m. \22 Erscheint täglich, außer Soun- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblötter Monats'vezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch°Anschlüsse: für die Schriftleiturrg 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten. AnzeigerSießen. Postscheckkonto: Sraitffurt a. M. 11686. Erstes Blatt IH. Jahrgang Samstag, 24". Dlat 1924 SietzenerAn;eiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvü rmd Verlag: vrühNsche UniverMtr-Brrch- und Stdnbnitferd R. Lange in Metzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindüchkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mn? Breite crtttch8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Auf. schlag. - Verantwortlich gr Polittk u. Feuilleton: r. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Aus Hessen. Verbot der nationalen Jugend- feier in Laubach? Laubach, 24. Mai. (Priv.-Tel.) Die von dem hessischen Verband für (Zugendwohlfahrt vorgesehene große nationale Feier, zu veru. «.die frühergroßherzogliche Familie, die Generäle Ludendorff und Hindenburg und eine Anzahl Etandes- herren ihr Erscheinen zugesagt hatten, sott von der hessischen Regierung auf Grund des Einspruchs republikanischer Instanzen und Organisationen verboten worden sein. Stellenbesetzung und Parteipolitik. Darmstadt, 24. Mai. (Eig. Bericht.) Die 2lbag Dr Osann, DingeldeY und Genossen haben zur Stellenbesetzung mit Rücksicht auf die Parteipolitik folgende Anfrage beim Landtag ctngebracht: Im Bereich des Ministeriums des Innern, einschließlich der Schutzpolizei, sind eine Reihe von Stellenbesehungen erfolgt, die in dieser Form keineswegs ausschließlich oder überwiegend sachlichen Erwägungen, sondern einem ausgesprochenen Drucke der sozialdemokratischen Partei und sozialdemokratischen Organisationen entspringen. 1 Im Bereich der Schutzpolizei wurde unmittelbar nach dem Kapp-Putsch auf das Verlangen der soz. Partei und der soz. Gewerkschaften 2 Vertrauensleute der Sozial- demokratie als Polizeioffiziere eingestellt, keineswegs etnxi aus rein beruflichen oder sachlichen Rücksichten, sondern um auf diesem Wege eine politische Kontrolle der Schutzpolizei ausüben zu Binnen. Die beiden Persönlichkeiten sind nochheute im Dienst, obwohl gegen beide in ihrer Dienstführung sehr erhebliche Anstande geltend gemacht werden müssen. 2 Die sozialdem. Fraktion hat zur Kontrolle der Polizei einen b e s o n d e r e n R e f e r e n t e n im Ministerium des Innern für sich gefordert. Mit dieser Forderung ist sie an dem Widerspruch des Ministers des Innern gescheitert. Es wurde ihr dann aber die parteipolitisch, sachlichen Erwägungen nicht entsprechende Konzession gemacht. daß an die Stelle des Ministerialrats Dr. Wehner Oberregierungsrat Dr. Siegert berufen werden sollte. Im gleichen Zusammenhang wurden die Geschäfte eines Hilfsreferenten für das Polizeiwesen dem damaligen Ministerialrevisor, jetzigen Polizeirat Fuchs, der eingeschriebenes Mitglied der Soz. Partei ist. übertragen. Der Pvlizeirat Fuchs hat diese Stelle als Vertrauensmann der soz. Fraktion und des unter soz. Führung stehenden Polizei'eam'en- verbandes erhalten. Auch in diesem Fall ist d.e Beförderung nicht, wie es in einer Reg erring s- antwort heißt, trotz, sondern im weentlichen wegen der parteipolitischen Zugehörigkeit des Polizcivats Fuchs erfolgt. .. Wir fragen an: a) Sind diese Vorgänge der Regierung bekannt? b) Billigt die Regierung die Gründe der vorgenvmmenrn Stellende, e ung ? c) Was will die Regierung tun, um das Be- russbeamtentum künftighin vor dem Eindringen -unsachlichrr. parteipolitischer Forderungen zu bewahren? Zweierlei Mast. Darmstadt, 24. Mai. (Eig. Bericht.) Die Abgeordneten Dr. Osann, DingeldeY und Genossen haben folgende Anfrage an die Regierung gerichtet: Wie durch die Presse bekannt wird, hat die Regierung im ganzen Gebiete des hessischen Staates die aus Anlaß der Wiederkehr desTvdestagesSchla- geters geplanten öffentlichen Feiern unter freiem Himmel untersagt. Die Regierung beruft sich dabei auf die noch gellenden Bestimmungen des zivilen Ausnahme- z u st a n d e s. Im Widerspruch zu diesem Verbote steht aber die Tatsache, daß dieselbe Regierung unter der Herrschaft der gleichen Ausnahmebestimmungen die von der Sozial- demokratischenPartei und den sozialdemokratischen Organisationen am 1. Mai durchgeführten Maifeiern mit Amzügen unter freiem Himmel ausnahmslos ge- st a t t e t hat. Wir fragen an: 1. Wie rechtfertigt die Regierung diese unterschiedliche Behandlung? 2. Ist sie bereit, für die Zukunft entweder die gellenden Ausnahmebestimmungen gleichmäßig gegenüber allenVer- anstaltungen unter freiem Himmel anzuwenden, oder aber für alle solche Veranstaltungen Erlaubnis zu erteilen und den nö- tigen polizeilichen Schutz zuzusichern. Aus dem Finanzausschuß. Darmstadt, 23. Mai. (Eig. Bericht.) Der Finanzausschuß beriet heute zusammen mit Vertretern der Regierung über verschiedene Kapitel Mitteln zu bekämpfen. Ich habe verschiedene von der Welfenparlei m Hannover ausgehende Schriftstücke aus dem März, dem August und dem Rovernber 1921 vor mir. Das Bemerkenswerte daran ist. daß in allen diesen Schriftstücken. die sämtlich dem Quai d'Orsay übermittelt worden sind, und über die außerdem umständlich Bericht erstattet worden ist. die Hannoveraner in der formellsten Weise unterstreichen, daß die Berliner Regierung nach wie vor entschlossen sei, der Entente feine tRe» Paration zu zahlen und sich den etwaigen Sanktionen durch den passiven Widerstand zu entziehen. » -- des Hauptvoranschlags, die dann angenommen wurden, nachdem einzelne Anstände erlebet und Auskunft erteilt worden ist. Auch ist über den Verkauf der Marienhöhe bei Darmstadt und den Alten-Pala is-Gartea in Darmstadt, der bebaut werden soll, gesprochen worden. Der Finanzminrsler gab ein Expose über die Lage, konnte ober keine bestimmte Erklärung darüber abgeben, ob die Steuern ermäßigt oder erhöht werden. Sobald dies feststeht, wird dann das Finanzgesetz beraten. Frankreich und die Weisen. Paris, 23. Mai. (WTB.) Michel Kl ecke r de Balazuk, Mitglied des Comitö de la nve gauche, von dem wiederholt bei der rheinischen Separatist enbewegung die Rede war. veröffentlicht heute einen Artikel im ..Eclair", zu dem die in Frage kommenden politischen deutschen Kreise alle Veranlassung haben, raschestens Stellung zu nehmen. Er schreibt: Es wird keinen von seinen politischen Freunden wundem, wenn ich erkläre, daß ich seit langen Monaten mit den antonomistischen Führern der Welfenparlei in Hannover in Verbindung gestanden habe. ES ist eine Pflicht, Preußen mit allen Die neue Konferenz der Parteiführer. Verhandlungen über das Regierungsprogramm der Deutschen Volkspartei vor einem günstigen Abschluß. Für den Frieder Ouropns ei es ixm Dichtigkeit, daß währ nd dieser 3eil der Sondie u igs- verlud^ die T'.iri er ioi po.iti ch m 'Sinf.üj ti Pu is i! nd Lv 'don einenankla e <5 p r a d> e fuf) ten. ue fei en Zw i el lasse, baij s.e nicht geprellt zu werden wünschten. Die Oraanifations-Komitces. Paris, 23. Mai. (Priv.-Tel.) Das 0r- ganisationskvmitee für die deutschen Eisenbahnen hat heute die Beratungen auf Grundlage des von der Reichsregierunz aus gearbeiteten Gesetzentwurfes über die UmtoanMung der Reichsbahnen in eine Privatgesellschaft fortgesetzt. Die zur Hälfte von der deutschen Regierung, zur anderen Hälfte von der Reparations'ommifsion ernannten Delegierten sind dahin überüngekornmen, auf die im Gutachten der Sachverständigen vorg sehene Zuwahl eines fünften Mitgliedes einstweilen zu verzichten, solange die vorhandene ülebereinstimmung der Aus- faHungen der schiedsrichterlichen Tätigkeit eines neutralen Delegierten entraten läßt. Das Komitee, das sehr schnell zum Ziele zu gelangen hofft, wird den Sih der Beratungen in der nächsten Woche von Paris nach Berlin verlegen. Das Organisativnskomitee für die hypothekarische Belastung der deutschen Industrie, in dem Deutschland durch den Staatssekretär Trendelenburg und Geheimrat Bücher vom Reichsverband der deutschen Industrie, die Reparationskommission durch den französischen Finanzmann Descamps und den italienischen Industriellen Bianchmi vertreten ist, wird, wie bereits angekündigt, am 2. Ium zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. Hier wird sich aller Voraussicht nach die Ernennung eines fünften Mitgliedes nicht vermeiden lassen. tunge i zu en z eh: toer.en sie in 'jxi "U da- Kabi e ^Handlungen werden Samstag vormittag 10 Uhr im gleichen Kreise fortgesetzt. Die Pariser Presse zur deutschen Kabinettsbildung. Paris, 23. Mai. (WB.) Das „Journal des Debüts" veröffentlicht folgende bemerkenswerten Aussüh'.'ungen zu den Berliner Parteiverhandlungen über die Bildung des Kabinetts: Die deutschen Rationalisten bildeten sich ein, daß die Niederlage Poincares ihren Sieg bedeute. Sie täuschten sich. Die Tätigkeit Poin- cares habe ihnen einen Vorwand geliefert, die berechtigten Forderungen Frank eichs zu bekämpfen. Dieser Vorwand werde ihnen jetzt fehlen. Sie könnten nicht behaupten, daß die Führer der französischen Radikallvz alilten Deutsch and aus- rotten, zerstückeln oder ruinieren wollten; anderenfalls würden sie nur die Leute zum Lachen bringen. Herriot weife Deutschland darauf hin, daß er derjenige französische Staatsmann sei, mit dem die Auseinandersetzung üb?r die Reparationen sich am l ichtesten abwickeln werde utzd daß Deutschland, wenn es ihm nicht gelinge, sich mit ihm zu verständigen, sich mit keinem anderen französischen Ministerium je verständigen tocrite. Alles in alt'm nx'r'e die. bona fides der Deutschen ösfentlih u >ie Pro" cnstellt werten. Bis jetzt hi te i alle chr- Mi i te si h aus die feindselige r b i /. n s ar > .r 5.ab e t berufen, um i > br r i ite.n io ..al : r D rpf. ch ß.w 1 ' g? ergc.e , l> bc.i, das sie nah hr?n ei jenen Eickl iru i ;en e ornscht bitten Sie toür xji sich aich me v: ihrer Ver- X- [lieb U ’.ge i entzh < k am n 1 a e d) bn i aud) |d;o.i eine stärkere Orieiti• u ,g in S nne ber gemäßigten Gruppe in D.u s^-lnud erlernen 015er diese Strömu ig s?i oh nichl sehr \teits angelündigten Te Handlungen nahmen am F ei- tag unter der Leitung des Fraktionsvorsihenden der Deutschen Vollspartei Dr. Scholz ihren Ansang. Es fand 1 eine eingehende Besprechung über die sachlichen Grundlagen einer gemeinsamen Regierungsbildung statt. Die Personenfrage wurde ofsen- gelassen. Den Besprechungen lag eine von der Deutschen Dolkspartei herrührende, mit anderen Parteien besprochene Ausarbeitung zugrunde. Die Deihandlungen wurden allgemein als vertraulich bezeichnet. Insbesondere verpflichteten sich die Teilnehmer, die erwähnte Ausarbeitung einstweilen n i ch t z u v e r ö f f e n t l i ch, e n. Die Der- Die Jubalandsrnge. London 23. Mai. (WTD.) Das Foreign Office gibt bekannt: Als Ergebnis der direkten Verhandlungen zwischen Macdonald und Mussolini wurde beschlossen, auf Grund der von Lord M i l n e r und dem Senator ©cialoja aufge- fteilten Richtlinien ein Abkommen in der Iuba- landfrage abzuschließen. Es sollen sofort italienische Sachverständige nach London gesandt werden, um mit den britischen Sachverständigen die Bedingungen festzusetzen. Verhandlungen. Am Dienstag der kommenden Woche tritt der neugewählte Deutsche Reichstag zusammen. Das Kabinett Marx-Stresemann will augenscheinlich trotz der Sirenenklänge demokratischer Blätter kurz vorher dem Reict^piäsidenten seine Demission anbieten. Wird bis dahin die Lage soweit geklärt sein, daß eine neue Regierung sogleich bereit ist, das Ruder des Staatsschisfes zu ergreifen oder soll dem deutschen Volk in diesen Wochen schwersten wirtschaftlichen Ringens eine Regierungskrise nicht erspart bleiben? Das ist die bange Frage, die man vor Augen haben muh, wenn man die augenblicklichen Verhand- lungen der Parteien über eine genügend breite Plattform für ein aktivnsfähiges Reichskabinett betrachtet. Man wird dabei — um dies vorwegzunehmen — grundsätzlich nicht recht einsehen, warum diese Verhandlungen nicht vom Reichspräsidenten geführt werden, ist doch die Berufung des Reichskanzlers die wichtigste Funt- tion, die die Weimarer Verfassung dem Reichspräsidenten zuweist. Die Tatsach:, daß das Kabinett Marr noch nicht demissioniert hat, der Rüchspräs deut also noch keine Veranlassung hätte, sich nach einem Ersatz umzusehen, ist hoch nur formal richtig. Ein Mick nach Paris ze gt, daß dort die Führer der siegreichen Linken Herriot und Painlevs beim Präsidenten der Republik aus- und cingchm, daß das Elysäe der Orc der Verhandlungen über die künftige franzöffiche Regierung ist, trotzdem auch Poiucarö seine Demission erst für den Zusamm.mtritt der neuen De- putisrtenkammer in Aussicht gest llt hat. W t glauben, daß man aus dem Wege über den Re'chs^ p äsidenten ch:r zum Ziel gel.i gt wäre, als durch die nun endlich in Fluß gekommenen Verhandlungen der Partrien unterernander. Die Initiative herbei ging von der. Deutsch nationalen aus Zu Beginn der Woche er, Igte- g -n rückten die Personenfrage in den Vordergrund und glaubten von ih er Vövu iq eh r eine Desei tgung der vvrhan^ren Schwierigkeiten erwarten zu dürfen, als von der Besprechung eines detaillienen Regierungsprogramms. Sie p äsentierte , für den Ka rzlere osten den si h i! rrr Partei zuz b.nden Großadmiral von Tirpitz und hofften mit einer gewissen Berechtigung, daß ein? Kandidatur Tirpitz den Mittelparteien eine Koalition mit den Deutschnationalen wesentlich erleichtern würde. Die Mittelpnrteien haben die en Derbendlungsmodus abg l hni und die Deutschnativnale.n darauf „ihre cn.tiatioe in dieser Richtung zunächst eingestellt“. Die Gründe für die Weijerung. mit der Personenfrage die Reglernngsoildun j zu be innen, sind offenbar für die drei Mittelparteien durchaus verschiedene. Die Demokrnten, deren Pie.se ohnehin mit allen Mitteln einer skrupellosen Demagogie das Zustarrbekommen eines Bür- gerblocks zu verhindern tvach'et, hielten die Person des Großadmirals als Führer des künftigen Reichskabinetts für völlig undis.utabel. Sie dachten im Ernst überhaupt nicht daran, sich mit den Deutschnationalen auf die Regierungsbank za sehen, sondern haben sich nach der „Franks. Ztg." nur an der Unterhaltung beteiligt, um etwas über die außenpolitischen Absichten der Deut ch- nationalen zu hören. „Irgendeine Teilnahme der Demokratischen Fraktion an einer irgendwie deutschnativnal eingestellten Regierung", sagt die „F. Ztg.", „wird von der ganz großen Mehrheit der demokratischen Parteianhängerschaft als krasseste Derleugnung der furrdamentalsten Par- teigrundsähe und als einfach unmöglich angesehen werden." Immerhin scheint das Blatt nicht ganz sicher $u sein, daß die Fraktionsführer nicht doch der Versuchung erliegen könnten und über Grundsätze und Gelöbnisse hinwegschreiten, „um Schlimmeres zu verhüten". Das Vlatt warnt vor jenem „Schlangenargumeni" und preist demgegenüber die „großen geradezu historischen Aufgaben einer verantwortungsbewußten und charaktervollen Opposition". Die Demokraten sähen am liebsten das Bleiben des Kabinetts Marx, also die verschleierte Große Koalition, denn ohne älnterstützung der Sozialdemokraten wäre einer derartigen Minderheitsregierung schwerlich ein langes Leben beschieden. Darum läßt ihre Presse auch alle Minen springen, um eine Verbindung der Mittelparteien mit den Deutschnativnalen und gar eine Kanzlerschaft des Herrn von Tirpitz außenpolitisch für unmöglich erscheinen zu lassen und innerpolitisch mit dem .Untergang der Republik gleichzesehen. Richt viel anders läßt sich der linke Flügel des Zentrums in der „Germania“ in lauten Kassandrarufen hören. Die Tatsache jedoch, daß die Zentrumsfraktion durchweg Leute ihr^es rech- i ten Flügels, wie Spahn, Brauns, Giesberts, i Stegerwald und Becker mit den Verhandlungen ' betraute, läßt doch wohl den Schluß zu, daß es ' dem Zentrum an einer Einigung mit den Deutsch- ' nationalen gelegen ist. Die Deutsche Volkspartei schließlich ' hat in vollem Bewußtsein ihrer ausschlaggebenden ' Bedeutung bei diesen Verhandlungen mit demRach- barn zur Rechten alles darangesetzt, um die Aus- I sichten der beiden Kontrahenten auf eine gemeinsame Basis zu bringen. Sie hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß von ihrer Seite gegen die Person des Großadmirals von Tirpitz nichts einzuwenden ist. Die offizöse Parieikorrespondenz schreibt dazu: „Trotz seines hohen Alters zweifellos ein Mann von geschichtlichem Format, ein Staatsmann, der mit dem Auge des Sehers des Ausgang des Krieges schon 1914 vorausgeahnt hat. Ein Mann auch>, der im parlamentarischen Betriebe erfahren und als geschickter Unterhändler zwischen den Fraktionen hundertfach bewährt ist. .... Wenn der deutschnationale Reichs tagsabgeordnete von Tirpitz jetzt auch gerade keine überparteiliche Persönlichkeit mehr ist. so doch cm Mann von vielen Graden, gegen den von unserer Seite als Person nichts einzuwenden ist." Aber die Voranstellung der Personenfrage vor dieD:- hairdlung des sachlichen Programms konnte auch sie nicht gutheihen. Ihr sehr vernünftiger Korn- promihvorschlag, Herr von Tirpitz möge die Verhandlungen persönlich leiten und bei dieser Gelegenheit seine politischen Ansichten entwickeln, wurde von der deutschnationalen Fraktion abgelehnt, die Verhandlungen wurden abgebrochen und die Initiative ging von den Deutschnationalen auf dieDeutscheDolkspartei über. Die Deutsche Dolkspcrrtei hat nunmehr das von ihr im Einvernehmen mit dem Außenminister Dr. Stresemann und mit Unterstützung der Sachverständigen der zuständigen Reichsämter bis in alle Einzelheiten ausgearbeitete und begründete Programm für die Behandlung der Sachverständigengutachten zum Gegenstand der am Freitag morgen begonnenen Besprechungen gemacht, über deren Verlauf bis zur Stunde authentische Rachrichten noch nicht vorliegen. Die Hauptschwierigkeit bei all diesen Verhandlungen schemt Larin zu liegen, daß innerhalb de rdeutsch- nationalen Fraktion über die Stellung zu den Sachverständigengutachten noch keine Einigkeit erzielt werden konnte. Deshalb auch das Dorschieben der Personenfrage und die Weigerung der Fraktion, als man Tirpitz selber über sein politisches Pvogranun hören wollte. Die verschiedenen Anschauungen innerhalb der Partei stellen sich einem ehemaligen Angehörigen der Deutsch- nationalen, dem Abg. Wulle im wesentlichen verkörpert dar, einmal in dem völkischen Flügel um Schlange-Schöningen, dann in dem konservativen Flügel um den Grafen Westarp und schließlich in dem linken Flügel mit Hergt, Tirprh und Hoetzsch. Durch einen Mann wie Tirpitz hoffte offenbar die Parteileitung diese verschiedenen Richtungen innerhalb der eigenen Reihen zusammenzubringen und nach außen hin den Eindruck der Geschlossenheit dadurch zu erwecken, daß sie auf eine Besprechung eines sachlichen Programms im Augenblick nicht einging, sondern die Feststellung eines Regierungsprogramms einem späteren Stadium vorbehielt, nachdem ihr Kanzlerkandidat von den Mittelparteien akzeptiert war. Nachdem nun die Deutsche Dolkspartei ihr Programm zur Grundlage der weiteren Erörterungen gemacht hat, wird alles darauf ankommen, wieweit die Klärung innerhalb der deutschnationalen Fraktion vorgeschritten ist, wie weit die Parteileitung ihre Leute für ein eigenes Programm hinter sich f>at. Die dem Großadmiral von Tirpitz nahestehenden „Münchener Reuesten Rachrichten" wol^n wissen, daß dessen Standpunkt zum Sachverständigengutachten sich von dem der Regierung nicht wesentlich unterscheide, so daß auf der Basis, der volksparteilichen Ausarbeitungen wohl eine Plattform für ein Kabinett der nationalen Mitte denkbar wäre. --------- ------- 4 Der Kamps im Ruhrrevier. Essen, 24. Mai. (WTB) Auf Grund der Schlichtungsverordnung, nach der vor der Entscheidung des Schlichters über die Derbindlich- keitserklärung des Schiedsspruchs die Parteien zu hören sind, wurde in Essen vor dem Schlichter für den Bezirk Westfalen über die Derbindlich- kertserktärung des von der vereinbarten Schlich- iungsstelle am 16. Mai in Berlin für den Ruhr- bergbau gefällten Schiedsspruchs verhandelt. Der Versuch des Schlichters, eine Einigung herbeizu- sühren. ist nicht gelungen. Er hat sich ferne wettere Stellungnahme Vorbehalten. Wie das „B. ES.“ von unterrichteter Seite erfährt, ist wegen des Kampfes im Ruhrbergbau für die deutsche Wirtschaft vorerst i 7 ein Kohlenmangel nicht zu befurchten. Tie Einführung englischer bzw. tschechoslowakischer Kohle komme nicht in Frage. Auch die G a s - an st alten seien vorläufig mit Brennstoffen gut versehen. Die Stillegung gewisser Wette un Ruhrgebiet infolge Kohlenmangels habe seine Ursache in der Auswirkung der M i c u m v e r - 1 r ä g c. Sollte sich bei längerem Andauern des Kampfes Kohlenmangel bemerkbar machen, so könnte sofort auf die deutschen Händlern im Ausland, namentlich in Holland, gehörenden Kohlenlager zurückgegriffen werden. Ter „Vorwärts" meldet, daß das Exekutivkomitee der Dergarbeiterinternatio- n a l e m einer Entschließung den kämpfenden deutschen Bergarbeitern weitgehendste sinterst ü h u n g zusichert. Die Landesorganisationen 'haben sofort zu beraten und dem internationalen Generalsekretariat bis spätestens Juni zu berichten, welche Schritte zu unternahmen sind, um die deutschen Bergarbeiter wirksam zu unterstützen. — Der Vorstand des De,u tschen Eisenbahnerve ibandes fordert seine Mitgli^er auf, den Kamps der Bergarbeiter finanziell zu unterstützen. Er beschloß, den Bergarbeitern sofort 10 000 Mark aus der Haupttasse des Verbandes zu überweisen. Stillegungen bei Krupp. Essen, 23. Mai. (WTB.) Don der Kruppschen Gußstahlfabrik wird mitgeteilt, daß infolge Kohlenmangels ein Teil der Feuerbetriebe morgen früh, der andere Teil am Sonntag früh stillgelegt werden muß. Wieweit die mechanischen Betriebe weiterarbeiten können, die aus Kohle erzeugten elektrischen Strom, Dampf usw. verbrauchen, wird im Laufe des morgigen Tages fest- gestellt werden. Der an sich noch mögliche Ausweg, daß nämlich die Belegschaft der mitten im Werk gelegenen Kruppschen Zeche „Saelzer-Reuack" unbeschadet der endgültigen Regelung im Bergbau die für den eingeschränkten Betrieb der Gußstahlfabrik erforderliche Kohle gefördert hätte, ist dem Vernehmen nach daran gescheitert, daß die Belegschaft dieser Zeche mit Rücksicht auf die Frage der A r b e i t S z e i t der Uebertagearbeiter und im Hinblick auf die Solidarität mit den anderen Bergaroenern sicy yterzu nicht bereitgefunden hat, obwohl sich auf diese Weise die Möglichkeit geboten hätte, 30 000 Arbeiter der Gußftahlfabrik noch in Arbeit zuerhalten. Ein kommunistischer Anschlag. Essen, 23. Mai. (WB.) 3n der vergangenen Rächt würben in der Wache des 18. Polizeireviers in Stoppenberg von mehreren Tälern zwei Revolverschüsse abgefeuert und darauf zwei Handgranaten geworfen. Die erste Handgranate durchschlug ein Fenster und fiel in die Mitte des Zimmers, ohne zu explodieren. Die zweite prallte vom Fenster- Pfosten ab und explodierte auf dem Bürgersteig. Personen wurden nicht verletzt. Sämtliche Fenstettcheiben des Hauses wurden z e r t r ü m - m e r t. Der Ueberfall auf die Polizeiwache sollte jedenfalls dazu dienen, die Aufmerksamkeit der Polizei von dem katholischen Krankenhause in Stvppenberg abzulenken, aus dem zur Zeit der Explosion der Bergmann Kleiber entwichen ist, der sich vor vier Wochen beim Ausprobieren selbstgefertigter Handgranaten verletzte. Der Bayerische Landtag. München, 23. Mai. (WTB) Der Landtag ist zum 3. Juni nachmittags einberufen worden. — Sie Landtagsfrattion der Bayeris chen Volkspartei wählte in ihrer konstituierenden Fraktionssihung Geheimrat Held wieder zum 1. Fraktionsvorsitzenden. — 3n der konstituierenden Sitzung der kommuni st is chen Landtagsfraktion wurde der Schlosser Schlaffer- München zum 1. Vorsitzenden, Frau Aschenbrenner zum 2. Vorsitzenden und Studienprofefsor a. D. Mager zum Schriftführer gewählt. Die Wahl bedeutet einen Sieg der radikalen Gruppe innerhalb der Partei. Die preußischen Gemeindewahlen. Berlin, 23. Mai. (WB.) Der Gemeindeausschuß des Preußischen Larchtoges hat seine grundsätzliche Zustimmung dazu erteilt, daß eine Reu Wahl des Gemeindev.orstandes überall da stattzufinden habe, wo bei der letzten Wahl die alten Schöffen und die Vorsteher mitgestimmt haben. Dieser Grundsatz soll auch auf die Fälle ausgedehnt werden, in denen Magistratsmitglieder mit der Stadtverordnetenversammlung gemeinsam gewählt haben. Außerdem fand die Anregung Annahme, daß auch dort eine Reuwahl des Gemeinüevvrstandes stattzufinden hat, wo keine Gemeindevertreter zu wählen haben, sondern die Gemeindeversammlung als solche zu wählen hat. Das deutsche Eigentum in Südafrika. P retvia, 23. Mai. (WB.) Der Verwalter des Eigentums ehemals feindlicher Staatsangehörigen teilt mit, daß ein neues Gesetz veröffentlicht wurde, um eine endgültige Regelung in der Verfügung über das ehemals feindliche Eigentum herbeizuführen. Alle Ausnahmemah- regeln aus der Kriegszeit werden aufgehoben und die Beschränkungen, die den südafrikanischen Inhabern von Sicherheiten aufettegt waren, wer- den beseitigt, so daß über die Sick^rheiten jetzt frei verfügt werden bann. Endlich wird der 31. Dezember 1924 als Schlußtermin festgesetzt, bis zu dem die Ansprüche von Südafrikanern und von Angehörigen der ehemals feindlichen Staaten angemeldet werden können. Der Kamps um Millerand. Paris, 24. Mai. Des „Oeuvre" wirft in einem heuttgen Leitartikel wieder die Frage „Millerand" auf. Rachdem das Blatt festgestellt hat, daß nicht vor dem 3. Juni mit der Bildung des neuen Kabinetts begonnen werden könne, chreibt es: Wenn hie Kundgebungen der Linbs- pcrrteien sich so erfüllen, wie zu erwarten sei. und wenn die Wahl der Vorsitzenden der Kammer diejenige gewesen sei, die man erhofft habe, so würde die Unterredung, die am 3. Juni Mille r a n d mit dem V orsihenden von Senat und Kammer haben werde, entscheidend ein. Dann würde es nicht begreifen, nachdem die republikanische Mehrheit dem Präsidenten der Republik, zu verstehen gegeben hätte, krß sie nicht mit ihm Zusammenarbeiten wolle, daß sich nur ein einziger Politiker fände, der gegen dieses Stichwort verstoße. Die Linksparteien, die in der heuttgen schweren Zeit die Regierung übernehmen werden, übernehmen dann icher eine furchtbare Verantwortung. Denn von ihrem Erfolg oder Mißerfolg hänge das Geschick nicht nur der republikanischen Partei, sondern des ganzen Landes ab. Ihnen stehe es allein vollkommen zu, in solchen Fällen alle Vorsichtsmaßregeln zu treffen und zu mindestens zu verlangen, daß das Staatsoberhaupt sie nicht verrate. Vielleicht habe man auch nicht vergessen, wie Millerand die Verhandlungen in Cannes zum Scheitern gebracht habe. Vielleicht erinnere man sich auch an die Intri- guen, die das Eltzse selb st gegen Poin - core gesponnen habe. Da würde man es chlecht begreifen, wenn ein Ministerpräsident, der im übrigen eine Politik betreibe, die derjenigen Millerands noch viel stärker entgegengesetzt sei, sich bereit befinde, unter einer derartigen ständigen Bedrohung zu regieren. Es lie^e nur an Millerand selbst diese Krise abzukürzen, denn, wenn auf der einen Seite cm einzelner Mann, auf der anderen Seite die Mehrheit des Landes stehe, da gebe es chließlich keine Möglichkeit, daß sich die Mehrheit des Landes beuge unter dem Vorwand daß man es eilig habe und daß der einzelne Mann nicht hören wolle. Serriots Verhandlungen. P ris, 24. Mai. (WD.) Der Abgeordnete Herriot h.ttte gestern nachmittag eine zwei- tündige Unterredung mit dem Präsidenten des Senats Doumergue gehabt. Rach der längeren Unterredung, die Herriot am Vormittag mit Poincare hatte, unterhandelte er auch mit dem sozialistischen Abgeordneten Moutet, der mit ihm auf einer Liste gewählt worden ist. Rach dem „Mattn" hat Poincars dem künftigen Ministerpräsidenten über die mit den Alliierten eingeleiteten Verhandlung:n, namentlich über d^s Sachve rstä ndjge n proaramm unteirich t e t. Mit dem Senatspräsidenten soll Herriot die Finanzlage studiert haben. Roch einmal habe man sich dahin rerftändigt, daß die zukünftige Regierung unter a^en Umständen den Ausgleich des Duvgets erzielen müsse ohne die erforderlichen Mittel durch Anleihen zu suchen. Der Senatspräsident habe besonders auf diesen Punkt hingewiesen, da die erste Kammer diesem ein ganz besonderes Gewicht beilege. Herriot und Doumergue hätten auch die Frage besprochen, welche Mitglieder des Senats in die neu zu bildende Regierung eintreten werden. Poincar6s zukünftige Rolle. London, 23. Mai. (WD.) Die „Evening Rews" veröffentlicht einen eingehenden Artikel Huddlestons aus Paris über die Absichten Poincares, der nach Ansicht Huddlestons das politische Leben noch Jahre lang beherrschen werde. Huddle- ston, der in den letzten Tagen eine lange Unterredung mit Poincare hatte, schreibt, Poincars fei keineswegs niedergeschlagen. Er wisse, daß seine Politik von seinem Nachfolger ohne große Veränderung fortgesetzt würde. Wenn Deutschland den Bericht der Sachverständigen nicht vorbehaltlos und aufrichtig annehme, werde die französische Politik in den Augen der Welt gerechtfertigt dastehen. In dem Artikel heißt es dann weiter, Poincare werde auch nötigen- falls eingreifen, umRevanchevorberei- tungen Deutschlands zu verhindern. Alle offiziellen und inoffiziellen Meldungen besagten, daß die Gefahr niemals größer gewesen sei. Deutschland werde nicht so naiv sein, Frankreich direkt anzugreifen. Es werde vielmehr Mißgriffe des Friedensvertrags wie den polnisch enKor- ridor oder die Danziger Frage dazu benutzen. Wenn der Kampf einmal begonnen habe, könne er nicht mehr lokalisiert werden, sondern werde allgemein werden. Kleine politische Nachrichten. Die geplante Denkmalsweihe des ehemaligen 4. Garderegiments zu Fuß am Schloß Bellevue in Berlin ist verboten worden. $ Am 25. Mai sind von der Interalliierten^ Rheinlandkommission im besetzten Gebiet folgende Zeitungen verboten worden: auf 1 Monat die „Weltrundschau", auf 3 Monate „ Fiidericus", „Freiheitssonne" und „Berliner Lokalanzeiger". * Präsident Coo lidge leidet an einer Erkältung. Sein -3uftand hat sich heute verschlimmert, obwohl durchs die Spezialbehandlung (Einatmung eines Gasgemisches auf der Grundlage von Chlor) eine vorübergehende Erleichterung herbeigeführt werden konnte. Der Präsident hat die meisten von seinen Verpflichtungen absagen müssen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Mai 1924. Die Reichs-Teuerungsziffcr. Die Reichsindexziffer für Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den 21. Mai auf das l.lbbillionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche (1,16 Billionen) ist demnach eine Abnahme um 0,9 Proz. zu verzeichnen. Gießener Wochenmarktpreise am 24. Mai. (Händlerpreise.) Es kosteten: das Pfd. Butter 210, Matte 35. Käse 65 bis 70, Weißkraut 45, gelbe Rüben 60, Spinat 35 bis 50, Spargel 40 6is 80, Tomaten 250, Zwiebeln 20 bis 25, Rhabarber 25, Aepfel 50, Kirschen 80, Kartoffeln, neue 30 bis 35, atte der Zentner 500 bis 700; das Stück: Eier 11 bis 12 Blumenkohl 150, Lauch 10 bis 20, Rettich 40 bis 50, Sellerie 15 bis 25; das Bund Radieschen 15 bis 25 Pf. $ Vornotizen. — Lageskalender für Samstag: Gesangverein Concordia: 60. Stiftungsfest und Bundesfest des Oberh. Sängerverbands: 8 Uhr Festtommers. — V. f. D.: 81/2 Uhr im Schipkapah Monatsversammlung. — Rundfunkhaus, Löber- straße: 8y2 Uhr Wunschabend. — Radiohalle, Kirchenplatz 9: Tägl. neues Programm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „ Faszination". — Palast-Lichtspiele: „Der Nibelungenfilm". — Tageskalender für Sonntag. Gesellschaft Liebig-Museum: 10—11 Uhr im Museum Ausstellung von Liebig-Erinnerungen und Dortrag von Studienrat Dr. Heussel, "kl Uhr Gedächtnisfeier am Liebig-Denkmal. — Gesangverein Concordia: 60jähr. Stiftungsfest und Bun- , desfest des Ober Hess. Sängerverbands. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Tragikomödie ernes Magiers nennt Heinrich Lilrenfein sein neues Werk „Ca g l r 0 st rc>", das am kommenden Mittwoch als Gastspiel des Dab-Rauheimer Kur- theaters gegeben wird. Die fein abgestiminte Per- iflage des in dem Abenteurer „Cagliostro" verkörperten Ottultismus wirkt recht zeitgemäß und wird fieber wettere Kreise interessieren. Das Werk ist erst jüngst am Mainzer Stadttheater mit lehrhaftem Erfolge gegeben werden. — Vom Bühnenvolksbund wird uns geschrieben: Die Theatergemeinde des Bühnew- volksbundes veranstaltet nunmehr, nachdem die' Vorbereitungen soweit gediehen find, am Sonntag, 1. Juni, nachrn. 51/2 Uhr die erste Aufführung von Lienhards „Wieland der Schmied". Die Waldbühne wurde der Spielgemeinde des D. V. B., die zum Teil aus Mitgliedern der Waldbühne besteht, in dankenswerter Weise von Prof. Dr. B e r n b e ck zur Verfügung gestellt und ist zweckentsprechend hergerichtet worden. (Näheres s. Anzeige.) — Der Goethebund veranstaltet Sonntag einen Vortragsabend über das Thema „Goethe als Naturforscher". (Siehe Anzeige.) — Deutsche christl. Studentenver- einig ung. Montag abend ttn Saale der Iv- hannesgemeinde Dortrag über „Christentum und Wirtschaftsbau". Näheres im Anzeigenteil. — Ein Handballwettspiel der Hoch- chulen Darmstadt und Gießen findet am nächsten Mittwoch nachmittag 6 Uhr auf dem Universitäts- Spielplatz am Schützenhaus statt. Beide Hochschulen verfügen über gute Mannschaften. Es ist also ein schöner Kampf zu erwarten. (Dgl. die Anzeige m der gleichen Nummer.) Wettervoraussage Meist bedeckt, zeitweise auffrischende Winde, etwas wärmer, Regenfälle. Hant-lBleielikrem Mwd.Dau LiebiMhe 86 Ach« al *Grüi markt ton Zahl, die se Das stacke: ! Kaifrage ( I Preise zur f 1 Ferkel 11 bi 20 X 8-1 allere Tiere und Qualitc * Lai mhme von kn ist die ; holzhei l kchgespr | 'Zunge markt koni Ferkeln aufö fanden zum Bchen 12 u für ältere F« UbistOM pend, so das Ztarkr Darm Dingen wirk leparatistisck spätere Dai Äovember bchvn „in loll wenigs langsve mn, nach s rs den bei ^chen, da 'rinen D j < jetzt w Öntera Mert, bei besseren be 11 seinen 2 Kinderwagen Sind weltberühmt und unerreicht Modelle 1924 in höchster Vollendung erhSIHICh . ^iandschchi Manb™ deslens- hei 1 fcs? „Moro" sowie Moroseste bleichen Gesicht und Hände in kurzer Zeit rein weih. Wirksam erprobte im» schädliche Mittel gegen uuschSne Hautfarbe, Sommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke. 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"Dasl68erRegiments-undStis- tungsfest, mit dem auch eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen verbunden sein wird, soll am 31. Mai und 1. Juni in unserer Stadt abgehalten werden. Näheres im heutigen Anzeigentäl. •• Da s nächste An läge nkvnzer t fin« bet am Montag, nachmittags 7 Uhr, am Liebigs- bentmal durch das Musikkvrps des 1. (Hess.) Data ilbons, 15. Inf.-Regt. unter Leitung von Ober» Musikmeister Löber statt. Vvrtragsfvlge: 1. 2Ioe Maria von Frz. Schubert, 2. Ouvertüre „Die Heimkehr aus der Fremde" von F. Me>ck»elsohn-- Dartholdh, 3. Preislied a. b. Oper: „Die Meister- sing er von Nürnberg" von R. Wagner, 4. Hal- lorenmarsch mit Benutzung zweier Marschmelv- dien aus dem 15. Jahrhundert von M Kämpfert, 5. Marsch über altniederländische VollSli-eder von Th. Grawert. \ ** Zum Programm bs.r Liebig» F e i e r ist noch nachzutragen, daß am Sonntag, 25. Mai, nach dem im Liebig-Musemn stattfindenden Dvrttag von Studienrat Dr. H e u ß e l, zwischen l/2 und 8/tl Uhr der Rektor der Universität, Prof. Dr. Laqueur.am Liebig-Denkmal, Ost-Anlage, eine Ansprache hält. An der gleichen Stelle wird am Montag, 26., also am eigentlichen IubilämnStage, abends um 7 Uhr dank dem Entgegenkommen des Kommandos unseres Reichswehr-Regimentes, ein Promenadenkonzert der Militärkapelle stattfinden. An demselben Abend, von 8V4 Ahr an, findet im Katholischen Dereins- haus der Borttag von Geh. Mat Prof. Dr< Elbs und die Vorlesung der „Goldmacher^ durch Regisseur D 0 l ck statt. In den „Goldq machern" ist der Gedankenkreis der phhsikali^ schen und chemischen Naturwissenschaften mit dem sozialen Geschehen der letzten 10 Jahre, seit Ausbruch des Krieges, sowie bei ynd nach der Revolution in einer dramatischen Darstellung verknüpft. ** Oberhessischer Kunstvereirr Die Ausstellung, die zur Zeit ttn Turmhaus am Brandplatz veranstaltet wird, ist bestimmt, einen Ueberblick über die derzeitigen wichtigen Erzeugnisse der Karlsruher Graphik zu geben. Die Kollektion ist von Professor Hans von V 0 l k m a n n zusammengestellt, umfaßt Werke von 26 Künstlern und konnte zunächst nicht vollständig vorgeführt werden. Ende dieser Woche findet eine teilweise Umwechslung statt. Neu dertreten werden sein: Professor G.Wolf, Alfted Springer, Friedr. Siegvist, Albett Ludwig, Hans Otto Schönleber (Faust-Zyk^ lus). Auch werden einzelne weitere Werke der bisher schon betretenen Künstler hinzukvm- nten. Die Ausstellung wird in dieser neuen Zusammensetzung von Sonntag, 25. Mai, ab noch in der nächsten Zeit, wie bisher, Sonntags, Montags, Mittwochs, Freitags von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch von 3—5 Uhr geöffnet sein. " Oberhesfifches Museum unD Gailsche Sammlungen. Man schreibturrs: Oestlich und westlich der Sttaße Leihgestern— Lang-Göns wurde im Jahre 1908 und den darauf folgenden Jahren eine große Siedelung der Stem- zeit bei Errichtung von Neubauten freigelegt. Der schwere Lehmboden, in dem einzelne Sandnester eingesprengt sind, barg eine Fülle von Steinwerkzeugen, verzierten und urwerzierten Scherben, Knochen größerer Säugetiere, zum Teil gespalten, Lehmputz und Holzkohle. Zwei Menschenskelette, die auf dem Boden ihrer Haushütte bestattet waren, im Verein mit mannigfachen Steinwerkzeugen und Gefäßscherben, zeigten einen zierlichen Wuchs. Das im Januar 1924 aufgedeckte Grab bei Holzheim hat ähnliche ©röftero» Verhältnisse. Die Siedelung gehört in der Hauptsache der Periode der Dandkeramik an, deren Gefäße äußerlich mit Bandmustern geziert sind. Ihre Bewohner, ein Dauernvolk aus den Gebieten der oberen und mittleren Donau stammend, hatten sich gur Steinzeit stark in unserer Gegend ausgedehnt. Im 2lpril 1924 fand Lehrer Loh, Leihgestern, dem wir durch seine rastlose Tätigkeit so manchen wichtigen Bodenfund verdanken, in einer Grube eine Menge Gefäßscherben, die im Museum nach mühseliger Arbeit zu entern prächtigen Gefäß zusammengesetzt werden konnten, und eine Kugelatnphore von 33 Zentimeter Höhe, wovon 6,5 Zentimeter auf den HabS fallen, ergab. Sechs Henkel zum Aushängen sind ttitSregiJ1 bis 13. Mall. El KLertog,? ijick Sugci. Ws « »sse 16! 6. ^ 15* alt, I Kitfleisch. oh 1 tobe 67, ®l ohne W < ■Titnrna ®rDIT ült, Mstenli : ^earvilher, S Mir Schrie! I * 35, (X | 7 3 W au, Amr, ohne "MM' Ä$l ? umfaßt Deck Machst nicht '• Ende dieser xdjflungftatt. MT.Dvlf, eM, Werf it (Faust-Zhd lere Deck der Her hinzudm- n dieser neuen z, 25. Mai, ab bisher, Sonn» 'eitags von U 3-5Hrge» den erhöht. Kreditbewilligungen. __ 3m Hinblick auf die ab 1. April eingetretene Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter wird für 1924 ein Kr^>it von rund 52 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Für die Beschaffung eines Oel- schalters für den Transformatorenbetrieb werden 450 Mk für die Lieferung von Planroststaben 540 Mk., für Reuanschlüsse an das Kabelneh und die Beschaffung von 2000 Mtr. Verteilungskabel für das Elektrizitätswerk 10 770 Mk., für die Lieferung feuerfester Steine 600 Mk., zur Bestreitung von Reichstagswahlkosten 1386 Mk., für Der- einsmitgliedschaften 65 Mk. und- für die Anbringung von Stratzenlampen in verschiedenenStraßen- zügen 2500 Mk. bewilligt. Kleine Vorlagen. Die Wahl einer neuen Armenpflegerin für den 4. Armenpflegebezirk, eine formelle Iugend- amtsangelegenheit, einige kleine Stadtwald-Bor- lagen, mehrere Baugesuche (u. a. Anbringung von Finnenschilderns und zahlreiche Vergebungen von Arbeiten und Lieferungen werden glatt genehmigt. Mitteilungen. Der Oberbürgermeister gibt Kenntnis von einer Einladung der Gesellschaft Liebig-Museum an das Stadtparlament zur Teilnahme an der Liebig-Gedächtnisseier. Weiter teilt er mit, daß die Deutsche Volks- Partei in einer dringenden Anfrage Aufklärung erbittet über die Absichten der Stadtverwaltung zur Bekämpfung der Staubplage in der Frankfurter Straße, und daß die Sozialdemokratische Fraktion in ^-rselben Angelegenheit einen Antrag eingebracht hat, in dem die Teerung der Frankfurter Straße gefordert wird Der Oberbürgermeister erklärt, das Stadt- barramt habe Auftrag zur Ausarbeitung von । Vorschlägen erhalten, in der nächsten Sitzung könne die Frage beantwortet werden. Landkreis Gießen. * Grünberg, 23. Mai. Zum jüngstenVieh- "markt wurden 887 Schweine angefahren, eine Zahl, die seit 19h4 nicht mehr zu verzeichnen war. Das starke Angebot, dem eine nicht ebenso große Rachfrage gegenüberstand, hatte sehr gedrückte Preise zur Folge. Es kosteten 6—7 Wochen alte Ferkel 11 bis 15 Mk., 7—8 Wochen alte bis zu LO Mk., 8—10 Wochen alte 20 bis 25 Mk. Für ältere Tiere und Läufer wurden je nach Stärke und Qualität bis zu 35 Mk. bezahll. * Lang-Göns, 23. Mai. Zur Vornahme von Kanal- und Wasserleitungsarbeiten ist die K r e i s st r a ß e Lang-Göns — Holzheim bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. » H u n g e n, 23. Mai. Der hiesige Schweinemarkt konnte eine überaus große Zufuhr an Ferkeln aufweisen. Richt weniger als 813 Tiere stau den zum Verkauf. Die Preise bewegten sich zwischen 12 und 20 Mk. für jüngere, 20 bis 30 Mk. für ältere Ferkel pro Kopf. Springer wurden mit 30 bis 40 Mk. verkauft. Der 5)cmM war schleppend, so daß großer Lieberstand verblieb. Starkenburg und Rheinhessen. Darmst adt, 22. Mai. (WTD.) Aus Dingen wird gemeldet: In D i n g e n hatte der separatistische Kreiskommissar, Kellner und spätere Danknotenräuber Schorn Anfang November 1923 den hessischen Kreisdirektor Schön „in die Verbannung geschickt" — so soll wenigstens die originelle Ausweisungsverfügung gelautet haben. Endlich nun, nach siebenmvnatigen Verhandlungen, ist es den deutschen Behörden gelungen, zu erreichen, daß der hessische KreiSdirektvr Schön seinen Dien st wiederaufnehmen kann. DiS jetzt wurde dies von dem Kreisdelegierten der Interalliierten Rheinlandkommission verhindert, der nunmehr von höherer Stelle eines Desseren belehrt worden zu sein scheint, so daß er seinen Widerstand aufgeben muhte. «C fXSi dos beste und sporsomere Sohnes wachs erhält ihre Fußböden dauernd schön, weil aus besten Edelwachsen und mit V#*0”"** amenkan. Terpentinöl hcrgestellt. Zu haben bei Ernst Noll. Kaiser-Drog., Roons tr.2 Verlangt die guten CAlMON-SWaSA wird. , 3m übrigen behandelte das Haus noch verschiedene andere wichtige Vorlagen, von denen u a. die eine zahlreichen Sportfreunden eine Genugtuung bereiten wird, während die andere manchen sorgengeplagten Vater einlädt, in Zukunft für das Töchterchen noch ein wemg tiefer in ben Geldbeutel zu greifen. *• «Mit. ST*** «tat« $t_ W der Lek. 7 Ansprache ^iläinnstag^ iSegenkvminen 1 Mitar, Abend, Don ^n Dereing-, ?Qt Pwf. ''Goldmachers \ den ..Gold, phhsikaliq enschasten mit iten 10 Fahre, 'e bei and nach Wn Darstel. userm uni cm f chr eibt ims: - Leihyestem- unb den dcmallf >Iimg der Stent* i frdgelcgt Der eine Sandnester von Stcimwrf» rten Scherben, zum Teil gt* Zwei Menschen. ar Haushütte , mannigfache» ix, Men emen nar 1924 auf- t m der HMte amif an, «m im sM. f aus den de* n Donau W ftarf wg y24 fand W® ch feine raftW Mger Arbeit ©erben I zz Zenti- •ix« IlifMen smo „ befitmmter Reihenfolge angebracht; die Farve | fl schwarzgrau. Das Oberhessische Museum besitzt Kreits eine ähnliche Urne aus den Ausgrabun- der Lindener Mark, doch nur mit 4 Henkeln versehen. Durch Geschenke hiesiger Bürger sind ,2Ach die übrigen Abteilungen des Museums beträchtlich vermehrt worden, wofür auch an dieser Stelle herzlicher Dank ausgesprochen wird. Andauernder reger Besuch der drei Museen von per Stadt- und Landbevölkerung beweist dxe Wertschätzung dieser hervorragenden Dxldungs- stätten. , , Kr •• 116er Gedächtnisabend. Am Samstag, 31. Mai, veranstaltet der Verein ehemaliger 116er zum Gedächtnis der Gefallenen bes Regiments und seiner Kriegsformationen einen Ehrenabend im hiesigen Stadttheater, dessen Reinertrag zur Errichtung eines 116er Denkmals Verwendung findet. Die ^Vorbereitungen unter Leitung des Herrn Karl Juhnke vom Stadt- ttyeater sind in vollem Gange, so daß mit einem würdevollen Abend zu redjncn ist. Räheves wird noch im Anzeigentell deS »Gießener Anzeigers" bekanntgegeben. ** Goldmarkbandervlierung oller Tabakfabrikate. Sämtliche Ta- bakerzeugnisse, die noch mit Papiermarkbanderole versehen sind, müssen spätestens am 31. Mai bei allen Zigarrenhändlern mit Gvld- -riarkbandervle nachversehen werden. Die Pa- ^iermarkfteuerzeichen verlieren an diesem Tage ihre Gültigkeit, dürfen aber laut „Zigarren- tind Zigaretten-Spezialist- von den Packungen nicht entfernt werden. Tabakerzeugnisse mit Papiermarkbandervle, die nach dem 31. Mai 1924 im Handel ohne die Zusatzgoldmarkban- Lerole betroffen werden, unterliegen der Eingehung. " Aus dem Gießener Standes- vmtsregister. Es starben in der Zeit vom 1. bis 13. Mai: 1. Mai Ludwig Vogel, 6 Stunden alt, Ebelstraße 26, 2. Mai Heinrich Vogel, 1 Tag alt, Ebelstrahe 26; 3. Mai Gisela Fendt, geb. Dertog, 24 Jahre alt, Löberstrahe 25; 4. Mai Lucie Engel, 2 Monate alt, Wetzsteinftraße 43, Hans Zimmermann, 2 Stunden alt, Schloßgasse 16; 6. Mai Karl Schneider, Kellnerlehrling, 15 Jahre alt, Wilsonstraße 4; 8. Mai Margarete Gutfleisch, ohne Beruf, 82 Iahre alt, Bahnhofstraße 67, Elise Bauer, geb. Dotter, 81 Iahre jalt, Sicher Straße 74; 9. Mai Hermann Windheil, ohne Beruf, 71 Iahre all, Lvnhstrahe 4; 11. Mai Ultima Gröninger, geb. Gundel, 73 Iahre alt, Bvethestvatze 46, Kurt Günther Klaus, 1 Monat xilt, Wetzsteinstraße 43; 12. Mai August Hermann । -Reu reut her, 9 Monate all, Löwengasse 18, Margarete Schrieke, ohne Beruf, 71 Iahre alt, West- Umlage 35, Oskar Klose, Eisenbahn-Oberingenieur, , ,73 l>lhve alt, Gartenstrahe 26; 13. Mai Mathilde .Bauer, ohne Beruf, 56 Iahre all, Liebigstrahe 3, Konrad Damm, Schreinermeister, 65 Iahre alt, Liebigstrahe 97, Karvline Voigt, geb. Dornseiff, »76 I^hre all, Ludwigstraße 32. Amtsgericht. Gießen, 22. Mai. Im Sommer 1923 wurden auf dem hiesigen Friedhof häufig Zinklasten von Gräbern gestohlen, ohne daß man der Täter habhaft werden konnte. Am 11. 3um sah nun ein auf dem Friedhof arbeitender Bildhauer wie ein Mann sich an einem Grabe zu schaffen machte, einen Zinkkasten mit Erde ausschüttete und damit verschwinden wollte. Er lies ihm nach und sah gerade noch, wie er über die Friedhofsmauer sprang. Auch eine in der Rahe des Friedhofs arbeitende Zeugin sah den Dxed. Beide bekunden übereinstimmend, daß der Ange» klagte ein Händler und Scherenschleifer von hier, derjenige sei, den sie ^wals gesehen haben. Trotz seines Leugnens hielt ihn das Gericht für überführt und ixrurtexlte ihn wegen Diebstahls zu 2 Monaten Gefängnis. Ein Motorschlosser^nd ein Friseur aus Rorddeutschland entwendeten auf der Wanderschaft in der Rähe von Frankfurt a. M. ein Auto und fuhren damit in die Gegend von Gon» irorf Auf ihren Streifzugen gelangten sie auch an das bei Beuern gelegene Sommerhaus eines hiesigen Zahnarztes. Einer von ihnen flieg auf Vas Dach, drang durch das Dachfenster xn das Iimere des Hauses ein und öffnete mit einem falschen Schlüssel die Haustüre Beide verachten mehrere Tage daselbst zu, machten sich Feuer an, kochten von den vorhandenen Vorräten und ent» wendeten verschiedene Gegenstände. Sie erhielten Gefängnisstrafen von 4 Monaten und Aus aller Welt. Schwere Gewitterschäden. Magdeburg, 23. Mai. Dr In seiner etwa einstündigen Doranschlagsrede schneidet der Oberbürgermeister eine ganze Reihe wichtiger kommunaler Fragen an. Der Voranschlag ist unter strenger Beachtung des Grundsatzes der äußersten Sparsamkeit aufgestellt worden Die Detriebsrechnung schließ xn Einnahme und Ausgabe mit 2 233 538 Akk Q^en 3 694 059 Mk in 1914 ab. Zur Erzielung desiAus- gleichs zwischen Ausgaben und Einnahmen smd 647 529 Mk durch selbständige Gemeindesteuern, aufzubringen. Zur Deckung dieses Betrages stehen der- Stadt nur die Grundsteuer die Gewerbesteuer und die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz zur Verfügung. Die Ver m ög e nsr e chnung | verzeichnet an Gesamtausgaben 641256 Mk an Gesamteinnahmen 484 454 Mt. Mllhw sind durch Kapitalaufnahme 156 802 Mk. zu decken. Ramens der Stadtverwaltung beantragt der Redner den I Voranschlag dem Finanzausschuß zur Vorberatung zu überweisen. Gegen diesen Vo^ch^ag erhebt sich Widex-spruch aus dem Hause. Redner der sozialdemokratischen Fraktion verlangen, daß vor der äleberweisung des Voranschlags an den Finanzausschuß eine Generaldebatte öum Haushaltsplan stattfinde, die ^Gelegenheit bieten solle, dem Ausschuß die Wünsche und Ansichten der Parteien eingehend zur Kenntnis zu bringen und für die Ausschußberatungen nere Gesichtspunkte zu eröffnen. Ein demokratis cher Sprecher vertritt den gleichen Standpunkt. Der Wortführer der Deutschen Volks Part ex I gibt zu erkennen, daß seine Fraktton dem Verlangen Der Vorredner freundlich gegenüberftdyt und bereit ist in eine Generalaussprache einzutreten. Ein Redner der Freien Vereinigung stimmt gleichfalls zu. Alle Redner bedauern, daß dem Hause der Voranschlag so spät vorgelegt wird; sie beben weiter hervor, daß die große Aussprache erst stattfinden könne, nach,dem den Stadtverordneten der erste (allgemeine) Teil der Rede des Oberbürgermeisters, in dem sehr bedeutsame Gesichtspunkte eröffnet worden seien, im Wortlaut vorliege, denn dieser Teil sei für dxe Betrachtung unserer komnmnalpolitischen Der- Hornhaut, Schwielen und Warzen beseMgk schnell, /*J$y sicher, schmerz- 8 B «5 H Va** uno fltfaVrloä AerzMch empfohlen. Millionenfach btwst rk. - 2U>otbc.en unv Drogerien ervältlich. — (Segen Futzschweitz, Brennen und Wundlausen Aurirol-Jtttzbad. Drogerie H. Noll, Nenstndt 28. Drogerie Winterhoff, Krenz.platr. 9/10. die oberhalb Gießens liegen, fließen die Abwäsier der Kläranlagen In die Lahn hinein, das auch beseitigt werden mühte. Weiter empfehlen wir dem Einsender, bei der Stadt vorstellig zu werden, daß die Stadt ein gesundes Luft- und ^>raxenbab bei den städtischen Eisteichen im Schiffenberger Weg errichtet, das unbedingt nottoenbig wäre für die Einwohnerschaft in Gießen. Sektion Gießen des hesiischen Landesverbandes reisender Schausteller, Händler, und dessen De- rufsgenosien, Sih Darmstadt. Max Walldorf, Vorsitzender Geschäftliches. — Die Zigarettenfabrik Engel zu Frankfurt a. M. hat eine Anzahl neuer Marken herausgebracht, von denen Roma und Sportkartell nunmehr in den einschlägigen Geschäften zu haben sind. Die Marke Roma, welche trotz des Großformats nur 3 Pf. kostet, ist aus erlesenen orientalischen, sehr aromatischen und bekömmlichen Tabaken hergestellt und wirkt auch bei andauerndem Genuß nicht ermüdend. Sportkartell zu 5 Pf. stellt ein Qualitätsfabrikat ersten Ranges dar und übertrifft alle an sie gestellten Erwartungen. \ Rachdem die Militärverwaltung die Beseitigung des Sportplatzes auf ihrem Gelände verlangt hat, will die Stadt die Anlage eines Sportplatzes auf städtischem Gelände in Mur 52 (im ClDalbe xn der Rähe des Sckühenhauses) ermöglichen. Der Vertrag soll mit dem Verein für Bewegungsspiele getätigt werden . Das Gelände wird dem Verein auf 20 Jahre unentgeltlich gegeben, ohne Dar- unterstühung von der Stadt, die Herrichtung des Platzes hat der Verein zu besorgen, wobei ihm die Mitarbeit von Erwerbslosen vermittelt iver- den soll. Die Anlagen müssen nach den Vorschriften der Stadt ausgeführt werden, der Platz soll auch den Schulen osfenstehen. Rach Ablauf der . 20 Jahre, nötigenfalls aber auch früher, ist der WtltQefCinDl. Platz samt Anlagen an die Stadt zurückzugeben. Form und Inhalt aller unter dieser Rubrll Die Durchführung des Vertrags hat der Verein stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem mit einer Bürgschaft von 5000 Mk. garantiert. Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung/) Auf eine Anfrage, wie es mit der Errichtung eines m städtischen Sportplatzes aussehe, erwidert „Aebelstand an der Lahn bei der Bade- ber Vertreter der Verwaltung, die Stadt habe Anstalt/' für die Errichtung eines städtischen StadionsPläne _. , , nr___ ausgearbeitet; vorgesehen sei der Trieb zwischen Zu dem Eingesandt m vbiger Angelegenhe^. der Liebigshohe und dem Philosophenwald; finan- sehen wir uns gezwun^, folgendes zu erwl^rn zielle Gründe verhindern aber einstweilen noch die Wenn der Einsender der Ansicht ist daß^er Verwirklichung der Pläne. Hierauf wird der berechtigt fei aur biejen sogenannten Abstand । Waldsportplatz-Vorlage und dem Vertrag zuge» bmAuweisen, so geht ^s dem Inhalt Brests Ar stimmt tikels hervor, dah er tatsächlich falsch unterrichtet 1 , .. . ist. Wenn er schreibt, dah von den Bewohnern des Schulgeld-Erhohung. Wagenparks die Abfälle usw. einfach in die Lahn 3m Einklang mit dem staatlichen Vorgehen geleitet würden, so ist dies vollständig unrichtig, wird das Schulgeld an der höheren und erweller- Die Abfälle sowie die Exkremente werden von je- ten Mädchenschule mit Wirkung vom 1. April an dem Bewohner in einen Kübel entleert und von wie folgt erhöht: höhere Mädchenschule: der Stadt beseitigt. Wenn der Verfasser des Ar- 10 Mk für Gießener, 11 Mk. für Hessen, 12.50 tikels weiter bemerkt, dah Gefahr besteht, Insek- Mark für Richth^fen, 20 Mk. für Ausländer; er- tionskrankheiten, wie Typhus usw., heraufzube- weiterteMädch.enschule: 7 Mk. für Giehe» schwören, so fönnen wir ihm nur sagen, dah unter ner 8 Mk für Hessen, 9 Mk. für Richthefsen. den ganzen Bewohnern des Wagenparks noch nie» ' , ,. , .„„ar kmX» mals eine derartige Krankheit festgestellt worden Gewerbliche sortbildangsschule. I un^ ^nen Luftveränderung, die ihr Beruf Dem Antrag des Schulvorstandes entspre- mit fich bringt, sehr gut bekommt. Ferner wäre chend, wird die Pf lichtstunden,zahl in der gewerb- ^s dringend am Platze, einem anderen plebelstand lichen Abteilung der Fvrtbildungschule für irie abzuhelfen, nämlich, dah der Verfasser verbieten Lehrlinge des letzten Lehrjahres im elektrotech- würde, dah sich keiner mehr ertränkt in der Lahn, nischen Installationsgewerbe von 8 auf 10 Stun- wo die Leiche längere Zeit im Sommer im Wasser liegt. Ferner müssen strenge Maßnahmen getroffen werden, das verendete Tiere nicht mehr ins Wasser geworfen werden, wie das seither vielfach beobachtet worden ist. Ebenso müßte der Verfasser beantragen, dah die Abwässer von der Wäsche, u. a. Klinikswäsche, die oberhalb der Drücke gewaschen wird, auch nicht in die Lahn geleitet werden dürfen. Von den größeren Städten, im c. itjarbt- lit gr" ■s Neuheit! Neuheit! Elisebete Lenz geb. Adolph Moarbeilerin gesucht 4317D Bersrod, Lindenstruth, den 24. Mai 1924. 010419 Die Beerdigung findet Montag, den 26. Mai, nachm. 21/, Uhr, statt. 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Reuhorker Blätter bringen die (Ankündigung, dah dem Professor an der Columbia-^lniversrtat Dr. Walter Eddy eine wichtige Tat gelungen ist, nämlich die Isolierung der Vitamine. Bevor Eddy nähere Angaben über diese Entdeckung machen toirb, erklärt die amerikanische Chemische Gesellschaft, das) es sich hier um eine „wissenschaftliche Leistung von allergrößter Bedeutung handelt. Aach ihren Angaben ist „der neue Stoss durch alle allgemein angenommenen wissenschaftlichen Kriterien definitiv erwiesen. Er ist kristallinisch, besitzt einen Schmelzpunkt bei 233 Zentigraden und hat alle Eigenschaften eines Vitamins. Die chemische Untersuchung zeugt, daß der Stoff 43 Proz. Kohlenstoff, 8 Proz. Wasserstoff etwa 25 Proz. Stickstoff und etwa 24 Proz. I Sauerstoff enthält." Dieses Vitamin findet such in der Bierhefe im Verhältnis von 1:40 000 Teilen. Wird es aus der Hefe entfernt, so verliert diese ihre Gärfähigkeit, erhält sie aber sofort wieder, wenn auch nur ganz geringe Mengen des Stoffs Togal stillt die Harnsäure 27 4,5 7,5 8,25 8,7 reich« weiter, wenn Sie PSciOer & Dillen Kaflee-Eflenz verwenden. Sie bleien Ihrer Familie etwas BeHcre» und machen troljdem Er- fpamlfie dabei. Ein Vctluch wird Ihnen da» beHHÜgen. Silberpahet 30 PU Dofe 40 PL In allen Gelcbäften. 23,26 71,59 112,29 158,29 6,91 4,21 18,40 18,75 19,74 4,57 12,63 58,65 1,076 58,50 [3 10,'1 10,65 11,37 12,6 8, Färbe zu Hause alle Kleider, Blusen, Gardinen ufw. nur mit den weltberühmten echten Heitmann'S Farben, Marke Fuchskopf im Stern. Heitmann's Farbe spart den Färber. •) Dom Auckzahlungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. ^euheit! 0,425 48,5 10,>3 15,5 46,5 49,65 66,5 8,2 11,5 6. 7 14,1 2k, 5 25,1 .6 22,25 r.2r?9ihomöbie ,e,Wiü4 sgabe alter nebi Urfl« $uaitiäü ll*l anderweift, °ung. Kann Z 'M beüe Feu? Mehrere Prismen "LLÄZ S®! Plo!kllr5.______ H. Recht und Weltanschauung heißt kleines im Verlag von Z. Bensheim er in Mannheim erschienenes Büchlein des Münchener Professors der Rechte, Fritz van C a l k e r Ein geschriebenes Gesetz ist notwendig; nur so ist Rechtssicherheit möglich. Dies Gesetz kann aber zweifellos nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Hier muh der Richter die Lücken ausfüllen. Wo er im Gesetz Fehler findet, muh er sich als Rechtspvli- tiker zeigen und dafür kämpfen, dah das Verkehrte zugunsten eines idealen Rechtes berichtigt wurd. Gibt es aber ein solches ideales Recht? Das Recht dient der Gestaltung des Lebens der Menschengemeinschaft. Die Antwort auf die ürage nach dem Zweck dieses Lebens gibt due Weltanschauung; der Zweck ist, möglichst allseitige Entfaltung der menschlichen Anlagen zugunsten der Allgemeinheit. Dasselbe Ziel verfolgt aber auch das Recht als Regulator des Lebens. Vervollkommnung ist das oberste Prinzip jeder Rechtsentwicklung. Wie notwendig eine feste Weltanschauung für den Juristen ist. zeigt sich gerade heute in den Fragen der Strafrechtsreform, wie überhaupt jedesmal, wenn die le? ferenda zur Debatte steht. Das anregend geschriebene Buchsein führt mitten in den Kampf der Geister um das Wesen des idealen Rechtes. Reben der i eigenen Anschauung des Verfassers sind auch die Gegenansichten in knappen, klaren Umriss en dar- Deutlche Bank......... Deuische DereinSbank .... Disconto Tommandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . Ocsteireichische Kreditanstalt Westbank............ Bochumer Guß BuderuS............ Taro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte ........... Qbcrbedarf. . . .'....... Phönix Bergbau....... Ryeinitabl........... Stiebet! ÜMontan........ Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd .... Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann...... Angso-Tont.-Guano .... Badische Anilin....... Chemische Mayer Alapta. .. Goldschmidt.......... In allen Apotheken erhältlich Best. 64,3% Add acet, salic. 04063/ 0 Chinin, 846ss 12,Wo Lithium, ad 100 Amytum. Der Umschwung zum Besseren, der bereute am Schluß der vorigen Woche zu ve^eichnm war, hielt auch im Verlaufe der DeruMwoche weiter an. Allerdings ist unverkenn^ur dah due wirtschaftliche Lage, die bereits eine EnM^mmng erfahren hatte, sich wiederum zum Schlechteren gewandt hat. Die Hauptursache hierfür liegt m her Ausbreitungg und Länge des Ruhrkonfliktes Infolge Kohlenmangels waren zahlreiche zoster, Detriebe gezwungen, ihre Werke bzw- ganz stillzulegen. Die Metallundust-uie, due an und für sich schon schwer unter ber Fraickspeku lauüon zu leiden hat, wurde ebenfalls stark m Mitleidenschaft gezogen. So tauchten auch an der Börse von neuem Insolvenzgeruch.e auf. due für zwei Tage eine Senkung des Kursniveaus h^bei- zuführen vermochten. Doch konnte dies^„?^^ ftonb nicht lange andauern. Man war sich un Börsenkreisen darüber klar^ dah die Kurse reits einen derartig niedrigen Stand erreicht ' hatten, dah ein allgemeiner toterer Rückgang durch nichts gerechtfertigt sein konnte. Ausland, namentlich England, s^^n Meinung anzuschliehen und versuchte sich zu billigen Kursen in deutschen Werten Mcm weih dort ganz genau, ^rh bie deutsche Industrie durch die umfangreiche Aiivestt^ung während der Inflationszeit über auherordent- lich stark ausgebaute Anlagen verftigt u^ daß ! zur Zeit nur der Mangel an liquidem Kapital bte Schwierigkeiten hervorruft. Man hat dort sehr richtig erkannt, dah die Entstehungsursache der Kreditnot eben in dieser Inflationspolitik besteht. Im Grunde genommen, kann man immer wieder behaup^n, dah da ^ue Basis gesund, ernstere Befürchtungen kaum angebracht sind. Die gewaMgen Zinssätze — 70 Proz. und mehr — die zur Zeit für längere Darlehen gezahlt werden, könnten zum größten Tell vermieden werden, wenn such Handel und ^ubuftrue^ nebenbei gesagt, auch due Banken, entschließen würden ihre Bestände an Waren usw. abzu- stohen. Denn es ist einleuchtend dah es Vorteil Hafter ist, Waren mit, sagen tour 20 Proz., Verlust ^ verkaufen; als einen Kredit mut 70 aufzunehmen. Eine andere Ursache ^r augenblicklichen Unmöglichkeit, längere ^illa^kr^ite zu erhallen, ist ferner das außerordentlich Miß- trauen der Banken gegen eunen groben Teil des Wandels und auch der Industrie. Due meisten Schwierigkeiten bei größeren Bankinstituten sind bisher durch Ausbleiben fälliger Abzahlungen entstanden. Es ist nicht zu verwun^rn, dah das Dankgewerbe sich gegen derartige Eventualitäten au schützen sucht. Hieraus erklärt sich ^et ^Jtraß zu der Flüssigkeit des täglichen Geld- und dem absoluten Mangel Mi längeren Krediten. Es ist anzunehmen, dah, l?bald such due Verhältiuisse weiter geklärt und ausländische Kreppe die ja nunmehr von privater Seite in Aus- fidet aestellt sind, genügend emgegangen sind, auch inländischer Kredit un ausreichendem Mähe zur Verfügung gestellt wird. * Umsätzen ungleichmähig. Vereinzelt erfolgten I i Glattstellungen der Spekulanten. Im allgemeinen 1 < ergab sich Aeigung zur Abschwächung, doch würben anfangs Msener Steinkohlen um 3 Billionen. I Bochumer Guh um 3 bis 4 Billionen höher notiert Auch Phönixaktien waren fest und etwas gebessert Bedeutend niedriger stellten sich deutsche Kaliaktien nämlich um 4 Billionen Prozent. Bankaktien waren gut behauptet. Don Schiffahrtsaktuen sind Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffährt als gebessert hervorzuheben, deutsch-australische bähten ein Prozent ein. Im übrigen waren due Kursänderungen unbedeutend im Verlauf war kein Ansatz einer Belebung bemerkbar. Die Devisen wurden entsprechend der Warkfestigkeit im I Auslande meist etwas niedriger notiert, die Zuteilung wurde für London von 2 auf 3 Prozent und für Stockholm von 20 aus 25 Prozent erhöht. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Mai. (Wolff.) Am Produktenmarkt machte die Besserung der Haftung eunge Fortschritte. Für Roggen zeigte such aus Muttel- deutschland und aus dem sonstigen Inlonde zunehmendes Interesse, so dah zumteil etwas er- । höhte Forderungen durchgeseht werden konnten. I Hierdurch wurde auch der Weizen günstig oeeun- fluht, doch^ blieb das Geschäft darin sehr still, weil das Mehlgeichäft keine Besserung zeigt. Gerste wurde wenig umgeseht, auch Hafer war ruhig bei mähigem Angebot. Futterartikel änderten sich kaum im Preisstande bei geringem älmsotz. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen, märt, 154 bis 157 (stetig), Weizen, mitteldeutscher, 153 bis 157 I (stetig) Roggen, märt, 128 bis 132 (stetig), Sommergerste, Braugerste, 158 bis 168 (stetig), Winker- I gerste Futtergerste, 145 bis 155 (stetig), Hafer, | märt, 127 bis 134 (stetig); für je 100 Kg. - Wei^ii- | mehl 21.50 bis 24.25 (stetig), Rvggenmehl 19 bus 21 (fester). Weizenkleie 9.29—9.30 (gefr.), Roggen- kleie 8 80 (gefragt), Raps 235 bis 290 (still). Leinsaat 390 (still). Viktoriaerbsen 20 bis 22.50, kleine Erbsen 15 bis 16. Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 11 bis 12, Wicken 11.50 bis 13, Lupinen, blau, 11 bis 11 50. Seradella. alt, 13 50 bis 14.50, Sera- della neu. 11 bis 13, Rapskuchen 10. Leinkuchen 21, Trockenschnihel 8.70, Kartoffeln 3; für je 50 Kg. : Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 1.20 bis 1.30, Haferstroh, drahtgepreh!, 1 bis 1.10. Gerstenstroh 1 bis 1 10 Häcksel 1.45 bis 1.60. Wiesenheu, gut, gesund und trocken, 2.40 bis 2.70, handelsübliches Heu 1.70 bis 2.00. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Mai. Es notierten je 100 Kg Weizen, Wetterau 16,25 bis 16,50, Roggen 14,25 bis 14,50. Sommergerste für Brau- zwecke 16,75 bis 17,75, Hafer, inländ. 14 50 bis 15. Weizenmehl, füdd. Spezial 0 25.50 bis 27,75, Roggenmehl 21,50 bis 22,50, Weizen- und Roggenkleie 9 bis 9,75 Mk. zu verknusen. EHr I änflebo eunt. 011791 an den Gun. Miu I leicht, zweisvännei Kastenwagen Zlr. Tragkraft i UlifteW: zu verkamen. OMA ftieucoweg »t , (.°R. 116.) Der Verfasser: Professor H u ß, Karlsruhe t. C8. ber im Rovernber 1914 mit einem Transport von einigen ßunbert babischen Ersatz-Mannschaften zum Regiment kam und den Krieg bis zum Ende in seinen Reihen als Leutnant, Ab,u- tant Komp.- unb vertretungsweise als Batls - Führer mitmachte, hat in unermÄ>luchem Fleuß, glänzender Darstellung unb ganz hervorragender älebersichtlichkeit das Ruesenmaterial geordnet and niedergeschu-ieben. so daß das Reichsarchiv dem Offiz -Verein I. R 116 mitteilte, „wir können Sie zu einem solchen Verfasser nur beglückwünsch«. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Gießen. Sonntag, 25. Mai. Rogate. Stabt- kirche. 8: Zugleich Christens, f- d. Reukonsirrn. a. b. I Matthäusgern. Pfr. Mahr. 9'/,: Pst. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markusgern. Pst. Becker. — Io° hanneskirche. 8: Zugl Christenl f. d. Reukonf. a. d. Lukasgem. Pst. Bechtolsheirner. 9 Mr-Ausselb. 11: Kinderkirche f. d. Iohannesgern. Ausfelb. 8- Bibelbesprech. im Iohannessaal Pst. Adolph.- Wieseck. Sonntag 9'/,: Glockenweihe. 11: Kinder» kirche; 8: Gemeindeabend. — Kirchberg. 10: Kirchberg: Kollekte f. ev. Anslandsgemeinden. 11: heil. Abendm. f. Daubringen. 1',: Mainzlar. Katholisch« Gemeinden. Gießen. Samstag, 24. Mai. 4V, u. 7 Deichte. Sonntag, d. 25. Mai. 67, Beichte, 7 Messe, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m.Preb., 27, Christen, lehre u- Andacht. Dienstag u. Freitag abds. 8 Mau- andacht- Grünberg. Sonntag 9", Messe m. Pred in VakinbofSnöhe i HE behebbar otrfauien, eotL iU venmeirn. StbiinlSlnflebott «««tr 011782 an bei ; ®iei;cner Anzeiger. ■ Ml- 05Ö Wem »irfa 1000 qm gtog I und gut angtlcfit | auchBauvl.itz,Wiit | abtugebnt. SdiriiiL | anfitb. unter 4290D I a. d. Acft. An', erb Fabrlkneacr ÜB-St'iM- 77 PA, 220 3S0 Volt mit roller Fabrik garan tle billig zu verkaufen. Sehr. Angeb. o. 3S24D a. d. Gieß. Anz. (fin gut ftbaltenet finluamldier • Erhöhung der Devisenzuteilungen? Die Devisenanforderu ngen an der Berliner Börse sind gegenwärtig auf etwa 1/4 der Beträge zurückgegangen, die noch vor ungefähr 4 W)chen benötigt wurden. Die Reichsbank hat dadurch die Zuteilung kürzlich bekanntlich bereits von 1 auf 2 Proz. erhöhen können, und man gibt sich in maßgebenden Kreisen der Hoffnung hin, baß in nächster Zeit in rgscher Folge eine weiters Erhöhung in der Zuteilung von Devisen erfolgen kann. ** Thyssen-Betriebe stillgelegt. Die Thhsfenwerke haben sich wegen Kohlenmangels gezwungen gesehen, das Hüttenwerk Hamborn- Bruckhausen, welches 1300 Arbeiter beschäftigt, und das Werk Dinslaken mit 4000 Arbeitern stillzulegen. Die Stillegung der Hauptwerke in Mühlheim ist nur noch eine Frage von Sagen. Börsenkurse. Griesheimer Electron .. . Holdster Farbwerke...... Holjvettohlung....... Nülacrswerke Echeideanstalt......... Alla ElektriztlätS-Gesellschait Bergmann .......... Mainkraftwerke........ Schlickert............ Siemens & Halske...... Adlcrwerke .filetier...... Daimler Motoren. ..«••• Hevliaenstaedt......... Meguin............. frankfurter Armaturen . . .fionfervenfobrif Braun . ■ P elallaesellichaft Frankfurt Pet. Union tU^lS C ci udsabrik Her, Sichel. . .......... Zellstoff Waldhof. ..... Zuckerfabrik Frankenthal . ■ Zuckerfabrik Waghäusel . . • t «!!■ Ceitr-y t1],'Lr 2 Dtovt. f- hiftifl ab- w«i. 6lUM »uqebeli. . Fr. -ltickel L (jPÜnberS;— ^Zttniiabok- wwgS bilUfl. 3511 "»sSz 1,5'»ä Schweizer Noten ..... Französische Noten........ Dänische Noten Schwedische Noten Holländische Noten ------ Deutsch Oesterreich, ä 100 Kronen Amerikanische ytoten....... Englische Noten.......... Stalienische Noten......... elgische Noten.......... Ungarische Noten . -....... Tschechoslowakische Noten Norwegische Noten........ Rumänische Noten......... Spanische Noten Hefe zugesetzt werden. Büchertisa,. Gießener Strafkammer. Gießen, 20. Mai. Am 16. Febr. 1924 faß der Bäcker Georg Bruder von Gießen I mit einem Bergmann Raumann in einer I Wirtschaft in der Sonnenstraße. Raurnaim ßuelt ben Bruder frei Als er einmal nach dem Büfett ging und seine Brieftasche auf dem Tisch liegen ließ, nahm Bruder sie an sich und steckte sie ein. Erst als ein Dritter den Raumann, der alsbald seine Brieftasche vermißte, darauf 'aufmerksam machte daß Bruder sie eingesteckt habe, gab sie dieser heraus. Bruder gab dies bei seiner polizeilichen Vernehmung zu, bestritt nur, Geld aus der Brieftasche genommen zu haben Weg^u Ruck- falldiebstahls angeklagt, verurteilte ihn das Schöffengericht Gießen zu 6 Monaten Gefängnis; es hielt feine nachträgliche Angabe, er habe lediglich einen Scherz machen wollen, für eine Ausrede. Die Strafkammer schloß sich dieser Auffassung an und verwarf bie Berufung bes Das Schöffengericht Lich hatte ben Maurer Heinrich Sänger von Lich und seine Ehefrau wegen gemeinschaftlicher unberechtigter Jagd- ausübung zu 3 M 0 naten Gefängnis bzw. 100 Milliarden Mark Geldstrafe verurteilt. Ihre Berufungen wurden verworfen; auf die Berufung \ ber Staatsanwaltschaft wurde das Urteil Mbin ! abgeändert, daß die Ehefrau zu einer Geld- ft ra f e von 30 Mk. verurteilt und außerdem auf Einziehung des bei der Tat verwendeten Hundes erkannt wurde. Die Strafkammer stellte tu Uebereinftintmung mit dem Schöffengericht fest, baß Sänger im Juni 1923 einem Reh, das sein Hund gefangen hatte, den Hals abgefchnitten habe, bann flüchtig gegangen fei, als Waldarbeiter hinzukamen, und später am Rachmittag zusammen mit seiner Frau mit Hilfe des Hundes das von ben Waldarbeitern versteckte Reh aufgesucht und sich angeeignet habe. Vermischtes. Mit dem gestohlenen Auto in den Tod. Deuthen, 22. Mai. (WB.) Wie die -Ober- schlesische Zeitung" aus Kattvwitz erfährt, entwen- I beten vergangene Rächt zwei Diebe aus einer verschlossene Garage ein Auto und fuhren in schnellstem Tempo in der Richtung ber alten I Grenze davon. In der Rahe von Ochojetzt verlor ber Lenker die Herrschaft über das Auto. Dieses I sauste saustegegeneinenDaum und wurde I zertrümmert. Die Diebe wurden später in einem Graben 101 aufgefunden. Rundfunk auf der Eisenbahn. «2x77 JH wird entstellt d. häßlich Ihr Mund ibv werden sofort in vollkommen unschädlicher Weise beseitigt durch die bewährte Zahnpaste Chlorodont, wirksam unterstützt durch (jhlorodont - Mundwasser, überall zu haben. Der Rundfunk steht im Begriff sich em neues Gebiet zu erobern: die Eisenbahn. Lange . Eisenbahnfahrten durch einförmige Gegenden be- Derliner Dors«. beuten qualvolle Stunden stur zahlreiche CRep 23. OKai. 23örfenftimmung6bin>. mS ©enüge 8u tun. Ein- rntercHante OteuCTung in biefer Richtung wurde in den letzten Tagen durch dl- Stana <$rid> F. §ut6 -miz-n D-r- tvetei-n der Reichsbahn im O-Zug Hrrrnburg— Berlin vorgeführt. An jedem Sitzplatz eines Abteils war ein Kopfhörer angebracht mit bem der Rundfunk des Doxhauses in Berlin aufgmuom- men werden konnte. Der Empfang war m Bezug auf Lautstärke und Reinheit, unabhängig von der Entfernung von Berlin, ausgezeichnet, und erfuhr durch das Geräusch des Fahrens keinerlei Beein- I trächtigung. Zur üebertragung des Rundfunks i wurden die Einrichtungen mitbenuht die von der Firma vor einiger Zeit für die bekannten Zug- telephonieversuche hergerichtet wo üben fmb. Ob die Neuerung für das reisende Publikum nutzbar ün Billionen Prozent Frankfurt n 9)1. Berlin Schluß- Kurs Schluß. Kues Schluh- ßu-i Schluß- Kur^ Datum: '2. s. | 23. 5. 22. 5. 23. 6. 5% Deutsche Reichsanleihe . 0,069 0,0595 0,069 0,071 4d/0 Deutsche ReichSanlcihc . — — 0,420 0,420 3'/,°/« Deutsche NetchSanlcihc 0,200 0,200 0,204 6,195 3°/o Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe 0,825 0,825 0,081 0,842 0,9b 0,95 4°/o Preußische Konsols . . • 0,201 0,201 0,175 0,211 — __ — — 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto-Doll.-Schav-Sntvetlung. •) 76,20 76 76,30 76 22. Mat "3 Mat Reparl. Amtliche Wrlb ioHeruni Briet Umtli d- Äelo I iott:r 1 t ^r>:i 99 93. Nmfi-.Rott. Brll--?lntw. Ebristiania. 1 Kopenhagen Stockholm. HelsingforS. I Italien. . Lonvon.. . Ncupork . - Pari« - Schwei; - I Spanien. Wien tn D.' 1 Leit, abgech I Prag. • ■ • Budapest- ■ Buen^AireL Bulgarien Japan .. - I Rio v« Jan- I Belgrad . Lissabon. 157,60 20,1 > 68,75 71,42 111,97 10,57 18,75 18,356 4,19 23,84 <4,51 68,45 5,93 12,58 4,58 1,575 3,04 1,685 0,445 6,23 12,5» 158, i0 20,25 69,05 71,78 112,53 10,6! 18,85 18,445 4,21 23,06 14,89 08.75 5,97 12,64 4,62 1,385 3,08 1,695 0,455 6,27 I 12.64 Banin 157,51 19,65 68,35 71,22 111,72 10,5/ 18,70 18,305 4,19 23,14 74,81 68,25 5.94 12,51 4.58 1,375 3,04 1,685 0,425 6,23 12,56 otea. 158,29 19.75 68,65 71,53 112,2 10,63 18,80 16,395 4,21 23,26 75,19 68,55 5,98 12,69 4,62 1,385 3,06 1,89 > 0.435 5,27 12,64 2 voll voll 10 10 voll voll 2 3 voll 2 voll voll voll voll voll voll voll voll voll 3 voll voll 0 25 voll voll 3 3 voll 10 voll voll voll voll voll voll voll voll voll Berlin, 23. Mai___________ Meld | Brief IRevarr- 1 »/" Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 11 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als er in Zell eingetroffen war, hatte die Nacht ebenso finster auf dem See gelegen wie zu dieser Stunde über Runs, und doch war es dort Heller gewesen, denn die Milchstraße glänzte und überbrückte die schwarz auseinanderklaffenLen Llfer. Von der Reichenau klang Geläut herüber. Das Landhaus war erleuchtet. Langsam fuhr Bantiger im Break des Pächters dem flimmernden Ziel entgegen. Er hatte die Einladung noch von Runs aus ergehen lassen und erschien als Gastgeber zuletzt zum Fest. Es war nicht das erste Mal. Er wußte, daß Hans- peter von Aich der Besitzer des Gasthofes zum Schiff und seine Frau für Küche und Keller gesorgt und die Gäste an seiner Statt empfangen hatten. Als er sich im Giebelzimmer umkleidete, hörte er den Lärm fröhlicher Gespräche Hercukf-- schallen Draußen rauschte der Delphinenbrunnen im Muschelbecken, flüsterte der Seewind im Rerlaub, und aus dem Gartensaal klang das Zirpen der Geige, die der Hütlein-F«rnz, das musikalische Faktotum von Zell, kratzend stimmte, um mit seinen alten Kumpanen, dem Klavierspieler Groh- Heinz und dem Cellisten Stellreiter, Hinter äem Rebengitter zur Tafel aufzuspielen. Mit Hastigen Bewegungen band der Baumeister die lose flatternde Krawatte, dann stieg er wohlgemut die Treppe hinunter. Er freute sich über die aus- gestopften Bogel und die großen und kleinen Gehörne, die die Wände des Ganges zierten, als hätte er sie noch nie gesehen, und stieß unten auf den eifrig in den Flafchenkörden wühlenden Hanspeter. „Grüß Gott, „Schiff", sind alle da?" „Alle da, alle lebendig, keiner tot," antwortete der andere, ohne sich stören zu lassen. „Auch die “ Der Baumeister brachte den S^h nicht zu Ende. „3-1, auch die Mara. Sie ist von der Au heriibergerudert worden, weil kein Schiff mehr ging. Ihr Mann ist auf dem Wrinkaus ins Tirol, und darob freut sich die meisterlose Frau." „Freu ich mich auch, Hanspeterl" lachte Gottfried Bantiger und schüttelte dem Freund die fleischige, mit Flaschenstaub bedeckte Rechte. Ein Schwall dunklen Blutes stieg in ihm guf, ein Strom gestauter Lustgefühle brach sich in ihm Bahn, ihm wurde frei und leicht zu. Sinn. Er sah die Geliebte immer noch, wie sie vor elf Jahren gewesen war. Damals, als er sie an einem Landessest kennengelernt hatte. Sie war als Tochter eines zu Fall gekommenen Industriellen an einen wohlhabenden, auf se nem Erbgut sitzenden Landwirt verheiratet worden, dem sie an Bildung und Klugheit weit überlegen war, der aber sein Herrenrecht plump und starlblütig geltend machte und erst von ihr aus dem Allerw- besitz gestoßen worden war, als die Gemeinschaft ohne Nachkommen blied Bantiger hatte die schlanke, hochgewachseire Frau mit dem unbewegten Gesicht, den buirflen Augen und den mühsam beherrschten leidenschaftlichen Mund im Ausstellungszelt der Obstkulturen, zwischen Aepfeln, Birnen und Traubmr und umschwirrt von unzähligen Wespen, kennengelernt. Sie waltete als Pomona im enggegürteten weihen Kleid mit glänzenden nackten Armen ihres Ehrenamtes. Ein hetyes 'Degeyren war in ihm ausgestiegen, als er sie so erblickte. Er suchte es niederzuzwingen, aber sie fühlte, daß er um sie warb, und auch ihr Blut erwachte. Da ergriff er von ihr Lefitz. Es war ein Aufflammen, ein Zusammenprall, der sich rasch wieder löste, aber sie hatten einander so viel gegeben, daß die Frau das Erlebnis unvergessen in sich trug und der Mann ihr den Dank in ritterlicher Zuneigung erstattete. Die Zeit war darübergegangen und das Feuer war längst erloschen, aber die Erinnerung spann zarte Fäden um sie, die festhielten, weil sie nicht daran zerrten, um den Zusammenhang mit der Vergangenheit nicht zu verleugnen. So war Mara ihm mehr geworden als alle anderen Frauen. Als Gottfried Bantiger in den Gartensaal trat, umdrüngten ihn die Freunde mit freudigem Willkommen, und er hatte das Gefühl, als Ware die Zeit stillgestanden und kein Trunk Wasser den Rhein hinuntergelaufen, seit er sie gesehen, seit er mit ihnen in diesem rebenumrantten Raume zusammengeseften. Unb als er Maras Hände umfaßte, sie auf Armeslänge von sich haltend, als er sie vom Scheitel bis zu den Füßen betrachtete und das Blut in ihre klaren Wangen steigen sah, da war ihm das Leben so lieb und so leicht, daß er lachend rief: „Um alles in der Welt — es will nicht herbsten, Pomona, und wenn's dem Himmel recht ist, bleiben wir ewig lang? Auch die Frau, deren Schlankheit zu stolzer Fülle gediehen war, die aber immer noch anziehend wirkte und in diesem Augenblick um Jahre verjüngt erschien, sah den Mann, wie er ihr einst entgegengetreten war. Sie sah ihn mit dunklerem, vollerem Haar, mit strafferen, Qareren Zügen und höher getragenem Kopf. Und der Baumeister neigte sich über ihre Hand und küßte sie mit einem Anstand, als hätte er seine Jugend nicht im Steinbruch, sondern tat Schloß zu Runs zugebracht. Sie gingen zu Tisch Als der Salm aufgetragen wurde, stimmte das Zeller Trio die erste Weise an, und Gottfried Bantiger hob das Glas, in dem der Rheinwerrr klare Perlen warf, sah sich um und ries: „Auf daß wir nicht rosten!" „Keine Ursach!" antwortete Barthel Glvor, der Ratschreider von Zell, und die Gläser klangen rund um den Tisch Die Gerichte folgten einander und die Weine wechselten die Farbe. Zu den geöffneten Fenstern flutete der Dust reifer Früchte herein. Bantiger umspanrtte zuweilen Maras nackten Arm, als müßte er sich ihrer Nähe vergewisserrr. Er genoß die Stunde und vergaß die fernliegende Welt. Der Schiffwirt, der Ratschreiber, der Apotheker, der Schiffsbaumeister von Radolfszell und der Amtmann von Mannenbach taten ihm Bescheid, und die Frauen wurden heiß und lusttg Der jungen Frau des Ratschreibers zuckten die Füße schon zum Tanz, als der Rehrücken noch nicht abgetragen war. Sie war erst zum dritten Mal auf dem Untersberg, aber sie hatte all ihre Sprödigkeit und Scheu abgestreift, und der Apotheker sagte, er kenne sie nicht mehr^..Ein Hexlein sei aus ihr hervorgekrochen und Wille zum Schornstein hinausretten. (Fortsetzung folgt.) Neue Presto- und Fafag-Siege Fünfte Nordbayrische Zuverlässigkeitsfahrt mit 3 Bergprüfungen / 27. April 1924 Presto: 4290c Generalvertretung für Hessen u.Hessen-Nassau: Prestowerke A.-G., Niederlassung Frankfurt a.M., Kreuznacherstr.18. Fernspr.: Maingau 5087 ___ M -''T ' -43.' Klasse V bis 10PS.,Tourenwag., Industriefahr.: LSiegenHuth auf 8,98 PS. Klasse Vbis 10 PS.,Tourenw.,Industriefahr.: Ill.Sieger: Endres auf 8,98 PS. Klasse V bis 10 PS., Rennwag., Industriefahr.: I. Siegers Kermer auf 8,98 PS. - Graf von Hagenburg fährt auf 4 PS—Faffag die schnellste Zeit aller Wagen-Klassen heraus und gewinnt dadurch die RHÖN-MEISTERSCHAFT 1924 ICQTQ 81 D Klasse 1 bis 4 PS., Tourenwag., Industriefahrer: I. Siegen Stumpf-Lekisch I O H 0 ö B Klasse I bis 4 PS., Tourenwagen, Privatfahrer: II. Siegers Meister Klasse I bis 4 PS., Rennwag., Industriefahrer: I. Siegers Graf v. Hagenburg Grarversteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Dienstag, den 27. Mai, Mittwoch, den 28. Mai, Freitag, den 30. Mai und Samstag, den 31. Mai 1924, folgende Grasnutzungen für das ganz Jahr öffentlich meistbietend versteigern: (4284B Dienstag, den 27. Mai, 1. vormittags 9 Uhr/ an Ort und Stelle die Wiesen beim städtischen Freibad in 3 Abteilungen, desgleichen 4 Abteilungen von der Hospitalwiese auf der Hohl- reiche, sowie die ftühere Ockelsche Wiese an der Rodheimer Sttahe in 4 Ableistungen, hieran anschließend sämtliche städtische Feldwege, Gräben usw. im ''Neustädter Feld. Mittwoch, den 28. Mai, 2. vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnutzung von den Wieseck- böschungen, Zusammenkunft in der Gartensttaße an der Wieseckbrücke, anschließend verschiedene städtische Grundstücke bei der Kläranlage und sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Lahn und der Kreisstraße nach Schiffenberg gelegen. Freitag, den 30. Mai, 3. vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle sämtliche Feldwege und Gräben usw. zwischen der Kreisstraße nach Schiffenberg und der Wieseck, sowie die Gras- nutzung vom Friedhof auf dem Nahrungsberg in 20 Abteilungen. Zusammenkunft am Bahnübergang des Schiffenberger Wegs. Samstag, den 31. Mal, 4. vormittags 8 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnutzung von der Wiese in der Wiesensttaße in 17 Abteilungen, von den Wiesen beim Fustizgebäude in 10 Abteilungen, ebenso von den Wiesen am Fürstenbrunnen in 23 Abteilungen, anschl. sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wieseck und der Lahn; 5. vormittags 10 Uhr, die Grasnutzung vom Friedhof am Rodberg; 6. vormittags 12 Uhr, die Wiesen in der Schwarzlach in 19 Abteilungen. Gießen, den 20. Mai 1924. DerOberbürgermeister. I.D.: l)r.Rosenberg. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Wieseck vom Rj. 1924 liegt von Montag, den 26. Mai an eine Woche auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht offen Cs ist die Erhebung einer Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 43130 Wieseck, den 24. Mai 1924. Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. Bekanntmachung Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde liegt vom 26. d. M. an eine Woche lang auf dem Bürgermeistereibureau zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 43180 Nieder-Bessingen, den 24. Mai 1924. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. Steuernagel. Nutz- und Brennholzversteigerung. Freiherrlich Riedesel sches Revier Oberwald. Freitag, 30. Mai 1924. Disttikte: Weiden, Dörner, Lochwald, Münchenhain, Eisenberg, Katzenzähl, Kaup, Auerhahnspfäd, Rebgesh. alt. Schlag, Ob. Herrnhaag, Unt. Herrnhaag, Rotherdekopf und Forstwiesenkopf. Buche: 13 Abschnitte mit 9,82 Fstm. 3. u. 6., 73 Fstm. 4. Kl., 157 Rm. Scheck u. 69 Rm. Prügel. Eiche: 41 Abschnitte mit 3,60 Fstm. 2., 0,43 Fstm. 3., 2,78 Fstm. 4., 3,10 Fstm. 5. u. 3,15 Fstm. 6. Kl. Esche: 64 Abschnitte mit 1,29 Fstm. 1., 1,27 Fstm. 2., 3,03 Fstm. 3., 12,70 Fstm. 4., 8,29 Fstm. 5. u. 0,25 Fstm. 6. Kl. Ahorn: 30 Abschnitte mit 1,73 Fstm 2., 5,34 Fstm. 3., 6,64 Fstm. 4. u. 3,71 Fstm. 5. Kl. Ulme: 1 Abschnitt mit 0,40 Fstm. 3. Kl. Weißbuche: 1 Abschnitt mit 0,28 Fstm. 4. KI. Erle: 1 Abschnitt mit 0,67 Fstm. 3. Kl. Das Holz wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wolle man sich vorher ansehen. Auf Wunsch wird das Holz vorgewiesen. Brennholz sitzt sämtlich im Distt. Unt. Herrnhaag. Nähere Auskunft durch die Forstbeamten des Reviers und unterfertigte Stelle. (4306 0 Zusammenkunft: 10 Uhr vormittags im Distr. Unt. Herrnhaag auf der mittl. Schneise. Engelrod (Oberh.), den 21. Mai 1924. Freihl. Riedeselsche Revierverwaltung. M W T O Adler, Viersitzer, 5/14 P. S., Bauj. 20, spitzer Kühler, elektr. Licht, Drahtspeichen-- räder, in den Adlerwerken neu durchrepariert und neu lackiert, fast fabrikneuer Zustand. 4500 Mk. e2u<28 Autoboller, Lang-Göns Telephon Großen-Linden 15. oocpxjcxiaooooocixggpoooocooaoaoQcaxo Nächsten Mittwoch, 28. 5., mittags 4 Uhr soll in Gießen durch das Ortsgericht Gießen das folgende Grundstück erstmalig fteiwillig meistbietend versteigert werden: Gemarkung Gietzen: Zlur XXXVIll. Nr. 245'Ao hosreite am Mühlweggarten Lahnstr. 9'/io(ift|tl9) 7(6 qm. Näheres durch "°"0 Notar Ghuacker in Butzbach. la Leberwurst Psd. 60 Pf. Holsteiner Nase „ 60 „ Marmel. 2psd.-Limer 175 „ Nunfthonig 2 r’ Pfö. 50 „ Lachsheringe grotz, §tck. 15 „ Bismarkher. „ „ 15 „ R. DicfenW, NeustM 15. Sonntag! 020421 Bestellungen bis zum Samstag abend 8 Uhr bei Gustav Trinkaus jun. Teleph. 1456. Zitronen 300 er 360 er 150 er Mk. 10. - Mk.9. - Mk. 9.- per Kiste. 432°a Neustadt 15. M SMeMiner fierteijimmet WM-nnm SM» Wel-Mkl Bflto-.aitioet- fdjroaf.Batefltt-, JW-MM.. iMNs, Gre- üenm. IHUe, Stahle Staunend billig bei Zablungö- crleichterung Möbelhaus A. Brumlik VOrEl. J. JttQSDQ Gießen Babnbosstr. 29 Metallbetten Stahlmatr., Kinderbeuern dir. an Priv.. Kat. 31N frei. Eisaa« mäbeltahr. Suhl LTh. Follrillel Küken-Hirse Fischmehl Fieischmehl Futterkalk » Haferkleie * Miami Mausba.17Tel.1486 tau f alle Zeitungen Pfeiffersche Buchhandlung Walltorstr. 21. Fernruf 1342. «»i | isomer- ft !! Wssen Ein einfach, wnndar- baresffiitieltelleaern jedem kostenlos mit. Mu El. 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W n Dausende unseres Volkes wenden sich mit Recht, innerlich angeekelt, ab von dem Gassen- h-auertvn und dem kitschigen Lebensgenuß großer Teile der Jugend, besonders in größeren Städten. Die wenigsten von ihnen aber fragen weiter: muh das so sein? Habe ich aus früheren Zeiten vielleicht mit Schuld daran? Tue ich jetzt alles, um hier zu wandeln und zu bessern? Die schlichte seelische Tiefe der deutschen Volkslieder, das innige und sinnige Empfinden der Märchenwelt ist untrennbar verbunden mit dem Rauschen der Wälder, dem Plätschern des Daches, mit dem lachenden Grün hes schönsten Wiesengrandes oder lvenigstens mit einem Stückchen Garten lande, aas dem man sich im Boden des Vaterlandes wurzeln fühlt. Von den Tausenden Entgleister sind die Mehrzahl die ohne Heim: ihr seichtes und ober’ sachliches, gefährdetes und verkommendes Leben ist eine Anklage gegen die Ration. Diele treue und gute Deutsche stehen mit verständnislosem Kopf schütteln vor der Religionslosigkeit und Vaterlandslosigkeit weiter Sch.chten Weidegang der Fohlen. Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus"" mit dieser Form des Ausschlagens soll sich aber'der Landwirt nicht begnügen, sondern dafür sorgen daß möglichst sein sämtliches Jungvieh, besonders aber die Fohlen, vor Lust und Freude auf ber Weide mit sämtlichen Deinen ausschlagen und sich dort nach Herzenslust tummeln. Denn frische Lust und Bewegung sind allererste Lebensbedingungen für solch ein junges Tier, viel wichtiger sogar als das Futter. Dieses kann das Tier stundenlang entbehren, Luft aber nicht. Ein langes Tier die ganze Jugendzeit im engbegrenzten und womöglich noch dunklen und dumpfigen Stall zubringen zu lassen, ist eben eine Tierquälerei, mit Es gibt davon zwei Arten. Die häufigste ist die der Stachel beer-Bla ttwespe, Re- matus ventricosus. Sie ist ein gelbliches^ etwa i/2 Zentimeter langes Insekt. Wenn Anfang April die Stachelbeerstrauch?r ihr erstes Grün zeigen, erwachen auch die befruchteten Weibchen aus ihrem Winterschlaf. Jedes legt 100—120 Eier auf die Unterseite der kaum entfalteten Blättchen. Man erkennt sie daran, daß sie kleine Löcher haben. Rach 8—14 Tagen, je nach der Witterung, schlüpfen die jungen Räupchen aus. deren Dasein man gewöhnlich erst dann wabr- nimmt. wenn schon ganze Zweige kahl gefressen sind. Die bläulichgrünen, schwarzköpfigen, zwan- ziqfüß'gen Raupen sind an den Seiten mit schwarzen Bankten versehm. Ende Mai stellen die ausgewachsenen ihren Fraß ejn, lassen sich zu Boden fallen und verpuppen sich in der Erde. 3m Husi •ober Auaust tritt die zweite Generation auf, um die inzwischen wieder grün gewordenen Stachel- boerbüsche abermals abzuweiden. Dabei werden auch die Johannisbeersträucher nicht verschont. Die andere, weniger häufige, aber ebenso gefräßige Art ist dieses Sta chelbeer span-- n e r s, Abvaxis grossulariata. Der auffallend bunte, weiß, braun und gelb getupfte Schmetterling fliegt in der Dämmerung und legt im August seine Eier in die Blattwinkel der Stachelteer- belaabung ab. Aus diesen kommen hn September die ebenfalls weiß, braun und gvlLbunten Span- nervaupen. Dor Eintritt des Winters häuten sich die Tiere noch einmal und fallen im Spätherbst mit dem Laube ab. Hier überwintern sie als Raupen. Weckt die Frühlingssvnne das junge Grün, dann erwacht auch die Raupe aus dem Winterschlaf, besteigt den Strauch, um hier ihrer Freßsucht weiter zu frvhnen. Sind sie zahlreich, so entgeht ihnen kaum ein Blatt. Da man gegen das fliegende SnfeEt beider Schädlinge machtlos ist, kann der Kampf sich nur auf die Vertilgung der Raupen beschränken. ileberflreuen der Sträucher mit Kalk, Schwefel, Ofenruß usw. hilft in den seltensten Fällen. Absuchen oder Abklopfen auf ausgebreitete Tücher oder große Papierbogen am frühen Morgen ist eine so mühsame und zeitraubende Arbeit, daß sie nur in kleinen Gärten und bei Hochstämmchen in Frage kommen kann. Man hat daher chemische Mittel hergestellt, welche die Tiere durch ihre ätzende Wirkung toten. Sie sind unter dem Ramen Florisol, Parasit ol, Floria Harzolseise, Solbar usw. in den Samenhandlungen käuflich. Alle diese Mittel sind aber mir dann wirksam, wenn sie in vorgeschriebener Verdün. nung mittels einer Spritze auch von unten her die Schädlinge treffen, so sruh'^itig wie möglich angewendet und wöchentlich wenigstens einmal — bei Regen auch öfters — wiederholt werden, weil mit ständiger Zuwanderung der geflügelten Gäste aus.den Iachbargärten gerechnet werden Untere tierische Ernährung steht seit ungefähr einem Hahrzehnt unter dauerndem Eiweißmangel, unter dem besonders junge und wachsende Tiere schwer zu leiden haben. Die Tiere wurden bezüglich der Eiweißzusuhr unterernährt und erhielten verhältnismäßig zuviel Kohlehydrate, die aber infolge des Eiweißmangels nicht zur vollen Ausnutzung kamen, sondern zum großen Teil unverdaut in den Mist übergingen, den sie auch nute an pflanzlichen Nährstoffen bereicherten. Während nun in unserer Heimat ein Mangel an Rahrungs- Mitteln und Futterstoffen herrscht, trat, wie Tier- zuchtinspektvr H. Münzberg-Berlin in einem beachtenswerten Aufsatz in Heft 8 der „Mitteilungen der D LG." ausführt, besonders in Südamerika infolge Absatzstockungen ein Überangebot an Rah- rungsmitteln und Futterstoffen zutage und machte den Getreideabbau unrentabel. Man verfütterte das Getreide an Masttiere and verwandelte es dadurch in Fleisch. Inzwischen ist auch diese Der- weitungsmöglichkeit zurückgegangen. Hetzt wird vielfach in den Fabriken das Fleisch durch Behandeln mit warmem Wasser ausgelaugt. Aus dem Auszuge macht man Rährextrakte, und das ausgelaugte Fleisch wird getrocknet, gemahlen und I als Keischfuttermehl dem Handel zugeführt. 3n- ! felge der Üleberprvduktion ist jetzt dieses Fleischfuttermehl so billig geworden, daß seine Verwendung als Eiweißfuttermittel besondere Beachtung erheischt, zumal es an alle landwirtschaftlichen Rutztiere mit gutem Erfolge verfüttert werden kann. Ein Zentner Fleischfuttermehl enthält ungefähr 75 Pfund hochverdauliches Eiweiß. Dieses Futtermittel erlaubt somit, den Eiweißgehalt einer Ration durch verhältnismäßig kleine Mengen wesentlich zu erhöhen und die Verwertung der Kohlenhydrate besser auszunützen. Infolge seines kräftigen Geruches wird allerdings die Annahme des Fleischfuttermehls in der ersten Zeit, besonders von Schafen und Pferden, verweigert, doch legt sich dieser Widerwille bald, wenn anöere schmackhafte Futtermittel beigefüttert werden. 1 Fleischfuttermehl muß natürlich, damit es nicht ___ er n. ilt es la. idi 95- ? o itausM welcher der Tierbesitzer sich selbst den größten Schaden zufügt. Daß man auf die tägliche Bewegung des jungen Tieres, und besonders des Fohlens, immer noch Hinweisen muß. ist eigentlich tief bedauerlich aber die Tatsache, daß die Tiere vielfach die ersten Lebensmonate im Stall verbringen müssen, zwingt einen immer wieder dazu, darauf aufmerksam zu machen: legt in der Röhe des Stalles eine Koppel für das Jungvieh an, der Platz wird sich dadurch unendlich mehr bezahlt machen, als wenn er mit irgendeiner Kulturpflanze bebaut wird. Auf ihm wird gesundes Vieh wachsen. Außer den hessischen Künstlern haben auch badische und württembergische die Darmstädter Ausstellung beschickt, so daß hier drei verschiedene Gruppen unter einem Dach vereinigt sind. Es ist also sehr erleichtert, die Kunst Südwestdeutschlands in einem Gesamtüberblick kennen zu lernen. $■ An kahl gefressenen Sträuchern werden die angesetzten Früchte nicht mehr reif und Sträucher welche wiederholt vom Raupenfraß hrimgefucht wurden, sind meist so geschwächt, daß sie ein- gehen. Früchte von gespritzten Sträuchern müssen vor dem Genuß mehrfach gewaschen und mtt reinem Wasser nochgespült werden. ■ R. Ein internationaler sozialökononnscher Kongreß. Der 1. internationale svzialökoiwmische Kon- qreß findet Ende September 1924 in Buenos Aires statt, um die gesamten Wohlfohrtsein- richtungen der Welt zum Austausch ihrer Erfahrungen und zur Organisierung ihrer Zusammenarbeit zu vereinen. Der Kongreß le itting gehören an: der Präsident der Argentmischen Ration, Dr. M. T. De Alvar, die früheren italienischen Ministerpräsidenten L u z z a t r und R i 11 i, jher Präsident des Deutschen Reichsgerichts Dr. Walter Simons, ferner die Prof. Guglielmo Ferrero, Enrico Ferri und Leon Bourgeois, der nordamerikanische Staatsmann Elihu Rvot, der englische Hygieneminister H. H. W h i 11 e h u. a. m. Die Arbeitsgebiete des Kon. gresses sind: Wvhlsahrtsmuseen. Arbeiterfragen, soziale Hygiene, ülnterricht, Agrarfragen, Sozial- statistik. — Räheres beim Deutsch-Argentinischen Zentralverband, Berlin W. 15, Kurfürsten- dämm 220- Treue gilt es aufs neue hochzuhalten, sie zu bekunden im einträchtigen Zusammenwirken aller Deutschen für das mißhandelte und zerrüttete Vaterland und sie einzuprägen in die Herzen der Jugend, denn nur deutsche Treue, Treue zu uns selbst und zu unfern Volke verbürgt diesem bessere Zukunft: ein Volk, das sich nicht selbst liert, bleibt unverloren I des Arbeiterstandes und jammern über bte entsetzliche Seelen- und Herzensverarmung, die hierin ausspricht. And doch ist auch diese Ev- scheinung nicht zu verwundern. Wir Menschen sind ein erbengängig Volk, dessen innerste und ewige Werte doch nicht ohne Zusammenhang mit irdi- Myen, Formen und Bedingungen sind, ülnd wenn Die Seele-sich im Tiefsten und Wertvollsten des Lebens finden soll, so gehört dazu Sttlle und Sammlung. Leben nicht Millionen in deutschen Grenzen, denen ihr sogenanntes „Zuhause' diese innersten Lebensgrundlagen vorenthält, denen die Wohnung mehr Hölle als Heim ist? Die Bruder und Schwestern mit dem leeren Herzen und ter /verarmten Seele, besonders im Hinblick auf irdi sche und ewige Heimat, sind meistens „die ohne $CUSiefen unseligen Zustand zu überwinden, ist keine politische Parteifrage, sondern einfachi eine Frage der brennenden Volks- und Vaterlandsliebe und der allerselbstverständlichsten Barmherzigkeit mit anderem Menschentum. *- -■ seine Phantasie schweifen läßt Anders verhalt sich darin Karl Deppert-Darrnstadt, in dessen Bild „Taufe" sich Form und seelischer Ausdruck nicht zu einer Einheit gefunden haben; es bleibt em an Karikaturen erinnernder Eindruck zurück. Er stellt ein rückschrittliches Element dar. Eine der erfreulichsten malerischen Leistungen ist eine Darstellung der Hochgebirgswelt des Matterhorns von Roland Anheißer in Hagenheim an der Bergstraße. Durch schlichte Sachlichkeit zeichnen sich die Landschaften von Altheim-Darmstadt, Bantzer-Kassel, Hölscher-Darmstadt, Muller- Tenckhoss in Mainz (Hunsrück), Mathilde Steg- mayer-Darmstatd (Burg Gleiberg) aus. Dem.Pro- blem der Farbe gehen nach und bieten inter- essante Lösungen: FridaRest-Mainz (Stilleben) Hans Hecker-Worms (Fraucnbildnis), MrtthiDe Huber-Mainz (Canbfdxiften), OHaria Delte- Friedberg (Stilleben) und Maria Ziegler-Mamz (Sttlleben). Sehr reichhaltig sind auf der Ausstellung die graphischen Künste vertreten; sie sind unter tor Betonung ©rifjeltunft un> aBafferfarten in einer Abteilung zusammengefaßt. In mancher Beziehung spiegelt sich hier das Leben der Gegenwart noch getreuer wieder. Zu nennen waren hier a a die Radierung „Der ewige Ruderer von Sofie Grosch-Gonsenheim, Wasserfarbenblatter und ein Holzschnitt von Margit Manz-Alzey, sowie ein Oelpastell und Radierungen von Bruno Pcmitz-Mairz. ita ««D I# freuen I — Ihr Deutschen von heute, habt ihr einen ähnlich geschulten Blick einen gleichen freundlichen Willen für das Leben eures Volkes und ferner Glieder? Seid ihr durchdrungen von der Heber- zeugung, daß jeder Deutsche, der geboren wird, ein Lebensrecht an das Vaterland zu stellen bat, um später einmal einen Lebenszweck für das Vaterland zu erfüllen? Was konnten Volk und Datei land heute in deutschen Landen fern wenn lieferet Pflichtbewußtsein und stärkeres Derant- I wortungsgefühl der Volksgenossen füreinander vorhanden wäre! Die furchtbarste Anklage gegen Lauheit und Gleichgültigkeit der öffentlichen Meinung sind heute „Die ohne Herrn!" > Don tausend Todesfällen hat „die weiße Pest" die Tuberkulose verursacht: im D^vk Beding von Groß-Berlin 217, im Bezirk QHitteJ60, in Zehlendorf 14. Welche erschütternde Anklage liegt in diesen Zahlen! Die Tuberkulose ist eine Heimkrankheit Jedes Elternpaar mit gesunder-, sonniger Wohnung, das sich, an den runden Gliedern und frischen Wangen eines neugeborenen Erdenbürgers freut, sollte daran denken: es gibt viele Tausende anderer deutscher Vater- und Mutterherzen, die ein natürliches, gottgewolltes Anrecht auf die gleiche Freude haben, ülnd sie dürfen sie nicht genießen, weil sie Menschen ohne Stom sind. Wer Dvlksfreude und Vaterlandsliebe von allen Deutschen erwartet, der helfe Millionen Volksgenossen in Wahrheit von der Rächt- und Schattenseite des Lebens erlösen. Südwestdeutsche Kunstausstellung. Ein vielgebrauchtes Zitat aus Schill n-s Wallenstein" besagt: „Ernst ist das Leben, heiter iss^ie Kunst." Des Lebens Ernst spüren^wir m der sorgenvollen Gegenwart nur altzu sehr ccher nur von wenigen Kunstwerken der letzt eröffneten Südwestteutschen Kunstausstellung auf ter Mathildenhohe in Darmstadt ge^ elne Wirkung aus, die man als eine Befreiung des Gemüts, «ls Heiterkeit, bezeichnen konnte. Auch die Kunst ist ernst geworden, fast zu ernst, denn ost spurt man. daß die Künstler um Ideen ringen, daß sie mehr der Losung von Problemen nachgehen, als baß sie die sinnlich wahrnehmbare Welt da stellen. Die Kunst soll ja die Vermittlerin des ülnaussprechlichen sein, aber bei manchen Vil- dein fehlt diese Verdeutlichuiig, es bleibt bei dem -Dunkeln und Unaussprechlichen; bas .^eellsche Pro blem ist ungelöst. Damit sind nicht die Bilder ge meint, auf denen nach der Weise der Exprestio- nisten alle Formen aüfgelöft sind und dafür Bil berrätfel geboten werden - solche Gemälde sind aus der Ausstellung kaum vertreten — .sondern Kunstwerke, die ein Spiegel der Zeit sein wollen. Gegenüber früheren Hahren hat das Pro aramm der Ausstellung aus sinanzlellen Grun- tn eingeengt werden müssen; es smd Künstler nur terf. worden. Gibt eine solche Beschränkung auch kein Recht, die Bilterschau als ein einigermaßen getreues Spiegelbild unserer Zeit zu bezeichnen, so ist boeß wohl der Schluß erlaubt, von diesem geographisch begrenzten Kunsttez^k auf die gesamtdeutschen Verhältnisse zu schließen. Die Zerrissenheit, die durch die deutsche Seele seit tem Erlebnis der Revolution geht, hat sich noch nutk xu einer seelischen Einheit wieder zuruckgefunden, ab« b't ®=funbung»pro»ef; ist im Madien. Die Bilder sind nicht mehr uferlose Phantasien, wie sie es in der Mehrzahl auf den Ausstellungen der letzten Hahre in Darmstadt waren, nicht mehr die Welt, wie sie nach irgendeiner fern sott, sondern die Welt, wie sie ist, stellt sich etzt in stärkerem Maße auf der Leinwandtem Betrachter dar. Das ist eme erfreuliche Feststellung, die man machen muß, die der RuWellu'i^ eine besondere Bedeutung gibt und den Besuch lohnend gestaltet. Am meisten zeigt sich in der hessischen Gruppe der Ausstellung das Bestreben, die Kunst einer neuen Entwicklung zuzuführen; hier sind die Pfadfinder nach dem noch unentdeckten Land der Zukunft. Die Welt der Formen tritt bereits nut Klarheit hervor, das Problem wird mehr auf dem Gebiet der Farbe gesucht. Die stärkste künstlerische Persönlichkeit ist hier Paul Thesing, dem eine Reihe von Darmstädter Künfttern nachstrebt, die sich seiner Farben- und Formensprache bedienen. Thesing ist ein Ringender; er steht mehr auf dem Boden der Wirklichkeit als daß er MW* 'M n*[k* , mögen M»- ein & BogUr, a.5R. UMMk Eine Pflanze kümmert und kränkelt; Blättchen werden grau und gilben welkend in den Spitzen Die Blüten fallen ab, ehe sie sich -recht ----- ---------- - . erschlossen haben, ober wenn sie sich entfalten, so verdirbt, trocken aufbewahrt werden. Rach dem fehlt ihnen Glanz und Schöne. Wenn kundiger Vorschläge von H. Münzberg verfüttert man Blick dies kümmernde Leben schaut, dann forscht Fleischfuttermehl anfänglich in Heinen Mengen, er nach den Fehlern, die seine ÜIrsache sind;-dann ^e man mit zunehmendem Alter steigert. So ersucht er Lebensbedingungen für seine Pfleglinge, ^[ten über drei Monate alte wachsende Schweine bte den Lebenszweck einer Pflanze wirklich er- täglich etwa 100 Gramm, welche Gabe mtt fortfüllen' Grünen und Blühen, Gedeihen und Er- schreitendem Alter bis auf 300 bis 400 Gramm ' ’• 1 gesteigert werden kann. Auch Kälber verwerten diese Mengen mxß gut. Dem Milchvieh kann man mit kleinen Gaben beginnend, bis 1 Kg. täglich geben, ohne daß sich ungünftige Wirkungen auf Milch- und Butter bemerkbar machen. Don Hühnern Enten, Gänsen wird bekanntlich alle Fleisch- nahrung leidenschaftlich gern verzehrt, sie ist geeignet den Eiererttag erheblich zu steigern. Mit Kartoffeln vermischt gibt man diesen Tieren etwa 3 bis 5 Gramm Fleischfutter mehr auf den Lmg und den Kopf. Weil aber bei der Herstellung des Fleischsuttermehles der Hauptanteil der Mineralsalze ausgelaugt worden ist, ist eine terung von kohlensaurem und Phosphorspurem dringend anzuraten. Rk. W. i ilnb wie unvergänglich schön bleibt des großen Dichters Mahnung: m An's Vaterland, an's teure schließ dich an, Don Or. Anton Ohorn. Das halte fest mit deinem ganzen Herzen, Wi« klingt das Wort so traut und kraftvoll Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft! zugleich: Deutscher Geist! Tausend deutsche Her- Wie mit goldenen Lettern leuchtet es herein in zen sprechen es sttll wie ein heimliches Gebet der unsre Zeit und müßte alles verscheuchen, was un- Sehnsucht lausend Lippen rufen es laut wie eine deutsch ist. Gerade in der deutschen Dichtung muß- Forderung der Zeit an unser niedergebeugtes, wie das Deutsche gelten, wenn unser Gemütsleben gern bange Rächt versunkenes Doll. Wer noch deutsch I sunden und erstarken soll — darum fort mit allem Vüblt der sieht nach ihm wie nach einem Stern, widerwärtigen Schmutz, der so vielfach ter neuen, ter berausleuchtet aus dem trüben Gewölk, das „deutschen" Literatur, zumal in Romanen über Deutschland liegt, und der den Weg erhellen und Bühnenwerken anhaftet, ter nicht aus deut- foll in eine bessere Zukunft. schein Gemüt, aus deutschem Fühlen und Empfin- Deutscher Geist bedeutet deutsche Wesensart, I ben stammt, sondern auf fremden Einfluß zumck- wie sie sich offenbarte in Deutschlands großen Zei- zuführen ist, und der schon das Herz der Hugend ten da die Begeisterung aufflammte in viel tau- vergiftet. Deutfche Dichtung gilt es hochzu- send Herzen, in denen Kraft und Mut und Treue halten, zu hegen und zu Pflegen — das verlangt emportrugen aus Rächt zum Licht. Dieser Geist ter deutsche Geist. r lebt nicht im denkenden Verstand, sondern er er- Eine gesunde deutsche Dichtung ater besitzen wächst aus dem deutschen Gemüt, und deutschen toir auch im deutschen D olksli e de. Es- ift Geist hegen heißt das deutsche Gemütsleben warm eine liebliche Blume, die aus dem deutschen Ge- und kraftvoll erhalten und alles tun,' was dieses müt erblüt, des Volkes Lust und Leid zum schlich- fortert und alles hüten, was es uns seit langem ten, wirksamen Ausdruck bringt und einen Hort gegeben. bildet, ten es treu zu hüten gilt. Die alten, guten Has aber ist vor allem die Liebe zum Lieder haben schon unsere Vorfahren erfreut, ge» Vaterland, die es gilt schon in den Kinder- tröstet, erheitert in guten und schlimmen Stunden herzen zu wecken und zu beleben, auf daß schon die und sie verdinten uns darum mit unfern Vatern Tugend die Scholle lieben lernt, auf ter sie ge- und Kindern zugleich, denen sie als kostbares Erte boren ist und bereit ist, zu ihrer Ehre und.ihrem verbleiten sollen; sie tragen einen Zrredens- und Schuh ihre Kraft einzufetzen und ihr, wenn es gilt, Segenshauch in sich, mahnen auch in ter tferne an auch das Höchste zu opfern, Gut und Blut. Die bie Heimat, und bei ihren Klängen wird uns das Heimat kann nicht ersetzt werten, und ein gerate- Herz weit und warm. Darrrm fort fort mit den zu erbärmliches Wort ist das „ilbi bene ibi patria" schmutzigen und neuen „politifcten Liedern aus wo es mir gut geht, ist mein Vaterland. Schmach, ten Kreisen ter Hugend, die heute bag ®emut baß es deutsch-geborene Männer gibt, die sich mit vergiften und ihm gesunden Frohsinn und teut- | solchem Wort geradezu brüsten und dabei Führer sches Fühlen rauten! , . des deutschen Volkes sein wollen! Sie sind Der- In ter Liebe zum Vaterland, in ter Errn- räter an dem Wertvollsten, sie verleugnen und nerung an große Zeiten und große deutfche 4üan- vervaten ten Boten, auf dem ihre Wiege stand, ner, in der Freute an ter deutschen Kunst und auf dem ihre Eltern und Voreltern gelebt und Dichtung, in der Pflege des echten dmitscheu Dolks- aeschafft haben unb ter ihnen selbst auch in ber Ar- sieds offenbart sich aber die deutsche L, reue, mut Hütten manches Liebe und Gute geschenkt hat. Sie gehört barum auch vor allmn zu tem teut- Es aibt kein teutsches Gemüt und keinen deutschen schcn Wesen, ja, sie ist deutscher Geist. Alte Sagen Geist ohne Heimatliete. und Lieder Preisen sie, und sie hat sich bewahrt m In diesem lebt aber auch- als ein hohes Gut unzähligen Fälleii, wie Einzelne, wie ganze die Erinnerung an die deutsche Der- Stämme sie bekundet haben bis m ten ob-. Sie gangenheit, an große Tage und an große ist ein heiliges Erbe, und sie gilt es besonders zu Männer tenn sie erweckt die Begeisterung und wahren und zu hüten auch für das konimmite Ge- die Sehnsucht nach Zeiten, bie jenen vergangenen schlecht. In deutscher- ^.reue wurzelt deutsche Kraft gleich wären. Sie schenkt un5 Vorbilder deutscher — der große Weltkrieg hat es tetuntet Solange Kraft und deutscher Art, die wir heute mehr als die Treue lebte im deutschen Volk und Heer stand ie brauchen. In beklagenswerter Weise tezeich- Deutschland untezwungen einer Welt m -weiften nenb ist es baß man aus deutschen Schulbiblio- gegenüber; als aber die Treue wankte und- ver- tteken Bücher entfernt, bie von großer, deutscher sagte, erfolgte ter schlimme Zusammenbruch. Die Vergangenheit handeln; es ist ein Ausfluß jener «•-------f'Am^.halton sie xu be- internationalen Gesinnung, bie den gesunden deutschen Geist fürchtet und sich selbst damit verurteilt. Laßt im deutschen Gemüt, zumal in jenem ter Hu- aenb, ten Stolz fortleben auf unseres Volkes große Taten und Tage, tenn aus tem Gedanken an solche Vergangenheit erwächst ter Drang nach einer gleichen Zukunft. I Lebendig bleiben tm deutschen Gemüt muß auch die Freute an tem, was deutscher Geist und deutsche Kraft geschaffen haben in Kunst und Dichtung. Schöpfungen deutscher Baukunst Malerei Bildnerei und Musik tragen den Stempel deutschen Geistes, soweit sie nicht von fremden Einflüssen verunstaltet sind, und vermögen die len froh und im Herzen warm zu machen. Mit Ehrfurcht und Stolz sehen wir die.herrlichen Dome die die Vorzeit gebaut, wir bewundern Bilder und Skulpturen alter deutscher Meister, wir lasten durch deutsche Musik uns erheben und erfreuen, und das Verständnis dafür und die Freute an alledem muß fortleben von Geschlecht zu Geschlecht denn es ist ein köstlicher Besitz, auf den unser Volk stolz sein darf, den es zu hüten gilt, ten deutscher Geist geschaffen hat, und der berufen bleibt, deutschen Geist zu erhalten und zu beleben. Vor allem aber wirkt auf das Gemüt die Dichtung, und die deutsche Dichtung birgt Schätze von unvergänglichem Wert; unsere Klassiker ragen heraus in der Weltliteratur, und teutsche Dichter haben gesagt und gesungen aus des Dolles Herzen für des Dolles Herz. Es sei nur gemahnt an die Zeit der BefreiunEkriege, und wir sehen sie vor uns, die deutschen, Manner, bie Mut und Begeisterung weckten mit ihren Lre- tern' aus dem erregten deutschen Gemüt erwuchs die deutsche Kraft, aus deutscher Kraft ter Auf- ftieg unsers Bolls. Können und dürfen ater Worte verhallen, wie sie unser Schiller gesprochen hat, wenn er sagt: „Roch dürfen wir mit Selbstgefühl auftreten in ber Volker reihe, denn das, was unfern Wert macht, ist nicht verloren, solange deutsches Wesen lebt in unserer Kultur und im Charakter ter Ration. Mögen wir den fremden Waffen unterlegen sein, fremder Geist soll keine Macht über und gewinnen: Väterart und Dätersitte, deutsche Sprache und Kunst werten unsre Retter sein. — In meiner Seele lebt bie äleterzeugung, auch wenn meine Augen es nicht schauen füllten, daß Deutschland zuletzt den großen Prozeß ter Zeit gewinnen wird, denn ein iedes Voll hat seinen $ag in ter Geschichte, doch ter Tag ter Deutschen ist die Ernte ter ganzen Zeit. —2kst bas nicht auch für uns und für heute trostvoll gesprochen? M BÄ Blumen Gemüse glasen Yafrak düngt man besonders vorteilhaft mit Harnstoff B.A.S.F. Erhältlich in Gärtnereien, Blumen- u. Samenhandlungen sowie Drogerien. Wo nicht zu haben, wende man sich an die Düngemittel-Abteilung der Badischen Anilin- n. Soda-Fabrik Ludwigshafen a. Rh. 116A MULCUTO GOLD^f. 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