ßr. 5U2 Erstes Erscheint täglich, autzer 2onn> und Feiettag». Beilagen: Ciefeener Jamilienbliflet Heimat im Bild. 8leiaisiBe}nppttls: 2®olDmark u. 2ü Gold- Pfennig für TrLgerlohn, auch bei Nichteficheinen von einzeluen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüße: ächrislleüung 112, Verlag undGeschästLsteileSU Anschrift für Drahtnach- richten: BnjelgertiefjtB. potzschecklokls: Srantfurt a. w. ii»8S. Blatt 174. Jahrgang Dienstag, 25. Dezember 192- General-Anzeiger für Oberhessen trvt und vkr!ag! vrühi'sch, UniversitSIr-Siich. und Sttinirudertl B. £«me in «ietzkn. Sdiriftltitnng und 6e[if)5ftoKtnt: SdjnnfraV 7. 9 Ernft Dlumschem; für den Anzeigenteil. Ha -Beck, sämtlich rn Gießen. Zunahme von -..r fui die lugesnummer oi$ zum VachmiNag vorhe' oBnejedeVerblndlichkelt. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlicr 8, au» wärt» ll> Goldp'cn .i; für Reklame.An eigen i> 70 im Dreile 35 olbpfennig, Plulzvorschiisl 20" .Auf- thlaq. - Verantwortlich iir ‘Politik u. Feuilleton: )r Fticbr. Will). L'ange; ür ten übrigen Teil: Die Pariser Wirtschaftsverhandlungen. Kein Ergebnis. — Die Sonderstellung Elsatz-Lothringens und des Saarlandes. 1. Die dolle Anerkennung der Dorkrieg-- schulden. 2. Die Schadloshaltung der französischen Untertanen, deren Tefih in Rußland der Beschlagnahme anhetmsielen Wenn nicht alle Zeichen trügen, legt bad- jenige Land, das als erstes (schon auf der Londoner RepararionZkonferenz- auf ein Entgegenkommen Deutschlands beim kommenden Abschluß von Handelsverträgen drang, — Frankreich — der Erzielung einer Verständigung mit dem früheren Gegner dir größten Hindernisse in den Weg. Während das deutsch-englische Handelsabkommen bereits vor einigen Wochen fett g formuliert Derben konnte, steht in den deutsch-französischen Verhandlungen eine Verständigung über die wichtigsten Punkte aus. Während der Weihnachtsfeiertage bleioen die Verhandlungen unterbrochen; wenn dann bald nach Neujahr die deutschen Delegierten nach Paris zn- rückkehren werden, wird der Termin, an welchem die neuen Vereinbarungen in Straft treten sollten, der 11. 3amiar 1925, unmittelbar vor der Tür stehen. Ohnehin ist es für einen wirtschaftspolitischen Laien nicht ganz leicht, bei kvnchlizienen wirtschafte politischen Verhandlungen das Wesentliche h.rauszufinden. Bei den 'Beratungen, die zwilchen deutschen und französischen Vertretern feil vielen Wochen in Paris stattsinden, ist die Orientierung für den Nichteingeweih len noch schwieriger, da wicht ge private Verhandlungen nebenher laufen und zu einem gewissen Abschluß g fuhrt haben müssen, ehe die Formulierung ci.ieS SjanbelSbertrag Lj.eS ticlingen kann. Besonderes Znteresse haben in her deutschen Oeffenllichkeit die Verhandlungen gefunden, die zwischen Vertretern der beiderseitigen Schwerindustrie stattgefunden haben. Daß eine im Wahlkampf oft behauptete Durchkreuzung allgemeiner politischer Richtli- nien des Reiches durch die Onrriguen von „Großverdienern- nicht in Betracht kommt, hat der Führer der deutsche Delegation Staatssekretär Trendelenbur g bereits in der vorigen Woche festgestellt. Aus naheliegenden Gründen müssen die Pariser Verhandlungen, — und zwar die amtlichen genau so wie die privaten — hinter verschlossenen Türen statt-- sinden, damit nicht ein etwaiges zu gegenseitigem Vorteil getroffenes Abkommen der beiden Länder durch Geg.nnraßnahmen D Itter In ihrer Wirksamkeit ab geschwächt werden können. Da die französische Wareneinfuhr nach Deutschland erheblich größer ist als die deutsche Warenausfuhr nach Frankreich, so sollte man erwarten, daß den Franzosen besertderS um den baldigen Abschluß eines HandelSverttageS zu tun wäre. Am 10. Januar hören die Vergünstigungen auf, Toelche die ehemaligen Rcicbslatrde Elsaß - Lothringen im Warenve.lehr mit den benachbarten suddeutschen Gebieten genießen. Gleichzeitig wird das Saargebiet zollpolitisch in das Gefüge Frankreichs eingereiht. Praktisch würde dies die Folge haben, daß beide Gebiete für Deutschland in jeder Beziehung zollpolttischeS Ausland werden. Bei aller Anhinglichk.it und Sympathie, die wir für die überwiegend von Deutschen bewohnten Landestelle liegen müssen, t't doch nicht einzusehen, warum wir dazu beitragen sollen, dem fran.zösischen WittschaftS- körper die geraubten Bissen verdaulich zu machen. Wer die Lage der Dinge unvoreingenommen prüft, muß zugeben, daß Elsaß- Lothttngen sowohl wie das Saar gebiet wirt- ,chaf tspolitis ch zum DeutschenReich und nicht .zu Frankreich gehören. Eine Revision der Annektion von Elsaß--Lothringen steht nicht in naher Aussicht; wohl aber soll nach zehn Jahren die Entscheidung darüber fallen, wohin das Saargebiet künftig staallich gehören wird. Es ist daher verständlich, daß d.e deutschen Unte.httvdler der P.lege der Wi.1- schaftsbeziehungen mit dem Saargebiet besondere Aufmerksamleit widmen. Durch die Art, wie Frankreich bisher die WittschastSve.ha.'.d- lungen mit Deutschland geführt fjat, ist klar geworden, daß man In Paris — trotz überwiegenden französischen Interesses am Zustandekommen eines deutsch-ftanzösischen Handelsvertrages — günstigeBedingungen für die französische Warenausfuhr nach Deutschland zu erreichen glaubt, ohne Deutschland dafür auch nur em einigermaßen entsprechendes Entgelt zu gew. hrcn. Die deutschen Waren sollen für die Märkte in Frankreich und in den französischen Kolonien keine Meistbegünstigung erfahren. Wan würde die Deoeutuna der deutsch- französischen WittschaftsverhandlungeTl verkennen, wenn man außer Bewacht ließe, daß beide Länder an einer Art Arbeitsgemeinschaft interessiert sind. Mit El.aß-Lothringen hat Deutschland nahezu drei Viertel seiner eigenen (Sr^Iagerftitten verloren und ist jetzt saft völlig auf die Zufuhr ausländischen Erzes angewiesen, wenn es seine Hochöfen und Walzwerke voll in Bewicb Hal- ten will. Die neuen Besitzer der lothringischen Erzfelder fühlen sich nicht imstande, das ih.en 5ur Verfügung stehende reiche Rohmaterial ohne fremde Hllfe auszuardeiten. ES fehlt ihnen hierzu die sichere KokSzufuhr und natürlich auch die in du str ielle Rü st u n g. Deutschland ist am ausreichenden und regelmäßigen Bezug ftanzö'ischer C .ze, Franke eich an der Sicherung deutscher Kohlen- und KokS- Ilcferungen interessiert. Vor Eintritt in die Weihnachtspause hieß eS in Paris, daß die Vertteter der beiderseitigen Montan- und Schwerinduswie zu einem grundsätzlichen Einvernehmen gelangt seien. Dagegen haben aber die Verhandlungen her beiderseitigen Textilinteressenlen bisher keinen günstigen Verlauf genommen. Während der Londoner Verhandlungen haben die deutschen Delegierten geltend gemacht, daß Frankreich unter lehren Umständen die Möglichkeit behalten dürfe, ein Entgegenkommen in der Frage derRuhrräumungals Druckmittel bei den HandelsverttaaSverhandlungen xu benutzen. Die Kapitulation Macdonalds vor der Herriotfchen These hat leider doch Die Gefahr heraufbeschworen. Die zu Paris stittsin- denden deutsch-französischen WittschaftZver- handlungen sind ganz erheblich durch die Schwierigkellen beeinflußt, die nach den jüngsten Aeußerungen Lord Curzons in der Räumungsftage entstanden sind. Die Verhandlungen der Schwerinduftrie. „Unüberwindliche Schwierigkeiten". Paris, 22. Dez. (WTD.) Der ..TempS" befchattigt sich in einem längeren Leitartikel mit den Derhandlungen. die zw schen d n 'Vertretern der französ schen und deutschen Schwer ndu^tr e geführt wurden, und stellt fest, bab d.e Der- Qant'tung-'n ver letzt n Woche keinen günstigen Derlaus g nommen Huben. De deutschen Vertreter der Schwere sen ndu'lr e hätten erklärt, daß Deutschland, um den D.Wesplan ausführen zu können, seinen Import verringern und seinen Export vergrößern müsse. Sie hätten infolgedeslen ihr ursprüngliches Angebot, der frarz^s schen Metall ntuslrie en gewsses Kontingmt a'zrkeufen, errcue t, cb.r quantitativ herabgesetzt. Die ftanzös schen Lochverstand gen hätten aus Ent- gegenlommen die Möglichleit einer derartigen Konzentrat on ins Ange gfaßt. j doch hätten sie zwei Fragen gestellt h nsichtlich der Quantität und der Art der zu kaufenden Produktion und schließlich auch die Preisfrage aufgeworfen. Sofort nachdem man die erste Frage in Angriff genommen habe, sei man auf unüberwindliche Schwierigkeiten gestoßen, denn die deutschen Delegierten hätten gefordert, daß eine Unterscheidung zwischen der lothringischen Industrie und der 3 n- dustrIe des Saarlandes gemacht werde. Sie hätten erflärt, bei der ersteren (Industrie Dusteisen und Halbfabrikate kaufen zu wollen, währeno der Derkaus von Fettigprodukten, wie Batten, Schienen und Eisenblech, dem Saargebiet Vorbehalten bleiben müsse. Diese Forderungen hätten die französischen Expetten zurückge- wiesen, da nach dem FriedenSvettrag von Dersailles daS Saargebiet dem französischen Zollgebiet angehött. Man habe also nicht zulassen formen, daß Deutschland eine derartige Unterscheidung mache. Die deutschen Sachverständigen hätten hierauf erflärt, die französische Regierung habe im Laufe der Derhandlungen .die im August in L o nd o n geführt wurden, ein Sonderregime für daS Saargebiet versprochen. Der .TempS" gibt zu, daß mündliche Versprechungen vielleicht gemacht wurden; aber sie könnten in keiner Welse dazu führen, daß eine Lage geändert werde, die der 5 Hebend »ertrag von Versailles vor- geschrieben habe. Das Blatt stelll fest, daß infolge dieser Meinungsverschiedenheiten die Verhandlungen abgebrochen säen. Dor einem Handels- provif oriurn mit Frankreich? Berlin, 23. Dez. (Lokalanz.) Da im Hinblick auf die zahlreichen Einzelfragen, die noch der Klärung bedürfen, keines, alls bamit tu rechnen ist, daß die deut ch-sranzö'i chen Har.b.lsver- tragsverhandlungen bis zum 12. Januar abgeschlossen werden können, will man zunächst, um keinen vertragslosen Zustand eintreten »u laften, ein Provtsorium vereinba.en. daS vis Mitte Februar Gültigkeit Haven soll. Dieses Provisorium wird von un ercr Seite fei- ne-falls am Grund des gegenwärtigen Zustande- abge chlolfen werden. De ke.tche.n Unte.hä..d.er werden unbedingt darauf bestehen, daß gegenseitig die gleichen Dorteile eingeräumt werden. Soweit die elsah-lo thnn- gischen Kontingente vorläufig weiter bewilligt werden, wird das nur unter bei Var-mL- setzung geschehen, daß kein anderer Meist- begünstigungsstaat unter Berufung auf diese von Deutschland die gleichen Dergünstigun- gen für sich verlangt. Sollte dieser Fall jedoch eintreten, so steht die Regierung auf dem Standpunkt, daß die Kontingentsbewilligung automatisch so lange ruht, bis Frankreich die Forderung des einsprucherhrdenden Staats auf dem Verhandlungswege ausgeschaltet hat. Frankreich und Rußland. (Ergebnislose Wirtschqftsverßaiidl»litqe»i. Paris, 23. Dez. (TU.) Die Abreise Krassins nach Moskau hat ihren Grund in dem Wunsch des russischen Botschafters, die Sowjetregierung über die bestehenden Schwierigkeiten zu unterrichten und von ihr Maßnahmen zur Klärung der Situation zu erbitten. Die Kundgebungen am Tage der Ankunft Krassins,. besonders die Flaggenzeremonie unter Mitwirkung eines kommunistischen Orchesters riefen in rechtsgerichteten Kreisen großes Aussehen hervor. Krassin wurde daraus aufmerksam gemacht, daß Demonstrationen dieser Art die öffentliche Meinung stark errege und der Wiederherstellung guter Beziehungen zwischen den bstden Ländern schweren Schaden zufüge. Dem russischen Botschafter wurde nabegelegt, in Zukunft von solchen Kundgebungen abzusehen. Weller haben die Besprechungen zwischen de Monzir dem Vertreter der frarv zösischen Regierung, und Krassin bereits gezeigt, daß die Basis zu einer Verständigung zwischen Frankreich und Rußland nicht vorhanden ist. Die Bedingungen bc Monzles ftnb: Gleichzeitig wurde den Russen unzweideutig zu verstehen gegeben, daß sic auf Kredite nicht rechnen bür en, auf alle Fäl e aber leine Rede davon sein lönne, daß d.e französische Regierung irgendwelche Ätcbitoberationen verbürge. Die französischen Danken ver'üaen außer» dem augenblicklich nicht üjer angemellenc G.ld- betrage. Außerdem besteht AtollJj-'u den franfo- amerikanischcn Danken ein 21b crimen, wonach ohne vorhergehe . ■? gc i t ■ den Sowjets Kredite nicht bewillig, werden dürfen. Wie schlecht es um die Frage der Waren- k r e d i t e für Rußland beftcili i l. io inte Krassin am besten daraus ersehen, baß einer russischen Wi-.tschaftsdciegation. die vor ein gen Tagen zum Einkauf von 3j0 Omnibussen. 200 Lastautos und 300 A"tomodilen hier eingetrossen war, jeglicher Kredit verweigert wurde. Sn einem Falle wurde den Mitgliedern dec Delegation das Betreten dc> Fabrikräume untersagt. Um diese Schwierigkeiten zu beheben. nwchte Krassin der Sowjetregierung die Anerkennung der Bvrkriegslchuiden oder wenigstens eines Teiles Vorschlägen. Durch ein besonderes Gesetz soll ihre Bezahlung nicht nur durch das von der französischen Regierung beschlagnahmte Gold (350 Millionen Franken), sondern auch durch den Goldvorrat sich-rgestellt werden, den die russische Regierung in D r e st - L i t o w s k den Deutschen ausyändigte und dec seitdem i n die Hände der Verbündeten übergegangen ist. Krassin nimmt an, daß diese- Zugeständnis auf die öffentliche Meinung Frankreichs eine heilsame Wirkung ausüoen uno eine günstigere Atmosphäre für die Wirtschaftsbesprechungen schassen wird. Die deutsche Völkerbundsnote. Berlin. 23. Dez. (TU) Die Reichzregie- rung veröffentlicht die Rote, die fh zur Klärung der Frage der Beteiligung Deutschlands an trte- gerischen Maßnahmen an den Völkerbund gerichtet hat und bie zugleich den Regierungen der Äatsmächte zugelellet wurde. Die Regierung könne mit Genugtuung feststellen, daß ihr Entschluß volle Zustimmung der im Dölker- bundsrat vertretenen Mächte gefunden habe unb daß ihr Wunsch wegen her Beteiligung Deutschlands am Völkerbunds rat Rechnung getragen wurde . Dagegen haben die Antworten in Ansehung deS Art. 16 noch nicht zu dem gewünschten Er o gr geführt Der 21.1.16 regele das Verfahren, caß i m Falle eines Friedensbruches gegen den schuldigen Staat zur Anwendung gebracht werden soll. Er verpflichtet d e Dölkeroundsmitglieder zu Maßnahmen, wie sie bisher nur unter Einführung des Kriegszustandes möglich waren. Die Dölkerbu d.satz ng gewähre aber den Mitgliedern nicht das g.öß stmögliche Maß an Sicherheit gegen kriegsmäßige Handlungen des Friedensstörers. Die Du ch ü runq mit tä tidjcr Ope a- tio.nen gegen den F.nedenöstörer sei bisher nicht näher geregell und nicht der zentralen Befehls- gcwalt des Völkerbundes unterstellt. Auch sei der Erfolg des Sanktivnsversahreu- unter Umständen bann in Frage gestellt, wenn eS sich gegen Staaten richtet, bie, wie bas heute noch ber Fall ist, über eine gewaltige KriegSrustung berfügen. Die Gefahren, die sich hieraus für nahezu alle Mitgliederstaaten ergeben, werden noch unerträglicher gestaltet für ein Land, das sich wie Deutschland in zentraler Lage befinbet unb vollständig entwaffnet ist. Die 2lote führt dann zur Keinrzeichmmg der einseitigen Entwaffnung Deutschlands an. daß dieses Land mit mehr als 60 Millionen Einwohnern mit einer LandeSgrenze von 5000 Km. und eine Küste von über 2COO Km. über ein Heer von nur 100 000 Mann verfügt. Die allgemeine Wehrpflicht ist abgeschafft und die Ausbildung von Reserven ist nicht gestattet. Dieser Truppe fehlt jede, für eine moderne Kriegführung notwendige 0Iu3rüftung. Die deutschen Festungen an der W.stgrenz« sind geschleift. 3m Westen sind 55 003 Quadratkilometer deutschen Gebietes entmilitarisiert zugunsten seiner Nachbarn. Tatsächliche RüstungS- beiriebe sind nicht vorhand.-n. 2klle Movil- machungsmaßnahmen sind verboten. Die Stärke der Flotte liege well unter der Abrüstungs- grenze deS Washingtoner AbkommeTrS. Die Rote vergleicht mit dieser Entwaffnung die militärische Stärke ber Nachbarn Deutschlands. deren einer bet 8 Millionen Einwohnern ein stehendes Heer von 80 000. ein Land mit weniger als 40 Millionen Einwohnern em stehendes Heer von über 700 000 Mann habe. Deutschland befindet sich somll in völliger militärischer Ohnmacht inmitten eines stack bewafi. »eten Europas. SS ist also außersianbe, einem mil lärilchen Einbruch entgtgenzutreten. Es wäre völlig auf den Schutz der DundeS- mitglieber angewiesen, ohne bah diese zur Ge- Währung dieses Schutzes gezwungen toerben törtn- ten. 3n den meisten denkbaren Fällen würde Deutschland zum Schauplatz europäischer Völker bunds kriege geradezu präbetzi»tert sein. Diese«, fähtt bie 2kote sott, ist bie notwendige Folge bet Tatsache, daß bie gesamte Organisation deS Völkerbundes kaum vereinbar ist mit dem militärischen Uebergewicht europäischer Staaten, gleichviel, ob sie dem Bunde angehören ober nicht. Auch wenn ber RüstungSstanb aller Staaten im Rahuten bes Völkerbuubprogramms burchgesührt sein würde, das für bie Verringerung der militärischen Machtmittel eine Grenze zieht, würde das R i - veau deS allgemeinen RüstungS- stanbes banach noch immer über dem des deutschen Rüstungsstandes liegen. Aus den Schwierigkeiten bies:s Mißverhältnisfes gebe es nach Ansicht bet b.utscheu Regierung nur einen Ausweg: Dem D utschen Reiche mühte die Möglichkeit belassen werben, d.iS Muh seiner aktiven Terlnahme selbst zu bc'Hmmen. Damll verlange Deutschlanb keine Vergünstigung, sondern nur bie Derü-llichtigung seiner besonderen Lage, well e« sonst auf bas letzte Schutzmittel eine? entwaffneten Dolles, bie D e u t r a l i 1 ä t, zu verzichten gezwungen sei. Die deutsche R-gisrung gibt sich ber Erwartung bin. daß der Völkerbund die Berechtigung dieser Befürchtungen anerkmncn und einen Weg zu ihrer Beseitigung finden werde. Das Memorandum erflärt einleitend, daß die deutsche Regierung glaube, daß jetzt nach dem Verlaufe und dem Ergebnis von Lmdon, die Grundlage für ein gedeihliches Zusammenwirken im Völkerbünde gegeben sei. Sie habe sich deshalb entschlossen, nunmehr den alsbaldigen Eintritt Deutschlands zu erstreben. ES crfd)-ine der deutschen Regierung nicht tunlich, ohne weitere- an den Völkerbund einen Antrag zu richten. Sie wünsche zunächst mit den im VölkerbundSrat Dcrtretcnen Regeenrn- gen mit aller Offenheit gewisse Fragen zu klären, Die für ihre Mitwirkung von entfch iderrder De- deutung seien. Solange die Satzung gewissen Staaten ba- Recht zu einer ständigen Vertretung im DöfferbnnbSrat gebe, müsse bie beutfche Regierung daS Recht auf eine solche Vertretung auch für s i ch in Anspruch nehmen. Sie mässe deShilb bei Stellung eines ZulasfungsantrageS die Gewlhhell haben, bah Deutschland alsbald nach sei icm Ein, tritt einen ständigen RatSsih erhält. Da. bei nehme sie eine paritätische D?r'.i!lgung an den übrigen Organisationen des Döllerbunde«., insbesondere an dem ®eneralfetretarial ohne weiteres an. 2. ist die deutsche Regierung bereit, dem Völkerbünde ausdrücklich zu bestätigen, bah fie zur Erfüllung ihrer internationalen Verpflicht» ngen entschlossen ist. Diese Erklärung dürfe aber nicht so ausgelegt wer- den, als ob die deutsche Regierung damit die zui Begründung ihrer Verpflichtungen auig-ftellter Behauptungen anerkenne, die eine m v r a l i f ch c Belastung des deutschen Volkes in fich schliehe. Die tatsächliche Erfüllbarkeit der deutschen Dettragsverpflichtungen hänge auch vor allem von ber Durchführung der Londoner Vereinbarungen und der beschleunigten Wiederherstellung vertrag smäßiger Zustände an Rheir Ruhr ab. 3. erwartet Deutschland, zu gegebener Zell aktiv an dem Mandatsshstem de» Völkerbundes beteiligt zu werden. r liche Märchenszene „Schneewittchen' allen. e i t. 5>'r Schkosser» 4 Storm. Zum Schluß Knecht Ruprecht und Einige Schreckensrufe schüttete se.nen Sack aus. der von den Eltern mit» den Aepfel und Russe hermachten. Rasch war die letzte Ruß, der letzte Apfel eingeheimst, und nun erhielt jeder Hortteilnehmer feinen Sack mit Strümpfen, Handschuhen, Henrden, Gebäck usw. Strahlenden Auges verließ die Kinderschar den trauten Raum, Dank im Herzen für die Lehrerschaft, die Kinderfreunde und die Stadtverwaltung, die durch ihre opferfreudige Mühewaltung durch Geld- und andere Spenden die Aus aller Welt. Zweite Kölner Gartenbaumesse. ückgewiesen wurden. Grctzener Lüarhenmttrktpretse am 23. Dezember 1924 (Händlerpreise). von Ti', i Trittes Es kosteten auf dem h;ut gen Dochenmarkre'. Butter 240, Matte 40, Käse 70, W rsiug 10, Weißkraut 5, Rotkraut 10 b.s 15, gelbe R-b.n 12 rote Rüben 12, Sp.nat 40, U ^terkob.rab. 6. Grünkohl 20, Rosenkohl 50, F tos.lat IvO. Zwiebeln 15, Meerrettich 33 bis 80, Schwarzwurz.l.i 53. Kartoffeln 5, Aepfel 12 b.s 20, B.rnen 12, junge Hahnen ICO, Gänse 100 b.s 130, Räss: <3 Pf- das Pfund, Eier 18 b s 20, B.u.nen.ohi (23 bis 200, Lauch 5 dis 15, Sellerie 10 b.S 4^. Pf. das Stück. Wettervoraussage. Bedeckt, südliche 'Winde, Rachtfrv't. Preußen in s chaftli führung l Beifall Ergebn Herrrot dementiert. Paris, 22. Dez. (WTB.) Der Präsideitt der Regiecungslomrnission des Saargebietes, R a u I t. hat dem Ministerpräsidenten Her - riot heute die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung von Sa a r l v u i s übtrmiltclt. Ministerpräsident Lerriok bat so- kam polternder. Kleine polititoe Nachrichten. Der Posten Les Oberbürgermeisters von Hannover, den bisher der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete L e i n e r t inne hatte, wurde öffentlich ausgeschrieben. * Die letzte Rümmer des „Beobachters" (Organ der Demokratischen Partei Württembergs) wurde wegen eines Artikels mit der Überschrift „D e r Herr Staatspräsident" vorn Stuttgarter Amtsgericht beschlagnahmt. Auch die „Schwäbische Tagwacht" wurde wegen Wiedergabe eines Telles des inkriminierten Artikels des „Beobachters" beschlagnahmt. * Rach Mitteilungen aus Madras ift es in den großen Spinnereien in Galburga in Südin - dien zu erheblichen Unruhen gekommen. Dic Unruhen scheinen bolschewistischer A r t zu sein. gebrachten Kleinsten, die sich anfangs vor dem bösen „Rickels" unter den Schutz der Ettern geflüchtet hatten, verhallten unter dem Jubel der Größeren, die sich über die am Boden hinrolleri-- fe ertag) die F. er d.r Goldenen Hochze L Be.d< Eh gatten, von denen jedes im 75. Lebensjahre steht, erfreuen sich noch einer guten Gesundheit und geistiger Fe sche. • • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 22 Ochsen, 340 Kälber, 152 Schafe. Landkreis Rieften. 7 Grünberg, 22. Dez. 3n voller Gesundheit feiern am ersten Weihnachtstage die Eheleute Förster Büttel das seltene Fest der goldenen Hochzeit. — 3n der Mitglieder- versanrmlung des Dürgervereins am Samstagabend erklärte der Doisihende Schweiß- g u t h, die Dersammlung be w ecke, die Bürge r- mei st erfrag e zu besprechen. B.s jetzt seien vier Kandidaten vorhanden, wovon zwei anwesend feien. 3m allgemeinen bestand dic Stimmung, sich auf einen bürgerlichen Kandis baten zu einigen, was aber leider nicht verwirklicht wurde. Es wurde beschko fen, in nächster Zeit eine Vorstand5sitzung einzuberufen, dann mit den anderen Vorständen (Bauernbund usw.) über die Kandtdatenfrage zu sprechen und hierauf ;v einer Generalversammlung einzuladen. E.nr 4 für s inen zweit:n diesw.nte:ilche-i Vor m3 L u* blcnrat Knieriem von Bad-Ra,:h.im gewonnen. Das Thema war .Das deutsche Dorf". 3n feinem äußerst inleretfunten 'Bo;l ag bot er eine geschtchttzcye Entwicklung des Dvrse-, Der Konrrollbericht. ALeue Pariser AlarmnacririLren. — Kein Gedanke an Räumung. FlariS, 22. Dez. (W2D) DaS Inter- lerte Militärtomitee von Derfail- .les hat heute nachmittag unter dem Dsr»ltze der Marschalls Fach den lohten blerzehntagigen De- Licht der Interalliierten Kontrollkommission in Berlin besprochen. Morgen wird d.e B v t s ch a f • terkouserenz an Hand des von Mar.chall Foch erstalleten Gutachtens sich über die Umrisse ihreS Berichts au die alliierten Mächte verstän- Ligen. Wann der Bericht der Botschafter an btt betreffenden Wachte aogeht, ist nicht ersichtlich. Dach dem »Mattn" enthält der Bericht der In° tecal.iierten Kontrolllommifiion insbesondere eine Reihe aussehenerregender Mitteilungen über die Mannschaftsbestände derPolizei und der Reichswehr, die zusammen bei wettem die vom Dertrag vorgesehene Ziffer von 100 000 Mann übersteige. Bei der Reichswehr handle es sich um eine Elitetruppe, die unter Zugrundelegung des von Scharnhorst eingeführ- ten Systems planmäßig die Ausbildung von Rekruten übernommen hat. Alle wehrfähigen Deutschen machen, wie der Bericht hervorhebt, eine kurze Ausbildungszeit durch. Die Kasernen seien dauernd überfüllt. Die ziffernmäßige Zusammensetzung der Reichswehr sei -war ständig dieselbe, doch wurden immer neue Rekruten eingestellt und alte entlassen. Der Bericht unterstreicht die Zusammensetzung des deutschen Generalstabs. Üebereinstimmend fiel en die Blätter fest, baß trotz der von der Reichsregierung in Paris. London und Brüssel unternommenen Schritte d i e KolnerZoneamlO. Januar 1 925 nicht geräumt werden wird. „Petit Parisien" weist darauf hin, daß den brutschen Botschaftern in Paris, London und Brüssel ein und dieselbe Antwort erteilt worden ist. Die Haltung der Derbündeteu sei unttoeideullg. Sie entspreche nicht nur den Verpflichtungen, die fie auf der Londoner Konferenz eingegangen felen, sondern and) den Bestimmungen des Versailler Vertrages. Herriot, Mardonald und Theunis sind trotz des Londoner Abkommens nbereingefommen, mit der R ä u m u n g der b e • setzten Gebiete bas Problem der Abrüstung zu verknüpfen, d. h. die Räumung nur dorzunehmen, wenn der Bericht der Kontrollkvm- misfion die gewissenhafte Erfüllung der Abrii- stungsberpslichtungen feftflellt Die Räumungssrage. Gin deutscher Schritt iii Brüssel und London. Paris, 22. D:z. (WTB.) Havas berichtet aus Brüssel, der deutsche Gesandte v. Keller habe tin Außenministerium eine Demirche un er- nommen betreffend die Räumung des Kölner Dr ck nk:p es. Der Minister für auswärt ge An- gelegrnh.tten, Hymans, hat auf seine Ecklä-- rungen in der Kammer hingewiesen, Daß die Regierung sich von dem leiten lassen würde, was auf der Londoner Konferenz be- lchlpfsen worden sei. 3n London sei festgestellt worden, daß hinsichtlich der Anwendung des Kapitels 429 des Versailler Vertrages die Alliierten zu einem opportunellen Zeitpunkt "652. Frage prüfen werde, ob Deutschland gewissen Bedingungen des Dersailler Vertrages, besonders hinsichtlich der Abrüstungsklausel, nachgekommen sei. B.s j tzt lege der Bericht der Znleralliierten Militaiiontrolllom» mission noch nicht vor. Sobald dieser Bericht erstattet fei, würden die All ierteri ihre Anstalten treffen. Rach dem Brüsseler Berichterstatter des „Temps" nimmt man in dort'gen RegLrungskreisen an. daß der D.'richt der Dot- schaft.'rkonferenz am 10. 3muar zugeste.lt w rD unD daß die alliierten Regierungen spätestens im Monat Februar eine Entscheidung treffen werd em Am Samstag hatte der deutsche Botschafter in London, Dr. Sthamer, eine Unterredung mit dem Außenminister Austen Chamberlain. S>r. Sth 'wer hat die Stimmung in Demschland geschilder.', die nach der offiziellen Srllärung der engt schen Regierung über die Richträumung ter Kölner Zone am 10. 3amiar entstanden wäre. pariser Berdrehungskünstler. P a r i s, 22. Dez. (WB.) Der Volk rrechlS- lehrer Prvf. George Scelle beschäftigt sich tn der „Information" mit der Frage der Räu- ramg der Kölner Jone. Cs scheine, daß Deutschland auf die Alliierten einen Druck ausüben wolle, indem es von der Unmö. l ch- keit spreche, daß eine Linksregierung gebildet werden könne, wenn die Kölner Zone besetzt bleibe. Das sei ein Erpressungs- Versuch. Die Q^äumung der Kölner Zone sei bestimmt von der Feststellung der Alli'er- ten, daß Deutschland seineVer Pflichtungen aus dem Friedensvertrag erfüllt habe. 3n Frankreich habe man so 'ar immer erklärt, daß der Lag, von dem aus die Besetzungssrist gerechnet werden müßte, noch nicht bestimmt sei, gerade deshalb. weil Deutschland hinsichtlich der Erfüllung des Friedensoerttages Ob st r u k t i 0 n betrieben habe. Zum mindesten aber müsse man den Bericht der Militärkontrolllommifsion abwacten und eß könne unter diesen Umständen niu/t davon die Rede sein, unt:r dem trügerischen Vorwand, die Außenpolit'.k des D.ut- schen Reiches zu sanieren, sich einfach von ihmentwaffnen zu lassen. Die Demarte des deutschen Botschafters von Höfch sei also mindestens verfrüht, weim nicht gar Psychologisch anfechtbar. Die Engländer nähmen übrigens in dieser Frage eine vollkommen korrekte Haltung ein, während in anderen Fragen ihre Stellungnahme zu Beunruhigungen Anlaß gebe. Köln nach Veryanvttmgen mit Vertretern oes westdeutsch.n Gate.ba g verles en sch 0 'ei', cl e zweite (Sarienbaumihe im Hervst 1^25 abzu- >alten, uni» zwar vo.uussichttich zusammen mit der allgemeinen Herbstmesse. Eindrvch bei Minister Schisser. Berlin. 22. Dez. (WTB.) Die Wohnung des Retchsrnrnisters a. D. Schisser im Westen von Berlin wurde gestern nachmittag von Einbrechern heimgrsucht, die wertvolle Deute an Gold- und Silber fachen machten. Die Embrecher find wahrscheinlich drei jüngere Leute, die von Hausbewohnern gesehen wurden. Bier Knaben auf dem Elfe ertrunken. Stuttgart. 22. Dez. (WTB.) 3n Heist e r h 0 f e n (Oberamt Ellwangen) sind gestern beim Schlittschuhlaufen auf der Sechta vier Knaben im Alter von 9—11 3ahren auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Seinen Kompagnon erschaffen. Berlin. 22. Dez. (WTB ) Heut: nachmittag geriet:n der Ä mf nan.t un) Ma oc a. D. Scha,- f i tz e l ° Ch: rlcttenburg und fe n Komp gnm, d t Kaufmann 3 u l i a n » Licht;rsel)e. ii ujrcm Ge- schästslolal wegen geschästlichrr Angelegenheiten in ein Handgemenge, in dessen V rlauf Schafsitz.l zwei Sch sfr auf outian abgab. Iul.an verstarb auf Dem Transport nach dem Krankenhaus. Der Täter wurde festgenommen. Grans legt Revision ein. Hann 0 ver , 22. Dez. (TL.) Der im Haar- mannprv'eh zum Tode ve.u teilte Hans Grans hat gegen das Urteil des Schwurgericht.s Hannover Revision eingelegt und gebe en, als Rechtsbeistand seinen b sherigen Be:ttilig?r, Rechtsanwalt Loh, Hannover, sü: ihn zu be* Deutschen ©artenb inmeife vom Meßamt Köln Rechtsmittel der Re^is on verzichtet, Raubmord. Hannover, 22. Dez. (TL) Der Arbeiter Otto G r 0 tz hat aus der Landstraße Sottau-Lüne- burg einen ihm unbekannten Reisebegleiter mit einem Stein niedergeschlagen und mit einem Tuche z u Tode gedrückt. Es handelt sich um einen Raubmord, bei dem dem Täter nur eine einfache Tas *nuf)r in die Hände fiel. Der Mörder hat sich selbst der Polizei gestellt. Die Person des Toten, der etwa 60 3ayre alt gewesen ist, konnte nicht festgestellt werden, da der Mörder die Papiere des Ermordeten angeblich vergraben hat. Beginn des Heiligen 3ahreS. R 0 m , 22. Dez. (WTB.) Heute sind die 0 f f i» Stellen Einladungen für die Eröffnung der Porta Santa bei Sankt Peter durch den Papst ausgegeben worden. Sie lauten auf den 24. Dezember, 11 stlhr vormittags. Um Hl/? Uhr wird dem mit Eintrtttskarten versehenen Publikum der Eintritt in die Kirche gestattet, in der der Papst den Segen erteilt. Gestern ist hierzu der bclgische Kardinal Mercier, Erzbischof von Mccheln, in Rom eingetroffen. Die italienische Regierung hat verfügt, daß die Aum Jubeljahr nach Rom reisenden Pilger nicht mit Päs° Jen ausgerüstet zu sein brauchen, sondern daß bei Einzelreisenden die Pilger karte als Ausweis an der Greirze genügt. Bei Reisegesellschaften genügen ordnungsmäßig ausgestellte Ptlgerverzeichnisse. Riefenaussperrung in Schweden. Wie ein Telegramm aus Stockholm meldet, hat der Vorstand des Textilindustriever- b an des heute die Aussperrung bei feinen sämtlichen Mitgliedern beschlossen, da die Verhandlungen über ein neues Lohnabkommen gescheitert sind. Der schwedische Arbeitgeberverband hat feine Einwilligung gegeben. Die Aussperrung, die am 2. Januar in Kraft tritt, trifft über 30 000 Arbeiter. c 2K e H e durch d e Art ihrer Durch- Den weitesten Streifen lebhaften anö, und auch das geschäftliche _ für Teilnehmer durchweg zufriedenstellend war. bat sich das Mehantt Tün tn einem Brief den PrSsDenrm Rcuüt ersuch'. u oerzüglich in der kategorischen Form p,e R^ch''idit zu dementieren, dav örani reich aegcn Abtretung Der etabt 0aar- [ 0 u i 3 unb liebel' weiterer saarlalivischer Oct febafter 1X.0 A'gevot gemacht .-ave, 3r a t- reichs Anrechte auf daS Sa ar geb et a>ou:-ef*n. Hemot ersuchte ö-t. Prattvenimu del. Stadlverordnetenoersammlung von caaiLoute sein Giftdunen darüber auszudrucken, da» Manner, Die sich Frievenssreulwe uixb AKanger einer AuSwhnurgspolttik nennen, so leichtierttg eine Rach richt hätten aufnehmeii wnnen, die ebenso falsch wie trügerisch sei. Das Urteil im Saarbrückener Korruplionsprozeb. Saarbrücken, 22. Dez. (WTB.) 3m Dörffert-Prvzeß ist heute das Urteil gef allt worden. Der angeklagte ehemastge Pollzeima.or D ö r f f e r t wurde wegen Röngung im Amt, wegen pas ioer Drstrchi 'g. wegen^ F uchtbe.^üasti- gung, wegen Deamteanö igung, ölieiitlicyer Ut* rundensälschung zu einer Gesamtstrafe von 2/2 Jahren Gefängnis, Dirlust der bü geckich-n Ehrenrechte und Unfähigkeit zur D e k l e l • Dung öffentlicher Qlcmter aus die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Die wegen e.nfa^r Urkunde Fälschung mllangellagie F au Mack e> hielt einen Moaat Gefängnis. Der mtt- angeflagte Oaerna-'meist:c Reinsbacher c » hielt weg:n fahrlasugei Falsche.ds sechs Mo a.e Gefängnis mit Bewä)ru gsfrist. Der eden- salls angeklaste Wirt Böck n er echlett wegen aktiver De.'techung drei Tloiate Gefängnis. In allen Fällen wurde Döcffett mildernde Umstände zuerkannt. Wie toir Horen, beabsichtigt Dörffert. Berufung einzu.e^en. Dvi Der Anklage wegen Verleitung zum Meineid wurde Döcfsect wegen mangelnder Beweise frei- gesprochen. Der Aufstand in Albanien. Paris, 23. Dez. (WTB. Funkspruch.) Dem „Quotidien" wird aus Belgrad gemeldet, daß die A u f st ä n d i s ch e n in Albanien, Die auf dem linken Ufer des Drin-Flusses ständen, sich mit Den am Matt-Fluh besinDlichen AusstänDischen zu vereinigen suchten. Der größte Tell Der R<^- gierungstruppen hält gegenwärtig Den Engpaß von Kiafa-Muriz besetzt. Der Die Hauptverteidigungsstelle von Tirana ist. Rach Der Zellung „Politica" soll in ganz Albanien Der Be- lagerungszustanD verhängt worDen sein, Da Die albanische Mobilis erung in getoif en Bezirken, Die offen mit AchmeD Bey Zegu sympathi- ieren, wenig Erfolg gehabt habe. Die Gegenoffensive Der albanischen Truppen soll Den aufstänDischen BanDen Kruma wieder entrissen haben und hierbei eine Menge serbischer Geschütze erbeutet und Drei serbische Soldaten gefangen genommen haben. Sie gestanden. von ihrem Kommandeur in Prizrend den Aufständischen für die Geschützbedienung zur Verfügung gestellt worden zu sein. Die Haltung Serbiens. Belgrad, 23. Dez. (TU.) Der hiesige Gesandte Albaniens, Ali Riza Pascha, hat Im Außenministerium vorgesprochen, um Den Standpunkt Der füdslovischen Regierung gegenüber Den Vorgängen in Albanien zu erfahren. Er übergab bei Dieser G legenheit eine Rote der albanischen Regierung, in Der Südslavien verDächtigt wird, an der Organisation Der jetzigen Vorgang« in Albanien rn i t g e w i r k t zu haben. Unterstaatssekretär Markowitsch gab Dem albanischen Gesandten Die Versicherung, Daß Die südslavische Regierung mit Den Vorgängen in Albanien gar nichts zu tun habe. Die süd- slavische Regierung nähme Den Ereignissen im RachbarlanDe gegenüber ehren objektiven Standpunkt ein, habe jedoch zum Zwecke der Grenzsicheruna alle notwendigen Maßnahmen getroffen. Die in Der Rote der albanischem Regierung gegenüber SüDslavien erhobenen Vorwürfe seien vollkommen unbegrünDet und er protestiere gegen Die in Der Rote ausgeDruckte Verdächtigung Der albanischen Regierung Südslavien gegenüber. Die antibolschewistrsche Front auf d:m Balkan. Belgrad, 23. Dez. (TU) Außenminister R i n t s ch i t sch ist Sonntag abend von seiner Westeuroparcise zurückgekehrt. Press Vertretern erklärte er, Daß sich Die außenpolitische Lage Jugoslawiens wesentlich gebessert habe. Er 1 eß Durchbl cken. Daß auf Dem Balkan eine ant belsch wiüische Front g b ld t werden würde, zu der sich sowohl Rumänien als auch Bulgarien bereit erklärt haben. Der bulgarische Ministerprös Deut Za n ko ff wrd am 23. Dezember in Belgrad erwartet und sich Dann nach Bukarest beg-b n, um über die ant.bvlschewistische Front zu verhandeln. schöne Feier ermöglicht hc •• Goldene Hoch meister K. Wiganot und seine Ghefmu, g-5. Zwesch, beg h n am 23. b. Mt3. (2 We chhi- echis- Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Dezember 1924. Provinzialansschust-Titzung vom 20. Dezember. 3n seiner Sitzung vom 13. Dezember hatte sich Der Provinzialausfchuß mit der Festsetzung Der Gemeindebeamtenbesoldung in Ober-Seibertenrod (hier: die Derufun-- gen des Gemeinderechners, des Frldschützen und des Polizeidieners gegen das Urteil Des Kreisausschusses Des Kreises Schotten vom 26. August Ds. Is.) zu beschäftigen Der Sachverhalt ist folgender: Bei Beratung des Gemeindevoran- schlags von Ober-SeibertenroD für 1924 hat der GemeinDerat Die Besoldungen des GemeindL- rechners auf 250 Mk., Des Feldschühen auf 100 Mark unD des Polizeidieners auf 103 Mark — Das sind die Friedenssahe — vom 1. April 1924 an festgesetzt unD cs abgelehnt, die im Voranschlag vorgesehenen B.s.ldungsbeträge von 445 Mark bzw. 292 Mk. bzw. 253 Mk., Die nach den vom Minister um des Innern herausgeg.denen Richtlinien berechnet worden waren, anzunehmen. Tm sich Der Gemeinderat weigerte, einem Ansinnen Des Kreisdirektors des Kreises Schotten zu entsprechen, Das dahin ging, diesen Gemeinde- beamten angemessene Besoldungen zu gewähren, hat Der Kreisausschuh des Kreises Schotten in feiner öffentlichen Sitzung vom 26. August 1924 zu Recht erkannt, daß, vom 1. A?ril 1924 an, an Pausch-Besoldungen zu bezahlen sind: Dem Ge- meinderechner 370 Mk., dem Feldschühen 230 Mk. unD dem Polizeidiener 250 Mk. Maßgebend für Diese Festsetzungen war. daß die finanziell schlechte Lage Der nur 230 Einwohnei' zählenden Gemeinde an die Steuerkraft ihrer Bewohner von allen Gemeinden Des Kreises Schotten Die höchsten A iforDerungen stellt. Gegen diese Festsetzung verfolgten Die vorgenannten GemelndebeamtLN Berufung an Den ProvinzialauSschutz, während Der Gemeinderat Das Urteil anerkannte. Die GemeiuDebeamten bedangen die Regelung ihrer Bezüge nach Den vom Ministerium Des Innern herausgegebenen Richtlinien mit Der Maßgabe, Daß der Berechnung Der Bezüge eine tägliche Be- schäftigungszeit bei Dem Gerneinderechner von 2, Dem FÄdschühen von 4 und Dem PolizeiDiener Don 2 Stunden zugrunde gelegt wird, weil nach Dem Kreisausschußurteil nicht anzunehmen fei, Daß vom 1. April 1924 an Diese Beschästigun^s- Seiten Der B:rcchnung zugrunde gelegt woroen ilnD. Der Kreisdirektor Des Kreises Schotten erläuterte Daß ergangene Kreisausschuhurtell. Der Bürgermeister berichtete über Die sehr schlechte finanzielle Lage Der Gemeinde und bemerkte. Daß nach dem Voranschlag nur eine Umlage von 3700 Mk. zur Erhebung genehmigt fein, während öle Gemeinde, um ihre allemotwendlasten Aus- " Gedruckte Weihnachts- und Reujahrskarten. Zur Vermeidung von Un- zuträglichleiten und Weiterungeil wird nochmals ilarauf hingewiesen^ Daß gedruckte Weihnachts- unD Reujahrskarten, trenn fie für Die Gebühr von 3 Pf. beförDert werden sollen, außer Den sog. Ab'enderan^a^ett (AbfcnDungZtag, Rame, Firma StanD unD Wohnort nebst Wohnung Des Ab- enDerß, seine E.eri'.sprechnummer. Die Teiegramm- anschrift unD Telrgrammschlüsicl sowie sein Post' check- unD Bankkonto unD sonstige geschäftliche Merk- unD Ken wort ) f ine to:.t cen 5 noschr ft- lichen Aenderungen unD Zusätze enthalten Dürfen. Glückwunschkarten, Die außer Den Äbsenderanga- ben noch weitere Zusätze bis zu fünf Worten enthalten, kosten, wenn sie im Briefumschlag ver- sanDt werben, sowohl im Orts- als auch im Fernverkehr 5 Pfennig, werden sie tn Kartenform vec anDt, so unterliegen sie im Ortsbereich einer Gebühr von 3 Ps., im Fernverkehr einer Gebühr von 5 Pf. U-nzureichenD freigemachte Sendungen werden mit Rachgebühr belastet. Es kann Den Derfendern nur Dr.ng nD gcr^t.n tovtöcn, D.e Bestimmungen zu beachten. “ Der Massenmörder Angersteii ist nach seiner Heilung am Somstagnachmittac' unter weitgehenden Vorsichtsmaßnahmen aus Del hiesigen Klinik in Das Untersuchungsgefängnis ir. Limburg übergeführt worDen. Der Transport erfolgte unter Der Leitung Des Limburger Staats' anwalts. ** Weihnachtsfeier in Der städtischen Mädchenschule. Unter zahlreicher Teilnahme Der eingeladenen Eltern versammelte Der Kinderhort der städt. MäDch:nfchul: am Freitag nachmittag feine Zöglinge um Den Ehnstbaum zu schlichter Weihnachtsfeier. Im W tt lpuntte Derselben stand die von Kindern gespielte lieb- gaven D«aen zu tonnen, einen Umtagel^eDarf von 5000 Mark habe. Der PrvvinzialauSfchuß hall« am 13 Dezember die Urteilsve.kündung auf Den 20. Dezember vertagt. DaS Uileil erging in Der heutigen Siyu.:g dahin, daß die Berufungen als unfocgrünDct kostenpflichtig 511* Köln, 22. Dez. (WTB.) Da Die nach Der ^Deutschen ©irtenbiume fe vo n Meßamt Köln unD dem LanDwirtfchaftlichen De-e n für Rhein- e tembe: ve anfta ec LanDwirt- «nh unS bte TBeCW ■ e^irngtn xh>ifq>en Mensch imb Lanöschtft. Gr Lgtz bir, blö die ViitiD.rfluna des D» nichts zufällig S fei, fonbent die Larivschaft. die Lage unb der Zweck. 4- ‘Ä. Q3erte.b qung»j|tt> de. oft bt ttnmunb cuj die ‘Bauart c.ruD.rten; so ist ba« 5b rl im Debile e 3. *B. bad l .nggestr ck.e Ltraßen- dvrt, das H ius endoef. b r hauptsächl ch auch C3er- te d gungszw^cken d en.nd. Runb.ing, führe c; uns m bic versch ebensten G.genben Deutschlands und zeigte, wie Landschaft und Lage be- stimmend aus biC Gestaltung deS Dvcibaues ein- wirkten. am. Staben. 22 Dez. Die .ernsten D l belf 0 rfcher" hielten am Freitag Im voll- aesetzten Saale der Gastwirtschaft von Philipp Schuld» 'IDme. einen Werbevortrag ab. Gin Redner auS Frankfurt sprach zwei Stunden und umging gesch dt die Stellen ihrer Lehre, durch welche sie sich Angriffen aussetzten. Die Anwesenden. denen vorher freie Aussprach: zugesichert war. wurden dadurch getäuscht, daß der Vortragende jedem Diskussionsredner nur zehn Minuten Redezeit erlaubte. In den beiden Pfarrern Dock- Ober-Mockstadt und H a m b u r- ger- Staden fand er furchtlose Gegner, die mit packendem Ernste bzw. mit beizendem Humor die Irrlehre dieser amerikanischen Sekte bc- kämpften. In welchen Röten der Dortragende war. zeigten seine Ungezogenheiten, zu denen er sich fluchtete, al- er den Geistlichen gegenüber vom akademischen Bier sprach und sie griechische Vokabeln abhören wollte, worauf natürlich nicht eingegangen wurde. AIS er dann um 11 ülhr die Versammlung schloß, begann Pfarrer Hamburger eine Rachversaminluna. in der beide Geistliche ungestört durch die Diode deS ernsten Bibelforschers sür die biblische Wahrheit eintraten. Diese Werbeversammlung dür te sür diese amerikanische Sekte ein glatter Mißerfolg gewesen sein. KrciS Schotten. □ Laubach. 21. Dez. Die Aussichten für bte Erweiterung des Krankenha u- seS deS hiesigen Johann-Fried rich- Stifte- sind durchaus befriedigend. Die meisten der umliegenden Dörfer haben sich zu 'Beiträgen für die wohltätige Einrichtung bereit erklärt. Man lernt eben die Vorzüge einer recht' zeitigen chirurgischen Operation immer mehr schätzen. Der Anbau soll schon im tommenben Frühjahr hergestelU werden. — Die Arbeiten an dem Vierfamilien-Haus für einfache Wohnungen sind bereits soweit gefördert worden, daß eS wohl schon gegen Ende des Winter- bezogen werden tarnt. Seine geschützte und gesund? Lage am Lardenbach er Weg , gegenüber der städtischen Ziegelei bietet besondere Vorteile. — Die hiesige G i s b a h n am Fuße des RamSbergs, die am 12. Scaember eröffnet wurde, bietet wieder eine herrliche Gelegenheit zur Ausübung des gesunden und schönen Sportes. Man sieht auch wieder die Jugend die früher mehr rodelte, sich mehr und mehr dieser Hebung widmen. )—( Ruppertsburg, 22. Dez. Am Donnerstag fand im hiesigen Gemeindesaal ein vaterländischer Abend des Land- lugendbundeS statt. C nie tend gedachte Pfarrer D. Fritsch der D d u ung ber brutschen F otte und ihrer Droht den im letzten Weltkriege. Daran anschließend kamen mehr al8 6? Lichtb lder über d e cf g rra>Schlach! zur Vorführung, jmer Wass ntal, in b-r utfer.» F ot e die schönste Probe ihrer Tipferleit und echten deutschen Seem..nnsg:isteS abg l g'. hat. D r Do - sitzende der hiesigen Ortsgruppe des Jugend- bundes. Wilh.ln Hussel, bann s ine Kameraden, dem Vorbild.» jener Helden gle ch. echte Deutsch: zu sein, bim t die deu.sche Fl g e in ber Welt wieder zu Ehren komme. Ma dem Gesang des Deutschlandliedes schloß die Versammlung. )—( GvnterSkirchen. 22. Dez. D stern abend hielt d?r hiesige Gesangverein fe ne Abendunterhaltung ab. Zur Llufsühring tarn „Das Gkücksmädel". ein größeres Stück mit (Sc- lang und Tanz. Es wir unter ber Le tung d S Dangenlen Lehrer M 0 x t e r vorlr fflich eingeübt Selbst ein Meister auf der D th te. hat er schon öfters mit seinem D »reine größere Stüde trefft d) zur Aufführung gebracht. 5tartniburg und vrheinvcffen. * Darm stabt. 22. Dev (Eig. Vericht.) Der Richarb-Wagner-Derein. der an Mitgliedern stärkste Masdverein unserer Staat, der niedr ge Ve träge erhob und Konzerte bei niedrigen Sint.ltlSpreisen veranstaltete, fca: be- f es bei der Jette tjen Abgabe vvt 45 Psg. für alle Sorten velasicn. Auch gegen die Sähe der Vergnügungs steuer, weil diese das Gastwirtsg »werbe zu sehr bela'te. nahmen d ssen Dertre.er S ellun t. Als Bei Hilfe zu einem Defizit roi 2.0J Ml. da» dem Inhaber der Stadtsalc bei tem ersten die.winte l chm Opernabend eilfta-.x- den. wurden 100) M'. bewilligt. Gevlanr wa cn acht Opernabenbe. Auch ein für die zu'ünf ige Gntwicllarg 2er S adt l eb 11 u g*i ol c. G 1 ander w e r b fand allseitige Geiie.-niigun;. Es handelte sich um den A.ikaus des 20,2’45 Hektar großen Geländes deS zwischen dem Südbahnhof und dem Dorfe Eappel gefegenen Cyr 1 ar - hofeS. Der Kaufpreis betragt 158 CO) Ml. C Hersfeld. 22. Dez. Der Kreistag genehmigte eine Satzung, auf Grund deren im Streife He s cld der FortbildungSfchul- unterricht auch ü de ländliche Jugend allgemein cragejü.)rt w.rd. Die Fo.t.'itdungs- sch illehrer werden durch den Kreisaussch^h berufen. Meteorolog scher Dortrag. 3n der Oberh-'ssIschen Gesellschaft für Qlatur» und Heilkunde sprach am Donners.ag Dr. Kell vom Llerolvgiichrn Institute inLm- denbu g (Mark) über „Moder te Me.evrolo^t und ihre Anwendung in Wettervorhersage und Funktelegraphie". Die neuere Meteorologie hat in dem von Professor Aß mann (früher in Gießen wirkend) gegründeten, jetzt unter Leitung von Professor H e r g e s e l l stehenden Institute eine in Deutschland — Iciöcr! — ei -z gartige P.le.^estätte gefu d> :n, indem hi.r nicht nur die auch von den anderen bcutfdycu Wetterstationen beobachtete bodennachste Schicht, sondern vorzugsweise die so genannte „freie Atmosphäre", einige hundert Meter über dem Erdboden beginnend, den Mittelpunkt täglicher Llnterfuchungen bildet. Die Arbeiten deö Institutes dienen einerseits der wissenschait- llchen Forschung, andererseits den Bedürfnissen des internationalen Höhen-Wetterdienstes, der für den Flugzrugverkehr von zunehmender Wichttgkeit geworden ist. Als ErkunbungS» mittel dienen tägliche Aufstiege von Drachen, Fessel- oder Freiballons, denen sich neuerdings auch das Flugzeug als wichtiges Hl.S- mittel zugesellt hat. Die regelmäßigen Aufstiege erstrecken sich bis zu einer Höhe von 3—4 Kilometer, gelegentlich, an sogenannten Internationalen Tagen, werden Höhen von 15 Kilometer erreicht. Selbstregistrierende Instrumente sorgen für Aufzeichnung der meteorologisch wichtigen Eigenschaften der durchflogenen Luftschichten. Nur zur Feststellung der Windrichtungen dienen die Heinen Pilotballons, deren Flugbahn mit Theodoliten beobachtet wird. 3m Mittelpunkte der außerordentl'ch interessanten Ausführungen des Vortragenden, die hier nur flüchtig angebeutet werden können, stand die anschauliche Beschreibung der neueren, auf den norwegischen Meteorologen B j e r k n e S zurückgehenden Forschungsrichtung, die unter Aeberwindung des alten Schemas von der Verknüpfung guten Wetters mit hohem, schlechten Wetters mit tiefem Barometerstände an die Beobachtung anknüpft daß bte im Sinne des Buys-Dallotschen Gesetzes in ein Tief cinftrömenben Winde nicht von allen Seiten gleichmäßig Dorbringen, sondern daß m imierer europäischen Lage cm sogenannter »warmer Sektor" auftritt, hervorgerufen durch EinftrSmen warmer, ozeanischer Südwest-Wil de. be.;en von Ro.dwest h r. fast unter rechtem Winkel, ein tatter Luftstrom entaegentritt, ohne daß Vermischung dieser verschieden temperierten Lrtftmassen eintritt; sie bleiben vielmehr durch eine recht scharfe Grenzfläche streng voneinander geschieden. Diese warmen Lu.tmasfen geraten nun in bx oberen Schichten unserer Atmoip!)äre, in denen sie, auf sogenannten Aufgleittlächen empor- steigend, zur Bildung charakteriftlscher B>wöl- kungSformen veranlaßt werden, ebenso wie wieder andere Wolkenformen, die EumuluS- Wolken, an Jener Grenze des warmen S k ors entstehen, die ihn von der kalten Ginbruchs- fkäche scheidet. Die von der warmen Luft überlagerten, ruhenden festländischen Lw Schichten werden als »kaltes Kissen" bezeichnet. Ein Netz über ganz Europa verteilter sog. synopti'chcr Beobachtung Stationen sorgt dur tz Wind- und Wollenbec»Pachtungen — le dere stellen ein neues wichtiges Glied in ber W tte- rung.biag of , cuf di e.st eine veclä^licheVor« av.ssage erfolgen kann, dar — für Erkennung und Ausmessung dieser höchst eigentümlichen Grenzflächen, die stch übrigens auch al3 Hindernisse für elektrische und Schallwellen erweisen, so daß zum Bstsoiel weithin hörbare Detonationen unter llniftinben in geringer Entfernung vom Orte der Explosion nicht teut- lich wahrgenommen werden können, sofern nämlich ci ic derartige G.e.tebene den Schallwellen in den Weg tritt. Im Anschlüsse an di.se grundlegend wichtigen theoretischen Ausführung.»n. bei denen übrigens für bi: Beurte lung des Zusammenhanges von Barometerstand und Witterung ganz neue Gesichtspunkte berau6fptangen, so daß in gewissen Fällen aus steig nbem Luftdrücke auf ®intritt von Niederschlagen geschlossen werden kann, erliutert? der Vortra- geitde zahlreiche ausg-st ll.e Bilder, N gi tricr- apparate und einen zu Erkundungsau stiegen dienenden Drachen. L. H. hessische Klugheiriehsgesellschast. Noch keine (Gründung. — Beschluss: D»c «Zründnnq soll angeftrebt werden. Auf Einladung des Vürgermeisters M ü l - l c r (Darmstadt) sand im Datyauslaal der Stadt Darmstadt eine von zahlreichen Herren aus allen Teilen Hessens besuchte Versammlung statt, die sich mit der Gründung einer Hessischen FlugbetriebSaefellschaft beschäftigen sollte. Aus Oberhessen waren zu dieser Sitzung erschienen: Procinzialdireltor Graes, Vci- geordnetcr Dr. Frey als Vertreter der Stadt Gießen, Stadtverordneter Winn als Vertreter des Derkehrsvereins Gießen und Vankdireltor Griehbauer als Vertreter der Handelskammer Gießen unb des Gießener Vereins für Luftfahrt. Die Staatsregierung war durch Ministerialdirektor Schäfer und Regierungsrat Dr. Krebs, die Technische Hochschule Darmstadt durch ihren Rektor vertreten, außerdem waren noch zahlreiche Vertreter der Industrie' und der Wirtschastskreise zugegen. Bürgermeister Müller (Darmstadts besprach eingehend die Verkehrs- und die Fliegerschulfrage. Er betonte, daß die Stadt Darmstadt das Unternehmen einer Hessischen Flugbetriebsgesellschaft nach besten Kräften fördern wolle, hoffentlich werde auch die Geschäftswelt das Vorhaben kräftig unterstützen. Das Kapital dürfte leicht zu beschaffen fein. Hierbei stützte sich der Redner aus Derechnungen von Sachverständigen. Ministerialdirektor Schäfer erllärte, daß Regierung und Landtag bereit seien, die Sache zu unterstützen, Darmstadt müsse aber dasselbe leisten, denn es sei an dieser Frage doch am meisten interessiert. Der Redner brachte dann gewisse Bedenken gegen die Beschaffenheit des Darmstädter Flugplatzes zur Sprache, und er schlug vor, eine Kommission zu wählen, die die Platzfrage adjektiv und einwandfrei prüfen müsse. Regierungsrat Krebs trat dieser Auftastung im großen und ganzen bet Im weiteren Verlaus der Aussprache, in der von den Rednern allerlei Bedenken hinsichtlich der Ptahfrage in Darmstadt, wie auch in bezug auf den vorgelegten Entwurf eines Ge°- icUschast»pertragee zum -\uebrud gebracht wur> den. erklärte Provinzialdirektor <3> r a c f (Dießen) u. a. Dießen stehe zur Zeit in QkrbanNungen wegen der Anlage einet Flugplatzes, ausgechenv von den Erfahrungen, die beim Diehener Flugtag gemacht worden seien. Man habe mit der Iun- kersgeleitschafl Fühlung genommen, die Verhandlung fei noch int Gang.». Man stehe In Oberhessen dem Grundgedanken durchaus tmupathisch gegenüber, aber vorerst nur platonisch, da es sich tun die Frage drehe, ob Dießen in der Sache selbständig vorgehen solle oder ob es besser sei. mit der Darmstadter Gesellschaft zujammenzugehen, um in Gießen etwa eine Filiale tu errichten, ör wies daraus hin, daß ein Flugplatz In Gießen' für den Verkehr außerordentlich große Bedeutung gewinnen könne, so 5. V im Zubringerdienst nach Köln zu der großen Londoner Linie, nach Frani- furt zu den Linien nach Süden und Rorden, nodt Erfurt. Leipzig zu den Linien nach Berlin und den Ost- und Rordstaaten. Dießen habe in dieser Beziehung mindestens die gleiche, wenn nicht eine größere Dedeuturg als Darmstadt. Vorerst wolle sich Oberhessen abirartenb verhalten Dießen sei aber bereit, in die vorgeschiagene wirtschaftliche Kommission einen Vertreter zu entsenden, der mit Darmstadt Fühlung habe, Wunsche vorbringe und mitberatc. Man lege in Gießen nicht nur Wert auf den Personenverkehr, sondern auch auf den Postverkehr, denn auch da werde Dietzen eine große Rolle spielen können. Voraussetzung für die Mitarbeit in der Kommission sei, daß die Interessen, die Gießen zu vertreten habe, bei dieser Zusammenarbeit gewahrt würden. Die Provin- zialdirelt'wn Oberhessen lege als solche keinen Wert darauf, unmittelbar vertreten jju fein, da sie von den in die Kommilflon zu deleaterenden Herren jederzeit genau orientiert werde. Rach weiterer Aussprache wurde zur Veschlußsassung geschritten. Einstimmig w"rie bejaht, daß Mi Gründung einer Hes i chen F ugbet ie « «sei!» schäft angeftrebt werden soll. (Eiin von anderer — Darmstädter — Seite gemefb.ter Vollzug der Gründung liegt noch nicht vor. vielmehr ist die Gründung nur d«s Ziel, das man an st reden will). In di« technische Kom.,-'siion wurden berufen: je ein Vertreter ber Technischen Hochschule, der Akademischen Fliegertruppe, der Hesse nf Neger, ber Bahn- l eda 'sg s ll cha t die Jun er f i gz u we l . d s Franlsu.ter Vereins sür Luftla^ri un) bei ätabi Darmstadt. Der Staat wird einen Sachverständigen der Forst Verwaltung hinzuziehen In dir wirtschaftliche Kommisilo 1 w rden en fanbt: je ein Vertreter des Staats, der Stadt Darmstadt. der übrigen hell leben Städte, der industriellen Unternehmungen, der Handelskammer, der Provinziald'rekllon Girtzen. ber Technischer, Hochschule Darmstadt unb Dr. Oppenheimer als Syndikus der Stadt Darmstadt. Auch ein Vertreter der Bankwelt soll zugezogen werden. Für Oberhessen wurden von Provinzialdirektor Graes folgende Sjerren namhaft gemacht und gewählt: Geheimrat Prof. Dr. König ctablo. Winn als Vertreter bei Sladt. Bank- direkter Grtetzbauer als Vertreter der Handelskammer Güßen. Die KomMtsi onen sollen Krippeiviel). Garbenteich. 5 geführter 10-2920 Vertreter für Genua = Cord gesucht. Auieb. erbet, an R. H. Pankow, Rhcydt (Mb.). Wir erfüllen hiermit die t au» ttae Pflicht, unsere Milglieder von dem Ableben unteres lieben Altersgenossen Gilbert Neun in Kenntnis zn setzen. Dem Tabin eschiedenen inerben wir stets ein treueü Andenken bewahren. 10J10D Ter Vorstand. Wieseek, den 22. Dezember 1924. Die Beerdigenng findet Mittwoch, den 24 Dezember 1924, uach- u ittags 2 Uhr, von der Rabenaaer Straße 46 aus statt IGSinD Drucksachen allerArt tieiert in jeder gewünschten Au»»Uttung stilrein und preis wirt die fcial'idic Ueji.-Dreäfc«r«l. R. (Sine $nr^ mit Soldaten, ein Waten mit ryell- uiiicajeu zu oert tOaUtatüe. 16 11L Mur perfekter Polierer, Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Vater. Schwiegervater, Bruder, Schwager, Großvater und Urgroßvater Herr Heinrich Grölz am Sonntagabend 8 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im TR Lebensjahre sanft entschlafen ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Lodwig Philipp Schmidt. | Liegen Ausgabe des tlriifclS fL Posten Kinöer= fpielwaren Baumschmuck ouherit billig. H. Schön Marburger Dtrake. Winter- | UeberAieher für kräst. wtaben v. 14—16 Ja ren. aut erbnlu au ot r Roonstratze 34 v. Lp tljaiien für kl. it. gr. .9noben, auchPbotoge. App. zu verk. biS 6 Uhr abends 025334 ^rlrdi-schstr. 1t I. \ Kaufgesuche | Liazuterhiiteilks Molorrad zu kaufen gekuckt. Lchriltt. Angebote mit BreiS u 025307 an den Gieß. Anz. Altes Blei lBletröbrcni tauft BrühljcheTruäerei •“’D Dchuljtr. 7/L Gebt. Bonöiäge mit Iröse u. Bohrmaschine zu taufen gesucht. Schreinerei früher, ftöniec berg b-Gietzen. | Verschiedenes} veWMbtlke Die Herberge zur t'eimnt bittet auch In diesem Indre wieder der WeidnachiS» delcheruna d. Wanderer zu gedenken. 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Herpe Martha Keppler Wilhelm Blei Verlobte Abendstern bei Gießen Weihnachten Duisburg-Ruhrort 1924 Cafe Emst Ludwig An Silvester: Tanz mit Original-Jazz aus Frankfurt am Main Anfang 8 Uhr _________________________________________ UM 8c @ Spielvereinigung 04 Weihnachtsfeier wird verlegt auf Samstag, den 3. Januar 1925, abends 8 Uhr Liebigshöhe. ,03220 Der Vorstand. 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Gießen L ^oe'.hestraße 32 i ' I 2M Irnngmlfflonslager tötfe. welle onö Hlemfnlihelüen zu verkamen [8483D Slbulftratze 7. 1. Feiertag: ZlSSWOIIvel! Caf4 Krämer. 2. Feiertag: Äffioiwen mit Konzert 11 Uhr GaWWg. Um recht zahlreiche Beteiligung, auch der passiven lUtt= glteder, bittet 1$10D Der Vorstand. Kriegervsrein Gietzen. Samstag, den 27. Dezember 1924 (3. Weihnachtsfeiertag), von abends 7 Uhr ab, im grohen Saal d. Liebigshöhe WMlM verbunden mit Theater, Vortragen, Aufführungen, Verlosung u. Tanz. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich mit ihren Angehörigen zu erscheinen. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. Akadem. Ruderabteilung. Samstag, den 27. Dezember 1924, abends 8 Uhr, Im Bootshaas Weihnachtsfeier Besondere Einladungen ergehen nicht Weißnacßtspräfentkiftcßen in allen ^Preislagen und {Packungen er6erts £ igarren an Qualität und Bre isw ü rdigkeit unü 6ertroff en |Verschiedenes| Pmikigttllng MlNwH. 24. 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Feiertag, abends 6 Ubr Famlllenuntsrhaltuno im Bootsbaus. 10303c Der Vorstand. W sSi Er. 302 Zweiter Blatt Dienstag, 23. Vezemder 1924 GtehenerAnzelger (Generot-Anzetger für Tderhefsen) Die Not im Elsaß. Don unserem -p-Zrorrespondenten. (Rochdcuck, auch mit Quellenangabe verboten!) Mülhausen, den 16. Dezember 1924. Der Zeiger der Colmarer Bahnhossuhr zeigt or mir, Hohlandsburg und P lixbucg. Drei- Aehren und Hohnac grüßen uns Der Letzen- berg bei Jngershelm liegt winterlich grau und braun. Die Weinberge haben ihren Schmus abgelegt und schlafen einem neuen Ernte fahr entgegen. Fast versessen sind die ersten Treffen die sich hier oben zu Beginn des groben Krieges abgespielt haben. Bur die unmittelbar Betroffenen jener beißen Augusttage w ssen vom Lehenberg gar viel noch zu sagen. D.e damals den "Notwendigkeiten des Krieges zum Opfer gefallenen Anlagen sind wieder vollständig hergestellt. CS wächst hier oben ein guter Tropfen — wenn eS die Sonne einigermaßen besser meint, alS in diesem Jahre. Ein arbeitsames Boll ist s. daS hier den Kampf führt gegen alle Schädlinge die unseren Weinbau bedrohen. Aber gar viele sind diese« Kampfes bald müde. Jahr um Jahr dieselbe Mühe und qualvoll ängstliche Sorge des Winzer« um seine Ernte! und wenn die Ernte daheim im kühlen Keller geborgen liegt, beginnt •rft recht die Sorge. „Wer kaust uns den Segen ab?" Das ist nun schon tm sechsten Herbst dasselbe Leib. Und diese Sorge wird an Ernst zu- uehmen tm kommenden Jahre, wo Deutschland nicht mehr so ohne weiteres der bequeme, durch den Vertrag von Versailles gezwungene Abnehmer unserer Weine fein wird. D^fe Sorge aber, die täglich vor unseren Bauern steht, hat viele mürbe gemacht. „Warum sich sch nden Sommer und Winter und keinen Erfolg haben? Sehen wir nicht, wie unzählige andere viel bequemer ihr Brot verdienen? Und sollten wir nicht auch wie sie Verdienst suchen, wo man seine acht oder Jiar nur sechs Stunden arbeitet und dann wieder rei über sich verfügen kann?" — Der Zug fährt ein. Dutzende von Männern aus den Weinorten westlich von Dolmar besteigen ihn tm ArbeitSanzug. Hunderte solcher benutzen ihn schon von Schlettstadt her, 22 Kilometer weiter nördlich. Kaum noch ein Stehplatz läßt sich finden. Und dann geht es weiter dem Landstrich des oberen Elsaß zu, der bis vor etwa zwanzig Jahren als da S elsässische Sibirien gego.ten hat. der nur kümmerliche Ernten nach unendlicher Mühe auf seinem steinigen Boden hervorbringen konnte, der in der Hauptsache als Viehweide d'ente und unter dem Namen ..Ochsenfeld' dem elfä sischen Bauern ein bedauerliches Achselzucken entlockte, manch anderem auch historische Erinnerungen an längst vergangene Tage wachrief, ihn an blutige Schlachten und Verrat erinnernd. Dieser Landstrich, der so wenig Segen verriet, wurde dann aber in seinen Tiefen erforscht und unendliche Schätze an Kalisalzen wurden festgestellt. War es nicht gerade um jene Zeit, daß die französischen Ansprüche auf unser volkhaft deutsches Land auf einmal stärker und lauter wurden. daß Maurice Ba rr 6 s und sein Anhang, unterstützt von einem gewissenlosen Klüngel des Landes, die gallo-keltische Abstammung unsere« Stamme« erfanden und den „Befreiungskrieg" psychologisch vorbereiteten in einer zielsicheren Propagandatätigkeit? — Hier arbeiten heule mehr als 6000 Männer hunderte von Meiern tief in der Erde und heben Schätze, die in alle Welt gehen. Deutscher Organisationskvaft verdankt das Gebiet seine wirtschaftliche Erschließung vor allem. Milliardenwerte gingen Deutschland hier verloren, und unsere elsässischen Arbeiter, die ihren väterlichen Weinbergen Valet gesagt haben, hantieren heute halbnackt bei 3) bis 40 Grad Wärme mit Pickel und Schaufel und Hunden, arbeiten tm Dienste des französischen Großkapitals, das sich hier vollsaugt am elsässischen Reichtum. Es war nämlich der Müde wei t, daß man h er ein ..Befreiung »werk' vo lbrachte. es hat sich gelohnt, Platz zu nehmen am elsässischen Tisch um hier die Rosinen aus dem K.ichen zu naschen. 6.0) Arbeiter hat dieses Kaligebiet bis heute angezogen. hat sie absorbiert aus den landwirt^ sthaftlichen Kreisen des Landes, aus den durch Mißernten und sch'echten Absatzbedingungen geschädigten Reihen des Weinbaues. Täglich lü rt dte Dahn Tausende von Arbeitern aus allen Gegenden des oberen, sogar des unteren Elsaß auf das Ochsenseld. Es gibt Leute, die tag.ich säst 80 Kilometer zurücklegen, um an ihre Arbeitsstätte zu gelangen und wieder 80 Kt.ometer Reiseweg machen, um nach Hause zu Hunnen. Die bäuerlichen Eigenschaften dieser Grubenarbeiter sind noch kaum verwischt be. die'en Leuten, die wir auf der Fahrt zur 2l-beitsstatte begleiten bür,ei. Jeder ha. auch noch fe n iletnes Besitztum, se nen We nberg seinen Garten, fernen Kleinviehstall, sein Feld daheim. Fnru und Kindern liegt es ob. da für den Haushalt so viel al« möglich herauszuarbeiten, während der Vater in Gefahr für fein Leben unter der Erde das kostbare Salz im Dienste welscher Kapitalisten brncht Diesen Leuten ist heute der Friede genommen. Schrantenlole Ansprüche der Unternehmer an die Arbeiter so llen die Krast noch mehr als bisher auSnutzen. Vom 1. Dezember ab sollten die Un er- tagsarbeller 8. und dre Uebertagsarbeiter wenigstens 10 Stunden arbeiten. D.e sogenannten ..Sequestergruben" früher d utsches Eigentum, nun von Frankreich sequestriert — forderten durch ihre Direktoren nicht weniger al« eine tägliche Arbeitsleistung von 16 dis 18 Stunden! Rach echt französischer Art wurden an diese Anforderungen eine Fülle von Versprechungen gekrüpst. von denen man nach ben vielen Crsahrungen der vergangenen Jahre weiß, dah sie niemals erfüllt werden. Da>u kam dann der Kampf der Arbeiter gegen die Anforderungen der Direktionen, und in feiner Folge Müh egelungen einzelner Arbeiterführer. Und so kam es tm Kaligebiet zum Genera l st r e-ik. der über eine Woche lang in aller Schärfe durchgelührt wurde. Der Arbeitsminister Godard hatte einen höheren B amten an Ort und Stelle entsandt! die Arbeitsaufnahme wurde unter folgenden Bedingungen für den 8. Dezember vereinbart i Keine Entlassungen! in jedem Betrieb werden die Arbeiterforderungen in Gegenwart von Vertreten, des Personals geprüft, um einen neuen Kollektivvertrag ab^uschließen; die Sekretäre de. Bergarbeiterverbände werden an den entscheidenden Verhandlungen teilnehmen. — Die Angelegenheit ist damit natürlich nur vertagt. Und noch ein Anderes hat die Arbeiter in die Bewegung hineingetrieben: die ober- elsässischen Bergarbeiter sind verbittert, daß der von den Dirett.onen angeworbene Stamm ausländischer Arbeiter immer mehr vergrößert wird. Polen und Tschechv-Slowaken sollen als Lohndrücker hier ihre Rolle spielen. Man weigert sich, ihnen das Syndikatsrecht zu geben. Diese Ausländer stehen in keiner bcnc&en«- toerten Situation, denn die einheimischen Arbeiter erkennen in ihnen mit Recht ein Hindernis in ihrem berechtigten Kamps um die elementarsten Rechle. Dor Wochen schon kam es zwischen beiden Lag rn zu heftigen Auseinandersetzungen. Schon wiederholt gab es blutige Händel, und auch Menschenleben wurden in diesem Jnter- essenkampf zwischen Zugewanderten und Einheimischen geopfert. Der neue Präfekt des Obereifaß, Gasser (von dem man beruhigend versichert, er wäre ein Landeskino, von dun man aber nicht sagt, daß er fein ganzes Leben in Janerfvankreich zugebracht hat und sich von Jnnerfvanzosen in nichts unterscheidet), versuchte kürzlich eine Delegation der Streikenden zu beruhigen und gab auch in manchen Fragen bindende Erklärungen ab. Dor allem versprach er. daß er einen Druck ausüben werde, damit die D rektionen der Werke auch endlich bie gesetzlichen Bestimmungen beachteten. Es ist nämlich so in Frankreich, daß die Gesetze nur für die Dummen da sind, und daß andere, die klüger sind, gar leicht die Gesetze zu umgehen vermögen Die Kaliarbeiter klagen mit Recht immer wieder über die Mißachtung der Werfleitungen, z. D. den UnfallverlütungSvv,schicksten gegenüber. Täg'iche Todesopfer in den Kaligruben klagen die französischen Direktionen an, ohne Rücklicht auf die Arbeiter eine Politik hoher Dividenden und tiefster Arbeitermihachtung. verbunden mit rohester AuSbeuterwillkür zu treiben. Ich b n weder Kommunist noch Sozialist. Aber ich sehe täglich, daß unsere elsässischen Arbeiter zu weiter nichts gebraucht und ausgenuht werden, als den inner- französischen Kapitalisten zu ihrem ruhigen Rentnerdasein zu verhelfen. Damit jene dort in Paris ihr Prasserleben führen und Ma treffen halten können, wird Leben und Kraft der Elsässer. der „lieben, befreiten Brüder" geopfert und geraubt — Der blutgetränkte Hart - mannsweiler Kopf fchaut im Aoendcot auf dieses auegebeutetc Land und Dolk, und angesichts die'es zerfetzten Walde« und seiner tausend Toten fragen wir uns, ob nicht da noch eine Befreiung fällig wäre. e:ne Befreiung nicht allein des m ßdrauchten Dolkes von feinen unwürdigen neuen Herren, sondern auch eine Befreiung des Reichtums unserer elsässischen Erde aus den Krallen des französischen Kapitals. Die Seele der deutschen Ostmark. Don Werner Schulz, Oliva. Da« tiefinnerftc Lebensrecht eines Dolkes ist das Bekenntnis zu seiner Eigenart, seiner sonderheit. die Betonung seines na.nrlichen Wesens. seines seelischen Besitztums. Aus dieser Wurzelung in Geschichte und Bolls tum wächst der lebenoige Zusammenhang von D?rgangenheit unb Zukunft, ersteht die Gemeinschaft geistigen GleichNanges, selbstverständlicher Zusammenge- peter Cornelius hundertjähriger Geburtstag. (24. Dezember 1924.) Am 24. Dezember 1824 wurde in Mainz Peter Cornelius acboreu. Grohnesfe des berühmten Malers. Dich!er-Kom-on.st der mel- sterhaften Komischen Oper ..De r Dae r von Bagdad" und anderen Orcm; ein feinsinnig« ßhriier von großer Innigkeit und Lauterkeit pe« Empfindens, dem d.e Lied- und Chorlitera ur viele ihrer besten Stücke verdankt: einer der liebenswertesten Musiker des 19. Jahrhundert Cornelius hat es immer schwer gehabt, war zeitlebens arm an Mitteln und an Grtolg. uno der verspätete Ruhm, den sein Meisterwerk fanb, konnte ihm selbst keine Genugtuung mehr bereitem Die größten seiner Zeitgenossen - Liszt — waren seine Freunde, in ihrem Schat- ten lebte er. und blieb doch in den Grenzen feines Raturells. ein Eigener. 3n Berlin war er von 1845 bis 1850 Schuler von Dehn und fühlte sich dann von der Persönlichkeit Franz Liszts, so angezogen daß ar 1852 nach Weimar ging. Ä^r gehörte « (toie Sra.fdc. ^rmrCKt, XÜlet. TWf. Lassen) dem historischen K r etf e am Liszt an. von dem die befruchtende TDctte> ber „n e u - Deutsche n Musik" ausging, und deren Zukunftswillen in dem 1859 gegründeten „Allgemeinen Deutschen Musikverein" noch heute fortlebt und im Geiste des Fortschreitens wirkt — Zu den jugendlichen Himmelsnürmern gehörte Cornelius nickt rem Opus 1. ein bescheidene« Helt mit sechs kleinen gefälligen, sicher geformten Liedern schrieb er erst mit 29 Jahren: Aber allmählich entwickelt er 'ich der Syclus „Trauer und Trost' (Ov. 3) enthält tiefere Ansätze und ein kleines Meisterstück: „6m Ton". Roch weit überzeugender wirkt Ov. 4; hier zeigt das echte inspirierte Lied .Komm, wir wandeln" seine Lyrik als voll entfaltete ^^Diese Jahre machen ihn zum Meister: der Darbier von Bagdad" wird Im Februar 1858 vollendet Ende des Jahres bereits un Weimarer Hoftheater von Liszt fdbft zur Uraufführung gebracht - und erleb dank den 3ntnguen einer Liszt feindlichen Clique eine glatte Ao- lehnung mit Pfeifen und Zischen. Liszt birig.erte fortan keine Oper mehr: Cornelius aber b^ab sich nach Wien, um dort in engen Verhältnissen mühselig mit Stundengeben Öen nötigsten Lebensunterhalt zu verdienen und weiter zu schaffen. Die Hebbellieder .entstanden, sowie eine neue Oper „C i d", die 186o tn Weimar heraus kam. Seine Lage besserte sich etwas, als er nunmehr Wagner nach München folgte und dort Lehrer an der Königlichen Musikschule wurde. Hörigkeit imb gegenseitigen Verstehen-, die ein Volk zu einer untrennbaren Einheit verbinden. Deutschland ist nicht das von willkürlichen Grenzen eingeengte Stont«gebiIde unterer Tage, es ist und bleibt für immer weit borüber hinaus die geistige und seelische Macht, die ihre Brücken hinüberbaut über Grenzen und Staaten, alle« deutsche Doll um fas lend und vereinend zu dem großen Begriff unferer Liebe und unse res Glaubens. Dieses größere, umspannende Deutschland schließt das österreich sche und das fchleSwigische Land in sich ein. daS alte umkämpfte Straßburg und dte verlorene Ostmark, alles was deutsch war und deutsch bleibt. Dieses Deutschland weiß nichts von Grenzen. eS ist das Land des deutschen Menschen, das Land der deutschen Seele. Cs hat einmal Zeiten gegeben, da war e« nicht so. Da wühle der Rheinländer nichts von dem Ostdeutschen unb der Schleswiger nichts von dem Südmär.er. gegen, tilge« Rickwe ftc.;cn. ge- genseit.geS Richtversteyenwollen stau zwischen den deutschen Grenzen. Es fehlte das Einende, das Bindende, es fehlte da« groß: gemeinsame Erleben, die gemeinsame Rot. Unb wenn es ein deutiches Land war. das in jenen Tagen innerer nat.onaler Fremdheit ganz besonders unter diesem gegenfc.t gen Richtkennen. Richtverstehen leiben mußte, so war es die deutsche Ostmark. das Land um Weichsel- unb Memcllftrom. Der ostmärkische Mensch ist in seinem Wesen von jeher anders geartet gewesen als der Südoder Mitteldeutsche. Die ernste Schweigsamkeit seiner ostdeutschen Heimat, die Verschlossenheit feiner Wälder und Seen ist in ihm und macht ihn toort.o.g. zurückhaltend und abweisend. Der ununterbrochene Kamps, den er gegen slawische Anslutung kämpfen mußte - und ewig wird kämpfen müssen — hat seinem Wesen etwas Rauhe«, Trotzig-Hartnäckiges gegeben, und Io erschien er dem freien und frohen Süddeutschen gegenüber fa t unb freudelos. 2lus di sen Gegensätzen der äußeren Lebensform, des äußeren Menschen wurde eine fast unüberbrückbare Schranke. Es war ein fremdes Land für den Deutschen, bie deutsche Ostmark, ein Land. daS nach Strafversetzungen aussah unb von dem man nur wußte, dah eS an Rußland grenze, wohl also ziemlich kalt unb unfreundlich fein muffe. Der ewige Zug des Deutschen nach den südlicheren Landern bracht: eS außerdem mit sich, dah man Italien unb die Schweiz in und auswendig kannte, aber niemals daran dachte, nach dem deutschen Osten zu gehen. Das alle, schöne, deutsche Lied „Rach Ostland wollen wir reiten" schien vergessen und ein nicht zu kleiner Teil unseres Dolkes sah in jener Zeit oberflächlicher Materialisierung in dem Ostland nicht viel mehr als eine Art deutscher Kolonie in halbkultivierten Gegenden. Run hat feindliche Gewalt das Ost land zu einer deutschen Kolonie werden lassen, der einzigen deutschen Kolonie. Durch urdeutsches Land hindurch hat man die Grenzen gezogen, das Posener unb Westpreuhenland unter polnische Herrschaft gebracht, bie Stadt der deutfchen Hansa, das alte Danzig, vorn deutschen Dcrt er lande loS- gerifsen unb die Provinz Ostpreußen so zu einer Insel gemacht, um die rings der Ring fremder Macht geklammert ist. an deren Grenzen der Ansturm fremden Volkstums brandet. Diese tiefe, heilige Rot des deutschen Dolkes, deutschen Landes im bedrohten Osten, hat im aroyen deutschen Daterlande die Wandlung geschaffen. die Wandlung de« Erkennens und Verstehens. Das deutsche Volk hat begriffen, daß man ihm hier Millionen deutscher Menschen entrissen und fremder Gewalt ausgeliefert hat, es bat erkannt. dah man urewig deutsche« Land. daS deutscher Geist und deutsche Arbeit der Wildnis obrang, zur leichten Beute landhungriger Doller und Staaten machte, die in sich selbst nie die Kraft zu schaffender organisatorischer und kultureller Entfaltung trugen. Run. wo die we ß- roten Grenzpfähle Polens zwischen Ostpreußen und dem Reich stehen, geht der Blick Deutschland« hinüber in das deutsche Ostland, ist daS deutsche Volk seelisch einsgeworden mit den bedrohten Brüdern in der Ostmark. Mehr und mehr umschlingt das deutsche Dolk seinen verlorenen Osten mit Banden der L.ebe und Treue, starker und inniger erkennt der ostdeutsche Mensch, daß das ganze deutsche Dolk seine Rot miterlebt, seinen Kampf mit kämpft, mit der Kraft der Seele und des Glaubens. Diese Gewißhe t ist dem ostdeutschen Menschen die Quelle feiner geistigen Widerstandskraft gegen slawische Ueberftutung. sie ist für ihn eine innere Rctwendigkeit. Bitter genug ist es dem Ostmärker früher gewesen, wenn er nur zu oft sehen muhte, wie wenig Der stehen unb Verstehen wollen ihm sein Dolk entgegen brachte, heute fühlt er um so dankbarer bie Anteilnahme ber jenseitigen Brüder an seinem Schicksal. Unb hart ist dieses Schicksal, härter und schwerer als viele, viele es glauben mögen. Aber ber Ostmärker trägt das Bewußtsein in sich, daß et nicht nur für seine Heimat, bah er für das ganze große Deutschland den Kampf ber deutschen Seele kämpft, bah ihm die Aufgabe wurde, bas Lanb im Osten deutsch zu erhallen bis zum Letzten unb schlicht und selbstverständlich wie d in seiner Art liegt, tn ZÜher ununterbrochener Verteidigung aus den Tag zu warten, der einem größeren Deutschland feine natürlichen Grenzen w edergibt. Im Mittelpunkt dieses stillen, heimlichen Kampfe« um deutsche» Volk und deutsche« Land steht Danzig, die alte Hanlastadt an ber Wcichleimünbuna. in ber schot' früher sich die Kultur unb Wirtschaft de« gesamten Ostens konzentrierte unb deren Sch Ife einst die Ostsee beherrschten Bei der Aufteilung bei Ostprovinzeii hatte es selbst ber Feinbbund nicht gewagt, diese Stabt, bas stolze und erhabene Denkmal deutsch, i Kultur unb Arbeit, den polnb schen Machthabern auozuliefern unb fo wurde sie losgelöst vom alten Vaterlanbe. zu einem Freistaat gemach unb unter den Schutz bei Völkerbundes gestellt. Es waren ihrer nicht wenige, bie damals dem neuen Staatswesen in kurzer Zeit eine ge waltsame Polonllierung ooraue^agten. unb es waren — das muß offen getagt werden - ihrei nicht wenige, bie Danzig verliehen und nach dem Reich bciübergingcn. Auch Po^en selbst glaubte zu jener Zeit in Danzig leichtes Spiel zu haben unb feinen allen Wunsch auf irgend eine Art zur Wirklichke t werd." zu lasten — den Wwtsch. ber nie vordem Erfüllung ward und es nie werben wirb aut Danzigs Türmen den weihen Adler zu hissen In dieser Bedrängnis, wr es um daS enbgu.tige Schicksal Danzig« mehr ale ungewiß stand, entwickelte abci auch die Bevölkerung Danzigs eine bewundernswerte innere Kraft, einen starten und unbezwingbaren Willen zu deutscher Kultur und deutschem Zunftglauben Unb es fonben sich deutsche Männer, die klug unb geschickt boj Schiff de« kleinen Staate« durch ungeahnte Schwierigke len unb Hindernisse bin' durch zu steuern wußten unb bie nationale unb staut.iche Selbständ.gleit Danzig« auf eine sichere Grundlage stellten unb ihr in bei ganzen W^t Ge.tung und Anerkennung verschafiten. Was die Danziger Regierung unter ihrem Präsidenten Sahnt in diesen Jahren für DanzigS Deutschtum, für das Deutschtum deS OstenS überhaupt, geleistet Hal. w.rd eine spätere Zeit würdigen. So wurde bie Freie Stadt Danzig der Brennpunkt des Kampfes um den deu.schen Osten zugleich aber auch ber Brennpunkt deS deutschen Widerstandes gegen daS vor drängende Slawentum. Das ist die große, geistige Bedeutung Danzigs für den Osten, für das ganze Deutschland. Danzig ist das Schicksal des Osten«, die Hochburg, mit der der deutsche Osten steht und fällt. Solange von den Türmen Danzig« die weihen Kreuze unb die goldene Krone Im roten Felde wehen, solange bie Glocken der alten Kirchen ihr Lied über die Stadt fingen und der Wahlspruch der Danziger Hansa ..R« temerc nee limibe" noch Geltung hat. solange bleibt Danzig deutsch und mit ihm das Ost land. Grenzen kann man über Rächt setzen, aber sie können auch über Rocht fallen, wenn sie gegen be« Volke« heiligste« Recht sind. GS gibt Gesetze, die kreisend sich erfüllen müssen. Wo« deutsch war und deutsch ist. toirb rf wieder werden Ihr aber, über den Grenzen, grabt ruch den Ramen Danzig« tief hinein in die Herzen, wie einst den Romen Straßburg, unb was euch einst ber ragende Münster war, fei euch nun Danzig« schlanker RathauSturm. Brücken gehen hinüber, herüber, Drücken be» Liebe und Drücken deS Glauben«. Vergiß ei nie, deutsche« Dolk! Burgen trauern an Rbein und Weichsel. Laß deine Sehnsucht herüberströmen in bas verlorene Land nach West und Oft. daß e« wieder das werde, was feine Seel» ist: — deutsche Heimat. Der deutsch-russische Handelsvertrag. Don unserem V-Korrespvndenten. (Rachbruck verboten.) Moskau. Anfang Dezember Schon seit ungefähr einem Jahre sind üt Berlin Vorbesprechungen über einen deutsch-russle schen Handelsvertrag gepflogen worden. Das Gr gebni« derselben war. dah man bei ber Eröffnung Der offiziellen Verhandlungen in Moskau bereits über die grundsätzliche Anerkennung des russischen Außenhandelsmonopols durch Deutschland kein Wort mehr zu verlieren braucht. Trotzdem blieb ein großer Komplex in der bisherigen Geschichte ber Handelsverträge noch nie aufgetauchter Fragen zu lösen. Es galt, eine Basis für geregelte wirtschaftliche Beziehungen zwischen zwei ihrer ganzen politischen und wirtschaftlichen Struktur grundverschiedenen Staatswesen zu finden. Dir Verhandlungen werden Mitte Dezember unter« brochen, um der deutschen Delegation Gelegenheit zur Fühlungnahme mit den heimischen Behörden unb zu einer Weihnachtspause zu geben. Ob die Verhandlungen im Januar in Moskau oder Berlin fortgesetzt werden, sicht noch dahin In den bisherigen Verhandlungen, die von beiden Seiten in freundschastlichstem Geiste geführt wurden, lag d i e Initiative auf deutscher Seite, während die Russen sich zunächst darauf Seine fruchtbarste Schaffenszeit hebt an; die wertvollsten Chorkomponisten und die reifsten Liederzyklen entstehen, die ,W eihnachtS- lieber" unb die ..Brautlieder": diefe an Berta Jung gerichtet, d.e er 1867 heiratete. Eine dritte Over „G u n l ö d" (aus der ,.E>da"). zu der er sich wie stets den Tert selbst dichtete, konnte er nicht mehr vollenden. Am 26. Oktober 1874 starb er, noch nicht 50 Jahre alt. Die Rachwell hat sich große und wiederholte Mühe gegeben, um Cornelius seiner Bedeutung entsprechend zur Anerkennung ;u verhallen. Das ..Gunlöd- Fragment wurde mehrfach ll>on Hoffbauer. Laßen, v. Bauhnern) ergänzt bzw instrumentiert. ohne daß es weitere Verbreitung zu finden vermochte. Auch der ..Cid" hatte fein besseres Schicksal Um so erfolgreicher aber war die Auferweckung des ..Darbier von Bagdad". Felix Mottl hat die Partitur, acht Jahre nach des Komponisten Tode, neu bearbeitet und instrumentiert unb die Anerkennung des Werke« durchgefetzt. Spätere «Max Haffe) Haden wieder auf die Originalpartitur zurückgegriffen und Mottls Zutaten für eine ftilw brige Verwagne- rung erklärt. Leider vernachlässigen heute bie Opernbühnen wieder das köstliche Werk, eins ber ent ückendsten Stücke der deu schen Opernliteratur, mufikal sch reich unb eigenwüchiig unb noch auf Jahrzehnte hinaus Anregung spendenb und Einfluß ausübend auf bie Komponisten ber heiteren Oper. » Bilder-Derlosung in Darmstadt. Darmstadt. 21. Dez. (Eigener Bericht.) 3n der Kun st Halle am Rheintvr hatte vor einigen Wochen eine Ausstelluna von Gemälden ftattgefunben. die von der Ortsgruppe Darmstadt ber Allgemeinen Deutschen Kunftaenossenschaft Derinftal e war. Jeder Besucher erhielt beim Lölen her Eintrittskarte einen Schein, der zur Teilnahme an einer Verlosung berechtigte, wenn auf einem Z^tel bie Ramen der sechs Künstler und bie Bilder bezeichnet waren, die nach seiner Meinung als die vorzüglichsten zu gelten hätten. Wr 26 Teilnehmer an dieser Verlosung, die mindestens drei ber am meisten genannten Kunstwerke aufgeschrieben hatten, waren Preise (Oef- gemä'be. Hol schnitte S einzeichnun;en ufto.) aus- gefetzt. Die Auswahl ber besten Kunstwerke hatte nachstehendes Ergebnis: ..^o t ä1 mei-te« Sohnes" von Prof. Fritz Erler in München ..An der Mümling bei Reustadl" von Prof. H. R. Kröh in Darmstadt: Mensch in Landschaft" von Franz Martin Lünstroth in D?rl n-Dahlem: „Rote Ginnten“ von Prof. Adolf Beyer in Darmstadt: ..Oberhessische Landschaft" von Prof. Adolf Beyer in Darmstadt: „Fvau mit Ziegen" von Prof. Rudvff Schramm- Zittau ht München «schräuSen, tyre Oren™ au «n »urschen Tot» schlügen zu präzisieren. liebet eine ganze Reihe Punkte allgemeinen Charakters dürfte bereits Einigkeit erzielt sein. Es bleiben jedoch noch zahlreiche und zum Tell recht schwierige Fragen zu klären. Zusammenfassend kann man den Standpunkt der beiden Delegationen zu den wichtigsten Problemen wohl folgendermaßen kurz präzisieren: Auf russischer Seite konstatiert man mit Befriedigung diegrundsätzlicheAnerken- n ung des Außenhandelsmonopols, ist aber eifrigst bemüht, eine Durchlöcherung dieses Prinzips durch irgendwelche besondere Abmachungen im Dertraae über Spezialfragen zu verhüten. Der Grundgedanke des russischen Standpunktes ist der, daß die Sowjetwirtschaft imVer- kehr mit dem Auslande für sich das Recht in Anspruch nimmt, nachdenGrundsähen eines tüchtigen Geschäftsmannes zu verfahren, d. h. man will beim Bezug ausländischer Waren den Zwischenhandel und das Bermittlertum möglichst weitgehend a u s s ch a l t e n und, wenn irgend angängig, direkt vom Produzenten lausen. Infolgedessen stehen die Russen den deutschen Sachverständigen aus Industriekreisen weit freundschaftlicher gegenüber als denen des Handels. Man betont allerdings auf russischer Seite, dah man den Handel der Industriestaaten durchaus nicht grundsätzlich ausschallen wolle, sofern er sich bei den Geschälten im Rahmen der ihm zukommenden wellwirtschaftlichen Funktionen halte, d. h. sofern er die Finanzier tun g der Einfuhr industrieller Erzeugnisse nach Rußland übernimmt und gegebenenfalls sich auch als fähig erweist, bei stärkerem Warenbedarf aus seinen Dorräten rasch und preiswert zu liefern. Großes Gewicht wird überhaupt von den Russen auf die Kreditfrage gelegt. Sie sind bemüht, auf die Schaffung einer besonderen deutschen Kreditorganisation für den Handel mit Rußland hinzuwirken. Auf alle Fälle wollen sie sich die freie Entschließung darüber vorbehallen, ob sie die von ihnen benötigten Waren in Deutschland oder anderwärts kaufen. Die R i e d e r l a f - sung eigener Dertretungen ausländischer Firmen für den Berkaus von Waren an russische Interessenten auf russischem Gebiet steht man wenig sympathisch gegenüber, weil man hiervon eine Lockerung des Auhenhandelsmono- vols befürchtet. Verschiedentlich wurde mir von maßgebender russischer Selle erklärt, dah die Geschäfte solcher Riedeclassungen doch in jedem Einzelfalle der Genehmigung der russischen Handelsvertretung in Berlin bedürften und dah deshalb die Zuwanderung zahlreicher deutscher Handelsvertreter nach Moskau für die betreffenden Firmen in vielen Fallen nicht den gewünschten Erfolg, wohl aber große Spesen zeitigen könnte. Gin noch völlig unklarer Punkt ist die von den Russen geforderte zollfreie Getreideeinfuhr nach Deutschland. Hinsichtlich des Rechtsschutzes für deutsche Staatsangehörige und deutsche Rie- ^erlafsungen in Rußlano verweist man auf die gellenden Gesetze und die bisherige Praxis, scheint aber doch zu größerem Entgegenkommen im Verlaufe der weiteren Verhandlungen bereit zu sein. Für Deutschland kommt es darauf an, die Gefahren zu vermindern, die darin liegen, daß Ser in viele Tausende von Einzelunternehmungen zersplitterten und schwer m;t der ausländisch.« Kdrkurrenz kämpfenden deutschen Wrffchaft aut »Mischer Seite ein geschlossener Organismus g!-genübersteht. Es ist bereits der Ge° Sgnle aufgetaucht, von Rußland die Derpsl chtung |if fordern, alljährlich ein bestimmtes Kontingent deutscher Waren etnzuführen. h. h. Deutschland einen bestimmten Prozentsatz an der russischen Gesamteinfuhr zu bew llign. Die prakt sche Durchführung dieses Gedankens ist natürlich sehr schw er q und in erster Linie davon abhängig, daß die deutschen Interessenten sch zu einer-festen Organif it on zusammenf nden. Es erscheint auch sehr fraglich, ob die Russen eine solche T ndung eingeben w-rden, da sie ja mit der Möglichkeit rechnen, b^ld ähnl'che Be Handlungen mit anderen Industriestaaten führen zu kännm. Sehr großes Gewicht legt man ofenbar auf deutscher Seite auch auf de F age des Rechtsschutzes. E n-ge Vorfälle der schien Ze t lassen diese Ang l genh ll bedeutungsvoller erschauen. Der ganze Handelsvertrag hat ja tatsächl ch nur dann prakt schen Wert, wenn der deutsche Geschäftsmann mit dem nöt gen Vertrauen se'ne Beziehung^ zu Rusll'nd aufn hmen kann. Rach meiner b schcidenen Kenntnis der Dinge könnten die Russen, ohne ihren Doktrinen Abbruch zu tun. den deutschen Wünsch en tn befer Dez «chung wesentlich entg-genkommen. Es läge auch der Gedanke nahe, für denjenigm ausländ schen Geschäftsmann, der g'to ff n Anforderungen genügt, in Ruhland g'w ssermaßen die Stelluna eines Privilegierten Kaufmanns z i schaf n. d. h. iha m t dmjen gen R ch'en cu'su tatt n, d e den russ schen stall.ichen Untern b nuna n zukommen. Es handelt sich hierbei h uptsächllch um das Recht, d rette Geschäfte mit d n staatlich n Unternehmungen und Trusts abzuschließen und die Verpflichtung der Staats'nk, gute deutsche Wechsel genau so zu behandeln, wie russ sche. Auch d-e Stellung der d utschen llit:rnehmer gegenüber d n russ s chen Arbeitergewerk- schasten w"r? in d esem Sinne zu r geln. Auf die Frage der Zulassung deutscher Vertreter zum Handel in Rußland wird ansche nend auf deutscher Se te Gewicht q'legt, doch ist man sich darüber klar, dah tatsächlich die h.ersür gemachten Au w nDu"g n nur dann einen S'mn haben, wmn d esen Der« trelern auch der definitive Abschluß von Geschallen mögl'ch ist und der notto ndige Rechtsschutz b w llgt w rd. Zur Fr ge des Getreidezolls konnten sich die deutsch m Deleg'erten bisher kaum verb ndlich äußeren, da sie auf d.e Reichet-gswahl und die innerpolitischen Vev- hältn sse Rücksicht zu nehmen hatte. Dies ist in großen Umriffen daS Bild, das sich nach den b sher gen Verhandlungen ergibt Bei der großen Bedeutung, d-e der Kredit- und F nanzierungsfcage zuiornrnL, w rd es für die deutsche Seite notwendig sein, mit amtlichen und privaten Sachverständ gen über Finanzfragen zu verhandeln. Hier Legt ja überhaupt für den deutschen Export infolge der ungünstig n finnn-.i Len Lage D utschlandS eine arohe Schrie- rigk it vor. Ohne die Mitwirkung der deutschen Grohfinanz w rd es kaum möglich sein, auch dem be?.er H:nd Übertrage mit Rußland 2 den en- zuhauch m. Vielleicht wird man sogar d iran d n- ren muffen, ausländisches Kapital tn gröberem llmfanqe zur F nanzi rung der deutsch- russischen Wirtschaftsbezichungen mrth er anzuziehen. Daß Deutschland dank seiner hochentwickelten Industrie und dank seiner weitreichenden Erfahrungen tm rufsyt-en Geschäft in erster Stnte be* | rufen ist, am Wiederaufbau Rußlands mitzuarbeiten, und daß die deutsche Wirtschaft in Der Rachkriegszeit zur Herbeiführung dieses Zieles schon unendlich vieles getan hat, wurde in Moskau immer wieder gern und dankbar anerkannt. Man ist gewillt, mit Deutschland zu arbeiten. da man von uns am allerwenigsten politische Aspirationen zu fürchten hat. Ein Punkt bedürfte allerdings auch d.r (Erörterung in den Handelsvertragsverhandlungen. nämlich die freiere Ausgestaltung der Berichterstattung über russische Verhältnisse. Wenn Deutschland mit Rußland arbellen soll, muh es auch unbedingt die Möglichkeit eigener Informationen über den russischen Markt haben, wie auch Rußland b.sher schon in der Lage ist, sich völlig frei über den deutschen Markt zu informieren. Es ist anzuerkennen, daß b.sher schon die deutsche P -es-e in Rußland sich eines besonderen Wohlwoll.ns erfreut und daß auch deutschen Experten em gewisses Entgegenkommen gezeigt wird. Immerhin gelten für olle Ausländer g:to sse Bestimmungen über wirtschaftliche Sp onage, die sehr w it interpretiert werden können. Der deutsche Kaufmann muh aber das Gefühl haben, daß er sich völlig frei informieren kann, nur dann wird er auch mit dem nötigen Vertrauen an Geschäfte mit Rußland Herangehen. Sitzung der Stadtverordneten. G i e h e n, 22. Dezember 1924. Wenige Tage vor dem l'eblichen Weihnachtsfest mit seiner freudvollen Botschaft des „Friede auf Erden" betraten unsere Stadtväter und Stadtmütter noch einmal das Kamvffeld der Kommunalpolitik. W chtige Angelegenheiten drängten zur Entscheidung, UnD wider alles Erwarten platzten die Geister dabei einmal lange und lebhaft aufeinander. Das Haus erlebte einen großen Tag. Den Anlaß dazu gab die sozialdemokratische Fraktion bei der Beratung der F nanzausschußvorschläge über das Restdau - Programm der Stadt für 1924. Den Verlauf der Auseinandersetzung schildert unser nachstehender Bericht. Wer den Verhandlungen unvoreingenommen und mit kritischem Abwägen folgte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die sozialdemokratische Fraktion hier für eine Sache stritt, für die es gar nichts mehr au streiten gab, die vielmehr in durchaus genügender Weise schon dastand. Diesem Luftstoh opferte sie ein Aufgebot von Kraft und kostbarer Zeit, das wirllich ganz unnütz war. Daß die führende Links- fraftion dabei den anderen Parteien des Hauses schlankweg von vornherein die Pistole auf die Brust setzte, indem sie erklärte ,sie werde diese sehr wichtige Vorlage ablehnen, wenn d e Gegenseite nicht vor dem sozialdemokratischen Antrag kapituliere, und zugleich auch mit dem Antrag auf namentliche Abstimmung operierte, wirkte recht eigenartig und sprach auch wenig für die sachliche Güte deS sozialdemokratischen Standpunktes; daß sie aber auch nach genügender Aufklärung noch auf diesem Standpunkt verharrte, war einfach unverständlich und gab diesem Vorgehen den üblen Beigeschmack der Agitation. Die bürgerlichen Parteien liehen sich in ihrer sachlich gut fundierten Stellungnahme n cht beirren, sie lehnten trotz der sozialdemokratischen Drohung den Hauptteil des Antrages Mann ab und traten damit für den Antrag des Finanzausschusses ein, bei dessen Ausarbeitung übrigens der Ctadtv. Mann selbst zugigen gewesen sein soll. Und nun kam die Überraschung für das HauS und die Zuhörer. D.e sozialdemo- krat.sche Fraktion warf plötzlich alle Konsequenz über Bord und verkündete statt der wiederholt angedrohten Ablehnung der Vorlage — Stimmenthaltung! Auf der Gegenseite gab's da natürlich allerlei Erstaunen, und der Stadtv. S ch m a h l nahm denn auch noch einmal Gelegenheit, dem Hause diese Dluff-PvlitU der führenden LinkSfrakt-on zur Rotiz zu empfehlen. Das war ein bitterer Iah res-Aus klang für die sozialdemokratische Stadtverordneten- Frattion. Aus den übrigen Entscheidungen heben sich besonders die Gewährung einer Weihnachts- Sonderzulage an die Erwerbslosen, die wir begrüßen, die Festsetzung der neuen Hundest euer und eine Baugeländeaufschließung tm Süden bet Stadt als besonders bemerkenswert heraus. Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Keller, Bürgermeister Krenzien, die Beigeordneten Dr. Seid, Dr. Freh, Iustizrai Dr. Rosenberg und 34 Stadtverordnete. Der Zuhörerraum ist stark beseht. Das Restbauprogramm der Stadt für 1 924. Bei dieser bedeutsamen Vorlage handelt es sich um folgenden Antrag des Finanzausschusses: Zur Erstellung von 40 Wohnungen werden als Baudarlehen aus städtischen Mitteln zur Verfügung gestellt: 200 000 Mk. aus Anleihe- Mitteln, 120 000 Mk. aus der Sondersteuer 1924, außerdem werden die vom hessischen Staat aus der staatlichen Sondersteuer für 1924 zu erwartenden weiteren ‘Saubarleben in Hohe von 30 000 bis 40 000 Mk. an Stelle der bisherigen eigenen Verwendung ebenfalls an die Baudarlehnsnehmer anteilmäßig vergeben. Für die Durchführung dieser Wohnungsbaualtion sind besondere Bedingungen maßgebend, auf die wir morgen zurück- kommen werden. Die Vorlage zeitigt eine sehr lange und stellenweise auch zugespitzte Aussprache. Stadtv. F i - scher (Sem.) betont, nach seinen Informationen koste der Bau einer Vierzimmerwohnung etwa 12 000 Mk Der Mietwert einer solchen Wohnung komme auf 80 bis 100 Mk. monatlich, ein Betrag, der für die meisten nicht tragbar sei. Man müsse deshalb darauf bedacht sein, die Gestehungskosten soweit wie möglich zu berringern. Zur Kosten- Herabminderung sei es notwendig, an Stelle der vom Finanzausschuß vorgeschlagenen öprozentigen Verzinsung der städtischen Darlehen nur eine solche von 4Proz. festzusehen — Stadtv. Mann (Soz.) stellt und begründet einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktioir, der dahin geht, in den Bedingungen folgendes festzulegen: „1. Für jebe Klein- und Mittelwohnung können Baudarlehen aus städtischen Mitteln bis zu 8000 Mk., jedoch nicht mehr als drei Viertel der Baukosten, gewährt werden. Als Kleinwohnungen gelten Ein- und Zweizimmerwohnungen, als Mittelwoh- nunaen Drei- und Vierztmmerwohnungen Bet größerer Kopszahl einer Familie kann Befreiung von dieser Vorschrift eintreten. 2. Die Verzinsung von 5 auf 4 Prozent herabzusetzen. 3. Grundsätzlich sollen die gemeinnützigen Baugenossenschaften und ähnliche Vereinigungen bet der Vergebung von Arbeiten bevorzugt werden." Heber diesen Antrag verlangt der Redner namentliche Abstimmung. Wenn der sozialdemokratische Antrag nicht angenommen werde, könne seine Fraktion dem Antrag des Finanzausschusses nicht zu- stimmen, denn es sei danach die Möglichkeit vorhanden, ..daß damit nur den Reichen geholfen wird". Wenn man alle Baukosten berechne, dürfte eine jährliche Miete von über 1000 Mart herauskommen, die für 90 Prozent der Bevölkerung unerschwinglich sei. Aus einer Statistik über den Gießener Wohnungsbcdarf am 1. Rovember d. I., nach der 2036 Wohnungsgesuche, davon allein 674 sehr dringende und dringende, vorliegen, zieht der Redner nach eingehender Betrachtung der Ziffern den Schluß, daß die Hauptnachfrage auf kleine und mittlere Wohnungen gerichtet sei. Um diesem Bedarf zu genügen, sei die Abänderung der Bedingungen entsprechend deut sozialdemokratischen Antrag erforderlich, damit hier nicht große Wohnungen gebaut würden. Wenn b efer Antrag n cht angenommen werde, müsse die sozialdemokrat sche Fraktion, wie gesagt, die Vorlage ablehnen. — Bürgermeister Krenzien betont, der sozial- demokrat sche Antrag gehe zu weit, der Antrag sei durchaus verfehlt, da er sich nur auf Kleinwohnungen erstrecken wolle. Hier handle es sich doch darum, die Dauwirtschast überhaupt wieder in Gang zu bringen, die Unternehmungslust des Einzelnen anzuregen. Gegen üppiges Druen seien in dem Antrag des Finanzausschusses bereits genügend Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen, Denn in den Bedingungen heiße es ausdrücklich: „Die Unterstützung durch die Stadt erfolgt nur für solche Wohnungen, bei denen nach Gröhe, Anordnung, Raumzahl, Raumhöhe und Ausstattung der angemessene Bedarf nicht überschritten wird." Er bitte, von einer weiteren Beschränkung abzusehen. Mit der Herabsetzung des Zinssatzes auf 4 Prvz. könne man einverstanden sein. Er bitte also, den Abs. 1 des sozialdemokratischen Antrages abzulehnen und der Ermäßigung des Zinssatzes zuzustimmen. — Stadtv. Dr. Krausmüller (Dt. Dp.) hebt hervor, man habe gar kein Interesse daran, Leuten, die aus eigener Kraft bauen konnten, noch einen städtischen Zuschuß zu geben. Daran denke kein Mensch. Der Bauausschuß solle sogar scharf darauf achten, daß diese Leute hieraus keinen Rutzen ziehen konnten. Gr persönlich stehe auf dem Standpunkt, dah Keine und mittlere Wohnungen gebaut werden sollten, aber man dürfe die Wirtschaftskraft dieser Leute, die doch auch selbst zum Dau beitragen mühten, nicht überschätzen. Die Absicht be£ Baues von Klein- und M.ttelwohnungen sei von allen Seiten unterstützt worden. Der Zinssatz von 5 Prvz. sei festgesetzt, weil die Stadt selbst 10 Proz. zahlen müsse und der Staat 6 Pro^ Zinsen nehme. Aber über die Zinsherabsetzung lasse sich reden. Er wisse nicht, was bei dieser Sachlage der Antrag auf namentliche Abstimmung solle, der doch über- flüffig sei. — Oberbürgermeister Keller emp- fiehll, den Antrag auf namentliche Abstimmung zurückzuziehen, denn grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten beständen ja doch nicht. — Stadtv. Goerz (Fr. Dgg.) erklärt, man wolle das Bauwesen natürlich weitgehendst unterstützen. Weiter trat der Redner für die Beibehaltung des fünsprvzentagen Zinssatzes ein. — Stadtv. Mann (Soz.) vertritt nochmals feinen Standpunkt. der unverändert bleibe, auch auf die namentliche Abstimmung könne er nicht verzichten.— Stadtv. Höhn (Dem.) macht darauf aufmerffam, daß zu den jetzt berechneten Gestehungskosten noch allerlei Rebenkvsten hinzukommen, die den Gesamtbetrag eines Baues weiter erhöhen werden. — Stadtv. Dr. Krausmüller (Dt. Dp.) legt Verwahrung ein gegen die Unterstellung, dah die rechte Seite des Hauses kein Verständnis für die Rot der Kle.nwohnung- suchenden habe. Die hervorragenden Bestimmungen der Bedingungen seien im Ausschuß in Gegenwart des Stadtv. Mann ausgearbeitet worden. Wenn der Stadtv. Mann Die Sache zum Drechen bringen wolle, müffe die Vorlage nochmals an die Ausschüsse zurückgehen, und das bedeute eine Verzögerung der Inangriffnahme des Dauvorhabens um Monate, nicht etwa um Tage. — Stadtv. Fischer (Dem.) unterstreicht gleichfalls, daß in den vom Finanzausschuß vor- gefchlagenen Dedingungen genügend Garantien gegen üppiges ‘Sauen zum Rachteil der Klein-- und Mittelwohnungen gegeben seien. Außerdem fei doch auch der Dauausschuh da. Er könne dem Antrag Mann nicht zustimmen, er könne sich auch vor Dem Drohmittel der namentlichen Abstimmung nicht unterwerfen. Rach weiterer unwesentlicher Aussprache kommt man zur Abstimmung, bei der auf Der langen des Hauses zuerst über den Abs. 1 des sozialdemokratischen AbänderungscmtrageS abgestimmt wird, tiefer Absatz wird in namentlicher Abstimmung m t 27 Stimmen der gesamten bürgerlichen Parteien und der Stadtverwaltung gegen 12 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Damit ist die vom Finanzausschuß vvrgesch'agene Fassung des umstrittenen Passus' der Dedingungen angenommen. Entgegen Der vorhergehenden Erklärung, daß sie in diesem Falle nun gegen Die Vorlage stimmen würden, lassen die Sozialdemokraten zur Uebenaschung des übrigen Hauses jetzt durch den Stadtv. Mann mtt- teilen, daß sic bei der writeren Entscheidung in dieser Ang l.genh nt Stimmenthaltung üben werden. Dei Der Frage der Zinsherab- fet>ung verzichten Die Sozialdemokraten auf Die namentliche Abstimmung. D e Ermäßigung Des Zinsfußes von 5 auf 4 Prozent wird angenommen, ebenso die ganze Vorlage. Der Abs. 3 des soz al- demokratischen Antrages betr. die Devor^ugung der gemeinnützigen Daugenoffenschaiten und ähnlicher Unternehmungen wird an Den Dauausschuh verwiesen. Damit ist Die ganze Vorlage unter Dach und Fach gebracht. — Stadtv. Schmahl (Fr. Dgg.) fteUt in einer persönlichen Demerkung fest, daß die entschiedenen Worte das Stadtv. Mann (Soz.) nur eine leere Drohung gewesen sind. Eine Weihnachts - Son derunterstützung für die Erwerbslosen in Gießen. Einem sv'ialdemo rat:schen D i glichkeits-An- trag entsprechend bewilligen das Haus und die Stadtverwaltung einstimm g folgende in dem Antrag vvrgeschlazene Sonderunterstützung der hie- I sigen Erwerbslosen zu Weihnachten: Für er- wervSwse Mvever unter 21 Iahren je 3 TKL für Die Leute über 21 Iahren je 5 Mk., für Frauen und Kinder je 2 Mk. Deigeordneter Dr. Frey erklärt. Die Zahl Der Erwerbslosen in unserer Stabt belaufe sich gegenwärtig auf 125. Die Gemeindehundesteuer. In diesem Iahre ist infolge größerer Zahlungsausfälle an Hundesteuer, als vorgesehen, der im Haushaltsplan vorgesehene Detrag nicht erreicht worden. Alm wenigstens für das nächste Iahr den Doranschlag zu erreichen, schlägt der Finanzausschuß eine Erhöhung der Hundesteuer von 20 auf 24 Mk. vor. Der Antrag lautet: Die Gemeindehundesteuer für das Kalenderjahr 1925 beträgt in Der Stadt Gießen: 1. wenn Der ‘Seginn des Hundebesitzes in Die Zeit vor den 1. Iuli fällt 24 Mk., 2. vom 1. Iuli ab 12 Mk. für jeden Hrnck>. Für den mehrfachen Hundebesih werden folgende Zuschläge erhoben: für den zweiten Hund 24 Mk., für den Dritten Hund 48 Mk., für Den vierten Hund 96 Mk. ufto., so daß für jeden weiteren Hund der Zuschlag sich verdoppelt. Die Hohe des Zuschlags regelt sich wie oben unter 1. und 2. nach Dem ZÄt- abschnitt, in Dem der mehrfache Hundebesitz ein- getreten ist. Gegen wenige Stimmen wird bet Antrag angenommen. Reuregelung der Ruhegehaltsver- hältnisse und der Hinterbliebenenversorgung der städtischen Beamten. Auf Antrag des Finanzausschuffes wird einstimmig deschloffen. Dis zum Erlaß einer neuen OrtSsatzung über die Ruhegehalte und Hinterbliebenenversorgung der städtischen (Beamten haben für diese Die Bestimmungen Der Hessischen Gesetze betr. Ruhegehalte Der Staatsbeamten und Hinterbliebenenoersorgung der Staatsbeamten vom 18. Dezember 1923 sinngemäß Anwendung zu finden mit der Maßgabe, daß dabei Der Stadtverwaltung mit Zustimmung DeS Finanzausschusses die in diesen Gesetzen dem Ministerium vorbehaltenen Desugniffe zufallen. Ausbauder Friedrichstraße. Um tm Süden Der Stadt Baugelände bereit- stellen zu können, soll Die Friedrichstraße zwischen Der Straße „An der Warte" und Leihgesterner Weg ausgebaut werden. Die erforderlichen Dau- frebtte von 20000 Rm. für Den Kanalbau und 22 000 Rm. für den Straßenbau werden bewilligt, Freiwillige SanitätS kolonne. Die Dersicherungsprämie in Höhe von 179.8C Mark für die älnfallversicherung der Äolonnen» Mitglieder für 1924 wird beschluhgemäh auf die Stadtkasse übernommen. Volkshochschule Gieße«. Der Dolkshochschule Gießen wird ftir DaS Rj. 1924/25 ein Zuschuß von 500 Mk. gewährt Heber eine etwaige Erhöhung des Zuschusses bleibt die Entschließung Vorbehalten, bis die Hohe Der Deitragsleistung des hessischen Staates feststeht. Ein Antrag der Sozialdemokraten, den Beitrag sofort auf 1000 Mk. zu erhöhen, wird gegen die Stimmen Der Antragsteller. Der Demokraten und der Kommunisten abgelehnt. Darauf wird der vorstehend gemeldete Beschluß einstimmig gefaßt. Eine Schutzhalle aus Dem Di ehmarkt- Platz. Für Die Errichtung einer Schutzhalle auf dem Diehmarktplatz nach Dem Plane Des Stadtban- amts wird ein Kredit von 4000 Mk. bewilligt. Kleine Dorla gen. firüt daS Halten von Wachhunden, die mit Genehmigung Der Stadtverwaltung zur Bewachung von Sachwerten tn stäDtischen Dienstgebäuden und Betrieben ange- schafst worden sind, wird ein Futtergeld von jährlich 100 Mark bewilligt. AIS Beitrag für den Hessischen Wald- besitzerverband für das Kalenderjahr 1924 wird ein Betrag von 135,90 Mk. gutgeheißen. Die sozialdemokratische Fraktion läßt bei dieser Dorlage erklären, daß sie jetzt zum letztenmal Mittel für diesen Derband bewillige, Der in WirklicAeit nur Den Interessen der großen Wald- besiher diene. Die Stadt gehöre nicht in diesen Derband, sie solle ihren Austritt erllären. Zur Beschaffung von 6 Märrteln für die Feldschützen wird ein Kredit von 300 M7 zur Verfügung gestellt. Für Reparaturen an Der Meldeanlage Der Feuerwehr und die Beschaffung einer Rufmaschine wird ein Kredit von 1400 Rm. bewilligt. Die WasserversorgungSanlageim S ch l a ch t h o f mußte mit einem Kühler ausgerüstet werden. Der Dachbewilligung von 600 M. für diese Anschaffung wird zugestimmt. Der Baugenossenschaft 1894 wird auf das demnächst zu gewährende Dau Darlehen zur Errichtung eines Viergruppenhauses am Kugelberg eine Vorschußzahlung von 20000 Mk. gewährt. Die Zahlung wird natürlich auf DaS Darlehen angerechnet. Ein Daugesuch des I. H. Enders, KaplanS- gaffe 12, wird befürwortet. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus Der .Radio-Llmfchaü'.) Mittwoch, den 24. Dezember: 11.55 Ahr Zeitangabe. 12 Ahr Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Ähr Rundfunknachmittag in Musik und Wort. 6 LIHr WirtschastSmel- düngen. 6 bis 7 Hfjr Märchenstunde für große und kleine Kinder. 8 bis 9 ilijr Weihnachtsfeier des Posaunenchors der Luchergemeinde: 1. Choral: „Dom Himmel hoch. Da komm ich her", Tonsatz von Masberg, 2. Motette: „Ehre ser Gott in der Höhe" von I. Silcher, 3. Sologesang: Frl. 21. Hurlimann: „Die Hirten" von Cornelius, 4- WeihnachtSmelodiensttauß (Potpourri) von Hebertoaffer, 5. Sologesang: Frl. 21. Hurlimann: „Das große Halleluja" von Hummel, 6. „Das große Halleluja" aus „Messias" von Händel, 1. Choral: „Süßer Die Glocken nie klingen, als zu Der Weihnachtszeit". 9 bis 10 älhr Krippenspiel „Das Soiel von Bethlehem", nach alten Texten von Gustav ©runD; Äusführende: Erna Reigbert, Gerd Fricke vom Reuen Theater u. a. m Ein Knabenchor. 1ERCEDES, weinbrandJ j Dle-markb Siehe«. n wird für bd iOO M gtvähü. I dck Züfchukfck «halten, bi- dir hessischen 6toQ‘ Svzialdemotralen, W. -u erhöhen, Antragsteller, der misten abgelehnt, meldete Deschluh Ur hni .ni<* * te “ Sundes ra8 lautet: Kalender, ^en: 1. wem. dl- Zeü ™ J.r ab 3«WÄ ltb brr Lvrgg fttutt. fMhoLe trri btm e M Stadtbou' OO M bdpüllflt gen achhllnden die rwaltung zm tn stLdtis-tt etrieben am Mrgeld von jahr» fischen Dald- Aaienderjahr 19M M gutgehe'he°- vn laßt bei dieser » e bewillige. Ott « vre nicht, m diesen tritt erklären. § 5 «als von 1*W K«S®* Da^leh« k"»KZ° ® "US»«*w „L'^tneru «n Dränten. Ne« tritt, dn. einer ntue ^LL wg der SiaaiL. : linngemöh 2b »flabe, das) dabei M Ii. 'eschen dem M. fle zusallen. ichstrabe. augelände bet* tchstrohe zwischen tnd Lcihgesternrr sorderlichen Daa» n Kanalbau und werden bewilligt lSkvlonne. Höhe von 1?9,8( g der Kolonnen- schlubgemäh aus ograinri Zenders- lmschau"-' ss« 3. vo" '^A sWTvv l>-"> WM 1* 3*lj StzL ßfcr u’ Äur» b6.lt 0.60. Q. 7 10,50 । 4.25 19,25 26,75 23,75 17^0 345 2. für festverzinsliche 3 für die festverzinslichen tDertbeftänbteen bis Kartoffelflocken 18,60—18,90. 9,20, Anzeiger".) sind, in »Reichsmark bte bereit- auf Gold- „ Reichs mark für 100 11.40 ?8,5C 19 3 24,25 15,4 94.75 83,50 10,25 rrfl roll roll roll roll roll roll roll voll voll roll LOJ voll für 100 Papiermart", b) mark umaefteHt find, in io, 112,72 61.30 8.25 X’5 5,73 5,Illi,'3 31,75 ’3 13 25 25 27,62 17,9 11,75 10 0 64,75 74,13 2,4 3,13 Mess, 0 3,10 27 4,10 14 2 5 2,7. 10, jO Anleihen, die mark" notiert Godmark": 4. für die 20.8. 73 5 13, 1 12,69 II9, :-5 18,0 6314 6 12.t' : 12,13 I Berliner Börse. (Sigener Drahtbericht des »Gießener '.13 12,75 2,1j 16,50 1.75 I. 5 0,8 1,40 32,13 23,26 27.b 8.40 13,9 22 12 16 11, 0 90,75 91,62 121 14,13 19,40 6 93 13.25 37 40 55 75 44,30 26.13 I 3,9 I 29 । »I 7.60 23,50 | 66 Zur Aotiz: Die Berliner Wertpapieo» bvrse notiert nach folgenden Grundsätzen: u, 0. 0.93 0>? 1,33 0,45 • 1,04 1.06 1,02 1 94,7, 27.8 4,10 139,5 6 25 17,9) 12,4 16^9 1.80 9, 0 0,35 87 75 19,24 II 1) 89 0 91.25 125 15 13 20.61 G 8 :3 5, 2.61 70.09 18,1 t3.4- 6,90' 2.17 113,58 81,7«. 18,55 12,71 5,75 Buntes Allerlei. Die „schönste Musik". Fritz Kreisler, der weltberühmte Geiger, der jetzt in England wieder besondere Triumphe gefeiert hat, veröffentlicht In einem Londoner Blatt eine interessante Plauderei über „Sie schönste Musik in der Welt". „Ratürlich sind die Anschauungen über da«, was man als die schönsten Töne in der Welt empfindet, sehr verschieden", schreibt er. „Manche glauben, es sei nichts so wundervoll, als das Lied eines Sängers, der mit seiner Stimme die ganze Skala der menschlichen Leidenschaften ausdrücken tonn; andere wieder meinen, daß der Geiger der Welt die süßeste Musik schenkt. Der majestätische Klang einer Orgel geht manchem über alles, während es wieder für eine Mutter keinen süßeren Laut gibt, als das Krähen ihres Babys. Aach meiner Ansicht ist die schönste Musik, die uns die Welt dar- bieten kann, nicht von Instrumenten erzeugt, sondern es ist der Gesang des Waldes. Es gibt wenige Freuden, die sich damit vergleichen lassen, wenn man tm Sommer in einem Tannenwald der Musik des Windes lauscht, der durch die Zweige streicht, und seine Harmonie sich verschmelzen hört mit dem Ruf der Vögel, dem Summen der unzähligen 3nfeften, dem An- und Abschwellen dieser mächtigen Töne, die den Klang der Orgel nocki übertreffen. Zch erquicke meine Ohren an der Musst des Waldes und werde durch sie erfrischt, wenn alle andern Töne ihre Macht über mich verloren haben. Es ist ein Mittel, das immer hellt. Der Wind ist der Grundwn für viele Musik der Tatar. Sein Gesang murmelt von Freude, wenn er durch die goldenen Kornfelder streicht, ja, man kann sogar die verschiedenen Töne unterscheiden, die er tn den einzelnen Getreidearten hervortust. Die tiefe Stimme des Weizens z. D. mag uns wie der Baß eines Sängers anmuten, und der ttenuid) oiel -lüarcnoi perau»gtömmen war. uub e« entwickelte sich infolgedessen in Montanwerken eine ziemlich bedeutende Abschwächung Rament- llch Stinneswerie muhten sich grobe Kursein- buhen gefallen lassen, aber auch Harpener letzten wesentlich schwächer ein. waren bann allerdings gesucht. Immerhin gibt die Entwicklung der internationalen Verhandlungen und namentlich die Tatsache einer Bersländigung zwischen der Visen- industr'.e und der weilernerarbeitenden Industrie dem Markt einen guten Rückhast Auf den übrigen Märkten mochte sich die FeiertagSstim- mung eher bemerkbar, nur bei Farbwerten nicht Im übrigen land da- herauSkommende Material überall gute Aufnahme In Schistahrt «werten blieb daS Geschäft lebhaft. Zu höheren Kurten gesucht sind Erdölaktien Am Markt der h e i m i - lchen Renten blieb das Geschäft still Die Kurte haben ihre Freitagaoanren wieder verloren Der Geldmarkt liegt unverändert. Am internationalen Devisenmarkt zeigten sich keine wesentlichen Deränderungen. die europäischen Edelvaluten bleiben fest. Frankfurter Getreidebörse. (eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger-.) F r a n k s u r t a. M., 22. Dez SS wurden notiert: Weizen. Wetterauer 21,50 biS 24,50 Mk, Roggen, inländischer 21,50 bis 24. Sommergerste für Brauzwecke 25 bi« 29. Hafer, inländischer 18 bi« 22,50, Mai« (gelb) 21.50 bis 22, Weizenmehl, inländische« (Spezial 01 39,25 bis 41. Roggenmehl 34,50 bis 37.50, Weizenkleie 13,50, Roggen- Nele 12,60 biS 12,75, Erbsen 30-38, Linsen 45 bis 50, Heu, süddeutsches, gut und trocken 10, Weizen- und Roggenstroh 6 biS 6,50, Treber, getrocknet 21,25 bis 21,50 Mk. Tendenz: fest. Frankfurter Echlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht deS »Gießener Anzeiger*.) Frankfurt a. M., 22. Dez. (Sig. Drahtbericht des .Gieß. Anz.".) Aufgelrieben, waren: 1216 Rinder, darunter 268 Ochsen. 46 Dullen, 902 Färsen und Kühe, 914 Kälber, 484 Schafe, 1876 Schweine. Es wurden notiert: Ochsen, voll- fleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 50 bis 56 Mk.: junge, fleischige, nicht auSgemästete und ältere ausgemästetc 44 bi« 50; mäßig ged nährte junge und gut genährte allere 30 bi« 40. Bullen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 43 bis 47; vollsleifchige jüngere 37 bis 42. Färsen und Kühe: vollfleischige aus- gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 55: vollsleifchige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 38 bis 46; wenig gut entwickelte Färsen 37 bis 47; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 37; mäßig genährte Kühe und Färsen 20 bis 28; gering genährte Kühe und Färsen 10 bis 18. Kälber: feinste Mastkälber 70 bis 76; mittlere Mast- und beste Saugkälber 64 bis 70; geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 63; geringe Saugkälber 45 bis 52. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 35 bis 40; geringere Mast- hämmel und Schafe 30 bis 35; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafes 20 bis 25. — Schweine: vollfleischige von 80 bt« 100 Kilogramm 78 bis 80; unter 80 Kilogramm 70 bis 78; von 100 bis 120 Kilogramm 78 bis 80; von 120 bis 150 Kilogramm 78 bis 80: Fettschweine über 150 Kilogramm 78 bi« 80. unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. Marktverlaus: Rinder bei langsamem, Kleinvieh und Schweine bei lebhaftem Handel geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. Dez. Am Prr^uktenmarkt hält die Festigkeit an, doch kam es zu keinem größeren Geschäfte. Di« Kurse vom Samstaa wurden gehalten. Am 3. Feiertag (27. Dezember) bleibt die Produktenbörse geschlossen. Am Mittwoch, 24. Dezember, findet der Derkehr von 11 — 1 ilftr statt. Es wurden notiert pro 1000 Kilo Weizen, mark. 222—228, Roggen, märf. 219—222, Gerste, märt. 246-271, Gerste, neue 198—212, Hafer, märf. 175—187, Mais (1000 Bln.) 216—218, Rap« 400, Leinsaat 420—425; für je 100 Kilo: Weizenmehl 31—34, Roggenmehl 31—34. Weizen- fleie 14,70—14.80, Roggenkleie 13.60—13.80, kleine Erbsen 21—22. Futtererbsen 19—20, Pelu'chken 15—16. Ackerbohnen 19—20. Wicken 17—18. Lu- J€nfT®r RrldHan'dlt MrttHanltlbc J »V. Ixuddj» !Hct<»»anle reichliche UrröüaufiaU Weftdant........... vochumer Qn| ...... Budrru-........... (Taro .......... DruUch-Lunmbura...... OViknHrtt-.c..c;- "erawert» . . darvciier Bergbau Äalhixrte Liarcrslebeu. . . . Äolirotrf Wklieregel» Eoarabuttf.......... Cberbeharf ..... . . ., «beim yerobae....... Rbtlnnaül....... *, Nubeck ‘.Montan. Trllus Bergbau...... . damburg-Lmrrtka Pakn. . . Atorddrurichrr tfloijb..... Lderamtsche Werke Blbtn . Zementwerk Heidetbrrg . . vbtltsp HoUmaaa ...... Lnglo-Lont-.Suano .... Badttchc Änttlu....... ttbrmifcbe Mayer Ltavt» . ä-oldschmtdt........ 0»rieS tlmrr Electron . . . . Höchster Farbwerte...... Holzrcrkohluug viüigersivcrke ......... bchetdeanttaU ........ »nQ E'ektrt-ttLt«.«esetlschaki veramann .......... Wkaiiikrattwerkr ..... . Schuckerl . . Siemens L Hals!» Ldlerwerke Ältoer ...... Daimler Motor« Henligenstaedt..... Megutn........ irranktultcr Hnnattmn . . . Lkonlervenfabrtt Broun . . Metallaclell>chah trautsten. Pci Union « .». ...... Echuhiabrik perz...... Sichel. . . Hröfloff Saibbof....... Zuckerfabrik FrmikNtttzet . . Zuckeriabrik Wagyüulet . . &°ff u. Widmann 35 Hoch- und Tiefbau 1.75, ^olzmann 5.4. 3nag 1.4. Gebr FunghanS 12. MetaUgesellfchast 17L0 Rheinckches Metall 9.62. Julius Sichel 2.90. Thüringer Slekknzität 10,7, Chemische Mainz 10. Bad. Jucker 3,55 II Anatolier 6.40. Preuhenkali 3,70. Dörfenk»rfe. Berlin, 22. Dez. Trotz der bevorstehenden Feiertage entwickelle sich an der Dorbörse am Montan markt ein sehr lebhaftes ®e- schäfi, wobei Phönix und 2ibeinstahl im Bord ergründe des Interesses standen. Bei Festsetzung der ersten Kurse stellte sich jedoch heraus, daß flmrrltanUÄir Äou» • . * « « HclgifdK Noten. TantliSc Noten ...... kngltschc Noten........ Franiöülche Notrm ...... hollandilche Noten nt.ilienische Noten ..... Norwegüche Noten...... Deutsch ^eftrrr . i too Leone» RumänüL, 9?ottn...... Schwedische Noten ..... Schweirer Noten....... 6panische Noieu ...... richechoiiowaklsch« Noten .. Ungarische Noten . . .. Wirtschaft. '^Edli.genstaedt u. Lo.. Gießen. . - gestrigen Generalversammlung wurde die Umflellunq des Aktienkapitals im Verhältnis A SU 1 1250 000 Mk. Gm. (Friedens- Vorzugsaltienkapital« im Derh^tniS von ] Million Mk. auf TOOOD Gm.. d. h. unter den Goldc.nzahlungswert genehmigt. Don der Derwallung wurde miwe- Beschäftigung zur Fell befriebigmb c!’ ^TC 3^rel^c 1°^ ober immer noch gedrückt ®ic Äonfurrena gegenüber dem Ausland ist er- •?CTt gilt namenllich von dem bisher ni<6' ^hr günstigen Zolltarif.Verhandlungen, jetzt mit Belgien, Spanien und Frankreich. * Deutsche Effekten- und Wechfel- bank. Frankfurt a. M. Die a. o G.-V. genehmigte einstimmig die vorgefchlig?ne Ilmstel- ^V.^rhSltni« 20:1 auf 7.5 Mill. Dm. Aktienkapital und e ne Million R.serve. Der Ge- schrttsgang im laufenden Jahre sei im ganzen nicht unbefriedigend, leide j.-doch ebenso wie b i anderen Instituten unter den Schwier gk iten de« cbefenabbauc«. Imm -rh n glaub' die V^rwal- tung, für daS Geschästsjnhr 1924 e ne angemessene Dividende in Aussicht stellen zu können. * Farbwerke vorn,. Meister, ßu- cku« L Brüning. H o ch ft (Main). Die Generalversammlung der Gefelllchaft genehmigte einstimmig die bekannte Goldbllanz und die Umstellung auf 176 Mlll. Rm Stammaktien (5:1) und 12 Mill. Rm. Vorzugsaktien, lieber die Geschäftslage wurde vom Direktorium angeführt. daß über da« Ergebnis des laufenden Jahre« noch kein llares Bild vorliege. Das Unternehmen arbeitete 1924 unter den bekannten erschwerten Bedingungen und wurde durch die Absatzstockung, vor allem in der Tertilindustrie. mitbetroffen. Auch der anderweitige Verlust an Absatzmärkten mache für absehbare Seit eine ProduktionSeinschränkung notwendig Die Verwaltung stehe in Beratungen, diese Einschränkungen möglichst rationell vorzunehmen. 2Irbeitcr- entlassunaen mußten demgemäß in ziemlich höchstem Umfange vorgenommen werden, sie dürften aber heute beendet fein. Aus den anderen Pro- duktion-gebieten war der Geschäftsgang allgemein befriedigend. Den Ausfall auf dem Färb» ftoffgebiet suchte man durch Aufnahme neuer Fabrikationszweige wettzumachen 3n der letzten 3cit sei eine Belebung des Geschäftes eingetreten. Die Verwaltung hegt trotz aller Schwierigkeiten das Vertrauen in die Zutunst. und glaubt bereits eine angemessene Dividende für 1924 in Aussicht stellen zu können. 3m Vergleich zu der Ludwigshafener Gesellschaft bleiben die Höchster Farbwerke zwar dem Roinvermöaen nach zurück, was aus die bei Ludwigshafen noch nicht vollzogene Ausschaltung des Stickstoffgebietes zurückzuführen fei; auf die Gewllmverteilung bleibe die« bekanntlich ohne Einfluß. Kalle & C o. A. G.. Biebrich. Die G.-V. der Gesellschaft, die gleichfalls in Höchst abgebalten wurde, g'mehmigte d e Goldb'lanz und die unveränderte äleb-rnahme des Pip ermarf» Aktienkapitals von 6 M ll. Mk. in die Goldbilanz. • Chemische Fabrik Griesheim Elektron. Frankfurt a. M. D e D.°V genehmigte die b kannte Goldbilanz und älmftelüing auf 44 Mill Rm. Stamm- und 3 2 Rm. Vorzugsaktien unter Bildung einer Rücklage von 4.4 Mill. Rm. und einer weiteren ilnterstühungsrück läge von 4 Mill. Rm. Auf Anfrage teifie der Vorstand mit, daß es der Gesellschaft infolge der raschen Umstellung, der hohen Preise und der ausländischen Konkurrenz im laufend-n Fahre recht schwierig ging, daß man aber trotzdem mit einer den Verhältnissen entsprechenden D.vidende rechnen könne. " Die Vteheinfuhr aus Dänemark unterbunden. Die der amtliche preußische Pressedienst mitteilt wird wegen der bedrohlichen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in Dänemark das preuß sche Landwirtschafts- Ministerium bis auf weiteres eine Einfuhrgenehmigung für lebendes dänisches Rutz- und ^tchtvieh und für lebendes dänisches Schlachtvieh nach den zugelassenen preußischen Schlachthöfen nichtt mehr erteilen. Auch die Durchfuhr lebenden däTtischen Viehs durch Preußen wird bis auf weiteres nicht mehr gestattet. Die bereits erteilten Gin- und Durchfuhrgenehmigungen für lebendes dänisches Klauenvieh verlieren ihre Gültigkeit mit Qlblauf deS 3. Januar. Die Eiir- und Sttirc^ fuhr dänischen Fleisches bleibt gestattet. Frankfurter Abendborse. Frankfurt a. M.. 22. Dez Die Börsen- kage bietet unverändert ein lebhaftes und festes Aussehen und es machen sich ferne Antigen zu Glattstellungen gellend, wie dies gewöhnlich vor langen Börsenpausen die Regel bildete. 3m heutigen 2ll»endverkehr waren Anllinwerte weiter scharf gesteigert, und zwar auf neue Käufe der Spekulation sowie des Auslands, in dessen besonderer Gunst die Farbstoffwerte zu üefyen scheinen. 3n zweiter Linie lagen Elektrowerte sehr fest, die gleichfalls reger Aachfiage begegneten. Montanwerte schlossen sich in mäßigem Tempo der Aufwärtsbewegung an, so daß hier ein Teil der erlittenen Verluste von heute mittag wieder aufgeholt werden konnten, ilnverändert ruhig liegt der Dankaktiemnarkt bei kaum veränderten Kursen. Don Schisfahrtsaktien bröckelten Hapag etwas ab. Dm Anleihemarkt behielt feine lustlose und schwächere Tendenz bei. Ausländische Renten geschäftslos. 'Sic sonstigen Industriewertc liehen nennenswerte Aenderungen nicht erkennen. Die Börse schloß für Anilinwerte lebhaft und fest. Deutsche Renten: Kriegsanleihe 0.775. Preuß. Schätze von 1924 0,340. Ausländische Renten; Zolltürken 10.50 bis 10,40. Montanaktien: Buderus 19,25, Gelfenkirch?n 9325 bis 94, Harpener 126.50. Mannesmann 88.25 bis 68. Mansfelder 4,50. Earv 11.50, Phönix 58 25, Rheinische Braunkohlen 46, Rheinstahl 55,50, Rombachc-i Hütte 31,25 bis 31,50, Tellus 3,10, ßaurabuttc 6.7. Kali Llscherslebmi 1525. Westeregeln 20,50. Ehern Ische Aktien. Badische Anllin 32,13, Anllin Berlin 26,25. Chemische Griesheim 27. Scheide- aiftalt 22. Elberfelder Farben 27.87. Th. Goldschmidt 23 bis 23J25, Höchster Farbwmcke 27.9 bis 27,8. Holzverkohlung 8.40, Rütgerswerke 17,87. Elektrowerte: AEG. HL bis 12. Elektrische Lieferung 10.70 bis 11. Licht und Kraft 8,30. Fellen 33.75 Siemens Halske 77. Bankallien: Allgemeine Deutsche Kreditanstalt 3.25 Berliner Handelsgesellschaft 138. Commerzbank 6.12. Darmstadter Dank 12 8. Deutsche Dereinsbank 0,32. Diskonto- aeseMchafi 16.87. Dresdner Dank 8,40, Metallbank 19.75. Mitteldeutsch: Kreditbank 1.75. Oesterreich sche Kreditaktien 9,60. R:ichsbank 63, Rher- «ische Kreditbank 3,20. Transportwerte: Hapag MluMl TlUiag. >Mf* b«rlt 1 .. 11. £2 12. 11. Dr»'>r. 2 Dr» r. ‘Report Nniilich, "Jicricrirm ’uiiui g: 3 11,28 18.67 81,28 *6,52 61,48 •86 LOL voll toll vou 59fen tn D-- Ctft- cbgeft ',907 k°?7 e,W7 5,477 . oll voll Braa 1k,7k V.76 12,73 ion voll vndavoft . Burn-riirfA 5,72- "329 8,74 V3 ■SS t.7- 1^47 3,GS o voll voll ^ou voll Buk. anrn 2,05 • :, s: 5,045 vOU voll stavan - . 1,658 1^12 1, OJ 1*12 -oll oll •Kto dr Jan 1,47. 1,41.0 1379 1,431 -«U voll Brlirad . (.265 t33 *3. 1.32 .ov voll L'ffadon . '•3.88 19,72 9.SS 19.7. vll voll OöOere Ton Der ewn wted« cnpran rmn Sängerin und der schrillere, aber liebliche Ton des Hafers ist manchmal rote ein Tenor, manchmal wie die helle Stimme eines Chorknaben. Die Glockentöne einer entfernten Dvrfkirche haben einen melancholischen Reiz. Der brausende Lärm einer Großstadt hat nachts eine musikalische Kraft, während er bei Tage barl und häßlich anmutet Die Rocht, die so viele Dinge weicher und zarter erscheinen läßt, macht auch die Töne melodischer. Dos Rauschen bet Wellen mag manchem Ohr gefallen, aber nicht dem meinem. Vielleicht kommt da« daher, daß ich in einem Gebirgslande aufgewachsen bin. fern vorn Meer; dort lernte ich die Musik lieben, die mit dem Wind über die Bergwiesen kommt und in dem Tosen der Vergflüsse lebt. Die menschliche Stimme kann im gewöhnlichen Gespräch musikalisch sein. 3d) wurde zuerst zu meiner Frau hingezogen durch die Schönheit ihrer Stimme, während sie hinter mir stand und ich sie noch nicht gesehen batte. Es gibt Zeiten, in denen keine Musik der Welt so schon wirkt wie willkommene Stille. Das ist die schönste Musik von allen. Wenn ringsum alles still ist, bann erwachen die Inneren Harmonien, und in solchen Augenblicken vermag man die Harmonien der Sphären zu begreifen.** D. Bitchertisch. • Earl Walbrach. Johann Schloi- ferunb sein Antctlan den Dorarbei- tenzum Zürstcnbund. 2. Aufl. Dießen 1923, Ferbersche Universitäts-Buchhandlung (Dr. Phil. Walter Huch). — Der komplizierte Charakter von Goethes Schwager, in dem eine Reihe von Eigen' schasten es nicht dazu kommen ließen, daß sich die Erwartungen erfüllten, zu denen seine glänzenden Geistesgaben, sein reiche« Wissen und seine große Arbeitskraft berechtigten, lädt dringend zu einem eingehenden Studium ein. vo wird die vorliegende Schrift von allen Goethefreunden herzlich willlommen geheißen werden. Sie ist der Anfang einer Analyse, bei der Schlosser, trotzdem auch seinem Versuche, auf dem Feld der großen Politik mitzuwirken. der Erfolg versagt blieb, wahrlich nicht schlecht abschneidet. Hoffentlich schließen sich bald weitere älntersuchungen an Das beigegebene erstmalig verössentlichte Bild Schlossers bildet eine willkommene Beigabe. 1567 — Märzsturm. Roman von Erich W ep- recht. tGevunden 3,50 Mk Deuisch-akademilcher Verlag. Wien.! Der Derfaffei.-. dec selbst inmitten der wirtschaftlichen und politischen Strömungen der Gegenwart steht, schllderl b?n Kampf des au« seiner Laufbahn geworfenen Akademikers gegen die Eindrücke und Mächte einer ihm fremden älmwelt, den Kamps des Fdealisten a?gcn nieder- ziehenden Materialismus, den Kampf der Persönlichkeit gegen A.l'ocität und Masse. Der Mangel an Anpassungsfähigkeit, da« Ilederqewicht der feindlichen Kräfte und ein unselige« Liebeserleben lassen den Helden trotz heißesten Empor- wollens wirtschaftlich am Ringen mit der neuen Zeit und der neuen Welt scheuern. Aber innerlich wächst und stählt sich an allen Enttäuschungen und Riederlagen der Tharakter deS Mannes und der sittliche Sieg der Persönlichkeit findet zuletzt seine Krönung in der Selbstaufvpserung des Helden für die große Sache des Vaterlandes. 1589 — DlänzendeGesellschafter sind die Zellschriften „DaS Leben" Rr. 19 und .Der Die DaS" Ar. 18! Globetrotter auS aller Welt international anerkannte Schriftsteller und kluge, phantasiereiche, feinsinnige Dichter geben sich und dem erlebnishungrigen Publikum hier ein amü santes Stelldichein. Zeder wird und muß in der Menge novellistischer Leckerbissen etwa« finden, was ihm besonders beijagt. .Wer vieles bringt, wird jedem etwa« bringen!“ (Verlag: Leizigei? Derlagsdruckerei G. m. o. H, vormals Fischer & dürften. Leipzig.) 1587 — Hans Heinrich Ehrler. ..Elisabeths Opferung". Verlag Greiner & Pfe ffer in Stuttgart. Die acht Rovellen, die der fc ns innige Dichter Ehrler unter dem T tel .El sabeths Opferung" zu e:nem hübsch ausgestatteten D^nd chen vereinigt hat. stellen ebenfoDiek kleine Meisterwerke der Erzahlerkunst bar. Ein tiefschürfender Sch cklalfchllberer ge lall etc M l-.er und Geschehen. Dinge und Menschen mit jener intuitiven Sicherheit des Gefühls und Geschmacks. die allein ein Kunstwerk erstehen läßt. Ehrle- ist ein Seelenanalytiker im Sinne deS Wertes. Aachdenkliche Leser werden d eseS Ro- vellenbärrdchen m.t dem frohen B wuhtsem auS der Hand legen, von einem ehrlichen Künstler reich beschenkt und auf Wege geführt worden zu sein, die zu Menschenherzen führen. 968 - Sine Sammlung der köstlichsten deutschen Schwänke auS vierhundert Zähren hat Heinrich Mohr unter dem Titel .Der Rarren ba u m“ bei der Herderschen Verlagsbuchhandlung in Freiburg r D. 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Schulhof Marktstr. 4. Mitglied der Edeka. Bekanntmachung. Der Rudolf Fensien, geb. am 8. IV. 1852 zu Leipzig, wohnhaft zu Gießen, Reuen Däne 11, wird wegen Trunksucht entmündigt. Die Kosten des Verfahrens werden dem Entmündigten zur Last gelegt. Gießen, den 23.Rovember 1924. 10304* Hessisches Amtsgericht. Die rote Kaschgar Roman von Fedvr von Zvbeltih. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde Heute bei der Firma 21. K. D. Allgemeiner Kraftfahrzeug-Vertrieb Gießen mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen iDurchBeschluh derGesellschafter. Versammlung vom 15. September ist das Stammkapital auf 500 Goldmark festgesetzt worden. 10306c Gießen, den 16. Dezember 1924. Hessisches Amtsgericht. laHand- koffer alterbilligst *«d Carl Stack. BW Mkel MMnen Zeigen Tranven i Blnmenloöl =M’tDen= M-M MäuSburg 17. SV* Für Weihnachten Mastpferdefleisch 3 Pfund 1 Mark sowie täglich Gulasch, Sauerbraten, warme Wurst. 025363 Fritz Keßler. Mitteilung. Unserer verehrten Kundschaft zur gefälligen Kenntnisnahme, daß am 27. Dezember 1924 unsere Geschäftsräume ganz und vom 29. Dezember bis 2. Ja .uar 1925 nur von vormittags 9—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr geöffnet sind. Gleichzeitig empfehlen wir unser reichhaltiges Lager in Tapeten, Linoleum, Läufern. Wachetuchen uew. usw. G. Adolf Montag & Co., Spezial-Tapetenhaus G.m.b.H. nach und von dieser Richtung mitgenommen bzw. mitgebracht werden. Regelmäßiger Sammelladungsverkehr mittels Autolast« wagen und Bahn nach allen Richtungen. Stückrath & Bender Spedition und Möbeltransport Telephon 1519 lu8,4D Seltersweg 53 Es schlugen nur verhallende Laute an das Ohr Thedas. Ihr Blick tauchte sich in das Lichtermeer, das schwankende flimmernde Weiß ermüdete fie wieder. Dierksen schloß mit einem „Glückauf" Hunderte von Stimmen wiederholten es, abermals setzten die Bläser ein. Ms die Fanfaren schwiegen, gab Theda tn ihrem Rollstuhl sich einen starken Ruck und richtete sich ein wenig auf. Sie winkte mit beiden Händen und rief: „Habt Dank, habt Dank! Glückauf!" — Run brauste noch einmal das „Glückauf", ein Gruß aus der Tiefe, durch die silbrige Rachtluft. Theda sank zurück in die Kissen des Stuhls. Die Pflegerin wollte sie wieder in ihr Schlafgemach bringen, doch sie schüttelte den Kopf. Anten bildeten die Fackeln kunstreiche Verschlingungen, Kreise, Sterne, Figuren. Auch Musik und Gesang begannen von neuem. Links von Thedas Rollstuhl stand die dunkle Hünengestalt des alten Geisbach Er freute sich über die Anhänglichkeit seiner Leute. Es war ein gutes Zeichen für die kommende Arbeitszeit. Er hatte viel vor: auch in Grvß-Ponar wollte man in die Erde steigen und das Salz zutage fördern. Schm ein erster Dohrversuch hatte erwiesen, daß Salzspuren sich da bereits bei zweihundert Metern Tiefe zeigten. Der Verdienst konnte ungeheuer sein. Aber mehr als der Verdienst lockte den Alten die neue Arbeit. Bei ihr vergaß man die Trauer des Herzens. Rechts von Thedas Rollstuhl stand Gert. Er hatte ihr wieder die Hand reichen müssen. Er bewegte sich nicht. Die Szene begann ihn zu langweilen. Theda ließ seine Hand nicht los. 3^e,J?n9crc^n waren fein, mager und schwächlich Wer es war eigen, daß er mehr und mehr ihren Druck zu spüren schien. Es war eine Einbildung, doch sie setzte in physisches Empfinden sich um. Die kleine Hand, die ihn festhielt, wurde zur Klammer. Das warme Arisch wurde zu Eisen. Eine eiserne Klammer hielt ihn fest, hielt ihn fest. die sich ineinander schiebende Flucht der Gemächer ein Schwarm von Herren und Damen tn lebhaftester Unterhaltung, und wer die Verhältnisse nicht kannte, mochte es eigentümlich empfinden, daß in diesem noch immer ungemein charakteristisch Zuständlichen, tn Zimmern, Hallen und Galerien, in denen die chinesische Dildneriunst wahrhafte Triumphe feierte, der Frack herrschte und die Pariser Toilette, das Kostüm des Westens, von dem auch der östliche Rachbar Japan sich nicht ausschloh. Selbstverständlich farmte sich alles, der Ton der Unterhaltung glitt rasch und flüchtig tote Schmetterlinasflattern durch die Räume, meist wurde englisch gesprochen, doch auch französisch und deutsch und zwilchen Gleichgültigkeiten und allerhand prickelndem Klatsch wurde immer wieder die Politik auf die Oberfläche gespült, hier und da lachend und leichtfertig behandelt, dilettantisch und wie ein kurioses Aebenbei, an anderen Stellen aber auch ernsthafter, so in der kleinen Gruppe von Herren die sich um den Vicomte Kodama gebildet hatte. Die Japaner waren über die Vorgänge in den Provinzen zumeist am besten unterrichtet, aus hundert Quellen strömten ihnen Rachrichten zu. Und was man da vernahm, stimmte so ziemlich mit den wiederholten Warnungen des alten Bischofs aus dem chinesischen Christenviertel überein. Die Findlinge aus der Provinz mehrten sich, trafen scharenweise in Peking ein und erzählten grauenvolle Dinge von der Zerstörung der katholischen Missionen und der Riedermehlung der Christen durch die Boxer. Das waren gewiß keine Reuigkeiten, die Gesaicktschaften hatten häufig Protest gegen die Verfolgungen erhoben, ein Hagel von Edikten seitens der Regierung bedrohe auch die Rebellen, aber die Geflüchteten behaupteten, diese anscheineiü>en ©egen- maßregeln seien nur vorgeschoben, um die Gesandtschaften in Sicherheit zu wiegen; viele wollten auch wissen, daß die Mandarine die Aufrührer unterstützten und daß sogar schon reguläre Truppen zu den Boxern übergegangen seien. Die Gefahr des politischen Motivs der Bewegung erhöhte sich durch alle diese Rachrichten. Graf Gerhart Hora, der hinter einem dicken russischen Kvllegienassessvr stand, nickte nur dazu Wie wir Ihre RQekKraherkrümmang ohne Berufsstörung bee- sern u. ev. bellen, zeigt unser Buch mit 50 Ab- Bildungen, Zu beziehen geg.Elnsende.v, 1.60 oder gegen Hachnahme von FRANZ eENZEL Dresden-Blasewlti.096 7. Die Lotosblumen überall ht den Teichen rollten ihre Blätter auf und bedeckten mit grünen Riesenschirmen die schmutzigen Wasser: ein Zei- chen dafür, daß auch in Peking der «Ruhling Einzug gehalten hatte. Rebenbei meldete er sich durch unerträgliche Gerüche und wirbelnde Staubmassen, und zugleich setzte eine getoaltige Dürre ein, die Felder austrocknend und das Land in eine endlose Wüste verwandelnd. Der Hof hatte bereits die Sommerresidenz bezogen, und auch die Gesandtschaften gelüstete es, diesjährig frühzeitiger in ihre kühlen Mietstempel in den Bergen zu flüchten — bie Rachrichten über die Doxerunruhen in Aordchina wirkten doch zu beunruhigend, als daß man es wagen konnte, jetzt schon die Hauptstadt zu verlassen. 3m allgemeinen war die Stimmung tn den Gesandtschaften keineswegs schwarzseherisch. Man glaubte immer noch an beschränkte lokale Aufstände, wie sie im letzten Jahrzehnt von Geheimgesellschaften und revolutionären Klubs häufiger angriacht worden waren, doch nicht an eine bedrohlich nahende Gefahr, und schätzte zudem die Staatskunst der Kaiserinwitwe, die ^an Gegenmaßregeln denn auch nicht fehlen lieh. Erst das Erscheinen eines Engländers, eines Forschungsreisen den namens Gvrdvn P. Murray, brachte eine erhöhte Erregung in die Gesandt- schastsstrahe und beleuchtete die Sachlage mit unerwartet scharfen Blitzlichtern. Beim britischen Gesandten hatte ein kleineres Diner stattgefunden, an das em allgemeiner Empfang sich schloß. Die Hitze draußen war auch noch in den Abendstunden drückend, ein gelbes Wetter stand im Westen, unaufhörlich wirbelten dicke Staubwollen durch die Luft. Aber die lastende Schwüle empfand man hier kaum Das geräumige alte Palais, ehemals von einem kaiserlichen Prinzen bewohnt, war zwar europäisch modernisiert worden, doch in den Grundlinien seiner Bauart chinesisch geblieben, weitläufig angelegt, mit verbindenden Säulengängen und luftigen Zimmerreihen, die auch den heißen Sommer erträglich machten. Zu dem abendlichen Rout waren hauptsächlich die jüngeren Mitglieder der fremden Gesandtschaften geladen, und so bewegte sich denn durch und dachte sich sein Teil. ES waren ganz apnnepe Mitteilungen, wie sie ihm von dem verdammten Kerl, dem Sho-Yin, gegen gutes Geld längst zugetragen worden waren. Die Tagebuchblätter des alten Ching Shan gaben auch bessere Auskunft als Clemence, der man nicht mehr so recht trauen konnte. ^lebrigens glaubte Gert, Clemence vorhin in dem Gewühl der Gäste gesehen zu haben. Sie galt hier in Peking mehr noch als in Berlin als die vertraute Freundin der Gräfin Kodama. genoß auch auf der französischen Botschaft einer besonderen Gönnerschaft und wurde fast immer bei größeren festlichen Veranstaltungen mit ein- geladen. Rur der deutsche Gesandte beachtete ihre Visitenkarte nicht, und Gert hütete sich, seinen Chef zu fragen, weshalb das geschah. llebrigens suchte er sie. Der Oberf<$Hncr im Hotel de Peking, das zwischen der japanischen und französischen Gesaiü>tschaft lag, war der immer gefällige Vermittler ihrer Brief schäft und hatte ihm heute nachmittag ein Zettelcheri zu geschickt, auf dem Clemence ihm „zur Stunde wie sonst" ihren Besuch ankündigte. Aber zu dieser Stunde wollte er schlafen. Gert strich durch die Gemächer, durch ein Gewirr von chinesischen Kostbarkeiten und eure päischen Möbeln und Gruppen von Gästen, die sich von den geschnitzten, in leuchtenden Lack färben prangenden Wänden wie eine fremde Völkerschaft abhoben. Gr nickte und grüßte do hin und dorthin, küßte einer Dame die Hand, plauderte ein paar müßige Worte mit dem und jenem, bewunderte in einem Salon flüchtig eine wundervolle Rephritschale, im zweiten eine riesige bronzene Schildkröte und blieb dann stehen, weil ihn eine lebhaftere Bewegung unter den An wesenden und verstärktes Stimmengeräusch auf merksam machte. 3hm schien sogar, als hörte er Worte des Streits, und sah nun durch den vergoldeten Türbogen, der in den vorderen Säulen- gang führte, wie ein Mann in schmutzigem Touristenkostüm, mit fleckigen Ledergamaschen und einem halb aufgerissenen Rockärmel von der Dienern zurückgehalten wurde, sich wieder los- machte und sich schließlich mit einer sichtlich Höf lichen Ditte an einen der Gäste wandte. (Fortsetzung folgt) Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 12. Dezember 1924 a) die Mrma Oel- und Fettfabrik Car! Lamm, Gießen. 3nhaber ist der Kaufmann Carl ifiamm in Gießen. Der Carl Lamm Ehefrau, Selma geb. Strauß in Gießen ist ^Prokura erteilt, b) Die Ärma Triumph- fLebensmittelhandlung Kuno Wrublewsky, -Gießen. 3nhaber ist der Kaufmann Kuno Wrublewsky in Gießen. Der Kuno Wrublewsky Ehefrau, Sabine geb. KalfuS in Gießen ist Prokura erteilt, c) Bezüglich Der Firma Oberhesfisches Korbwarenhaus Heinrich Hetz, Gießen: Dem Kaufmann Peter Hetz in Gießen ist Prokura erteilt Am 19. Dezember 1924 a) bei der Firma C. Klingspor, Gießen: Die Prokura des Fedor Krämer in Gießen ist erloschen b)Bei der Firma Geschwister Sauer Rächt, Gießen: Die Firma ist erloschen, c) Bei der Firma Denner & Krumm, jGibtzen: Die Firma ist erloschen, d) Bei b«. Firma Eierteigwarenfabrik Dießen, Duellschaft mit beschränkter Haftung & Co. (Kommanditgesellschaft) in Gießen: Kommanditist Julius BockSrvcker ist aus der Kommanditgesellschaft auSgeschieden. Die Gesellschaft ist durch Beschluß vom 1. Oktober 1924 mit Wirkung vom 20. September 1924 aufgelöst und in Liquidation getreten. Kaufleute Hans Grieb in Gießen und Georg Bocksrocker daselbst sind zu Liquidatoren bestellt. Die Liquidation ist beriidet und die Firma erloschen, ebenso die Zweigniederlassung Schmalkalden. Gießen, den 20. Dezember 1924. 10305c Hessisches Amtsgericht. -------- 10174c Für die Feiertage: All • !tt • KW Bettelluusea frei Haus. Televbon 119. Großer gedeckter Auto-Lastwagen geht Montag, den 29. d. M. nach Darmstadt Dienstag, den 30. d. M. zurück nach Gießen Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abi. B wurde heute bei der Firma Vereinigte Getreide- Händler, Gesellschaft mit beschränkter Haß hing in Gießen folgendes eingetragen: Die Firma ist erloschen. 10307c Gießen, den 12. Dezember 1924. _________Hessisches Amtgericht________ Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Langd soll Wontag, den 29. Dezember 1924, vormittags 10 llhr, auf dem Rathaus zu Langd die Räumung des Bachgrabens auf 200 Ifd. Meter Länge vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote pro Ifd. Meter Räumungsstrecke verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Erössnungs- tennin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 20. Dezember 1924. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Reg.-Baurat. 103110 Allgem. Ortskrankenkasse Gietzen-Stadt. Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Erwerbslosenversiche. rung für den Monat November 1924 können noch bis zum 30. Dezember d. Is. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf Lieser Frist erfolgt Beitreibung und Kostenberechnung. Die Einzahlung kann Dienstags von 8-1 Uhr bei unserer Kasse oder auf unser Postscheckkonto, Amt Frankfurt am Main Nr. 10833 erfolgen. Gießen, den 23. Dezember 1924. [10324c Mllgem. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. * H. Hinkler, Rechner. ZNWMW. Montag, den 29. Dezember d. J., vormittags 11 Uhr, werde ich in Gladenbach 2 iiue Me (Wallach und Stute) öffentlich gegen Barzahlung versteigern. Kaufliebhaber wollen fich im Hotel zur Post einfinden. 103201) Rudolph, Obergerichtsvollzieher WUMM wie Südwein schmeckend, direkt vom Faß per Liter 0.90 Mk., versteuert = Kostprobe im Laden 1O312C MÄWMcki tiugust Förster Jjk Gießen, Bahnhofffraße 65b. Fernruf W A MV und Lidl in Oberheffen U 6egr. 1876 V /E