Äfl*. ®tt * ftfiy*«* "biMM-tt. S'LL - Jenen der ^ttfcnenfürforge. - örimbcrg. - Feld- «■ und Ledrr-2ef. kS föm ■ wL Zaren kt, ^L?r -Sä* -S'enmg 'S Dit pfiatt Nkalfen. Ibt ■ unter dieser Rubrik t die Redaktion bem iei Verantwortung.) «stein maßgebend? jrj>lan, der cus 6h? Jt Kt, ifl die Strafe Äilomtfcr angegeben. • «lasse 3 Pi. kostet, Aichen-Lchifsenberg igeunte nach oben «Wch richtig. Run GiWertHMen o^es Unrecht. Bober Sahnverwaltung solch er so Semen Strafe sich so. «4« vor der tiezg stehi Der sechste 3fttr Dttitr Ifi dann ich mir von erner sagen lassen, dir en begmnemn Ätto» lometer. (Str ftlly Er Haufen), ttt in 7x3 - 21 Pf. . gibt 30 Pf. Denn 25 Pt gelassen Me! ■&. Hier sollte doch die rit walten lassen 'inb Pie Vevölteram von rn-Stembrrg, d« die > gehört mll 80 heute sind 10 Pf w _ ta»o-. 6®^ ibliothrkv'Da. tt vielitovlloi 6h .'gurt“ ter ^nsbuchrr , - Stuttgart. IM" che Mens-rn^A »«*s Flickr In z, * ^ilaci hineshau$ iiatiu™ ;70jL, -*****^^F Nr. uo Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monats-Vezvyspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F er n s p r e ch-Anschlüsfe: für die Schristleituna 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Zranksurt a. M. 11686. DKllSMg, 22. Zull 1924 Erstes Blatt 17<. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Brette 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: H ans Beck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilSts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschästiftelle: Schulstratze 7. Neue Schwierigkeiten in London. Die amerikanischen Geldgeber gegen die französisch-belgischen Pläne.—Bon der Einladung an Deutschland war nicht die Rede. Sachlieferungen an die alliierten Mächte auf Reparationskonto von diesen wieder aus- geführt würden, z. B. nach Rußland. Doch seien in dieser Beziehung beruhigende Bersicherunngen abgegeben worden. Im übrigen verbiete der Sachverständigenplan selbst die Wiederausfuhr dieser Materiallieferungen. Bon der Berufung der eutschen Bertdreter zur Kvnn - ferenz sei heute vormittag nicht die Rede gewesen. Die nächste Plenarsitzung soll nicht vor ittwvch stattfinden. Reue Schwierigkeiten. Die Bankiers gegen die französisch-belgischen Pläne. Paris, 22. Juli. (WTB.) Ueber die neuen Schwierigkeiten, die aus der Londoner Konferenz aufgetaucht sind, meldet der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris": Im Laufe der Besprechung des belgischen Finanzministers mit dem Teilhaber Morgans L am on t und dem englischen Fi- nanzmann Robert Kindersletz wurde die Frage der Garantien, die den ausländischen Änleih^eichnern bewilligt werden sollen, besprochen. Der Finanzminister hat den Bankiers die geplanten Reformen der Repko, die die französische Borherrschaft beseitigen, mitgeteilt und auch über die Priorität auf alle deutschen Zahlungen gesprochen. Lamont habe erklärt, daß die Repko bei der Masse des amerika- Nischen Volkes nicht das geringste Vertrauen besitze. Rach dem „Matin" hat auch Ministerprast- dent Herriot mit denr Teilhaber der Bank Morgan, Lamont, eine längere Unterredung gehabt. Der Berichterstatter glarbt vermuten 3'1 können, daß Lamont Entgegenkommen gezeigt habe. Heute, Dienstag, werde man erkennen können, ob dieser Geist des Entgegenkommens so weit gehe, das zu versprechen, was Herriot noch bewilligen könne, ohne dem Versailler Vertrag Abbruch zr tun. Es scheine, daß Herriot in seinen Konzessionen soweit gegangen ist. wie das französisch« Parlament es gestatten werde. , 1 . Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" beurteilt die Lage wie folgt: Gestern abend fei man so weit gegangen zu behaupten, daß Owen Young amerikanischen Pressever- tretern gesagt habe, die Verständigung mit der französischen Politik sei wirklich nicht durch- zuführen. Däeser Umschwung mäste wohl von dem Telegrammen herführen, die seit Sonnabend mit den maßgebenden amerikanischen Fmanzlcuten gewech- elt wurden. Am gleichen Abend habe Srr Eyre Crowe sich zu Herriot begeben indes sei nicht schwer, das Gespräch slch vorzustellen. Die französisch-belqische Gegenwehr. Der Sonderberichterstatter der Havas- agentur meldet, der französische und der belgische Finanzminister hatten natürlich mit aller Kraft gegen die Ansichten der Bankiers Stellung genommen und auseinandergeseht, daß diese dem Versailler Vertrag zuwiderlaufen, auf dessen Aufrechterhaltung Belgien keinen geringeren Wert lege wie Frankreich. Man müsse sich daher u m andere Möglichkeiten bemühen, um die von den amerikanischen Bankiers verlangten w e v teren Garantien zu bieten. Es verlautet, daß man daran gedacht habe, der Repko zwar die Feststellung der Verfehlungen Deutschlands »u übertragen, aber dem Finanzausschuß des Völkerbundes die Beurteilung d/r Konsequenzen dieser Feststellung zuzuweisen. Auch soll der Gc> danke erwogen worden sein, ob man nicht das Sachverständigenkomitee das den D a w e s b e r i ch t a u f g e st e l l t fr « t, to eiter bestehen lassen soll, um ihm in dieser Eigenschaft die Aufgabe za übertragen. nach einer Verfehlung Deutschlands gegen seineneuen Verpflichtungen z i bestimmen. was geschehen soll. Angesichts der Verschiedenartigkeit all dieser Stand- punkte sei gestern kein Beschluß gefaßt worden und es werde heute eine neue Zusammenkunft stattfinden. In frauzostschen und belgischen Kreisen habe man unter wenig günstigen Eindrücken gestand^. Man hoffe jedoch daß der Wille, zum Ziele kommen, bei den verschiedenen Delegationen es möglich mache eine übereinstimmende Losung zr fmten die sämtlich in 'Betracht kommenden Interessen wahrt. ' Beschlüsse in der Räumungsfrage. Paris, 21. Juli. (WTB.) Der Unterausschuß der zweiten Kommission (Freigabe der Pfänder) ist, wie Havas aus London berichtet, heute vormittag in längerer Sitzung zu folgendem grundslichen Beschluß gekommen: „ Deutschland hat zunächst die 5 B e d i n g u n g e n z u e r f ü l l e n, von denen die Reparationskommission In ihrem De- 3n der Nacht vom vergangenen Sonntag auf Montag wurde in Berlin bekannt, daß die Londoner Konferenz endlich an dem Punkte angelangt sei, wo man Deutschland gnädigst und huldvoll zu den Verhandlungen zuziehen könne. Außenminister Dr. Stresemann, der gerade in Swinemiinde bei der Hundertjahrfeier des See- ,bades weilte, eilte im Flugzeug nach Berlin, raste im Auto zum Auswärtigen Amt. um — die Einladung der Entente nicht vorzusinden. Die Alliierten hatten es nicht so eilig. Die großen Fünf, Macdonald. Herriot, Theunis, Stefan i und Ke Il og traten erst am gestrigen Montag vormittag zusammen, um Vorschläge für die ZZvllkonferenz über eine allenfallsige Einladung deutscher Vertreter zu beraten. Die Dolltonferenz, die am Mittwoch zusammentritt, wird über die Einladung entscheiden. Vorausgesetzt, daß die neuen Schwierigkeiten, über die die untenstehenden Drabtberichte Näheres besagen, bis dahin behoben sind. Die in diesen Meldungen 'hervorgehobenen Gegensätze zwischen den amerikanischen Finanzleuten und den französisch-belgischen Methoden dürften inzwischen auch die englische Presse belehrt haben, die sich sehr erstaunt darüber stellte, daß „die Zeit", das Organ Stresemann s, die Beschlüsse des ersten Ausschusses tn der Sanktionsfrage als „für Deutschland unannehmbar" bezeichnete. Die englische Presse erklärte fast übereinstimmend, dieser Beschluß des ersten Ausschusses sei doch in Geist und Wortlaut das Werk des amerikanischen Sachverständigen Vvung, und der amerikanische Delegierte Logan habe doch in der Schlußsitzung der ersten Kommission die Genugtuung der Amerikaner über das Ergebnis der Beratungen dieser Kommission zum Ausdruck gebracht. Endlich sei diese Feststellung ganz im Sinne des in England eingetrostenen Staatssekretärs Hughes gewesen, der sich während der Tleberfahrt .nach England auf drahtlosem Wege genau über die Bindungen der Amerikmer in der ersten Kom- mstsion habe unterrichten lassen. So wurde von englischer Seite der Versuch gemacht, die deutschen Vertreter einzuschüchtern und ihnen mit amerikanischer Ungnade zu drohen. Die Umgebung Herriots läßt inzwischen beharrlich die Meldung verbreiten, Frankreich werde nicht nur auf den 4000 französischen und belgischen Regieeisenbahnern in Rheinland und Westfalen, sondern auch darauf bestehen, daß die Deutschen, wenn man sie in London reden laßt vor das Tribunal der Reparationskom- Mission gestellt werden als vor den allem zuständigen Richter. Ha, Herr Peretti della Rocca, der Alba des Londoner Dramas, soll den Wunsch geäußert haben, daß es der deutschen Delegation nicht möglich sein dürfe, offizielle Formabänderungen des von den ANiierten gemeinsam festgelegten Programms zu erreichen. Wenn sich Herriot und Macdonald diesen diplomatischen Rat zu eigen machen sollten, wäre die Diktat- und Ultimatumspvlitik schluß vom 15. Juli die Feststellung abhän- ' gig gemacht hat, daß der Sachverständigen- )lan als ausgeführt zu betrachten sei. < Bon den Alliierten werden demgegenüber folgende Maßnahmen getroffen werden: 1.Die deutschen Behörden werden wieder in die Funktionen eingesetzt, die sie hinsichtlich der Steuer- und Zollerhebung, sowie allgemein hinsichtlich aller wirtschaftlichen und steuerlichenAngelegenheiten der zur Zeit besetzten Gebiete vor dem 11. Januar 1923 ausgeübt habe. Diese Wiedereinsetzung hat im Rahmen des Versailler Vertrages durch Entscheidung der RheinlandkvmMission und unter Berücksichtigung der Bedingungen des Sachverständigenberichts zu erfolgen. 2. Die von den französisch-belgischen Behörden beschlagnahmten Bergwerke, Kokereien und industriellen Betriebe werden zurückerstattet. 3. Die Micum wird zurückgezogen. 4. Der Personenverkehr wird wiederhergestelltund die requi- riertenGüter werden zurückerstattet. Der Berichterstatter fügt hinzu, zu einer längeren Diskussion sei es auch wegen der Rückgabe der Eisenbahnen gekommen. Die englischen Sachverständigen hätten darauf bestanden, daß die Einheit des deutschen Eisenbahnnetzes v o r der Zeichnung der Anleihe wieder hergestellt werden müsse. Die französischen und der englische Eisenbahnsachverständige würden beute vormittag in dem Unterausschuß die technischen Voraussetzungen für das Verschwinden der französisch-belgischen Ersenbahn- regie und für die Wiedereinsetz ing der deutschen Msenbahnbehörde auseinandersetzen. — Die „Anempfehlungen" des ersten Ausschusses. Der amtliche Wortlaut. London, 21. Juli. Der Wortlaut des Berichtes des ersten Konferenzaussch rsles ist, wie an- gekündigt heute abend veröffentlicht worden. Don amtlicher britischer Seite wird dazu bemerkt, daß dieser Bericht nur Anempfehlungen and keine endgültigen Besch lüsse darstelle. Der Bericht lautet: Das Komitee hat die Ehre, der Konferenz zur Prüfung und Entscheidung folgende einstimmige Anempfehlungen bezüglich des Absatzes C und des § 5 des englisch-französischen Memorandums vom 9. 7. 1924 zu unterbreiten: 1. Die in der Reparationskommission vertretenen Regierungen werden, indem sie sich auf § 22 des Anhangs 2 zum Teil 8 des Dusailler Vertrages berufen, den Anhang durch Einfügung des folgenden § 17 abändern: Wenn die Reparationskommission zu beschließen hat. ob Deutschland in Ausführung irgendeiner Verpflichtung unter diesem Teil des augenblicklichen, am 10. 1. 1920 in Kraft gesetzten und darauf gemäß den Destim- mungeir dieses Anhangs abgeänderten Vertrags von Versailles oder unter dem vom 9. 4. 1924 datierten Sachverständigenplan in Verzu g gerat e n ist. so soll ein amerikanis cher Burger der in der nachstehend vorgesehenen Weise ernannt worden ist. an der Erörterung terlneh- men und seine Stimme abgeben, als ob er unter &em § 2 dieses Anhanges ernannt worden wäre. Der amerikanische Bürger wird durch einstimmige Entscheidung der Reparationskommissron innerhalb von 30 Tagen nach Annahme dieses Abändcrungsantrages ernannt werden. Falls die Reparationskommission zu keiner einmütigen Entscheidung gelangt, soll die Ernennung durch den jeweiligen Präsidenten des ständigen internationalen Gerichtshofs im Haag erfolgen. Die ernannte Persönlichkeit soll fünf Zähre den Posten bekleiden und kann wieder ernannt tixrten. 3m Falle einer Vakanz tritt dasselbe Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers ein. Voraussetzung bleibt, dah^ wenn die Vereimg- ten Staaten von Amerika amtlich durch einen Delegierten in der Repavationskommrssron vertreten sind, irgendein unter den vorgenannten Bedingunggen ernannter amerikanischer Bürger aufhören soll, Mitglied der Kommission zu fein, und keine neue Ernennung unter diesen Bedingungen erfolgen soll, solange die Vereinigten Staaten amtlich vertreten sind. 2. Wenn die Reparationskvmmission eme Verfehlung seitens Deutschland feststem, so werden die interalliierten Regierungen mit der Gewissenhaftigkeit eines gemeinsamen Treuhänders für ihre eigenen Finanzinteressen wie für die Nnanz- interessen derjenigen Personen handeln, die in Verbindung mit dem in Frage stehenden Plane Geld leihen und sogleich über die Natur der anzuwendenden Sanktionen und über die Methoden einer schnellen und wirkungsvollen Anwendung beraten. 3. Um auch die im Dawesbericht vorgesehene Anleihe von 800 Millionen Goldmark sicherzustellen und um die Unterbringung der Anleihe zu erreichen, erklären die Mächte, daß, falls Sanktionen infolge eines Verstoßes seitens Deutschlands angewandt werden müssen, sie alle besonderen Sicherheiten respektieren werden, die dem Anleihedienst gewährt werden. Die alliierten Mächte sind weiter der Ansicht, daß der Anleihedienst absolute Priorität genießen muß hinsichtlich aller Hilfsquellen Deutschlands, auf welche das allgemeine Pfandrecht zugunsten der Anleihe gewährt wird, ebenso hinsichtlich aller Einnahmen, die sich infolge der Anwendung von Sanktionen ergeben. Die alliierten Mächte stimmen ferner darin überein, daß sie wahrend der Laufzeit der Anleihe nicht zu Sanktionen greifen werden, sofern nicht die Repko eine Verfehlung gemäß Abschnitt 3 des Teiles 1 des Dawesberichts festgestellt hat und zwar durch eine begründete Entscheidung, nachdem sie die Ansicht des Generalagenten für die Reparationszahlungen und des Vertreters der auswärtigen Anleihegläubiger eingeholt hat. 4 Sofern nicht etwas anderes in den vorstehenden Paragraphen festgesetzt wird, bleiben alle bestehenden Rechte den Signatarmächten desDer- sailler Vertrages Vorbehalten. Die französisch- belgischen Regiepläne. Ein Urteil aus deutschen Fachkreisen. Berlin, 21. Juli. (WTB.) Zu dem französischen Plan, bei der Rückgabe der Strecken des besetzten Gebiets an die deutsche Reichsbahn trotz sonstiger Liquidation der Regie 4000 französische und belgische Eisenbahner im Betriebe der rheinischen Eisenbahnen zurück- zulassen, wird uns aus Eisenbahnfachkreisen erklärt: Ein solches Verlangen geht nicht nur über die Bestimmungen des Versailler Vertrages undden Plan der Sachverständigen hinaus, sondern widerspricht direkt dem Geiste des Da- wesgutachtens, das die wirtschaftliche Souveränität Deutschlands wahren, die Reparationsfrage auf rein wirtschaftlichem Wege ihrer Lösung zu führen und dazu die Einheit ber deutschen Verwaltung wiederherstellen will. Die deutsche Reichsbahn kann die ihr zugedachten Reparationslasten auch nur dann voll tragen, wenn ihr Gesamtnetz wieder wie früher eine wirtschaftliche Einheit bildet und nach den Grundsätzen höchster Wirtschaftlichkeit betrieben wird. Vorbedingung dafür ist, , daß Reibungen und Störungen des Betriebes gerade in dem rheinischen Verkehrszentrum ausgeschlossen werden. Solche Störungen sind aber unvermeidlich, wenn dort 4000 Franzosen und Belgier als Fremdkörper in dem Personal der deutschen Reichsbahn sitzen. Die in dem Bahnbetrieb geradezu unerläßliche Einordnung und Unterordnung sowie das dienstfreudige Zusammenarbeiten aller Personalgruppen wären unerreichbar, wenn in einem Teile des Netzes ftemd- ländrsche und ftemdsprachige Beamte im Dienst mittoirften. Aus dem Bedürfnis der Praxis ist der französische Plan sicher nicht entstanden. Da die Delmige der alliierten Truppen durch das Rheinlandabkvmmen und die Orbon* nanzen der Rheinlandkommission sichergestellt sind und Schwierigkeiten für die alliierten Truppen vor der Ruhrattion ftch nie gezeigt haben, wie auch während der passiven Resistenz die Versorgung der englischen Truppen durch Abmachungen mit den Eisenbahnergewei-kschaften durchaus sicherge stellt war. würde sich unschwer auch jetzt ein Weg für entsprechende Sicherungen finden lassen. Schon aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen heraus ist deshalb der französische Plan unannehmbar. Heute Neichstagsbeginn. Heute nachmittag 3 älhr beginnt der Reichstag wieder seine Plenarsitzungen. Soweit es sich bisher übersehen läßt, wird der Reichstag nur Arbeitsstoff für einige Sitzungstage haben. Wann die zum Sachverständigengutachten gehörenden Gesetze den Reichstag beschäftigen werden, hängt von dem Verlauf der Verhandlungen der Reparationskommission und von dem Ausgang der Londoner Konferenz ab. Es wird damit gerechnet, daß der Reichstag in den ersten Tagen des August eine längere Sommerpause eintteten lassen : kann. wieder einmal fertig. Dies scheinen auch die amerikanischen Fmanz- märnier erkannt zu haben. Mit welchem Erfolg, dürfte bald bekannt werden. Jedenfalls wirb der deutsche Reichstag, der heute zusammentritt, vor den schwierigsten Aufgaben seit der Verhandlungen über das Versailler Diktat stehen. Die Regierung will nach allem aus parlamentarischen Kreisen an uns gelangenden Meldungen in iprer Ablehnung aller für Deutschland untragbaren Beschlüsse ber Londoner Konferenz festbleiben. Die Betonung dieser Haltung und Stellung scheint uns um so notwendiger, als eine gewisse französische Presse erklärt, daß die deutschen Vertreter kaum in die Lage kommen würden, zu Verhandlungen zugelassen zu werden. Die gestrigen Beratungen Don der Einladung an Deutschland war nicht die Rede. Paris, 21. Juli. (WTB.) Heber bie gestern abgehaltene offi3iellc Be- ratung der alliierte nn Ko mm iss r- vnsführer einschließlich des amerikanischen Vertreters berichtet Havas aus London, daß sich die Beratungen fast ausschließlich auf die Verhandlungsergebnisse der ersten Kommissioonn (Verfehlung- aen und Sanktionen) bezogen haben. Das Protokoll sei grundsätzlich gebilligt worden. Die Auseinandersetzung habe vor allem die Mittel zur erfolgreichen Auslegunng der 8v0-Millionen-Anleihe zum Gegenstand gehabt, auf der der ganze Sachverständigenplan beruhe. Von mehreren ^Delegierten seien weitere Garantienn zugunsten oer Anleihezeichnner gefordert woorden.Die fünf ersten Delegierten haben nach dem Berichterstatter ferner beschlossenn, der dritten Kommission (Sachlieferungen und Deportte- runaen) die weitergehenden Vollmachten zu erteilen, die sie erbeten hatten. Macdonalo hat dem Vorsitzenden der Kommission, Str Robert Kindersleh nneue Onstruk- tionenn erteilt. 3n englischenn Kreisen habe man befürchtet, daß die deutschen rechnen. Borrwtlzen. Für und wider den Ausnahmezustand Die Ermordung des amerikanischen Konsuls in Persien. London, 21. Juli. Wie Reuter aus Teheran meldet, ist ein A t t e n t a t gegen den amerikanischen Konsul inmitten einer großen Menschenmenge verübt worden. Obgleich zahlreiche Polizeibeamte und bewaffnete Soldaten zugegen waren, wurde kein einziger Schutz zur Verteidigung des Opfers abgegeben Der Konsul wehrte sich tapfer, war aber machtlos, da sich eine wilde Soldatenmenge an dem Attentat beteiligte. Der Kopf des Konsuls weist Säbelhiebe auf. Das diplomatische Korps hat eine ernste Rote an die persische Regierung gerichtet Weiter meldet Reuter aus Teheran, datz dort das Stand recht verkündet worden fei. Mehrer» widersetzliche Personen feien verhaftet worden. Kleine politische Nachrichten. Leinert protestiert gegen seinen Abbau. Der Oberbürgermeister von Hannover, Leinert, hat gegen Abbau Einspruch erhoben. Er erklärt, datz die dem Abbaubeschlutz beigefügte Be- grünburtg vom Vürgervorsteherkollegium nicht beschlossen worden sei und datz seine Gegner die fundamentalsten gesetzlichen Bestimmungen in gröbster Weise verletzt hätten. Wieder ein Kommunistenprozeß. Einer Meldung aus Halle zufolge ist gestern in dem Prozetz wegen des Zusammenstoßes zwischen den Kommunisten und Schutzpolizisten am „Deutschen Tag" in Halle das Urteil gefällt wor- brn Sechs der angeklagten Kommunisten erhielten 6 Monate, drei Angeklagte 7 Monate, ein Angeklagter 8 Monate, einer ein Hahr und einer 1 Hahr 3 Monate Gefängnis. Drei Angeklagte wurden freigesprochen und mehrere andere zu Geldstrafen verurteilt. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 W- ..Der Lampenschirm". —' Hochschulring deutscher Art: 8y4 Uhr in der Ärrn- halle am Oswaldsaarten: Protestkundgebung (Jnf.-Rgt. 116, Landw.-Jnf.-Rgt. 116, Res.- Jnf.-Rgt. 116, Res.-Jnf.-Rgt. 222, Res.-Jnf.° Rgt. 254, Jnf.-Rgt. 186, Jnf.-Rgt. 418 und Ers.-Batl.) wird uns mitgeteilt, daß der zweite 116er-Tag an den früher schon festgesetzten, bekannten Tagen Anfang August in Gießen stattfindet. Die endgültige Entscheidung über das Denkmal selbst hat sich unerwartet verzögert, wird aber v o r dem Fest noch rechtzeitig getroffen. Jedenfalls sind sämtlicheModells während des Festes zur Besichtigung ausgestellt. ** u m die Einheitskurzschrift. ®e» ft em fand im Reichsministerium des Innern eine Konferenz über die Frage der Einheitskurzschrift statt, an der die interessierten Ressorts des Reichs und der Länder mit Ausnahme von Bayern und einiger kleinerer Lander teilnahmen. Preuhen erklärte sich bereit, unter bestimmten Bedingungen auf den Boden des Frchschm Einigungsentwurfs zu treten. Da eine Einigung über diese Bedingungen nicht herbeizuführen war, konnte ein Ergebnis zunächst nicht erzielt werden. Das Reichsministerium des Innern wird die Angelegenheit weiter verfolgen. ** Aus dem Gießener Standesamts re gift er. Es verstürben in der Zeit vom 2. bis 15. Juli: 2. Juli: Susanne Haas geb. Becker, 48 Jahre alt, Bleichstr. 9. 4. Juli: Ludwig Matthias, Provinzialdirektor, 51 Jahre alt, Ostanlage 33; Jakob Dirkenstock, Bautechniker, 54 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 8. 6. Juli: Helmut Schmidt, 2 Jahre alt, Bahnhofstr. 37. 10. Juli: Emil Willenbücher, Gymnasial-Oberlehrer i. R., 95 Jahre alt, Licherstr. 74; Dr. Heinrich Philipp Zintzer, prakt. Arzt, 66 Jahre alt, Goethe- stvahe 10; Friederike Wilhelmine Weimer geb. Illing, 70 Jähre alt, Bleichstr. 32. 13. Juli: Rosa Hammerschlag geb. Kann, Witwe, 74 Jahre alt, Schillerstr. 16; Lina Emilie Schön geb. Held, 30 Jahre alt, Licher Str. 106. 15. Juli: Margarete Feldhaus geb. Albach, Witwe, 70 Jahre alt, Lonhstr. 20. ** 31 Millionen Stück neue Silbermünzen. Die Prägung der neuen Münzen ist im Juni besonders bei den Silbermünzen gesteigert worden. Während es am Anfang der Monats noch nicht IOV2 Millionen Stück zu 3 Mark gab, kamen im Juni über 14V2 Millionen hinzu, so daß Anfang Juli bereits über 25 Millionen Stück zur Verfügung standen. Zu einem Bestände von über 153/< Millionen Stück zu 1 Mark kamen fast weitere 16 Millionen, zusammen fast 31a/4 Millionen. Silbermünzen haben wir bereits 56 657 628 Stück. Rentenpfennigmünzen gab es im Juli fast 84 Millionen neue, fast 27 Millionen zu 10 Pf., 2OV2 Millionen zu 50 Pf., über 15 Millionen zu 2 Pf., über 14Vb Millionen zu 5 Pf. und über 6V2 Millionen zu l Pf. Im Vergleich zu der gesamten Prägung an Pfennigmünzen ist der Zugang verhältnismäßig gering: im ganzen besitzen wir jetzt fast 675V2 Millionen Rentenpfennigmünzen, Wer 11 Stück auf den Kopf der Bevölkerung, Silbermünzen zusammen über 732 Millionen Stück. Auf den Kopf haben wir also über 12 Münzen der neuen Währung. Wettervoraussage Wechselnd bewölkt, vereinzelt schwache Regenschauer, Winde aus westlicher Richtung, wenig Temperaturveränderung. Ein flaches Tiefdruckgebiet liegt heute morgen über Deutschland, Nordfrankreich und der Nordsee. Da das Druckgefälle gering ist, ist mit stärkeren Störungen zunächst nicht zu Tschechische Willkür. Prag, 21. Juli. Die tschechische Regierung beabsichtigt laut einer Meldung der „Narodna Politica", in den nächsten Tagen die Gemeindevertretung der Hauptstadt Schlesiens, Troppau, aufzulösen und der Stadt das alte Privilegium eines Statuts zu entziehen. Obwohl Trvppau von 22 000 Deutschen und nur 8000 Tschechen bewohnt wird, soll auf Wunsch, letzterer die Stadt bis zu den Neuwahlen von einer gleichmäßig aus 20 Tschechen und 20 Deutschen zusammengesetzten Ber- waltungskommission geleitet werden. Amerika als „Erzieher". W a s h i n g t 0 n, 21. Juli. Die amerikanische Regierung hat dem General Tostando, der nach dem Aufstande zum Präsidenten von Mon- d u r a s ernannt worden ist, zur Kenntnis bringen lassen, datz sie keine Regierung anerkennen werde, deren Haupt Leiter der Revolution gewesen sei. essenpoiMk Ku verreiben. Was für den vchih der industriellen Interessen der englischen De- pendencen gerechtfertigt ist, mutz notwendigerweise einen Schlag gegen die einheimische englische Industrie bedeuten, und was dem Schul'e der Wirtschaftsinteressen des Mutterlandes gut ist, mutz eine ungünstige Rückwirkung haben auf diejenigen nicht zum englischen Weltreich gehörigen Länder mit denen Großbritannien im Handelsverkehr steht. Denn über die Interessen seiner eigenen Dependencen hinaus hat ia England infolge seiner innigen Verflechtung Mit.der Weltwirtschaft auch auf cmdere^Länder Rücksicht zu nehmen, die von ihm kaufen^und deren Kaufkraft natürlich beschränkt ist, wenn ihnen der Absatz eilchwert ist. So ansprechend daher der Empiregedanke im Sinne einer nationalen Politik ist, et mutz stets dem Gedanken der weltwirtschaftlichen Einheit untergeordnet bl ft en. der gerade durch die Auswirlüng der Wirtschafts- krüe in Mitteleuropa allen Kulturnationen in jo eindrucksvoller Weise vor Augen geführt wird. Aus Stabt und Land. Gießen, den 22. Juli 1924. Sport und Moral. Die Verwilderung der Sitten bei einem erheblichen Teile unserer Jugend ist eine der ernstesten Sorgen unserer Zeit. Vielen der Jugendlichen hat in den Kriegsjahren die strenge und kräftige Hand des Vaters gefehlt; die Erziehung durch die Mutter blieb lückenhaft, oder auch sie fehlte sogar, wenn hie Mutter berufstätig sein mußte. Die Kinder waren vielfach sich selbst überlassen, die Schule allein reichte nicht hin, um die Kinder genug zu beaufsichtigen und anzuleiten. Und nach dem Kriege? Von der Schulbank ging die Jugend zum größten Teil sofort in einen Beruf, und zwar einen solchen, wo möglichst viel Geld verdient wurde, und wo man nach Möglichkeit keine Lehre durchzumachen hatte. Mit einer mangelhaften Erziehung aus den Kriegsjahren ausgestattet, bekam diese Jugend auf einmal viel Geld in die Hand, ihr standen alle Genußmöglichkeiten offen. Und wie wurden sie in vielfach sehr verderblicher Weise ausgenutzt! Aber was hat das mit dem Sport zu werben totrD. Von zuständiger Stelle würben die Amtsgerichtsräte Gros, Jockel und Schmidt — und zwar ersterer für den Grundbuchsbezirk Gießen-Stadt, letztere für den Bezirk Gietzen-Land — zu Auswertimgsrichtevn be- timmt. e Gießener Wochenniarktpreise am 22. Juli (HLndlerpveist). Es kosteten auf dem hiesigen Wochenmarkte: Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 35 Pf., Käse Stuck 5 und 6 Pf., Eier Stück 12 und 13 Pf., Wirsing Pfd. 30 Pf., Weißkraut Pfd. 30—40 Pf., gelbe Rüben Pfd. 15—20 Pf., rote Rüben Pfd. 10—15 Pf., Römischkohl P!d. 10 Pf., Bohnen Pfd. 15—25 Pf., Blumenkohl Stück 10—60 Pf , Salat Stück 3—10 Pf., Salatgurken Stück 15—18 Pf. Einmachgurken Stück 5—10 Pf., Ober-Kohlrabi Stück 8—15 Pf., Erbsen Pfd. 15—20 Pf., Tomaten Pfd. 60—100 Pf., Zwiebeln Pfd. 15 bis 20 Pf. Pilze Pfd. 20—25 Pf., Kartoffeln 5 'bis 7 Pf., Dirnen Pfd. 25—30 Pf., Kirschen Pfd. 40—50 Pf. Heidelbeeren, Pfd. 35—40 Pf., Stachelbeeren Pfd. 20—35 Pf., Johannisbeeren Pfd. 25—35 Pf., Pflaumen Pfd. 80 Pf., junge Hahnen 80 Pf. * - ** Don der Landes-Universität. Ernannt wurden am 18. Juli die Privatdozenten cm der Landes-llniversität in Gießen, Sanitätsrat Dr. Georg Honigmann in Gießen und Dr. Erich Stern in Gießen, zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren an der Landes-Universität in Gießen. ** Mehrere Gewitter zogen heute früh zwischen 6 und 7 Uhr über unsere Stadt. Während das Wetter hier feinen Schaden anrichtete, schlug der Blitz in Launsbachin die Scheune des Landwirts Heinrich Pfaff, Haus Rr.93, zündete und fuhr weiter durch die elektrische Lichtleitung in das Wohnhaus, wo der elektrische Zähler zu Boden geschleudert wurde, und schließlich, ohne noch mehr Schaden anzurichten, am Dach wieder hinaus ins Freie. Die Scheune, in der Heu und Stroh aufgestapelt waren, brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder, das Vieh konnte gerettet werden. Der tatkräftigen Hilfeleistung von allen Seiten gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. ** Vom Verband der ehem. 116er ImFlugzeug zur britischen « Reichsausstellung. Don 2L v. Knobelsdorfs, Berlin. V. Im RvhstoffparadieS.'). Wenn man aus der lärmenden Maschinenhalle der englischen Industrie in einen der nahegelegenen Pavillons der Kolonien oder Dvminr- !ons tritt, so hat man den Eindruck, als käme man aus einer unter Hochdruck arbeitendes Fabrik in eine sonnige Landschaft voll grüner Wiesen und blühender Bäume. Noch dröhnt das St Pupsen und Schnauben der riefigen Maschinen, das Summen der Elektromotors in unseren Ohk?n, und schon umgibt uns die idyllische Ruh; eines gesegneten Landlebens. Die bunte Pracht einSr üppigen Degetation, die überwältigende Fülle subtropischer Landstriche leuchtet auf. Was die Welt an edelsten Früchten und Weinen, was em fruchtbares Gebiet an hochwertigen Erzeugnissen von Erde und Tier hervorbringt und was der Schoß der alten Mutter Erde tief in seinem Innern unter tropischer Sonne birgt, ist hier zu einem buntfarbigen Kranze zusammengetragsn. -Und mit allen diesen Erzeugnissen, deren Endzweck der Hebung des Wirtschaftslebens dieses Weltreiches ;gilt, dessen Besitzungen den vierten Teil der be- . wohnten Erdoberfläche bedecken und in dessen Gebieten die Sonne nicht untergeht, treten all feine Doller und Rassen in den verschiedenartigsten Schattierungen der Hautfarbe auf. Ein buntes Mosaikbild, durch den Grundgedanken der Ausstellung zu einem einheitlichen Gusse zusammen- geschweiht. Wenn man aus der Beteiligung der Kolonien und Dominions die Kraft des Empiregedankens abschätzen könnte, so müßte man gestehen, daß seine Anregungen einen begeisterten Widerhall gesunden haben. Der Wert der Paläste und Gebäude der verschiedenen kolonialen Aussteller beträgt etwa 25 Millionen Goldmark. Kanadas Pavillon präsentiert sich im neugriechischen Stile und zeigt den ungeheuren Reichtum dieses Landes an wertvollen Erzen, land- wirtschaftlichen Produkten und Holz. In Au st r a- liens imposantem Bau erwecken die Fruch'.e seines Ackerbaues und seiner Viehzucht Staunen und Bewunderung der Zuschauer. In einm Gebäude von altholländischem Stil zeigt Südafrika die Wunder seiner Diamantenfelder und den Reiz der Strauhenzucht. Neufundland, Englands älteste Kolonie, zeigt Pelze, Holz und die Erfolge seiner hochentwickelten Fischerei. Indiens Wunder in der Reproduktion eines alten Tempels in Agra mit Hunderten sanfttönender Glöckchen verfehlen ihren Eindruck auf den De» schauei nicht. Was an hochwertigen Zierlichkeiten die indische Hausindustrie produziert, zartes Filigranwerk, Gebetteppiche, Holzschnitzereien und andere Kostbarkeiten sind hier zu sehen. Ein indisches Theater zeigt die eigenartigen Gebräuche des Landes. Burma, ein anderes Glanzstück der Ausbildung in edelstester Linienführung altburmesischer Kunst, enthüll gleichfalls wertvolle Schnitzereien und feinsinnigen Blumenschmuck. In Ceylons Pavillon, dessen beide Türme nach Entwürfen des uralten Tempels in Khandi modelliert sind, wird echter Eeylontee in feinwandigen Tassen gereicht. Hongkong — ein für» -er Ausschnitt aus Asiens eigenartigem Leben — tut sich auf. Chinesen bei ihrer Tagesarbeit, ein Restaurant im Stile des Landes. West- a f r i k a , die typische Nachbildung einer umwall- ten Stadt im Hinterlande. Nigvria, Gold- küste und Sierre Leone wetteifern darum, ihre Schätze zu zeigen. Ostafrika in einer Nach- •) Dergl. die Ausführungen in Nr. 155, 157, 162 Md 166 des »GieK Anz.". Berlin, 21 .Juli. (WB.) Im Rechtsausschuh des Reichstags wandte sich im Verlauf der Aussprache über die Aufhebung der Ausnahmezustände in Bayern und dem Reich der bat)erifcheGesandt e von Preger aus rechtlichen und politischen Gründen mit aller Schärfe gegen eine solche Aufhebung und betonte besonders, daß, solange die Kommunist ischeParter einen gewaltsamen Umsturz der Verfassung anstrebe^auf Grund außerordentlicher gesetzlicher Mittel gegen sie vvrgegangen werden müsse. Zu den Presseverordnungen erklärte Staatssekretär Zwei- gert, daß bei Zeitungsverboten mit größter Zurückhaltung vorgegangen fei. Die Erfahrung hätte leider gezeigt, datz die Handhaben der Verordnung vom 28.2. nicht mehr genügten. Die neue Verordnung stelle deshalb ausdrücklich fest, datz das Verbot auch für sog. Kopfblätter gelle, die in demselben Verlage erscheinen, und daß die Lieferung von Ersahblättern unzulässig sei. Eine ergänzende Ver- jordnung sei für die Gesamtheit der Presse immer noch schonender als das, was früher im Falle des Ausnahmezustandes gegolten habe. Niemand wünsche aufrichftger als die Reichsregierung, daß die Zeit batö' fommen möge, wo die Verordnungen aufgehoben werden körmen. Aber sie seien notwendig, um zu verhindern, datz der Geist des Umsturzes, des Klassenkampfes und der offenen Gewalttat aus den Redaktionsstuben staatsfeindlicher Kreise in das Volk bringe und dort Unheil stifte. In der Aussprache erwarten sich die Vertreter der sozialistischen, kommunistischenund nationalsozialistischen Parteien unbedingt für die Aushebung der Ausnahmebestimmungen. Die Deutsche D 0 l k s- Partei, das Zentrum und die D a h e r i s ch e D 0 l k s p a r t e i jedoch dagegen. Die Deutsch- nationale Dvlkspartei erklärte, nach Zweckmatzig- keitserwägungen zu den einzelnen Anträgen Stellung nehmen zu wollen. Jedenfalls werde sie aber die Forderung auf AufhebungderPresse- Verordnungen unterstützen. Der kommunistische Antrag auf Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 17. 6. über die Neuregelung der Rechte der Presse wurde angenommen. Ein anderer kommunistischer Antrag auf Aushebung der Verordnung des bayerischen Generalstaatskommissars von Kahr, welcher die Herstellung und Verbreitung kommunistischer Zeitungen und Zeitschriften unter Strafe stellt, wurde nach längerer Aussprache abgelehnt. Weiter stimmte der Ausschuß dem nationalsozialistischen Anträge in einschränkender Form zu, daß alle ton der Reichsregierung oder den Landesregierungen ergangenen oder aufrechterhaltenen Verbote von politischen Parteien aufgehoben werden sollen. tun? Nun. sehr einfach. Hat man nicht oft gehört, daß dieser Jugend die S ch u l e d e r all- gemeinenWehrpflicht fehlt? Nun gut die Wehrpflicht haben wir nicht, an ihre Stelle ist der S p 0 r t und die L e i b e s p f l e g e ge- - -------------- - , _ „ ... ., 1 treten; der Sport ist berufen, hier zu heilen, bildung alter arabischer Kultur mit einem reich- «.ripn nn moralisier Verwilderung geschnitzten Eingangstor nach einem uralten Mu- was der Krieg an moratlscyer f^rnuuerui y stet in Sansibar. bei der Jugend hervorgerufen und was die Neben den Erzeugnissen von Ackerbau und Nachkriegszeit mit ihrem Amüsiertaumel und Viehzucht aber bringen viele dieser Länder auch spekulativen Geldverdienen noch gesteigert hat. wertvolle industrielle Rohstoffe ja, Erzeug- „ ö toemi tolr deshalb auf das Thema „Sport Äk L Ltt? a/Lk und Moral" kommen so hatbe- Wolle, Hanf, Gummi und Holz, auch hochwertige sonderen Grund. Die Zeit des leichten und gro Fertigfabrikate, die in ihrer oft vollendeten Durch- hen Geldverdienens für die Jugend ist vorbei, arbeitung Bewunderung erregen. Hier liegen mtt 6em Aufhören der Inflation hat sie Plötz- MXfÄÄ "ch und w tor der Tür haben. Das ist's ja, was diese Aus- den. Die Jugend weiß heu.e vielfach nicht, ftellung für den Nichtengländer so überaus lehr- toaS sie mit ihrer freien Zeit anfangen soll; reich macht. Sie zeigt in NeinsteM Rahmen die b n Kaffeehausgehen und Pie Tanzver- S-«SS» & w«nLi^ jungen M "nE»de°'nfnch wett sie fierung gemacht hat. Sie lehrt, datz Länder, die Geld kosten, was Nicht vorhanden ist. Ist je vor dem Völkerringen vorwiegend landwirtschast- I eine bessere Gelegenheit für die Sportklubs, lich eingestellt waren, und deren Abhängigkeit Sportvereine Turnvereine, Schwimmvereine Ä und sonstige Sp°rtkorp°r°tum°n g-westn mehr zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, zu inne- Mitglieder unter der ^ugend zu werben < rer Selbstversorgung durchgerungen haben. Wie Werbeplakate und Werbeumzüge sollen Nicht sich unter dem Drucke der englischen Blockade die unterschätzt werden, aber die beste und über- europäische Landwirtschaft zu einer immer star- ’ k Propaganda ist die persönliche feren Intensivierung gezwungen sah, wahrend AUgenofre qi v 1 ’ die Industrie aus die verschiedenartigsten Ersah- Werbetätigkeit. Hier liegt eine große Auf- stosse zurückgreifen mutzte, so ist man in diesen gäbe für die sportlichen Verbände und für den Ländern zu einer immer stärkeren Industrialisie- einzelnen Svorller. Der Boden für die Wer- WWbte 2u«end sucht nach Ab- StahlerzcugMen (Dominion Steel Corporation), Wechslung". Sportler, hie r setzt em, damit nun an Automobilen, landwirtschaftlichen Maschinen, nicht etwa der Groschenroman die Jugend ein- an Erzeugnissen der Elektroindustrie, der Möbel-, F^ngt! Leder- und Textilwarenbranche gezeigt wird » _ . . ibr Sportler Und braucht sich vor der europäischen Konkurrenz nicht hnft her zu verstecken. Unter staatlichem Schutz und mtt Turner werbt, versteift euch nicht, daß der amerikanischer Finanz-Hille sind bier Industrien Jungmann gerade in euren Verein, irt euren aufgebaut worden, die künftig mit der europäischen Klub eintritt, wenn ihm ein anderer näher Industrie in einen erfolgreichen Wettbewerb auf , darauf an, daß die dem Weltmärkte zu treten geeignet sind. Es muß "egr. wnvrni nur v ' > ( dem europäischen Industriellen sicherlich Bedenken Spvrtgemeinde Zuwachs erhalt. Bey geben, wenn hier stolz darauf hiügewiesen wird, tet das große Ganze im Auge. Denn das daß der Anteil von Fertigfabritaten im kann- m e6: @ure Werbetätigkeit steht imDienst dischen Außenhandel noch vor etwa 20 Jahren tzpg^aterlandeS.in dem Wiedergewinn nur 5 Proz. betrug, daß er aber heute etwa 0 e s U) ar e r i an 0ev, y 40 Pr-oz ausmacht. Auch Australien läßt deutliche einer n e U e n V 0 l k S m v r a l. Ihr sollt die Anzeichen einer zunehmenden Industrialisierung neuen moralischen Grundlagen zimmern hel- erfennen. Dank einer energischen Schutzzollpolitik cen fcainit auf freiem deutschen Boden ein MS’ “Ä sr°ieS D°Ik sich erhebt, moralisch, gristig und ist gut. Auch hier werden bereits land wirtschaft- körperlich gesund. liche Maschinen. Autoteile ja, Dampfmaschinen • und Turbinen angefertigt. Man versicherte mir, . daß die Industrialisierung gerade in den letzten Die Durchführung der Aufwertung. Jahren ungeheure Fortschritte gemacht habe und Qim 4. Juni 1924 erließ das Hessische Ge- dauernd neue Unternehmungen entstehen, deren I famtmlnifterium eine Verordnung zur Durchfüh- Ziel eine Selbstversorgung des einhei- rung deS Artikels 1 der dritten Steuernotver- mischen Marktes ist. Indien und Südafrika sind Ordnung, wonach bei den mit mehreren Richtern weitere Beispiele dieser Tendenz. Mit der He- besetzten Amtsgerichten besondere Aufwertungs- bung der wirtschaftlichen Lage in diesen Ge- dichter ernannt werden müssen. Bei den Verbieten, die einen erhöhten Bedarf an industriellen hcrndlußgen vor der Aufwertungsstelle wird ein Erzcug-nisten entstehen lassen wird, müssen sich I Protokollführer zugezogen. Für die Entgegen- Me Aussichten für diese Industrien notwendiger- nähme der im 8 7 2lbs. 4 der dritten Steuernotweise bedeutend bessern. Billige Arbeitskräste I Verordnung vorgesehenen Anmeldung sind die bilden bier eine große Stühe im Weltmarkt- hMschen öffentlichen Sparkassen zuständig. Die Wettbewerb und somit eine große Gefahr für I Sparkassen werden dem Gläubiger auf sein Der- die künftige Konkurrenzfähigkeit der bisherigen I langen eine Bescheinigung über die erfolgte An- Industrieländer. Meldung erteilen. Die näheren Bestimmungen über Natürlich bedroht biß zunehmende Indu- die Bemessang and Erhebung von Gebühren im ftrialifietung der englischen Dominions aach Eng- I Aufwertangsversahren werden die Ministerien der lands Wirtschaft selbst. Aus diesem Grande ist Justiz >und dar Finanzeiitreftem das ganze Problem der Iniperial Preference, Es darf angenommen werden, daß im Hinblick aaf dem die ganze Aisstellung ausgebaut ist, ein aus den bereits in die Wege geleiteten parla- - so überaus schwieriges und heikles. Englands mcntarifchen Kampf am die ganze Aufwertungsinnige Derkellung mit dem Welthandel und seine I frage und die Möglichkeit einer erheblichen Aeirde- eigene industrielle HochViltur erzeugen einen soft rung d-r Destinimungen der dritten Steuernot- ch'en Komplex der verschiedenartigsten Interessen, Verordnung die $atlgteit ber Aus wer tungsrichter ' daß es unmöglich ist, eine gradlinige Inter- I vorerst nicht allzusehr in Anspruch genommen * ttn, _ kn L Und ÜML?tJnb" ÄLh ptw.i be. Ä ''bis 10 Ä 'vsd. N„ Slüchel. Uferen ßsd UngeHohnin Nlderfitat. ^Nmten H- vamlätz- •l(wn und Dr rrplamnähjgE„ T «ndes-Ani. beute früh 1M 'M Mn anrichtele, ^•e vchvM des ^n= 'l^che Nchi° 'btt elrWche '«• und sWH. 'polten, am Dach edwinc, ht der X brannte bis 'm, das Dich Minen j)i[fc, es. Dai Feuer rhein.USer Rgt. Utz, H’ 222, 'Ref.-Jnf.- ■eN- 418 und -. dah der Mite 'Dn festgesetzten, ifluR in Ziehen ntlcbeibung über unerwartet der- rst noch rechtzei- ämtlicheModellr Besichtigung aus« kiS. schwache L irf» 5-d"""Asifl it irzlchrisl Te« ; H Imrm eine ri-heitskurzschrisi e^arts des Leichs ton Sahcm und mei Preuhen er» t:n Tcb'ngungen -£*3ttDwrl$ kt b.ete bedm- t, tonn1.? em Tr» k". W Leichs- die Angelegenheit ter Standes' n in der Zelt vom i'aime Haas geb. g 4. M Ludteig 51 i)chre alt Ost- Dllltechniler, 54 Ifc| 8.6. Iuli^Hrl- ^hnhvfstr. 37. 10- mnifial-Oberlehrer , ,4- fr. Heinrich Vchrc all. Goethe- X IDdmet geb. Y) 13. Ouü : W ■iw 74 Aibre alt, 645» S. M jM: W*‘ t, tO 3* M :6ie Mitglieder des gräflichen Hauses selbst mit. Schauf lüge und Passagierflüg e, Volksbelustigungen aller Art brachten reiche Abwechs- zig lö« P. — «Ute Herren über 35 Jahve. Au- i akademiker. 1. Mallwih- Berlin 121 P, 2. Stive-Halle 107 P, 3. Feierabend-Danzig 96 P. Schlagballentscheidung: Hannover— | Münster 71:38. ____ , Ergebnis im Schwimmen 100 Meter- Nücken für Studenten. Strator» Köln 1:26, Mertz-Leipzig 1:26,2, Mende - Breslau T. H. 1:27 8. — 100-Meter-Brust für Stadentinnen: Pfeiffer-Berlin 1:57,2, Reiser-Gießen 1:59, Doktor-Göttingen 2:12. — Springen für Studenten: K os ag g - Berlin 46 P., Schrem I. 442/3 P., Küster-Göttingen 42 P. — 100-Met>r- Dtust für Studenten: G ö t s ch - Dresden 1:23,3, Krüger-Leipzig 1:25,6, Kalbfleisch-Gießen 1:26 2, Knop-Jena 1:29,2. — 4x50-Meter-Staf- fel für Studentinnen: Gießen 3:49, Göttingen 3:50. — 1000 Meter beliebig für Studenten: Hohl- fclder-Freiburg 13:50, Rüder-Freibarg 15:11,3, Rebe-Dresden 15:28, Riesch-München 15:24. — Wasserbattsptel: Daiinstadt—Leipzig 3:2 (1:1). — 4xl00-Meter-H)chschulstasfel: Freib trg 5:0,8, Darmstadt 5:13, Köln 5:16,8. — 100-Meter-Sei- t en sch Wim men: Cramer-Dres lau 1:18,6, Wide- mann-Karlsruhe 1:23,2, Mende-Dresla i 1:23,3, Götsch-Dresden 1:25,3. — 300-Metrr-beliebig- Schwimmen: Mißbach-Leipzig 4:30,3, Cramer- Breslau 4:34,6, Rebe-Dresden 5:01. — 100 Meter beliebig für Studenten: Cordes-Dresden 1:0,78, Hohlfelder-Freiburg 1:09, Berlingen-Freiburg 1:142. — Springen für Studentinnen: Schöppe-Hatte 60 P, Ka i ser- G i eßen 47 P., Dulon-Göttingen 41 P. jumxui» Die Rachmittagskämpfe hatten einen außer- tung in das gefiproaramm Man,aas fanbm «rötlich ftatten Wu« aufäntorifen 2iunb 5000 Ps-rderann-n 6.8Otentoätter2iriteroerein8 Zu,ch-u-r umsäumten den Pws und gab-n d-m statt, di- abermals ein nach Lausenden zäh.endes Haaptwg der Olympta Publikum nach hier gelodt hatten. Bürger,ck>ast m™ Em und Behörden wetteiscrten miteinander, den Güsten Stadion rns?en f© gemutttch als möglich M machen. die Teilnehmer des gleichzeitig stattfindendenAutv- .'-^UssaN. I mobilrennens mit ihren Maschinen den Berg tpgen die Ztrtegsschuldlüge and den 'VersaMer Vertrag. — Rundfunkhaus, Löberstraße: 8V2 älhr: Musikabend. — Lichtspielhaus, Dahnhofstr.: „Do sind ine Männer". I — Radrlub „Germania". Morgen tzbend Monatsversammlung. (Siehe Anzeige.) । Landkreis Gic^rrr. D Lich, 21. Juli. Bei dem gestrigen Sängerwettstreit in Büdingen errang der hiesige Gesangverein „Cäcilia" in der Klasses lStädteklasse) den 4. Preis. * Burkhardsfelden, 20. Juli. Bei reger Beteiligung fand heute nachmittag unter Leitung des Landwirtschaftsrats Dr. Schneider-Lich ein Rundgang durch unsereGemarkung statt. Ausgehend von der Bürgermeisterei durch die Felder der Win- cherftucht und der Sommerfrucht, vorbei an dem von Dr. K ilb i ng er-Gießen angelegten .Versuchsfeld, endigte der Gang mit einem ,D 0 rtragdes leitenden Herrn über die vorteilhafte und zweckmäßige Düngung, den die Beteiligten, unter schattigen .Bäumen lagernd, dankbar aufnahmen. Lauter, 21. Juli. Der Vater des Mühlenbesthers Zimmer auf der hiesigen Ving- mühle, Julius Zimmer, wurde heute durch einen wütenden Bullen schwerverletzt. Verschiedene Rtppen wurden dem alten Herrn gebrochen. Das deutsche Akademische Olympia. (Sonderbericht des „Gießener Anzeigers".) Marburg, 20. Juli. 3. Tag. Endr gut — alles gutl Am Sonntag früb lachte verheißungsvoll die Sonne vom Himmel. Der Tag sollte ein Erlebnis werden. Die semester- langen Vorbereitungen der Vevanstalter toirfcen in jeder Hinsicht glänzend belohnt. Es wurden hervorragende Resultate erzielt, 1 deutscher Rekord und 7 Hochschulrekorde mußten ihr Leben lassen. 1 In den Dormittagskämpfen, die von oa. 1000 Zuschauern besucht waren, gab es folgende Re- ultate: _ I. Diskuswerfen. 1. LrngnaU-Hannover 37,06 M., 2. Schauffele-Stuttgart 36,13 M., 3. Molles-München 36,03 M II 800-Meter-Lauf. 1. Dähnert- JLna 2 Min. 2,8 Sek., 2. Draun-Karlsrahe 2 Mrn 4 2 Sek., 3. Schrötter-München 2 Min. 4,8 Sek. (Reaer Hochschrlrekord.) m , III. Bei der Kugelstoßen-Entscheidung gab es eine Sensation. Sieger wrrde H a y m a n n - München mit 1313 M. ' vor 2. Witthaus-Köln 12,47 Meter, 3. Schauffele-Statt- gart ll,631/2 M. Unter großer Spannung des Publikums unternahm Hayman n Rekordver- > suche die ihm gelangen. Gr verbesserte ferne Leistung auf 13,94V2 M.ü Dann ging er dem berd- amtigea deutschen Rekord zu Lerbe. Er warf links 10 24t/. an. und hatte damit einen neuen deutschen Rekord im beidarmigen Kugelstoßen mit der Leistung von 24,19 M.. aafgestettt. Der alte Rekord wurde um 80 Zentrmeter ge= ^^^Das 400-Meter-Rennen sah die beiden deutschen Meister R e n e l l und P e l h e r am Start. 3in erbitterten Kampf gewann Peltzer vor Braun-Karlsruhe, der kurz vor dem Ziel Renell noch abfangen Vonnte. Erg ebnrs. 1. Peltzer- München 51,2 Sek., 2. ruhe 52,1 Sek., 3. Renell-Berlin 52,4 Sek 3m 1500-Meter- Lauf gewann: 1. Dühnert-Jena mit 4,19 Min. vor2. Da u e r- Hatte Handbreite zurück, 3. B ö s e l°Dreslau 4,24 ^Ergebnis des Reunkamples: 1. Sie- a^r 3 sberg - Hamburg 182 P., 2. Lingnaa- Hannover 171 P, 3. Westerhaus-Derlin 169 P., 4 Fritzsch^Elausthal 162 p. , Schleuderball: Hannover Dannstadt 3:0 ©feget im deutschen akademischen Mehrkampf. 1- Altakademiker über 35 Jahre: 1 Mallwitz-Berlin 116 P. - 2. Altakade- mifpr bi« 35 Jahre: 1. S ch we n z er - Grer^- wald 158 P 2. Dockelmann-Marburg 140 P., ? Roh'chach-Ärnrbuvg 137 P, 4. Darthoff-Dan- 8i9 Leichtathletischer Fünfkampf a) für Dollstudenten, l. Sieger: Lrng n a u - Han- nmier 255 P 2. Goll-Frantfurt 233 p., 3. ©Mget-Serttn 228 »unttc 4. 226 B — Alte Herren bis zu 33 IJayrrn alademiket. Außer Konkurrenz: Hundthau- f o n ■ Oltarbuia 257 P, 1- Zurr- Breslau 201 P., 2. Dartho^-Danzig 190 P.. 3. Vochmig-Leip- * Lauterbach, 21. Juli. Dom hiesigen Landwirtschaftsamt wird mitgeteilt: Auf dem Gemüse tritt dieRaupederGemüse- nule verheet^nd auf. Der Schädling frißt nachts C't runde Löcher in die Blätter und dringt in das Herz der Pflanzen, so daß 'ein Schließen und Köpfebilden verhindert wird. Tagsüber sitzen die Raupen tief zwischen den Blättern. Die Bekämpfung muh im Ablesen der Raupen bestehen, welches dauernd fortgesetzt werden muß. Diese Arbeit macht sich durch die Ernte bezahlt. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Weiß- und Dotkrautköpfe in Stockhausen sämtlich vernichtet, ebenso tritt die Plage bei Fulda auf. Rur fortgesetztes Absuchen und Verbrennen der nicht Köpfe bildenden Kohlpflanzen kann noch die Ernte retten. Starkenburg und Rheinhessen. * Offenbach, 21. Juli. Der verheiratete 30jährige Portefeuiller Johann Martin L o tz gab in der Wohnung seiner Schwiegereltern aus Eifersucht einen R e v o l - verschuß auf den 23jährigen Arbeiter Friedrich Spiegel ab. Dieser starb noch vor seiner Einlieferung in das Krankenhaus. Lotz wurde verhaftet. fpd. Reu-Jfenburg, 21. Juli. Bel derBürgermeisterstich wähl erhielt der Vermischtes. Der Massenmörder von Hannover. Hannover, 21. Juli. Der Fall Haar- mann ist von der Polizei nunmehr an die Staatsanwaltschaft überwiesen worden. Haarmann sind bisher 14 Morde sicher nachgewre- fen worden. Große Ueberschwemmungen in China. Tientsin, 21. Juli. (WB.) Die äleber- schwemmungen in der älrngebung von Tientsin bedrohen von neuem die Stadt. Sie Wassermengen sind 15 Meilen von der Stadt entfernt und haben eine Höhe von 22 Fuß. Infolge der Weigerung der chinesischen Behörden, sozialdemokratische Kandidat 3409 Stimmen, sein bürgerlicher Gegenkandidat 3330 Stimmen. Für den Sozialdemokraten stimmten diesmal in der Hauptsache die Kommunisten mit. fpd. Erbach t O., 21. Juli. Der berühmte Eulbacher Markt, eine Gründung des um die wirtschaftliche und kulturelle Hebung des Odenwaldes hochverdienten Grafen grana zu Erbach-Erbach blickt in diesen Tagen auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Seiner Erinnerung sind deshalb zahlreiche Festlichkeiten gewidmet, die am Samstag ihren Anfang nahmen und erst am nächsten Sonntag ihr Ende erreichen werden. Samstag wurde die „Unter den Linden" erbaute schmucke Fe st halle feierlich eingeweiht. Der Sonntag brachte dem im reichsten Schmuck prangenden Ort einen ungeheuren Menschenstrom. Zahlreiche Sonderzüge mußten jähren, um die Massen nach hier zu bringen. Die Zahl der auswärtigen Festgäste wird auf rund 20 000 veranschlagt. IM Mittelpunkt der sonntäglichen Feierlichkeiten stand der ausgezeichnet vorbereitete und glänzend durchgeführte historische Festzug, der in einer Fülle reizvoller Szenen und Bilder das kulturelle Leben den Odenwaldes, Leben und Verkehr in Erbach, die Erbacher Kunst und Industrie und schließlich einige Bilder aus der Ge- chichte des gräflichen Hauses derer zu Erbach Die kritische Lage, in der sich bei uns jetzt so viele Theater befinden, ist nicht verwunderlich, wenn man die „Tote Saison" des Hochsommers und die allgemeine Geldknappheit bedenkt. Llber auch in anderen Ländern ist der Theaterbesuch in den letzten Jahren mehr und mehr zurückgegangen. In London, wo die Reichsausstellung einen ungeheuren Fremdenzustrom gebracht hat und die anderen Vergnügungsstätten glänzend besucht sind, leiden die Theater unter gähnender Leere. Es müssen also tiefere Gründe für diese Abwanderung des Publikums g.'sucht werden, und in englischen Blättern erörtert man eifrig die Frage: „Hort der Theatei'besuch auf?". Richt nur wirtschaftliche Verhältnisse ober zufällige Erscheinungen werden für die Krisis des Theatergeschäftes angeführt, sondern die ganze Entwicklung liegt nach der Meinung der Sachverständigen in Dingen begründet, die bis in die Kriegszeit zurückgehen and in ähnlicher Form aud> bei uns wirksam sein dürften. Während des Krieges, als der Hauptteil des Publikums aus .Urlaubern von der Front bestand, sank die Bühne zu einer gewöhnlichen älnterhaltungsstätte heräb. Man wollte den von dem Grauen des Krieges überreizten Besuchern nur leichte und möglichst lustige Kost bieten und man stieg auf ein Riveau Herab, wie es vorher auf den Bühnen nicht I üblich Ivar. Das Dümmste und Banalste schien gerade gut genug, um die abgehetzte Menschheit über ein paar Abendstunden Hinwegzubringen. Dazu kam, daß sich immer mehr Leute mit dem Theatergeschäft befaßten, die aus anderen Berufen kamen und weder die nötige Erfahrung noch die notwendige Bildung besaßen. „Die schlechten Stücke haben das Theater getötet,“ sagt z. D. St. John Ervine in seinem soeben erschienenen Buch „Das organisierte Theater“. „Wenn wir uns vergegenwärtigen, was für Theaterstücke in den letzten 10 Jahren in England beliebt gewesen sind, so müssen wir uns wundern, daß es überhaupt noch Bühnen gibt. Ein Mamr, der seine Mannesjahre mit dem Schießen von Großwild zugebracht hatte, ging in seinem Alter, sich „Chu Chin Chow“ (ein vielgespieltes Aus« stattungsstück) anzusehen. Er starb sofort daran. Der normale Mensch kann das, was ihm heute auf der englischen Bühne geboten wird, einfach nicht mehr aus halten. Irvine ver langt eine Reform der Bühne, die wieder das dichterisch wertvolle Werk zur Aufführung bringt, sonst sieht er keine Rettung für das englische Theater. Auch andere Kenner Hagen über die Minderwertigkeit des Reperwires. machen aber dafür den Mangel an guten -Striefen verantwortlich. Der Dichter Chesterton hofft, daß die englische Bühne vom Liebhabertheater aus wieder aufgebaut werden könne, denn dort herrsche noch Begeisterung Md Idealismus, die von den Geschäfts bühnest vollständig verschwunden sind. Die Kokain-Seuche unter den russischen Kindern. Furchtbare Enthüllungen, die in das ganjt Elend des russischen Lebens hineinleuchten, sind nach den Berichten englischer Blätter in Moskau von dem Kommissar gemacht worden, der von dem russischen Gesundheitsamt zur älntersuchung der Lage der obdachlosen Kinder eingesetzt wurde. Rach seinen Angaben gibt es allein in Moskau über 50 000 Kinder, die obdachlos sind, und etwa 40 o/o dieser unglücklichen kleinen Wesen sind der Kokain-Seuche verfallen. Es sind Kinder im Alter von 8—15 Jahren, die durch Kokain frühzeitig ihre Gesundheit untergraben. In einem Fall wurden von einem Obdachlosenheim 20 Kinder ausgenommen und bei jedem von ihnen muhte man feststellen, daß sie dem Laster des Kokains verfallen waren. Der größte Teil dieser Kokainisten lungert in den Vorstädten von Moskau herum, wo sie in Verfallenen Häusern und Hütten älnterschlupf finden. Einige dieser Plätze waren richttge Kokainhöhlen, wo ganz kleine Kinder den Tag über unter dem Einfluß des Narkotikums lagen. Ein Kinderarzt sagte, daß die Zunahme der Todeszahl unter den Kindern in den letzten Jahren ganz ausschließlich diesem Gift zuzuschreiben ist. Die Juwelen in der Strickwolle. Auf eine höchst überraschende Weise wurde das Geheimnis eines Juwelendiebstahls enthüllt, das die Moskauer Polizei seit mehr als 3 Jahren beschäftigt hat. Die Juwelen verschwanden im Herbst 1921 aus einer Regierungsabteilung, in der „requirierte“ Schmuckfachen der Bourgeoisie auf bewahrt wurden. Es befanden sich darunter viele Goldsachen, mehrere Perlenhalsbänder, Smaragden und andere Edelsteine. Die erste Spur brachte die Mitteilung einer adligen Dame, die der Polizei mitteilte, sie habe aus der Straße ein Mädchen gesehen, das ihre „reqüirterte“ Diamantbrosche trug. Weitere Rachforschungen führten zu der Verhaftung zahlreicher Beamten der Abteilung, und 15 von ihnen wurden nach langer Verhandlung verurteilt und hingerichtet. Der hervorragendste der Verurteilten war Direktor der Juwelenabteilung Lupaschew, der aber bis zu seinem Tode immer wieder seine ülidschuld beteuerte. Die Sache blieb also unaufgeklärt. Da erfuhr die Polizei vor kurzem, daß einige kleine Diamanten von der betagten Witwe des Hingerichteten Lupaschew verkauft worden waren. Man hielt sofort eine Haussuchung ab und fand die alte Dame in einem . Lehistessel sitzend, wie sie eifrig, mit Stricken beschäftigt war und auf dem Schoß ein großes Knäuel weißer Wolle liegen hatte. Jeder Winkel der Wohnung wurde durchsucht, ohne dah man das geringste fand. Da griff plötzlich einer der Detektive nach dem Wollknäuel, und mit einem Aufschrei fiel die alte Dame ohnmächtig zurück. In der Strickwolle hatte sie die so lange gesuchten Diamanten verborgen. _____________ ~ Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gvrrenz. 3,52 Min. » In der 5000-Meter-Entscheidu ng waren 30 Mann am Start. Schnabel-Breslau führte den ganzen Weg, konnte aber dem Endsport des taktisch famos laufenden Latz-München nicht widerstehen. 1. Lutz- München 16:42 Min., (Rekord), 2. Schnabel-Breslau 16:48,8 Minuten, 3. Krumnow-Draunschweig 16:58 Min. Den Stabhochsprung entschied Gvs- sow-Berlin mit 3,40 M. für sich, 2. Lochner- München 3,30 M., 3. Fvanzl-Drünn 3,10. In der 1 0x1 00-Meter-Staffel siegte Berlin in hartem Kampfe gegen München Resultat: 1. Berlin 1,54,4 Min., 2. München 1,54,6 Min., 3. Jena 1,56,2 Min. < Die 100-Mete r-Hürdenmei st erschuf t errang 1. Westerhaus-Derlin in 16.6 Sek., 2. Behr-Stuttgart in 16,8 Sek. 3. Anton-Berlin in 17 Sek. Den Abschluß der Känrpfe bildete das Handballspiel Hannover — Aachen. Hannover war besser und gewann nach technrsch schönen Spiel verdimt 6:3 (3.2). Hannover gewann hiermit alle wichtigen Sprele (Fußball, Hockey, Handball, Schlagball) und erbrachte den Beweis der besten Allgemeindurchbildang seiner Leute. Den offiziellen Schluß der Olympia bildete die erhebende Siegesfeier beim Bismarck türm. Das lodernde Siegesfeuer soll es verkünden, daß es dem Akademiker Ernst ist mit seinen Leibesübungen. Das de!utscheaka- demische Olympia 1924 in Marburg war eine gelungene Tat! j Gerichtssaal. Das Urteil tot Rahardt-Prozeß. Berlin, 21. Juli. Im P ro z eh Rahar dt | und Genossen ist heute bad Urteil gefällt toor» ben. Der frühere Präsident der Berliner Handwerkskammer erhielt wegen schwerer Untreue und Anstiftung zur schweren Untreue, aktiven Bestechung, Betrugs, Preistteiberei und Kettenhandels eine Gesamtstrafe von 3Vz Jahren Gefängnis und 3000 Goldmark Geldstrafe, fein Sohn Erich wurde zu einer Gesamtstrafe von 3 Vs Jahren Gefängnis und 10 000 Goldmark Geldstrafe fcerurtedt. Die übrigen Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen von 4 Monaten bis zu 2 Jahren Gefängnis und Geldstrafen von 2000 bis 6000 Goldmark. fpd. Frankfurt a.M., 21. Juli. In einer hinan. ' der letzten Rächte versuchte ein Herr im v° Zug Als 1. Enffcheidung kamen die 100-Me- Frankfurt — Berlin eine Derbindungstür ter-Sieger:Hubrich- Berlin 11,2, 2. Sahr- von einem Schlafwagenabteil nach dem anderen Karlsruhe 11,3, 3. Döge-Leipzig 11,4. durch Ablösen der Schrauben zu öffnen, Das folgende Speerwerfen ergab fol- um dann die Reisenden zu berauben. Das Bor- gendes Resultat: 1. Schauffele- Stuttgart haben des Diebes konnte aber rechtzeitig verhin- .49,70 M., Molles-München 49,15 M., 3. Wester- bert werden. In Magdeburg gelang es, den Haus-Berlin 48 56 M. Dieb in dem fast allen Polizeibehörden als ge- Im Hochs prung gab es folgende e r st- fährlichen internationalen Taschendieb und Zug- klässige ßeifeungen: 1. Rüther-Hannover räuber bekannten „Fürsten Alexander 1 80 M., 2. Goelder-Derlin 173 M., 3. Romberg- T r u b e h k Y'' zu ermitteln und f e st z u n e h m e n. Göttingen 1.70 M. (Reuer Hvchschilrekord.) In Begleitung des „Fürsten“ befand sich dessen Als nächste Entscheidung die 3x1 0 00- Braut eine stellenlose 16jährige Maid aus I Meter-Stafette: Sieger: München in Berlin, ' namens Klara Rambotzkh. Die 8,16,4 Min.. 2. Marburg in 8,23,4 Min., 3.sHalle Braut" leistete dem Schatz bei dessen Raub- in 8,24,6 Min. (Reuer Hochfchalvekord.) zügen wacker Beihilfe. Dem Trubehky werden Der Weit sprang sah Wester ha as- zahlreiche V-Zugdiebstähle, namentlich zwischen Berlin mit 6,41 M. als Sieger, 2. Herzog-Dres- Frankfurt und Berlin, zur Last gelegt. In seinem den 6,36 M., 3. Alpers-Heidelberg 6,18 M. ( Besitz fand man noch viele Gegenstände, über Die Olympische Staffel ergab einen deren Herkunft er sich nicht ausweisen konnte. aufregenden Kampf zwischen Karlsruhe und Mun-» ------— I chen. Ergebnis: 1. Karlsruhe 3,46,2 Min. --- (Rekord), 2. München 3.47 Min., 3. Darmstadt Servus über aigei Hütte Md demrxb 6 goKirtse an alten f lachen! «u". w o te »t1? I Alse ober NMt Hpnfer, ( Joltgtums ^dere, num e;n Wiflten Das Werden , «Äschafi «Sh Estrich Sic ^en La. We e Mchürze Zerussschn sein. ’M grauen Le msehökern ihre eigene Riesenschir HMgen, Mode. Er Sonnenschi dem - to Schlussel • zum vsfiz’ Aber sich Sonn nach &efi ■9a ein c schmeck - leider Imm für die gr ein. Und i kennen sie die an stammt,n< das nicht) die manch und klobig Delustigun - leider! modernen" dolle Delo den unsere artiger R Verkäufer Publikums gern eine Spitzenschi tigen Tots zarten Sei .Sonnensü sächlich eir sich solch f, kn Sonn schirme d< sofort vers M getrc W.... % Wartre-ü wrum noi aber was £3 ibrem diesem Sch Ich ' oder, -shaM ' (ßXin AZ das Ml svE n*l‘, auch Vollzug Mr die oerfat sich daran aber E eine Reifes ns lebten Iug ME /Md nxm solltest» lind i Sauren, da U Ordo am Felsenkeller. 0)1030 Krau Arosch, Telephon 1051. Lokale mit mehreren Schaufenstern , die auch evtl, ausbaufähig sind, bevorzugt. Angebote unter Nr. 1616 an Herso. IJmmobiltenfirmen bzw. Vermittler werden um nähere Angaben gebeten). 5812h Achtung! Große Sendung Einmachgurken, Salatgurken, Heidelbeeren und Johannisbeeren eingetroffen. Verkauf Mittwoch früh von 8 Uhr an Verkauf sämtlicher Radioersahteile zum Selbstbauen von Empfangsapparaten bei billigster Berechnung. Ausführung kompletterRaöioanlagen gegen monatliche Teilzahlungen. Vorführungen,Beratungen undlleber» Prüfung selbst gebauter Apparate bereit- willigst und kostenlos. OberheUcheLlektchitäK- Gesellschast m. b. h. Plockstrahe 2 55690 Telephon 172 Vergebung Für die Gemeinden Bernsfeld, Atzenhain und Bleidenrod soll die Herstellung eines Hochbehälter-Anbaues von 80 cbm Fassungsraum in Beton und Eisenbeton vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Behörde offen, Angebotsvordrucke Können gegen Bareinsendung von 1.50 Mark von uns bezogen werden. Eröffnung der Angebote Samstag, den 26. d. Mts., vormittags 9 Uhr, Frankfurter Straße 29 in Gegenwart erschienener Bieter. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. Iuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 17. Juli 1924. 57850 Hessisches Kulturbauamt Gießen. gez.: H. Steinbach, Negierungsbaurat. 4 Arbeitspferde mit Gespann für nur 2 Mark kann man in der Frankfurter Pferdelotterie gewinnen. Vofe in hiesigen Lotterie- und Zigarren- geschästen oder vom Landwirtschaftlichen Verein in (B570ss Frankfurt a. M. erhältlich. ASM Mittwoch früh 9 Uhr: Prima Seelachs und Seehecht Cabliau und Schellfische Neue Matjes-Heringe 3 Stück 50 Pf. Neue deutsche Fett-Heringe 3 Stück 25 Pf. Neue Salzgurken Neue gelbe ital. Kartoffeln 3 Pfund 35 Pf. Neue hiesige Kartoffeln 3 Pfund 20 Pf. Frischer Anschnitt: ttl EhiihII* Ess UMriMM Bahnhofstraße 27. 6820a Für die Eröffnung eines erstklas- sigen Spezialhauses in Wäsche wird per bald ein größeres Lokal in bester Lage Gießens von auswärtiger kapitalkräftiger Gesellschaft WMWlMlH Geboten: In Auerbach in | Hessen in gesunder freier Lage I 3—4-Zimmer-Wohn. m. Garten, I mit herrlicher Aussicht auf die | Bergstraße. Verlangt: Fn Butzbach, Bad I Nauheim oder Gießen schöne 3-Zimmer-Wohnung. Von Interesse sind auch tausch- ml reife Wohnungen in Butzbach, IM Bad-Nauheim od. Gießen, deren Hm Inhaber beabsichtigen, ihre Bai Wohnungen an obigen Plätzen HM aufzugeben um eine entsprech. Tauschwohnung an einem be- B| liebigen anderen Ort im Ring- P® tausch-Verfahren einzutauschen. 8 Schristl. Angebote unter 58150 | an den Gießener Anzeiger. S Cafe Amend Mittwoch, 23. Juli, abends 8 Uhr Großes Militärkonzert ausgeführt von der Kapelle des I. Bataillons (Hess.) 15. Infant.- Regiments, unt. persönl. Leitung des Herrn Obermusikm. Löber Bei ungünstiger Witterung findet Strelchkonzert statt. _ Ä WM!! Saat-Erbsen, Saat-Wicken, Saat- Gemenge, Oelrettich, chincfischer, Gelbsenssaat, Herbst- od Stovvel- rüben, Inkarnatklee, früher, seidefrei, Luzerne (Ewigklee), Provencer, seidefrei, sowie alle übrigen Gemüse- u. Blumcnsamen in zuverlässiger Qualität zu äußersten Preisen ferner: la Garbenbänder feurig gefärbt, sehr preiswert empfiehlt Mg4c SMNlms heioriS W Bahnhofstraße, Tel. 1403. 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Juli 1924. 68100 021932 Ernestine 5819V Mietgesuche empfehlen: 5818C Pfund l F Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Juli, 4 Uhr nachmittags, vom Sterbehause aus statt. Für die vielen Beweise der Teilnahme anläßlich des Ablebens unserer lieben Tochter Montag früh verschied nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Nathan Nathan im 70. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Jacob Nathan. Für alle Zeichen freundlicher Anteilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste erwiesen wurden, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Hermann Hammerschlag und Frau Leni geb. Barnaß Siegmund Hammerschlag und Frau Mali geb. Dittmann Zadock Kann. Gießen, 21. Juli 1924. unseren herzlichsten Dank. Familie Gustav Koch. Vergebung von Schreibmaterialien. Der Bedarf an Schreibmaterialien für die -Zeit vom 1. August 1924 bis zum 31. Marz 1925 für die Behörden des Standorts Gießen soll am 1. August 1924, vormittags 10 Ähr, in dem diess. Geschäftszimmer vergeben werden. Der Bedarf und die Bedingungen können beim Amt eingesehen werden. Angebote für die Lieferung der Schreibmaterialien sind zum 1. August 1924, vormittags 10 Ahr, verschlossen einzu- reichen. 5805D HeereSunterkunftsamt. Feinste Süßrahm Mlwller zum billigst. Tagespreis Vermietungen | 1L?. Zimmer z. I.Aug. z.vrm. ommi Ebelfiraße 2II, r. Solange Vorrat: 3 Wein MM- Waöe.. 85, Grobe saftige gitronen 3 Stück 20 • Silken- und SchaMauktion in Lich am Montag, 28. Zull 1924, vormittags 93k Uhr. Landwirtschastskammerausschuh für Vberheffen. ssoep Solange Vorrat: 3 laleln BoHmiltij- ItQoiolaöe... 12 KOHLENSCHLACKEN für Beton- und Wegebau und zur Schlackensteinfabrikation noch ein gröberes Quantum von unseren Anlagen Wetzlar a. d. Voün und Mühlheim am Main zur sofortigen Lieferung abzugeben. Brennstoff-Gewinnungs-n. Veredel ungs-GcB.m.b.H. 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Sept, selbständiges, ölt. ttiuiäcteo oder 5814V einsame stütze für kletnenHauShalt. iSrnnUSenningöoff Brauerei. MBunWiiWkiMniicrarbeiten. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und der Ergänzungen hierzu sollen die Verpuharbeiten für den Aeubau des Physiologischen Instituts in 4 Losen öffentlich vergeben werden. Los 1: 944 qm Deckenputz auf Eisenbetondecken, 2604 qm glatter Wandpuh, 453 qm rauher Wand- und Deckenputz usw. Los 2: 1068 qm Deckenputz auf Eifenbetondecken, 2161 qm glatten Wandputz usw. Los 3: 864 qm Deckenputz auf Eisenbetondecken, 2135 qm glatter Wand- puh, 220 qm verlängerter Zement- mörtelpuh usw. Los 4 : 863 qm Balkendeckenpuh, 1713 qm glatterWandputz,120lfdm.Zement- sockel, 342 qm Aapputz usw. Die Vergebung nach einzelnen Losen oder der 4 Lose geschlossen bleibt Vorbehalten. DieVerdingungsunterlagen liegen vom 25. d. Mts. an auf unserem Amte, Stephansttahe 18, zur Einsicht offen. Von diesem Tage an sind Angebotsvorschriften daselbst zum Herstellungspreis erhältlich. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Samstag. den 2. August d. Is.» vormittags 11 Llhr. bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 5826B Gießen, den 22. Juli 1924. Hessisches Hochbauamt Gießen. 3. V.: Kuhlmann. der auch Landwirtschaft versteht, gesucht. 5822V PulvcrmWe. 15—16jähriger Junge für Botengänge u. leichte Arbeiten ge- sucht.Zuerfr.b.llvrro u. 9fr. 1613. [5811h l^nnMrou KiiAMadA» gesucht. 5808c Speisekartoffeln per Ztr. 5 Mk. per Nachn. m. Fracht, bei Voreinsendung Mk. 4.50. 5807D Hugo Scheib Posthilfsstelle Rödgen Kreis Friedberg. Zwanzig fette MaftlSmmer und vier gute Schafböcke zu verkaufen 02193< Fürst!. Gutsverwallung Kolnhausen bei Ltch tOberhessen). Gutgehende (alte) WM! sofort zu verpacht. Schr. Ang. u. 021942 an den Gieß. Anz. Genfer. Heiterkeit Singstunde 081,37 (Tenöre) muß auf morgen Mittwoch verschoben werden. Gesellllvllslsverein Sletzen. Generalversammlung am Donnerstag, bcmäl.Qiili,Gilbt im Gartenzimmer. T.-O.: Finanzlage. 021840 Der Vorstand. Nr. 170 Zwetter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhetzen) 22. Ser Houptgebirgsbildungsprozeh, der diese Gebirge hn Rahmen der alpen hohen, mitteldeutschen Alpen hochfaltete, fand am Ende des Erdaltertums, in der <Äeinkohlenzeit statt. Gewaltige Kräfte müssen sich ausgewirkt haben, wenn man sieht, wie starke und feste Gesteinsbänke und Ge- steinspakete wie ein lose aufliegendes Tischtuch zusammengeschoben wurden, ilnb wenn wir in diesen Gebieten wandern, durchschreiten wir, verursacht durch diese Faltung, nicht nur älteste Gesteine unserer Erdkruste, sondern wir finden all« Gesteinsschichten mehr oder weniger schräg oder senkrecht gestellt, gewissermaßen Zeugen versteinerter Erokräfte. Entlang diesem Zug der Gebirge im Innern Deutschlands treffen wir auf diese Weise Niederschläge ältester Meere an, welche unser deutsches Vaterland vor Iahrzehntemillionen bedeckten. 3m Norden und Süden dieses altzeitlichen Gebirgsmassives liegen jüngere Gesteine, lange nicht so steil gestellt und stark gefaltet, und schließlich lagern sich über sie in den diluvial vereist gewesenen Gebieten die jüngeren und schließlich jüngsten Bildungen. • Diese großen Züge kann man aus allen Wanderungen und Neisen kreuz und quer durch Deutschland feststellen. Jedes Fleckchen deutscher Landschaft wird in solcher erdgeschichtlichen Beleuchtung interessant, und es ist nur zu raten, sich deutschen Boden so zu betrachten. Mit anderen Augen betrachtet man den scheinbar leblosen Boden, und ein Stück Werden der Welt wird am heimatlichen Boden Erlebnis. Aus dem Reiche der Frau. Freundinnen- Von Clara Dunge. Ich habe beobachtet, daß da. wo das Tun oder Lassen einer Frau Anlaß gibt zur Kritik, es häuftg ausgerechnet die allerbesten Freundinnen sind, die am erbarmungslosesten verurteilen! Warum? Sie sind die am meisten Enttäuschten! Hnb Enttäuschung macht sehr leicht hart und ungerecht, wenn man nicht voller Güte ist, das heißt willens, sich — und wenn es auch noch so schwer fällt — in des Anderen Seele verständnisbereit hineiiizufühlen und die Beweggründe auch des scheinbar unbegreislichen Handelns liebevoll zu erforschen! Wer soll denn unser Fürsprecher sem, wenn die versagen, die auch unser Gutes kennen und sich darum rächt irre machen lassen dürfen! Es gibt wohl kaum etwas Anhänglicheres, aber auch kaum etwas unbewußt Grausameres als eine Handvoll Hugendgefährtinnen, die in der Reife ihrer Jahre nach langer Trennung wieder einmal ftöhlich-auskramend beisammen sitzen! So, wie sie dich einst mit unbeirrbar-kritischen Kinderaugen sahen, so sehen sie dich heute noch! All äe Fehler, die sie in der gemeinsam verlebten Jugendzeit dir ohne viel Federlesen — ob mit Recht oder Anrecht — zuteilten, hast du noch! (älnd wenn du sie auch niemals gehabt haben solltestO^ fonn so köstlich-unverschämt staunen daß trotz allem, allem wahrhaftig doch etwas Ordentliches aus dir geworden ist! Bitte, geworden zu sein scheint! Denn, wohl verstanden, so ganz felsenfest davon übezeugt sind sre rm Grunde ihrer Herzen ja noch lange nicht! Ilnb doch, obwohl man sich ja eigentlich darüber ärgern könnte, wenn man das Zeug dazu hatte und die Sache nicht so urkomisch wäre, dennoch gibt es nichts Erquickenderes, als sich im Kreise lieber, offenherziger Hugendgespielinnen an alten Erinnerungen wieder jung 'iutb froh za lachen! Der Schirm als Geschmacks-Charakteristikum. Don Ruth Thorrin. Wie es Berufskleidung, Berufs laschen, De- russschürzen und Berufsschuhe gibt, so gibt es auch Berufsschirme. Von diesen soll hier nicht die Rede sein. Denn der Landschaftsmaler, der mit einem grauen Leinen-Sonnendach auswandert, die Ge- müsehökerin, die Aepfel, Kirschen, Pflaumen und ihre eigene zarte Fülle sorglich unter dem roten Riesenschirm birgt, sie müssen der Notwendigkeit huldigen, nicht dem eignen Geschmack oder der Mode. Sogar der chinesische Mandarin trägt den Sonnenschirm nicht als prunkvollen Zierat, sondern — wie unsere ehemaligen Kammerherren den Schlüssel — als Zeichen seiner Würde, er gehört zum offiziellen Aufzug und Anzug. Aber unsere Frauen und Mädchen sind frei, sich Sonnen- und Regenschirme zu wählen, ganz nach Geschmack, Laune, Kostüm und Gelegenheit. Da ein ausgesprochener persönlicher Geschmack — über den sich ja nie streiten läßt — leider immer noch zu den Seltenheiten gehört, tritt für die große Allgemeinheit die „Mode" dafür ein. älnd diese augenblickliche Schirmmode — wir kennen sie alle, die formen, dicken älngeheuerchen, die an lleine Dreschflegel erinnern —, sie stammt „natürlich" aus — Frankreich. Gibt uns das nicht zu denken? Pariser Schöpfungen ftnd's, die manch zartes, spißenüberrieseltes Wesen dick und klobig spazieren führt, zum Schreck oder der Belustigung der ihr begegnenden Männlichkeit zum — leider! — neidvollen Staunen ihrer noch „unmodernen" Mitschwestern. Denn wäre diese neid- volle Bewunderung nicht vorhanden, dann ständen unsere deutschen Schirmfabriken nicht voll derartiger Rübezahlstecken. Der Fabrikant und der Verkäufer richten sich nach den Wünschen des Publikums und würden der Käuferin genau so gern einen schmalen, eleganten Chiffon- oder Spitzenschirm verkaufen tote einen dicken, wuchtigen Totschläger, der seltsam kontrastiert mit den zarten Seidenfarben, mit denen er als sogenannter „Sonnenschirm" überspannt ist. ilnb es gehört tatsächlich ein toenig harmlose äieberspanntheit dazu, sich solch schweres, plumpes Scheusälchen zum Hellen Sommerkleid auszusuchen. Würden andere Schirme verlangt, so würde diese französische Mode sofort verschwinden, aber nein, die brave Deutsche tapt getrost hinter den Pariser „Schirmherren her.... Was zu Apachen-Hals-Shawl und Mont- Martve-^lmschlagetuch passend sein mag, txiUt darum noch lange nicht für die deutsche cnxw? aber was solch kleines Boulevard-Gmsettchen ivy von ihrem „Freund" schenken läßt, glücklich in diesem Schirm und Schuh, das wird für Thus- neldens Nachfolgerinnen das Sonnen- und Regendach-Ideal — die große Mode! — Schade um die Kunstfertigkeit, mit dec viele dieser „Topfschrrme" (wie der Fachausdruck lautet) geschnitzt und verziert sind. In Elfenbein und echtem schwarten Holz, in farbigen Sternen und Edelmetall Heven ich seltsame Ornamente, lleine Buddhas, exotische Tierformen, von der Schlange mit Rubinaugen bis zum Tigerrachen mit grünen Smaragdlichtern und Elfenbeinzähnen, assyrische Schuppen- und Fabeltiere in Gold oder Silber von dem Schirmgriff ab. Zum Teil ganz entzückend, wenn die Plumpheit des ganzen Gestells in Wegfall käme. Hoffentlich schafft der „Rundhalen" hier einen Wandel und ist etwas minder beleibt. Wenn auch die meisten dcr Damen-Rundhaken, die wir jetzt in den Schaufenstern bereits sehen, eher wie mächtige Herren-Schirmgrisfe anmuten. Die Farbigkeit auch der Regenschirme ist — geschmackvoll angewendet — zu begrüßen: sie gibt dem Straßenverkehr eine lebhafte, heitere Note und der Schirm läßt sich vorzüglich zur Toilette der Trägerin wählen. Ein scharfer Farbenkontrast würde nie vornehm fein, der Schirm soll sich ergänzend und angenehm abrundend dem Kostüm anpassen: er darf nicht dominieren und vorlaut auf sich aufmerksam machen wollen. Cs lassen sich allerlei Nuancen und Feinheiten in der Wahl des Schirms zum Ausdruck bringen: Aebertreibungen führen hierbei — wie überall — zum Beweis des Fehlens geschmackvoller Einfachheit. Die praktische Hausfrau. Frische Ob st flecke können sicher entfernt werden, wenn man den Stoff straff über ein Gefäß spannt und von oben herab kochendes Wasser darauf gießt. Ohne Seife oder irgendwelches Reiben verschwindet der Flecken sofort. Frischhallen von Schnittblumen. Geschnittene Blumen halten sich viel länger frisch, wenn man dem Wasser etwas Ammoniak beifügt. Dadurch wird auch der faulige Geruch vermieden, der sich gerne in den Basen festsetzt. Wolle porös-wasserdicht zu machen. Wollene Stoffe werden am einfachsten wasserdicht oder richtiger wasserabstotzend imprägniert, wenn man darauf Aluminiumseife niederschlägt. Dazu wird das Gewebe in eine lauwarme Lösung von etwa 200 Gramm Kernseife oder noch besser Oelsäureseife (Marseillerseife) in etwa zehn Liter Wasser eingetaucht, unter der Flüssigkeit durchgeknetet, um eingeschlossene Luftblasen zu entfernen und die überschüssige Lösung leicht aus- gedrückt. Dann bringt man den so behandelten Stoff in ein zweites lauwarmes Bad, das man durch Auflösen von 200 Gramm Alaun in zehn Liter Wasser herstellt, läßt das Gewebe einige Zeit in der Lösung unter Durchkneten verweilen, drückt gut aus und hängt zum Trocknen auf. Das imprägnierte Gewebe stößt nach einer Mitteilung in der „älmschau" derart Wasser ab, daß darauf geschüttetes Wasser in Form einer ganzen Kaskade von Wasserperlen abrinnt. Es ist damit für längere Zeit porös-wasserdicht geworden. Noch besser wird die wasserabstohende Wirkung, wenn man Fette, Oele oder Wachse in geringer Menge mit etwas Seifenlösung in warmem Zustand schüttelt und zum obigen Seisettbad seht. Auch etwas Leinölfirnis, mit Seifenlösung emulgiert und zugegeben, arbeitet in gleicher Richtung. Für die Küche. Eine feine Fleischfülle. Man nehme Reste von Kalbsbraten oder Geflügel und wiege das Fleisch sehr fein, ebenso wird rohe abgehautete Kalbsleber fein gewiegt. Zu schaumig genrhrter Butter kommen geriebene Semmel, em bis zwei ganze Eier, etwas gewiegte ^ronenschale, Salz, Pfeffer und nach Belieben Muskatnuß und die Fleischmasse: man kann auch feingewregte Sar- Lllen dazu geben. Die ganze Mässe wird gut vermengt und als Füllung verweichet (gut zur Füllungvon Kohlköpfen, Kohlrouladen, Kalbsbrust, ^^isab ncVf auce. Ein Stückchen Butter, etwas Mehl und ein bis zwei Eidotter werden miteinander verrührt und mit etwas saurer Sahne und Salz auf gelindem Feuer zu erner sämigen Sauce verrührt. Die Sauce paßt gut £x Schwer ns- lendchen, Kalbfleisch, Rrndslen!^, Spargel, Blumenkohl und als Beigabe zu Kartoffeln in der Schale oder Salzkartvffeln. Suppe von grünen Schoten. Erne beliebige Menge Schoten werden in Salzwasser weich gekocht. Inzwischen hat man eine Einbrenne von etwas Butter oder Fett unb Mehl gemacht, die mit dem Schotenwasser gekocht und aufgefüllt wird. Zuletzt kommen die Schoten dazu und vor dem Anrichten feingewfegte Petersille oder Schnittlauch. Zur Verfeinerung der Suppe können Grreh- llößchen oder Klößchen aus gehacktem Fleisch dazu gegeben toerben. Zigeunerfleisch. Zwei große in Scheiben geschnittene Zwiebeln werden mit einem Stück Schweineschmalz in eine Kasserole gegeben, dann chneidet man dünnblätterig zwei Karotten und zwei Petersieliewurzeln dazu, klopft zwei bis drei Schweineschnitzel (Nackenstück), die man salzt unb glatt in die Kasserole fegt. Hierauf gibt man vier große Tomaten oder dem Maß entsprechend Tomatenmark, eine grüne Paprikaschote, die man innen von den Körnern befreit hat, dazu unb läßt das Ganze zugedeckt langsam dünsten. Der Saft darf sich nicht verdünsten, man gieße also immer etwas Rindsuppe oder Wasser zu, damit alles im Safte bleibt. Ist das Fleisch weich, so prudelt man vor dem Anrichten '/» Liter Rahm >azu und läßt es einmal aufwallen. Der Ge- chmack mutz pikant sein: sollte es nicht scharf genug fein, so gebe man noch etwas Paprika und wenn nötig, Salz dazu. Servieren mit Pellkartoffeln, Reis ober Nudeln. Ein Idyll. In den Bestimmungen von Versailles wird der französischen Berg Verwaltung des Saar gebiets zugestanden, für ihre französischen Angehörigen Schulen zu errichten, während sonst die Schulen des rein deutschen Gebietes ungestört bleiben sollten. Die kleine Zugabe an die französische Bergverwaltung wurde sofort von den französischen Ann.xionspvliti.ern benutzt, um ihre Pläne w.iterzu treiben. Die fvanzösilchea Spulen der Dergverwaltung wurden den deutschen Schulen völlig gleichgestellt. Durch Lockungen mit Geschenken, durch Drohungen gegenüber den Eltern, durch Versprechungen, den Schülern die ec Schalen später bessere Stellungen in der Bergve«.Wallung zu geben, wurden deutsche Kinder für diese Schulen gewonnen. Die Regierungslommis! !vn. die neutrale Rcgierungskommis.ion des Völkerbundes, in der eh lichen Auftassung ihrer Pflicht als Büttel der französischen An.iexioirspvlttlker, Hilst dabei redlich mit. Mi helfen b^vnders aber diejenigen deutschen Doamten in der Regierung, denen eigentlich der Schutz der deutschen Interessen ihrer Heimat ans Herz gefegt' wurde, die Männer in der Schulabteilung, die Minner, deren Namen nicht vergessen werden sollten: Nottvn, Colling und besonders das derzeitige Mitglied der Kommision Kvhmann. Kürz.ich fand wiederum eine Schluhfeier einer solchen französischen Schule statt, natürlich mit Preisverteilung Intereßant war dabei, daß der Vertreter der Tergverwaltung feine Schüfe als „katholische" apostrophierte. Sehr nett von einem Vertreter der französischen Regierung, die gerade die „katholischen" Schulen im eigenen Lande nicht duldet. Aber im Saargebiet, wie sonst nur in halbzivilisierten Ländern, macht sich das Mäntelchen „katholisch" sehr gut. Man kann darunter seine politischen Geschäfte viel besser abwickeln Der ftanzösische Herr zeigte den Kindern das Festprogramm mit einem lachenden und einem weinenden Kinderköpfchen. Das lachende habe mehrere Preise erhalten, sagte er, das weinende aber nichts, Unb siehe da, alle, alle Kinder der guten Schule wurden zu lachenden Kindern, denn sie alle wurden prämiiert. Alle, alle erhielten Preise, weil sie fleißige Kinder waren. Ja. ja, in den französischen Schulen gibt es nur fleißige Kinder. Rührend, nicht wahr? Nur weiß man zu gut, daß gerade solche Eltern, die meines, ihre fleißigen Kinder würden von ihren Lehrern verkannt, ihre Kinder aus den deutschen Schulen herausnehönen und in die „fran- zösisck^" geben. Auf diese Weise wird ihr Fleiß und Intelligenz sofort untrüglich kund: sie erhalten sogar Prämien für ihren Fleiß. Alle, alle! Der „französische Frieden" im Rheinland. Eine englische Auslassung. Die literarische Monatsschrift der Oxforder Studentenschaft „The Oxford Outlook" veröffentlicht aus der Feder ihres Mitherausgebers Graham Greene einen bemerkenswerten Artikel über den „ftanzöfischen Stieben“ im Rheinland, worin das wachsende Interesse der englischen öffentlichen Meinung für die Herbeiführung vertragsmährger Zustände im ftanzösisch besetzten Gebiet zum Ausdruck kommt. An Hand von Einzelbeispielen sowre der von ihm scharf verurteilten Ausweisungspolitik weist Greene nach wie sich der „franzöftsche Frieden" allmählich zur planmäßigen -Unter» drückung des besetzten Gebietes ausgewachsen habe. Frage man sich nach dem Endziel all dieser Maßnahmen, so gebe General de Metz, dieser „merkwürdige Charakter und vielleicht die groteskeste Figur in der modernen Geschichte", die Antwort darauf: Separatismus sei sein Traum, Separatismus wolle er haben. Trotz des neuen Kurses in der französischen Auslandspolitik habe General de Metz seine Träume immer noch nicht aufge- geben. Seme H-.fnun^ .ruhe aus dec ... französischen Geldern unterhaltenen sogenannten Rheinischen Arbeiterpartei, in der die Reste der Separatisten organisatorisch zusammengeschfessen feien. General de Metz arbeite in der Sülle weiter und warte nur auf den geeigneten Augenblick zum Losschlagen. Vielleicht schon nach zwei Monaten könne die Welt die Neuauflage des Separattstew- schreckens im Rheinland erleben. Mit diesem Alarmruf berührt Greene das dringliche Problem der zur endgültigen Befriedung des besetzten Gebietes notwendigen Sicherungen gegen die vertragswidrige, auf Loslösung des Rheinlandes vom Deutschen Reiche gerichtete Politik der ftanzö- sischen BesahungsbeHörde. Ferner fordert Greene im Interesse der Befriedung die Zurückziehung der farbigen Truppen, die eine Verhöhnung eines Wehrlosen Volkes bedeuteten. Wirtschaft. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der deutschen Industrie haben sich nach den Ausführungen des „Reichsarbeitsblattes" im Juni gesteigert. Der A u f t r a g s m a n g e l und die K r e d i t n 0 t haben sich vermehrt: die Zahl der Konkurse wuchs. Zahlreiche Betriebe mußten zur Kurzarbeit und Arbeiterentlassung übergehen. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 208 258 (1. 6. 1924) auf 240 766 (1. 7. 1924) gestiegen. Don 2040 typischen Industriebetrieben hat sich der Anteil der Betriebe mit schlechtem Geschäftsgang von 32 auf 43 Prozent erhöht. Der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet kam wieder in Gang, doch blieb die Förderung hinter der des April zurück: die Kreditlasten der Micum- Verpflichtungen wurden fast unerttäglich. Auch die Produktion des Braunkohlenbergbaues zeigt rückläufige Bewegung. Im Lahn- und Dillgebiet liegt die Mehrzcchl der Eisensteingruben bei sehr stillem Versandt noch immer ohne Arbeit. Die Kaliindustrie hat die im Mai begonnenen Betriebseinschränkungen fortgesetzt. Die Lage der Eisenindustrie hat sich weiter verschlechtert. Die Frage nach Roheisen hat allgemein nachgelasien: auch der Bedarf an Halbzeug ist gering. Der Auftragseingang in allen Zweigen ging wesentlich zurück. Dementsprechend klagen die Maschinenbauer über Wirtschaftsstagnation. Im Maschinen-, Lokomotiv- wie im Kraftwagenbau ist die Beschäftigung keineswegs ausreichend. Die Lage der Landmaschinenindustrie ist unverändert schlecht, infolge mangelnden Kredits. Das Durchhalten beim Schiffbau bildet ein besonders schweres Kapitel. Der Beschäfttgungsgrad der elektrischen Industrie ist unverändert, obschon die Absatzverhältnisfe sich verminderten. Die Produktionshemmungen der chemischen Industrie verschärften sich, während die Textilindustrie im Zeichen der erwarteten Krise stand. Die Webereien arbeiten die alten Aufträge auf; neue fehlen gänzlich. Alle Zweige der Bekleidungsindustrie melden gleichfalls ungünstigen Geschäftsgang. Es ist natürlich, daß das Nah- rungs- und Genuhmittelgewerbe analog der allgemeinen Lage Verschlechterungen meldet, mit Ausnahme der Brauereien. Im Tabakgewerbe hält die Absatzstockung an. Das Baugewerbe lag nur in einigen wenigen Gebieten günstig, weshalb die Baustoffindustrie gleichfalls keine Besserungen melden kann. Die Holzindustrie schritt weiter zu Detriebseinschränkungen, ebenso kam es in der Glasindustrie zu Entlasiungen in größerem Ausmaße. Bei der Porzellanindustrie liegen noch Aufträge vor, neue sind auch hier nicht eingegan» gen. Das Duchdruckgewerbe meldet, wie die Leder- industtie, schlechte Aufnahme des Marktes. Gummi- und Papierindustrie erfuhren eine erhebliche Senkung ihres Geschäftsstandes. Die Auftragserteilung bei der Zellstoffindustrie war noch schwächer als in den Vormonaten. Im ©egenfaij zu den produktiven Zweigen war die Tätigkeit des Transportgewerbes im allgemeinen recht glatt: der Wasserstand auf Rhein, Elbe unb Ober war so, daß der Verkehr ohne Hindernisse vor sich gehen formte. Die Wagengestellung war im ganzen Reich infolge der nicht großen Anforderungen eine pünktliche. * Ein Opfer der französischen Ge» walt. Die feit mehr als 50 Jahren bestehende Finna Weil & Reinhardt A.-G. in Mannheim, die im deutschen Ersengroßha.rdel eine führende Stellung einnimmt, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten, die odi allem aus die über ein Jahr dauernde Beschlagnahmung ihrer Läger durch die französische De- satzungsbehörde zurückzufühven sind. Die Firma, mit . Hefite’« Rinietme^l «Seht feine Wutfet Jeßl. einer Pflanze, die einem schon in einem Museum Bewunderung abnötigten. Man erkennt bann im Freien selbst, was an Erdschichten am Wasser unb was auf bem Lande abgelagert würbe. Es werden dem Freunde der Erdgeschichte unter den Wandernden Gesteine begegnen,' die schicht- unb bankungslos, ohne irgendeine Versteinerung cinzuschließen, entweder in großer, räumlicher und flächenhafter Ausbreitung vorhanden sind loder als riesige Linsen ober alS Durchbrüche innerhalb dieser geschichteten Gesteine auftreten. . t . Siefen schichtlosen, meist viel härteren Gesteinen sieht man es an, daß sie einst feuerflussig dem Erdinneren entquollen unb erst nachträglich erkalteten. Wem. wir auf unseren heimatlichen Wanberungen lose Gesteine tote Don, Sand, Mergel Lehme, Kiese und Schotter finden, dann sind sie'aus der jüngsten Erdentwicklungsperiode, noch nicht so innig befestigt wfe die Kalke- Schiefer, Sandsteine und vulkanische Gesteine älterer Zeiten. Nordbeutschlands lose Erdschichten verdanken der in der vorhergehenden Erdperiode vor sich ge- gangenen Verschiebung nordischer Inlandeismassen bis ziemlich an unsere Mittelgebirge hercm ihre Entstehung vor, unter und vereinzelt im Eis. Sie Flüsse, Bäche der Jetztzeit verlern diese Schichten und bilden lehtzertliche Ablagerungen, zerstören in nie ^ie ältesten und selbst härtesten Gesteine und lagern Schlamm- unb Kiesmassen irgendwo neu als jugendlichste Bildung ab, die nach Iahrzehnte- millionen schließlich zur.festesten Schicht werden lagern in unseren Flußläusen bte jüngsten Erdgeschichte auf Wanderungen und Reisen Don Rudolf Hundt- Gera. Man kann mit mannigfaltigen ^Er^fen eine Reise oder eine Wanderung antreten- Ob ich als Kunsthistoriker als Naturwissenschaftler, als Hi storiker als Freund der Landschaft ober des llfolkstüms die Länder meiner Sehnsucht burch- ^nbere erst recht verständlich werden Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Landschasllwenn ^in einer leider in unserer Schulzeit vernachlässigten Wissenschaft Beachtung schentt. Das ist die Geologie, die Wissenschaft vom Werden der Erde, ihrer Erdschichten und ihrer Landschaften. Sie gibt fetzte Antwort auf Fragen, die sich mit der Kultur, dem Klima, der Menschheit, ber Sier- und Pflanzenwelt, dem Aussehen eines Landstriches befassen. Sie geologische Wissenschaft ist heute in Deutschland soweit gefördert, daß mun alfe deutschen Landschaften hinsichtlich ihrer Geofogie so Lnau kennt, daß man vorn größten Teil Deutch- Achs volkstümlich geschriebene geologische Führer ““Sn nun sich M s-inem Malbuch, tenakvä noch den Hammer fegt und an Stellen dirchwandernden Gebiete, die uns durch Einbrüche, Sandgruben, .Bergt^rke so aufgeschlossen sind, daß man in ihren Dau hineinsehen tvmn findet man hier und da versteinertes Seben in Gestalt eines versteinerten Tieres ober Ablagerungen, die auch heute sich noch unter unseren Augen bilden. Was vorn Hochwasser nicht überschwemmt wird, das zahlt man den älteren Ablagerungen zu. Nicht nur die fosen, lockeren Schichtenablagerungen Norddeutschlands sind Geschenke des nordischen Inlandeises, das vor unserer Jetztzeit dreimal aus dem Norden nach Süden kam, sondern auch die losen, lockeren Erdschichten der schwäbisch- bayrischen Hochebene sind Gfetscherablagerungen von Eismassen, die aus den Alpen ins Vorland drangen. Unb manches von Felsnischen in unseren Mittelgebirgen (Riesengebirge, Schwarzwald, Vogesen) unb mancher Gebirgssee im Döhmerwald, Schwarzwald, Riesengebirge zeugt von örtlicher Vereisung in der Diluviatzeit. Wo Braunkohlen aus der heimatlichen Erde gewonnen werden, da erkennen wir Reste aller Moore, die zur sogenannten Tertiärzeit sich als br-eiies Band durch Mittel- und Norddeutschland hinzogen. Dieser DraunVohlenzeit verdanken wir auch umfangreiche Gebirgsbildlrugsprozesse, die aus der Nachjura- und Kreidezeit berüberflingen lunb unteren Mittelgebirgen die Gestalt gaben, die uns nach dem Einschneiden der Flüsse auf Wanderungen vertraut wurden. Die Alpen entstanden zur selben Zeit, und die nordwestdeutschen Gebirge falteten sich auf, während die schon in der viel älteren Nachsteinkohlenzeit empc-rgefalleten Gebirge Vogesen, Schwarzwald, Odenwald, Rheinisches Schiefergebirge, Westerwald, Thüringer- unb Frankenwaü», Fichtelgebirge, Erzgebirge, Sudeten, neue, wenn auch geringere Umformungen erlitten. 18. 7. 21. 7. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 8.7» 10 0.270 0,525 0,400 0,9.0 0,190 0,425 0,550 0,62 9,76 1,05 7,10 2,6S 2,1 rt. V 6,es 39 20,75 3,75 6,15 7,13 0,345 7,8 10,10 1,70 0,310 0,2 6 7,90 43,50 43,75 6 9,25 3,90 6,50 22,90 29,75 1,40 | 18,25 3,91 7,^ 2,726 6,8 11 0,9 7 10,75 8,50 4,75 9,5 Oenerr orarus iwngens anro m yar Änrvag aij Gcschästsaufsicht gestellt. 1,23 1,80 1.9 7.8 Datum: I 18.7. j 2l. 7. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. Oult (Drahtbericht des „Dietz. An-.".) Wie in den vorangegangenen Tagen, war auch bei Wochenbeginn das Geschäft auf den Hauptgebieten der Börse sehr gering, doch immerhin etwas lebhafter, als man in der letzten Zeit es gewohnt war. Bei freundlicher Grundeinstellung eröffnete der Markt weiter in gut erholter Tendenz, für die auch heut« die Beurteilung der Londoner Konferenz bestimmend wär. deren Arbeiten eine zuversichtlichere Auffassung zeitigen. AlS günstiges Moment ist im Börsengeschäft zu verbuchen, datz die Abgabeneigung fast völlig zum Stillstand gekommen ist. Andererseits kann aber von einer wesentlichen Hebung der Kauflust keine Red« sein. 3m all- gmieinen hielten sich di« Amsätze weiter in engen Grenzen, doch machte sich für eine Reihe von Werten «in stärkeres Interesse bemerkbar. Rachfrage bestand namentlich für Montan- und chemische Werte. Auch deutsche Anleihen und ausländische Renten waren gut beachtet. Am Geldmarkt sind die Zinssätze für Monatsgeld F/. bis 1V2 Prozent und für Dagesgelder V. pro Mille. 3m Tevisenverkehr wirkte der günstige Verlauf der Londoner Konferenz besonders preis steigernd auf das englisch: Pfund ein, das man heule früh im Asancenverkchr mit einem Kurs von 4,383/8 bis 4,385/h hörte Sonst wurde genannt der französische Frank mit 85 in Pfundparität und 19,30 in Tvllarparität, die Mark mit 4,166 Billionen in Dvllnrparität. Mit ziemlich festen Kursen kam der deutsche Anleihemarkt in den Verkehr. Für ausländische Renten war die Rachfrage etwas stärker, besonders für Bagdad, Zolltürken und ungarische Goldanleihe. Der Freiverkehr hatte heute etwas lebhafteres Geschäft aufzuweisen. Die Kurse hielten sich aber auf ihrem letzten Stand. 2lpi 2, Becker-Stahl 1,37, Decker-Kohle 3,75 Denz 2, Petroleum 10,5, Ufa 4 Vs, Krügers hall 2Vs> Growag 0,125. 3m weiteren Verlauf tonnte 6% Deutsche NeichSanlethe . 4% Deutsch,- RctchSanleihe . 3'/ee/o Deutsche Netchoanlethe y/n Deutsche ReichSanleive . Deutsche Sparpramieuonlethe 4% Preu bische KonsolS . . . 4° , Hessen........... :::::::::: Deutsche Wertb. Dollor-Snl. dtp. Doll.-Schatz-Anwetsug.') **lo Zolltürken .....I 5% Sold Mexikaner ..... s Berliner Handelsgesellschaft. Commerz« und Pnvat-Bank Dünnst, und Nationaldank . Deutsche Bank......... Deutsche DeretnSbank .... DiSconto Commandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Lredtlbank. Oesterreichische Creditanstalt. Westbank............ «ochumer Saß........ BuderuS......... Caro ............. »Luxemburg...... irchcner Bergwerke. . Harvener Bergbau...... ökaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laura hutte........... Oberbedarf Phönir Bergbau....... Rheintiahl Riebeck Wontan........ TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Eheramisch« Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Lnglo-Cont-Guano..... Badtscbe Anilin........ Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt.......... GrieSbeimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ........ RüigcrSwerke...... Schetdeanstalt «llg. ElekirtzttätS-Sesellschaft Bergmann...... Mamkraftwerkr........ Schuckert......... Siemens & HalSke Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt..... Meguin............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Zellstoff Waldhof...,*** Zuckerfabrik Frankenchal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . •) Dom Ut-.i,>a6(unc 9n Simonen Prozent ftranffirrf a. M. Berlin Schlutz»! Schlul;- ßiir» | fiurs Schlutz. Kur» Schlutz. Kurs 0,2975 0,278 C.29O 0.5S0 0,550 0,575 0,460 0,430 0,448 0,970 C,9 0 0,995 0,199 0,181 0,181 0,440 0,435 0,446 0,660 0,650 0,700 — 0,500 0,6 0 0,440 0,450 0,480 4,2 4,2 4,2 80,5 81 80,5 6,66 6,65 6,75 39,6 38,5 42 21 21,13 22.4 3,87 4 4 6,37 6,30 6,50 7,25 7,20 7,13 0,345 — e 8 8 1C, 60 — — 1,76 1,73 1,80 0,300 0,3 0,3 0,2 0,3 0,4 - - —- 44,25 7 6 6,15 6 7,65 8,40 44,37 43,9 44,60 44,50 44,3 45 49,5 48 49 6,3d 6,30 6,25 9,6 9,4 10 3.60 3,8 4.1 6,60 7 7 23,75 22,75 23,85 16,50 18 19,60 30,50 29 31 1,40 — — 18,90 18,4 19 3,82 3,90 3.9 1,50 — _ 7,90 — — 2,35 2,30 2,60 — 6,8 6,0C 11,50 10,9 10,40 0,80 — — 8,'3 8,1 8,60 11 11 11 4 M 8,5 9 9,50 9,40 9,60 11 — — 6,80 6,50 6,90 — 9,65 10 6,75 — — 28,2 28 28 89,9 39,25 39.60 1,15 1 1,1 1,80 1,80 1,90 1,80 -» — 8 7,75 7,40 0,460 — —- 0,62 0,65 0,65 10,25 — 1,05 1.1 1,1 2,1 2 2,90 3 8 7,50 7 7,20 2,75 — — 2 1,9 1,9 Der Alie aus Topper. Roman von HannS von Zobeltitz. 22. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Chrcnpüttner drückte die schwere Bibel noch fester an leine Brust. „Kann mir darüber fein 11-teil rlaubm, gnädiger Herr, jeglicher spricht, wie unser Gott es ihm eingibt-" „Will ja auch nicht mit 3hm rechten. Wollt' eigentlich etwas anderes mit 3hm bereden. Der Huriler nämlich, mein Eickelkind, geht morgen ins Feldlager, zu Seiner Majestät . . Stehen blieb der Magister, ehrlich erschreckt. Lchütttlt. de r Kopf, sprach bekümmert. ,Das junge DlutI Gnädiger Herr ... ins Feldlager . . ." Da wellte wieder dec Derdrutz hochkammen. Was dach!« sich der Pastor? Das war ja beinahe wie eine Reprimande. „Seine Majestät haben den Junker zu Allerhöchst 3hrem Pagen designiert," sagte er scharf. „Eine hohe Ehre und Auszeichnung! Ha . . . ich will aber, Pastor, datz Er dem Hunker, bevor er gehet, noch einmal mit Ernst ins Gewissen redet. Datz er Mores achte im Lager und Hu- nfanito und nicht bösem Exempel folge, sondern sich gesund halte und reinen Herzens. Ich schick' den Hunker heut nachmittag zu 3hm." „Ich will wohl tun, wie der gnädige Herr wünscht. Rach bestem Gewissen. "Doch ob es fruchtet, das steht bei Gott. Mein Herz ist voller Sorgen. 3ch hab' den Hunker lieb gehabt allezeit — gnädiger Herr, gnädiger Herr — so jung und ins Feldlager —“ „Da hilft kein Maulspitzen, Pastor, Order mutz pariert werden. Tu Gr nur sein Teil, schärf oie fTwncncpe orurammg nxTtere Hvrrlcyrirre machen. Berliner Börse. Berlin, 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietz. Anz.".) Die Rachricht von der bevorstehenden Einladung deutscher Vertreter zu der Londoner Konferenz wird von der Börse mit einiger Befriedigung ausgenommen. Eine Einwirkung auf die Geschäftstätigkeit und die Tendenz läht sich jedoch kaum seststellen. Die Dank- und Börsenwelt steht auf dem Standpunkt, datz es verfrüht sei, auS dieser Einladung schon die Hoffnung auf eine baldige Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zu schöpfen. Autzerdem verweist man darauf, datz die Zuziehung Deutschlands von den amerikanischen und englischen Delegierten nur durch weitgehende Zugeständnisse an die französische Auffassung erreicht wurde. Der entschei- deirde Gesichtspunkt für die Börse ist und bleibt di« Geld- und Kreditfrage. Man gibt sich zwar der Hoffnung hin, datz im Falle einer Annahme des Sachverständigen-Gutachtens die Reichsbank ihre Kreditpolitik ändern werd«. Andererseits scheint aber die Fühlungnahme der Dank- und Industtie- kreise mit englischen und amerikanischen Gruppen in den letzten Tagen eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen zu haben. Auch die neuesten Berichte über die wirtschaftliche Lage und den Arbeitsmarkt, die im vollen Umfange di« gegenwärtige Wirtschaftskrisis erkennen lassen, toirten nicht gerade ermutigend. 3m Devisenverkehr bleibt die Lage unverändert. Obwohl die Umsätze kaum gröber sind, als in den vergangenen Wochen, ergeben sich doch auf den verschiedenen Marktgebieten weitere Kurssteigerungen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark au-gedrückt. vneno»«AtreS, London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten-) Telegraphisch« Auszahlung. 18. Juli 2 Jul« Report. Cir'Udje ( ib Notierung Brief Amnil), Geld iotier, *., 18. 18t. Amst-Rott. Brff.-Antw Christwnia. Kopenhagen ©toctljolm . HelsingsorS. Italien. . . London. . . Neupork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien in D-- Oest. nbfleft. Prag .... Budapest. . Buen-AireS Bu lciarien Japan . . . >Hlo de Jan Belzrad . . Lissabon . . 158,70 19,10 66,26 67,58 111,37 10,42 18,00 18,385 4,19 21,40 76,21 55,46 5,92 12,42 5,115 1,345 8,01 1,73 0,405 4,96 11,07 a (S 159,50 19,20 66,54 67,92 111,63 10,48 18,10 1M95 4,21 21,50 76,«9 65,74 5,94 12,48 5,136 1,366 3,03 1,74 0,415 4,97 11,13 banfm Dfone ©e 169,80 19,35 56,06 67,43 111,42 10,495 18.10 18,375 4,19 21,70 76,46 05,46 5,92 12.45 5,165 1,845 3,01 1.72 0,896 4,95 11.07 »ten. währ.) 180,6* 1-W- 56.34 67,77 111,98 10,655 18,20 18,466 4,21 21,80 76,84 05,74 5,91 12,51 5,185 1J55 8,03 1,73 0,405 4,97 11.13 voll ooll roll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Berlin, 21. Jul« Geld 1. Brief Report. Amerikanische Noten . Belgische Noten . . . . • *«• 4,1» 19,25 67,23 18,34 21,70 U',35 18,’O 55,98 5,98 1,78 111,12 76,46 65,26 12,41 4,96 4,21 19,35 67,57 18.44 21,80 160,15 18,20 66,24 6.02 1.80 111,68 78,84 55,54 12,47 4,98 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Dänische Noten..... . Englische Noten.... Französische Noten . . Holländische Noten . . Italienische Noten . . Norwegische Noten. . • • ♦ • Deutsch.Oesterr, i ioo Kronen Rumänische Noten . . .... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Not« . . Ungarische Noten...... Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Huli. Der Produktenmarkt war erheblich ruhiger als in der vorigen Woche. Weizen war ein wenig fester, Roggen schwächer. Die Glntenähe gab zur Zurückhaltung Anlatz. 3n der Mark fyat der Roggenschnitt bereits begonnen. Es wurden notiert far j« 1000 Kilo: We^en, märk. 172 bis 179, Roggen 134 bis 141, Gerste, märk. 158 bis 168, neue 153 bis 158, Hafer, märk 140 bis 145, Raps 270 bis 280, Leinsaat 350 bis 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 21 bis 23,50, Weizenkleie 9 50 bis 9,60, Roggeickleie 9.50 bis 9,60, Viktoriaerbsen 20 bis 21, Heine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, Mau 9,50 bis 10,50, Rapskuchen 11, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnihel 8,80 bis 9, Kartoffelflocken 21. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietz. Anz.".) Auftrieb Rinder 1338 Stück; darunter Ochsen 305, Bullsen 60, Färsen und Küh« 971, $ reifer 2, Kälber 270, Schafe 66, Schweine 2604. — Es kosteten pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen, vollfl., ausgewachsene, höchsten Schlachtwerts 42—45, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere aasgemästet« 38—48, mätzig Er dem Hunker das Gewissen." Und der Gestrenge hob, ein wenig hochmütig, di« Hand leicht an die Hutkrempe. „Adieu, Herr Magister!" So ist denn Hunker Kaspar nachmittags ins Pfarrhaus gekommen, hat vor dem Trefflichen gesessen, wie er als Konfirmand sah, und Ehr- würden halben kräftiglich und sanft zugleich auf ihn eingeredet, die zehn Gebote mit ihm traktiert, tvohl eine Stunde lang oder darüber. 'Der Hunker ist auch ein weniges, doch nicht gar sehr, ergriffen gewesen. Recht langte «S nicht, denn seine Gedanken waren meist an anderen Orten. Als Ehrwürden ihn dann mit einem letzten Segensspruch und vielen guten Wünschen ent- lassen, ist er spornstreichs ganz hinten in den Pfarrgarten gelaufen. Da, in der Holunderlaube, sah Rutb und wartete auf ihn. Es herbstete schon sehr. Die roten und gelben Blätter lagen rings um die Laube und drinnen auf dem runden, selbstgezimmerten Holz tisch. War auch recht kühl geworden gegen Abend hin, wo immer der falsche Wind vom Hohen Spiegel- berg her über die Senke strich Die Ruth aber satz in ihrem leichten Zitzkleide und hatte heitze rote Bäckchen wie im Fieber und dickverschwollene Augen. Das sah der Hunker gleich. llnb wie er sich neben sie hinkuschelte auf der schmalen Dank, da sagte er recht grob: „Mädel, ich glaub' gar, du hast geheult! Schäm' dich! Bist doch fanfa nicht so weibisch!" Die Tränen wollten schon wieder kommen. Doch sie zwang sich, schluckte, sah zur Seite, ohne zu antworten. genährte junge, gut genährte ältere 28—34. Dullen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 34—38, vollfl. jüngere 28—33. Färsen und Kühe: vollsi. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 40—47, vollst., ausgemästet« Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Hahren 35—42, wenig gut entwickelte Färsen 32—40, ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelt« jüngere Kühe 28—34, mätzig genährte Kühe und Färsen 20—27, gering genährte Kühe und Färsen 10—15. Kälber: feinste Mastkälber 48-52, mittlere Mast- und beste Saugkälber 44—46, geringere Maft- und gite Saugkälber 30—37. Scha fe: Maftlämmer und Mast- hämmel 32—39, geringere Mast Hümmel und Schafe 25—30. Schweine: vollfl. von 80—100 Kg. 62 bis 64, vollfl. unter 80 Kg. 50—60, vollfl. von 100—120 Kg. 60—63, vollfl. von 120-150 Kg. 60—63, Fettschweine über 150 Kg. 60—63, Sauen und Eber 48—55. Markt geräumt. Marktverkauf: Grotzvieh übrig, Kleinvieh und Schweine lebhaft gehandelt. Frankfurter Getreidebörse. F r a n t f u r t a. M., 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 19,50—19,75, Roggen, tnl. 17,75—18, Sommergerste fürr Drauzwecke 17,50 bis 18,50, Hafer, inländ. 17.75—18,25, Mais (gelb) 17—17,25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 31 bis 32—50, Roggenmehl 25—26, Weizen- und Roggenkleie 10—10,50, Erbsen 18—24, Heu, neue Ernte 4r—4,50, Weizen- und Roggonsttoh 4,50—5, Treber getrocknet 11—11,50. Tendenz: stetig. Turnen, Sport und Spiet Dom Radsport. Am tzonntag wurde mit Start und Ziel in Wiesbaden das schwierige Straßenrennen „■Rundum Wiesbaden?' (160 Kilometer) gefahren. 75 Fahrer verliehen den Start, besonders stark war das Rheinland mit seiner Extraklasse Vertreten. Auch August Deibel vom Gietzener Radfahrer-Derein 1885 nahm an dem Rennen teil und errang wieder einen schönen Erfolg, indem er im Endspurt vor Wallenborn-Köln den 3. Platz belegte. Ergebnis: 1. Dum-Köln 5 St. 30—40 2. Mandelarh-Köln 5 St. 31—40, 3. Deibel- ©leben 5 St. 32, 4. Wallenborn-Köln 5 St. 32 bis ? Landwirtschaft. "Die Z.Dullenauktion des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen findet am Montag, 28. Juli, in Lich statt. Gemeldet sind 40 Dullen des Hess. Fleckviehschlages (Simmentaler) im Alter von 10—20 Monaten. Die Versteigerung beginnt um 93/< Ahr. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer-Ausschusses eingetragen und stammen aus den besten Zuchten der Kreise Gieren, Büdingen und Friedberg. Anschlietzend hieran kommen die Iährlingsböcke der Fürstlichen Stammschäferei Lich. sowie einige Lammüöcke von Lang-GönS zur Versteigerung. Die Auktion bietet Gemeinden und Züchtervereinigungen, die wertvolle Faseltiere anzuschaffen beabsichtigen, günstige Gelegenheit zum Erwerb solcher Tiere. (Siehe heutige Anzeige.) Büchertisch. — HuliuS Hatschek: DritischeS llnd römischesWeltreich, eine svztalwissenschaft- liche Parallel« (bei R. Oldenbourg, München). An beim Werk des Göttinger Staatsrechtslehrers interessiert allein schon Anlage und Durchführung der Aufgabe. Ausgangspunkt für di« Parallele ist die küstenländische Kultur in beiden Weltreichen, der PoliSursprung beider Reiche. Auch in Verfassung und Verwaltung ergibt sich eine starke Parallelität. ebenso in der imperialistischen Politik deS kaiserlichen Rom und des England eines Chamberlain. Die gleichen Bindemittel der Reichsbürgerschaft, der Rech'Seinhett, der Wehreinheit, der monarchischen Gesamtspitze hielten die römischen Provinzen so zusammen wie die Dominions des britischen Imperiums. Auch die Zukunftsaussichten des britischen Reiches scheinen sich gerade in diesem Augenblick immer mehr dem Schicksal Roms anzugleichen. Das umfassende gründliche Werk bietet wertvolle politisch« Auftchlüss«. — Meyrink,©.: Der weihe Dornini- kaner. (Rikola-Verlag, München.) Der geschickt erfundene Roman bewegt sich durchaus in den bekannten Dahnen magisch-mystischen Erlebens, ohne die packend-faszinierende Geschlossenheit der Mey- rinkschen Erstlinge zu erreichen. — „Rationalismus auf der ganzen Erde" betitelt sich ein Artikel in Rr. 4140 der Leipziger „Illustrierten Zei- „Ruth, sei nicht so dumm! Freu'n sollst du dich mit mir!" „Wenn ich doch nicht tannl“ „Du muht, so du ein braver Kamerad sein willst. Hast es doch immer versprochen. Ich will's so und nicht anders!" Run schluckt« sie wieder und daim noch einmal. And meint darauf und zieht das Köpfchen zwischen die Schultern: „Habs nimmer gedacht ■ . - datz das so schwer sein könnt'." Er ist «in wenig großartig. „Hör' du . . . du, dumme Ruth! Hst's etwa Feine Ehre, datz Seine Majestät, unser grohmächtiger König, Fri- dericus Rex, deinen Freund zu sich beordert und als Pag« zu Höchstsriner Person designiert?" Beide Hände hat sie im Rücken verschlungen, sagt: „Ha . . . ja" und schüttelt dazu den Kopf. „Also . . . stell' dir vor, wenn der Hunker Kaspar von Zabeltitz im Zelte Seiner Majestät sein darf und dem Könige allzeit zur Hand, von früh an, eh' noch die Generale aufzuwarten kommen." „Ha doch . . .“ ,,-Unb dann darf er gleich hinter des Königs Majestät retten, auf dem Marsch. . . mitten in der Suite . . „Ha doch . . ." „ilnö in der Bataille, wenn die Kugeln pfeifen .. . Immer ist er dichte bei dem Fridericus Magnus . . . darf ihm das Stativ halten, wenn er den Feind observiert." „Ha doch. . „Hört alles und sieht alles! And so kein Adjutant da, ruft ibn der König an: ,Heda . . . der Zabeltitz . . . reit Er, so schnell Gr kann, zum General von Zielen... die Kavallerie soll ab* rung~ (Verlag H. H. Weber) a-uS der Fede- von Dr. Albrecht Wirth, der in anschaulich« Weis« den nationalen Zug bei allen Völkern deS Erdballs zeigt. Einen Aufsatz „Die Zugfpitzbahn" illustrieren in vortrefflicher Weise ausgezeichnete Aufnahmen. Den Archäologen wie den Altertumsfreunden wird in gleicher Weise der Beitrag „Die Ruinen von Perfepolis" mit 11 Abbildungen willkommen fein. Ten Faltbootsport behandelt C. H. Luther in einem zahlreich bebilderten Artikel. Für den Vogelliebhaber und Raturfreund wird der Aufsatz „3n Dusch und Strauch" von E. Lutz mit dessen eigenen Ratuvaufnahrnea von großem Interesse sein. Zwei ©an^feiten füllen bi« Zeichnungen „Der Thronfolger und Regeitt von Abessinien Ras Safari beim Papste Pius XI. im Vatikan" von M. ©bmonbo Abbo und „Typen aus dem nördlichen Teil des Londoner Hyde- parkes, dem Sammelpunkt der Dolksredner" von ®. Tvuchet. Dem Charakter der Zeitung entsprechend. sind wieder all« aktuellen Ereignisse im In- und Auslande illustrativ in weitestgehender Weise berücksichtigt. — Kredit ohne Zinsen hat jeder zu einer wöchentlichen ausgiebigen Anleihe beim Weltkapital an Humor und Satire durch ein Abonnement auf die Weggendorfer Blätter. Dieses — Politisch tendenzlose — aber,..alle Richtungen echten Humors sieghaft beherrschende Fa- milienwitzblatt bringt jede Woche aufs Reue ein« höchsterfveuliche Fracht guter Witze satirischer Glossen, humorvoller Erzählungen und Gedichte — dies alles verbrämt und verstärkt durch künstlerische Zeichnungen, Bilder und Karikaturen. Wer Stunden wirklich harmloser Fröhlichkeit sich bereiten will, der lese jede Woche die neue tRum- met der Meggendorferi Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schwierigkeiten bei den Stadt. Wage«. Die Stadt. Wagen werden jetzt erst morgens um 1/29 Ahr geöffnet und bereits nachmittags um 1/»6 Ahr geschlossen. Dabei ist mtt- tags noch eine Stunde Schlutz. Dies ist ein bedauerlicher Aebelstand, der sehr einschneidend ins geschäftliche Leben vieler Gewerbetreibender wirkt. Z. D. ist der Dienst auf der i@üter- stelle morgens 7 Ahr auf dem Posten, um die Ausfuhr der Waggons zu ermöglichen, aber eine Abfuhr vor 1/29 Ahr ist bei den Waggons «-unmöglich, die über die Städt. Wagen gewogen werben müssen. Der halbe Morgen vergeht nutzlos, denn Arbeiter und Fuhrmann warten bis 1/29 Ahr auf die Oeffming der Wagen, und dann ist «eine andauernde Arbrit auch nicht möglich, da schm bald nach Oeffnuna der Wagen wieder di« Mittagspause eintritt. Hierdurch ist es unmöglich biS V26 Ahr die Waggons leer zu fahren. Dann mutz man 3 Mk. Standgeld bezahlen. Das kommt täglich bei vielen Waggons vor. Diese unnötige Ausgabe wirkt ebenso verteuernd auf die Waren wie auch die enormen Preise des Wiegegeldes. Dieses hat vor dem Krieae pro Zentner einen Pfennig betragen, jetzt werden 4 Pf. pro Zentner erhoben! Man bedenke dabei folgendes: Die Fuhrleute, die die Waren aus dem Waggon laden, in die Stadt bis in dre entlegendsten Stratzen fahren und dort abladen, rechnen für den Zentner 8 P f., die Stadt aber nimmt für den Rentner, der nur über die Wage geht, 4 P f. Während ein Fuhrmann für 50 Zentner Ausladen an der Dahn. Abfahren nach jeder Stadtlage und dort Abladen 4 Mk. erhält, nimmt die Stadt also nur für das Wiegen dieser 50 Zentner 2 Mk. Dazu nimmt sie. sobald auch nur ein Pfund über einen Zentner gewogen wird, auch hierfür den vollen Zentnerpreis, also wieder 4 Pf. Hat die Stadt denn nicht eine Preisprüfun^stelle, die sich einmal dieser Sache annehmen Eönnte? Könnte hier nicht endllch abgebaut werden? Ein beteiligter Geschäftsmann. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Fall Zeigner. Dresden, 21. Huli. (WTD.) Dach einem Beschluß des Gesamtministeriums wurde auf Grund des rechtskräftig gewordenen Gerichtsurteils gegen den ftüheren Minister Zeigner dem Antrag auf Einleitung eines Verfahrens vor dem Disziplinargertcht stattgegeben. Mit der Aebernahme der staatS- anwaltschaftlichen Funktion wurde Ministerialrat Dr. Rauschenbach im Iustiz- ministerium beauftragt. Ferner beschloß das Gesamtministerium, daß den früheren Ministern Böttcher, Heckert und Zeigner nach dem Wunsche des Landtagsausschusses die Genehmigung zur Aussage vor dem Ausschuß erteilt wird. tarieren!’ Siehst du. Ruth, und ich fkontiere den Gaul . . . reiten kann ich, daS weiht du! . . . und jag« durch den Kugelregen. Rechts fallen welch« und links ..." Mit einem Male kann die Ruth sich nicht mehr zwingen, sie heult los. Da steht der Hunker auf, reckt sich, schüttest sich. „Ihr Frauensleute!" sagt er verächtlich und stolziert ein paar Male vor der Laube auf und ab. Dis sie ruft, mit leiser, abbittender Stimme: „Kaspar . . Kaspar . . ." „Was soll's I Willst du Räson annehmen, nicht mehr flennen?" „Will's ja versuchen. Komm nur —" So sitzt er wieder neben ihr, hascht sich ein Händchen, das wie eine kleine Maus in feiner Tatze liegt und zittert. „Wenn du nur wütztest, Ruth, wie ich mich freu’!" „Ha . . . und ich mutz immer denken, so dich di« Kugel trifft . . .“ „Pah! Bist eben ein Mädel. Daran denk' ich gar nicht. And wenn schon. Viel hab' ich wohL nicht bei dem dürren Eerisius gelernt, aber das doch, aus dem Flaceus: Dulce ct decorum oft pro patria mori. Datz ich's dir übersetze: sütz und ehrenvoll ist's, für das Vaterland zu sterben. Ha . . . fürs Vaterland . . . mochf noch lieber sagen: für solch groben König!" Die lleine Rfaus zittert und bebt in der Faust. Allerlei traurige Gedan.en schwirren h nter bet Mädchen st ir n: datz der Herr Vater bei Hohenfriedberg gefallen, wie die junge Gnädige getrauert, Hahr um Hahr; datz der Herr Stabskapitän schwer blessiert. And trotz allem: stolz ist sie auf ihren Hunker, den Kaspar. (Fortsetzung folgt.)