Alomag, 25. ZllM <924 Erster Blatt V4- Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crüid)8, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giefzen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvckvnd Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und Steindnrckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitunz und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. m. H5 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblülter i Monals-Vezugspreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlülse • für die Schriftleituag 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeiaerSietze«. yostschecktoalo: Sraatsutt a. M. 11686. Das Ergebnis der Besprechung in Chequers. Eine Londoner Konferenz Mitte Juli. Die englisch-mexikanische „Affäre". Erinnert man sich noch des Falles Castro And des „Krieges^ mit Venezuela? ES war in holden Friedenszeiten. Im Jahre 1902. Präsident Castro war gewalttätig gegen europäische Untertanen vorgegangen und hatte sich geweigert, die finanziellen Verpflichtungen gegen die deutschen und englischen Geschäftsleute zu erfüllen. Deshalb kam eS zu einer Blockade von feiten Deutschlands und Englands, die gemein s am vorgingen, nachdem sie sich vorher mit den Vereinigten Staaten von Amerika verständigt hatten. Das Haager Schiedsgericht entschied schließlich die Angelegenheit und verurteilte Venezuela zur Zahlung der Forderungen. Einen ähnlichen Strauß hat jetzt England allein mit Mexiko auszufechten. In normalen Zeiten würde sich die Welt darüber aufregen. Ganze Seiten der Tagespresse wären mit Nachrichten über die „drohende Kriegswolke" ausgefüllt. Da aber die europäischen Dinge ohnehin noch immer auf'dem Kopfe stehen, nimmt man von einem so fernliegenden Konflikt kaum Notiz. Trotzdem ist der englisch-mexikanische Stteit eine Angelegenheit von großer Bedeutung. Er kann genau so gut wie 1914 der österreichisch-serbische Konflikt zu einem Weltbrand führen, wenn sich allzuviele andere Mächte einmischen. Um was handelt es sich? Großbritannien ist beinahe der einzige Staat, der bis jetzt die heutige mexikanische Regierung Obregon nicht offiziell inerkannthat. Vor etwa acht Jahren verlieh der letzte englische Gesandte Sir Lhonel lieh der letzte englische Gesandte Sir Lhonel Card en den Boden Mexikos, und damit waren die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern abgeschlossen. Die Verttetung der britischen Interessen übernabm damals der Agent H. A. O. C u m m i n s. Dieser zweifellos sehr tüchtige Mann war ursprünglich Mineningenieur, lebte schon seit vielen Jahren in Mexiko und wurde dort um 1904 herum englischer Dizekonsul in Guhmas Se- nora, bevor er während der Revolutionsjahre als Sachwalter englischer Staatsangehöriger und englischen Eigentums seinen Posten in der Stadt Mexiko bezog. In zäher Verteidigung hat er seitdem die bedeutenden englischen Werte erhalten, die in Oelquellen, Fleischpackereien usw. bestehen und den Gegenstand manches offenen und heimlichen Konflikts mit — den Vereinigten Staaten gebildet haben. Man kann sich denken, daß dieser Mann mit der Zeit sehr unbeliebt wurde, zumal man wohl auch von Nordamerika aus stark gegen ihn in- ttiguierte. Eines Tages erhielt Cummins den Ausweisungsbefehl der Regierung Obregons. Er warf ihn in den Papierkorb. Auf Anfragen in London erhielt er die Weisung, ruhig auf seinem Posten auszuharren. Ministerpräsident Ramsay Macdonald sandte in besonderer Mission Sir Thomas Hohler, ebenfalls einen alten Mexikaner, aus. Er sollte versuchen, die Unstimmigkeiten beizulegen und er war wahrscheinlich als neuer Gesandter Großbritanniens ausersehen. Aber die Mexikaner hatten keine Lust, auf Herrn Hohler zu warten. Sie begannen, den verhaßten Agenten Cummins in der englischen Gesandtschaft auszuhungern. Lebensmittel dursten nicht mehr in das unter Völkerrecht stehende Gebäude gebracht werden. Auch der telephonische Verkehr des belagerten Engländers mit der Außenwelt wurde äbgeschnitten. Wäre der Fuchs aus dem Dau gekommen, hätte man sofort den Deportationsbefehl an ihm vollzogen. In letzter Minute gab England nach und rief seinen diplomatischen Agenten ab. Cummins verließ also freiwillig sein ungastliches zweites Vaterland. Im britischen Anterhause erklärte aber Macdonald, die Londoner Regierung bettachte das Vorgehen Mexikos als Ehrenbruch der nationalen Höflichkeit. Die Freundschaft ist gekündigt. Die amerikanische Botschaft in Mexiko hat die Archive der britischen Vertretungsbehörden übernommen. Die brittsche Regierung hatte ausdrücklich darum ersucht. Aber wohl ist ihr dabei sicher nicht zu Mut. Denn Nordamerika ist in dem Prozeß, der nun durch die Diplomatie ausgefochten werden muh, selber Partei und wird seine Vorteile gegen England durchzusetzen suchen. Der Besuch Herrivts bei Macdonald hat — vweit die amtliche Bekanntgabe des Ergebnisses eine Feststellung gestattet — den erwarteten Verlauf genommen. Einverständnis über die grundsätzlichen Richtlinien der Behandlung des zur Frage stehenden politischen Problems, Einberufung einer Konferenz nach London zwecks endgültiger Regelung, darüber hinaus Festlegung der beiden Ministerpräsidenten auf enge Zusammenarbeit — amtlich „moralischer Pakt" genannt — stellen nach außen das Ergebnis ;>er Besprechung dar. Lieber die Bedingungen, unter denen dies Einverständnis erzielt wurde, schweigt sich der ausgegebene Bericht aus — wir sind bezüglich ihrer Kenntnis vorläufig auf die Darstellung der Pariser Presse angewiesen. Es wäre verfehlt, auf Diese Ausführungen allein eine Ktttik aufzubauen — immerhin sind erfahrungsgemäß die großen Pariser Blätter im allgemeinen gut unterrichtet, so daß die lebhaftesten Bedenken nicht unterdrückt werden können, die z. B. die nach- tehenden Ausführungen des „Matin" über die Türfrechterhaltung der Eisenbahnregie zur Kontrolle der deutschen Transportmittel in Deutschland erregen müssen. Llm so wünschenswerter dürfte eine baldige amtliche Erllärung ein, zumal die englische Presse die Absichten Macdonalds in einer diesem Matin-Bericht entgegengesetzten Form dargestellt hat. Auch die .Frage der Zulassung Deutschlands zu der Londoner Konferenz dürfte in der nächsten Zeit zur Debatte stehen. Es wäre ein kaum erträglicher Zustand, wenn auch diese entscheidende Konferenz wieder die deut che Regierung zu zwingen versuchen würde, Beschlüsse anzunehmen, ohne an ihrem Zustandekommen tätigen Anteil genommen zu haben. Das amtliche (Kommunique. Paris, 22. Zuni. (W.-D.) Nach Beendigung der gestern und heute in Chequers geführten Verhandlungen zwischen Ramsay Macdonald rnd Herriot ist folgendes offizielle Kommunique herausgegebcn worden: „Im Verlaufe einer frern schastlichen und intimen Verhandlung find die verschiedenen, durch den Sachverstcndigenbericht aufgeworfencn Fragen diskutiert und versch'e- dene Maßnahmen geprüft worden, die ergriffen werden sollen, um diese zur Durchführung zu bringen Es war nicht möglich, zu endgültigen Entscheidungen zu kommen, da es notwcn)ig ist,vorherdiebelgischeund die italienische Regierung zu konsultieren. Die Derhcn langen haben ein vollkommenes Einverständnis zwischen den Ansichten der beiden Ministerpräsidenten ergeben. Es herrscht Aeberemstimmung darüber, daß, Wern die anderen Alliierten zustimmen eine Konferenz in London nicht später als Mitte Juli stattfinden soll, um die durchzuführende Prozedur endgültig zu regeln usw. Die beiden M nisten Präs deuten haben beschlossen, gemein am zu Beginn der Generalversammlung des Völkerbund e s einen kurzen Besuch in Genf auszuführen." Nach Aussage des Kommuniques haben Ramsay Macdonald in) Herriotbeschlossen, folgenden Zusatzzu veröffentlichen: „Angesichts der Schwierigkeit n, die nicht nur die beiden Länder, sondern die gesamte Welt beeinflussen, haben wir uns dahin verständigt, unterunseinenmoralischen Pakt zum Zwecke fortgesetzter Zusammenarbeit abzuschliehe n." Der Verlaus der Beratungen. Paris, 23. Juni. (WTD.) lieber den Verlauf der Beratungen, Die zwischen Macdonald und Herriot geführt worden sind, wird dem „Matin" von seinem Sonderberichterstatter geschrieben: Die beiden Ministerpräsidenten verhandelten am Samstag von 10 Ühr abends bis 2 Uhr morgens und am Sonntag von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags. Der Berichterstatter des „Matin" nennt das ausgegebene Communiquä sensationell und legt ihm die größte Bedeutung bei. Aus dem Schriftstück gehe hervor, daß die Aufgaben, die sich die Ministerpräsidenten gestellt hätten, in erster Linie die gewesen seien, den Plan Dawes in d i e Praxis überzuführen. Die beiden Ministerpräsidenten seien dahin ü b e r e i n g e kommen, daß er mit Vervollkommnungen und Ergänzungen, an denen im Augenblick die Repa- rationkommission arbeitet, restlos durch geführt werden müßte. Man hätte auf Grund der aus Berlin । vorliegenden Nachrichten das Recht gehabt, optimistisch zu sein. Die Vertreter Frankreichs I in Deutschland glaubten, daß die Ovvo- sitionnichtstarkgenug sei, um die Annahme der durch das Sachverständigen-Pro- gramm nötigen Gesetze zu verhindern. Nach dem „Matin" ist man bezüglich der Garantien dahin übereingekommen, daß ofort, nachdem die im Sachverständigen-Pro- gramm vorgesehenen Organismen funktionieren, die wirtschaftliche Ausbeutung des Ruhrgebiets aufhören soll. Aber um auf die militärische Besetzung zu verzichten, verlange Herriot im Einvernehmen mit Macdonald Garantien. Diese Garantien bestehen nach dem Berichterstatter in der Möglichkeit, Truppen nach dem Rheinland zu führen, falls Deutschland ich einer Verfehlung bei den Reparationszahlungen schuldig machen sollte oder im Falle eines feindseligen Verhaltens (Attitüde ho- I stile) des deutschen Reiches. Diese Möglichkeit erfordere die Kontrolle über gewisse strategische Eisenbahnen durch die Anwesenheit des alliierten Personals. Man würde allerdings zu weit gehen, wenn man annehmen würde, daß diese Schwierigkeiten schon überwunden seien. Macdonald habe erklärt, im Falle einer festgestellten Verfehlu g Deutschlands werde Großbritannien wie im Kriege a u f feiten seiner Alliierten sein. Das nennt der „Matin" eine kostbare Verpflichtung und glaubt, daß, wenn man die Mittel Wirkungsvoller Sanktionen und wirklichen Schutzes in der Hand habe, man von einer Art militärischer Konvention zum Vorteil Frankreichs und Belgiens sprechen könne, da sie es gestatten könne, mit einem Minimum von Gefahr den nötigen Druck ausKUÜben. Werde sich die Interalliierte Rheinlandkvmmis- s i o n in Koblenz mit diesen Garantien zufrieden geben? Sie hrbe nur Verwaltungsautorität; aber man dürfe ihr nicht die technischen Mittel wegnehmen, um den Transport und die Verpflegung der Truppen unmöglich zu machen. Die Derhairdlungen sollen übrigens über d:e e Frage noch fortgesetzt werden und so gefördert werden, daß sie vor Beginn der interalliierten Konferenz, die am 16. Juli in London stattfindet, beendet sind. An dieser Konferenz würden auch die VereinigtenStaaten teilnehmea. wem sie es wollten. Was die Deutschen anbetrcf e, so würden sie, wie es logisch sei, bei der Festlegung des Protokolls, das von ihnen unterzeichnet werden müsse, zugezogen werden. Nach dem Sonderberichterstatter des „Matin" ist auch die Sicherheitsfrage, die nicht bei der großen Konferenz behandelt werden soll, besprochen worden. Er glaube versichern zu können, daß Macdonald in dieser Frage von einer Intransigenz sei, die Frankreich völlig befriedigen könne. Wenn im September die beiden Ministerpräsidenten der Versammlung des Völkerbundes in Genf beiwohnen würden, würden sie vor der Versammlung des Völkerbundes ihr volles Einverständnis darüber bekunden, die Diskussion, die während der jetzt beendeten Tagung des Völkerbundesrates über die Entwaffnung stattgefunden habe, wieder aufzunehmen. Aber schon von jetzt ab würden sie in Berlin eine ernsteSprache führen. Die Botschafter-Konferenz werde verlangen, daß die Bestandsaufnahme durch die Interalliierte Kontrolllommission durch- gesührt werde. Was die Kriegsschulden betreffe, so seien sie nicht eingehend behandelt, aber auch nicht vergessen worden. Frankreich und England wollen unverzüglich die Regelung vorbereiten, ohne abzuwarten, daß die Vereinigten Staaten an einer Verhandlung darüber teilnehmen. Je ein Sachverständiger der französischen .und englischen Regierung sollen alles gründlich prüfen und zur gegebenen Zeit einer zweckentsprechenden Lösung vorschlagen. Weitere französische Presseberichte. Paris, 23. Juni. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Quotidien" glaubt zu wissen, daß im Chequers nur die allgemeinen Linien einer gemeinsamen Politik hinsichtlich des Sachver- ständi genberichts sestgelegt wurden. Auf der Londoner Konferenz am 16. Juli würden alle Probleme, die die p r a k t i s che Durchführung des Sachverständigengutachtens betreffen, geprüft und dann werde auch der Zeitpunkt bestimmt werden, an dem die Alliierten der Ansicht seien, daß der Plan Dawes zur Ausführung gelangt sei. Höchstwahrscheinlich werde man sich auf den Standpunkt stellen, daß der Plan als ausgeführt zu betrach- ten sei, sobald sämtliche Kontrollor - qaneinTätigk eitseien.die der Plan vorsehe. Hni> vielleicht werde man Deutschland auffordem, diesen Beschluß durch Tlnterzeichnung einer zweiseitigen Konvention anzunehmen. Nach dem Berichterstatter des „Journal" ist es möglich, daß, nachdem die Alliierten sich auf die Juli-Konferenz verständigt haben, die deutsche Regierung zugezogen werde, wie dies in Spaa, London und Genua der Fall gewesen ist. Was die S i ch e r h e i t s f r a g e anlanot. so berichtet der Sonderberichterstatter des „Quotidien", die Verständigung über die Re» Parationsfrage werde die Verständigung über die Sicherheitsfrage nach sich ziehen. Die beiden Ministerpräsidenten seien von der unbedingten Notwendigkeit ausgegangen, die völlige Entwaffnung Deutschlands zu verlangen. Sie würden die praktische Möglichkeiten hierzu begrüßen, ohne sich an enge Formeln oder Methoden zu halten, die von den Ereignissen überholt sind. Der Völkerbund werde Hünen kurzem auf diesen Gebieten eine entscheidende Roll^ zu spielen haben Unter der Aegide des Völkerbundes würden auch die Garantie- und gegenseitigen Hilfspakte angeschlossen werden. Auch hier würden die beiden Ministerpräsidenten nach einer bestimmten Formel suchen, durch die wahrscheinlich die früheren Texte beseitigt würden. Das „Echo de Paris" schreibt: Der fatale Entschluß sei gefaßt. Herriot habe dadurch, daß er das gestrige Communiquß akzeptierte, die fran- zsische Politik in eine neue Richtung geworfen. Er habe einen gewaltigen Bruch in den Ideen gemacht, auf die seine Dorgnger seit den 6. Februar 1920 s ich stndig berufen htten, wenn er sich um die Durchfhrung des Friedensvertragei gehandelt htte. Gewiß, das Communiqus sei ir vorsichtigen Wendungen abgefaht, es bringe seinen ganzen Inhalt nicht v l l i g zum Ausdruck, aber es sei nicht daran zu zweifeln, do.ß Macdonald, der es immer noch darauf absehe, das franzsische Volk einzulullen, sich nach besten Krften beruht habe, die ffentliche Sensation seines Erfolges abzuschwächen. Aber wer zwischen den Zeilen zu lesen verstehe, könne sich nicht der mindesten Illusion hingeben. Heute sei man wieder auf dem Wege zu einer internationalen Konferenz, das heißt einer Versammlung, in der notgedrungen Frankreich Kompromisse bieten müsse. Deutschland sei bereit, der Zwangsjacke zu entgehen, die bei seiner heutigen Verfassung allein imstande sei, es im Rahmen des Versailler Friedensvertrages festzuhalten. Wenn französischerseits hier keine Abhilfe geschaffen toeroe, so sei die Revanche des Alldeutschtums in Vorbereitung. Sonntagsredner Poincare. Das alte Lied vom böswilligen Schuldner. — Die Sachverständigen als Kronzeugen. Pans, 22. Juni. (WTD.) Zum 8. Jahrestag der Schlacht von Verdun hat PoincarL 'freute dort eine Rede gehalten, in der er mit Absicht gerade am heutigen Tage feine Politik zu rechtfertigen suchte. Er sagte unter anderem: Wenn De utsch land fett dem Kriege einigen guten Willen bei der Durchführung des Versailler Vertrages und ein wenig Este bei der Wiedergutmachung der Schäden, die es tn Frankreich verursachte, bekundete, so hätte man in Frankreich die gerechtfertigte Empfindlichkeit zum Schweigen gebracht. Man hätte danach getrachtet, ohne Groll und Haß die normalen Begehungen zu dem Nachbar im Osten wieder aufzunehmen und man hätte es nur allzu ehr begrüßt, die Erinnerung aus dem Gedächtnis verwischen zu können, die die Streittgkeiten zwischen den Völkern zu verewigen droht. Aber es sind Heute 5 Jahre vergangen, seitdem Deutschland in Versailles vor aller Welt und 27 siegreiche^ Nationen gegenüber seine Ve Pflichtungen übernahm. Es hat sie nicht gehalten und muß jetzt bürgen dafür, daß es bereit ist, sie in Zukunft zu halten. Nicht mit einem freundlichen Lächeln wird man Deutschland dazu bringen, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Wenn Frankreichs im Jahre 1922 ins Ruhrgebiet eingerückt ist, so habe es vorher lange Geduld betoieien, die we- mand aus dem Gedächtnis verlieren werde. Wer könnte denn vergessen haben, daß im Mai 1921 der größte Teil der 21 Milliarden, die Deutschland bis dahin bezahlen sollte, ihm erlassen worden sei. Wer könnte vergessen haben, daß es im ganzen Jahre 1921 in bar nur die eine Milliarde bezahlt habe, die in Artikel ö des Londoner Zahlungsplanes festgesetzt worden sei und die man Deutschland durch ein entschlossenes Ultimatum abgezwungen Hale Poincarö behandelte in diesem Stile die ganze Reparationsgeschichte bis zur Veröffentlichung des Sachverständigenberichtes und führ dann fort: Die Sachverständigen haben fest gestellt, daß Deutschland nicht habe bezahlen wollen, trotzdem es bezahlen konnte. Ob man das anerkennt, oder ob man es leusnrt, die Sachverständigen haben der von Frankreich befolgten Politik vollauf Recht gegeben. Wenn morgen Deutfch'and wohl oder übel sich vor den Schlußfol^erint’ti des Sachverstäudigcnberichles beugt, so der- dankenwirdiesesErgebnisder Besetzung des Ruhrgebietes. Deshalb habe ich es stets für richtig gehalten diese Zahlungsgarantie n i d> t g e g e n e i n f a d: € Versprechungen oder noch nicht er- probteKombinationenaufzu geben. Weiter sagte Poincare, seine Regierung habe erklärt, daß sie ihre Pfänder, die Zolle, dii Forsten, die Kohlensteuer und die Ausfuhrbewill liaunaen nurgegenvondenSachverstäni blaen vorgesehen-neue Pfänder aufgeben würde. 6te habe erklärt, bah sie die d«ttsche Wirtschaftseinheit wiederherstel- len würde, sobald Deutschland den Sachverstän- Ligenbericht zur Durchführung gebracht habe. Aber weder die Sachverständigen, noch Frankreichs Alliierte hätten für den Augenblick mehr von ihm verlangt und seine Regierung habe festgeslellt, daß sie aus dem Ruhrgebiet nach Maßgabe und im Verhältnis der deutschen Zahlungen sich zurückziehen würde. Die Räumungraschdurchzuführen, heiße in seinen Augen, eineschwereLInvorsichtig- feit begehen, denn Deutschland würde darin nur einen Akt der Schwäche erblicken und wieder in seine Widerspenstigkeit gegen das Gesetz von Versailles zurückfallen. Der Friedensvertrag aber müsse erfüllt und der Friede endlich wiederhergestellt werden. Der Reichspräsident und die Ausgewiesenen. Berlin, 22. Juni. (ÄZTB) Der Reichs- verband der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr richtete aus Kassel an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm: „Der RÄchsverband der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr, Sih Kassel, der heute zum ersten Male seine Vertreter aus 190 Ortsgruppen hier versammelte, sendet Ihnen, Herr Reichspräsident, seine Grüße in unwandelbarer Treue zu Reich, Rhein und Ruhr und erinnert sich gern mit besonderer Genugtuung des großen Wohlwollens, das Sie den Gefangenen und Verbannten stets entgegenbrachten. Wir bitten, uns dieses Wohlwollen auch ferner zu erhlaten, im besonderen auch dann, wenn der Hoffnungsschimmer der Rückkehr sich verwirklichen sollte." Der Reichspräsident antwortete mit folgendem Telegramm: Dem Reichsverband der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr" danke ich herzlich für Gruß und Treugelöbnis zur Heimat. Seien Sie versichert, daß von mir und der Reichsregierung auch künftig alles Mögliche geschieht, um den Ausgewiesenen und Verdrängten zu Helsen und ihnen die Heimat wiederzugeben. Ihren Beratungen wünsche ich guten Erfolg. Neue Verhaftungen im besetzten Gebiet. Paris, 22. Juni. (WTB.) Nach einer Havasnreldung aus 2l a ch e n hat die belgische Militärpolizei dort mehr als 100 Haussuchungen vorgenommen. Auch einige Verhaftungen sind erfolgt. Angeblich sind auch neue Dokumente und Waffen beschlagnahmt worden. Desgleichen haben in D ü s s e l d o r f 250 Haussuchungen und 40 Verhaftungen stattgefunden, bei denen ebenfalls Schriftstücke beschlagnahmt worden sein sollen. Anfragen über die Pfalz. Landau, 22. Juni. (Wolff.) Der Abgeordnete Bernzott und Genossen (Bayer. Volkspariei) haben im Bayer. Landtage folgende Anfragen eingebracht: Im Bezirk Landau sind in den Abendstunden zahlreiche Lleberfälle auf deutsche Einwohner vvrgerommen, die überfallen, niedergeschlagen und beraubt wurden und dabei zum Teil erhebliche Verletzungen da- vontrugen; ein deutscher Gendarm wurde durch einen Revolverschuh schwer verwuirdet. Die Bevölkerung ist durch die Vorgänge sehr beunruhigt, um so mehr, als die am Abend die Landstraßen passierenden Bewohner unbewaffnet sich ihrer Angreifer nicht erwehren können. Sind der Staatsregierung diese Vorkommnisse bekannt? Ist sie bereit, den 'Besatzungsmächten von den Vorfällen Kenntnis zu geben und auf diplomatischem Wege raschestens zu veranlassen, daß, der Bevölkerung genügend Schutz zuteil wird, damit solche Vorkommnisse durch ent- sprechende Maßnahmen verhindert werden? Ist der Staatsregierung bekannt, daß durch dir Schaffung eines großen Truppenübungsplatzes in der Südpfalz die dortigen Gemeinden .häufig Einquartierungen zu ertragen haben und diese Bewohner seit Jahr und * *5x10 vom Reich nicht entschädigt wurden? Ist die Staatsregierung bereit, raschestens zu veranlassen, daß die in Mitleidenschaft gezogenen Bewohner baldigst entschädigt und für die Zukunft die Einquartierungslast vermindert werde? Ist der Staatsregierung bekannt, daß während der separatistischen Herrschaft Pfälzer Geschäftsleuten und anderen Bewohnern ihr Eigentum weggenvmmen wurde und sie heute noch ohne jede Entschädigung sind? Ist die Staatsregierung gewillt, Schritte zu tun, daß die vorliegenden Entschädigungsgesuche baldigst geprüft und die Betroffenen entschädigt werden? Ist die Staatsregierung bereit, über die Vorgänge bei der Auflösung, der sogenannten Pfalzdienststelle in Heidelberg dem Landtag in öffentlicher Sitzung und. Der Irrwisch. Von Rektor F r i s ch h o l z. Zt. Wetzlar. Wer vor Zeiten in lauer Sommernacht spät von Kleinbach durch das Moor nach Hochethausen ging, dort bei den Grenzdörfern zwischen Hessen und Nassau, konnte von Gluck sagen, wenn er zur rechten Zeit und ohne Fährnis ans Ziel kam. Den Wieseng^und^ durch den sich, schmal und gleisig, ein Weg schlangelt, tränkt ein Bächlein das müde seinen Weg zum Kleebach schleicht und dazu noch ab und an in Sumpfplacken ausrüht. Die ganze Strecke an seinen Alfern verträumen uralte Weidenstümpfe mit struppigem Kopfputz den Rest ihres Daseins. Dem Wanderer legt sich schwerer Moderduft beklemmend auf ine Brust, und dicht über ihm kreist das Käuzchen mit weichem Flügel- Duschen. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn auch dem beherzten Manne die Griss>ln über den Rücken laufen. Aber gefährlich wird der Weg dem. dessen Blicke ein Irrwisch in sem>n Lichtkreis bannt, drei bis vier Klafter vor ihm aus dem Pfuhl, am Fuße der ausgehöhlten Weide hüpft plötzlich ein Lichtlein empor, nur fingerlang oder kürzer: nahe tanzt es, tanzt hin und her, näher und ferner, flattert vor ihm wie ein ängstlich Vöglein ums Rest, schießt ellenwett ifort wie eine Schieße auf das Mücklein, schlägt einen Dogen zur Seite und taucht plötzliche dicht vor ihm auf. Das lockt und wintt, das duckt und hebt sich, das gleitet und schwebt und schlägt alles Sehen und alles Denken in eiserne Fesseln. Wil- wenn Siaatsinreressen Dagegen sprecyen, in einer vertraulichen Sitzung der pfälzischen Abgeordneten und der Fraktionsführer Aufschluß zu geben und in eine Besprechung der Lage der Pfalz einzutreten? Landtagswahlergebnis in Anhalt. Dessau, 23. Juni. (WTB.) Die Wahlen zum anhaitischen Landtag sind ruhig verlau en. Dis zwölf Alhr nachts lagen bis auf zwei industrielle Gemeinden, die möglicherweise noch eine kleine Verschiebung bringen können, die Ergebnisse vor. Danach erhalten: Deutsche Voltspartei 6Sitze, Bodenreformer einen Sitz, Demokrat en einen Sih, Landbund 3Sitze^ Deutschvölkische Freiheitspartei 2 Sitze, Deutsch nationale 4 Sitze Haus- bes iherpartei einen Sitz, Wirtschafts- Partei einen Sih, Kommunisten 4 Sitze, Sozialdemokraten 13 Sitze. Die einzelnen bürgerlichen Gruppen waren mit den Hauptgruppen der Deutschen Dollspartei und der Deutschnationalen eine Giften re bindung eingegangen, wodurch die einzelnen Reststimmen gegenseitig verrechnet wurden. Elternbeiratswahlen in Berlin. Berlin, 23. Juni. Gestern fanden in Berlin die Elternbeiratswahlen bei ziemlich sckwacker Beteiligung statt. Soweit sich bisher übersetzen läßt, hat in den meisten Gemein e- schulen die christlich-unpolitische Liste einen Karten Erfolg zu verzeichnen. Eine neue „Nattonallieberale Neichspartei". Eine Versammlung der Nationalliberalen Vereinigung Berlin-Brandenburg, die gestern im Reichstagsgebäude tagte, beschloß die Gründung einer Nationallibeca- len Reichspartei. Die zum Aufbau der Parteiorganisation erforderlichen Arbeiten sollen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen in Preußen, unverzüglich in Angriff genommen werden. ES wurde sofort ein Organisationsausschuß aus 40 Mitgliedern gebildet. Zum Vorsitzenden der Partei wurde der Reichstagsabgeordnete Dr. Maretzky gewählt Der Fall Matteotti. Rossi stellt sich dem Gericht. Rom, 22. Juni (WTB) 6erare Rossi, der vormalige Leiter des amtlichen Prellebureaus! nach dem die Polizei fahndete, hat sich, gestern nachmittag den Gerichtsbehörden gestellt. * Rossi ist von seinem F.eund D u m i n i, einem der verhafteten Mörder Matteottis als der Urheber des Attentats bezeichnet worden. Inzwischen wird nach einem Drahtbericht aus Rom nicht nur die moralische, sondern auch die politische Seite der Frage von der Presse lebhaft erörtert. Die Sozialisten verlangen fortgesetzt den Rücktritt des Kabinetts Die Turiner „Stampa" führt aus, daß keine Pattei die Regierung zu übernehmen wünsche, obschon sicher sei, daß das jetzige Kabinett unmögliche auf dem Posten bleiben könne. Die Gefahr, daß durch diesen Rücktritt Italien in einen bolschewistischen Zustand zurückfallen könne, bestehe nicht mehr. „Popolo", das Organ der katholischen Volkspartei. verlangt nur. haß wiederum gesetzliche und verfassungsmäßige Zustände einkehren und das System der unbestraften Gewalttätigkeiten auf- ihöre. „Mondo" wendet sich gegen diejenigen Rr- gierungsblätter, die behaupten, es geb; nar die Wahl zwischen Mussolini und dem Bürgerkrieg. „Giornale d'Italia" schreibt, daß das aufgehobene Veibrechernest im Ministerium des Innern die Verdienste, welche sich Mussolini im Kampfe gegen den Bolschewismus erworben habe, nicht schmälern dürfe. Aber die Säuberung im Ministerium des Innern wie auch tn den Pro- vinzialverwaltungen müsse gründlich und energisch weiter gefühtt werden, und das Presseamt müsse wieder funktionieren. R o m. 22. Juni. (WTB.) Wie verlautet, wird der morgige Ministerrat die Reorganisation der Nativnalmiliz beraten, die dem Heere ein- gegliedert werden soll. Indem sie dem Kriegsminister unterstellt wird, soll die Miliz den Charakter einer Parteieinrichtung verlieren. Diese Maßnahme ruft im Lande einen ausgezeichneten Eindruck Hervor. General Debono übergibt das Kommando an General G i a r - di n o. Alles das deutet darauf hin, daß noch vor der angekündigten Senatsrede Mussolinis die moralischen Forderungen der öffentlichen Meinung erfüllt werden sollen. lenlos ist der Mann dem Spuk verfallen, geht ihm einen Schritt entgegen und zwei, zögernd einen zurück, um doppelt schnell wieder vorwärts zu eilen: er muß wollen, und wenn sich auch sein Inneres dagegen sträubt. In Biegungen und Windungen der Schlange, in Haken und Dogen des Hasen im Zickzack der Libelle folgt er. Alnd vor ihm her schwebt es girren» wie lustiges Lachen. Sturen Auges mit schlafenden Gedanken folgt er willenlos — gefühlsselig. Das Sumpfwasser brunlelt unter seinen Fußen — er achte- es nicht, leimig kriecht der Schlamm über den Knöchel — er merkt es nicht, knietief sinkt fern Körper in aufgelöste, zähe Massen — er arbeit>t sich empor: jetzt tappt er zu und tritt ins Leere — das Wasser des Daches schlägt über ihm zusammen. An den Weidensträhnen rettet er sich ans Alfer. Kaltes Frösteln läuft über seine Kopfhaut, zieht ihm das Haar nach oben, von der Stirne perlen Schweißtropfen. Vor ihm tanzt und winkt der Irrwisch. Ein Stöhnen entringt sich der Brust des Irrenden. Plötzlich ist das Licht erloschen, und langsam, langsam erwacht die Besinnung. — Jedes Maß für Zeit und Raum war verloren. Fern am Himmel kündet ein schmaler Lichtstreifen den Sieg des neuen Tages, und nicht allzufern meldet ihn ein Hahn. Nun flattern die Nebel empor und vor ihm — ist es Wirklichkeit? — vor ihm liegt Kleinbach, das er am Abend verlieh. Die ganze Nacht ist er gewandert, hin und her. und ist nicht um einen Steinwurf weiter gekommen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Juni 1924. Die Reichs-Teuerungsziffer. Die Deichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten, Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den 18. 3uni auf das 1,12-Dillionen- fache der Vorkriegszeit gegenüber der Vorwoche von 1,13 Billionen; es ist demnach eine Abnahme von 0,9 Prozent zu verzeichnen. * ** Abschiedsfeier für Prvf. D. Dr. Schian. Ihrem bewährten Führer und stets Hilfs- und dienstbereiten Ratgeber, Prof. D. Dr. Schian, der in den nächsten Tagen als General- fuperintenrent für Schlesien nach Breslau übersiedelt, bereitete die Deutsche Volkspartei. Ortsgruppe ©tef.en, gestern nachmittag im Klub eine herzliche Abchieösseier. Der starke Besuch der Veranstaltung an dem schöner Sonntagnachmittag bewies eindrucksvoll, w.lch großer Wert chähung sich der Scheidende und feine Familie allenthalben zu erfreuen haben. Auch aus der Provinz waren Zahlreiche Ve treter der Deutschen Voll'spattei ei Schienen. um noch einmal mit . dem allseitig belieben Mg.ordneten und geistvollen Vorkämpfer der vrlispaUeill.hm Politik in Hessen vereint zu sein. Die volksparteiliche Landtagssral- tion und eine Anzahl hervorragender Männer des öffentlichen und geistigen Lebens unserer Stadt und Provinz warm gleichfalls- zugegen. In den Ansprachm, die von dem Vorsitzenden dec Gie- ßmer Ortsgruppe Prof. Krausmüller, dem Vorsitzenden der Land-espartei der D. V. P. Abg. Dr. D i n g e l d e y - Darmstadt, benr Dostitzendm der Volks parteilichen Landtagsfrattion Abg. Dr. Osann- Darmstadt, von der Abg. Frl. Birnbaum- Gießen, von Stad Pfarrer Boeckner- Schlitz, als Vertreter der dortigen Parteiangehörigen. gehalten wurden, feierte man den.Menschen, Politiker und Gelehrtm Schian in warmyerzigen Worten, sein Scheiden aus dem He smlande wurde übereinstimmend aufs schmerzlichste bedauert und ihm und feiner Gattin, di-? ihn entsagungsvoll der Politik gegeben und damit freiwillig ihr Familienleben geschmälert hat zugunsten der Partei, von ganzem Herzen gedankt. Immerfort werde man hier dem Scheidenden dankbare Treue bewahren, eingedenk dessen, daß das Wirken Schians für die volksparteiliche Sache in Hessen im engeren, für das deutsche Vaterland im weiten Sinne sehr segensreich gewesen sei. Als Zeichm der Dank- ba ( u wurde Pvose sor Schian von der ©iefje-net Ortsgruppe der- D D P. zum Ehrenmitglied ernährt! unb feine Verdienste in der Ehrenurkunde» in schönster Weise fest gehalten, Frau Pros. Schian wurde von der Gieß-.ner Ortsgruppe als Dankeszeichen ein Bild aus unserer Stadt überreicht, von den Schlitzet Pnr ci r uridvn ich r- br.ichte Stadtpfarrer Bveckner ein Album der Stadt Schlitz. Tiefbewegten Herzens dankte Prof. Schian für die vielfältige Eh ung, die ihm und seiner Familie hier in so reichem Maße be- v stet wurde, und er betonte, daß ihm die politische Arbeit nicht nur eine ParteisaHe, sondern allezeit Dienst am Vaterland und für die Wie er- ausrichtung unseres Dolles gewesen sei. In bester Weise ausgefüllt wurde das Programm d.r Feier durch Eesangsvorträge eines Frauenchors, in- ft rum entöle Darbietungen von Frau Dr. Spohr, Herrn Hermann, Dr. Roller, Duette von Frl. T e tz l a f f und Frl. Maternus, und Rezitationen von Frl. Lerch und Frau Cloos- Friedberg. Oberbürgermeister Keller und Reichstagsabg. Dr. Becker, die beide am Erscheinen verhindert waren, hatten brieflich, ersterer auch im Namen der Stadtverwaltung, ihrer hohen Wertschätzung der Persönlichkeit und der Arbeit Schians Ausdruck gegeben, ebenso waren bcin zahlreichen Ortsgruppen brieflich und telegraphisch Huldigungen für die Scheidenden eingegangen. ** Die heftigen Regenfälle vom Freitag hatten die Lahn und ihre Nebenflüßchen stark anschwellen lassen, so daß sie vereinzelt über die Alfer traten. Die Lahn war bis zum Aleberlaufen voll und nahm das Heugras an den Alfern mit, wodurch die Pächter des teuren Grases empfindlich geschädigt wurden. Auch die Wieseck führte Hochwasser und überschwemmte weite Sttecken des Wiesenge- ländeö, großen Schaden an der bereits im Gange befindlichen Heuernte anrichtend. An allen Verbindungswegen zwischen Philosophenwald und Wieseck standen Scharen von AuSflüglern, die durch die teilweise Überschwemmten Wege unliebsam überrascht war- ren. Einige Beherzte sah man hier und da sich der Schuhe und Strümpfe entledigen, an anderer Stelle hatten sich Radfahrer zur Verfügung gestellt, die die Passanten durch die „wogenden Fluten" beförderten. Auch der Mehr Glück hätte der Schäfer'vonHörnfeld? Freilich axir er schon durch Schaden klug geworden. Er ging bis dicht von Hocheltal, da sah er einen Irrwisch nur drei Mannslängen vor- oustanzen. Ohne sich lang zu besinnen, drehte er stch dreimal um sich selber, schloß bann die Augen solange, wie man braucht, um ein Vaterunser zu beten. Als er bann um /ich schaute, war der Spuk verschwunden. Auch in anderen Gegenden unserer Heimat konnte man das Irrlicht sehen. Das hat ein Mann feftgeftent. der in Weißenkirch auf dem Kuhhandel gewesen war und sich verspätet hatte. Als er aus dem Duchwald in den Wiesengrund tarn und eben durch das Erlengebüsch die andere Anhohe ersteigen wollte, sah er ein Licht. Da er geinte, den Keppeler von Bergkirchen mit feinem Eierkorb eingeholt zu haben, rief er ihn an unb bom Berghang antwortete auch eine Stimme, ^ber trotz kräftigen Ausschreitens kam er dem ßidjte nicht naher. In seinem Eifer merfte er nicht toie er vom Wege abkam. Plötzlich war das Licht verschwunden, und im Erlengebüsch^ hatte er die Richtung völlig verloren. Er wußte weder aus noch ein. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als an Ort und Stelle bis zum Tagesanbruch stehen zu bleiben. Zerschunden und mit zerrissenem Kittel kam er nach Hause, wo man in großer Soras um ihn gewesen war. Ein andermal Haben in lauer Sommernacht Die Mädchen von Bergkirchen hinter den Dorf- I scheunen, wo man den Blick ins Wiesental hat Prmoenavenweg Gießen - Phtlosvpyenwau) hatte an der Wieseckbrücke ein derarttgeS Hindernis — hier bestiegen Männlein und Weiblein ühi d. S Gelände I und im Tempo des „Immer an der Wand lang“ gings über die gefährlichste Stelle — zum Schluß ein kecker Sprung, und man war wieder auf dem Trockenen. — Bornottzerr. — Tageskalender für Montag. Gießener Goethe-Woche: 8x/4 Alhr Musikallite- rarische Abendfeier: Frau Vilma Mönkeberg (Relation-, 5rau Ilse Fromm Michails (Piano). Kammerorchester Gießener Musikfreunde (Lettung Prof. G. Trautmann). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Lustspieltage. — Astoria-Lichtspiele: „Prinzessin von Kahiräh". — Palast-Lichtspiele: ‘Anbetungen 2. Teil: „Kriemhilds Rache". — Gießener Goethe-Woche. Heute abend findet in der Alnioersitätsaula eine musi-- kalische-literarische Abendfeier statt, zu der zwei Künstlerinnen aus Hamburg — die in Gießen von früheren Vorträgen her bekannte Frau Vilene Minkeberg (Rezitation) unb Frau Fromm - Michaels (Klavier) gewonnen worden sind. Außerdem wirkt das Kammerorchester Gießener Musikfreunde unter Leitung von Professor Trau t- m an n mit. Besonders sei noch auf den Vortrag des Monbrams „Proserpina" mit der Musik von Eberwein, einem Zeitgenossen Goethes, hingewiesen. Das Werk wurde seit Goethes Zeit nur zweimal gesprochen — und zwar in der Hamburger Goethe-Gesellschaft unb in Berlin, wo es gtoßen Beifall fand. - — Der Ortsgewerbevere'rn Hält seine diesjährige Mitglitt erversammlung am Mittwoch abend im Gewerbehaus ab. (SieA 2In- ?cige.) Wettervoraussage Vorwiegend heiter, etwas wärmer, tnxScft Landkreis Gietzen. 6 Burkhardsfelden, 22. Juni. DaS Kirchengesangvereinsfest des Dekanates Gießen fand heute hier statt. Auf den regnerischen Samstag war ein richtiger Son^en- tag gefolgt, so daß die Festgäste aus der Nähe unb Ferne sich zahlreich einfanden. Die Fe er fand auf dem Kirchplatz statt. Die Männerchöre wurden von Prof. Trautmann -Gießen geleitet und brachten vorzügliches zu Gehör. Die Li! u igle wurde von dem Ortspfarrer Hellwig- Reiskirchen gehalten, die Predigt von Pfarrer H a r t m a n n - Alten-Buseck. An St lle d s in letzter Stunde verhinderten Pvfaunencho^s K ein- Linden hatte Pfarrer K a l b h e n n - Gr.-Duseck ab hoc einen Chor zufarnmengestelll aus Oppen- robern Und Grvß-Bufcck.wi Dläiern und b:gl.itete den Gemeindegesang, brachte auch sonst einige Stücke zum Dort rage. In ber Nachfeier, eröffnet durch Pfarrer Hellwig, mit Ansprache von Pfarrer A u s f e l d - Gießen und Schultheiß- Grohen-Linben, fangen die Chöre einzeln. Es waren durchweg gute Leistungen, die man zu hören bekam. Don den Dereinen der Lanb^e- mcinben ernteten besonderen Beifall ter Beu er."er Verein (Lehrer Adam) unb der hiesige Chor; bah Gießen eine Klasse für sich bedeu'.e.e, bedarf Wohl keiner besonderen Gr-wahnung. Der Frauen- chvr Wieseck bot ebenfalls in ber Hauptfei-er unb in der Nachfeier unter Leitung von Leh.er Stoll Hervorragendes. Die Gastfreundschaft der Gemeinde Duikhardsselden bei der Bewirtung der Gäste und die Vorbereitung des Festes durch Bürgermeister Albach, ber den hiesigen Cho« leitet, wolle noch besonders hervorgehobeir werden Mrcts Büdingen. )( Orten berg, 21. Juni. Nach einem ungewöhnlich schwülen Tage ging gestern abend zwischen i/28 unb i/29 AAHr ein so schweres Al n w e 11 e r über unsere Gegend nieder, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt hatten. Don den Bergen stürzten durch die vielen Hohlwege unserer Gemarkung und durch die Straßen unseres bergigen Städtchens ungeheure Wassermengen, die sich auf die Gärten ergossen unb'eine Ain- menge von Geröll, Holz unb Steinen mit sich führten. Das Alntoetter war einige Minuten von einem Hagelschlag unb heftigen Sturm begleitet, ber sehr großen Schaden anrichtete. Die Frucht wurde gewalzt unb teilweise abgeschlagen, bas Obst massenhaft von ben Bäumen gerissen. bas an ben Bäumen hängenblerbende schwer beschäbigt unb so die Obsternte fast ganz verdorben, die Gärten wurden überschwemmt, Gemüse unb Kartoffeln zerschlagen, vielfach die Arbeit unb Ernte eines ganzen Jahres zum größten Teil vernichtet, in einzelnen Gemarkungsteilen bie Sieder zum Teil weggeschwemmt, eine größere Anzahl Bäume entwurzelt. Der letzte Zug nach Gebern mußte angehalten werben, damit das Dahngleise erst von Steinen, bie das Wetter zu Tal geschwemmt hatte, freigemacht wurde. Auch in der Almgegend hauste das Wetter in schlimmster Weise, besonders sollen in Wallern- hausen schwere Schäden eingetreten sein. Noch lange wird der Bevölkerung dieses Wetter, das die von 1921 und 1914 noch bedeutend übertraf, im Gedächtnis bleiben. . Flachs geschwungen. Munter erklangen ihre Lis» der ins Tal hinaub. Da schwebte ein feuriges Zünglein herauf, ganz langsam näher und näher. Ems der fleißigen Mädchen hatte es gesehen und schrie laut: „Der Irrwischs der Irrwisch!" Schon ließen alle ihre Schwingen fallen und eilten durch ben Reuel tn ein Haus. Alnb bas war gut so. Hätten sie hingeschaut, so hätte ber Irrwisch sein Ziel erreicht unb sie alle mit fortgelockt, hinunter in bas Tal, wo ber versumpfte Weiher liegt, unb sie wären sicher in Schlamm unb Wasser um» gekommen. * • - Rodins „Kuß" in Japan verboten. Rodins großes Werk „Der Kuß" ist von ber japanisches Polizei, wie aus Tokio gemeldet wird, für anstößig erklärt worden. Es war für eine große Kunstausstellung, bie in der japanischen Hauptstadt flattftnbet, von der französischen Akademie der Künste geliehen worden. Als bie ersten Besucher bie Ausstellung betraten, fanden sie, daß ein dichter Dambusverschlag um ben Bronzeguh des Rodinschen Werkes errichtet war. Die Plastik, bie in der Skulpturenhalle des Pariser Luxembourg-Museums den Ehrenplatz einnimmt. verletzt die japanischen Anschauungen, die den Kuß aus der Oeffentlichkeit verbannen. „Küssen ist eine unanständige Gewohnheit", sagte der Polizeipräsident von Tokio zur Degr-ündung seines Berits „Wir wünschen nicht, diese schmutzige a&2nö"m dische Sitte bei uns einzuführen unb das Publikum dazu zu ermutigen.“ Halb Zocker, halb Hbhstoff! Spart Geld und schmeckt vorzüglich SchälMch In flolonlaluwcn-, Drogen- ^ Handlungen und Spothelen^^ llach einem an« gestern abend so schiveres nieder, Vie lvir bl hallen. Don fielen Hohlwege Straften unseres Dalsmnenaen. ; and eine Un« deinen mit sich je Minuten von ligen Sturm iden cmrichtcle. Iveise abgeschla» rn Mumeii ge» hängen^eidende lernte säst ganz >rschwemrnt, ®e# vielfach die 2lr° -eS zum gröylcn emarfimflSteilen nt, eine gröbere legte Zug nach m damit das e H Detter .macht wurde, das Detter in n in Dallerix den lein. M es Deller, das eutend üdertras, »erboten. ,ft- ist von der SS «‘J4 £ d-d (»r ßufcni* M!?»* aJijl'ÄB- SÜr«! „njeuis"1* ,1 war gjt'?• tx ocrvisch M Uxti. ylnanter &er liegt, and fallet um* n«5? iach^- ^‘'Pielc; 2och» _ Lxti ST In k, L®t *■?$: ??Vtt M ' 3^9 am tvlche An- t ^.ttDüen, n. ?->ni. des Deka. ’tatt Aus ten ^'“9'c Sonrei« auS der Aüdr ®te K 1 n ■ ©itijcn ge. ru TchZr. & Hellwig. 11 'K Planet d s m ^4vrS Kein. ^'Tr.-Duseck tit aus Opden» -N und b:gkikte l-, sonst einige lchfeirr, eröffne? Snlpwche ixm Echulthritz- re cinzein. Es r. die man zu •' ter Landge- iß ter Deurr er r hie'ige Chor! ^eute.L bedarf g ®rr Frauen- Hauptseier und 1 ßeh.er Stoll fäaft bet Ge- 3c'rirtung bet Festes durch hie'igrn Chor xhoben weiden Erste MeHroMluog und Hösterei sucht für Oberheffen gut etngefüörtcn, arbettSfreuotgen Herrn alß Vertreter l »UM vrovifionKweisen Verknus ihrer Produkte. Offerten unter tt.C.U. 5567 an Rudolf Masse, Frankfurt a. M. Goethe-^ oche werden. 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Auch der Vater des hessischen Kiiegerverbandrs, MedizinalratDr. D ogt- Butzbach, beging sein 50jähriges Qubi» (dum a l s Gründer und Präsidial- Du haß diamanten M Perle« mein Schatz, wenn Du Deine wertvollen Kleider Pelze, Polstermöbel, Teppiche und Gardinen uoi dem Verderben bewahrst! Kaufe noch heute das bewährte Mottenschutzmittel Dr. Weinreichs Mottenather In Apotheken und Drogerien erhältlich. 390483 Pharmakon A.-G., Frankfurt a. M -Serde, -Kolher in feinster AuSsüb- rung taufen Sie billigst bet 021175 H. Schön Marburger Straffe. Heugrar ca. 15000 qm vrlma Futter, zusammen ober geteilt zu verkaufen. Olabereß bei Lloh.Leihgestcrner 1 Wen 24. 021181 Die Gietzener Am Samstag nachmittag fand die Gietze- n e r G 0 e t he - W 0 ch e. die vom hiesigen Goethe- bund anläßlich der Wiederkehr des 175. Geburtstages Goethes und des zehnjährigen Bestehens des Goethe-Bundes veranstaltet wurde, ihre Einleitung mit der Eröffnung der DuchauSsteNung „Das Goethe- Duch" Mitglied. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit fand die Feier im kleinen Rahmen im Hessischen Hofe statt. Der Saal war am Samstag abend dicht gefüllt. Der Vorsitzende des hiesigen Kriegervereins, Direktor Stumpf, begrüßte die Vertreter der Hasfta, Präsident Oberst von Re id Hardt - Darmstadt sprach über Zweck und Ziel der Krie- ! gervereine, Glückwünsche sprachen aus Redakteur Schneider namens des Turnvereins, Rektor Storch-Butzbach namens des Gesangvereins und Dr u ch Häuser-Darmstadl. Gesangsvor- träge des Männerchors „Orpheus", turnerische, deklamatorische und musikalische Vorträge füllten die einfache Feier aus. Heute vormittag wurde auf dem Ehrenfried- hof eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen des Weltkrieges abgeoalten. Die Beteiligung war sehr stark. Pfarrer Loos hielt die Ansprache: Kränze legten nieder Oberst von Reid Hardt im Auftrag der Hassia, Direktor Stumps für den Krieg erverein Butzbach, Euler für den Militärverein Butzbach. Den Abschluß bildete das Soldatenlied „Ich hatt' einen Kameraden". Die Vertreterversammlung der Hassia begann um IO1/» älhr im Hessischen Hof unter Leitung des Präsidenten Oberst von Reldhardt. Dieser begrüßte die Vertreter der 32 Bezirke den Regierungsvertreter Kreisdirektor Gräf- Friedberg und den Bürgermeister Köhler als Oberhaupt Butzbachs. Herzlichen Dank richtete er an die verdienstvollen Dezirksvor- fieber Krämer, Zimmer-Gr.-Tlmstadt, Leuner t - Reinheim und Schmitz, welche 40 Jahre für den Verband wirkten. Den verstorbenen Mitgliedern : Generalleutnant Winneberger, Wag n er - Altenstadt, Diehl - Alzey und S e i- Ier widmete er einen warmen Rachruf. Unter lebhaftem Beifall gedachte er der Brüder aus dem besetzten Gebier, auf denen der innrere Teuer taflet. Der Vertreter der Regierung, Kreisdirek- tor G r ä s - Friedberg beglückwünschte die Hassia. den Kriegerverein und Medizinalrat Dr. Vogt zum goldenen Jubiläum. Bürgermeister Köhler- Duhbach brachte die Grütze seiner Stadt, der Vertreter der Jugendabteilung vom Kyffhäuser- bund, Ortsgruppe Offenbach, überbrachte der Hassia Glückwünsche. Den Jahres- und Rech^ nungsbericht erstattete Oberregierungsrat Lin- denstruth-Darmstadt. Er betonte, daß, das alte Interesse an der Kriegervereinssache sich wieder rege, Vereine die 1818 ausgeschieden seien oder sich aufgelöst hätten, seien wieder neu erstanden. z. B. in der Gegend Ridda, Büdingen, Reinheim. Vereine, welche im Laufe 1924 wieder bettieten, brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Die Verträge mit der „Providentia" und der „Zürich" bleiben bestehen, mit der „Friedrich Wilhelm" ist der Vertrag gelöst die Versicherung bleibt jedoch bestehen bis eine Aufwertung erfolgen kann, was 1932 erfolgen soll, Prämien werden nicht weiter bezahlt. Die früher so segensreichen Stiftungen anschaulich, zur eigenen vvnrunyncchme herauSsvr» beruh, in ihren letzten einfach menschlichen und nüchtern wahren Zügen jedermann faßlich! Er wird hier über das Thema „Das religiöse Problem des Massenlebens" sprechen, also gerade diejenigen Einsichten rrortragen, die er in Arbeit und Denken des letzten Jahrzehnts gewonnen hat. Ludwig Heitmann hängt an seiner Stadtgemeinde. Als der Krieg ausbrach, zog er kriegsfreiwillig als Kanonier mit den Männern seiner Gemeinde ins Feld. Richt weil ihm am Kriege lag, sondern aus dem einfachen Gefühl heraus, datz er auch in dieser Lage an die Seite seiner Gemeindeglieder gehöre. Dieses .einfach menschliche Verhalten ist es auch, das ihm immer wieder die Herzen der Jugend erobert Im „Bund deutscher Jugendvereine" gehört er zu den anerkannten Führern und — Kritikern, in beiden Eigenschaften gleich geliebt und gefürchtet Denn Erfahrung und Wirk- lichkeitssinn verbieten es ihm, die Jugendbewegung in falscher Weise zu idealisieren. Er setzt feine Hoffnung auf die Jugend, aber nur auf eine der Wahrheit ergebene. Unb dieselbe Einstellung bestimmt schließlich auch fein Verhalten zu den kirchlichen Aufgaben im Großen. Statt weiterer Worte über ihn mögen SAlMen-ü.MerWMWlM. S. Mitteldeutschlands sucht für den Verkauf ihrer anerkannt erstklassigen Erzeuantsse bet der Groff- und Kletubandelskundschaft bestens eingeführten, tüchtigen Vertreter für den Freistaat Hessen. Nur Herren, deren Tätigkeit Einführung qnb groffe Umsätze gewährleisten, belieben unterAufgabe vonRefereuzen ausführliche Ang, u. 5117V a. d. Gieff. Anzeig, zu richten. Ium Besuch der Verbraucherkundschaft von Gießen und Umgebung suche ich einen bei Landwirten gut eingeführten Vertreter zum Verkauf von Düngemitteln. Schriftliche Angeb, unter 021115 an den Gieß. Anzeiger. im großen Saale des Arb eitgeber-Derbandes, Dahnhofstraße (früher Hotel GroßherzogX Ausgestellt stnd eine Reihe wertvoller Erstausgaben, die aus Gießener Prrvatbefltz zur Dec- fügung gestellt worden. Reben Originalhandschrt - ten und Briefen Goethes sind wundervolle seltene Drucke und Erstausgaben aus dem Besitz von Dr Alfred Dock, Dr. Friedr. Listr V mann u. Dr. Rennert ausgestellt. Wir sehen » B. die sechsbändige Ausgabe: Goeth^ neue Schriften bei Jak. Frdr. -Unger, Derlm 1792, die 20bänbige Cottasche Ausgabe von 1819, die 8ban- dige Goschensche Ausgabe von 1788/90 (erste von Goethe selbst besorgte Sammelausgabe) mtt acht Titelkupfern nach Ramberg, Arch. Kaufmann usw gestochen von Geyser und Ltps, neben weiterer: sehr wertvollen früheren Ausgaben, wie z B. ein komplettes Exemplar der Propyläen und einige Dände Horen, aus den Sammlungen von Professor Kinkel Dr. F r e y und Buchhändler Keißner. Direktor Prof. Ebel stellte ein Exemplar der sehr seltenen Sbäntngen Cottaschen Ausgabe letzter Hand von 1833. Daneben finden wir weitere wertvolle Einzelausgaben, Faksimiles-Stiche. Luxusdrucke und -Em- bände aus der Sammlung von Duchdruckereibesiher Lange vervollständigen die Reihe alter und bibliophiler Ausgaben. Bon Geh. Rat Prof. Dr. König, Dr. Röse, Buchhändler Pfeiffer finden wir einige z. Zt. vergriffene Mappen und Werke. Gin geschlossenes Bild von dem Stand der heutigen Goetheliteratur von Luxusbänden bis za den billigsten Volksausgaben bietet dann vor allem die Ausstellung. Wir sehen unsere bekanntesten deutschen Verleger in ihren besten Ausgaben frer» eint. Gesamt- und Einzelausgaben von Goethes Werken, Biographien, wisfenschastlichen Abhandlungen von und über Goethe, bis zu der populärsten Aomanlitwatur, die Goethe hervorgerufen hat Die technische Leitung der Ausstellung, die außerordentlich interessant ist, besorgte Buchhändler Keißner. ' * ’ Gestern vormittag versammelte sich in Der Reuen Aula der älniversität ein sehr zahlreiches Publikum zu einer Morgenfeier, Ml. Arbeiterin sofort gesucht, wu« Nrl. K. Jünger Glaubreck'straffe 10 Wegen Erkrankung meines Mädchens per sofort ob. 1. Juli zuverlässiges, lüch. Mädckcn mit fluten die dem Gedenken Goethes gewidmet war. Im Mittelpunkt der Feier stand der Fest vor trag des Äniversitätsprvfessors Dr. Kor ff über „Goethe und wir". m ,, „2eben“ — das ist die „Idee der Goethe- schen Eristenz“, das war auch der Grundgedanke dieses Festvorttages, den der Redner in einen — etwa: Rot — Rorm — Idee disponierten — wunderbar geschlossenen Ring gegossen hatte. Die Rot ist der Boden, auf dem, aus der älnbefriedigtheit mit der Gegenwart und dem noch nicht Verankertsein in dem Reuen geboren, das biologisch und geistig notwendige, ewig wiederkehrende Schauspiel des „Sturmes und Dranges" sich abwickelt in dauerndem Wechsel, und doch einer Urform entquellend und nach einem bestimmten, uns noch verschlossenen, jeder neuen Menschenart aber näheren Endziele hinstrebend. Richt der jeweilige, vergängliche Zustand einer Form oder des Geistes ist das dauernde, das zu konservierende, sondern konstant ist der Wechsel' das ist kein Widerspruch: sondern bleibend ist 'nicht nur die Tatsache des Wechsels, sondern gleichbleibend ist auch die Richtung der Metamorphose, der Weg der Weiter-, der Höherentwicklung. So wie bet Tieren und Pflanzen aus der Urform sich, im Wechsel der Zeiten äußerlich variierende, in der Art aber gleichbleibende Individuen entwickeln (man denke an das wilde Pferd der ilrbeotobner und unser edles Reitpferd), so ist auch der Zustand des Geistes und der Gesinnung der Menschen in den verschiedenen Zeitaltern verschieden, gleich aber ist und muh bleiben die Tendenz der Aufwärtsentwicklung. Stockt diese Tendenz, oder fehlt sie überhaupt, dann ändert sich die Art; sie aber hat konstant zu sein, andernfalls eben „Entartung" eintntt. Eine Rorm läßt uns alle unseres Daseins Kreise vollenden und einmünden in einen normentsprechenden, in der äußeren Form vielleicht neuen Kreis. Jedes Menschenkind, faßt es seinen Beruf richtig auf, ist „Wurf nach höherem Ziel". Die „Idee der Goetheschen Existenz nun beruht — und darum ist er für alle, auch in entwickelteren äußeren Formen lebenden Geschlechtern Vorbild — in Der Versöhnung von jeweiliger Gegenwart und der Zukunft unter Wahrung der Art, in der Versöhnung zwischen Ideal und Leben, in der möglichst vollkommenen Erfassung des jeweiligen Zustandes mit dem Ziel schenken?) * Diesmal soll eine völlig andere Art religiöser Bewegung zu Wvrt Jommen. Ludwig Heitmann, Pfarrer in einer Hamburger Vorstadt- gemeinde, ist der großen Oeffentlichleit zum ersten Male befaont geworden durch fein dreibändiges Werk über „Großstadt und Religion" (Hamburg 1918—1921). Er hat damit ebenso reichen Beifall wie starken Widerspruch gefunden, auf alle Fälle berechtigtes Aufsehen erregt. Denn hier spricht ein Mensch, der die seltene Fähigkeit besitzt, gleichzeitig ein aufreibendes großstädtisches Amt mtt seinen tausenderlei kleinen Geschäften hingebend zu versehen und doch so darüber zu stehen, daß er seine Tätigkeit in eine Gesamtschau der städtischen Rot, eine Art Phllo- svphie der Großstadt, einordnen kann. Ein „Praktiker" also, dessen Praxis aus dem Bereich des bloß Handwerllichen hinaufgehvben ist in die scharfe Lust fortwährender Selbstbesinnung und radikalen Glaubens! Ein „Theoretiker", dessen Theorie nicht ohne und nicht wider die Praxis, sondern mtt und an ihr gewonnen ist, daher ganz •) Den nächsten Vortrag, den die Gießener Theologenschaft veranstaltet, wird Reichskanzler a. D. Dr. Michaelis über „Deutschlands Aufgabe und Zukunft" halten. Schokoladen- und Zuckerwarengrohhandlung (nur Marken erster Firmen) sucht für sofort oder 1. August oiler Weier Schriftliche Angebote unter Angabe seitheriger Tätigkeit und Gehaltsan- spräche unt. 021186 a.d. Gieß. 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Richt jedem Meuchen allerdings ist die Gnade vergönnt, „vorzufühlen" — Goethe aber vielleicht am meisten unter allen gewesenen und künftigen Sterblichen. Das eigene Leben als Metamorphose aber beruht eben auf jener Rot und ist gehalten an jene Rorm. Der Sinn des Goetheschen Lebens tritt dann deutlicher in Erscheinung, wenn man sich von seinen Einzelleistungen entfernt, die Mängel haben wie alles Menschliche, an die Zeit gebundene, und den Weg verfolgt, den seine Totalität gesetzmäßig gegangen ist. Sein Faust kann uns hier der beste Führer fein; nicht als ob Faust (und Goethel) immer richtig gehandelt hätten, aber auch der „dunkelste Drang" mündete in das Reich der Weisheit, Ordnung und Schönheit, Faust unb Goethe lassen sich fuhren vom „Ewig-Weiblichen". 6er ei„ "E-m^Estvortrag- geboten I finbrin Opfer'^©erbenttotetiing getoorben, nut bat Sie grfamte gebildete Welt ©testens hatte die ernft-eubtotg-Stiftung b.etbt befteben. Ster fich ein S?elldichein gegeben. Das hessische Can» „Hessische Kamerad erscheint letzt üne^er, uiü> bekamt für das Bildungswesen war durch seinen zwar einmal im Mvnat; ein Einschuß wuide ge- Dräfibenten Ur stabt Dertreten; auch die hie- I wählt, der das Organ toei ter aues baut. QKobr» tiaen hoben Regierungs- und Kommunalbeam- Obei-Eschbach berid)tete über das Vottragswesen. E S^t%rentibmmani>eUt toobntcn Ä Ä® ber be. Dauerschen Ge- gewählt weiden könnten. Der Hassiakalenber soll sangve^ins uLr der Leitung ^ Cehrers wieder £ I einer vorwiegend lehr- Görlach hatte die. künstlerisch«Seite d«r e - Kciegsbesthädigten der Hassia wurde beschlossen, haften Auffassung des religiösen Lebens erstrebt folgreichen Veranstaltung bestritten. Weihev g 0 »an Kriegs- sie im Blick auf die furchtbaren religiösen und & F?s - ÄSÄ £Sn muffen. Unter sittlichen Röte der Zeit eine Reueinstellung des Himmel rühmen , uw) dem -oorrrage u a 1 QVifaTl stellte Dr B 0at den Antrag, gesamten kirchlichen Lebens auf &en braf» «MMEk DMWMMZ MßMMZ VON zuständigster Seite beig-mesf-n totrb. | ^Antrag M Wftoutm^bdj Ge^nte^rD«! ksg e«i nfchaft, soll eine De bandslotterie ftattfinben. Don einer toenbigteit Recknunasablaae für 1922 bis 1923 und von Die begrifflich-thsolvgische Aushöhlung der dec OlujiteLlung eines Voranschlags für 1924 25 christlichen Verkündigung null be di^ch sinn- wurde Abstano genommen. Aus Antrag des De- volle, aus dem Leben herauswachiercke und ziiks Reckartal soll ein Derbandssekretär bestellt dem Leben dienende Erfassung lieben Lebenswahrheit ubertoawen. Ihr ffinon murbiaen Abschluß, fand ber SSaffiatag steht das Gleichnis höher' als alle Degriftsshsteme. butcb bi e ® S ng f eineT ® r ünb e r Aus solcher lebendigen Erfassung d.r ve.igio- Mebvinalrat Dr. D 0gt-Dutzbach, dem Präii- fen Wahrheit heraus will sie den Gottes- dent Oberst von Reidhardt eine Adresse dienst unb bie kirchl 1 chen Hanblungen weftetch^ wkä" die Decdienste Dogtz unt die wieder zu lebettdigen AuSdruckssortnen gemetnd- eS&JF’ * - - 5 Ludwig Seltmann. rr,... Ä Srtc^ Die Gießener Lhevlogensc^ft bat im lebten Turnen. Sport UNd Spiet. Wintersemester den beEarm en Schriftsteller Mar- I *J,U * v tin Buber hier sprechen lassen und dadurch einem erfreulich großen Zuh?rerkreis die Bekanntschaft mit diesem Vertreter eines mystischen Judentums vermittelt. Sie lädt nunmehr auf morgen, Dienstag, wiederum alle intereffierten Kreise dazu ein, einer repräsentativen Persönlichkeit Gehör zu v Hornhaut a. d. Fußsohle ver- schwindet durch 874BA ««L Lebewohl - Ballen - Scheiben. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. ---- In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl“ I 7 Am Samstag, 21. Juni, mittags 1 Uhr, ist mein lieber, guter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Biervert nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 45. Lebensjahre, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, sanft im Herrn entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Thekla Biervert geb. Sack. Gießen (Neuen Baue 17), Köln a. Rh., Berlin, 23. Juni 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, 24. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Das Seelenamt ist am Mittwoch, morgens um 6V2 Uhr. 021176 Lollar, den 18. Juni 1924. 5072D paönöofltr. 14. 5120V werden. Die LettiebslelWg öet Bomao-ülegnin, Akllcngesell- fdiaft MM/Sesseii. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiü Erdbeeren täglich frisch eintreffend empfiehlt billigst w. Hanke! Neuen Baue 7 206,8 Telephon 612. aiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii MW Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen,besondersfür die zahlreichenBlumen- spenden, Karten, die Kranzniederlegungen, die trostreichen Worte des Herrn Dekans und den erhebenden Grabgesang, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Familie Hrch. Müller. Granat- ' drösche verloren abzugeben 021184 Polizei-Amt. Am 21. Juni verschied infolge eines Unglücksfalles unser Schlosser Mlll WM aus 6toBen-£inöen. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen fleißigen und braven Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten WMWlSW Darmstadt - Giesten! Geboten in Darmstadt: Geraum. 2Zim.» Wohnung m. Studie u. sonst. ^u''eh., Gas u. elekir. Licht, in best. Lage iNhcinstraße). Gesucht in Gießen: Gleiche ob. größere Wohnung. Tausch müßte möglichst bald stattftnden können. Schristl. 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Heute mittag entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Paul Wwe. geb. Schaum im 71. Lebehsjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Holl« Gießen, Großen-Linden, 22. Juni 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. Juni 1924, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 021174 IM ulelleitio. Muss ralge- WWlMIM, gefie oom 23. bis 28. ms M Mm W «Ulk. ! MM EIGENE VERSUCHS- ANSTALTEN FÜR TURBINEN UND REGLER 6000 ANLAGEN IN ALLEN WELTTEILEN FrItZ NEUMEy ER1 AKTIENGESELLSCHAFT MÜNCHEN MITOOTHäER NIEDERLASSUNG 6Rl EGLE E> HANS EM u.C? - CRIT-S. V#ASSERTURBlME|y < ING.-BUREAU GIESSEN: OBERINGENIEUR FRANZ ROMEISS GIESSEN, BERGSTRASSE 1, FERNSPRECHER NR. 1482 ' 4088^ 3m Verlag von J. I. Weber, Leipzig 8 erschien soeben Alfred Bock Das fünfte Element Roman Broschiert 2.80 G.-M. 3n Halbleinen 3.50 G.-M. neuer Roman von Alfted Dock, der tief ins ^^Menschliche bäuerlichen Lebens und Treibens führt, ^ein Bild unserer Zeit mit ihrer Zerrissenheit und ihrem stillen Märtyrertum, ein Kulturdokument, das unverlierbare Werte birgt. Wiederum gewahrt man Alfred Bocks energisch zugreifende Art, die Spannung entwickelt, aber keine ermüdenden Längen kennt. Das fünfte Element ist das Geld, der Moloch, der bte Seelen der Menschen um ihre Selbstbesinnung bringt. Ohne daß der Dichter moralisiert, zeigt er m einer reichbewegten und fesselnden Handlung auf, rote alle Errungenschaften materieller Kultur den Menschen keinen Frieden schaffen, wie die ewige Frage bleibt nach dem Woher und Wohin. Reben Bauern von unglauolicher Selbsucht und Härte treten Gestalten von seltener Reinheit und Unberührtheit hervor. Auch die Stadt und das Elend darin spielen mit trüben Lichtern herein. Nie geschieht es, daß Alfted Dock den festen Boden unter den Füßen verliert. Er schenkt seiner Lesergememde im „Fünften Element" ein starkes, gedankenreiches Buch, das dem Dichter neue Freunde werben wird. 5071D 3u beziehen durch alle Buchhandlungen. Gesangverein Heiterkeit GIESSEN Samstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität: KONZERT des Gesangvereins Sängerkranz e.V. Berlin LEITUNG: Herr Chormeister KONRAD KORTH unter Mitwirkung des Herrn Hans Kronenberg, Düsseldorf HELDENBARITON - MITGLIED DES VEREINS" Es gelangen zur Aufführung: CHÖRE von Schultze, Grell, F. Curti, Hegar, Rietz, H. Jüngst, J. Werth, Abt, F. Nagler und Zelter. — LIEDER von Wagner, Strauß und G. Hentschel. Preise der Plätze: 1. Platz 2.50 M., 2. Platz 2 M., 3. Platz 1.50 M. Vorverkauf bei Herrn Challier, Musikalienhandlung, Neuenweg, sowie abends an der Kasse. 51 HD Die kluge Hausfrau nimmt nur 6ioia Cafe Astoria Heute GroßesMilitärkonzert Eintritt frei. Anfang 8 Uhr. Größerer in der Stabt gesucht. Schrift!. Angebote unter 021182 an den Gieß. Anz. Wer sein Haar liebt, sei auf eine Erfindung aufmerksam gemacht, die berufen ist. einen Stegeszug durch die gesamie Kuliurwelt anzutreten: „Ein Wunderet — das Kombella - Shampoon • Ei." Besonders in der heißen Jahreszeit, wo öftere Kopfwaschungen dringend erforderlich sind, ist das Koinbella-Shainpoon-Ei ein wahrer Segen. Man kocht es wie ein Hühnerei, dadurch entsteht eine vollständig neuartige Emulsion, die in ungeahnter Weise nicht nur das Haar von allem Schmutz, Schuppen, Schinnen und überschüssigem Fett reinigt, sondern selbst das Itruppigste glanzloseste Haar wieder kraftvoll, seidenweich, leuchtend-locker macht und jedwede Frisur vollendet aussühren läßt. Wir verweisen nachdrücklich auf den der bcutigenAuslagebeiliegendenProspekt 13.50 Mt. kostet ein 10-Pfd.-PostkoUigar. reiner Bienen schleudcrbonig bei der Ein- und Verkaufsstelle d. Neuen Bienenzeitung, Marburg/L. w3iP GieWer MA-MU Mittwoch, 25. 3unl, abends 8 Ubr im 5125t Stadttheater Festvorstellung d. Dad°2lauheimer KurtheaterS Clavigo Trauerspiel in fünf Aufzügen von Joh. Wolfgang v. Goethe. Eintrittskarten in d.Musikalienhandlg. Challier. AmTage der Aufführung nur an der Theaterkasse. .... .... ...................... Die glückliche Geburt ihres Töchterchens Margrit zeigen in dankbarer Freude an Bäckermeister Willy Schomber und Frau Elsa geb. Rieger 22. Juni 1924 ..............-.................................................... Heute ist unser Stammhalter angekommen! Adolf Kirstein und Frau Erna geb. Hopfner Gießen (Kaiserallee 22), 23. Juni 1924 .................. —MM..... Ursula . : > Wir freuen uns, die glückliche Geburt eines gesunden Sonntagsmadelchens anzeigen zu können Hauptmann a. D. ^Rudolf Dingeldein und Frau Käthe geb. Schröter Gießen, den 22. des Rosenmondes 1924 5114D Caf6 Arhend Dienstag, 24. Juni, abends 8 Uhr Großes Militärkonzert ausgeführt von der Kapelle des I. Bataillons (Hess.) 15. Infant- Regiments, unt. persönl. Leitung der Herrn Obermusikm. Löber. umC BART Warnung vor minderwert. Nachahmungen Herr A. Peeck, Molkereidirektor, Neustettin, schreibt: Ich besitze d. Apparat bereits üb 2 Jahre un d wurd. die Messer in dieser Zeil nicht geschliffen oder abgezogen. Jährlich 300 - 400 Goldmark Ersparnis. Tn Blechdose G.-Mk.4.50, Iaff.EtuiMk.7.50, Extra-Qualit. Mk.9.50(1t. Abbildung!. Nen: Mtüento Gold-Reservekllnoen,fürd.stärksu Bart.Mk.2.75. Streichriem Mk.l.75. Rasier^ seife Mk.0.65. In d. Stahlw.-ßeioh. erhältL Preist gratis. Mulonto-Werfc, Solingen. Fabrikniederlage: Adam Reinig, 3201c] ließen, Selters weg 2L Wlulcuto Hohlschliff. Rasierapparat rasiert schmerzlos, spielend den stärksten Bad u. bleibt jahrelang ohne Schlehen haarscharf. Taus. Anerkennungen Frau Schnatterich Ausschneiden und aufbewahren I Es folgt ein Preisausschreibenl 9. Belm Geschäfts-Jubiläum In Oroß-Salze bat Frau Schnatterich während des Tanzes mit Herrn Piedecublste verschiedene Blessuren durch dessen Flurschadenfüße davongetragen und hat sich vorgenommen, nie wieder mit einem Valutaprolelen zu verkehren. Nachdem sie sich notdürftig erholt hat (da sie fleißig Kukirol-Fußbäder anwandte, ging das sehr schnell), beschließt sie eine Erholungsreise In ihrer 120pferdlgen, zweistöckigen, sechsräderigen, mit allem Komfort der Neuzeit ausgestatteten Riesen- Zentralheizungs-Radlo-Wintergarten-Limousine, der Erfindung eines durch fleißiges Zementschnupfen soeben von einer Gehirnerweichung gehellten Kokalnisten. Sie läßt einen tüchtigen Vorrat Kukirol-Hühneraugen-Pflaster und Kuklrol-Fußbad im Auto verstauen, denn, so erklärt sie Ihrer Gesellschafterin, Alles, was Kuklrol heißt, ist Qualitätsware. Sanitätsrat Dr med. Lampe s Kukirol-Fußbad ist ein Stärkungsmittel für schwache, schmerzende, brennende und anschwellende Füße, es erhält aber außerdem die Hant gesund und normal, verhütet Wundlaufen und die übermäßige Schweißabsonderung und den damit verbundenen ekelhaften Geruch. Ein viertelstündiges Kukirol-Fußbad und Sie können alle abgestorbenen (verhornten) Hautschichten der Fußsohle einfach abschaben. Sie werden erstaunt sein, wieviel dieser toten Haut Sie mit sich berumtragen und wie leichtfüßig Sie dann gehen werden. Für Leute, die viel gehen und stehen müssen, ist das Kukirol-Fußbad eine wahre Wohltat. Das Kukirol-Hühneraugen-Pflaster beseitigt Hühneraugen, Hornhaut, Schwielen und Warzen ohne Schmerzen und ohne daß Entzündungen zu befürchten sind, wie bei der Anwendung minderwertiger Mittel. Weisen Sie andere Präparate entschieden zurück, denn manche Firmen ahmen heute schon unsere Packungen und Schutzmarke nach, um das Publikum zu täuschen Nicht die Packung, sondern der Inhalt ist für Sie das Wichtigste. Bestehen Sie darauf, Kuklrol zu erhalten, und lassen Sie sich nicht durch irgendwelche unwahren Behauptungen davon abbringen. Wenn Sie Kuklrol verlangen, so wissen Sie, was Sie haben, bei verschiedenen anderen Mitteln wissen Sie es nicht Achten Sie darum auf den Namen Kuklrol und die Schutzmarke .Hahn mit Fuß-, Beide Präparate (Kukirol-Hühneraugen-Pflaster 76 Pfennig pro Schachtel, Kukirol-Fußbad 60 Pfennig pro Packung) sind in allen Apotheken und wirklichen Fachdrogerien vorrätig. Wo nicht zu haben, erfolgt Lieferung gegen spesenfreie Nachnahme direkt ab Fabrik. Wichtig I Verlangen Sie die aufklärende und lehrreiche Broschüre „Die richtige Fußpflege", die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arzte« stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über Alles, was Fußpflege und Fuß- leiden betrifft. Kukirol-Fabrik Groß-Salze bei Magdeburg. Bestimmt zu haben: Drogerie H. Noll, Neustadt 28, Drogerie Win ter hoff, Kreuzplatz 9/10. 4566« L Ottati löette. iNnec ibts 1924 idsSUhr Munleit ' i« tim«. chiötei izert eile des . Infant** Leitung i. Löben fcerich M prtluuMd«»«! SA- ^eSsSÄ jSfSÄckl* »RÄm ürtervdc111^ •pflyl» rohHöb«r,Äjö#d|- an- denen h.e'igen Wirtschaften. Sie hatten sich auf beit Heute war Brotgetreide sehr still und dL dec Fahrt von Koblenz nach Gießen im Dahn- zur Niederschrift dieses Berichts nicht verändert Äuge kennengelernt. Ihre Ange Echtheit brachte Das Meblgeschäft war besonders in Weizenmehl fie auf vecwe flich: Gedanken. Gegen 11 Ahr san- gleich mißlich und die Preife unDerannc t 5>ie den zwei Polizeiwachtmeister den Thann ,ec in amerikanischen Depechen lauteten eher f^ wach er. der Straße Am S.eg in ziemlich unbetleioetqm Roggen wie Roggenmehl hatte zu öen bisherigen Zustand Der andere hatte ihm die K eider ge- niedrigsten Preis en einige Nachfrage. Gerste lust- ftofaen und war nach dem Bahnhof gelaufen, um los und weiter schwach. Hafer bei dauernd reich- von dort aus nach Einlösung eines Den Destoh- lichem Angebot in geringem Verkehr. Andere Ar- [enen g e chsalls entwende.en Gepäckscheins nach tikel ohne Anregung Man notierte: Getreide und Kassel weiter zu fahren. Als der Rheinländer auf Oelsaaten per 1000 Kilogramm (sonst 100 Kg.) ab dem Bahnhose merkte, daß er von den Schutz- (Station: Weizcn. märt, 136—142, Roggen, mark., [euten und dem B.stohlene.i verfolgt werde, ent- 114—124, westpr. 110—112, Sommergerste, mark., ftob er in der Richtung Lollar, wurde auf tele- 140—149. Fut ergerste 129—135. Hafw, märt, 115 vH Nische Benachrichtig an; am bärtige i Bahnhof bis 125, schles 120—123, toeHpr. 113—115, Wei° festaehalten, entfloh zum zweiteit Male und zenmehl 20,25—22, Roggenmehl ^0—20,75 schwamm durch die Lahn, bis die Poll,ei nach Weizentteie 8.30, Roagenlleie 8,60. Raps 220, Vik- Abgabe eines Schreckschusses seiner habhaft wurde, toriaerbsen 19—20. Kl. Erbsen 13—15, 5utterer6- Der Angeklagte ist vollkommen ze.kair ch'. 'Der sen 12—13, Peluschken 10—11, Ackerbohnen 13 bis Tod seiner Mutter und andere bet la e isw rle 14, Wicken 11—12, Lupinen, blaue^ 9—10 Lu- Vorgänge haben ihn aus der Heimat gehen ta fen. pinen gelbe, 13—14, Bapskuchen 8,60, Leinkuchen ^s^eil: ein Monat Gesäng nis unt.r Auf- 16—17, Trockenschnitzel 6,20. rechnung der bisher erlitte.ien Antersuchungshaft und Anordnung von Ecziehungsmaßre e n, von BttchcrNsM denen allein sich das Gericht einen Erfolg ver- __ Guphonon, Zeitschrift für Litevatur- sprechen kann. I geschichte Herausgegeben von Zosef Nadler und Gegen ein vorbestraftes früheres hiesiges August dauer. Das siebzehnte Ergänzungshest Dienstmädchen das auf wiederholte Ladung zu n (Carl F omme Ges. m b. H., Leipzig) ist dem heutige t Te miine nicht erschienen war, wurde volkstümlichen deutsche i Dichter des 17. l>ryr- Haftbefehl erlassen Hunde.ts. Ehllsto.fel von Grimmelshausen. J ' gewidmet Proe sor Zulius Petersen zusammen mit feinen Schülern und Schülerinnen (Zulle Cel° larius F itz Halfter. Rudolf Klarmann, Felix ein großer Möbelwagen. Aus der Richtung der Stadt her kam, wie durch sämtliche Zeugen fest- gestellt wurde, ein von einem mittelschweren Rappen tn leichtem Trab gezogener Bäcker wagen daher, dessen sechzehnjähriger Lenker vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite benutzte. Zn einer Entfernung von etwa drei Meter bog der Däcker- wagen vor dem Möbelwagen aus und fuhr — nach links — nach der Mitte der Straße zu. Zn diesem Augenblick hatte er bereits die beiden landwirtschaftlichen Wagen überholt, während ihm zwei Radfahrerinnen im üblichen Tempo auf der dort noch leicht abschüssigen Straße entgegenkamen. Der ersteren von ihnen gelang es noch zwischen den vor ei wähnten Wagen und dem Backer wagen hindurchzukommen, die andere stieß jed och mit der linken Brust gegen die linke Schere des Einspännerwagens und trug außerordentlich schwere innere Verletzungen davon, so daß sie bald in der Klinik starb. Zn dec Verhandlung wurde fest- gestellt daß von einem Durchstoßen der Brust ferne Rede sein kann, daß auch das Pferd des । Bäckerwagens feinen Sprung zur Seite gemacht auch Napoleon I. em Großyerzogtum War- und daß etwa hierdurch das Zusammenprallen schau schuf, sein Untergang riß auch Polen mit — um ein solches handelt es sich — herbeigesührt sich. Ein volles Jahrhundert lang lebte das worden ist. Das Gericht konnte ßichtzu der Fest- polnisch- Volk in drei Staatsgebieten vergilt, M Mochte auch Oesterreich seinen galizischen Po- langer Zeit mit Pferden umzugehen gewöhnt ist, len viele Freiheit einräumen, um so härter war die Beobachtung besonderer Vorsicht schuldhaft der russische Druck. Preußen ließ die Polen untedaffen hat. da es zum mindesten auch Pflicht an dem Ausschwung seiner gesamten Wirt- Än W->g-a ent- schäft und Bildung vollen Anteil nehmen, frei- gegenzufahren, während ihr Herannahen von dem lieb, ohne Dank zu ernten. Hüben wie drüben, jetzt wegen fahrlässiger Tötung Angeklagten mein Rußland wie in Preußen, flackerte das gen des in seiner Fahrtrichtung stehenden Möbel- F-u-r der Revala.wnen m die Höhe, bis end- lich Fürst BlSrnarck bet uns das Steuer herum- schien oder eine strafbare Anterlassung des an- toarf, bis er es versuchte, durch die Tätigkeit gesagten 'Bäckerlehrlings zum mindesten nl$t süc der Ansiedlungskommissionen das polnische für erwiesen und erkannte deshalb auf Frei- Element im preußischen Staate zu bezwingen, sprechung von Strafe.un_ osen. Der Erfolg war gering, mittlerweile ergoß OTfWMhöft sich wie eine Flutwelle ein Schwarm pol- - nischer Leute besonders nach Sachsen und * ^eichsbankausweis vom l"unu Westfalen, um hs« «irtschaMch weiter zu kommen, ohne aber den polnischen Zdealen zu in zweiten Zunlwoche eine Ermäßigung entsagen. Aehnlich wurde Kursachsen von einer um 9,6 Trill. Mavk auf 2141,1 Tritt. Mark. Auf starken tschechischen Arbeiterwelle überflutet, den einzelnen Anlagefonten trat eine Verschie- D°r uaheUdklle Friedensschluh der Oester, ‘ reich-Angarn zerriß, hat eine tschecho-slowa- 30 8 Rentenmark auf 1201,5 Millionen Ren- kische Republik, eine wahre Spottgeburt von tenmark verminderte, während sich die Papier- Dreck und Feuer, geschaffen; die politische Der- markanlage in Wechseln und Lombard zusammen ständnislosigkeit des Prä,identen Wilson hat um Jr®ouer. r CBM g . das Werk Friedrichs des Großen zerstört, tenmarftrebiten und mit Eingängen im Ren» Wieder ist Westpreußen der polnischen Zer- tenmarkgiroverkehr erhöhte sich der Bestand der rüttung preisgegeben, wieder tobt der fessel- Beichsbank an Rentenniark um 79,4 auf 413,3 M« Wahnsinn eines gÄÄÄÄ kes an den Äsern der gelben Weichsel. Was Aentenmark zurückging. Auch der Umlauf an deutsche Intelligenz auf dem oberschlesischen Reichsbanknoten erfuhr eine Verminderung, näiw« Sandboden an industriellen Werken geschaffen llch um 30,7 Trillionen Mark auf 92^6 SrUL hatte, ist der Raffgier der Polen und ihrer an. W°^i^G°^d°r Wanf^r- geblich so selbstlosen Freunde überantwortet. auf 1Q016 Trillionen Mark. Von dieser Zunahme So ist die Balkanisierung von Mittel-Europa entfielen’auf Rentenmark 117,7 Millionen Renten- zur traurigen Tatsache geworden. Die angeb- mark. Der Goldbestand der Reichsbank wurde lich-n Mter der Zivilisation, die am deutschen 448_om augg=W Werken der Dichter Lermontow, Turgenjew, Doll stojewsky, Ljehkow, Tschechow, Ssvlogub unb; Brjussow in das Dunkle und Phantastische, in dem innersten Kern der Seele Rußlands. — Ein Teufel, der bei Tage raub t und nachts betet, so bezeichnete sich selbst Francis Drake, ein Mann, dem England außer-, ordentlich viel verdankt, denn seine Kaperfahrten zeigten, welch ungeheuren Wert für die Existenz des englischen Znselvolkes eine starke Flottenmacht und der Besitz von Kolonnen bedeutete. Original berichte über diese auf Befehl der Königin Elisabeth von Drake nach den spanischen Besitzungen in Amerika ausgeführten Kaperfahrten bringt ein neuer Band der empfehlenswerten Leipziger Brockhaus-Sammlung „Alte Reisen und Abenteuer" (Dd. 10: Francis Drake, 2ys Freibeuter in Spanisch-Amerika. Bearbeitet von Dr. Hans Damm. Geb. 2,50 G.-M.). Wie in allen bisher erschienenen Bänden dieser dank ihrer Wohlfeilheit für weite Kreise zugänglichen Sammlung, sind auch hier wieder verschiedene Berichte von Gefährten Drakes auf seinen Reisen zu einem gerundeten Ganzen zusammengestellt. Sie ergeben ein glühendes Bild einer Zeit, die uns heute um so mittelalterlicher erscheint, als ein sogenannter Völkerbund den ewigen Frieden vorzubereiten scheint. Dem Band sind prächtige, zeitgenössische Bilder, vortreffliche Karten und em mehrfarbiges Amschlagbild beigegeben, das den! Augenblick zeigt, in dem ein Indianer dem englisch Freibeuter den Häuptlingsschmuck aufs Haupt setzt. — Gemeindesinanzen und Gemeindesteuern in Preußen. Don Bruno Asch, Bürgermeister in Höchst a. Main. Anton- Druckerei und Verlagsanstalt, G. m. b. H., Frankfurt a. M., Preis: 1,50 G.-M. — Der Verfasse^ gibt durch feine Schrift über die verwickelten Finanzfragen der Gemeinden wertvolle Aufklärungen, die vielen sehr willkommen sein werden. Er untersucht die heutigen <5 teuer arten nach ihrem finanziellen und wirtschaftlichen Charakter hin, bespricht in diesem Zusammenhang überhaupt die oft unzulängliche Finanzpolitik der Gemeinden und bringt dafür reiches Tatsachenmaterial. Seine Ratschläge für neue Einnahmequellen sind größter Beachtung wert. — Ern st vonWolzogen, Lauen st einer Hexameron oder Die Geschichten der sechs Knasterbärte. Kartoniert 2,50 G.-M., Halbleinen 3 G.-M. (Verlag der Freude, Wolfenbüttel.) — Ernst von Wolzogen, der kürzlich bi sein siebzigstes Lebensjahr eingetreten ist, kann heuer auf eine 50jährige Tätigkeit als Schriftsteller zurück- blicken. Daß er bis an die Schwelle des Greisen-' alters wandlungsfähig, gestaltungsfroh und auch bei gutem Humor geblieben ist, beweist dieses neue,, in seiner Art ungewöhnliche Werk. Sechs alte welterfahrene Herren geben auf der romantischen alten Burg Lauen stein, in der die Wiege der Weihen Frau gestanden hat, Erinnerungen, Träume und freie Fantasiegestaltungen zum besten, die sich allesamt auf dem Grenzgebiet zwischen hüben und drüben bewegen, d. h. sich mit den ^genannten übersinnlichen, okkulten Dingen befassen. Das ist für Wolzogen ein ganz neues Gebiet. Die sechs Geschichten haben alle ihr eigenes Gesicht, ihren eigenen Darstellungsstil, dem Charakter der Vortragenden angepaßt. Sie sind abwechselnd tragisch, luftig, ironisch, grotesk, schlicht oder verzwickt, aber allesamt nervenspannend und höchst unterhaltend. Dem greifen Dichter ist ein voller Erfolg dieses köstlich Buches von Herzen zu wünschen. Cyril und Gaselis, Roman von Hermann Lint sVerlag Allstein, Berlin. Preis 1 Goldmark). — Die Geschichte der jungen Gaselis, eines noch kindhaften Mädchens, das frühreif ist und frühvottendet. Cyril de Brock, ein Mann von Welt ein Kunstkenner Und vornehmer Genießer, nimmt die Verlassene zu sich, läßt das unverbildete begabte Geschöpf von schweren Eindrücken der Kinderjahre seelisch gesunden, darf fühlen, wie zwischen ihnen beiden eine zarte, verletzliche Neigung erwacht. Dis es dann zur Krisis kommt, Schatten aus Cyrils zerstörter Ehe in sein jetziges' zurückgezogenes Dasein fallen und die kleine Gaselis verwirrt, ausgescheucht, während einer Abwesenheit ihres Vormunds und Freundes, sich durch Flucht in den Tod entzieht. Diese Vorgänge sind mit behutsamer Stimme erzählt. Berlin und eine süddeutsche Aniversitätsstadt, die er nicht nennt — es ist Heidelberg — sind die Schauplätze des Geschehens. Geschäftliches. Süße Speisen von Rhabarber. Rha barberspeise mit Sago. 2Pfd. Rhabarberstiele werden geschält und sein geschnitten. Sie werden mit l1/» Liter Wasser, einem S.ückchen Zimt und Zitronenschale gekocht. Hierzu schüttet man 100 Gr. Sago. Sobald er klar- gekocht ist, tut man 2 Eßlöffel Zucker und 1 Prise Salz hinzu Die Speise wird mit Süßstoff abge- schrneckt und 5 Blatt aufgelöste rate Gelatine darunter gerührt. Sie wird zum Erstarren in Glas- schalen gefüllt und ein Vanillenbeiguh dazu gereicht. Nur ö» Original- Pacirungm, rinn ah lau Die Banttger. Roman von Hermann Stegemann. 34 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er diktierte Ens das Schreiben in die Maschine und hatte selbst seine Freude daran. Ein Römer mit Seetvein stand vor ihm. Seine Zigarre brannte. Er schlug herrisch die Asche ab, als er den letzten Satz gesprochen hatte, und griff dann nach der Abendpost, die noch unge- öffnet auf dem Rauchtisch lag. Die Schreibmasai ne knatterte. Ens tvar im Eifer, sie bewahite seine letzten Worte im Ohr und ihre Finger flogen über die Lasten Da brach ein schwerer Fall in ihre hastenden Zeilen und riß sie aufschreiend vom Stuhl. Sie blickte verstört umher, suchte de,i Vater, sah ihn nicht, sah leer den Stuhl, verschüttet das Glas, hintenübergeworfen den Tisch und eine dunkle starre Masse davor liegen gleich einem Vaum, der in sich selbst zusammengebrochen rst. Ihr Schrei erstickte, unheimliche Stille schlich aus den Winkeln der Stube. Dann erhob sich ein Röcheln, das diese Stille mit grauenvollen, regel- mäßigen* Geräuschen füllte. Da wurden ihre Hände kalt und ihr Herz schlug dumpf und schwer. Sie wußte, was geschehen war. Sie ging zu ihm hin, bettete sein schweres Haupt mit übermenschlicher Anstrengung in ihren Schoß und riß ihm mit bebenden Fingern Rock und Kragen auf. Es war keine Träne in ihren Augen, sie war ganz Besonnenheit, ganz Kraft und Wille und nahm den Kampf mit dem Tod auf, der dem Baumeister in den Racken gesprungen war. kiehilse gegen Wk uno WrniMiims. Sie wissen fein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister, denn alle Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen das Hebel nicht an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet, aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Brief: „Ich teile Ihnen mit, daß Ihre Gichlosint- Er lebte noch. Aus dem geöffneten Mund stieg rasselnder Atem, bläullche Wülste bebten unter feinen Augen, seitwärts fiel, wie abgehauen, der rechte Arm und schlug auf den Boden. Ein entsiegeltes Schreiben kroch aus seinen leblosen Fingern und legte sich selbst wieder in Falten, als mühte es seinen todbringenden Inhalt vor fremden Augen verbergen. Der Schrei war ungehört verhallt, nur der Hund scharrte winselnd, Einlaß begehrend, an der Tür. Ens schob den Schemel unter den Aaclen des Vaters und rief die Haushälterin. Er lebt, er muß leben, hämmerte es in ihrem Kopf, und aus seinem Hirn denkend, für ihn wirkend, überlegte sie rasch, daß kein fremder Mensch von der Schwere seiner Erkrankung Kunde erhalten dürfe. Als die alte Annelies und des Vaters treuer Knecht erschienen, hoben sie den erschlafften Leib vom Boden und betteten den Röchelnden auf iein Lager. Das Telephon brachte den Arzt zur Stelle. Der fand alles getan, was Ens tun tonnte. Der Baumeister lag entlleidet auf dem Bett. Aus dem verzogenen Mund schnob schwerer Atem, aber der Zerfall war nicht fortgeschritten. Er lebte, er muhte lebenI Der Arzt sah bis spat in die Rächt am Krankenbett. Als er Ens die Wahrheit gesagt hatte, nickte sie. „Ich habe mir nie denken können, dah der Vater anders fällt als auf diese Art, ober er wehrt sich und er ist stark. Es darf niemand wissen, daß ihn der Schlag gerührt hat," antwortete sie. Die Tränen liefen ihr ruhig und gleichmähig über die Wangen und sie glich ihm in diesem Augenblick, so hart war der Ausdruck ihres Gesichtes. Tabletten schon nach zwei Monaten bei mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mik jedem Tag suhle ich mich wohler und kann jetzt trotz meiner 65 Jahre große Fuhtouren in dm Te - gen machen und auch die schwersten Acbeiien mit Leichtigkeit verrichten. Die Kur setze ich getreulich fort, ich hoffe den Rheumatismus für immer los zu sein. Ihnen sage ich meinen besten Dank und empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen. Hechnch.unesvoll I. B. in QI.“ .Wir wollen alles tun, um ihn wiederherzu- stellen, Fräulein Qlgnes, ober ich zweifle, dah er der Lähmung Herr wird." r .Glauben Sie an einen zweiten Anfall, Doktor?" Der Arzt zuckte die Achseln. „Wir wissen noch nicht einmal, wie der erste verläuft, aber auch ich vertraue auf seine Statur." Ens wachte, bis der Mittag einen flüchtigen Strahl in das Fenster der Kranlenstube warf. Der Atem des Gelähmten ging leichter, aber er schien noch nicht bei Bewußtsein. Die Annelies nahm den Platz der Tochter ein, uird Ens ging hinüber und öffnete die Post, telephonierte an Giovanni und empfing Boten und Besucher. Sie gab den Angestellten in geschäftsmäßigem Tone bekannt, dah der Vater einen Unfall erlitten habe, gefallen sei und eine Zeitlang das Zimmer hüten müsse, und niemand erriet, dah der Fall ein Schlaganfall gewesen war. Als Pometta erschien, war es Abend geworden. Er fragte nicht, was geschehen fei. Er war der einzige, der aus chrer unterdrückt bebenden Stimme die Wahrheit erraten hatte. „Ich hab's kommen sehm, Ens," sagte er leise. .Aber du hast recht, er darf nicht sterben. Er wird auch das überwinden und fein Werk trotz allen und trotz allem zu Ende bringen.“ Sie gab ihm den Brief des Konsuls, der ihn gefällt hatte. Jörg war seit Monaten nicht mehr in Vinje erschienen, und ausgesandte Boten hatten ihn auch auf Arneshof, wo er einsam hauste, nicht gefunden. Da der Hofbesitzer sagte, er sei schon oft tagelang ausgeblieben und fei schon zw.imal so weit gewandert, dah erst nach Monaten aus Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene Harnsäure Salze, und die.e müssen heraus, sonst nützt alles Ciureiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure aber dient das G i cht os i n t. 51 23 Sie können das glauben ober nicht, aber Sie entlegenen Stationen Nachricht von seinem Verbleiben eingetrvffen sei, entschloß man sich erst spät zu Nachforschungen. Sie waren erfolglos geblieben, bis seine Leiche vor kurzem an den Klippen des Ragnefjordes angespült worden war. „Wir konnten nur noch fest stellen, daß Herr Dan- tiger vom Wege abgekommen sein muh. Er Ist vom Uebcrhang in die Tiefe gestürzt," schrieb der Konsul. Weder Ens noch Giovanni sannen diesem jähen Tode des Heimatfernen, Wurzellosen nach. Gottfried Bantiger wußte, was geschehen war. Im Augenblick, als er den Brief gelesen hatte, war ihm klar geworden, daß sein Sohn das Schicksal herausgeforderl hatte, um ein zerrissenes Leben zu enben. Da war etwas ihm geborsten, da sprengte das aus bem Herzen stürzende Blut ein überlastetes Gefäß seines Hirns und riß ihn zu Boden. Er hatte den Tob bes ältesten Sohnes, hatte die Riesenlast seiner Geschäfte, hatte sich selbst ertragen, ohne zu wanken, um der Nachricht zu erliegen, daß derjenige vorn Leben überwunden worden war, mit bem er seit Jahr und Tag nichts mehr gemein haben wollte, mit dem er im Hader gelebt, von dem er sich in hundert Erklärungen abgewandt hatte. Er allein hatte Jörgs letzten Brief richtig gelesen. Run lag er, von dämmerndem Bewußtsein getragen, zwischen Tob unb Leben hängend, in seinem dunkeln, grabkalten Zimmer und ließ stcb pflegen. Qlls er nach drei Tagen mühtam die Qlugen öffnete und die abgerissenen Gedankenfaden wieder zusammenzuknüpfen suchte, kniete Ens neben ihm nieder. (Fortsetzung folgt» sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Sie diese an: Generaldepot der Viktoria-Apotheke Berlin A 235, Friedrichstraße 19, es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Gicht )sint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung za. Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht er Ihnen frei, mehr von dem QHittel zu beziehen oder es in einer dortigen Apotheke zu kaufen. Gichtofint ist in den meisten Apotheken zu Habei Oberhessisches Korbwarenhaus HEINRICH HESS Schulstraße, neben der Stadtpost Größtes Spezialgeschäft für moderne, solide Korbmöbel, Korbwaren und Bast-Teppiche Bedeutende Preisermäßigung 5105V •Ää&ou>_. 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V.: Weicker. 5122V § Pickel, Mitesser, Blüten verschwinden sehr schnell, wenn man abends den Schaum von Zucker's Patent »Medizinal-Seife ein- trocknen läßt. Schaum erst morgens ab • waschen u.mitZuckooh»Creme nachstreichen. Großartige Wirkung,^ von Tausenden bestätigt. In allen Apotheken, Drogerien, Parfümerie, u. Kriseurgeschäften erhältlich NmksMk Mer AN Wtatlung stilrein ».oreiswerl Ole Brühl w riulo.'Lcullerel. B. Lange. Sieben, SlüMr.r. Lehrgang fürstaatsbürgerl. Erziehung am 27. und 28. Juni 1924 im Gymnasium Philippinum zu Marburg. 1. Tag: 9 — 12 Uhr: 3 Lehrproben (Gymnasium, Berufsschule, Realgymnasium). 3—6 Uhr: 3 Vorträge der Univ.- Professoren Dr. Stengel, Dr. Jung u. Dr. Hagen. 2. Tag: 9—12 Uhr: 3Lehrproben (Südschule Gymnas., Nordschule). 3—6 Uhr: 3 Vorträge der Univ.- Professoren Dr. Otto, Dr. Genzmer und Dr. Haepke). Im Anschluss an die Vorträge und Lehr proben finden Besprechungen statt. — Ausstellung von Literatur. — Zur Teilnahme an der Tagung werden alle Lehrenden von Stadt und Land eingeladen. Anmeldungen mit Gebühr von 3 Mk. an Rektor Hentze in Marburg. 5103D Der vorbereitende Ausschuß. EVW. GMiMllMMlebl Einladung zu einer Zusammenkunft der eoang kirchl. Irauenvereine in Oberhessen in Gießen. Gasthof Hindenburg, Mittwoch, d. 25. Juni 1924, 3 Uhr. TageS Ordnung: Vereins- und Berbandsangelegenheiten. Kaffeevause. Vortrag von Herrn Dr. med. Happich-Darmftadt über: „Gesundheit, Ehe und Familie*. Alle Mitglieder der zum Verband gehörenden Irauenvereine stnd herzlich eingeladen, Gäste find willkommen. 5104V______________Der Vorstand. fctar MM* Meute abend 8'/, Uhr in der Universitäts-Aula hergestellt von der Köln-Rottweil A. G. ** Vorziicrp • Aus deutschen Rohstoffen hergestellt, durchgefärbt, & gleichbleibende, glatte Oberfläche, fußwarm, schallsicher, bei stärkstem Gebrauch sehr geringe Abnutzung unempfindlich gegen Luftsauerstoff, Wasser, schwache Laugen u. verdünnte Säuren, leicht zu reinigen, braucht nicht gebohnert zu werden, preiswert. Daher für stark benutzte Räume bester und billigster Fußbodenbelag Niederlage bei: Heinrich Hochstetler TAPETEN - TEPPICHE - LINOLEUM Fernsprecher 36 GIESSEN Brandplatz Nr. 1 4776a Kriemhilds Rache Der 2. Nibelungenfilm BUSD Palast-Lichtspiele, Lindenplatz Einlaß 3 Uhr Beginn 3.30. 6 und 8.30 Uhr Die maßgebende Bezugsquelle f.d.Eiüzelhands l in $>ara u. Handkäfe, sämtliche Srbnitt- -Evez. Allgäuer 20°/«, ww,c Ä&Hingt S. m. ö. 0., Ml ___2948U.404S Giekbergstr.5 Bekanntmachung. Der oom Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde Steinheim für 1924 Nj liegt vom 24. ds. Mts. an eine Woche lang auf dem Bureau der unterzeichneten Bürger, meisteret zur Einsicht auf. Bemerkt wird, daß eine Umlage erhoben wird, zu der auch die Ausmärker beizutregen haben. Steinheim, den 22. Juni 1924. Bürgermeisterei Steinheim. Schmidt. 5108D IfcltalJitaisdis Itafer WWWW größere Posten in Stempel westfälischer Dtmenstonen gegen Kaffe zu kaufen gesucht. A. Kals, Holzgrohhandluna Braunfels a. d. Lahn Lernfvrecher Nr. 54. “««d Lichtspielhaus Ab heute bis elnechl. Donnerstag: Pat und Patachon als Photograph en Die beiden unübertroffenen Komiker haben hier 6 Akte geschaffen, die die aus dem Lachen nicht mehr herauskommen lassen. — Ferner: Fattj in zwei tollen Grotesken Anfang 4, 6 und 8.15 Uhr. Großes Orchester. Astoria-Lichtspieie Ab heute: Oie Prinzessin von SCahirah Ein abenteuerlicher Liebesroman in 6 Akten. 5115c Ferner: Dazu: Herr Herkules | Sie FJBmbrüder Lustspiel in 2 Akten. I Tolles Xfotspiel in 1 Akt. SS Sie S re s öe N' finiten <" der Ser Reichs*» CU w «t* u”?£ schien erne bedeu äSÄ M troh aller Aot, Sie für unsere Kreditftage ist zum c frage. 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