Ic® Preise- °n hiervon *i'Xi 51i"' ling. S*’f.3i,w 9'10.30®., tc^ Alsfeld bes Kretzes, ^usgefunden lmit erledig. “tau Rolfen, lolfyn. len. rj9e auf 2ks- ei-Revieren zu 1 dem besetzten M,nt (Senden- len. । ut®,(ml. ■ ■ elrqen. ^SbSS«**- ’n S* e s^>' mtn*21 , t -X. ■ÄS »FÄS WZ '^0 .TLx tt»') i. -al-ac- ,wW >i» v“i“b.- nett englischen im Unter- bius wieder ausgenommen werden. 3n -unter räun^ Me Macdonald am. Vormittag mit den Lelegationsfühiern in Downing Street hatte, sind w e der Berichterstatter mitteilt verschiedene Vorschläge zu der Angllegrnh.nt ge- | macht worden. Sie sollen im wesentlichen darin bestehen, daß der durch den ^«rilani h; n'euen ®ara'Jtinen um- bCJnl€n>er&en so ll. So wurde man sich S e & mPb?mit der vorherigen Stellungnahme res ?w>ä Vertreters der ausländischen 2mleih^uno I s-SM-Zchi- hierbei auf den § Bestimmung b-s für bte ®in- föÄJW &rftänbismUt^ ab- gegeben. 1 , «Reuter beruhigt. London, 22. Juli. Bezüglich der Schwierigkeiten, die entstunden. sem s°I- B?nNer^über^n'Deschlutz des elften Komitees über die Frag- ^tsthe" Der- f°h-ung *fu«rHe SffÄ kann. 3n Wirklichkeit sich nur um das Wiederauftauchen g«wi s«r 3»«^ selben auf die 2wtwend>gk->t einer ange Besorgnisfe Werdert selbst' Zuversicht der englischen Presse. London. 22. Juli. (WTB.) 5He Haltung der britischen und amerikanischen Bcmkiersin der Frage der Sicherheit für die geplante Anleiye von 40 Millionen Pfund Sterling findet in der Presse groß e^B e a ch t u n g. Die Blätter heben hervor, daß die Bankiers selbstverständlich befriedigt werden müßten und geben gleichzeitig der Zuversicht Ausdruck daß die pcimuLWiL irycu in | dadurch entstandene Stockung in den Verhand- "X lang« in befriedigender Weife Überwunden werde. Presse bietet alles auf, um durch Drohungen, I Die Zulassung aller Art die Amerikaner zur Einschränkung ihrer v Forderungen zu^tvingen^ Doch^hat.^ den An- ©0Utfd)lGnt)5e richten. RnzeigerSietzen. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11688. Angriffe aus die bayrische Justiz. München. 22. Juli. (WB.) Der bayrische Landtag befaßte sich in seiner heutigen Plenarsitzung mit der sozialdemokratischen 3nterpellativn, was die Staatsregierung gegen die st aats verhetz ende nWirkun- g en der letzten bayerischen Volks- gerichtsurt eile zu tun gedenke. Der Begründer der Znterpellattvn. Abg. Dr. Hoegner (Soz.). krittsierte besonders scharf die Llrteilsgründebeim Hitlerprvzetz und erklärte, die bayerische Justiz könne nur gesunden, wenn auch die Politische Atmosphäre in Lohern gereinigt werden. Zustizminister Guertner entgegnete, kein Hustizminister habe die Möglichkeit. auf das Llrteil einzuwirken. Bei der Zusammensetzung der bayerischen Dolksgerichte hatten die Laienrichter allgemetti den Ausschlag gegeben. Wenn auch zugegeben werden müsse, daß die Tat von 1923 an sich zweifellos em hochverräterisches Unternehmen darstelle, müße er doch eine Gleichstellung mit dem Unternehmen von 1918 als nicht angebracht bezeichnen. Der Minister teilte mit, daß wegen der Beteiligung am Hitlerputsch im ganzen 72 Personen verurteilt wurden, davon 6 zu Gefängnis, 48 zu Festungs- und 18 zu Geldstrafen, und daß die Bewährungsfrist nur einem- Drittel der Verurteilten zugebilligt wurde. , Bei der Besprechung der 3nterpeNation erklärte Graf von Pestalozza (Bayr. Vp.), man habe rnit Recht an der Prozehführung des Hitlerprozesses K r i t i k g e ü b t und sie als einen Skandal bezeichnet. Der Redner wandte sich weiter gegen den Beschluß des Rechtsausschusses des Reichstags, wonach bei Volksgerichtsurteilen das Wiederausiiahmeverfah- reu zulässig sein soll. Er forderte den Minister in schärfster Form auf, gegen dieses Vorgehen Stellung zu nehmen, und erklärte dann: Wenn die 3iv» stiz schon am 1. 5. des vergangenen Jahres, als sich der Kampfbund aus Oberwiesenfeld mit Waffen zeigte, vorgegangen wäre, hätte der ganze.Hltler- putsch vermieden werden können. Man dürfe sich nicht wundern, wenn überall von guter Qu- stizkatastrvphe gesprochen werde. Paris, 22. Juli. (WTB.) Rach dem Londoner Sonderberichterstatter der H a v a s a g e n- t u r hat Macdonald in der Unterredung, die er heute vormittag mit Herriot, Theunis, be Stefani und dem Botschafter Kelogg hatte, die Berufung der Deutschen zur Konferenz zur Sprache gebracht. Ern Beschluß sei nicht gefaßt worden Die eng- > •jeeparauon»xouuiiiiiiuu i lische Delegation habe die Rusior ng er solaen chwissermahen als Gegenleistung für halten, ihren Standpunkt in dieser Frage in KtliÄ Sug^tä» I— .*...«•*.» bargen. ®t« man gut tun, trotz des Lichtblicks, den die Haltung der Amerikaner darstellt, dem weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen mit nicht geringeren Bedenken als bisher entgcgenzusehen. und. da die Dauern vielfach kein Geld hatten, will und sie haben auch zu neue Saat zu kaufen, pflanzten sie an was fte RetmMttmskommission selbst nach der Aus- gerade besaßen Lupine, Kartvsfellr, s amerikanischen „Generalagenten" so auch wenn es sich für den Boden gerade nicht } Ver-trauen daß sie diese bisher rem fran- eignete. Der Hllfskredit der Reichsregierung in orientierte Organisation nach Möglichkeit Höhe von 22 Millionen^ Maick erwies sich bei ^sgeschaltet sehen wollen. der Verteilungg als em Tropfen auf einen heißen j uu y^_ s>at die Londoner Konferenz in Stein. Aber der günstige Sommer dieses Jahres hat bis jetzt vieles in der Güte wieder gut- gemacht. was an Menge verloren ging. Es gibt eine leidliche Mittelernte. Die Getreidesvrten ------ haben sich erholt, die Anbaufläche der Kartoffeln französische Spiel so sehr hat zugenommen, die Ruben haben überhaupt ££c&fcbaut worden sei, daß man nicht nachgeben nicht gelitten. Es hapert ledoch am Absatz Wo- Trotzdem trägt die Londoner Prelle -runsch- hin mit dem Lieberschuh an Kartoffeln? An Ge- ^e zuverfichtliche Mime zur Schau, nur treibe zeigt die Börse em Lieberangebot über - £eV Einladung an Deutschland wird dessen Herkunft man sich den Kopf zerbricht. zurückhaltend behandelt. Fast hat es Haben die Großabnehmer Behörden und rndu- w v ^^untenstehenden Londoner Meldung den striellen Betriebe sich m der Aaflattonszeu. zu Anschein als sollte diese Einladung erst für stark eingedeckt? Sicher ist daß Deutschland durch 'späteren Zeikpuntt, und , zwar den Sturz des französischen Tranken mit Mehl ^evarationskommission nach Paris er- «eradezu überschwemmt wurde. Auch die Einfuhr TOT ~--- der amerikanischen sog. P^tentmehle hat. besonders in Süddeutschland den Mühlen und landwirtschaftlichen Betrieben sehr geschadet Als die Regierung endlich ein Ventil für b:e auf gehäufte deu ts^ Erzeugung öffnete, nämlich du ich die Freigabe der Ausfuhr, war es vielfach schon zu spät. -Unter dem gewaltigen Preisdruck im 3nnem mußte der Landwirt um ;eden Preis verkaufen, weil der notwendige langfristige Kredit zur Zeit ja nirgends zu bekommen ist. Gras Kanitz wurde in der eingangs genannten Versammlung dringend ersucht, die Verhandlung.-n mit Reichsbank und Reichsfinanzmini'e ium uocr die Krediterleichterung für die Landwirtschaft mit Rachdruck fortzusetzen. Doch dami allein r|t tem deutschen Landwirt, der nach amtlicher Feststes lung aus dem Ertrag seiner Erzeugnis e nur noch dreiviertel der Linkosten seiner Betriebsmittel Lecken kann, nicht geholfen. Man muh ferne Rot auch im Punkte des Steuerdrucks kurieren. Die Reichsregierung versprach den Ministern der Länder, bei der Reuordnung des Steuerwesens auf möglichste Gleichmähigreit bei der -de- ! Wertung des Grundvermögens durch Reich und Länder zu dringen. 'Das ist zu wenig. Man muß den deutschen Dauern sofort einen Teil der steuerlichen Lieberlast abnehmen. Er zahlt immer noch die 2i/,proz. Llmsatzsteuer doppelt, tr^il der Händler an der Börse die ihm selbst wieder zu zahlende Llmsatzsteuer rn fern Preisangebot einkalkuliert und sie so ructzorrkend auf den Landwirt abioälzt. Also schleunigster Abbau der Llmsatzsteuer! Eine gewisse Erleichterung bringt der Runderlaß Les Reichssinanzministers an die Finanzämter vom 15. Juli. Darnach sollen Die Steuern der Landwirtschaft an Terminen einge» hoben werden, an denen ihr neue Einnahmen zufließen. Das soll Wohl heihen: n a ch der Ernte Lurch besagte Verordnung wurden auch die Ver- »^Auschläge für nicht gestundete Steuern mi Wirkungen vom 20. Juli ab von 5 Proz. auf 2 Proz. herabgesetzt. Zu der neuen 3^it>or[age erllär^e der Landwirtschaftsminister des Reiches gegenüber den Angriffen des -vorwärts daß das Gesamtkabinett einmutig S" der Vor- faae stelle und sich der Bedeutung der Vorlage ^wuA sei. Die Agrarzölle coerden also wieder- kommen und der Verbraucher wird sich damit ab- finden muffen. Sie AnchMle । n^t fo groß sein, als wenn man den deutschen Bauern zugrunde gehen läßt. Aus Stadt und Land auf die Rutzangs entrichten: M 3725 ML berechtigten umzutegen.) Es sind demgemäß Die Kommunisten im Reichstag. Ein abgelehnter Mihtrauensantrag gegen Wallraff Die Parteiführer beim Reichskanzler. ‘Berlin, 23. Juli. (WTD.) Der Reichskanzler empfing gestern nachmittag die P a r - teiführer des Reichstags, mit Aus- nahmederAativnalsvzialisten und Kommunisten. Der Reichskanzler unterrichtete die Parteiführer vertraulich über die zum DaweSgutachten ausgearbeiteten Gesetzentwürfe. Wie verlautet, wurde in dieser Besprechung, an der u. a. außer dem Reichskanzler die Reichsminister Luther und ZarreS teilnahmen, vertraulich auch die parlamentarischeLage besprochen, wie sie sich in den nächsten Lagen gestalten kann. Sitzung des Auswärtigen Ausschusses. Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Der Auswärtige Ausschuß nahm heute mittag in Anwesenheit fast aller Ausschußmitglieder längere Ausführungen des Ministers des Aeußern über die außenpolitische Lage entgegAr. Die Verhandlungen. bei denen u. a. Graf Westarp, Müller-Franken und Dr. Wirth das Wort ergriffen, waren reicht öffentlich. Eine weitere Meldung besagt, daß nach den Ausführungen Stresemanns der Reichsbankpräsident Schacht Darlegungen über den Dankgeseh- entwurf, Staatssekretär Trendelenburg über das slowakei zu der ihr gebührenden Macht im Staate auf allen ©ebieten. Ohne die Arbeit der 31/? Millionen Deutschen gäbe es keine Tschechoslowakische Republik. Die Deutschen würden sich auf die Dauer nicht mit einer zweitklassigen Stellung begnügen. Die Deutschen in der Tschecho- slotoakei suchten ihre Rechte auf dem Wege der Vernunft und der parlamentarischen Verhandlungen zu fördern; wenn aber durch Verhandlungen und Leistungen nichts zu erreichen sein werde, würden die Deutschen in der Tschechoslowakei ihre Rechte auch anders vertreten. Industrieobligationsgesetz und Reichsverkehrsminister Oeser über das Reichsbahngesetz gegeben haben. Nachklänge zur Separatiftenzeit. Duisburg, 22. Juli. (Wolff.) Ein Nachspiel der Separatiftenzeit hat das hiesige Schöffengericht beschäftigt. Der Wächter Müller hatte im Rovember einen Stadtsekretär derart mit dem Sabel mißhandelt, daß der Verletzte in das Krankenhaus gebracht werden mußte. Der separatistische „Oberbürgermeister Engel, der als Zeuge geladen war, sagte aus, daß er sich auf Einzelheiten nicht mehr besinnen könne. Der Staatsanwalt beantragte gegen den achtzehnmal Vorbestraften eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Das Gericht ging über den Antrag hinaus und erkannte auf ein Hahr sechs Monate Gefängnis. ' Zum Schutz der deutschen Arbeiter. Berlin, 22. Juli. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags hat den deutschnationalen Antrag angenommen, der die Beschäftigung ausländischer Arbeiter nach Möglichkeit einschränken will. Ferner wurde dem sozialdemokratischen Anttag zugestimmt, der eine Be- schäfttgung von Wanderarbeitern in der Landwirtschaft nur zuläht, wenn keine einheimischen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Forderungen der Deutschen in der Tschechen. Prag, 22. Juli. (Wolff.) Der deutsche Abgeordnete Krepek forderte in einer Rede die Zu - lassung der Deutschen in der TschechoEine neue Hetzpropaganda Poincarss. Paris, 23. Juli. (WTD.) Dir Pariser Ausgabe der „Daily Mail" wird nach dec „Information" heute einen Propagandaartikel Poincarss über die Vorbeveitangen Deutschlands „zur Zerstörung des an g - lischen Handels" veröffentlichen, die nach Poincarö beginnen wird, sobald Deutschland das Ruhrgebiet wieder in der Hand haben wird. ist die Iulimrete, Zusammenstellung Friedensmiete: 30.- Mb 7.— , —.25 „ vorletzt worden. Wenn der Antersuchungsrichter Vogt tatsächlich von der Justizbehörde als tüchtiger, fähiger Beamter betrachtet wird, dann bleibe für sein Verhalten nur die Erklärung, daß er bewußt die Verfassung und Strafprozeß- vrdnung verletzt hat. Aus dem Vorgehen des Antersuchungsrichters Vogt spreche der Haß gegen die Republik und den Reichstag. (Ruse rechts: und ßdnert ?) Der Landtagspräsident Leinert sei vom Antersuchungsrichter Vogt ebenso getäuscht worden wie Präsident Wallrafs. Präsident Wallraf w'.derpricht der Meinung, daß der Reichstagspräsident nur mit den Zentralinstanzen zu verkehren hätte. Ich habe mich des alten deutschen Rechtssatzes erinnert, daß man dem Angegriffenen die Freiheit in der Verteidigung lassen soll, und habe es darum für eine vornehme Pflicht gehalten, alle gegen mich gerichteten Angriffe zu überhören. Das bedeutet aber nicht, daß ich künftig weniger schwere Angriffe gegen Beamte und Behörden durchgehen lasten würde. Abg. v. Graefe (Nat.-Soz.) äußert große Bedenken gegen das hier von Justiz und Polizei eingeschlagene Verfahren. Der Präsident habe vielleicht im guten Glauben gehandelt. aber seine Zustimmung zu der Durchsuchung sei bedauerlich. Es sei ein Hohn auf die Verfassung, trenn Reichskanzler und Reichsminister des Aeuheren nicht das ganze Parlament, sondern die Parteiführer unter Ausschluß bestimmter Parteien über ihre Politik informieren. (Hört! Hört! bei den Rativnalsozia- listen und Kommunisten.) Die Rativnalsoziallsten würden sich bei dem Mihtrauensantrag gegen den Präsidenten der Stimme enthüllen und d.n übrigen' Anträgen zustimmen. Rach einem Schlußwort deS Abg. Katz (Komm.) wird der Antrag auf Vers assungs- änderung dem Rechtsausschuß überwiesen. Der Mißtraue nsantrag gegen den Präsidenten. Wallraff soll dem Geschäfts- vrdnungsausschuß überwiesen werden. Abg. S ch u l z - Dromberg (Dntl.) beantragt dagegen sofortige namentliche Abstimmung. Die Mehrheit entscheidet sich gegen Sozialdemv- Irakn und Kommunisten für sofortige Abstimmung. Darauf erllärt Abg. Levi (Soz.), daß die Sozialdemokraten sich der Sttmme enthalten würden. In namentlicher Abstimmung wird der Miß- trauensantrag mit 196 gegen 49 kommunistische Stimmen bei 106 Stimmenthaltungen abgelehnt. Abg. Graf v. Westarp (Dntl.) berichtet dann namens des Auswärtigen Ausschusses über die Frage, ob im Interesse der Wahrung der Vertraulichkeit der Ausschaßver- handlungen eine Aenderung der Geschäftsordnung nötig sei. Im Auswärtigen Ausschuß wurde mit Rücksicht auf die An Weisung der Moskauer Kommunisttschen Internationale an die kommunistischen Abgeordneten die Frage gerichtet, ob sie die Vertraulichkeit der Verhandlungen wahren würden. Darauf erklärten die Befragten, sie würden die verfassungsmäßig gebotene Vertraulichkeit wahren. Diese Erklärung hielt die Mehrheit des Ausschusses nicht für ausreichend. Sie beantragt die Aebeiweisung der Frage an den Ge- fchäftsordnungsausschuß, ob eine Aenderung der Geschäftsordnung nötig sei. Abg. Rosenberg (Komm.) wendet sich scharf gegen den Ausschußantraa. Abg. Dreitscheid (Soz.) halt den Standpunkt der Mehrheit des Ausschusses für falsch und erklärt, seine Freunde würden sich im Geschäftsordnungsausschuß dagegen wenden. Abg. Fehrenbach (Ztr.) bezeichnet eine Beratung der Frage im Ausschuß als nötig. Die Angelegenheit wird dem Geschäftsord- nungsausschuh überwiesen. Rach debatteloser Erledigung einiger kleiner Vorlagen vertagt sich um 8 Ahr das Haus au Mittwoch 2 Ahr. Am Freitag politische Aussprache. Der Aellestenrat des Reichstags hat sich heute vor den Plenarsitzungen nochmals mit den Dispositionen über den Beratungsstoff in dieser Woche beschäftigt. Am Freitag wir d im Anschluß andenRotetateineallgemeine politische Aussprache auch über die Außenpolitik stattfinden. erhobenen Sondersteuern des Landes oder der echten Scheinen nicht der Fall ist. Die Reihen- G-mÄni>-n v°m b-b^utM Dese fini> bezeichnung lautet H «-34, 6er Unterbind von dem Grundstücksbesitzer ntuh-tn.i«« l 0 J ö J Rußland sucht Anschluß in der Tscheche» Prag, 21. Huli. (Wolff.) Der neue Prager Svwjetvertreter AntonovOwsejenko sprach sich in einer Anterredung mit dem Vertreter des Prager Legionsorgans „Rarod.ry Oswoboshenie" sehr entschieden für eine t schech i sch- russi - sche Annäherung aus. Als Voraussetung für die feste politische Annäherung betrachtet ec die innige Fühlungnahme zwischen b:n russischen tschechischen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen. Owsejenko regte zu diesem Zwecke die Gründung einer „Gesellschaft der tschechisch-russischen Freundschaft" an. Das wirtschaftliche Interesse müsse, die Völker, auch die tschechischen, die soviel litten, in jenen rechtlichen Formeln suchen, welche dir Sowjets befriedigten. Die Moskauer Regierung beschäftige sich mit keinerlei Propaganda wie Die kommunistische Partei. Die englische Regierung, in der sich jetzt Sozialisten befanden, sei für die Propaganda Der zweiten Internationale ebenfalls nicht verantwortlich zu machen. Owsejenko leitete das Gespräch mit einigen sehr starken Komplimenten sü die tschechischen Legionäre ein, mit De.ien er während der russischen Revolution mehrmals in Berührung gekommen ist. Berlin, 22. Juli. Als Präsident Wallrafs um 3^4 Ahr die Sitzung eröffnet, rufen die Kommunisten: Heraus mit den politischen Gefangenen, Amnestte, Am- neftie! Rach einigen Minuten Lärm werden die geschäftlichen Mitteilungen of^ne weitere Störung angehört. Der Reichsminister des Innern ersucht ;iu. a. um Genehmigung zar Verhaftung und : Strafverfolgung des kommunistischen A b- geordnetech Katz wegen Hochverrats. Die Angelegenheit wird dem Geschästsordnungs- ausschuß überwiefen. 1 Aus der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation der Kommunisten, die sich gegen die Durchsuchung der kommunistischen Frakttons- Rimmer wendet. Die Reichsregierung hat dazu erklärt, daß sie eine Beantwortung Der Interpellation ab lehne, da es sich um eure richterliche Maßnahme handelt. (Rufe der Kommunisten: Frechheit!) Außerdem liegen zu dieser Angelegenheit kommunistische An- träge vor, die dem Präsidenten das Mißtrauen aussprechen und eine Verfassungsänderung dahin verlangen, daß Artikel 38, Absatz 2 der Reichsverfassung sol- gende Fassung erhält: „Eine Durchsuchung oder Beschlagnahme darf in den Räumen des Reichstags oder eines Landtags nicht vorgrnommen werden. r Präsident Wallrafs gM zur Einleitung der Debatte eine Darstellung des bekannten Schriftwechsels und der Verhandlungen, die der Durchsuchung der Fvaktions- zimmer vorausgrngen. Als er erklärte, er habe dem Anters uchungsrichter die Zustimmung erteilt, brechen die Kommunisten in stürmische Pfuirufe aus. Präsident Wallrafs rechtserttgt sein Verhalten und erllärt zum Schluß unter großem Lärm der Kommunisten, ein Staat, der sich nicht gegen gewaltsamen Amsturz wehrt, gibt sich selbst auf. 1 Abg. Katz (Komm.) wendet sich bei Begründung der kommunistischen Anträge scharf gegen den Präsidenten Wallrafs. Dieser habe geflissentlich mtt seinem Rechts- und Berfas- sungsbruch gewartet, bis der Reichstag nicht mehr Äufammen war. Den Verfassungsbruch habe der Präsident bewußt verfügt. Der Präsident habe in leichtfertiger Weise ine Kommunistische Partei verleumdet und beleidigt. Abg. 5j5I fein (Komm.): Der Staatsanwalt sei mir das ausübende Organ der heutigen Schieberregierung, die politischen Mörder seien bei den Deutschvölkischen und den Deutschnationalen zu suchen. Das von Spitzeln gegen die Kommunisten zusammen getragene Material habe sich als eitel Schwindel erwiesen. In der Partei habe noch niemals SpihelgesindÄ stärker fein Wesen getrieben wie unter Jarres und Severing. Der Antersuchungsrichter beim Stacttsgerichtshof zum Schuhe der Republik, Landgerichtsdirektor Vogt, sei ein abstrakter Deutschnationaler, der aus seinem Haß gegen die Republik nie ein Hehl gemacht hat. Vogt hat die Durchsuchung ohne jeden Qhiftrag und jeDe Kenntnis des Reich sjustizministeriums ober des Staatsgerichtspräsidenten aus seiner eigenen politischen Leidenschaft heraus vor gen Immen. Der Präsident des Staatsge- gerichtshvfs hat das Verhalten Vogts bei Der Durchsuchung durchaus mißbilligt. Präsident Wallraff habe bewußt die Verfassung gebrochen und das Gesetz verletzt. Präsident Wallrafs habe gezeigt, daß er unfähig sei, Gesetze zu lesen. Er sei unbrauchbar und gehöre vor den Staatsgerichtshof. Abg. Gras Westarp (Dntl.) bezeichnet die Rede des Abg. Katz als einen total mißglückten Verteidigungsversuch der Kommunisten. Den Mißtrauensantrag gegen den Präsidenten würden die Deuffchnationalen sofort ablehneni. Die übrigen Anträge Knuten dem Geschäftsordnungsausschaß überwiesen werden. Abg. Levy (Soz.) beantragt A^rrweisung der Anträge an den Gefchäftsordnungsausschuß. Der Präsident sei bei dieser Gelegenheit leider m- sofern von der bisherigen Hebung abgewichen, als er mtt dem Antersuchungsrichter direkt in Verkehr trat, statt die Verhandlungen mit der zuständigen Zentralinstanz, dem Reichsinnenminister, za führen. (Widerspruch und Anruhe rechts.) Der Präsident habe offenbar den Artikel 38 der Verfassung mißverstanden. Die Immunität der Abgeordneten sei hier tm Wider- i sprach zur Verfassung und Stvafprozeßordnung ermitteln: wurde zu gleicher Zeit derselbe Stoff unter Iulimtete: gang gleichen Bedingungen diktiert. Das 12 — G.-Mk. Wettschreiben fand eine Beteiligung von » 10 942 Bereinsmitgliedern und stellt damit das —----------- bei weitem größte Wettschreiben dar, das bis $ 14.90 G.-M jetzt überhaupt stattgefunden hat. 9432 Ar-- . beiten konnten mit Preisen ausgezeichnet wer- Dornotizen. Den. An diesem erfreulichen Ergebnis waren ~ m Orion steht rechnung der Miete für Den Monat Juli fol- un£> siebzig Sterne enthält. Der Landwirt schätzt gendes bestimmt: es, teeren das Wetter während Der Hundstag« Die Miete für Den Monat Juli beträgt in vorwiegend trocken ist, und eine Wetterregel lau« ämtlichen Gemeinden des Landes, einschließlich tet: „Hundstage hell und Har, zeigen an eir Derjenigen des besetzten Gebietes, 40 v. H. der gutes Jahr." Rach einer anderen Wetterregel Friedensmiele. In dieser Summe sind 12 sollen hie Hundstage ausgehen, tote sie ange- v. H. für laufende. 8 v. H. für große Instand- sangen haben. Die Hundstagehitze, Die wir vor ehungskosten, sowie 20 v. H. für Betriebskosten einigen Tagen schon tüchtig zu spüren bekamen, und Ztnssteigerung enthalten. ist im Volksmund nicht gerade beliebt, namentlich Im übrigen wird an Dem Inhalt der Br- ptcke Leute betrachten sie als eine Zeit des be« kanntmachung vorn 28. Mai 1924 über die Fest- sonderen Anbehagens. Aach " Weitere falsche Eisenbahn. Dem Schlußsatz dieser amtlichen Bekanntmachung I Dollarscheine. Neben den Ende Mai m bleiben also folgend» Bestimmungen in Kraft: der Presse bekanntgegebenen Fälschungen von DLtriebskosten sind Steuern, Gebühren unD off ent» i/2> 2 und 5 Dollar sch einen der Reichsbahn IW Abgaben also insbesvnbc« Sruadsteu-rn. jft . it ^niger Zeit eine neue Art von Fäl- s-hung der 2 Dollarnoten in größerem Arn. Pflichtversicherung, Treppen- und Flurbeleuchtung fang in den Verkehr gekommen. Sie weicht usw. und Deraxrltungskosten. Wassergeld ist je- von den früheren wesentlich ab. Die Stücke sind doch mir bis äu2^/»v. H. der^ Friedensmirte in auf Papier mit Wasserzeichen hergestellt, das dem Sah für Die Betriebskosten enthalten. In ’ Denjenigen Gebäuden oder Gebäudeteilen, in denen denen Der echten Scheme in dorm und Au^ Der Verbrauch 2V2 v. H. der Friedensmiete über- führung gleicht. Die Schrift ist jedoch schwach steigt, kann die Mehrausgabe auf Die Ruhangs- jm Druck, in dem Wort „Gedeckt" unter der berechtigten nach den bisherigen Grundsätzen um- Zahl 8,40 fehlt das „e“ vor dem „ck", und in gelegt werden. Richt einbegriffen sind ferner in ~ .f. .. Dem oben genannten Sah für die Betriebskosten $cr Anterschrlft Oeser ist das „s Mit dem die auf Grund der dritten ©t>uernott>erori)-nang nachfolgenden „e" verbunden, was bei den mit dem Wertausdruck „2“ ist schwächer, als bei den echten Scheinen. RDV. Besucht das Rheinland! Während der Rhein früher das Ziel Taufender war, läßt der Fremdenbesuch jetzt viel zu wünschen übrig. Das infolge der langen Besetzung schwer geb lüfte Land erleidet dadurch weitere wirtschaftliche Schäden, die um so mehr zu bedauern sind, weil, wie die ..Reichszentrale für Deutsche Der- kehcswerbung" mitteilt, die Reifen an den Rhein zumeist aus unnötiger Besorgnis unterlassen werden. Der Bewohner des unbesetzten Gebiets begegnet bei einer Rh-rinreife keinerlei Erschwernissen. Er kann sich dort bewegen: wie zu Hause und bedarf neben dem Perfonalaustveis nur eines Geleitfcheines für die Einreise, der auf leichteste Weise durch die Köln-Düsseldorfer Rhrindampf- schiffahrtsgesellschaft in etwa ein bis zwei Tagen beschafft wird. Der Antrag ist an die Direkttvn der Preutzisch-Rhcinischen Dampffchiffahrtsgesell- schaft in Köln, Thurnmarkt 26, zu richten Ihm sind beizufügen: a) für die englische Zone: ein Personalausweis mit Lichtbild (ausgestellt von der Polizeibehörde deS Wohnorts), zwei Paßbilder (Brustbild), eine Gebühr von 5 Goldmark rS „f* mit dem i, vaS bei den list. Die Aeihen° , der Unterdrück ist schwächer, als Grau- o. WeiHsliick von hervorragend Qualität stets . sofort lieferbar Montag, den 28. Juli mittags um */»2 Ahr versteigert die Gemeinde Saasen auf dem Hofe des Faselhalters Wilhelm ErbeS einen abgängigen Vogelsberger Bullen. Saasen, den 22. Juli 1924. Bürgermeisterei Saasen. Der durchberatene Gemeindevoranschlag für 1924 liegt vom 24. d. Mts. ab eine Woche lang auf unserem Amtszimmer während der üblichen Amtsstunden offen, woselbst Einsicht genommen und Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden können. Es ist die Erhebung einer Umlage vorgesehen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Albach, den 23. Juli 1924. Hessische Bürgermeisterei Albach. Kollekten ergaben schöne Beträge. Kreis Büdingen. )( Bad Selters, 22. Juli. Die Zahl Besucher unseres Badeortes nimmt ie 'Eiche :atunS. mifeig hngfan k-Detters Kreis Schotten. • 2aubad), 21. Juli. Zur Linderung der Wohnungsnot beschloß der Gemeindevat die Erbauung eines Bierfarnilien-Wohnhau- s e s. Wit dem Dau soll sofort begonnen werden. — Ein Antrag des Pfarrers Bebel und des Direktors der Realschule um Erbauung einer Badeanstalt toirb in nächster Gerneinderats- sitzuna erledigt. § Alrichstei^ 21. Juli. Linser Städtchen, ebenso wie der Äachbarort Feldkrücken, batte am letzten Sonntag ein besonderes Ereignis zu verzeichnen. Es predigte nämlich im Gottesdienst der Pfarrer der deutsch-evangel. Gemeinde von O l m ü tz in Mähren, Pfarrer Müller. Dadurch, daß er in die Predigt, bie über Psalm 42, Bers 2 gehalten wurde, manches von den Röten und Kämpfen feiner Auslandge- Kunst und Wissenschaft. Beginn der Bayreuther Festspiele. Bayreuth, 22. Juli. Das große Interesse für Bayreuth und seine Kunst and Aufgabe hat durch die infolge widriger Verhältnisse erzwungene zehnjährige Unterbrechung der Festspiele nicht gelitten. Daß der Bayreuther Gedanke in feiner Werbe kraft feine Einbuße gehabt hat, zeigt der starke Andrang aus dem Jnlande und auch aus dem Auslande zu den heute beginnenden Festspielen. Die erste Vorstellung begann heute um 4 Ahr. Diese Aufführung der „Meistersinger von Rürnberg" machte in der glänzenden Form und Ausstattung einen hervorragenden Eindruck, der sich in immer wiederholten stürmischen Beifall des ausverkauften Hauses kundgab. Vermischtes. Straßenbahn-Zusammenstoß in Berlin. Berlin, 22. Juli. (WTD.) Ein schwerer Zusammenstoß, zwischen zwei Straßenbahnwagen ereignete sich gestern abend auf der Kreuzung Jnvalidenstraße—Reues Tor. Angeblich infolge Versagens der Bremse eines der Wagen stieß dieser mit voller Gewalt auf einen anderen, so daß die Vorderplattform des ersten Wagens völlig zertrümmert wurde. Don den Insassen der beiden Elektrischen wurden insgesamt 6 Pers onen mehr oder weniger schwer verletzt. Schreckliche Verheerungen durch eine Wind- Einen Iodquellenfund aus prähistorischer Zeit machte Zivilingenieur W. Goke im Iodbad Salzbrunn im bayerischen Allgäu. Dort sollte die fast fcerfiegte Iobquelle neu gefaßt werden. Bei den Arbeiten stieß man auf alte, fast vollständig verfallene Stollengänge, während ein Teil des von Iodwasser vollständig umgebenen Grubenholzes durch die Iodsalze konserviert und bestens erhalten war. Göke ging dem Arsprung des Iodwassers weiter nach und stieß bei einer Stoll en länge von 36 Meter auf den Ursprung der Quelle, welche in einer Grotte breit hervortritt. Die von verschiedenen wissenschaftlichen Seilen vorgenommenen Antersuchungen ergaben, daß die Stollbauten aus der Römerzeit, die bisher unbekannte Grotte hingegen, wäche prähistorischen Arsprungs ist, aus der Zeit 1500 vor Christi stammen muß. Somit farm das Iod-- bad «Ällzbrunn als älteste der in der Balneologie bekannten Mineralquellen Europas bezeichnet werden. Reizende Neuheiten in Spiel- Hosen für Knaben und Mädchen zu billigen Preisen Fritz Nowack Wäschefabrik und Ausstattungshaus 1 Zahlung-, * b,c ^rltU x?Deschlusse tot Woche die Wforten JJrt Ren- fortan rur gelassenen n 3. August un9 ttxirbe eine aus Aniah der Einrittes »rügt Tjumen hotte, ö. August, tzie Slerabilde des ’xn Orion steht Landwirt schätzt der tzandstLM Dett errege! lau- rügen an dr 'ren Detterregel - vie sie cmge> die wir vor spüren bekamen, dicht, namentlich ine Zeil des bc Bekanntmachung. Die Voranschläge der Gemeinde Utphe und Feldgemarkung Feldheim für das Nj. 1924 liegen vom 24. Juli 1924 ab eine Woche auf der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Utphe, den 22. Juli 1924. Hessische Bürgermeisterei Utphe. Hamburger Grohftrmen und Behörden konnten u. a. Börse, Freihafengebiet, große Kailagerschuppen erster Weltfirmen, Passagierdampfer „Thu- ringia“ und Personen- und Frachtdampfer „Madeira" unter sachkundiger Führung besichtigt werden. Eine größere Hafenrundfahrt vervollständigte die Eindrücke des Hafenbetriebs, der trotz des starken Handelsrückganges für die besichtigenden Inländer immer noch imposant genug war. An Ozeanriesen verschiedenster Gattungen glitt man vorüber. Während ein Blick in die Docks und Werstanlagen den Fahrtteilnehmern vom hansea- ttschen Geist des Aufbaus Zeugnis gab, sahen sie an anderen Stellen, besonders in Wilhelmshaven, wie mancher alte Schiffsriese deutscher und fremder Herkunft mit Feuerbohrer und Stahlsäge ab- gewrackt wurde. — 3n Cuxhaven hat die teilnehmende Gießener Jugend das erste Salzwasser beim Baden an der Kugelbake geschmeckt und miterlebt, wie die dortige Bürgerschaft sich allabendlich an der ehrwürdigen „Alten Liebe" ein Stelldichein gibt. Den inneren Werftbetrieb haben die Stu- dienreisenden unter sorgfältiger Führung des Ma- rineoberwerftsekretärS Zimmer, eines geborenen Gießeners, in Wilhelmshaven auf der Reichswerft eingehend kennen gelernt. Kesselschmieden, Maschinenbauabteilung, Gießerei und Formereianlagen waren auf den Dau eines kleinen Kreuzers eingestellt, der im Rumpf schon im Gerüst stand. Andere Abteilungen zeigten die Montage eines neuen Vermessungsschiffes. Wenn auch die Krags- flotte zur Zeit ausgelaufen war, so konnte man sich doch an den noch anwesenden Zeugen früheren Glanzes ein Bild von den Kmegsschiffsthpen machen. Eine dreistündige Abendfatznck im Jade- Bufen vermittelte die Bekanntschaft mit den Funktionen der Leuchttürme, Leuchtbojen, Scheinwerfer, Feuerschiffe usw. Der Rückweg führte über Bremen, dem man noch einen Rachmittag widmen konnte, und Hannover der Heimat zu. Landkreis Gic^rrr. f Trais-Horloff, 21. Juli. Bei herrlichem Wetter fand gestern unser diesjähriges Iugendfest statt. >Da durch eine Haussammlung sämtliche Unkosten gedeckt waren und die Vereine, wie Turner, Krieger, Sänger, Radfahrer im voraus ihre Mitwirkung zugesagt hatten, durfte mit einem schönen Verlauf gerechnet werden. Am 2 Ahr begann die Aufstellung des Festzuges; sämtliche Vereine wurden einzeln mit Musik abgeholt und zuletzt die Schulkinder, denen sich der Gemeinderat und der Schulvorstand anschlossen, zum Aufstellungsplatz gebracht. Am 3 Ahr bewegte sich dann der F e st z u g durch die Straßen des Dorfes zum Festplatz in „Hahns Garten". Hier wurde das Fest eröffnet mit dem Lied „Och hab mich ergeben". Lehrer Roth hielt dann die Festrede, die mit dem Deutschlandlied ausklang. Hieran schlossen sich Darbietungen der Schüler, des Turnvereins und des Gesangvereins. Eine große Zuschauermenge, auch viele Auswärttge, wohnte dem bunten Treiben bei. Gegen 8 Ahr abends wurde das Fest abgebrochen. Pfarrer Weber dankte in seinem Schlußwort allen, die zum schönen Gelingen des Festes beige- ttagen hatten und lud zur Fortsetzung der Feier auf den Montag ein. Spiele und Preis- verteilung nahmen dann am Montag von 3 Ahr ab ihren Fortgang. Alles in allem war das Iugendfest eine Veranstaltung, deren alljährliche Wiederkehr von allen gewünscht wird.. * Q u e cf b o r n, 21. Juli. Die hiesige Schule hatte heute zu ihrem diesjährigen Iugendfest eingeladen. Fast die ganje Bewohnerschaft unseres Dorfes und außerdem noch eine große Zahl Gäste aus der Rachbarschast hatten sich zu der Feier eingefunden, der beste Beweis dafür, daß das Iugendfest von Jahr zu Jahr immer mehr Freunde gewinnt. Die Darbietungen der Kleinen: Turnübungen, Reigentänze, Staffellauf, Spiele und Gesänge erfreuten besonders dadurch, daß man ihnen ohne weiteres ansah, daß sie nicht eingeübt waren, sondern durchweg aus dem Stegreif gegeben wurden. So tarn die frische gesunde Fröhlichkeit der Kleinen zum klaren Ausdruck und riß auch die Aelteren mit sich. Der Gesangverein half die Feier mit passenden Liedern bereichern. Lehrer M ich el-Etttngshausen umritz mit kurzen Worten den Sinn unserer Iugend- feiern. Nur mit Zentralheizung ist des Winters Strenge zu ertragen! Zentralheizungsan!a^naijerSifst8me,Etageiijieizungen nach neuzeitlichen Erfahrungen der Wärmetechnik. - Zentrale Regelung, weitgehendste Anpassung an die wechselnde Außentemperatur. Geringe Betriebskosten. Feinere sanitäre Anlagen der Häuser abdeckte und durch die Luft wirbeln ließ. Ein Karussell, das im Dorfe stand, wurde auf ein entfernt liegendes Bauernhaus geschleudert, das mit einem furchtbaren Krach zusammenbrach. Viel Vieh ist erschlagen worden. Menschenleben find glücklicherweise nicht zu beklagen. Opfer des Meeres. Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Rach einer der „B. Z." aus Rordwenhhausen zugegangenen Meldung ist der oldenburgische Dampfer .Schill" mit 13 Mann Besatzung im Atlantischen Ozean untergegangen. Woher stammt die Bezeichnung „Radio"? Das heute so viel gebrauchte Wort ist nach einer Antersuchung von Hausdorff zum ersten Male 1904 angewendet worden, und zwar ohne jeden Bezug zur Wellentelegvaphie, in einer chemischen Patentschrift. 1911 wurde das Wort als Schutzmarke für eine englische Firma, die gleichfalls nichts mit drahtloser Technik zu tun hatte, eingetragen. Im Jahre 1915 wurden unter dieser Bezeichnung elektrische Batterien und Apparate in den Handel gebracht, und wieder ein halbes Jahr später erschien sie als Schutzmarke für die verschiedensten Handelsartikel, z, B. für einen Golfball, ein Grammophon, für Automobilbereifung, Fahrräder und Zigaretten. Am diese Zeit wurde auch ein Schiff auf das Wort „Radio" getauft, dieses Schiff führte eine drahtlose Station über' Haupt nicht an Bord. Als Sammelbezeichnung für alle die die Technik der elektrischen Wellen betreffenden Fragen hat sich das Wort nach Haus« dorff erst in den allerletzten Jahren eingebürgert Verantwortlich für Politik und Feuilleton' I. D.: Heinz Gvrrenz. Gegen die Kriegsschuldlüge. Za einer kraftvollen Kundgebung gegen die Lüge von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und gegen den auf dieser Lüge aufgebaatem Schandvertrag von Versailles hatte sich, einer Einladung des Hochschulrings deutscher Art an unserer Landesuniversität folgend, gestern abend eine zahlreiche Menschenmenge in der Turnhalle am Oswaldsgarten zusammengefunden. Der Redner des Abends, Prof. Dr. Plahhvff - Frankfurt a. M„ verstand es, den Rachweis von der steten Friedensliebe Deutschlands seit Bismarcks Zeiten bis zu Bethmann-Hollwegs Kanzlerschaft unter Wilhelm II. in überzeugender Weise zu führen. Sie Dokumente der geöffneten deutschen, österreichischen und russischen Archive gestatten jedermann die Rachprüfung der Frage, wo die Schuldigen an dem großen Kriege zu suchen sind; jedenfalls sind sie nicht bei uns, sondern ganz wo anders zu suchen. Bezeichnenderweise haben ja auch die Siegerstaaten sich bis heute noch gehütet, ihre Archive zu öffnen! Daß Deutschland unter Kaiser Wilhelm II. eine ausgesprochene Friedenspolitik trieb, haben selbst die großen feindlichen Blätter anerkannt, die den Kaiser einst als Friedenskaiser feierten und ihr erst in dec Zeit der Kriegshetze als einen neuen Attila bezeichneten. Aber fein ehrlicher Mensch kann der Politik Wilhelms II. vorwerfen, daß sie auf den Krieg abzielte. Schuld am Kriege sind der russische Panslawismus und die französische Revanchelust, die beide bewußt auf den Krieg hinarbeiteten, als bei uns noch kein Mensch an diese Möglichkeit dachte. Als Hauptträger dieser Kriegspolitik nannte der Redner zwei Ramen: Poincars und Iswolsky. Aber auch den alten österreichischen Kaiserstaat treffe ein erheblicher Teil der Schuld am Kriege. Durch unser Bündnis mit Oesterreich-Angarn sind wir in den Krieg hineingerissen worden, obwohl die deutsche Polttik den Frieden wollte. Dafür sind wir aber nicht der Welt verantwortlich, sondern nur dem eigenen deutschen Dolle hat die frühere Politik Rede und Antwort zu stehen. Wir müssen mit aller Kraft danach streben, wieder zu unserem Recht und zu unserer Ehre zu kommen, welche die Feindstaaten durch das erpreßte Schuldgestäirdnis in schwerster Weise verletzt haben. Wir muffen die schleunige und volle Beseitigung dieses erzwungenen Eingeständnisses einer Schuld fordern, die gar nicht zu unseren Saften besteht. Für jeden Deutschen muh es Ehrensache sein, nach seinen Kräften dafür zu sorgen, daß überall die Wahrheit über die wirkliche Schuld am Kriege durchdringt. Rach der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede wurde die irachstehenk^ Entschließung einstimmig angenommen: „Die aus Anlaß der fünfjährigen Wiederkehr der Anterzeichnung des Versailler Dittates versammelten deutschen Männer und Frauen aller Schichten und Parteien wünschen Frieden, einen Fineden der Gerechtigkeit. Die Versprechungen des Wilson-Programms sind nicht gehalten worden. Am 5. Jahrestage des Versailler Diktates ist Deutschland, ist Europa, ist die ganze Welt im Zustand völliger Anordnung. Deutschland hat ehrlich abgerüstet: die anderen Völker sind diesem Beispiel nicht gefolgt. Trotz des kraftvollen Widerspruches der Bewohner im Rorden, Osten und Westen wurden dem Deutschen Reiche wertvolle Gebietsteile genommen. Mit der Lüge der Kolonialschuld wurde es seiner überseeischen Besitzungen beraubt. Mit der Lüge von der deutschen Schuld am Kriege und der deutschen Schuld im Kriege wird es heute noch in der ganzen Welt verleumdet. Am Tage von Versailles gedenkt das deutsche Volk mit Trauer und Teilnahme der qualvollen Leiden der deutschen Brüder und Schwestern in den abgetrennten und besetzten Gebieten. Es steht bewundernd vor der Widerstandskraft aller Stamme in Ost und West, in Rord und Süd, die troß allerBedrückungen ihrDeutschtum heldenmüttg behaupten. Es verspricht, sie im Kampf um ihr Volkstum nie im Stich zir- lassen. Es gelobt, die Volksgenosten an Rhein und Ruhr mit allen Kräften zu unterstützen in ihrem zähen Widerstande gegen alle Bestrebungen, ihre Heimat vom Dater- lande loszureihen oder wie das Saargebiet zu neutralisieren. Das deutsche Voll wird sich nach wie vor mit seiner ganzen Kraft wehren gegen alle Versuche, das Reich zu zerschlagen, die deutsche Wirtschaft zu zerstören und die deutsche Volkskraft vernichtend zu treffen. Es wird sich nach wie vor mit aller Entschiedenheit gegen die Verleumdung des deutschen Ramens in der Welt wenden. Die deutsche Reichsregierung hat durch Oeff- nung ihrer Archive der Wahrheit die Bahn geöffnet. Der derzeitige Reichsauhenminister hat die amtliche Aufrvllung der Kriegsschuldfrage zuge» fagt. Wir werden uns einmütig hinter jede Rerchs- regierung stellet!, die m vollem Bewußtsein ihrer Verantwortung und in Aebereinstimmung mit dem ganzen Deutschen Volk in amtlich-diplomatischen Verhandlungen erklärt, daß die Schuldanllage den geschichtlichen Tatsachen widerspricht, und daß das Schuldbekenntnis vom deutschen Volk in wehrloser Stunde unter Protest erzwungen worden ist. Wir verlangen endlich Recht und Gerechtigkeit und einen wahren dauerhaften Frieden. Wir fordern Wiederherstellung unserer Freiheit und unserer Ehre, wir fordern Ansehen unb Gleichberechtigung in der Welt." Der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes beschloß den eindrucksvollen Abend. toirb ihr durch l| S 1,1 w nSü r ."Niüe. r«m. derlei ■ täglich zu; gestern wurde mit über 80 Bädern die Höchstzahl der bis jetzt an einem Tage abgegebenen Bäder erreicht. Wie wir hören, hat die in Siegen abgehaltene Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Selters einsttmmig weitere Mittel zum Ausbau des Badesbewilligt. Insbesondere sollen die Pläne zur Errichtung eines Badehotels eifrig gefördert werden, auch schweben mit einem Königsberger Konzern Verhandlungen, die dem Ausbau des Bades dienen sollen. )( Aus dem Riddertal, 22. Juli. Das fruchtbare Wetter dieses Sommers, das immer wieder zur rechten Zeit die nötigen Riederschläge brachte, hat einen schönen Stand der Felder und Gärten gezeitigt. Schon liegt über den Kornfeldern ein Silberstreifen, die Ernte wird in nächster Woche wohl allgemein beginnen. Es wird aus früher schon geschilderten Arsachen nur eine Mittelemte geben, soweit die Winterfrucht in Betracht kommt, die Ernte der Sommer- frucht scheint dagegen besser auszufallen. Was die Obsternte angeht, so kann kein allgemein gültiges Arteil abgegeben werden, strichweise und an einzelnen Bäumen gibt es eine volle bzw. gute Mittelernte, während an anderen Stellen und Bäumen wieder feinerlei Behang zu sehen ist. Die beste Ernte bringen Birnen, dagegen läßt der Ertrag des Steinobstes vielfach sehr zu wünschen übrig. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 22. Juli. (Wolff.) Im Bahnhof Mainz-Süd sind gestern zwei Personen verhaftet worden, die in Koffern f alsche 2 - und 5-Billionen-Markscheine mit sich führten; ein hiesiger Schuhmachermeister, dem sie das Falschgeld bringen wollten, wurde ebenfalls verhaftet. * Wvrms, 21. Juli. Die letzten Anwetter haben, wie sich jetzt erst genau übersehen läßt, einen größeren Schaden angerichtet, als man vorher angenommen hatte. Rach vorliegenden Meldungen aus den Gemarkungen Mettenheim, Alsheim und G i m*b sh eim ist der Schaden, der allein an den großen Obstanlagen in der dortigen Gegend angerichtet wurde, überaus groß. Durch den Gewitterregen unb den in der. letzten Tagen herrschenden Sturm sind viele Obstbäume, insbesondere Zwetschen und Pfirsiche, außerordentlich stark beschädigt worden, und in großen Mengen liegt das abgeschlagene und abgewehte Obst am Erdboden. Man rechnet nur noch mit dem dritten Teil einer überaus reichen Ernte. — Ein Brudermord wird aus dem nahen Offstein gemeldet. Der 38 Jahre alte Landwirt Decker kam abends von der Musik nach Hause unb1 geriet mit seiner Frau in einen heftigen Streit. Sein älterer, zwei- undvierzig Jahre alter Bruder mischte sich in den Streit ein, um ihn zu schlichten. Darauf entstand eine scharfe Auseinandersetzung zwischen den beiden Brüdern, in deren Verlauf der jüngere zu feinem Jagdgewehr griff und seinen Bruder erschoß. Der Täter wurde verhaftet. — Von einem tragischen Schicksal wurde der 20 Jahre alte Bäcker Fritz Drühan ereilt. Der junge Mann wollte vorgestern abend sein im hiesigen Winterhafen vor Anker liegendes Paddelboot herbeiholen und sprang zu diesem Zweck kopfvor in das Wasser. Dabei kam er zu tief und stieß m i t dem Kopf in den Schlamm, in dem er stecken blieb. Da er nadt Verlauf einiger Minuten nicht zum Vorschein kam, machte man sich an seine Bergung. Er war aber schon imSchlamm erstickt. Hessen-Nassau. fpd. grantfurta. M., 22. Juli. Ein fol - genschweres Bauunglück trug sich heute nachmittag bet den Erweiterungsbauten der Eisenbahnbrücke zwischen dein Hauptbahnhof und dem Bahnhof West zu. Die mit den Bauten betraute Firma Michael Lavis Söhne -Offenbach läßt augenblicklich Über die Brücke vier neue 17 Meter lange Eisenträger legen. Zwei Träger lagen bereits auf den Jochen und sollten durch Aussteifungen befestigt werden. Beim langsamen Herniederlassen des einen Trägers gaben plötzlich die Sprießen oder auch ein Tau — die Ansichten darüber gehen noch auseinander — nach und neigten sich zur Seite. Die Träger stürzten in die Tiefe. Während sich von den zehn auf Trägern stehenden Arbeitern sieben durch Abspringen retten konnten, geriet der 24jährige unverheiratete Monteur Karl Hufgard aus Feldkirch zwischen die beiden Träger und wurde zu Tode gequetscht. Zwei andere Arbeiter, die aus Offenbach stammen, wurden leicht verletzt. Einer muhte dem Kvankenhause zugeführt werden. Die sofort alarmierte Feuerwehr holte den Toten zwischen den Trümmern hervor und leistete auch sonst die ersten Rettungsarbeiten. Die Anfallstelle wurde polizeilich abgesperrt. Der Eisenbahnverkehr wird durch das Anglück nicht behindert, da die eingestürzten Träger die Lasten von neuen Gleisanlagen auf der erweiterten Drücke tragen sollten. — Der Rechtskonsulent Heinrich Bester wurde Sonntag abend, als er seinen Hausflur in der Elbestvaße betreten wollte, von einem bisher nicht ermittelten Täter überfallen und mit einem scharfen Gegenstand niedergeschlag en. Vermutlich liegt ein Racheakt vor. »einlavdlMh- iel Zaulcnter Dar, pjd jjl llmnsäM j MMg schwer Mikere wirtschaft' ,lozzi war es, der im Sinne dieser Männer wirkte. Vielleicht war die hervorragendste Persönlichkeit dieser Zeit der Freiherr vom Stein, der, nachdem im 19. Jahrhundert das feudalistische Staatsprinzip, das Gebundensein auf allen Gebieten, die Tradition geherrscht hatte, einen Individualstaat forderte. Im Jahre 1806 richtete er einen Brief an den König, in dem es heißt: „Bleiben wir in dem alten Geleise, so laufen wir Gefahr, zugrunde zu gehen/' Mit scharfem Blick erkannte Stein neben dem Segen, den der Individualstaat bringen würde, auch die Gefahr, die sich im Egoismus offenbart, der in solchem Staat naturgemäß einen breiten Raum einnimmt. Gesunder Egoismus ist durchaus berechtigt, ist wohltuend wie das Salz im Organismus, aber wie das Salz im Uebermaße die Zersetzung der Gewebe herbeiführt, so bringt der unsittliche Egoismus, der sich in kalter Habgier äußert, der gleichsam über Leichen schreitet, dem Staate Verderben. Am diesen Egoismus zu verhindern, forderte Stein in seinem Testament eine neue Erziehung, die dem Volke die wahre Würde geben sollte, und deren Grundpfeiler Treue, Liebe und Glauben sind. Im 19. Jahrhundert gelangte der Wille des Freiherrn vom Stein nicht zur Ausführung, obgleich seine Anregungen im Anfang mit Begeisterung hingenommen wurden. Die Zeit war nicht reif. Er wurde nicht verstanden. Man trat sein Werk mit Füßen, als 1821 die Regierung befahl: „Die Schulbildung soll in gewissen Grenzen gehalten werden." Heute gibt es Zungen genug, die im Gegensatz zu dieser Behauptung mit Aeberzeugung verkünden, daß gerade im 19. Jahrhundert die deutschen Schulen Bedeutendes geleistet haben. Im gewissen Sinne haben sie auch tatsächlich viel gegeben: Sie förderten den Intellekt in einer Weise, wie es sonst nie geschehen war, und waren daher vorbildlich in vielen Ländern der Erde. Aber das war es nicht, was Stein wollte, darin gerade sah er die Gefahr des übermächtig werdenden Egoismus. Sein Bildungsideal war ethische Kultur, Charakterbildung, die Pflege des germanischen Geistes, dieErziehung zurPersön- l i ch k e i t. Die bloße Förderung des Intellekts macht seelisch arm. Versuchen wir heute in der Seele unseres Volkes zu lesen, so wenden wir uns mit tiefem Bedauern, oft mit Entsetzen ab. Wir finden, daß die große Masse ttotz reicher Kenntnisse vielfach halbe Bildung besitzt, haltlos ist wie ein schwankendes Rohr, und wir vermissen fast überall bei vielen guten Eigenschaften, die nicht zu verkennen sind, den festen Charakter. Treue, Liebe und Glauben werden oft verlacht, und die ganze Sehnsucht der breiten Masse ist darauf gerichtet, möglichst viel zu erjagen an materiellen Gütern und oft äußerst fragwürdigen und uneölen Genüssen. In der Schule herrscht auch heute manche Annatur. Der Unterricht krantt am didaktischen Materialismus. Trotz der angesttebten Reformen sind Wortwissen, Mode, sklavisches Festhalten an Pensum und Dogma nicht verbannt. Doch das Erkennen der Fehler ist bekanntlich ein Schritt zur Besserung. Vielleicht sind wir der Zeit nicht mehr allzufern, da man anfängt, das Bildungsideal des weisen alten Stein zu verwirklichen. ES gipfelt darin, daß die Kinder zu charakterfesten Persönlichkeiten erzogen werden sollen. Sie sollen Menschen werden im wahren Sinne des Wortes, Menschen, die das Glück nicht in den äußeren Dingen sehen, sondern die es in sich tragen, die eS finden im reinen Stteben nach Wahrheit, im Wachsen ihres Selbst, im edlen Genießen des Schönen, in der Furchtlosigkeit, in der Freude am Kampf, im siegreichen Aeberwinden von Schwierigkeiten, in der freien, gläubigen Hingabe an die Gottheit und in der Liebe zum Nächsten, im Stteben nach Harmonie und Vollkommenheit. Die körperlich und geistig tüchtig gewordenen Menschen sollen fest im praktischen Leben stehen und mit sicherem Blick erkennen, wo ihnen und der Gesamtheit Vorteil erwächst, wo es Wege zum VvrwärtSkommen gibt. Nicht armes, totes Wortwissen soll sie führen, sondern selbstschöpferisch sollen sie im köstlichen Idealismus neuen Zielen zustteben. Solche Menschen werden tief die Schmach empfinden, die über unser Vaterland hereingebrochen ist, werden nicht ruhen, bis die echte nationale Ehre wieder her- gestellt ist und die Völker der Erde wieder mit Achtung auf Deutschland sehen. Sie werden den schönen nationalen Stolz besitzen und verbreiten und stets des Wortes von Fichte eingedenk sein: Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben. An deines Volkes Auferstehen. Laß diesen Glauben nicht dir rauben Trotz allem, allem, was geschehnk And handeln sollst du so, als hinge Von dir und deinem Tun allein Das Schicksal ab der deutschen Dinge, And die Verantwortung sei dein. Der Sommerbesuch der Landes-Universität. Die Landes-Universität Gießen übermittelt uns eine „Uebersicht der Studierenden •Im Sommer-Semester 192 4“. Aus der Gesamtübersicht ergibt sich folgendes Bild: 3m vorigen Semester tonten 866 Hessen. 917 NichtHessen, insgesamt 1783 Studierende aufgeführt. Hiervon gingen 231 bzw. 283 ab so daß noch 1269 verblieben. 3m gegenwärtigen Semester sind 164 Hessen, 190 Richthessen, insgesamt 354 Studierende hrnzuge- lommen. Hiernach stellt sich die Zahl der immatrikulierten Studierenden für das Sommersemester tote folgt: 7 9 9 Hessen, 824 Richt» Hessen, insgesamt also 1 623, hierunter 105 Studentinnen. Die Zahl der ordentlichen Hörer beziffert sich auf 10, die der Hospitantinnen auf i8, die der Gasthörer auf 67, der Gasthörerinnen auf 64. Die Gesamtzahl aller Studierenden stellt sich hiernach auf 1772. Die Aedersicht nach Staaten und Fakultäten im Sommer-Semester gibt folgenden Aufschluß: Theologie: 21 Hessen, 15 Preußen, 1 Badenser, 1 Thüringer, insgesamt 38. Jura: 233 Hessen, 83 Preußen, 3 Bayern, 2 Sachsen, 1 Württemberger, 2 Badenser, 2 Thüringer, 1 Anhalter, 1 Lette, 1 Holländer, insgesamt 329; hiervon sind 3 Studentinnen. Medizin: 64 Hessen, 76 Preußen, 3 Bayern. J Sachse, 1 Württemberger, 1 Badenser, 3 Oldenburger, 1 Bremer, 2 Aeghpter. 3 Bulgaren, 1 Chinese, 1 Grieche, 12 Letten, 3 Litauer, 1 Oesterreicher, 6 Rumänen, 4 Türken, 6 Ungarn, insgesamt 189; hiervon sind 9 Studentinnen. Veterinärmedizin: 6 Hessen, 35 Preußen, 3 Bayern, 1 Sachse, 3 Badenser, 2 Thüringer, 3 Braunschweiger, 2 Anhalter, 1 Hamburger-, 1 Belgier, 16 Bulgaren, 6 Finnen, 10 Rumänen, 1 Ungar, insgesamt 90. Philosophie: 475 Hessen, 370 Preußen, 15 Bayern, 9 Sachsen, 6 Württemberger, 23 Dg- denser, 2 Thüringer, 1 Oldenburger, 5 Braunschweiger, 4 Hamburger, 4 Bremer, 1 Lübecker, 2 Amerikaner, 4 Bulgaren, 2 Danziger, 1 Elsah^ Lothringer, 1 Engländer, 1 Finne, 1 Inder. 1 Italiener, 1 Japaner, 2 Jugoslawen, 9 Letten, 7 Litauer, 1 Luxemburger, 1 Holländer, 1 Riederländis ch-Inder, 2 Oesterreicher, 6 Polen, 3 Rumänen, 1 Schwede, 3 Schweizer, 5 Tschechoslowaken, 5 Türken, 2 Ungarn, insgesamt 977; hiervon 93 Studentinnen. Die Ratio nalitätenziffern im ganzen sind folgende: 799 Hessen (72 Studentinnen). 579 Preußen (18 Studenti.men), 24 Bayern, 13 Sachsen, 8 Württemberger (1 Studentin), 30 Badenser (1 Studentin), 7 Thüringer, 4 Üldenburger (1 Studentin), 8 Braunschweiger, 3 Anhalter, 5 Hamburger (1 Studentin), 5 Bremer (2 Studentinnen), 1 Lübecker, 2 Aegypter, 2 Amerikaner, 1 Belgier, 23 Bulgaren, 1 Chinese, 2 Danziger, 1 Elsaß-Lothringer, 1 Engländer, 7 Finnen, 1 Grieche, 1 Inder. 1 'Italiener. I Japaner, 2 Jugoslawen, 22 Letten, 10 Litauer (6 Studentinnen), 1 Luxemburger. 2 Holländer. 1 Riederländisch-Inder, 3 Oester- reicher. 6 Polen (2 Studentinnen), 19 Rumänen, 1 Schwedin 3 Schweizer, 5 Tschechoslowaken. 9 Türken, 9 Ungarn. Wirtschaft. Vom Getreidemarkt. Die Entwicklung des Getreidemarktes in bet abgelaufenen Berichtswoche war von außerordentlichem Interesse. Die Freigabe der Ausfuhr führte zu Beginn der Woche zu einem recht rapiden Steigen der Preise. Weizen, der in der abgelaufenen Berichtstooche um ca. 40 Mk. pro Tonne stieg, erreichte an einem der Wochentage eine Preissteigerung um 20 Mk. pro Tonne. Auch Roggen entwickelte sich weiter nach oben und wies insgesamt eine Preissteigerung von ca. 12 Mk. auf. .Gerste und Hafer konnten mit einem Gewinn von 20 bzw. 12 Mk. pro Tonne ebenfalls in großem Umfange abgeseht werden. Anregend auf die Tendenz wirkte neben der erwähnten Ausfuhrfreiheit auch die Debatte über die Zoll- schuhfoage. ' Gleichzeitig mit der Preissteigerung an den heimischen Produktenmärkten war auch eine neue Hausse-Bewegung in den überseeischen Landern, namentlich in den Vereinigten Staaten von Rord- amerika, zu bemerken. Diese Hausse-Bewegung fand j^>och in Deutschland keinen weiteren Anklang. Einesteils mißtraute man der durch die Spekulation hervvrgerusenen amerikanischen Hausse-Bewegung. Zwar muß man es als fest- stehende Tatsache ansehen, daß die Ernteaus-- sichten in Amerika sich dem Vorjahre gegenüber Kuno Fischer. 3 am 10 0. Geburtstag des großen Philosophen am 23. Juli. Es war im Juli des Jahres 1853, Kuno Fischer hatte gerade seinen 29. Geburtstag in vertrautem Kreise festlich begangen, als ihm em amtliches mit ministeriellen Dienst siegeln verschlossenes Schreiben zugestellt wurde. Da er seit drei Jahren an der Universität in Heidelberg seine Vorlesungen über Philosophie ausgenommen hatte, die alsbald ungewöhnlichen Beifall fanden und eine ständig wachsende Zuhörerschar um ihn versammelten, vermutete er irgendeine Anerkennung oder Auszeichnung; wer aber beschreibt sein Erstaunen, als er las, daß ihm 'das badische Unterrichtsministerium in dürren Worten ohne Angabe irgendwelcher Gründe die weitere Ausübung seiner Lehrtätigkeit versagte. Man befand sich anscheinend noch unter dem Banne der Ereignisse des badischen Ausstandes, der erst Dor vier Iahven, 1849, durch die Einnahme der Festung Rastatt mit Unterstützung preußischer Truppen niedergeschlagen war, and befürchtete, der Einfluß des jungen Gelehrten auf feinen, stetig wachsenden Zuhörerkreis könnte za ähnlichen, der Regierung natürlich unangenehmen Erscheinungen führen, zumal man damals die Philosophie noch als eine Art verderblicher Frei- geisterei ansah. Kuno Fischer war am 23. Juli 1824 zu sSande- walde in Schlesien geboren; er studierte zuerst in Leipzig Philologie, dann in Halle Theologie und Philosophie. Rachdem er von 1848—1850 in Pforzheim als Hauslehrer tätig gewesen war, habilitierte er sich noch im gleichen Jahre, wie bereits oben erwähnt, an der Heidelberger Universität als Privatdozent für Philosophie. Hier sah er sich nun plötzlich kaltgestellt, and da alle seine Bemühungen um die Zurücknahme des Verbotes ergebnislos verliefen, widmete er sich vorläufig in Gemeinschaft mit Gervinus und Strauß seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Im Herbst 1855 wandte er sich nach Berlin, um an der dortigen Universität seinen Wirkungskreis aafzunehmen, aber die badische Regierung war ihm bereits zuvor gekommen, und das Ministerium Raumer, verweigerte ihm die Erlaubnis zur Abhaltung von Vorträgen. Da griff die Fakultät ein, und auf ihre Verwend mg wurde ihm durch eine Kabinettsorder König Friedrich Wilhelms IV. im September- 1856 die Ausübung der Lehrtätigkeit gestattet. Aber Fischer, des Wartens müde, war einige Monate vorher einem Ruse als Professor nach Jena gefolgt und begann dort feine Vorlesungen vor einem Zuhörerkreis, wie er sich an dieser Universität an Zahl und Begeisterung seit den Zeiten Schillers, Fichtes und Schellings nicht wieder zusammengefanden hatte. Im Jahre 1872 wurde er an die Universität Heidelberg berufen, wo er — 19 Jahre nach seiner Kaltstellung — eine glänzende Lehrtätigkeit entwickelte. Hier starb er auch am 5. Jali 1907. Kuna Fischer gehörte der Hegelschen Richtung an. Außer seinem in hervorragender Darstellung geschriebenen Hauptwerk „Sie Geschichte der neuen Philosophie", dessen 8 Bände immer wieder in neuer Auflage erschienen, hat er :me große Zahl kleinerer und umfangreicherer Schriften auf dem Gebiete seiner Wissenschaft hrnter- laffen. \ * Kuno Fischer hat stets mitten im Geisteskampf des 19. Iahrh. gestanden, und eine eingehende Schilderung seines Lebens und Wirkens, die wir noch nicht besitzen, wird einmal einen wichtigen Beitrag zur Gelehrtengeschichte seiner Epoche Silben. Aber er war mehr als Gelehrter, er war eine Dollnatur, bei der neben den bedeutenden auch die allzu menschlichen Züge nicht fehlten, und so ist er beim zum Helden zahlloser Anekdoten geworden, die, wenn auch nicht immer wahr, so doch stets „gut erfunden" waren. Der berechtigte Stolz auf seine Leistung und seine Erfolge nahm bei dem Philosophen gar häufig Formen an, die man bei einem gewöhnlichen Sterblichen als Eitelkeit bezeichnen würde. So war er von dem ihm verliehenen Titel „Exzellenz" sehr entzückt; man erzählte sich, er habe einem Studenten, der in dem Bemühen, ihm zu gefallen, diese Titulatur beständig wiederholte, schließlich begütigend zuge- rusen: „Richt immerfort Exzellenz — nur so hin und wieder!" Wenn man ihm aber diesen Titel nicht gab, so konnte er ungemütlich werden. Ein Besucher, der im Flur fragte, ob Dr. Kuno Fischer zuhause sei, erhielt von der Exzellenz, die im Rebenzimmer die Frage hörte, die ärgerliche Antwort: „Sie wollen wohl zum Arzt! Dr. Fischer wohnt gegenüber. Seine Sprechstunde ist von 2—3." Der berühmte Mairn zeigte in seinem Auftreten vom Scheitel bis zur Sohle, wer er war. „Auch im Anzug," heißt es in einem kurz nach seinem Tode erschienenen ErimierungSartikel, „war er der unbesinnliche und deshalb nicht in Frage zu stellende elegante Mann von Welt, der noch oas zu tragen versteht, was ihm nicht steht. Allenfalls der leichte weiche Hut wahrte eine persönliche Rote, eine leise Deutung ins Geistige. Lud er den besuchenden Studenten aus dem Wohlwollen oder der Form eines besonderen Anlasses xum nächsten Sonntag ein, so entschied er mildernd: „Kommen Sie — im Bratenrock!" Wer ihm den Rang als der Berühmtheit Heidelbergs streitig machen wollte, oder sich nicht vor seiner Autorität beugte, der wurde mit erfrischender Grobheit bedacht oder mit Verachtung bestraft. So war einmal ein neuer Professor nach Heidelberg berufen worden, der auch durch sich selbst etwas gelten wollte und einmal bei einer studentischen Kneipe die Bedeutung Kuno Fischers ein wenig in Zweifel zog. Seitdem existierte er für Fischer nicht mehr. Aber in der kleinen Universität können sie sich nicht ganz aus dem Wege gehen und werden zusammen eingeladen. Kuno beachtet den anderen nicht, er sieht ihn nicht, er hört ihn nicht. Aber bei Tisch wendet er sich zu seiner Nachbarin und fragt, mit dem! Kopf nach dem anderen hinweisend, laut und vernehmlich: „Wer ist der Gymnasiast?" Fischer war der geborene Festredner, und bei der 500jäh- rigen Jubelfeier der Heidelberger Universität hielt er natürlich auch die große Ansprache in der Stadtkirche. Er sprach volle drei Stunden. Das war manchem unbehaglich, und so erweckte schließlich ein Bruder Studio den im holden Schlaf befangenen Küster und bat ihn, ihn herauszulassen. Der aber sah nach der Uhr und meinte entschieden: „Ree, das geht nicht. Wenn ich erst einen raus- lasse, dann wollen sie alle raus!" L>HerMich verschlechtert Häven, Doch gtoüBt man «andererseits annehmen zu können, daß das günstige Wetter der letzten Wochen immerhin einige Verbesserungen dieser Aussichten gebracht habe. -Zum arideren Teil aber sind die Ausfuhrmöglichkeiten für Deutschland, wie die Verhältnisse nun «augenblicklich liegen, recht gering. So konnte die Preissteigerung sich an den einheimisch en Produktenmärkten nicht fortsetzen, sondern die Tendenz flaute im weiteren Verlauf der abgelaufenen Woche erheblich ab. Weizen erfuhr einen Rückgang ron 10 Mk. pro Tonne, Roggen, der an uird für sich eine geringere Preissteigerung aufzuweisen hatte, büßte ca. 5 Mk. wieder ein. Hafer und Gerste gingen in ähnlichen Grenzen zurück. Müh- len uird Konsum halten ihren Bedarf bereits wieder gedeckt. Zu Vorratskäufen kam es aus dem Grunde nicht, weil irgendwelche Geldmittel dem Handel nicht zur Verfügung standen. Die augenblickliche Kreditnot wirkte auch hier recht hiicherrrd, und auch für die nächste -Zeit ist mit diesem Faktor zu rechnen. Was die Bewegung in den Vereinigten Staaten anbelangt, so ist die Aussicht auf Fortsetzung der Hausse-Bewegung wesentlich günstiger. Die Geld- und Kreditmarktlage drüben ist außerordentlich leicht und ermöglicht der Spekulation eine längere Hochhaltung der Preise, bis die end- gültigen Ernteergebnisse vorliegen. H. W. * Ein europäischer Eisentrusts Rach Dlättermeldungen werden zur Zett in Belgien Bestrebungen verfolgt, aif der Grundlage eines belgisch-luxemb rrgischen Stahlwerks- Verbandes die Bildung eines über ganz Err)pa sich erstreckenden Eisen- und Stahltrustes zu betreiben. Derarttge Bemühungen reichen sch)n mehrere Jahre zurück. Äne Äläring der Ansichten hat sich allerdings bisher nicht einmal in den einzelnen beteiligten Ländern erzielen lassen. Das gilt besonders für Frankreich. 3n der französischen Eisenindustrie bekämpfen sich schon seit längerer Zeit zwei Richtungen, die eine eigentlich französische unter ber Führung von Schneider-Creuzot nni) die andere lothringisch-luxemburgische unter de Wendel. Der eine will aus dem Ruhrgebiet Koks zwecks Ermöglichung der restlosen 2blsnuhung der Prvdukttvnsfähigkrit der französischen Eisenindustrie; im übrigen möchte sie am liebsten die ganze westdeutsche Kohlen- uno Eisenindustrie stillten. Damit würde sie nicht nur von einem lästigen Konkurrenten befreit, sondern erschlösse gleichzeitig auch noch der unter französischem Einfluh stehenden polnischen und tschechischen Eisenindustrie neue Absatzgebiete im unbesetzten Deutschland. Der anderen ebenso großen Gruppe gehen diese Pläne zu weit; an sich wäre sie coohl mtt der Unterdrückung einverstanden; in diesem Falle bestände aber für sie die Gefahr, daß die lothringische Minette, von der früher 6,6 Mill. Tonnen an die Ruhr gingen, in Zukunft nicht mehr absatzfähig wäre. Diese (die ltthringische) Gruppe möchte zur Vermeidung eines so großen Risikos am liebsten mit der westdeutschen Eiseniiidustrie unter gleichzeitiger maßgeblicher französischer Beteiligung Lieferungsverttäge zwecks Austausch von Koks und Minette schließen. Es scheint nun so, als ob die beiden bisher widerstrebenden Richtungen auf der Grundlage der Bildung eines europäischen Ersentrustes sich näher gekommen wären, ein Pro- eft, von dessen Verwirklichung beide Parteien ich Dortette zu versprechen scheinen. Geschlossen oerden kann auf das Vorhandensein solcher De- trebungen aus Ausführungen der der fvanzö- ischen Eisenindustrie sehr nahestehenden Zeitung ^Öoumee industrielle", die sich vor einigen Mo- yaten ganz offen für die Bildung eines solchen tzrternationalen Syndikates eingesetzt hat; lie führte aus, daß aus dem gegensettigen Wettbewerb der europäischen Eisenindustrie nur die überseeischen Verbraucher Ruhen zögen, wie namentlich die außerordentlich gedrückten Schienen- prcise bei den überseeischen Submissionen gezeigt hätten. Angesichts dec zu erwartenden Produktionssteigerung in den meisten europäische.? eisern- erzeugenden Ländern müsse die Frage aufgeworfen werden, ob eine Erneuerung dieser Kon- kucuenz zum alleinigen Dortett der Verbraucher nicht vermieden werden könne. 3n England finden diese Pläne (ebenso wie in Belgien) ebenfalls günstigen Boden. Aller ings müssen dort erst die Voraussetzungen gescha en werden in Gestalt der Errichtung eines englischen Eisenverbandes; diese schnitt jedoch gute Fortschritte zu machen. Reulich Hal noch einer der maßgeblichsten englischen Eisenrndust.i lle i erflä.i, die Meinungsverschiedenheiten unter den Eisenwerken hinderten nichts an dec fteöereinsttm- mung über die Rotwendigk-nt der Beschränkung des Wettbewerbes du.ch Präsrereinbavungen, d.e übrigens für kleinere Verbände le eits lest-heil. Sfrrabe in England ist eine syndlkattiche Rege u ig deshalb nicht unschwer möglich weil dort die Konzentrattonsbewegung erhebliche Fortschritte gemacht hat; schon jetzt befindet sich der über- wtegenve Döll Der englischen Eisenerzeugung In relativ wenigen Händen. Man ist in England der Ansicht, daß das günstige Pvodukttonsergeb- nis des Jahres 1923 zum guten Teil durch >das Fortschreiten des Konzentrationsprozesses möglich gewesen sei. Es scheint so als ob namhaste englische Cisenindustrielle ihre weitere Erzeugungspolitik jetzt hauptsächlich auf die Ml- dung von Preiskonventionen und gemeinsamen Derkaufsorganisationen ernstellen wollten. Das gilt besonders für den Export. Rach den bisherigen Erfahrungen ist damit zu rechnen, daß der Ausgleich der Ansprüche der verschiedenen Länder (besonders Frankreichs) vermutlich aus deutsche Kosten vor sich gehen soll. Wir haben deshalb allen Grund zur vorsichtigen Zurückhaltung. * Die Wirtschaft 8läge im Siegerländer Erzgebiet ist außerordentlich schlecht. Schon seit Monaten werden nur 35 bis 40 Proz. der Arbeiter voll beschäfttgt. Die Gruben Stahl- beig, etwa 300 Arbeiter, Wilhelmine-Riederfisch- buch, über 300 Arbeiter, und Henriette-Rieder- scheldcn, 300 Arbeiter, liegen still, ganz abgesehen von den kleineren Gruben, die insgesamt ebenfalls Hunderte von Arbeitern beschäftigen. Drohende neue Stillegungen bedingen einen langsamen Abbau auf fast allen Betrieben. Mehr als 24 000 Bergleute und mehr als 50 Prozent der Metallarbeiter sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Der pieußische Landtag hat sich kürzlich mit dieser Rotlage beschäftigt, ihn eine Gesundung des Erzbergbaues zu ermöglichen, wird von den beteiligten Fachkreisen die Einführung der Friedensfrachtsähe gefordert. Auch wird eine weitgehende -Unter» slützung in der Kreditfrage durch das Reich nötig fein. Der Regierungspräsident sagte Hilfe in der angedeuteten Richtung zu, soweit es die beschränkten Mittel erlauben. * Teilweise Stillegung der Höch- ster Farbwerke. Die Höchster Farbwerke A. G. sind durch die trostlose Lage auf dem Farbenmarkt gezwungen, ihren Betrieb zum größten Teil sttllzulegen. Von den Arbeitern toirb ein großer Teil entlassen. * Feierschichten bei der Zlseder- Hütte. Die 3ls^>erhütte hat auf der einen Grube Georg Friedrich in Dönten im Harz wegen schlechten Absatzes 3 Feierschichten in der Woche eingelegt und eine große Anzahl Arbeiter entlassen. Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M, 22. Huli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Das lebhafte Geschäft, das gestern nach kurzer Pause die Börse günstig beeinflußte, schien anfangs eine Trübung erfahren zu sollen, da man durch das Vorgehen dec Amerikaner, wenn auch keine Schwierigkeiten, so doch eine Störung der Verhandlungen befürchte e Der Druck, den die ameritenischen Bankiers auf Frankreich auszuüben beginnen, um die politische Sicherheit für die Deutschland zu gewährenden 800 Millionen-Anleihe zu erhöhen, wurde jed.ch bei Eröffnung des Verkehrs weniger skeptisch beurteilt. Der Einfluß, den die Amerikaner durch das hartnäckige Festhalten an ihren Anlciheplänen zu vergrößern suchen, wurde an der Börse viel besprochen. Das Geschäft ist weniger lebhaft als gestern, die Stimmung blieb jedoch weiter fest, und die freundlichere Strömung wurde dadurch gefördert, daß das Angebot fast völlig zum Erliegen gekommen ist. Auf allen Gebieten waren wiederum einige Kursgewinne zu verzeichnen. Der Geldmarkt verlief wieder ohne Umsätze Für Tagesgeld bestand sett heute morgen etwas Untere) fe. Dec Zinssatz beträgt 1/4 pro Mttle Monatsgeld l3/8 PvlHent. 3m internationalen Devisen verkehr ist eine neue Belebung festzustellen, das englische Pfund setzte seine AufüÄrtsb.w a ng im verstärkten Ausmaße fort und erreichte heute im Usancenverkehc einen Kurs von 4,38V4 Dollar, der Frank ist mit 85,20 bis 85,40 in Pfundparität und 19,40 in Dollarparität eine Ruance schwächer. Bankaktien lagen ruhig bei weiteren leichei Kursgewinnen. Der Freioerteh? hatte eia ruhiges Geschäft bei ziemlich verbesserten Kursen. Man fjör'e Api 21/8, Decker-Stahl 1,5, Decker-Kohle 3,75, Benz 2,25, Ufa 4,25, Petroleum 10,75, Growag 0,125. Der heimische Anleih markt hafte stilles Geschäft. Kriegsanleihen bröckelten ab, um 6,5 Milliarden. Ausländische Renten tagen ruhig. Die Kurse waren behauptet. 3m toetxren Verlauf machten sich vereinzelte Realisatwaen bemerkbar. wodurch für eine Reihe von Werten eine Abbröckelung eintrat Berliner Börse. Berlin, 22. Juli. (Drah bericht des „Gieß. Anz.".) Die Börse verkehrte brüte bei freundlicherer Grundstimmung und etwas stärkerer Haltung. Die Umsätze zeigten im Vergleich zu gestern eine mäßige Zunahme, jedoch konnte von einer allgemeinen Aufwärtsbew. gung noch nicht die Reve sein. Die Börse wicü nach an? vor Won den zum Teil recht widersprechenden Mittettu igen aus London beeinflußt. Reuere Rachrichten zeigen daß die Erörterungen sich immer mehr auf dir Frage Der Alte auf Lspper. Roman von Hanns von Zobeltih. 83. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mit einem Male hat er zwei kleine zitternde Mäuslein zwischen seinen Tatzen und hält sie aanz fest und fragt: „Wirst oft an mich denken, Ruth?" „3mmer weid' ich . . ." „Und mich recht lieb behalten?" Da will ihr die Antwort, die sie so gern »eben möchte, nicht recht über die Lippen, als fühlte sie, daß sie's nicht aussprechen dürfte. Ueberwindet's doch, sagt -schnell, schnell: „3a, Kaspar . . . und du auch?" „Wo werd' ich nicht, Ruth!" Scheint ihm glicht genug, und er bekräftigt: „3n Freud' und ,n Rot und Gefahr, Ruth . . . Parole d Honneur I" Kühl ist's, und der Abendwind rauscht um hie Laube, toirft einen Schauer von Blättern auf hie beiden. Aber nun brennen die derben Zuivgen- bänbe, und die kleinen darin glühen. Gan; nah find sie sich gerückt, und plötzlich liegt ihre Wange auf feiner Schulter, Und sie atmet schwer. „Ach, (lebet Kaspar . . . ach lieber, lieber Kaspar... io allein werd' ich sein . . . ohne dich!" „3ch schreib' dir, Ruthchen, süßes! Schreib' fleißig an den Herrn Großvater und die Frau Mutter, aber auch an dich. Sorg' dich nur nicht!" „Die Posten gehen so langsam und so unsicher. Ach Kaspar . . . wie große Angst werd' ich leihen. Und dann kommt der Herr Großvater und zrzählt von einer neuen Bataille, und immer muß ,ch sorgen: wie steht's um dich? Ob dich der liebe Kott auch recht behütet hat . . „Dafür wirft du beten, Ruth!" „3a, lieber Kaspar . . . das will ich wohl... recht von Herzen . . .“ „Und denk' dann, Ruth, liebe Ruth, wenn ich wieder komme . . ." Eagt's nicht zu End?. Stumm sind sie beide. Lehnen aneinander. Leise rascheln die Blätter, rote und gelbe, auf sie nieder. Und "bann küßt er die zuckenden Lippen — Oft schon haben sie sich geküßt. Grad so oft Wohl, wie sie sich kratzten und bufften. Die Kinder. Run ist das plötzlich ganz anders. Ein seltsames Erschauern ist habet Etwas Ungeahntes, Großes, etwas Heiliges. 1 Sie fühlten es beide, jedes auf seine Art. 3hr stürzen die Tränen. Er löst sich, beseligt und erfchrocken, steht jäh auf, streift im dämmernden Acht das bunte Dlattzeug vom Rock, sagt fast raub: „Hetzt muß ich gehen. Die Frau Mutter wartet. Leb' wohl . . . ‘ Da schreit sie seise auf, hängt an seinem Halse, ist plötzlich wieder die wilde Katze, die sie fo oft im Spiel war, schlägt ihre Zähne fest in seine Hand. „Daß du immer an mich denken mußt!" < Und er lacht. z„3ft gut so! Solch Merkzeichen auf den Weg! Daß dich!" Packt sie, wie er's so oft getan, hinten in die schweren roten Zöpfe, schüttelt sie, zaust sie, küßt sie — und ist auf und davon. „Also," sagt der Gestrenge beim Abendessen, als er dem Enkel die Schüssel mtt den Tartuffeln hin schob und der zulangte. „Bist ja da blutig an der Hand, mein 3un&.“ TJn DMlone« Prozent Datum: *j Dom — der Sicherheit der internationalen Anleihe konzentrieren und daß dementsprechend die Forderungen der amerikanischen Bankiers gegenüber den politischen Gesichtspunkten stärker in den Vordergrund treten. 3n Berlin verfolgt man diese Entwicklung mit größter Spannung. Berliner Dank- und Parlaments kreise wollen wissen, daß die Amerikaner unter allen Umständen an ihren Forderungen festhalten werden. Es würden also erhebliche Zugeständnisse der Franzosen notwendig sein, um die Grundlage für eine Anleihe zu schaffen. Der Ausgang der Verhandlungen ist demgemäß immer noch sehr unbestimmt. Diese Tatsache veranlaßt die Börse nach wie vor, eine gewisse Zurückhaltung auszuüben. Man ist sich in Dörsenkceisen auch darüber klar, daß eine allgemeine Aufwärtsbewegung der Kurse nur möglich ist, wenn das Ausland stärkeres 3nlerefTe für die deutschen Effekten zeigt. Die fortschreitenden Stillegungen in der gesamten deutschen 3ndustrie Wecken neue ernste Besorgnisse. 3m Geldverckehr herrscht weiterhin ein gewisses Angebot kurzfristiger Kredite. Der Devisen verkehr liegt unverändert fest, Kriegsanleihe 295 bis 29?. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) lun??" '.t. 5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche RetchSanleihe . S'/,*/<, Deutsche Rcichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svarprämienanlethe 4% Preußische Konsols . . . 4% Hessen ........... 8V.% Hessen........ 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweisng.') 4% Zolltiirken 5°/o Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank Darmst. und Naiionalbauk . Deutsche Bank......... Deutsche Vereinsbank .... Disconto Commandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsteiretchische Creditanstalt. Weltbank............ Bochumer Guß ...... Buderus........ Caro Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc....... Obcrdedarf........... Phönix Bergbau Rbeinttahl........... Riebest Montan ....... Tellus Bergbau..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramtsche Werke Albin . . /jementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapüt . . Goldschmidt.......... Gries eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkoylung..... . . RütgerSwerke......... Scheideanstalt ........ Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Matnkraftwerke . ...... Schuäert...... ..... Siemens A HalSke ...... Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Hcyligenstaedt. . ...... Meguin............ Frankfurter Armaturen . . lkonservenfabrik Braun . . . MetallgcsellSchaft Frankfurt. Pct. Union A°G....... L-chnh>abrtk Herz Sichel. . ..... . . . Ze list cm Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a. M. Berlin Schluh- Schlulj. Schluß. Schluß. Kurs Kurs filt-5 Kurs 21. 7. 2-i. 7. 21. 7. 22. 7, 0,2975 0,275 C.290 0,279 0,550 0,375 0,575 0,530 0,460 —1 0,448 0,445 0,970 0,975 0,995 C.961 0,199 0,191 0,181 0,-08 0,440 0,450 0,446 0,460 0,560 0,550 0,700 0,700 — - 0,5c0 • 0,530 0,440 0,455 0,480 0,490 4,2 4,2 4,2 4,2 80,5 81 80,5 81 6,65 6,75 6,75 6,65 33,5 — 42 39,25 21 23,95 20,13 23,50 3,87 3,87 4 4 6,37 ,50 6,30 6,75 7,25 7,50 7,31 6,40 0,345 0,3 — — e 8,12 8,13 8,4 1C,50 11 12 — 1,75 1,80 1,75 1,90 0,300 0,305 0,3 0,3 0,2 0,2 0,4 0,35 -- - 44,21 7 7,25 6,15 7,4 8 9 8,40 8,61 44,37 45,25 44,50 45,6 44,50 46,75 45 46 49.5 51,5 49 50,75 6,30 6,70 6,25 6,65 9,5 10,25 10 10,4 3.60 4 4,1 4,3 6,50 9 7 7,50 23,75 24,50 23,65 24,13 16,50 20, £0 19, 0 21,25 30,50 32 31 32 1,40 1,75 — — 18,90 19,90 19 19,13 3,82 4,12 3,9 4,20 1,50 1,5 _ _ 7,90 8,25 _ 2,35 2,55 2,60 2,75 — — 6,0C 7,13 11,50 12,50 10,40 12,65 0,30 1 —. 8,13 9 8,50 8,1 11 11,25 11 11,13 9,2 9,60 9 12,4 4,75 5,10 — —* 9,50 10,2 9,60 9 11 12,6 — 6,90 7,25 6,90 7,20 — 10,5 10 10,65 6,75 7 — — 28,2 28,5 28 29 39,9 40 39,50 39,75 1,15 1,15 1.1 1,18 1,80 1,90 1,90 2 1,80 1,90 — — 8 7,9 7,40 7,8 0,460 0,46 — —- 0,52 0,r.2 0,65 0,65 10,2 > 10,-80 — — 1,05 1.0 1.1 1,2 2,1 2,3 2 2 2,90 3,15 3 3,13 7,50 7,75 7,20 7,5 2,75 2,75 ■■ 2 2,37 1,9 2.4 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückl. BueuoS-StreS, London, Nrn« York. Japan, Nio de Jauetro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein Hellen, alle» übrige für 100 Einheiten.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) rrrn«, 2?. Juli' Geld I Briet Repan. °/n Vlmerffanifcbe Noten . . . . . Belgische Noten ........ 4,1) 19,25 67 8 4,21 19,35 67,9 18.49 voll voll voll voll Danilchc Noten ........ Englische Noten........ 18’39 Französische '.Voten...... 21,7 = 21,8. voll Holländische Noten...... tztUienischc Noten..... 160 18, 2 66,05 160,80 18,22 56,34 voll voll Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... 5,97 1,8? 111,22 77,2 65,26 12,42 4,97 5,99 1,84 111,78 77,64 55,54 12,48 4,99 voll voll voll voll voll voll voll Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . ... Telegraphische Auszahlung. 21. Juli 13. Juli {Report Amtliche Notierung Amtliche Notierung । Geld Briet Geld | Brief 21. Amst.-Rokt. 159,80 160,60 160,45 161,25 voll! voll S^rss-'Antw. 19,35 19,45 19,35 19,45 voll voll Fhristianta. 56,06 56,34 56,06 56,34 voll voll Kopenbagon 67,43 67,77 67,73 68,07 voll voll Stockbolm . 111,42 111,98 111,57 112,13 voll voll Helungfors- Italien. . . London. . . 10,495 18,10 10,555 18,26 10,495 18,125 10,555 18,225 voll voll voll voll 18,375 18,4)7, 18,423 18,515 voll voll Neuyork .. 4,19 4,21 4,19 4,21 voll voll Paris. . . . 21,70 21,80 76,84 21,65 21,75 voll voll. Schweiz . . 76,46 77,26 77,64 voll voll Spanien . . Wien in D-- 55,46 55,74 65,46 65,74 voll voll Oest. nbgeft. 5,92 5,94 5,9)5 5,93= voll voll Prag . . . . 12,45 12,51 12,47 12,53 voll voll Budapest. - 5,165 5,185 5,165 5,185 voll voll Buen.-Aires 1,345 1,355 1,345 1355 voll voll Bulgarien 3,01 3,03 3,01 3,03 voll voll Japan . . . Nio de Fan. 1,72 1,73 1,705 1,715 voll voll 0,395 0,405 ;,?85 1,395 voll voll Belzrad . . 4,95 4,97 4,96 4,98 voll voll L'ffabon . . 11,07 11,13 11,27 11,33 voll voll Berliner Produktenbörse. D e r l i n , 22. 3uli. Am Prvduktenmarkt lieg! Voggen unter erheblichem Preisdruck. Auch neuer Roggen wird bereits angeboten.- Dagegen ist Weizen ziemlich unverändert, weil hier Exportmöglichkeiten vorliegen. Hafer behauptet, Sutter- mittel ohne nennenswerten Umsatz. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 172 bis 179, Roggen, märt 130 bis 137, westpreuh. 124 bis 125, Gerste, märt. 155 bis 165, neue 150 bis 155, Hafer, märt 139 bis 144, Raps 275, Leim faat 350 bis 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 21,50 bis 23, Weizenkleie 9,60 bis 9,80, Roggenkleie 9,50 bis 9,60, Viktoriaerbsen 20 bis 21, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, blau 9,20 bis 10, gelb 16 bis 17,50, Rapskuchen 10,50 bis 10,60, Leinkuchen 19 bis 20, Trocken schnitzel 8,80 bis' 9, Kartoffelflocken 20,50 bis 21. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. 3uli. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 19,25—19,50, Roggen, tnl. 17,50—17,75, Sommergerste für Drauzwecke 17,50 bis 18,25, Hafer, inländ. 17,50-18, Mais (gelb) 17—17.25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 30,50 bis 31,50, Roggenmehl 24,75—25,75, Weichen- und Roggenkleie 10—10,35. Tendenz: Ruhig, Büchertisch. X Psychologie des Lehrerberufs von Prorektor Dr. Schneider, Köm, in „W ege und Wink e", Schriften über pädagogische Gegenwartsfragen (bei Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M.). Keine abstrakte Wissenschaft, sondern ein brauchbares Büchlein in der Hand des Praktikers zur besseren Erkenntnis seines Berufs und der in ihm liegenden Möglichkeiten. — We r ent waf f net die Franzosen? Frankreich und die Sicherheit Europas. Von Erich Lilienthal. Verlag von Reimar Hobbing, Berlln SW. 61, drosch 80 Pf. Diese Anklageschrift zeigt die Gefahren des französischen Militarismus! Angst und Furcht treiben Frankreich zu immer neuen Rüstungen und zum Mißbrauch seiner augenblicklichen Gewalt. 3ntereffant ist die historische Entwicklung: Schon im 16. und 17. Zahrhundert war die Einverleibung der deutschen Rheinlande ein Progoamm- puntt der französischen Auslands-Polttik — be- 1 gründet mit der Rotwendigkeit seiner .Sicherung". I — „Die Wasserkräfte Bayerns" betitelt sich ein reich illustriertes Sonderheft der „Bayerischen 3ndustrie- und Handelszeitung". Rr. 24 (Verlag F. C. Mayer, G. m. b. H.» München, Driennerstr. 9). Preis des Heftes 3 G.-Mk. Es handelt sich bei der Ausgabe um eine hochwertige aktuelle Veröffentlichung, die über Bayers Grenzen hinaus das größte 3ntereffe finden dürfte. Beim Studium dieser lehrreichen Le.türe gewinnt man vor allem einen Einblick in die Hochentwickelte Technik, die heute bet der Ausnützung der Wasserkräfte angewandt wird. Aber auch dem Volkswirtschaftler bietet sie *ein umfangreiches Material, um die staats- und privatwirtschaftlichen Werte dieser Energieanlagen in voller Höhe zu bemessen. Eine frohe Botschaft 8» Gallenleidende! Die Rohstoffe zur Herstellung der seit 1910 glänzend bewärten lkholysolvinkur sind wieder in alter Güte zu beschaffen. Unzählige Kranke wurden o^e Operation durch Anwendung der Cholysolvinkur schmerzlos von ihrem Leiden befreit. Die Kur ist vollkommen un- schädlich, wirkt innerhalb 24 Stunden und kann ohne Berufsstörung gebraucht werden. Zu haben in den Apotheken. 5832A Macht der Junker ein törichtes Gesicht. „Herr Großvater ... ich wollt' mir ein Kätzchen fangen.“ „Also," meint der Alte. „Ein Kätzchen? War wohl ein Kätzchen mit rotem Fell?“ „Kann sein, Herr Großvater. GS dunkelte schon. 3ch weih nicht recht —“ „Ob ich dem Dengel eine haue?" hat sich der Gestrenge gedacht. ,<Ä>lch Fvechsack! Wird wohl beim Abschied gewesen sein — morgen geht er ja . . . also . . .' und zwinkert mit den Augen. Sagt bloß noch: „Die Erdäpfel sind gut geraten heuer, Beate. So ziemlich das einzig Gute in diesem Jahr —“ Am andern Morgen ftanb der Gottlieb Mar- zanke in voller Montierung schon um sechs älhr vor der Tür des Schlosses und wartete. Stattl ch sah er aus, gut geteilt wie er war und gut gefuttert, mit dicken knallroten Backen. Die Montierung blitzsauber, alles gewaschen, geflickt, gesonnt; das Lederzeug proper, der Zopf straff, die Locken rechts unb links gesalbt und gemehlt. 3eder Feldwebel haft' seine Freude an dem Burschen gehabt. Rur eins stimmte nicht, und das war sein Schmerz. Die blanke Grenadiermühe lag auf dem Schlachtfelds zu Kilnersdorf! Freilich hatte der gnädige Herr mit einem allen Dreispitz ausgeholfen, doch der Hut war eben keine Grenadler- mühe und paßte nicht zur Montur. Wer weiß, wofür sie ihn eftimierten, so er bei einer Torwache oder im Lager sich melden muhte? Drinnen im Hause rumorte es, und es duftete durch die Tür kräftig nach Brotsuppe und gebraten em Speck Sie sahen eben bei der Henkersmahlzeit, Hunker Kaspar auf dem Ehrenplatz zwischen dem Grohvater und der Frau Mutter; neben der der Stabskapitän und dann der 3nfvrmator und der alte Egid. Diel Appetit hatten sie alle nicht, außer dem Hunker. Dec stopfte für zwei, halb Well s ihm schmeckte, und halb, um die AbschiedS- rührung nicht hochkommen zu lassen. Sie sprachen auch nicht viel. Rur daß die Mutter manchmal fragte, ob er auch alles beisammen hätte im Felleisen; die Dukaten gut verwahrt auf der Brust und die Schreiben des Herrn Großvaters: das eine an den König, das andere dah der Junker sich bei allen Äemtern und Wachen legitimieren konnte. Frau Beate hatte heute eine eigen verhaltene, schmerzensreiche Stimme, und ihre Augen gingen wie abwesend von dem einen zum andern. Einmal wachte der Egid auf und meinte: „Sv du nach Dresden kommst, Vetterlein, magst du vom starken August hören. Der zerbrach ein Hufeisen, ich aber zweie... so . . ." „Lah nur gut sein, Egid," wies der Groh- Vater ihn zu schweigen. Lind es war wieder Stille. Der 3unfer würgte am letzten Stück Schwarzbrot mit Speck und wußte gar nicht recht, sollt' er laut aufjauchzen oder heulen. Da rasselte draußen die Kalesche vor. Fvcm Beate wurde kreidebleich, faßte sich aber gleich, wie der Großvater sagte: „3st nun Zett — und schwer aufftanb. 3n der Ecke Lag das Felleisen parat, beträchtlich geschwollen, dah die Löcher in den Lederriemen kaum langten. Das nahm der Egid auf, wie einen Spielball, und trug es hinaus. (Fortsetzung folgt.)