfarrvereins, und Pfarrer 3ohs. Fritsch -Ruppertsburg, der langjährige verdiente Herausgeber des „Hessischen .Kirchenblattes". Mit herzlicher Begrüßung der Geehrten verband Prof. Dr. Schmidt die Aufforderung an die Tagung zu ernster Arbeit und frohen Entschlüssen. QlamenS der Ausgezeichneten sprach D. Frits ch - Ruppertsburg der Fakullät herzlichen Dank aus. Der Vorsitzende ixinftc hierauf den Rednern für die vielen guten Wünsche, und darauf ging man zur Erledigung der Tagesordnung über. Der erste Hanptvortrag. Als erster Redner sprach der Generalsuper- irrtenbent D. Zvellner-Münster über das Thema: „Der Subjektivismus, seine Gefahren und feine Schranken" Aus dem Ramen „Subjektivismus" liest er, daß hier etwas ist, was eine Uebertreibung oder Ueber- spannung Don etwas Richtigem barstellt. Diese Uebertreibung sei ber Grund für die heute obwaltenden Uebelstände auf dem in Frage stehen- deii Gebiete. Es wurde sich also darum handeln, zu erkennen, wo diese Ueberspannungen liegen. Wenn sie erfaßt seien, müsse erörtert werben, tote die Schade nurfachen beseitigt werden können, bannt das Gesunde und Berechtigte zur Entfalt trag tarne. Richt von außen her können Schranken aufgerichtet werden, sondern mit der Erkenntnis des Guten und Gefunden müssen die inneren Kräfte mobil gemacht werden, die zur Ueber- toinbung ber Gefahren imstande sind. Der Bor- tragende führte dann nach diesem Grundgedanken das Thema durch, er konstatierte zwischen Luther und der Aufklärung einen tiefgehenden Bruch und forderte auf, über die Aufklärung hinweg wieder den wirklichen Luther zu erfaffen und auf ihm aufs neue aufzubauen. (Lebhafter Beifall ber ununterbrochen gespannt lauschenden Versammlung dankte dem Redner.) An den Vortrag, ber allgemein als geistige Großtat ersten Ranges bezeichnet wurde, schloß sich eine längere Aussprache, in der Geh. Kirchen- rat Prof. D. Dr. Krüger, Prof. Dr. .Karl Lud. Schmidt, Prof. Dr. Hans Schmidt, D. Wa hl ° Esten, Pfarrer Schmidt- Wiesbaden, Pfarrer Hoffmann -Maulbach und Ge° nerastuperintendent D. Zvellner sprachen. Der Gemeindeabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten war von den Tagungs-Teilnehmern, die vielfach ihre Familienangehörigen mitbrad)ten, und von zahlreichen Mitgliedern der Gießener Evangelischen Gemeinde überaus stark besucht. Die große Turnhalle tonnte die Schar der Besucher kaum fassen. Der Bauersche Gesangverein unter fernem Chormeister G örlach leitete den Abend mit dem wunderbaren Chorgesang „Tie Himmel rühmen des Ewigen Ehre" ein. Die wackere vorgelegt hat, aus dem einige Proben einen Begriff von der interessanten Materie geben mögen. „Ihn die 3ngnoranz eines Gegners triumphierend festnageln zu können, wird zu direktem Trug und Schwindel gegriffen: man erfindet dreist „anerkannte" wissenschaftliche Tatsachen oder beruft sich auf irgendwelche Winkelautoren als hervorragende Autoritäten. „Was, Sie kennen nicht den großen Rattonalökonpmen Bibitz? 3a, nehmen Sie mir nicht übel, wenn Sie nicht einmal Bibih kennen, wie wollen Sie da über wirtschaftliche Fragen mitreden?" Worauf dann der andere, wenn er ein bescheidener und schüchterner Mensch ist. ganz beschämt ob seiner großen Kennt- nislosigkeit klein beigibt. Es gibt unzählige Schikanen und Kniffe, die sich unmöglich alle aufzählen oder gar in ein System bringen lassen. Sie täuschen zwar auf die Dauer niemand, aber sie entfalten doch eine augenblickliche Wirkung, indem sie den Gegner verblüffen unb außer Fassung bringen, so baß der andere sich als der ileberlegene erweist und scheinbar als Sieger aus dem Streit hervorgeht. Kein Mittel dazu ist schäbig und albern genug, daß es nicht gelegenttich Anwendung finden konnte. So wissen Rechthaberische dadurch oas letzte Wort zu behalten und sich einen guten Abgang zu sichern, daß sie die vom Gegner gebrauchten sprachlichen Tropen, etwa Ironie ober Hyperbeln, wörtlich nehmen. Ein persönliches Erlebnis dieser Art ist mir in lebhafter Erinnerung. Ein anscheinend durchaus im Recht befindlicher Gatte hielt seiner Frau das Unzu- lässige ihres Verhaltens vor: ,.3ch begreife nicht deine Skrupellosigkeit: ich verstehe nicht, wie du solche Grundsätze vertreten kannst." Worauf die Frau entgegnete: „3a, wenn du so dumm bist und gar nichts begreifst und gar nichts verstehst, dann solltest du doch lieber den Mund halten und mir als der klügeren das Handeln überlasten." Sängerschar füllte die Veranstaltung mit zahlreichen weiteren Proben ihrer hohen .Kunst aus. stets dankbar belohnt von dem überaus ftarten Beifall der Zuhörerschaft. Dekan D. 3 a u b t - Planig. ber Vorsitzende des Hessischen Pfarrvercins, begrüßte btc Teilnehmer bes Abends unb den Vauerschen Gesang- verein, dem er für seine freundliche Bereitwilligkeit zur Verschönerung des Abends herzlichst dankte, und huldigte bami ber Stadt Gießen, mit ber sich viele Teilnehmer der Tagung eng verbunden fühlen. Superintendent H 0 p p e - Blumberg sie getauft unb konftr- mtert wurden, auch wenn sie längst weitab in einer anderen Gemeinde wohnen. Berliner sind, wenn auch nicht besonders fleißige Kirchgänger so doch sehr aufmerksame Zuhörer. Der Redner erzählte weiter von den Äotstandsküchet^, welche die evangelischen Kirchengemeinden in Gros)- Berlin im vorigen Winker eingerichtet hatten. Es waren schließlich 142 Küchen, in denen ein 16 000 Gäste täglich etwa 20 000 Portionen ausgegeben wurden. Es wurden neben den unteren Dotts- schichten besvirders die verschämte Armut und der durch die Inflation verarnrte Mittelstand bedacht: für 1700 Kinder wurden 28 Speisungen neu eingerichtet. Die Ausgaben betrugen etwa 120 000 Gvllnnark monatlich. Zur Versorgung bedürftiger älterer Leute sind eine Anzahl Küchen den Sommer über durchgehallen worden. Es wird geplant, mit der kühleren Jahreszeit den Doll-- betrieb der Küchen wieder aufzunehmen und auch die 40 Wärmestuben wieder zu eröffnen. Stadlpfarrer Schn iz er aus Bad Mergentheim wußte sLhr fesselnd aus Württemberg zu berichten. Der Redner schilderte in einem geschichtlichen Rückblick die Eigenart des württembergischen Kirchenwesens, das von Herzog Christoph als eine feste Burg des Protestantismus im Süden gegründet ist und als ein förmlicher Kirchenstaat drei Jahrhunderte überdauert hat. Mich dem Zusammenbruch vor der absoluttstischen Staatsgewalt und den liberalen Ideen zur Anfang des 19. Jahrhunderts passierte die württenrbergische Kirche eine Periode des Riedergangs und der geringen Dinge, aus welcher sie sich von der Mitte des vorigen Jahrhunderts an in Angleichung an die Einrrch- tungen der Presbhterial- und Synodalverfassung zu erholen beginnt. Jetzt ist sie berufen, gegenüber Den radikalen Mächten des Umsturzes und der kirchlichen Auflösung ihre Kraft zur wahren Volks- krrche zu erweisen. Was sie hierzu befähigt, ist der tief rÄigiöse Sinn des schwäbischen Volkes, die altbewährte Verbindung mit dem Piettsmus und eine echt evangelische Weitherzigkeil, aber auch die Geschlossenheit des württembergischen Kirchen- wesens,das keinen Parteistreit kennt mti> dank der trefflichen Erziehung der theologischen Jugend im Pfarramt über eine große Zahl der besten Köpfe verfügt. Dazu kommt als neueste in den Revolutionsstürmen erwachte Bewegung die umfassende Arbeit des Evangel. Dvlksbundes, der sich dieDer- wirklichung des evangelischen Gemeindeideals zum Ziele gesetzt hat. Das Pfarramt, das früher in Württemberg die regierende Stellung der „geistlichen Obrigkeit" eingenommen hatte, ist jetzt rm Begriff, in eine Führerstellung einzurücken für die zahlreichen lebendigen Kräfte, die sich für den Aufbau der Gemeinde in Abwehr und positiver Arbeit darbieten. Die Gefahr für das Pfarramt ist heute die unruhige Vielgeschäftigkeit, welcher es zu begegnen gilt mit ernster Vertiefung in das alle und ewig neue Evangelium von Christo Jesu, das auch unsere Zeit vor allem andern braucht. Gemeindegesang und anregender Meinungsaustausch in geselliger Llnterhaltung bildeten den übrigen Inhalt des denkwürdigen Abends. Wirtschaft. * Herabsetz ung des „Auslanddiskonts" der Reichsbank. Wie wir von der Reichsbamk erfahren, wird künftig beim Kauf von Austandwechseln unb Schecks an Zinsen nicht mehr ein Satz von 2 Prozent über dem jeweiligen Bankdiskont des Landes, in welchem die Wechsel zahlbar sind, berechnet, sondern nur der Leine ausländische Banksatz, sofern er 5 Prozent unb höher ist. Ist der Austanddiskont unter 6 Prozent, sind als Mindestsatz 5 Prozent zu berechnen. Eine Ausnahme bilden Domizilwechsel, deren Bezogene nicht in dem Zahlungslande ihren Wohnsitz haben: solche Wechsel sind nach wie vor zu einem um 1 Prozent erhöhten Diskontsatz, also mindestens zu 6 Prozent, abzurechnen. Der bisher zwischen akzeptierten und unakzeptierten Aus- lanDwechseln gemachte ^Interschred in Der Kurs- bevechnung ist fortgefallen, d. h. der bisher für unakzeptierta lange Wechsel festgesetzte Kursabschlag wird nicht mehr berechnet. ■ Vergleich bei Decker-Stahl — Geschäftsaufsicht Verlängerung. R.chdem die Deriviertel-Mehrheit für den 35prozenLigen Vergleich zustandegetvmmen ist, Hal das Gericht dem Antrag auf Geschäftsalufsichtverlängerung stattgegeben. Es ist indessen noch nicht bekannt, wer die Summe garantiert, die der Vergleich fordert. Auch wurde noch nicht mitgeteilt, wie sich die künftige Gestaltung der Sanierung gestalten wird unb wieviel überhaupt noch zu retten sein wird. Börsenkurse. 5n Billionen Prozent Schluß. Schluhl Datum: f 22. '. | 23. 9. 13 39,50 17,25 17 9,6 3 9,26 8,91 13,40 12,65 15,65 15,26 Schloß.! Schluß» Siirs | Rurs 26,25 4,90 8,70 12,5 10,9 12,25 49,5 35,75 44 2,1 3 2,5 10,25 0.56 27,65 5,10 9,75 10,9 9.27 12,5 12,6 1,95 0,355 0,3 35,5 1.85 25,90 4,95 1,5 3 4,13 9,75 12,4 1,45 3,35 4 10,25 3, SO 2,85 26,13 4,90 37 45 2,20 2,80 6,25 10,75 18,5 1,79 42 85,75 12,65 44,5 27 5,10 9,8 11 37,40 45,75 2,20 2,75 10 26 4,90 9,50 11 0,320 12,62 13 1,95 0,330 0,3 1,450 1,440 2 0,705 1,56 1.9 12,65 15 14,75 15,50 6 11,65 18.65 1,2 12,5 16 15,65 6,30 16,5 14,4 9 13,5 11,10 12,75 49,25 52,9 68,5 16 19,25 6,75 11.13 41,13 12,75 1.40 0,325 0,5 47.5 10,50 12 61,5 62,25 69 15.80 18 6,50 11,13 39,4 33,75 36,25 1.6 0,325 0,425 49,9 11 12,50 51 52,75 68,5 16,75 13,25 6,80 11,SO 40,75 33.75 36,25 1,425 1,410 1,97 0,68 1,16 ',85 1,75 1,79 4,2 86 12/25 42,5 27 S 9,50 11,25 35,50 1,85 25,25 4,95 85 3 I '275 | 5,20 10,50 18 68,9 16.25 17,9 6.4 1,110 1,450 1/75 2,012 > 0 o 1 6?0 3 15 5,05 11,25 18 1L 12 15,13 14,75 6,3 16,90 14,40 8,65 12,62 8,13 36.50 43 2.1 2.80 2,25 10,5 0,56 1 12 1.5 3,2 3,9 9.76 3^5 2,85 Frankfurt«. M Berlin 1,095 1,475 1.425 1,98 0,69 1,510 1L 1,45 1,55 4.2 86 12,40 • •) Dom LückzahlungSwert. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger".) Frankfurt o. M., 23. Sept. Tendenz: Weiter schwach. Für die Börse, die schon feit Lagen mit einer weit verbreiteten Unüift und Zurückhaltung belastet ist. wollte sich auch heute 6% Deutsche ReichSmllech« . <% Deutsche RetchScmlethe . 3'/?/., Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche SparpramieuanleHe 4®/o Preußische RonsolS . . . 4% Hessen 3V,°/o Hessen.......... 3°/o Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Ant. dto. Doll.-Schatz-Autretsng.'^ <°/o Zolltürkeu ..... 6% Goldmexttaner...... Berliner HandelSaesellschaft. Commerz- und Prwat-Banl. Darinst. und Natioualbank . Deutsche Baut......... Deutsche Bercinsbank . . . . Diseonto Commaudtt .... Mctallbani........... Mitteldeutsche Kreditbank . . Ocsterreichische Lredttanftalt. Wcfkbank............ Bochumer Guß ....... Buderus Caro.............. Deutsch -Luxemb arg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. .. . Kaliwerk Westeregeln Lamahütte Oberbedarf Phönix Bergban Rhetnstahl Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau Hamborg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llohd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo-Cont-Guano .... Badische Anilin..... Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt . Gries veimrr Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung . . ..... Rütgerswerke ......... Scheideanstalt Allg. ElettririlätS-Sesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke Schultert.......... . Siemens & HalSke ..... Ldlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt..... Meguin........... . frankfurter Armaturen . . . onservensabrik Braun . . . Schuhfabrik Her» . . .... Sichel.......... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . 23. 9. Kur« 22.9. fein Lichtblick zeigen Erne ‘-Ket3>e ungirrrmger Momente, vor allem die prekäre Wirtschaftstage, die durch den stillen Verlauf der Messen gekennzeichnet ist, ferner die ilnfidjcrfjeit, die durch die Geldumstellung auf den Markt getragen ist, belastet die Stim.mung sehr stark und verschärft die Zurückhaltung auf das äußerste. Das Geschäft, das sich auf geringe Entsätze beschränken mußte, wickelte sich in der Hauptsache bei der Derussspekulation ab, die sich vor allem glatt zu stellen suchte. Unter diesen Umstanden eröffnete die Börse auf der ganzen Linie in schwacher Haltung. Am Anleihemarkt waren die älmfätze etwas lebhafter, doch war die Stimmung auch hier weiter schwach. Ausländische Renten notierten erheblich schwächer. Starke Zurückhaltung machte sich am Aktienmarkt bemerkbar, wo die Abgaben stärker zum Ausdruck kamen. Am Montanmartt betrugen die Kurseinbäßen bis zu V/2 Prozent. Auch ajf den anderen Märkten bröckelten die Kurse erheblich ab; etwas gehalten schien der Bankaktienmarft, doch war auch für diese Werte das Interesse etwas geringer geworden. Der freie Verkehr hatte kleinstes Geschäft und die Kurse bröckelten weiter ab. Apl 23/4, Decker Stahl 0,9, Decker Kohle 5 s, Petroleum 177s. üfa 12'7, Krügershall 9 25, Growag 0,175. Am Geldmartl bleibt Mou * - -ctb leicht und wurde mit 1 bis 11 . unter crtvi Adressen abgeschlossen. Am Devisenmarkt bleibt das Geschäft still. Im Asancenhandel wutde der Pariser Frank in Pfundparität mit 84,95 und in Dollarparität mit 18,93 bewertet. Die Mark behauptet ihren Stand mit 4,20 Diktionen für den Dollar. Im weiteren Verlauf der Börse herrschte schwache Haltung vor. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. W. . | 2.3. vmtlichr Notteruna Amtlich- 'Jiotienttti Geld Pries (Selb 'Met 2lmft.-Rott. 161,74 162, ^6 161,79 n 2,71 voll voll 20,70 20,80 20,55 20,75 voll voll Ehristinnia. 67,66 57,94 57,66 57,94 voll voll Kopenhagen 71,47 71,8t 71,77 72,23 voll voll Stockt-olm . HelsmgsorZ. 111,42 111,98 111,37 111,93 voll voll 10,49 10,25 10,49 10,55 voll voll Italien. . . 18,41 18,706 18,51 18.33 16,49 voll voll London. . . 18,795 18,685 18,775 voll voll Nenyork . . 4,13 22,226 4,21 4,1 J 4,21 voll voll Paris.... 22,345 22,105 £2,225 voll voll Schweiz . . 79,24 19,64 65,78 < 9,29 79,79 voll voll Spanten. . 65,61 b5,26 15,54 voll voll Men in D.» Oest. abgest 5,92 5,94 5,92 6,94 voll voll Praa Budapest. . 12,67 12,63 12,54 12,EO voll voll 5,45 6,47 5,45 5,46 voll voll Buen.-Aires 1,465 1,475 1,475 1,485 voll Bulgarien 3,07 3,09 8,05 3,07 voll voll Fapan . . . Wo de Jan 1,706 1,715 1,705 1,716 voll voll 0,395 1,405 0,395 6,405 voll voll Belgrad . . 5,88 6,90 6,85 5,87 voll voll Lissabon . . 11,97 '2,03 11,97 '•2,03 voll voll Banknoten. FrrTfn. 23. Sept. Geld | Briet Re^an. Amerikanische Noten ..... Belgische Noten........ Dänische Noten ...... . Enqs'sche Noten..... . , Französische Note» ...... Holländische Note:: ...... Atalicnische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr.äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten...... 4,11 20,45 71,77 18,65 22,09 161,59 18,45 57,49 5,89 2,09 111,20 79,10 55,01 12,50 5,77 4,21 20,55 72,13 18.75 22.21 U2.11 18,55 57,77 5,91 2,11 111,77 79, si; 65,29 12,56 5,39 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Berlin, 23. Sept. Die SJörfc steht heute im Zeichen außerordentlich geringen Geschäfts und starker Zurückhaltung, besonders aiuf dem Aktienmarkt. Der heute stattfindende Minister- rar loane oie axtrramgen sämtlicher ‘Sbrrcnrer» stände in Berlin über die Frage bei' Aktienzu>° fanrmenlegung und über Steuerangelegenheiten haben begreiflicherweise eine gewisse Zurück- haltung h.-rvorgerufen. Die Börse wartet zunächst die politisch und wirtschaftlich wichtigen Entscheidungen ab. Es kommt hinzu, daß der herannahende Quartalsultimo am Geldmarkt seine Schatten vorauswirft und zu einer gewissen Geld- rerfteifung führt. Das Geschäft in Jndusttiepa- pieren war in der ersten Börsen stunde gleich null. Man darf jedoch aus dieser heutigen Lustlosigkeit der Börse keine zu weitgehenden Schlüsse ziehen hinsichtlich der Goundtendsn-z der Börse Auch am Anleihemartt geht die Käuferschar nicht mehr so schroff ins Zeug, wie in der vergangenen Woche. Auch hier übte der herankommende Termin einer neuen Sitzung des Aufwertungsausschusses einen starken Einstich aus. Die Spekulation hält es für geraten, diese Verhandlungen abzuwarten. Frankfurter ®ctreibdröc|e. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 23. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 25, Roggen, inländ. 22 bis 23, Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 27. Hafer, inländ. 22 bis 23,75, Mais (gelb) 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36 75, Roggenmehl 31 bis 31,50, Weizenkleie 12,50 bis 12 75, Roggenkleie 12,25 bis 12,50. Tendenz unverändert. Berliner Produktenbörse, Berlin, 23. Sept. Am Getreidemarkt In- landsweizen lustlos, Jnlandsroggen ruhig bei abwartender Haltung der Müller, aber Llllstands- geschäft in Roggen sehr lebhaft. Es notierten je 1000 Kilogramm: Weizen (märt) 226 bis 234, Roggen (märt.) 210 bis 214, Gerste (mark.) 225 bis 250, Geiste (neue) 200 bis 210, Hcher (märt) 182 bis 190, Raps 345 bis 350, Leinsaat 440 bis 450; für je 100 Kilogramm: Weizenmehl 34.50 bis 35.00, Roggenmehl 30.25 bis 32.50, Weizenkleie 15.25, Roggenkleie 13.25, Viktoriaerbsen 32.00 bis 36.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 17.00 bis 19.00, Ackerbohnen 21.00 bis 23.00, Wicken 17.00 bis 17.50, Lupinen (blau) 13.00 bis 15.00, Lupinen (gelb) 16.00 brs 19.00, Sevadella (all) 15.00 bis 18.00, Rapskuchen 15.00, Leinkuchen 25.50, Trockenschnitzel 13.80 bis 14.00, TorfmÄasse 9.00. Kartoffelflocken 19.00 bis 19.50. (In einem Teil der Auflage wiederholt) Eine neue Erfindung in der Uebersee- telegraphie. Berlin, 23. Sept. (WTB.) Lieber eint Epoche machende Neuerung in der Seetabeltele- graphie berichtet auf der Rc»tu r forscher- versammlung in Innsbruck Prof. Dr. Wagner-Berlin, der Präsident des Tele- graphen-technischen Reichsamtes. Bisher konnte auf langen transozeanischen Kabeln nur recht langsam telegraphiert werden. Auf den Kabeln zwischen Europa und Rordamerika werden zum Beispiel in der Minute nur 180 Buchstaben befördert. Professor Wagner und seinen Mitarbeitern ist es nunmehr gelungen, die Geschwindigkeit auf 1000 bis 1200 Buchstaben in der Minute zu steigern. Sturmkataftrophe in Nordamerika. Sankt Paul, 23. Sept. (WB.) Bei einem Wirbelsturm in Minnesota und Wisconsin kamen 60 Personen ums Leben. Unter den Verletzten befinden sich 25 Schwerverletzte. Von dem Sturm wurden zahlreiche Häuser zerstört. PonnefeldtsTee «B. aromatisch und ausgiebig, billig im Verbrauch aromatisch und ausgiebig, billig im Verbrauch Niederlagen In allen Stadtteilen Die verehr!. Mitglieder unserer Bank werden zu der am Freitag, dem 3. Oktober 1924, 8 Uhr abends, im Hotel Schütz stattfindenden ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts für 1923; 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Iahresrechnung und Bilanz und die dem Borstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung; 3. Verwendung des Rechnungsüberschusses; 4. Beschlußfassung über die Genehmigung der Goldmarkeröfsnungsbilanz am 1. Januar 1924; 5. Ersatzwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats; 6. Statutenänderungen (Erhöhung des Geschäftsanteils, § 48; Zahl der Geschäftsanteile, § 50; Festsetzung der Haftsumme, § 51); 7. Verschiedenes. Gießen, den 23. September 1924. Handels- und Gewerbebank m L Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Adolf Noll. Umtausch von MM MW Mene Moinennö Wolle unter günstigster Bewertung. Ioh.Herm.Schmidt I.,Lich Auskunft wird gern erteilt. »-««« Kalk Gran- o. MIM VOn 5394C hervorragender Qualität stets sofort lieferbar C. 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