Nr. 223 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiebenerFamilienblätler Monats-Vezuarpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schrillleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt o. M. 11686. Blatt 174. Jahrgang Montag, 22. September 192$ GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drnd und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzelgen für die Tagesnummer'bi- zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klarne-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, ‘ )latzvorschrist 20°/, Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friede. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für der Anzeigenteil: Hans Beck sämtlich in Gießen. Vie Abrüstungskonferenz. (Don unserem Berliner Vertreter.) Der Beschluß der Genfer Völkerbundver- sammlung, bis zum 15. Juni nächsten Jahres eine internationale Abrüstungskon- ferenz einzuberufen, hat in den Berliner Regierungstreisen lebhafteste Beachtung gefunden. Man erflärt, daß Deutschland einer Einladung um Teilnahme an dieser Konferenz selbstverständlich Folge leisten wird, da dis Deutsche Reich ein eminentes Interesse an der Abrüstungs- ftage habe. Es lasse sich allerdings vornusseden, daß die Durchführung dieses Konferenzproj ekles auf außerordentlich große Schwierigkeiten stoßen wird, über deren Ausmaß sich die deutsche Oeffentlichkeit gar kein zuverlässiges Bild machen kann. Trotzdem ist es schon ein wesentlicher Fortschritt, wenn man in Genf den Mut gefunden hat, den Beschluß zur Einberufung einer allgemeinen Abrüstungskonferenz zu fassen. Die praktische Verwirklichung einer ellgemeinen Abrüstungsaktion in Europa würde nach Meinung der maßgebenden deutschen Re- aierungskreise mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen. Der Plan der Genfer Dölker- bundsversammlung erscheint daher im ersten Augenblick reichlich kühn. Trotzdem aber darf man keineswegs den außerordentlich großen Wert verkennen, der schon allein in der vorbereitenden Diskussion des Problems der allgemeinen Abrüstung unter den beteiligten Großmächten gegeben ist. Diese Diskussion wird zum mindesten erkennen lassen, welche Stellung die eine oder die andere Grvßmacyt einniinmt, welche politischen mrb moralischen Forderungen sie geltend macht und ob sie überhaupt an der Abrüstungsfrage interessiert ist und die Bereitschaft zeigt, an den Garantien zur Durchführung eines eventuellen allgemeinen Abkommens mitzuwirken. Ob die allgemeine Abrüstungskonferenz überhaupt zustandekommen wird, miß im gegenwärtigen Augenblick noch stark bezweifelt tverden. Es ist aber bereits ein bedeutungsvoller Fortschritt, daß die Genfer Völler- bundverscunmbung die Probleme der F r i c - denSpakte und der allgemeinen 215» rüstung miteinander verbunden hat. Man darf auch nicht vergessen, daß diese beiden Probleme in der fluftigen Entwicklung der Weltpolitik übevaus wichtige Faktoren darstellen coer- den, die namentlich moralisch einen starken Druck auf die öffentliche Meinung der Wüt a lsüben werden. Lind dies ist gerade für Deutschland von großem Wert, da die allgemeine Erörterung dieser Probleme der deutschen Regierung die Möglichkeit bieten würde, die Fragen der Kriegsschuld und der allgemeinen rechtlichen Friedensgarantien auf« breitester Grundlage aufz trotten. Man spricht daher in den maßgebenden Kreisen W Berliner Auswärlr en Amtes die Erwartung aus, daß der de rtschen Regierung die Gelegenheit geboten werde, an den vorbereitenden Diskussionen zur Lösing der Abrüstungsfrage mitzuwirken. Eine Frage, die mit der Abrüstungskonferenz in unmittelbarem Zusammenhang steht, ist das Problem der Rüstungskontrolle, durch den Völkerbund, die bekanntlich zunächst nur den besiegten Staaten gegenüber praktisch durchgesührl werden soll. Hier ha: man in Genf die Klausel ausgestellt, daß bie bef legte n Staaten in den Kontrollorganen nicht vertreten sein sollen. Die Erörterungen über die allgemeine Abrüstung wird nach deu'° scher Auffassung dazu führen müssen, daß man endlich einmal die Frage auftoirst, wie lange der Völkerbund in seinen Statuten den Begriff „6 i e» gerstaaten" und „besiegte Staaten" anerkennen wird. Je mehr die Rotwendigkeit einer Konsolidierung des europäischen Friedens anerkannt wird, um so stärker wird sich auch das Bestreben geltend machen, die rechtliche und moralische Position der im W.ltlriege unterlege» nen Staaten wieder herzustellen und sie ai den allgemeinen Friedensgarantien tellrehmen zu lassen. Diese Voraussetzungen werden schon j.tzt teilweise anerkannt. Es wird daher auch von größter Wichtigkeit sein, ob es gelingen wird, in absehbarer Zeit mit einer grundlegenden Revision derjenigen unhaltbaren Völkerbund- klauscln zu beginnen, die die Tegrifte der Sieger und Besiegten festgelegt haben, um damit einzelnen Mächtegruppen eine privilegierte Stellung innerhalb des Völkerbundes einzuräumen. Man wird zunächst obwarten müssen, wie sich die amerikanische Regierung zu dem Problem der internationalen Abrüstungskonferenz stellen wird. Die öffentliche Meinung Amerikas hat seit Jahren immer und wieder die Forderung nach der internationalen Abrüstungskonferenz erhoben und das Fernbleiben von den europäischen Angelegenheiten wiederholt damit begründet, daß Europa erst an die Abrüstung Herangehen müsse, ehe Amerika daran denken könne, ftch an dem Wiederaufbau Europas zu beteiligen. Man fragt sich daher in Deutschland, ob die Möglichkeit eines Eingreifens Amerikas gegeben fei. Ist dies der Fall, so darf man von den Diskussionen über die allgemeine Wrüstung auch wirklich vositive Ergebnisse et märten. Die Washingtoner Abrüstungskonferenz, die sich allerdings nur mit den Rüstungen zur See besaßt hatte, hat immerhin ganz nennenswerte Resultate gezeitigt. Wenn Amerika hinsichtlich der allgemeinen Abrüstung ebenfalls seinen ungeheuren Einfluß aufbieten würde, um die europäischen Staaten zur Durchführung einer großzügigen Abrüstungsakrion zu zwingen, so wäre damit schon ein wichtiger Schritt vorwärts getan. Man hat in Berlin den Eindruck, daß Amerika gegenwärtig hinter den Kulissen bereits einen bedeutungsvollen Einfluß auf die Entwicklung der europäischen Politik geltend macht, so daß eine Mitwirkung der Vereinigten Staaten an dem Abrüstungsproblem nicht ganz unwahrscheinlich ist. Ob dabei die Interessen Deutschlands zur Geltung gelangen werden, ist allerdings eine andere Frage. Darüber muß die Zukunft entscheiden. Die Arbeit der Militärkontrolle. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Rachdem mit dieser Woche die Llebungen sämtlicher Truppen beendet sind, beginnen die Besuche der Interalliierten Militärkommission bei der Truppe; es werden in dieser Woche mehrere Truppenteile, u. a. in Schlesien und Brandenburg und das Reichs- I Wehrministerium besucht. Seit Beginn der Gene- I ralinspektion am 8. September wurden von der | Interalliierten Militärkommission u. a. besucht: 1. sämtliche sieben Wehrkreisoerwal- tungsämter.2. die Polizeibehörden in allen größeren Städten, 3. xinige Zeu^ämter und die Festung K ü st r i n, 4. eine größere Anzahl von Fabriken der früheren Kriegsindustrie und 5. die M a r i n e a r f c n a l c in Kiel und Wilhelmshaven. Die Kontrollmaßnahmen der Interalliierten Entwasfnungskom- Mission haben sich bisher ohne Reibungen vollzogen. Vor entscheidenden Beschlüssen. Das Programm der morgigen KaÄinettssitzung. — Nansens Besuch beim Kanzler. Berlin, 22. September (Drahtmdg.) In den politischen Kreisen sieht man dem für Dienstag angesehten Kabinettsrat in Berlin mit großer Spannung entgegen. Die Mitglieder des Reichskabinettes werden in Berlin versammelt sein, so daß bereits zu diesem Zeitpunkt wichtige Vorbesprechungen zwischen dem Reichspräsidenten Ebert, dem Reichskanzler Dr. Marx und dem Außenminister Dr. Strese - mann stattfinden werden. Wie wir erfahren, werden im Vordergrund der Beratungen die Probleme des Eintritts in den Dölkerbu nd und die Umbildung dex Reichsregierung stehen. Sehr wahrscheinlich wird auch über die bevorstehenden deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen ce prochen werden, die in den nächsten Wochen eine wichtige Rolle spielen dürften. Weiter verlautet, daß das Reichskabinett die Einberufung des Reichstages erörtern wird, da sich in den parlamentarischen Kreisen der Wunsch aus früheren Parlamentszusammentritt immer lebhafter geltend macht. In parlamentarischen Kreisen erwartet man mit großer Bestimmtheit eine grundsätzliche Entscheidung der Reichsregierung in der Frage des Völkerbundes. Da der Reichskanzler in Sigmaringen den bisher streng geheim gehaltenen Besuch des berühmten norwegischen Dölker- bundsdelegierten R a n f e n empfangen hat, nimmt man an, daß sich die vorbereitenden Verhandlungen darüber bereits im entscheidenden Stadium befinden. Dec deutsche Botschafter in Paris, Herr von Hoesch der seit mehreren Tagen in Berlin weilt, wird voraussichtlich vor dem entscheidenden Kabinettsrat noch wichtige Besprechungen mit dem Reichskanzler und dem Außenminister haben. Er wird Mitte der Woche nach Paris zurückkehren. (Eine Kanzlerrede. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Radolfzell, 21. Sept. (Privat-Telegr.) Reichskanzler Dr. Marx hielt auf den Parttit.g des badischen Zentrums eine Rede, in der er u a. ausführte: Die Reichsregierung stehe auf christlichem Boden. In dieser Richtung, in der Linie der gemeinschaftlichen Arbeit aller Völker an der Wohlfahrt der Menschheit liege auch die Idee des Völkerbundes. In feiner praktischen Verwirklichung aber sei der Völkerbund zur Zeit noch unvollkommen und unvollständig Zweifellos aber sei der Völkerbund ein geeigneter Weg zur Herstellung besserer Beziehungen zwischen den Völkern. Ob das deutsche Reichsiabinett am Dienstag zu einer Entscheidung über die Frage des Eintrftts Deutschlands in den Völkerbund kommen werde, wisse er nicht, das Kabinett werde aber das Für und Wider des Beitritts reiflich und gewissenhaft abwägen. Wenn hierbei die Gründe, die für den Eintritt sprechen, tatsächlich überwiegen sollten, dann dürfte wohl der Eintritt beschlossen werden. Die Hauptforderung des Augenblicks sei, das deutsche Volk wieder in die Höhe zu bringen. Rach der ganzen Einstellung unseres Volkes müsse jede Reichsregierung den Weg der Mitte ftmehalten, wenn wir nicht wieder in schlimme Zustände zurückgeworfen werden wolllen. Es müsse alles getan werden, um die Gqjfen dcs besetzten Gebietes zu erleichtern. Aber das ganze Deutschland müsse diese Lasten tragen, nicht nur Rheinland und Westfalen. Bayerische Bolkspartei, Zentrum und Bürgerblock. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 22. Sept. (Drahaneldung) Die Besprechungen der Parteiführer beim R.ich-kan;- ler, die in den ersten Tagen der Woche ftattfin- den. stehen augenblicklich im Mittelpunkt der politischen Diskus sivnen. Allgemein wird erwartet, daß die Bayrische Volkspartei eine bef andere Initiative entfallen wird, um die Tlmbil- dung der Reichsregierung aufs neue zu befürworten und in Gang zu bringen. Rach Mitteilungen gut unterrichteter bayrischer Kreise hat sich der frühere Justizminister Dr. Emminger schm bereit erklärt, in einer Rechtsrcg e.unz sein altes Amt wieder zu übernehmen, w hiend v:n ihm und seinen Parieifteunden de schuer en Bedenken geltend gemacht würfen, wenn die Ansprüche d.r D^utschnaüor.alen uf .inen c tspie- chenden Einfluß im Reichskabinett zu ück cween w.rden würden. Es wird sogar b.hauvt.t, daß die Bayrische Volkspartii in .ir.e.n i.Idjei Fc» l.> der Reichsr>.gierung die Unterstützung ihrer allgemeinen Politik nicht w iter in Aussicht stellen könnte und daß sie sich di: Zustimmung zu den Maßnahmen der Rcichsrigierung von Fall zu Fall vorb haften müsse. Im Einvernehrer mit der Bayrischen Volkspartei werden auch die württembergischen und westfälischen Zentrumskreise eine große Rührigkeit an an den Tag legen, um den Kurs des Zentrums, der nach Ansicht dieser Kreise in bedenklicher Weise nach links abgeglitten sei. to e- derzuderaltenMittezurückzufuhrelw Man wird also mit einigermaßen lebhrf.e:» Dis- kussiinen innerhalb des Zentrums selbst rechnen müssen, bis sich ein abschließendes Urteil über die Haftung des Zentrums gewinnet läßt. vor den deutsch-sranzöfifchen Wirtschafts-Verhandlungen. Erneute Gefahr einer Verquickung mit der Ränmungsfraqe. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 22. Sept. (Drahtmeldung.) Die für Anfang Oktober bevorstehenden deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen, die in Paris geführt werden, ^ind nach Auffassung der unterrichteten Berliner Regierungskreise von größter Bedeutung. Man erklärt, daß von dem Zustandekommen einer Einigung mit Frankreich über den künftigen deutsch-französischen Handelsver- trag nicht mehr und nicht weniger als die frühere militärische Räumung des Ruhrgebietes abhängt. Bekanntlich hatte • F anlreich zu Beginn der Londoner Konferenz die Absicht, die Erörterung der militärischen Räumungsfrage dann nur zuzugestehen, wenn gleichzeitig Verhandlungen über den deutsch-französischen Handelsvertrag ftattfanbm. Die französischen Delegierten hatten zwar diese Tattrk in Lon- drn aufgeben müssen, aber es steht ganz außer Zweifel, daß bei bei den jetzt bevorstehenden Be.Handlungen über den deutsch-französischen Wirtschaftsvertrag eine grundsätzliche Entscheidung über die frühere militärische Räumung des Ruhrgebiets fallen wird. — Deutscherseits wird die Pariser Verhandlungen Staatssekretär Tredelenburg vom Reichswirtschaftsmini- sterium leiten. Aufhebung der .^ohlenfteuer. Der Oberbefehlshaber der Desahungstruppen im Ruhrgebiet hat durch einen Erlaß die Einziehung der Kohlensteuer und den Tarif der Koh- leuunterprodukte, rückwirkend bis 1. September, aufgehoben. Die Reichstagswahl in Oberschlefien. Beuthen. 21. Sept lWB) Die heutigen Rachwahlen zum Reichstag in Oberschlefien waren von prächtigem Herbstwe.ter begünstigt. Soweit man nach den Beobachtungen in Deuthen schließen darf, war die Beteiligung nicht sehr rege. Tie Wahlhandlung verlief ohne jede Störung. Auch im Straßenleban bemerkte man kaum etwas von d.rn bedeutungsvollen Akt. Rach den bisher vorliegenden Ergebnissen sind drei Zentr urnsabgeordnete, ein Deutschnationaler und ein Kommu- n i st gewählt wdrden. Für den Wahlkreis 9 (Oppeln, lag um 12 Ubr nachts folgendes vorläufiges Ergebnis vor: Zentrum 191 695 Stimmen (198 689), Deutschnationale 81002 (103 744), Kommunisten 75 917 (130 306), Polnische Partei 35 839 (49 259), Sozialdemokraten 19229 (26 306), Deutsch-Völkische Freiheitspariei 11 836 (18 883). Deutsche Volkspartei 11683 (18 216), Wirtschaftspartei 8908 (—), Demokraten 7811 (11 138«, Deutschsoziale Partei 7160 (11408), Siedler 3139 (—), Häusserbund 807 (—). Es fehlten noch 10 kleinere Gemeinden Die Wahlbeteiligung wird auf 60 bis 65 Prozent geschätzt. Die Wahl hatte sich bekanntlich dadurch notwendig gemacht, daß die Wahlresultale vom 4. Mai ungültig waren, weil der Wahlvorschlag der Deutschen Wirtschaftsparter rechtswidrig nicht zugelasien war. Die Mossulsrage. Die ftreitendcn Parteien vor dem Völkerbund. Gens, 21. Sept. (WTB.) Der Völker» bundsrat trat gestern nachmittag in die Beratung der G r e n z se st s e Yun g zwischen Irak und der Türkei ein. Am Ratstisch hatte der erste türkische Delegierte, F e t h y Bey, Platz genommen. Lord Parmvor vertrat die englische Regierung. Der Lausanner Frier 'ns- Devtvag hatte festgesetzt, daß die Grenze zwischen der Türkei und dem Irak durch direkte Verhandlungen innerhalb neun Monaten geregelt, im Falle eines Scheiterns durch den Vöttcrbundsrat entschieden werden soll. Da die direkten Verhandlungen ergebnislos geblieben sind, gelangte der Streitfall nun vor den Rat. Als erster Redner legte Lord Parmvor den englischen Standpunkt dar. Rach Ansicht der englischen Regierung habe der Rat nur die Festsetzung der Grenze zwischen Irak und der Türkei vorzunehmen und nicht, wie die türkische Regierung behauptet, sich darüber auszusprechen, ob das ganze Milajel von Mossul der Türkei gehören soll oder nicht. Eine Volksabstimmung sei für die Grenzsestsehung ein ungeeigneter Weg, denn 1. können Grenzen nie auf diese Weise festgelegt werden, 2. fei dies in dem vorliegenden Falle infolge der Romadenbevölkerung besonders schwierig und schließlich würde dies zu gefährlichen Unruhen führen. Sein Antrag laute daher dahin, die Grenzfestsehung folgendermaßen zu regeln: Entsendung eitler Kommission durch den Völker» bundsrat, die sich aus nichtinteresfierten Persönlichkeiten zusammenseht, die die Grenzsrage an Ort und Stelle prüfen und selbst ihr Verfahren feststellen soll. Der türkische Delegierte und Präsident der Rationalversammlung Fethy Dey erklärte: Die englische Auffassung entspreche weder dem Geiste, noch dem Buchstaben des Lausanner Vertrages, denn während der gesamten Verhandlungen in Lausanne habe die Türkei nie einen ZWeisel darüber gelassen, daß die Grenzfrage eben darin bestehe, ob das Wilajet von Mossul südlich oder nördlich der Grenze liegen soll. Eine Grenzfestfetzung sei im übrigen niemals ohne eine Volksbefragung durch- zusühren. Fethy Dey erinnerte an die Beispiele von Oberschlefien, Ostpreußen und Schleswig. Versage man eine Volksabstimmung so würde die dortige Bevölkerung niemals eine solche ilngerech- tigfeit verstehen. Eine ilntersuchungskom- Mission werde niemals in der Lage fein, wirklich die Grenzverhältnisse an Ort und Stelle zu ftutieren. Das Ergebnis einer solchen Unter» suchung würde stets ungerecht ausfallen. Die Türkei könne daher nicht den Vorschlag einer ntersuchungslommission annehmen, sondern müsse auf einer V olksbefragung bestehen. Zrm Schluß erhob Fethy Bey noch Beschwerde darüber, daß entgegen den Bestimmungen des Lausanner Vertrages England durch militärische Operationen, vor allem mit Flugzeugen, der Entscheidung vorgegriffen habe. Auf Antrag des Berichterstatters Dran- ting beschloß hierauf der Rat, die Debatte auf eine weitere Sitzung zu vertagen. Die schwedischen Wahlen. Stockholm, 21. Sept. Die Wahlen zu der zweiten schwedischen Kammer begannen mit den, Wahlen in Stockholm und Gotenburg. Die Wahl-^ bcteiligung war auch unter den Frauen recht lebhaft. Die Ergebnisse werden erst mehrere Tage nach den Wahlen bekannt werden, wahrscheinlich erst Ende nächster Woche. Bei den Wahlen geht es vor allem um Entscheidung der Wehrfrage. Die Reichstagsberatungen, die in diesem Sommer darüber geführt wurden, erbrachten eine Mehrheit für den sozialdemokratischen Wehrvorschlag, der eine Herab- sehungder Ausgaben für Heer und Marine um etwa ein Drittel verlangte und als letztes Ziel eine weitgehende Abrüstung plant. Diesem Mehrheitsbeschluß des Reichstags konnte sich die Regierung nicht unterwerfen, und so wird dic Entscheidung darüber in Diesem Herbst fallen. Dc in der Wehrfrage sowohl wie auch in Z o l l - u n k Valutafragen ein Teil der Liberaler den Sozialisten zuneigt, und auf deren anderer Seite es dem Ministerium T r h g g e r nicht möglich war, eine Einigung der bürgerlichen Parteien auf ein Programm zu erzielen, so ist es nicht ausgeschlossen, daß bei den bevorstehenden Wahlen die Linksparteien die Oberhand behalten und damit abermals die Dildimg eines Ministeriums Dranting ermöglicht wird. Der chinesische Bürgerkrieg. London. 21. Sept. (Wolft.) Wie Reuter aus Mulden meldet, gab Tschang-Ts olin vor einer Versammlung der ausländischen Konsuln, darunter des britischen und amerikanischen, die Erklärung ab, daß er alle Fremden und ihr Eigentum schützen werde, solange er seine gegenwärtige Stellung in der Mandschurei inneh2.be. Tschang-Tsolin wies darauf hin, daß sich das feindliche Hauptquartier in Tschingwanqtoo befinde. Er richtete an alle Ausländer die Ditte, diesen Platz zu verlassen, da seine Deschie- ßung in Aussicht genommen fei. Ferner forderte et die ausländischen Kriegsschiffe in Schanheikwan und Tschingwangtoo auf, sich zur Abfahrt bereit zu halten, da er beabsichtige, die feindlichen Kriegsschifte zu bombardieren. Zum Schluß erklärte Tschana- TsoUn, Da!) er um jein Leven ano cne vicyeryett in Der Mandschurei kämpfe und nicht auf halbem Wege stehen bleiben werde. Tschang-Tsolin hat an S u n y a t s e n . den mit ihm verbündeten Präsidenten von Südchina, in Kanton ein Telegramm gerichtet, nach dem 180 000 Mann auf sechs Straßen in der Richtung auf Peking vorrückten. Die geübten Regierungs truppen seien von dem Gebiet am (Jangtse zurückgezogen worden. Sunyatsens Expedition zur ä^nterstüh ing von Tschangsolin werde daher nur auf geringen Widerstand flohen. Der Kampf der 2. Armee TfchangtsolinS bei Iehol hat bereits zur vollständigen Riederlage der ersten gemischten Tschili-BrigaDe geführt. Dre Truppen Tschangtsolins halten gegenwärtig die gesamte Front von Tschingtschau biS Tschaohang. Der Marschall der Pekinger Zentralregte-, rung und Oberbefehlshaber von Tfchili W r- p e i f u hat in einer Unterredung erklärt, die Regierung werde den Feldzug im Rorden trotz des nahen Winters f o r t s e h e n, bis Tschang- tsolin endgültig seine führende Stellung in der Mandschurei verloren habe. Man erwartet, daß man mit den Schwierigkeiten in der Man-- schurei binnen 2 Monaten fertig werde. An der ErpediIion gegen Mukden würden 200000 Mann mit vier Flugzeuggeschwadern teilnehmen. Die Pekinger Regierung führt eine ernste Truppenaushebung aus. Sie requiriert Fahrzeuge, Milchkühe, Esel und Kamele Große Munitionssendungen gingen an dieRvrdfront ab. Sie sind für die drei Armeen bestimmt, die die Regierung dcw vormcwschierenden Armee Tschang- svlinS entgegenstellE? Der ehemalige Ministerpräsident Tuan- S ch i * <5 cb u i' versucht zu vermitteln. Er hat den beiden kriegführenden Parteien Telegramme g> schickt und als Bedingung für die Entspannung den Rücktritt des Präsidenten der Republik versprochen, den er für die jetzige Lage als verantwortlich erklärt. Dor Schanghai haben die Kämpfe die ganze Rächt angedauert. Die Trupsxn Liyung Hiangs leisten immer noch Widerstand. Dis heute nachmittag soll die Front nicht durchbrochen worden sein, aber man nimmt an. bafy der Gouverneur von Tschiang, der feine Verstärkungen zur Verfügung hat, bald gezwungen sein wird, seine Front zurückzu- nehmen. Die Kiangsu-Truppen haben eine energische Offensive auf die Wangde-liuhv-Front, etwa 30 Meilen nördlich von Schanghai, eröffnet. Der Kampf soll den ganzen Tag angedauert haben: der Kanonendonner wurde in Schanghai gehört. Don den Iiansu-Truppen soll Liu ho bombardiert worden sein, das zu einem Viertel zerstört worden sein soll. Das internationale Institut für geistige Zusammenarbeit Annahme des französischen Angebots durch den Völkerbund. Gens. 21. Sept. (WTB.) Die Annahme eines Angebots der französischen Regierung auf Errichtung eines internationalen Instituts für fldKtlge Zusammenarbeit tn Paris ist nach einer längeren Aussprache, in der Charlton- Australien Einwände gegen die Errichtung des Instituts in Paris erhob und die Schaffung eines wirklichen internationalen Instituts in Genf forderte, in bejahendein Sinne entschieden worden. Das Ergebnis wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Ausgabe d«S neuen Instituts soll von der Völkerbundskommission für geistige Zusammenarbeit im Einvernehmen mit dem Rat und der Versammlung festgesetzt bzw. später erweitert werden. Der Dölkerbundsrat wird veaustragt, mit der französischen Regierung die einschlägigen Vereinbarungen hi nsichtlich deS neuen Systems und seines Funktionierens zu treffen. Die Verwaltung deS Instituts liegt in den Händen der Kommission für geistige Zusammenarbeit, die unter Zustimmung des Völkerbundsrates einen Derwaltungsrat aus fünf Mitgliedern verschiedener Nationalität zu ernennen hat, der mindestens alle zwei Monate zusammentritt. Die Dauer deS Mandats »der einzelnen Mitglieder ist von der Kommission für geistige Zusammenarbeit noch festzusehen, die auch für die richtige Zusammenarbeit mit ähnlichen, bereits bestehenden Organisationen zu sorgen hat, deren Autonomie sedoch in jeder Form gewahrt bleiben soll. In der Begründung der Resolution wird betont, daß sowohl durch das Arbeitsprogramm als durch die Zusammensetzung deS Personals des Instituts in Paris der internationale Charakter vollständig gewahrt weiden must und demgemäst das leitende Personal von der Kommission für geistige Zusammenarbeit ernannt wird. Weitere im zweiten Ausschuß an- > genommene Resolutionen sprachen sich für eine | 1925 einzuberufende internationale Konferenz über die Frage des geistig e n Eigentums ferner für internationalen Austausch wissenschaftlicher Werte und für gewisse Erleichterungen zugInsten Gelehrter and Studierender aus. Die Unterbringung der Aus- gewiesenen. K och l e n z , 21. Dept. (Havas.) Zwischen den deutschen Behörden und der Aheinlandlommission wird darüber verbandelt, gewisse deutsche Beamte, deren Anwesenheit im besetzten Gebiet angeblich die Gntspannun g nicht fördern soll, au he rh al b der besetzten Gebiete in Stellung zu bringen. — Die belgisch e Regierung hat von 2245 während des passiven Widerstandes Ausgewiesenen allen bis auf 29 die Rüclkeh r in das besetzte Gebiet erlaubt. Ferner hat die belgische Regierung 64 ehemaligen Beamten die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im besetzten Gebiet genehmigt. Englische Lnftvcrkehrspläne. London, 21. Sept. (WTB.) Luftvize- marschall Brancker hielt vor der Konferenz für Luftverlehrswege eine Rede, in der er die Pläne des Luftverkehrsministeriums im einzelnen dar- legte und sagte, binnen zehnIahren werde es geben: einen halbmonatlichen Luftschiffdienst nach Indien und Australien mit einer Flugdauer von 11 Tagen, einen wöchentlichen Dienst nach dem Kap üoer Westafrika mit einer Flugdauer von 5'/g Tagen, und einen Luftdienst zwischen England und Kanada von 21/-- Tagen, und schließlich werde Westafrika mit dem Luftdienst von Aegypten in Verbindung gebracht werden. In West in di en würde durch Flugboote die Ankunft von Briefen um mehrere Wochen beschleunigt werden. Brancker teilte noch mit, dast von der Regierung zwei große Handelsluftschiffe bestellt wurden. Bolschewistische Putschvorbereitungen in Bulgarien. Sofia, 20. Sept. (WD.) Im Zusammenhang mit der Ermordung des mazedonischen Führers Todor Alexandrow ist festgestellt worden, daß am 15. September seine Gegner der bolschewistische Flügel der mazedonischen Organisation eine Sowjetregierung im Bezirke von Pekritsch aufzurichten ged ach'en. Ein allgemeiner Aufstand in ganz B llgarien sollte folgen. Einige mitschuldige Kommunisten und Anarchisten wurden verhaftet. Auch einige kommunistische Sobianjemltglieder sind beteiligt. Die Hauptvertreter der bolschewistischen Propaganda traten der ermordete kommunistische Abgeordnete und ehemalige mazedonische Revolutionär Dimo Hadjedemvw und Dr. Maksimow Der letztere ist flüchtig. Die Ordnung im Bezirk Pettitsch ist vollkommen aufrechterhalten. Die Lage in Marokko. Gibraltar, 20. Sept. (WD.) Wie aus Tanger gemeldet wird, hat Abd e l Krim die Stammesführer zusammenberufen, um mit ihnen über die Frage zu beraten, ob mit Spanien grie» denSver Handlungen eliigetettet werden sollen. Die Rifleute sollen dafür sein, dah Spanien die Küstenstädte behalte, aber hinsichtlich Te- tuans eine Volksabstimmung veranstaltet werde. Eine amtliche Bekanntmachung des Direktoriums besagt, dast am Donnerstag in der Te - tuanzone eine bedeutende Bewegung von sechs Kolonnen begonnen hat, die auf harten Widerstand fliehen. Die Kampftätigkeit scheine wieder rege im Gange zu fein. Die Lage sei immer noch c r n ft und die Verluste seien bedeutend. Kleine politische Nachrichten. Der britische Generalkonsul in München Bot- schastsrat Clive, dessen erfolgreiche Tätigkeit in Der Pfalz während des Separatistenputsches bekannt sein dürfte, verabschiedete sich vom bayerischen Staatsministerium, um seinen neuen Posten in Tanger anzutreten. * Ende dieser Woche wird der Spruch der Kollegien beim Landgericht München darüber entscheiden, ob H i 11 e r , Kriebel und Dr. Weber am 1. Oktober mit Bewährungsfrist entlas- s e n werden. Die Erledigung dieses Falles auf dem Gnadenwege ist nach dem Blatte vom Justizministerium abgelehnt worden. In Dresden fand Xintcr zahlreicher Beteiligung von Delegierten ans allen Teilen des Reiches die 4. a.o. Tagung des Bundes beb techn Ischen Angestellten und Beamten statt. Aus dem Reiche der Technik Dynamos für Fahrradlaternen. Von Paul Küstermann. Eine Dynamomaschine braucht durchaus nicht Immer ein Ungetüm zu sein, bei dem riesige Massen In Bewegung gesetzt und ein elektrischer Strom von Tausenden von Kilowatt erzeugt werden. Jede Maschine bei der durch Bewegung mit Hilfe elektromagnetischer Vorgänge ein elektrischer Strom gewonnen wird, ist eine Dynamomaschine: gerade ganz kleine Apparate dieser Art bürgern sich neuerdings hnuver mehr ein, da sie eine praktische Verwendung zur Speisung kleiner Glühlampen in Fahrradlaternen gefunden haben. SS gibt kletG Dkaschinen, deren Gehäuse nur einen Durchmesser von etwa sieben Zentimeter hat und daS nicht viel breiter als zwei Zentimeter ist. Die Bewegung, mit der sie angetrieben werden, wird meist vom Vorderrad, seltener vom Hinterrad abgenommen: der elektrische Strom wird einer kleinen Glühlampe in der Laterne durch ein einadriges Kabel zugeleitet, wahrend als Rückleitung der Körper deS AodeS selbst dient. So klein die Glühlampe auch ist, so genügt sie doch in Verbindung mit einem guten parabolischen Scheinwerser, dem Radfahrer einen langen Lichtschein von etwa fünfzig Meter Länge vorous- AUtoerfen; gerade die Kleinheit der Dirne und ihres Lichtpunktes bietet den Vorteil, dast man diesen genau in den Brennpunkt des Spiegels bringen kann, wozu manche dieser Laternen be- fontere Diustellvorrichlungen haben. Der größte Vorteil der elektrischen Fahrradlaterne besteht im Wegfall jeder Wartung, wie Rachfüllung von Betriebsstoff, Schneiden des Dochtes, Reinigung der Düsen bei Karbidlaternen usw. Eine große Annehmlichkeit ist ihre völlige Geruchlosigkeit, im Gegensatz zu den Karbid- ober Oel- und Petroleumlämpchen, von Deren Wirkung auf Die Geruchsnerven ja Die Besitzer, noch mehr aber beten nicht radelnden Familienmitglieder und Wohnungsgenossen ein Lied zu fingen wissen. Ein weiterer wichtiger Vorteil Der elektrischen Fahr- raDlaterne ist ihre stete Betriebsbereitschaft, ferner Der Umstand, dast Da« AnzünDen unabhängig Dom WinD unD ohne Absitzen bewirkt werden kann. Diese Vorteile sind so grost, Dast sie Die Mehrkosten Der Anschaffung gegenüber einer an- Deren Laterne wohl lohnen. Wie auf vielen an» Deren Gebieten, so Hai auch hier Die Elektrizität eine restlose Lösung ftörenDer Schwierigkeiten gebracht. DaS gilt freilich nur frann, wenn man ein wirklich gutes Fabrikat lauft unD hierauf mehr achtet als auf einen geringen PreisunterschieD. Interessant ist noch folgenDer Punkt: Bei langsamem Fahren leuchtet die Lampe natürlich nur schwach, weil sich Der Läufer Der Dynamo nur langsam dreht: bei schnellerem Fahren und größerer Drehzahl des Läufers leuchtet sie Heller, weil Der Strom Dadurch stärker wird. Würde sich aber Der Strom bei noch schnellerer Umdrehung im gleichen Verhältnis weiter steigern, so bestünde die Gefahr Des Durchbrennens Der Lampe. Diese Gefahr läßt sich daDurch einschränken, dast z. D. Der Läufer bei Der richtigen Drehzahl magnetisch gesättigt wird: eine wertere Steigerung bringt ais- In Berlin und München fanoen pazisistricye Kundgebungen des internationalen Gewerkschafts- bundes statt. Mussolini und Der schweizerische i Gesandte Wagniere haben den Schi e d s- vertrag über die rechtliche Regelung aller zwischen Den beiDcn Ländern auftauchenden Fragen unterzeichnet. Dieses Abkommen stellt den weitestgehenden Schiedsgerichlsvertrag dar, Der zwischen zwei Völkern beschlossen werden kann. Aus aller Welt. Die ältesten Bauwerke der Welt. Wie Rcuter aus Kairo meld.t, steh' noch nicht fest, cb die beiden Königsgräbor Der dritten Dynastie, di?, wie wir am S.-.mst.rg mit- teilen konnten, von der Abteilung für Alterti mec bei Sak karc» ausgegraben warben, einer bisher in Aegypten unbekannten Baustil caihUten. Tie Fasladen der beiden Gräber lind mit e- Herten Säulen ohne die üblichen Rel ess und Hieroglyphen gefci müdt. Die Wändc wei en h n- gcgen zahlreiche Hieroglyphen und Inschriften aus, die die Besucherzahl t bis zum Jahre 1500 v. Ehr. angeben. Di? Gräber selbst fino f a ft 6 00 0 Jahre alt. Ihre kannelierten Säulei fin) al o um 2500 Jahre älter als Die dorischen Säulen des Parthenon. Da» Gräber stellen daher nicht nur Die alte ft en Bauwerk? der Welt dar, sondern liefern auch den Beweis, d.'ß die dorischenSäulen aus Aegypten stammen. Die Königsgräber sind aus feinem Sandstein erbaut und weisen einen vollkommen entwickelten Baustil auf. Der Ainanzkrach des Berliner Mascaftni-Gaftspiels. Wie die Blätter melben, hat der Zusammenbruch des italienischen Opcrngastipi 13 in ter Ausstellungshalle am Kaiserdamm in Berlin dieKri - minalpolizei zum Sing reif en veranlaßt. Emer der Unternehmer, der rumänisch? Impresario Ha im o vic i ist bereits von der Kriminalpolizei vernommen worden. Er soll.von feinen Gläubigern beschuldigt werden, Schecks ausgegeben zu haben, nachdem bereits andere Schecks mangels Guthabens von der Dank nicht honoriert worden feien. Die beiden anderen Unternehmer, Dr. Rosner und Gcn?calDireflov Weber, gegen die eine gleiche Beschuldigung erhoben worden sei, t. nnen nicht vernommen werden, da ihr Aufenthalt im Augenblick unbekannt ist. Das Ende eines Spekulanten. Ein angesehener Berliner Möbelhändler namens Löwenberg, der noch vor ganz kurzer Zeit ein vermögender Mann war, hat sich gestern mit Leuchtg as vergiftet. Er hatte sich nach Einführung der Rentenmark verspekuliert. Alle Bemühungen feiner Gläubiger, ihn zu retten, mißlang ivegen der großen Schuldenlast. Löwenberg war in Berlin Mitglied mehrerer angesehener Klubs und erfreute sich auch in Theaterkreisen großer Beliebtheit. Ein scheußliches Verbrechen bei Berlin. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Heute mittag wurde in der dichten Kiefernschonung zwischen Friedrichshagen und Rahnsdorf von Spaziergängern eine vollständig entkleidete und nur mit einem Mantel zugedeckte ca. 30 Jahre alte unbekannte weibliche Person tot aufget- f u n Den. Reben Der Leiche saß ein etaxi vier Jahre alter Knabe in völlig erfchöpftem Zustande, Der den Spaziergängern sagte: „Erich darf nicht Weggehen, Mutti schimpft sonst!" Rach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um einen Lustmord, Der wahrscheinlich schon am Sams- tagabenD in Gegenwart DeS Kindes an Der Frau begangen wurde. AuS Gewiffensblssen in den Tod. In einem Hotel im Westen Berlins hat sich Sonntag mittag die Gattin eines chilenr- schen Bankiers, Frau Anita Kippmann, eine geborene Wienerin, erschossen. Sie hatte am Vormittag mit ihrem Auto in Wilmersdorf Den Rittergutsbesitzer Graf Dominikus von Strachwitz überfahren, und Der Giaf ist infolge eines Schädttbruchs im Krankenhause gestorben. Als Frau Kippmann die Todesnachricht erhielt, brachte sie sich einen Schuß in die Schläfe bei, Der Den sofortigen Tad zur Folge hatte. Vier Kinder überfahren. Wie Die „Ratiborer Zeitung" meldet, wurden auf der Strecke Piola—Rendza von Dem Per- sonenzug Ka ttowi h—Ra t ibpr vier Kinder totgefahren, Die auf das Gleis liefen, um einem vorüberfahrenden Güterzug zuzuwinken. ÜJ . : I i J---- „ .1’71 Wettervoraussage. Wechselnde Bewölkung, Winde aus westlicher bis nördlicher Richtung, kühler, noch Regen fälle. Morgen wird noch vorwieaend trübes, regnerisches Wetter vorherrschen, orriji ist für die nächsten Tage mit langsamem Auf klären zu rechnen. Dann nur noch eine unerhebliche Verstärkung Des elektrischen Stromes hervor. Die elektrischen FahrraDlaternen brauchen natürlich auch keinerlei Brennstoffe, unD auch Die Mehranstrengung, Die Der Radler Deshalb zu leisten hat, weil er ja auch noch Die stromerzeugenDe Dynamomaschine zu Drehen hat, ist recht unbeDeu- tenD; aber vorhanDen ist sie natürlich, und man kann Die Durch die Mehranstrengung nötig werdende, verstärkte Einnahme von Nahrungsmitteln als Die Brennstoffzufuhr betrachten, Durch Die Die Lampe betrieben toirD. Die Vervielfältigung von Zeichnungen. Von Dipl.-Ing. Peter Stein. Technische Zeichnungen werden in der Regel so ausgeführt, daß sie durch ein Lichtpausverfahren vervielfältigt werden können. Der in Bleistift fertiggestellte Entwurf wird mit durchscheinendem Papier, Oe/papier oder Zeichenleinwand bedeckt und die Linien werden mit Der Reißfeder und Tusche nachgezogen. Die Pause wird dann wie ein photographisches Regativ benutzt, indem man im Ko- Pierrahmen bei natürlichem oder künstlichem Licht Lichtpausen herstellt, Blaupausen in weißen Linien auf blauem Grunde ober Weißpausen, die fast ebenso wie die UrzeichLiung schwarze Linien auf weißem Grunde zeigen. Bisweilen ergibt sich nun aber die Rotwendig- feit, Zeichnungen, die zunächst nicht für die Vervielfältigung bestimmt untren, z. B. Prüfungsarbeiten, Losungen von Preisaufgaben usw., die zumeist des besseren Aussehens wegen auf starkem, undurchsichtigem Zeichenpapier ausgeführt find, Aus Stadt uno Lano. Gießen, den 20. Sept. 1924. Danksest. Don Alice Salomon. Jetzt, da Der Sommer zu Ende geh?, herrscht in breiten Teilen d^s KinderlandeS Festesftan- mung. Die Kinder feiern Dankfest Sie feiern ein Dankfest in allen Kinder Heimen, in allen Schulen über das ganze Land, überall, wo Deutsche Kinder in Jahren schwerster Rot von Freunden gespeist worden sind. Sie wollen danken für das, was sie aus Freundeshand ernten Durften. Es ifi ein schöner Gedanke des „Deutschen Zentralausschusfes für Die Auslandshilfe", den Abschluß des amerikanisch-deutschen H i l f s w e r k s , das im letzten Jahr zeitweise täglich über 1,1 Millionen Kinder in Deutschland gespeist hat, zu einem Gedenktag, eineig^D ank- fest für die Auslandhilfe zu gestalten, ünd die Gedanken der Kinder, ihre Herzen mit festlicher Dankesfreude zu erfüllen. Sie sollen in sich etwas von Der Liebe ergeben. Die jene Gaben veranlaßt hat. Das Dankfest der Kleinen soll aber zugleich zu einem Tage d?S Bittens, zu einem Werbetage werden. Sr bittet aber nicht die Freunde im Ausland, deren Kraft zu werben und zu überzeugen allmählich versiegt: die nicht immer wieder die Phantasie ihres Volkes mit Zahlen und Bildern ferner Rot lebendig machen können. Er ruft an Diesem Tage, da die Kinder danken, Das deutsche Volt zur Selbsthilfe auf. Feiert ein Danksest I Laßt euren Dank zur Hilfe werden für alle, Die bisher von der Aus- landhilfe gespeist wurden: für feite, auf denen Die Schwere der Zeit am härtesten lastet Ist cs nötig, Zahlen zu geben, Bilder zu zeichnen? Oder können wir mit unseren Herzen Den kurzen Weg zu Der Rot der Rachbarn finden, wie Die Auslandshilfe ihn über tausends von Meilen gefunDcn Hai? Laßt uns ein Danksest feiern, ein Fest Der guten Tat. Bornotizen. Tages kniender für Montag. Bkachetta-Volksspiele: Doktor Faust, 8 Uftr im Kctth. Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Herrin von Monbijou". — Hessische Dilderbühne: „Der Cvangelimann". — Astoria- Lichtspiele: „Das Feuerschiff". ♦ ** Der Gasdruck ist in der letzten Zeit, immer mehr eine Quelle des tagtäglichen Verdrusses unserer Hausfrauen geworden. In zahlreichen Zuschriften wird uns g klagt, daß namentlich in den Vormittagsstunden bei der Kocharbeit und ebenso in den Abendstunden Die Gaszufuhr sehr viel zu wünschen übrig lasse. Bei verschiedenen Gelegenheiten haben wir uns davon überzeugt, daß die Beschwerden begründet sind. Es bedarf wohl nur dieses kurzen Hinweises auf die Mißstimmung der Hausfrauen, um das Gaswerk zur schnellen Beseitigung des IXebdftanDeS zu veranlassen. ** Die Trockenanlage im städt. Elektrizitätswerk ist ab 25. D. Mts. geöffnet. Räheres in Der heutigen Bekanntmachung. ** Wegen Verbrechen im Amt wurde Der Kreis-Verwaltungsinspektor Junker von hier am Samstag von Der Staatsanwaltschaft in Haft genommen. Der Inhaftierte, Der feit 26 Jahren bei der Kreisbauverwaltung des Kreises Gießen Dienst tat, steht unter Der Anschuldi- i qung, durch außerordentlich geriebene Machenschaften bei mehrfachen Handlungen eine große Geldsumme in strafbarer Weife an sich gebracht' zu habew. Der- Umfang Der Straftaten unterliegt gegenwärtig Der gerichtlichen Untersuchung. •* Trie bwa gen für lange Fahrt- strecken. Die Reichsbahn hat bekanntlich seit über fünfzehn Jahren zahlreiche elektrische Triebwagen jn ihren Dienst gestellt, um dadurch Den Vorortverkehr zu verbessern, Den Personenverkehr auf Seitenlinien mit schwachem Verkehr zu verdichten, oder einen besseren Anschluß an Schnellzüge herbeizuführen. Infolge ihrer großen Sauberkeit und Zuverlässigkeit erfreuten sich diese Fahrzeuge von jeher großer Beliebtheit, zumal durch sie Der Fahrplan für Rahverkehr sich oft beträchtlich günstiger gestalten ließ. Kürzlich sind nun die Triebwagen dadurch wesentlich verbessert worden, daß es gelang, sie mit größeren Batterien auszurüsten und dadurch ohne Erhöhung des Gewichtes eine wesentliche Steigerung des Fahrbereiches zu erzielen. Am 11. D. Mts. fand eine Probefahrt mit einem derart ausgerüsteten ‘ elektrischen Wagen statt: Dabei tourDe die 250 Kilometer lange Strecke Berlin—Hannover ohns Zwischenladung zurückgelegt. Rach Beendigung dieser Versuchsfahrt war es sogar möglich noch 36 Kilometer weiter bis nach HilDesheim zu fahren: erst dort wurde die Batterie Dann frisch aufgeladen und Der Wagen von Dort aus Der eisenbahntechnischen Ausstellung in Seddin zugeführt. später zu häufen. Richt immer ist Zeit und Gelegenheit vorhanden, eine Oelpause Herstellen zu lassen. Da bleibt nur das Mittel, Die Zeichnung nachträglich durchscheinend zu machen. Hierzu taucht man das Blatt eine halbe bis eine Minute in eine gesättigte Lösung von reinem farblosen Paraffin in Chloroform (1 Liter Chloroform 4 Mk., 1 Kilogramm Paraffin 1,50 Mk,), läßt abtropsen und hängt das Blatt zum Trocknen auf. Das Blatt ist nun durchscheinend geworden wie eine Oelpause und man kann von der Zeichnung beliebig viele Blau- oder Weißpausen machen. Besonders gut fallen Abzüge auf Dromsilberpapier aus. Bei der Vervielfältigung muß man scharfes Licht benutzen, d. h. solches, das die schwarzen Striche Der Zeichnung als scharfe Schatten auf Dem Vervielfältigungspapier abbildet. Benutzt man zerstreutes Licht, so leuchtet es infolge der Dicke des Papiers von der Seite her unter Die Striche, weil ja Die Zeichnung bei - diesem Verfahren mit der Strichseite nach oben liegt. Die Striche werden dadurch Dann sehr unscharf. AnberS ist es bei Der Vervielfältigung durch Zink- ober Steindruck, bei Dem die Zeichnung durch ein Lichtpausverfahren auf Die Druckplatte gebracht wird: Dabei liegt die Zeichnung nut Der Strichseite nach unten, da ja auf der Platte ein Spiegelbild Der Zeichnung erzeugt werden muß. Infolgedessen kann man auf diese Weise selbst auf sehr dickem Papier stehende Zeichnungen licht- pausen, ohne das Papier vorher durchsichtig zu machen. Das Verfahren ist daher da zu empfohlen, wo man Die ilrjeidjnung schonen muß, und wo es auf Kosten weniger an kommt. Glänzende Stoewer-Erfolge Rnrntannon Hnhö Ann HP Afnpwpr 1 (") / 5 0 P.S — 1. Platz MM Ml Reichsfahrt 1®24! 3 Stoewer am Start! 3 Stoewer am Ziel! •• Der Äeflxmcnti’ötab und da » 1. CMtaidou U -Igt 15 teuren im Qaujc de» morgigen Vormittag zwischen 10 und 12 Ubr von einer längeren Hebung»- und Manoverzett hierher $urüd * Einlösung von E -6d>a ba n toei- fungen. Wie der Bund der Au Slanbbvut schon m.tteilt. hat d^s Reich-finanAMtnistrrium die Deutsche Giro-Zentrale unt> die ihr angeschlvise ren Or- flunifationen mit der Einlösung der fälligen Abschnitte der auf Goldmark lautenden Reichsschah- onweisungen E beauftragt, die den geschädigten AuSlanddeutsch en in Zahlung gegeben morden find. <5A empfiehlt sich, die Ginlxeferung bereit» 14 Tage vor Fälligkeit bei diesen Stellen vorzunehmen. Landkreis Bietzen. • 8t. Reiskirchen, 22. Sept. Wie in anderen gröberen Orten, so wurde in den Rach- triegsjahren auch hier der Wohnungsmangel recht fühlbar. Leider- sind in tei 3n- flationsjahren sehr wenig!? Dien bauten errichtet worden. 3n diesem Frühjahr hat nun eine regere Bautä tigkeit eingesetzt. Außer dem Gxndarmeriegebäude, das im Dor'ommer be- zrgc-n werden konnte, wurde mit dem Bau von sechs Wohnhäusern begonnen, von denen drei noch unter Dach gebracht hxrrben konnten. Die anderen drei muhten infolge der Schwierigkeit dec Geldbeschaffung tn den Grundmauern stehen bleiben. ;■ ® rünberfl, 20. Sept. Unsere Stadtverwaltung hat, um eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Wasserkräfte zu ermöglichen, die beiden S t a u te iche , in denen sich die Q uellen de s Trie bwer les befinden, reinigen lassen. Mit der dadurch gewonnenen groben Wasserkraft und dem neuzuschKlfsenden Pumpwerk hofft man ohne die seither noch dazu gebrauchte elektrische Kraft den Hochreservoiren der Stadt das notwendige Quellwasser zuleiten zu können. Zur Deckung der Kosten, sowie zur Bestreitung gröberer sozialen Lasten muhte die Stadt bei der Dezirkssparkasse gröbere Beträge aufnehmen. Man plant, diese Darlehen im nächsten Jahre bei steigenden Eingängen von Steuern und Holzgeldern wieder abzutvagen. — 3n dieser Woche wurden 4 00 Zentner Brikett» an Klein- ren ter und Sozialfürsorgeberech- tigte verteilt. Kreis Friedberg. Bad-Rau heim, 19. Sept H?ute fand tm Konzerthaufe die Atoeite wissenschaftliche Sitzung gelegentlich des Verbandstages der deutschen Dahnärzte statt. Dr. Plac- zek (Berlin) hielt einen Dortrag über „Psychoanalyse" und gab darin ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt, deren Auswertung vor allem auch dem Bahnarzte wertvolle Dienste leisten wird. Heber „Alkohol und Verkehrssicherheit" referierten Prof. G o n s e r (Karlsruhe) und Geh. Med.-Rat Dr. Wagner (Berlin). Ausgehend von bekannten Katastrophen im DerkehrSleben wurde nachgewiesen, wie stark in manchen Fällen der Alkohol letzten Endes die Schuld trägt, der entweder hemmend oder fördernd auf den verantwortlichen Diensttuer wirken kann, d. h. durch ein „Zuspät" oder ein „Zufrüh" Störungen im Derkehrsleben hervorruft. Das Alko- boiDcrbot besteht für die Derkehrsbeamten. Zweck habe es eben nur, wenn eine genaue Kontrolle feine Durchführung gewährleiste. Zu fordern wäre Meldung beim Vorgesetzten vor Dienstantritt, manches auf den Alkoholgenuh eines Diensttuers zurückzufuhrende Unglüd wäre bei Durchführung dieser Forderung wohl sicher rechtzeitig verhütet worden. Die Dahnärzte sollen bei ihren aufklärenden Vorträgen vor dem Dahnpersonal die dienstliche und vordienstliche Enthaltsamkeit weniger als eine „Strafe" betrachten, sondern mehr auf die ethische Seite des Alkoholverbots Hinweisen,-da die Enthaltsamkeit ein Dienst an der Volksgemeinschaft sei. Daß das behandelte Thema dem größten Interesse begegnete, war au» der sehr lebhaften Aussprache zu ersehen, die sich anschloß. Den Beschluß der wissenschaftlichen Abhandlungen bildete ein sehr interessanter Lichtbilder vor - trag von Prof. Dr. Mode (Charlottenburg) über „Grundlagen und Stand der psychotechnischen Untersuchungen bei der Reichsbahn". Geschäftliche Angelegenheiten und Derbandsfragen schlossen sich der wissenschaftlichen Sitzung an. Man war der Ansicht, schon im nächsten Jahre wieder einen Der- bandstag zu veranstalten (seither ein drei jähriger TumuS). Als Tagungsort kommt Wiesbaden ober eine österreichische Stadt in Frage. Am Rachmittag fanden, wie gestern, wieder Führungen und Besichtigungen statt. Der Abend vereinigte die Teilnehmer beim Festkonzert, das die Kurverwaltung zu Ehren der Gäste im Großen Hause veranstaltete. 2$. Bad- Rauheim, 22. Sept. Eine eigenartige Sehenswürdigkeit, die die Kurgäste in großer Zahl anzieht, bietet seit kurzem in der bekannten Apfelweinwirtfchaft „Deutsches Haus" In der Altstadt ein „Historischer Stammtisch". Der Tisch zeigt in künstf.Äscher Zusammenstellung sämtliche Münzen, RcichSbank rroten und Briefmarken, die 1914 im Umlauf waren und von da ab bis zum-heutigen Tage ausgegeben worden sind. Gin Kunstwerk ist auch die große Standuhr, die bei jeder zweiten Stunde zwölf Stammgäste erscheinen läßt. Kreis Schotten. r~| Laubach, 19. Sept. Gestern nachmittag •erfolgte hier, vom schönsten Wetter begünstigt, der feierliche Einzug deS Grasen Georg zu SolmS-Laubach und feiner Gemahlin, Johanna Gräfin zu Dvlms-Laubach geb. Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich. Das gräfliche Paar kam von Frankfurt mit dem Auto nach Sich, bestieg hier die gräfliche Kutsche und nahm die Staatsstraße durch das Wettertal. An der Grenze der Grafschaft, zwischen Münster und Wetterfeld, wurde das neuvermählte Paar von einer Kavalkade tn malerischer oberhessischer Volkstracht (braune Pelzmütze blaue Jacke, rote Weste, weihe Beinkleider, hohe Stulpstiefel) — lauter gediente Kavalleristen und Artilleristen — empfangen. Voraus sprengtm zwei Spitzenreiter. Die Kutsche eilte nun in schlankem Trabe dem überaus reich geschmückten freundlichen Städtchen zu; die Reiter sprengten mit solchem Schneid heran, dah jedem alten Soldaten das Herz im Leibe' lachte. Hm 4 Uhr krachten drei Böllerschüsse und meldeten die Ankunft des Gvafen- paares. Am Untertor war eine prächtige Ehrenpforte errichtet worden, eine zweite, ebenso prächtige, am Hauptpvrtal der Ringmauer deS Schlosses. Den doppelten Ehrenposten am Schloß- tor hatte der Schützenverein (mit Büchsen, in Schützen Hut und Schützenjoppe) gestellt. Von hiev ab bildere Spalter cnc soa raf en • OcT- 11 on" des .Laubacher Ausschusses" (die Altersgenossen des Grasen), weiter die Feuerwehr und sämtliche Vereine der Stadt. Am Untertor standen in erster Linie weißgekleidete Jungfrauen. Aus ihrer Mitte trat zunächst nach dem Vortrage eine- Musikstücks durch di» trefflich geschulte Feuerwehrkapelle Frl. Liefet Bohm, die Tochter de» Bürgermeisters, hervor und über- reichte nach dem ausdrucksvollen Vortrag eines Gedichtes dem erlauchten Paar einen Rosenstrauß. Sodann begrüßte in ansprechender Rede Bürgermeister Döh m die Neuvermählten. Er führte aus. daß seit Jahrhunderten ein nie getrübte» Ver- hältni» gegenseitigen Vertrauens zwischen dem Gvafenhause und der Stadt beftanben habe. Graf Georg habe bereits bewiesen, daß er die Tradition seiner um das öffentliche Wohl so verdienten Vorfahren weiterführen werde. Du: Laubacher seien sicher, daß das gute Verhältnis fortdauere. Die Rede klang aus: „Gott schütze immerdar das Grafenhaus Solms-LaubachI" Der Graf dantte in bewegten Warten für den herzlichen Empfang, der für ihn eine hohe Ehre und Freude fei. Darauf durchfuhr das Grafnipaar, umgeben von ber prächtigen Kavalkade, die Hauptstraßen der Stadt. Arn Schloßportal trug ein junges Mädchen (Rosel Birnbaum) einen Willkommgruß, ebenfalls tn poetischer Form, vor. Sodann folgte von 5 Uhr ab Gratulation seitens der Patronatsgerstlichkeit, der Kommandanten der Feuerwehr unt> der Vorstände sämtlicher Vereine der Stadt. Mit Beginn der Dämmerung bewegte sich ein .überaus stattlicher Fackelzug durch die Hauptstraßen nach dem Schlosse und nahm Aufstellung im Schloßhof. Einen geradezu feenhaften Anblick boten die altersgrauen Türme und Mauern des Grasen- schlvfses und die hohen Bäume des Schloßhofs in der Fackelbeleuchtung. Hier trugen die Feuer- wehrka pelle (Kapellmeister Diehl) und die Gesangvereine „Eintracht" (Rektor Doll) und „Harmonie" (Lehrer Moxter) noch einige treffliche Musikstücke vor. Sodann dankte der Graf herzlich für all die Liebe, die ihm und seinem Hause an diesem Tage bargeboten sei und brachte ein Hoch auf die teure Heimat und die Stadt Oaubad) aus. Mit einem dreifach donnernden Hoch auf das ©rafenbau«, das Dürrn:rmeister Böhm ausbrachte, schloß die in allen Teilen harmonisch verlaufene Feier. § Ulrichstein, 21. Sept. Eine Beerdi - gung ohne Glockengeläut hatten wir am gestrigen Samstag. Das bei einem schweren Autounfall am vorigen Mittwoch ums Leben ge° kornmene fast 2jährige Bübchen des Chauffeurs Jost mußte ohne Geläut zur letzten Ruhe gebracht werden, weil bei dem Brand des Kirchturmes sämtliche 3 Glocken abgestürzt und gesprungen sind. Kreis Biidinaen Ridda, 20 Sept. Unerwartet verstarb der Bürgermeister unseres Städtchens Ludwig Erk int 52. Lebensjahre. Der Verstorbene, dessen Leben Pflicht, Arbeit, Treue und Milde gewesen, verstand es wie kein zweiter, versöhnend und ausgleichend während seiner vier- zelmjährigen Amtstätigkeit zu wirken. Das ungeteilte Vertrauen der Gemeinde sichert ihm ein ehrendes Gedenken. )( Aus dem Riddertal, 20. Sept. Die schönen Sonnentage dec letzten Zeit haben die —ihxhimi«»» mwinriiiiimi»7iriT—iinm—tnTM—trnn Arden der Landwirtschaft tn erfneu- lldxrr Weise gefördert. Die Ernte, svwetl sie nicht ganz verdorben war, ist eingebvvcht, da» Surren der Dreschmaschinen erschallt. Beim Ausdrulch lonnnt der ganze Schaden, ben bk Frucht durch die langen Regenwochen erlitten bat, voll tum Vorschein. Selbst große Landwirte sind heute schon zum Ankauf Don Brotmehl gezwungen. Da» Grummet ist gut geraten und bi» jetzt auch, soweit die Wiesen nicht unter Wasser Heben, gut eingebracht. Ueber die Kartoffelernte läßt sich nod) kein abschliessendes Urteil fällen. Zur Zelt beginnen allmählich die großen Ob'lversteigerun- gen. Die Ernte fällt hier völlig verschieden aus. Frankfurter Herbstmesse. fbb. Frankfurt a. M., 21. Sept Die FranksurterHerb st messe ist n ie alle ihre Vorgängerinnen, stark beschickt. Die Fest halle birgt die Textil wa rem sie ist längst zu fiein für den Andrang der Aussteller und nruh bis zum nächsten Früh.ahr durch einen gewaltigen Qltubau, der sich ber Halle anldanlcgt und bi» an die DiSmarckallee »richt, crgänzt iixi- den In den übrigen Hallen sind die ,wb veUhen anderen Ausstellungsgüter der verschiedenst en Zweige untergebracht. Besonders Interesse, wie immer, erweckt die mächtige Halle für Lecher, Lederwaren, Schutze rind Ledermaschinen. Das Haus der Technik h.t diesmal in der von der Frankfurter Dasgcsell chaf t ver rnstaltete» SvirderauSstelirmg „$le Verwendung (es Gases" einen besonderen Anziehungspunkt erhalten, der starke Beachtung findet. Sei! der letzten Früh jahrsmesse sirrd besondere Reukauten nicht entstanden. doch sanden für die jetzige Schau einzelne aus praktischen Erwägungen geborene Umgruppierungen statt Dem K u n st g e w e r b c bat man größere Räumlichkeiten zur Teifügiini gestellt. In den oberen Sälen de» Werkbunvhttlles Ixri der B u ch h a n d e l eine ausgezeichnet Heim flättc gefunden. Bon besonderem Reiz ist diej Ausstellung der- Türkei, die auf Anrufung der- türkischen Regierung eine erlesene Uebersicht über die Erzeugnisse diese» Lande» bietet und viel besucht wird. Die Abteilung Möbel ist im GewerbemessehcmS untergebracht. Einer starken Beschickung aller Messehäuser durch Aussteller stand am Sonntag eine verhältnismäßig geringe Besucherzal-l gegenüber. Der gewohnte Massenandrang der Schaulustigen aus Frankfurt und seiner weitesten Umgebung blich aus. Man darf sagen, daß schon am Sonntag die Mehrzahl der Besucher sich au» ernsthaften Interessenten zusammensetzte. Ueber da» Geschäft selbst läßt sich heute noch gar nicht» sagen. Sine besondere Rote erhält die Herbstmesse durch den Besuch vieler ausländischer Jwerelsea- ten. Besonders stark ist hieran Italien beteiligt, das eine Anzahl berborragenber Persönlichkeit, n seine» Wirtschaftsleben» zum Dtttdium der Blesse nach Frankfurt entsandt hat. Auch au» der Schweiz, Holland und vor allem au» Brasilien waren am ersten Tage Besucher erschieiren, die mit hohem Interesse die Meis« und ihre einzelnen Zweige besuchten. VnanV Frans Vogt & Co. Gießen, Ooethestr. 32 Tel. 264 /14.0kt.\ Beginn neuer Kurse Vogtsche HandelsschuleGleBen, \Goethcstraße 32/ Handels - Schule Hermes Gießen BahnhofstraßeßO 15. Oktbr. Konzerlvgrein. Donnerstag, beit 25. Sept., abends 712 Uhr, im Bera- tungszimmer des Kollegiengebäudes: "”D®eneral- oerfommlnng. Sötte neue «.gebrauchte, in jeder Gröhe u. f. alle Verwendungszwecke Wasserdichte Wa gcnderken a. la Segeltuch in jed. 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Und zwar machte er seine Ausführungen aus Grund von „französischen Forschungen — einer kleine i Gruppe mutiger Histv» riker", die, „da sie nur Diener der Wahrheit sind, als Anwälte der BocheS hingestellt werden". Doch lassen wir Victor MargueritteS selbst sprechen. Er sagt in dem angeführten Aufsatz u. a.: „Welche Ratio-n hat in den dunklen Julilagen 1914 gierst die allgemeine Mobilmachung angcordnct und dadurch den europäischer Krieg unv rmeidsich gemacht? Rußland! Welche Ration aber trieb es mit Absicht, wenn nicht qav offen dazu an? Der Präsident der französischen Republik! Er darf nicht mit Frankreich verwechselt werden, das in seiner breiten Masse ehrlich friedfertig gesinnt war. Gestern habe ich an dieser Stelle den russischen Echuldanteil klar nahgewie- sen. Es bleib! mir noch übrig, die Schuld Po'm- cares aufzuzeigen . . . . Untersuchen wir zunächst, von 1912 an, wo Pvincare '^tachfolgcr Eaillaux' wird, tas Zusammengehen mit Iswolsky, dir hinterhältige, mac° chiavellislische Arbeit: wie verwandelt man einen Dündn isvert rag, ein Instrument des Friedens, tn ein WerHeug des Krieges? .... Der große Gedanke deS princaristischen Regimes wird ton Iswolsky durch sein Telegramm entschleiert, worin er am 29. Januar Petersburg über seine Unterredung mit dem Reuqewählten unterrichtete. Pvincare erklärte Iswolsky, daß er „in feiner Eigenschaft als Präsident der Republik jede Möglichkeit habr, direkt die Austenpolitik zu beeinflussen. Rach ihn (Poincare) sei es für die. französische Regierung von größter Wichtigkeit, dast die ftanzöißch: öffentliche Meinung im voraus darauf vorbereitet werde, an dem Kriege teilzu nehmen, der wegen der Balkan- frage ausbrechen konnte!" Ein Jahr späte, alarmiert der belgisch: Gesandte, Taron Guillaume, offiziell Brüssel am 16. Januar 1914: „Poincare, Delcasse, Millerand und ihre Freunde haben die nat onalistische, militaristisch: und chauvinistische Politik aufgebracht und fortgesetzt, deren Wiedergeburt wir festgestellt haben. Es ist das eine Gefahr für Europa-- und für Belgien!" Ei,dlich schlägt in Serajewo die kritische Stunde. Wird unser Lolomotivführrr beim 5; er an- nahen des Zusammenstostes, von Angst gepackt, die Hebel herumreisten? .... Aber nein, er läuft weg, um persönlich Sas- fanow anzufeuern und den schwankenden Riko- laus anzutrciben, hast Ruhland „f.stb.eiben" soll. (Siche Palsologue, Gruppi, Morhardt, Goutte- noire de Tvury, Montgelas.) Am 23. Juli abends verabschiedete er sich voller Vertrauen von jeinen Komplizen. Tags darauf, am 24. Juli, war „der Krieg entschieden", wie wir von General Dobro- rolski erfahren haben, dem Mobilmachungschef des russischen Generalstäbs, der „den Weltbrand angezündet hat"..... Am Morgen des 28. Juli bringt nun unser Gesandter Paleologue auf Befehl vom Kreuzer „France", der ELsar und sein Glück zurückbrachte, Rußland die königlich: Versicherung („Der Staat bin ich"), dast Frankreick gegebenenfalls entschlossen sei, seine Bündnispf lichten zu erfüllen. Dies geschah wahrend der englisch-deutschen Vermittlung. Bon feiten Wilhelms wenigstens war sie ehrlich, da er erst in der Rächt vom 30. auf 31. Juli Oesterreich fein: militärische Hilfe verspricht, aber erst nach T:k:nntw:rden der Mobilmachung Rustlands gegen Oesterreich und unter der Bedingung, „nicht leichtsinnig in den Weltbrand hineingerissen zu werden" .... Las Feuer ist an d:n Herd gelegt. So wurden wir ohne unf:r Wissen in de, Abgrund getrieben. Unter dem Detmantel der Eeh.iindiplo- matic opferte uns ein konstituionell geschTninkter Autokrat seinem Traume .... Die Mehrzahl der Franzosen glaubt heute noch fest daran dast wir am 2. August 1914 mit einem so schönen Plan in den Krieg gezogen find, weil wir durch den deutschen 'Angriff dazu gezwungen worden seien .... Seltsame Flitterwochen Roman von Arnold Fredericks. 1. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Unsinn. Es ist wkchtig. Die Kosten spielen keine Rolle. Machen Sie Ihre Bedingungen!" „Darum handelt es sich nicht, Herr Hodgman. Ich übe, augenblicklich wenigstens, meinen Beruf nicht mehr aus." „Weist ich." Der Besucher streifte ungeduldig die Asche von feiner Zigarre und durchsuchte aufgeregt seine Taschen nach einem -Zündholz. „Das sagte man mir in_ Ihrem Bureau in Reuyork: Sie seien in den Flitterwochen und nicht gerne gestört." „So ist's." „Ich teil/e es Herrn Stapleton mit. Er schickte mich zu Ihnen, um mit Ihnen darüber zu sprechen: er meint, wenn Sie die Ur'ache erfahren, ändern Eie vielleicht Ihren Entschluß." „Das ist ganz unmöglich. Ich will mich jetzt um keine Detektiv-Sache zu kümmern haben." Hodgman rückte nervös auf seinem Stuhl hin und her. „Hören Sie, was ich Ihnen zu sagen habe. Herr Duvall. Ich möchte vichL zu Herrn Stapleton zurückkehren, ch,e Ihnen wenigstens den Fall erklärt zu haben." Duvall lehnte sich zurück und liebkoste die lange feuchte Rase des Hundes, der sich neben den Stuhl seines Herrn gesetzt hatte. „Wem Sie darauf beharren, Herr Hodgman, will ich Sie anhören, aber ich versichere Ihnen, es ist ganz überflüssig." „Ich hoffe das Gegenteil. Der Fall ist sehr Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Man „marschierte" im Glauben an die Verbindlichkeit der Verträge. Set rüg, plumpe: höchster Betrug! Richts verpflichtete uns, als di: Treibereien unseres Präsidenten der Republik, der uns „leichtsinnig mit svrtrist . und die Um triebe feiner Trabanten Rene Viviani und Maurice Paleologue, deren traurige Rolle nach allen Fälschungen und Unterschlagungen nach 12 Jahren im Gelbbuch klar in die Erscheinung tritt. Und nun das Geständnis aus dem Munde des größten Schuldigen selbst: Am 1. August, um 11 Uhr abends - 7 Stunden nach Bekanntmachung unseres allgemeinen Geste!lungsbe sehles, der, wie heute bekannt ist, in der Ulacht vom 29. auf 30. Juli, ja sogar schon am 29. Juli nachmittags im Ministerrat unmittelbar nach Ankunft Eäfar-Poincares und seines Schattens Viviani beschlvlsen wurde bestätigte der Präsident der Republck Iswolsky noch einmal die volle Unterstützung seiner Regierung nach dem deutschen Ultimatum an Rustland und erklärte: „Was die Formalität der Kriegserklärung, zu der das Parlament das Vorrecht habe, an^ belange, so würde, wenn er auch an der Einwilligung des Parlaments nicht zweifele, es doch vorziehen, dast Deutschland die Jnitiatire dazu ergriffe. Unter anderen Vorteilen würde man dadurch auch noch „eine öffentliche Debatte über die Anwendung des Vertrages vermeiden"." Warum diese Vorsichtsmaßnahme? Warum diefc späte Furcht vor dem Parlament . . . und vor Frankreich? Weil - das mußte man damals nicht das sranzösisch-rusfischc Bündnis Frankreich nur für den Fall verpflichtete, daß eine Rdacht des Dreibundes zuerst mobil mache und nach dem abgeänderten, feit 1906 gültigen, geheim geh,l e- neu Wortlaut - nur für den Fall, dast diese Macht Deutschland wäre. «Protokolle des Eene- ralslabs, russisches Blaubuch S. 697 ff.). Man vergegenwärtige fich die chronologische Reihenfolge der allgemeinen Mobilmachung! Zuerst erfolgte dis russische Mobilmachung, dann die österreichische, bann die französische und endlich die deutsch:- So sind denn im ©tauben an die Verbindlichkeit der Verträge 1 700 000 Franzosen gefallen. So wurden infolge der Doppelzüngigkeit der hohen Dertragschliester Millionen Lote und Milliarden Ruinen dargebracht dn reiner Verlust für die Menschheit. Das hindert jedoch den ewigen Schwäher, den Advokaten in der roten Robe nicht, immer noch im Ramen des Rechts an den Gräbern der Opfer zu sprechen!" Tas sagt Victor Margu:rittes in der „Ere Rouveile" auf Grund französische Forschungen. Davon weist natürlich Herrivt, der „Freund des Friedens, der Versöhnung und der Wahrheit", nichts, weist er es wirklich nicht? Jedenfalls ruft er die „Unschuld Frankreichs" hinaus! Wie must bann erst ein schuldiges Frankreich aussehen! Kreistag bes Kreises Bübingen. (Eigener Bericht des „Giest. Anz.". * Büdingen, 20. September 1924. Unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Gähner trat heute im hiesigen Rathaussaal der Kreistag des Kreises Büdingen zu einer Sitzung zusammen, zu der sämtliche Abgeordneten erschienen waren. Rach beu Begrühung ber Versammlung gedachte der Vorsitzende des vor zwei Tagen verschiedenen Mitglieds Bürgermeister Erk- Ridda. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhielt der frühere Kreisdirektor Werner das Wort. In einer längeren Ansprache verabschiedete er sich von dem Kreistag. Bürgermeister Fendt- Bübingen bebauerte bas Scheiben des Kreisbirektors Werner, ber nach Groß-Gerau versetzt ist, im Ramen aller, unb bankte ihm für die gewährte Unterstützung. Bei der Erledigung der Tagesordnung wies der Vorsitzende zu Punkt 3, Wanderhaushaltungsschule, darauf hin, dast es im vergangenen Jahre infolge der Geldentwertung zeitweilig nicht möglich war, Kurfe abzuhalten. Erft im Herbst, als die Verhältnisse wieder stabiler wurden, konnten noch 3 Kurse abgehatten werden. Die Genehmigung derKreditüberschrei- tungen imRj. 1923 wurde debattelos erteilt. Der Kreistag gab seine Zustimmung dazu, dast ein Rachtragsvvranschlag für 1923 nicht aufgestellt wird, und genehmigte die für 1923 von den Gemeinden bereits erhobene nachträgliche Kreisumlage in Höhe von rund 95 500 Billionen Mk. Bei der Beratung des Kreiskassen- Voranschlags für 1924 kam es zu einer regen Aussprache. Der Vorsitzende wies darauf hin, dast bei der Aufstellung des Voranschlags die Vorkriegszahlen als Grundlage angenommen worden seien. Die schlechte wirtschaftliche Lage des Kreises habe zu äusterster Sparsamkeit gezwungen. 5>ied sei auch schon daraus ersichtlich, dast der Voranschlag für 1914 mit 450 000 Mk. und der für 1924 mit 398 000 Mk. balanciere. Auch an ber Steuer könne dies noch erfannt werden: während in 1914 eine Kreissteuer von 190 000 Mk. erhoben worden sei, werde dieses Jahr nur eine solche von 170 000 Mk. erforderlich In der Einzelberatung des Voranschlags kam es u. a. zu einer längeren Besprechung des Personalabbaues, die aber schließlich zur unveränderten Annahme der im Doranscblag vorgesehenen Kredite führte. Weiter wurde noch die Frage der Tagegelder der mittleren Daubeamt en erörtert. Die im Voranschlag hierfür vorgesehene Summe von 3000 Mk. würbe auf 2000 Mk. herabgesetzt Auch seine Tagegelber selbst setzte der Kreistag, auf Antrag bes Mitglieds M ä f e r- Wols, herunter. (Zur Rachcchmung empfohlen. D. Red.) Seither wurden die gleichen Sä Ne gezahlt, toic sie die Landtags«bgevrdnelen erhalten. Diese betragen 10 Mk. für auswärtige und 8 Mk. für ein heimische 'Abgeordnete. Diese ©ähc wurden ermässigt aus 8 bzw. 6 Mk. Vei dem Kapitel Wohlfahrtspflege wurden von einzelnen Abgeordneten Anträge auf Erhöhung der vorgesehenen Beträge gestellt. Die Anträge wurden jedoch zurückgezogen, als Regic- rungsrat W o l s darauf hinwies, dast alle Zahlen dieser Rubrik willkürlich angenommen worden feien, da die ganze Wohlfahrtspflege erst neu geregelt fei und sich nicht überblicken lasse, wieweit die Beträge ausreichend seien. Sollte es notwendig werden, baß der eine ober ber anberc Betrag überschritten werben müßte, so könne biefe Ucberfdjreitung nachträglich genehmigt werben. Bei ber Besprechung ber Kosten bes Arbeitsnachweises Friebberg-Bübingen wies Kreisausschutzmitglieb Dietz barauf hin, baß bie vom Kreisamt angestrebte Trennung berbet- b e n Kreise unsozial unb für bie Erwerbslosen ungünstig sei. Er bat, von ber Trennung Abstanb zu nehmen. Regierungsrat Wolf führte hierzu aus, baß auf Grunb eines biesbezügl. Kreisaus- fchustbeschlusses bereits ein Antrag auf Trennung bei dem Ministerium gestellt fei, und zwar aus folgenden Gründen: Der Kreis Bübingen habe jetzt einen ilebcrfchuß von rb. 50 000 Mk. in ber Kasse. Hiervon könnten ohne Beitrage der Arbeitgeber und -nehmer bie Erwerbslosen des Kreises, die etwa 60 Mann, z. Z. betragen, mindestens ein halbes Jahr unterstützt werden. Durch ben An° schluß des Kreises Friedberg jedoch, der bedeutend mehr Erwerbslose habe, konnten seither die Beiträge von 3 Proz. nicht heruntergcseht werden. Der Spezialvoranschlag für das Kreis- kinderheim für 1924 wurde unverändert angenommen. Im übrigen wurde der Voranschlag, ber bie Erhebung einer Kreis st euer von 1 70 000 Mark vorsieht unb mit 398900 Mk. balanciert, genehmigt. Bei ber Besprechung des K r e i s st r a ß en- unter Haltungsvoranschlags für 1925 führten insbesondere die Kreistags-Mitglieder aus den Bezirken Ridda und Echzell Klage darüber, baß ihre Straßen in bebcutenb schlechterem Zustanbe seien, als biejeni- gen anberer Bezirke. Sie baten, wenn irgenb möglich, auch ihre Bezirke besser zu berücksichtigen. Regierungsbaurat Funk führte bazu aus, baß bie Straßen toieber langsam aus ben Zustanb, wie er vor bem Kriege war, gebracht werben sollen. Hierzu seien jeddch mehrere Jahre nottoenbig. Der Kreisstrahenunterhaltungsvoranschlag würbe als- baim unveränbert angenommen mit ber Maßgabe, baß er nur bann ausgeführt werben barf, wenn bie Straßen Eigentum bes Kreises bleiben. Der Kreistag ist ber Ansicht, baß bie geplante Liebergabe ber Kreisstraßen an die Provinz keinen Vorteil für bie länblichen Bezirke bebeute. Die Provinz würbe bann nur bie Hauptverkehrsstraßen instanbhaltv lassen unb bie abgelegener-: n nicht. Der Trennung ber Gemarkung Grund- Schwalheim von der Gemeinde Unter« Widders heim als selbständige Gemeinbe wurde zugestimmt. Sodann wurde noch der § 36 der Kreisfeuerlöschordnung dahin abgeändert, baß für Branbhilfe folgende Vergütungen festgesetzt wurden: 1. für 2 Pferde einschließlich Vergütung ftir den Fuhrmann für eine Zeit bis zu drei Stunden 5 Mk.: 2. für einen Wagen 2 Mk.: 3. die Mannschaften erhalten pro Kopf unb Stunde 25 Pf., jedoch höchstens 2,50 Mk. Schöffengericht. • Gießen, 17. Sept. Unter Ausschluß der Oeffentlichfeit wurde gegen den Kellner Arth. Kühnlein von Bad-Rau heim wegen Rot- zuchtsversuchs verhandelt. Das Gericht hielt nicht für einwandfrei nachgewiesen, daß der stark angetrunkene Angeklagte das Mädchen habe gebrauchen wollen und verurteilte ihn wegen ge- traurig. Herrn Stapletons einziges Kind ist ihm geraubt worden." „Geraubt?" Mit einem Ruck stand Duvall, jeder Zug seines Gesichtes von beruflicher Reu- gierde angespannt. „Wann? Wo?" „In Paris. Das Kabel traf heute früh ein. Einzelheiten weiß ich noch feine. Frau Stapleton hat den Winter im Ausland verbracht. Herr Stapleton, der hier geblieben war, wollte diesen Monat mit ihr zusammen treffen Sie wohnt in ihrem Haus in ber Avenue Kleber in Paris. Das Kind war mir seiner Wärterin spazieren gegangen und ist geraubt worden. Mehr weiß ich nicht." „Wann geschah dies?" „Gestern morgen. Frau Stapleton hat nicht gleich gekabelt, da sie hoffte, der Knabe würde tagsüber miedet aufgefunfcen werden. Ratürlich wünschte sie ihren Gemahl richt unnötig zu beunruhigen. Zudem scheint ihr der Pvllzeipräfett die bestimmte Zusicherung gegeben zu haben, daß das Kind vor Rächt gefunden würbe. Ties traf nicht ein. Heute früh erhielt Herr Stapleton ein langes Telegramm von seiner Frau, worin sie ihm das Verschwinden des Knaben ntitteilie. Er ist halb verrückt durch den Verlust." „Was will er tun?“ „Ich weiß es nicht. Er beauftragte mich, Sie sofort zu sprechen. Ich bin sein Sekretär. Sollte ich Sie in Reuyork nicht finden, fo sollte ich hierher fahren. Vor einer Stunde kam ich in Washington an und fuhr sofort heraus. Herr Stapleton meint, wenn jemand feinen Jungen auffinden kann, so find Sie es." „Vermutlich handelt es fich um Erpreffung — Lösegeld - " „Höchst wahrscheinlich Cs wird sich um eine sehr hohe Summe handeln. Soviel mir bekannt ist, sind noch keine Rachfvrschungen angestellt. Liese Burschen warten gewöhnlich acht ober vierzehn Tage, bevor sie ein Nbenszeichen geben, um bie unglücklichen Eltern zur Zahlung bes Lösegeldes gefügiger zu maten." ' „Ja. Las ist ber übliche Gang. Eine Gemeinheit. Hangen ist noch zu mild für solche Schurken." „Das sag' ich auch Ich berrfc, Sie können Herrn Stapletons Gefühle begreifen." „Selbstverftänblich. Er fährt unverzüglich ab, wie ich cinnehme, nicht?" „Das ist bas Schlimmfte, baß er es vor Samstag nicht kann. Morgen ist Donnerstag - drei Tage bis dahin! Es find viele Millionen im Spiel, — eine Sache, an deren Durchführung €T seit Qltonatcn arbeitet. Ratürlich würde dies für ihn persönlich keine Rolle finden, da es fich um sein Kind handelt, aber er muß an seine Leichäver denken — Leute, die ihm ihr Geld anvertraul hsben. Er farm unmöglich vo. Samstag gehen. Er bittet Sie, vorausZufuhren Der nächste Dampfer geht morgen früh. Lea könnten Sie benützen. Heute nacht können wir das nähere besprechen. Obschon es anstrengend ist." Er warf einen Blick auf feine Uhr. „Jetzt ist es sechs vorbei. Dor dem Schlafwagenzug — um Mitternacht — fährt feiner Herr Staplewn ist einverstanden, daß wir uns einen Crtra^rg leisten. Wenn wir nirs sofort auf den Weg machen, können wir früh ein Uhr tn Reuyork fein." Duvall sah in Gedanken stirnrunzelnd das nahe, frischgepflügte Feld und dachte an seine morgige Arbeit. Aber es handelte sich um einen Montag, 22. September 1924 walt sanier Vornahme unzüchtiger Handlungen zv 6 Monaten Gefängnis. Das Diensttnäbchen B. Schm, von Vutzbach hatte behauptet, der Kesselschmied H D von dort habe am 15 7. 24 versucht, sie trotz ihres Sträubens zu vergewaltigen Die Verhandlung ergab derartige starke Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Schm, daß der Angeklagte frei' gesprochen wurde. In der Rächt vom 5. zum 6. 3 24 war bei dem Uhrmacher Hamburger in Gebern cinge- br ocheir unb der Laden ausgeraubl morden. Die gestohlenen Sachen tourben im Besitze bes Bergmanns Philipp Mayer von Fraulautern unb des Kausmaims Johann Paulus von Balbach, bie m Frankfurt a. M. bei dem Koch Otto R i e s c r wohnlen, aufgefunben. Beide machten bei ihren verschiedenen Vernehmungen über den Erwerb der Sachen die verschiedensten Angaben, so wollte sie Mayer z. B einmal am 4 3 24 (also vor dem Diebstahl!) in «Saari brücken gekauft haben. Beide reisten unter falschen Ramen und sind insbesondere Mayer erheblich vorbestraft. Riefer Hatte von ihneir einen Teil des Erlöses aus dem Berkaus zweier gestohlener Uhren als Entschädigung für Ausladen erhalten Aus Grund zahlreicher Indizien hielt das Gericht die Angeklagten für überführt unb verurteilte Mayer zu 3Jahren Zuchthaus, Paulus zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus unb Riefer zu 50 Mk. Ge löst r a f e anstelle von 5 Tagen Gefängnis Wirtschaft. . * Der Bergbau im Lahn- und Dinge b i c t im August. Auch der Monat Argust brachte für den Absatz von Lahn- Mid Dillerzen Icincrloi Besserung. Fast könnte man sogar von einer Rückwärisentcricklung des Versandes spre- chcir, wenn eine solche überhaupt noch möglich wäre. Tie wiederholten Eingaben und Person lichcn Vorstellungen der Verghiutreibenden hatten schließlich das Ergebnis, daß mit Wirkung vom 20. August ab der Arsnahmetaris 7a für Eisenerze um 25 Proz. ermäßigt wurde. Diese Maßnahme der Reichsbahnverwaltung hat alfent- Halbcn tiefste Enttäuschung hinterlassen, denn sie ergibt sich als ein Versuch, mit vollkommen unz r- länglichen Mitteln den Absatz aus bem Heimischen Eisensteinmarkt z,u beleben. Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, so kann dies nur durch ein-' wirklich ausreichende Tarifermäßigung geschehen, welche das Wettbewerbsverhältnis der Vorkriegszeit gegenüber anderen hochwertigen Erzen, roenn auch bei weitem nicht völlig, so doch einigermaßen annähernd wieder herstellt. Es ist daher unerläßlich, daß die Ciseirbahnverwaltang den Eisen» stcintaris weiter fenft, um den Eisenerzbergbau vor völligem Erliegen zu bewahren - Bei einer Heineren Zahl von Grubenbetrieben ist die Wiederaufnahme der Arbeit nach Aufhören der tarifvertraglichen Abmachungei, unter wirischaft- lichen Arbeitsbedingungen versucht worden. Die hierzu hinsichtlich der verlängerten Arbeitszett erforderliche behördliche Genehmigung wurde durch die zuständigen Bergrevierb:amten befristet erteilt. Ob aus diesem Wege weiter sortgeschrit- ten werden wird, bleibt noch abzuwarten. * Eröffnung der Groß-Berliner Tabakmesse. Die Groß Berliner Tabakmesse wurde am Samstag eröffnet. Der Eröffnungsfeier wohnten Vertreter des Staates und der städtischen Behörden, der Presse und andere Ehrengäste bei. Unter ben 300 Ausstellern sind fast alle bekannten Firmen ber Tabakbranche verrieten. Die Leitung ber Messe liegt in ben Händen des Direttors Johannes Wiel. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier fand ein Randgang durch die Messe statt die durch ben einheitlichen geschmackvollen Ausbau der Stände einen wirkungsvollen Anblick bietet. Die Messe ist vom 20. bis 23. September einschl. nur für Tabakmteresfenten geöffnet. * Stahlwerke Decker A. G. - Willich. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, würbe tn bet Gläubigerbeiratsfihung des Vorstandes ber Stahlwerke 'Beeter A. G. in Willich mitgeteilt, daß bw Zustimmung ber erforderlichen Majorität zar Einleitung des Vergleichsverfahrens und za ent» fprechenber Verlängerung der Geschästsaufsicht vorliege. Der Vorstand ist demgemäß beauftragt worden, die Verlängerung ber Gefchäftsaufficht zunächst bis zum 4. Oktober za beantragen, hi- mit bis dahin ber bem Gericht eingeretchte Ver- gleichsvorfchlag fertiggeftellt werden kann. * De t r i eb sei n f ch ra n ku n gen bei Aug. Thyssen. Infolge Auftragsmangels sieht fich die August-Thyffen-Hütte in Hamborn veranlaßt, in 5 Walzstraßen deS Walzwerkes bis aus weiteres zwei Feierschichten einzulegen. (Deleg- schast 12 000 Mann.) * Berliner Handelsgesellschaft Berlin. Die a. o. G.-V. am 20. September genehmigte die borgetegte Golderöffnungsbilanz auf Mann, ja einen Freunb, der ihm zu Beginn feiner früheren Tätigkeit viel geholfen hatte unb ber ihn um feinen Bei staub bat, wo es um Geben unb Tob ging. Er war vor eine schwere ßntßßeibung gestellt. Der Gedanke, Grace zu verlassen, stimmte ihn traurig. Sollte er gehen, so würbe sie schon auf bie Arbeit hier acht geben. Er wußte, daß sie mit Hilfe beS Aufsehers und der Leute während feiner kurzen Abwesenheit schon imstande wäre, das Qtotige zu besorgen. Es schien ihm sicher, daß seine Abwesenheit nicht länger als drei biS vier Wochen dauern forme. Hodgman unterbrach ihn in feinem Grübeln. „Wollen Eie gehen, Herr Duvall? Herr Stapleton ist auf Sie angewiesen. Er hat unbegrenztes Vertrauen zu Ihnen. Er weiß, daß Sie in Paris bahttrn sind -- infolge Ihrer dortigen Tätigkeit. Er ist überzeugt, baß er feinen Jungen zurücker- hält, wenn er die Sache einem CanMmartn übergibt. In fremde Detektiv: hat er kein Zutrauen. ES liegt ihm am Herzen, baß Ihre Abreise nach Paris sofort stattsinbet. Ich form nicht unverrichteter Dinge heimfahren." Hodgman sprach infolge seiner Erregung laut unb ernst. So hatte Weber er, noch Duvall bemerkt, baß Grace sich genähert hatte unb im offenen Hausflur stand. Bevor der Detektiv antworten konnte, fragte Grace unruhig „Was gibt es denn, Richard?" Duvall erhob sich, stellte Hodgman seiner Frau vor und bat sie, Platz zu nehmen. Dann erklärte er ihr in kurzen Worien die Begebenheiten, die den Besucher hergeführt hatten (Fortsetzung folga.) öen 1. 3anufeiten von 27 000 000 Gm. ausweist. Der Vermögensübcrsthuh von 27 000 000 Gm. wird zur älmstellung des Grundkapitals auf 22 000 000 Gm und zur düng eines ordentlichen gesetzlichen Reservefonds von 5 000 000 Em. verwandel. Aus Anfrage über ■ine Aussichten des Geschäftsjahres 1924 erwiderte Geheimrat F ü r st e n b c r g, dah es schwierig sei, irgend etwas Konkretes d.rrübcr auszusagen. Das Jahr 1924 wäre ein älebergangsjahr. Schwer tragbar wäre die Steuerbelastung, unb man hofft, dah Tie bald einer grundlegenden Aenderung unter- zvgen werden wird. Der ganze Bilanzaufbau der Gesellschaft sei in der Hoffnung erfolgt, im nächsten Jahre tür die Aktionäre ein Erträgnis her- auszuwirtschaftcn. Turnen, Sport und Spiel. 100 000 deutsche Anderer. Welchen Aufschwung der Rudersport in Deutschland genommen Hai. obwohl die politischen Der^ltnisse, hauptsächlich aber d e schweren wirtschaftlichen Bote der letzten Jahre Las Wachstum des Deutschen Ruderverbandes naturgemäß ungünstig beeinfluht haben, zeigt ber Bericht des Derbandsausschusses, der dem in Danzig zusammengetretenen Deutschen 'Rudertag vvrgelegt wird. Gab es 1919 erst 34 RegattaLereine, so ist ihre Zahl 1924 auf 46 gestiegen. Die Zahl der Rudervereine ist von 335 im Jahr 1919 auf 453 in diesem Jahr gestiegen. Den Vereinen gehören gegenwärtig 99 861 Mitglieder an. 23 Vereine besitzen 300 Mitglieder und mehr. Eine neue Preisstiftung für Segelflieger. . Dem Deutschen Luftrat wurde von den Herren Robert und Dr. Otto Riesdorf ein Pokal als Wanderpreis zur Verfügung gestellt, der für denjenigen bestimmt ist, der im Jahr 1924, 1925 und 1926 den l (Ur g ft dauernden Flug mit einem Segelflugzeug, das mit Hilfsmotor ausgerüstet ist, gemäß Entscheidung des Modell- und Segelflugverbandes nachweist. Ent- flHttig wird der Preis demjenigen zugesprochen, der die wertvollste Leistung aller 3 Jahre vollbracht hat. Die Pflege der Turnspiele in der Deutschen Tnrnerschast. ist im Jahre 1924 eine äus-erst ersprfeßl'che ge= toefen. Rach der Jahveserhebung wurden folgende Mannschaften gezählt: Handball 1869, schlag - ball 2310, Faustball 7286, Schleuderball 198, Dar lauf 56, DrvmNrelball 194, sonstige Spiele 38, zusammen 11 948 Mannschaften. Diele Zahl umfaßt nur alle in Verbo-ndsspielen tätigen Mann- schasten. Außerdem spielten außerhalb der Spiel- runden noch zahlreich: andere Mannschaften im freien Spielbetrieb, und vor allem waren Dausende von Schüler- und Schüler innrnmannschaften tätig, ohne im allgemeinen in feste Ehielrunden ernge- gliedert zu sein. Buntes Allerlei. Mussolinis Ahneuprobe. Bevor Mussolini sich zum -Diktator aufschwang, wird er es sich wohl nicht haben träumen lassen, daß man seinen Stammbaum 1000 Jahre zurückverfolgen werde, um durch eine regelrechte „Ahnenprobe" seine aristokratische Her- tuitft der Welt zu verkünden. Als „klassenbewah- ter" Arbeiter hätte er, der leidenschaftliche So- Aalist, wohl damals darauf auch keinen Wert gefegt. Jetzt hat sich der Maler Graf Cecilio di Urampero, der bereits zahlreiche Porträts des italienischen Premierministers geschaffen hat, Ker Mühe unterzogen, den Stammbaum des Fas- cistenführers aufzustellen. Da er sich auch sonst schon als Genealoge betätigt hat, so konnte der Graf Dokumente beibringen, die das hohe Alter der Familie Mussolini einwandfrei beweisen sollen. Er bezieht sich in erster Linie auf die Hand- 7 t e n D. Dr. Diehl begrüßten der Hess. Landesjugendpfarrer Zentgraf, Direktor Hassinger von der Zentralstelle für Dolksbildnng und Jugendpflege, Pfarrer Müller vom Hessenbund, Fräulein Vogt vom Groh-Frankfurter Verband, Schwester Morell von den Mädchen-Bibelkreisen, Lehrer H i l d vom Jugendverband für entschiedenes Chri- ftentum, Pfarrer 1). Wa i tz vom Evang. Bund. Grüße waren eingelaufen von den Schwesterverbänden Württemberg, 'Baden, Pfalz, Hessen-Ra/s- sau, Kurhessen. An die erkrankte hessische Ver- bandsjugendpflegerin Frl. Hein ging ein Drahtgruß ab. Bei feinem Dank formte der Vorsitzende Pfarrer Strack- Wallernhaufen mitfei len, dah der Erwerb e'nes Jugend - und Freizeit- Heims, zugleich einer weiteren Erholungsstätte für Verbandsmitgli-^er, nahrgerückt ist; die Herbstversammlung in Ollainz dürfte hierüber entscheidende Beschlüsse fassen. Rach dem gemeinsamen Bundeslied „Sonne glänzt auf deinen Fluren" begab man sich im Zuge zur Turnhalle, wo das Fest spiel „Phoebe", ein Bild aus der Zeit der Apostel in 3 Auftritten, von Pfarrer Li echten Han durch Darmstädter Mädchen ehre Weihestunde bereitete Eine Schluh- feier im Schlohhof und für die noch bis Montag anwesenden ein AuÄlang im Gemeindehaus Kies- strahe endeten die Tagung, die dank vorzüglicher Vorbereitung und herzlichster Gastfreundschaft der Darmstädter und Bestunger unb des mutigen Dv- fennerwillens der Verbands fugend zeigte, dah diese Jugend auch in ihrer Vereinsarbeit daheim bereit ist, der Losung zu folgen: Den Feind, in eigner Mitte gefällt rön ernstem Strauß! Für Reinheit, Recht und Sitte, Deutsche Jugend heraus! BLchertrsch. — Ferdinand Cortes. Die Eroberung von Mexiko. (Drockhaus, Lpz.)Mexiko, das Ziel großer deutscher Auswandererkreise, das in langen Kriegsjahren einer der wenigen treuer» Freunde Deutschlands jenseits des Atlantik war und diese Gefühle der Sympathie erst neuerlich durch den Berliner Besuch seines Staatsoberhauptes zum Ausdruck brachte, das Wunderland Mexiko, die ersten Tage seines Eintretens in den Gesichtskreis der europäischen Welt, ist der Gegenstand dieses neuen Bandes der verdienstvollen Sammlung „Reisen und Abenteuer" des Brockhausschen Verlages. Diaz del Castillo, einer der Gefährten des großen Konquistadoren, erzählt die Eroberung Mexikos für die spanische Krone, Cortez' abenteuerlichen Zug an den sagenhaften Hof Montezumas, und die furchtbare Vernichtung einer hohen, indianischen Kultur und eines edlen Volkes durch die Mordwaffen der Spanier und die harte Fronarbeit,^u der die grausamen und habgierigen Eroberer die unterjochten Eingeborenen, denen sie die Segnungen der Kultur und des Christentums zu bringen wähn» ten, zwangen. — „Der Abweh rkampf an R heil» und Ruhr", bearbeitet vom Gewerkschaftsfekre- tär des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Hermann Salomon, Frankfurt a. M. (llnivn-Druckerei und Verlagsanstvlt G. m. b. H., Abteilung Buchhandlung, Frankfurt c». M.). K. v. Boeckmann: Vom Kultur-« reich des Meeres. Volksverband derDücher- fveunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. Sy, Berlin W. 50, Ranke st r 34. In diesem ausgezeichnet geschriebenen Werke zeigt der Verfasser die Ergebnisse seiner eingehenden Spezialforschung in einer auch für Laien verständlichen Form. Er will vor allem an regen, Gesichtspunkte geben und den Blick von dem engen Raume über die groben, von vielen Kulturströmen durchzogenen Meeves- räume der Erde gleiten lassen. Bon besonderem Interesse sind die dem Meervolk der Polynesier gewidmeten Kapitel, ferner die bedeutsamen Aus- fübrungen über die pazifischen Randkulturen, die mittelländische Küstenkultur und die atlantische Fluhkultur. Das Werk, das durch zahlreiche gut unterrichtende Abbildungen geschmückt ist, bringt somit eine Fülle des Wissenswerten für jeden, der sich mit den wichtigen Fragen der Kultur* und Sittengeschichte, des älrsprungs der Rasten und ihrer Religiosität, sowie mit den aus der llmwelt der einzelnen Völker entspringenden Verschiedenheit ihrer geschichtlichen Entwicklung beschäftigt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 23. September: Doris Godunow. Mittwoch, 24.: Tosca. Donnerstag, 25.: Figaros Hochzeit. Freitag, 26.: Frasquita. Samstag, 27.: Der Roserckaoalrer. Sonntag, 28.: Tannhäuser. — SchausPiel - ha u s. Dienstag, 23. September: Der Lrebes- tvank. Mittwoch, 24.: Der zerbrochene Krug. Hierauf Zierpuppen. Donnerstag, 25.: Die nofe Robe. Freitag, 26.: Der G'wrssenswurm. Samstag, 27.: Die Hermannsschlacht. Sonntag, 28/ Dummelstudenten. 1 Tabletten allen Apo,Hefen u. (Ftypgf gfr tOrogerfen erhältlich bei Husten, Heiserkeit, Katarrh welche eine zarte, weisse Ham u. blend, schönen Teint erlangen n. erhalten will, wäscht sich nur mit des StafcenrfoMtife die beste Lillenmttchsetfe von Bergmann 6 Co., Radebeul. Überall erhältlich. Krenx-Drog August Noll, P. J. Möbs, Drog. Georg Wallenfels, Drog. O. WlnterhoH. 4146c As derAiswaM der Marke erkennt M Der Brnnerei Ausschank MWMkWle ist von jetzt ab Sonn-und Feiertags t geschlossen und nur werktags offen. Bier-Brauerei Wahl. 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