vr. 96 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag», mit d. Samstagsbeilage: D > e «ner I amilien b! Liier l7,onat5't.«;vc»rreir: 2 Goldmark " 2- Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummer» infolge höherer Gewalt. FernfprechrAnschlüffe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: »sNetgerStehen. pafischelttonto: Frankfurt a. Ull 11688. Erster Blatt Ut. ^ayrgang Donnerstag, 24. April 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen vrvü mid Verlag: vrüßl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steinöruderei B. Lange in Stehen, schriftleitung und Gefch^ftrftelle: Zchulltraße 7. Annahme von Lnzelgen für die Tagernummer bis zum Nachminag vorher ohne jcdeDcrbindlichkett. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid-8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-An-,eigen ü 70" m Breite 35 Goldpfennig, Plvtzvorfchiift 20' Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. ReuiUetoe: vr. Iriedr. Wilh Lange; für den übrigen leit: Ernst Blumfchem; fürden Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Reichsregierung und Gutachten. Eine Erklärung des Vizekanzlers Dr. Jarres: Die Entschlüsse des Kabinetts greifen dem neuen Reichstag nicht vor. — Die Voraussetzungen einer wirklichen Lösung. - Die Anleiheausfichten. Stettin. 23. April. (WTV.) 3n der heutigen großen Wahlversammlung der Deutschen Volkspartei in Stettin batte der Reichsminister des Innern Dr. Jarres das Referat über die politische Lage übernommen. Zur äußeren Politik bemerkte ec folgendes: Rach außerordentlich eingehenden Beratungen unter Zuziehung der Haupt- lenner des schwierigen Reparationsproblems habe die Rcichsregierung die Sachverständigengutachten der Reparaüonskommission gegenüber auch ihrerseits als eine praktische Grundlage für die schnelle Lösung des Reparationsproblems erklärt und sich bereit erklärt, an dem Plan der Sachverständigen mitzuarbeiten. D.eser Auffassung hätten sich die Vertreter der Länder einstimmig angeschlossen. Bei diesen Beratungen kamen selbstverständlich die schweren Bedenken gegen die in den Gutachten vorgesehenen Kontrollen der wichtigsten Teile des deutschen Wirtschaftslebens, namentlich der Reichsbahn und der Reichsbank zum Ausdruck, ebenso wie gegen die offenbare ,1Ieberschätzung der deutschen Leist u n g s f ä h i a k e i t", andererseits müsse ledoch die ganze Tendenz des Gutachtens, welches zum ersten Male die wirtschaftliche Vernunft zum Durchbruche bringt, anerlannt werden, ebenso wie der Umstand, daß das Gutachten selbst wichtige Kautelen gegen eine Ueberspannung der deutschen Leistungen enthält. Wenn die deutsche Regierung sich zur Mit- fistelt tereit erklärt und insbesondere auch die Dsrterelluug der nötigen Gesetze und Verordnungen übernommen hat, so mußte sie so hanteln, well sie zur Zeit die Derantwortunfg tragt und Eile namentlich im deutschen Interesse am Platze ist. Selbstverständlich hat die endgültige Entscheidung der neue Reichstag Zu treffen, dem durch diese Vorbereitung nicht vorgegriffen ist. Wenn von dLutschnationaler Seite behauptet wird, die Regierung sei dem Drucke der Linken In ihrer Entscheidung gewichen, so Ist daran kein toab es Wort, Andererseits legte der Minister größten Wert darauf, zu betonen, daß nach der Auffassung des Kabinetts es nicht allein auf die wirtschaftliche Seite des Problems ankomme, so wichtig diese auch sei. Es müßten vielmehr die ebenso wichtigen, wenn nicht wichtigeren politischen Fragen gleichzeitig mit er.eaiZt werden. Es sei auffallend, daß nach der amtlichen S)a:aä» notiz Frankreich zwar die Kon lasionen des Sach- verständigTNgutacht.'ns en blae angenommen hare, daß aber nach der offenba en Ge- danlengängen der französischen Staatsleitu rg Deutschland zunächst auf die Löfung der wirtschaftlichen Fragen festg legt teer, en solle und daß man dann eventuell später über die politischen Probleme sich verständiget wolle. Dabei komme zum Ausdruck, daß Frank.eich in diesen politischen Fragen nur bedingt und t n geringem Umfange nachgeben Finne. Demg gmüber stehe die Reichs - g erunj ru, d m Stan.punkt, daß, die wirtschaftlichen uad pvll- tifchen Staren nur unv acto geregelt werden könnten. Leutsch and müsse die Verfügung über Rhein und Ruhr zum min'e 'e.i na>^ den Grün setzen des Fried msvmtvrgrs un> des Riei ilan abEcmmenS rh .e we tere D sch än an e i wiener erhalten; das fei auch die tlare Auffassung ter Dnchverständigen, wenn bie.e sich auch in ihrem Bericht zunächst nur mit den Wirtschaft» lichen Problemen zu befassen batten. Die wirtschaftliche und fiStal sche Eiuhe't deS Reiches könne ohne Wiederherstellung der DerwaltungShoheit nicht als gesichert angesehen werden und die ungeheuren Leistungen, zu denen Deutschland sich verpflichten solle, tonnten nur unter dieser gleichen Dorausset- zung übernommen werden. Diese deutsche Auffassung werde offenbar auch von den Vereinigten Staaten und England, sowie Italien geteilt, und selbst Belgien scheine sich dieser billigen Forderung nicht mehr ganz zu verschließen. Auch die Shrenfragen des deutschen Volkes, die Entlassung der Gefangenen des Ruhrkampfes und die Rückkehr der Ausgewie- f e n e n müßten gleichen Schrittes erledigt werden. Die mehrere Minister des Kabinetts schon zum Ausdruck gebracht hätten, könne dem deutschen Volke nicht zugemutet werden, die wirtschafllichen Lasten auf sich zu nehmen, ohne die gleichzeitige Lösung dieser politischen Frage und Ehrenpunkte. Solle die Losung eine wirkliche Lösung. tm Sinne der Befriedigung der Welt sein, so mühte endlich die ganae europäische Atmosphäre bereinigt werden. So stehe das deutsche Voll trotz der grundsätzlichen Erklärung der Regierung und der im Gange befindlichen Vorbereitung einer endgültigen Entscheidung noch in völliger Freiheit g?genüber. Endlich konnte der Minister mittellen. daß nach zuverlässigen Meldungen eine der Hauptvoraussehungen des ganzen Gutachtens, nämlich die Aufbringung der internationalen Anleihe von 800 Millionen Goldmark zu Gunsten Deutschlands. die beste Aussicht habe, indem in Amerika 100 Millionen Dollars und in England Z5 Millionen Dollar bereits als Zeichnungen gesichert erschienen. Belgiens Standpunkt. Paris, 24. Aprik. (WTV.) Wie der Brüsseler Berichterstatter deS „Echo de Paris" meldet, bereitet die belgische Regierung die Antwort auf die Entscheidung der Re- parationtkommission vor. Hebet den Inhalt sei noch nichts bekannt. Es sei wohl möglich, daß sie ein gewisses Interesse beanspruchen könne, weil sie in tem Augenblick gefaßt werde, in dem das Brüsseler Kabinett wirklich den Wunsch äußere, unverzüglich mit Poin- carözuverhandelu. Die französisch-belgische Zusammenkunft, die nach den letzten Auskünften frühestens im Mai statlfinden sollte, werde früher erfolgen. Der Berichterstatter deS Blattes sieht als Arsache dieser Beschleunigung die Rede Macdonalds in Bork, die Unterredung des belgischen Außenministers mit dem belgischen Botschafter in London und die letzte Rede des Präsidenten E o o l l d g e. Der Berich e.statter glaubt, daß die belgischen Minister THeun iS und Hymans bei Poincare zum Ausdruck bringen werden, daß man die gebotene Gelegenheit, diedeutscheAnleiheiuAmerika zum Gelingen zu bringen, ergreifen müsse. Wenn die belgischen Minister mtt Poinearä gesprochen hätten, würden sie auch Gelegenheit suchen, mit Macdonald zu verhandeln. Sie würden bei ihm den französisch-belgischen Standpunkt vertreten, daß die Lockerung des wirtschaftlichen Druckes im Ruhrgebiet der Organisation des neuen Pfändersystems unterworfen werden müsse und daß die militärische Besetzung nicht geändert, sondern nur abgemildert werden müsse. Der Brüsseler Berichterstatter der »Times" erfährt von gutunterrichteter Seite, die belgische Regierung stehe vollkommen zu den Beschlüssen der Sachverständigen. Es gäbe jedoch gewisse Punkte, wie der Prozentsatz der Verteilung der deutschen Zahlungen, die Bedingungen für eine Räumung des Ruhrgebietes, die interalliierten Schulden usw., über die ein Meinungsaustausch zwischen Frankreich und Belgien als nötig erachtet werde. Die Ansicht der belgischen Regierung sei, daß die Frage der Festsetzung des Betrages der deutschen Schulden urrd der interalliierten Schulden — ohne miteinander vermengt zu werden — auch parallel erwogen werden könnte. Die Festsetzung der deutschen Gesamtschuld könne für einen gewissen Zeitraum verschoben werden, um die Durchführung des im Berichte der Sachverständigen enthaltenen Planes zu erleichtern und zu beschleunigen. Man sei in Brüssel der Ansicht, daß die Besetzung des Ruhrgebiets beendet werden müsse, aber unter der Bedingung, daß gewisse ernste Garantien vereinbart werden. Die Hauptsache sei, daß eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werde, damit die Frage der deutschen auswärtigen A n l e i he, die bei der Lösung des Reparationsproblems michelfe, gesichert werde. Amerika und die deutsche Anleihe. Berlin, 23. Aprll. (Wolff.) Rach einem Funkspruch aus Reuyork lauten die bereits gestern im Auszug veröffentlichten Aeuße- rungen des Präsidenten Coolidge über eine Anleihe für Deutschland wörtlich folgendermaßen: „Ein TeU des DaweSplaneS sieht vor. daß Deutschland für sofortige dringende Bedürfnisse eine bettächtliche Anleihe gewährt wird. Och vertraue darauf, sagte der Präsident, daß das private Kapital bereit sein wird, sich an der Anleihe zu beteiligen. CS bestehen gesunde geschäftliche Gründe dafür, daß Amerika sich an der Finanzierung von Werken des Friedens in Europa beteiligt. Die Anleihe würde unserem Handel und Verkehr zugute kommen, wir hoffen besonders, daß sie auch unserer landwirtschaftlichen Erzeugung einen weiteren Markt verschaffen wird. Es ist notorisch, daß fremdes Gold reichlich in unser Land geflossen ist. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß ein TeU dieses GoldeS mtt größeren finanziellen V o r t e i l e n für uns inEuropaalsin den Vereinigten Staaten verwertet werden kann. Wie der „Matin" berichtet, soll der Teil- haber des Bankhauses Morgan, David W. Morrow, demnächst mit der Mission betraut werden, die Emission der im Sachverständigenbericht vorgesehenen Anleihe in Höhe von 200 Millionen Dollar vorzubereiten. Monatliche Vorauszahlung der Beamtenbeziige. Berlin, 23. April. (WB.) Obgleich die Finanzlage des Reiches immer noch sehr gespannt ist, chat sich der Reichsminister bar Finanzer doch entschlossen, den Reichsbeamten am 30. 4. ihre Bezüge wieder für einen ganzen Monat im voraus zahlen zu lassen. Gr glaubt, die Verantwortung für diese Maßnahme trotz der noch bestehenden Schwierigkeiten im Interesse der Beamtenschaft auf sich nehmen zu müssen. Rach Wiedereinführung der monatlichen Vorauszahlung der Bezüge werden die Beamten gut daran tun, sich wieder ein Bankkonto einzurichten und ihre monatlichen Bezüge auf dieses Konto überweisen zu lassen, und zwar aus allgemeinen wirtschaftlichen Gründen als auch insbesondere zur Förderung der gemeinnützigen Deamtenbanken mn>„ um die zeitweise von den einzelnen Beamten nicht benötigten Beträge hierdurch für die Gesamtbeamtenschaft nutzbar zu machen. Löhne und Preise^ Berlin, 23. April. (Wolff.) Amtlich. Der preußische Minister des Innern drückt in einer Verfügung die Erwartung aus, daß die polizeilichen Wucher st ellen nach wie vor tm Zusammenarbeiten mit den Preisprüfungsstellen und berufenen Vettretungen der Erzeuger, des Handels und der Verbraucher sich ihrer wichtigen Aufgaben bewußt bleiben und insbesondere sei etwaigen, in der letzten Zeit vielfach aufgettetenen Versuchen, die Aufbesserung der Löhne und Gehälter sowie die Erhöhung der Wvh- nungsmieten zu ungerechtfertigten Preis st eigerungen auszunutzen, mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Lohnverhandlnngen im Rnhrbergban. Essen, 23. April. (WB) Bei Beginn der heutigen Verhandlungen zur Regelnig tec Löhne im Ruhrbe.gbau nah.n bec Reta-silaatsllmmis ar Mehlich entschieden Stellung g g.n Lie in Ler Presse gegen ihn gerichteten Vorwürfe, die Verhandlungen verschleppt zu Haden; er b.zeichne e diese Vorwürfe als wahrheitswidrig Der Schiedsspruch erging dah n, daß ab 14. April der tarisliche Zimmerheuer - Sp.tzenschichtlohn von 4,70 Mk. auf 5,40 Mk. erhöht wiro. D.e übrigen Löhne ändern sich entsprechend. Die Pateim fcLen sich bis nächsten Monxtg za diesem Schiedsspruch erllären. Sie für heute eben alls angesetzten Verhandlungen über die Verlängerung des Mehrarbeitsabkommens kamen nicht zustande Französische Lügen. Mannheim, 23. Aprll. (WTV.) Bürgermeister H e l f f e r i ch von Münchweiler wurde gestern nachmittag, als er mtt dem Zag 3,15 llhr von Pirmasens auf dem Bahn ho s Münchweiler ankommend die Sperre passiert hatte, von einem dort stehenden Mann durch einen Rcvolverschuß am Kinn leicht verletzt. Der Täter gab bei seiner Verfolgung mehrere Schüsse auf seine Verfolger ab, ohne aber jemanden zu treffen. Er selbst entkam unerkannt in dem nahegelegenen Walde. Bürgermeister Helf- ferich, der wählend der Seoaratistenherrschnfl als Parteigänger der Sonderbündler In feinem Amtsbezirk eine Rolle gtspiell hat e, hat e sich dadurch, in weiten Kreisen de? Bevölkerung mißliebig gemacht. Bereits am 13. Fedruar wurde die Rachruht verbreitet, daß er von der erregten Bevölkerung gelyncht worden sei. Dieses Mal beeilt sich das französische »Echo du Rhin" den ikterfall als ein nationalistisches Verbrechen hinzustellen und sagt, daß Heifserich von den Mitgliedern einer Mordkommission aus dem rechtsrhnnischen Deutschland, die in einem Auto ankamen, ermordet worden sei. Diese Rach- richt trifit nach den oben geschilderten Umständen der Tat in keiner Weise zu. . Wie die „Kölnische Volkszeitung" aus Bonn beliebtet, sollten sich vor dem französischer Kriegsgericht sieben junge Leute aus dem unbesetzten Deutschland, die bei der Austreibung der Separatisten aus Düren am 24. Rovern- her mitgeholfen haben fälltet, wegen Pa ß- vergehens, verbotenen Waffentragens und Störung der öffentlichen Ordnung verantworten. Während sechs nach ihrer damals erfolgten Verhaftung wieder frei- gelassen wurden, blieb der Polizeioffizier Äölner aus Tilsit, der als Anführer angesehen wurde, in Haft. Das Kriegsgericht verurtellte khn zu 18 Monaten Gefängnis und 1030 ML. Geldstrafe. Gegen die anderen nicht erschienenen sechs Angellagten verhäng'.e das Gericht je fünf Zcthrc Gefängnis und 1000 Mk Geldstrafe. Deutscher Kolonialgedenktag. Don Dr. Wolfgang Panzer, Assistent am Geographischen Institut der Landes« Universität. In tiefer Trauer gedenken wir heute des Ta» ges, der ans vor 40 Jahren Kolonialmacht werden lieh. Hamburger Grohkaufleute hatten, lange bevor das Reich sich ihrer anzunehmen in der Lage war, vornehmlich in den tropischr.t Küsten Afrikas mit eingeborenen Stämmen Handelsbeziehungen angeknupft, die mehr and mehr der britischen Seemacht Aergernis bereiteten. Bedenkl.ch wurde Englands Re.d, als der deutsche Kaufmann Lüde- ritz in Südwestasrika von Häuptlingen Land erwarb, um seiner Handelsniederlassung eigenes Hinterland zu sichern. Der Einspruch Englands machte eine entschiedene Stellungnahme des Deutschen Reiches notwendig, und da hat Bismarck an den deutschen Konsul in Kapstadt heut vor vierzig Jahren folgendes gedrahtet: „Rach Mitteilung des Herrn Lüderitz zweifelten die Kolon,albehör- den, ob seine Erwerbungen nördlich des Oranje Anspruch auf deutschen Schuh haben. Sie wollen amtlich erklären, dah er und seine Riederlass.ingen unter dem Schuh des Deutschen Reiches stehen." Rur wenige Wochen später hißte Gustav Rachtigal im Reichsauftrag die deutsche Flagge in Togo und in Kamerun, und die von Karl Peters neu. erworbenen Gebiete in Ostafrika wurden im folgenden Jahre unter den Schuh des Reiches gestellt. In der Südsee und auf Reu-Guinea war man ähnlich Vorlegungen, die deutsche Slag^ wurde an der Küste aufgepflanzt und damit das Gebiet unter deutsche Schuyherrschaft gebracht. Die notwendig folgenden auhenpolillschen Re.bangen, vor allem mit England und Frankreich, verstand Bismarck klug zu beseitigen, die Grenzen wurden vereinbart und schließlich noch inmitten d.r großer ostasiatischen Reiche in Kiautschau ein Stützpunkt deutscher Macht und deutschen Handels eingerichtet. Das Deutsche Reich war damit Kolonialmacht geworden. Fast 3 Mlllionen Quadratkilometer Koloniallandes standen unter seiner Oberhoheit. An allen Formen tropischen Raturgebietes batte es nun Anteil. Der höchste Berg Afrikas, der Kilimandjaro mit Gletschern unter der Tropen-- sonne, gehörte so gut zu deutschem Besitz wie die 100 Kilometer breite Küstenwüste der Ramib in Südwestafrika. Ungeheure regenfeuchte ilrtoälba dehnten sich in Reu-Guinea und Kamerun, in Teilen Togos und Ostafrikas. Das Hochland von Oftafrila mit seinen unübersehbaren Daumgrassteppen war ein Wildpark ersten Ranges, ähnlich wie die weiten Steppengebiete der Etoschapfanne und der Kalahari in Südwest, wo trotz der Wanderhirten, Hottentotten und Hereros, auch für die deutsche Grobtierzucht noch Raum und Weideland genügend zur Verfügung stand. Für Ackerbau und grobe Pflanzungen erschien das Klima Deutsch- Ostafrikas mit seinen regelmäßig wiederkehrenden Jahreszeiten besonders günstig. In Togo gatt eS, ausgedehnte Oelpalmenoestände wirtschafllich zu nutzen, und die kleinste Südseeinsel war durch ihre Kokospalmenhaine wertvollster Besitz. Die Entwicklung aller dieser W rtschafts» gebiete ging nicht so schnell vor sich, als man bet ihrer günstigen Raturausstattung zuerst geglaubt hatte. Zudem bestanden zu Beginn der Schuhherrschaft gerade bei den leitenden Stellen bedauerlich geringe, Wirtschaftsgeograph sche Kenntst sse. Man vergaß, dah jede wirtschaftliche Ruhung eines Landes ohne gut entwickeltes Verkehrsnetz nicht gut zu denken ist. Aber das waren Kinderkrankheiten, die das wachsende Gebilde gegen spätere Anfälle widerstandsfähig machten. Immer deutlicher erwies sich, dah aus allen den erworbenen Gebiete reiche Erträge zu erzielen waren, wenn man sich nicht scheute, zuerst einmal die notwendigen Detriebsgelder in die Unternehmung hinein» zustecken. Dah der Erfolg bei gleichem Aufand ungleichmäßig w->r. liegt in der natürlichen Ver« schiedenhti ‘ e ■ Länder begrün' et lie hier mit rui geringen Mitt In schon dm Anbau lohnend machte, der anderwärts mit großen Kosten für Bewässe« rung und Pflege kaum sich selbst bezahlte. @ng ist mit der Bewirtschaftung die Frage nach den Sied- lungsmöglichketten verknüpft. Die feuchtheihen Riederungen um dm Aeguator sind mit ihren Fiebern und der erschlaffenden Gleichmäßigkeit der Wärme für den Weihen unbesiedelbar. D e Pflanzungen, die in dem Klima ohne Jahreszeiten ständig reiche Ernte liefern, können nur von farbigen Arbeitern bestellt werden. In Deutsch-Südwest ist untern Wendekreis das.Klima für den Europäer denkbar günstig, doch schlieht der Wassermangel Ackerbau auf weite Strecken aus, und wo die Viehzucht betrieben werden soll, muh die Besiedelung notgedrungen dürftig bleiben. So waren Schwierigkeiten überall zu über* winden. Doch sind sie überwunden worden. Aus vielen Mihersclgen hat man gelernt; es flössen immer neue Gelder aus der Heimat in die Kolonien und verzinsten sich dort trefflich. Jeder neue Streckenkilometer Eisenbahn zog weite Flächen Landes in den Strom der Weltwirtschaft. Immer größer wurde das Arbeitsfeld für Techniker und Kaufleute, für Aerzte, Farmer, Missionare. Richt nur der Willen zum Fortschritt war überall zu erblicken, es waren allenthalben auch schon schöne Ergebnisse gezeitigt worden. Gerade das Sorgenkind Deutsch-Südwestafrika hatte die augenfälligsten Lullurgeograph schen Wandlungen erfahren. Landfrieden und Rechtssicherheit waren berge» stellt, Eisenbahn, Post- und Fernsprechleitungen wurden immer Wetter ausgebaut. Funkverbindung mtt Rauen war bereits erreicht. Die cinacborcnen Wanderhirten waren zu seßhaften Lohnarbeilern geworden. Hebet all wurden Forschur..gsanßallen und Dersuchsfarmen. Krankenhäuser und Schulen angel egt ste Erz- und DiamcmtenschSyc tn Deutschsübwest hatten dort schon 1912 den Lus- »uhrwerr um ein Fünftel den OBcrt der Einfuhr übersteigen lassen, Phosphate von den Sübsee- mscln wurden der Landwirtschaft zugeführt, die beimische Industrie konnte mit Faserstoffen (Sisal- Hans) über den 'Bedarf versehen werden, Gummi und Baumwolle wurden in ausgedehntem Mähe gewonnen, fast die Hälfte unseres Bedarfes an pflanzlichen Speisefetten und Selen konnten wir auS den Kolonien decken. Reis, Mais und die ganzen Pflanzungen tropischer Genuhmittel. vor allem Kakao, machten uns immer mehr von fremder Einfuhr unabhängig. Allenthalben war ein unerhörter Aufstieg, ein Wachsen und Vorwärts- schreiten, ein vielfach vorbildliches Zusammenarbeiten von Gelehrten und Technikern, von Kaufleuten und Pflanzern unter einer Verwaltung, die sich mehr und mehr den gesonderten Bedürfnissen des Koloniallandes anzupassen suchte. Da kam der Krieg. Raubgierig fiel der Feind von allen Seiten in diese Länder, die nur die kleine Truppe zur Wahrung öffentlicher Sicherheit im Land als Schutzmacht hatten. In kurzer 'Zeit war Deutsch-Südwest, war Togo, Kamerun und das gesamte Südwestschuhgcbiet ein Raub des Feindes. Der heldenmütige Widerstand Lettow- Voröecks in Ostafrika ist eine Tat, der auch das feindliche Ausland seine Bewunderung nicht versagen tonnte. Die eingeborenen Truppen hielten dort in vorbildlicher Treue zu dem Herrn. Sind das geknechtete, mißhandelte Völker, die fast fünf Jahre mit i)cm deutschen Führer in unerhörten Anstrengungen die Kolonie verteidigten? Das Schicksal der Kolonien muhte sich in Europa entscheiden. Wilson sicherte „freien, unbefangenen und absolut unparteiischen Ausgleich aller kolonialen Ansprüche" zu, und was bestimmt Artikel 119 des Gewaltspruchs von Versailles?: „Deutschland verzichtet zugunsten der alliierten und assoziierten Hauptmächte auf alle seine Rechte und Titel in Bezug auf seine überseeischen Besitzungen." Wir haben keine Kolonien mehr. Aber der Gedanka daß wir Kolonien nötig haben, unumgänglich zum Leben nötig haben, der darf niemals in uns ersterben. ES ist nicht allein das Streben, unsere Industrie mit Rohstoffen aus eigenem Kolonialgebiet zu versorgen, nicht allein der Wunsch, auch Lebensmittel und die ganze S tropischer Genuhpflanzen möglichst unab» g von den fremden Märkten bei uns einzu- n: viel Höheres steht auf dem Spiel. Es gilt, für unser Volk, das in der Heimat hart im Raum sich stößt, auf deutschem Boden überm Meer den Wirkungs- und Gesichtskreis zu erweitern. Die Stärkung unseres Selbstgefühls, sie tut uns bitter not Doch muß sie sich auf Leistungen aufbauen, nicht prahlerischen Dünkel, der uns oft im Ausland schwer geschadet hat Als höchstes Ziel der Kolonisation ^eigt uns Paul Rohrbach „Die Vermehrung der rdeellen und materiellen Kraft- fülle und Lebensbetätigung unseres Volkes". Ebn solches Ziel kann uns kein anderes Boll der Erde mißgönnen und mißdeuten. Daß unser Kolonial-- gebiet nach bestem Können verwaltet und bewirtschaftet war, das geben jetzt die Mächte selber zu, die ihren Raub nicht schnell genug verschlucken konnten. Die geographische Verteilung unseres Kolonialbesitzes war nicht günstig, und schon vor dem Kriege hat man, auch in England, ernsthafte Vorschläge zu Gebietsveränderungen gemacht, die uns nicht schädlich gewesen toären. Heute scheint das alles wesenlos, wenn es auch sicher ist, daß eine Reuverteilung des Kolonialbesitzes in Afrika das alte Äartenbild nicht wieder liefern kann. Aber sicher ist auch, daß wir jeder bis zum letzten Atemzug die Pflicht haben, unser Recht auf koloniale Betätigung vor allen Völkern geltend zu machen. Sin Federstrich beseitigt nicht den Willen eines- Volkes, sich und die Menschheit in friedlicher Arbeit vorwärts zu bringen! Der Kolonialaedenktag im Reich. ^Berlin, 24. April. (Prlv.-Tel.) Die Bläster feiern heute in langen Artikeln den 40. (Geburtstag der deutschen Koloniokpolitit", die am 24. April 1884, als Bismarck die KolSnialerwerbuna des Kaufmanns Lüde ritz an der Südwestküste Afrikas unter den Schutz des Deutschen Reiches stellte, begründet wurde. Der frühere Gouverneur von Kamerun und Deutsch-Südwestafrika Dr. Seitz hielt gestern abend aus Anlaß der Aeichskolonialgründung einen funkentelephonischen Vortrag über die Deutschland entrissenen Kolonien. In der neuen Aula der Universität findet heute eine Gedenkfeier der Kolonialarbeitsgemeinschaft statt. Rückgabe unserer Kolonien! Berlin, 24. Aprll. (Priv.-Tel.) Die koloniale Arbeitsgemeinschaft hat gestern an den Völkerbund nach Genf ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: Der Raub der deutschen Kolonien bedeutet einen Bruch der dem deutschen Volle seitens seiner Gegner vor dem Abschluß des Waffenstill- standes gegebenen feierlichen Versicherung. Das gesamte deutsche Voll fordert daher die Rückgabe seiner Kolonien als sein welt- kundigeS und unantastbares Recht. Die WahIvorschMge in Hessen. Darmstadt, 24. Ap:il. (Priv.-Tel.) Im Kreiswahlausschuß für den Wah'ckreis Hesse.r- Tarmsladt wurden die eirrgegangerren Wahlror- schsage geprüft and in folgender Reihenfolge zugelassen : 1. Vereinigte sozialdemokratt'che Partei: lllrich. Dr. David, Dr. Quesiel, Deckmann. 2. Deutsche Volkspartei: Dr. Decker, Schott, Dingeldey. Birnbaum. 3. Liste der Kommunisten: Ebner, Klehm, Hammann, Ealm. 4. Deutsche demokratische Partei Hessen-Darmstadt: Kvcell, Hcide- brveck, Eberle, Schneider. 5. Haeußer Bund: Haeuher, Skumv- vitsch Huels, Graf von Dothmer. 6. Dcutschnationale Volkspartei u.vöirisch-vaterländilcher Block: Dr. Werner, Dr. Mersmann, Raab, Raumann. ?. Zentrum: Dr. Dockius, Knoll, MöbS, Hatiemer. S. Unabhängige sozialdemokratische Partei (11. S P. D ): Liebkmrcht S. Deutsche Wirtschaftspartei: Dr. Rho'.-e, Weiser, Hartmann Wagner 1°- Völkisch-sozialer 'Btvd: Dr. Dinier, Langula, Dr. Werner, Graf. Furchtbarer gugzufammenstoh aus der Gotthardbahn. Ueber 30 Tote und Bellinzona, 23. April. (WTD.) Vergangene Rächt gegen i/j>3 llhr ereignete sich (wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon berichteten. D. Red.) bei der Stadt Bellinzona ein schwerer Zusammenstoß zwischen den beiden Gotthard-Rachtschnellzügen. Das llnglück ist darauf zurückzuführen, daß der von Luzern kommende ulachtschnellzug das geschloffene Ginfahrtsignal der Station überfuhr. Die Aufräumungs- und Dergungsarbeiten wurden mit aller Beschleunigung in Angriff genommen, um den vielen Verunglückten raschestens Hilfe zu bringen. Bei dem Zusammenprall der Züge geriet der mit Gas beleuchtete deutsche Wagen des aus Mailand kommenden Zuges i n- folge Explosion des Gasbehälters in Brand. Sämtliche Insassen des Wagens, vermutlich durchweg Deutsche, sind in den Flammen um» gekommen. Dis Mittwochnachmittag sind über 3 0 Tote und 50Schwerverletzte festgestellt worden. Unter den Opfern befinden sich die Lokomotivführer der vier Maschinen und die Heizer der Heizwagen. Ein großer Tell der tödlich Verunglückten konnte noch nicht identifiziert werden, da die Leichen völlig verkohlt sind. Dis jetzt konnte als to t 2lloert H i h aus Dafel festgestellt werden. Wie die Derliner Dlätter erfahren, hatte der Reichstagsabgeordnete Helff er ich die Absicht, mit dem verunglückten Zuge von seiner Italienreise nach Deutschland zurückzukehren, um in Hanau seine erste Wahlrede zu halten. Dr. Hclfferich ist bisher nicht in Hanau ein- getroffen. Der „Voss. Ztg." zufolge hegt die Derliner Parteileitung der deuifchnat vnalen , Partei ernste Befürchtungen um das | 50 Schwerverletzte. Schicksal Dr. HelfserichS, da bei seiner Zuverlässigkeit unter allen Umständen von ihm ein Telegramm über die Verzögerung seines Eintreffens in Hanau hätte ankommen müssen. Wie cs heißt, soll auch der italienische Gesandte in Kopenhagen, Graf della Terre, unter den Opfern fein. Immerhin ist dieses Gerücht noch unbestätigt. Unter den verletzten Reisenden befinden sich die Angehörigen einer Berliner Familie Fortmann, Wilhelm, Frieda, Werner, Albert, Hans und Hilda, ferner ein Herr Otto Karret aus Bremen. Ter durch das Unglück angerichtete M a t e - ria l f chade n ist sehr groß. Allein die D'.er elektrischen Lokomotiven haben einen Wert von etwa 4 Millionen Franken. Bundesrat Motta und bet Tirettor der Basler BunleSbahnen haben sich an die Stätte des Eisenbahnunglücks begeben. Die Schweizerische Gencralbirek- iion der Bundesbahnen teilt folgendes offizielle Communiquö mit: Das Eisenbahnunglück wäre jedenfalls ohne die große Zahl von Tooes- opfetn abgclaufen, wenn nicht dec Badische Wagen durch die Gasexplosion in Brand geraten coare. Die neuen Schnellzugwagen, die auf der Gctthardt-Linie Verwendung srn.en, sind nämlich derart stack gebaut, daß sie einen Zusammenstoß aushalten, ohne tn Trümmer zu gehen. Tie garue Schwere te3 Unglücks ist auf die Explosion ors Gasbehälters des badischen Wagens zurückzuführen und den dadurch entflaaber.cn Brand. Tic Kreisbahndircktion Luzern gibt als bie Ursache bes Unglücks an, baß ber von Luzern abgefahrene Zug bas Haltesignal vor dem Dahnhvf von Dellinzoaa über» führ, woburch er in ben anberen Zug hiaeinvaste. 11. Bund ber Geusen: Dr. Best, Porth, Walz, Wrzvdeck 12. Hess. Wirtschastsdunb: Walther. Volz, Haas. Fühler. Hessischer Duernbunbu Rhein- hessische Bauernschaft: Dorsch.'Dr. Moebus. Glaser, Fritz. Der Prozeß gegen den Hillcr-Stosttrnpp. M ü n ch e n, 23. April. (WTB.) Im Prozeß gegen die Angehörigen des Stoßtrupps Hitler erhoben die Verteidiger Protest gegen die Verhaftung des Angeklagten Maurice, der sich am Schlüsse der Dormittagssitzung selbst gestellt hatte und sofort in Haft genommen worden war. Der Staatsanwalt erklärte die Verhaftung für gerechtfertigt. Die bis zum Nachmittag vernommenen Angeklagten gaben im großen und ganzen die ihnen zur Last gelegte Beteiligung an einzelnen Unternehmungen zu; sie erklärten, in dem Glauben gehandelt zu haben, daß zwischen Kahr, Lossow, Ludendorff und Hiller eine Einigung erzielt sei, und daß eine nationale Regierung zustande gekommen sei; sie hatten sich als Soldaten gefühlt, und da sie zu unbedingtem Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten verpflichtet gewesen seien, die ihnen erteilten Befehle ausführen müssen. Das neue dänische Kabinett. Kopenhagen, 23. April. (Wolff.) Das neue Ministerium ist folgendeimafjen zwamm.m- ?iefeijt: 6 tauning Slaatsminister uno Minister ür Industrie, Handel und Seeschiftahrt, bäni cher Gesandter in Berlin Graf Moltke Außenminister, Redakteur Dvrgjerg Sozialminster, Minister des Folketings Rasmussen Ber ei- digungsminister, Redatteur Hauge Minister tes Innern, Mitglied des Folletinzs Dahl Ki chn- Minister, Mitgl e> des Fell tings F r i i - S k o t e Minister für öffentliche Arb.iten, Mitglied b s Landstings Frau Rina-Dang Unterrich s- mi i 'er, Mitg tc >b s L n stings Drams naes Fi anzminisier, Gerichtspräsident S t e i n cf e Iu- sttzminister, Hofbesitzer Dor ding Minister für Landwirtschaft. Der Reichspräsident hat an den zum dänischen Außenminister ernannten b sh rften dänischen Gesandten in Tetlln, Grafen Moltkc. folgendes Telegramm gefaiT t: .Zu Ihrer Ernennung als Außenminister bitte ich Sie und Ihr Vaterland meine bestenWünsche entgegenzunehmen. Ich bekirre aufricht g, Sie von dem hiesigen Posten scheiben zu seßen, auf dem Sie so lange Iahre im Interesse ber deutsch- dänischen Deziehungen gewirkt haben." Dänemark und die dänischen Minderheiten in Schleswig. Kopenhagen, 23. April. (WD) Ministerpräsident S t a u n i n g sagte Pressevertretern über die Frage ber Minder he itskon- vention mit Deutschland betreffend Rorb- und Südschleswig, bas Ministerium hätte zu dieser Frage noch keine Stellung genommen, aber in Deutschland sei eine starke Stimmung für den Abschluß eines solchen Vertrages vorhanden. 1 »Ich bin," erklärte Stauning, „der Ansicht, bah es zweckdienlich sein kann, an Verhandlungen über ein solches Abkommen teilzunehmen und sie zu unterstützen, soweit es sich um einen Vertrag handelt. durch den die dänische Souveränität hinsichtlich der Gesetzgebung in feiner Weise angetastet wirb. Sofern eine Initiative zu einer solchen Konvention von deutscher Seite kommt, muß die Frage mit Wohlwollen behandelt und zu losen versucht werden. Das muh geschehen sowohl mit Rücksicht auf unsere, wie auf Die deutschen Minderheiten." Kleine politische Nachrichten. Das niederländische Rote Kreuz hat für die Rotleibenben in Deutschland weitere 10 000 Goldmark aufgebracht. * Fritz von Opel in Rüsselsheim, ber sich eine Radio st ation anlegen ließ und dieselbe benutzte. ohne die Antwort der Rheinlandkommission aus das an sie gerichtete Gesuch abzuwarten, ist vom Kriegsgericht In Wiesbaden zu 500 Golb- mart verurteilt worben. Der Ingenieur Gresser. ber begonnen hatte, für sich eine Radio- station 'anzulegen, wurde zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. P o i nc ar 6 hat an Tschitscherin ein neues Telegramm gesandt, in dem er erklärt, daß die französische Regierung, indem sie ber Moskauer Regierung bie Win che einer großen Anzahl französischer Gelehrten für bie Begnadigung einiger ihrer russischen Kollegen übermittelte, keineswegs die Absicht hatte, sich in die inneren Angckegenheiten Rußlands einzumischen. Poincarö Protest eck auch gegen die von russischer Seite ausgestellte Behauptung, baß die Verurteilten von Kiew mit einem geheimen französischen Rachrichtenbienst zusammengearbeitet hätten. * Die griechische Regierung erläßt ein S e- kret zum Schuh der Republik, bas strenge Strafen vorsieht für jede Handlung und Ver- öffenllichung, die bie Autorität ber Regierung herabzufetzen ober die Mitglieder ber ehemaligen Dhnastiezu beleidigen geeignet ist. Italien hat die Republik Griechenland anerkannt. • In Südafrika haben die Rationalisten kh-ren Wahlfeldzug eröffnet. Hechog und andere Führer ber Rationalisten richteten scharfe Angriffe gegen bie Regierung und bezrich,- ncten ihre Tätigkeit als politischen Bankerott.' Die Regierung sei von Kapitalisten abhängig. Herhog betonte, bie souveräne Unab- 'hängigkeit sei gesichert. S'.c werbe nur dazu benutzt werben, unabhängig vom Kronrat zu handeln. - * Ter vormalige Premierminister Reufunb- lanbs. Sir Richard Squires, ber frühere Lanbwirtschaftsminister Campbell, ber frühere Alkoholtontvolleur Meaney und mehrere Beamte wurden verhaftet unter ber Deschul- bigung, beträchtliche Summen öffentlicher Gelber entwenbet zu hoben. Squires soll 20000 Dollar, Meaney 100 300 Dollar veruntreut haben. Aus Stabt und Land. Gießen, ben 24. Apckl 1924. Unbedenklichkeitsvermerke für Reisepässe. Das Finanzamt teilt uns mit, bah alle Anträge auf Erteilung von Unbebenklichkeitsvermer- ken für Reisepässe nach Anweisung des Reichsministers der Finanzen schriftlich zu stellen find. Wer Gebührenfreiheit im Rahmen der einschlägigen Bestimmungen beansprucht, Hal den Antrag, soweit nicht auf Grund der Derord- rtung über Ausreisegebühren vom 3. April 1924 und der Durchführungsbestimmungen vom 9. Aprll 1924 eine besondere Bescheinigung beizusügen ist, eingehend zu begründen und Belege und Unterlagen für seine Angaben beizufügen. * Die neuen Reichssilbermünzen. Das Reichsgesetzblatt veröffentlich eine Bekanntmachung über die Herstellung von Reichs)ilbw- münzen im Rennbetvage von 1 Mk. und 3 Mk. Daraus ist zu entnehmen, daß beide Münzen ein Miichungsverhtltnis von 500 Teilen Si ber und 500 Teilen Kupfer haben. Das Einmarkstück wird ein Gewicht von 5 ©ranrnt, das Dreimarkstück ein solches von 15 Gramm aufweifen. Der Durchmesser beträgt bei dem Einmarkstück 22,6 Millimeter und bet dem Dreimarkstück 30 Millimeter. Das Einmarkstück trägt aus der Schriftscite innerhalb eines aus einem flachen Stäbchen mit Perlenkreis besteh nden erhabenen Randes in Antiqua die Umschrift: ^Deutsches Reich", in Der Mitte bie arabische Ziffer „1“, darunter in Antiqua das Wort „Mack", und unter diesem bie Iahreszahl. Am unteren Rande befindet sich das Münzzeichen, verziert durch zwei Arabesken (Zweige mit je einer Eichel). Die Schnuseite zeigt den Reichsadler innerhalb eines au8 e'mem ssachcn Stäbchen mit Perlenkreis besiehen-en erhabenen Randes. Das Einmarkstück wird im Ringe mit einem platten Rande geprägt, der mit vertieften Arabesken vcrs hen wirb. Das Dreimarkstück trägt auf der Schristfelte innerhrlb eines aus einem flachen Stäbchen mit Perlen kreis bestehenden erhabenen Randes in Antiqua die Umschrift ^Deutscses Reich", in ber Mille in Antiqua in zwei Zeiten die Worte .Drei Mack" and Mnrntee »die Jahreszahl. Am unteren Rande befindet ftch das Münzzeichen. Die Schaafeite zeigt den Reichsadler innerhalb eines aus einem flachen Stäbchen mit Perlenkreis bestehenden erhabenen Randes. Das Dreimarkstück wird im Ringe mit einem glatten Rande geprägt, welcher die vertiefte Infchckft .Einigkeit und Recht und Frei- hell" führt. Anfang und Ende dieser Inschr'tft sind durch einen Stern und zwei Arabesken getrennt. ** Die Post in Hessen Im Jahr« 192 3. Rach der amtlichen Statistik betrug die Zahl der Poslanstalten in Hessen am 31. Dezember 1923 936, darunter Postämter erster Klcrfte 12. zweiter Klasse 18, dritter Klaffe 91, Pvstzwelg- Ämter 11, Pvslagenturen 231, Postagentu.en mit einfachem Betrieb 13 und Post Hilfsstellen 560. Die Zahl der Pvsthaltereien betrug 10, amtliche Verkaufsstellen für Postwertzeichen waren i64 vorhanden, Postbrieskasten 2937. Tclegrasenan- slalten waren 9-16 im Betrieb, davon hatten 14 ununterbrochen Tag- und Rachtbienst, 23 vollen Tagesdienst, 909 beschränkten Tagesdienst Un.cr ben 946 Anstalten waren 549 Hilfsstellen und 21 gemeindliche öffentliche Sprechstellln. An 135 Orten bestanden Ocksfernsprechn.he. Der- Rückgang des Post- und Telcgrafenverlehrs ge en 1922 fällt hauptsächlich auf das besetzte ©ebiet, wo der Verkehr zeitweise gehemmt ober unterbunden war. Bei 8 Poslämrem im besetzten Gebiet war der Telegrafen- und Fernspr^bellleb durch Maßnahmen der D.fatzungsbchörden 4—7 Monate völlig unterbunden. 'Die Postämter tn Mainz waren vom 20. Februar bis 7. Ok.ober 1923 völlig stillgelegt. Bckeiserrdunren wurden den Empfängern anfangs durch benachbarte ''Pvsl- anftalten oder durch Abholen bei dem Postamt In Darmstadt zugestellt. ** Der 41. VerbandStag des Rhein -- Main - Gastwirteverban- des, mit dem das 40jährige Jubiläum des Gießener Gastwirtevereins verbunden war, fand gestern in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder und Vertreter der Behörden usw. hier statt. Den Bericht über die Tagung mußten wir wegen Raummangel heute zurückstellen. ** Ein reizendes Ostermärchcn — „Heidideldei" ober „Wie die Hafen dazu kamen. Eier zu legen" — hat gestern nachmittag im Stadttheater seine erste hiesige Aufführung erlebt Franziska Decker. die in fünf Bilbern diese sonnige Mär erzählt hat da einen <3.off geboten, aus dem die vockreffliche Darstellung eine sehr ergötzliche Unterhaltung für die Dic.ai kleinen und großen Besucher machte. Carla Aarnegg als prächtiger Dub Hcl.i.eldet Karl Holl aL5 Waldmüller, Luise R am'm c l als KcäutermüUcrchen, Kack Vvlck als ©r^h-bauic, Else Engel als dessen Tochter Lore, Fred M a r- 11tz als Jäger, Luise Schubert -Hüngling als Magd Tckne, Hermann Stichel als Knecht Hannes und die niedlichen kleinen Has lein waren so eifrig und untadelig bei dem Sp ei ih.er Rolstrn, daß die stacken Beifallsstürme, an denen sich auch die Erwachsenen gerne beteiligten, eine glatte Selbstverständlichkeit waren; von besonderem Retz war ber von Lina Oldini einst ubierte liebliche Tanz der sechs Osterhasen, ber so gut gefiel, daß er wiederholt werden mußte. Reken ben Darstellern hat sich auch das Orchester unter Kack Änübei durch seine gefällige Musik um den vollen Erfolg der Aufführung verdient gemacht Besondere Anecke.inung gebaut ferner Karl Löffler für die samvsen Bühnenbilder, Dank aber auch der Dheaterleitung, die unserer ffeinen Gesellschaft diese herzige Oslergate, trenn auch etwas verspätet, bereitet hat Die vielen i'icinen Trabanten und cbmso bie Erwachsenen, bie gestern bas Theater fast bis aus den letzten Platz füllten, werden diese angenehmen Unte haltun's-- stunden so bald nicht vergessen. We feinen K n« dem noch nicht die Freude eines D suchs lei b m ^Heibidelbei" gemacht d«r schicke sie zu ber W e- d-erholung am nächsten Samstag nachmittag hin, die Kleinen werden es ihm sicher rauften. ** Vorsicht bei Annäherung an französische D rah t ver da u e! Der sran- zösische Kreisdelegierte von Groß-Verau teilte dem Kreisaim Groß-Genau mit, daß in ter Rächt em Drahtverhau bei Darmstadt durchschnit en worden sei. Die französischen Posten erhielten infol-e- dessen Befehl, auf jede Ziviiper on. die sich den Drahtverhauen näheck, ohne vorherigen Anruf zu schießen. Dor Annäherung an bie französischen Drahtverhaue wird daher bringend gewarnt * Pah Vorschriften füp Besucher der Kölner Messe aus dem unbesetzten Gebiet Rach einer Verfügung b~r Rheinland-Kommission gelten für bie Defucher ber Kölner Messe (11. bis 17. Mai) aus dem un- b:sehten Gebiet folgende Sinreisevorschriften: Personen, w lche nicht br't schcr, französischer oder belgischer Staatsangehör'gkcit sind, reichen b im Messeamt Köln ein Gesuch ein, auf dem bie nachstchenben Einzelheiten - vermerkt sind: Dame und Domahme, Gebucksbaturn und Geburtsort, Wohnort (Straße und Hausnummer) und die eidesstattliche Versicherung, baß ein Ausweisungsbefehl ber Rheinland-Kommission gegen ben Antrags! Iler nicht vorliegt (auf D'fehl der Besatzung, b Hörde). Die AnLaben müssen mit denen des Personalausweises ober des Reisepasses übireinstimmen. Der Personalausweis bzw. der Reisepaß muß mit einem Lichtbild versehen sein. Das Messeamt schreibt die Geleitscheine aus und s'ndet sie, nachdem bei der Paßstelle Köln die Prüfung und Abstempelung vor sich gegangen ist. dem Antragsteller gegen Rachnahme zu. Die Gebühr beträgt vorläufig 3 Gvldmack für ben Geleitschein. Die Geleitscheine haben für alle Grenzorte Gültigkeit und werben an den Ginretse- stattonen von bem Aufsichtsdienst mit bem Stempel .Transit" versehen. Bei ber Abreise müssen bie Geleitscheine vom Messeamt Köln mit bem Abfahristempel versehen werden. SjgTOf'.-Avj ifpunkcO'll ? Npin I ®eg.ßcber.u.9nagenleib.jclbft langL m flUftXU i «ihllft beft.Harlsfprubcl Virkirchen RonnefeldfsTee JL aromatlMb Md ausgiebig, billig im Vertraut Siede rlsgen In allen Stadtteilen Handelsschule 9oetheatr.32.l | 3. Mai i iBeginn der neuen [Halbjahres- | Höheren- Handels- klassen. Prospekt fr. rstlang!" irdjtnJJ; de- ban. i M töoz, Wit- x hier ui^ten Mat. bcn — tarnen, tag Int ahrn Udt. ^12, «n Hü :n Mich, ? ‘64 ‘enan. tcn 14 dolle« Hier ? dnil hläS Rri: Laine hurtsort, und dir Wvei« «en den LrDe- it denen lepalles IiA« aus allen Richtungen zusammen. Diese StÄ mm «tn gEs so gelang es jetzt, den Gauner in Geestemünde §u ermitteln und sestzunehmen. Flucht eines einbeinigen Verbrecher-. S t v l p i. Pomm., 22. ApriL Sonntag nacht ist aus dem diesigen Krankenhaufe der lIte d« Verbrecher, die vor etwa zwei Mvnaten die^Post in Hebron-Damnitz im hiesigen Kreise uberfielvt und plünderten, befreit worden. Die übrigen Mitglieder dieser Dante, die bekanntlich auch in Mitteldeutschland den Schrecke der kleinen Ortschaften bildeten, wurden vor einigen Wochen in Stolp zu Zuchthausstrafen von 9—12 Hahren verurteilt. Dieser letzte Verbrecher namens Bergmann, der bet Km der Verhaftung vvvaufgehmden längeren <5euer- acfedxt schwer verwundet wurde, hatte nur noch ein Dein: er wurde deshalb auch nicht mehr bewacht. In der Rächt zum Ostersonntag s P r an g Bergmann aus dem drei Meter vom Erdboden gelegenen Fenster des 'Parterregeschosses in den Garten. Hier must, er von scE Berliner Komplizen ausgenommen und in das bereckstehLnde Auw getragen worden seim die dann mit ihm ad fuhren. De Flucht wurde -*ft am Ostersvnntaglnorgen bemerkt. wohn-u.GefchSstshaus an der Hauptstrahe gelegen in Sieben« köpf a. d Lahn ist sofort zu verkaufen. Anzahlung8 -10000 ML. erforderlich. Offerten unter F. R. L 498 an Rudolf Moffe, Frankfurt am Main. [3164ss BuUenverkans. Die Gemeinde Reiskirchen verkauft auf dem öubmissionswege einen fett., jung., 3um Sprung untauglich gewordenen Vogelsberger Bullen. Schriftliche Angebote auf den Zentner Lebendgewicht lautend sind bis zum Dienstag, den 29. April, mittags 1 Uhr einzureichen, woselbst die Bedingungen eingesehen werden können und die Eröffnung stattfindet Reiskirchen, den 24. April 1924. Hess. Bürgermeisterei. S ch o m b e r. 3196D Holzversteigernng Donnerstag, den 1 und Freitag, den 2. Mai lf. 36- von vorm. 9.30 Uhr ab werden in der Wirt'chaft Erb zu Belters- bain aus versch. Forstorten der Domanial« Försterei Reinhardshain versteigert: Rutzbolz. Stämme: Elche 2 Kl. 3Fstm., 3. ÄL 6 Fstm., 4. ÄL 21 Fstm., 5. Kl. 21 Fstm., 6. 6L3 Fstm., Esche 3., 5. u. 6 AL 0,67Fstm., Ahorn 4 KL 0,26 Fstm., Kiefer 2 KL 2 Fstm., 3. KL 43 Fstm, 4. KL 6 Fstm., 5. KL 3 Fstm , Fichte 2. KL 2 Fstm , 3. Kl. 1 Fstm., 4. KL 7 Fstm., 5^. Kl 14 Fstm , 5b. Kl 21 Fstm., Lärche 3. Kl 3 Fstm., 4. Kl. 1 Fstm »Derb- Hangen: Fichte 1. KL 74Fstm, 2. Kl.28Fstm., Rei^stangen: Fichte l.KL 23 Fstm., Nutz- knüppel: Eiche 12 Rm., Fichte 3 Rm, Rutzreiserknüppel: Buche 0,4 Rm., Rutz- Tch'tg: Fichte 1 Schichthaufen — 10 Rm. Brennholz. Rm. Scheit: Buche 708, Hainbuche 16, Eiche 88, Birke 2, Esche 2, Aspe 2, Kiefer 18, Fichte 44. Knüppel: Buche 159, Hainbuche 24, Eiche 228, Dirke8, Aspe 2, Kiefer 14, Fichte 114. Reiser: Buche 635, Hainbuche 96, Eiche 964, B:rke2, Aspe 58, Kiefer 6, Strobe 106, Fichte 212. Stöcke: Buche 302, Hainbuche 10, Eiche 72, Kiefer 12, Fichte 211. Auskunft durch Herrn Förster Eichenauer, Reinhardshain. 3195V Grünberg, am 22. April 1924. Hessische Oberförsterei Grünberg. Heinrich velloff Lindenpltch l2 Giehen v. steinstr. 25 Ausführung aller Installationsarbeiten für Gas, Wasser, Aanal und Heizung SreMdolNchneiden mit fahrbarer Motorsäge^ Zu verkaufen: Gleichstrom-Moto re: 2 Stück 5 PS 440 Volt - 1500 Touren, per Stück 325 1 „ 6 PS 440 „ - 1450 „ " " J65^ 1 „ 7,5 PS 440 „ - 1350 „ » 425 Preise verstehen sich mit Vollastanlasser fabrikneu, Kupferwicklung, Fabrikat Sachsenwerk. fest vc r Oo lmi cftnoet 2 Wochen DDi Hvhanni flott und bd 3 Tage. MU ihm ist ein Krämer- unb Schvmarkt verbunden. Zum diesjährigen .Hauptnu wurde Metzgenneister Reibt gewählL eir*-1 Starkenburg 1 Rheinhessen. Dieburg, 23. rll. (WTD.) Heute morgen überfuhr Hem hiesigen Bahnhof ein Personen; den Prellbock mit solcher Gewalt, ddie Lokomotive die Wand de S Statiogeb Lu des durchdrang und im Re strationSzimmer stehen blieb. Zweissende wurden leicht verletzt. Die Aufräumgarbeiten waren bereits am Rachmittag bhet. Der Verkehr ist nicht behindert worden • Reu-Isenbu r?3. April. Der Gemeinderat hat beschbl, einen besoldeten Dü rg c r me i st ernzus.ellcn und den Posten auszuschreiben. oftet Berlin, 23. April. Sin n t i q u i t ä t e n- s ch w i n b l e r , der Zatee hiirch sein ilnü^en trieb und zahlreiche Famckienchr schwer gecha- digt hat, wurde jetzt in Geee münde gefac-i unb unschädlich gemacht. Ei 22 Iahre alter, aus Hamburg gebürtiger MaLittauer trat unter Ausbeutung tes Ramck eines Verwandten. ter ein Anttquitätengeschätetv.ite, zunächst in Derlin als Aufkäufer auf t> suchte hier fast alle Familien vom allen Anheim. Wo man alten Farnilienbesih wegen tertat brr Zeit rar- äutern wollte, da lieft er sichrit dem Derkauf beauftragen, behiell aber tei Erlös für fid). Lehnten die SÜnulxn einen Maus ab, fo erbat er sich die Sachen auf einlgeyage unter dem Vorwande, eine Rachahmung H4ellen zu wollen, und gab als Bürgschaft eine umme, die auch nicht entfernt dem wirklichen W< ent;brach. Auch alles, was er so in seine Hänterachte, verkaufte er für seine eigene Tasche und >rschwand unter Verzicht auf das Heine Llnterpftd. Schon al.etn, was er in Berlin erbeutete, gehllr die vielen Hunderttausende. Hierra» aber trieb es der Schwindler in der Provin-md im Reiche ebenso. In Erlangen lockte eim Jahre 19^2 unter dem Rumen M Lischaueyus tec Durg- grasenstratze 13 zu Berlin einer Znilie für 3 00 0 Goldmark Silber-und Gldfachen ad. Hier spielte er den vielfachen Millionär, on Stralsu nd kaufte er unter dtzselben Ramen a[8 Antiguitätenhan^er aus demLus lande antike I Verkäufe [ 3mti gute Fuhc- uud MilUühe I zu verkaufen. 019426 Hammstr. 1. Arischmclkcude $sieg*e zu verknusen. 019434 Echülreuftrafte 7. Gasherd neue Dlimcnstirfcl (38) n. Kmdcrpnl! VI tittfüllf. 019450 Oberst. Werkstatt. Zirka 89 Zentner Mist« Vornotizen. — Xage8lalcnber für Donnerstag. Eunftfunlteuiß, Löberstr. 12: N/, älhr Schubert- Abend. — Lichtspielhaus Dahnhofstrafte: Filmvortrag .In 80 Minuten nach Reuhork". — Aus dem Stadttheaterbureau wird un8 gdchrieben: Auf den morgigen Ehrenabend des darstellenden Personals, der bekannllich Meyer-Försters ^Altheidelberg" bringt, sei nochmals ausdrücklich hingewiesen. — Das zweite Ovemgaftspiel mll Friedrich von Flotows romau- tisL«-Oper.Assesandrv <3trabellaM toi d, wie ichon betannt gegeben, am Mittwcch 2^-Aprll, stattfinden. Die bereits genommenen ober vorbestellten Starten gelten als für den 33. April gelöst. Für Freitag den 25., und Samstag den 26 April haben die M i 11 w o ch abennenten nochmals Vorzugsrecht und Vorzugspreis auf ihre Plätze. Don Sonntag. 27.. ab werden die übrig- gebliebencn Eintrittskarten, unter Berücksichtigung der Vorbestellungen, fteihändig verlauft, (©iefc auch die Anzeige im heutigen Blatte.) — Eine Filmreise von Hamburg nachReuhork imTheaterstuhl. »Albert Ballin", des gröhten Hamburger Schiffes erste Fahrt nach Reuyork wird von heute ab im Lichtspielhaus Bahnhofstraße im Film vvr- qeführL Der Film zeigt den Hamburger Hafen, schildert das Leben und Treiben in allen Passagierklassen eines modernen Ozeandampfers und bringt zum Schluß zahlreiche Bilder von Reuyork. — Der Goethebund veranstaltet am Montag abend im Katholischen BereinShauS zum Besten der Winternothllfe einen Wohl- täligkeitSabend. — Die Deutsche demokratische Partei hall am SamStag abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Wählewersammlung ab. Näheres in der heutigen Anzeige. — Dölkisch-fozialer Block. Zu einer Wählerversammlung am kommenden SamStag abend wird in unserem heutigen Anzeigenteil eingeladen. RähereS in der Anzeige. ftScttcrvoraussage Stärker bewölkt, mllder, südL-toestl. Wircke, leichte Rieberschläge. Landkreis Gieften. X Wieseck, 22. ApriL Dri unserer Konfirmation wurden 31 Knaben unb 50 Wäd° chLn eingesegnet! 17 getaufte waren verstorben und eine KonfirmationsVerweigerung lag v)r. Die Hllfe von Pfarrer Römheld -Gieftcn beim Abendmahl ermöglichte einen rascheren Te lauf tes immerhin noch 3 ©tunten toät)ren'cn ®.otte> Iienfle». 3rci neue, hier r.vtz rich. g>hi t; Li: er ter juOiiflrmanten hrtte Leh er Drau nwell cingzübL Zu dem herkömml-chen Schnur u.er- raschte die Losung ter diesjährigen Konfirmanden — im Jahr tes Dcsangbuchjublläunrs — „ein immer fröhlich Herz", nach einem Motiv aus ter weiblichen evangelischen Zug nlltetoegung £.ejcii)- net von tem einheimischen Adolf Moos, an ter Kanzel, darunter ter Kranz der Hungschar mit ihrem Ackerkreuz. Ernste Torbeteitungsstun-ten bildeten eine 3rauerfcier am Grabe des jüngst- vollendeten Lehrer Kratz auf tem Friedhof zu Giehen am Karfreitag und tes K v n f i r m a - tionsrüfltags-Ende auf fern hesigen am Karsamstag. Dankbar tourte wieder empfun en r-ie mit passenden Derben verknüpfte R.e:e:- [egung eines Gedächtniskranzes für die Kriegsopfer angesichts ihrer Dt er am Rllar durch eine Konfirmandin. Eine Kurrende tes Wartburgvereins am Ab n) entbot Über 20 ter Reukonfirmierten aus ter Iungsctzar Lied und Hellruf. K a m p f s ch r i f t e n tec chrlst- Preise mit Vollastanlasser. . . Zahlungsbedingungen nach Vereinbarung. Franko-Station: Gießen (Lahn). Schriftl. Angeb. u. 3199 D an den Gießener Anzeiger. Neue Wkll- EillnÄtllirg und Ztflrioct Aeitzerslhmk preiswert zu ver- fnufeu. Auch auf Teilzahlung. 3161D Ltkinßriibk 78 p. Gur erhaltener Kinderwagen iPromenadenwaa» und eine 019447 Mandoline zu verkaufen. 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Enkelin, Nichte und Tante Frau Margarete Völzelf geb. Sack im Alter von 29 Jahren nach langem, schwerem, milH Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Adolf Völzel und Kind Familie W. Sack Familie Heinr. Völzel Wwe. Heuchelheim und Wieseck, den 23. April 1924. Die Beerdigung findet Samstag, den 26. April, nach mittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Ernststr. 13, aus sta< Romantische Oper von Friede, v. Flotow. Die bereits entnommenen oder vorbestellten Eintrittskarten gelten als für den 30. April gelöst. 8‘*»v Dis etnschl. 26. April bleibt den Mittwoch- abonnenten Vorzugsrecht und Vorzugspreis gewahrt — Vom 27. April ab freier Verkauf der übriggebliebenen Karten. Msbl. 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Die Kurseinbufen bewegten sich auf allen Vebie en durchschnittlich zwischen lx/s und 2 Dillwnen Prozent, für Harpener betrug der Verlust sogar 4 Billionen (44'/-). für Caro 2'/, Billionen (14.6), Mannesmann 3 Billionen (24). *2Uil wenige Papiere vermochten ihren Kursstand zu behaupten, darunter Hirsch-Kupfer. 3m freien Derd.hr zeigte sich Las gleiche Bild. Ts ist kaum mög.ich, das übergrobe Angebot unterzubringen. Api 3, Becker Stahl 57/§, Becker Kohle 6, Drvwag 0,175, KrügcrShall 43/*. Dörsevkarse. 17, DcnNchr 9lrt®'///, Deutsche N.lchoanletd« y/n Deutsche Retchsanlelde . Dru'iche Lvarprc.n,Ienauletlx <*i» Preuhtsche Jtonfoli • < <*'e Hessen........... SM“:::::::::: Deutsche Wert''. Dollar°?lnl Llo-Toll.-Schatz-Anweisung.') <•/. yoarurtrn......... y/e Loldmerikana..... verltner Handrl-aeseklschaft Commerz und Privat-Bank Darmsl. und Railoualdant . Deutsche Pank......... Deutsche BereinSdank . . . DlSeonto Tommandtt . . . . MetaUdank........... Mitteldeutsch, Lreditbank. . eellr! reichliche Lredtttmstall veklbauk vochnmer Oat ..... Buder.s Caro .. Deuiich Suremburg...... Belsrutirchener Bergwerk« . Harvener U'rrflhnn...... Kaliwerke -Ilch.rSltbeu. . . . «alttverk Westeregeln Haurabütte...... tbcrdedars. ....... vyöuts Bergbau ..... ßiykiuuahl pl-btit wtontarr........ Lellu« Bergbau ... Hamburg-Amerika Pake». . «arddeuticher Lloyd ölcramische Werke Sllbta .. Zementwerk Hetdeld«, , . Vdilivv Holiomno ...... Sinako-Tont.-tNuano..... Badische Anilin Chemische Mayer Alavin- . . Goldschmidt.......... ÄrieShoimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Hoilverlohlung RütgerSwerke Schcideaustalt ROp EirkkrtttlStS^eknfchak» vrraniaun ...... Moiiikraitwerk« ....... Lch uiker»............ eituwul A HalU» ..... Rdlerwerke Sley» ..... Daimler Motor«. ...... Heyligenftaedt ....... ill.egum............. frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Brann . . ° MetaNaesellschaf» Frankfurt. Bt'. Union «-<». ...... ©rt ubfabrit Her»....... Eichel.............. Zellstoff waldbof Zalkeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . - Derliner Börse. Berlin, 23. 2lpril. (Wolff.) Die Rot- kvendigkeit, sich Lurch Len Der'aus von Efellcn die notwendigen Geldmittel za beschaffen, führte dem Markt neue Ware zu, die bei der e nge- schränkter Ausn.'hmcföh gkeit eine weitere allge- meine Senkung des Kursniveaus bewirkte. Mon- tanteertc fiellten sich anfänglich durchschnittlich am 1—2 Bill. Prozent niedriger. Aus den anderen Umsatz gebieten erreichten die Abschwächung, n einen ähnlichen Umfang. Die herrschende Beunruhigung hinsichtlich der weiteren Gestaltung der Verhältnisse, namenllich auch wegen der angeblich zu Ultimo Mai infolge bet schwebenden Engagements in Franken zu erwartenden Schwierigkeiten veranlagt die Kapitalisten zur äubersten Dor- ficht. Vereinzelt ergaben sich ziemlich empfindliche Rückgänge. So verloren Riebel Montan 31 'n Deutsche Kall und Akkumulatoren 2V-. Norddeutsche Wolle 3. Stöhr 5y4, Berlin Karlsruher Industrie 5V2 BM. Auch SchiffahrtSak.ien hatten namhafte Verluste, wofür z. T. Gerüchte von Zahlungsschw ecigkeiten einer §amuurger Firma verantwortlich gemacht wurden. Hamburg Sud- ametikanische .Dampfschif'ahrt gingen um 2y4, Deutsch-Llustrol. um 2 Dill, zurück. Auf Lern Ban lenmaakte verloren Berliner Handelsgesell- schaft ziemlich 3 Bill. Prozent. Von ausländischen Renten naben Türkische Anleihe nach. Von deutschen Anleihen bröckelten Kriegsanleihe Wei er ab. Rach Feststellung der ersten amtlichen Äurie erwies sich ter Markt widerstandsfähiger. Die ersten Kurse wurden als Geldkurse genannt, es konnten aber nur vereinzelt geringfügige Besserungen erzielt werden. Am Devisenmarkt wurden die Kurse zum größten Teil etwas hoher notiert. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. April. Tendei^: Schwach. — Rach und nach tritt doch immer mehr in Erscheinung, das) die Verluste der Spekulation in Frankentermlngeschästen bedeutend gröber sind, als es zuerst hinzu stellen versucht worden trat. Die Folge davon sind immer wieder Verkäufe aus dem Aktienbesitz, so dab Las grobe Angebot immer wieder auf die Kurse drückt. Auch hrute waren infolgedessen auf allen Gebieten nur Äui8= ein bub en zu verzeichnen. Auf dem Geldmarkt hält die gespannte Haltung weiter an. Reben Wirtschaft. Tic (tzrosthandclsindexziffcr. Die auf Len Stichtag vom 22. April beregnete Gros) Han delsindexziffer ^*s Statistischen ReichSamts iü gegenüber dem ötante vom 15. April (124,1 Proz.) mit 1243 nahezu unverändert. Die Indexziffern der Haupt" gruppen lauten: Lebensmittel 109,7 (Vorwoche 1C9.4), davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln 91,0 Proz. (91,1 Pr)z): In^ustrie- ftvfse 151,7 Proz. (151,4 Proz.), davon die Gruppe Krhll und Eisen 141,9 Proz (141,8 Proz ): Dn- landswaren 112,2 Proz. (112.0 Proz.): Einfuhrwaren 185,1 Proz. (184,4 Proz ). • Die Zinsfrage. Die Vertreter der deutschen Giroverbände kommen, wie das .Hamburger Fr^.mdenplatt" meldet, am Samstag in Mannheim zusammen und wollen dort inS.eoa- dere die Zmsfrage beraten. Diese ist dadurch akut geworden, taf) seit dem letzten Deschlub der Stempelvereinigung der Zinssatz der Dank n für Gelder bei längerer Frist wesentnch hoher ist, als der der Sparkassen. 'Stillegung von Kaliwerken. Zu der bereits? gemeldeten Schließung einiger Kali- nxite m.Ibet die .Deutsche B.rgweocszeitung" noch bar, nutzer den bereits e-wäh-llen W:rtzm auch das Kaliwerk Krügershall und die ©enerfc schäft Sal(münde ihre Betriebe vorübergehend geschlossen haben. • Die Schwierigkeiten im Metall- Handel. Gestern sand in Stuttgart eine Versammlung der führenden deutschen Mctallhandler statt, die versuchen sollte, die Verbindlichkeiten sämtlicher in F ankenschwterigkeiten geratenen Firmen festzuslellen und durch gcginseitiges Ziu- Hilfekommen die Angelegenheit in Ordnung zu bringen Im rheinisch-westfälischen Metal.hankxl könne von einer Krise nicht die Rede fein, weangleich zugegeben werden müsse, Latz auch hier einige Händler in Milleide>aschaft gezogen seien. Von beteiligter Seite erfährt das W. T. B, Latz die mas'gebenden süddeutschen Firmen des Medallhandels in der Lage sind, ih en Verpflichtungen nachzukommen. lieber die prinzipiellen Fragen, io sie der Feststellung der Hohe ber Verbindlichkeiten, sind die Verhandlungen noch zu keiner Klärung gelangt •) Dom Rückzahlung-wert Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. ,x»n Dtlltonen Mark ausaedriickt. vuenoS-AIrr-, London. Nrn. hort Japan. Rio de liavelro für rtne (ttudeit, TOIrn und Budapest für 100000 Qcinbdten. alle« übrige für 100 Etuhetten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) __ Sajlub'l fliir» | Sd)lui • ftur» Sd)lub*l ftii , | Stbluft« fl'i'« 22.4. | 23.4. 22.4. | 23. 4 0,081 0,0805 0,082 u.oto 0,460 0,4 0 0,4.0 0,460 02 0 0.-60 0,2 iO 0,-60 0,970 0.940 0,975 0,950 0.1 0 — 0,130 0,290 0,2 0 0,255 0,255 - — —■ * — — —» — — — 4,2 4,2 4,2 4,2 81,80 82,1 81,60 9,13] 4.87 8.5 4,75 52 - 53 51,5 29,5 27,25 29 25,25 3.87 3.9 4 4 6,73 e,> 7 6,7 7,87 7,65 8 7,65 0.7 Ö.6 — - 3 8,5 9 8,25 12.5 11 __ — 2,1 1,85 2.13 2 0,4 0,410 0,400 0,400 0,4:0 0,4 0.65 0,3 — — 39 38,13 11,25 10.13 11.5 10 23 17 15.38 '6,25 15.65 31,5 29,6 31 30,73 37 35,2. 38.1 35,5 48,5 47,75 48,75 47.5 9,5 9.2; 9,75 9.3 14.5 15,75 — 9,5 9 9.1 7,38 14,5 15 5 14,5 20,25 20,25 20,21 20 21 21,25 22.5 ??,5 34 30 35,75 32,25 2 1,8 — — 21.5 20 22,2 20.1 4,6 4,65 8 4.9 8,5 4.1 ■ 9,38 8,5 — —e 2,25 2,1 2.8 2.6 — 17,5 ro,5 17 14 V.5 14,13 13,13 1.5 10.33 1,5 10,25 11 10.8 10.6 10 10,93 9.75 10.8 10,5 11 10,25 7,25 7,5 — •— 10,25 9,75 10,1 9,5 5.1 14,75 — 79 7,5 7.25 7,5 12 10.75 12 10 4,9 4.2 *- -d 26 27.75 _ — 30 30,87 30,87 2 1.95 1.9 1.7 8,5 3,1 3,38 3,1 8,7 8.1 — — 18 16,25 — 18 1,1 1 —> 1.M i.r 1,« E 12 12.5 «M» 1,9 1.3 1J$ 1,1 8 8 2,3 8.8 7 8,8 8 7.4 8,1 7,7 2,8 2 6 3 8.8 8 2,78 •* re. April 23 Hml Revart. % »niihdie 'Jioiierunj .niiuiLtj: .'toiter 111 (Mclö Brie' »Hriö Briet ?2. 2K slmN-RoU. 1b6.6l 157,39 155,61 167,59 1 1 BrÜ-AnNy. 23 24 23, 6 23,34 24,46 1 1 Cbrifttanla 58,25 58,5'. 58,45 68,75 1 1 flöVtnbagfa 70,22 70,58 70,22 70,58 1 1 Etoctdolm 110,5? 111,03 110,22 110,78 1 1 Srifingforl stnlien . London.. Rennork . . 10,32 10,58 10,52 10,58 6 5 18,75 Id,85 18.95 in,05 1 1 18,405 18,495 18,155 18,545 1 1 4,'3 4,21 4,13 28,49 4,21 1 1 Pari» . .. . 27,53 27,37 28,57 1 1 6d)iveh - 14,21 74,59 74,21 74,59 1 1 Svcmien. Wün tn D « 58,95 19,25 69,15 19,45 1 1 voll L'efLabgeit 6,08 6,12 6,03 6,12 25 Prag. . 12,48 12,54 12,43 12,54 1 1 Budapell 8,38 5,62 6,28 5,32 ’Af 1,735 voll voll Puen^Airki Bulgarien . Japan .. . Ui io 06 Jan 1,385 8,03 1,725 1 -9f Ä 1.375 3,03 1,725 1 voll 5 i voll voll 1,475 6,48 6,475 1.48- 1 >0 Belgrao riiiabon 5,28 5,32 5,28 5,32 10 20 3.16 13^4 13,16 13,24 1 1 Banknoten. (Ohne C.*>äbr.) Ferif**. ?3. NprU Im Woren ........ stfchk Watte ........ )t Roten ......... >H*t Roten........ t>Ud)t Roten ....... bCefttrntd). i 100 ÄrontD anitche Roten....... tze Roten lischt Rotem. ....... t)t Roten . Ungarisch' Roten..... Hch.cho1lon>oklschr Not«. . . • • Vtorwroitche Roten ..... Ruinäiiitch« Roten. ........ Svauilch« Äous ........ Revart. Wert. | Briet °l, 3 Voll r> voll 1 2 voll 2 voll 2 74,59 30,08 70,68 110,78 157,39 6,32 4,21 10,55 19, 0 24,46 4,66 12,61 58,75 2,28 19,55 74,21 29,-2 73,3? 110, 2 163,61 6,28 4,13 18,45 19,50 24,3. 4,64 17,56 68,45 2,18 69,15 Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. April, (Wolff.) Am Pro- duktenmarkl yat sich nichts geänbeut. Das Geschäft bli.'b sehr still. Mehl konnte nur teerig abgesetzt werden. Hofer war seitens des Konsums und ins. ig Rachsrage für die Küste mshc begehrt. Di. Zufuhren in diesem Arti'el waren In Zusammenhang mit dec Geldteuerung und den Frachlllsten nur gering. Für Gerste zeigte sich bei feinem Angebot ebenfalls einige (Nachfrage Mais hatte auf spätere Lieferung festere Tendenz Lok) — Jotlcrmais in Donauware war für den Konsum begehrt. Feste Stimmung herrschte ferner für Roggenlleie, Trackenschnitzel und Kartoffel- flocken Es notierten für 1000 Kilo: Wei en (märf.) 170 bis 177, (pomm ) 165' bis 163 ruhig: Roggen (märf.) 132 bis 13$, (pomm.) 123 bis 132 leicht befestigt, Sommergerste 170 bis 193, Wintergn-ste 155 bis 170; Hafer (märt) 127 bis 135, (pomm.) 122 bis 130 fester. Es notierten für 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26.50; Roggenmehl 20,25 bis 22,50 ruhig: W.nzeickleie 10,20 stetig: Roggenlleie 8,85 bis 9,00 fest. Es notierten für 50 Kilo: Raps 310; Leinsaat 410 still; Viktoria ubsen 23 bis 29; Kleine Erb'en 16 bis 18; Futtererbsen 13,50 dis 14; Peluschken 1150 bis 13; Ackerbohnen 16 bis 18; Wicken 12 bis 14; Lupinen (blau) 12,50 bis 13; Seradella (alt) 16,50 bis 17,50. (neu) 12 bis 14; Rapskuchen 11,50; Leimuchen 22 bis 23; Trockenschnitzel 9,50 bis 9,60. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. April. 3n den ersten Veschäslsstunden war der Derfehr ruhig und dementsprechend das Geschäft Hein. Es fehl e auch nach Len Feiertagen an der nötigen Kauflust, wobei wiederum auf die unsicheren Geld- verhältnlsfe verwiesen wird. 3m allgemeinen haben die Preise keine grötzeren Veränderungen erfahren, zeigen sich aber vorwiegend gut behauptet, für Futtermittel fest. Man notierte für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,15 bis 18,50, Roggen, inländ. 16 bis 16,50. Braugerste 23 lis 21. Hafer, Inland. 15 bis 15,60. Mais, gelb 19 25 bis 20, Weizenmehl, südd. Spezial 0 2i,50 bis 28.50, Roggenmehl 23.50 bis 24, Weizen- und Rvggenlleie 10 bis 10,75, Heu. füdd., gut, gef., trocken 9 bis 9,50, Weizen- und Raggenstroh, drahtgepr. 6 bis 6,50. Treber, getr. 15 bis 15L5. Tendenz: Geschäftslos. phologic usw. auf der anderen die vorwiegend körperlichen Wirkungsweisen wie Tischrückea, Wünschelrute, Telekinese. Spuk, Materialisation ebenso gründlich wie kritisch zu untersuchen und zu erllären versuchen Ein gute? Literaturverzeichnis gibt die Möglichkeit eigenen Weit«» forschens, wozu das fesselnd geschriebene Buch gewltz anregen wird. X Karl May-Hahrbuch 1 924 , heraus» gegeben von Dr. Max Finke und Dr 5. 2L Schmid. Radebeul bei Dresden. Preis 3 (Sm. — Von dem Hahrbuch, über desen Ziele vergangenes Jahr an dieser Stelle gesprochen wurde, ist der 7. Band erschienen. Er enthält, neben einer Reihe timmungsvoller Lichtbllder von Landschaften auS den Vereinigten Staaten von Rordamercka ein« erhebliche Anzahl von Beiträger zum Teil namhafter Autoren, von denen he.vorgehoben feien: Prof. Dr. Ourlitt: „Karl Mays sittliche Gros^ tat", Llniversitätsprosessor Günther: „Ein Pionier der Wüstenforschung", Dr Heinrich Lhohky „Hellsinnigkeit". Seminaroberleh.er Prüfer „Wettlauf, und besonders ein _Dorneben gehaltener, vnsehnlich aus lingendee ^chiu aufsatz deS Leiters des May-Dellags 'Dr. E. A. Schmid üb« Mays Gegner Avenarius und die 11 e.ariicheo Fchden mit ihm. Allen Freunde r Mays und voo feinen Feinden denen, die nicht entschlossen sind, sich auf ihre vielleicht vorgefatzie Meinung zu versteifen, fei das Jahrbuch empfohlen. *3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Uebertritt zur Deutschen Volkspartei. Berlin, 23. April. (P iv.-Tel) Der bisherige deutschnalronale Reichstag^abgeorfmete Landcrem 21. Jahrhundert von HanS $>om ( n i f. 78. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Luft füllte sich mit Rebeln, die sich da tmd dort zu schwerem dunklen Gewölk zusammen- halllen. Aber die Dunstwolken fielen nicht in Tropfen zur Erde, sondern wurden von den Windstöstea bald nach oben, bald nach unten gerissen. Kurz aus tret end« Windstlle lieh, auch sie manchmal stillstehen, dast sich die bizarren Formen wie duntle Felswärrde vom Himmel ab hoben. Die Kälte nahm immer mehr zu. Der Wind wehte mit immer stärkerer Kraft. Dann war es plötzlich, als bräche das ganze Himmelsgewölbe zusammen. Erde und Himmel verschwanden in einem rasenden Schneesturm, der sein unermessliches Reh weithin über ferne Deute warf. Rur hin und wieder vermochte das Auge durch das dichte Treiben der weihen Flocken dünne Ketten geduckter Gestalten zu erblicken, die sich mühsam durch das Chaos vorwärts kämpften. Die Räder der Fahrzeuge schnitten bis an die Achsen in den Boden ein, der sich mit dem Schnee zu einem eisigen Kot vermischte Peitschenhiebe und Rufe! Flüche in allen Zungen Asiens schallten durch die Lust. Dazwischen das ängstliche Schnauben der Pferde und das Gebrüll der Kamele. Immer häufiger brachen Tiere und Menschen erschöpft zusammen. Was auf dem Wege liegen blieb, wurde rücksichtslos zur Seite gestoben. Die Hilferufe verhallten ungehört im Geheul des erarrmefl dazwischen Dte anspvrnenven 2Cufe der Offiziere. Vorwärts! . . . Vorwärts! . . . Jenseits der Berge tninten die warmen Fluren Turkestans... Vorwärts! . . . Henseitö der Berge ist Sommer. Aber die Gebirge waren unsichtbar. Hinter den wirbelnden Schnee stocken verborgen. Die Ebene, durch die sie marschierten, von den immer mächtiger niedergehmden Schncemassen bald mit einem dichten Leichentuch bedeckt. Gegen Mittag lieh die Gewalt des Sturmes nach. Für Augenblicke brach die Sonne durch das dunkle Gewölk. Es wurde Rast gemacht und gegessen. -Ueberermattet warfen die Truppen sich auf das weihe Schneelager. Die aus dem rauhen Rorden des Larrdes stammenden Mannschaften erholten sich verhältnismähig schnell. Die süd- chinesischen Regimenter in ihrer leichten Ausrüstung wurden ungleich stärker mitgenommen. Ihre erstarrten Finger vermochten kaum die Mahlzeit zum Munde zu führen. Auf einem felsigen Pwmont)rtum hielt der Stab des Toghon-Khan. Er selbst hatte sich in ein schnell aufgeschlaqenes Zelt zurückgezogen. Die Osfiziere standen fröstelnd auf dem schneefreien Gestein. Der Fatalismus ter Orientalen kam gegen dieses unerhörte Raturcreignis nicht auf. Scheu, mit leiser Stimme flüsterten sie sich ihre Betrachtungen und Boobachtungen zu. Zwei Generale aus dem engsten Gefolge des Regenten sahen unter einer mächtigen Eiche, den Blick auf die tief unten liegende Dtrahe gerichtet. Es waren Batu-Khan und älgetai-Khan, die treuesten Anhänger des verstorbenen Kaisers. Schon zu Lebzeiten des Schitsu waren sie Rivalen des Toghon gewesen. Sie neideten ihm das besondere Vertrauen des Kaisers. Sie neideten ihm den Ruhm des grohen Feldherm, der jeden anibenm Ruhm überstrahlte. Auch sie waren unter denen gewesen, die Schitsu an sein Sterbelager rief. Rur unwillig txuten sie es ertragen, dast. der Ring und die höchste Rlacht in die Hande des Togtzon kamen. Dann aber hatten sie sich den groben Gedanken des Kaisers unterworfen, deren Vollstrecker Tcghon tixir. Ihre Blicke ruhten auf dem Tal. Berschwun- den war jede Spur von Grün. Weist war das Land bis zum fernen Horizont. Wie Maul- wurfshaufen die hingeworfenen Gestalten der Soldaten. Rur hin und wieder schwelende Lagerfeuer, wo es den Truppen gelungen war, das nrühsam zusammengesuchte Gestrüpp zu entzünden. Duster sahen die Generale aus das unheildrohende Bild. Das stärkste Heer, das das Himmlische Reich jemals unter Waffen gehabt hatte . . . das wie ein Sturnnvetter über den Westen hinbrausen sollte, um den alten Traum des Ostens zu verwirklichen . . . Würde es der grosten Aufgabe gerecht werden tonnen, wenn ihm hier ein unerwartetes ... ein unerklärliches Unwetter Ne Schwingen lähmte? Ihr abergläubischer Sinn sah in diesem Wetter ein böses Vorzeichen für den ganzen Feldzug. Ugetai brach das Schweigen. „Was ist's mit dem Toghon? Als Ne ersten Flocken fielen, wurde fein Gesicht bleicher als der Schnee. So sah ich ihn nie in den dreistig Zähren unserer gemeinsamen Kämpfe." Es dauerte, bis Baku Ne Antwort fand: „Auch ich erschrak, als ich Ne Miene Tog- YonS sah Wie konnte er wissen, datz an» fenear ersten noch harmlosen Flocken, die wir alle für ein hrrzes, neckisches Spiel der Ratur hielten, dies vernichtende Unwetter entstehen würde?" „Ich weist eS nicht. Aber ich mutzte sofort des Schneefalles am Tage des Einzuges geben f en . . .** „An jenem Tage betrog Toghon Ne Erde. Gr entriß ihr ein Opfer, das ihr gehörte. Di» Erde hat ihn damals gewarnt. Heute nimmt ftr ihre Rache." Ugetai sah ihn einen Augenblick überlegend an. „Ich beuge mich vor der höheren WeiShett deines grauen Hauptes." „ Furcht ist in Toghon! Gr scheut LaS Antlitz der zürnenden Ratur. Wer hätte sonst jemals den Toghon im Felde im Zelt gesehen7* Er, der Toghon, ruhte im schnell errichtete« Zelte auf einem niederen Lager. Die Obigen, weit geöffnet, starrten zu der braunen Seinen- decke. Die Lippen waren fest zus I I I ) I I I > I 2770 D verlangt die feine ( Zigarette ; „SCHLOSS AMER0N6EN“ ! Großformat Stück 5 Pfennig j Rihofa-Cigarettenfabrik, Frankfurt/Maln js=L|ARmoniums W II & Flügel ^Jaugust Förster WWW WWW ■ Gecji-iin-de/- 1 <_ Heute und Freitag fiüb blittsrische Schellfische o.U. Labliau o. K. Seelachs o. K. SoIvbar|cho.U. Iäii-M stets vorrätig. Anfuhr prompt. 28$5c C.MsMN,SerMch.M. ErstklassigtrSchlos icr sucht Äctklli- gung ober lieber« nähme einer Schlosserei. Schr. V(un il 019117 an den Giest. Sinz. Lichtspielhaus Ab heute Donnerstag bis einschließ!. Sonntag: Filmvorträge Redner: 3174q v Herr Schiffszahlmeister O. Graßmuck i löffliiiihiiiclilliiwlort! T&slleh 4 und 8.10 Uhr Jugendliche haben zoai 4 Ohr-Vortrag ermälgten MNrefo. Zum er*tenmal© in Europa geseift: Die Riesenstadt bei Nacht im Lichtmeer In Hamburg mit sensationell. Erfolg 40mal yorgeföhrt Vorverkauf bei der Hapag-Agentur 8. 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Uhr im Felsenkeller spricht Kandidat Herr Langula aus zranksurt am Main über: 3172D Wege zur Freiheit der deutschen Volkes Glntiillslarlen 30 Pfennig an Der ASenOlasse. iaole Gesfentliche Wählerversammlung! Samstag, 26. April, abds. 8 x/4 Uhr, sprechen in der Turnhalle am Oswaldsgarten Reichstagsabgeordneter Pfarrer Koren und Zrau Luise Pöpperling über Oie nationalen Aufgaben ber demokratischen Republik Eintritt frei! 5i98v Eintritt fretf Deutsche demokratische Partei.