Erstes 6 kitt K4- Jahrgang Donnerstag, 24. Juli 1924 GietzenerAmeiger General-Anzeiger für Ohecheffen vruSimO Verlag: Brühl'sch« UniverfllSts-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig,' für Reklame-Anzeigen o.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/. Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Tcjl: Ernst Blumsche in; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. rn. uz Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats vezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüffe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. 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U2^ ^teufe. 12| LZiZ ,kNeI 8,80 bü 9, !idebörfe. •» tourten notiert; 19M Loggen, tnl. a Drauzwecktz NLg Vr’ (gelb, o- 0 30,50 ■23,Z5 Detzen- M> Ms 3 S.-W Ss ■ u- eine hochversige über Bayerns Grvi' terefe linden dürste, .chm LeLre blick tn die Höchen!' die Auslegung des berüchtigten § 18 durch Frankreich als falsch erklärte und das angebliche Recht der Franzosen auf militärische Sant- tionen als nicht vorhanden hinstellte, wer-' Len an dem Herriot zuliebe goschlosse..e i unklaren Kompromiß keine Freude erleben. Dal) man dies im amerikanischen Lager schon heute einsieht, beweisen die Versuche der Finarzmänner. dem französischen Stier die Stoßkraft der Hörner zu nehmen. Lind daß in weitesten Krei en Eng- lands ähnliche Empfindungen vorherrschen, beweist die Tatsache. dah man im Tlnterh.ms Herrn M a,c Wo n a l d daran erinnerte, dah er genau vor einem Hahr, am 27. Huli 1923, im „Rew Leader" geschrieben hatte: „Solange der Versailler Vertrag mit all seiner Rachsucht und Tlngerechtig- keit weiter besteht, wird der Frieden in Europa unsicher sein", dah er selbst auf der großen Konferenz seiner Partei letztes Hahr einen Antrag eingebracht habe, der „die Einberufung einer Weltkonferenz mit Einschluß Deutschlands forderte, um die Friedensverträge zu revidieren, und daß dieselbe Forderung in dem Manifest seiner Partei vor den letzten Wahlen gestanden habe". Llnd das Organ seiner Partei, der „Daily Herald", erinnerte vor wenigen Dagen den sozialistisch-pazifistischen Premier daran, daß er selbst die deutsche Auffassung als richtig bezeichnet habe, daß die Deutschland durch den Dawes- Plan aufgebürdeten Lasten über das Versailler Diktat weit hinausgehen. Es sei deshalb verständlich, wenn Deutschland als geringste Gegenleistung die militärische Räumung der vertragswidrig besetzten Gebiete in einer bestimmten Zeit fordere. Was statt dieser Selbstverständlichkeiten dn Hexenküchen der Ausschüsse in London als Beschlüsse oder Anempfehlungen zusammengebraut haben, wissen unsere Leser. Die amerikanischen und die belgischen Kompromisse sind demgegenüber wohl Verbesserungen, aber sie machen die Sachverständigenspeise für uns noch immer nicht genießbar, solange nicht die Forderungen erfüllt sind, die von der deutschen Regierung vertreten werden. Vollständige Befreiung, tatsächliche Wiederherstellung der Hoheit der deutschen Regierung und Verwaltung auf allen Gebieten und Sicherheit gegen eine ^Erneuerung der in London bankerott erklärten französischen Sanktionspolitik sind die deutschen Grundbedingungen. Demgegenüber ist die Frage der Richtteilnahme Deutschlands an dem bisherigen Verlauf der Konferenz unseres Erachtens von sekundärer Bedeutung. Man kann sogar der Ansicht sein, daß es für unsere Weltstellung vorteilhafter ist, dah die Bankerotterklärung der Sanktions- und Friedensdiktats-Politik ohne die Anteilnahme deutscher Vertreter erfolgt ist. Denn auf dies« W-ckse wird der französischen Propaganda die Möglichkeit genommen. Deutschland als den Störenfried und böswilligen Schuldner zu bezeichnen. Tlnd wenn gestern die Londoner Voll- konferenz der Alliierten die Frage der Einladung Deutschlanhs einem juristischen Ausschuß zur Begutachtung überwies, erscheint auch dieser Beweis der Hilflosigkeit der Konferenz nur als eine weitere Bankerotterklärung der bisher beliebten Politik. Könnte ein Ereignis mehr die Zweideutigkeit der französischen Friedensund Verständigungsversicherungen beweisen als diese Tlnfähigkeit der Konferenz, die selbstverständlichste Handlung von der Welt zu vollziehen? Fast ist man schon heute versucht, nicht nur von einem Bankerott der Sanktionspolitik, sondern auch von einer Dank-erotterklärung des neuen Geistes zu sprechen, mit dem die französische Demokratie und der englische Sozialismus die Welt erfüllen wollten. Ausgewiesenen-Fragen. Berlin, 23. Hutt. (Wolff.) Der Reichspräsident empfing dich. Vorsitzenden des Reichsverbandes der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr, welche die Rotlage der Vertriebenen bei ihrer Rückkehr in die Heimat, insbesondere die Schwierigkeiten der Hinterbringung schilderten und Vorschläge zur Abhilfe unterbreiteten. [. - ----------------- Jur Regierungskrise in Hessen. Darmstadt, 24. Juli. Der Zwist zwischen dem Zentrum und den anderen Koali- tionsparteien in Hessen ist noch nicht beigelegt und droht weitere Kreise zu ziehen. Die Ursache ist bekanntlich die Ablehnung eines Antrages im Landtag auf ^Unterstützung von Privatschulen durch die Sozialdemokraten, welche die Abstimmung unmöglich machten indem sie den Sitzungssaal verließen und dadurch die Deschluhunfähigkeit des Hauses herbeiführten. ES ist bemerkenswert, daß in P r e u ß e n die Sozialdemokraten anderer Meinung sind, denn im preußischen Landtag hat die soz. Abgeordnete Frau Dr. Wegscheider im Februar ds. Hs. den Antrag gestellt, die Privatschulen aufrecht zu erhalten, soweit die Finanzlage deS Staates es irgend gestattet. Die Zentrumsfraktion des Landtags hat hier getagt, um zu der politischen Die zweite Bollkouferenz» Krisenstimmung. — Die Frage der Zulassung Deutschlands wird einem Iuristen- ausschutz überwiesen. — Herriot mahnt zur Ruhe. Der Sitzungsbericht. London, 23. Juli. (WTD.) Die heutige Vollsitzung der Konferenz wurde von Macdonald mit einer Erklärung über die Vertretung der Dominions und Indiens eröffnet, wobei er betonte, daß die in dieser Hinsicht getroffene Vereinbarung nur als zeitweilige Regelung anzusehen sei und nicht als Präzedenzfall gelten dürfe. An dem Delegiertentisch saß heute abend als Vertreter Kanadas Senator Delcourt. Die Konferenz nahm zunächst einen AntragHerriotsan, durch den ein Iuristenausschuß ernannt wird, der aus dem Rechtsberater im Auswärtigen Amt, Sir Cecil Hurst, und dem Mitglied des französischen Auswärtigen Amts, Aroma g e o t, besteht.Aufgabedieses Ausschusses wird es sein, folgende Fragen zu beantworten: 1. Wirft die Durchführung des Dawesberichtes Fragen auf, und wenn ja, welche Fragen, die durch eine besondere Vereinbarung mit Deutschland geregelt werden müssen. 2. Welches Verfahren soll angenommen werden, um eine derartige Vereinbarung zustande zu bringen, ohne in irgendwelcher Weise dem Versailler Vertrag zuwider zu handel«? Die Arbeit dieses Ausschusses w i r d a l s erster Schritt zur Heranziehung deutscher Vertreter zur Konferenz angesehen. Im Namen deS Ersten Komitees sprach hierauf Snowden, der jedoch nicht formell einen Bericht unterbreitete. Er gab eine Aebersicht über die Arbeiten des Komitees und erklärte, verschiedene Mitglieder wollten überdieGrenze deöihnen zugewiesene« Derhandlungsstoffes gehen. Er habe sich dagegen ausgesprochen. Thomas erörterte hierauf die Arbeiten des Z w e i t e n Ausschusses und erklärte, der Ausschuß sei noch nicht bereit, Bericht zu erstatten. Endlich las Kindersley den Bericht des Dritten Komitees vor. Rach einem Bericht der Havasagentur haben die französischen und englischen Delegierten erklärt, dah sie sich von vornherein den Beschlüssen des Huristen-Ausschusses anschließen würden. Werter meldet Havas: Das Erste Komitee (Verfehlungen und Sanktionen) hat den Auftrag erhalten, die Arbeit wieder aufzunehmen, um zu prüfen, ob dem Verlangen der Bankiers nach weiteren Garantien Folge geleistet werden solle. Der Zweite Ausschuß, der sich mit der Frage der Wiederherstellung der Wirtschaftseinheit Deutschlands beschäftigt, hat es nicht vermocht, d i e wichtige Frage der Eisenbahnregie zu regeln. Die Konferenz hat deshalb der Kommission den Auftrag erteilt, den Versuch za machen, die Grundlage für ein Einvernehmen zu finden. Das Dritte Komitee, das sich mit der Frage der Transferierung und der Sachlieferungen beschäftigt, war genötigt, seine Arbeiten zu unterbrechen, um die Ermächtigung zur Ausdehnung seiner Machtbefugnisse zu verlangen. Dem Ersuchen wurde stattgegeben. Die Stellungnahme der Pariser Presse. Paris, 24. Huli. (WTD.) Im Verlauf der gestrigen Vollsitzung hat, wie der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" feststellt, die französische Delegation den Versuch gemacht, in der Frage der Garantien und Sanktionen den Standpunkt zu vertreten, die erste, Kommission habe einen Entwurf fertiggestellt, eine Debatte könne also darüber nicht mehr eröffnet werden. Diesem Grundsatz, der offenbar entwickelt wurde, um auf die öffentliche Meinung in Frankreich einzuwirken, widersprach nicht nur Macdonald, sondern auch die Führer der anderen Delegationen, die vorschlugen, dem ersten Komitee Auftrag zu erteilen, seine Bemühun gen, eine Einigung mit den englischen und amerikanischen Bankiers zu erzielen, fortzusetzen. Dadurch, daß es den englischen.Vertretern möglich geworden sei, ihren Standpunkt zum Siege $u führen, hätten sie einen doppelten faktischen Vorteil erlangt. Sie hätten Zeit gewonnen, und könnte« nun im Einverständnis mit der angelsächsischen Finanz die Zerreibungsarbeit fort- setzen, die sie an der f ra n z ös i s ch e n, Sache durchzuführen gedenken. Rach dem Berichterstatter suche man den Streitfall auch dazu AU 'benutzen, um in der zweiten und dritten Kommission Vorteile zu erzielen. Im übrigen charakterisiert die Lage der strittigen nicht gelösten Fragen der Garantien am besten der Sonderberichterstatter des „Quotidien", der allgemein als ofsiziöses Organ H e r r i o t s bezeichnet wird. Er berichtet, es sei logisch, daß die Delegationen ihre gleich zu Beginn der Konferenz eingeschlagene Methode beibehielten, bis die Sachverständigen das Terrain völlig geebnet hätten, ehe sie sich auf die Diskussion einliehe. Man habe gestern sogar festgestellt, dah es einigermaßen unvorsichtig wäre, wenn man versuchte, gewisse Fragen allMrasch zu einer Lösung zu führen. Die Finanzminister, Finanzsachverständigen und Rechtssachverständigen hätten gestern Abänderungsanträge zum Protokoll der ersten Kommission (Verfehlungen und Sanktionen) in Vorbereitung gehabt. Sie hätten vorgeschlagen, dah die Repko, ehe sie eine flagrante Verfehlung Deutschlands fest stelle, ein Komitee von fünf Sachverständigen aus den ehemaligen Mitgliedern der Kommission Dawes und Mac Kenna zu Rate zu ziehen. Man hätte hoffen dürfen, dah diese neuen moralischen Garantien für die Aüleihezeichner die englischen und amerikanischen Bankiers zufriedenstellen würden. Aber gestern morgen sei man rasch aus dieser Illusion herausgerissen worden, als Montagu Rorman und Lamont nochmals die Frage der Repko in ihrem vollen .Umfange aufwarfen. Die Bankiers seien sogar soweit gegangen, zu erklären, daß, wenn Frankreich unter seiner eigenen Verantwortung dafür garantiere, dah der Zinsen- und Tilgungsdienst der Anleihe auf alle Fälle durchgeführt werde, selbst das ihnen nicht genügen würde. Der Berichterstatter erblickt darin den offenkundigen Beweis, dah es sich nach der Auffassung der Bankiers nicht um die 800 Millionen der Anleihe oder die 80 oder 100 Millionen handle, die die Verzinsung und Tilgung der Anleihe alljährlich in Anspruch nefjme. Mit Recht seien die Vertreter der amerikanischen und englischen Geldgeber 'überzeugt, dah der Wiederaufbau Europas ein illusorisches Unternehmen bleiben werde, so lange eine Regierung mit Hilfe der Repko „Sand in das Uhrwerk werfen könne". Die Einladung Deutschlands für nächste Woche geplant. Paris, 24. Juli. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur in London meldet, in Konferenzkreisen erfährt man, daß die deutschen Vertreter in der nächsten Woche nach London berufen würden, und daß die Konferenz noch etwa 14 Tage dauern werde. Herriot mahnt zur Ruhe. London, 24. Huli. Ministerpräsident Herriot hat gestern abend nach Beendigung der Konferenz der französischen Presse Erklärungen abgegeben, aus denen der Sonderberichterstatter des „Matin" mitteilt, dah Herriot die Pressevertreter gebeten habe, die öffent- licheMeinungzurRuheundOrdnung 3U ermahnen. Er habe ihnen die Versicherung gegeben, dah er sich in seinen wesentlichen Prinzipien fest zeigen werde, dah jedoch den alliierten Regierungen Zeit gelassen werden mühte, gemeinsam die Schwierigkeiten zu behandeln, nachdem zwei und einhalb Hahre lang die deln, nachdem zweiundeinhalb Hahre lang die stiert habe. Französische Stimmungsmache. Paris 24. Huli. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" glaubt über gewisse S ch wanku ngen innerhalb der englischen Delegation berichten zu Wn- nen. Er schreibt: Er erfahre aus bester Quelle, daß Schatzkanzler Snowden und die Beamten des englischen Schatzamtes, die von Macdonald dem französisch-englischen Meinungsaustausch im Anfang ferngehalten worden sind, in Wirklichkeit die ganze Affaire der Garantien für dieAn- leihezeichner in der Hand hätten und tn den Vereinigten Staaten von den de u t s ch a m e - rikanischen Finanziers unterstützt würden. Es sei bereits auch eine Rivalität zwischen Macdonald und Snowden zugegeben worden. Der Letztere bekenne sich zu einer noch radikaleren Auffassung als d e r P r e m i e r m i n i st e r namentlich, was die Rotwendigkeit betreffe, dem Ve r f a i l l er Ve rtrag ein Ende zu machen. Snowden habe einen eifern en W illen in einer gebrechlichen Hülle. Für den Augenblick gehe er Hand in Hand mit der Chti und besonders mit dem Direktor der Dank von England, Montagu Rorman, dem im letzten Moment gestattet worden sei, binnen 24 Stunden den Bericht der Sachverständigen über den Haufen zu werfen und den Wert, den diese Bestimmungen für Frankreich hätten, um 100 Proz. zu vermindern. Der Bankerott der Sanktionspolitik. * Ein großes demokratisches Blatt schrieb am Montag nach einer selbstverständlichen Verurteilung der von der ersten Kommission in London gefaßten Beschlüsse, „das beste wäre, wenn diese Beschlüsse Deutschland überhaupt nicht vorgelegt würden. Dazu liege vielleicht auch gar kein Anlaß vor, denn es handele sich ja um interalliierte Abreden für den Fall planmäßiger deutscher Verstöße gegen den Dawes- Plan also um Abreden, die Deutschland nur passiv beträfen, zu denen Deutschland eigentlich weder seine Billigung noch seine Mißbilligung auszudrücken brauche". Der Verfaffer dieses merkwürdigen Vorschlages, der unseren Gegnern gewissermaßen freie Hand bei der Ausstellung grundsätzlicher Aasführungsbestimmungen zu einem Vertrag von eminenter juristischer Bedeutung gewähren will und der gleichzeitig dem deutschen Volke vermittelst einer Vogelstraußs-Methode die Kenntnis folgenschwerster Vertragsklauseln vorzuenthalten anrät, dürste bei der Lektüre der amerikanischen Gegenwehr gegen die von ihm so gern der >Debatte entzogenen Beschlüsse zum mindesten sehr erstaunte Augen gemacht haben. Die Vertreter des praktischen demokratischen Amerika haben dem deutschen demokratischen Illusionisten, der zur Ermöglichung des angeblich auch von Herriot erstrebten Triumphes des Gedankens eines demokratischen Friedens selbst die giftige Pille des verbrieften Rechtes auf Sanktionen schlucken wollte, eine gute Lehre erteilt, ilnb wenn auch ihre Gegenwehr nicht aus Liebe zu Deutschland, sondern nut aus nüchternen geschäftlichen Erwägungen heraus erfolgt, so steht doch das eine fest, daß durch die Haltung der Amerikaner die französischen Gewaltmethoden vor aller Welt so scharf beleuchtet und die mit ihnen verbundenen Gefahren so eindeutig festgestellt worden sind, daß man wieder einmal von dem Bankerott der Sank- ttonspolitik sprechen kann. Und diesmal ist zu hoffen, daß wir mit mehr Berechtigung eine einigermaßen nachhaltige Wirkung dieser Feststellung erwarten fönnen als nach der englischen Ruhrnote vom 11. August 1923, in der Lord Curzon, der damalige britische Außrn- minifter, erklärte: „S. M. Regierung hat niemals ihre Ansicht verhehlt, daß die französisch-belgische Aktion der Ruhrbesehung, ganz abgesehen von der Frage der Zweckmäßigkeit, keine durch den Vertrag von Versailles gerechtfertigte Sanktion war." Tlnd weiter: „Rach Ansicht von S. M. Regierung besteht kein rechtmäßiger Anspruch darauf, daß die Maßnahmen, welche die Verbündeten nach § 18, Anlage II bei gewissen ilmftänben gu ergreifen berechtigt sind, die militärische Besetzung von Gebieten einschließen." Damals blieb die Wirkung dieser unzweideutigen Verurteilung der Poincareschen Gewaltmethoden aus, weil England nicht den Mut aufbrachte, seine theoretische Kritik durch einen Appell an die Signatarmächte des Versailler Diktats in die Praxis zu übersetzen. Heute jedoch liegen die Verhältnisse insofern günsttger, als der von den Amerikanern ins Rollen gebrachte Stein selbst nicht von dem im Hintergrund lauernden Poincarä aufgehalten werden kann. Mag die Londoner Konferenz ausgehen wie sie will — eines weiß heute die Welt: daß nach Owen Poungs, des amerikanischen Sachver- tändigen Ansicht „ein Zusammenarbeiten mit der ranzösischen Politik fast unmöglich ist" und daß elbst nach den Aeußerungen des franzosenfreand- lichcn Herrn Lamont, des Vertreters des M o r g a n t r u st s, „der Reparationskommission in Amerika nut dem größten Mißtrauen begegnet wird". Wir müssen diese Feststellungen besonders unterstreichen, denn sie bedeuten immerhin einen kleinen Fortschritt in der Beurteilung der Gesamtlage durch die Welt. Denn eine endgültige Befreiung von der Reparatioas- kommission, diesem bisher so willigen Henkersknecht der französischen Gewaltpolitiker, werden auch die Amerikaner vorläufig ebensowenig er» .reichen, wie die Engländer es verhindern konnten. daß, entgegen ihrer amtlichen Verurteilung des Ruhreinbruchs und der militärischen Sanktionen überhaupt, die Generäle Foch, Rollet und Degoutte wesentlicheren Einfluß auf den Inhalt der bisherigen Londoner Kompromisse gehabt haben, als die Männer der Wirtschaft und die Träger des demokrattsch-pazi- fistischen Geistes. Besonders die letzteren müssen — soweit sie ehrlich sind — schamviolett werden, trenn sie die „ Anempfehlungen" genannter Beschlüsse der Londoner Ausschüsse mit ihren Sanktionsdrohungen und der Feststellung von Rechten aus dem Versailler .Diktat lesen, die — siehe England und Amerika — nicht einmal von deii Regierungen der soeben genannten Länder als gültig angesehen werden. Amerika, das den Versailler „Vertrag" nicht rattfiziert hat, alldieweil — wie einer seiner Vertreter in London sagte — dieses Diktat für das amerikanische Volk „ein Buch mit sieben Siegeln, und zwar ein sehr unsym - p at h i s ch e s ist" — und England, dessen Regierung am 11. August vorigen Hahres feierlich ohe Botschaft für nlei-ende! rÄ’Ä :btn. J“ in. topf« um dre i viel, tun fct, , cr au<- die 'o . Srvh Nicht wr , sich " Ä nun * . bet i" (U Lage in Hessen Stellung zu nehmen. ES wurde eine Entschließung angenommen, die in sehr scharfem Tone gehalten sein soll und der Sozialdemokratischen und der Demokratischen Partei zugestellt wird. Wie verlautet, soll darin DerAuStrittaus der Koalition angekündigt sein, wennnichtdenZentrumSforderun- gen entsprochen wird. Deutscher Reichstag. Berlin, 23. Juli. •3ur Beratung kommen mehrere Anträge verschiedener Parteien, die sich mit der Invalidenversicherung, Unfallversicherung, Kriegsbeschädigten- und Ertverbslvsenfürsorge, sowie mit der Fürsorgepflicht befassen. Der Ausschutz beantragt folgende Aenderung der Reichsversicherungsordnung: Der Reichszuschutz beträgt jährlich 48 Gvldmark für jede Invaliden-, Witwen- und Witwerrente und 24 Gvldmark für jede Waisenrente. Diese Aenderung soll am 1. August dieses Jahres in Kraft treten. Rach einem weiteren Ausschuhantrag sollen in der UnfallVersicherung an die Stelle der alten einheitlichen Renten Renten treten, die dem wirllichen Arbeitsverdienst entsprechen. Wer aus der Unfallversicherung zwei Drittel oder mehr der Vollrente bezieht, soll vom 1. Juli ab eine Sonderzulage von 15 Goldmark monatlich erhalten. Zur Kriegsbeschädigtenfrage beantragt der Ausschuh. die Rentenerhöhung bei Renten und Zusahrenten von 40 auf 50 Proz. festzusehen. Die Renten der Kriegsteilnehmer von 1870 und früher sollen von 10 auf 15 Gvldmark monatlich erhöht werden. Daneben werden zahlreiche Verbesserungen in den einzelnen Zweigen der Kriegsbeschädigtenfürsvrge beantragt. Die Höchstsätze der Erwerbslosenunterstützung sollen nach einem weiteren Antrag des Ausschusses in der Hauptunterstützung um 20 bis 25 Proz., die Familienzuschläge um 50 Proz. erhöht werden. Für Jugendliche soll die Fürsorge ein Jahr früher, also mit dem 17. Lebensjahre eintreten. Weiter wird die Aufhebung der S teuer bei weiblichen und männlichen Erwerbslosen verlangt. Schließlich ersucht der Ausschuß die Reichsregierung in einem Anträge, umgehend Vorschriften über Verfahrensbeschwerde und Aufsicht über die Fürsorgepflicht nach dem Sinn und Zweck der bisherigen reichsgesehlichen Regelung durchzuführen. Abg. Hartz (Dntl.) verlangt eine Umgestaltung des Systems der Sozialversicherung. An die Stelle des bureaukratischen Betriebs muß die Selbstverwaltung auf berufsständiger Grundlage treten. Bei der Erwerbslofenfürsorge hatten die Deutschnationalen eine Erhöhung der Familienzulage um 100 Prozent verlangt, denn die Rot der Familie erheischt in erster Linie schnelle Hilfe. Das ist leider vom Ausschuß abgelehnt worden. Das Arbeitslosenproblem kann mit Renten nicht gelöst werden, es ist notwendig, Arbeit für die Erwerbslosen zu schaffen. Abg. Hoch (Sr^.) bezeichnet das Ergebnis der Ausschußberatung als eine bittere Enttäuschung für die Armen. Ein alter Invalide, der jetzt für sich und ferne Frau eine tägliche Rente von 43V2 Pfennig bekommt, soll nun dazu eine Zulage von ganzen 3r/2 Pfennig täglich bekommen. Wir verlangen zur Ermöglichung höherer Renten eine fühlbare Steuer für die Aufsichtsräte. Als Sparmaßnahme verlange seine Partei eine Einschränkung der kostspieligen Reichswehrübungen (lebhafter Widerspruch rechts) und einen Zuschlag zur Dermögensteuer bei Vermögen über 100 000 Gvldmark. Unter stürmischen Pfuirufen der ^^Nationalsozialisten und Deutschnationalen macht der Redner in seinen weiteren Ausführungen für die jetzige Rot des Reiches und die Inflation, in der sich Großkapital und Industrie am Volke versündigt hätten, dir Kriegshetzer und Lu.dendorff verantwortlich. Rerchsarbeftsmmifter Dr. Brauns sucht zahlenmäßig nachzuweisen, daß die in den verschiedenen Anträgen verlangte Erhöhung der Leistungen in der Sozialversicherung in der geforderten Höhe für das Reich, für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht tragbar sei. Wenn man die fehlenden Mittel durch neue Steuern aufbringen will, so verläßt man damit den Boden der Versicherung und geht über zur öffentlichen Fürsorge. Die Reichsregierung wird nunmehr für die Ausführung der Fürsorgep'lcht Grundsätze aufstetten. die sie vorher Len Sozialpolitt- schen Ausschuß des Reichstags vorlegen wird. Eine Verdoppelung der Invalidenrente ist unmöglich. In der Frage der Erwerbslosenfürsorge wird die Regierung den Vorschlägen des Ausschusses folgen. Wenn die Londoner Konferenz zu einem für uns Halbwegs erträglichen Ergebnis kommt, dann ist zu hoffen, daß un& die Der Alte auf Topper. Roman von Hanns von Zobeltih. 24. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Ein weniges ratlos stand der Junker, zupfte an der Weste. Cs gurgelte ihm etwas im S)a[fe, und zwischen den Wimpern fühlte er widerwillig das Ratz. War ihm sehr recht, datz der Stabs- tapitän ihn mit dem gesunden Arm umsatzte: „3d) neid' dir's, Kaspar. Glück auf! Und so du die Kameraden vom Regiment Zastrow siehst, grütz' die Braven von mir.“ .Will ich, Ohm." Von der andern Seite kam der dürre Eerisius: „Gehabt Euch wohl, Herr Junker, und laßt all den guten Samen, so ich Euch in die Brust zu legen beflissen, nicht dorren." „Will's versuchen, Herr Informator." Großvater und die Frau Mutter standen schon draußen am Wägelchen, und als er nun hinaustrat, nahm ihn der Alte bei beiden Händrn, sah ihm scharf in die Augen und sagte feierlich: „Geh mit Gott aus unserem Hause, Kaspar. Der Herr behüte dich. Du aber mach' uns und unserem Rumen Ehre." Umarmte ihn und küßte ihn auf beide Wangen. Jetzt weint sie doch, die tapfere Frau Beate. Kann zuerst gar nicht sprechen, hält den Einzigen nur lange, lange an der Brust. Sagt dann leise, ganz leise: „Vergiß, deine Mutter nicht! . . . Bleib brav und gottesfürchtig! . . . Sei gehorsam und treu und barmherzig . . . nicht leichtfertig . . . datz ich dich gesund Wiedererhalte, gesund an Leib und Seele." Kam nur stohweise, mühsam heraus. Der Großvater war an den Kutschbock ge- wirischaftucye Gesundung auch sozialpolitische Fortschritte ermöglichen wird. Reichsfinanzminister Dr. Luther führt die Zahlen aus dem Etat an, aus denen er zeigen will, daß Deutschland heute für die Sozialpolitik mindestens ebensogrohe Mittel aufbringt, wie in der Vorkriegszeit. Wer jetzt eine weitere Erhöhung der sozialpolitischen Leistungen fordert, der seht das Reich der Gefahr aus, daß sich die furchtbare Inflation des Vorjahres wiederholt, unter der die Arbeiterschaft am meisten gelitten hat. Wenn das Reich jetzt 15 Millionen für sozialpolitische Zwecke aus dem Haushalt ver- wendetz so tut es damit alles, was möglich ist. Aus den au erwartenden Einnahmen werden weiter dafür 60 Millionen verwandt, 40 aus der Umsatz- und 20 aus der Kapitalverkehrsst euer. Die Erhebung neuer Steuern würde in dresem Moment kaum möglich sein. Sie Santiemenfi euer für Aufsichtsräte verspricht keine wesentliche Vermehrung unserer Einnahmen, sie würde überdies auf die Gesellschaften abgewälzt werden. Es Ware ein furchtbares Schicksal, wenn gerade jetzt, wo eine außenpolitische Kons ilidierung zu erwarten ist, die deutsche Währung wieder erschüttert würde. Abg. Mastowski (Komm.) bezeichnet die von den übrigen Parteien getriebene Sozialpolitik als reine Heuchelei. Am meisten werde vom Zentrum geheuchelt. Abg. Gerig (Z.) weist die Angriffe des Abg. Maslowski gegen seine Fraktion zurück. SHe schwierige Lage der Invalidenversicherung lasse sich nicht durch die sozialdemokratischen Anträge bessern. Am Verwaltungsapparat mühten Ersparnisse zu machen sein. Der Redner tritt für die Ausschuhanträge ein. Abg. Dr. Moldenhauer (D. Dpt.) Werst auf die Rotlage der Wirtschaft hin, die zu gewissen Grenzen in der Sozialpolitik zwinge. Die Feststellung dieser Tatsache sei keine Stellungnahme für das Grohkapital. Die Anträge auf Verdoppelung der Invalidenrenten sei finanziell undurchführbar. Die Sozialpolitik werde gefährdet, wenn man bei ihrer Durchführung die Gesetze der Wirtschaft und der Finanzwirtschaft nicht beachte. . Redner wendet sich dann gegen die Bemerkung des Abg. Hoch über „Deutsche Kriegshetze". Das sei eine während der Londoner Konferenz sehr bedauerliche Aeuherung, die daran vorbeigehe, dah Deutschland in den Krieg hineingezwungen worden sei. Abg. Stöhr (Rat.-Soz.) erklärt: Wir dürfeii nicht wieder in den Fehler verfallen, durch sozialpolitische Rückständigkeit Mlllionen deutscher Arbeiter dem Staatsgedanken zu entfremden. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat durch seine Zustimmung zum Gutachten die Meinung widerlegt, daß die Industrie durch die sozialpoli- schen Lasten erdrückt werde. Ehe Tribute dem Auslande gezahlt werden, muß für die deutschen Arbeiter gesorgt werden. Abg. Hoch hat mit seiner Bemerkung die Schuldlüge wiederholt, die die Grundlage des Versailler Vertrages bildet. (Stürmische Pfuirufe und Rufe der Rationalsvzialisten: „Das bringt bloß ein Jude fertig! — Hochverräter!") Wir werden trotz unserer weitergehenden Wünsche schweren Herzens den Ausschutzanträgen zustimmen. In dritter Lesung werden noch Heinere Vorlagen erledigt. Um 8 Uhr wird Vertagung auf Donnerstag, 2 Uhr, vorgeschlagen. Die Äbgg. Koenen (Komm.), v. Graefe (Rat.-Soz.) und Schulze-Bromberg (Dn.) verlangen Fortsetzung der Beratung. Das Abstimmungsergebnis bleibt zunächst zweifelhaft: beim Hammelsprung führen die Mittelparteien und die meisten Sozialdemokraten durch Richtbeterli- gung Beschlußunfähigkeit herbei. Vizepräsident Dr. Dell vertagt die Weiterberatung auf Donnerstag Albert Dürklin Exz. Dr. Albert Dürklin ist vergangene Nacht 2 Uhr in Heidelberg, wo er seit einigen Wochen im Schloßhvtel zur Erholung weilte, an den Folgen einer schweren Unterleibsoperation gestorben. Mit Dürklin ist einer der im politischen und kulturellen Leben Dadens und der Pfalz hervorragendsten Persönlichkeiten dahingegangen. Dr. Dürklin war längere Zeit 1. Vorsitzender der Dadischen Kammer und Vizepräsident des Reichstags und vertrat als Abgeordneter den Wahlkreis Neustadt—Landau—Edenkoben im Reichstag, in dem er der Nationalliberalen Partei angehörte. Unter Grohherzog Friedrich belleidete er das Amt eines Intendanten des Hostheaters in Karlsruhe, wo er seit einer Reihe von Jahren seinen Wohnsitz hatte. Dorthin werden auch die sterblichen Ueberreste übergeführt, um in der Familiengruft beigesetzt zu werden. treten, auf dem die Marzankes, Vater und Sohn, faßen. „Daß Ihr mir gut für den Junker sorgt!" Er muhte sich Lust machen irgendwie. So b.kam der Vogt ein kleines Donnerwetter: „Hast wähl heut nicht Zeit gehabt, ordentlich zu striegeln! Schweinisch sieht der Schecken aus! Jagt mir den Gaul nicht heih! Kommt immer noch zeitig genug!" Und dann wandte er sich um, fuhr ein paar Mal mit dem Handrücken über die Augen. „Also . . . vorwärts, Kaspar. . ." Einen letzten Kuß noch — Der Schecken zog an, der Vogt knallte mit der Peitsche. Jetzt heulte der Junker doch. Es kam wie ein Gewitterschauer. Aber gleich, als der Wagen auf die Darfst vatze einbog, raffte er sich zusammen. Pfui Geier — der Junker Zabeltitz, balde Page Seiner Majestät, und flennen! Sitzt gerade und aufrecht, Kops hoch, grüßt, wo ein Weiblein aus dem Haus getreten ist, ein wenig nachlässig, von oben herab. Einmal freilich, einmal, da will das junge Blut wieder aufzucken. Denn es stehen im Pfarrgärtchen vor dem niederen Hause der Herr Magister und die Frau Pastorin und haben das Ruthkind zwischen sich. Die Alten winken, aber der Rotkopf hat sein Tüchlein vor den Äugen. — Da ruft er: „Auf Wiedersehen! Ruth, schau auf! Auf Wiedersehen!" Recht laut und kräftig ruft er's und schwenkt den Hut. Als ob er von Herzen froh wäre — und tut ihm doch so weh da drinnen, zwischen den Rippen. „Auf Wiedersehen! Vivat Fridericus Rex!" * * * „Eine Odyssee,' hat nachmals der Informator, Herr Cerisius, gesagt, als er von der Reise seines Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Iull 1924. Vom Tennis. Wenn Fuhball und Handball sich anschicken, zur Ruhe zu gehen, dann tritt meist der kleinerq Bruder, der Tennisball, an ihre Stelle. Seine Geschichte ist nicht allzulang, wenn man vom bloßen Spielen mit Beinen Bällen ab sieht. Tennis stammt aus Italien und wurde dort als ein Spiel betrieben, bei dem es darauf anfam, den Ball solange wie möglich in Bewegung zu halten. Aber erst England und Frankreich haben ein wirtliches Sport- und Wettspiel daraus gemacht. Es wurden bestimmte Regeln fest gelegt, der Platz eingegrenzt und eingeteilt usw. Am Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts sind nach diesen Regeln zum erstenmal in Wimbledon Meisterschaften ausgesuchten worden. Tennis ist so recht geeignet, den Körper durch- zuarbeiten und ihn durch die ausgiebigste Bewegung geschmeidig und kräftig zu gestalten. Da das Spiel außerdem überwiegend im Freien betrieben wird, kommt noch die gesundheitliche Wir- kung der frischen Luft dazu. Aber nicht die Bewegung allem ist es, die Tennis so wertvoll als Leibesübung macht, sondern auch die Technik und Taktik dieses Spieles wirkt überaus erzieherisch. Schon beim Aufschlag kommt es darauf an, den Ball genau und scharf zu setzen. rMan plaziert ihn in die Ecken, well er dann besonders schwer erreichbar ist, oder man seht ihn dem Gegner direkt vor die Füße. Diese Tattik hertzk .es bei jedem zurückzugebenden Ball aus allen möglichen Stellungen heraus immer wieder durchzuführen. Der Gegner wird umspielt oder überspielt usw. Beim Wettspiel heißt es die Ruhe bewahren, die Schwächen des Gegners ausauhen, die eigenen Kräfte schonen oder bis zum Letzten einsehen, je nachdem. Unermüdlich muß das Auge den Ball verfolgen, blitzartig müssen die Nerven jede Situation erfassen. Man wirft dem Tennis vielfach vor, es |et ein feudaler Sport, der nur von wohlhabenden Leuten betrieben werden könne. Diese Anschauung trifft nicht zu. Gewiß erfordert die not.vendrge Spielkleidung und das Spielgerät Aufwendungen, die Spielplätze sind zudem meist wert draußen, die Plahmiete ist teuer; aus diesen Gründen, mag der Tennissport auch nicht die große Volkstümlichkeit errungen haben, wie der Fußball. Trotzdem seht er sich durch und gewinnt eine immer größere Ausbreitung. In Berlin z. B. bestehen mehr als 40 Tennisklubs, von denen jeder über mehrere Mannschaften verfügt. Der Berliner Tennisverband hat jedes Jahr eine ungeheure Arbeit zu leisten, um alle diese Mannschaften, die wieder in Klassen und Gruppen eingetellt sind, in Verbandsspielen zu beschäftigen und sie durchzuführen. Frankfurt a. M., Köln, Bremen, Hamburg sind weitere Plätze, an denen der Tennis- spori in Deutschland in Blüte steht, und kaum eine größere Provinzstadt ist ohne Tennisklubs, ganz abgesehen von den vielen Spielern, die nicht in Vereinen sind. Die Spielstärke der Tennisspieler wird alljährlich festgestellt durch die sogenannte Vorgabe-Kommission des Deutschen Tennisbundes. Diese Kommission berechnet und schätzt nach genauer Prüfung aller von dem einzelnen Spieler im Laufe des Jahres getätigten Wettspiele seine Klasse und stellt danach eine Rangliste auf. Kaum ein Spiel ist so über die ganze 'Welt verbreitet, wie Tennis. Deshalb gibt es auch zahlreiche Wettbewerbe, die international aus- getragen werden. Der wichtigste davon ist wohl der Länderkampf um den Davispokal, der seit 1900 ausgetragen wird. Zurzeit verteidigt ihn Amerika. Dazu kommen die Weltmeisterschaften. Auf Rasenplätzen wird sie seit 1877, für Damen feit 1884 in Wimbledon ausgespielt, während Die Weltmeisterschaft auf Hartplähen seit 1912 in Paris zum Austrag kommt. Es ist der höchste Ehrgeiz eines erstklassigen Spielers, sich in die Siegeiliste von Wimbledon einzeichnea zu können. Der Krieg hat Deutschland aus allen internationalen Wettbewerben ausgeschallet. Man mag darüber denken, wie man will, für Die Entwicklung der Spielstarke unserer ersten Klasse kann eine solche Fern Haltung von Spielen mit internationalen Dennisgrößen natürlich nicht von Vorteil sein. Die nordischen Länder, Holland und Spanien, jetzt auch Italien, haben jedoch die tennis- sportlichen Beziehungen mit Deutschland längst wieder angeknüpft; dazu kommen Oesterreich und Ungarn, so daß der Betätigung unserer Spieler schon weite Grenzen gesteckt sind. Roch ein Wort Darüber, ob sich Tennis auch für die Frau eignet. Da ist die Antwort ziemlich einwandfrei: Tennis ist zweifellos derjenige Sport, der sich, abgesehen von Turnen und Schwimmen, am besten für den Frauenkörper eignet, ihn beweglich gestaltet, der zur Gewandtheit und Kraft die Anmut fügt. Eine englische wissenschaftliche Sportkommission hat sich vor einiweiland Zöglings des näheren erfuhr. Frau Beate sagte: „Verarme Junge"; der Stabs kapitan: „Das ist im Felde nicht anders, und ich wollte, ich wär' dabei gewesen"; der Gestrenge endlich: „Eine verfluchte Schweinerei, wobei Wohl die Dukaten, so ich gegen das schlechte Geld mit großem Verlust einwechseln muhte, braiufgegangen fein.“ Ein jeglicher aber hatte rocht. Am Morgen des Äufbruchs hatte Großvater noch genau instruiert: „Der Marzanke führt euch bis Frankfurt, von dort schickst du ihn sogleich retour, sintemalen ich ihn und den Schecken brauch' wie das liebe Brot. Den Schecken noch nö.iger denn ihn. In Fvaallfurt meldest du dich bei dem Herrn Kommandanten, so es solchen nach dem Abzug der Moskowiter schon wieder gibt, sonsten beim Herrn Bürgermeister. Der oder jener wird schon wissen, wo Seine Majestät im Felde steht, und wohin du dich weiter wenden muht." Bis Frankfurt ging auch alles recht schön glatt, außer daß der Weg von Reppen an miserabel und die Karrete zeitweilig im Dreck stecken zu bleiben drohte, denn es hatte fast die ganze erste Oktoberhälfte mit Mollen geregnet. In Frankfurt an Der Oderbrücke aber fing das Malheur an. Da stvmd freilich schon wieder ein preußischer Posten und schulterte; übrigens ein ruppiger, struppiger Kerl von der Miliz. Der brüllte heraus, und als Der Unteroffizier kam, der auch nicht viel besser ausschaute, und Den Gottlieb auf Dem Kutschbock sah in Der Montierung und Dem Dreispitz, machte er: „Ha!", holte mit langem Arm aus, wollte Gottlieb herunterreißen. Ein Deserteur... da gab es Fanggeld zu verdienen. Der Junker kramte des Großvaters Schrift- wert heraus, in dem der Svb- und Gerichtsherr 'ger Jett einmal mit der Frage beschäfttgt, welcher Sport sich für das weibliche Geschlecht am besten eigne. Ueber 600 Sachverständige haben damals ihr Urteil abgegeben, und Tennis hat Die meisten Stimmen erhalten; abgelehnt hat es überhaupt niemand. Wer von Den Damen das nicht glauben wlll, der spiele selbst einmal und prüfe. & Gietzener Wochenmarktpreise am 24. Juli 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf Dem heutigen Wvchenmarkt das Pfund Butter 190, Wirsing 20 bis 25, Gelbc Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Rörnischkvhl 10, Bohnen 10 bis 20, Erbsen 10 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 50, Zwiebeln 15, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 6 bis 7, Falläpfel 10, Dirnen 20 bis 25, Kirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 35 bis 40, Johannisbeeren 40, Pflaumen 60, Mirabellen 70, Reineklauden 70, Suppenhühner 70; das Stück Käse 5 bis 6, Eier 13, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 60, Einmach - gurken 4 bis 5, Endivien 20, Ober-Kohlvabi 5 bis 10, junge Hahnen 50 bis 60 Pf. - * ** Reu e amtliche Anweisungen über Stundungen unb Verzugszuschläge bei Durchführung Der Des ih - fleuergesetze. Der Reichsfinanzminister hat, wie schon gemelDet, mit Wirkung vom 20. Juli 1924 Die Verzugszuschläge gemäß der zweiten Steuernotverordnung für Die Zukunft auf 2 v. H. des Rückstandes für jeDen angefangenen halben Monat festgesetzt. Bekanntlich betrug der bisherige Satz 5 v. H. für jeden angefangenen halben Monat. Außerdem gibt Der Minister jetzt besondere Anweisungen für Die Behandlung der Stundungsgesuche und für Die Richteinziehung belangloser Verzugszuschläge bei geringfügigen Fristüberschreitungen. Da ferner Die Bestimmungen über Stundung Der Vorauszahlungen auf Einkommen- und Körperschaftssteuer von einzelnen Finanzämtern nicht richtig ausgelegt worden sind, weist Der Finanzminister Darauf hin, dah Die in Betracht kommenden Verhältnisse des Steuerschuldners mit Verständnis für die heutige wirtschaftliche Rotlage zu prüfen sind. Andererseits sei unbedingt Daran festzu halten, dah sich niemand der Pflicht entziehen Darf, mit Anspannung aller seiner Kräfte dazu beizutragen, Staatswirtschaft und Währung vor Dem Verfall zu bewahren. Besondere Rücksichten sollen auf Steuerpflichtige genommen werden, die durch Raturereignisse (Hagelschlag, Hochwasser, Auswinterung) geschädigt worden sind. Man könne billigerweise nicht erwarten, dah ein Steuerpflichtiger Vieh oder ähnliche Betriebsmittel zu Preisen verändert, du mehr als 20 Prozent unter dem Friedenspreise liegen. ** Aufgehobene Strahensper« ren. Die Kreisftrahen Lollar—Daubringen, Grvßen-Duseck—Beuern und Lang-Göns— Holzheim sind für Den Verkehr wieder freigegeben worden. ** Zum 116er Tag in (Ziehen. Vom Verband Der ehern. 116er (I.-R. 116, L.-I.-R. 116, R.-I.-R. 116, R -I.-R. 222, R.-I.-R. 254, I.-R. 186, I.-R. 418 und Ers.-Batl.) wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt- gegeben, daß das Programm des 116er-Tages infolge der Reichsgedenkfeier eine Aenderung erfahren hat. Die Grundsteinlegung ist jetzt auf Samstag, 2. August, nachmittags 41/2 Uhr, festgesetzt worden. Die weiteren Veranstaltungen! sind aus Der Anzeige ersichtlich. Das ausführliche Festprogramm ist an den Festtagen an Dero im Inserat bezeichneten Stellen erhälllich. Man beachte Die Anzeige. ** Der nächste Viehmarkt in Gießen findet am 29. und 30. Juli statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Selbstmord in Der Lahn. — Wer kennt Die Tote? Gestern abend gegen 6V4 Uhr wurde beobachtet, wie eine bisher unbekannte Frauensperson oberhalb Der Denninghoff- schen. Eishalle in selbstmörderischer 2lbsicht in Die Lahn sprang und ertrank. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Personen, die über die Persönlichkeit der Ertrunkenen Auskunft geben können, werden ersucht, bei Der Kriminalpolizei vorzusprechen. ** Fest genommen wurde ein junger Mann von hier, Der ein Fahrrad aus dem Erdgeschoß Der Gewerbeschule gestohlen hatte. Das Rad. das vollständig auseinander genommen aus einem Speicher unter Heu versteckt vorgefunden wurde, konnte Dem Geschädigten wieder zurück- gegeben werden. Ferner -nahm Die Polizei eine wegen Diebstahls von einem auswärtigen Gericht steckbrieflich verfolgte Person fest, die Dem hiesigen Amtsgericht zugeführt und in Haft genommen wurde. auf Topper alle Königlichen Militär- und Zivil- behöiden um freundgefällige Förderung für Den Junker Kaspar von Zabeltitz ersuchte und seinen Begleiter. Der Korporal nahm es, machte ein wichtiges Gesicht — hielt Die Epistel aber verkehrt in den Händen; er konnte nämlich nicht lesen. Woher und wie soll solch Korporal von der Miliz auch lesen können. Es gab einen längeren Diskurs, und das Ende vom Liede war, daß Der Wagen von zwei Milizsoldaten zum Herrn Kommandanten eskortiert wurde. Wieder Dauerte es eine gute Weile, bis der Junker vorgelassen. War ein alter Herr von Lestwih, Kapitän in Pension, Der beide Deine in dicke Wattelagen gewickelt hatte, weil ihn grab das Podagra zwickte. Mächte aber martialische große Augen, strich Den eisgrauen Schnauz bart, examinierte, als ob das Wohl des Landes davon abhinge. Meckerte dabei ein wenig mit Der Stimme, was ganz wunderlich zu den Rollaugen paßte. „Hm! Hm! Ja! Ja! Kenn' Den Herrn Großvater wohl. Hm! Hm! Also ins Lager Seiner Majestät wolle der Junker. Hm! Ja! Ja! Woher soll ich wissen, wo Seine Majestät sich befinden? Hm . . . h er in dieser gvttvermale- Deiten Stadt . . . wer weih es? Hm ... ich eftimier’, niemand weiß es. Ja, also, da muh Er schon nach Berlin. Hm . . . kann also passieren, werd' mein Signum unter das Schreiben setzen, daß Er sich bei mir gemeldet. Hm . . . ja . . . Der Dursch auch. So? Dei Kunersdorf blessiert. Hm... ein Unglückstag. . . Hm! Also, behüt Ihn Gott, Iuiller . . . und will er exküsieren, daß ich Ihn mit Den Lappen um Die Beine angenommen . hm . . . das Zipperlein . . . ja..." (Fortsetzung folgt.) •• Gingebrochen wurde am Sonntag Nachmittag während der Abwesenheit des Wohnungsinhabers in eine Parterrewohnung frn der Wilhelmstraße, wobei dem bisher unbekannten Täter eine Kassette mit Schmuck- Wtd Wertgegenständen, die er auf dem Feld Hei Klein-Linden öffnete, in die Hände fiel. Als Dieb kommt in Betracht eine Person im Alter von 38—40 Jahren von untersetzter Statur, die Hellen Anzug und weihen flachen sStrohhut trug. Eine namhafte Belohnung wird von dem Geschädigten für die Wiederbeschaffung seines Eigentums zugesichert. ** Oesfen tliche Vorführung einer «neuen Mvtiorspritze. Man schreibt uns: Die gelegentlich des 75jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr in Dillenburg von der Firma Auto-Schneider, Giehen, ausgestellte und in Betrieb vorgeführte Denz-Gaggcnau-Lafetten- Motorspritze hat einen derart günstigen Eindruck auf die Vertreter von Behörden, Gemeinden, Industrie und auf die fachkundigen Feuerwehrleute gemacht, dah sich die Firma Schneider entschlossen hat, die Spritze auch hier in Giehen am Freitag, 25. Juli, nachmittags 6 Llhr, an der Lahub rücke den interessierten Kreisen vorzuführen. Wir verweisen auf den heutigen Anzeigenteil. ** Der Verband Hessischer Verkehrs der eine wählte in einer Vorslands- sihung, die in Erbach stattfand, den Kaufmann Stemmer wieder zu seinem Vorsitzenden. Es wurde beschlossen, einen Film des Odenwaldes und der Bergstraße, sowie einen Führer dieses Derkehrsg ebietes herauszugeben. .* Wettervoraussage Wechselnd wolkig, noch Regenschauer, west- tiche bis nördliche Winde, tagsüber wärmer, sonst kühl. Die Luftdruckverteilung hat sich seit gestern wenig verändert. Das über Südskandinavien gelegene Tiefdruckgebiet ist nicht weiter vorgerückt, so dah wir noch unter seinem Einfluh stehen. Dornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: 7. Abonnementskonzert der Reichswehr- Kapelle, 8 Ufjr auf der Liebigshöhe. — Gesellschaftsverein Giehen: 6 Llhr Gäreralversammlung. — Rundfunkhaus, Löberstrahe: Märchenabend. — Aus dem Stadttheater - Bure au wird uns geschrieben: Wiederum eine Neuheit bringt das nächste Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters am Dienstag, 29. Juli, nämlich das Lustspiel „D i e Dame mitdem Scheidungsgrun d", von Sydney Garrick (Ernst Dajda). Das Werk hat bei seiner Erstaufführung in Bad-Nauheim am 13. Juli eine ausgezeichnete Aufnahme gefunden, die sowohl dem eigenartig-graziösen mnd dabei bis zum Schlüsse spannenden Werke, wie der überaus flotten Darstellung zu danken ist. — Gesangverein Heiterkeit. Samstagabend ordentliche Generalversammlung. (Nähe- !ves siehe Anzeige.) — „Die Wanderer" (G. Radf.-Ges. 1896). Freitag außerordentliche Hauptversammlung. (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Gicszen. * L i ch, 23. Juli. Nächsten Montag, 28. Zuli, findet hier ein Schweinemarkt, verbunden mit einer vom Landwirtschaftskammerausschuh ausgehenden Bullenauktion statt. Zur Beschickung sind zugelasfen die Züchter aus dem Kreis Gießen, ferner aus den Orten Berstadt, Bingenheim, Dleichenbach, Blofeld, Borsdorf, Echzell, Geih-Nidda, Gettenau, Heuchelheim und Wallernhausen aus dem Kreise Büdingen, und aus den Orten: Gambach, Griedel, Hoch-Weisel, Kirch- Gons, Münzenberg, Nieder-Weisel, iOstherm, Pohl- Göns, Reichelsheim, Tvais-Alünzenberg, Weckesheim, Wölfersheim und Wohnbach aus dem Kreis Friedberg. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 23. Juli. Die Zahl der Arbeitslosen in unserer Stadt hat am Dienstag die Ziffer 10 000 überschritten! Die Zugänge verteilen sich auf alle Berufsgruppen. Auch die Zahl der weiblichen Stellensuchenden stieg auf mehr als 1300. — Die Kriminalpolizei nahm den 42- jährigen Anton Riechmann fest, weil er sich über eine große Zahl in seinem Besitz befindlicher Sachen nicht ausweisen konnte. So trug er goldene Llhren, goldene Borst ecknadeln, eine Anzahl Brillant- ringe, drei Eheringe und schließlich 1400 Tintenstifte bei sich. Als er nach der Verwendung der vielen Tintenstifte befragt wurde, erklärte er seelenruhig, daß er sie zu seinem eigenen Gebrauch haben wolle. Riechmann ist ein wegen Diebstahls vielfach vorbestrafter Mann. ][ Marburg, 23. Juli. Beim Feuer- anmachen mit Petroleum geriet gestern hier eine alte Frau in Brand. Nachbarn, durch den Rauch aufmerksam gemacht, eilten zur Hilfe und brachten die Unglückliche in die Klinik. Wie gemeldet wird, ist die Frau an den Brandwunden gestorben. Gietzener Stadttheater. Eurt Goetz: „Der Lampenschirm". Curt Goetz, der Verfasser der am Dienstagabend zur Ausführung gekommenen Komödie „Der Lampenschirm", ist vielen der Theaterbesucher durch die vor einigen Zähren erfolgreich gebrachte Aufführung seines Einakters „Menagerie" noch in guter Erinnerung. Sein neues Werk vermag sich nicht vollkommen auf dieser Höhe zu halten, obwohl der Gedanke, den er ihm zugrunde gelegt hat, nicht schlecht ist. Der Verfasser will, indem er den Zuschauer gewissermaßen einen Blick in die Werkstatt des Dichters Herfen läßt, ihm zeigen, wie ein Stück entsteht. Daher nennt er auch seine Neuschöpfung „Kein Stück in drei Akten", seine Entstehung soll ja eben erst durch die Aufführung dem Publikum vor Augen geführt werden. .Unterm Lampenschirm lernt der Zuschauer die einzelnen Einfälle kennen und erlebt all das mit, was schließlich zu einem Theaterstück sich ausgestaltet. Dem Eifer der Mitwirkenden und der gutgeslimmten^ Aufnahmefähigkeit des Publikums ist die glückliche Durchführung des Werkes im Rahmen des vorgestrigen Theaterabends vor allem zu danken. Die Hauptrolle, die Fred Schüler als „Erichsen" übernommen hatte, erledigte dieser mit viel Geschick. Die übrigen Darsteller, von denen Trude Bornheim, Luise Schubert-Jüngling, Elfriede Basedow, Fred Marlitz, Rudolf Goll, Karl Dolck und Adolf Teleky besonders genannt seien, gäben unter der Spielleitung des Letztgenannten ihr Bestes, um ihre Rollen lebendig und wiickungsvoll herauszuarbeiten. -o- Hochschulnachrichten. Don der Technischen Hochschule in Darmstadt. Darmstadt, 23. Zuli. Rektor und Senat der Technischen Hochschule haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Architektur dem Generalleutnant a. D. Maximilian Frhr. v. Hehl- Darmstadt in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Denkmalpflege in Hessen und um vre (Sortierung aller künstlerischen Bestrebungen die Würde eined Dr.-Ing. h. c. verliehen. Vermischtes. Blitzschlag in eine Gruppe Badender. Berlin, 23. Juli. In Hagels berg, einem Berliner Ausflugsort an der Oberspree, schlug gestern ein Blitz in eine Gruppe Badender, die von dem Gewitter überrascht worden war, 2 Frauen und 2 Mädchen wurden von dem Blitz getroffen. Ein 12jähriges Mädchen war sofort tot. Die übrigen drei getroffenen Personen erlitten schwere Brandwunden. In unmittelbarer Nähe wurden zwei Kinder von einem anderen Bich getroffen. Sie mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Schweres Autounglück. Zittau, 23. Juli. (Wolff.) Vergangene Nacht verunglückte ein mit 5 Personen besetztes Auto auf der Straße Zittau—Groh- Schönau. Der Autoführer, ein Kaufmann aus Zittau, war sofort tot, die anderen Insassen wurden sämtlich schwer verletzt. Eine Frau ist auf dem Transport nach Zittau gestorben. Die Ursache des Unglücks ist darauf zurückzuführen, daß das Auto nicht auf der Chaussee, sondern auf einem schmalen Wege fuhr, wo es abglitt und eine Böschung herunterstürzte. Der Ku-Klux-Klan. In den Berichten über den Nationalkonvent der demokratischen Partei in den Verewigten Staaten ist in diesen Tagen wiederholt von der Ku-Klux-Dewegung. der amerikanischen Abart des Faszismus, die Rede gewesen. Wie wir einem Aufsatz des Professors James Taft Hach- field entnehmen, stammt die grundlegende Darstellung der Anfänge des Ku-Klux-Klans von Captain Lester, einem der Hauptgründer des Klans her der Zurist, Geistlicher Rat der methodistischen Episkopallirche und später Mitglied des Parlaments von Tennessee war. Sein Mitarbeiter war der presbyterianische Pastor D. L. Wilson. Ihr Werk wurde 1905 von dem Geschichtsprofessor Fleming an der Danderbilt-Universität herausgegeben. Der Klan wurde im Mai 1866 in der Stadt Pulafki in Tennessee von jungen Akademikern begründet, die sich in den traurigen Tagen nach dem Bürgerkrieg eine harmlose Unterhaltung verschaffen wollten. Der Gelehrtencharakter der Begründer verrät sich schon im Namen des Klans, der eingestandenermaßen von Kyklos, Kreis, abgeleitet ist. Die Einwanderer in Pulafki stammen aus Schottland. Von den Zeremonien der Ku-Klux-Klan-Leute hören wir, daß ein Feuer- kranz herumgesendet wird, um die Mitglieder zur Versammlung zu berufen, daß im Dezember 1920 bei der Beerdigung eines Tulsa-Polizisten Mit- gglieder des Ku-Klux-Klans vermummt, mit einem glänzenden Kreuz roter Rosen erschienen, daß vor dem Klan von dem „geheimen Gericht" verhört werden, daß nach der Nashviller Verfassung des „Unsichtbaren Reiches", wie sich der Ku-Klux-Klan auch nennt, das Volk geschützt werden soll, daß ein Mitglied, das Geheimnisse des Bundes verrät oder zum Verrat beiträgt, „treffen soll die furchtbare Strafe und des Verräters Los, welches ist Tod, Tod, Tod." Schotten waren die ersten Ku-Klux-Leute, crif sie übte ihr großer Landsmann Walter Scott einen weitreichenden Einfluß aus. Hatfield weist nach, daß die angeführten Zeremonien zum großen Teil ihre Herkunft aus Scotts Roman „2llma von Geierstein" verbaten. Was aber für uns Deutsche besonders interessant ist, ist Hatfields Hinweis, daß hier Scott abhängig ist von der Fchmgerichtsszene in Goethes „Götz von Ber- lichingen", die er 1799 übersetzt hat. Büchertisch. — Das Radiobuch von Hanns Günther — erschienen in Franckhs Technischem Verlag D i e ck & C o., Stuttgart — will eine für ledermann verständliche Einfüyrung tn die Grundlagen der Wellentelegraphie und -telephontr geben und verdierrt wegen seiner klaren, leicht faßlich und übersichtlich angelegten Form unter der gewaltig angewachsenen Radioliteratur besonders hervorgehoben zu werden. Das reich illustrierte, mit doppelseitigen Kunstdrucklafeln und einer geschmackvollen Einbandzeichnung ausgestattete Werk wird sicherlich bei vielen Radio« interessenten großen Anklang finden. — „Schwarz und Blond" betitelt der Novellist Hans Hartlin seinen in Engel - Horns Romanbchliothek, Stuttgart, erschienenen jüngsten Roman und bringt damit eine fröhliche und anmutige Geschichte. Bilder vergangener fröhlicher Zugend ziehen vor uns vorüber. Wir schauen ihnen nach und erfreuen uns in der Erinnerung an diese schönen Zugendtage. Das flüssig geschriebene Büchlein bietet eine empfehlenswerte Unterhaltungslektüre, die jedem Leser große Freude bereiten wird. — Rotbraunes Heidekraut, Lieder von Felicitas Rose, ein liebgeschriebenes Büchlein voll warmer Herzlichkeit, sinnigem Ernst, heiterer Laune und schlichter Natürlichkeit. Auch mit diesem Liederbüchlein — das im Deutschen Derlagshaus Dong & Co.» Berlin, erschienen und mit Zeichnungen von H. Krahforst-Aachen geschmackvoll ausgeschmückt ist — wird die Verfasserin denselben Beifall ihrer Leser finben, den sie schon mit ihren zahlreichen anderen Werkern bislang gefunden hat. Aus dem Amlsverkündigungsblatt. ' Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 5 0 vom 22. Zull enthält: Tarif der Kreis- abdeckerei Garbenteich. — Straßensperre. — Schweinemarkt und Dullenauktion za Lich. — Sonntagsdienst der Aerzte und Apotheken. — Beflaggen der Dienstgebäude am Verfassungstag — Feier des Verfassungstages. — Schlachtscheingebühren. Heinrich Münch in Mücke. — Schweineroklausseuche. — Anträge zur Ausstellung von Reisepässen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Fort mit dem französischen Schild! An der Kreuzung Kaiserallee—Licher Straße standen heute früh zwei Warnungsschilder, von denen das eine bei manchem Vorübergehenden Kopfschütteln erregte. Das eine Schild hatte die einwandfreie Aufschrift: „Achtung — Dampfwalze!" Darunter war auf einem andern Schild aber noch folgender zweite Wortlaut zu sehen: „Attention! Cylindre ralentier Ordre de l’armee!" Das zweite Schild hätte man sich ruhig spa» ren können. Denn hier in Gießen sind dte Leute alle deutsch und brauchen keine französische Warnungstafel. Es wird gehofft, daß das französische Schild umgehend verschwindet, denn es ist allen Deutschgesinnten ein Schlag ins Gesicht. Ein Bürger. Hornhaut, Schwielen ».Warze« besetltgk schnell ** ■ ■ ■ fieber, febmert- und aefahrlos VI Aerzluch empfohlen. Millionenfach be* toäbrf. — Ja Apotheken und Drogerien erhälutch. — Segen Futzschwetb, Brennen und Wuudlaufen Kuttrol-Futzbad« Drogerie H. Noll, Neustadt 28. Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 9/10 Central-Drogerie E. Karn, Schulstraße spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendung vonEenko bei der Wehe verbilligt das Wafchen. Vorzügliches Einweidunittel, Henko < HenkePWafdiund Bleich-Soda n IH Gießen, den 23. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach kurzem, schwerem Leiden meinen innigstgeliebten Mann, unseren guten Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Kirchenvorsteher Johannes Dern III. Veteran von 1866 und 1870/71 im 79. Lebensjahre zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Dern geb. Menges. Leihgestern, den 23. Juli 1924. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 4 Uhr, statt. 021978 |Wohnungstausch| WohnWSlausch. Schöne 5-Z.-Wobn. geflen eine 3-Zim.- Wobn. i.Südvtertel zu tauschen ges. Um- zugSkosten müssen vergütet werden. Schrtftl. Angebote unter 021968 au den Gieh. Anz. erbeten. Stellenangebote| Tüchtige Filialleiterin gesucht- auch können sich Leute z. Milch- auSsabrcn melden. Schrift!. Angebote mit Gehaltsforde- rungen unter 021973 a. d. Gieh. Anz. erb. Tüchtige jüngere VeMuserin aus d. Schubbranche Wohnung von mindestens 5 Zimmern und Küche, alsbald beziehbar, gegen angemessene Entschädigung gesucht. 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Aber der nationale Geist der Neu Hellenen, der Serben, der Bulgaren war stärker, und so lösten sich nacheinander die europäischen Provinzen des Os- manenreiches von der Herrschaft der Sultane, denen außer dem südöstlichen Rumelien mit Stambul in Asien nur noch die anatolische Halbinsel verblieb. Die neuen christlichen Staaten der Bal- kanhalbinsel verftelen der Beeinflussung durch die europäischen Großmächte. Bulgarien z. B. sollte ein russischer Vasallenstaat werden, wie das bei Serbien schließlich der Fall war. Griechenland, von kühnen Eroberungsträumen gewiegt, hoffte auf große Landgewinne in Kleinasien; eine Hoffnung, die völlig fehlschlug. Serbien, von Rußland ängestachelt, wurde in grauenvoller Weise zum Urheber des Weltkrieges, um schließlich reiche Gewinne bei der Zertrümmerung von Oesterreich-Ungarn einzuheimsen. Aehnlich wie Rumänien, unter Leitung von König Karol erstarkt, sein Machtgebiet auf altdattschem Boden erweiterte, Ostungarn, Siebenbürgen und Bessarabien sein eigen nannte. Aber die Völker und Staaten auf der Balkan Halbinsel entbrannten immer in mörderischem Hader gegeneinander. Serben gegen die Stammverwandten Bulgaren, Serben gegen Albanesen, Bulgaren gegen die Griechen. Immer regiert da Mars die Stunde. Daß wir Deutsche auch im Weltkriege den Bulgaren mit helfen wollten, sei nur der Vollständigkeit halber mit erwähnt, unsere Bemühungen sind ohne Erfolg gewesen, unsere Hoffnungen, auf türttschem oBden das Wirtschaftsleben zu kräftigen, die verödeten Fluren des Zweistromlandes toieber zu neuem Leben zu erwecken, sind für lange begraben. Und so tobt der Streit weiter. Wenn auch die Völker der Ballanhalbinsel nach ihren besonderen Eigenschaften treffliche Bausteine zu einem Gesamtstaate böten, wann wird der Baumeister hier kommen, der die Flucht der Erscheinungen unter einen ruhenden Pol zwingt? Turnen, Sport und Spiel. Die IV. Nationalen leichtathletischen Wettkämpfe des Giehener Sportelubs v. 1900. D-ie „IV. Nationalen" haben die Annalen des Clubs und die der Gießener Leichtathletik überhaupt um ein Ruhmesblatt bereichert. Nicht nur wegen des ehrenvollen Abschneidens des Veranstalters, sondern in erster Linie wegen der auf hoher sportlicher Stufe und auch technisch sehr gut durchgeführten Veranstaltung an sich. Es ist keine Kleinrgkeit, Wettkämpfe mit über 270 Teilnehmern zu organisieren. In den.Jugendklassen war die Uebertegen* heft der Frankfurter „Eintracht" doch nicht so erdrückend, wie erwartet wurde. Recht gutes Material hatte ihr Rivale, „Dorussra" Frankfurt, im Felde. Marschall brachte für seinen Verein allein drei erste Siege nach Hause. Hessen- Preußen Kassel, der Sieger in der 4xl00-Meter° Staffel 06—07, bewies, daß er über guten Nachwuchs verfügt. Wenn sich auch die 1900er-Jugend mit einer Anzahl zweiter und dritter Plätze begnügen mußte, so hat sie doch den Beweis erbracht, daß sie einen stets gefährlichen Gegner abgibl, gegen den z. B. die 1. 4xl00-Meter- Jugcndstaffel der „Eintracht" Frankfurt schon im Dorlauf in geschlagenem Felde bleiben mußte. Bei den attiven Wettbewerben fällt es eigentlich schwer, sowohl in den Einzellonkurrenzen, als auch in den Stafftln, diese oder jene Leistung über die andere zu stellen. Das gilt in erster Linie für den Lauf. Wem soll man den.Dorzug geben? Den von den beiden „K.-D.-C. -Leuten C ü 11 g e n und Steves in elegantem Stil gewonnenen Läufen über 100 bzw. 400 Meter, oder Fischers (1900 Gießen) Energie im 200-Meter- Gndlauf. die ihn 5 Meter vor dem Ziel an ben beiden führenden Gegnern Vorbeigehen ließ, dem sicheren Sieg des Niederlahnsteiners Hohl über 800 Meter, oder dem unverwüstlichen 5000-Meter- Sieger Gerhard, Weilburg? Nicht weniger konnte der Sieg Schaurigs (Hessen-Preußen Kassel) in 100-Meter-Junioren und der des 1900ers Lang loh in 50-Meter-Anfänger imponieren. In der 4x!00-Meter-Stafftl offen war der Kölner D.-K. mit 45 S. Vto Sek. ehey am Ziel als die 1900er, die wohl ihren Ehrgeiz darin gesetzt hatten, gerade dftse Staffel zu ge- Helium und Wasserstoff habe zerlegen können, womit der überrascheiide Nachweis erbracht war, daß die Elemente, die man bis dahin als unteilbare Grundstoffe angesehen hatte, tatsächlich weiterhin teilbar sind. Allerdings war diese Entdeckung erst möglich nach der Entdeckung d's Radiums unö den Erperimenten, die Madame Curie (Paris) mit diesem neuentdeckten Element anstellte. Frau Curie gelang es, Stoffe darzustellen, die fortgesetzt die photographische Pstttte schwärzen, die Luft elektrisch leitend machen und zuweilen auch Lichterscheinungen hervorbringen. Die Rätselhaftigkeit dieser Vorgänge wurde von Rutherford aufgeklärt, indem er sie als freitotdigen Atomzerfall deutete. Er wies darauf hin, daß, wenn man ein radioaktives Präparat innerhalb eines elekttischrn Feldes bringt, ein Atomzerfall eintritt, indem die Kernteile ab= g.lenkt toerben und davonfliegen und neue kleinere Atome oder bloße Elektronen bilden. Rutherfords Behauptungen wurden durch zahlreiche Experimente in vollstem Umfang bestätigt. Die Umwandlung eines Elements in andere Elemente: das war das grundsätzlich Neue, das Rutherford zu danken war, — eine Erkenntnis, die alle früheren Auffassungen von der Unteilbarkeit des Elements einfach umstieh. Radium zerfiel auf experimentellem Wege in zwei andere Elemente: in Blei und (freilich nur in sehr kleiner Menge) in das Edelgas Helium, das, nebenbei bemerkt, bereits zwanzig Jahre vorher auf der Sonn feftgefteilt wurde, ehe man es auf der Winnen. Aber der Lauf war für die Gießener insofern ein großer Erfolg, als es ihnen gelang, ihren Klubrekord (bis 45,5 Sek.) um ’/io'öet zu verbessern. So ist also im nächsten Jahr der „K. D.-K." Verteidiger des Wanderpreises. Der diesjährige Verteidiger, „Borussia" Frankfurt, mußte, obwohl er 2 Mannfchaften zur Verfügung hatt., schon in den Vorläufen ausscheiden, entschädigte sich aber dafür durch den Sieg in der Olympischen Staffel, und damit den dafür ausgesetzten Wanderpreis gewinnend. Nicht zu vergessen ist der famose Sieg eines Landvereins unserer engeren Heimat in der Schwedenslaffel für Anfänger, nämlich der Tgde. Leun. In den Sprung- gab Wurskonkurrenze' gab es bei prächtigen Leistungen einige Überraschungen. I u n g- henn (Hessen-Preußen Kassel) tonnte sich im Kugelstoßen nicht placieren, Paulus wurde nur Dritter. Dagegen sicherte sich letzterer das Diskuswerfen. Im Speerwerfen blieb der Gau- meister Dr. Hundhausen zum zw iten Male hinter den beiden Gießenern Decke, und Kreu- t e r. Der von privater Seite gestiftete Wanderpreis für die beste Gesamtleistung, i en im Jahre 1921 der Derliner Sport-Klub gewann, hat seit 1922 Gießens Mauern nicht wieder verlassen. Auch in diesem Jahre steht der S. C. v. 1900 in der Gesamtleistung mit 11 Punkten vor Hessen- Preußen Kassel an erster Siebe und ist so in den endgültigen Desih des Wanderpreises gelangt. Nachstehend die Ergebnisse der Kämpfe. Offene Wettbewerbe: 10 0 Meter: 1. Lüttgen, Kölner Dallspielklub, 11,3; 2. Metzger, Borussia Frankfurt, 11,4; 3. Fischer, Sportklub 1900 Gießen, 11,6 Sek.; 4. Bernd, Koblenzer Fußballklub. — 200 Meter: 1. Fischer, Sportklub 1900 Gießen, 23,3; 2. Nau, Binger Fußballv., 23,4; 3. Bernd, Koblenzer Fuhballllub, 24,4 Sek. — 400 Meter: 1. Steves, Kölner Ballspielklub, 53,0; 2. Wittettnd, Hessen-Preußen Kassel, 53,4; 3. Wagner, Borussia Frankfurt, 55,8 Sek. — 800 Meter: 1. Hohl, D. f. L. Lahnstein, 2: 05 Min.; 2. Drückmann, T.- u. Sp.-D. Äieder-Erlen- bach, 2:10 Min.; 3. Kaufmann, Borussia Frankfurt. — 5000 Meter: 1. Gerhardt, Weilburger Fußballv., 16:54 Min.; 2. Wagner, Spörtabt. 3. Komp. I.-R. 15, Gießen, 40 Meter; 3. Köller, B. f. L. Lahnstein, weitere 50 Meter zurück. — Hochsprung: 1. Mahr, Sportverein 07 Heddernheim, 1,65 Meter; 2. Wallenfels, Sportklub 1900 Gießen, 1,60 Meter; 3. Hottenstein, Mannheimer Sportklub, 1,60 Meter. (Durch Los.) — Weitspru ng: 1. Hülstrunk, Koblenzer Fußballklub, 6,10 Meter; 2. Jöns, Koblenzer Fußballklub, 6,09; 3. Dr. Hundhausen, Hessen-Preußen Kassel, 5,80 Meter. — Kugelst oh en: 1.Barz, Sportverein 07 Heddernheim, 11,30 Meter; 2. Hülstrunk, Koblenzer Fuhballkl., 11,15; 3. Paulus (Borussia Fulda) 11,04; 4. Trautwein, Binger Fuhballverein, 10,93 Meter. — Speerwerfen: 1. Becker, Sportklub 1900 Gießen, 44 Meter; 2. Kreuter, Sportklub 1900 Gießen, 41,30; 3. Dr. Hundhausen, Hessen-Preußen Kassel, 40 75 Met. — Diskuswerfen: 1. Paulus,Borussia Fulda, 37,75; 2. Junghenn, Hessen-Preußen Kassel, 36,80; 3. Trautwein, Binger Fuhballverein, 35,75 Meter. — 4X100-Meter-Staffel (Wanderpreis: Sieger von 1923 Borussia Frankfurt): 1. Kölner Dallspielklub (Ansorge, Remagen, Lüttgen, Steves) 45,00; 2. Sportklub 1900 Gießen, 45,01; 3. Dinger Fußballklub, 45,02 Sek.; 4. Koblenzer Fuh- ballHub. — Olympische Staffel (Wanderpreis, Sieger von 1923; Eintracht Frankfurt): 1. Borussia Frankfurt (Kaufmann, Michel I., Metzger, Wagner) 3:56 Min.; 2. Kölner Ball- spielllub 3:57,2; 3. T.° u. Sp.-D. Rieder-Erlen- bach 4:02 Min. — 4x!00-Meter-Staffel, Klasse B; 1. T.- u. Sp.-D. Rieder-Erlenbach (Diehl, Schwander, Spengler, Michel» 48,4 Sek.; 2. Sportfreunde Siegen 49,1; 3. Sportklub Mannheim 49,3 Sek.; 4. Sportllub 20 Frankfurt. Junioren. 100 Meter: 1. Schaurig, Hessen-Preußen Kassel, 11,3 Sek.; 2. Remagen, Kölner Dallspielklub, 11,4; 3. Dr. Hundhaus en, Hessen-Preußen Kassel, 11,8. — Hvchsprung: 1. Mahr, Sportd. 07 Heddernheim, 1.55 Meter; 2. Kreuter, Sportklub 1900 Gießen, 1,55 (berührt); 3. Tvautwein, Dinger Fußballv., 1,50 Meter. — Speerwerfen: 1. Ansvrg, Kölner Dallspiel- flub, 36,28 Meter; 2. Häntgen, Koblenzer Fuß- ballv., 36,15; 3. Waldschmidt, Wetzlarer Fuhballllub, 36,12. — Drei kampf (100 Meter, Kugelstoßen, Hochsprung): 1. Trautwein, Di per Fußballverein, 143; 2. Rau, Dinger Fußballv., 140; 3. Hülstrunk, Koblenzer Fuhballllub, 134 Punkte. Anfänger. 50 Met er: 1. Langlctz, Sportllub 1900 Gießen, 6,00 Sek.; 2. Stift, QEannbeimer Sportllub, 6,01; 3. Dachmann, Sportllub 1900 Gießen, 6,02. — Kugelstoßen: 1. Häntgen, Koblenzer Fuhballllub, 9,46 Meter; 2. Wagner, Dorufsia Frankfurt, 9,16; 3. Hottenstein, Mannheimer Sportklub, 9,08. — Schweden staffel: 1. Spvrtgemeinde Leun (Süß, Dender, Duddi, Otto) 2:15,4 Min.; 2. Mannheimer Sportllub, 2:15,6; 3. T - u. Sp.-D. Rieder-Erlenbach, 2:15,7; 4. Sportllub 20 Franfturt. Jugend-Wettkämpfe. Jahrgang 1910 und jünger. 5 0 Meter: 1. Glöckner, Eintracht Erde zu entdecken vermochte. Die Helium-Atome, die mit einer Geschwindigkeit von 20 000 Kilometern in der Sekunde aus dem Radiumlern herausgeschleudert wurden, sind die sog. .X-Sttatz- len. Diese ^-Strahlen haben nun, wie Rutherford weiter nachgewiesen hat. die Fäh g cit, druch die Gewalt, mit der sie fortgeschleudert werden, das Atom eines Elements zu zerschlagen und in ein leichteres zu zerlegen. So wurde das Stickstoff-Atom in Wasserstoff-Atome auf gespalten, die sich als „Wasserstoftstrahlen" zeisten Aehnliche Versuche wurden mit gleichem Erfolg auch bei anderen Elementen unternommen. Dei alledem stehen wir erst am Anfang neuer grundlegender Erkenntnisse über das W scn und den Aufbau der Materie. Reue Ausblicke n?n ungewohnter Weite eröffnen sich. Freilich, nicht wir heute Gebenden werden die Früchte all öiefcr Erkenntnisse reifen schm. Wir leisten nur die mühevolle Kärrnerarbeit für späte e Menschengeschlechter, für die wir den Weg nach neuen Kraftwellen suchen. So hat die Entdeckung des Geheimrats Miethe, dah aus Quecksrlber Gold gewonnen werden kann, vorerst zwar noch keine wirtschaftliche Bedeutung, sondern sie ist nur wissenschaftlich zu werten. In diesem Sinne aber ist sie eine Groh tat der deutschen Wissenschaft. dis in einer Epoche der politischen und winschastlil en Knechtungsversuche des deutschen Dost.v : urch d e Entente geradezu als eine befreiende Tat des deutschen Geistes angespvochen werden muß. 1 Börsenkurse. Berliner Börse. 6850C Soßen Man verlange ausdrücklich Maqgi's Würze. Der Bibliothekar 5854 D Fritz No wack Wäschefabrik und Ausstattungshaus Vorteilhaftester Bezug in großen Originalflaschen zu Gm, 5.—. Man achte auf unversehrten Plombenverschluß. Korpulenz ist unschön und ungesund. Wir raten Ihnen in Lhrer Apotheke 30 g echte Toluba-Kerno ah kaufen, die unschädliche Stoffe von fett-ehrender Wirkung enthalten. 5362ss Die Bibliothek des Gesell- fchaftsvereins (Klub) ist vom 1. August bis 15. September l. I. geschlossen. Sämtliche ent« liehenen Bücher bitte ich bei Meidung der Kosten der Abholung bis spätestens zum 15. August zurückzugeben. Gießen, 21. Juli 1924. Prinzeßröcke in Trikot und reiner Seide Viele Ausführungen inallen Modefarben Nur beste Qualitäten zu mäßigen Preisen * Kruppsche Inl eressen in Spanien. Wie man erfährt, sind die Verhandlungen, welche die Friedrich Krupp QI. G. seit längerer Zeit mit spanischen Interessentongruppen und der spanischen Regierung führte, soweit zum Abschluß gebracht worden, daß unter der Beteiligung der Firma Krupp die „Union Naval Levante" gebildet worden ist. Die Union schließt eine Anzahl spanischer Schiffahrtsunternehmungen. Schiffswerften und Metallwerke zu einer Gruppe zusammen, um durch Neubauten von Schiffen und Von über 20 MDivnvn Tonnen besteht. Andererseits hat die Ausfuhr nach Deutschlcmd und dem Saargebvet keine 3 000 000 Donnen mehr erreicht, wovon schon für das Saargebfet 2 733 000 Tonnen abgehen. Man sieht also daß nach dieser Seite hin Frankreich sich stark im Nachteil oe- findet. Auch erkennt man hierin die Bemühungen Deutschlands, lothringische Minette durch andere aus Schweden, Spanien und sogar Kanada zu ersetzen. \ Bei dem für Frankreich so wichtigen Koks ist die Lage umgekehrt. Frankreich verbrauchte 1912 ca. 6 660 000 Donnen mit einer Eisenge- Rückgang der Großhandelsziffer. Tie auf den Stichtag des 22. Juli berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ergibt gegenüber dem Stande vom 15. Juli (117,3) einen Rückgang auf 114,5 oder um 2,4 Prozent, der vor allem durch die Senkung der Getreide- und Kohlen- Anwendung des Sachverständigengutachtens abirar- ten möchte, um zu sehen, welche Folgen hierdurch für die französische Industrie herbergeführt werden. Ganz besonders befassen sich mit der Be- bandlung des ganzen Problems längere Aufsätze Der für die Eisenwirtschaft Frankreichs bedeutendsten Zeitung „2’Ufine“, indem fte das Für und Wider eines Handelsabkommens mit Deutschland sowobl nach der Lage der eisenschaffenden, als auch der eisenverarbeitenden Industrie prüfen. Man muß hierbei zunächst sich vor Augen halten, daß die französische Dorkriegserzeugung in Eisenerzen 21918 000 Donnen im Jahre 1913 betrug, wovon die Hälfte ausgeführt wurde, und hiervon ungefähr 3 800 000 Tonnen nach Deutschland einschl. Luxemburg. In demselben Jahre betrag die Erzeugung des Meh-Thionville- Becfens, damals noch deutsch, ungefähr 21 365 000 Donnen, die fast ganz durch elsaß-lothringische und luxemburgische Fabriken und dem Saargebiet aufgenommen wurden. Wenn diese Angaben mi den Zahlen von 1923 verglichen werden, so ergibt sich, daß aus dem Briey-Longwy-Nancy und Mch-Thionvtlle-Becken ungefähr 21000 000 Donnen herausgingen, demnach heute ein Defizit auf 14 000 000 Tonnen schätzM, während mit einer Kolserzeugung von mehr als 4 000 000 Tonnen in Frankreich augenblicklich nicht zu rechnen ist. Bei voller Aus nutz urig würden deshalb der französischen Eisenwirtschaft ungefähr 10 000 000 Tonnen Koks im Jahre fehlen. Selbst wenn man ainrimmt, daß die französische Produktron nach und nach auf das Doppelte erhöht werden könnte, und hierzu werden alle Anstrengungen gemacht, so würden immerhin 500 000 Tonnen im Monat vom Auslande hereinzuholen sein. Gerade durch diese älmftänbe hat sich dann auch in Frankreich der Gedanke eines Austausches mit Deutschland von Koks mit französischen Erzen festgesetzt. Bei Halbfertigfabrikaten und Gußeisen ist cS so, daß durch die Aufsaugung der lothringischen Gebiete die französische Leistungsfähigkeit so gestiegen ist daß sie bet wertem die 'Aufnahmefähigkeit des französischen Marktes, Kolonien einbegriffen, überstergt. Noch dringlicher erscheint die Notwendigkeit einer Verständigung, wenn man die Erzeugung der Halbfertigfabrikate vergleicht. Während die französische Stahlprodu- tion 1913 ungefähr 4 713 000 Tonnen erreichte ist die Herstellungsmöglichkett ungefähr auf 10,5 Millionen Tonnen inzwischen gestiegen. Die Erzeugung der lothringischen Hütten kann allein schon auf 4 Mill. Tonnen Eisen und 2 300 000 Tonnen Stahl geschätzt werden, welche, da sie zu der bisherigen Erzeugung des alten Frankreichs zugeschlagen werden müssen, ein Mehr darstellen, das der französische innere Markt unmöglich aufzunehmen in der Lage ist. Dte lothringischen Werke hatten hauptsächltch ihren Absatz in Westfalen und im Saargebiet. Hierzu kam die Lieferung des für diese Gebiete nötigen Thomas-Materials. Man kann also damit rechnen daß vor dem Kriege Lothringen ungefähr 1 Million Tonnen Halbfertigfabrikate aus Stahl in Deutschland unterbrachte. Unter diesen jlm- ständen ist es verständlich, daß die lothringischer Industrien einen Handelsvertrag mit Deutschland begrüßen würden, der ihnen die Möglichkeit bieten könnte, den früheren Stand ihrer Ausfuhr wieder zu erreichen. Aus der anderen Seite würde die Schwerindustrie in Frankreich selbst nicht ohne Befriedigung ihren schärfsten Konkurrenten im eigenen Lande hierdurch verschwinden sehen, oder diesen wenigstens bedeutend weniger zu fürchten haben. Die Situation, wie sie augenblicklich für die französische Schwerindustrie besteht, ist nach Meinung vieler direkt unhaltbar. Die französische weiterverarbeitende Industrie wird niemals in der Lage sein, ihre ganze Erzeugung auf zu nehmen und so ergibt sich für sie eineiavsolute Notwendigkeit, neue Absatzgebiete zu schaffen für di« 6 000 000 Tonnen Eisenerzeugnisse, die sie in der Lage ist, abzugeben. Ganz anders wird vteses Problem beurteilt vom Standpunkte der französischen eisenverarbeitenden Industrien, und besonders der Eisen- und Stahlwaren-Indu[trte. Der Äriep hat dazu «beigetragen, daß diese Industrien sich wesentlich vergrößerten und auch ihre Hilfsmittel vervollkommneten. Gerade die Maf- sLnfabritation, die vor dem Kriege sehr wenig in Frankreich entwickelt war, macht von Tag zu Tag Fortschritte. Dadurch, daß Clsah-LothrinHeii an Frankreich siel, wurde nicht allein feine Schwerindustrie gestärkt, sondern auch seine eisenverarbeitenden Industrien gewannen einen starken Rückhalt für ihre Hilfsmittel, wie Werkzeugmaschinen Textilmaschinen, elektrische Maschinen, Ei.enbahnmaterial usw. an Konstruttions- finuen von Weltruf. Wenn sich die Lage der Eisen- und Stahlwarenindustrie im allgemeinen in Frankreich bedeutend gebessert hat, so bleibt sie doch gegenüber der deutschen Konkurrenz vielleicht verwundbarer als der Maschinenbau. Der größte Widerstand gegen ein für uns günstiges Handelsabkommen, bzw. das sich auf niedrige Einfuhrzölle stützt, wird deshalb wohl von der französischen Eisen- und Stahlwarenindustrie zu erwarten fein. 1 Derlin 23. Juli. (Drahtbericht des »Gieß. Anz.".) Die Aussichten für eine Verständigung in London wurden heute an der Berliner Börse etwas günsttger beurteilt. Man glaubt, daß der neue amerikanische Vorschlag in der Sanktionsfrage auch die Billigung Frankreichs finden werde. Demgemäß entwickelte sich heute bereits am Aktienmarkt ein lebhaftes Geschäft bei anziehenden Kursen. Die Käufe gewisser Danffirman erfolgten angeblich für Rechnung ausländischer Auftraggeber. Das inländische Publikum hielt sich aber noch von der Börse fern. Ein Teil der Spekulation hielt den Augenblick noch nicht für gekommen, um größere Kapitalien zu investre- ren. In diesen Kreisen verweist man auf bte gestrigen Ausführungen des ReichSfinan^> Ministers Dr. Luther und auf die neuesten sehr ungünstigen Nachrichten über die Vage des Ar- beitSmarktes. Allgemein kann man sagen daß sich das Interesse der Börse mehr dem Aktien-, als dem Anleihemarkt zuwendet. Kriegsanleihe und Dchutzgebietsaktien liegen stark vernachlässigt. Tagesgeld i/4 bis 5/= pro Tag. Am «Devisenmarkt verfolgt man mit besonderem Interesse die Aufwärtsbewegung des englischen Pfunds an der internationalen Börse. Im übrigen ist aber auch hier die Lage unverändert. Märkte. Araukfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23 Juli. (Drahtbertcht des Gießener Anzeigers.) Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 19 bis 19,25, Roggen, fnl. 17 bis 17,25, Sommergerste für Drauzwecke 17,50 bis 18, Hafer, inländ. 17,50 bis 18, WaiS, gelb 17 bis 17,25, Weizenmehl, inländ., SpeziÄ 0 30,50 bis 31,50, Roggenmehl 24,75 bis 25,75. Weizen- und Roggenkleie 9,75 bis 10,15 Mk. Tendenz: Ruhiger. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Juli. Am Produktenmarkt werden die Käufer der Zahl nach immer kleiner. Die Preise wichen allmählich, voran die für Roggen. Gute Ernteaussichten einerseits und der weiterhin bestehende Geldmangel dürften die Hauptgründe für den Rückgang der Preise sein. Cs wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märf. 171 bis 178, Roggen, märf. 127 bis 134, ©erfte, märt 153 bis 163, neue 147 bis 152, Hafer, märt 133 bis 144, Raps 270 bis 280, Leinsaat 350 biS 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 20,25 bis 22.75, Weizenkleie 9,50 bis 9,60, Roggenkleie 9,50 bis 9,60, Diktoria- erbsen 20 bis 21, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtep» erbten 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 biS 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, blau 9,20 bis 10, gelb 16,50 bis 18, Rapskuchen 10,50 biS 10,60, Leinkuchen 19 biS 20, Trockenschnitzel 8,80 bis S' Karlosfelflvcken 21. Verantwortlich für Politik und Feuilletou: I. V.: Heinz Gvrrenz. poA Aus Ob« §ie schen Pauei bemerkbar * Leich -rkenn« SreGebick y fantpf Ms>n M Dah-pru! M grüner seine ProM nur machen simkeit der p land - Md msieren' 1 Sifcnb au! i als cho Polenorgans Stimmen vo der Sozialoe weiter ein p 50000 aus £ gestellt- De" dem deutschen hat der deutsc ritterlichen" - nicht zuletzt al nisten! 3n d> Mj „empfind landlvirtschaftl Zunahme der peln um 4000 , im Kreise De men lieh" toi zeit meldete, eine Schicksal! Tezirkc, der entscheidender finden, und l den „Landsm Ursache der >r „Mtsion wählte. Die • land *bzto. d« lich der Hos Arbeiter bei. .diese toerM schen Kapital toitb" und sei Ob dieser abzutoarten. zi es polnischerse sehen wird, d Leihen der K Weise die Fro Wie bem auch aussichtslosen dat wird man Arbeiter für i lei" zu gewinn genügt ein A die, was die beiterschaft ai wir seitens bt Mnisten sonst ollerdings ■ Maiwahlen i vvnderRe panischen usichen batte -was betreffs des 7 natic an dm blesbezügiichr Mn im banisch-drutsi ^ozialdemokrt cm ist len Krampfes Dberschicsj^ Zrenne", der Kamps „weit aI? der dorh im tm Reiche di -Wir i tanti leiten 1 frga] ift c*n Äa Ton " !«*> i Ehrung S-w 91 den beeter Uto » b| MAGGI würze Heischgeschmack! Banknoten. 5% Deutsche ReichSanleche . fh Deutsche Reschsanleihe . Sv,*/» Deutsche Reicheanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Evarprämienanlethe <®/o preußische ÄousolS . . . sÄhesseri V.'.V.V/.V. »°/° Vesten........... Deuüchc Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anlretlug.') *°lo Zolltürten ........ 6®/, Goldmexttaner ...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prlvat-Bank. Darmst. und Raiionaldank . Deutsche tßonf......... Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Eonnnandit .... Metall bank........... Mitteldeutsche Credilbank. . Oesterreichische Creditanstalt. Weltbank ’............ Bochumer Guß ...... Budern-............ Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Sarpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte...... Oderbedarf Phönix Bergbau . Ryeinnahl .......... Riebet Montan ....... Tellus Bergbau........ Hamburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Lheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holjmann...... Auglo-Cont -Guano ..... Badische Anilin Chemische Mayer «lavtn .. Goldschmidt..... . Gri«S> ebner Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung..... Rütgerswerke ......... Echetdeanstalt ........ «llg. SlektrüttätS-Eesellschafl Beramaun........ Mainkraftwerke ........ Schuckert.......... . Siemens k HalSke ..... vdlerwerke Älener ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenfiaedt . ...... Megutn..... . ..... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell>chast Frankfurt. Pet Union Ä.-G Schuh'abrtk Her; . . .... Sichel ......... Zkllstchs Waldhof ...... Zuctenabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . •j Dom *v-_6vV.Vut.' . Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 23. Juli. (Drahtbericht des „®ie6. Anz.".) Tendenz. Fest. — Die gestern tm Verlauf der Börse durch Realisierungen ein- fletretenen Abschwächungen dürsten bereits als wieder überwunden gelten. Der Marit eröffnete auf nahezu allen @ebicten erneut in fester Haltung, da die Börse an der optimistischen Auffassung über die Aussichten der Londoner K)n- ferenz fest hält. Angelegt durch kiese Mot.ve konnte sich ein ziemlich lebhafter Kauf vor kehr entwickeln, wodurch neue Gewinne zu verzeich/ien waren. Das Geschäft spielte sich aber immer noch unter der berufsmäßigen Spekulation ab und bemerkenswerter Weise hielt sich das Publikum immer noch von der Börse fern, obwahl die zuversichtlichere Stimmung schon einige Tage das Börsengeschäft günstig beeinflußt. Infolg:dessen hielten sich auch die älmsätze weiter in engen Grenze i. Am Geldmarkt ist eine neue Entspannung eingetreten. Mv- natsgeld ist mit H/a Proz. angeboten, tägliches Geld wird aber etwas mehr gefragt. Bei dem seitherigen Sah mit 1/4 pro Mille kann der Bedarf voll befriedigt werden. Im Devisenverkehr sind alle europäischen Devisen gegenüber Neu- hork fest. Die Hausse des englischen Pfundes macht weitere große Fortschritte. Am heutigen Markt wurde das Pfund Sterling mit 4.3P/4 dis 4,42 Dollar genannt. Der französische Frank hielt sich ungefähr auf seinem Stande. Die Mark ist geringfügig abgeschwächt. Der Bankaktienmarkt zeigte nur geringe Veränderungen, do chneigt Sie Stimmung nach oben. Der Kassaindustriemarkt lag ziemlich ruhig. Ausländische Renten kaium verändert. Der heimische Rentenmartt verkehrt in ruhiger, aber behaupteter Hallang. Am Marckt der unnotierten Werte stellte sich heute etwas Nachfrage ein. Die Kurse zogen leicht an. Api 27s. Becker-Stahl 1,5, Becker-Kohle 3,75, Krü- gershall 2,25, Petroleum 11, Ufa 4,25, Benz 2,25. 2-. Juli ?3 Juli Repart. % 22.123 Amtliche Geld liotierung Brief Amtliche <8eld to tieruni Brief Amst-Roit. 160,45 161,25 160,45 160,25 voll doll Brss.-Antw 16,35 19,45 19,35 10,45 voll voll Christtanta. 56,06 56,34 56,06 56,34 vol' voll Kopenhagen 67,73 68,07 67,73 68,07 voll voll Stockholm . 111,57 112,13 111,57 112,13 voll HelstngforS. Italien. . . London. . . 10,495 18,125 10,555 18,225 10,495 18.125 10,555 18,225 Volk voll voll voll 18,425 18,516 18,428 18,515 voll voll Neuhork . . 4,11 4,21 4,19 4,21 voll voll Paris.... Schwetj . . 21,65 21,75 21,65 21,75 voll voll 77,26 77,64 77,26 77,64 voll voll Spanten . . Wien in D-- 65,46 55,74 65,45 58.74 voll voll Oest. abgest 5,0)5 5,93= 5,915 5,935 voll voll Prag . . . . Budapest. . Buen.-Aires Bulgarien 12,47 5,165 1,345 3,01 12,63 5,185 1,355 9,03 12,47 5,165 1,345 3,01 12.53 5.185 Ü 65 8,03 voll voll voll voll voll voll voll voll Japan .. . Wo de Nau Belgrad . . Liffabon . . 1,705 1,715 1,705 1,715 voll 0,885 4,96 11,27 0^95 4,98 11,93 0,386 4,96 11,27- 039« 4,95 -.1138 voll voll voll voll voll voll In Billionen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluß. Aura Schluß. Aura Schlich. Au r Schluß. Aur« Datum: | 1». 7. 23.7. 22. 7. 23. 7. Berlin, 23. Juli <8elb I Briet » a 5 Amerikanische Note» ..... Belgische Noten........ Dänische Noten...... 4,19 19,25 67 63 4,21 19,35 voll voll voll voll Englische Noten ...... Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... 18*41 21,65 160,10 18,'5 55,96 6,96 1,80 111,22 77,11 66,76 12,42 4,97 18.61 21.76 160,90 18,25 56,24 5,08 1,82 111,78 77,49 56,04 1A voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll ®eutftf.©eften:., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . . .. ' 0,276 0,2775 0,27g C.2725 0,575 0,. 0,530 0,690 0,440 0,445 0,448 0,975 0,960 0,951 0,950 0,131 — 0,-00 0,188 0,450 0,460 8,460 O>55 0,660 0,8 0 0,700 0,620 -* 0,430 0,530 — 0,455 0.470 0,490 0,470 4,2 4,2 4,2 4,2 81 80,6 81 89,6 6,78 I 6,87 1 6,65 6,75 — I | 89,25 36,25 23,95 3,87 24,25 23,50 24,50 4,40 4 4,13. 6,60 6,75 0,75 7 7,50 8 6,40 8 0,3 0,3 — 8,12 8,75 8,4 8,90 11 12,5 — _ 1,80 1,85 1,90 1,10 0,305 0,310 0,3 0,325 0,2 0,220 0,35 0,3 • 44,25 7,4 45,75 7,25 7,62 7,8 9 9,75 8,65 9,90 45,25 46,50 45.6 47 46,75 47,90 46 47,75 51,5 6,70 64,5 50,75 53,75 7,25 6,65 7,75 10,25 10,62 10,4 10,75 4 4.72 4,3 4.75 9 7,60 7,50 8 24,50 24,76 24,13 23,25 20,50 20,12 21,25 21 32 33 82 32,75 1,75 1,80 — 19,90 20,40 19,13 20,40 4,12 4,40 4,20 4,4 8Ä 1,50 8,372 — 2,55 2,60 2,75 2,80 — 7,25 7,13 8,1 12,50 12,75 12,65 13 1 1,1 — — 9 9,60 8,1 9 11,25 12 11,13 12 9,60 9,9 12,4 1C 5,10 5,95 — 10,2 10,50 9 10,50 12,6 12,9 — — W 7,95 7,20 8 11 10,65 10,7 7 7 — —- 28,6 30 29 80 40 40 39.76 40,5 1,15 1,20 1,18 1,2 1,90 2,05 2 2,1 1,90 1,96 — * 7,9 8,25 7,8 8 0,46 0,43 — — 0,62 0,7 0,85 0,65 10,80 12,5 — 1,01 10 1,2 1,1 2,3 2,25 2 2,4 3,15 4 3,18 8,75 7,75 7,75 7,6 7,80 2,75 2,7 —» 2,37 k 237I 2,4 2,5 1