tlr. 22t Erster Blatt Dienstag, 23. September 192$ Jahrgang Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstaqsbeilage: VietzenerFamilienblätter Monatr-8c;ug,preis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: granffurt a. M. 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS und Verlag: vrühl'sche Univerfi1ä1§-Buch- und Steinbruderti R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnumnzer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm $rcüe örtlichb, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mrr. Breite 35 Goldpfennig, Plahvorschrift 20° „ Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gietzen. Deutschland und der Völkerbund. Der Zeitpunkt des Julassungsantrags. — Keine vorzeitige Festlegung. — Stellungnahme der Länder und des Reichstags. Die Erörterungen über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund smd die ersten Anzeichen der allmählichen Befestigung dec außenpolitischen Position Deutschlands, dte niemals so viclver- sprechende Momente auftoies, als gerade im gegenwärtigen Augenblick, wo die Völkerbundsmächte fast ausnahmslos die Beteiligung Deutschlands wünschen. Ganz unabhängig von der Frage, ob Lin sofortiges Zulassungsgesuch Deutschlands angebracht ist oder nicht, muh man zu der Feststellung gelangen, daß, schon die Tatsache der ernsthaften Erörterung der deutschen Mitarbeit am Völkerbund aaf eine autzet ordentlich weitgehende Qteuortmfer ing der Einstellung der europäischen Mächte gegenüber Deutschland schließen täfel Obwohl die Meinungsverschiedenheiten in Deutschlano in den letzen Wochen zu teineSwcgs nützlichen Auseinandersetzungen geführt haben, sind die Dinge bereits sow:st gediehm, dafe man zur Zeit von einer tarijacylichen Einladung der D.lkcrbund- mächte an die deutsche Regierung zur S t e l l u n g eines Zulassungsan träges zum Völkerbund sprechen kann. Wenn dec norwegi ch: , Völ- lerbundsdelcgierte Frithjof Raufen sich vcr- anlaßt gesehen hat, den deutschen Reichskanzler in Sigmaringen persönlich aufzusuchen, so sieht maiiLen besten Beweis dafür, daß die Initiative in Wirtlichleit von den Völkerbundmächien selbst ausgeht, die damit ihr außerordentlich grofees Interesse an dem Beitritt Deutschlands bewei en. Für die deutsche Aufeenpolitik ist jedoch dieses rein äußerliche Moment keineswegs ausschlaggebend. Diel wichtiger erscheint vielmehr das Problem der Eingruppierung Deutschlands innerhalb des Völkerbundes. Da diese Körperschaft ihre Grundlage in den Frieden s- Verträgen besitzt, die durch den Völkerbund», völkerrechtlich sanktioniert werden, so entsteht für Deutschland die Gefahr, dafe es bei der Geltendmachung seiner außenpolitischen Interessen immer und immer wiccher auf die Formel stößt, der Zustand des Versailler Vertrages enthalte rechtsverbindliche Verpflichtungen Deutschlands, gegen die Deutschland als Völkerbundsmacht sich nicht widersehen dürfe. Das Fernbleiben Deutschlands vom Völkerbunds würde demnach augenscheinlich den Vorteil bieten, daß die deutsche Aufeenpolitik ihre volle Unabhängigkeit gegenüber den formalen Rechtsgrundsähen des Völkerbundes und des Versailler Vertrages beibehält. Wenn eine deutsche Regierung jetzt ohne Ueberlegung ein Zulassungsgesuch an den Völkerbund stellen würde, so würde sie die elementar st en Dorsichtsmafe- regeln aufeer Acht lassen. Im Auswär- tigen Amt, wo man derartige Probleme von so großer Tragweite ganz anders zu prüfen hat als in den parlamentarischen Kreisen, hat man daher die Reichsregierung von vornherein darauf aufmerksam gemacht, dafe sich Deutschland unter keinen Um st ändenvor zeitig f e st legen darf. Es ist kein politisches Geheimnis, daß Frankreich und England Deutschland durch den Eintritt in den Völkerbund dazu bewegen wollen, selbst als einer der Garanten des Versailler Friedensvertrages aufzutret^n. Gewiß würde dadurch die rechtliche Pvsitton Deutschlands erheblich verbessert werden, da der Versailler Friedensvertrag bekamttlich auch gewisse S ch u h° bedingungen für Deutschland enthält. Dieses Moment wüä>e sogar auherordentlich viel dafür sprechen, dafe es zweckmäfeig wäre, unverzüglich den Eintritt in den Völkerbund zu bewerkstelligen, denn tattächlich würde eine geschickte deutsche Völkcrbundpolitik in der Lage sein, sehr viele Bestimmungen des Versailler Vertrages, die bisher einseitig gegen Deutschland angewandt wurden, in wirksamster Weise zugunsten Deutschlands anzuwenden. Diesen Vorteilen steht aber der Rachteil gegenüber, dafe Deutschland sich in allen strittigen Fragen den Schiedsgerichten des Völkerbundes unterwerfen mufe und unter Umständen von seinen Gegnern beim Völkerbund direkt angel l a g t werden kann. Das sind Gefahren- puntte, gegen die es keine Rückpersicherung gibt, und die Deutschland auf jeden Fall hinzunehmen haben wird, wenn es sich zum Eintritt in den Völkerbund entschliefeen sollte. Für die deutsche Außenpolitik ist letzten Endes aber folgender Gesichtspunkt entscheidend: Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund kann erst dann erfolgen, wenn die Vorbedingungen dazu erfüllt sind, und deshalb ist es absolut unnötig, überhaupt von einem soforttgen Eintritt in den Völkerbund zu sprechen. Em formeller Zulassungsantrag kann schon jetzt gestellt werden und wird hbchsl wahrscheinlich auch in kurzer Zeit erfolgen. Drs zur Vollend rng der Tatsache des Eintritts aber muß noch et ne bestimmte Frist verstreichen, die es der deutschen Regierung gestattet, die noch bestehenden Bedenken zu beseitigen. Eine ablehnende Haltung gegenüber dem Völkerbund wäre zwar gefährlich, aber nicht so verhängnisvoll, daß dadurch die Konsolidierung der deutschen Außenpolitik in Finge gestellt würde. Es ist immerhin ein Glück, daß sich Deutschland gegenwärtig dm Luxus gestatten darf, über sein eigenes Schicksal sorgfältig zu wachen und voreiligen Bindungen aus dem Wege zu gehen. Die mnerpolitrsche Behandlung der völkerbundssrage. Keine Entscheidung vor (Shibe dieser Woche. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 23. Sept. (Drahtmeldung.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird eine grundsätzliche Entscheidung des Reichskabinetts in der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund nicht vor Freitag fallen, da inzwischen noch auherordentlich wichttge Einzelfragen erörtert werden müssen. Insbesondere legt die Reichsregierung den größten Wert auf die Stellungnahme der Reichstags Parteien, deren Führer am Mittwoch oder Donnerstag vom Reichskanzler Dr. Marx und Außenminister Dr. S t r e s e mann empfangen werden. Erst nach der Parteiführer-Besprechung wird das Reichskabinett entscheidende Beschlüsse fassen. In den Regierungskreisen herrscht kein Zweifel darüber, daß das Reichskabinett in kürzester Frist einen offiziellen Schritt in der Dölkerbundsfrage unternehmen mufe, da die Völkerbundsmächte direkt auf eine Erklärung der deutschen Regierung warten. Es kann sich bei den bevorstehenden Entscheidungen nur darum handeln, in welcher Form dieser deutsche Schritt erfolgen soll. In den maßgebenden Kreisen verhehlt man sich dabei keineswegs, dafe die Reichsregierung mit großen mnerpolitischen Wider st änden zu rechnen haben wird. Zunächst dürfte es feststehen, daß nich talledeutschen Länder mit dem Eintritt einverstanden sein werden. Die Reichsregierung beabsichtigt daher, diesen Schritt nicht ohne Fühlungnahme mit den Ländern und mit dem Parlament za unter» nehmen. Der Gang der Entwicllung dürfte ungefähr folgender sein: Rach der Veröffentlichung eines formulierten Beschlusses des Reichskabinetts werden zunächst die Ministerpräsidenten der Länder zu einer Besprechung zusammenberufen werden, um ihre Ansicht über die weitere Behandlung der Frage zu erfahren. Dabei dürfte dann auch zur Sprache kommen, ob und Wieweit es für angezeigt gehalten wird, mit dem Eintritt in den Völkerbund zugleich die Forderung an die europäischen Länder zur Oeffnung ihrer Archive zu verbinden, um d i e Kriegsschuldfrage ihrer Lösung entgegenzuführen. Dabei steht fest, daß einige Länder, wie Bayern, Mecklenburg und Thüringen, erheblichen Widerspruch geltend machen werden. Man rechnet jedoch bestimmt darauf, trotzdem die Zustimmung der Mehrheit der Länder zu erlangen. 3m Parlament dürfte die beste Gelegenheit zur Erörterung dieser Frage die bereits seit langem vorliegende s v - zialdemotratischc Interpellation über den Völkerbund bilden In Regierungskieisen würde man eS gern sehen, wenn diese In lei- pellation, falls bis dahin die Dinge soweit gediehen sind, auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt und von dort der Regierung beantwortet würde. Den Schluß der Aussprache wü \sc dann eine Abstimmung über ein vo i den Regierungsparteien eingebrach'es Tc.tr au cu5i>o- tum bilden, das die Schritte der Reichsregierang nach diesei Richtung hm billigt. Wiewen v.e Völkerbundssrage mit den Derhrndlunee i iber die UmbUbung der Rcichsreg.erang in afle Gegensätze ausgebrochen. Die Führer dec Sozialdemokratie stehen auf dem Standpunkt, dafe bei den kommenden Verhandlungen über die Umbildung der Reichsregierung die Möglichkeit geboten sei, die große Koalition wieder herzu stellen, und dafe man diese Gelegenheit wahrnehmen müsse. Dagegen wendet sich jedoch ein ganz erheblicher Teil der sozialdemokralischen Reichstagsfraktivn, der gegenwärtig von einer Regierungsbeteiligung absolut nichts wissen will Der linke Flügel befürwortet eine außerordentliche Verschärfung der Oppv- sitionsstcllung im Reichstag, er findet aber in den Kreisen des Parteivvrstandes wenig Anklang. Hitlers künftige politische Rolle. Die völkischen Hoffnungen ans die Befreiung Hitlers. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 23. Sept. (Dvahtmeldung.) 3m nationalsozialistischen Lager seht man große Hoffnungen auf die Befreiung Hitlers, die amt Ot - tober bestimmt erwartet wird. Man will auch im Laufe der nächsten Woche große Kundgebungen veranstalten, um der Seffent» lichkeit zu zeigen, daß die völkische Bewegung eine weitere Gefangensehuvg oder eine Ausweisung Hitlers nicht ruhig hinnehmen würde. Wan glaubt auch nicht, daß die bayerische Regierung gegen Hitler mit einer solchen Schärfe vorzugehen beabsichtigt. Man glaubt in unterrichteten Kreisen, daß der Wiedereintritt Hitlers in die Führerschaft in kurzer Zeit die Zersplitterungen und Disziplinlosigkeit beseitigen würde, die in der letzten Zeit die völkische Bewegung geschwächt haben. Hitler würde alsdann nur noch mit Ludendorff die Führung zu teilen haben und es würde alsdann eine große Säuberungsaktion und eine straffere Organisation und Zusammenfassung aller Kräfte erfolgen. Man glaubt nicht, daß Hiller sich der parlamentarischen Betätigung der Völli- schen grundsätzlich wkdersetzcn würde, man erwartet aber von ihm, daß er dem parlamentarischen Auftreten feiner Partei ganz neueRichtlinien und eine ganz neue Form geben würde, die stärker als bisherigen Unterschied zwischen der völkischen Bewegung und den übrigen Parteien hervor heben würde. Der Abrüstung spukt. | Der Entwurf der Völkerbund's- kommission fertiggestellt. Genf, 22. Sept. (WB) In einer Rede zum Schiods- und Sankttvnsprvtokoll in der heutigen Sitzung des Dritten Versammlungsaus- fchusses gab Benesch zunächst eine ausführliche Inhaltsangabe desselben und würdigte bann den Entwurf, indem er zunächst auf den absolut bindenden Charakter des Schiedsverfahrens hinwies, das ein vollständiges System für die Schlichtung aller Streitfälle auf obligatorischem Woge Vorsicht. Das ausgearbeitete System lasse keine Tür offen, verpflichte alle Kr.i'e und schreibe für alle Konflikte friedliche Lösungen vor. Davaus ergebe sich aber auch die Rot Wendigkeit der Definition des Angreifers und die Schaffung von provisorischen Maßnahmen und Sanktionen, waS Benesch als den wichtigsten Dell des ganzen neuen Gebäudes bezeichnete. Das Reue, erklärte er, bestehe darin, daß, sobald der Rat den Angreifer festgestellt hat, die Signatarmächte ipso facto vom Rat au f gef o r- öert sind, biet vorgesehenen und vom Rat geforderten Sanktionen auszuführen. Reu ist auch, daß die wirtschaftlichen, finanziellGi und militärischen Sankttonen keiner Empfehlung des Rats mehr bedürfen, sondern die Verpflichtung zur Anwendung dieser Sanktionen sofort besteht. Damit ist die Lücke des Paktes, wonach der Völkerbund einstimmig Empfehlungen über militärische Sanktionen geben könnte, und bei mangelnder Einstimmigkeit jeder Staat seine Handlungsfreiheit bewahrt, ausgefüllt. Jetzt beginnen die Sanktionen automa- tisch. In der Diskussion kam der britische Delegierte Henderson auf die Vorbehalte der britischen Regierung zu sprechen, die sich auf Streitfälle beziehen, die daraus entstehen könnten, dafe England in Uebereinstimmung mit dem Rat und dem Pakte kriegerische Operationen ausführt. Die englische Flotte müsse daher im allgemeinen Interesse in der Lage bleiben, mit der nötigen Freiheit zu operieren, die ein schneller Erfolg der Sanktionen erfordere. Die Streitigkeiten, die sich aus kriegerischen Operationen der englischen Flotte zum Zwecke der Unter- stützung des Völkerbundes ergeben, sollten daher nicht vor den ständigen Gerichtshof kommen. Als wichtigsten Qlrtifel des Protokolls bezeichnete Henderson hierauf den Artikel 7 über die Sanktionen. Es sei jedoch nicht leicht, die Ausdehnung bei der Mitwirk ing an den Sanktionen genau vorausz isehen, and man müsse sich auf den guten Glauben der Mitglieder bei der Entscheidung ihrer Mitwirkung and bei der Art ihrer Mitwirkung verlassen. Rach Artikel 16 des Völkerbundpaktes kämen übrigens nur wirtschaftliche Sanktionen in Frage, und man habe in den letzten Kriegen gesehen, welch großen Wert die Blockade besitze. Bei der Lin ter stütz ung des Opfers eines An- grifss könne es keine entscheidendere Hilfe geben als die Aufrechterhaltung seiner Verkehrswege zur Zwecke der Versorgung mit Rohstoffen, Rah- rungsinitteln usw. Für den Fall einer Der- ftärtung der Sanktionen müsse man sich vor dem Mißverständnis hüten, dafe Truppen und Schiffe zu seiner Verfügung gestellt werden. Der Dölkcrbundsrat könne kein Kriegsrat sein. Es handele sich nur darum, die Mitglieder zur Mitwirkung aafzarufen. Die Sonder- bündnisse hätte er lieber in den Völkerbund auf- genemmen gesehen, aber die Einwände, die man dagegen ei Hebei. könne, seien durch obligatorische Schiedsverfahren' und die Feslltellung des An- greif erfta al c5 abgeschwächt worden. Im übrigen würde auch hier die Abrüstungskonferenz regulierend cinwirken. Rach ihm äußerten sich Schanze r-Italien, Boncour - Frankreich, P o u l l e t - Belgien ebenfalls zustimmend, worauf die Debatte ge- fchlossen wurde. * Ruhrräumung und deutsch-französische Wirtschaftsverhandlungen. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 23. Sept. (Drahttneldung.) In unterrichteten politischen Kreisen häufen sich die Informationen, wonach großefranzosische Wirtschaftsgruppen einen steigenden Druck auf die französische Regierung ausüben, um das Tempo der militärischen Ruhrräumung abhängig zu machen von dem Erfolg der deutsch- französischen Handelsvertragsbesprechungen. Ein Schritt nach dieser Richtung bedeutet nach deutscher Ansicht das soeben veröffentllchte Gesetz über die Erhebung der 26prozentigen Abgabe von der deutschen Einfuhr in Frankreich. Dieser Schritt ist von der Reichs- vegierung als eine ziemlich unfreundliche Maßnahme empfunden worden, und die deutschen Unterhändler sind angewiesen worden, dies in den nächsten Besprechungen zum Ausdruck zu bringen. Von Regierungskreisen wird erneut betont, daß nicht daran zu denken sei, deutsche Wirtschaftsinteressen preiszugeben, um eine schnellere Ruhrräumung zu erbeten und daß in jedem Falle von deutscher Seite nachdrücklich dagegen Widerspruch erhoben würde, falls von französischer Seite irgendein Zusammenhang zwischen den Wirt- schaftsverhandlungen und der Ruhrräumung in den Vordergrund der Verhandlungen gestellt tnürbft Die Nepko beginnt zu sparen. Paris, 22. Sept. (WTB.) Das Mittags- blatt „Paris Midi" berichtet: Die Repko beschäftige sich im Augenblick mit der Verringerung ihrer älnterhaltskosten. Es sei davon die Rede, das Hotel Astvria, als requiriertes Hotel ehemalig deutschen Besitzes, aufzugeben und man berate darüber, ob die einzelnen Delegationen in den Gesandt- s chaf ts° und Botschaftsgebäuden der in der Repko vertretenen Länder untergebracht werden sollen, oder ob man für jede einzelne Delegation ein bescheidenes Appartement mieten solle. Im übrigen soll durch die Herabsetzung des Personals eine jährliche Verminderung der Kosten auf 1 Million Goldmark erzielt werden. Die britische Regierung hat schon ihre Absicht dahin funbgegeben, die Arbeit der Mitglieder ihrer Delegation bei der Repko ihrer diplomatischen Vertre- I t u n g" in Frankreich an zu vertrauen. Die Daweskommissare. Paris, 22. Sept. (WTB) Rach dem „Temps" reist morgen der französische Eisenbahn- Ingenieur Le Ve r ve, dessen ©rnenirung zum KommiIsar für die Reichsei enbahngesellschaft entschieden fei, nach Der l in . Ende die er Woche reift der Kommissar für die Reichsemissionsbant, Prof. CB ru j ne und der Treuhänder für die Industrieobligationen Rogara nach Berlin. Mac F a y de an, Kommissar für die zu Reparationszwecken zur Verfügung gestellten Einnahmen, wird sich Ende des Monats nach Berlin begeben, um bort sein Bureau einzurichten. Die Arbeiter der Negiegruben uach Frankreich abgcschoben. Paris, 22. Sept. (WB.) Einer Havasmel- bring aus Düsseldorf zufolge sollen die deutschen Bergarbeiter, die von der Micum wegen des passiven Widerslandes für von ihr requirierte Gruben engagiert wurden, befürchten, verabschiedet zu werden, soweit die Gruben wieder in deutschen Besitz übergehen. Um das zu verhindern, habe die Micum am 16. September 1600 Grubenarbeiter, meist Polen, nach den französischen Kohlengruben und nach dem Pas de Calais überführt. Wechsel im Oberkommando der französischen Rheinarmee. Paris, 23. Sept. (WTB.) Die Metzer Zeitung „Le Messin" kündigt an, daß General De- g o u 11 e, der Kommandeur der Rheinarmee seines Postens enthoben ist und durch den Kommandeur des 13. Armeekorps von Clermont-Ferrand General Sarge ersetzt werden wird. Steuerliche Hilfe für die Landwirtschaft. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Einzelne Teile des Reichs sind von schwersten Wetterschaden heimgesucht. Zur Kreditnot tritt damit die Rot aus der Zerstörung der Ernte und die schwere Sorge um das Saatgut. Der Zu der voraussichtlich am Mittwoch beginnenden großen Probefahrt des Z. R. III über Deutschland melden die Blätter aus Friedrichshafen, daß das Schiff um 7 Ahr morgens aufftei- gen und kurz nach 8 Ahr den Kurs nordwärts nehmen wird. Die ungefähre Route ist folgende: Friedrichshafen — Pforzheim — Hei- -ReichSfiumr-mwister Hai mtt Rücksicht auf Me I schwere Katastrophe, die damtt über Lette der deutschen Landwirtschaft hereingebrochen ist, für bestimmt abgegrenzte «otgebiete, in denen mehr als 50 Prozent der Ernte vernichtet sind, außerordentliche Erleichterungen in I Der Steuereinziehung gewährt. Hierdurch hofft der Reichsfinanzminister die Sorge der hart um ihre Existenz ringenden Landbevölkerung । in den heimgesuchten Kreisen zu lindern und seinersetts dazu beizutragen, daß alle verfügbaren Mittel zur Bestellung des Bodens und damtt auch zur Wiederherstellung der Steuerkrast der landwirtschaftlichen Bevölkerung verwandt werden. Der Fall Loeb. Gritte neue Skandalaffäre in Thüringen Weimar, 22. Sept. (Priv.-Tel.) Sn vergangener Rächt wurde von ^PAs?"ten im Staatsbankpräsidiurn verdächtiges Geben bemerkt und die F o r t s cha f s ung v on großen schweren Koffern und Korben beobachtet. Es erfolgte Anzeige der der stadtt- schen Polizei, welche sofort das Landeskrrnrrnal- amt benachrichtigte. Der Leiter der LandE" krimmalpolizei, Oberregierungsrat Rletsch, begab sich mit einem Beamten in Mrs Staatsbank- gebäude, fand aber im ersten und zweiten Stock nichts Verdächtiges. Erst im dritten Stock fanden die Beamten unter eigentümlichen Umständen den Staatsbankprasi- denten Löb, den Staatskommissar Marker, sowie den Landtagsabgeordneten Dr. Kieß (Soz.) vor. Löb wandte sich sofort brüsk an die Polizei- 6$: amten, die er fragte, was sie eigentlich hrer wollten, woraufhin geantwortet wurde, day der Behörde über verdächtige Vorgänge im Staatsbankgebäude berichtet worden sei. Oberregierungscat Rietsch ließ die drei Personen in verschiedenen Zimmern unterbringen, um sie e r n » zeln z u vernehmen. Löb bemerkte, es habe ani Sonrttag gegen abend eine Verwaltungs- ratssihung stattgefunden, an der auch der frühere Llbgeordnete Baerwinkel tettgenom- rnen hätte. Auch die Frau des Staatsmrnrsters a D Frölich sei anwesend gewesen. Zweck der Zusammenkunft sei die Beratung von Maßregeln bezüglich der bevorstehenden Staatsrninrsterial- sitzurrg gewesen. Sm weiteren Verlauf des Gesprächs gab Löb zu, verschiedene Koffer und Körbe mit Staatsbankalten bereits nach Frankfurt a. M. an seine Privatadresse gesandt zu haben, damit diese nicht in die Hände der heutigen Regierung, die parteipolitisch eingestellt sei, fielen. dem Lande Thüringen und mir bestehenden Vertrages mit sofortiger Wirkung unter Wahmrng meiner Rechte mtt dem heuttgen Tage auszu- sprechen. Der Fall Leinert. Hannover, 22. Sept. (WB.) Der Magistrat hat heute beschlossen, gegen den Oberbürgermeister Leinert das förmliche Disziplinarverfahren auf Dienstentlassung beim Regierungspräsidenten zu beantragen. — Sn Kreisen der Abgeordneten des P r e u ß i - schen Landtags spricht man davon, daß es wegen der schweren Erkrankung Leinerts notwendig sein wird, einen stellvertretenden Präsidenten zu wählen. Für diesen ötell» Vertreter wird der Rarne des sozialdemokratischen Abgeordneten Bartels genannt gur Steuerveranlagung in Hessen. Darmstadt, 22.Sept. Abg. Hahn (Dtsch. Dp.) hat nachstehenden Antrag im Hess. Landtag eingebracht: „Es liegt im Sinne der steuerlichen Gerechtigkeit und der unbedingt zu erstrebenden Vereinfachung der Steuergesetzgebung, daß sämtliche auf das Grundvermögen ausge? schlagene Steuern nach der gleichen aus dem Ertragswert auf gebauten Bewertungsgrundlage erhoben üxroen. Unter Bezugnahme auf die bei den hessischen Ministerien von dec Landwirtschaftskammer wiederholt gestellten Anträge beantrage ich daher, her Landtag wolle beschließen, daß den staatlichen und Gemeinde-Grundsteuern, sowie den sonstigen, auf dem Grundbesitz ruhenden Landessteuern, die bei der R e i chsv e r m o g e n s - steuer veranlagten Werte zugrunde gelegt werden." Die hessische Landgemeindeordnung. Da r m ft a bt, 22. Sept. Der Referentenentwurf einer neuen Gemeindeordnung für die Land- gemeinden und die Städte ist im Ministerium fertiggestellt worden und wird vom Gesamtkabinett beraten. Der Entwurf wird erst dem neugewählten Landtag zur Beratung vorgelegt werden. Aus aller Welt. Die Deutschlandsahrt des geppelin. Der Zeppelin Mittwoch früh über Gießen zu erwarten. Auch Akten des Auswärtigen Amtes seien in seinen Händen, die jedoch nur mit Genehmigung des Auswärtigen Amtes eingesehen werden könnten. Es wurden nun sofort noch in der Rächt Maßnahmen zur Beschlagnahme der nach Frankfurt gesandten Akten getroffen. Lob, Maerker und Kieß wurde nach ihren Verneh- ......... v....... -- , - mungen von dem Leiter des Kriminalamtes ver- betberg — Frankfurt a. M. — Gießen — boten, bis auf weiteres die Staatsbank zu ver- Kassel — Hannover — Hamburg, viel- lassen und den Fernsprecher zu benutzen. Das ge- leicht auch Bremen und Flensburg. Dr. Eckener tarnte Material ist sofort der Oberstaatsanwalt- glaubt, daß bas Schiff etwa um 5 Ahr nachmit- schaft in Weimar übergeben worden. Heute mor- tags in Hamburg sein werbe. Bei Eintritt ber gen hat Löb sein Amt als Präsident der Bank, Dunkelheit werbe bas Schiff sobann nach Osten .sowie Maerker sein Amt als Staatskommissar schwenken und die ganze Rächt uber der n i e b e r g e I e g t. Ostsee verbleiben. Bei Tagesanbruch wirb bas » Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich Schift sich über Stettin nach Berlin wenden, ein Verfahren wegen Vergehens gegen § 133 des wo es etwa zwischen 9—10 Ahr vormittags et* «Strafgesetzbuches einleiten. Sn einer am Montag wartet werben kann. Don Berlin aus nimmt bas stattgefundenen Sitzung des Staatsministeriums Schiff sodann direkten Kurs nach Süden, um über sind die Vorgänge einer eingehenden Erörterung Leipzig — Nürnberg —Alm wieder den unterzogen worden. Bodensee zu erreichen. \ Ein Rechtfertigungsbrief Loebs Erdbeben in Genua. an den thüringischen Finanzminister faßt feine Rom, 22. Sept. (WB.) Laut „Tribuna" ha- Klagen, ohne auf die nächtlichen Vorgänge in der ßen mehrere Erdbeben gestern und heute nacht Staatsbank einzugehen, dahin zusammen- Sie ®cnua und Umgebung in Aufregung versetzt. Der haben mich mit Absicht in einer Kette von Um- erne Erdstoß erfolgte um 2V2 Ahr nachmittags, ständen, die mit jener diskreditierenden und ve- öem ^ann weitere folgten. Der stärkste erfolgte leidigenden Maßnahmen einer Ueb er falls - abends gegen 83A Ahr. Die Bevölkerung stürzte r e v i s i o n lvährend meiner Shnen dienstlich be^ ^us den Häufern auf die großen öffentlichen Plätze kannten Abwesenheit schloß, in .etnCT ^d an das Meeresufer und verbrachte die ganze Weise behandelt, die Shre deutliche Mitzach- und einen Teil des heutigen Tages im tung bemeifen sollte. Sie haben die von mir ^ien Bisher ist keinerlei Schaden gebet dem Verwaltungsrat als dem einzig hierzu nieldet tunfl der Geschäft ssührung durch die Sn Spandau ereignete sich auf der Berliner Deutsche Treuhandgesellschaft in Berlin aus Grün- Chaussee an der Ecke der Ronnendamm-Allee em den die mit dem Gesetz nicht im Einklang stehen, Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen verboten Sie glaubten fürchten zu müssen, daß und einem Guterzug der von der Sremens-Stadt die von dem Der-waltungsrat beschlossene Fesftlel- nach Bahnhof Ruhleben fuhr und die Straßen- lunq eine völlig einwandfreie Geschäftsführung bahngleise kreuzen wollte. Die Lokomotive des erweisen würde. Sie wollten die Uebersallrevision Zuges fuhr in den Str aß en b ah n * als letzten Eindruck über meine Tätigkeit bestehen a n h ä n g e w a g e n hinein. Die Hintere Platt- lassen Sie haben mir damit die Möglichkeit ge- form wurde bei dem Anprall fast vollständig a b - nommen, die Oessentlichkeit über die Anhalt- gerissen und die daraus stehenden drei Fahrbarkeit aller Verleumdungen aufzuklären und gäste wurden h e r a b g e s ch l e u d e r t. Eine ärau mir zugleich damit einen wichttgen Grund ge- wurde getötet, eine weitere schwer und meh- geben unter Darlegung der Amstände und rere andere Personen leichter v e r l e tz t. Die Ur- Gründe unter Berufung auf die Pacagc. 623 and fache des Unfalls ist noch nicht aufgeklärt. Unter* 157 des DGB., die Kündigung des zwischen I suchung ist eingeleitet. schlüge. ♦ ** Das wertbeständige hessische (Notgeld aufgerufen. Amtlich wird bekanntgegeben: Die vom Volksstaate Hessen ausgegebenen und vom Reichsfinanzministerium als wertbeständiges (Notgeld zug:lassenen kleinen Stücke der Dollarschahanweisungen und der Dollaranleihe werden vom 15. Oktober 1924 an ihres Charakters als Rvtgeld-Zahlungsmittel entkleidet Sie werden demgemäß von den Reichsund Landeskassen vorn 15. Oktober 1924 an nicht mehr in Zahlung genommen. Die in den genannten Anleihestücken verbriefte Schuldverschreibung bleibt wirksam. ** D i e Sugenbtjerb erge auf dem Hoherodskvpf. Die Bauarbeiten am Schweizer-Häuschen gehen ihrem Ende entgegen. Sn Meter Woche sollen die Anstreicherarbeiten ausgesührt werden. Mit der Eröffnung ist, wenn nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, Mitte Oktober zu rechnen. ** Wem gehört das Fahrrad? Der Polizeibericht meldet: Am 13. September wurde in Schwetzingen der Fürsorgezögling Erich Dült- mann aus Hörde i W. festgenvmmm, als er im (Begriff war, ein gebrauchtes Herrenfahrrad zu verkaufen. Bei ferner Vernehmung hat er angegeben, das Rad am 4. oder 5. September in Gießen vor einem Eisengefchäft in der Bahnhofstraße gestohlen zu haben. Eine diesbezügliche I Anzeige liegt nicht vor. Der rechtmäßige Eigen- Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Sept. 1924. Den deutschen Pfarrern zum Gruß! Am heutigen Tage tritt in unserer Stadt der Deutsche Pfarrertag zusammen, der alle deutschen evangelischen Pfarrvereine umschließt und somit ein überaus bedeutsames Moment im Leben der evangelischen Kirche darstellt. Mehr denn je wird es auch für den deutschen Protestantismus notwendig fein, über die Trennungsstriche zwischen den einzelnen Landeskirchen, die die politische Umwälzung trotz allen unitaristischenStredens nicht wegräumen konnte, hinweg das einigende Band zu betonen, das der evangelische Glaube um alle schlingt. Mehr denn je wird die Rot der Zeit und Me Rot der Kirche insbesondere dazu zwingen, txm theologischen Richtungsstreiten in den eigenen Mauern Abstand zu nehmen, mehr denn je wird man die große soziale Aufgabe der Kirche im Auge haben müssen, in erster Reihe Helfer zu sein beim großen Werk der inneren Befriedung, des sozialen Ausgleiches, der Dolks- verföhnung. Den Pfarrern, die aus allen deutschen Gauen heute herbeigeeilt sind zu Tagen ernster Arbeit im Dienste des Volksganzen, wird es bald heimlich werden in Gießens Mauern. Blickt doch gerade die theologische Fakultät unserer altehrwürdigen alma mater auf eine große ruhmvolle Vergangenheit zurück. Ein unendlicher Strom befruchtenden Geisteslebens hat' sich gerade von ihr in den mehr als dreihundert Satiren ihres Bestehens weit über die engen Grenzen unseres Hessenlandes ergossen. So sind wir sicher, daß die deutschen Pfarrer bei uns in Gießen neben der Arbeit manch willkommene Anregung im ernsten Gedankenaustausch, aber auch manch gemütlich-frohe Stunde der Erholung und Mutze finden werden. Gießener Mochenmarktpreise am 23. September (Händlerpreise): Cs kosteten: Butter Pfd. 220—230, Matte Pfd. 35, Käse Pfd. 70, Eier Stück 16, Wirsing Pfd 12—18, Weißkraut Pfd. 10, Rotkraut Psd. 12—15, gelbe Rüben Pfd. 6—8, rote Rüben Pfd. 10 Spinat Pfd. 30—35, Römischkohl Pfd. 5, Dohnen Pfd. 20, Blumenkohl Stück 50—100, Salat Stück 7, Salatgurken Stück 5—20, Einmachgurken Stück 3—4, Endivien Stück 10—30, Ober-Kqhlrabi Stück 5—10, Anter-Kohlrabi Pfd. 5, TviNaten Pfd. 25—30, Zwiebeln Pfd. 15, Lauch Stück 10, Rettich Stück 10, Meerrettich Pfd. 30, Sellerie Stück 20—40, Kürbis Pfd. 8, Pilze Pfd. 15, Kartoffeln Pfd. 5, Falläpfel Pfd. 3—5, Aepfiel Pfd. 10—15, Dirnen Pfd. 6—10, Brombeeren Pfd. 40, Preißelbeeren Pfd. 80, Zwetschen Pfd. 8—12, Honig Pfd. 30, junge Hahnen Pfd. 80, Rüfte Pfd. 45-50 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Blachette-Vollsspiele: „Der Diener zweier Herren" abends 8 Ahr im Kathol. Vereins Haus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Herrin von Monbijou". — Hessische Bilderbühne: „Der Evan- gelimann“. — Zentrumspartei Gießen: Morgen abend Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) — Gastwirte-Verein: Morgen nachmittag Monatsversammlung. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Erneute Bewölkun g bei südlichen Winden, etwas wärmer, stellenweise wieder Rieder- tümer wolle bei der hiesigen KriminotpoltzeH vorsprechen. Das Rad wird n>ie folgt beschrieben: Marke unbekannt, Fabr.-Rr. 868, schwarzer Rahmenbau, gelbe Felgen und ebensolche Schutzbleche mit schwarzen Streifen. ** Fahrtunterbrechungen auf der Regiebahn zulässig. Wie das WTD. hort, ind jetzt auf den Linien der Eisenbahnregie Fahrtunterbrechungen zulässig, and zwar eine Unter» brechung für die Sn Haber von einfachen Fahrkarten und zwei Fahrtunterbrechungen für die Sn- Haber von Rücksahtkarten. Die Gültigk itsdauer der Fahrkarten bleibt auf vier Tage beschränkt. *’ Pers onalien. Ernanm wurden der Oberjustizinspettor bei dem Amtsgericht Fürth Sohann Peter Säger zum (BureauMrittor bei dem Landgericht in Gießen; der Oberjustizin- pektor bei dem Amtsgericht Hungen Philipp Riebel zum Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Bensheim; der geschäflslettenüe Sustizin- pektor bei dem Amtsgericht Offenbach Heinrich Fisch zum geschaftsleitenden Sustizinfpektvr bei dem Amtsgericht Frie d berg: alle mit Wirkung vom Dienstantritt ihres Rachfolgers ab. ** Maul- und Klauenseuche. Vom Kreisveterinäramt Gießen wird uns geschrieben: Sn Wetzlar besteht feit einigen Tagen ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche. Wie zahlreiche vorausgegangene Fülle unb insbesondere auch der letzte im Kreise Gießen (Bellersheim), ist auch dieser Seuchenfall wieder durch Händlervieh ein» geschleppt worden. Es handelt sich um Vieh, das vom Viehmarkt in Osnabrück nach Wetzlar eingeführt worden war. Der Fall beweist wiederum, wie berechtigt Me Maßnahmen zUm Schutz der einheimischen Viehbestände gegen diese Gefährdung durch Vieh, das aus dem Handelsviehverkehr stammt, finb. Hoffentlich breitet sich der Seuchenfall nicht aus, damit ber Gießener Diehmarkt ungefährdet bleibt. ** Die Blachetta-Volkssprele, bfe von ihrem früheren Gastspiel in unserer Stadt noch sicher in guter Erinnerung stehen dürften, gaben gestern abend auf Einladung des Gießener Sugendrings einen Theater-Abend. Zur Arfsüh- rung kam „Doktor Faust", ein Volksschauspiel nach Carl Simrock, bearbeitet von Walter (Bla» chetta. das auf dem bekannten Fauststvsf ajfgebaut tft. Walter Dlachetta und seine Schar haben sich zum Ziel gesetzt, eine" Bühne zu schaffen, die durch die Auswahl der Stücke inb die Gestaltung der Spiele eine tiefe und nachhaltige Wirkiing hinterläßt. Der Gleichklang von Farbe, Linie und Ton ist das einfache, aber sehr wirkungsvolle Ausdrrcksrnittel, durch das Me Künstlerschar die Gesamthandlung ifcrer Spiele zu einem einheitlich abgerundeten Bilde erstrebt. Sicher, wie auch erneut die Aifführrng gestern abend bewies, mit vollem Erfolg. Das forgfältig abgewogene Zusammenwirken von Lime und Farbe, Wort und Geste schuf höchst gestalt ings- stavke Bilder, deren Wirkung noch durch die vergrößerten Schattenrisse auf den Vorhängen eindrucksvoll verstärkt wurde. So bot Me gestrige Aufführung einen schonen und genußreichen! Theaterabend. , ** Markusgemeinde. Man berichtet uns: Arn Donnerstag hielt unser Männer- und Frauenverein seinen ersten gemeinsamen Vortragsabend im Gemeindesaal, der gut besucht war. Sm Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Kirchenvorsteher Horst über „Wohlfahrtspflege". Aus seiner reichen Erfahrung als Bezirksvorsteher der städt. Wohlfahrtspflege gab der Vortragende eine interessante Darstellung über Zweck und praktische Handhabung unserer städtischen Wohlfahrtspslege. Eine lebhaft: Aussprache, in welcher noch manche wichtige Aufklärung gegeben wurde, schloß sich an. Amrahmt war der Vortrag von gemütvollen Liedern, die von Frau Dratfisch und Fräulein Stern, unter Klavierbegleitung von Fräulein Holzapfel, sowie von Fräulein Dratfisch zur Laute gefung:n wurden, ferner von feinen musikalischen Darbietungen unseres Organisten R. Richt er. Es war ein guter Anfang mit Schönem und Praktischem, so daß man den weiter geplanten Abenden unseres Männer- und Frauenver.ans ein gleiches Gelingen wünschen kann. Landkreis Gieren. LJ Reiskirchen, 22. Sept. Als letzte- der drei Dekanatsfeste fand gestern in der hiesigen Kirche das D e k a n a ts f e st für S nn e re Mission statt. Die Feier ging vor einer zahlreichen Zuhörerschar bvr sich, Me das wiite Gotteshaus bis zum letzten Winkel füllte. Sm Gottesdienst fiel der frisch: Gemeindegesang angenehm auf. Vorträge des Posaunenquartetts Kalbhenn, des Kirchenchors Burkhards elden und der ersten Schulklasse, letztere unter Lettiing von Lehrer Rau s ch , erhöhten die feierlich: Wirkung des Gottesdienstes. Die Prsdigt von Psr. K a l b h e n n - Großen-Buseck sowie die Ansprachen von Pfr. Groth- Rödgen und Pfarrer Waldeck- Lang'Göns führten die Zuhme "auf Me mannigfachen Arbeitsgebiete der Sncere.n Mff- fion die die Rotstände und Aufgaben der Zett Zellsame Aitterwochen. Roman von Arnold Fredericks. 2. Fortsetzung. lRachdruck verboten.) „Lenken Sie an die arme Mutter, die allein in Paris ist!" fügte Hodgrnan hinzu. „Bedenken Sie ihren Schmerz - ihre Angst. Sch kann ermessen, was wir von Herrn Duvall verfangen, Sie besonders in diesem Augenblick allein zu lassen, aber — es handelt sich um Herrn Stapletons einziges Kind, einen sechsjährigen Knaben. Sie begreifen, wie schwer es ’b i trifft!“ Grace nickte. „Sa, ich verstehe es," anttoortete sie nachdenklich und wandte sich ihrem Mann zu. „Was hülst du davon?" fragte dieser. „Ich denke, du solltest gehen." Hodgman sprang auf und ergriff Graces Hand; er wußte, die Entfcheidung war gefallen. „Don Herzen Dank, Frau Duvall, in Herrn Stapletons, wie in meinem (Hamen. Er wird Ihren Entschluß dankbar anerkennen — Me Trennung, in die Sie einwilligen, wird er Shnen nicht' vergessen." Er sah wiederum erregt nach Mr Ahr; offensichtlich fühlte er sich sehr erleichtert. Am besten fahren wir sofort, Herr Duvall!" Dieser erhob sich. „3n wenigen Minuten bin ich bereit, Herr Hodgman. Sch habe meiner Frau , och einiges zu sagen!" Er legte feinen Arm in Öen Graces und führte sie ins Haus, während Hodgman unruhig in der Veranda^ auf und ab 0 "^Richards Besprechung mtt Grace tixvr kurz. Beide füllten, wie schwer ihre Herzen angesichts der Trennung und der Gefahren waren, denen Richard sicherlich ausgesctzt sein würde. „Du bleibst nicht lange fort," suchte sie sich zu trösten. „Sch kann die kurze Zeit über alles sehr gut in Ordnung hatten." „Das weiß ich," sagte er, sie an sich drückend. „Es ist meine geringste Sorge. Aber dich zu verlassen —" „Wegen mir kannst du beruhigt sein,' tröstete sie ihn, die Trünen schluckend. „Sch habe Me alte Lucy, den guten Onkel Abe, Rosa und Senny. Also bin ich nicht so ganz allein. Und du bist vorsichtig, hörst Lu — und —, und wirst bald, recht bald zurückkommen, nicht wahr?" „Ratürlich, Liebste.' So bald wie möglich. Run will ich rasch noch das Rötigste einpacken." Eine Viertelstunde spüter sah Grace von den Stufen der Veranda aus dem davonsausenden Kraftwagen nach, der sich rasch entfernte und bald nur noch als kleiner roter Fleck sichtbar war. Es begann zu dunkeln. Die Frosche im Wiesenteiche quadten schicklich; sie schauderte, und trostlose Verlassenheit übcrlam sie. Sie sank in einen Stuhl und weinte, während Don, der feine lange weihe Schnauze zwischen ihre Hände gelegt hatte, die Tränen wegleckte. Sie hörte Tante Luch, die alte schwarze Köchin, bei ihrer Arbeit in der Küche fingen; Onkel Abe faß auf einer Dank unter dem Vorbau und begleitete sie. Alles schien befremdend friedlich aber so leer, jetzt, nach Richards Abreise! Sie streichelte den schmalen Kopf des Hundes. „Wir werden unser Bestes tun, Don." sagte sie und erhob sich, um ins Haus zu gechrn. Plötzlich hörte sie weit rucken auf dec Straße das Surren eines Kraftwagens. War es Richard, der etwas vergessen batte7 Gespannt suchten ihre Augen das DunÜ-l zu durchdringen, während sie mit einer Hand den knurrenden Hund festhielt. Da sah sie, daß der Wagen nicht rot war; also war es nicht Richard. Eben wollte sie ins Haus zurücktreten, als sie sah, daß der rasch herankommende Wagen in den Torweg einbog. Sie drehte das Licht im Flur an und wartete, den Hund, ter zornig die Haare stellte, neben sich. Bevor sie recht inne wurde, daß der Wagen hielt, stand schon ein unbekannter Manrn vor ihr. „Madame Duvall?" fragte er kurz; seine Aussprache verriet feine Rationalität. „Sa,“ antwortete sie. „Kann ich Sfyren Mann sprechen?" „Gr ist nicht zu Hause." Der Ankömmling schien überrascht. „Dann bebaute ich, Qllabame, feine Rückkehr abwarten zu müssen." „Er kommt nicht zurück. Er ist für einige Zeit fort." „Das ist wirklich schlimm!" Der Mann schien höchlichst enttäuscht. „Darf ich fragen, wo ich ihn finden kann?" „Es dürfte unmöglich sein." Grace hatte feine Lust, dem Besucher zu sagen, wohin ihr Mann gefahren war. Sie kannte Me Schliche seines Berufes allzu gut. „Sie können ihn nicht treffen!" Sie tat, als wolle sie die Türe zumachen und so die Unterhaltung abbrechen. Der Belucher durchschaute sie. Rasch erhob er seine Harrd, in deren Snnern die Siegelplatte eines nach einwärts gedrehten Ringes zu sehen war. Sie war aus Silber, mit einem merkwürdigen in Gold gearbeiteten eingelegten Muster. Der Mann sah vom Ring auf Grace und blickte ihr fest ins Auge. „Sch denke, Madame Duvall, Sre können mtt vertrauen," sagte er bedeutsam lächelnd. Grace erkannte sofcrl Len Ring. Er wat dem gleich, den sie selbst bei den denkwürdigen (Nachforschungen nach der elfenbeinernen Tabaksdose für M. Lefevte, den Polizeiprüfekten, in Paris getragen hatte. Der gute, alte Lesevre, ihc und Richards gemeinsamer Freund! Dieser Mann war von ihm hergesandt! „Bitte, treten Sie ein," sagte sie beruhigt und'ging zur Bibliothek voraus. Der Mann rief feinem Wagenführer einige Worte zu und folgte ihr. Kaum waren sie in bem mit Büchern reich versehenen Zimmer angekommen, als er einen versiegelten Umschlag aus der Tasche zog. „Madame Duvall,' sagte er mit (Betonung, „M. Lesevre hat seinem Vertreter in Washington gedrahtet, was in diesem Brief steht. Sch soll ihn unverzüglich Shrem Gemahl abgeben. Falls ich ihn nicht treffen kann, soll ich ihn Shnen aushändigen. Gestatten Sie, Madame!' Mit einet Verbeugung übergab er ihr den Umschlag. Grace erbrach das starke Siegel, das ihn. verschloß, zog eine Karte heraus und las hastig die Worte darauf. Die Mitteilung kam von Lefevre: „Mein teurer Duvall! Del unserer letzten Begegnung versprachen Sie mir, zu mir zu kommen, wenn ich Sie je nötig haben würde. Sch benötige Sie bringen^ lieber Freund! Kommen Sie beide sofort, SÄ und Shre liebe Ehehälfte. Lesevre." (Fortsetzung folgt.) MA ist auch la-h.Wetzlar'm. Donnerstag „ 25. „ 26. „ Rabatt Giessen aus statt. 02361g !! Die führende deutsche Marke!! 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Giehen Inhaber ist der Kaufmann Hans Pfeiffer in Giehen. Giehen, den 15. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7318c Heute nachmittag entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Münzinger Obergärtner im Alter von 59 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen : Johanna Münzinger geb. Schmandt Else Münzinger. Gießen (Frankfurter Str. 109), den 22. September 1924. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 25. Sept, 3 Uhr nachm., von der Kapelle des Neuen Friedhofes Zwiebeln la helle Winterware, versendet per Zentner Mb. 8.00 einschl. Sack ab Station Echzell gegen Nachnahme (grohere Posten billiger) Zusammenprall mit einem gegnerischen VdUfeC ausschied nach wenigen itrnuden aber tret) schlechter körperlicher Verfassung wieder eintrat. Bei diesem Stand des Spiels eine hochtzu'chätzende sportliche Tat. Offenbacher im L-or Ictfte’.e in verblüffender Weise die schwerste Arbeit und bewahrte seine Mannschaft vor einer noch gvfr- Heven Niederlage. Ium Spielverlauf selbst sei ganA kur; folgendes berichtet: Die ersten zwanzig Minuten verteil- les SpiÄ mit Tor 1 durch Mandler, dein Möller einige Ieit darauf Ar. 2 folgen läht. Kreß 1., Möller, Schnürte und nochmals Kreh 1. schieden in fast regelmäßigen Abständen je ein Dor Dann kurze Ieit verteiltes Spiel, in dessen Verlaus 04 beinahe -um Ehrentor gekommen wäre, was ihnen alS Lohn für Ihr aufopferndes Spiel keiner mihgönnt hatte. Gem- mer geht mit einer Steilvvrlage Dchnürlo alLln durch und schiebt aus 30 Meter Ar. 7. Möller und Mandler treiben vor dem Dor ileber- kombtNation und nehmen das Spiel scheinbar nicht mehr ernst. K l e i n k e, der verdiente Ocuin; der Mannschaft, macht es seinem .Kollegen von recht« nach und schießt nach Alleingang Ar. 8. Ium Schluß umspielt Schnürte Läufer und Der- teidiger und bucht Ar. 9. Sin wahres Propa- ganl»spiel war zu Ende. Kregle PL SA SÄ* SS äs höchst gestalt >nyK- g nvch durch du \ den Vorhängen So bot die gestrig! mb getzutzreichLt ,e. Mn berichtet unter Männer- und gemeinsamen Tor» der gut besucht twr. i stand ein Bortrug über „Wohlfahrts- Wrang als 2e- iMMge gib bet DarsteUun; über iui\a unserer HJv Maste Aussprache, tige Ausllärung F Umrahmt tour der edern, die von Mau Stern, ontei' SU* M Laute gW n H. schönem und PrM geplanten Me dm mvereinselngl^ heim aus Schotten erstattet. Es fanden 24 Besichtigungen statt, die im allgemeinen zufriedenstellend, teilweise sehr gut bewertet wurden. Es gibt im Kreise 44 Pflichtfeuerwehren, 7 freiwillige Feuerwehren. 3m Kreise fanden 3 grohere Brände statt. 48 Wasserleitungen sind vorhanden, 3 Orte sind ohne Wasserleitungen. Regierungsrat Dr. Weber sagte dem Inspektor seinen besonderen Dank unb appellierte an die Gemeinden betreffs Gründung von freiwilligen Wehren. Als besonders wichtig wurde die Beschaffung von Lichtanlagen in den Spihenhäusern bezeichnet. Hinsichtlich der Gründung eines Kreisverbandes der freiwilligen Feuerwehren wurde kein Beschluh gefaht. Eine besondere Versammlung der Kommandanten der freiwilligen Feuerwehren zwecks einer solchen Gründung soll am 12. Oktober stattfinden. Aach den Verhandlungen fand eine Hebung der Freiwilligen Feuerwehr Laubach statt, die zeigte, dah die Wehr auf der Höhe ihrer Aufgabe steht. Äreis Alsfeld. 4- Alsfeld. 21. Sept. Das wegen schlechter Witterung schon ausgegebene Schülerwett-' turnen hat nun doch stattgefunden. Es b.tei- ligten sich daran das 7. und 8. Schuljahr, Knaben und Mädchen der hiesigen Stadtschule. Es waren recht erfreuliche Ergebnisse zu verzeichnen. — Gestern abend hielt Geh. Rat Best aus Darmstadt im Kasinosaal einen Vortrag über die 3. Steuernotverordnung and de Aus- bzw. Umwertung. Er bezeichnete diese Verordnung als unmoralisch und ungerecht und erläuterte darauf den De fischen Umwert ungsent- wurs, der von dem Reichstagsausschuß für Aufwertung unter den eingereichten Plänen als der beste erachtet wurde. Mii gespannter Aufmerksamkeit folgten die zahlreichen Zuhörer den Ausführungen. Eine von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Alsfeld des Hypothckengläubigcr- und Sparer-Sch utzverbandes, Schulrat Huff, vorgelegte Entschließung an den Reichstag fand ein- stimmige Annahme. Landkreis Gießen. 1| Marburg, 22. Sept. Auch im hiesigen Kreise hat das unaufhörliche Regenwetter in diesem Sommer schwer st en Ernteschaden verursacht. Am besten haben noch diejenigen Landwirte abgeschnitten, die ihren Hafer bis zur letzten Woche auf dem Halm liehen und dann zugleich auch das Grummet, das einen guten Ertrag brachte, mit nach Hause nahmen. In den Dörfern brummt bereits die Dreschmaschine, „was da heraus kommt, knäult sich" sagen die ßanbtoirte und fügen hinzu, dah mit dem Stroh „auch nicht viel los sei". Am Freitag besichtigte eine Re- gierungskommission den Kreis und stellte fest, dah eine Mißernte vorhanden ist. Die Hoffnung auf eine gute Kartoffelernte ist auch dahin, denn was die Rässe nicht verdorben, fressen die Mäuse. Was das Gemüse anbelangt, so richten die Schnecken vielen Schaden an. Auch die Obsternte ist im hiesigen Kreise recht belanglos. fpd. Frankfurt a. M., 22. Sept. Heute nachmittag, kurz nach 3 Llhr, fegte über das Industrieviertel ein von sehr starken Regengüssen begleiteter Wirbelsturm, der teilweise erheblichen Scha den anrichtete. Don einem auf alle noch vorrätigen farbigen Damen- Sommer-Strümpfe färb.Kinder-Strümpfe Kinder-Söckchen Herren-Socken $x christlichen Geist zu Men sucht. Erne Ansprache des Ortsgeistlichen machte ten Beschluh Die Kollekte mit 122,61 Mk wurde zum Teil dem vberhessischen Verein für Innere Mission, mit dem Rest der Epilepttschen Anstalt in Aieder- Ramstodt zugewiesen. • Lich, 22 Sept Der Zweigverein Lich des Vogelsberger Höhenklubs führte heute unter Führung von Oberamtsrichtei Rausch eine sehr genußreiche Wanderung aus Der Weg von Hungen aus, bis wohin die Dahn benutzt wurde, füswte zunächst bis Trais-Horloff, wo unter sachkund ger Führung die Anlagen der Brikettfabrik und des Braunkohlenbergwerks besichttgt wurden. Leider wird der Betrieb des Ausgedehnten Werkes, das seit längerer Zeit nut „minus" arbeitet, demnächst eingestellt werden Don Tvais-Horloff führte die Wanderung zum G l a u b z a h l. und nach einer Rast zurück nach Hungen. Hier entwickelte sich in der „Traube" bald ein fröhliches Treiben unter Teilnahme des Hungener Brudervereins. Sodann führte Prof. Dr. Roeschen die Wanderer durch die Stadt und die geschmackvollen Ar.lagen des Schlohparks, wobei er die Archi- teklonik des schönen Schlosses und die Stadt- und Durgbefestigung erläuterte. l. Hungen, 22. Sept Auf der Straße zwischen hier und Langsdorf ereignete sich am Samstag ein s chwerer Motor radunfasl. Ein von Langsdorf konnnender Motorradfahrer, ein Versicherungsinspektvr aus Wrndecken, wollte einem Knecht, der zwei Pferde an der Hand führte. auSweichen, kam ober, da der Pferdeführer nach der verkehrten Seite auswich, so unglücklich zu Fall, dah er geraume Zeit bewuhtlos dalag. Der Verunglückte wurde in das hiesige Kranken-, lxius gebracht. Die Art der Verletzung konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden Kreis Friedberg. 4 Bad-Aau heim, 21. Sept. Der gestrige britte Tag der Versammlung deutscher Dahnärzte führte die Teilnehmer im Sonderzug nach Bad Homburg v. d. H., wo im Kurh.ruse eine Begrüßung stattfand. Aach einem Dortrage von San.-Rat Dr. F r i e d l i e d, Bahn- arzt in Homburg, wurden die Kureinrichtungen des Bades besichtigt. Die Straßenbahn brachte die Teilnehmer dann mich der Soulburg. Abends kam der Sonderzug wieder nach Bad-Aauheim zurück. Eine Zusammenkunft im Cafe Rumpel- mayer beschlvh den Derbandstag. Hreis Schotten. 8 Ulrichstein, 23. Sept. Am Montagnach- mittag wütete hier etwa 20 Minuten lang ein orkanartiger Sturm, begleitet von schwerem Regen. An der Ohmstrahe, nahe beim Anfang der St raste nach Helpershain, wurde eine der großen Fichten umgeworfen, fiel aber in die Wiesen hinein. □ La Ubach, 22. Sept. Gestern wurde in unserer Stadt der Kreisfeuerwehrtag des Kreises Scholten abgehalten. Vormittags lü Ahr wurde im Gasthof „Zum Solmser Hof" die Tagung durch Regierungsrat Dr. Weber, Schotten, eröffnet. Als anwesend wurden 25 Feuerwehren festgestellt, zwei fehlten. Der Bericht touvbe durch Kreisfeuerwehrinspektor Eber - ließen, , eept. WS N feiunfl tlfäffi rä&s bli^ er und waren sämtlich als gut anzusprechen. — Mit dieser Schilderung soll die Mannschaft des Gegners nicht herabgewürdigt werden, im Gegenteil, sie versuchte mit größtem Eifer sich der zermürbenden, maschinenmäßig sich abwickelnden Kombination zu erwehren. Vor allen Dingen sei hier die Ruhe unb Anständigkeit tum nicht immer wieder das Fremdwort Fairneß zu gebrauchen) hervorgehcben, mit der 04 das für sie schwere Spiel mit dem bedrückend hohen negativen Resultat durchführte. Besonders einer rh.er eifrigsten Spieler, Reuter, tonnte imponieren, als er nach einem für beide Teile unverschuldeten Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma Monk, Bah & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen. Gegenstand des ^Unternehmend ist derBetriebeinesLebens- mittelgrohhandelsgeschäfts. Das Stammkapital beträgt 5000 Goldmark. Zu Geschäftsführern sind bestellt: die Kaufleute Salomon Monk, Heinrich Bah und Kuno Wrublewsky, alle in Giehen. Der Gesellschaftsvertrag ist am 5. August 1924 errichtet. Giehen, den 19. September 1924 _________Hessisches Amtsgericht- . 7319c Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Gesellschaft zur Errichtung von Wohnhäusern in Lollar mit beschränkter Haftung zu Lollar folgendes eingetragen: An Stelle des Direktors Ianhen ist Steuer-Syndikus Paul Länz- mann in Wetzlar zum Geschäftsführer bestellt worden. Giehen, den 18. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7316c der Zeucht m Dchimkt un- vUsspiele, dl, in unserer Stadt ng stehen dürften, düng des Giehener brad. Zur AHüh. rin Lvlksschauspiel von Walter M. Zaustslvfs aufgebaxt eine Schar babai bühne zu schaffen, Stücke mb die Gele undtzaMtige chklmg von Farbe, he, aber sehr twr- durch das die ung ihrer Spiele zu en Bilde erltrebL A isführuig gestern Handels - Schule Hermes Gießen BahnhofstraßeÖO 15. Qktbr. Beginn neuerKuree. Prospekt frei, Anmeldungen täglich. n”c Frankfurter Herbstmesse. fpd. Frankfurt a. M.. 22. Sept. Auch bet zweite Messetag brachte nicht das erhoffte Geschäft. Aach wie vor sind die Einkäufer aufpr- ordentlich zurückhaltend. Aur in einigen Brunchen wurden einige gute Abschlüsse getätigt. Zudem beeinträchtigte auch die Witterung das Geschäft. Ob der dritte Tag eine Aendnung in der Geschäftslage herbeiführen wird, bleibt abzuwarten. Geschäftliches. Erfolge der Etvewer-Werke, Stettin. Die Stoewer-Werke haben in letzter Zeit wiederum eine Reihe größerer Erfolge zu verzeich- nen gehabt. In der ReichSsahrt 192 4 (eine Strecke von ca. 1800 Klm.) erzielten die Stoewer-Wagen trotz der starken Konkurrenz folgende hervorragende Leistungen: Im Bergrenren Hole Sone: Stoewer 10-50 PS 1. Platz, im Flachreimen bei Ktischt Stoewer 10/50 PS - 1. Platz, Im Flachrennen bei Woldegk Stoewer 10/50 PS 1. Plötz. - im Bergrennen Kleiner Berg Stoewer 10/50 PS = 2. und 3. Platz. In der Gesamtwertung wurden die bekannten Stoewer-Fahrer Fahrenkops 2 und Reedl 3. in der Klasse XIII auf Stoewer 10/50 PS. Infolge der teilweise sehr schlechten Beschaffenheit der Straßen waren an die Fahrer und Wagen ganz bedeutende Anforderungen gestellt. 'Besonders hervorzuheben ist auch die Leistung des von Herrn Kleist, Stettin, in L'cr Kl. VII gesteuerten Stoewerwagens 9 32 PS. welcher am ersten Tage infolge eines kleinen Unfall, urüd- bleiben mußte und bann eine Strecke von über 1000 Klm., die normal für die übrigen Fcchr-er für 2 Tage vorgeschrieben war, an einem Tage zurücklegte, hierfür erhielt Herr Klesi einen Sonderpreis. __ Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. B wurde a6)5. Juli 1924 bei der Firma Rinn & C»os, Aktiengesellschaft, Heuchelheim bei Giehen folgendes eingetragen Eduard Siege ist aus dem Vorstand ausgeschieden. § 26 Sah 1 der Satzungen ist durch Beschluh der Generalversammlung vom 12. Mai 1924 geändert. Giehen, den 20. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 7317c Drucksachen alierArt liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl’sche Unlv.-Druckerel, R. Lange. Maschinen- schriftl. Arbeiten Ve rvielfältigungen eder Art Franz Vont & Co. Qi eßen uoethestraßc 32 Tel. 264 » Die bekannte Qualitätsware 7344 a Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gießen, den 20. September 1924 7347 D i Ingeborg (gegr. 1845). 7339 D "386-- r Schneider- Für sofort ob. 1.10. suche ich ein ehrl.. Mol Donnerstag, den 25. Sept.,|9flft QB hmittags 2 Uhr, wird uvv eine Varlie fes ___ - 023608 n. b. nachmittags iirntf als Sicher- Angeb. u* Der Vorstand. 023608 a.d. Gien.Anz. 7343D Vogel. 7341D UlaHM«. zu haben. 6451D Kaufhaus Katz 0 v. Prtv. z. leiben ges.Land Gerichtsassessor Dr. Carl Engisch und Frau Thekla geb. Schudt Turnschuhe mit Gummi- u.Chromsohle Dauerhafte Schulstiefel tm Bootshaus. Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. . Wahl der Kassenrevisoren. Abrudern. Verschiedenes. 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Vollzähliges und pünktliches Erscheinen dringend erbeten. - Anmeldung neuer itimmbegabter Mitglieder erwünscht und trbeted an Herrn Prof. Trautmann, Moltkestraße 6. Der Vorstand. Junge Frau perfekt in Küche und Haus, sucht Stellung als €tiitic, wo sie unter Leitung der Hausfrau selbständig den Haushalt versieht. Gewünscht wird dauernde,angenehme Stellung, wo sie ihr 5-jähriges Töchterchen bei sich behalten kann. Stellung auf dem Lande oder Gut bevorzugt. Schriftliche Angebote mit GehaltSangabe unter 023603 an oen (Siebener Anzeiger erbeten. FranzNe umeier Spezialhaus für Arbeiter- und Berufsschuhwerk Gießen - Sonnenstraße 20 Wer verkauft fein Einfamilienhaus gegen Bar-Auszahlung. Schr Ang. u. 023614 a. b. G. Anz. 1 2. 3. 4. Menz & Schlierbach G. m. b. H., Dillenburg ä* Abteilung Kalk werk Bieber«^ Fernsprecher: Dülenbnrg 185. Roxheim a. ß. Bieber 16. Jung. Mann für Hof naheGieben in Dauerstellung gesucht. Bewerber mub schon beiLandw. tätig gewesen fein u. Zeugn. vorzeigen können. 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Dege t Der ne oardsan W MN de> dick fou welche d .. Cim M ur.fi S den ^ei neu c Die »Hoher 2 Md h ?°rge l Herrsche Muen ^ie •«etn (? Llr. 224 Swettes Blatt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)Dienstag, 25. September 192H 3n Schanghai. Don John F r e e m a n. Der eben ringe troff ene Dries Freemans ist 2lnfang September, also kurz zu Beginn der Schlachten um Schanghai geschrieben und gibt ein außerordentlich anschauliches Bild von der drückenden Atmosphäre, bie in der eingefchlvsseuen Stadt herrscht und den Gefahren, die den zahlreichen Europäern von den fanatischen Chinesen drohen. D. Red. Der heiße Tag des noch ungebrochenen Hochsommers ging zu Erü>e. Es ist Abend. Gewittcr- schwüle liegt in der Luft, doppelt schwer, weil sie nicht auf elektrische Entladungen allein hinweist, sondern mehr noch auf jene weil gefahrdrohenderen Eruptionen von aufs Höchste erregten Menschen. Der riesige Verkehr des prachtvollen Boulevards am Hafen, der Banking Road, dieser Hauptgeschäfts straf;e, welche der Chinese „Ma-loo" nennt, dann der staunenerregende Betrieb, der fonft um diese frühe Abendstunde über die Drücken seht, welche den Suchau Creek Überspannen, all dieser ungeheure Straßenverkehr hat fast aufgehört. Es geht etwas vor. Der gegenseitige Haß der Anhänger Sun-ya-tsens und andererseits des T s a g - s 0 - l i n fiebert nicht nur in den chinesischen Einwohnern der von hoher uralter Mauer umgebenen Eingeborenenstadt Schanghai, sondern ebensosehr in den Herzen derer, die das Europäer- Viertel bewohnen. Geheimnisvolle knallrote Zettel, bedeckt mit den schwarzen Krähenfüßen der chinesischen Schrift, prangen an Mauern und Holz- Dosten Wir Europäer wissen, daß draußen in den weiten Riederungen um Schanghai die Truppen beider feindlicher Heere stehen, daß der Sieg der einen der 2 Armeen das unausdenkbarste Blutbad in Schanghai herbeiführen kann. llnt> wehe, wenn die von allen Fesseln befreiten inneren Gewalten der chinesischen Soldateska in den Quartieren der zivilisierten Stadt Schanghai wüten, in diesem Paris des Ostens, wie dieses blühende Handels en ipo rhi m zumeist genannt wird. Die Dämmerung weicht, bald liegt dasSchwei- gen der Rächt über der Stadt, beten schone Bauten -am Hafen, meist Bankhäuser und Konsulate, im hellen Glanz der großen Bogenlampen schimmern. Ich stehe hier auf einem der sauber gepflegten Wege des Public Garden, des Stadtgartens von Schanghai, vor dessen südlichem Cingangstor das Ehrendenknlal für die im Taifun Untergegangenen des ersten „I l t i s", des deutschen Kanonenbootes, steht: Ein abgebrochener Mast, daneben ein deutsches Matrvsenstandbild aus Bronze. Mein Blick 'fällt auf das Hafengetriebe dicht vor mir, auf die malerischen Dschunken mit ihren riesengroßen Dam- busmasten, aus einen Raddampfer, der dort drüben auf der anderen Seite, an der Insel Putung, still- iliegt. weil er den Jangtsekiang. den Takiang, wie der Chinese diesen Strom nennt, nicht mehr hinauf- fahren kann. Kriegsgefahr! Hier nn Garten ist Frieden. Selten wandert heute eine Gestalt vorüber, während in normalen Zeiten alle Bänke beseht sind und die auf den verschlungenen Pfaden promenierenden Weihen aller Herren Länder den Klängen der Musikkapelle lauschen, welche, aus braunen Philippinos zuscrmmengefeht, in dem luftigen Pavrllon inmitten inefcr Gartenanlagen spielen. Ruhe und Stille ringsum ist hier. Rur in weiter Ferne der Schall von Flintenschüssen. Dann, unversehens, verlöschen die elektrischen Lampen des Gartens, indes die Lichter der Schisse -im Hafen um so deutlicher hervortreten. Was ist geschehen? Es liegt in diesen Tagen soviel Gefahrdrohendes in der Luft, daß man auf nichts Gutes gefaßt ist. Indem ich dem nördlichen Ausgang des Gartens -ustrebe, klingt wüstes Schreien von der Straße herüber. Eine Menschenmenge sammelt sich, unverständliche chinesische Schreie werden vernehmbar, hahflammende. verzerrte schrille Schreie. Schüsse fallen. Fenster klirren. Ich halte mich unweit der eisernen Gartenpforte hinter einer Fächerpalme versteckt. Die Dunkelheit ist fast undurchdringlich. Gern hätte ich den Weg frei in meine Wohnung, welche jenseits der neuen Gardenbridge im Stadtteil Hong- teto liegt. - Eine wilde Schar aufgeregter Chinesen, wahrscheinlich Kulis, zieht dicht an mir draußen auf der Straße vorüber. Sie stoßen Worte hervor, welche sich wie zerfetzte Wortlumpen anhören. Der Haß läßt diese Schreie scharf, abgehackt, wie mit Vehemenz hervorgestrhen erscheinen. Ich höre das Ausschlagen von Stöcken auf Menschenschädel, auf Gegenstände irgendwelcher Art. Dioden aber glitzern die Sterne. — Sin Auto rast heran, wall die Menge sprengen, um den Weg frei zu bekommen. Doch wie eine sterbende Maus von Hunderten gieriger Ameisen zugleich angefallen wird, so stürzen die fanatisierten Menschen über das Kraftgefährt her. Der oder die Insassen werden ber- ausgezerwt, mißhandelt, getreten, mas a'.rie t. Sind es Europäer? Amerikaner? Oder irgend.i-.er der zahlreicher Chinesen, welche, längst westlich orien- tiert, ihren eigenen Kraftwagen besitzen? Die Situation erkennend, verhalte ich mach ruhig. Der Garten liegt da wie verbotenes Terrain, einsam, beinahe verträuntt Rur der laue Wind streicht vom Meere her durch die Büsche und bewegt die langen Finger der Fächerpalme, darunter ich verharre. Langsam ebbt die Flut der Menschen da vor mir ab, mit ihnen die unartikulierten Derwün- fdhungen. Ich luge über den eisernen Zaun. Die Straß - scheint hier jetzt menschenleer. Rasch entfliehe ich, stoße auf einen weichen Körper, auf dem Pflast -r liegend, eile weiter, mit Vorsicht pür- sch-end, wechsle wie ein Wild über die Brücke und gelange so durch die Wuchang Road. den kleinen Vorgarten passierend, in meine Wohnung. Eine Weile noch schaue ich von meiner Veranda herab auf die Straße, die in Dunkelheit liegt. Schüsse fallen von Zeit zu Zeit, sonst ist es ruhig. Gegen Mitternacht lege ich mich schlafen, ohne das Licht ang«ündel zu haben. Als ich wieder erwache, ist es dunkle Rächt. Lichtschein fällt durch meine Fenster, auf den Straßen ist Bewegung. Ans Fenster tretend gewahre ich die auflodernden Flammen jenes Hauses dort schräg gegenüber. Dann ertönen Schritte auf der Treppe. Ich bin ruhig, resigniert und sage mir: „Deine Stunde hat geschlagen". Wer vielen Gefahren ausgesetzt gewesen, achtet ihrer weit weniger-. als wer keine Gefahren an sich erlebt. Die Tür wird aufgeriffen, und hwein stürzt nicht die vermutete Chinesenhorde, sondern zwei Deutsche in der Uniform des „Volonteer Corps", der europäischen Rothilfe für Zeiten wie diese. „Ziehen Sie sich sofort an!" sagt eindringlich der eine der beiden im Kakhianzug. Es ist der Ingenieur Schmidt aus Mülhausen im Elsaß. „Wir bringen Sie fort, die Lage ist gefährlich geworden." Und während ich mich ankleide, erzählen diese beiden von den Morden unter den Chinesen, den Ueberfällen auf Europäer, den zahlreichen B.än- den. „Wahrschrinllch können Sie morgen oder in den nächsten Tagen wieder zurückkommen, für diese Rächt aber stehen wir für nichts ein. Dre Chinesen haben sowohl das 'Gaswert als auch die Elektrizitätszentrale zum Stillstand gebracht. Wir sind ohne---r- —Ein Schuß fällt draußen, durchschlägt das Fenster unb, gegen die Wand über meinem 'Bett aufklatschrnd prallt die Kugel zurück und fällt auf den Boden. „Wohin führen Sie mich?" frage ich, den Hut aufsehend und das Zimmer verlasiend. „Zum italienischen Kreuzer „Ma r cd P olo", der bereit zur Aufnahme von Flüchtlingen im Hafen liegt. Durch winklige, enge, krumme Gäßchen und Gassen, wie man sie in dieser obskuren, geradezu grotesken Bauart nur in China findet, Gassen, I darin es unbeschreiblich Übel riecht, gelangen totr I drei sicher an den Quai, unweit des deutschen Konßllats, dort, wo das große Hotel „AstorHouse" steht. Dort schaukelt eine Pi'rasse auf leichtbewegten Wassern, voll besetzt mit Flüchtlingen, Kaufleuten der Europäerstadt, dazwischen vereinzelte Frauen und Kinder, denn der größte Teil dieser letzteren war bereits vor Stunde >1 abtransportiert worden. Ein italienischer Matrose hält die Pinasse mit kurzem Haken am Quaibalken. Mich von meinen beiden Begleitern herzlich dankend verabschiedend, besteige ich das Fahrzeug, das sich gleich darauf in Bewegung setzt. Zuerst langsam, dann hurtig geht es den Hafen hinab. Hinter uns erstrahlt der Himmel in der roten Glut brennender Häuser. Schanghai bleibt mehr und mehr zurück. Abwärts am Wusung River, nahe der langgeftrccften Insel Putung deren riesenhafte Bambusstäbe hier am User aufragend herüberwinken, legen wir längsseits des „Marco Polo" an Bewillkommnung seitens der Offiziere, welche uns aufs Freundlichste empfangen. Bald danach liegen fast alle Angekommenen ausgcstreckt auf den an Deck niedergelegten Matratzen. Ob sie wohl Schlaf finben? Sinnend sitze ich aus einem Klappstühlchen am Heck und blicke hinab auf die schwarze Flut da unten, während es vier Glasen schlägt und die Wache abgelöst wird. Kunst und Wissenschaft. Dom hessischen LandeStheater. Darmstadt, 22. Sept. (Eig. Bericht) Dis Landes Heater trat gestern mit einer bemerkenswerten literarischen Aufführung hervor, and. zwar mit Lessings Iugendwerk „Miß Sara Samp- s on". Es ist dies das erflc deutsche bürgerliche Trauerspiel, das nur noch selten einmal aif der Bühne erscheint. Einzelne Szenen fmb auch heute noch von starker Wirkung, in anderen schwachen versagten aber auch die Darsteller: es gelang ihnen nicht, sie der Gefühlswelt unb dem Empfinden einer modernen Zuhörerschaft näher zu bringen. Dom Frankfurter Schauspielhaus. Das Frankfurter Schauspielhaus begann seine neue Spielzeit mit einer Reuinszenierung der „Hermannsschlacht" durch Intendant Weichert, die bei Presse und Publikum lebhaften Widerhall fand. Als erfte reichsdeutsche Uraufführung gelangt bereits Ende September P i - randell 0 s „Sechs Personen suchen einen Autor" zur Aufführung mit Intendant Weichert als ©arfteller der Rolle des Direktors, Regie Dr. Buch. An weiteren Uraufführungen folgen Cidlihens preisgekröntes Drama „Der Berg in der Wüst e" und Bronnens „K a - ta launische Schlacht", beide Werke von Intendant Weichert selbst inszeniert. — Als nachträgliche Feier von G6"ethes 175. Geburtstag wird eine Festspielwoche geplant, die neben Iphigenie, Tassv und Die natürliche Tochter, eine völlige Reugestaltung des Faust-Dramas, ebenfalls unter Regie von Intendant Weichert, bringen soll. Wirtschaft. Die Krediterleichterungen der Reichs- bank. Zu den Erleichterungen, die die Reichs- bank für das Wechselankaufsgeschäft, wie bereits befianntgeg.'ben, beschlossen hat, wird noch folgendes mitgctrilt: Wenn die Reichsbank in Zukunft das Kredit- bedüifiiis der Wirtschaft wieder in größerem Umfange soll befriedig?n können, muß demnächst verlangt werden, daß der Wechsel wieder mehr als bisher nicht nur Kredit-, sondern auch Zahlung s m il te 1 f u n kt ion e n aasubt. Die Reichsbank kann in der Regel die Wechsel nicht direkt vom Aussteller ankaufen, vielmehr muffen die Aussteller wieder dazu übergehen, sie an ihre eigenen Lieferanten weiter in Zahlung zu geben, so daß. sie, ehe sie schließlich zur Dank gelangen, tunlichst eine größere Zahl von Häniten passiert haben. Dies ist der Sinn der Vorschrift, daß künftighin nur noch Handelswechs el mit drei Unterschriften ohne weiteres angekauft werden dürfen. Der Bereitwilligkeit der Reichsbank, mehr als bisher zu diskontteren, muß gegenüberstehen die größere Bereitwilligkeit der Schuldner, Wechsel zu akzeptieren oder za girieren, unb bie größere Bereitwilligkeit der Gläubiger, solche Papiere in Zahlung 41 nehmen. Je mehr Unterschriften auf einem Wechsel stehen, um so besser wird feine Qualität, um so leichter wird er von der Reichsbank hereingenommen werden, um so weniger werden die Wechselinhaber mit Zurückweisung seitens der Reichsbank zu rechnen haben, unb diese Erleichterung wird sich im gesamten Kreditverkchr geltend machen. Die Verbesserung der Sicherheit der Wechsel durchs Vermehrung der für sie hastenden Unterschriften ist auch um so notwendiger, als durch die Entwicklung der letzten Jahre die Geschäftsvermögen selbst unb damit die in ihnen gegebenen Haftunter- I lagen sich verringert haben. Es ist selbstverständlich, baß die Weitergabe von Kundenwechseln I nicht in allen Fällen möglich ist, baß vielmehr ein Der Grotzvezier und die Mücke. Skizze von Hella Hofmann-Wien. Die^e Geschichte erzähl'.e Omar, ber Märchen- dichter, den auf horchenden Freunbeir: „Es leb: e einst ein junger Kalif, der von serne.n Vater ein großes Reich geerbt hatte. Seine Schatzkammern flössen über von Gold unb Edelfte.nen, unzählig waren die herrlichen Pferde, die er besah und gröber noch als ihre Menge ttxtr dre Zahl der Tänzerinnen und schönen Mädchen, bie er in seine Umgebung zog. Der junge Kalif verstand es. seinen Reichtum zwar nicht weise, jedoch angenehm zu nützen. Er versagte sich selbst teuren Wunsch unb hatte die lästigen Geldgeschäfte einem feiner ernten Fr. und. den er zum Großvezier ernannte, ar.Derire.uL Eines Tages kamen s ine irei en Berater zu ihm und sagten: „Herr, dein Großvezier hat sich ein herrliches Haus erbaut!1 „Mag e cö in Freuden bewohnen!" antnrr.etc der Kam unb gab den Auftrag, für feinen eigenen Gebrauch drei neue Paläste zu erbauen. Wieder tarnen bie Welfen und flüsterten: „Hoher Kalif, d.i : Greßv.-ziei hit s.ane. Frau ein prächtiges Diadem geschenkt!' „Möge es ihre etirn hell überstrahlen, daß bie Schotten den Sorge keinen Platz auf ihe sinken'1 memte cer Herrscher, „ich aber will jeder von meinen tauk'iib Frauen ein Diadem schenken, tote er es Ieiner einzigen Frau taufte!" Sie tarnen zum dritten Male und sagten „Dein Großvezier, dem du vertraust, ist 1 Be- trüget. Er ist ein reicher Mann geworden in deinen Diensten. Es wäre Zeit, seine Rechnungen zu überprüfen!" Aber der Kalis war jung, unb bu txxv lidtcn lockten ihn mehr als die Rechnungsbacher. Er ließ die Weisen reden und ging zu seiner Licblingssklavin. So vergingen die Jahre, und aus dem jungen, fröhlichen Kalifen wurde ein älterer^ gricfjgrä= Ntiger Herr. Die Freude an den Tänzen der Odalisken schlief langsam ein, unb er begann mißtrauisch zu treiben. Als er wieder einmal des Rachts nicht schlafen konnte, erinnerte er sich der Verdächtigungen, die einst die weisen Berater gegen den Großvezier ausgesprochen hatten. Eine schlaflose Rächt bringt, wie die Aerfte wissen, der Gesundh.it Schaden. Diesmal war es aber mehr die Gesundheit des Grohveziers als die des Kalifen, der sie schadete. Der Herrscher tat, was ihm bisher nie eingefallen war Er prüfte die Rechnnngsbücher. In den Aufzeichnungen der letzten Jahre sand er fast nichts zu tadel 1. Wohl schien ihm manchmal eine Ausgabe sehr hoch, doch handelte es sich nie um große Summen Beruhigt legte er die Bücher fort und versuchte eiirzuschkafen. Aber noch immer wollte sich der Schlummer nicht auf sein Lager nieder lassen. Da stand der Kalif abermals auf und ließ die Rechnungsbücher aus den ersten Jahren feiner Regierung bringen. Her fand er vieles, das fein spärlich gewordenes Haupthaar zu Berge steigen ließ. Kein Zweifel konnte mchr bestehen: Die Anschuldigungen der Weisen waren berechtigt gewesen. In den ersten Jahren seiner Regierung waren die Kosten des Hofhaltes zehnmal groß wie in den letzten. Daß er selbst in letzter Zeit wenig Ausgaben gemacht hotte, konnte nicht allein der Grund fein. Er wußte, daß sein Großvesie. einer der Reichsten im Lande war. Rur durch Betrug und Diebstahl war er es geworden. Er ließ die weisen Berater wecken unb zu sich berufen. Auch der Schreiber des Kalifen, ein armer, geringer Mann, den keiner schätzte, erschien. Der Kalif sagte: „Mein Großvezier ist ein Dieb. In den.-festen Jahren war er bis auf ganz unbedeutende Kleinigkeiten ehrlich, aber im Anfang hat er mich betrogen. Wie soll ich den Dertrauensbruch bestrafen?" Die Berater zermarterten sich die weisen Köpfe, um die ärgste Strafe zu finben. Sie alle waren empört und wütend, denn keinem vv' ihn.n hatte seine Stellung bei Hofe sv gute Gelegenheit geboten, sich Geld zu schaffen. Rur ber Schreiber wagte es zu lagen: „Laß alles vergessen fein. Herr! Du sagst selbst, daß er in den letzten Jahren ehrlich war. Tue. als wüßtest bu weiter nichts von den alten Betrügereien. Ich b reife dich glücklich. Kalif, weil bu zu jenen gehörst, die man bestehlen kann. Es ist besser, 'bestohlen zu werden, als selbst erst stehlen zu müssen, um sich Geld zu schaffen." Da riefen die Weißen verächtlich: „Sv kann auch nur ein Schreiber reden!" Der erzürnte Kalif fand die ärgste Strafe für den Betrüger: Inmitten eines stehenden, versumpften Wassers lag ein kleines Stück Land, bas man nur bie Mückeninsel nannte. Dort war die Luft schwarz von kleinen Mücken, die sich gierig auf jeden Menschen stürzten, der die Insel betrat. „Man nehme dem Großvezier bie Kleider fort!" befahl der Herrscher, „unb binde ihn nackt an einen Baum der Mückeninsel! Sort mögen die Mücken das Blut aus seinem Leibe saugen, wie er das Gold aus meiner Schatzkammer gesaugt hat!" Sv geschah es und der Kalif ernannte auf ber Stelle einen seiner weben Berater zumGrvh- vezier. Aber er war nicht zufrieden mit ihm, denn die Rechnungen stiegen. Einen der Ratgeber nach dem orderen ernannte er zum Groh- vezier. aber die Rechnungen wurden immer höher, die Kosten der Hofhaltung immer größer. Fast so groß waren, wie sie zur Zeit seiner ersten Rcgierungsjahre, obwohl die Odalisken an seinem Hofe so selten geworden waren. Der Herrscher konnte den Grund der riesigen Ausgaben nicht entdecken. Rächtekang saß er über den Rechnungen und kannte sich nicht aus, denn er war lange nicht so klug wie die Weifen, die sie geschrieben hatten. Endlich nahm er sich vor. den alten betrügerischen Großvezier aufzusuchen, dec sich in Geldgeschäften austannte. Er begab sich in Gesellschaft seines Schrribers auf die Mückeninsel. Man führte ihn zu der Stelle, wo der Betrüger gee'selt stand, doch der Kalif tonnte ihn kaum sehen, denn jede Stelle seines Körpers war mit Mücken bedeckt, bie rund unb bick waren von feinem Blute Da erfaßte Mitleid das Herz bes Herrschers, und er wollte mit eigener Hand die Mücken, bie den Leib des einstigen Fr mürbes bedeckten, fori- jagen Doch der schrie entsetzt auf. „Tu es nicht, hoher Kalis! Jage die Mücken nicht fort, benn sie sind satt und vollges»gen mit meinem Blute. Wenn bu sie aber fortjagft, werden neue Mücken kvmmen unb sich hungrig auf mich slür-ea. Dann werbe ich dieselben Qualen nochmals leiben müssen, bie ich erduldete, bis sich die Mücken, die bu' auf meinem Körper siehst, gesättigt hatten. Sie tun mir nicht mehr viel, denn sie sind übersatt. nur manchmal naschen sie noch ein wenig von meinem Blute, aber es ist leicht zu ertragen!" Teil derselben aus den verschiedensten Gründen diskontiert werden muß Es wird indessen möglich sein, den Wechsel in rocht großem Umfange als Zahlungsmittel zu vernvenben und hierdurch die Ausnutzung des Reichsbankkredite > za beschränken. Bezüglich ber Laufzeit ber Wech- s e l wäre zu sagen, daß die 90täg ige Frist nur da zugestanden werden soll, wo der Pro- duklionsgang oder Umschlag diese Zsit wirllich erfordert. In erster Linie würde das für die Industrie gelten Doch wird hier, wie namentlich auch im Ambe!, sehr oft auch eine kürzere Frist genügen. Die Zulassung von Bankakzepten bedeutet gegen den bisherigen Zustand eine Aon- derung, die nur allmählich und mit großer Vorsicht durchgeführt werden kann. Die Verwendung dieses Kredites zur Erlangung von Mitteln für feste Anlagen, für Erweiterungen ber Betrieb« usw., kommt nicht in F.age. ES kann sich nur am bie Befriedigung jeweils vorübergehenden Geldbedarfes handeln. Bei der Vorsicht, mit der diese Frage bis zur Wiedergewinnung fetterer, namentlich auch ziffernmäßigerer Grundlagen za behandeln ist. muß barauf gehalten werden, daß die Beteiligten jeweils vorher über das Ausmaß dieser Kredite mit der Reichs bank Fühlung nehmen. Selbstverständlich kann daS Bankakzept auch zur Bezahlung von Warenbezügen benäht werden, indem eS von dem Aussteller dem Liefe- ranken in Zahlung gegeben wird • Höchster 5 a r b toc r le 21.-0. norm. Meister, Lucius and Brüning in Höchst a. M In der H.-V. wieS der Auftichts- ratsvorsihende darauf hin, daß ber Geschäftsbericht für 1923 sehr wenig positives enthalte. Die Gvldbilanz werde voraussichtlich kaum vor Ende des Jahres oorgclegt werde 1 können. Anhaltspunkte für die kommende Goldbilanz habe man noch nicht. Die umlaufenden Gerüchte unb Angaben über das voraussichtliche Zusammen- legungSvcrhältnis entbehrten jeder Grundlage. Der 2lbschluh für 1923 wurde genehmigt. * Phönix 21.-®. für Berg bau und Hüttenbelrieb in Hörde. 2Iu« Berwal- tungskreisen wird der „Kölnischen Zeitung" zu den verschiedenen Rachrichten über die Umwandlung des in Holland aufgenommenen Kredites und die vorgesehmr Zusammenlegung des Aktienkapitals folgendes mitgeteilt: Bon dem hollän- dischen 10-Millioneiu-GuIden-Krebit, te1 gegen Hinterlegung der 300 Mill. Mk neuen Aktien in holländische Treuhänder chaf t ausgenommen wurde, ist bisher ein Teil für dringende Erneue rungsbauten in Anspruch genommen. Der Kredit ist in letzter Zeit weder abgelöst worden, noch ist in der Hinterlegung der 2lltien eine Aenderung eingetreten. An den bekannten Voraussetzungen für diesen Kredit hat sich gar nichts geändert. Es ist aber nicht ausgeschlossen, d.ch bei eint re- UND ZURÜCK 21. BIS 27. SEPTEMBER 1924 805 ab Giessen an 621 838 J B.-Nauheim | 559 919 an Frankfurt ab 512 "• Da wurde ber Kalis nachdenklich. In seiner Ratlosigkeit fragte er den Schreiber: „Du bist zwar nur ein geringer Mairn an meinem Hofe, vielleicht erleuchtet aber der Himmel gerade jetzt deine Stirne: so sage du mir, was ich tun soll, damit meine Rechnungen wieder kleiner werden!" Und der Schreiber antwortete: „Ich sagte es dir schon früher, Herr. Rimm den alten Großvezier wieder in Gnaden auf. Er ha seine Sünden gebüßt. Bist du an dem Beispiel der Mücken nicht klug geworden? Weiht bu jetzt, warum die neuen Groh Veziere mehr Gelb brauchen als der alte? Der alte war eine vvllgesogene Mücke, ein reicher Mann. Er hatte es nicht mehr notwendig, das Gold aus deinen <5 ix1 ^fammern zu trinken. Er stiehlt nicht mehr, vielleicht nascht er manchmal ein wenig, doch das ist leicht zu ertragen . . . Aber es kostet viel Blut und viel Gold, Herr, bis eine hungrige Mücke satt und ein armer Großvezier reich geworden ist!" „Sv willst bu damit sagen, daß alle Groh- Veziere stehlen müssen?" brauste der Herrscher auf, ..hättest bu es vielleicht auch getan, wenn ich dich zum Grohvezier gemacht hätte?!" Da lächelte ber andere Hoher Herr, ich bin ein anständiger Mensch, deshalb habe ich es auch bis zu deinem geringsten Schreiber gebracht . . Menschen wie mich macht man nicht zum Großvezier!" Und der Kalif befolgte den Rat. Er selbst loste die Fesseln des Gebundenen und machte ihn wieder zum Großvezier. Und die Rechnungen wurden immer kleiner und der Kalis immer zufriedener . . . Der Märchenerzähler hatte geendigt abe- die Zuhörer dankten ih.n nicht, wie sonst, mit überschwänglichem Lobe. Alle hatten die Köpfe gesenkt und lächelten gezwun'en. Endlich sagt: einer verlegen: „Ich habe deine Geschichte nicht ganz verstanden, Omar. Vielleicht, weil sie in längst vergangenen Zeiten spielt, denn heute kommt Aeh.nliches doch nicht mehr ver. Welche Lehre, welche Moral aber sollen wir aus dieser Geschichte ziehen?" r,,,, Da antwortete Omar: „In dieser Ge'chichte, v Freunde, steckt keine Moral, denn sie ist wahr. Und wahre Geschichten sind fepen moralisch-- I tender 'Beffcrunfl der wirtschaftlichen und geldlichen Verhältnisse die Verwaltung des Phönix in Erwägung ziehen wird, den Schönhritssehler bei diesem Geschäft, eben die Hinterlegung der 300 Mill. Mk. neuer Aktien, auszumcrzew 3n welcher Weise das am besten zu geschahen hat, wird durch die derzeitigen Verhältnisse bestimmt. Lieber die Aufstellung der Gvldbilanz und die Zusammenlegung des Aktienkapitals lieg! ein bestimmter Beschluß der Verwaltung noch nicht vor. dazu sind die Verhältnisse iroch zu unklar. Es steht noch nicht fest, wann die deutsche Regierung die von den einzelnen für das Reich übernommenen Reparativ ns lasten erstatten wird, und es herrscht weiter nvch Llngewitzhrit über die Höhe der Belastung der Industrie aus dem Dawes- Gutachten. Bei den bisherigen Verhandlungen in der Verwaltung des "Phönix ist von einer Zusammenlegung les Aktienkapitals im Verhältnis von 2:1 und 3: 1 gesprochen worden, niemals wurde dagegen eine Zusammenlegung im Verhältnis von 3:2 erwogen. Börsenkurse. ’ •) Dom Rüctzahtungswert. ün DMlonen Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Schlich- Kur» i Uhr- Kur« Schluh- Anfang Kur» .1 flurc Datum: | 22. 9. 23. 9. 2 .9. | 23. 9. S*lo Deutsche SketchSanlethe . 1,110 1,450 1,09 1,1 1,105 4°/0 Deutsche Retchsan leihe . 1,47'» 1,450 1,46 Deutsche Sienchsanlethe y/o Deutsche Reichsanletde . Deutsche Sparprauuenanleth« 1,475 — 1,440 1,425 2,0125 0.74 1,96 0,705 2 4% Preußische KonsolS . . . 4% Hessen.......... 1,680 1.8 1,550 1,66 1,9 1,56 3Vi°/o Hessen . . . ..... 1,5 — — — 8% Hessen.......... 1,55 — 1,79 — Deustche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll -Schatz-Anwetsug.*» 4,2 — 4 2 — 85,3 — 85,75 — 4«/o Bolltürken.........1 12,75 | 12,50 | 12,65 12,25 6% Goldmerikana.....1 44,5 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 27,65 5,10 4,75 27 5,10 27,50 5 Darmst. und Nationalbank . 9,7 5 9,65 11,13 Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbcmk .... >0,9 0,27 10,75 DiSconto Eommandit ... 12,5 12,75 13 12,90 Metallbank........... Mitteldeutsche Ereditbcmk . . 1?,6 1,95 13 1,9 1,8 1,90 Österreichische Eredttaustalt. 0,355 0,345 0,325 0,325 Westbank............ 0,3 0,3 0,425 — Bochumer Guß........ — — 49,9 — Buderus....... » . . . 11,10 10,9 11 10,80 Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenftrchäier Bergwerke. . 49,25 52,9 60,5 51 62,75 '•1 52,5 Harpener Bergbau...... Kaluverke Aschersleben.... 68,5 68,5 69,75 16 16 16.75 16,40 Kaliwerk Westeregeln..... 19,2-- — 18,25 17,75 Laurahütte........... 6,76 — 6.80 6 40 Oberbedarf........... 11,13 11 11,60 11,25 Phönix Bergbau ...... Rheinstahl........... 41,13 39,75 40,75 i3,75 39,5 32, <5 Riebeck Morttau........ 35,50 36 35,25 36,50 TelluS Bergbau........ 1,85 1.8 — — Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llohd..... 25,2x 4,9 j 25,65 4,90 26,13 4,90 26 4,90 Theramtsche Werke AlbtN . . — — — — Zementwerk Heidelberg . . . 15,60 16,25 — — Philipp Holzmann...... S 5,10 6,25 5,25 Anglo-Eont -Guano ..... 11,65 — 10,75 10,90 Badische Anilin........ 18,85 18,25 18,5 18,13 Chemische Mayer Alaptn . . 1,2 — — — Goldschmidt.......... 12,5 — 12,65 12,13 Griesheimer Electron .... 16 16,40 15,65 16,40 Höchster Farbwerke...... 15,65 15,13 15,25 15,13 Holzverkohlung ........ 6,30 6 — — Rütgerswerke ......... 16,6 16,75 17,25 17,25 Scheideanftalt......... 14,4 14,40 — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9 — 8,90 8,70 Bergmann........... 13,5 13 13,40 12,5 Malnkraftwerke ........ 7.7 35,75 44 8,13 — — PiemenS & Halske...... 36,25 97,40 45,75 37,4 Ldlerwerke fliehet ...... 2,1 2 2,20 2,25 Daimler Motoren. ...... 3 2,80 2,75 2,75 Heyligenstaedt....... . Mcgmn........... • 2,5 10,25 — 10 — Frankfurter Armaturen . . . 0,66 — —- — Konservenfabrik Braun . . . 1.1 — 1.1 — Metallgesellschaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ 12,4 1,45 12 1.5 — Schuhfabrik He^...... 3,35 — 3 — Eichel.............. Zellstoff Waldhof...... 4 10,25 4 9.76 4,13 9,75 4 9,6 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 3,60 2,8- 3,25 2,90 — — Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht, des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 23. Sept. Die Börse steh h^ute im Zeichen außerordentlich geringen Geschäfts und starker Zurückhaltung, besonders aus dem Aktienmarkt. Der heute stattfindende Mmrster- rat sowie die Beratungen sämtlicher Börsenvvr- stände in Berlin über die.Frage der Aktienzu- sammenlegung und über Steuerangelegen heften haben begreiflicherweise eine gewisse Zu ruck- Haltung hrrvorgerufen. Die Börse warnet zunächst die politisch und wirtschaftlich wichtigen Entscheidungen ab. Es kommt hinzu, daß Der herannahrnde Quartalsultimo am Geldmarkt s ine Schatten vorauswirft und zu einer gewis en Geldversteifung führt. Das Geschäft in Industriepapieren war in der ersten Bvrsenstunde gleich will. Man darf jedoch aus dieser heutigen LustlosigLeft der Börse keine zu weitgehenden Schlüsse ziehm hinsichtlich der Grundtenden-, der Börse. Auch am Anleihemarkt geht die Käuferschar n cht mehr so schroff ins Zeug, wie in der vergangenen Woche. Auch hier übte der heranüommende Sennin ei er neuen Sitzung des Aufwertungsausschusses einen starken Einfluß aus. Die Spekulation hält es für geraten, diese Verhandlungen abzuwarten. Devisenmarkt Berlin—Frantsurt a. M. (£ht Billionen Mark auSaedrückt. BuenoS-StreS, London. Neu» hort. Japan, Rio de Janeiro für eine Einbett, Mui und Budapest für 100000 Tin betten, alle« übrige für 100 (grübelten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) 22. Septbr. 23. Septbr. Report. 22. | 28. Amtlich» Notteruna Amtlich: Nokterun, Geld «ries Geld Brief Amtl.-Rott 161,74 162,>6 161,79 162,71 voll voll Brn.-?1ntw 20,70 20,80 20,55 20,75 voll voll Cbristiania 57,66 57,94 67,66 67,94 voll voll Kov^nhagen 71,47 71,8 71,77 72,23 voll voll Stockholm 111,42 111,93 111,37 111,93 voll voll HelstngforS. Italien. . 10,49 18,41 10,55 18,51 10,49 18,39 10,56 18,49 voll voll voll voll London. . 18,705 18,795 18,685 18,775 voll voll Neuyork . Paris. . . 4,13 4,21 4,19 4,21 voll voll 22,225 22,345 22,105 £2,225 voll voll Schweiz . 79,24 79,64 <9,29 79,79 voll voll Spanien . Wien in D. 53,51 55,78 65,25 55.54 voll voll Ceft. abgesi 6,92 5,94 5,92 6,94 voll voll Prag . . . 12,57 12,63 12,54 12,60 voll voll Budapest. 5,45 6,47 5,45 1,475 6,46 voll voll Buen.-Aire 1,465 1,475 1.485 voll voll Bulaarien 3,07 3,09 3,03 3,07 voll voll Japan . . 1,706 1,715 1,706 1,715 voll ooU Wo de Fan 0,395 0,405 0,396 0,405 voll voll Belgrad . 5,88 6,90 5,85 6,87 voll voll Lissabon . 11,97 12,03 11,97 12,03 voll voll Berlln, 2?. Sept. Amerikanische Note» .... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten ....... Französische Note» ..... Holländische Noten...... Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Deutsch Oefterr .ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Geld Drie, Reparr. °/n 4,11 4,21 voll 20,63 20,70 voll 71,17 71,73 voll 18,66 18.75 voll 22,17 22,29 voll 161,53 162,33 voll 18,51 18,61 voll 57,13 57,81 voll 6,905 6,9?5 voll 2,145 2,165 voll 111,20 111,77 voll 79,02 79,42 voll 55,31 55/9 voll 12,54 12,6 > voll 5,38 5,40 voll Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M.. 23. Sept. Tendenz: Wetter schwach. Für die Börse, die schon seit Tagen mit einer weit verbreiteten älnlust und Zurückhaltung belastet ist, wollte sich auch heute kein Lichtblick zeigen. Eine Reihe ungünstiger Momente, vor allem die prekäre Wirtschaftslage, die durch den stiften Verlauf der Messen gekennzeichnet ist, ferner die Unsicherheit, die durch die Geldumstellung auf den Markt getragen ist, belastet die Stim.mung sehr stark und verschärft die Zurückhaltung auf das äußerste. Das Geschäft, das sich auf geringe Umsätze beschränken mutzte, wickelte ftch tn der Hauptsache bei der Derufsfpekulatcon ab, die sich vor allem glatt zu stellen suchte. Unter d:esen Umständen eröffnete die Börse auf der ganzen Linie in schwacher > Haltung. Am Anleihemarkt waren die Umsätze etwas lebhafter, doch war die Stimmung auch hier weiter schwach. 'Ausländische Renten notierten erheblich schwächer. Starke Zurückhaltung machte sich am Attienmarkt bemerkbar, wo die 'Abgaben stärker zum Ausdruck kamen. Am Montanmartt betrugen die Kurseinbahen bis zu ft . Prozent. Auch auf den anderen Märkten bröckelten die Kurse erheblich ab; etwas gehalten schien der Bankattienmartt, doch war auch für diese Werte das Interesse etwas geringer geworden. Der freie Verkehr hatte kleinstes Geschäft und die Kurse bröckelten weiter ab. Api 23/4, Becker Stahl 0,9, Becker Kohle 53/s, Petroleum IZ’/a. Ufa 12Vs. Krügershall 9 25, Growag 0,175. Am Geldmarkt bleibt Monatsgeld leicht und wurde mit 1 bis l1/« unter ersten Adressen abgeschlossen. Am Devisenmartt bleibt das Geschäft still. Im Usancenhandel wukde der Pariser Frank in Pfundparität mit 84,95 und in Dollar- Parität mit 18,93 bewertet. Die Mark behauptet ihren Stand mit 4,20 Billionen für den Dollar. Im wetteren Verlauf der Börse herrschte schwache Haltung vor. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeiger" ) Frankfurt a. M., 23. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 25, Doggen, inländ. 22 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 27 Hafer, inländ. 22 bis 23,75. Mais (gelb) 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36 75 Roggenmehl 31 bis 31,50, Weizen- Ileie 12,50 bis' 12,75, Roggenkleie 12,25 bis 12,50. Tendenz unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. Sept. Am Getreidemarkt war inländischer Weizen billiger, Roggen behauptet, der Gesamtverkehr ruhiger. Von neuen Lieferungsverweigerungen deutscher Firmen hört man nicht viel. Der deutsch-italienische Kontrakt, welcher eine Annullierung durch Ausfuhrverbote vorfteht, komme augenscheinlich für die tschechischen Abschlüsse nicht in Betracht. Es notierten je 1000 Kilogramm: Weizen (märt) 226 bis 234, Roggen (märt.) 210 bis 214, Gerste (märt.) 225 bis 250, Gerste (neue) 200 bis 210, Haser (märt.) 182 bis 190, Raps 340 bis 345, Leinsaat 440 bis 450; für je 100 Kilogramm. Weizenmehl 32.25 bis 35.00, Rvggenmehl 30.25 bis 32.50, Weizenkleie 15.25, Roggenkleie 13.00 bis 13.25, Diktoriaerbsen 33.00 bis 36.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19 00 bis 20.00, Peluschken 17.00 bis 19.00, Ackerbohnen 21.00 bis 23.00, Wicken 17.00 bis 17.50, Lupinen (blau) 13.00 bis 15.00, Lupinen (gelb) 16.00 bis 19.00, Serradella (alt) 15.00 bis 17.00, Leinkuchen 25.00 bis 26.00, Trockenschnitzel 13.80 bis 14.00, Torfmelasse 9.00, Äartoffelfltxfen 19.50. Bücherlisch. * Der neueste Roman von Frank Thieß, dem Verfasser von „Die Verdammten". „Angelika ten Swaart", „Der Tod von Falern", „Das Gesicht des Jahrhunderts" und anderer Werke, ist soeben unter dem Titel „Der Leibhaftige" im Verlag von I. Engelhorns Dachs, in Stuttgart erschienen. * Der Ausgang der Londoner Konferenz und die, wenn auch mit äußerster Langsamkeit und gegen stärkste Widerstände der ftaüzösischen Lokalbehörden einsetzende Räumung der widerrechtlich besetzten deutschen Gebiete an Auh-r und Rhein haben unfere Blicke mehr als gut ist, abgelenkt von dem „separatistischen Theater am Rhein", hinter dessen Kultssen einer der besten Kenner der französischen Rheinpolitik, selbst eines ihrer Opfer, in einer „D i e Drahtzieher" betitelten Dokumentensammlung hineinleuchtet. Gerade letzt toteoer. wo die von Den deutschen Gerichten abgeurteilten Separatisten auf Grund der im Londoner Abkommen vorgesehenen Amnestie erneut auf unsere rheinischen Brüder los- gelassen werdet, ist dies im Verlag für Presse, Wirtschaft und Politik G. m. b. H. rn Derlin- Charlottenburg erschienene Buch von aktuellster Bedeutung, denn wer bürgt dafür, daß nicht heute oder morgen die französischen Gewalthaber, die von jeher als Drahtzieher des separatistischen Puppentheaters am Rhein figurieren, einew dritten Att ihres Derrätersprels in Szene setzen, um ihr Ziel, tue Verewigung der Rheinland- besehung, zu erreichen? Gerade darum ist die Lektüre dieses — wie der Verfasser mit Recht sagt — einem dramatisierten Kolportageroman ähnelnden Buches r>on_ so eminenter Bedeutung, weil es dem über den Sorgen des Alltags nur allzu schnell vergessenden Deutschen mit einer Deutlichkeit ohnegleichen an Hand einer schrer lückenlosen Dokumentensammlung die Augen öffnet für das, was sich in den letzten fünf Iahren am Rhein tatsächlich abgespielt hat, Szenen, zu deren Wiederholung in verbesserter Auflage die französischen Regisseure und ihre separatistischen Akteurs jeret 3 zeit sich bereit halten. Das Buch will keine Geschichte sein, aber es wird ein: der wichtigsten Quellen für den künftigen Geschichtsschreiber des rheinischen Separatismus darstellen, vor allem deshalb, weil es dem Verfasser gelungen ist, in ihm neben den Zeugnissen hoher ausgewiesener Beamten und anderer Gegner der Bewegung eine Reihe interessanter und bedeutsamster Dokumente aus der Feder führender Separatisten und französischer Militärs selbst zu vereinigen. Die fesselnde Schreibweise des Verfassers macht das Buch auch in der Hand des Richtpolttikers zu einer überaus klaren Lektüre. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. K. In Gießen ist ein solches Bureau nicht vorhanden. H. M. Für den Fall, daß es sich hier um einen Teil des Gesamt- Mietverhällnisses handelt, haben Sie natürlich die Dutzung des Bleichplahes mit. die Ihnen nur durch ein Gerichtsurteil, aber nicht einfach durch ein Verbot des Hausbesitzers entzogen werden kann. Immer im Dienst. Da Ihre Fragen auf bestimmte Persönlichkeiten abzielen, lehnen wir die Beantwortung ab. Wenn die Sache für Sie so wichtig ist, dann wenden Sie sich doch direkt an das Institut. Letzte Nachrichten. Eine neue Erfindung in der Uebersee telegraphie. Berlin, 23. (Sept. (WTD.) lieber eint Epoche machende Neuerung in der Seekabeltelegraphie berichtet auf der Daturforscher- versammlung in Innsbruck Prof. Dr. Wagner-Berlin, der Präsident des Tele- graphen-technistchen Reichsamtes. Bisher konnte aus langen transozeanischen Kabeln nur recht langsam telegraphiert werden. Auf den Kabeln zwischen Europa und Dordamerika werden zum Beispiel in der Minute nur 180 Buchstaben befördert. Professor Wagner und seinen Mitarbeitern ist es nunmehr gelungen, die Geschwindigkeit auf 1 00 0 bis 1 200 Buchstaben in der Minute zu steigern. ELurmkataftrophe in Nordamerika. Sankt Paul, 23. Sept. (WB.) Bei einem Wirbelsturm in Minnesota und Wisconsin famen 60 Personen ums Leben. Unter den Verletzten befinden sich 25 Schwerverletzte. Don dem Sturm wurden zahlreiche Häuser zerstört. —iHimi i ir 1 ii ii im. "i ' Hessische Biiderbühne Lindenplatz 1 • Fernruf 997 • Lindenplatz 1 SpoiMMmpie m Göteborg ffi wo unsere Sportler Deutschland so rühmlich vertreten haben. zur Aufführung nach der bestbekannten gleichnamigen Oper von Wilh. Kienzl. Dieses Stück wurde von dem Bruder des groß. Komponisten für den Film bearbeitet. Die musikalische Vorbereitung hat Hofrat Ottenheimer-Darmstadt Anfang 4 Uhr, letzte Vorstellung 8.20 Uhr -------= Außerdem: ===== SWF" Ab heute 7326c bis einschl. Mittwoch, 24. Sept, kommt das ergreifende Filmwerk Für Besatz u. Ausputz Großes Lager in: Krimmer, Krimmerstreifen, Astrachan, Plüsch, Slinks und Pelzbesätze Cjffodebaus Qrfomort 7335a S