ar. 19? Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: G ießenerFamilienb lätter Monals-Vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: fraitffiirt a. M. 11686. Zrettag, 22. August 192$ Erstes Blatt V4. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedcDerbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°,., Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Veck, sämtlich in Dietzen. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck Md Verlag: vrllhl'sche Univerfiiätr-Vuch- und Sfetnöruderei R. Lange in Gießen. Zchrifileitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Herriots Erklärung im Parlament. Der erste Sieg Herriots: Ablehnung eines Dertagungsantrags mit 323 gegen 209 Stimmen. tßtrrt«, 21. Aug. (WB.) Hm 3.10 Alhr wird die Sitzung von dem Kammerrpräsidenten Painbeve eröffnet, der sofort dem Ministerpräsidenten das Wort erteilt. Als Herriot die Rednertribüne besteigt, wird ihm von der Mehrheit eine Kundgebung bereitet. In der Regierungserklärung, die Herriot verlas, heiht es: Man würde den Sachverständigenplan und dementsprechend auch die Bemühungen der Londoner Konferenz, ihn durchführbar zu machen, nicht begreifen, wenn man sich nicht jetzt ins Gedächtnis riefe, dah der Hauptzweck des Sachverständigenplanes der war, die Reparationsfrage von dem politischen Gebiet auf das wirtschaftliche Gebiet hinüberzuleiten und an Stelle eines Strafsh st ems praktische Mittel zu sehen, geeignet, die von Deutschland eingegangenen Verpflichtungen zu erreichen. Man konnte das Sachverständigenproblem ablehnen und kann es heute noch. Was jedoch unmöglich war und unmöglich bleibt, ist die teilweise Annahme dieses Planes, ist seine Durchführung ohne Berücksichtigung seiner leitenden Ideen (Beifall links). Gleich zu Beginn der Konferenz wurden drei Kommissionen zur Bearbeitung der drei Fragen, Ver- fehlungen, wirtschaftliche und fiskalische Räumung und Sachlieferungen eingesetzt. Cs konnte in diesem Augenblick den AnschÄn haben, dah die Konferenzverhandlungen ziemlich leicht und ziemlich rasch in dem Rahmen vor sich gehen würden, den die Pariser Rote ihnen vorgezeichnet hatte. Wie Sie sehen werden, kam es ganz anders. Der Ministerpräsident verbreitet sich dann über den Gang der Verhandlungen in der ersten Kommission, die bekanntlich die Verfehlungen unb die Sanktionen zum Gegenstand hatte. Entsprechend den Verpflichtungen, so fährt er fort, die die Regierung voü dem Parlament übernommen hatte, hat sie । das Recht Frankreichs auf Handlungsfreiheit unablässig verteidigt, nicht um die Kollektivaktion zu Verhinderer, sondern für den Fall, dah diese Kollektivaktion versagte. Wir können nicht wiedergeben, welche Schwierigkeiten, welchen Argwohn vielleicht diese Verteidigung uns eingetragen hat. Ich mutz es, um dem Parlament die ganze Wahrheit zu sagen, aussprechen, dah wir auf eine ganze Reihe von Vorurteilen und Mißverständnissen stießen, die mehr als einmal die Atmosphäre der Konferenz gestört hat, als es sich für uns nur darum handelte, unsere Alnabhängigkeit in der Aktion im Falle eines Versagens bei einer solidarischen Aktion zu vertei- bigeit Eins von den Hauptelemenien des Dawesplanes ist die auswärtige Anleihe von 800 Millionen Goldmark, k>ei deren Beurteilung so viele Fehler begangen worden sind. Wenn wir 1924 und 1925 Sachlieferungen erhalten wollen, so muh diese Anleihe Erfolg haben. Alm dies zu ermöglichen, empfahlen die Sachverständigen ausdrücklich ein Zusammen rücken zwischen Alliierten und Deutschland, aus dem die Politischen Vorbedingungen entstehen sollten, die die Kapitalisten der Welt gegenüber einer deutschen Anleihe mit guten Garantien günstig stimmen würden. Wenn Sie den Dawesplan und die Anleihe von 800 Mill. Goldmark, die seinem sicheren Funktionieren zugrunde liegt, akzeptieren, so können Sie diese Methode des Zusamnienwirkens nicht ablehnen. Etwas anderes zu sagen käme einer Fälschung gleich und das lehne ich meinerseits ab. Unter Berufung auf diese Argumente erklärten gewisse Finanzsachverständige, datz der Text der ersten Kommission ihnen nicht zureichend erschien um den Erfolg der Anleihe zu sichern. Alm den ernsten Eharatter besser zu begreifen, muh tnan in dein Londoner Konferenzmilieu gestanden, die Machtlosigkeit der dringendsten Bitten, die Alnwirksamkeit der wohlwollendsten Interventionen beobachtet haben. Am 26. 7. war die Konferenz auf dem toten Punkt angelangt. Heute können wir es aussprechen, i h r 3 ui - sammenbruch schien nicht au sg e schlossen. Wir haben das Recht, festzustellen, dah keiner von unseren Alliierten, dessen bin ich sicher, bestreitet, datz Frankreich es gewesen ist, das die gefährlichen Schwierigkeiten behoben hat, indem es einen Vorschlag zur Lösung sämtlicher zur Debatte stehenden Fragen durch Anwendung jenes schiedsgerichtlichen Prinzips machte, das, wenn nicht die Völker um jeden Preis den entsetzlichen Brauch des Krieges erhalten wollen, tn Zukunft die nationalen Probleme beherrschen muh. (Lebhafter Beifall links. Rufe: Es lebe der Friede') Sie werden feststellen, ob wir recht daran getan haben oder nicht. (Beifall links.) Alnter Anführung der einschlägigen Stellen des Londoner Schlutzprotokolls (2L*ibang 4) gibt der Ministerpräsident eine Darstellung sämtlicher Auswirkungen des Schiedsgerichtsplans. Kein Zweifel, fährt er fort, die schiedsgerichtlichen Bestimmungen ändern und beschränken die Vollmachten der Re- parationslommission, wie sie heute aufgefaht würden. Die erste Frage, die man sich stellen muhte, war, ob diese Abänderung den Versailler Vertrag beeinträchtigte. In diesem Falle hätten wir um keinen Preis z.ugestimmt. Ich habe in diesem Zusammenhang eine Konsultation des Rechtssachverständigen der französischen Delegation bei der Reparationskommission ver- anlaht' die unsere Auffassung bestätigt hat. Cs wäre wirklich viel Optimismus nötig zu der Annahme, dah in Zukunft Frankreich Mehrheitsbeschlüsse hätte durchsetzen können, wie denjenigen, der ihm den Einmarsch ins Ruhrgebiet ermöglichte. Aleberlegen Sie sich jedoch, in dem Matze, in dem wir dem Kriege ferner rücken, und wir sind doch erst am Vorabend jener langen Periode der Durchführung des Dawesplans, verschwindet die kriegerische Stimmung (Widerspruch recyts, Zwischenrufe: Richt in Deutschland!). Die Rationen, die im Kampfe mit inneren Problemen liegen, schrecken davor zurück, auswärtige Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Eine Ration wie die unsere, die stets erfrört hat, dah sie den Lösungen der Gewalt die Lösungen des Rechts vorzieht, kann mir gewinnen, wenn ihre Ansprüche gegebenenfalls durch das unparteiische und unabhängige Schiedsverfahren geschützt sind, das wir vorgesehen haben. Dies ist wenigstens der Standpunkt der demokratischen Regierung, die sich vor Ihnen auszusprechen hat (lebhafter Beifall links, ßärm rechts und im Zentrum). Hat man die Absicht, Hirngespinsten nach- zujagen und Illusionen wachzuhalten, die gefährliche Enttäuschungen von neuem herausbeschwören, oder will man unserem Linde, dem der Krieg ungerechnete Lasten und Verpflichtungen von erdrückendem Gewicht hinterlassen hat, Realitäten sichern? Stellt nun sich auf den zweiten Standpunkt, so kann man nicht umhin, der Arbeit unserer Londoner Sachverständigen, gerecht zu werden. Was die Sachlieferungen anlangt, verweist der Ministerpräsident auf den Dawesplan. Wir haben Deutschland die Kohlen-, Koks- und Farbstofflieferungen nach Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag ', nicht aufgezwungen, aber erreicht, dah es sich dazu bereiterklärte. (Beifall links.) Es ist ein erheblicher Erfolg, wenn diese Vergünstigungen über die im Vertrage borge (ehenen Fristen hinaus weiter- laufen. Tie vom Versailler Vertrag geschaffenen Deschränkungen sind hier abgeschafft. Deutschland hat sich verpflichtet, den V^-fechen, die Sachlieferungen unter handelsüblichen Bedingungen unmöglich zu machen, entgegen^- arbeiten. Bei unterschiedlicher Behandlung oder Obstruktion greift das Schiedsverfahren Platz. Ilber auch die übrigen Bestimmungen dieses Teils der Londoner Beschlüsse sind nicht minder wichtig. Dieses Abkommen zwischen den alliierten Regierungen und der deutschen Regierung ist nach unserer Ansicht das Kernstück der Konferenz (Beifall links, Alnruhe rechts). Das Reparationsproblem ist, die Sachverständigen in dieser Frage haben das immer wieder festgestellt, vor allem ein Konferenzproblem. Wie die Sachverständigen selbst zugegeben haben, sind die von ihnen auf- gestellten Bestimmungen ausgesprochenan- zulänglich. Die Londoner Konferenz hat der Wirklichkeit zuliebe auf den Schein verzichtet und ist diesen Schwierigkeiten entschlossen zu Leibe gerückt. Auch hier hat sie nicht ihren Willen diktiert, eine Methode, die zwar die Eitelkeit befriedigt, aber bei der Durchführung verheerende Wirkungen hat. Sie hat verhandelt. Auch hi:r hat sie das Schiedsverfahren organisiert. Seine Vorteile werden für alle diejenigen erkennbar fein, die mit den Sachverständigen des Glaubens sind, datz die Verfehlungen und Sanktionen nach Möglichkeit verhindert, dah die Re- paratio nsfrage im Frieden und durch das Recht geregelt werden müsse. Alnter allgemeiner Aufmerksamkeit -er Kammer wandte sich dann Herriot der Frage der Räumung des Ruhrgebiets zu und erklärte: Wird man uns en'geg nhrlten, dah die Sachv ritän ckgen es nus'rücklia) a'g le^nt haben, die Fragen der militärischen Tee ueg zu prüfen? Es ist aber offensichtlich, da h die SachverstänMigen die Aufhebung von Sa n ft ionc"t>er lan ge n . die die wirtschaftliche und. fiskalische Einheit Deutschlands beeinträchtigen könnten. Ich habe im Parlament erEIdrt, d H das Problem der militärischen Räumung d s Ruhrgebiets in London nicht zurS brache kommen würde Ich lege W.rt fcar.;uf. elbst daran zu erinnern. Hätte ich mich in London geweigert, diese Frage zu be'prechen, selbst auf die Gefahr hin, das Werk der Konferenz in Stücke zu schlagen, so wäre ich sicherlich auf dem Boden des ft rillen Rech's geblieben, aber es hing gar nicht von mir, vielleicht auch nicht einmal von Macdonald ab, diese aufreizende Frage beiseite zu lassen. In der Tat war es dieses Problem, das die ganzen Verhandlungen beherrscht bat. Es wurde uns sehr rasch klar, dah die für die Durchführung des Dawesplanes notwendige Vereinbarung unmöglich ohne eine befriedigende Lösung des Ruhrproblems zu verwirklichen war. Am 24. Iuli erinnerte mich Macdonald tn einem Briefe, den ich im Verlaufe der Debatte werde zur Kenntnis bringen können, an die Verpflichtungen, die die französische und die belgische Regierung bei der Besetzung des Ruhrgebiets in ihrer Ratifizierung vom 9. Ia- nuar 1923 übernommen hatten. Am 8. August, an demselben Tage, an dem ich nach Paris zurück- kehrte, um den Ministerrat von der Lage in Kenntnis zu setzen, händigte mir Macdonald einen zweiten Brief ein, der in noch dringlicheren Ausdrücken gehalten war als der erste. Ich habe mich geweigert, diese Frage auf das Programm der Londoner Konferenz schret- ben zu lassen, und sie hat auch keinen Augeiv blick auf dem Programm gestanden. Aber ich konnte das Problem umsoweniger beiseite schieben, als ich jetzt die stärksten Gründe hatte anzunehmen, dah, wenn Frankreich sich dazu entschliehen sollte, ohne bestimmte FNst- einsehung im Ruhrgebiet zu bleiben, es dort allein, ganz allein bleiben würde. Der Ministerrat, von dieser Lage in Kenntnis gesetzt, hat beschlossen, die militärische Räumung des Ruhrgebiets auf eine Höchst- frist von einem Iahre zu beschränken. Ich habe erklärt, dah, wenn wir geneigt fein sollten. Maßnahmen des Wohlwollens ins Auge zu sassen, wirs vlche 'Maßnahmen nur in spontaner Weise treffen könnten. Ich habe meine Taten mit dieser Erklärung ii Alebe.- einfiimmung gebrach!. Darüber hinausgehen, hätte geheißen, von neuem den Abbruch der Konferenz zu riskieren. (Lebhafter Beifall links.) Es bleibt mir noch übrig, von zwei Fragen zu sprechen, die nicht direkt mit dem Programm der Londoner Konferenz verbunden waren, di ewir aber gern aus dieses Programm hätten setzen lassen: die Frage der interalliierten Schulden und die Sicherheitssrage. Man würde der Regierung ggenüber eine schwere Alngered>tigfeit beg hen, wenn man glauben körn te, dah wir nicht im Verlauf der Verhandlungen jede mögliche Gelegenheit gesucht haben,, um baZ Pro- blein der interalliierten Schulden anzuschneiden. Aber die Frage der interalliierten Schulden war nicht mit der Durchftihrung des Dawes- planes verbunden worden. Es war inmitten der verschiedenartigen Schwierigkeiten, die auf der Konferenz entstanden sind, vollkommen unmöglich, eine Besprechung über die interalliierten Schulden mit der Inswerlsetzung des Sach- verständigenplanes zu verbinden Diese Besprechung muh den Gegenstand einer besonderen Konferenz bi Idem, auf die uns vorzubereiten unsere Pflicht ist. (Lärm rechts, Beifall links und im Zentrum.) Die Frage der Sicherheit muh Gegenstand einer besonderen weiteren Konferenz bilden. Ich sehe übrigens nicht ein, warum Frankreich in einer so ernsten Angelegenheit nicht die Initiative ergreifen sollte. Eine Frage wenigstens muhte in London geregelt werden, nämlich die Frage der Kölner Zone, die in so berechtigter Weise der Regierung und dem Parlament Sorge macht. In diesem Falle befinden wir uns streng im Rahmen des Versailler Vertrags. Wir haben unter uns Alliierten beschlossen, über die Anwendung des Art. 429 ein juristisches Gutachten eingufor- hem. Die englischen und französischen Iuristen haben sich geeinigt, ein Gutachten auszuarbeiten. Eine Räumung der Kölner Zone wird also nicht ins Auge gefaßt werden , 6 e» vorDeutschlandseinenVerpflichtun- gen ausdemVersaillerVertr a.g, e i n- schliehlichderAbrü st ung.nachgeko ni- rn e n i st. Die Londoner Konferenz bedeutet unserer Ansicht nach die erste Etappe auf dem Wege zum wahren Frieden. Der Völkerbund wird das begonnene Werk weiter zu verfolgen haben. Die Londoner K o n - ferenzbeeinträchtigtinkeinerWeise die Sicherheitsgarantien, die uns der Versailler Vertrag bietet. Die Londoner Konferenz sichert uns Realitäten, von denen unser nächstes Budget Ruhen haben wird. Aber sie war dabei von dem französischen Idealismus beherrscht, der ihr dadurch seinen Charakter gegeben hat, dah er den modernen, und wie ich hoffe, fruchtbaren Begriff des Schiedsspruchs durchgeseht hat. Cs ist ein Werk der Weisheit und der Vernunft. Die Londoner Momachungcn sind nur ein Anfang, aber sie sind der Anfang des wahren Friedens. Rach der Rede erhoben sich die radikalsozialistischen und die sozialistischen Abgeordneten von ihren Sitzen und klatschten Herriot Beifall, der sich wieder zu seinem Platz begeben hatte. Während dann der Kommunist Marty einen Antrag auf Vertagung der Sitzung bis der Senat den Kammerentwurf besprochen habe, vor fast leerem Hause begründete, begab sich der Ministerpräsident in den Senat. Der Vertagungsan trag wird nach stürmischer Debatte mit 349 gegen 26 Stimmen abge» lehnt. , Die Sitzung wird dann für kurze Zeit unterbrochen und um 3/*8 Alfjr in Anwesenheit Herriots wieder eröffnet Der Kammerpräsident teilt mit, datz der Abg. Dokanowski folgende Tagesordnung eingebracht habe: Die Kammer beschlieht, die Besprechung der Interpellationen über die Londoner Abmachungen zu vertagen, bis ihr die Beschlüsse der zuständigen Kommissionen über den Tert der Ab« machungen zugegangen sind. Herriot bekämpft den Antrag, indem er erklärt: Tie Regierung stehe der Kammer für eint öffentliche Debatte, so umfangreich die Kammer sie haben will zur Verfügung. Es handelt sich, festzustellen, ob innerhalb von 10 Tagen unsere Freunde wissen werden, ob die Regierung das Vertrauen der Kammer besitzt, um die Abmachungen zu unterzeichnen. Die Regierung, die soeben einen Monat lang die härtesten Anstrengungen ertragen hat (lebhafter Beifall links), wünscht, dah alle notwendigen Erklärungen auf der Tribüne der Kammer vor den Ohren des Volkes abgegeben werden. (Lebhafter Beifall links.) Der Antrag Dokanowski wird schlietzlich mit 323 gegen 209 Stimmen abgelehnt. Die Kammer vertagt sich dann gegen 1/210 Alhr abends auf morgen vormittag 10 Alhr. 3m Senat Paris, 21. Äug. (WB) Im Senat er» schien Ministerpräsident Herriot gegen 3/i5 Alhr, von der Linken mit einer Ovation b grübt. S ine Rede wurde mit Interesse angehört und fand wiederholt Beifall auf der linken Sei e des Hauses. Der Senat beschloß, die Regierungserklärurg n ad> Abschluh der Kammerdebatte zu besprechen. Die Deutsche Dolkspartei einstimmig für Annahme. Berlin, 22. Aug Die Reichstagsfraktion der Deutschen Vollspartei faßte nach mehrstündiger Sitzung den einstimmigen Deschlutz, trotz der schweren Bedenken gegen die uns auferlegten Lasten und Kontrollen die Ergebnisse der Londoner Konferenz anzunehmen. Die Reichsregierung soll jedoch verpflichtet sein, mit allen Mitteln die diplomatische Lage zu klären. Das Orakel der Deutschnationalen. Berlin, 21. August. Die dmischnationale Rcichstagsfraktion, verstärkt durch zahl e.che Mitglieder der Fraktion des Landtags, hielt heute nachmittag eine längere Sitzung ab. in der sie den eingehenden Bericht des Parteivorsitzenden entgcgennahm. Al eher den Verlauf der Sitzung wird berich'et: Die deutschnaiivnale Reich-tags- fraktion hat der Parteileitung zu ihrer bis evigen Haltung, insbesondere zu der Veröffentlichung vom 15. August einmütig ihre Zustimmung au ^gesprochen. Sie stellt einstimmig fest, dah sie nach wievor auf dem in ihren sieben Punkten vom 22. Iuli und in der Rede des Abgeordneten Dr. Hoetzsch vom 26. Iuli festgelegten S.andpunkt beharrt. Sie ist sich dabei ihrer Beran Wortung voll bewuht und ist überzeugt, dah sie mit ihrer Haltung den Interellen und der Stirnnrung ihrer Parteifreunde im besetzten Gebiet entspricht Rätselraten in der Berliner Presse. Von den rechtsstehenden Blättern bringt nut die „Deutsche Zeitung" eine Bemerkung zu dem parteiamtlichen Bericht über die gestrige Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraltion. Das Blatt schreibt: Soweit wir unterrichtet sind, bedeutet diese Verlautbarung der Deutsch- nationalen die unbedingte Ablehnung des Londoner Abkommens und der im Dawesplan vorgesehenen Gesetze. Auch der „Vorwärts" verlangt die Auflösung des Reichstags. Das Blatt teilt mit, dah der sozialdemokratische Fraktionsvorstand gestern einmütig der Meinung war, dah man durch Reuwah len oder durch Volksentscheid rascher und gründlicher zum Ziele komme. Die Frage des Volksentscheids sei in der Frak- tionssihung als eine mehr technische betrachtet worden. Auf keinen Fall könne davon die Rede sein, dah der Volksentscheid als Ersah für die notwendigen Reuwahlen zur Anwendung gebracht werden dürfe. Das „V. T." glaubt, dah die Deutschnationalen noch nicht das letzte Wort gesprochen haben. Das Wort „Ablehnung" komme in der deutschnationalen Erklärung nicht vor. Wenn auch Dr. H e r g t wie Graf Westarp gesprächsweise erklärten, dah die Entschließung der deutschnationalen Fraktion als eine glatte Ablehnung au'zufassen sei, glaubt das Blatt doch annehmen zu dürfen, daß die vorsichtig formulierte Erklärung den Weg zu Verhandlungen mit der Regierung und den Kvalitionsparteien fteimachen feil. Das Blatt schreibt dann weiter, es habe Grund anzunehmen, dah sich im Reichsland - bund ein Stimmungswechsel zu vollziehen beginne. Die Mitteilung des Reichsbank- präsidenren Dr. Schacht, dah er wahrscheinlich bei einer Ablehming der Dawesgesehe zu einer wesentlichen Verkürzung und Einschränkung der Kredite schreiten müsse, habe in den Kreisen des Landbundes einen starken Eindruck gemacht. Annahme der Dawesgesetze durch den Reichsrat. Berlin, 22. Ang. Der ReichSrat beriet gestern die Gesetzentwürfe, die im Zusammenhang mit dem Dawesgutachten angenommen werden müssen. Dor der Abstimmung erklärte Ministerpräsident Brann namens der preussischen Regierung: Das Resultat der Londoner Konferenz kann und alle wenig befriedigen. Es belastet das deutsche Doll und seine Wirtschaft auf das schwerste, es bringt uns weiter eine Kontrolle unseres Staats- und Finanzwesens, die für ein souveränes Voll und ein selbständiges Staatswesen schwer erträglich ist. Die Besetzung der Ruhr, deren Dertragswidrigkeit nicht bestritten werden kann, soll noch ein Jahr andauern, wodurch Preu- ßen, dessen wichtigstes Wirtschaftsgebiet in Frage kommt, besonders stark berührt wird. Es ist wohl die für unser Land und Volk schicksalsschwerste Entscheidung, vor die der Reichsrat seit seinem Bestehen jemals gestellt ist. 2Ilaterielle Aende- rungen sind ausgeschlossen. Wir können nur an» nehmen oder ab lehnen. Die Annahme bedeutet schwere wirtschaftliche Lasten für unser ohnehin verarmtes Volk auf Jahrzehnte hinaus, Verzicht aus erhebliche Reichseinnahmen zugunsten der Reparationen, weitgehende Kontrolle unseres Fin anz- und Etatswesens, Einfluß auf unser wichtigstes Verkehrsmittel, die Reichseisenbahnens Duldung ausländischer Einflüsse auf unser Währungs- und Bankwesen und eine erhebliche Sonderbelastung unserer Industrie. Die Annahme bedeutet andererseits .eine sofortige Befreiung von etwa 900 000 Deutschen von fremder Besatzung, Freilassung Hunderter Gefangener, Rückkehr vieler Tausender in die Heimat, ferner Beseitigung der unser Wirtschaftsleben schwer hemmenden Zollgrenze und Pahschwierigkeiten im Westen, Gewährung von Krediten für Industrie und Landwirtschaft und damit Beseitigung der Arbetts- losigkeit. Die Ablehnung aber bedeutet demgegenüber die Aufrechterhaltung des militärischen Druckes auf die besetzten Gebiete und ihre Bevölkerung, vielleicht gar verstärkte Drangsalierungen und ferner, daß Hunderte von Deutschen, die ihrem Daterlande die Treue bewiesen haben, auf Jahre hinaus weiter im Gefängnis schmachten unft Tausende von Ausgewiesenen nicht wieder in die Heimat zurückkehren können. Sie bedeutet Weiler keine Kredite für Industrie und Landwirtschaft und damit erschreckende Zunahme der Arbeitslosigkeit Und ihrer Folgen. Verfall unserer Währung, Entbehrung und katastrophale Folgen für unsere Wirtschaft. Die Verantwortung für diese letzte Alternative glaubt die preußische Regierung nicht auf sich nehmen zu können und stimmt daherdem Abkommen und den Gesetzen zu. Der bayerische Gesandte v. Preger gab folgende Elcklävang ab: Ramens der bayerischen Regierung schließe ich mich der Erklärung Preußens fast in allen P u n kten an. Auch die bayerische Regierung sieht sich, wenn auch schtveren Herzens, genötigt, den Gesehen ihre Zustimmung zu erteilen, nachdem sie tn den Gesehen das kleinere liebel sieht gegenüber dem, was kommen würde, wenn die Gesetze abgelehnt würden. Rur beim Ciseübahn- gesetz habe ich eine andere Erllärung abzugebrn. Der Vertreter von Württemberg schloß sich den Erklärungen Bayerns an. Dann kam eS zur Abstimmung. Das Dankgeseh wurde gegen die Stimmen der beiden Mecklenburgs angenommen, ebenso das Gesetz über die P riva t n.otenbanken und das Gesetz über die Jndustriebelastung. Beim Eisenbahngeseh gab Gesandter v. Pveger namens der bayerischen Regierung folgende Erllärung ab: Die bayerische Regierung sieht sich zu ihrem Bedauern nicht in der Lage, dem Gesetzentwurf die nach § 4 des Staatsvertrages zwischen dem Reich und den Ländern über den liebergang der Eisenbahnen an das Reich erforderliche Zustimmung zu erteilen, da die von ihr für diese Zustimmung aufgestellten Forderungen, besonders die Forderung einer Errichtung einer eigenen Be- triebsgejellschaft für die früheren bayerischen Dahnen nicht erfüllt wurde. Sie will jedoch im Hinblick auf den außenpolitischen Rotstand des Reiches der Durchführung der neuen Der- hältnftse keine Schwierigkeiten bereiten und enthält sich daher der Abstimmung. Sie behält sich aber vor, alle ihre Rechte später geltend zu machen, wenn der Stand der Repara- tivnsfrage dies gestattet oder llmstände eintreten, die es ihr als unumgänglich nötig erscheinen lassen. Die gleiche Erklärung gab der Vertreter von Württemberg ab. Die Eisenbahnvorlage wurde in besonderer Abstimmung mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Die Vertreter der Provinzen Ostpreußen und Pommern stimmten mit Rein. Der Stimmabgabe enthielten sich Bayern, Württemberg, Thüringen, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg- Streit h. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit für das verfassungsändernde Gesetz war vorhanden. Angenommen wurden weiterhin mit Mehrheit der Gesetzentwurf über die P e r s v n a l- verhältnisse bei der Reichsbahn, die Vorlage über Liquidierung der Rentenbank und das Münzgeseh. lieber das Mantelgeseh fand noch eine besondere Abstimmung statt. Es wurde mit allen gegen vier Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Vertreter von Ostpreußen und Pommern sowie die beiden Mecklenburgs. Thüringen enthielt sich der Stimmabgabe. Die Delegation vor dem Auswärtigen Ausschuß. Berlin, 21. Aug. (Wolff.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist heute vormittag toiefter zusammengetreten, um die Beratung dec Londoner Abmachungen und der da- zu von der Regierung vorgelegten Gesetzentwürfe ^>fortzusehen. Die Sitzung war nicht vertraulich; es hatten sich deshalb die meisten der bereits in Berlin anwesenden Abgwrdnrten eingesunken Außer Reichskanzler Marx, Dr. Strcs.m-mn und 'Sr. Luther waren auch andere Mitglieder des Aeichskabinetts erschienen. Auf die von mehreren Abgeordneten aufgeworfene Frage, was geschehen würde, wenn die deutsche Regierung bis 30. 'August eine Zweidrittelmehrheit für die Annahme der Dawesgesetze im Reichstag nicht fände, erklärte der Reichskanzler: Sollte im Reichstag keine Zweidrittelmehrheit für die Annahme der Dawrsgesetze zu finden sein, so sei es Pflicht der Reichsregverung, alle verfassungsmäßigen Mittel anzuwenden. um den Reichstag zur Bewilligung zu veranlassen, denn es müsse nach inner alles getan werden, was nach außen der Reichsregie- tung die Möglichkeit eröffne, von neuem in Verhandlungen einzu treten. Weiter betonte der Kanzler: Für die Haltung der deutschen Delegation war der Artikel 45 der Reichsvecfassung maßgebend, wonach der Reichspräsident das Reich völkerrechtlich vertritt und namens des Reiches Bündnisse und andere Verträge mit auswärtigen Mächten schließt. Deshalb hat die Delegation nicht vom Reichstag sondern ausdrücklich vom Reichspräsidenten die Vollmacht schriftlich erbeten und erhalten. Sie hatte nunmehr das Recht, Verträge zu schließen An sich bestand kein Hindernis rechtlicher Art, daß auch die Hnterschrift von den deutschen Delegierten schon vorigen Samstag geleistet worden märe. Im Londoner Protokoll stehe in erster Linie die Verpflichtung für Deutschland, Gesetze dem Reichstag vorzulegen. Das sei unzweifelhaft eine Verpflichtung, die die Delegation auch ohne Zustimmung des Reichstags hätte annehmen können. Dr. Strescmann erwiderte sodann auf die Frage Hergts, welche Möglichkeiten beständen, um im Falle eines Schttierns der Vorlage im Reichstag trotzdem neue Vereinbarungen mit der Gegenseite! SU treffen: Daß irgend etwas Positives nach dieser Richtung nichts geschehen könne, bevor die Rea- wahlen zu Ende sind, bevor a,lso der Gegenseite gesagt werden kann, daß ein Deutscher Reichstag da ist,.der bereit ist, erneut auf den Boden Lieser Londoner Beschlüsse zu treten. Während der ganzen Zeit, die die Reichsvecfassung für die Reuwahlen vorschreibt, hat der Finanzrnimster zu sehen, daß die Micurnverträge verlängert! werden, sonst hört alles auf zu laufen an Terminen, was sich auf die Räumungen bezieht, was sich auf die Freigabe der Regiezechen bezieht und auf alles andere, was vorgesehen ist. Wenn dann der neue Reichstag grundsätzlich ja sagt, können wir erst an die anderen Mächte herantieten. Auch dann sind die anderen Mächte völlig frei in ihren Entschließungen und darüber, ob sie noch einmal mit dem Deutschen Reich in neue Verhandlungen ein treten wollen. Ich bitte Sie, auch die Gegenkräfte nicht zu unterschätzen. Wir haben in England eine Bewegung, die sehr stark zum Ausdruck kam in einer Eingabe von 1700 kritischen Industriellen an das Hinterhaus, indem sie erklären, daß es dem englischen Interesse völlig entgegen sei, wenn England seine Hilfe leihe zu einer großen internationalen Anleihe, die dazu bestimmt sei, der deutschen Industrie Kredite zu verschaffen und der deutschen Industrie, die heute mangels Kredite nicht exportfähig wäre, diese Exportfähigkeit zu ermöglichen. Alles was das besetzte Gebiet von den Londoner Abmachungen erhofft, wird zum niindesten um Monate hinaus- geschoben. Kommende Verhandlungen über die besetzten Gebiete. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 22. Aug. Die Reichsregierung beabsichtigt, wie wir erfahren, nach der Durchführung des Londoner Abkommens mit der französischen Regierung in Verhandlungen über die künftige Verwaltung der besetzten Gebiete einzutreten. Deutscherseis arbeitet man gegenwärtig einen Vorschlag aus, in welchem vorgesehen ist, daß die interalliierte Rheinlandkvmmissivn in eine gemisch- te Kommission umgewandelt wirch, in der auch Deutschland Sih und Stimme hat. Es soll insbesondere Aufgabe des deutschen Vertreters sein, die Interessen dec Bevölkerung dec besetzten Gebiete wahrzunchrnen und bei allen von der Kommission zu ergreifenden Maßnahmen die deutschen Bedenken gellend zu machen. Man weist darauf hin, daß bereits vor dem Ruhrkonflikt ein deutscher Reichskvmmissar mit der interalliierten RHHnlandkommission zusammengearbeitet hat. Er besaß aber nicht die Rechte, die notwendig waren, um die deutschen Interessen in den besetzten Gebieten mit der notwendigen Nachdrücklichkeit zu vertreten. Bei der Neuregelung mühte jedenfalls 6er deutsche Berieter dir Vollmacht haben, als gleichberechtigtes Mitglied dec Kommission an allen Entscheidungen mitzuwirien. Dr. Sols Botschafter in Washington? (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 22. Aug. Wie wir aus Kreisen des Auswärtigen Amts erfahren, ist der gegenwärtige Botschafter in Tokio Dr. Solf sehr ernsthaft als Rachfolger des zurücktretenden deutschen Botschafters in Washington, Dr. Wiedfeld, in Aussicht genommen. Man hat zwar auch die Persönlichkeit des früheren Reichskanzlers Dr. Cuno für diesen Posten in Erwägung gezogen, aber es scheint, dah die parlamentarischen Widerstände gegen die Berufung Cunos ziemlich groß sind. Wenigstens wird zur Zeit von der Möglichkeit einer Ernennung Dr. Cunos nicht mehr gesprochen. Der englische Thronfolger in Amerika. London, 21. Aug. (WTD.) Der Prinz von Wales, der auf dem Cunacddampfer ..Beren- garia“ am Samstag nach Amerika fährt, wird am 29. August tn Reuhork erwartet. ®r wtrv am selben Tage nach Washington Weiterreisen, um Präsident C o v l i d g e zu besuchen. Den Rest seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten wird er wahrscheinlich auf Long Island verbringen. ________________ Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Aug. 1924. Was wir Schwimmer wollen! Der Arbeitstag ist zu Ende. Die Hitze des Sommertages brütet noch über der Stadt; und mit bleichen, abgespannten Gesichtern gehen die Menschen durch die dumpfen Straßen. Wie ganz anders ist das Bild das sich dtr bietet, wenn du hinauskommst auf die Schwimmbahnen, hinaus in Luft und Sonne. Da tummeln sie sich, die Mädels und Jungens, jung und alt, mit hellfrischen Augen, den Körper sonngebräunt, mit einem frohen und freien Lachen auf den Lippen. Das sind die Schwimmer! Richt die sind's, die Luft und Wasser suchen, um sich erholen, kurz um zu baden, auch die, sind's nicht, die nur halben Weg gehen, indem fte schwimmen und um die Muskel zu stählen, um ihrem Geist eine gesunde Hülle zu geben. Die sind es, ftenen es um die Heftung des Leibes geht die streng und regelmäßig an sich selbst arbeiten, um dann im Kampf um den Sieg die höchste ßufi zu sehen. Das ist nie etn rechter, gesunder Junge gewesen, der nicht den Drang in sich fühlte, Kräfte und Anlagen, die ihm die Ratur schenkte, in irgendeiner Art anzuwenden, um sich vor andern hervorzutun, um andere zu besiegen, ülnd hier bec diesem gesunden, natürlichen Empfinden setzt die eigentliche Leibesübung ein, hier kommt das sportftche Schwimmen zu seinem Recht. Die Einstellung auf ein einziges Ziel, den Sieg, alles können her- geben im selbstgewählten Kampf das schafft Helle, klare Augen, das dehnt die Brust, strafft die Muskel und ist dem jungen Geist eine Willensschulung, wie sie unsere Jungen heute mehr denn je brauchen, um auf der großen Kampfbahn deS Lebens in Ehren bestehen zu können. Die Frage zu erörtern, warum gerade im Betreiben des Schwimmsports die Stählung und Gesundhaltung von Körper und Geist in so hohem Maße gewährleistet wird, ist wegen der vielsertt- gen DeantwortungSmöglichkeit hier nicht der Ort. Soviel aber sei festgestellt, daß der Schwimmsport alle Erfordernisse einer durchgehenden Ausbildung des Körpers und nicht zuletzt der Körper- Hygiene, die bei manchen anderen Sportarten geradezu vernachlässigt wird, bietet. Richt genug zu betonen ist vor allem die Gleichmäßigkeit der Ausbildung sämtlicher Muskelpactien und die Kräftigung der Lungen, die beim Schwimmen ihre Arbeit in einer fast staubfreien Luft leisten. Roch eins sei erwähnt; a>er heute einen Blick in statistische Aufstellungen über Todesund Llnglücksfälle tut, der staunt über die erschreckend hohe Zahl der durch Ertrinken iltnge- kvmmenen. „Wer ein Menschenleben rettet, ist größer denn der, der eine Stadt erobert!" Auch den, der „nur" schwimmen kann, wird ein Zagen ankommen, wenn er beispringen soll, wo ein Menschenleben mit dem Wassertoöe kämpft. Richt so unsere Schwimmer; er hat die Scheu vor dem ungewissen Element überwunden und sich manches in feinen Hebungsstunden ungeeignet, was ihn frei und sicher macht; er wird nicht versagen, wenn es gilt, ein Leben zu retten, eine der höchsten Menschenpflichten zu erfüllen. Diel zu wenig noch weiß die breite Masse vom Schwimmsport und seinen Segnungen. Kommt hinaus zu den Hebungs stunden der Schwimmvereine, seht, wie im kleinen in ernster Arbeit hohen Zielen nachgestrebt wird, seht, wie eine Jugend sich heranbildet, die nut gesundem Körper und Hellen Sinnen sich im Leben draußen zu behaupten wissen wird, die das zu werden verspricht, was wir, was unser Vaterland braucht. Froh stark und kampfgSwohnt, so wollen wir unsere Jugend und damit unser Doll! K. Kr. Das neue Geld. Hefter den wesentlichen Inhalt des Münz- gesehen twurfes wird folgendes mitgeteilt: Künftig gilt im Deutschen Reiche die Goldwährung. Ihre Rechnungseinheit bildet die Reichsmark, welche tn 100 Reichspfennige eingeteilt wird. Alleiiiige gesetzliche Zahlungsmittel sind: 1. Die G oldmünzen und die Reichsmarknoten der Reichsbank unbeschränkt. 2. Die Silber- und Pfennigmünzen, jedoch mit der Beschränkung, daß niemand verpflichtet ist, Silbermünzen im Betrage von mehr als zwaiizig Reichsmark und Pfennigmünzen im Betrage von mehr als fünf Reichsmark in Zahlung zu nehmen. Von den Reichs- und Lan- fteStaffen werden auch diese Münzen in jedem Betrage tn Zahlung genommen. Als Reichskasfen gelten auch die Kassen der Reichspostverwah- tung der Reichsbahngesellschast. Als Reichsmünzen sollen ausgeprägt werden: 1. Als Goldmünzen Stücke über 20 und 10 Reichsmark. Als Reichsgoldmünzen gelten bis auf weiteres auch die früheren Goldmünzen. 2. Als Silbermünzen Stücke über die Werte von 1—5 Reichsmark. Als Reichs silbermünzen gelten bis auf weiteres auch die 1924 geprägten, Silbermünzen. 3. Stücke über 1, 2, 5, 10 und 50 Reichs- Pfennige. Als Reichspfennigmünzen gelten bis auf weiteres auch die Rentenpfennigstücke und die früheren Kupfermünzen. Die Münzen werden mit Ausnahme dsv Goldmünzen durch die ReichHbank in den Verkehr gebracht. Bei der Auspräching der Goldmünzen werden aus 1 Kilogramm feinen Goldes 13972 Stücke über 20 Reichsmark und 279 Stücke über 10 Reichsmark ausgeprägt. Das Mischungsverhältnis beträgt 900 Teile Gold und 100 Teile Kupfer. Wettervoraussage Bei wechselnder Bewölkung weiterhin kühl, nur strichweise etwas Regen. • e* Bekämpfung der Schafräude.Die Landwirtschaftskammer veranstaltet gemeinsam mit dem Kreisveterinäramt Gießen (Amtsveterinärarzt Dr. Stein) am 28. Aug. in H a u s e n bei Gießen von vormittags 9 Uftr oft einen Badekursus zur Bekämpfung der Schaf- räude (mit Vortrag). Die Schäfer und Schaf- besiher sind zu dieser für die Schafzucht außerordentlich bedeutsamen Veranstaltung eingeladen und eine rege Beteiligung ist sehr erwünscht. ** Die Kreditnot der Landwirte macht sich bereits etn Kreis von Schwindlern zu- gute, Die Den DhPothekenschwindel großen ©ttlfl etreiben. Sie annoncieren erhebliche Beträge, die sie in der Landwirtschaft anzulegen Willens seien; wenn sich dann jemand meldet, werden ihm zunächst erhebliche Vermittlungsposten und Provisionen in Rechnung gestellt. Zuguterletzt darf er dann noch 3—500 Mk. Taxationsgebühren an sogenannte Sachverständige zahlen, ohne daß er aber dann weiteres von diesen „Vermittlern" zu hören kriegt. So verständlich auch das Bestreben sein mag, jeden nur irgendwie sich bietenden Weg zur Behebung der Kreditnot zu benutzen, so sollten doch die Landwirte den „Dermittlungs- angeboten" all solcher unbekannten Dunkelmänner gegenüber die größte Vorsicht walten lassen. Insbesondere sei in diesem Zusammenhänge vor einer „Saatgutbandlung Dost" gewarnt. Wie's hätte gemacht werden müssen. Jüngst stritten sich am Amtsgericht ein altes Bäuerlein aus der Ilmgegend und fein Schwiegersohn über die Höhe von Auszugsleistungen, wobei auch die. Geldentwertung eine Hauptrolle spielte. Der Alte schalt gewaltig, um seinem gepreßten Herzen Luft zu machen. Schließlich meinte er zorngeröteten Antlitzes: „Es ist überhaupt e' Schänd unn e' Schmach, daß die Geldentwertung von dere Reichsregierung nett so, wie sich's gehört hätt', rechtzeitig ortsüblich mit dere Gemandeschell' bekanntgemacht worn is." Ein Anwalt meinte, ärr-fttefem alten Herrn sei ein Finanzminister verloren gegangen. ** Der Kreuzotter biß. Ms spät tn den Herbst hinein suchen zumeist Kinder in Schonungen und in Wäldern nach Früchten und Strauchbeeren. Oft sind sie unbeschuht. Die Gefahr einer durch Einziehen von Dornen entstehenden Blutvergiftung ist bet sorgfältiger Pflege der Wunde nach Entfernung des Dorns nicht so groß. Dagegen ist trotz der von behördlicher Seite systematisch betriebenen Verfolgungen die Kreuzotter noch immer ein gefährlicher Feind der beerensuchenden Kinder. Ist einmal das Unglück geschehen, und das Kind gebissen, so muß gleich am Ort die Wunde möglichst stark ausgesogen und das ausgesogene Gift mit dem Speichel ausgespieen werden. Dann soll das Kind am nächsten Wirtshaus eine ordentliche Quantität Branntwein erhalten und ruhig gelagert werden, bis der Arzt kommt. In den meisten Fällen wird das Kind dann mit dem Leben davon kommen. ** Erholungsheime für den Mittelstand. Für den geistig arbeitenden Mittelstand hat die Genossenschaft „De u tsche Volks- er holung sheime", die behördlich als Wohlfahrtsunternehmen anerEcwrnt ist, eine Reihe von Erholungsheimen geschaffen, und zwar in Elgersburg im Thüringer Wald, in Alexis- bad im Harz, in Bao fte und Reu Haus an der Ostsee, in Helgoland sowie in Kalkberge bei Berlin. Ferner bestehen Kinderheime in Graal an der Ostsee, in Friedrichroda im Thüringer Wald, in Lähe tm Riesengebirge und gleichfalls in Helgoland. Der Preis für volle Pension beginnt mit drei Mark, für Kinder mit zwei Mark. Auskunft und Anmeldung bei der Geschäftsstelle in Berlin C 2, Post raße 10-11. Die Genossenschaft, der etwa 7000 Mitglid>er angehören, übt weitgehende Gastfreundschaft, indem sie in geeigneten Fällen von dem Erwerb von Anteilen (gegen einmalige Zahlung von 20 Mk.) absieht. ** Frauenzufchlag. Die neuen Desol- dungsvorschriften weisen den Frauenzuschlug von monatlich 10 Mark auch verwitweten Beamten zu, die im eigenen Hausstand für den vollen .Hnterljalt von Kindern aufkommen, für die ein Kinderzuschlag zu zahlen ist. Der Zuschlag wird nicht gewährt, wenn ftie Ehefrau als Beamter, Angestellte öfter Arbeiterin im Dienste des Reichs, eines Landes, einer Gemeinde oder einer sonstigen öffentlichen Körperschaft Gehalt oder Lohn bezieht. Ist aber die Frau in diesem Dienstverhältnis nicht voll beschäftigt, oder hat sie ohne bestimmte Arbeitszeit Arbeiten gegen eine Pauschalvergütung übernommen, so kann trotzdem der Zuschlag gewährt werden. Als Beispiel gilt die Reinigung des Dienstgebäudes. Den Zuschlag erhalten Beamte nicht, deren Ehefrauen aus Reichs-, Staats- öfter Gemeindemitteln etn Ruhegehalt beziehen. Erreicht öfter Ruhegehalt und Teuerungszuschlag den Betrag des Zuschlags nicht, so wird der älnterschieft als Frauen- zuschlag gewährt. Beamte, die gleichzeittg mehr als eine Stelle im Reichsdienst bekleiden, erhalten den Zuschlag nur einmal. Belleiden fte nur ein Rebenamt, so erhalten sie ihn nicht. ** Abänderung des Reichsverso r- gungsgesetzes und des Verfahrens in Dersorgungssachen. Im Reichsgesehe. vom 12. Mai 1920 (Fassung vom 30. Juni 1923) § 45, Abs. 2, ist ab l.ft. Mts. eine wesentliche Aenderung zu verzeichnen: Bedürftig ist nur, wer erwerbsunfähig ist oder als Mutter Las 50. Lebensjahr und als Vater das 60. Lebensjahr vollendet und keinen Hinterhalts- a n s p r u ch gegenüber Personen hat, die imstande sind, ausreichend für ihn zu sorgen; außerdem darf das Einkommen der Eltern die Rente, die einem Beschädigten bei Erwerbsunfähigkeit am Wohnsitz ft er Eltern nach §§ 27 Abs. 1, 51 und 87 zusteht, ftas Einkommen eines Gltemteils 80 Prozent (seither 60 Prozent) dieses Betrages nicht übersteigen. *♦ Personalien. Der Pfarrassistent Adolf Dörrn er in Butzbach ist zum evangelischen An- ftaltsgeistlichen am Landeszuchthaus Marienschloh ernannt. — In den Ruhestand tritt der Ober- cechnungsrat bei der Hauptstaatskasse Wilhelm Mattern zu Darmstadt. — Zum Rechnungs- dicektor der 2. Abt. des Revisionsamts derOber- cechnungskammer wurde der Oberrechnungsrat Karl K e u h e r zu Darmstadt ernannt. ** Geschlossene Frachtstückgutwagen nach und von Oesterreich. Die schweren Stockungen in den Grenzbahnhöfen haften die Deutsche Reichsbahn und die österreichischen Bundesbahnen veranlaßt, im Einvernehmen mit den zuständigen Zollbehörden Einrichtungen zu schaffen, die geeignet sind, den Frachtstückgutverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich nebst Hinterland zu beschleunigen und zu verbilligen. Künftig werden die Stückgüter auf bestimmten Samrnel- stellen zusammengezogen und dann nach und nach von Oesterreich unmittelbar in geschlossenen Stück- guttoagen über die Grenzbahnhöfe hinaus nach bestimmten llmladestellen (in Oesterreich: Linz, Villach (Hbf.) und Innsbruck (Hbf.), in Deutschland: München Ost und Rümberg (Hbf.) oder nach großen Empfangsstationen, wohin Ortswagen gebildet werden können, verladen und befördert Von den Sammelstellen werden die Wagen mit größter Beschleunigung den Hmlade- oder Empfangsstationen direkt zugeführt. Voraussetzung ist, daß die Stückgüter auf der Versandstation öfter einer geeigneten Hntertveasstcttion mit Zollstelle zoll- U E- _ Tag W, 5«#*^ hlffl Ambach & fei® vom 6tdk getötet- SabtiWi goldenen 84. Lebensjo verstorbenen im 74. M> seltenen kör Herr Ron an seinen & er noch reg er sich noch beteiligt. .2! mit ausrich Jubelstier Psüirersfof .Hinterbmk 1841. Dom Sunüemhu Linsburg 1 die Fabrik f. tati JulluS 1870 übernd der Wnme diesem Ich Grasen FriedächSh jedoch die Unternehm der hchv< düngen. Ct auch durch n Lau' und Horloff setzte ein; m «Stübers Mn °em sich ein schbm matfung 9® seenerH) in die M Tal wurde l Mchbardörss firchen hö schwemmung in Bekn Iun8"^< V H*ben, t N feste««. h!!$ baÄiu L,!»>L :.-rLr Ä «ist. 1•' ®°r einet h$Ss rsL^d-d'Z LE^u «aS ’<8- wR1 5 RhÄ* {• •Ää Ä*fe ■sSx*- S» 5* *1 das Un. ?bWäJ» ms ^I°aUchststar? Nogene mit leen werden. Dann «JBirtÄau« eine ft FStm und Arzt kommt. In rnnd bann mit dem e für den QHtt« arbeitenden Mel. Deutsche LvlkS. behördlich als Dvhs, ist, eine Reihe vm und zwar in El. Dold, in Alexis, und Aeuhaus an d sowie in Ralf. beslehen Kinder. Ostsee, in Fried« ßfllb, in Lahr im *> in Helgoland, ’n beginnt mit drei Mark Auskunft und Sstelle in Berlin C 2, -ssenschaft, der etwa übt weitgehende Gast. eeigne$n Fällen ton gegen einmalige Zah- g. Die neuen Desvl. 1 Fmusyuschlug von ’itoitoHten Beamten md für den Men lvimnm, für die ein . Der Zuschlag wird ihefrau als "Beamter, im Dienste des Reichs, k oder einer sonstigen chalt oder Lohn be- biefem Dienstverhält. der hat sie ohne be- m gegen eine Pau' so kam trvhdern der Als Beispiel gilt die »es Den Zuschlag er» eren Ehefrauen mS inbemitteln ein Ruhv iber Auhegeha t mü letrag des Zuschlags Sieb als Frauen, die gleichzeitig mehr Menst bekleiden, er- mrmat taten fit 16" * ejSiU3»etf0P dis 2-ri?drt"s en 3m 9wm3°.3wig Oltti. eine toesmtuche ÄS zu WJmJe, die SM g’5 dieses ^nuti asfeas liand Dilhelw ’Ä'S ',Ä,S '.'Kr den SwAguiver eb zu verb'^ ßaMest bestinu^undnaS chnhöse KZStz K^Ortätfojvn 9« »I1 «onnty vollständig porabgeferttgt tooröen ,int> und bad die Sendungen mit direkten Frachtbriefen auf- geg^en werden. 3m Frachtbrief darf kein Grenzzollamt vom Absender vorgeschrieben sein. Die Gremübergangsstation ist jedoch nach wie vor im Frachtbrief anzugeben, da sie für die Frachtberechnung maßgebend ist. Die Frachtberechnung geschieht über den Tarifweg. Zunächst soll das am 1. August 1924 eingeführte Verfahren auf dm Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich über die Liebergänge Kufstein, Salzberg. Simbach und Kbeschränkt bleiben. Reben Bewährung wird tigt, es auch auf den Auslands verkehr allgemein auszudehnen. Nähere Auskunft erteilen die Derkehrsbureaus der Reichsbahndirektion. Bornotizen. — Tages kalender für Freitag: Mieterverein, 8l/i Llhr im Felsenkeller: General- Versammlung. — Rundfunkhaus, Löberstrahe, 81/2 Uhr: Heiterer Abend. — Die Markusgemeinde lädt im Anzeigenteil xu einer am Sonntagnachmittag auf der Liebigshoye stattfindenden Gemeindefeier ein. — Der Sängerkranz verschiebt seinen Familienabend auf den 30. August. Kreis Friedberg. fvd. Butzbach, 21. Aug. 3n der Rähe von Gambach wurde der Installateur Reed aus Södel bei Arbeiten an der Ueberlandzentralg vom Starkstrom getroffen und auf der Stelle getötet. Kreis Schotten. □ Laubach, 20. Aug. Ein schweres Unwetter zog gestern nachmittag von der Südseite unserer Stadt nach dem oberen Wetter» und Horloff-Tal. Ein wolkenbruchartiger Regen setzte ein; in einzelnen Teilen der Gemarkung beobachtete man sogar Hagelschlag. Die Wetter trat über das Ufer. Die „Au", der ganze Grund zwischen dem Bahnhof und Weiterfeld wurde überschwemmt. Fj Al 1 enhain. 20. Aug. Gestern ergoß sich ein schlimmer Wolkenbruch von unserer Gemarkung gegen Kölzenhain und Obern« feener H a f. Das Vieh muhte aus den Ställen in die Häuser 'gebracht werden. Unser ganzes Tal wurde hoch überschwemmt. Auch von den Rachbardörfern Freienseen und Gonterskirchen hörte man von bedeutender Ueber- schwemmung und von schwerem Hagelschlag. ä Ruppertsburg, 20. Aug. Auf der arten Friedrichshütte feierte heute Fabrikbesitzer Adolf R ö m h e l d das Fest der goldenen Hochzeit. Der 3ubilar steht rm 84. Lebensjahre seine Gattin (eine Tochter des verstorbenen Pfarrers Thum in Bleichend ach) im 74. Beide Ehegatten erfreuen sich noch einer seltenen körperlichen und geistigen Rüsti^ckett. Herr Römheld hat zwar sein Geschäft an seinen Sohn Philipp übergeben, jedoch besucht er noch regelmäßig die Geschäftszimmer, indem er sich noch eifrig an Entwürfen und Zeichnungen beteiligt. Auch die Arbeiterschaft beteiligte fich mit aufrichtigen Glückwünschen an der seltenen Iübelftier des Fabrikherrn. Der Jubilar ist ein Pfarrersfohn, geb. zu Dautphe im hessischen „Hinterland" (Kreis Di^enkopf) am 7. 3uni 1841. Dom 11. bis 15. Lebensjahr lebte er in Gundernhaufen bei Dieburg und wurde sodann in DniSburg technisch ausgebildet, worauf er m die Fabrik seines Bruders, des Geh. Kommerzien- rats 3ulius R. in Mainz emfrat. 3m Mal. 1870 übernahm Adolf Römheld die Verwaltung der Eisengießerei auf der Friedrvchshütte. 3n diesem 3 bie in sie uon dem rüst' An MA §und^ verholen mrv EeMll freien W Heute, w in anderen^ öffentliche herrschenden, schränkt Me Kommmnilen, mehr als utoj und roten Ln Serajewo zur Unterwerfung zwingen wallten und keine Rücksicht darauf nahmen, daß damals, I ebensowenig wie später, bewiesen werden konnte, daß die serbische Regierung und ihre Politik in irgendeinem Zusammenhang mit der Verschwörung stand, die zu dem Morde führte. Delbrück weist darauf hin, daß das Attentat von Serajewo von dem Chef der Rachrich- tenabteilung im serbischen Generalstab organisiert worden und daß der Mordplan erwachsen ist auf dem Boden der van der serbischen Regierung seit vielen 3ahre i planmäßig vorbereiteten und geförderten Agitattvn für die Losreihung der südslawischen Provinzen von der habsburgischen Doppelmonarchie. Delbrück erinnert dann Wei er daran, daß die Verabredungen zwischen dem russischen Botschafter in Paris, 3 s w o l I k i, und Poincare direkt auf die Entzündung des Weltkrieges hinausliefen, damit Rußland Konstantinopel und Frankreich Elsaß- Lo l h - ringen erobere Die Behauptung Brantm's, daß aut Seiten der Entente kein Kriegswille vorhanden gewesen sei, was daraus hervorgehe, daß die Franzosen ih e Armeen zehn Kilometer h.nier die Gre ize zurückgezogen hätten, widerlegt Delbrück damit, daß er auf das Telegramm des französischen Kriegsministers an General Ioffre hittoeist, in dem er ihm mitteilt, daß diese Maßnahme aus diplomatischen Gründen getroffen Warden sei, um im englischen Volke die Vorstellung zu erwecken, daß Frankreich der angegriffene Teil sei. Schließlich wendet sich Delbrück gegen die Aeuherung Drantings, daß die Ruhropera- t io n verstanden werden müsse als der einzige Weg, Deutschland zur Erfüllung seiner Verpflichtungen zu zwingen. Delbrück schreibt: „Es ist 3hnen offenbar nicht bekannt, daß Deutschland behauptet, seine Verpflichtungen bis zur völligen Erschöpfung seiner Kräfte erfüllt zu haben. Beweise dafür hat Deutschland auch wiederholt angeboten, unparteiischen internationalen Kommissionen usw. zu unterbreiten. Frankreich aber hat jede solche schiedsgerichtliche Antersuchung abgelehnt." Fragen der Unfallversicherung Was hat ein Anfallverlehter zu beachten, um die Ansprüche auf Anfallrente nicht zu verlieren? Don H. Lutz Oberfefr. am städt. Dersicherungsamt München. Wenn schon gegenwärtig mit Recht von den Arbettnehmern viel über die unzulänglichen noch in Papiergeldwährung zur Auszahlung gelangenden Anfallrenten geklagt wird, so darf nicht außer- acht gelassen werden, daß auch diese Renten in absehbarer Zeit wertbeständig werden müssen. Es sei hierbei nicht so sehr der kleinen 10—20prvzenttgen Renten als vielmehr der höheren Renten der in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich geschädigten Anfallverlehten gedacht. Für letztere wäre es sehr bedauerlich, wenn auch die Reichsunfallversicherung ein Opfer des Krieges würde. Die Arbeitnehmerschaft wäre dadurch erheblich geschädigt. Beispielsweise würde in diesem Falle ein durch Unfall arbeitsunfähig gewordener Verletzter, der nur mehr Anspruch auf Invalidenrente hat, eine jährliche Rente von ca. 240 M. beziehen, während ein der reichs- gesehlichen Anfallversicherung unter Liegender Anfallverletzter bei einer durch Betriebsunfall hervorgerufenen Arbeitsunfähigteit 66-'3 Prozent seines Iahresarbeitsverdienstes als Rente erhält. Hoffen wir, daß auch die Anfallversicherung über die Rot der Zeit hinwegkommen und ihre segensreiche Wirkung bald so wie zur Friedens- zeit auszuüben imstande sein wird. Was hat nun ein Anfallverletzter zu beachten. damit er seines Anspruches auf Rente nicht verlustig geht? • Es muß hierbei vovausgeschickt werden, daß nur solche Anfälle in Frage kommen, welche sich in Betrieben die der reichsgesehlichen Versicherung nach § 537 RVO. unterliegen, ereignen. Verletzt sich ein Arbeitnehmer in einem solchen Betriebe, so muh sein erstes Bestreben sein, für die Erstattung der Unfallanzeige durch den Betriebsunternehmer Sorge zu tragen. Letzterer hat gemäß § 1552 RVO. die vorschriftsmäßige Aofallanzeige sowohl der Ortspolizeibehörde als auch dem Dersicherungsträger (Berufsgenossen- schaft) zu übermitteln. Dies kann natürlich nur dann geschehen, trenn dem Arbeitgeber der Anfall vom Verletzten gemeldet wird. Hier werden von feiten der Verletzten oftmals große ilnter- lassungssünden begangen. „Solange ich arbeiten kann, brauche ich den Anfall nicht, ich kann ihn ja auch später melden", so hört man oft sagen. Man vergißt, daß der Rachweis für den Betriebsunfall später nicht mehr so leicht zu erbringen ist. Keine Derufsgenossenschaft gewahrt ernx Anfallrente, trenn nicht der Betriebsunfall durch die ortspoliz^iliche Anfall« Untersuchung einwandfrei nachge« wiesen ist. Des weiteren erwachsen dem Verletzten oft noch Schwierigketten durch den Betriebsunternehmer, deii er zur nachträglich e n Unfallmeldung ersucht. 3n den ersten 13 Wochen hat der Verletzte grundsätzlich keinen Anspruch gegen die BerufS- genosscnschast er muß aber innerhalb dieser Zeit schlüssig werden, ob er Rentenansprüche an die Berufsgenossenschaft zu stellen hat. Dies wird dann der Fall sein, trenn voraussichtlich nach Ablauf der ersten 13 Wochen noch wesentliche. er werbSbehindemde Anfallfolgen bestehen werden. Viele Der- lehtc sind der Anschauung, daß sie nur bann eine Rente bekommen, trenn sie nach der 13. Woche noch nicht arbeiten können. Die Renten sind aber prozentual ab geftuft und sollen nicht nur den gänzlich arbeitsunfähigen, sondern auch den arbeitenden Anfallverlehten für die teilweise Einbuße ihrer Erwerbsfähigkeit entschädigen. Bevor die Derufsgenossenschaft zur Rentenfestslellung schreitet, hat die Ortspolizeibehörde die Anfalluntersuchung gemäß § 1559 RVO. vorznnehmen. Die Anfalluntersuchung bildet den Grundstein, auf welchem sich das ganze Entschädigungsver- fahren auf baut, und sie wird von Amts (regen, Dorgenommcn. Der Verletzte handelt Flug, trenn er feinen Anspruch auf Rente bei der Beruss- genosftnschaft. zu welcher fein Betrieb gehört, schriftlich anmeldet oder bei der OrlSpolizei- behördc noch vor Abbaus der 13. Woche die Vornahme d^r amtlichen Anfalluntersuchung beantragt und bei seiner Einvernahme Anfallrente beansprucht. Was die Frage der Verjährung des Rentcnanspruches anbelangt, so lautet der hierzu einschlägige Paragraph 1546 der Reichsversicherungsordnung wie folgt: Wird die Anfallentschädigung nicht von Amts wegen festgestellt, so ist der Anspruch zur Ver- meidung des Ausschlusses spätestens zwei 3ahre nach dem Anfall bei dem Versicherungsträger (Derufsgenossenschaft) anzumelden. Das heißt mit anderen Worten: Wenn der Verletzte infolge eines Betriebsunfalles eine Einbuße seiner Erwerbsfähigkeit erleidet unb er stellt innerhalb zweier 3ahre keinen Anspruch auf Entschädigung, so ist dieser erloschen. Rach Maus genannter Frist Bann nach § 1547 RVO. der Anspruch auf Rente noch geltend gemacht werben, es ist also der Anspruch nicht verjährt, wenn 1. eine neue Folge des Anfalles, die einen Ent« schädigungsanspruch begründet, erst später, ober eine innerhalb der Frist eingetretene Folge erst nach Ablauf der Frist in wesentlich höherem Maße, trenn auch in allmählicher gleichmäßiger Entwicklung des Leidens bemerkbar geworden ist : 2. der Berechtigte an der Anmeldung seines Ren- tenanspruches durch Verhältnisse verhindert worden ist, die außerhalb seines Willens waren. Der Anspruch ist in beiden Fällen binnen: drei Monaten anzumelben, nachdem die neue Anfallfolge oder Verschlimmerung bemerkbar geworden unb das Hindernis weggefallen ist. Zur Erläuterung der Ziffer 1 des § 1547 fei folgendes bemerkt: Eine Verletzung, bie dem Arbeitnehmer in den ersten zwei 3ahren nach dem Anfall keine derartigen Beschwerden macht, daß er einen Rentenanspruch erheben kann, verschlimmert sich nach Ablauf der Frist in einem Maße, daß eine Einbuße der Erwerbsfähigkeit ein tritt; hier liegt eine Verjährung nicht vor, nur muh der Verletzte darauf achten, Rentenanspruch drei Monate nach der eingetretenen Verschlimmerung zu erheben. Zur Ziffer 2 des § 1547 sei bemerkt: Eine Verjährung liegt nicht vor, wenn der Verletzte infolge Krankheit — nicht bei Ankenntnis des Gesetzes oder Ankunde des Lesens und Schreibens — verhindert war, Rentenanspruch zu erheben: auch hier gilt die Frist von 3 Monaten nach Wegfall der Verhinderung. 3n Zweifelsfällen wird der Verletzte stets gut tun, das Derufungsverfahren, das kostenlos ist, durchzusechten. Die Derufsgenossenschaft muh dem Berechtigten auf seinen Renten- Konferenz-Geschichten von einst. Die soeben beendete Londoner Konferenz hat bet Berichterstattung große Aufgaben gesteift, unb man kann wohl sagen, baß diese zur Zufriedenhett gelöst wurden. Die Berichterstatter aus allen Tei° len der Welt, die hier versammelt waren, wurden vortrefflich informiert unb waren in der Lage, sehr rasch über bie einzelnen Stadien der Der- Handlungen und bie abgeschlvssenen Verträge zu berichten In früheren Zetten hatten es bie Journalisten nicht so gut. Die Geheimbiplornatte stand in voller Blüte unb suchte alles von ber Oeffent- lichkeit möglichst fernzuhalten. Es herrschte damals ein grimmiger Kampf zwischen ber guruxf» Haltung ber Staatsmänner unb ber Reugrerbe der Berichterstatter, unb nur mit ben schwierigsten Tricks konnte ein tüchtiger 3ournalift den Inferenzen ein Schnippchen schlagen. 3n diese Zett vor fast 50 Iahren führen uns bie soeben in Lon- bvn erschienenen Erinnerungen eines ungenannten Staatsmannes, bie unter bem Titel „Das Licht früherer Tage" erschienen finb. Der Verfasser erzählt in amüsanter Weise von ber Merli ne r Konferenz von 1878, bei ber Dismarck^für strenge Geheimhaltung sorgte, unb von den Taten des berühmten Berichterstatters der „Times , be Dlowiy. Blowih war derjenige unter den anwesenden Berichterstattern, der über die Verhandlungen etwas herausbekam unb in seinem Blatt veröffenllichte. Er hatte einen „Helfershelfer", einen jungen Mann, ber mit einem der führenden Staatsmänner eng befreundet war. Dieser teilte Dlvwitz alles mit, was vor sich ging. ES wäre aber sehr unvorsichtig unb auffällig gewesen, wenn ber sehr bekannte 3ournalist mit dem jungen Mann gesprochen hätte, unb so hatten die beiden folgenden Trick der Verständigung verab- rebet. Der Helfershelfer sah jeden Tag zu Mittag m bau Hotel, in dem Mowitz wohnte, unb er brachte dann seinen Bericht im Futter seines Hutes mit. Wenn er fortging nahm er statt seines Hutes den von Blowih, der Iournalist nahm dann den Hut seines Zuträgers unb setzte sich auf diese Weise in den Besitz ber Reuig ketten. Eines Tages wollte es der Zufall, daß ein anderer Berichterstatter seinen Hut mit dem des Helfershelfers vertauschte. Glücklicherweise hatte er keine Ahnung, welch kostbaren Fund er gemacht hatte, sondern gab den Hut zurück, ohne von dem 3n- halt des Futters eine Ahnung zu haben. Dio- wih verfügte über ein geradezu wunderbares Gedächtnis. Als der Vertrag soweit fertig war. bah er nur noch unterzeichnet werben mußte, lag ihm natürlich daran, als erster den Wortlaut zu veröffentlichen. Die Abschrift von einem Teil hatte er sich verschafft, aber wie sollte er zu dem übrigen kommen? Er überredete einen ber Beteiligten, ihm einzelne Paragraphen wenigstens schnell vorzulesen. Dann stürzte er in fein Hotel unb diktierte seinem Sekretär alles, was er gehört hatte, Wort für Wort nieder. Da er wußte, daß sein Gepäck kontrolliert wurde, so lieh er sich das Schriftstück, bas den Vertrag enthielt, in seine Weste einnähen, brachte es persönlich nach London, und die „Times" hatte die Genugtuung, zuerst den Berliner Vertrag ber Wett mitzuteilen, bevor er noch amtlich bekanntgegeben war. ♦ Der „Hexenmeister von Schenectady". Wieviel bie Kultur der Vereinigten Staaten deutschem Geist und deutschen Männern verdankt, daran weichen die Amerikaner immer wieder erinnert, wenn einer ber groben Männer dahingeht, bie aus Deutschland eingeüxmbert sind unb denen sie so viel verdanken. Ein Deutscher, dessen Tod man in der Stadt seines Wirkens mit geradezu fürstlichen Ehrungen dem Gedächtnis der Aachweft eingeprägt hat, unb bem die angesehensten amerikanischen Zeitungen unb Zeitschriften begeisterte Rachrufe widmeten, war Karl Proteus Steinmetz, ber sog. „Hexenmeister von Schenectady". Die Bedeutung dieses vor kurzem dahingeschiedenen Deutschen, beffen erstaunliche Begabung wie ein Wunder angestaunt wurde und Der durch seine eigenartige körperliche Erscheinung bie Phantasie der Menge beschäftigte, wirb von Prof. Felix Hase in der „Amschau" gewürdigt. Steinmetz war ein kleiner, stark verwachsener Mann mit großem Kops, klugen Augen, bie unter einer Brille gütig hervorsahen., stets mit der Zigarre im Mund. „Wenn man diesen fobolbartigen Krüppel sah, dessen Körper gleichsam nur das Anhängsel eines riesenhaften Hirns war." heiht es in einem Rachruf. „wie er in seinem Laboratorium mit selbsterzeugten Blitzen spielte, bann glaubte man etwas zu sehen, was ans Aebernatürliche grenzte." Karl Steinmeh war am 9. April 1865 in Breslau geboren. Auf btr Aniversität. auf ber er sich den Raturwissenschaften widmete, trug ihm bie verblüffende Vielseitigkeit seines Könnens den Beinamen „Proteus" ein, ber ihm auch später in Amerika blieb. Da ihm seine soziattstifchM Anschauungen das Fortkommen in ber Heimat erschwerten, ging er mit einem Studien genossen Oskar Asmussen aus Kalifornien nach ben Vereinigten Staaten. Der Freund bezahlte für ihn bie Aeberfahrt. und als die Zollbehörde dem fleinen buckligen, gänzlich mittellosen Deutschen die Einwanderung nicht gestatten wollte, gelang es Asmussen, ihn durc^uschmuggeln. „Wir verzeihen gern das Vergehen der Beamten," heiht es darüber in einem Rekrolog, „weil sie uns in den Besitz eines solchen Schatzes gesetzt haben." Der amerikanischen Technik war damit eine Kraft gewonnen, die besonders auf bem Gebiete der Elektrizität Gewältiges leistete. „Steinmetz war in Amerika ber hervorragendste Vertreter der engen Beziehung zwischen moderner Wissenschaft unb 3nbuftrie,“ fo heißt es in einer Würdigung ber Rew Vork Times". „Sein Wirken bestand nickt bloß in ber Anwendung der Ergebnisse wissenschaftlicher Erfindungen auf die geschäftliche Praxis. 3m Gegenteil: er war ber Vertreter sowohl der reinen Wissenschaft wie der angewandten Wissenschaft, indem er sich den Forschungen und Erfindungen widmete, die, wie et wett vor schauend behauptete, schließlich nicht bloß unmtttelbar bet 3nbuftrie, sondern auch mittelbar der menschlichen Gesellschaft als Ganzes zugute kommen würden. Die glänzenden Erfolge, die er in seinem vorzüglich ausgestatteten Laboratorium zeitigte, setzten sogar seinen einzigen Rebenbuhler, Thomas Alva EÄson, in Helles Erstaunen, als er Steinmetz noch kurz vor seinem Tode in Schenctadh besuchte." Das größte Auftehen erregte Sleinmeh im vorigen 3ahr durch bie Erfindung seines „Dlitzerzeu- g e r s", mit dem er einen künstlichen Blitz in bei Stärke von einer Million Pferdekräften hervor- rief. Man verglich den buckligen Zauberer damals mit 3upiter. da er, wie dieser, Blitze scheu- bem könnte. Außer mit Arbeiten auf bem Gebiet der Elektrizität beschäftigte er sich auch mit der Erzeugung des „kalten Lichts", das er für wirkungsvoller unb billiger hielt als das elektrische Licht, unb trat für bie stärkere Verwendung der Wasserkräfte ein. Die Vervollkommnung aller Arten vor elektrischen Motoren war sein Hauptziel: ein 3ahi vor seinem Tode schuf er noch ein neues elektrisches Auto, das nur 2000 Pfund wiegt, 1000 Dollar kostet, eine Schnelligkeit von 60 Kim. die Stunde hat und 300 Kirn, ohne Erneuerung der Batterie läuft. Als Mensch war Steinmetz von großer Anspruchslosigkeit, und der hohe 3dealis- mus, mit dem er die Güter dieser Wett verschmähte, rang den Amerikanern die höchste Achtung ab. Am Tage feines Todes wurden । in Sche- nectady, wo er sein Laboratorium hatte, sämtliche öffentlichen Schulen geschloffen, und solange seine Leiche aufgebahrt lag, waren sämlliche Flaggen auf Halbmast gesetzt. Un DIMonen Prozent Datum: j 2a. a. (Eigener Q»ef *) Vom Rückzahlungswert. 3. 3et, 49. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zuverlässige Helfer 6484c Gnowag 0,190. 3m weiteren Verlaus die Abwärtsbewegung am Aktienmärkte •sotienmrie. (Ohne Gewähr.) Prise 26, setzte sich fort Schluß, fiht» w. Inhal stecken gcbäu* 3 Scheu! E gesehe I nicht z G Anzeiger.") Die Dürfe Detr. An di L für Er noch h bühren dieK geme: tungl dief. d Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Frankfurt a. M., 21. Aug. 0,72a 1,16 1,15 0,465 1.2 1 0,9 4,2 87,25 10,6 13,60 14,50 52,5 56,5 69 17 21,50 8 14,75 37,75 33 40 2,40 27,75 7,15 3,1 14 19,40 14>/5 17,25 16 7,3 18,9 16,3 10,60 17,12 8,90 38 47,5 2,60 3,25 2,8 13,5 0.65 1,3 13,62 2,2 3 5,12 11 4,6 3,90 2l! Sagdst b-!-Ä mi* Laut auf ® genann lag, de Iagdc teinber für die Hausfrau und alleinstehende Personen sind MAGGIS Suppen. Rasch und bequem, ohne Umstände, lediglich durch Kochen mit Wasser stellt man aus ihnen wohlschmeckende, nahrhafte Suppen her. 25 Sorten wie Eier-Stemchen, Eier-Nudeln, Erbs, Königin, Ochsenschwanzart, Pilz, Reis mit Tomaten, Tapioka echt usw. bieten angenehme Abwechslung. Man achte auf den Namen MAGGI und die gelb-rote Würfelpackung. Oer Alte aus Topper Vornan von Hanns von Zvbeltitz. “Sä'’ Berliner Börse. Drahtbericht des „Gießener Anzeiger.") Verl in, 21. Aag. Man glaubt in Kreisen der Spekulation mit einer Auflösung des Reichstages rechnen zu müssen und sieht infolgedessen dem Ausgang der ersten Reichstagsfihung mit gewissem Bedenken entgegen. Verstimmend wirkte ferner die neue Aeutzerung des englischen Schahkanzlers, daß die Durchführung der Londoner Deschlüsse noch zweifelhaft sei, da der Dawesplan grundlegend umgeänbert worden sei. Gewisse Bedenken löst jetzt auch das im Londoner Protokoll vorgesehene Gesetz über die Industrie- Obligationen aus. Die Tatsache, daß die Montanindustrie ca. 60 Millionen Goldmark innerhalb eines Jahres an Zinsen und Amortisationen^ für die Obligationen wird aufbringen müssen, läßt nach der Meinung der Börse erst die volle Schwere der Belastung aus dem Dawesplan erkennen. So übt man an der Börse große Zurückhaltung uno tDeber das Publikum iwch das Ausland war mit größeren Aufträgen auf dem Markt. Anleihe wurde schwach gehandhabt; nach einem Ansangskurs von 770 verzeichnete man um 12 Ahr einen solchen von 740 für 3proz. Reichanleihe. Der Geldmarkt blieb unverändert mit einem Zinssatz von 1/4 bis V2 Pro Mille für tägliches Geld. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 21. Aug. ES wurden notiert: Wetterauer Weizen 22 bis 22,50, Roggen. inländ. 18 bis 18,50, Braugerste 22 bis 23, Hafer, inländ. 19,50 bis 20, Mais, gelb 17,75 bis 18, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 32 bis 34, Roggenmehl 26,50 bis 26,75, Weisen- und Rvggenkleie 11,25 bis 11,75. An bc gei A besviü E 34 6,75 10,25 11,75 0,350 13,75 13,5 2,20 0,4’0 0,370 Lett. Je automc schrien kewoh eingesck Ä die Fa Veichl 15. M G verhehlt sich nicht, daß sich Schwierigkeiten in politischer Hinsicht bei der Beratung der Londoner Beschlüsse ergeben können, die vielleicht zu einer Auflösung des Reichstags führen dürften. So brachte die Eröffnung des heutigen Verkehrs eine scharfe Abwärtsbewegung. Die Kursrückgänge waren beträchtlicher als in den letzten Tagen, vereinzelt waren Kurseinbuhen bis zu 4 Billionen Prozent zu verzeichnen. Am Geldmarkt macht sich wieder starbes Angebot fühlbar, tägliches Geld 1/4 pro Mille, Monatsgeld ist trotz unverändertem Zinssätze von lA/a bis l3/8 im größeren Umfange zu haben. 3m Internationalen Devisenverkehr ist eine neue Abschwächung der drei europäischen Haupt Valuten gegenüber dem Dollar festzustellen. Das englische Pfund gab weiter nach, und zwar auf 4,481/2 bis 4.483/.,. Auch der Pariser Frank erfuhr eine Abschwächung auf 83,30 bis 83,40 in Pfundparität. Die Mark mußte sich ebenfalls einen neuen Rückgang gefallen lassen. Sie erlitt an der Reuhorker Börse gestern einen Rückschlag auf 4,219 Dill. Am Kassaindustriemarkt tarn es verschiedentlich zu Abgaben. Dagegen konnte sich der Anleihemarkt behaupten. Das Geschäft ttxtr wieder ziemlich rege. Kriegsanleihe stand im Mittelpunkte des Geschäftes. Schwach Toar die Haltung im freien Verkehr. Api 4, Becker-Stahl 2,12, Krü- gershall 8,87, Petroleum 18,25, Ufa 7,75, Entre- Eine hizinr-Einlita für 50 Hennig können Sie in her großen Warenlotterie zum Besten des Jugendherbergswerkes gewinnen. 6489V Frankfurt a. M.l Berlin Zabeltitz, daß er sich den Korporal aufgelesen hat und ihn fördern half. So sind sie denn zu drill in des Feldpredigers Quartier hinaufgestiegen und haben eine Stunde oder länger beieinander gesessen und geschwatzt. Geschwatzt — oder auch nicht. Denn wo der Eajetan war, da gab es immer auch im heitersten Hin und Her der Worte einen ernsten Kern. Der Wernebevg sah straff auf seinem Stuhle, sah recht aus wie ein Langgedienter, an dem sein Kapitän helle Freude hat: blitzblank die Montierung, sauber halbiert, gevad und voll der Zopf, und die Locken fest gedreht und gepudert. War sehr mvdeste, aber genierte sich auch nicht, zu sprechen, wenn er gefragt wurde. Spaßig: damals in der Schenke hat er geflucht, daß einem die Haare zu Berge steigen konnten. Heute paßt er ganz zum Eajetan. Kann auch lächeln wie der: nicht ganz so, aber beinahe. „Müssen wissen, Herr Qünfer, das ist mit der Frömmigkeit im Kriege solch eine Sache," sägt er einmal. „Zum Exempel ich, ich bin erst ganz wild und wüst geworden. Wenn einer sein Gebet zum Herrgott schickte, stteg's mir schon gallbitter im Halse auf. Wenn wir zur Predigt sollten, lacht' ich heimlich oder (aut, je nachdem. Manchesmal kam wohl Scham und Reu', doch die schluckt' ich ’runter, schlug sie tot und trieb's desto ärger. Das ging so Jahre. Und so ist's mit den meisten. Ist ja viel Pack und Crapule unter uns, und einer steckt den andern an.“ (Fortsetzung folgt.) Friedrich gesagt, aber Gellert dachte der Lehre des Jesus Sirach: Dränge dich nicht zu den Königen! Ja, Leipzig war eine Universitätsstadt, der besten eine in deutschen Landen, und die jungen Studenten hatten überall ein Herz für den großen Kämpfer. Manch einer, wie in Frankfurt und Halle, so auch in Leipzig, trat freiwillig, in heller Begeisterung, unter die Fahnen. 3n eins der Freikorps etwa, die Friedrich ge ade damals errichtete, unter dem General von Gschray etwa und unter dem Obersten Schont). Und manch anderer toieber, der längst dem Kalbfell gefolgt, nutzte die Zeit und setzte sich mitten unter die Studiosen. Hat eines Tages der Page Zabeltitz seinen Urlaub, schlendert durch die Grimmaische Gasse, sieht von weitem seinen lieben Eajetan Grolich und winkt. Der ist aber nicht allein, neben ihm marschiert ein baumlanger Korporal. ,Wo hast du die alle Kriegsgurgel nur schon gesehen?' denkt der Page. .Ist vom Regiment Prinz Heinrich nach der Montierung. Richtig — abends in der Schenke, eh ich zum König kam. mit seinen Burschen, die er so spaßig an der Wand aufgereiht hatte, daß sie ihm nicht entwischten. Gin Mordskerl damals und heut ein frommer Landsknecht, mit dem Eajetan irra) einem Bündel Bücher unterm Arm.' Indem war er hevangeßornmen und schüttelte dem Grolich die Hand. Der Korporal stand in Positur vor dem roten Pagenrock. Page Seiner Majestät — das war immerhin etwas. Und solch Page fühlt sich macht eine gnädige Handbewegung, wie etwa: steh' Er bequem. Da erzählt denn der Feldprediger: sie kämen aus der Aula, hätten beide DvMnattk gehört. Wirtschaft. ' Erste Zinszahlung auf Goldanleihe. Der Ginlösungskurs für die am 1. September fällig werdenden Zinsscheine für Schatz- anmeifungen des Reiches ist vom Reick^- stnanzminister auf eine Billion Mark für eine Mark Gold (1 Dollar = 4,20 Billionen Mk.) festgesetzt worden. Es handelt sich bei diesen Anweisungen bekanntlich um die sogenannte Goldanleihe. ' Zurückziehung italienischen Kapitals aus Polnisch-Oberschlesien. Wie der „Deutsche Handelsdienst" aus Mailand erfährt, hatten sich italienische Finanzkreise größere Grubenfelder in Polnisch-Oberschlesien gesichert. um sich an dem Ausbau der dortigen Montanindustrie in stärkerem Umfange zu beteiligen. Runmehr hören wir, daß das Vorgehen der polnischen Behörden gegen die Hohenlohewerke und andere größere Verwaltungen die betelligten italienischen Finanzkreise in höchstem Maße konsterniert hat. Das Befremden ist umjo größer, als man darüber informiert ist, daß gerade bei den Hohenlohewerken auch polnisches und vor allem französisches und tschechisches Kapital in erheblichem Umfange beteiligt ist. Man erblickt in dem Vorgehen der polnischen Behörden lediglich eine Konzession an d i e nationalbolschewistischenKreise ehemaliger Aufständischer, die heute in Polnisch-Oberschlesien noch immer eine stärkere Macht bilden als die Regierung selbst. Man fragt sich, ob unter diesen Umständen eine organische Wirtschaftsentwicklung überhaupt möglich und nicht vielmehr eine weitere Investition italienischen und überhaupt ausländischen Kapitals m i t den größten Gefahren verbunden ist. Sowjetrussische Finanzverbindungen. Finanzverbindungen mit dem Auslande hat dec Vorsitzende des Staatshandels des Rordwestgebiets, L a n d a , der für einen der besten wirtschaftlichen Köpfe dieses Gebietes gilt, auf Reisen durch verschiedene Länder angeknüpft. Die am meisten zugänglichen Länder waren die skandinavischen Staaten. In D ä n e m a r k ist mit Bewilligung der Regierung ein besonderer Fonds für den Diskont russischer Wechsel gegründet worden. der über 20 Millionen Kronen beträgt. Außerdem haben sich einige Großbanken bereit erklärt. besondere Geschäfte mit Rußland in der Höhe von 100 000 £ zu finanzieren. In Schwede n ist gleichfalls ein Kredit zu günstigen Bedingungen erzielt worden. Der ..Staatshandel" hat daraufhin sich einen Vorrat von technischen Gneugnissen im Werte von 2 Millionen Gold- rubel angelegt. In der Hauptsache wurden Exportgeschäfte (Früchte. Wild, Geflügel usw.) mit Schweden abgeschlossen. — 2n England widersetzten sich die Besitzer russischer Werte und die Banken hartnäckig finanziellen Vereinbarungen mit Sowjetruhland. Immerhin haben sich auch dort einzelne größere Firmen bereit finden lassen, mit dem „Staatshandel" Geschäfte abzuschließen und ihm unter günstigen Bedingungen Kredite zu gewähren. Dabei wurden mit Schottland Geschäftsbeziehungen neu an geknüpft. Rach England veickauft wurden große Partien Flachs und Hede. Wie Landa behauptet, sei die Geschäfts- t^elt des Westens begierig, normale Beziehungen zp Sowjetrußland herzustellen. F ' ReueHochöfen inTunis. Rach einer aus Tunis vorliegenden Meldung hat sich ein Syndikat zur Errichtung von Hochöfen mit Stahlwerken und Koksöfen gebildet. Die zur Bearbeitung der einheimischen Erze notwendige Kohle kann auf der Rückfahrt von den Phosphat tragenden Schiffen mitgebracht werden. Als Haupt- absatzgebiet für die Stahlproduktion wird Italien angesehen. Zungen, die Aschen 3ci Wfetmafcn jwcbonalb ( y Fülle dm ünctoben crtL ^Jungen, d jungen SfiTrcnf 2 Island MAreötsn Lei £te.t ^erhalb & Sm» s.*s kA Wo fout^oni 5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche RcichSanleihe . »'/."/-Deutsche Reichaanleth« 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Sparprämienanleth« 4% Preußische KonsolS . . . 4% Hessen .......... 3‘4’Zo Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-An«, dto. Loll.-Schatz-Amretsug.') 4"/o Solltürten 3% Tvldmextkaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank Tarmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank.........| Deutsche BereinSbank .... Disconto Lommandit .... Mekallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Leslerreichische CrebltanftaU. Wcstbank............ Bochumer Guß ...... BudernS............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben...» Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte....... Oberbedarf Phönix Bergbau....... Rheinllahl Riebcck Montan........ TelluS Bergbau ........ Hamburg-Amerika Pakei. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werte Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Nnglo Cont -Guano Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt . Gries. eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ........ RütgerSwerke..... Scheideanstalt ........ Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...... Mainlrasrwerke ....... Schultert........ Siemens L Halske...... Adlerwerte Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hcyligenstaedt . Mcguin. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellichaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ Schuhfabrik Herz . . , , . . Sichel. ......... Zellstoss Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . So ist Frau Beate still aufgeftanben, mit schweren Tränen in den Augrn, und hinüber* gegangen in die Küche. Die Mrchante follte dennoch ihr Warmbier hohen und Schmeerbrot dazu — trotz allebem. Am Rachmittag hat sie mit der Ruth oben beim Klöppeln gesessen. War aber sehr schweigsam heute, so daß der Rotkopf manchmal mit verwunderten Augen aufschaute. Lind fleißig war die junge Gnädige. Die Klöppelhölzer flogen nur so. Mit einem Male hört sie unten die Tür gehen und gleich auch, wie der Herr Vater über den Hof ruft, gewaltig laut: „Marzanke! Mar- zanke!" Muß doch zum Fenster hinaussehen. Da kommt der Marzanke schon angelaufen, mit klappernden Holzschuhrn. „Gnädiger Herr!" „Wollt' dir bloß sagen, Marzanke: b?r König hat wieder eine große wchlachi geschlagen. Ja . . einen gloriosen Sieg erfochten. Da ... in Sachsen, über die Oesterreicher. Der Herr' Junker wird auch dabei gewesen sein, also auch dein Junge, der lange Laban. Ja . . schick's im Dorfe herum, mit der Krakulle. Alle müssen's zu wissen kriegen." > Auf Beatens ernstem Gesicht ist ein kleines Lächeln gekommen. So ist er nun, der Vater — hat sie g'dacht. Die Ruth aber hat arg geprudelt, und endlich könnt' sie nicht mehr schweigen, mußte fragen: „Eine große Schlacht? Der Kaspar. . Ta ist das Lächeln um die herben Lippen gleich erstorben. Hat ganz leise geantwortet: „3a, lieb Kind. Wir müssen hoffen und beten —“ Soviel, soviel hätt' Ruth noch fragen und sagen mögen, traute sich aber nicht Dachte nur: ,3a, hoffen und beten. Das will ich wohl. Recht von Herzen. Für ihn, für ihn, wenn er meiner auch ganz vergessen hat.' Warf die Klöppel, mit eifrigen Fingern, und könnt' doch nicht sehen, was sie tat. Denn ihre Gedanken waren weit weg von der Arbeit, und vpr den Augen schimmert' es bunt. Vergessen — vergessen . . , schreibt nimmer mehr. . . denkt wohl nimmer an mich ... an solch armes Ding . . . draußen im Feldlager... bei des Ksönigs Majestät ... * * * Schöne, lustige Winterquartiere h.tts diesmal gegeben. 3n Leipzig. Das war nicht so kümmerlich wie sonsten. Majestät hielten ein wenig Hof, hatten Höchstihre jungen Reffen nachkommen lassen. Auch ein paar Musiker von seiner Kapelle berief der König, zumal den alten Fasch, und hatte fast täglich sein Konzert, griff sogar dann und wann selber zur Flöte, trotz öer wackelnden Zähne. And Leipzig war Universitätsstadt: da lebten auch Gottsched und Gellert, und wennsckwn sich Majestät sonsten nicht viel um die deutschen Poeten kümmerte: die wollte er doch kennen lernen. Wurden also befohlen und kamen: der gravitätische Gottsched, so sich für einen gewaltigen Dichter vor dem Herrn hielt: der sächsische Schwan fand aber wenig Gnade. Papa Gellett mit seinen Fabeln, der schnitt besser ab; mußte das Geschichtlein vom .Maler in Athen' deklamieren und sprach freimütig und offen. Das gefiel dem König. „Gr muß wiederkommen," hat Banknoten. (Ohne Gewähr.) Ffrtfti, 21. Aug. Geld | Briet Remark. Amertkantsche Noten .... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten..... Deutsch-^csterr.,äioa Krone« Rumänische Noten..... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten...... Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten..... 4,13 20,77 67,68 18,785 22,59 162,34 18,40 67,76 5,91 1,90 111,64 78,70 55,46 12,55 5,44 4,21 20,87 67,92 18.835 22.71 1*3,18 18,56 58,04 3,93 1,92 111,70 79,10 53,74 12,61 5,48 s voll voll 2 voll voll voll voll voll voll voll Schlul, Rur» Schluß, ftur» Schluß flur« 21.8. 0. 8. 21. 8. 0,720 0,720 u,720 - 1,11 1,(5 1,076 1,03 1 1,6 1,575 1,525 0,450 0,440 — 1,125 1,31 1,32 1 - 1,076 — — 0,9 0,85 1,2 4,2 4,2 4,2 86,8 87,25 86,3 10,25 10,60 10,50 40,25 42 42,60 32 33,5 30,50 6,50 6,87t 0,50 96 10,40 9,75 11,125 11,76 11,13 0,32 — — 13,40 13,875 13,50 - — — 2,1 2,125 2 0,475 0,425 0,400 0,350 0,5 6,45 62,5 50,75 12,7 13,40 12 75 19,75 14,76 18,90 50,76 64,5 50.26 54 56,12 54, .0 66 66,5 64,5 16,25 17,40 16,1 19,12 21 19,13 7 75 8 7, Ü 12,76 14,25 12,70 36 37,5 35,75 29,5 31,62 29,9 38 38,76 37,50 2,1 — — 27,70 27,75 26,625 6,75 7,10 6,8 3 — __ 12,25 — — 3.75 4,60 4,13 12 12,70 12,26 18.65 19,37 18,75 1,45 —- — 13,75 14,75 14 16,75 17,65 16,76 15,40 16,25 16,60 7 — 17,5 18,25 17,65 14,60 — — 9,40 10,26 9,4 15,40 16,75 15,1 8,25 — — 35,5 37.6 36,6 — 45,5 40 2,40 2,65 2,6 2,90 3 2,75 2,95 —- — 13,65 14,5 13 0,65 —- ',13 1,26 1,25 12 6 — — 2 2,1 2 2,6 3,6 3,25 4,65 F.bO 5 10,25 10,75 10,13 4,05 — — 3,35 3,9 3,65 20. Aug. 21. Aug. Repart. Amtliche Geld Notierung Brief Kintitt? 'Jiotterim Äelo Brief 20. 21. Amst.-Rott. 162,44 163,26 162,44 163,26 Noll voll Brss.-Stniw 21,05 21,15 20,85 20,55 DOtl voll Cbristiania. 57,85 58,16 57,8. 68,15 voll voll Kopenhagen Stockholm . 67,68 111,22 680)2 67,73 68,0? voll voll 111,78 10,53 1875 111,22 111,78 voll voll HelsingforS. Italien. . . London. . . 10,47 18,65 10,47 18,40 10,53 18,50 voll voll voll voll 18,815 $05 18,90 8 90 voll voll Neuhork . . -Ä 78,95 4,21 4,H 4,21 voll voll Paris. . . . 12,735 22/. 9 22,71 voll voll Schweiz . . 79,35 *8,75 <9,15 voll voll Spanien . . Wien in D.' 55,61 V5.89 65,56 65,84 voll voll Oest. abgest 5,916 5,935 5,916 5,935 voll voll Prag . . . . Budapest. . 12,59 12,65 12,67 12,63 voll voll 6,52 6, ,4 5,47 5,49 voll voll Buen.-Aires 1,40 1,41 1,40 1,41 voll doll Bulaarien 3,04 8,05 3,01 3,05 voll voll Japan . . . 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